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3.  ausgabe 2017

in memoriam – Abt Odilo Lechner und Pater Matthias Leidenberger 150. Todestag von König Ludwig I. Aktuelles aus den Wirtschaftsbetrieben


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editorial

L

angsam neigt sich das Jahr seinem

Ende zu. Zum Reformationsjahr 2017 fand unsere erfolgreiche Sommer­

akademie im Zentrum Sankt Bonifaz

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Für mich öffnete sich in den letzten

Monaten ein neuer Lebensabschnitt – als Kaplan in Andechs. So möchte ich mich

Ihnen kurz vorstellen. Ich bin in Bad Tölz

Auch in Sankt Bonifaz, das mir weiter­

hin Heimat ist, werde ich immer wieder präsent sein. Mit Spannung und Freude sehe ich den Aufgaben und Begegnun­

geboren und aufgewachsen. In meiner

gen entgegen. Damit ein neuer Anfang

gruppen aus München und Umgebung

Himmelfahrt als Ministrant und Mit­

notwendig loszulassen. Auch in unserer

auf unsere Obdachlosenhilfe bleibt (leider)

2008 gehöre ich zum Konvent der Abtei

hafte Erfahrung, von Abt Odilo und Pater

arbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den

Gemeinschaft in München. Einige kennen

unter dem Thema »Reform und Reforma­

tion« statt. Auch konnten wir viele Firm­

durch unsere Abtei führen. Der Ansturm

unverändert. Vielen Dank all den Mit­ zahlreichen Unterstützern.

Auf dem Hl. Berg konnten wir viele

Pilgergruppen begrüßen, darunter

Geburtsstadt war ich in der Pfarrei Maria glied im Pfarrgemeinderat aktiv. Seit

gelingen kann, ist es aber immer auch

Gemeinschaft machten wir die schmerz­

Sankt Bonifaz. Bisher lebte ich in unserer

Matthias loslassen zu müssen.

mich vielleicht durch die »Tage im Kloster

nachten feiern, meint, dass wir mit unse­

Andechs für junge Männer«. In den letz­

ten Jahren studierte ich in Salzburg Theo­

Menschwerdung Jesu, die wir an Weih­

rem Gott auf dem Weg sind und wir dabei

ganz Mensch sein dürfen. Sicherlich – das

Altbekannte – umso schöner war das

logie. Vom Herbst 2015 bis August 2017 war

Leben hat seine Höhen und T ­ iefen. Der

den Tagen für Männer haben wir wieder

in den Münchener Stadtteilen Au und

lieben Menschen Abschied nehmen

Wiedersehen – und auch Neulinge. Bei

ich als Diakon und Kaplan in der Seelsorge

tiefste Abgrund ist, wenn wir von einem

Gäste aufgenommen, die sich für das

Untergiesing eingesetzt. Seit 1. Oktober

Höhepunkt war sicher das Dreihostienfest,

stütze Pater Anno, der nun als Pfarrer für

Menschwerdung, ist es jedoch nicht weit

unseres Klosters wirkt. Als Kaplan bringe

Jesu. Ich wünsche uns allen, dass wir als

Familien­pastoral Erling, Frieding und

den Abgründen auf unserem Lebensweg

benediktinische Leben interessieren. Ein das wir bei strahlendem Sonnenschein

mit Ivo Muser, Bischof von Bozen-Brixen, feierten. Er schenkte uns eine beeindru­

ckende Predigt. Viele Kinder kamen trotz

bin ich Seelsorger in Andechs und unter­ die drei Pfarreien in der Nachbarschaft

ich mich sowohl in die Kinder- und

nasskaltem Wetter zum Familientag.

Machtlfing wie auch in die Firmvorbe­

Sonne hervorkam, wimmelte es nur so von

ein gutes Zusammenleben in Andechs,

müssen. Auch der eigene Tod erschreckt

uns oft. Von Weihnachten, dem Fest der

bis Ostern, dem Fest der Auferstehung

österliche Menschen nicht allzu sehr von erschrecken, sondern getrost und mutig

reitung ein. Ein großes Anliegen ist mir

mit Gott unsere Wege gehen.

Familien und wir konnten zum Schluss

weit über den kirchlichen Bereich hinaus.

Segen!

Abt Johannes feiern. Auch hier ein herzli­

Pater Anno die Menschen zu Hause. Eine

Spätestens als am frühen Nachmittag die

einen schönen Familiengottesdienst mit

ches Dankeschön an alle Helfer. Die vielen

Begegnungen mit Menschen ganz unter­ schiedlichen Alters und Herkunft ist für

uns Bereicherung und Ansporn zugleich.

Gerne besuche ich in Zusammenarbeit mit

Dazu gebe uns Gott seinen reichen

Herzensangelegenheit ist mir der Kontakt zu den Menschen in der Flüchtlingsunter­

kunft und die Zusammenarbeit mit dem Helferkreis. Darüber hinaus wird man

mich auf dem Heiligen Berg selbst, bei

den Tagen im Kloster für junge Männer

und vor allem in der Wallfahrtszeit sehen.

Pater Luk as Essendorfer


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inhalt

K I R C H E U N D K LO S T E R 4 Zum Gedenken an Altabt Odilo Lechner OSB 18 Requiem und Beisetzung von Altabt Odilo Lechner 23 Predigt von Kardinal Marx beim Requiem für Altabt Odilo im Münchner Liebfrauendom 26 »Ideal und Wirklichkeit von Sankt Bonifaz« – ein geistiges Vermächtnis von Altabt Odilo 34 Interview mit Winfried Nonhoff zum Vermächtnis-Buch von Altabt Odilo Lechner 36 Nachruf zum Tod von Pater Matthias Florian Leidenberger 39 Auszug aus der Predigt von Abt Johannes zum Requiem für Pater Matthias 40 Zum 150. Todestag von König Ludwig I. 46 Der Altarbildmaler Johann Andreas Wolff und seine Gemälde in Andechs 49 Peter Döbbeler über seine ehrenamtliche Tätigkeit im ­Haneberghaus 50 Frater Emmanuel Rotter erhält Ehrenmedaille der Stadt München

4

Wir trauern um Altabt Odilo Lechner

40

K LO S T E R B R AU E R E I 52 Neue Drucktanks für die Klosterbrauerei 54 Klosterbrauerei besteht auch 2017 erfolgreich das EMAS Öko-Audit

G A S T L I C H K E I T 56 10 Jahre Andechser Winterbier

V E R A N S TA LT U N G E N 58 Colloquium Benedictinum 60 Andechser Exerzitien für Manager 62 Tage für junge Männer auf dem Hl. Berg

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PRESSE

150. Todestag König Ludwigs I.

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Aktuelles aus den Wirtschaftsbetrieben

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kirche und klos ter

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Weite des Herzens Zum Gedenken an Altabt Odilo Lechner (1931 – 2017)

Mit Odilo Lechner, dem Altabt von St. Bonifaz in München und Andechs, ist einer der bekanntesten Benediktiner Bayerns heimgegangen. Abt Johannes Eckert würdigt seinen Vorgänger, dessen seelsorg­ liches und schrift­stellerisches Wirken sehr viele Menschen in der Stadt München und weit darüber hinaus erreicht und bereichert hat.

D

ilatato corde – mit weitem Herzen« gemäß seinem äbtlichen Wahl­

spruch hat Abt Odilo Lechner fast

vierzig Jahre lang unsere klösterliche

Gemeinschaft geleitet und vielfältig Ver­

antwortung in Kirche und Gesellschaft

Die letzten Kriegsjahre verbrachte die

Familie Lechner in Oberpfaffenhofen bei

Weßling. Von hier besuchte sie häufig die nahe Wallfahrtskirche von Andechs, so dass Abt Odilo nicht nur München als

seine Heimatstadt von Kindesbeinen an

übernommen, so dass sein Tod am

vertraut war, sondern ihm schon in jun­

ßer Trauer erfüllte.

Herz gewachsen war. 1946 führte der Weg

3. November 2017 viele Menschen mit gro­ Am 25. Januar 1931 erblickte er in

­München das Licht der Welt. Seine Eltern

Max und Berta Lechner, geb. Eitzenberger,

gen Jahren auch das Fünfseenland ans

von Hans Helmut Lechner schließlich an das St.-Michaels-Gymnasium der Bene­ diktinerabtei Metten, wo er 1949 erfolg­

gaben ihrem einzigen Kind die Namen

reich das Abitur ablegte. Gerne erzählte

kind, wie er immer wieder beteuerte, das

ihn unbeschwerte Jahre, in denen ihm

Hans Helmut Maria. Er war ein Sonntags­

er Anekdoten aus dieser Zeit. Es waren für

in seinem Elternhaus eine umsorgte Kind­

»das benediktinische Mönchtum vertraut

Gebele-Volksschule wechselte Hans Hel­

nahmegesuch an Abt Hugo Lang schreibt.

heit erleben durfte. Nach dem Besuch der

und lieb wurde«, wie er in seinem Auf­

mut auf das Münchener Wilhelmsgymna­

Nach dem Abitur folgten vier Semester

die der heranwachsende Jugendliche in

neten Münchener Universität. Nicht nur

chen Freiraum christlicher Glaube und

es dem begabten Studenten angetan,

sium. Inmitten der Jahre der NS-Diktatur, seiner Schulzeit erlebte, erfuhr er, wel­

kirchliches Leben mit sich brachten. Viele Geschichten konnte er erzählen, wie die

eines freien Studiums an der wiedereröff­ die Theologie und die Philosophie hatten sondern auch Geschichts-, Theater- und

Kunstwissenschaften sowie Germa­nistik.

Schüler durch linientreue Lehrkräfte oder

Er konnte Romano Guardini hören sowie

wurden.

Wenzl und den Psychologen ­Philipp Lersch.

Klassenkameraden in Konflikte geführt

»Zum Tod von unserem verehrten Altabt Odilo Ihnen und Ihren Mitbrüdern meine tief empfundene Anteilnahme.«

Herzog Franz von Bayern

die Philosophen Alois Dempf und Aloys

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Als junger Mönch mit Abt Hugo Lang 1955

Abt Odilo als junger Mann (o. J.)

Freilich wusste Hans Helmut Lechner,

22. Oktober 1956 band sich fr. Odilo mit der

P. Benedikt Busch aus Metten, der selbst

Kloster. Im selben Jahr sollte er durch den

dung treffen musste. Auf Anraten von

in Innsbruck bei den Jesuiten studiert

Lechner ins dortige Canisianum ein. Hier

Kardinal Joseph Wendel in St. Bonifaz

diktiner zu werden.

predigt am Stephanstag hielt dem Neu­

Eintritt in die Abtei St. Bonifaz 1952

daran gezeigt hat, dass er an ihren Veranstaltungen teilgenommen hat, solange und soweit seine Kräfte dies zuließen.«

Werner Hans Böhm · Vorsitzender

des Vereins der Freunde der Benediktinerabtei

Silbernen Priesterjubiläum 1981 von Abt

zu stellen, führte den hochbegabten

Wissenschaftler und Seelsorger

5. November 1952 von Abt Hugo Lang ein­

Kaplan in der Großstadtseelsorge folgten

Nach vier Jahren Einsatz als Katechet und

gekleidet wurde. In seinem Aufnahme­

für P. Odilo wiederum Studienjahre in

dass meine liebe Heimat eine bavaria

Jahrzehnte hinweg eng verbunden

priester P. Karl Rahner SJ, der ebenso beim

jungen Mann nach St. Bonifaz, wo er am

gesuch schreibt der damals 21jährige:

geblieben, was sich unter anderem

zum Priester geweiht werden. Die Primiz­

Odilo predigte.

»Auch möchte ich ein wenig beitragen,

zu Dankbarkeit, hat Abt Odilo

und schließlich am 21. Dezember 1956 von

Eine große Sehnsucht, sein Leben ganz

in den Dienst Gottes und für die Menschen

sie doch ›erfunden‹ und ist ihnen über

damaligen Würzburger Bischof Julius

Döpfner die Diakonenweihe empfangen

reifte schließlich der Entschluss, Bene­

besonderen Anlass zu Trauer wie

Feierlichen Profess für immer an unser

hatte und davon seinem ehemaligen

Schüler vorschwärmte, zog Hans Helmut

»Die Freunde von St. Bonifaz haben

Maximilians-Universität München. Am

dass er für sich eine berufliche Entschei­

benedictina und damit benedicta bleibe.«

Salzburg und Würzburg, wo der junge

Wissenschaftler 1963 mit einer Arbeit über »Idee und Zeit in der Metaphysik Augus­

tins« bei Professor Rudolf Berlinger zum

Dieser Wunsch sollte auf reiche Weise

Doktor der Philosophie promoviert wurde.

lung gehen. Nach dem Noviziat erhielt

als Sekretär des Philosophischen Insti­

in seinem langen Ordensleben in Erfül­ er bei der zeitlichen Profess am 7. Novem­

ber 1953 von Abt Hugo den Ordensnamen

Schon ab 1962 wirkte P. Odilo in Salzburg

tuts unter P. Prof. Viktor Warnach OSB

und war Mitarbeiter am Internationalen

Odilo und damit einen der bedeutenden

Forschungszentrum für Grundfragen

ten erneut Studienjahre an der Ludwig-­

junge Geistliche als Spiritual am Kolleg

Reform­äbte von Cluny als Patron. Es folg­

der Wissenschaften. Zugleich wirkte der


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Pfarrausflug von St. Bonifaz nach Andechs 1953, rechts von Abt Odilo der damalige Chordirektor Brem

Als Diakon (2. v. r.)

St. Benedikt. Aufgrund seiner sensiblen discretio wurde er von den jungen stu­

dierenden Mönchen hochgeschätzt, wie

heute noch – freilich inzwischen in die

Jahre gekommen – seine ehemaligen Stu­ denten aus jener Zeit beteuern.

Wahl zum Abt 1964 Eigentlich wollte P. Odilo seine wissen­­ schaftliche Laufbahn in Salzburg fort­

setzen, aber 1964 erhielt sein Leben eine

neue Richtung, als am 14. Juli seine Mit­

brüder den damals 33jährigen zum 7. Abt

von St. Bonifaz wählten. Mit seinem ihm eigenen Humor meinte er später, dass

die Wahl nur deswegen auf ihn gefallen

sei, weil er nie zu Hause gelebt hätte und

daher die Mitbrüder einem völlig Unbe­

kannten ihr Vertrauen geschenkt hätten, »Mit seinem »weiten Herzen« hat er unser Land reich beschenkt. Sein soziales Engagement war ebenso beispielhaft wie seine einfühlsame Tätigkeit als Seelsorger. Er hat uns mit seinen Schriften und Predigten in turbulenten Zeiten Halt und Orientierung vermittelt. Er hat Gott gedient, indem er sich der Menschen in ihrer Sorge und Not angenommen hat. Das wird in Bayern unvergessen bleiben!«

Dr. Marcel Huber · Leiter der Bayerischen Staatskanzlei

Abtweihe durch den Münchner Erzbischof Julius Kardinal Döpfner am 8. September 1964 in St. Bonifaz

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Silbernes Priesterjubiläum am 23. Dezember 1981 mit Prof. Karl Rahner SJ, dem Primiz­ prediger, Abt Bernhard Lambert von Scheyern, und Abt Gregor Zasche von Schäftlarn (von links nach rechts) unwissend, auf was sie sich einlassen

würden. Dass es eine sehr gute Wahl

war, sollte sich in seinem langen und

segensreichen äbtlichen Dienst nicht nur

für St. Bonifaz und Andechs bewahrhei­

ten. Die Abtweihe erteilte ihm am Fest

Maria Geburt, dem 8. September 1964,

Kardinal Julius Döpfner. Es war die erste

Eucharistie­feier, die nach der liturgischen Erneuerung des Zweiten Vatikanischen

Konzils in der Erzdiözese München und

Freising in Konzelebration gefeiert wurde.

Bis zum Tode von Abt Hugo Lang 1967

wirkte Abt Odilo als dessen Koadjutor.

Äußerer Wiederaufbau und innere Neuausrichtung Eine der ersten und größten Herausfor­

Mit August Everding im November 1988

derungen seiner Amtszeit war zunächst

der äußere Wiederaufbau von St. Bonifaz, denn Kloster und Basilika glichen nach »Aus tiefsten Glauben begegnete er den Menschen stets mit einer besonderen Warmherzigkeit und hohem Respekt – das galt auch für Menschen mit einer anderen Religion. So erinnere ich mich dankbar an die Begegnungen, die ich mit Altabt Odilo Lechner sel. A. erleben durfte. Sie waren geprägt von seinem besonderen Verständnis für die Geschwisterlichkeit unserer Religionen und einer großen Herzlichkeit.«

Charlotte Knobloch · Präsidentin der

Israeliti­schen Kultusgemeinde ­München und Oberbayern

dem Ende des Zweiten Weltkrieges einem

Ruinen- und Trümmerfeld. In den 70er

Jahren entstand nach vielen Entwürfen

und Diskussionen anstelle des zerstörten

Langhauses der neoromanischen Basi­

lika das »Zentrum Sankt Bonifaz«. Dem

Bildungsauftrag des Zweiten Vatikani­

schen Konzils gab Abt Odilo hier mit den

Veranstaltungen rund um das bis heute

stattfindende Colloquium Benedictinum


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Mit Bischof Viktor Joseph Dammertz OSB von Augsburg und der Künstlerin Christine Stadler in der Andechser Versöhnungskapelle (um 1993)

Verkündiger der Frohen Botschaft

ganz konkrete Gestalt. Viele prominente

Wissenschaftler und Künstler waren in

St. Bonifaz zu Gast. Im »Zentrum Sankt

Bonifaz« fanden Gruppen der Pfarrge­ meinde und unterschiedliche Gottes­

dienst-Gemeinden eine Heimat. Nach

mehreren Bauphasen konnte Mitte der

wurde. Auch wenn Abt Odilo nicht direkt auf das operative Tagesgeschäft Einfluss

nahm, so tragen doch einige Ideen seine

Handschrift; so regte er beispielsweise

Anfang der 1990er Jahre an, in Andechs auch ein Weißbier zu brauen.

Ebenso widmete sich Abt Odilo der

1970er Jahre die Umgestaltung der Basilika

Entwicklung der kulturellen Perspekti­

schlossen werden. Hier nahm Abt Odilo

dessen letzten Lebensmonaten kennen

zu einem Zentralbau im Innern abge­

wesentlichen Einfluss auf die Form des

Innenraums, um – gemäß dem Verständ­

ven in Andechs. 1981 lernte er Carl Orff in und ermöglichte schließlich, dass Orff

nach seinem Tod 1982 in der Schmerzhaf­

nis des Konzils – den Charakter der Litur­

ten Kapelle der Andechser Wallfahrtskir­

Gottes zu unterstreichen.

Jahre unterstützte er die Gründung des

gie als Feier der Gemeinschaft des Volkes

Tiefe Verbundenheit mit Andechs Auch in Andechs setzte Abt Odilo rich­ tungsweisende Akzente. Vor allem im

Sommer verbrachte er mehrere Wochen

auf dem Heiligen Berg. Er rief die Jugend­

wochen ins Leben, bei denen junge Män­

ner eine Woche am klösterlichen Leben in

che beigesetzt wurde. Mitte der 1980er

Freundeskreises Kloster Andechs, der

seither mit seinen vielfältigen kulturellen

Angeboten aus Andechs nicht wegzuden­ ken ist.

Sorge für Menschen ohne Obdach Seit Anfang der 1990er Jahre förderte Abt

Odilo in München das Engagement einiger

»Abt Odilo hat wahrhaft im Glauben und in der Treue im Guten unter der Führung des Evangeliums gelebt und hat daran nicht nur die klösterliche Gemeinschaft von Sankt Bonifaz

Andechs teilnehmen können.

