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2.  ausgabe 2017

kirche und kloster  Hedwig von Andechs – eine Brückenbauerin ga stlichkeit  Öko-Auditierung im Andechser Bräustüberl panor ama  »Transall« – Abschied aus dem Oberland


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editorial

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»In Gottes Namen fahren wir …«

D

ieser Liedanfang ist dem Gotteslob entnommen. Es ist ein

Lied, das gerne gesungen wird, wenn man auf eine Reise

geht. Auch ich sage diese Strophe jedes Mal auf, bevor ich

mit dem Auto losfahre, allerdings in einer verkürzten Form: »In Gotts Nam«.

Gerade jetzt zur Urlaubszeit finde ich es sehr gut, wenn man

sich an Gott wendet, um um einen erholsamen Urlaub und eine

schöne Reise und um eine gesunde und wohlbehaltene Rückkehr

zu bitten.

Auch die Wallfahrer, die auf unseren Heiligen Berg Andechs

kommen, singen Lieder, die auf Vertrauen und Trost und Hilfe ausgerichtet sind und ihrer Dankbarkeit Ausdruck verleihen.

Was unsere Gäste, Besucher des Haneberghauses der Obdach-

losenhilfe in St. Bonifaz, die, wenn man es von oben betrachten

würde, wie bei einer Sternwallfahrt aus allen Ecken der Stadt zu

uns kommen, für Lieder singen, habe ich noch nicht herausgefunden. Aber auch sie haben ein Ziel vor Augen, da sie wissen, dass

dort ein Ort ist, wo sie sich für ein paar Stunden entspannen und

auch Vertrauen, Trost und Hilfe finden können. Es ist ein Ort, den man auch in Dankbarkeit wieder verlässt.

Leider gibt es immer noch viele Menschen in Not, die ein Haus

wie unser Haneberghaus brauchen, und es werden nicht weniger. Lange denke ich schon daran, in »Rente« zu gehen, also daran,

dass unsere Arbeit sich irgendwann einmal von selber erledigen

und überflüssig würde, aber dies wird wohl auf lange Zeit ein

Wunschtraum bleiben.

Aber es ist gut zu wissen, dass uns so viele Freunde und Partner,

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haupt- und Ehrenamt bei

unserer Arbeit verlässlich und wirkungsvoll zur Seite stehen und

unseren Besuchern Trost spenden und ihnen vertrauensvoll zu hel-

fen versuchen.

Deshalb möchte ich Ihnen allen, auch im Namen meiner Mit-

brüder, danken für Ihre Unterstützung und Ihre Treue zum Hl. Berg

Andechs und zu Sankt Bonifaz, unserem Kloster in der Stadt München, und für Sie den Segen Gottes erbitten für Ihre Urlaubsreise, damit sie gestärkt wieder in den Alltag zurückkehren und, wenn

nötig, Trost, Hilfe und Dankbarkeit erfahren können.

Frater Prior Emmanuel Rot ter


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inhalt

K I R C H E U N D K LO S T E R 4 Hedwig von Schlesien 8 Der Schatz vom Heiligen Berg Andechs 12 Kurze Geschichte des Mönchtums, Teil 2 14 Interview mit Bischof Ivo Muser 16 Andechser Pilgerzeichen wieder erhältlich 18 Konventausflug 20 Frauen pilgern in der Ammersee-Region 22 300 Jahre Wallfahrt Pfarrei Wehringen 24 Fußwallfahrt von München nach Andechs K LO S T E R B R AU E R E I 26 Maibock im Bräustüberl Mai 2017 28 50jähriges Vereinsjubiläum Frieding – Kloster Andechs packt mit an 30 Stammtisch vom Andechser am Dom 31 Interview mit Walter Hahn im Andechser Göppingen 32 Andechser Zelt auf dem Tollwood 34 30 Jahre Zusammenarbeit mit Andechser in Mannheim 35 Andechser Hof – Fischerhochzeit in Tutzing G A S T L I C H K E I T 36 Öko-Auditierung für das Andechser Bräustüberl 38 Hofgut Elchenreute unter neuer Leitung 40 50 Jahre Andechser Klosterbiere im Hotel-Gasthof Adler 43 Geburtstagsfeier mit Stammgast Gerhard Öttl im Bräustüberl 43 Blasmusik im Bräustüberl V E R A N S TA LT U N G E N 44 Colloquium Benedictinum 45 Orgelherbst 2017 46 Symposium Kunst und Bier 48 Das Janoska Ensemble im Florian-Stadl 48 Kabarett mit Günter Grünwald 49 Dreiviertelblut im Florian-Stadl 49 Kinder- und Familientag am 3. Oktober 50 Andechser Exerzitien für Männer in Führungsverantwortung 51 Tag des offenen Denkmals am 10. September PA N O R A M A 52 Abschied der Transall-Transportmaschinen aus der Region 53 Dank und Ehrung verdienter Mitarbeiter 54 Sul Bi Yi dirigiert Rossini-Messe 55 Andechser Miniatur mit Liedermacher Julian Wittmann 56 Freundeskreis – Politisches Gespräch mit Natascha Kohnen 57 Flüchtlinge zu Besuch im Kloster Andechs 58 Naturheilkundetage von Steierl-Pharma 60 Rückblick des Andechser Bergechos 62 6. Andechs-Trail 64 Friseurwallfahrt zum Heiligen Berg 64 Cadillac-Treffen auf dem Heiligen Berg 54

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Hedwig von Andechs – eine Brückenbauerin

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Öko-Auditierung des Bräustüberls

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PRESSE »Transall« – Abschied aus dem Oberland

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Im Spannungsfeld von Christentum und Europa Hedwig von Schlesien (1174 –1243)

Weshalb ist gerade die aus dem ­bayerischen Andechs nach ­Schlesien geholte Herzogin ­Hedwig über 800 Jahre hinweg das starke und zugleich milde Leuchtfeuer S­ chlesiens und seiner zwei Völker geblieben? Etwas unvergessen Schönes scheint mit ihr geglückt zu sein. Vor 750 Jahren wurde sie h ­ eiliggesprochen. Ein Beitrag von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz.

