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LUTHERGARTEN 2017 WITTENBERG 500 JAHRE REFORMATION 500 BÄUME

„Und wenn morgen die Welt unterginge, pflanzte ich heute noch ein Apfelbäumchen!“ Martin Luther


500 Jahre Reformation 500 Bäume für Wittenberg 500 Bäume für die Welt Im Jahre 2017 wird des 500-jährigen Jubiläums der Reformation, die in Lutherstadt Wittenberg ihren Anfang nahm, gedacht. Um diesem Ereignis Ausdruck zu verleihen, entsteht vor allem in den Wallanlagen von Wittenberg der Luthergarten. Im Rahmen dieses Projektes werden insgesamt 500 Bäume im Luthergarten und im Stadtgebiet gepflanzt und geben so der optimistischen Haltung Luthers, die sich in dem ihm zugeschriebenen Zitat vom “Apfelbäumchen” so anschaulich ausdrückt, konkrete Gestalt. Kirchen aus aller Welt und aller Konfession sind eingeladen, die Patenschaft für einen der 500 Bäume zu übernehmen und gleichzeitig einen Baum im Bereich ihrer Heimatkirche zu pflanzen. Durch sein partnerschaftliches Konzept stiftet der Luthergarten Interaktion und setzt kommunikative Prozesse in Gang. So entstehen Impulse, die positiv in die Stadt, die Region, das Land und letztendlich in die Welt ausstrahlen und so länderübergreifend die Bedeutung der Reformation sichtbar machen. aus: “Luther Apfelbäumchen?” Von Martin Schloemann; Sammlung Vandenhoeck; 2001.


DIE IDEE

In Wittenberg wurde der Stein der Reformation ins Wasser geworfen, dessen Wellen noch heute weltweit sp체rbar sind. In dem Geburtsort der Reformation soll etwas Bleibendes, dabei nicht Abgeschlossenes entstehen, das kontinuirlich w채chst und Wellen schl채gt. Ein Zeichen, das die Lebendigkeit und Lebensn채he der reformatorischen Bewegung und deren weltweite Ausstrahlung symbolisiert.


Stadtkirche Schlosskirche Luthergarten


DER ENTWURF

oben: Entwurfsplan KLA - Im Rahmen des Projekts werden bis zum 500. Jubil채um der Reformation 50 unten: Die Fotomontage zeigt den von Linden ges채umten Lutherplatz.


00 Bäume im Luthergarten und im Stadtgebiet gepflanzt.

Š KLA


DER ORT

Das Schlossensemble als wichtigstes Baudenkmal zum 500. Reformationsjubiläum erfährt derzeit einen von den Architekturbüros Bruno Fioretti Marquez und Junk & Reich geplanten sowie durch den Bundeskulturminister Bernd Neumann geförderten behutsamen Umbau. Die Fertigstellung ist bis 2015 geplant.

oben: Altstadt Wittenbergs im Jahr 2003. rechts: Schlosskirche und Luthergarten Mai 2010 (Fotos: Steffen Mainka)


LUTHERGARTEN 2017

WITTENBERG - 500 JAHRE REFORMATION - 500 BÄUME Die lutherisch geprägte Reformation hatte eine weltweite Ausstrahlung. In Vorbereitung auf dieses bevorstehende Jubiläum wurde 2008 bis zum Jahr 2017 eine Lutherdekade ins Leben gerufen, die in Themenjahren sowie durch programmatische und inhaltliche Projekte auf dieses Weltereignis international aufmerksam macht. Vor fast 500 Jahren gab Martin Luther entscheidende Impulse zur theologischen und geistlichen Reform der Kirche. Was durch Luthers Neuentdeckung der Rechtfertigung aus Gnade und seinem Kampf gegen den Ablass begann, entwickelte sich zu einer weltweiten Reformbewegung, die Wittenberg auf allen Kontinenten bekannt machte. Auf Anregung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands und des Lutherischen Weltbundes in Zusammenarbeit mit der Lutherstadt Wittenberg sowie dem Landschaftsarchitekten Dr. Andreas Kipar entsteht in Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum 2017 mit dem Projekt „Luthergarten“ ein interaktives Reformationsdenkmal.


Als ein Symbol für die weltweite Ausstrahlung der Reformation und die versöhnte Verschiedenheit, in der die christlichen Kirchen heute miteinander leben, entsteht auf dem Gelände der historischen Wallanlagen Wittenbergs im Bereich der Andreasbreite ein mit verschiedenen Bäumen bepflanzter ovaler Garten in den Maßen 190 Meter mal 70 Meter. Kirchen aus aller Welt sind eingeladen, eine Patenschaft für einen der 500 geplanten Bäume im Luthergarten zu übernehmen. Durch eine Plakette am Baum wird die Patenschaft dokumentiert. Gleichzeitig pflanzen diese Kirchen an einem prominenten Ort in ihrer Heimat einen Baum, mit dem Hinweis auf die Stadt der Reformation Wittenberg. Auf diese Weise wird ein weltweites ökumenisches Netz gespannt. Innerhalb des ovalen Gartens auf der Andreasbreite finden 270 Bäume Platz. Die übrigen 230 Bäume sollen vorrangig in den historischen Wallanlagen gepflanzt werden. Neben Luthers Wohnhaus und dem Lutherdenkmal erhält Wittenberg mit dem Luthergarten ein weiteres Luthersymbol – in Form eines jederzeit frei zugänglichen öffentlichen Aufenthaltsortes.


