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Lawinen-Airbag-Rucksäcke ! Aktuelle, modulare Systeme in diesem Winter!

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Das Tragen von Airbagrucksäcken ist als Sicherheitsplus längst in der Welt des Skifahrens abseits der Piste angekommen. In moderne Skirucksäcke integrierte Systeme sind leichter geworden und erfüllen einen hohen Standart an Zuverlässigkeit für Schneeschuhläufer, Tourengeher oder Freerider. Durch die Initiative der beiden renomierten Hersteller Ortovox und Mammut mit ihrem Know How im Rucksackbau, konnte die Qualität der Rucksäcke deutlich angehoben werden. Ein Stichwort heisst ‚modular’, denn alle Systeme lassen sich von ihrem Trägerrucksack trennen und ggf. in andere Rucksäcke einbauen. In diesem Winter bieten wir im Outdoorshop drei der weltweit vier unterschiedlichen Airbagsysteme an. Die Trägerrucksäcke beziehen wir von Mammut und Ortovox, sie sind in Summe mit 10 verschiedenen Airbag-Rucksackmodellen bei uns vertreten. In unserem Freiburger Testcenter können in absehbarer Zeit einzelne Modelle entliehen werden. Hier finden auch unsere Special-Events zur Lawinensicherheit statt, die von erfahrenen Bergführern durchgeführt werden.

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Drei verschiedene Designs!

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> Hinter mir, neben mir, über mir gilt… doch! <!

MAMMUT

Die Schweizer Bergsportfirma integriert in ihre Rucksäcke gleich zwei unterschiedliche Airbagsysteme. Durch Zukauf der Snowpulse Technik findet seit diesem Herbst in drei Modellen diese aufwendige und gut vor Verletzung schützende Airbagtechnik Verwendung. Um optimalen Schutz zu bieten sind alle diese ‚Protection Airbag Rucksäcke’ sehr genau in der Größe auf den Nutzer anpassbar. Ähnlich wie die schon im vergangenen Winter sehr erfolgreich verkauften Mammut ‚R.A.S Systeme’ lösen auch diese mechanisch durch Zug am Griffstück im Schultergurt den Rettungsballon aus.


Dazu werden Stickstoff-Kartuschen mit 300 bar Druck in die 150 Liter großen Airbagballons entleert. Der ‚Protection-Airbag’ legt sich im Gegensatz zum einfacheren R.A.S. Ballon zusätzlich schützend wie ein Kragen rückwärts und seitlich über den oberen Rumpf und Kopf des Wintersportlers. Beide Systeme der Firma Mammut sind vom Trägerrucksack ablösbar. Eine einzige Einheit kann so in verschiedene Rucksackmodelle eingebaut werden. Die Airbagsysteme sind in Minuten montiert und bringen ohne die Kartuschen ein Zusatzgewicht von 850g und 870g auf die Waage. Während die günstigeren RAS Rucksäcke durch leichteres Gewicht und guten Tragekomfort überzeugen, können Protection Airbag Rucksäcke das Plus an Sicherheit vor mechanische Verletzungen bieten.

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ORTOVOX Seit diesem Herbst gibt es Neuigkeiten beim Spezialisten für Lawinensicherheit. Die deutsche Firma ist nunmehr Lizenznehmer des erprobten ABS Systems, welche schon 1985 Pionierleistungen im Airbagbau erbrachte. In fünf verschiedenen Rucksackmodellen ist jenes ABS Zweikammersystem integriert. Auch dieses ist modular zu- und abrüstbar. Durch eine kleine Treibladung im Griff wird durch den Zug der Hand die Kartuschenentleerung in die beiden seitlich angebrachten Airbagballons ausgelöst. Zwei einzelne Airbags bedeuten mit ihren 170 Litern Luft Redundanz und bieten eine breite Auflagefläche um günstigstenfalls auf der Lawine zu treiben. Es überzeugt die gelungene Ergonomie der brandneu überarbeiteten Rucksäcke, welche auf den erfolgreichen Designs der bewährten Ortovox Modelle ohne Airbag basieren. Der Tourenrucksack Tour 32 + 7 fasst durch seine Erweiterungsmöglichkeit nahezu 40 Liter. Eine Dehnungsfuge hinter einem Reißverschluss lässt ihn um diese wichtigen Volumenliter wachsen. Die kleineren ‚Freeride’ Modelle integrieren noch zusätzlich die herausnehmbaren und einzeln verwendbaren SPS Rückenprotektoren der Herstellers Ortema. Hier sind die Volumen 24 Liter für Körpergrößen von 155 bis 175 cm empfohlen, die 26 Liter Modelle entsprechen einer Körpergröße von 170195 cm.

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Allen Rucksäcken gemeinsam sind die speziellen Zusatzfächer für die weitere essentielle Lawinen Safety Ausrüstung: Schaufel und Sonde. Die Gewichte differieren zwischen 2,1 kg bei Leichtgewichten der RAS Serie mit etwa 20 Liter Volumen und auf 3,3 kg bei voll ausgestatteten Rucksäcken für die Mehrtagesskitour. Bitte entnehmen Sie die Details aus speziellen download PDF: ‚Airbags, Winterangebot 2013/14‘

! ! Airbag-Technik! ABS by Ortovox: M.A.S.S. Im Griff, der sich links oder rechts im Schultergurt montieren lässt löst eine 0,1 Gramm Treibladung die Entleerung der mit Argon gefüllten 300 bar Kartusche aus. Die TwinAirbags haben ein Füllvolumen von zusammen 170 Litern und sind seitlich, sehr breit montiert. Ein flaches Abgleiten in der Lawine ist der erhoffte Effekt des breiten Profils von Mensch und Airbag.