H

edwig weist zwei Gesichter auf.

dringen Stärke, Willenskraft, Planung

Nichte Elisabeth von Thüringen,

steht sie in der Nachfolge nicht des gepei-

Das vertrautere gleicht dem ihrer

durch. Mit dieser ordnenden H ­ altung

deren Schleier sie in ihrer schweren und

nigten, sondern des machtvollen Christus,

in Händen hielt. Dieses erste Gesicht ist

dem der Sieg von nichts und niemand

von Dämonen angefochtenen Todesstunde das dienstwillige, das den großen Besitz

zugunsten der Armen nachhaltig verwal-

der Dämonen, Tod, Untergang verachtet, zu entreißen ist – unverwundbar stark,

selbst in seinen Wunden sieghaft. Und die

tet, das sich Christus im Waschen der

Vertreter des Adels, der Herrscherwürde

der Linderung menschlicher Not hingibt.

schens, das bis zur Heilgabe reichen kann.

Wunden, im Speisen der Bedürftigen, in

Dienen und herrschen: aus dem Geist Christi

stehen unter dem Gebot göttlichen Herr-

Per me reges regnant, »durch mich regie-

ren die Könige«. Über den Mitgliedern der

alten Häuser liegt die Gnadenwahl, die

Das andere Gesicht ist das scheinbar

Nähe zum Heiligen. Daran hat Hedwig

ein Antlitz aus Klasse und Rasse der höfi-

Strenge nicht nur zu sich, sondern auch

gegenteilige Gesicht der geborenen Herrin: schen Frouwe des 13. Jahrhunderts. Hier

noch teil, daher rührt ihre oft betonte

zu anderen. Es ist die Strenge nicht des


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Charakters, vielmehr der Aufgabe: zu

befehlen, Gehorsam für das Rechte zu

­fordern, das Rechte überhaupt anschau-

lich zu machen. Wenn sie über das Land reist, läßt sie sich Heiligenbilder voran-

tragen und drückt selbst eine Marienfigur

an sich: Anschauungsunterricht für die

Analphabeten ihres teilweise wilden,

unzugänglichen Landes. So erzieht sie

auch den ungebildeten Klerus: Hedwig

gründet die Domschule in Breslau, holt

mit den Zisterziensern die damalige

Gebetskultur und Technologie ins Land,

ordnet die Pfarreien. Mit derselben Selbst-

verständlichkeit kümmert sie sich um die

Bildung der Frauen jeder sozialen Schicht,

der pruzzischen, der slawischen, der deutschen. In ihr taucht das Bild der Urmutter

auf, die ihrem Land die vielerlei weib­

lichen Künste des Lebens bringt. All das

hängt mit jener Helle zusammen, die das

Volk nie an ihr vergessen hat.

Adel gepaart mit Gerechtigkeit, ­Klugheit verbunden mit ­Befehlenkönnen Nie verlässt Hedwig der persönlichen

Empfindung wegen ihre Aufgaben als

­Elisabeth danach verlangt, vor fremden

­L andesmutter, ja nicht einmal die Reprä-

Türen zu betteln – sie ist die geborene

Schleppenärmeln und eng anliegendem

die ihren Reichtum vermehrt und in den

sentation – wie modisch, mit langen

und erzogene Spenderin, die Freigebige,

Gewand, lässt sie sich auf ihrem einzi-

Armen anlegt. Überhaupt treten das Tüch-

von Kindheit an durch ihre benediktini­

telbar hervor. Ihr Naturell war warmher-

gen erhaltenen Siegel abbilden! Sie war sche Meisterin Petrussa in ihre hohe

Geburt eingepasst worden – in die große

Gebärde der Fürstin, die unter dem Maß des Vorbildes für viele steht. Für sie ist

Adel gepaart mit Gerechtigkeit, Klugheit verbunden mit Befehlenkönnen. Übung

tige, Taugliche, Sorgliche bei ihr unmit-

zige Energie, kluges Planen, großzügiges

Durchsetzen.

»Sorgsam bestellte sie den Acker ihres Leibes«

und Anlage bilden Entschlusskraft und

Ideenreichtum in der Bändigung der Wildnis aus. Die Todeskandidaten bittet sie

Hedwigskapelle in der Andechser ­Wallfahrtskirche

Freiwerden für den eigentlichen Herrn So bleibt Hedwig botmäßig ihrer hohen

politischen und bildnerischen Aufgabe,

kennt aber mitten in den ehelichen und Bei aller Erziehung der anderen er­

herzoglichen Pflichten auch ein Abschließen ihrer selbst, ein Freiwerden für den

frei, damit sie ihre Schuld bei den Bauten

zieht Hedwig aber lebenslang vorrangig

europäische Umwidmung von Strafe.

ebenso beständig wie unauffällig, ohne

wurde, sollte sie beim Gatten oder doch

bestellte sie den Acker ihres Leibes«, sagt

werden. Hedwig verwahrt sich in ein-

sie den Geburtsadel nicht, kleidet sich –

tens im Grab wolle sie »mit keinem mehr

fallend; sie verschmäht so weit wie mög-

Politik endgültig zurückgetreten vor der

der Landesmutter abarbeiten – die erste

sich selbst. Die harte Zucht leistet sie

Die durchgängige Askese Hedwigs in

nach außen bitter zu wirken. »Sorgsam

äußerlich noch innerlich ins Kloster oder

die Große Legende selbst; hier achtet

Nahrung, Kleidung, Schlaf führt weder

in die Weltentsagung. Die Witwe lebt in ihren alten Tagen in ihrer bedeutenden

außerhalb der Amtspflichten – nicht auf-

ein – wie hätte sie ihrer jüngsten Tochter,

lich Schuhe – unter dem langen Gewand

gehorchen können? Solche Umkehrun-

die Schrunden ihrer Sohlen läßt sich ein

Klostergründung Trebnitz, tritt aber nicht der Äbtissin Gertrud, plötzlich als Nonne

gen waren ihr fremd. Nie hätte sie wie

sind die erfrorenen Füße verborgen; in

Finger legen.