Mitbrüder, die sich intensiv um Menschen

lichen Wirtschaftsbetriebe war für Abt

Dienste, wie ärztliche Behandlung, Pflege,

Erzbistum und in unserer Gesellschaft

Hier sei nur der komplette Neubau der

zu bündeln, wurden 1995 erste Planungen

Gottsuche zu gehen. Die Erzdiözese

Die nachhaltige Förderung der klöster­

Odilo gleichfalls ein großes Anliegen.

ohne Obdach kümmerten. Um mehrere

Essensausgabe und Duschmöglichkeiten

Andechser Klosterbrauerei zwischen 1972

für einen Neubau in Angriff genommen,

gen ­Cellerar P. Daniel Gerritzen realisiert

eröffnet werden konnte.

und 1983 erwähnt, der durch den damali­

der schließlich 2001 als Haneberg-Haus

teilhaben lassen, sondern weit darüber hinaus auch Menschen in unserem inspiriert, den eigenen Weg der verliert mit Abt emeritus Odilo Lechner einen großen geistlichen Führer und Ratgeber. Wir sind dankbar, dass wir ihn erleben durften und er uns in der Erzdiözese Weggefährte war.«

Reinhard Kardinal Marx · Erzbischof von München und Freising

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Vor dem Neubau der Klosterbrauerei Andechs mit Landrat Rudolf Widmann und Pater Daniel Gerritzen (vor 1984)

Engagement für Bayerns Benediktiner Aber auch über das eigene Kloster hinaus

übernahm Abt Odilo in vielfältiger Weise

Verantwortung und prägte das benedik­ tinische Leben in Bayern und im deut­

an den Konzilsbeschlüssen am Herzen

lag. Darüber hinaus war er von 1972 bis

1982 Vorsitzender der Salzburger Äbte­

konferenz. In diesen zehn Jahren wurden, ebenfalls im Anschluss an das Konzil, die

schen Sprachraum mit. Über ein halbes

liturgischen Bücher zur Feier des Stunden­

schen Benediktinerakademie. Von 1972

konferenz völlig neu bearbeitet.

als Abtpräses der Bayerischen Benedik­

diözese München und Freising, hier sei

Jahrhundert war er Mitglied der Bayeri­ bis 1978 und von 1984 bis 1993 diente er

gebetes unter der Verantwortung der Äbte­ In verschiedenen Gremien der Erz­

tinerkongregation. In dieser Zeit wurden

nur seine Mitgliedschaft im Priesterrat

der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen

in einer Zeit Gewicht, in der die Kirche

die Satzungen der Kongregation auf Basis

Konzils neu gefasst. In seinem Vorwort zur Neuausgabe unterstrich Abt Odilo,

wie sehr ihm diese Neuausrichtung

genannt, hatte Abt Odilos Rat besonders

vor Ort durch Abbrüche und Umbrüche gekennzeichnet ist.

Verantwortung für Kirche und Gesellschaft Weit über den Binnen­bereich der Kirche

»Ich durfte Herrn Abt Odilo als Bürgermeister und Landrat kennen und schätzen lernen. Es waren stets von Vertrauen und Offenheit geprägte Gespräche, die die enge Verbindung zwischen Kloster, Gemeinde und Landkreis betrafen.«

Karl Roth · Landrat des Landkreises Starnberg

hinaus reichte sein breites gesellschaftli­

ches Engagement, so zum Beispiel im All­

gemeinen Rat der Katholischen Akademie

in Bayern, im Direktorium der Salzburger Hochschulwochen, im Kuratorium der


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Mit Bischof Bernhard Huhn von Görlitz und Kardinal Georg Sterzinsky von Berlin am 11. Oktober 1993 in Andechs anlässlich des Hedwigs­jubiläums Mit dem Münchner Erzbischof Friedrich Kardinal Wetter 1996 in Andechs

Münchner Volkshochschule, bis 2015 als

langjähriger Vorsitzender des Vereins der

ßen Erfahrungsschatz der Benediktsregel

mit ihrem Maß und ihrer inneren Weite

Freunde der Abtei Dormitio in Jerusalem

vor Augen gehabt. Mit seinem hintergrün­

Freunde des Internationalen Forschungs­

Menschen geöffnet. Sein unermüdliches

diert hatte.

diensten wie Taufen, Hochzeiten, Firmun­

und bis 2014 als Obmann des Vereins der zentrums in Salzburg, wo er selbst stu­

Ehrungen und Auszeichnungen Viele Auszeichnungen erhielt Abt Odilo

im Laufe seines Lebens: den Bayerischen

Verdienstorden (1975), die Medaille »In

Honorem Fautoris« in Gold der Münch­

digen Humor hat er die Herzen vieler

seelsorgerliches Engagement bei Gottes­

gen, Beerdigungen etc. führte zu vielen eindrücklichen Begegnungen. Für viele

Menschen war Abt Odilo weit mehr als ein wertvoller Gesprächspartner geworden,

sondern ein Lebensbegleiter und Rat­geber,

letztlich ein glaubwürdiger Zeuge des

ner Volkshochschule (1984), das Bundes­

Evangeliums mit weitem Herzen. Dabei

taler (1995). Im November 2003 wurde

und dankbare Mitbruder, der auch in den

verdienstkreuz (1989) und den Poeten­ er durch die Katholisch-Theologische

Fakultät der Ludwigs-Maximilians-Uni­ versität München zum Doktor der Theo­ logie ehrenhalber promoviert, worüber

blieb Abt Odilo immer der bescheidene

unsere Gemeinschaft bereicherte.

Obdachlosen in der Millionenstadt war

In den frühen Morgenstunden des

um Umwelt und Gesundheit geehrt.

mittag des 9. November 2017 in der Krypta

St. Bonifaz verstorben, wo wir ihn am Vor­

beigesetzt haben. Die überaus große

Ratgeber, Seelsorger, Zeuge der Frohen Botschaft

Anteilnahme am Requiem, das wir am

Abt Odilo hat in seinem weitgespann­

Liebfrauendom feiern konnten, zeigte uns

ten – auch schriftstellerischen – Wirken

zur Welt. Er wendete sich vor allem jenen Menschen zu, die vom Schmerz geprüft und von der Not schwer beladen

mit seinem Humor und seinem Charme

3. November 2017 ist unser Altabt in

als Mönch und Priester immer den gro­

ihm die Öffnung der Klostermauern

letzten Jahren der schweren Erkrankung

er sich sehr freute. 2005 wurde er mit der

Bayerischen Staatsmedaille für Verdienste

»Seine Stärke im Glauben ermöglichte

Nachmittag desselben Tages im Münchner

.

nochmals, wie beliebt und geschätzt Abt Odilo war. 

sind. Die Fürsorge für die Armen und ihm ebenso ein besonderes Anliegen wie die Fürsorge für die Jugend. Menschen, die Halt und Orientierung suchten, die Zweifel am Sinn ihres Daseins oder an der Wahrheit des Glaubens hatten, nahm er fürsorglich bei der Hand, spendete ihnen Trost und gab ihnen wertvolle Hilfen. In ihm verliert nicht nur das benediktinische Mönchtum einen großen Gestalter, sondern unser ganzes Land einen geliebten und geschätzten religiösen Lehrer und väterlichen Freund.«

Horst Seehofer · Bayerischer Ministerpräsident

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Begegnungen mit Abt Odilo

Der Konvent von St. Bonifaz 2015 nach der Wiederwahl von Abt Johannes (rechts von Abt Johannes Abt Barnabas Bögle von Ettal als Präses der Bayerischen Benediktiner­ kongregation)

Mit dem Konvent in Andechs im Frühsommer 1980


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Als junger Abt

Mit dem evangelischen Landes­bischof Hermann von Loewenich bei der Verleihung des Romano-­Guardini-Preises an Prof. Hans Maier am 7. Mai 1999

Mit Abt Johannes (2009)

»Mit dem Tode von Altabt Odilo Lechner verliert unsere Gesellschaft eine Stimme, die sich mit schier unerschöpflicher Liebe zu den Menschen und mit weitem Herzen für eine bessere Welt, für Gemeinsinn und gelebte Nächstenliebe eingesetzt hat. Diese Stimme wird uns allen fehlen.«

Generationen von Jugendlichen wurden von Altabt Odilo gefirmt

Barbara Stamm · Präsidentin des Bayerischen Landtages

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In der Bibliothek von St. Bonifaz

»Die Ungarische Benediktinerkongregation ist dem Altabt Odilo und seinen Mitarbeitern, u. a. Br. Fulbert und Euch allen besonders dankbar für die vielartige Hilfe und Unterstützung in der schwierigen Zeit des Kommunismus. Ich erinnere mich gern an die Besuche bei Euch im Kloster, an die Äbtekongresse, wo ich auch Altabt Odilo getroffen habe oder seine Gastfreundlichkeit und Großzügigkeit erleben, erfahren durfte. Er lebte beispielhaft mit offenem Herzen uns allen gegenüber.«

Asztrik Várszegi · Erzabt der Abtei ­Pannonhalma in Budapest

Mit Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler


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Abt Odilo bei der Grundsteinlegung der Kirche St. Hedwig in Speyer am 18. November 1973 (Foto: Hans Stoltz)

Beim Wandern in den Bergen

Ausflug des Freundeskreises von St. Bonifaz am 12. Oktober 2011: Abt Odilo und Abt Johannes – Werner-Hans Böhm, Vorsitzender, und Abt Theodor Hausmann von St. Stephan.

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Beim 70. Geburtstag am 25. Januar 2001 in Tutzing am Starnberger See

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In Tabgha am See Genesareth 1994

»Er war ein Goldstück nicht nur Eurer Gemeinschaft, sondern für viele Menschen. Möge ihm der Herr nun die Erfüllung schenken, auf die er immer gehofft hat.«

Notker Wolf · ermeritierter Abtprimas der Benediktinerkoföderation


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»Abt Odilo und ich haben uns über Jahrzehnte hin in wachsender Verbundenheit in unserem Leben begleitet. Das begann schon mit der merkwürdigen Übereinstimmung, dass ich mein Amt als Oberbürgermeister im Jahre 1960 im Alter von 34 Jahren angetreten habe und er das seine als Abt im Jahre 1964 mit 33 Jahren antrat. Das war damals ungewöhnlich und auch deshalb das erste Ereignis, über das wir uns persönlich austauschten. Dem sind Hunderte von Begegnungen und Gesprächen gefolgt, bei denen es meist um ernsthafte Fragen ging. Vor allem bei religiösen und bei sozialen Themen war dabei seine Meinung für mich wichtig. Nun hat unsere Weggemeinschaft ein Ende gefunden. Aber in meiner Erinnerung wird er fortleben. Und dieses Gedenken schließt auch die Erinnerung an die beispielhaften Leistungen ein, die er im Laufe seines Lebens für seine Mitmenschen erbracht hat. Der Herrgott wird es ihm danken! Möge er in Frieden ruhen!«

Dr. Hans-Jochen Vogel Altoberbürgermeister der Stadt München

Beim Benediktsfest am 11. Juli 1988

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»Unsere Trauer vereint uns« Requiem und Beisetzung am 9. November Zum Beginn des Requiems für Altabt Odilo im Münchner Liebfrauendom wandte sich Abt Johannes an die weit über 1.000 Menschen, die sich zum Trauergottesdienst versammelt hatten.

»Auch möchte ich ein wenig beitragen, dass meine liebe Heimat eine bavaria

benedictina und damit benedicta bleibe.« Ein benediktinisches Bayern und

damit ein gesegnetes Land. In seinem

langen Ordensleben hat Abt Odilo mit all seinen Kräften sich diesem Wunsch ver­

schrieben. Für lange Zeit war er Vorsitzen­

der der deutschsprachigen Äbtekonferenz

und Präses unserer bayerischen Benedik­

tinerkongregation. So sind wir dankbar, dass seine Nachfolger in diesen beiden

Diensten, Abt Theodor Hausmann von

Augsburg und unserer Abtpräses Barnabas Bögle von Ettal, mit uns diesen Gottes­

I

»

n dieser Stunde ist das Herz uns schwer, dabei ergeht es uns Mönchen nicht

anders als Ihnen allen, die Sie heute in

den Dom gekommen sind: Unsere Trauer

vereint uns.

Mit weitem Herzen hat unser Abt

Odilo fast 40 Jahre lang unsere klöster­

Unser besonderer Dank gilt Ihnen,

in unsere Krypta überführt und dort bei­

Predigt trösten werden, vielen Dank Ihnen

licher Einschnitt für unsere Gemeinschaft

im Liebfrauendom zu Gast sein können,

weiter in Sankt Bonifaz und Andechs wir­

das Requiem feiern und uns im Wort der

und dem Herrn Domdekan, dass wir heute

hätte doch – wie man sieht – die große

Anteilnahme am Tod von unserem Abt

in München und Andechs geprägt, jeden

Sankt Bonifaz gesprengt.

einzel­nen von uns.

Mit weitem Herzen ist unser Abt Odilo

so vielen Menschen begegnet und daher

sind wir Ihnen allen in dieser Stunde der

Trauer und des Abschieds sehr dankbar,

Odilo die räumlichen Möglichkeiten von Wir danken Ihnen, Herr Kardinal

­Wetter, der Sie als unser Erzbischof so

lange zusammen mit Abt Odilo in Stadt und Land gewirkt haben, für all ihr

Wohlwollen und ihre freundschaftliche

dass Sie heute mit uns das Requiem für

Verbun­denheit.

für alle Anteilnahme, haben Sie Dank

faz eingetreten – am 5. November vor

die Sie uns in den vergangenen Tagen

seinem Aufnahmegesuch an Abt Hugo

unseren Abt Odilo feiern. Haben Sie Dank

für die vielen Zeichen der Verbundenheit, geschenkt haben: Sie sind uns ein großer

Trost!

Wir haben heute Vormittag Abt Odilo

lieber Herr Kardinal, dass Sie mit uns

liche Gemeinschaft geleitet und hat

damit maßgeblich unsere beiden Klöster

dienst feiern.

Vor 65 Jahren ist Abt Odilo in St. Boni­

gesetzt. Auch wenn sein Tod ein schmerz­

ist, wollen wir auf diesem Fundament

ken. Die Grabnische ist noch offen, so dass Sie im Anschluss an das Requiem die Mög­

lichkeit haben, in der Krypta von Sankt

Bonifaz persönlich von Abt Odilo Abschied zu nehmen.

Auf dem Sterbebildchen für Abt Odilo

ist die Jakobsleiter abgebildet – Ausdruck dafür, dass der Himmel offensteht und

dass sich diese Verheißung des alten Bun­

des in Jesus Christus erfüllt, wie wir im

Evangelium hören werden.

In diesem Glauben hat uns Abt Odilo

65 Jahren wurde er eingekleidet. In

immer wieder bestärkt, aus ihm hat er

Lang und den damaligen Konvent schreibt

trauen wollen wir diesen Gottesdienst nun

der damals 21jährige Eintrittskandidat:

gelebt und gewirkt, und in diesem Ver­

.

miteinander feiern.« 


bergecho 3 ¡ 2017

kirche und klos ter

Friedrich Kardinal Wetter und Abt Johannes Unten: Blick ins Langhaus des Domes

19 


20

kirche und klos ter

bergecho 3 · 2017

Jakobsleiter (Peter Burkart, Basilika St. Bonifaz)

Gedanken von Abt Odilo Lechner zur ­Jakobsleiter »Im Dunkel der Nacht, im scheinbar

das Herabsinken des goldenen Himmels, das Aufsteigen in die immer hellere

Ferne, die lebendige Beziehung. Diese

unendlichen Abstand von Himmel und

Verbindung ist nicht Werk des Menschen,

Ungewissheit der Zukunft suchen wir

des sich schenkenden Gottes mitten in der

Erde, in der Verlorenheit des Alls, in der nach Orientierung und Halt. Sie wird uns gegeben im Bild der Leiter, die Erde und

Himmel verbindet. Halt gibt also nicht

sondern Huld und Gnade. Die Gegenwart

vergehenden Zeit, der verheißene Segen

für alle Geschlechter wird in Fülle da sein durch den, der zu Natanael sagen wird:

eine feste Einrichtung, eine starre Absi­

»Ihr werdet den Himmel geöffnet und die

schweben der Engel, das Spiel der Farben,

über dem Menschensohn.« (Joh 1,51) 

cherung, sondern das Auf- und Nieder­

.

Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen


bergecho 3 · 2017

kirche und klos ter

Konvent von St. Bonifaz und Geistlichkeit im Chorraum des Domes

1. Lesung aus dem Buch Genesis im 28. Kapitel beim Requiem für Abt Odilo am 9. November im Münchner Liebfrauendom

Abordnungen der Andechser Vereine

Jakob in Bet-El Jakob zog aus Beerscheba weg und ging

nach Haran. Er kam an einen bestimm­

ten Ort und übernachtete dort, denn die

sprochen habe.

Jakob erwachte aus seinem Schlaf und

sagte: Wirklich, der HERR ist an diesem

Ort und ich wusste es nicht. Er fürchtete

unter seinen Kopf und schlief dort ein. Da

ist doch dieser Ort! Er ist nichts anderes als

hatte er einen Traum: Siehe, eine Treppe

stand auf der Erde, ihre Spitze reichte bis

zum Himmel. Und siehe: Auf ihr stiegen

Engel Gottes auf und nieder.

Und siehe, der HERR stand vor ihm

und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott

Isaaks. Das Land, auf dem du liegst, will

ich dir und deinen Nachkommen geben. Deine Nachkommen werden zahl­

reich sein wie der Staub auf der Erde. Du

wirst dich nach Westen und Osten, nach

Norden und Süden ausbreiten und durch

dich und deine Nachkommen werden alle

Sippen der Erde Segen erlangen. Siehe,

ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin

du auch gehst, und bringe dich zurück in dieses Land. Denn ich verlasse dich

Evangelium zum Requiem für Abt Odilo am 9. November im Münchner Liebfrauendom

nicht, bis ich vollbringe, was ich dir ver­

Sonne war untergegangen. Er nahm einen

von den Steinen dieses Ortes, legte ihn



21 

Die Berufung der ersten Jünger Philippus war aus Betsaida, der Stadt

des Andreas und Petrus. Philippus traf

Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben

den gefunden, über den Mose im Gesetz

und auch die Propheten geschrieben

sich und sagte: Wie Ehrfurcht gebietend

das Haus Gottes und das Tor des Himmels. Jakob stand früh am Morgen auf,

nahm den Stein, den er unter seinen Kopf gelegt hatte, stellte ihn als Steinmal auf

und goss Öl darauf. Dann gab er dem Ort den Namen Bet-El-Haus Gottes. Früher

hieß die Stadt Lus. Jakob machte das

Gelübde: Wenn Gott mit mir ist und mich

auf diesem Weg, den ich gehe, behütet,

wenn er mir Brot zum Essen und Kleider

zum Anziehen gibt, wenn ich wohlbehal­

ten heimkehre in das Haus meines Vaters, dann wird der HERR für mich Gott sein

und dieser Stein, den ich als Steinmal auf­

gestellt habe, soll ein Gotteshaus werden.

.

Von allem, was du mir gibst, will ich dir gewiss den zehnten Teil geben. 

Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief,

habe ich dich unter dem Feigenbaum gese­ hen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du

bist der Sohn Gottes, du bist der König von

Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst,

haben: Jesus, den Sohn Josefs, aus Naza­

weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem

Nazaret etwas Gutes kommen? Philippus

als dieses sehen. Und er sprach zu ihm:

ret. Da sagte Natanaël zu ihm: Kann aus

Feigenbaum sah; du wirst noch Größeres

sagte zu ihm: Komm und sieh! Jesus sah

Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet

über ihn: Sieh, ein echter Israelit, an dem

auf- und niedersteigen sehen über dem

Natanaël auf sich zukommen und sagte kein Falsch ist. Natanaël sagte zu ihm:

den Himmel geöffnet und die Engel Gottes

.

Menschensohn. 


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kirche und klos ter

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Blick in den Chorraum des Münchner Domes Rechte Seite: Kardinal Marx bei der Predigt Dr. Hans-Jochen Vogel, Herzogin Elisabeth in Bayern, Herzog Max in Bayern, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, Herzog Franz von Bayern, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle


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kirche und klos ter

»Zeuge der Menschen­ freundlichkeit Gottes« Predigt von Kardinal Marx beim Requiem

23 

Mit Menschen in Berührung kommen, die anders denken, Ideen haben und künstlerisch gestalten Marx betonte, dass Abt Odilo »an die Rän­

der« gegangen sei, wie Papst Franziskus es

ausdrücke: »Die Arbeit von St. Bonifaz mit

den Obdachlosen, mit denen, die am Rand sind – welch ein wunderbares großartiges

Zeugnis mitten in dieser Stadt!« Abt Odilo

Kardinal Reinhard Marx hat den verstorbenen Altabt Odilo L­ echner OSB am Donnerstag, 9. November, beim Requiem im Münchner Liebfrauen­dom als »Zeugen der Menschenfreundlichkeit Gottes« gewürdigt. In seiner Predigt im vollbesetzten Dom hob der Erzbischof von München und Freising hervor, dass das Lebenszeugnis des Altabts der Münchner Benediktinerabtei St. Bonifaz und des Klosters Andechs Ermutigung und Wegweisung über den Tod hinaus sei.

habe die Kirche aufgerufen, eine inklusive

Pastoral zu pflegen, nicht auszuschließen und nicht in der Mitte stehen zu bleiben,

sondern an den Rand zu gehen. Abt Odilo

sei ein neugieriger Mensch und ein Philo­ soph gewesen, »einer, der wissen wollte,

erkennen wollte und mit Menschen in

Berührung kommen wollte, die anders

denken, die neu denken, die Ideen haben,

die künstlerisch gestalten«, so Marx. »Wie

arm wäre eine Kirche, wie arm wären wir,

B

ei vielfältigen Begegnungen mit

Dem Hl. Benedikt folgen und Bayern benediktinisch prägen

Jahren, so Kardinal Marx, sei ihm

»Wie sehr dürfen wir hoffen und beten,

Abt Odilo in den vergangenen zehn

klar gewesen: »Hier ist wirklich ein Zeuge des lebendigen Gottes unter uns, ein

dass er auch in der Zukunft Wegbegleiter

für Euch Benediktiner und Benedikti­

wenn wir uns in uns verschließen, wenn

wir nicht mehr sehnsüchtig Ausblick hal­

ten nach den Möglichkeiten Gottes«, sagte der Erzbischof. Kunst und Kultur seien für

Leben und Glauben der Menschen wichtig.