Nach Auslösung der Airbags bleibt die Sicht des Skifahres nach vorn bestehen und somit die Möglichkeit, vielleicht aus der Lawine noch herauszufahren. Die befüllte Stahlkartusche wiegt 513 Gramm, die befüllte Carbonkartusche nur 285 Gramm. Die Nachbefüllung wird im Pfandsystem geregelt. Kartusche und Griff werden immer gemeinsam ausgelöst und ausgetauscht, dieses Set nennt sich Auslöseeinheit und kostet in der Stahlvariante 109,95€ und in der Carbonvariante 214,95€. In den Rucksäcken sind diese Auslöseeinheiten nicht bereits enthalten und müssen dazu geordert werden. Neu ist der Ortovox Aluminium Schutzbügel, der das ungewollte Auslösen des Airbags bei montiertem Griff verhindert. Das Modulare Airbag-Paket M.A.S.S. ist von einem zum anderen kompatiblen Rucksack übertragbar und ist in wenigen Minuten ummontiert. Das Gewicht liegt bei 1300g.

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Snowpulse ‚Protection’ by Mammut Ein dreidimensionaler Einkammer-Airbagballon, durch den Griff im Schultergurt mechanisch ausgelöst. Er bläst sich mit 150 Litern Inhalt seitlich und oberhalb des Rucksacks wie ein Kragen auf. Dadurch wird ein besserer mechanischer Schutz der Kopf-, Nacken- und Brustpartie erreicht. Ein Luft-Stickstoffgemisch steigt aus der 500g bzw. 310g schweren Stahl oder CarbonKartusche mit 300 bar Fülldruck. Die Wiederbefüllung erfolgt im Pfandsystem über uns und über Mammut. Eine selbst befüllbare 207 bar Aluminium-Druckluftkartusche ist kompatibel und für die Selbstbefüllung und den Einsatz in Nordamerika. Die Kartuschen für beide Mammutsysteme sind identisch. Der Preis für die 500g schwere Stahlkartusche liegt bei 99,95€. Die Carbonkartusche wiegt 310g und kostet 199,95 €.

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R.A.S ‘Removable’ by Mammut Der nahezu rechteckige Ballon strömt bei der Auslösung oberhalb des Rucksacks aus seinem Reservoir und wird auf ein Volumen von 150 Litern Inhalt aufgeblasen. Dieses System hat ein vergleichsweise leichtes Gewicht und kleines Packvolumen, die Rucksäcke überzeugen durch eine gute Ergonomie, besonders in den Schulterträgern. Das System ist seit dem vergangenen Winter sehr gut eingeführt. Genau wie beim Snowpulse System von Mammut werden Stahl-


oder Carbonkartusche mit 300 bar Fülldruck verwendet. Die Wiederbefüllung erfolgt im Pfandsystem über uns und Mammut. Eine selbst befüllbare 207 bar AluminiumDruckluftkartusche ist kompatibel und für die Selbstbefüllung und den Einsatz in Nordamerika. Die Kartuschen für beide Mammutsysteme sind identisch.

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Fazit!

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Mit ihren Endpreisen zwischen 600 und 840 Euro inklusive Kartusche im eher hohen Niveau der Anschaffungskosten. Trotzdem sind sie eine zunehmend gebräuchliche und sinnvolle Investition. Die Chance im Falle eines Lawinenunfalls unverletzt und unverschüttet an der Oberfläche zu bleiben, kann mit ihnen erheblich erhöht werden. Selbst wenn es im ungünstigsten Fall dennoch zu einer Teilverschüttung kommen sollte, so werden in Fällen einer Airbagauslösung höchstwahrscheinlich Teile des leuchtend roten Airbags an der Oberfläche sichtbar sein und eine Hilfeleistung extrem erleichtern, was bisherige Tests zeigen konnten. ! Durch ihre Vielzahl an Modellen und die Möglichkeit den Rucksack auch außerhalb der Wintersaison ohne die Airbageinheit z.B. auf Hochtoren zu verwenden, steigt die Zahl der Argumente an, sich ein solches Modell genauer anzuschauen. ! Während die hier dargestellte Technik heute ein wichtiges Plus an Sicherheit geworden ist, und durch die erstklassigen Trägerrucksäcke sehr attraktiv, bleiben die Sicherheitsprodukte LVS-Gerät, Schaufel und Sonde das unverzichtbare Muss an Ihrem Körper und in Ihrem Rucksack. Ihre routinierte Handhabung kann gelernt werden, auch in diesem Winter wieder hier bei unseren befreundeten Bergführern: http://www.picos-online.de !

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Annmerkung zum Flugtransport: Nach vorheriger Genehmigung der Fluggesellschaft, darf in Handgepäck und aufgegebenem Gepäck befördert werden: ‚Lawinenrettungsrucksack, einer (1) pro Person, der eine Flasche mit verdichtetem Gas der Unterklasse 2.2 enthält. Dieser kann auch mit einem pyrotechnischen Auslösemechanismus ausgerüstet sein, der nicht mehr als 200 mg Netto enthält. Der Rucksack muss so verpackt sein, dass eine unbeabsichtigte Auslösung unmöglich ist. Die Airbags innerhalb der Rucksäcke müssen mit Druckentlastungsventilen ausgerüstet sein.’ Quelle: IATA Gefahrgutvorschriften, 54. AUSGABE, 1 JANUAR 2013. Besser scheint die Lösung zu sein, die persönliche Kartusche bei einer Flugreise zu Hause zu lassen und sich vor Ort eine entsprechende Kartusche zu leihen oder zu kaufen. Die Fa. Mammut z.B. bietet online einen entsprechenden Informations- und Buchungsservice an: http://www.mammut.ch/de/apps/storeLocator.html.

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Lawinenairbags, Report, Winter 2014