eigentlichen Herrn. Als ihre Grablegung

einige Wochen vor ihrem Tod besprochen

beim geliebten Sohn Heinrich bestattet drucksvoller Selbstbehauptung – wenigs-

Gemeinschaft haben«. Hier sind Sippe und

Wahl des eigenen Herzens. Erst am Ende darf das Amt abgegeben werden, darf

die kluge und getreue Magd das Netz der

Pflichten lösen.


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Hingabe und Führungskraft – ­Selbstvergessenheit und Würde So sei das Leuchtfeuer, das den Namen

dieser Frau lebendig hält, versuchsweise

so benannt: In Hedwig von Andechs und

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sers, wurde gerade in Westeuropa durch

Fähigkeit zur Unterscheidung des jeweils Nötigen

wieder bestritten. Der Ostkaiser befahl

Auch das Herzogtum Hedwigs nährte sich

ein eingebürgertes Kräftespiel immer

einem abhängigen Berufsbeamtentum,

das ihm widerspruchslos gehorchte. Das

Schlesien ist das seltene Zusammentref-

Westkaisertum jedoch war von Wahlmän-

Selbstvergessenheit und Würde noch ein-

sich jeweils neu formierender Kräfte aus-

fen von Hingabe und Führungskraft, von mal unauslöschlich gelungen, bevor die

der Neuzeit zustrebende leidenschaftliche

Selbstsuche diese mittelalterliche Balance

aufhob. Die ungewohnt gewordene könig-

liche Frau in ihrer Verbindung von Geist

nern abhängig und einem Schachspiel

Autorität hat den Wortsinn von augere: Mehrerschaft, die wachsen lässt.

und Tapferkeit zeigt Haltung. Das Auf-

leuchten der Macht ist ein Aufleuchten

von dem Gedanken einer Autorität, unter der mehrere Nationen ihre jeweilige Ein-

heit und Selbstgestaltung leben konnten.

Autorität hat den Wortsinn von augere:

Mehrerschaft, die wachsen lässt. Darin ist die Konzeption der Gerechtigkeit enthal-

ten, und auf Hedwigs Grabmal in Trebnitz steht das eine große Wort iustitia. Das

meint nicht die gleichmachende Gerech-

tigkeit: »jedem dasselbe«, sondern die

angemessene Gerechtigkeit: »jedem das

Seine«. Sie setzt eine bedeutende Klugheit

ihres heiligen und heilenden Sinnes: Die

gesetzt. Unter der kaiserlichen Oberhoheit

voraus, die Fähigkeit zur Unterscheidung

Rechten und Aufrichtenden. Sie weist ein

ihrer Nationen und unterschiedlichen

ist die Nabe aller anderen Tugenden; sie

Fürstin erscheint als Trägerin des göttlich ganzes Land in das Leben ein, zieht es aus

dem bloß tierhaften Überleben heraus. Die

Legende kennt ein Bild: Hedwig

ging mit bloßen Füßen durch den Schnee zur Kirche, und solange

gab es daher eine Polyphonie vieler Könige,

Herrschaftsstrukturen.

des jeweils Nötigen. Diese Kardinaltugend

vermeidet den Überschuss ebenso wie das Zukurzkommen. Auf heute übertragen:

Europa ist nicht allein aus der Idee

der formalen Gleichheit seiner Mit-

glieder, sondern mehr noch aus der

sie darin betete, von T ­ ränen über­

Idee der Gerechtigkeit zu konzipie-

liches Herz), trat die frieren­­de

Weg bloß gesetzlicher Angleichung

sich darin zu wärmen. Für uns sind

maß beschränken und stattdessen

würdig geworden, sie scheinen ihre

Unterschiedenheit fördern.

aber bleiben Leidenschaft und Glut

Benedikt für den Westen, Cyrill

seltenes und kostbares Bild.

­Caterina von Siena und Birgitta von

Gerechte Klugheit: Umgang mit europäischer Vielfalt

auch eine Breslauerin. Könnte

Der Gedanke der kulturellen und

hinzunehmen, im Sinn jener von

strömt (denn hier schlug ihr eigent-

Dienerin in die Fußstapfen, um

Ämter und Repräsentationen fragInhaber zu erkälten. Bei Hedwig

im Schnee des Amtes erhalten – ein

politischen Einheit Europas war

auch zu Hedwigs Zeit eine Utopie. Offensichtlich beruhte die Idee

der Einheit auf zwei Größen, dem

Christentum und der Autorität des

ren. Es sollte also den abstrakten

der Unterschiede auf ein Mindest-

den Weg vielstimmiger kultureller Europa kennt große Patrone:

und Method für den Osten,

Schweden, letztlich Edith Stein,

man eine Gestalt wie Hedwig mit

Christus gespeisten Gerechtigkeit und Klugheit, die sie in ihren

.

Mehrvölkerstaat als Spur eingetragen hat? 

Kaisers. Allerdings war das Chris-

Aus: Schlesien in Kirche und Welt Nr. 1,

che gespalten und der Anspruch des

gung der Verfasserin und des Verlags.

tentum schon in Ost- und Westkirweltlichen Pantokrators, des Kai-

Gedenktafel am ­Anstieg zur ­Kirche, ­gegenüber­ dem ­Eingang zum ­Bräu­s tüberl.

Münster 2017 – mit freundlicher Genehmi-

»St. Hedwig«  Silberrelief von Frater Stefan Janker, Kloster Andechs.