GENERATIONENÜBERGREIFEND

Parallel zum Entstehen des Luthergartens wird das Thema Spielen behandelt. Einzelne Spielgeräte sollen dezent in den Bereich des Luthergartens und der Wallanlage integriert werden. Es entwickelt sich auf diese Weise ein lineares Spielangebot entlang der Besucherwege, welches verschiedene Altersgruppen anspricht und die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten abwechslungsreich miteinander verbindet. Kinder der Evangelischen Grundschule wässern die neu gepflanzten Bäume (Foto: Kiparlandschaftsarchitekten)


DIE LUTHERROSE

Die kreisrunde zentrale Lutherrose (40 m): Die Form ist dem im Briefverkehrverwendeten Siegel Martin Luthers nachempfunden und Symbol der evangelischlutherischen Kirchen. Im Luthergarten ist hier der zentrale Lutherplatz als Veranstaltungsort geplant.

(Luftbild Herbst 2010, Steffen Mainka)


DIE AKTUELLE SITUATION

Die ersten 25 Bäume wurden am 1. November 2009, unter Beisein von Vertretern der christlichen Weltgemeinschaften, gepflanzt. Die fünf Linden auf dem Lutherplatz sind jeweils der römisch-katholischen, der orthodoxen und der anglikanischen Kirche sowie dem Reformierten Weltbund und dem Weltrat Methodistischer Kirchen gewidmet. Die Kontur des Lutherplatzes – das zentrale Element des Parks – wurde somit ausformuliert.

Ausblick auf die Stadtkirche über die zentrale Lutherrose hinweg (Foto: LWB-Zentrum Wittenberg)


FuĂ&#x;weg durch den Luthergarten (Foto: LWB-Zentrum Wittenberg)


AUSSTRAHLUNG IN ALLE WELT

Ein Granatapfelbaum wird als Partnerbaum der ambrosianischen Kirche in Mailand gepflanzt.

Mailand, 21. Januar 2011, Basilica di San Marco (Fotos: Luca Manzocchi)


AUSSTRAHLUNG IN ALLE WELT

Ein Olivenbaum wird als Partnerbaum der katholischen Kirche in Rom gepflanzt.

Rom, 22.Januar 2011, Basilika Sankt Paul vor den Mauern


HIMMELKREUZE IM LUTHERGARTEN EINE TEMPORÄRE INSTALLATION DES KÜNSTLERS THOMAS SCHÖNAUER

Für die Feierlichkeiten in den Jahren 2016 und 2017 soll das Herzstück des Luthergartens in Wittenberg eine besondere Betonung erfahren. Inmitten der durch Pflanzung und Pflasterung markierten Lutherrose soll das in den Boden gelegte Kiessteinkreuz durch eine variiende Steinkomposition ersetzt werden, welches die ‚Bodenhaftung’, die ‚Erdverbundenheit’, das ‚mitten unter uns Sein’ der Kirche versinnbildlicht. Das Kreuz ist somit greifbarer Bestandteil unseres täglichen Lebens, unseres Umgangs mit Christus. Eine integrierte Lichtlinie markiert die Umrisse des Kreuzes und lässt es ein Stück weit wieder dematerialisieren und leichter erscheinen. Dem Gedanken der göttlichen Dreifaltigkeit und formal dem gen Himmel Wachsen der Bäume folgend schweben über der dem Boden verhafteten Kreuzkonstruktion zwei weitere, zum Himmel hin auseinander strebende Kreuzstrukturen. Auf dünnen Stützsystemen liegend oder fliegend, sollen die Kreuze sich fast entmaterialisieren, zwischen den beiden Ebenen ist ein entsprechender Luftraum, der wie eine Pufferzone wirkt. Die weiße, transluzente Materialität wirkt fast gewichtfrei, dennoch verleiht sie das Gefühl der schützenden Haut oder Hülle und wird zum ‘Schutz’Raum. Beides wird erreicht: der metaphysische wie physische Schutz, denn die beiden schwebenden Ebenen sind auskragend genug, um den an dem bodenbündigen Kreuz verweilenden Personen gegen Schlagregen oder die am Himmel stehende Sonne Bedeckung zu verleihen. Zudem können die Kreuzoberflächen zu interaktiven Installationen verwendet werden. So sind sie selbst als Leuchtkörper denkbar, aber genauso als Projektionsflächen für stehende oder dynamische Bilder.“ Thomas Schönauer


© KLA


© KLA


© KLA Das Rendering zeigt, wie sich der Künstler Thomas Schönauer und der Landschaftsarchitekt Andreas Kipar das Himmelskreuz im Luthergarten vorstellen könnten


Himmelkreuze im Luthergarten, Modell von Thomas Schรถnauer


© KLA


ANDREAS KIPAR UND THOMAS SCHOENAUER MAILAND, 2 APRIL 2014


PROJEKTUMSETZUNG Lutherstadt Wittenberg Der Oberbürgermeister Tel. 03491 421668 www.wittenberg.de

Lutherischer Weltbund Deutsches Nationalkomitee Tel. 03491 695484 www.lutheranworld.org

KLA kiparlandschaftsarchitekten Tel. 0203 4280982 www.kiparlandschaftsarchitekten.eu

„Der 500. Jahrestag des Thesenanschlags Martin Luthers an der Schlosskirche zu Wittenberg, der Ausgangspunkt für die Reformation war, ist für die Bundesrepublik Deutschland in religiöser, kulturgeschichtlicher und letztendlich auch touristischer Hinsicht von herausragender Bedeutung. Die Reformation als ein zentrales Ereignis in der Geschichte des christlich geprägten Europas hat die Entwicklung eines Menschenbildes gefördert, das von einem neuen christlichen Freiheitsbegriff maßgeblich beeinflusst wurde.“ Der Deutsche Bundestag rief in einem Beschluss vom 26.6.2008 dazu auf, das 500. Reformationsjubiläum im Jahre 2017 als welthistorisches Ereignis zu würdigen.

Luthergarten  
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