Auch das sei ein Zeugnis Abt Odilos.

Zeuge der Menschenfreundlichkeit Gottes,

nerinnen sein wird«, so Marx zu den

im Tiefsten heiter und gelassen, voller

deutlich gemacht, was es heiße, dem

Kardinal Marx würdigte zudem die

benediktinisch zu prägen, nämlich »ein

benen Altabtes. Er habe einen suchenden

der Zuwendung Gottes zu den Menschen:

Ordensangehörigen im Dom. Odilo habe

Hoffnung.« Es gelte bei der Feier des Ab­

Heiligen Benedikt zu folgen und Bayern

»als Anruf für uns jetzt bedeutet, als Glau­

Menschenfreund zu sein und ein Gottes­

Geschenk Gottes für die ganze Welt. Bei

fügte den innigen Wunsch hinzu, »dass

schieds zu entdecken, was dieser Mensch

bensermutigung«. Jeder Mensch sei ein

Abt Odilo sei dies in besonderer Weise

spürbar gewesen. Dies drücke sich auch in

Odilos Wahlspruch aus: »Dilatato corde –

Mit weitem Herzen«. Abt Odilo sei durch und durch Benediktiner gewesen.

Ein suchender Glaube theolo­g ische Blickrichtung des verstor­

Glauben gehabt, »nicht einen, der sich im

freund«, hob der Kardinal hervor und

Besitz der Wahrheit weiß und den Glau­

die benediktinischen Klöster viele junge

verteidigen muss, sondern als einen Weg,

Weg neu öffnen«.

Geheimnisse Gottes hinein«. 

Menschen anziehen, die sich auch diesem

ben versteht als eine Zitadelle, die man

.

als eine Suchbewegung in die größeren

Quelle: Pressestelle des Erbischöf lichen Ordinariates

München und Freising


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kirche und klos ter

bergecho 3 · 2017

Abschied von Abt Odilo

Aufbahrung von Abt Odilo in St. Bonifaz

Das letzte Geleit für Abt Odilo zur Krypta von St. Bonifaz

Beisetzung Abt Odilos in der Krypta von St. Bonifaz, daneben die bereits vermauerte Grablege von Pater Matthias

Abt Odilo  R. I. P.


bergecho 3 · 2017

kirche und klos ter

»So tritt der Auf­

erstandene aus dem

Reich des Todes hervor als der Kommende, als der Vollender. Unsere Geschichte hat eine

Richtung, ein Ziel, den wiederkommenden Christus, der alles vereint – auf diese

Vollendung hin dürfen

wir sehnsüchtig beten, denken und arbeiten. Zugleich dürfen wir

auch alles Bruchstück­ hafte, Vergebliche,

Versagende unseres

Lebens und Wirkens

ertragen, weil Er der Voll­ender ist.« abt odilo

Christus, der Vollender – Skulptur von Friedrich Koller, 2003, im Innenhof der Benedik­tinerabtei St. Bonifaz in München

25 


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kirche und klos ter

bergecho 3 · 2017

»Aus ganzem Herzen zum Herrn hinwenden« Ideal und Wirklichkeit von Sankt Bonifaz Im Jahr 2000 feierte Sankt Bonifaz sein 150-jähriges Gründungs­ jubiläum – u. a. mit einer Ausstellung im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, zu der auch ein Katalog erschien. Abt Odilo schrieb dazu ein Kapitel über »Ideal und Wirklichkeit von St. Bonifaz«, das in seiner Klarheit und Pointiertheit auch im Rückblick von 17 Jahren als geistiges Vermächt­nis gelten kann.

D

ie Regel St. Benedikts hat ihre

Lebenskraft durch die Jahrhun­ derte gerade dadurch erhalten,

schaftlichen Aufgabe und der Pflege der

Frömmigkeit, zwischen Kirche und Welt, zwischen innen und außen, zwischen

dass sie nach einer Einheit sucht, ohne

Liberalität und Bindung.

Lebens zu ignorieren. Die »discretio«, die

Gründung von St. Bonifaz in der Frage,

die Vielheit, ja Gegensätzlichkeit des

unterscheidende, abwägende Maßhal­

tung, sucht der Spannung der Wirklich­

keit gerecht zu werden. Benedikt weiß um die Einheit aller in Christus und zugleich

Die Spannung zeigt sich schon bei der

woher der erste Abt berufen wird, aus

­Metten oder aus dem König Ludwig I. libe­ raler erscheinenden Augsburg.

Der aus Augsburg gerufene Abt Paulus

um die Eigenart jedes Einzelnen. Er

Birker sollte freilich weniger mit einer zu

nennen darf, weil allen alles gemeinsam

gen Lebensordnung Anstoß erregen und

betont, dass niemand etwas sein Eigen

ist, aber auch, dass nicht alle das Gleiche erhalten, sondern jeder das, was er

braucht. So ist es die Aufgabe des Abtes,

alles so zu ordnen, dass die Starken finden,

was sie suchen, und die Schwachen nicht abgeschreckt werden. Die Formel »quod

absit – was ferne sei« benennt immer wie­ der in der Regel die Spannung zwischen dem, was sein soll, und der konkreten

Wirklichkeit.

So können für die Geschichte von

St. Bonifaz Ideal und Wirklichkeit durch Satzungen und programmatische Ent­

würfe einerseits, durch Visitations­

berichte und Kapitelsverhandlungen

liberalen als vielmehr mit einer zu stren­

schließlich schon 1854 scheitern. Zweifels­

ohne aber hat er St. Bonifaz ein hohes

Ideal vorgegeben. Es spiegelt sich wider in den ersten Statuten von St. Bonifaz, die

eine Neuschöpfung von Abt Paulus sind.

Während die anderen wiedererrichteten

Klöster nur ihre Gewohnheiten ausbilde­

ten, aber sich sonst an die Satzungen der

alten Bayerischen Benediktinerkongrega­ tion, die von 1684 bis 1803 existierte, hiel­

ten, wollte er Statuten »aus frischem Guß« machen. In einem Schreiben an das Bay­ erische Kultusministerium vom 24. Feb­

ruar 1852 verteidigt er diesen eigenen Weg,

weil so am besten die Regel des heiligen

anderseits beleuchtet werden. Denn seit

Benedikt »auf die jetzigen Verhältnisse,

faz in einem besonderen Spannungsver­

würde. Er hatte seine Satzungen am

seiner Gründung steht die Abtei St. Boni­

Zeit- und Klosterbedürfnisse« angewandt

hältnis. Es ist die Spannung zwischen

26. Dezember 1851 durch die oberhirtliche

zwischen dem Stadtkloster und dem Land­

erhalten.

klösterlichem Leben und Stadtseelsorge, kloster Andechs, zwischen der wissen­

Stelle von München und Freising bestätigt


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kirche und klos ter

27 

3 Uhr und die Fleischabstinenz sollte auf

alle Tage ausgedehnt werden. Auch sollten einzelne Mönche die Erlaubnis erhalten, sich ganz dem beschaulichen Leben hin­

zugeben. Solche Forderungen erwiesen

sich als mit den St. Bonifaz übertragenen

Aufgaben der Seelsorge, des Schulunter­ richts und der Lehrtätigkeit nicht ver­

einbar. Beim Trauergottesdienst für Abt

Paulus am 1. Dezember 1888 sagte P. Odilo

Rottmanner über ihn: »einsichtsvoll und gewissenhaft, wie er war, stellte er sich die Frage: Was soll St. Bonifaz werden,

sein und bleiben?« Odilo Rottmanner gibt

in seinen Worten darauf Antwort: »nicht

nur eine Stätte, von der aus die Geschäfte der Seelsorge, des Unterrichts und der

Erziehung verrichtet werden, sondern

ein »Haus Gottes, das von Weisen weise

verwaltet wird«, ein geistiger Bau, ausge­ führt aus lebendigen Steinen, bestimmt zur Erbauung der Gemeinde, … eine

Quelle, aus der unaufhörlich frisches

und erfrischendes Wasser hervorströmt, so dass die Gläubigen mit Freude aus der

Heilsquelle schöpfen, … ein Licht und

Feuerherd, von dem aus nach allen Seiten Funken erleuchtend, erwärmend und

entzündend in die Welt hinaussprühen«.

Odilo Rottmanner bezeugt Abt Paulus,

er sei dem Ideal bis zum letzten Augen­

blick seines Lebens im Wesentlichen treu geblieben, auch wenn er in den Jahren

reiferer Erfahrung über manche Dinge

anders gedacht habe. Weil er an seinem

Ideal unerschütterlich festgehalten habe, resignierte er nach vier Jahren, weil er

sich nicht den Zumutungen beugen wollte,

in denen er eine unzeitige Überbürdung der noch jungen Stiftung erblicken

musste. Mit Recht habe Paulus Birker als

Hauptcharakter des heiligen Benedikts

Benediktsfigur vom Brunnen vor dem Haneberghaus in St. Bonifaz in München Sehr treffend gibt er das Ziel der klei­

nen Gemeinschaft von St. Bonifaz wieder:

»sich selbst und andere aus ganzem Her­

In einem Entwurf von 1854 beginnt das Chorgebet schon um 3 Uhr und die Fleisch­ abstinenz sollte auf alle Tage ausgedehnt werden.

und seines Ordens »Gottseligkeit und

Leutseligkeit« bezeichnet. (…)

Kloster und Seelsorge

zen zum Herrn, unserem Schöpfer hinzu­

Am 4. Oktober 1854 wurde Daniel Bonifa­

gelungen, die die Sendung von St. Bonifaz

Birker gewählt. Mit der ganzen Kraft und

wenden.« Hier ist eine Formulierung

als monastische und apostolische Gemein­ schaft treffend zusammenfasst. Freilich

tius Haneberg zum Nachfolger von Paulus

Leidenschaft seiner Persönlichkeit stellte er sich der doppelten Aufgabe klöster­

waren die aszetischen Anforderungen

lichen Lebens und rastloser Seelsorge. Er

Statuten und Entwürfen von Abt Paulus

keit, sondern ein innerlich zutiefst bejah­

1854 beginnt das Chorgebet schon um

betonte er immer wieder, wie der Konvent

ungemein hoch und wurden in neuen

noch verschärft. In einem Entwurf von

sah darin nicht nur äußere Notwendig­

tes Ideal. In seinen Kapitelansprachen


28

kirche und klos ter

bergecho 3 · 2017

Urkunden auch mit den Frauenklöstern ausgetauscht, etwa mit den Benedikti­

nerinnen von Nonnberg in Salzburg aus dem Jahre 1876. (…) In besonderer Weise

war freilich Abt Bonifaz Haneberg, auch

schon vor seiner Bischofsernennung 1872,

auf die universalen Anliegen der Kirche

ausgerichtet. Auf sein Betreiben kam 1868 eine Versammlung deutschsprachiger

Benediktineräbte in Salzburg zustande.

Auch dort kam sein altes Anliegen der

Missionstätigkeit zur Sprache, vor allem auch durch den Dialog, auch mit dem

Islam. Ein besonderes Anliegen war ihm

auch die Ausbildung des Nachwuchses

und die wissenschaftliche Fortbildung in den Klöstern. Für St. Bonifaz betonte ein

Antrag an das Generalkapitel 1885 die Not­ wendigkeit, auf eine gute humanistische

Ausbildung aufzunehmender Novizen und auf eine gediegene theologische Ausbil­ dung zu achten.

Dass sich in der ersten Hälfte des

20. Jahrhunderts unter Abt Bonifaz

Wöhrmüller und jungen, wissenschaft­ lich interessierten Mönchen wie Hugo Lang, Romuald Bauerreiß, Ludger Rid

und Willi­bald Mathäser ein reges geisti­

ges Leben im Kloster zeigte, bestätigt

der Visitationsrezess vom 2. Januar 1934:

»Möge die Freude an wissenschaftlicher

und litera­r ischer Betätigung, die unver­

drossene Arbeit im Weinberg des Herrn,

der Eifer für Chorgebet und Gottesdienst,

kurz der ganze schöne Familiengeist, den

Hl. Bonifatius (Peter Burkart, Basi­lika St. Bonifaz)

die Visitatoren wiederum vorfanden, sich

von St. Bonifaz gerade wegen seiner vielen

als Unterpfand des göttlichen Schutzes

Innerlichkeit, Gebetsgeist und Meditation

bewähren.«

Tätigkeit in besonderer Weise zu Stille,

verpflichtet sei. Schon in einer Profess­

in schwerer Zeit und künftigen Stürmen

predigt am Lichtmesstag 1852 »vom innern

Stadt und Land – Spiritualität und Ökonomie

betont er, dass Armut und eheloses Leben

In dem Spannungsfeld der beiden Häuser

den Menschen ganz frei zu machen für die

auch das Verhältnis von Kloster und seiner

und äußern Berufe des Bendiktinerordens«

für ihn darin den tiefsten Sinn hätten,

St. Bonifaz und Andechs stand immer

Bezeugung des Evangeliums. (…)

wirtschaftlichen Fundierung. Andechs

Das Einzelne und das Ganze

lage von König Ludwig I. zugestiftet, hatte

So sehr benediktinisches Leben sich im einzelnen Kloster vollzieht, so muss es

war ja gerade für die ökonomische Grund­ aber nicht zuletzt durch die Bedeutung als Wallfahrtsort, durch die Schönheit

doch sich immer dem Ganzen der Kirche

von Kirche und Landschaft und die vielen

bundenheit mit den anderen Klöstern

Gewicht. Zunächst war der landwirt­

Zusicherung des gegenseitigen Gebetes

den eigenen Kräften der zahlreich ein­

verpflichtet fühlen. Ausdruck der Ver­ sind die Gebetskonföderationen. Die

für die Verstorbenen wurde in eigenen

übernommenen Aufgaben sein eigenes

schaftliche Betrieb, vor allem wo er mit

tretenden Brüder geführt wurde, der tra­


bergecho 3 · 2017

kirche und klos ter

gende wirtschaftliche Faktor. (…) Wie sehr sich wirtschaftliches und soziales Denken

verbinden ließen, zeigte die Zustimmung

bei dem durch den im 20. Jahrhundert ein­ setzenden Rückgang gerade der Zahl der

Andechser Mitbrüder die weltlichen Mit­

kesselhauses und der Mälzerei in Andechs

Die Probleme des Verhältnisses von Kloster

Dass in der schweren Zeit nach dem Ersten

Hugo Lang nach seinem Amtsantritt 1951

und des Anstaltsgebäudes in Rothenfeld.

Weltkrieg auch die immer mehr an Bedeu­ tung gewinnende Brauerei harte Opfer

arbeiter sie um ein Vielfaches überwiegen. und Wirtschaft wurden deutlich, als Abt die Brauerei zu modernisieren begann

unter maßgeblichem Einfluss auch von

von St. Bonifaz forderte, zeigt die Kapitels­

Laien. (…)

den Gersteneinkauf ein Darlehen von

schreibt Abtprimas Bernhard Kaelin:

beratung vom 3. Oktober 1921, in der für

In einem Brief vom 7. Januar 1955

100.000 Mark von einem anderen Kloster

»Gewiß müsse jedes Kloster danach stre­

die Verpfändung der Stiftsbibliothek dafür

für das geistige und geistliche Leben zu

erbeten wurde. Allerdings erschien dann

als ein zu großes Opfer, was mit dem

Selbstverständnis der Abtei nicht zu ver­

ben, die notwendige materielle Subsistenz schaffen. Aber es gilt heute wie zur Zeit

St. Benedikts für den Abt und die Kommu­

einbaren war.

nität der Grundsatz: Quaerite primum

die Landwirtschaft als Wirtschaftsfak­

vobis. Daß Laien … ein Kloster nur unter

gewann die Brauerei noch mehr an Bedeu­

betrachten, ist verständlich, aber für uns

In der Mitte des 20. Jahrhunderts trat

tor noch mehr in den Hintergrund und tung. Das erforderte auch ein anderes

wirtschaftliches Denken und mehr und

mehr auch die Mitarbeit von Fachleuten

aus dem Laienstand. Die Brauerei ist

Basilika St. Bonifaz in München

heute ein moderner Wirtschaftsbetrieb,

des Kapitels am 2. April 1906 zum Vor­

haben Abt Gregors zum Bau des Dampf­

Die Verpfändung der Stiftsbibliothek erschien als ein zu großes Opfer, was mit dem Selbstverständnis der Abtei nicht zu vereinbaren war.

29 

regnum Dei et haec omnia adicientur dem wirtschaftlichen Gesichtspunkt

ist dies nicht der einzige und vor allem nicht der erste Gesichtspunkt.«

Dass eine solche Abwägung zwischen

den klösterlichen Zielen und den wirt­


30

kirche und klos ter

bergecho 3 · 2017

Kloster Andechs schaftlichen Notwendigkeiten und die

zu Priestern weihen lässt (vgl. Regel

Einbeziehung der recht motivierten Mit­

Kap. 62 »Die Priester des Klosters« und

allgemein und speziell bei unserer Abtei

Das mittelalterliche Benediktinerkloster

hundert stellende Aufgabe ist, steht außer

übernommenen apostolischen Aufgaben

arbeit von Laien in klösterlichen Betrieben eine sich auch und verstärkt im 21. Jahr­

Zweifel. Ein von den Mitarbeitern 1999

Kap. 60 »Die Aufnahme von Priestern«).

war vor allem durch die von den Klöstern zu einem Priesterkloster geworden. Die

erstelltes Leitbild der klösterlichen Unter­

Eingliederung von einfachen Mitarbei­

feld zwischen klösterlichem Leben und

mit einem kürzeren Gebetspensum hatte

nehmungen meint sogar: »Im Spannungs­ gewinnorientiertem Wirtschaften entste­

hen positive, gegenseitige Einflüsse.« Im dritten Leitsatz heißt es: »Unsere Tradi­

tion ist es, fortschrittlich zu sein; unseren

tern des Klosters in das klösterliche Leben zur Ausbildung eines zweiten Standes im

Kloster geführt. Die eigentlichen Mön­

che mit Kapitelsrechten und Feierlicher

Profess waren die Priestermönche. Die

Fortschritt verdanken wir einer großen

»Brüder« hatten nur einfache Profess und

Priester und Laien

vor allem durch ihre große Anzahl in

Tradition.«

keine Kapitelsrechte. Im neugegründeten Kloster St. Bonifaz gewannen die Brüder

Die Regel St. Benedikts ist eine Regel für

Andechs mit seinen landwirtschaftlichen

mönchen, die aber Priester aufnimmt

Betreuung auch der Waisenkinder und

des Klosters aus ihren Reihen Mönche

ragende Bedeutung. So standen um die

eine Gemeinschaft vor allem von Laien­

und auch nach den Notwendigkeiten

und handwerklichen Betrieben, mit der

Zöglinge eine das Übliche weit über­


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kirche und klos ter

Jahrhundertwende in Andechs etwa

Abhängigkeit; er ist nicht mehr und nicht

zeigte sich darin, dass sie auch Fratres

und zur Wohlfahrt der Gemeinde«. Die

weniger als ein Diener Christi im Interesse

genannt wurden und ihr Stundengebet,

Umsetzung dieses idealen Verhältnisses

Sprache verrichteten. Freilich brachte

in St. Bonifaz oft zu Wünschen übrig. Vor

das marianische Offizium, in lateinischer

Anfang des 20. Jahrhunderts die Anglei­ chung an die Kongregationssatzungen

von Priester und Laien ließ freilich auch allem Abt Hugo Lang ließ nach seinem

Regierungsantritt 1951 viel menschliches

und das kirchliche Recht für viele Fratres

Wohlwollen den Laienbrüdern zuteil

den nun allgemein Brüder genannt (im

Vatikanischen Konzils und das Generalka­

Priesteramt vorbereiteten). Bezüglich des

brachte die in St. Bonifaz sehr rasch

eine schmerzliche Enttäuschung, sie wur­

Gegensatz zu den Fratres, die sich auf das marianischen Offiziums hatten die Visita­

toren die provisorische Erlaubnis erteilt,

auch an Werktagen statt des Rosenkran­ zes diesen zu rezitieren und den Rosen­

werden. Erst der Durchbruch des Zweiten

pitel der Bayerischen Benediktiner 1967/68 erfolgende rechtliche Gleichstellung der

Brüder, die nun wieder Fratres genannt

wurden. Zeichen für die Wertschätzung der Laienmönche ist, dass sie immer

kranz privatim zu beten. Eine Anfrage an

wieder in das Seniorenkapitel gewählt

dies so bleiben könne und ob trotz gegen­

1967 zweiter Zellerar, 1971 Subprior und

zium auch in lateinischer Sprache verrich­

wurde. Subprior wurde in Andechs 1973

Rom gewährte nur gütig (benigne) die

chen 1999 Fr. Emmanuel Rotter (heute

die römische Religiosenkongregation, ob

teiliger Statutenvorschrift sie das Offi­

ten dürften, wurde negativ beschieden.

