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REISE V3

FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG, 15. FEBRUAR 2015, NR. 7

Guter Wein und langes Leben In Brixen in Südtirol kann man Städtetrip und Skifahren stilvoll kombinieren

So sieht Après-Ski in Brixen aus: Mit Dom-Doppelspitzen, weißem Turm und guten Weinbistros.

Der Weg nach Brixen

Anfahrt Zum Beispiel direkt von München aus mit dem Zug. Die Fahrt kostet ab 120 Euro hin und zurück. Unterkunft Sehr schön und modern ist das „Hotel Pupp“. Ab 94 Euro übernachtet man hier in einer luxuriösen Junior-

suite, Frühstück inklusive (www.smallluxury.it). Ebenfalls sehr zu empfehlen ist das „Hotel Elephant“, Doppelzimmer ab 79 Euro inklusive Frühstück (www.hotelelephant.com). Skifahren Das Skigebiet Plose bietet die längste Abfahrt Südtirols. Der Ski-

Foto Look

pass für einen Tag kostet um die 38 Euro. Essen Seltene Weine aus der Region genießt man am besten im „Vinus“: www.vinothekvinus.it Allgemeine Infos finden sie unter www.brixen.org

Eben hatten wir im Straßencafé schon so etwas wie Vorfrühling verspürt, nun breitete sich vor unseren Augen ein großflächiges Winterpanorama aus. Kinder, Rodelschlitten, Schlittschuhfahrer – ein Idyll in Weiß, wären da nicht noch die drei Stelen mit Bildern aus ganz persönlichen Konsumwelten. Wir standen vor einer Serie des Südtiroler Fotografen Andreas Bertagnoll und sinnierten über den Fragen, die seine Kunst uns wohl zur Aufgabe gab. Lässt sich jeder von uns auf eine bestimmte Auswahl an Produkten reduzieren? Stiften Marken eine Identität? Und ganz im Stillen, nur für uns, überlegten wir: Gibt es einen reizvolleren Aggregatzustand als Eis? Wollte man nun einen Ort benennen, der diesen Wandel des Wassers wie die Wechselbeziehung zwischen Berglandschaft und Urbanität meistert, dann wäre Brixen im Eisacktal ein Kandidat: Immerhin die drittgrößte Gemeinde Südtirols, mehr als tausend Jahre Bischofssitz; manchem vielleicht als Hort des Widerstands gegen Heinrich Kramer, den Verfasser des „Hexenhammers“, bekannt – oder lediglich als Heimat der umstrittenen Band „Frei.Wild“. Als wir nun im Februar durch die Altstadt zur Adresse „Große Lauben 5“ schlenderten, die nebst Rathaus die Stadtgalerie beherbergt, staunten wir immer wieder, wie viele verschiedene architektonischen Spuren die Zeit bis heute hinterlassen hatte. Und während wir faszinierende Details an den Fassaden entdeckten, vergaßen wir fast völlig, dass hier nicht nur Romanik, Gotik oder Barock von Belang waren. In den überaus geschichtsträchtigen Gassen bewegte man sich zugleich zwischen Zillertaler Alpen, Sarntaler Alpen und Dolomiten.

Den Tag hatten wir hoch über der vorfrühlingshaften Stadt im Schnee des Skigebietes auf der Plose verbracht, fern von allem, was den Kopf normalerweise beschäftigt. Das Hirn hatte Pause. Kaum zurück auf 560 Meter über dem Meer, wollten sich die grauen Zellen im neugeschaffenen Raum austoben, suchten nach Anregung und wurden an diesem Nachmittag im Gewölbe der Stadtgalerie fündig. Sechs Künstler aus Nord- und Südtirol stellten hier ihr „Minimum“Konzept zu den gesellschaftlichen Veränderungen unserer Zeit aus, und während ein müder Körper vor ihren Fotografien verweilte, wurde der Geist hellwach, wenn etwa Heinz Jörgen Hafele den genetischen Code interpretierte. Die Stunden am Berg hatten den Kopf befreit. Wir waren wieder offen, konnten im Gespräch mit Kurator Alex Pergher und dreien der Tiroler Künstler die regionale Wandelbarkeit jetzt auf andere Weise erkunden. Die Natur sei Brixen so nah, bestätigte Hanna Battisti unseren Eindruck, die an Südtirol durchaus das Provinzielle schätzt, weil jeder jeden kennt: Das fördere die Zusammenarbeit, und obwohl es eher klein sei, passiere viel. Und man könne schnell zwischen Stadt und Land wechseln, erklärte Andreas Bertagnoll. Wenn man eben dem einen oder anderen überdrüssig ist, was wir nur zu gut verstanden, wie auch den Wunsch, mit einem Programm Menschen die Augen zu öffnen, damit sie das Außergewöhnliche im Banalen finden. Schließlich setzten wir Brixen-Besucher das urbane Vergnügen, das in der Galerie seinen Anfang genommen hatte, in einem nah gelegenen Weinbistro fort. Erhoffte sich jemand ein Paar „Flügerl“, wäre die Enttäuschung wohl groß:

In einer der besten Vinotheken des Landes erfreuten wir uns an Italiens Antwort auf österreichisches Après-Ski. Niemals würde in diesen Glaskelchen beschwipste Brause blubbern, und mal ehrlich, wer würde diese freiwillig einem fruchtigen Sylvaner oder Veltliner vorziehen? Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken, so hält es „Vinus“-Chef Peter Kantioler mit Goethe. Uns empfahl er zum Aperitif einen der einheimischen Weißweine, die nur selten außerhalb des Eisacktals zu erhalten sind. Wir waren sofort überzeugt und würden seinem Rat jederzeit wieder folgen. Was für ein wunderbares Leuchten. Später zum Menü im „Hotel Elephant“ konnten auch die roten Eisacktaler zeigen, was sie können, als ein Blauburgunder das Jungbullenfilet auf Wurzelgemüse und Portwein-Jus begleitete. „Schonend gegart“, und was auch immer das an Gastro-Hightech verlangte, das Fleisch war eine rosarote Wolke, so zart. Bald darauf löste sich auch der Widerspruch zwischen „Zirbelstube“ und der Elefanten-Parade auf der Wandtäfelung in Wohlgefallen auf. Klein und Groß waren sie mitsamt Palmen ins alpine Holz geschnitzt – warum nicht? Wer hingegen den rustikalen Charme einer Berghütte bevorzugt, könnte sich beispielsweise zur Geisleralm aufmachen, um auf beinahe 2000 Meter Höhe nach Süppchen und feinem Lamm noch eine Dessertplatte zu genießen. Als Stärkung, bevor es durch den nächtlichen Wald auf Schlitten wieder hinabgeht. Ob nun Hüttenzauber oder urbane Gaudi: Man muss in Brixen und der nahen Umgebung keine Grundsatzentscheidungen fällen, nicht zwischen Piste und Pflaster – Kultur, Shopping und Naturerlebnis wählen oder eine zünftige

Brettljause gegen einen „offenen Raviolo aus Boxelemehl“ abwägen. Die Kontraste lassen sich jeden Tag aufs Neue ausleben und überraschend einfach miteinander versöhnen. Man kann zum Beispiel morgens kurz nach sieben Uhr in wenigen Minuten durch die Altstadt zum Dom spazieren und im sehenswerten Kreuzgang wandeln. Dort zeigen Fresken aus dem 15. Jahrhundert unter vielen anderen Gestalten Adam und Eva: Zwei Nackte, die im Vergleich zu bedrohlich bunten Todsünden recht blass aussehen, wenn auch weniger grotesk. Nach diesem Anblick entsagt man klaglos einem Stück Torte zum Frühstück, um sich lieber mit dem frischen Apfelstrudel einzulassen – und die verführerische Einigkeit von Konditorei und Hotel zu preisen. Ganz im Sinne der Gebrüder Pupp, die natürlich allerlei Gesundes auftischen, sie wollen ja, dass wir fit in den Tag starten. Wir eigentlich auch. Im Bewusstsein, dass jegliche Völlerei zu büßen wäre, könnte das Frühstück problemlos unseren Vormittag gestalten, aber wir wollten irgendwann los: wieder zur Plose, Brixens Hausberg, auf dem das Skigebiet bis auf 2500 Meter Höhe reicht und Südtirols längste Abfahrt zu finden ist. Knapp zwanzig Autominuten liegt die Talstation bei St. Andrä vom Hotel entfernt, und nachdem wir uns dort ausrüsten ließen, ging es hinauf ins Schneetreiben. In Gondeln, deren Raumklang manch Ahnungslosem „Frei.Wild“ näherbringen sollte, oder eher nicht. Oben angekommen, geriet alles Städtische im Tal bald in Vergessenheit. Hier herrschte noch immer Winter, und auf Skiern widmeten wir die nächsten Stunden ganz dem Berg. SONJA KASTILAN

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