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Der Schatz vom Heiligen Berg Andechs 1967 – vor 50 Jahren wurden Teile des Andechser Heiltums in München gezeigt Vor 50 Jahren – zur 700. Wiederkehr der Heiligsprechung ­Hedwigs von Schlesien, die ja eine geborene Andechserin ist – fand im Bayerischen National­museum in München eine große Ausstellung statt, die dem Andechser Heiltum gewidmet war. 66 Stücke aus dem Andechser Schatz wurden gezeigt, dazu ­zahlreiche »Zeugnisse zum Andechser Reliquienschatz« wie das Forstenrieder Kreuz, zwei Flügel vom Andechser Heiltumsaltar oder die Blutenburger Heiltumstafel, Urkunden, Chroniken, Heiltumsinventare und -bücher. Im Vorfeld der Ausstellung waren viele Objekte konserviert und restauriert worden. ­Außerdem fand vieles wieder zusammen, was 1803 durch die Säkularisation auseinandergerissen worden war: der in Andechs verbliebene bzw. dorthin zurückgekehrte Bestand und die in die Reiche Kapelle der Münchner Residenz g­ elangten Teile. Ein Beitrag von unserer Stiftsarchivarin Birgitta K ­ lemenz.


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Truhe, in der ein Teil des Heiltumsschatz gefunden wurde.

M

it der großen Ausstellung im

Bayerischen Nationalmuseum

in München wurde die alte Ver-

gleich bis auf den Einband noch keine

farbigen Abbildungen verwendet wurden.

schlagen können, sind nach wie vor gül-

tig: »Art und Form der Verehrung des

Diese für unsere heutigen Gewohnheiten

­»Heiligen Schatzes« wie überhaupt die

und dem Benediktinerkloster Andechs

aus auch ihren Reiz. In der Einführung

Kult haben sich im Laufe der Jahrhunderte

desherren, die Andechs gegründet hatten

Bedeutung von Reliquien seit den frü-

lige Kapelle verwahrten, und die Mönche,

der Geschichte des Heiligen Berges und

tumsweisung«, wie man im Mittelalter

durch die Säkularisation, die den 1715 auf

»Heiltumsstühle« (in Andechs die heute

bindung zwischen dem Haus Wittelsbach

wieder sichtbar: die Wittelsbacher als Lanund einen der drei Schlüssel für die Hei-

die mit der Sorge um das Heiltum und der

Seelsorge für die Wallfahrer beauftragt

eher reduzierte Form hat jedoch durch-

schrieb Pater Romuald Bauerreiß von der

hesten christlichen Jahrhunderten, von seiner Reliquien und von den Verlusten

Stellung der Reliquien im christlichen

wesentlich geändert. War seit dem Hochmittelalter der Reliquienkult vielfach

mit einer »Schau« oder pompösen »Heilsagte, verbunden, wozu die sogenannten

worden waren. Auch die Verbindung zwi-

277 Nummern angewachsenen Bestand

wurde erneuert, waren die Reliquien doch

wird nur noch in schlichten Holz- und

über dem Hochaltar, ähnliche »Heiltums-

ren Schaugefäße 1803 in die kurfürstliche

dienten, so weiß heute jedermann, dass

schen dem Heiligen Berg und München

auf 45 Stücke reduzierte. Ein Teil davon

immer dann in der Haupt- und Residenz-

Metallgefäßen verwahrt, weil die kostba-

gebracht worden, wenn ihnen kriegeri-

Münze gewandert und dort eingeschmol-

stadt oder auch anderswo in Sicherheit sche Ereignisse zu nahe kamen.

Zur Ausstellung erschien ein eigener

Katalog, der bis heute nichts an Faszina-

tion und Aussagekraft verloren hat, wenn-

zen worden waren.

Pater Romualds abschließende

Gedanken, die einen Bogen sowohl in das

Jahr 1967 als in unsere Gegenwart 2017

noch sichtbare große Freikanzel auf der Südseite der Kirche wie die Balustrade

stühle« auch in Nürnberg und anderswo)

ihre Verehrungswürdigkeit nicht etwa in ihrer Echtheit begründet ist, von einigen schon erwähnten Stücken abgesehen.

‹Bauerreiß bezieht sich hier auf das Braut-

kleid der hl. Elisabeth und das sogenannte


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»Siegeskreuz Karls des Großen«.› Aber es

gibt nicht nur eine offizielle, kanonische

Heiligkeitserklärung. Die Andechser Reliquien sind ehrwürdig und verehrenswert

allein schon durch den Glauben unserer

Väter, die vor ihnen und auf die Fürbitte

der Heiligen bauend in allen erdenklichen

Erdennöten gefleht haben. Auch die Jahr-

hunderte haben ein Recht der Heiligsprechung!«

Glaube kennt keine Grenzen, keine Nationalitäten und steht über Raum und Zeit Heute sind die kostbarsten Stücke des

Andechser Heiltums(schatzes) in der Heiligen Kapelle verwahrt, die im Rahmen von

Führungen oder zu besonderen Anlässen zugänglich ist. Die wichtigste Reliquie,

die aus den Heiligen Drei Hostien besteht

und in einer großen gotischen Monstranz

Bleikapsel zur Aufbewahrung der Andechser Hostien

gefasst ist, wird zum Dreihostienfest

im September in einer Prozession über

den Berg getragen. Der jüngste Zuwachs

stammt aus den 1920er Jahren, als Kardi-

nal Adolf Bertram von Breslau Andechs

eine Schädelreliquie der heiligen Hedwig

von Schlesien geschenkt hat, die in den

Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg über

den Eisernen Vorhang hinweg die heimat-

vertriebenen Schlesier mit ihrem Zuhause

verband und heute noch verbindet. Glaube

kennt keine Grenzen, keine Nationalitä-

ten und steht über Raum und Zeit. Das gilt

auch für die Andechser Reliquien, wenn

sie als sichtbare Zeichen auf den unsicht-

baren Gott verweisen: »Selig, die nicht sehen, und doch glauben.«

Sogenanntes Elisabethkreuz


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Die alten Jahrbücher des Klosters, die

sogenannten Ephemerides, wurden mit

dem Jahr 1846 weitergeführt – zunächst

von Mettener Benediktinern. Sie hielten sich nach dem Rückkauf der Klosterge-

bäude durch König Ludwig I. gewissermaßen als Vorläufer der Mönche von

St. Bonifaz und deren Statthalter bis zur

Gründung der Abtei in München 1850 auf

Wunsch des Königs in Andechs auf. Im ersten Band, der die Jahre von 1846 bis

1866 umfasst, heißt es zu Beginn:

Im Jahre 1803 wurden von den Klosteraufhebungskommissären der größte Theil der Heilig­t hümer mit Ausnahme der hl. Hostien und einigen we-

nigen anderen, welche ohne Silber- und Gold-

schmuck waren z. B. Schweißtuch in eine Kiste gepackt, u. nach München abgeführt, um dort ­i hres

kostbaren Schmuckes beraubt zu werden.

Nach einigen Wochen schon gab der letzte H. Abt dem Wirth Georg Schmid von Aschering (dama-

ligen Boten in Erling) einen Brief nach ­München,

um die hl. Schätze zurückzubringen. Obiger Wirth entledigte sich im Münzgebäude zu München

seines Auftrages u. fand wider Erwarten geneigtes Gehör. Man führte ihn in ein Zimmer, wo die

hl. Reliquien auf verschiedenen Tischen zerstreut u. ihrer Zierde beraubt umherlagen. Die meisten

größeren u. viele kleineren waren indeß noch mit

der nothwendigen Aufschrift u. Bezeichnung ver-

sehen. Der genannte Bote od. Wirth erhielt von

P. Placidus Scharl (damals in München u. bei

Übergabe der Kiste in Thränen ausbrechend) eine Küste, in welcher er die Kostbarkeiten nach

Andechs zurückbrachte u. sie dem H. Prälaten

wieder einhändigte. Der noch heute (16ten Juni

1846) lebende Überbringer ist bereit, Alles dieses

mit einem Eide zu bekräftigen. Dieß betheuerte er

bei seiner persönlichen Unterredung mit P. Rupert.

So hat Gottes Vor­sehung neuerdings gesorgt u. es

nicht zugelassen, daß der Schatz zu Grunde ging.

Wie aber, haben sich vielleicht die Plünderer doch gefürchtet, die Heiligthümer ganz zu zerstören?

Wie dem sei, es hat sich bewährt: custodit Dominus ossa eorum, unum ex his non conteretur ›Der

Herr wacht über die Gebeine der Seinen, keines von ihnen wird zermahlen.‹ 

Andechs, den 16. Juni 1846 – P. Rupert

Mit termüller o.s.b. – d. Z. Verwalter dahier.

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Anhang zur alten Chronik: Als die Heiligthümer 1803 od. 1804 von München zurückgekehrt waren, hatte sich der irreligiöse Geist jener Zeit schon des größeren Theils der lebenden Generation bemächtiget. Es wurde zwar nach u. nach wieder ein bedeutender Theil der hl. Reliquien, wenn auch nicht in Gold u. Silber, so doch in Holz u. andere Stoffe gefasst u. öffentlich exponirt, doch hatte die Gleichgiltigkeit dagegen ziemlich eingerissen. Die Vornehmeren u. sog. Aufgeklärten des Ortes jubelten, daß der alte Aberglaube mit Todtengebeinen aufgehört habe u. die Pfaffen verscheucht seien, sie hätten’s gerne gesehen, wenn das erhabene Gotteshaus mit Kanonen dem Erdboden gleichgemacht worden wäre (also drückten sie sich aus). Sie hatten sich nämlich ein Muster an den bei der Kloster-Aufhebung betheiligten Personen genommen, welche dahier auf eine empörende Weise gegen alles Heilige verfuhren, die hl. Reliquien mit Füßen in die nicht passende Küste stampften, mitten in der Kirche den Boden aufrießen, um das Grab des frommen Stifters Albert III. zu entdecken, dessen hl. Überreste sie räuberisch anfielen u. plünderten u. so der Zerstörung preisgaben, welche die Konventualen des Klosters wie Malefikanten behandelten u. d. gl. Nach solchen Vorgängen war es kein Wunder, wenn auch die Gläubigen alle religiöse Scheu verloren u. die Andacht auf dem hl. Berg, wenn auch nicht ganz, doch großentheils abnahm. An Priestern u. Beichtvätern mangelte es ohnehin, die öffentliche Vorzeigung der hl. Schätze hatte längst aufgehört, weil nur wenige Stille im Lande (…) mehr an ihre Ächtheit glauben wollten, kirchliche Feierlichkeiten in Andechs, wie sie früher zu Klosterszeit