Möglichkeit zur Erlaubnis, »dass die Lai­

enbrüder, die bisher das marianische Offi­

zium gemeinsam (puplice) zu feiern pfleg­

wurden, dass Fr. Fulbert Haggenmiller von 1995 bis 1999 Hausprior in St. Bonifaz

Fr. Lantfried Brunnenmeyer und in Mün­ Prior; Anm. der Redaktion).

Bindung und Liberalität

ten, es aus reiner Frömmigkeit privatim

Als der 1872 ausgetretene P. Petrus Hamp

Kloster eine unheilvolle Spaltung zwi­

schen Bischof Reinnkens um Aufnahme in

persolvieren könnten«. So wurde auch im

am 20. Oktober 1873 an den altkatholi­

schen Klerus und Laien erhalten, die doch

die altgläubige Gemeinde schrieb, führte

kirche wenig den biblischen und monasti­

Hanebergs das versöhnliche, c­ almierende

die maßgebenden Kräfte in St. Bonifaz

war und das fanatische, oder wie es sich

zeigt etwa eine Primizpredigt von Odilo

behauptete, entschloß ich mich, unver­

gerade im klösterlichen Modell der Klein­

Die Spannung zwischen wissenschaftlicher Redlichkeit und Frömmig­keit, zwischen Liberalität und Kirchlichkeit sollte die Geschichte von St. Bonifaz bestimmen.

nis der Herrschaft oder Dienstbarkeit oder

60 Brüder nur sieben Patres gegenüber.

Eine gewisse Wertschätzung der Brüder

Eine gewisse Wertschätzung der Brüder zeigte sich darin, dass sie auch Fratres genannt wurden und ihr Stunden­gebet in lateinischer Sprache verrichteten.

31 

schen Vorgaben entsprach. Dabei waren

durchaus diesem Urbild verbunden. Das Rottmanner (in seinen »Predigten und

Ansprachen« in München 1893 veröffent­ licht), in der er vom dreifachen Priester­ tum spricht. »Leider ist die so wichtige

Lehre vom allgemeinen Priestertum in der

Regel ebenso wenig erkannt, wie die Lehre vom ewigen, himmlischen Hohepriester­

er u. a. aus: »Als nach dem Weggange

(beruhigende) Element aus­geschieden

nannte, entschiedene Heerlager das Feld meidliche Collisionen voraussehend, zum

Austritt.« Die Spannung zwischen wissen­

schaftlicher Redlichkeit und Frömmig­keit,

zwischen Liberalität und Kirchlichkeit

hatte das Leben Hanebergs durch­zogen und sollte auch die Geschichte von

St. Bonifaz bestimmen. Die Weise, wie

tum Christi.« Erst aus der Bedeutung und

Haneberg wissenschaftliche Wahrheits­

einzigen Priestertums Christi und des

Toleranz und Treue zur Kirche verband,

Rechtfertigung des besonderen, welche

Predigt vom 6. November 1870 über »Die

dem gegenseitigen Verhältnis des einen,

allgemeinen Priestertums ergebe sich die das eine mit dem allgemeinen ver­mittelt

und zur Eintracht bringt. Darum ist

suche und fromme Hingabe, freiheitliche

wurde besonders schön deutlich in seiner gegenwärtige Lage des Hl. Vaters in Rom«. Sie war ein echtes Treuebekenntnis zum

Demut die erste Pflicht des Priesters. Er ist

Papst, der des Kirchenstaats beraubt wor­

der Gemeinde aufgestellt«. Zwischen ihm

Er machte darauf aufmerksam, dass die

ja vom Herrn bestellt, nicht zum »Herrn

und der Gemeinde bestehe »kein Verhält­

den war, vermied aber alle Einseitigkeit. oberste Leitung der Kirche, wie vordem,


32

kirche und klos ter

bergecho 3 · 2017

auch ohne Herrschaftsgebiet möglich ist, dass bei einer Vertreibung aus Rom Jeru­

salem die beste Stätte für den Papst wäre

keit bisweilen, auch von Seiten anderer

Klöster, angezweifelt werden und es auch

und dass das Streben nach der Wieder­

innerhalb des Klosters zu Auseinander­

Deutschlands das schönste Geschenk für

durchhaltende heroische Haltung blieb

der Basilika hielt Haneberg die letzte

St. Bonifaz maßgebendes Vorbild. Seine

herstellung der Einheit der Christen

den Papst wäre. Zum 25-jährigen Jubiläum

setzungen kommen, seine die Spannung

doch durch die ganze Geschichte von

große Predigt: »Eine heilige, katholische

weise Maßhaltung zeigt sich schon in

sich als Weg durch die katholische Kirche

für die Mönche, die am Albertinum

und apostolische Kirche«. Christus zeigt

in seiner allumfassenden Menschen­

den 1864 erlassenen Verhaltungsregeln

tätig waren, etwa wenn es dort heißt:

freundlichkeit. Er zeigt sich als Wahrheit

»Die Abendunterhaltungen dauern in

Leben durch die heilige, heiligende Kirche.

besonders verbunden und Hüter seines

durch die apostolische Kirche und als das

Chorkapelle von St. Bonifaz in München

Mochte auch Hanebergs treue Kirchlich­

der Regel nicht weit über 9.00 Uhr«. Ihm

Geistes war P. Odilo Rottmanner, bei

dessen Einkleidung am 17. Februar 1865

er über die »Geistliche Freiheit« gepredigt

hatte. In dessen Deutinger und Haneberg

gewidmeten 1893 erschienenen Predigten

findet sich auch das Wort zum Fest der

Beschneidung Christi: »Im Namen der

Freiheit ist das Christentum in der Welt

aufgetreten; die Freiheit der Söhne Gottes

ist das Ziel und die Frucht des Glaubens an

Christus. Mit dieser Aufgabe des Christen­

tums stimmt die höchste Bestrebung

und Bestimmung unserer Zeit überein.«

Das Freiheitsstreben des neuzeitlichen

Menschen wird also durchaus ernstge­ nommen. Zur Freiheit soll aber gerade

die Bindung etwa in den Ordensgelüb­

den führen. So heißt es in einer Predigt

zur Erneuerung der Gelübde: »Was heißt

frei sein anderes als Gott dienen, der die ewige Freiheit ist?« Ordensleben ist für

ihn darum vor allem das Hören des Wortes

Gottes: »Die unbegrenzte treue Hingebung

an das Wort Gottes, das innige persön­

liche Verhältnis zum ewigen, himmli­

schen Hirten und Lehrer gibt jene wahre

Freiheit, die das höchste Ziel und Gut

des menschlichen Geistes ist.« Von Men­ schen, die im Wort Gottes ihren Schutz

und Schirm und eine Quelle reichsten

Trostes finden, gilt: »Heil und Segen

einem Hause, in welchem nicht nur eine

Tracht, sondern auch Eintracht herrscht.« Da bringen dann selbst die »unter Men­

schen unvermeidlichen Fehler Heil, weil sie gegenseitig mit Geduld ertragen und

dadurch in Tugenden verwandelt werden.«

In einer Einkleidungspredigt bezeichnet

Rottmanner das Ordensleben als Schule

der Gottes- und Selbsterkenntnis. Darum

ist ein Kennzeichen gerade des Benedikti­


bergecho 3 · 2017

kirche und klos ter

33 

Kapitelsaal im Kloster Andechs

nischen der Friede. »Das gemeinschaft­

enden benediktinischen Haltung handelt

Vorzug eine Stätte des Friedens Gottes sein,

Wöhrmüller »Gottes Lieblingsandacht«

lichen Bedingungen dieses Friedens in

haben wir viele Beispiele einer offenen,

Darum konnte Odilo Rottmanner bei der

diktinischen Haltung. In einer Untersu­

Zeit, die Gott entweder lästert oder ihm

(Festvortrag zur Görrestagung, Salzburg

bloß Tätigen, die sich selbst dabei verlie­

liche religiöse Leben kann und soll mit

weil und insoferne hier mit den wesent­ besonderer Weise ernst gemacht wird.«

Feier des 50. Jubiläums von St. Bonifaz

am 25. November 1900 davon sprechen,

ein kleines Büchlein von Abt Bonifaz

Lob auf eine Gemeinschaft Gleichstreben­

aus dem Jahr 1922. Von Abt Hugo Lang

Wirken in großer Kontinuität ermöglicht.

liberalen und doch entschiedenen bene­

des »benediktinischen Gotteslobes in einer

chung über die benediktinische Discretio

dass König Ludwigs I. Vorliebe für die

1959) schreibt er: »Wenn unnervöse Geduld

dete, »dass der Benediktinerorden seinem

Gottes an den Menschen und allen Gott­

Benediktiner in der Überzeugung grün­

Wesen und seiner Geschichte nach nicht

nur menschen- und kulturfreundlich ist,

sondern dass der wahre Benediktiner sich

in hingebender Pflege aller Geschenke

dienens der Menschen benediktinisch

sind, dann werden sie immer wieder eine

unvertretbare Mission haben.« Abt Hugo

stets freihält oder doch freihalten soll von

Lang schrieb im Rückblick auf 100 Jahre

von unnützer Polemik und von ungebühr­

tischen Möglichkeiten des Mönchtums

jeder Einmischung in politische Händel, licher Beeinflussung der Höfe.«

Von der Hingabe an Gottes Willen als

der fundamentalen und wahrhaft befrei­

sich Versuch und Erfahrung«. Er singt das

St. Bonifaz, dass unser Haus alle dialek­

gewissermaßen für viele durchgeprobt

hat: »vom Eremitentum bis zur Annähe­ rung an weltpriesterliche Art erstrecken

der, die Heimat gibt und seelsorgliches

Und er spricht von der rettenden Macht

gegenüber stumm bleibt, in einer Zeit der

.

ren«. An diese rettende Macht glauben wir

auch im 21. Jahrhundert. 


34

kirche und klos ter

bergecho 3 · 2017

»Offen für ein großes Geheimnis – Mein Leben« Ein Gespräch mit Winfried Nonhoff zum Vermächtnis-Buch von Altabt Odilo Lechner

bergecho: Sie haben in den letzten Jahren zwei Bücher in Briefen zusammen mit Altabt Odilo Lechner veröffentlicht. Das soeben erschienene Buch »Offen für ein großes Geheimnis – Mein Leben«, an dem beide Autoren bis kurz vor dem Tod des Altabtes gearbeitet haben, unterscheidet sich von den Vorgän­gern.

genauesten Überprüfungen unterzogen

winfried nonnhoff: Das ist so. Bald nach dem Erscheinen des zweiten

Brief-Buches ließ mich Abt Odilo wissen,

Hatten Sie denn den jetzigen Erschei­ nungs­termin, Mitte November, bereits geplant?

dass er Freude daran hätte, mit mir

ein weiteres Buch zu bedenken. Nach

Nein. Abt Odilo wünsche sich das Buch

etlichem Überlegen stimmte ich zu.

zum 87. Geburtstag im Januar 2018. Der Verlag plante entsprechend. So traf ich

wurde. Nach Freigabe durch den Abt

unternahm ich die Endredaktion. Man­ ches wurde gefeilt, umgestellt und neu

komponiert. Odilo musste sich auch noch

einige neue Fragen gefallen lassen. Im Juli waren die Arbeiten abgeschlossen und der Text ging an den Verlag.

Wollte aber dieses Mal die Rollen entschie­

Abt Odilo das letzte Mal wegen der letz­

den verändern: »Wenn Du magst, dann

ten Korrekturen am bereits abgesetzten

möchte ich Dich interviewen, mit Dir

Umbruch des Buches erst in der zweiten

Gespräche über Dein Leben, Deine Wege

Oktoberhälfte. In voller geistiger Präsenz

im Orden, Deine Erfahrungen mit der Kir­

überreichte er mir seine Anmerkungen. Nun sind daraus »letzte Worte« gewor­

che und vor allem zu Deinen Einsichten des Alters führen.«

Was brachte Sie denn auf die Idee, Abt Odilo gerade diesen biografischen Ansatz vorzuschlagen?

den. Er freute sich am Umschlag, erteilte gleichsam seinen Segen fürs Ganze und,

von Abt Odilos heiterer, durchaus abgrün­

Und wie lief dann die konkrete Arbeit an diesem, nun auch tatsächlich letzten Buch des Altabtes? Wie wurde es zu seinem Vermächtnis?

licher Weisheit zu tun. Dann aber auch

chen, bereits nach Kapiteln geordneten

Das hat einmal mit meiner Faszination

diger und dabei immer menschenfreund­

Ende 2016 legte ich ihm einen umfangrei­

mit meinem Alter: Ich höre zunehmend

Fragenkatalog vor. Er stimmte den Fragen

gerne anderen Menschen, die etwas zu

sagen haben, zu. Mich interessieren ihre Lebenslösungen, wenn man so will, ihre Botschaften. Dazu kam, dass ich, dass

auch Abt Odilo wusste, ein weiteres Buch werden wir nicht realisieren.

zu, nahm da und dort Veränderungen vor. Bald im Jahr 2017 trafen wir uns zu Vorbe­ sprechungen und dann zu den gezielten

trotz seiner Gebrechlichkeit, wiederholte

er immer wieder seine Dankbarkeit. Nun, dann starb er doch sehr schnell, nicht

unerwartet, aber doch für mich bestür­ zend. Das Buch war von unserer Seite

fertig. Der Verlag beeilte sich nun sehr mit der Drucklegung und der Realisierung der letzten Korrekturen. Am ersten Advents­

sonntag konnten Abt Johannes Eckert und ich das Buch in St. Bonifaz präsentieren.

auch spontane Fragestellungen ergaben

Das Buch ist, so deuteten Sie an, autobiografisch akzentuiert, ist aber auch weitreichender angelegt. Sie sprechen auch von einem »Vermächtnis«. Was macht es dazu?

gen. Die langjährige Mitarbeiterin von

heit, ihm wesentliche Erinnerungen an

Sitzungen fürs Buch. Diese Gespräche

wurden aufgezeichnet. Eine hohe Kon­

zentration war vom Altabt verlangt und er brachte sie bestens vorbereitet auf. Denn

sich auf Grund seiner konkreten Äußerun­

Der Altabt nutzt sehr gezielt die Gelegen­

Abt Odilo, Sieglinde Aumann, erstellte

bestimmte Lebensstationen prägnant

nun ein Manuskript, das immer wieder

zu fassen. Seine Kindheit in der Nazizeit


bergecho 3 · 2017

kirche und klos ter

35 

Buchveröffentlichungen

Vom Gewicht der Zeit. Graz, Wien, Köln 1980

Geschenke für den Tag. Graz, Wien, Köln 1981

Licht und Schatten mit Stift und Aqua.

mungen zu lesen. Mich überraschte da

Könnten Sie abschließend eine be­ stimmte Stelle im Buch, einen besonderen Inhalt benennen, der für Sie typisch Abt Odilo ist und exem­ plarisch, was das Vermächtnis betrifft?

für den früheren Erzbischof von München

die Abt Odilo begegnet sind, persönlich

spielt da eine große Rolle. Doch auch

sein Weg ins Kloster kommt zur Sprache. Besonders schön sind seine Auskünfte zu prägenden Gestalten und geistigen Strö­ zum Beispiel seine hohe Wertschätzung

Das ganze Buch wird die vielen Menschen,

und Freising, Kardinal Julius Döpfner.

ansprechen. Vieles wird ihnen dazu an

Doch neben solchen Auskünften berühren einen ganz direkt Odilos Gedanken zum Leben im Allgemeinen, zum Geheimnis

seines Glaubens, zur Freude an der Kirche und ihren Liturgien. Was er über sein

Leben an der Schwelle, den nahen Tod

und seine Hoffnungen auf die Zeit danach sagt, wird tatsächlich zu einem Ver­

mächtnis, das weit mehr umgreift als die Person Odilo Lechner.

Sie erwähnen, dass sein Weg als Benedik­tiner, als Mönch und Abt in St. Bonifaz eine große Rolle spielt. Wie steht es denn mit Andechs? Das Buch ist in vielfacher Weise eine

Liebeserklärung des Altabtes an »sein« Andechs. Er erzählt mit spürbarem Schwung von der Geschichte dieses

besonderen Ortes, er thematisiert den

Wandel der Wallfahrts-Spiritualität, hebt den versöhnenden Charakter des Ortes

hervor, erzählt anrührend von Carl Orff. Und wir kommen mit Vergnügen und

Nachdenklichkeit aufs Bier zu sprechen. Odilo erzählt mit Schmunzeln, wie er

als frisch gewählter Abt allmählich vom

Limonaden-Trinker zum Biertrinker wer­ den musste. Dem Weißbier, auch dem

nicht alkoholischen, gilt seine Aufmerk­

samkeit. In Klarheit benennt er die wirt­

schaftliche Notwendigkeit der Andechser

Klosterbetriebe für die vielfältigen Aufga­ ben der gesamten Abtei.

eigenen Erinnerungen einfallen. Der Ori­ ginalton ist deutlich vernehmbar, da wir

München 1991

Auf dem Weg der Hoffnung. München 1987 Die Schöpfung. Augsburg 1994 Mit den Augen der Seele. München 1984 (zusammen mit Hans-Günther ­K aufmann)

Am Fluß des Lebens. München 1986 Der Weg der großen Sehnsucht, Santiago de Compostella. München 1986 Sehnsucht nach dem Geheimnis. Rosenheim 1992

ja aus lebendigen Gesprächen geschöpft

Lourdes. In der Kraft der Hoffnung.

subjektiv, herausgestellt. Bei unserem

Die Kraft der Stille. Augsburg 1994 Bayrisch katholisch. Augsburg 1995 Wie Mönche leben. Augsburg 1997 Hallo Abt Odilo: Antworten auf die Glaubensfragen unserer Zeit. Augsburg 1998 Das Geheimnis erfahren – Mit Abt Odilo durch das Jahr. München 2000 Terra benedictina. Dachau 2001 Weite dein Herz. 5. Auflage, München 2002 Warum ich bete. München 2003 Sieben Geheimnisse für ein gutes Leben.

haben. Aber eine Stelle sei doch, gewiss letzten Treffen kurz vor seinem Tod

übergab er mir mit den anderen Korrek­ turen eine inhaltliche Ergänzung, um

deren Einfügung er dringend bat. Zum

Abschluss des Kapitels zu den sich wan­ delnden Aufgaben eines Klosters, von

Andechs und Sankt Bonifaz formuliert er: »Wir haben die Verpflichtung, Schönes zu erhalten und das Schöne zu pflegen. Aber das Schöne darf nicht Selbstzweck wer­

den, darf nicht die Nachfolge des armen Christus zurücktreten lassen. Das kann Entscheidungen herausfordern.« Diese

Korrektur ist für mich auch ganz persön­ lich eine Weisung, ein Vermächtnis und

ein Zeugnis. Sie spiegelt mir den vermiss­

Innsbruck 1993

München 2003

Engel. München 2004 Wege zum Leben: Benedikts Weisung für die Zukunft. München 2005 Andechs, Der Heilige Berg. Dachau 2005 Damit der Glaube weitergeht. Münster­ schwarzach 2005

sten. Da redet einer nicht nur, da hat einer

Die Fülle des Lebens. Leipzig 2006 Mit Leib und Seele leben. München 2008 In der Stille finde ich die Mitte. Gütersloh

Herzlichen Dank für dieses Gespräch.

Leben nach Maß: Die Regel des heiligen Benedikts für Menschen von heute.

ten Gesprächspartner aus seinem Inner­ ein Leben entsprechend ausgerichtet.

