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Fotoprojekt

STÄRKE BRAUCHT KEINE MUSKELN


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STÄRKE BRAUCHT KEINE MUSKELN

anderStark – bewegend anders. anderStark hat sich das Ziel gesetzt, die Barrieren, Ängste und Vorurteile auf eine ästhetische, “leichte” und künstlerische Art und Weise abzubauen.

STÄRKE BRAUCHT KEINE MUSKELN! “Stärke braucht keine Muskeln” ist ein seit drei Jahren bestehendes Fotoprojekt, bei dem Frauen und junge Mädchen mit einer Muskelerkrankung fotografisch außergewöhnlich in Szene gesetzt werden. Sie werden in unterschiedlichen Lebenssituationen fotografiert, so dass man einen Einblick in das Leben einer körperlich eingeschränkten Frau bekommt. Die Fotografen Jessica Prautzsch und Anna-Lena Ehlers bringen auf künstlerische, provokative und ironische Art und Weise die scheinbar unterschiedlichen Welten – die der Behinderten und die der Nichtbehinderten – einander näher. Oft entsteht eine unsichtbare Kluft, geprägt von Unsicherheiten, Vorurteilen und vielen Fragen, die mit Hilfe des Projekts aufgehoben werden. anderStark möchte mit diesen Bildern eine neue Welt zeigen und somit neue Blickwinkel schaffen. Das Ziel des Projekts ist es, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass die Frauen mit ihrer starken körperlichen Einschränkung im Leben stehen, keine Angst vor Herausforderungen haben und das Leben in vollen Zügen genießen. Das Denken der Gesellschaft soll sich verändern, das Umdenken muss beginnen – das ist nur möglich, wenn alle Menschen über den Tellerrand auf eine ‚neue Welt‘ schauen können und dürfen. Die wenigsten Menschen treffen in ihrem Alltag auf attraktive, körperbehinderte Frauen, die große Stärke ausstrahlen. Das soll sich durch das Fotoprojekt anderStark ändern: Es gibt nichts zu verstecken und das sollen alle erfahren.


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Der Beginn einer Idee Die Medien zeigen uns täglich Schönheitsideale: Perfekte, faltenfreie, auf Hochglanz polierte Körper. Überall, wo wir hinschauen, ob in Modemagazinen oder in der Fernsehwerbung, springen uns leichtfüßige Schönheiten entgegen. Auf welcher Titelseite erblickten wir je eine Rollstuhlfahrerin? In welchem Werbespot sahen wir eine glückliche Familie mit einem behinderten Familienmitglied? Unser bestehendes Schönheitsideal ist vorgeprägt und es ist nicht verwunderlich, dass wir vor dem ‚Anderssein‘ erst einmal zurückschrecken. Doch alles was neu ist, kann auch wiederum unseren Horizont erweitern. Wünschenswert wäre, dass die Betrachter der Bilder schmunzeln, nachdenken und verstehen: Nur wir selbst erschaffen unsere Realität und kreieren unser Weltbild zusammen. „Ich wurde so oft von Menschen mit Fragen zu meinem Leben konfrontiert, weil sie es sich kaum vorstellen konnten, wie ich meinen Alltag gestalte und wie man mit behinderten Menschen umgehen sollte.“, so die Initiatorin Anastasia Umrik. Sie entwarf eines Nachts, in der sie lebensbedrohlich krank war, das Projekt, der nicht nur ihr neuen Mut geben sollte, sondern auch vielen anderen Menschen.

Die Behinderung Der Körper einer Muskelschwunderkrankten unterscheidet sich deutlich von einem gesunden Körper bzw. dem Schönheitsideal, das in der Gesellschaft verankert ist. Der Grad des Unterschiedes hängt von der Fortschreitung der Behinderung ab. Durch die vermehrte Abnahme der Muskelmasse werden die Arme und Beine der Frauen dünn und schlaff, der Bauch durch die verkrümmte Wirbelsäule scheinbar dicker, außerdem gibt es nicht ausreichend Bauchmuskulatur, die die inneren Organe zusammenhalten kann. Durch die schiefe Körperhaltung verändert sich nicht nur der Körper, auch wird die Lunge eingequetscht, wodurch häufig die Beatmung mit einer Beatmungsmaschine notwendig wird. Die geschwächten Atemorgane sowie die Tatsache, dass die Lunge mit den anderen Muskeln mit den Jahren an Kraft verliert, führt dazu, dass die Betroffenen eine deutlich geringere Lebenserwartung als nichtbehinderte Frauen haben.