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statt hatten, waren verschwunden, an den höchsten Festen sahe es in der prachtvollen Kirche den ganzen Tag todt u. öde aus, kaum daß eine heilige Messe daselbst gelesen wurde, Ceremonien, welche früher nur in der Klosterkirche statt hatten, wurden in Erling gehalten (z. B. Passion in der Charwoche, Charfreitag, sonntägliche Nachmittagsandacht u. a.), das Klostergebäude war in lauter weltlichen (selbst protestant.) Händen, welche die Oratorien u. Psalmenchöre in Tanzsäle u. Paradezimmer umschufen, alle Crucifixe u. religiösen Zeichen aus dem Hause entfernten, die Bibliothek mit Voltaire’s, Rousseau’s Werken u. Liebesromanen anfüllten u. Anlaß waren, daß nur mehr allein die lebenslustige Welt der Naturschönheit u. sinnlichen Freuden wegen hieher kam u. denselben Weltgeist der ganzen Ortschaft einhauchte od. ihn bestärkte. So blieb es ein paar Decennien ‹Jahrzehnte›. Erst seitdem die Regeneration des kathol. Lebens auf Ludwig dem ersten (1825) wieder begonnen u. bes. seit dem letzten Dezennium (Minister Abel) erfreut sich auch der hl. Berg wieder eines kräftigen Aufschwungs, welcher hoffentlich von nun an mehr u. mehr gefördert werden wird, wenn die Benediktiner durch Fürsorge des Königs Ludwig in ihr verlassenes Gebäude zurückgekehrt sein werden, was in Kurzem geschehen wird. Vorstehende Notizen sind, soweit sie aus einer früheren Periode stammen, welche Schreiber dieses nicht selbst durchlebt hat, genau nach der Angabe noch lebender Augen u. Ohrenzeugen wieder gegeben.  Andechs, den 17. Juni 1846.

P. R upert M it ter ­m üller O.S.B. d. Z. ­Verwalter U. I. O. G. D


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Von der Wüste ins Bahnhofsviertel Eine kurze Geschichte der Orden in der katholischen Kirche

Wenn man von Mönchen spricht, hat sicher jede und jeder von uns Bilder vor Augen. Meistens sind das Männer in altertümlicher Gewandung, die in lauschigen Gärten oder gotischen Kirchen besinnlichen Tätigkeiten nachgehen. Das gibt es alles wirklich, es ist aber nicht der Normalfall. Das Mönchtum – besser das Ordensleben – in der Kirche, schon alleine in der katholischen, mehr noch in der ganzen Ökumene, ist bunt und vielfältig. Pater Korbinian Linsenmann, Pfarrer von Sankt Bonifaz und Subprior der klöster­ lichen Gemeinschaft, gibt einen Einblick in diese Vielfalt. Dazu erläutert er die wichtigsten Entwicklungen in der Geschichte der Kirche, die das Mönchtum aus seinen Anfängen in der ägyptischen Wüste zu dem gemacht haben, was es heute ist. Zweiter und ­letzter Teil.

E

ine weitere Art von Orden möchte ich

nicht durchsetzen. Erst in der Neuzeit ent-

Der wohl bekannteste Pflegeorden auf

schaften. Hervorzuheben sind hier sicher

anführen: Die Krankenpflegeorden.

männlicher Seite sind die Barmherzigen

Brüder, zeitlich nahe an den Jesuiten ge­ gründet. Auf weiblicher Seite sind es die

Vinzentinerinnen, bei uns besser bekannt als Barmherzige Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul: Sie waren der erste Frau-

enorden, der ohne Klausur leben durfte,

um Pflegeaufgaben besser erfüllen zu kön-

standen eigenständige weibliche Gemein-

die Congregatio Jesu, früher bekannt als

Englische Fräulein, die den Impuls des

Ignatius für Frauen umsetzen wollten,

und die Ursulinen. Beide Orden eröffneten

Frauen ein Tätigkeitsfeld, nämlich in der

Erziehung, das bis dahin Männern vorbehalten gewesen war.

Man sollte nicht vergessen, dass bis

nen.

in die Neuzeit die Frauenklöster fast der

Ordensfrauen in der Nachfolge von Jesus

fisch weiblichen Formen leben konnten.

einzige Ort waren, an dem Frauen Bildung erwerben und ihre Religiosität in spezi-

Damit sind wir bei einem Thema, das Sie

Es gibt genug Beispiele, wie Frauen im

das Ordensleben von Frauen. Es gab und

etwa Theresa von Avila: Sie reformierte im

wahrscheinlich schon vermisst haben:

Ordensleben gewirkt haben. Ich nenne

gibt von den meisten Orden einen weib-

16. Jahrhundert den Karmeliterorden und

Frauen bis in die frühe Neuzeit nur wenig

Schriftstellerin. Oder Clara von Assisi,

lichen Zweig. Allerdings konnten die

aus ihren Klöstern heraus – das lag ebenso an der strengen Klausur wie an der Rolle, die Frauen gesellschaftlich zugestanden

wurde. Ausnahmen wie Hildegard von

ist dazu noch eine bedeutende geistliche die durchaus eine kongeniale Gründerin

war und Franziskus auf seinem Weg viel

geholfen hat. Sie hat es durchgesetzt, dass sie mit ihren Mitschwestern wirklich in

Bingen bestätigen die Regel. Genuin weib-

Armut leben durfte. Ein Frauenkloster

mittelalterlichen Beginen konnten sich oft

eigentlich vollkommen undenkbar.

liche Formen von Ordensleben wie z. B. die

ohne Besitz, das war im 13. Jahrhundert


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19. und 20. Jahrhundert: Neue Blüte – Krise – Abbruch und Aufbruch Kommen wir zum Hauptstrang der

Geschichte zurück. Nach den Jesuiten

wird es etwas unübersichtlich. In der

Barockzeit entstanden reihenweise neue

kirche und klos ter

so direkt nahe, wenn man nicht einmal

in die Kirche geht. Andererseits gibt es

heute auch das Phänomen, dass jemand

Allerdings haben sich hier Formen geist­

sätzlichen Ordensidee nehmen sie oft den

Kloster mit seiner lebenslangen Bindung

biniert mit Elementen der Mendikanten

Es ist eher für Menschen interessant, die

ner der Mönche. Oft sind also diese Orden,

ter sich haben – das sieht man am steigen-

oder seltener der Chorherren, noch selte-

die sich an der jeweiligen Spiritualität

Kirche und die Ordensberufung gleichzei-

tig entdeckt.