2008

Freiburg 2009

Das Leben ist ein Pilgerweg – Unterwegs zu sich selbst. München 2009 Zeichen auf dem Weg. Freiburg 2011 Wohin gehen wir? Münsterschwarzach 2013 Wozu sind wir auf Erden? [ mit Winfried Nonhoff ] Münsterschwarzach 2016

Der Andechser Kreuzweg. Lindenberg 2016 Engel an meiner Seite. München 2017


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kirche und klos ter

bergecho 3 ¡ 2017


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kirche und klos ter

37 

»Der Friede sei mit dir!« Am 30. Oktober verstarb unser lieber Mitbruder Pater Matthias Florian Leidenberger Nachdem Pater Matthias am 30. Oktober 2017 zur Mittagszeit zu einem Termin nicht erschienen war, war es schon bald schreckliche Gewissheit, dass er sich das Leben genommen hatte. Er stand im 6. Jahr seiner Profess und im 2. Jahr seines Priestertums. Sein Tod belastet und lässt uns fassungslos zurück, auch wenn Pater Matthias hinterließ: »Niemanden möchte ich anklagen, mit dem, was ich tue!« Wir wünschen unserem Pater Matthias, dass in der Stunde seines Todes der Auferstandene ihm begegnet ist und ihm voller Liebe wie Thomas zu­gesprochen hat: »Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite: Der Friede sei mit Dir!«

P

ater Matthias wurde am 21. Juni

Bewusst wollte er neu anfangen,

konnte mit P. Matthias lachen – beim

manches hinter sich lassen und sich

Fußballschauen z. B. erlebten wir ihn

Leiden­berger (geb. Jost) gaben ihm den

Am Allerheiligentag 2009 wurde er ein­

immer wieder zuvorkommend im Umgang

Bruder wuchs er in Köln auf, wo er auch

er die Zeit­l iche Profess ablegen, bei der

zur Last fallen wollte. Engagiert machte

1969 in Heidelberg geboren und seine Eltern Freimut und Hannelore

Namen Florian. Zusammen mit seinem

seine schulische Laufbahn 1989 mit dem

nach dem ausstrecken, was vor ihm liegt. gekleidet und am 30. April 2011 konnte

er den Ordensnamen Matthias erhielt.

sehr gelöst. Im klösterlichen Alltag war er

und man spürte, dass er niemandem es ihm Freude, bei Veranstaltungen

Abitur beendete. Es folgten der Zivildienst,

Mit dem Winter­semester 2010 begann er

und Feiern zu fotografieren. In der Seel­

Beginn des Studiums der Rechtswissen­

katholischen Theologie, das er im Früh­

Gesprächspartner, nobel im Umgang.

abschloss. Am 2. Oktober 2015 empfing er

mit ihm lebte, der kam aber auch an seine

eine Banklehre und schließlich der

an der LMU München das Studium der

schaft an der Universität Köln, das er aber

jahr 2016 erfolgreich mit dem Lizentiat

Leidenberger zog es in die Filmbranche,

zusammen mit unserem P. Lukas Essen­

nach einigen Semestern abbrach. Florian

wo er die kommenden Jahre in unter­

schiedlichen Projekten als Cutter erfolg­

reich wirken sollte.

Eine tiefe Sehnsucht führte ihn im

dorfer in Andechs die Diakonenweihe, am

ihn irgendwie gefangen hielten, freilich

die Priester­weihe. Nach seinem Pastoral­

September 2017 nach St. Bonifaz zurück.

August 2017 absolviert hatte, kehrte er im

der benediktinischen Spiritualität und

Hier sollte er sich nun als Kaplan in die

Suchens wuchs in Florian Leidenberger

und er freute sich darüber, wieder daheim

einzuschlagen, so dass er am Pfingstfest

2009 in unserer Gemeinschaft das Postulat beginnen konnte.

und Flexibilität ging. Man spürte etwas

praktikum in der Pfarreiengemeinschaft

mit Fragen des christlichen Glaubens,

der Wunsch, selbst den klösterlichen Weg

Grenzen, wenn es etwa um Spontanität

von seinen Ängsten und Nöten, von inne­

Weilheim, das er von Ostern 2016 bis

des kirchlichen Lebens. In dieser Zeit des

Wer Pater Matthias näher kannte und

Hochfest des Hl. Bonifatius in München

Januar 2005 erstmals in die Abtei Maria

Laach. Hier beschäftigte er sich inten­siver

sorge fand man in ihm einen sensiblen

Seelsorge unserer Stadtpfarrei einbringen zu sein.

Pater Matthias war gewinnend im

Auftre­ten und korrekt in der Form, stets gut vorbereitet bis ins Kleinste. Man

ren Anspannungen und Zwängen, die

nie ahnend, wie schwer ihn diese see­l i­ schen Nöte quälen mussten, so dass er

am 30. Oktober 2017 für sich den Weg der

Befreiung suchte. Am 6. November 2017 haben wir unseren lieben Mitbruder in

der Krypta von St. Bonifaz beigesetzt. Wir

.

bitten um das Gebet und Gedenken bei der

hl. Messe. 

abt und konvent


38

kirche und klos ter

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Lesung aus dem Johannes-Evangelium im 20. Kapitel zum Requiem für Pater Matthias am 6. November in Sankt Bonifaz Am Abend des ersten Tages der Woche,

als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen:

Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine

Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie

den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich

der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt

den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden

vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie

verweigert. Thomas, genannt Didymus

(Zwilling), einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jün­

ger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn

»Der Lanzenstich« (Peter Burkart, Basilika St. Bonifaz)


bergecho 3 · 2017

kirche und klos ter

39 

Auszug aus der Predigt von Abt Johannes zum Requiem für Pater Matthias am 6. November in Sankt Bonifaz gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn

ich nicht die Male der Nägel an seinen

Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine

Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jün­

Sein Tod belastet, weil er unweigerlich die

Frage nach der Schuld stellt! Und es ist gut und heilsam, wenn wir uns angesichts

des Todes diese Frage stellen – jeder ein­

zelne von uns, stets mit dem Wissen, dass

zeigt uns seine Wunden gerade auch im

ander immer etwas schuldig bleiben: »Wir

sind meine Hände! Streck deine Hand aus

darf, und so zum Glauben – zum Frieden

chen Gemeinschaft zu leben, dass wir ein­

kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte:

Thomas: Streck deinen Finger aus - hier

geheilt, indem er die Wunden begreifen

findet. Das ist unser Glaube in dieser

Beziehungen einlassen, wenn wir versu­

Friede sei mit euch! Dann sagte er zu

Tage darauf in seinen Verwundungen

wenn wir uns auf das Leben und seine

ger wieder versammelt und Thomas war

dabei. Die Türen waren verschlossen. Da

Selbst Thomas, der nicht der Zweifler

ist, sondern der Verzweifelte, er wird acht

gehen nicht schuldlos durchs Leben!«

Und daher ist Erlösung und ein Erlöser

so notwendig. Am Ostersonntagabend

bedrückenden Stunde: Der Auferstandene

Leben und Sterben von unserem Pater

Matthias. Es waren nicht immer leichte

Jahre, aber gute acht Jahre miteinander, und dafür sind wir sehr dankbar: Mat­

und leg sie in meine Seite und sei nicht

und acht Tage darauf erscheint der Aufer­

thias ist und bleibt für uns das, was sein

wortete ihm: Mein Herr und mein Gott!

nicht die Frage nach der Schuld: Warum

und dafür danken wir ihm.

ungläubig, sondern gläubig! Thomas ant­

standenen seinen Jüngern. Er stellt ihnen

Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen

habt ihr mich verlassen? Warum habt ihr

sehen und doch glauben. 

Kein Wort darüber, was sie ihm schuldig

.

hast, glaubst du. Selig sind, die nicht

Ordensname bedeutet: Geschenk Gottes Und wir wünschen unserem Pater

mir nicht vertraut – mir nicht geglaubt?

Matthias, dass in der Stunde seines Todes

geblieben sind. Der Auferstandene zeigt

ihm voller Liebe wie Thomas zugespro­

seinen Freunden seine Wunden und holt

sie ab in ihren Verwundungen: »Ich kann

mitfühlen welche Not ihr habt – aber jetzt

ist es gut!«

der Auferstandene ihm begegnet ist und

chen hat: »Streck deine Hand aus und leg

.

sie in meine Seite: Der Friede sei mit Dir!

Amen. 


40

kirche und klos ter

Zum 150. Todestag von König Ludwig I. (25. August 1786 – 29. Februar 1868)

bergecho 3 · 2017

Ort und Entstehung der Grablege in St. Bonifaz Die Überlegungen Ludwigs zum Ort sei­ ner Grablege verbanden sich zunächst

mit Kloster Scheyern, das 1838 von ihm

wiederbegründet worden war. Die Nähe zur Stammburg der Wittelsbacher war

hier wohl ebenso ausschlaggebend wie

die Anknüpfung an die mittelalterliche

Haustradition. Sie zeigt sich in den in

der Fürstenkapelle beigesetzten frühen

Wittelsbachern ebenso wie in den spä­

testens 1623 auf Holztafeln übertragenen

Malereien mit Bildern aus dem Leben der

wittelsbachischen Ahnen. Warum Ludwig dann letztlich davon Abstand genommen

hat, ist nicht bekannt.

Am 29. Oktober 1854, drei Tage, nach­

dem Königin Therese an der Cholera ver­ storben war, schreibt Ludwig in der für

ihn typischen bruchstückhaften Weise

in sein Tagebuch: »… Nicht in dieser, in

der vorhergegangenen Nacht (…) kam mir

der Gedanke, wenn der Raum es gestattet,

in der Kapelle, die bestimmt in Basilika St. Bonifaz für das h<eilige> Grab, was

aber nicht da stattfindet, Seitenstück

der Taufkapelle, ist mein Wunsch, daß

­Thereses und meine Grabstätte werde

(zwei marmorne Sarkophage, wo an mei­

Porträt König ­Ludwigs I. aus dem Kapitelsaal von St. Bonifaz

nem schon die Inschrift nur wie natürlich mit Auslassung meiner Sterbezeit. So

befinden wir uns denn noch unter den

Lebenden, wie in Palermo Kaiser Fried­ rich II. in Aula, nicht abgesondert, ver­

schlossen in moderiger Gruft. Einbalsa­

Ende Februar 2018 jährt sich zum 150. Mal der Todestag König Ludwigs I., dem die Benediktinerabtei St. Bonifaz in München und Andechs auf besondere Weise verbunden ist. 1850 hat Ludwig I. St. Bonifaz gegründet, nachdem er den Bau von Basilika und Kloster initiiert und finanziert und 1846 das ehemalige Kloster Andechs aus privater Hand zurück­ gekauft hatte, um es als Wirtschaftsgut und damit Lebensgrundlage der zukünftigen Abtei in München zu übergeben. Bald schon bestimmte der König St. Bonifaz auch zu seiner Grablege, wohin er dann nach seinem Tod in Nizza überführt werden sollte. Am 28. Februar wird mit einer Eucharistiefeier in St. Bonifaz des Königs von den bayerischen Benedik­tinern gedacht und auch die Sommerakademie im Juni/Juli wird ihm gewidmet sein.

miert, <…> unsere irdischen Hüllen.). (…)

Wenn ich nur gleich nach dem Tode mit ihr vereinigt werde! Ihr Leben war rein,

meines nicht...« Unmittelbar nach dem

Tod der Königin bestimmte Ludwig also

St. Bonifaz zur Grablege für sich und seine

Gemahlin.

Am 8. April 1855 sandte Georg F ­ riedrich

Ziebland, der Baumeister von Kirche und

Kloster St. Bonifaz, dem König mit einem

Handschreiben »in drei Blättern einen

Entwurf der in der heiligen Grabkapelle

der Basilica sancti Bonifacii in München

aufzustellenden Sarkophage« sowie

den Kostenvoranschlag über insgesamt

13.000 Gulden: 1.300 Gulden für das Fun­

dament aus Nagelfluh und Ziegel, 900 Gul­ den für den Sockel aus Neubeurer Granit,

9.000 Gulden für die Sarkophage aus

weißem Schlanders-Marmor, 1.100 Gulden


bergecho 3 · 2017

für die darauf ruhenden beiden Kronen

kirche und klos ter

die Krypta betreffend, die in der an dem

gehen lag in der Tatsache, dass Therese

Kapelle in der Basilika ist. Werde machen

Gedankengänge, die heute nicht mehr

mit Zepter und Schwert für den König und

anderen Stük der Taufkapelle befindlichen

100 Gulden für die Abänderung des Ein­

lassen Thereses Hülle in ihr beizusetzen,

den »für Bestreitung unvorhergesehener

den Sarkophag, weil es die curia romana

die beiden Wappen aus vergoldeter Bronze,

gangsgitters in die Kapelle und 600 Gul­

Ausgaben«. Ziebland war ein vorsichtiger Mann. Die beiden Inschriften auf der

Vorderfront der Sarkophage waren betont

der evangelischen Kirche angehört hatte,

nachvollziehbar sind. Am 11. November

unter meinem in diese Kapelle kommen­

2001 wurde der Sarg der Königin deshalb

nicht gestatten würde, daß sie neben mir

wand der Basilika eingelassen wurde, bei­

da käme.«

Auch in der oberhirtlichen Genehmi­

in einem neuen Grab, das in die Außen­

gesetzt – nun auf gleicher Höhe mit dem Sarkophag des Königs.

schlicht gehalten – neben Name, Titel

gung für die Grablege des Königs in

Herkunft (bei Therese) nur Geburts- und

von einem Sarkophag die Rede. Für die

Marmorsarg für Ludwig war bereits am

Billet vom 22. Juli 1855 ging der Entwurf

beigesetzte Königin ist nun kein eigenes

19. März nach St. Bonifaz überführt wor­

einer kleinen Krypta, die unter dem für

seine letzte Ruhestätte. An der Stelle

(Bavariae Rex bzw. Bavariae Regina) und Sterbedatum und -ort. In einem kleinen

an Ziebland zurück mit der Mitteilung im

Auftrag des Königs, »daß Seine Majestät den Entwurf schön finden, aber densel­

ben nicht ausführen lassen wollen, da

St. Bonifaz vom 15. April 1856 ist nurmehr zunächst in der Gruft der Theatinerkirche

Grabmal mehr vorgesehen. Sie sollte in Ludwig in einer Seitenkapelle der Basi­

die sehr viel einfachere Lösung entstan­

­Therese erteilt, wobei diese jedoch – wie

schlichter Sarkophag, der nur im unteren

aller Stille und ohne jeden kirchlichen

verschlungenen Akanthusgewächsen und

Engelsköpfen verziert ist. Für Entwurf

seines Herzens, das alter Wittelsbacher

war am 21. März 1857 von Abt Haneberg

Ordinariates wurde auch die Erlaubnis für

Teil durch einen Ornamentstreifen mit

den. Am 9. März 1868 fand Ludwig hier

genannten Schreiben des Erzbischöflichen

häuft sind«.

den sein, die heute noch zu sehen ist: ein

9. April 1857 aufgestellt, Therese am

Tradition folgend nach Altötting gebracht

worden war, ihre letzte Ruhe finden. Im

In den nachfolgenden Monaten dürfte

Der den Sarkophagen der Normannen­

könige in Monreale nachempfundene

lika zu errichtenden Sarkophag erbaut

derselbe zu viel Geld-Aufwand erfordern

würde, Seine Majestät mit Ausgaben über­

41 

wurde, liegt sein Trauring. Thereses Herz aus der Klostergruft in die dafür vorgese­

die Übertragung des Sarges der Königin

hene Urne in der Krypta gebracht worden,

vom König auch versichert worden sei – in

er immer bei sich getragen haben soll. Ein

Ritus zu geschehen habe. Die unausge­ sprochene Begründung für dieses Vor­

zu der Ludwig einen Schlüssel besaß, den zweiter Schlüssel war im N ­ ovember 1857

an Abt Haneberg gegangen – mit der Auf­

lage, nur engsten Familienangehörigen

und Umsetzung zeichnet nun nicht mehr

Georg Friedrich Ziebland, sondern Leo von

Klenze verantwortlich. Am 16. April 1856

verfügt Ludwig für seinen Sarkophag

und die Krypta für die Beisetzung seiner

Gemahlin eine Summe von 6.700 fl., von der 2.700 fl. für den Sarkophag im Bud­

get von 1856/57 enthalten, die restlichen

4.000 fl. aber aus der Hauptreserve oder einer anderen Position zu decken sind.

Eine Aktennotiz vom 26. September 1856

informiert dann über verschiedene Aus­

gaben »in specie die Gruft bey St. Bonifaz, so wie die Herstellung des Sarkophages

und der Krypta betreffend«. Zwischen

Mai und Juli 1855 – noch vor der Absage

an ­Ziebland – hatte Klenze den Auftrag

für die Gestaltung der Grablege erhalten,

wobei auch drei Tage nach der Absage an

Ziebland immer noch von einem Marmor­ sarkophag auch für die Königin die Rede

ist, der dann jedoch bis April 1856 der Bei­ setzung in der Gruft zum Opfer gefallen sein muss – mit gleichzeitiger Reduzie­

rung der Kosten um mehr als die Hälfte.

In sein Tagebuch schreibt Ludwig am

15. April 1856: »Mit Geheimrat von Klenze, den ich zu mir beschieden, gesprochen

Entwurfszeichnung zur Grablege


42

kirche und klos ter

bergecho 3 · 2017

bzw. vom König autorisierten Personen

König fand am Montag, den 9. März 1868,

Hausarchiv, Nachlass Ludwigs I., 54/3/3½).

ten ausführlichen Programm dokumen­

erisches Hauptstaatsarchiv, Geheimes

In einem im Zusammenhang mit der

Empfangsbestätigung Hanebergs überlie­

statt und ist in einem vom 5. März datier­

tiert. Um 2 Uhr nachmittags setzte sich der Leichenzug von der Hofkapelle der

ferten zweiten Schreiben an Ludwig bittet

Residenz in Bewegung – eine lange Reihe

Königin mit Kränzen auszuschmücken,

Militär, Beamtenschaft, Schulen, das

als unnötig bezeichnet wird (ebd.).

Leichenwagen unmittelbar voraus gingen

der Abt um die Erlaubnis, die Grablege der

was von Ludwig rundweg abgelehnt und Ludwigs Grablege in St. Bonifaz, vor

allem für ihn und daneben auch für seine Gemahlin bestimmt, entspricht damit

ganz seinem Selbstverständnis: noch im

von Vertretern des öffentlichen Lebens:

gesamte Personal des Hofes u. v. m. Dem

vor den persönlichen Bediensteten des

toten Königs das Kapitel zu St. Kajetan und der »übrige Hof = Clerus mit Vocal = Musik; das Dom = Capitel; vier Bischöfe, der Erz­

Tod Individualist und nicht einer unter

bischof mit seinen Assistenten«.

Hinblick auf die Gestaltung der Grablege

von einem königl. Stallmeister und von

mit den von ihm verpflichteten Künstlern

Pferden bespannt« befand sich der Sarg,

vielen eines Herrschergeschlechts. Im

wird deutlich, was für Ludwigs Umgang

gilt: Sie »wurden ihrer Arbeit entfremdet und nach Belieben des Unternehmers

Ludwig in die Produktion eingesetzt, oder

Auf dem Leichenwagen, »geführt

zwei königl. Bereitern, und mit acht

geschmückt mit den Reichsinsignien und den Attributen der königlichen Hausor­

den. Flankiert wurde er u. a. von zehn

ausgetauscht.« (Winfried Nerdinger,

Edelknaben, die brennende Kerzen in den

politik Ludwigs I. in: Romantik und Restaura­

war vertreten durch die Prinzen des

1825 – 1848, hrsg. v. Winfried Nerdinger, München

Ludwig II., Enkel Ludwigs I., wird nicht

Der Tod des Königs

Königsplatz ging der Zug über die Luisen-­

Weder Hadrian noch Augustus – Zur Kunst­

tion. Architektur in Bayern zur Zeit Ludwigs I.

1987, S. 9 – 16, hier S. 14/5.)

Die Nachricht vom Tod Königs Ludwigs I.

Händen hielten. Die königliche F ­ amilie

Königlichen Hauses, der regierende König genannt.

Über die Briennerstraße und den

zur Karlstraße und machte vor dem

wurde den Münchnern in einem Extra­

Haupteingang von St. Bonifaz Halt: »Hier

»Sonnabend, den 29. Februar 1868« im

Hülle des Allerhöchstseligen Königs und

blatt der Augsburger Postzeitung vom

empfängt die gesammte Geistlichkeit die

Wortlaut des aus Nizza empfangenen

wird der dieselbe umschließende Sarg auf

45 Minuten Vormittags ist König Ludwig I.

gesetzt, von der anwesenden Geistlichkeit

Telegramms mitgeteilt: »Heute um 9 Uhr von Bayern in Nizza verschieden.« Merkwürdig berühren die sich

anschließenden Notizen, die im Zusam­ menhang mit der Todesnachricht depla­

ziert wirken: »In der heutigen Sitzung der

eine vor dem Katafalke errichtete Estrade die Vesper abgebetet und von dem Herrn

Erzbischofe die Einsegnung verrichtet.