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Die Projektintiatorin „Anastasia Umrik, am 09. Februar 1987 irgendwo in der ehemaligen UdSSR geboren, verbrachte ihre Kindheit auf einem kleinen Bauernhof in der Nähe von Makinsk. Sie wuchs wie alle anderen Kinder in dieser Gegend mit Tieren und in der Natur auf.“ So oder so ähnlich könnte der Beginn eines Kinderbuches sein. Wenn es da nicht das ABER gäbe:

Schon bald wurde Anastasia klar, dass sie anders als die Kinder im Dorf war: Sie konnte sich immer weniger selbstständig fortbewegen, bis sie schließlich nur noch in dem selbstgemachten Sessel von ihrem Großvater sitzen konnte. Einen Rollstuhl hatte sie nicht – dafür fehlte sowohl das Geld als auch die Barrierefreiheit in ihrem Elternhaus. Aus dem gleichen Grund besuchte Anastasia nicht die lokale Dorfschule und wurde von ihrer Mutter zu Hause unterrichtet.

Ein paar Jahre später zog Familie Umrik als Spätaussiedler nach Deutschland und es folgten für Anastasia Operationen und Tests, bis schließlich die Diagnose ausgesprochen wurde: „Spinale Muskelatrophie. Sie wird niemals wieder laufen können.“ Anastasia wurde auf eine sogenannte „Schule für Körperbehinderte“ geschickt. Sie besprach oft mit ihren damaligen Lehrern, dass sie gerne eine Regelschule besuchen würde. Man sagte ihr: „Wer soll dir aus der Jacke helfen? Wer soll dir die Türen aufhalten? Dort sind keine netten Kinder wie hier, man wird dich vielleicht ärgern und auslachen. Willst du das?“ – Sie wollte nicht. Nicht immer war Anastasia so selbstbewusst wie heute, sie hatte Angst, abgelehnt und nicht gemocht zu werden. Sie blieb. Dadurch war sie allerdings weiterhin unterfordert und machte gelangweilt ihren Hauptschulabschluss ,mit links‘. Im Anschluss absolvierte sie auch den Realschulabschluss und begann in einem der größten Versandhäuser Deutschlands ihre Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Doch es gab keinen Halt, das nächste Ziel war klar: Abitur mit anschließendem Studium… Heute ist Anastasia eine selbstbewusste, dynamische und lebensfrohe, junge Frau. Sie wohnt in ihrer eigenen Wohnung, studiert und organisiert ihr Leben mit Hilfe persönlicher Assistenz. Würde man sie danach fragen, würde sie selbst ihr Leben als absolut „normal“ bezeichnen. Schließlich mache sie all die Dinge, die andere Frauen in ihrem Alter auch tun – vielleicht sogar noch vieles mehr. Dennoch ist Anastasia wohl bewusst, dass behinderte Menschen in der Gesellschaft leider immer noch nicht als „normal“ angesehen werden. Eines Nachts, sie war zu dem Zeitpunkt lebensbedrohlich krank, kam ihr DIE Idee: Aussagekräftige Bilder mit Ironie und Tiefgang, die dennoch zum Lächeln und Nachdenken anregen. Konzept und konkrete Ideen hatte sie noch keine… nur das Ziel war klar: Neue Wege, neue Möglichkeiten, neue Blickwinkel schaffen. Vielleicht könnte man eine Brücke zwischen den scheinbar unterschiedlichen Welten kreieren. So begann die kleine Erfolgsgeschichte von anderStark.