Gedanken der Jesuiten auf, gerne kom-

gibt es eine eigene Ordensgemeinschaft,

ausrichtet. In diesem ganzen Bereich ist

Orden. Ich verzichte darauf, sie alle ausdrücklich aufzuführen. Von der grund-

ren. Wenige sind Priester und nur selten

im Kontakt mit einer Ordensgemeinschaft den Glauben an Christus, das Leben in der

Zum anderen steht das Lebensmodell

gegen den Mainstream der Postmoderne.

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es für Systematisierungen noch zu früh.

Das zweite Vatikanische Konzil hat im kirchlichen Leben neue Formen entstehen lassen.

schon einige Jahre Lebenserfahrung hin-

den Alter der Eintrittskandidaten.

lichen Lebens in Gemeinschaft entwickelt,

idee her einfach Variationen des Vorhan-

rer Kirche oft keine Wertschätzung für

Von daher entsteht hier jetzt gerade, seit

Reformansätze in den bestehenden Orden,

Erschreckend viele, die eintreten, berich-

noch stark in Entwicklung, etwas Neues,

Noch mehr neue Orden gab es aller-

Wenn diese Atheisten sind, kann ich das

so verdienstvoll sie sicher wirkten oder

auch heute noch wirken, von der Ordens­ denen. Daneben gab es auch reichlich die oft in Abspaltungen endeten.

dings nach der nächsten Wende der Kir-

chengeschichte. Nach der Französischen

Ein dritter Grund ist, dass es in unse-

den Priester- und Ordensberuf mehr gibt.

ten vom Unverständnis ihrer Angehörigen.

ja nachvollziehen. Bei Leuten, die sich als Gläubige bezeichnen, entzieht sich das

für die man nicht ins Kloster gehen muss. den letzten 40 bis 50 Jahren und heute

in einer Weise, die Ähnlichkeiten zum

Entstehen der Orden hat.

Gottes Geist wirkt, was der Kirche hilft

Revolution und der Säkularisation zeigte

aber meinem Verständnis.

Noch ein Wort zur theologischen Einord-

in einer Welle von Gründungen, jetzt auch

gemeinschaften selbst. Es gibt Orden,

als Kirche Gottes darauf vertrauen, dass

außen tätig waren. Das Ende der alten

Oder die Aufgabe ist für junge Leute absto-

sich die ungebrochene Vitalität der Kirche

oft von Frauengemeinschaften, die nach

Form von Kirche hatte auch alte Vorbe-

halte gegen öffentlich tätige Ordens­frauen obsolet gemacht.

Viele der Gründungen des 19. Jahr-

hunderts sind auf eine bestimmte Auf-

gabe festgelegt, etwa die Krankenpflege.

Ein vierter Grund liegt in den Ordens-

deren Aufgabenstellung sich erledigt hat.

wir unseren Weg durch die Zeit nicht

ßend statt anziehend. Auch möchte kaum

Gottes haben, den Beistand. Als Kirche

Wer in einen Orden geht, sucht dort meistens spirituelle Heimat und Gemeinschaft.

stehen heute oft in schweren Nachwuchs-

alleine gehen, sondern dass wir den Geist sind wir also nicht nur auf unsere Kraft

und unsere Ideen angewiesen, sondern

Gottes Geist wirkt, was für die Kirche hilf-

reich ist.

Das bedeutet natürlich nicht, dass

jede neue Idee vom Heiligen Geist ist. Es

Gerade diese Orden des 19. Jahrhunderts krisen.

nung der Ordensgeschichte. Wir dürfen

jemand gern in ein Altenheim eintreten.

bedeutet auch nicht, dass uns in jeder

Situation sofort das Richtige einfällt. Aber

Wer in einen Orden geht, sucht dort meis-

gerade mit dem Blick auf die Ordensge-

Diese Krise, die momentan so gut wie alle

Wenn man das von einem Orden nicht

den Wendepunkten der Geschichte seiner

eine Verlagerung des Schwerpunkts des

tritte. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Neue Schwerpunkte des Ordenslebens

tens spirituelle Heimat und Gemeinschaft.

schichte sehen wir doch deutlich, dass an

hoffen kann, gibt es dort auch keine Ein-

Kirche Gott die richtigen Leute mit den

es nämlich reichlich Nachwuchs, so dass

II. Vatikanisches Konzil (1962–1965) und neue geistliche Bewegungen

uns weder das eigene Denken noch die

verändern. Dazu gibt es eine ganze Reihe

Zum Schluss ist eine Entwicklung zu

haupt nur in Asien oder Afrika existieren

Ereignis der Kirchengeschichte festma-

res Ordens und der unserer Kirche von

bald immer mehr Ordensleute aus solchen

Konzil. Dieses Konzil, das die Sendung der

also durchaus gespannt sein, was der

Orden in der ersten Welt trifft, bewirkt

Ordenslebens. In Asien und Afrika gibt

alle internationalen Orden sich kulturell

von neu gegründeten Orden, die über-

und dort wachsen. Ich bin mir sicher, dass

Orden in Europa und Nordamerika tätig sein werden.

Die Ursachen des derzeitigen Nach-

wuchsmangels sind vielfältig. Zum einen

erwähnen, die sich am letzten großen chen lässt, am Zweiten Vatikanischen

Laien betonte, hat im kirchlichen Leben neue Formen entstehen lassen. Man

nennt sie Movimenti, Bewegungen. Dazu gehören sehr unterschiedliche Spirituali-

geht die Zahl der praktizierenden Katho-

täten. Gemeinsam ist ihnen, dass die Mit-

und ein Ordenseintritt legt sich ja nicht

meist ein ganz normales Arbeitsleben füh-

liken gerade unter jungen Leuten zurück,

glieder großenteils verheiratet sind und

richtigen Ideen berufen hat. Das war so,

das wird auch weiter so sein. Das erspart

Möglichkeit, in die Irre zu gehen. Aber

es gibt uns die Sicherheit, dass letztlich

unser ganz persönlicher Weg, der unse-

Gott begleitet und gesegnet ist. Man darf Geist Gottes bei alten Orden und jungen

.