Nachdem hierauf die Allerhöchsten und

Höchsten Herrschaften, sowie die anwe­

senden Herren und Damen die Kirche ver­

Abgeordnetenkammer wurde der Antrag

lassen haben, wird der Sarg unter Vortritt

ehe mit 74 gegen 52 Stimmen abgelehnt. –

von dem königl. Hofmarschall Baron von

auf Einführung der obligatorischen Civil­

Im Wahlbezirke Schweinfurt wurde Meder

ins Zollparlament gewählt.« Erst dann

der benöthigten Geistlichkeit und gefolgt

La Roche nach dem Sarkophage getragen, in denselben gesenkt, und wird von dem

scheint man sich wieder auf den eigentli­

königl. Obersthofmeister doppeltes Siegel

wenn es heißt: »Soeben bringen die tiefen

waren demzufolge bei der Beisetzung des

chen Anlass des Extrablattes zu besinnen,

Klänge der Bennoglocke, sowie Trauerge­

Extrablatt der Augsburger Postzeitung zum Tod König Ludwigs vom 29. Februar 1868

Die Leichenfeier für den verstorbenen

den Zugang zur Gruft zu gestatten (Bay­

läute vom Frauendome und allen Thür­

angelegt.« Die nächsten Angehörigen Königs nicht zugegen.

Im Rahmen der Exequien für ­Ludwig I.

men den Bewohnern der Hauptstadt die

wurden an den auf die Beisetzung folgen­

Königs Ludwig I.«

nerstag, 12. März – in St. Bonifaz jeweils

erschütternde Botschaft vom Hinscheiden

den drei Tagen – Montag, 9. März, bis Don­


bergecho 3 · 2017

kirche und klos ter

43 

um 10.30 Uhr Predigt und Requiem gehal­

ten. Am Dienstag, 10. März, sprach Ignaz

von Döllinger »Zum Gedächniß Seiner

Majestät des Königs Ludwig I. und seiner Regierung«, am nächsten Tag legte der

Abt von St. Bonifaz, Daniel Bonifaz von

Haneberg, einen »Kranz auf den Sarko­

phag Seiner Majestät des Königs Ludwig I.

von Bayern«. Beide Reden wurden im glei­ chen Jahr im Druck veröffentlicht, wobei

Döllinger in seinem Vorwort auf einige

Kürzungen des mündlichen Vortrags hin­

weist, die aufgrund der beschränkten Zeit vonnöten waren, nun aber rückgängig gemacht wurden.

Döllinger preist vor allem die deutsche

Gesinnung des jungen Kronprinzen und späteren Königs, die sich schon früh im

Gedanken der Walhalla manifestierte,

»auf daß Teutscher der Teutsche aus ihr

trete, besser als er gekommen«. Ludwig

habe sich als Erzieher und Bildner sei­

nes Volkes verstanden, vor diesem Hin­

tergrund sei sein politisches Handeln

ebenso zu verstehen wie sein Bemühen

um die Kunst und die Tatsache, dass

»wenn irgend ein Fürst seit Constantin den Namen eines Kirchenerbauers und

Kirchenausschmückers verdient, so ist

es König Ludwig«. Auch die Abdankung

Ludwigs bleibt nicht unerwähnt und

unkommentiert, für Döllinger wird sie

»immer eine sehr merkwürdige Begeben­

heit« bleiben, geschah sie doch in Ludwigs

Vollbesitz an geistigen und körperlichen

Kräften und ohne den in ähnlichen Fällen folgenden Rückzug aus der Welt in die

Abgeschiedenheit z. B. eines Klosters wie etwa bei Karl V. Im Gegenteil, auch wäh­

rend seines zwanzigjährigen Privatlebens sei Ludwig in der ihm vertrauten Umge­

bung geblieben.

Programm zur L­ eichenfeier für König Ludwig I. am 9. März 1868

Abt Haneberg geht in seiner Trauer­

rede ähnlich vor, wenngleich sie allge­

meiner gehalten ist. Wichtig ist ihm in

besonderer Weise der Dank seines Klosters und seines Ordens, denn »wenn hier die

Leichen­feierlichkeiten zu Ende sind, wird die Trauerkunde über dem Ocean ankom­

men; da wird von New York an bis nach

Kansas in vielen Gemeinden, Töchter­

schulen, Waisenhäusern, in Abteien und

Prioraten des Benediktinerordens, eine

Trauer anheben, wie um einen theuern einzigen Vater«. 


44

kirche und klos ter

bergecho 3 · 2017

Das Grab in St. Bonifaz Durch die Zerstörung der Basilika im

Zweiten Weltkrieg wurde auch der Sarko­ phag Ludwigs stark in Mitleidenschaft gezogen. Durch starke Sprünge drang

Regen und Schnee ein, so dass am

16. Januar 1950 zur Wiederherstellung

des Sarkophags der Leichnam des Königs

entnommen und zunächst in der Kloster­

krypta aufgebahrt wurde. P. Romuald

Bauerreiss beschreibt den toten König

mumifiziert in einem offenen Eichen­

sarg liegend, »im Gesichtsausdruck noch

deutlich erkennbar. Er trug bayerische

Generals­uniform mit roter Generals­

schärpe. Eine Rose lag auf seiner Brust.

Die wenigen kleinen Orden waren voll

Rost und Grünspan. Die Hände trugen

Rosenkranz und Sterbekreuz. Das Kloster bettete den Stifter in einen Eichen- und

dann in einen Zinnsarg und brachte nach

der raschen Restaurierung des Sarkophags

ihn wiederum dorthin.«

Auch der Architekt des Wiederaufbaus

nach dem Krieg Hans Döllgast berichtet

von der Instandsetzung des Sarkophages und ihren Begleitumständen – in einem

kleinen Zeitungsartikel unter der Rubrik

Stadtspiegel in der Ausgabe des Münchner

Der Sarkophag K ­ önig Ludwigs I. vor der ­Zerstörung der Basilika im Zweiten Weltkrieg

Merkur vom 18. Januar 1950 (siehe S. 42): »Am 16. Januar, gegen Einbruch der

Nacht, wurde in der Basilika St. Bonifaz

der Leichnam König Ludwig I. aus seinem

Sarkophag gehoben und in die Mönchs­

gruft im Kloster der Benediktiner überge­

führt. Den Steinsarg haben im Jahre 1944

Bomben und Brand zerstört. Der Bayeri­

sche Staat hat die Mittel aufgebracht, ihn

wieder instand zu setzen, und die Kapel­ lenwände samt der darunter liegenden

Gruft mit dem Sarg der Königin in einfa­ cher Form wiederherzustellen. Man will

die Trümmer der riesigen Deckplatte und

die verschobenen Wände aus Untersberger

Marmor möglichst ohne Ergänzungen

wieder aneinanderfügen, den durch die


bergecho 3 · 2017

kirche und klos ter

Glut zerstörten Boden und die ehedem

hölzernen Abschlussgitter erneuern, im übrigen aber dem Monument, das nicht einmal den Namen des Königs trug, die

alte, ergreifend einfache Form erhalten. Zur hundertjährigen Wiederkehr der

Bauvollendung im Herbst dieses Jahres

werden die Arbeiten ihren Abschluss fin­

den. Man war überrascht, nach Abnahme der vielfach zerrissenen und in ihren Tei­

len verschobenen Deckplatte statt eines

Zinnsarges nur mehr Reste eines eichenen

vorzufinden. Das machte eine rasche Ber­ gung im Zeitraum weniger Stunden not­

wendig, die vom städtischen Bestattungs­ amt unter Leitung der Herren Direktoren

Böck und Gscheitmeier übernommen

wurde. Der tote König wurde unversehrt mit allen Beigaben in einen Zinnsarg

mit vornehmer und einfacher eichener

Umhüllung gebettet. Er trägt die verbli­

chene königsblaue Uniform, mit karmoi­ sinroter Schärpe. Die gefalteten Hände

umfassen das Sterbekreuz. Seine Haltung

ist schmal und straff. Unter der rund

gewölbten Stirn liegen tief eingefallen die

erloschenen Augen. Abt, Prior, Brüder und

Ordensgeistliche vom Kloster St. Bonifaz,

Poliere und Bauleiter begleiteten den Sarg, den noch der Lorbeer deckt, der ihm vor

hundert Jahren beigegeben wurde.«

Nach der Restaurierung des Sarkopha­

ges wurde der tote König wieder dorthin übertragen. Alljährlich, bei der Eucha­

ristiefeier zum Todestag Ludwigs, ziehen die Mönche von St. Bonifaz nach dem

Segen dorthin und sprechen das Toten­

gebet für den Stifter. Am 28. Februar 2018

werden sich dazu auch Vertreter der ande­ ren bayerischen Benediktinerklöster in

St. Bonifaz einfinden, denn ohne König

Ludwig I. wäre nach der Säkularisation

benediktinisches, ja klösterliches Leben

.

nicht mehr möglich gewesen. Und das sollte man ihm nie vergessen! 

Dr. Birgit ta Klemenz, Stiftsarchivarin

Der Sarkophag König Ludwigs I. heute

45 


46

kirche und klos ter

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Ein bemerkenswerter Vertreter der Altarbildmalerei Johann Andreas Wolff (1652–1716) und seine Gemälde in Andechs

Wegen der überwältigenden Fülle an Bildwerken aller Art weiß man beim Besuch der Andechser ­Wallfahrtskirche gar nicht, wohin man zunächst genauer schauen soll. Natürlich zieht vor allem der prächtige Hochaltar mit dem ­Gnadenbild der Muttergottes im Strahlenkranz den Blick auf sich. Doch dann nimmt man auch schon die dazu kulissenartig hinführenden vier Seitenaltäre an den Freipfeilern wahr. Sie sind Werke des Münchner Rokokobildhauers Johann Baptist Straub aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und umrahmen barocke, also etwas ältere Ölgemälde verschiedener Künstler, darunter Johann Andreas Wolff (1652 –1716). Ihr Bildprogramm spielt auf die ­Vorgeschichte von Andechs, seine Heiltümer, den hier wirkenden Benediktinerorden und die ­Marienverehrung an. Ein Beitrag von Lothar Altmann über die Altargemälde von Wolff in Andechs.

Graf Rasso – Altarbild in der Wallfahrtskirche


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D

kirche und klos ter

47 

diversen bedeutenden Stadtkirchen –

Wolff ab 1681 eigenständig für den Münch­

Benediktbeuern, Dießen, Fürstenfeld,

1680er Jahre von den Zunftzwängen befreit

bau sind Werke des Münchner Hofmalers

Kremsmünster, St. Florian, Waldsassen

haben, ohne allerdings bei Hof jemals fest

wie Signatur und Datierung am rechten

es mehrheitlich immer noch sind?

ie beiden östlichen (also dem

Gnaden­a ltar zunächst platzierten)

Altarblätter in spätbarockem Kolo­

rit und zueinander spiegelbildlichem Auf­

Johann Andreas Wolff (1652 – 1716) von 1703, Gemälde verraten (nicht am linken, wie in

­z. B. auch in den Klöstern Altomünster,

Garsten, Göttweig, Indersdorf, Kaisheim, oder Weihenstephan zu sehen waren bzw.

ner Hof. Er muss also schon ab Anfang der gewesen sein und »Hofschutz« genossen

angestellt zu sein.

Wohl auszuschließen sind für

Johann Andreas Wolff die für Gesellen

der Literatur behauptet wird). Sie zeigen

Wolffs Anfänge

St. Benedikt von Nursia am Gründonners­

zember 1652 in der Münchner Frauen­

auch, weil von seinem langjährigen

seiner Geburt. Seine Eltern waren der

ausdrücklich betont wird, dass Wolff

einerseits den Tod des Ordensvaters

Johann Andreas Wolff wurde am 11. De­

tag 547 – wie überliefert – im Stehen. Er

kirche getauft, vermutlich noch am Tag

(»Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie

Münchner Bürger und Maler Jonas Wolff

liest noch den Lobgesang des Simeon

du gesagt hast, in Frieden scheiden«),

doch schon brechen seine Augen und er

muss von Mitbrüdern aufgefangen wer­

und dessen Gemahlin Maria Helena, geb. Schön. Als Taufpate fungierte der Hof­

bauschreiber Andreas Saltner, dem Wolff

den, die seine Seele bereits auf einem

wohl seinen zweiten Vornamen verdankte.

Ein Engelskind (Putto) im Vordergrund

lich eine Lehrzeit in der väterlichen Maler­

Lichtteppich zum Himmel fahren sehen.

Wolff absolvierte höchstwahrschein­

zeigt ein zersprungenes Trinkglas, dem

werkstatt. Akademisch-anatomische

einen vereitelten Giftanschlag auf den

chen Hofbildhauer Balthasar Ableithner

eine Schlange entweicht – Hinweis auf Heiligen.

Andererseits ist der in Verehrung

Mariens niedersinkende hl. Rasso/Rath zu sehen, auch er in fortgeschrittenem Alter,

aber von hünenhafter Gestalt und im Har­ nisch. Dieser wie die Wappenkartusche,

Kenntnisse soll er sich beim kurfürstli­

vorgeschrie­benen Wanderjahre – nicht

nur, weil sie nicht belegt sind, sondern Schüler und Mitarbeiter Johann Degler

»nicht weiter ist gekommen, als einmal mit einem seiner guten Freunde nach

Salzburg, ein andersmal nach Augspurg,

und Passau«. Als Kurfürst Max Emanuel

den Künstler auf Staatskosten zur Weiter­

bildung nach Paris schicken wollte, soll

Wolff ihn gebeten haben, ihn in seinem

Vaterland zu belassen.

Heirat und Kinder

erworben haben. Obwohl für ihn offen­

Johann Andreas Wolff hat man angeblich

zur Ausführung des Malerhandwerks in

die »im 36ten Jahr seines Alters«, also 1688

sichtlich nicht alle Voraussetzungen

München entsprechend den damaligen

Zunftstatuten gegeben waren, arbeitete

zur Heirat gleichsam überreden müssen,

erfolgt ist. Die Auserwählte war Maria Eva

Katharina Neu, Tochter eines Landshuter

die ein Putto vor ihm präsentiert, weisen

ihn als Grafen von Andechs aus. In seiner

Rechten hält er die Benediktsregel, trat

er doch später in das von ihm gegründete

Kloster Wörth (Grafrath) ein. Ein Pagen­ engel an seiner Seite trägt auf einem

Samtkissen eine Schatulle mit den vom

Grafen erworbenen »Herrenreliquien«,

Gegenständen, die mit Jesus in Berührung gekommen sein sollen und dank Rasso

den Grundstock des berühmten Andechser

Heiltums bilden. Beachtenswert ist auch die stimmungsvolle Ansicht des Klosters

Andechs zu Füßen des Heiligen.

In den von Engeln dargebotenen Oval­

bildern Wolffs über den beiden Altarblät­

tern ist auf die heiligen Päpste Gregor den Großen (links; zugleich Benedikts erster

Biograph) und Leo IX. (rechts) hingewie­

sen. Auf sie gehen – wie auf den Gemälden

auch angedeutet ist – die Heiligen Drei Hostien in Andechs zurück.

Wer aber war der Maler dieser vier hier

beschriebenen Bilder, dessen Stil, Gelehr­ samkeit und Erfindungsreichtum schon

von den Zeitgenossen bewundert wurden und von dem Altargemälde – außer in

Kupferstich aus der Staatl. Graphischen Sammlung München


48

kirche und klos ter

bergecho 3 · 2017

Bildhauers. Sie dürfte mindestens 13 Jahre

Marianischen Männerkongregation am

Wolffs Persönlichkeit

muss auch sehr gekränkelt haben; denn

ber 1705 aufgenommen wurde.

Degler Glauben schenken darf, war Wolff,

jünger als ihr Gemahl gewesen sein und mit dieser Begründung bat Wolff im

August 1700 den Freisinger Bischof, ihm

das Privileg einzuräumen, in seiner Haus­

kapelle sonntags die Hl. Messe feiern zu

dürfen. Auch starb sie fast sechs Jahre vor

ihrem Ehemann. Das Ehepaar Wolff hatte nachweislich sieben Töchter, von denen

Bürgersaal, in die Wolff am 29. Novem­ Die erfolgreiche Zusammenarbeit

Wenn man der Charakterisierung durch der sehr ehrbar und maßvoll lebte, von

zwischen Giovanni Antonio Viscardi (1645–

Jugend auf nicht sehr gesellig. Allerdings

künstlerischer Beeinflussung«. Außer

Männern. Obwohl Wolff anscheinend so

gemeinsame Projekte beispielsweise der

häufige und gründliche Studium von

1713) und Wolff erfolgte »in wechselseitiger dem Münchner Bürgersaal (1710/11) waren

Kongregationssaal im dortigen Jesuiten­

liebte er offenbar Gespräche mit gelehrten gut wie nie verreiste, war er durch das

Büchern künstlerisch wie religiös sehr

gebildet. So konnte er auch zu einem aus­

allerdings nur zwei die Eltern überlebten.

kolleg (1698), die Kapelle des Benediktine­

dann ebenfalls im Jugendalter verstorben

und wahrscheinlich die Maximilianska­

als Inventarisator, Schätzer und Gutachter

Angeblich gab es auch zwei Söhne, die

rinnenklosters Lilienberg ob der Au (1701)

gewiesenen Kunstkenner heranreifen, der

sein müssen.

pelle am Freisinger Dom (1710). Hierbei

Künstlerisches Umfeld am Münchner Hof

gewann Wolff als bedeutender Raumaus­

tion seiner Bilder kann der Schluss gezo­

dies schon 1696 in der Signatur Wolffs

geprägte Malerpersönlichkeit« war.

statter bzw. Innenarchitekt an Profil, wie

gefragt war. Aus all dem und der Konzep­

gen werden, dass Wolff eine »intellektuell

Johann Andreas Wolff war wie schon sein

am Chorgewölbe der unter seiner Regie

als im bürgerlichen Milieu Münchens

St. Maria Thalkirchen aufscheint.

Das ergibt sich nicht nur daraus, dass eine

der Kontakt Wolffs zu den gleichaltrigen

Wolffs Arbeitsweise

Wolff die Bibel offenbar durch und durch

zu den bürgerlichen Meistern. So soll er

die Arbeitsweise Wolffs: »Wenn er ein

Vater und Großvater mehr im höfischen

beheimatet. Auch auftragsbedingt scheint

umgebauten Pfarr- und Wallfahrtskirche

Im Hause Wolff muss eine prägende

religiöse Atmosphäre geherrscht haben. eigene Hauskapelle vorhanden war und

kannte, sondern auch daraus, dass sich

Hofkünstlern enger gewesen zu sein als

Johann Degler berichtet ausführlich über

freundschaftliche Beziehungen etwa zu

Altarblatt zu machen gehabt, hat ers

leben entschieden.

maler Johann Anton Gumpp und (Ober-)

Malen kommen, und dann ist fast alles

hagerer Mann mit schwarzen Haaren, der

unterhalten haben. Ab 1704/05 führte

schon halb gemalt war, hat er wieder

Haus ging – nach neuester Mode eine

Hofbildhauer Andreas Faistenberger, Hof­ Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi

zwey bis dreymal gezeichnet, bis er zum

wieder anders geworden, ja, wenns auch

Wolff neben dem Titel eines kurfürst­

ausgestrichen, und die Sache vollkomme­

fürstlichen Hofmalers und Kammer­

Eingebungen, und Gedanken, wie man

Ehrentitel auch im Sodalenverzeichnis der

darinn am beßten wirke …«

lichen Hofmalers auch den eines »Hoch­ dieners« zu Freising. So finden wir diesen

ner gemacht; denn er hatte eine Menge

eine Begebenheit vorstellen sollte, daß sie

zwei Wolff-Schüler später für ein Kloster­ Wolff war ein hochgewachsener, eher

adrett gekleidet war und – wenn er außer schwarze Perücke trug. Das »um 1700«

gemalte Selbstbildnis im Halbprofil, das

den Endvierziger ohne Künstlerattribute

oder sonstiges schmückendes Beiwerk in

privater Sphäre wiedergibt, konzentriert sich auf das hell erleuchtete Gesicht, an

dem sofort die hohe Denkerstirn auffällt.

Alles in allem drückt sich in dem Porträt ein gesundes Selbstbewusstsein aus.

Wolffs Tod vor 300 Jahren Mag sein, dass die wiederholt kritisierte

»Langsamkeit« Wolffs und vielleicht auch sein Widerwillen gegen Reisen teilweise

krankheitsbedingt waren. In der Tat soll der Maler schon 1693 einen Schlaganfall

erlitten haben. Im September 1714 hören

wir von Wolff selbst in einem Brief, dass

er von »einer todtgefehrlichen Khrankheit

heimbgesuecht« wurde.

Überraschenderweise verzeichnet das

Meisterbuch der Münchner Malerzunft

den Tod des Nichtmitglieds Wolff. Dem­

nach ist – noch nicht einmal ganz 64 Jahre

alt – »der edl und khunstreiche Herr

.

Johann Andreas Wolff« »anno 1716, den 9. Abril, … in Gott seelig verschiden«. 