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Die Fotografen Gemeinsam mit Anastasia Umrik erweckte Jessica Prautzsch mit ihren Fotos das Projekt „Stärke braucht keine Muskeln“ zum Leben. Nach dem Abitur und einem kurzen Stopp bei einem Wirtschaftsstudium, beschloss sie, dass Kreativität in ihr Leben müsse. Sie entschied sich für die Studienrichtung Kommunikationsdesign und entdeckte im dritten Semester das Fotografieren für sich. Das Studium ist seit 2011 abgeschlossen, die Fotografie ist geblieben. Sie weiß, dass sie sich hier eines sensiblen Themas angenommen hat, und Menschen, die sehr oft lieber weg als hinsehen, nur sanft an die Materie herangeführt werden können. Und wie wichtig die gleichberechtigte Teilhabe aller in der Gesellschaft ist. Viele Fotografen umgeben sich mit perfekter Schönheit und den dazugehörigen Scheuklappen. Sichnur auf solche Motive zu konzentrieren, kam für Jessica nicht in Frage. „Stärke braucht keine Muskeln“ war ihre Chance, Teil eines wertvollen Fotoprojekts zu werden und somit sowhl Anastasia’s, als auch ihren Traum zu verwirklichen, etwas in der Gesellschaft zu bewegen.

Anna-Lena Ehlers, geboren am 15.02.1988 in Rendsburg. Nach Abschluss der dreijährigen Fotografieausbildung in Schleswig mit Berufsfachschule am Photo & Medienforum Kiel absolvierte Anna-Lena ein zweijähriges Volontariat zur Journalistin in Hamburg. Seit 2011 ist sie selbstständig als freie Redakteurin und Fotografin.


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Die Models Die Models von anderStark sind zwischen 3 und 50 Jahre alt und befinden sich in unterschiedlichen Stadien ihrer Behinderung. Einige der Frauen können noch selbstständig laufen, sich selbst pflegen und versorgen. Andere wiederum sind vollständig auf fremde Hilfe angewiesen und müssen deshalb ihren Alltag mit einer 24-Stunden-Assistenz gestalten. Auf das Projekt wurden die Frauen über Mundpropaganda, soziale Netzwerke und Medienberichte aufmerksam. Die Frauen nahmen teilweise einen Anreiseweg von mehr als 700 km auf sich, um dann meistens gleich mehrere Tage hintereinander bei anderStark Shootings mitzuwirken. Die schier endlose Motivation und Begeisterung der Models machte die Shootings nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Fotografen zu einem ganz besonderen Erlebnis.


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anderstark in den medien

TV

PRINT

Muskelreport • de bulletin • eFa • uvm.


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Der Bildband

Der anderStark Bildband umfasst insgesamt knapp hundert Seiten, auf denen die Ergebnisse aus über zwei Jahren Arbeit präsentiert werden. Neben den mehr als 60 Fotos enthält das Buch auch begleitende Texte, die den Leser an das Thema Muskelerkrankung heranführen, ihn nachdenklich stimmen, zum Schmunzeln aber auch zum Staunen bringen sollen. Zusätzlich zum Buch können auch anderStark Fanartikel (Postkarten, Buttons etc.) bestellt werden. Entweder einzeln oder im Paket, mit oder ohne Bildband. Je nach Wunsch! www.anderstark.de info@anderstark.de

WIE KANN ICH ANDERSTARK KONTAKTIEREN ODER UNTERSTÜTZEN?

Das anderStark Team freut sich über jede Art der Unterstützung: Einen PR-Artikel, ein Buchtipp, eine Interviewanfrage oder eine Terminankündigung. Gerne nehmen wir auch Ihre Anfragen bzgl. der Info- und der Bildmaterialien entgegen und schicken sie Ihnen schnellstmöglich zu.

Ansprechpartner

ANASTASIA UMRIK Geschäftsführerin

CHRISTIANE KAUFHOLT PR | Öffentlichkeitsarbeit

JESSICA PRAUTZSCH Creative Director | Fotografin

Fon +49 (0)151 230 908 44 E-Mail info@anderstark.de

Fon +49 (0)172 942 11 85 E-Mail christiane@anderstark.de

Fon +49 (0) 175 166 00 82 E-Mail jessica@anderstark.de

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