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kirche und klos ter

49 

»Warum ich im Haneberghaus mitarbeite« Aus dem Haneberg-Jahresbericht 2016 Peter Döbbeler arbeitet einmal pro Woche ehrenamtlich im Haneberghaus, er sitzt an der Infothek im E­ ingang und lenkt den nie ver­siegenden Strom der Bedürftigen. Hier erzählt er, warum er das seit J­ ahren tut.

D

ie französische Mystikerin

Gabrielle Bossis hat in einem geist­

lichen Tagebuch ihre Gespräche

mit dem Herrn aufgezeichnet. Einmal

sieht sie einen armen Mann, der im Freien

auf einer Bank schläft. Sie bittet den

körperlich Behinderten, die anschließend

amtlichen Frauen und Männern, darunter

in der Früh Betrunkenen, Migranten aus

und Geldspendern, die sich oft seit ihrer

in den Fußgängerzonen betteln, die schon

auch Ordensangehörigen, den vielen Sach-

Südosteuropa und Asylanten aus Afrika,

Jugend St. Bonifaz verbunden fühlen.

ziert werden kann. Wer will ihnen ver­

gen, die ich nicht missen möchte. Es gibt

mit denen nur über Zeichen kommuni­

übeln, auf ein besseres Leben bei uns zu

hoffen? Fünfzehn oder mehr Nationen in bunter Mischung halten sich in einem

Raum auf. Kein Platz ist mehr frei. Mitun­ ter führen dann Bana­l itäten zu heftigem

Es sind auch persönliche Erfahrun­

in unserer schönen reichen Stadt eine

von bitterer Armut und Hoffnungslosig­

keit geprägte Parallelwelt, die viele gar nicht wahrnehmen. Manche Besucher

breiten ihr halbes Leben vor mir aus. Wie

Streit. Allen in benediktinischer Freund­

rasch kann der Absturz erfolgen, wenn

unterschiedslos die Hilfe zu gewähren, die

ergehen? Ich sehe, wie jemand einem

lichkeit zu begegnen (RB 66) und allen

möglich ist – das ist eine Herausforderung,

Herrn um Erbarmen. Er antwortet: Von

sich Unglück einstellt! Wie würde es mir

anderen die Tür aufhält und den Vortritt

lässt. Anständigkeit ist nicht an Reich­

sein gebunden. Eine gut aussehende Frau

dir erwarte ich mehr.

redet offen über ihre Armut. Ein Mann im mittleren Alter kommt mit einem Herun­

Barmherzigkeit üben

tergekommenen, den er sozusagen an die

Ich spüre auch, in der Pflicht der christli­

Hand nimmt. Er unterweist ihn in den

zu üben und Bedürftigen beizustehen.

das doch sehr viel Geduld und Zeit erfor­

einfachsten Dingen. Ich bemerke, dass

chen Tradition zu stehen, Barmherzigkeit

Ein Vormittag in der Woche gehört der

dere, und frage ihn, was ihn motiviere.

Benediktinerabtei St. Bonifaz in der Nähe

Er sei selbst in einer Notlage gewesen,

an der Tür des Haneberghauses und bin

anderen. Jemand fragt nach einer Beicht­

des Münchner Hauptbahnhofs. Ich stehe

Gott habe ihm geholfen, und nun helfe er

Ansprechpartner für die Ein- und Ausge­

gelegenheit.

henden. Viele, die kommen, gehen wort-

Samariter sein

und blicklos an mir vorbei. Man sieht

ihnen an, dass sie die Nacht im Freien

verbracht haben. Was sie besitzen, tragen sie mit sich, sofern sie es nicht irgendwo

zurückgelassen haben. Jeder hat unge­

hindert Zutritt in den Aufenthaltsraum, zur Essensausgabe und zum Sozialbüro.

Die Mutter einer Schülerin erzählt, ihre

die eigentlich nur Engel leisten können.

Ich bewundere alle, denen es gelingt.

Soziale Arbeit ist nicht nur ein Geben,

sie ist auch ein ­Empfangen. Es ist schön,

Den Zugang ins Untergeschoss zur Arzt­

bedankt zu werden, wenn jemand frisch

derkammer regele ich mit der Ausgabe

Haneberghaus wie neugeboren verlässt.

praxis, der Bäderabteilung und der Klei­ nummerierter Karten. Manche Besucher

kenne ich schon seit langen Jahren, als

ich nachts unterwegs war und Suppe und Schlafsäcke an Obdachlose verteilt habe.

Auf Socken unterwegs Es ist dennoch immer wieder aufs Neue bedrückend, all die Not zu sehen, zum

Beispiel den Mann, der auf Socken daher­ kommt. Ein anderer trägt kurze Hosen

im Schnee. Die psychisch Kranken, die

geduscht und mit sauberer Kleidung das

Geben und Empfangen God bless you, so ein Schwarzafrikaner

beim Gehen. Dabei hat der Dank doch in

erster Linie anderen zu gelten, dem Kon­

vent, der unter großen Anstrengungen

Tochter habe kürzlich im Haneberghaus

ein Praktikum absolviert und gesagt, end­

lich habe sie einmal etwas Vernünftiges gemacht. Ein überall Tätowierter über­

rascht mich beim Abschied: Jetzt gehe er

in die Kirche zum Beten. Zwei Beamte der

Münchener Polizei bringen die Habselig­

keiten eines auf der Straße Lebenden vor­ bei, die sie gefunden haben.

Wie gut hatte es doch der biblische

Samariter, der uns Vorbild sein soll! Er

verband die Wunden des unter die Räuber Gefallenen, setzte ihn auf sein Lasttier

und lieferte ihn in der nächsten Herberge

nun schon seit fünfundzwanzig Jahren

ab. Dann beglich er die Kosten und ging

ständig ausbaut und die Kosten weit­

täglich, dreihundertfünfundsechzigmal

die Infrastruktur der Obdachlosenarbeit

gehend aus eigenem Wirtschaften trägt; dem großen Team an haupt- und ehren­

seines Weges. Im Haneberghaus wird tag­

.

im Jahr, der Stein bergauf gewälzt. 

Peter Döbbeler


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kirche und klos ter

bergecho 3 · 2017

Medaille »München leuchtet« für Frater Emmanuel

I

n Anerkennung seiner besonderen Ver­

Zusammen mit einem Mitbruder initiierte

München Frater Emmanuel Rotter, den

ses in St. Bonifaz, in dem sämtliche Ange­

dienste im sozialen Bereich hat die Stadt

Prior der Benediktinerabtei St. Bonifaz,

mit der Medaille »München leuchtet – Den

Freundinnen und Freunden Münchens« in

er vor 16 Jahren den Bau des Haneberghau­

einen wichtigen Beitrag zur Grundversor­

bote für arme und wohnungslose Men­

umständen«, betonte Bürgermeister

schen unter einem Dach gebündelt sind.

Im Haneberghaus werden Männer und

Silber ausgezeichnet. Bürgermeister Josef

Frauen ohne festen Wohnsitz mit dem

Medaille jetzt im Rathaus. »Wenn es nicht

Leben auf der Straße zu erleichtern. Zu

Schmid überreichte Frater Emmanuel die Menschen wie Sie gäbe, wäre unsere

Gesellschaft sehr viel ärmer«, würdigte

Schmid bei der Verleihung der Medaille

Frater Emmanuels langjährigen Einsatz insbesondere für Obdachlose.

In der Benediktinerabtei St. Bonifaz im

»Das Haneberghaus leistet damit

Notwendigsten versorgt, um ihnen das den Angeboten des Hauses gehören neben Essens- und Kleiderausgabe sowie Duschund Aufenthaltsmöglichkeiten auch eine Sozialberatung und medizinische Versor­ gung.

Frater Emmanuel leitet das Haus seit

gung von Menschen in prekären Lebens­ Schmid. Hilfe sei dort an keine Voraus­

setzungen gebunden. Das Angebot richte

sich an alle Menschen in einer derartigen Lebenssituation – auch an solche, die

keinen Anspruch auf Sozialleistungen

haben. »Mit diesem niedrigschwelligen Angebot ergänzen Sie die soziale Arbeit

der Stadt genau da, wo öffentliche Stellen Hilfsbedürftige nicht erreichen können«, hob Schmid hervor.

Für ihr Engagement für Obdachlose

Herzen Münchens legte der gelernte Kran­

der Eröffnung 2001. Seitdem war es an

wurden Frater Emmanuel und sein Team

Mönch ab. Seit über 25 Jahren kümmert er

200 Personen besuchen die Einrichtung

30 ehrenamtlichen Helfern bereits im

kenpfleger 1991 sein Ordensgelübde als

sich dort mit einem Team aus haupt- und

ehrenamtlichen Helfern um Obdachlose.

keinem einzigen Tag geschlossen. Rund Tag für Tag. Das Motto der Arbeit dort lau­ tet: »Keine Vorschriften machen, sondern Türen auftun.«

aus zehn festangestellten und rund

.

vergangenen Jahr vom Katholikenrat geehrt. 


bergecho 3 · 2017

51 


52

klos terbr auerei

bergecho 3 · 2017

Mehr Platz für Qualität Neue Drucktanks sichern hohe Qualität und Wirtschaftlichkeit der Filtration

Lange haben wir sie erwartet. Seit Ende Oktober nun sind die beiden neuen Drucktanks mit einem Fassungsvermögen von je knapp 600 hl an der Kloster­ brauerei aufgestellt und montiert worden. Vor allem benötigt unsere Brauerei die Tanks, um das alkoholfreie Weißbier schonend und bei niedrigen Temperaturen vor Ort in Andechs entalkoho­ lisieren zu können. Betriebsleiter Alexander Reiss erklärt, warum auch Gär- und Lagerkeller, die Filtration und die Abfüllung von den neuen Druck­tanks profitieren.

B

ei den Umbaumaßnahmen der ver­

gangenen Monate ist mir wieder

besonders deutlich geworden, dass

unsere Klosterbrauerei sehr gut mit einem

Neben den beiden neuen Drucktanks

mit moderner Füllstandanzeige für den

Filterkeller gehört dazu auch ein umfas­ sendes neues Rohrleitungssystem, der

lebendigen Organismus verglichen wer­

Einbau neuester Ventilknoten-Technik,

der verbunden sind und optimal aufeinan­

anlage und die weitere Optimierung und

den kann, wo alle Teilbereiche miteinan­ der abgestimmt sein müssen, um ein

hochklassiges Bier brauen zu können.

die Erneuerung der Wasser-Entgasungs­

Automatisierung im Bereich der stark aus­ gelasteten Entalkoholisierungsanlage für unser alkoholfreies Weißbier.

Zwei neue Drucktanks mit insgesamt knapp 1.200 Hektoliter ­Fassungsvermögen

Bessere Wirtschaftlichkeit der ­Filtrationsprozesse

Die beiden neuen Drucktanks sind im

Die beiden neuen Drucktanks mit einem

Zusammenhang mit diesen Umbauten

nur der von außen besonders auffällige bzw. sichtbare Teil einer ganzen Reihe

Volumen von je 600 Hektoliter helfen, zum einen die Produktqualität zu sichern und zum anderen die Produktion im Filter­

von Maßnahmen, mit denen wir in den

keller dem hohen Technik-Standard

haben, die hohe Qualität unserer Kloster­

anzupassen. Aber auch im Blick auf die

letzten Monaten intensiv daran gearbeitet biere und die Wirtschaftlichkeit unserer

Produktionsprozesse gleichermaßen

weiter voranzubringen.

der Klosterbrauerei Andechs insgesamt

Wirtschaftlichkeit der Filtrationsprozesse konnten wir einen deutlichen Sprung

machen. So sind nun wirtschaftlichere

Filtrationen von einer Gesamtcharge von


53 

bis zu 1.000 Hektoliter möglich. Damit

Entalkoholisierungsanlage

möglich, wenn auch das Wasser, mit dem das Bier in Berührung kommt, sauer­

entspannt auch merklich die starke Inan­

Unser alkoholfreies Weißbier erfreut sich

im Gär- und Lagerkeller.

in diesem Bereich ein Teil der Produktion

verwendete Wasser immer zuverlässig

Neueste Ventilknotentechnik und bedienungsfreundliches Rohr­ leitungssystem

gestaltet.

ebenfalls modernisiert und an den aktu­

Wasserentgasungsanlage erneuert

Ein Teil des Filterkellers wurde in diesem

Um unser Bier unbeschadet und in hoher

spruchnahme unserer Lagerkapazitäten

Zuge auch mit neuester Ventilknotentech­ nik ausgestattet, sodass kein manueller

sehr großer Beliebtheit, daher wurde auch

automatisiert und bedienerfreundlicher

Qualität in Fass und Flasche zu bekom­ men, haben wir schon lange Jahre eine

Eingriff mehr durch einen unserer Mitar­

Wasserentgasungsanlage im Betrieb. Sie

in unserer Klosterbrauerei der Umlenkung

dem Bier bis zur Abfüllung in Berührung

beiter nötig ist. Die Ventilknoten dienen

sorgt dafür, dass das Wasser, das mit

von Bier, Wasser und Reinigungsmitteln

kommt, absolut sauerstofffrei ist. Denn

teil, dass sie auf relativ kleinem Raum

als der größte Feind des Bieres. Er führt

haben wir eigentlich nie genug. Hierzu

in vielen Fällen das Aromaprofil des

und haben den für uns sehr großen Vor­

montiert werden können. Denn Platz

kommt auch ein neues Rohrleitungssys­

tem, das wesentlich einfacher aufgebaut und daher deutlich bedienungsfreund­

licher ist. Ein klarer Vorteil für die Pro­ duktqualität und -sicherheit.

Sauerstoff ist in allen Brauereien bekannt zu Oxidationen, verändert und verdirbt

Bieres und beeinträchtigt die Haltbarkeit. Darum gilt es bei allen Produktions­

schritten zu verhindern, dass Sauerstoff

ins fertige Bier gelangt. Das ist aber nur

stofffrei ist. Aus diesem Grund muss das

entgast werden. Diese Anlage wurde nun ellen Stand der Technik angepasst. Somit

können wir auch für die Zukunft beste

.

Bierqualität in Fass und Flasche gewähr­ leisten. 


54

klos terbr auerei

Weniger Energie verbraucht trotz erweitertem Anlagenpark Klosterbrauerei Andechs besteht auch 2017 erfolgreich das EMAS Öko-Audit

Die Klosterbrauerei Andechs hat Mitte 2017 erneut die Öko-­ Auditierung nach den strengen EMAS-Richtlinien erhalten. EMAS steht für »Eco-Management Audit Scheme« und ist eines der weltweit anspruchsvollsten Systeme für nachhaltiges Umweltmanagement. Mit Investitionen von weit über einer Million Euro konnte die Klosterbrauerei Andechs ihren Gesamt-Energieverbrauch seit 2012 trotz Umbaumaßnahmen und der Einführung des alko­ holfreien Weißbieres um weitere 7 % senken.

I

m Rahmen des EMAS-Umweltaudits

»Wir sind auf dem richtigen Weg«

und Umweltmanagementprozesse in der

Alexander Reiss, ist das vor allem

kamen seit Anfang 2017 alle Produktions-

Klosterbrauerei erneut auf den Prüfstand.

Über den erfolgreichen Abschluss des

Audits freut sich der Cellerar des Klosters, Frater Leonhard Winkle, besonders: »Als verantwortungsvolles Unternehmen

­wollen wir sorgsam mit den natürlichen

Für den Betriebsleiter der Klosterbrauerei,

Ansporn: »Dieses positive Expertenurteil zeigt uns, dass wir auch mit den geplan­

ten großen Umbaumaßnahmen für die nächsten Jahre auf dem richtigen Weg

sind. Wir sind dankbar, dass unsere enga­

gierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Ressourcen umgehen. Seit 2013 haben

mit uns gemeinsam diesen Weg gehen«.

effizienz – weiter massiv in unsere Kloster­

Geschäftsführer der Intechnica, eines

wir – nicht nur im Bereich der Energie­

Dr. Reiner Beer, Auditor und

brauerei investiert, um umweltschonende

weltweit tätigen Unternehmens, das

gestalten.«

finde es wichtig, dass gerade ein tradi­

damit als einzige Brauerei mit einem

wie die Klosterbrauerei Andechs nicht nur

­P roduktionsprozesse noch effektiver zu Die Klosterbrauerei Andechs gehört

klöster­l ichen Eigentümer zu den derzeit

25 von rund 650 mittelständischen und

großen Brauereien in Deutschland, die

Zertifizierungen vornimmt, ergänzt: »Ich tionsreiches Mittelstandsunternehmen

Nachhaltigkeit propagiert, sondern auch in nachweisbare Prozesse umsetzt.«

haben. Damit sind weniger als 4 % dieser

Gesamt-Energieverbrauch gesunken trotz erweitertem Anlagenpark

fiziert.

im Bereich Energieeffizienz weiter massiv

dieses EMAS-Audit erfolgreich absolviert

Brauereien in Deutschland EMAS-zerti­

Seit 2012 hat die Klosterbrauerei nicht nur

investiert, um umweltschonende Produk­


55  Links: Wieder ein wichtiger Schritt zu mehr Nachhaltigkeit: (v. l. n. r.) Freude bei Philipp Poferl (Arqum GmbH), Christian Rieger (kfm. Leiter der klöster­lichen Wirtschafts­betriebe) Alexander Reiss (Betriebs­leiter Kloster­brauerei) und Andreas Weikenstorfer (Umwelt­manage­ ment-­Beauftragter der Klosterbrauerei). Nicht im Bild: Dr. Reiner Beer (Geschäfts­führer der i­ ntechnica Cert GmbH)

Andreas Weikenstorfer erläutert die Funktions­weise der Anlage zur zentralen Kälteerzeugung.

Pressekonferenz im Sudhaus der Klosterbrauerei. Dr. Reiner Beer, der die Klosterbrauerei zertifiziert hat, ist per Skype zugeschaltet und erläutert die Ergebnisse des Öko-Audits

tionsprozesse noch effektiver zu gestalten.

Umweltfreundlichere Reinigungsmittel

Kontinuierliche Verbesserung der ­Ökobilanz

Der Gesamt-Energieverbrauch konnte seit

Der Einsatz von Reinigungsmittel ist in

Hektoliter (hl) reduziert werden. Das sind

bar. Hygiene-Standards werden selbstver­

Wirtschaftsbetrieben auf eine intakte

sel auf umweltfreundlichere Alternativen –

Wallfahrtsort Bayerns als auch als Aus­

säure mehr eingesetzt – ist der absolute

Besucher und Produzent hochwertiger

das Risiko einer Umweltbeeinträchtigung

gisches Handeln gehören für das Kloster

2012 von über 47 kWh auf unter 44 kWh pro über 3 kWh pro hl oder 7 % weniger. Der

Stromverbrauch ging von fast 10 kWh pro

der Klosterbrauerei natürlich unabding­

ständlich eingehalten. Durch den Wech­

hl 2012 auf knapp unter 9 kWh pro hl 2016

ab 2015 haben wir keine Mono-Bromessig­

zurück. Das sind über 10 % weniger. Dieser

Verbrauch gegenüber 2012 zwar gestiegen,

erfreulicher, als drei Hochdruckpumpen

aber deutlich gesunken.

gekommen und neue Elektrostapler ange­

Wasserverbrauch leicht gestiegen

dass der Dieselverbrauch der Stapler pro

2012 zwar von 510 Liter auf 570 Liter Wasser

Drittel gesenkt werden konnte.

Dies hat seinen Grund zum einen in der

Weniger Erdgas verbraucht

ursache ist allerdings die Entalkoholisie­

(inkl. Stromverbrauch der Elektrostapler)

Rückgang im Vierjahresvergleich ist umso der Entalkoholisierungsanlage hinzu­

schafft worden sind. So erklärt sich auch,

produziertem hl Bier seit 2012 um fast zwei

Der Wasserverbrauch 2016 ist gegenüber

pro 100 Liter produziertem Bier gestiegen. noch konsequenteren Reinigung. Haupt­

Generell ist unser Kloster samt seinen

Umwelt angewiesen, sowohl als ältester

flugsziel für jährlich knapp eine Million Lebensmittel. Ökonomisches und ökolo­ zusammen und sind daher nach wie vor zwei Seiten einer Medaille. Die Kloster­

brauerei steht in diesem Zusammenhang für ein langfristig ausgerichtetes organi­

sches Wachstum und für eine kontinuier­

liche Verbesserung ihrer Ökobilanz. Dabei tragen die Wirtschaftsbetriebe finanziell das umfangreiche soziale und kulturelle

Engagement des Klosters in München und

2016 ist der Verbrauch von Erdgas im Ver­

rungsanlage, die als Wasserverbraucher

Andechs. Diese Aktivitäten finanziert

34 kWh pro hl gesunken. Das zeigt eine

Weißbieres hinzugekommen ist.

steuer. 

gleich zum Jahr 2012 um über 3 % auf unter effizientere Gestaltung der Brauprozesse

und eine weiter optimierte Gebäude­

heizung.

für die Herstellung unseres alkoholfreien

.

das Kloster ohne Mittel aus der Kirchen­


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ga s tlichkeit

bergecho 3 · 2017

10 Jahre Andechser Winterbier

A

m späten Vormittag des Martins­

wie dunkles Münchner Malz und edler

rem Bräustüberl die erste Halbe

im traditionsreichen Mehrfach-Maisch­

tages hat Pater Valentin in unse­

Winterbier ausgeschenkt und damit die

Haller­tauer Aromahopfen verwendet und

verfahren gesotten. Das benötigt zwar

10. Winterbiersaison eröffnet. Was 2007

25 % mehr Zeit und Energie, verleiht aber

zehn Jahre zu einer festen Institution im

aromatischen Charakter. Die natürlichen

als Experiment begann, ist im Laufe der

dem Winterbier seinen besonderen malz­

Andechser Bräustüberl geworden. Allein

Trübstoffe wie Eiweiß und Hefe lassen

36.000 Halben Winterbier auf rund

stehen und ein besonders angenehmes

von 2011 bis 2016 stieg der Ausschank von

ein ganz eigenes Geschmacksbild ent­

46.000 zwischen dem 11. November und

»Gaumen­gefühl« beim Trinken. So steht

Geburtshelfer des Winterbieres

klösterlicher Biere, die vor Erfindung der

dem 19. März.

das Winterbier in der lebendigen Tradition

waren im Laufe des Jahres 2007 unser

Filtration gegen Ende des 19. Jahrhunderts

zusammen mit Josef Eckl, dem Haupt­

filtriert und kellertrüb waren.

stüberl. Aus dieser auf der Terrasse des

bieres stellen wir fest, dass sich immer

Alexander Reiss, Betriebsleiter der Kloster­

chen und darüber hinaus verabreden,

Wirtschafts­leiter Frater Leonhard Winkle abteilungsleiter im Andechser Bräu­ Bräu­stüberls geborenen Idee ersann

brauerei, auf Basis des Andechser Export

vor allem dunkel, malzaromatisch, un-­

Seit dem ersten Ausschank des Winter­

mehr Freunde des Winterbieres aus Mün­ das Ganze mit einer bis zu 20 Kilometer

Dunkel ein besonders malzaromatisches

langen Wanderung durch das kalte und

Klosters Andechs werden ausschließ­

Heiligen Berg verbinden, um dann das

Dunkles. Wie für alle anderen Bier des lich Rohstoffe bayerischer Lieferanten

mitunter auch sonnige Winterwetter zum

.

Winterbier im Bräustüberl zu genießen. 

Mehr Infos zum W ­ interbier unter www.andechs.de


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GENUSS & NATÜRLICHKEIT Eine bayerische Brotzeit beginnt mit einem Andechser dunkel aus der Hofpfisterei

www.hofpfisterei.de


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ver ans taltungen

bergecho 3 · 2017

C O L LO Q I U M B E N E D I C T I N U M

▪▪ Burgund – Geschichte, Landschaft und Kunst einer berühmten Region

▪▪ »Provokation Wüste«

Burgund – dessen hügelige, anmutige

lichen Tradition als spiritueller Ort eine

der Saône, der Yonne und anderen Flüssen

Die Wüste spielt in der jüdisch-christ­

bedeutende Rolle. Immer wieder haben

sich Menschen in die Einsamkeit zurück­

gezogen, um dort Gott zu suchen und zu sich selbst zu finden. Letztlich entstand

Alle Veranstaltungen, wenn nicht anders angegeben, finden im Zentrum Sankt Bonifaz, Karlstr. 34, statt. Der Eintritt ist frei, sofern keine Angaben gemacht werden. Anmeldung Benediktinerabtei St. Bonifaz Karlstr. 34, 80333 München Tel. 089/55171-112 Fax 089/55171-103 colloquium@sankt-bonifaz.de www.sankt-bonifaz.de

tige Rolle ein: seine Bau- und Kunst­

denkmäler aus dem Mittelalter und der

Die Wüstenmütter

Stück abendländischer Kulturgeschichte

vorzüglich erhaltenen Stadtensembles ein

Dr. Gabriele Ziegler, Mitglied des Vorstands

in eindrucksvoller Weise.

schwarzach

Dienstag, 6. März 2018, 20 Uhr

Wüste – Tor zur Unendlichkeit

(Dokumentarfilm über eine spirituelle

­Wüstenreise)

Max Kronawitter, Filmemacher, Ikarus

­Filmproduktion

Dienstag, 13. März 2018, 20 Uhr

Mutter der Karawane

Agnes von Helmolt, Wüstenreisende

Mittwoch, Mittwoch, 14. März 2018, 20 Uhr

Dijon – die Hauptstadt burgundischer Kultur

Mittwoch, 11. April 2018, 20 Uhr

Durch Ostburgund entlang der Saône zur Landesmitte

Mittwoch, 9. Mai 2018, 20 Uhr Durch den Süden Burgunds

referent: Richard K. Blasy, Fotopubli­

zist für Architektur und Kunstgeschichte

▪▪ Qi-Gong »Ruhe in der Bewegung – ­Bewegung in der Ruhe«

▪▪ Von Brunelleschi bis Bramante – ­Architektur und Stadtbaukunst der italienischen Renaissance

Es sind Übungen zur Entfaltung der

In Florenz – dem Zentrum einer neu­

jedem Menschen innewohnenden Lebens­

die Renaissance mit den Bauten Filippo

jedermann ausgeführt werden können.

platonisch geprägten Ästhetik – begann

i n f o r m at i o n

in der Geschichte Frankreichs eine wich­

Neuzeit vergegenwärtigen ebenso wie die

der Johannes-Cassian-Stiftung Münster­

Auszug aus dem aktuellen ­Programm von Dezember 2017 bis Mai 2018

durchzogen bzw. begrenzt wird – nahm

so auch das Mönchtum.

D ienstag, 27. Februar 2018, 20 Uhr

Colloquium Benedictinum

und waldreiche Landschaft von der Seine,

Brunelleschis und nahm bald nachhal­

tigen Einfluss auf den Sakral- und Profan­ bau Italiens. Diese neuen architektoni­

Selbstheilungskräfte, zur Gesunderhal­

tung und Kräftigung, zur Pflege der

energie. Es sind leichte Übungen, die von

Bitte bequeme Kleidung mitbringen. Der Kurs findet einmal wöchentlich statt.

Montag, 8. Januar, bis Montag, 19. März 2018,

schen und städtebaulichen Ideale fanden

20 bis 21 Uhr (10 Einheiten), Montag, 9. April,

gen in die geistig-künstlerischen Ideale

leitung: Oskar Brandner,

seit 1500 eine Steigerung und Überhöhun­

der Hochrenaissance, die sich am gül­

tigsten in den römischen Bauten und Ent­

würfen Donato Bramantes verkörperten. Mittwoch, 17. Januar 2018, 20 Uhr

Anfänge in Florenz und deren regionale Nachfolgen

Mittwoch, 21. Februar 2018, 20 Uhr

Regionale Höhepunkte und ihre Vollendung in Rom

referent: Richard K. Blasy, Fotopubli­

zist für Architektur und Kunstgeschichte

bis Montag, 23. Juli, 20 bis 21 Uhr (14 Einheiten)

Telefon 089 / 3 24 31 20 Gebühr: 88 Euro

▪▪ Meditationstage: Das Herz ist von ­Natur aus ruhig Samstag, 24. Februar 2018, 9 bis 17 Uhr Samstag, 26. Mai 2018, 9 bis 17 Uhr

leitung: Oskar Brandner,

Telefon 089 / 3 24 31 20 Gebühr: 25 Euro


bergecho 3 · 2017

ver ans taltungen

Andechser am Dom

– im Herzen von München „Das Andechser am Dom ist eines der 200 besten Restaurants in Deutschland.“ Der Feinschmecker

Weinstraße 7a | 80333 München | info@andechser-am-dom.de Reservierungen: +49 89 24 29 29 20 | Öff nungszeiten: Mo - So, 10.00 - 0.00 Uhr Infos & unser Speisenangebot fi nden Sie unter www.andechser-am-dom.de

KO N Z E R T JA N UA R 2 018 ▪▪ Konzert zum Abschluss der ­Weihnachtszeit Samstag, 6. Januar 2018

Basilika St. Bonifaz, 16.30 Uhr

Motetten und Orgelwerke von Hans

Leo Hassler, Orlando di Lasso, Johann ­Sebastian Bach, Josef Gabriel Rhein­

berger, Max Reger, u. a.

Vocalsolisten St. Bonifaz

Martin Fleckenstein, Orgel

Eintritt frei / für Spenden sind wir Ihnen dankbar

59 


60

ver ans taltungen

Andechser Exerzitien für Manager Geistlicher Übungsweg für Menschen mit Führungsverantwortung

Die Andechser Exerzitien für Manager bieten beruflich stark engagierten Führungskräften durch einen intensiven Mitvollzug des benediktinischen Lebensrhythmus die Gelegenheit, zu sich selbst zu kommen und in Ruhe über sich nachzudenken. Abt Johannes Eckert leitet die Exer­zitien in Andechs.

D

ie Andechser Exerzitien verstehen sich als geistlicher Übungsweg.

Die Teilnehmer sind während der

Exerzitien Gäste in der Klausur des

Klosters. Daher können an den Exerzitien nur Männer teilnehmen.

Die Arbeitseinheiten der Andechser

Exerzitien leiten dazu an, die eigene

Situation als Führungskraft genauer

zu betrachten. Anhand von ausgewähl­

ten Beispielen aus der Bibel werden

Führungs­situationen reflektiert und auf die eigene Lebens- und Unternehmens­ situation übertragen.

Im Mittelpunkt dieser Exerzitien steht

die bewusste Lektüre der Benediktsregel.

i n f o r m at i o n Andechser Exerzitien 2018 14. bis 18. Februar 2018 28. November bis 2. Dezember 2018 Anmeldung und Information Kloster Andechs Tagungsmanagement Elke Zeitler Tel. +49(0)8152/376-279 Fax +49(0)8152/376-239 seminare@andechs.de www.andechs.de

Gespräche, Texte und Meditationen geben

Anregung und Anleitung für eine ganz

persönliche Besinnung und Neuorientie­

rung. Sie möchten Bausteine auf dem Weg zu einer integrierten Lebensgestaltung

und Mitarbeiterführung sein. So können die Teilnehmer Hilfen für eine konkrete

.

(Um-)Gestaltung des eigenen Lebens und

Arbeitens gewinnen. 

»In größeren Gemeinschaften gebe man [dem Cellerar] Helfer. Mit ihrer Unterstützung kann er das ihm anvertraute Amt mit innerer Ruhe verwalten. Zur bestimmten Stunde werde gegeben, was zu geben ist, und erbeten, was zu erbitten ist. Denn niemand soll verwirrt und traurig werden im Hause ­Gottes.« Aus der Benediktsregel im 31. Kapitel über den ­C ellerar, den Wirtschaftsleiter eines Klosters


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020 Anz. Bergecho 19x24_neu.qxd

13.04.2006

15:24 Uhr

Seite 1

Schöne A u s s i c h t e n für Ihren Gaumen.

Ein Schlückchen Himmel auf Erden. Die Schnäpse vom Kloster Andechs. Vom Heiligen Berg ins ganze Land. Wo Sie unsere feinen Schnäpse erhalten, erfahren Sie über unseren Vertriebspartner Schwarze & Schlichte unter Telefon +49 (0) 2522/9302-223/-224. Oder bestellen Sie Ihr Schlückchen Himmel auf Erden ganz bequem im Internet unter www.schwarze-schlichte.de – Zum Wohlsein!

www.andechs.de


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ver ans taltungen

bergecho 3 · 2017

Ferien einmal anders Tage für junge Männer zwischen 16 und 26 Jahren im Juli/August 2018 Vom 28. Juli bis 4. August 2018 laden die Benediktiner von Andechs junge Männer zwischen 16 und 26 Jahren auf den Heiligen Berg dazu ein, eine Woche in der klösterlichen Gemeinschaft mit­ zuleben. Neun Teilnehmern steht diese Möglichkeit offen. Pater Lukas Essendorfer, seit Anfang ­Oktober nun als Seelsorger fest in Andechs, begleitet die Teilnehmer zusammen mit einer Gruppe von Mitbrüdern. Über seine Erfahrungen, die er in den letzten Jahren während der »Tage für junge ­Männer« gesammelt hat, spricht er im Interview.

Pater Lukas, was bringt junge Männer eigentlich dazu, in den Sommerferien für eine Woche ins Kloster zu gehen und nicht – zum Beispiel – nach ­Mallorca zu fliegen, zu feiern und zu »chillen«?

gen kommen sie aus ganz Deutschland.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie

Gemeinsam aber ist allen Teilnehmern,

unterschiedlich die Gründe sind, bei uns eine Woche mitzuleben. Der eine will

einfach raus aus dem Alltag, egal ob aus Schule, Studium oder Beruf. Der andere

will einfach Ruhe finden und neue Kraft

schöpfen. Das höre ich immer wieder bei Gesprächen im Vorfeld. Aber da ist auch Neugierde auf etwas ganz anderes bei einigen zu spüren.

Wer meldet sich zu solchen Tagen? Wo kommen die jungen Männer her?

Auch religiös sind die Teilnehmer ganz

unterschiedlich geprägt. Einige nehmen

intensiv am kirchlichen Leben teil, ande­ ren haben nur einen sehr losen Bezug. Das macht die Gespräche so anregend.

dass sie offen sind für unsere benedikti­

nische Lebensgemeinschaft. Wir Mönche

heißen ja alle bei uns willkommen, gleich ob sie katholisch oder protestantisch

sind, einem anderen religiösen Bekennt­ nis angehören oder als Agnostiker oder

Atheisten ihren Weg gehen. Die einzige

Voraussetzung von unserer Seite ist, dass

man sich auf den klösterlichen Rhythmus einlässt, was sicherlich auch ein gewisses Maß an Disziplin fordert.

So unterschiedlich die Beweggründe der

jungen Männer sind, so unterschiedlich

Was erwartet die Teilnehmer in dieser Woche?

ist auch ihre Herkunft. Aus handwerk­

lichen und kaufmännischen Berufen, als

Ich will natürlich nicht zu viel verraten,

Jungunternehmer und aus natur- und

aber es ist eine ausgewogene Mischung. Wir beten und arbeiten gemeinsam,

geisteswissenschaftlichen Studiengän­

machen Ausflüge und gestalten mitein­


bergecho 3 · 2017

ver ans taltungen

ander unsere Freizeit. Wir beginnen den

sich genutzt, um in Ruhe und im Aus­

Im Anschluss an das Frühstück und nach

nachzudenken und zu reflektieren. Immer

Tag mit dem klösterlichen Morgenlob.

einer kurzen Morgenmeditation gehen die Teilnehmer bis Mittag in die Arbeitsein­

sätze im Kloster oder in seinen Betrieben. Nach Mittagslob und Mittagessen mit

den Mönchen unternehmen wir Ausflüge in die Umgebung. Meist besuchen wir

tausch mit den anderen und uns Mönchen wieder suchen Teilnehmer noch später den Kontakt zu uns und lassen durch­

blicken, dass sie wieder mit mehr Mut und neuer Kraft in den Alltag zurückgekehrt sind.

dem Abendlob, der gemeinsamen Eucha­

Welches Ziel verfolgt die klösterliche Gemeinschaft selbst mit diesen Tagen? Nachwuchs gewinnen?

ristiefeier und dem Abendessen bieten wir noch Impulse zur benediktinischen Spiri­

Das mit dem Nachwuchs ist Sache des Hei­

tualität, zum Lesen der Heiligen Schrift,

ligen Geistes. Wir Mönche sollten ihm da möglichst nicht im Wege stehen. Uns ist

Liturgie und christlicher Praxis an. Je

nach Wetter und Stimmung lassen wir die Abende hin und wieder bei einem kühlen Getränk gemütlich ausklingen.

Was nehmen die Teilnehmer mit? Hören Sie wieder von ihnen? Für einige Teilnehmer konnten sich grö­ ßere Abschnitte im Leben klären. Nicht

immer läuft alles glatt im Leben, und die Tage bei uns hat der eine oder andere für

Beginn  Sa., 28. Juli 2018, 16.00 Uhr Treffpunkt  Pforte Kloster Andechs Ende  Sa., 4. August 2018, nach dem Mittag­e ssen gegen 14.00 Uhr Teilnehmer  maximal neun Personen

und Spiel zum lockeren Austausch. Nach

Badeseen und nutzen die Zeit bei Sport

i n f o r m at i o n

Unterkunft  in einfachen Einzelzimmern mit ­Etagendusche Kosten  Kost und Logis sind frei, dafür wird um Mitarbeit im Kloster gebeten

den gemeinsamen Tagen profitieren auch

Schriftl. Anmeldung  Kloster Andechs Pater Lukas Essendorfer OSB Bergstraße 2 82346 Andechs Tel. +49/08152-376-0 Fax +49/08152-376-143 Mail: lukas@andechs.de

nur als Gastgeber und Impulsgeber. Son­

Anmeldeschluss  Sa., 21. Juli 2018

es zuallererst einmal wichtig einfach vor­

zuleben, dass gelebter christlicher Glaube lebensfroh und zeitgemäß sein kann. Das zeigen auch viele Freundschaften, die in

diesen Tagen in Andechs gewachsen sind.

Und ebenso wichtig ist uns Mönchen: Von wir. Wir verstehen uns nämlich nicht

.

dern wir empfangen und lernen in diesen Tagen selbst auch viel. 

63 


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bergecho 3 · 2017

Willkommen im

-Himmel “Datschi.eu” Die Datschi Cafe Kandlinger ist spezialisiert auf regionale bayrische Kuchenspezialitäten“Datschi`s”- eben Bekannt und beliebt vor allem durch den

Zwetschgendatschi. Wenn auch Sie in den Himmel möchten, dann können Sie uns besuchen im bayrischen Oberland in Hausham.(50 km südlich v. München) t

chliess r und s 9.00 Uh m u t e n 0 Uhr mel öff m 17.0 Der Him forten u hetag P e in e s stag-Ru d Dien n u g Monta außer

In Hausham am Bahnübergang


bergecho 3 · 2017

“Heimat” “Heimat”

65 

Sie r ü f Wir rt. O r vo

Wir kennen unsere Region und ihre Stärken. Daher übernehmen wir Verantwortung und engagieren uns regional. Damit sichern wir aktiv die Entwicklung und Zukunft unserer Region und das schon seit über 120 Jahren.

VR Bank

Starnberg-Herrsching-Landsberg eG


66

pre s se

Süddeutsche Zeitung, 4. November 2017

bergecho 3 · 2017


bergecho 3 · 2017

impre s sum

67 

V. i. S. d. P.  P. Valentin Ziegler Bergstraße 2 · 82346 Andechs Telefon 08152 / 376-0 · Fax 08152 / 376-267 www.andechs.de

redak tion   Christian Bolley, Martin Glaab, Birgitta Klemenz

ver ant wortlich für anzeigen  Martin Glaab

ge staltung   Mellon Design GmbH, Augsburg druck   Agentur Beckenbauer, München Gedruckt auf umweltfreundlichem Papier

bildnachweis Titelfoto: Monika Reduhn Alle Fotoaufnahmen durch Benediktiner­ abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs, außer: Bernhard Susanne (S. 39); Cornelius Michael (S. 4); Döbbeler Peter (S. 49); Kiderle Robert (S. 18, 19, 21, 22, 23, 24, 50); Schmid Thomas (S. 3, 14, 30, 40); Schwierz Bommi (S. 25, 27); Staatliche Graphische Sammlung, München (S. 47); Stoltz Hans (S. 15); VERBO -Kirchen­ zeitung (S. 36); Vollmar Rene (S. 24); Weigand Stefan (S. 13, 17, 32) Da wir leider nicht alle Rechteinhaber von Bildmaterial erreichen konnten, bitten wir etwaige Rechteinhaber, sich mit der Kloster­ brauerei Andechs unter pr@andechs.de oder 08152 / 376-290 in Verbindung zu setzen. Das nächste Andechser Bergecho erscheint voraus­sichtlich im Mai 2018

Die Tagespost, 4. November 2017

Scannen und mehr erfahren


»Das gebeugte Knie und die ­hingehaltenen leeren Hände sind die beiden Urgebärden des freien ­Menschen.«  Alfr ed Delp, epiphanie 1945

Allen Freunden, Wohltätern, Gästen, allen Mitarbei­ terinnen und Mitarbeitern ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Weg durch das neue Jahr 2018

Andechser Bergecho 3-2017  
Andechser Bergecho 3-2017  

Das Andechser Bergecho ist die Zeitschrift des Klosters Andechs für alle Mitarbeiter, Gäste und Freunde des Heiligen Berges.

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