Gemeinschaften für die Kirche noch wir-

ken wird. 


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kirche und klos ter

bergecho 2 · 2017

»Lasst euch wandeln und ­verwandeln!« Interview mit Bischof Ivo Muser

Nikolaus von Kues hat sowohl ihr Bistum als Bischof geprägt als auch eine wichtige Rolle bei der Gründung des Klosters Andechs gespielt. Welche Bedeutung hat er heute? »Nikolaus Cusanus war keine einfache

Persönlichkeit, aber genial. Als Huma-

Mit dem Bischof von Bozen und Brixen kommt ein O ­ berhirte zum Dreihostienfest am 24. September 2017 nach Andechs, dessen Bistum auch geschichtlich mit dem Heiligen Berg verbunden ist. Vorab ­konnten wir mit Bischof Muser ein kurzes Interview führen.

nist, Philosoph, Naturwissenschaftler,

Theologe, Diplomat, Kardinal und Bischof wirkte er in die Weltkirche hinein und weit über seine Zeit hinaus.

Eine Spannung durchzog vor allem seine Brixener Zeit: Nicht selten hat er seinen

großen Prinzipien und Reformideen selber

widersprochen und sich in Kleinkriege

rament über allen Sakramenten«, wie der

Zum Kloster Andechs führt seit über 850 Jahren die älteste Wallfahrt Bayerns. Wallfahren ist heute wieder »in«. Welche Gründe sehen Sie dafür?

Wertvollste der Kirche, um unser Aller-

»Das Wallfahren gibt es in allen Religio-

nen. Schon allein diese Tatsache sagt viel

immer ein Gewinn. Wie kaum ein anderer

aus. Die eigentliche Wallfahrt ist unser

Tradition, Kontinuität und Wandel. Er hat

als ein freudiges Bekenntnis zu dieser

lische Bild um auszudrücken, was Glaube

und um ihre Erneuerung gerungen. Seine

stärkt, die unserem Leben Halt, Orientie-

Menschen sind Menschen des Weges:

richtet jede heilige Messe an uns den

sondern gemeinsam mit anderen und in

Wie würden Sie die zentrale Botschaft des Dreihostienfestes zusammenfassen? »Es geht um die Eucharistie, um das »Sakheilige Thomas von Aquin sagt, um das

heiligstes. Christus ist die Mitte unseres

Glaubens. Ich verstehe das Dreihostienfest

Herzmitte, die uns verbindet, die uns

rung und ein großes Ziel schenkt. Dabei

Auftrag: Lasst euch wandeln und verwandeln! Werdet sein Leib in dieser Welt.«

Leben. Nicht zufällig ist das häufigste bibbedeutet, das Bild des Weges. Gläubige

nicht planlos, nicht ziellos und allein,

der Hoffnung, das Ziel zu erreichen, zu

dem wir ein Leben lang unterwegs sind.

verzettelt, die ihm viele Gegner brachten und die er nicht gewinnen konnte.

Sich mit Cusanus zu beschäftigen, ist

seiner Zeit verkörperte er Fortschritt und

ein Leben lang um die Einheit der Kirche

lebenslange »Jagd nach Weisheit«, wie er sich ausdrückte, war seine lebenslange

Suche nach Gott. Cusanus, der berühm-

teste Bischof von Brixen, hat uns durch sein Lebenswerk viel zu sagen.«

Das Wallfahren ist urmenschlich, urreli-

Welche persönlichen Begegnungen und Erlebnisse verbinden Sie mit dem Kloster Andechs?

Sie sind Bischof in einem Bistum, in dem die Menschen im Alltag mehrere Sprachen sprechen. Sehen Sie sich hier als Brückenbauer?

»Den Heiligen Berg Bayerns kenne ich von

»Jeder Bischof muss ein Brückenbauer sein.

der Gedanke: Ich darf mich einreihen in

giös.«

Es geht um Einheit in der Vielfalt, es geht

einigen Besuchen her. Ich freue mich über die Einladung zum heurigen Dreihostien-

fest. Bei jeder Wallfahrt beschäftigt mich eine lange Glaubenstradition. Vor mir

um den Dienst des Zusammenführens

waren schon viele da, nach mir werden

zese Bozen-Brixen gilt dies in besonderer

schenkt Mut, Gelassenheit und Glaubens-

und des Zusammenhaltens. Für die DiöWeise auch für die drei Sprachgruppen

deutsch, italienisch und ladinisch.

Als Bischof dieser Diözese stehe ich

für die Überzeugung: Das, was uns

hoffentlich noch viele kommen. Das

.

freude.« 

Ivo Muser, Bischof von Bozen-­Brixen

eint, ist größer als das, was uns trennt. Die Unterschiede sind

nicht nur Last und Herausfor-

derung, sondern auch Chance und Reichtum. Mit anderen Worten: Was die Kraft und

die Schönheit des »Katholi-

schen« ausmacht, soll auch

in unserer Diözese mit ihren Sprachgruppen deutlich und konkret werden.«

i n f o r m at i o n Dreihostienfest 2017: Der Festgottesdienst mit Bischof Ivo Muser beginnt am Sonntag, den 24. September, um 9.30 Uhr in der Wallfahrtskirche. Die Prozession mit der Dreihostienmonstranz schließt an den Festgottesdienst an. Die Vesper um 15 Uhr in der Wallfahrtskirche beschließt den Festtag.


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GENUSS & NATÜRLICHKEIT Eine bayerische Brotzeit beginnt mit einem Andechser dunkel aus der Hofpfisterei

www.hofpfisterei.de


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kirche und klos ter

Altes Andechser Pilgerzeichen Zeichen der alten Wallfahrertradition wieder im Klosterladen erhältlich

Seit Ende Juni ist das Andechser Pilgerzeichen – Symbol der ­jahrhundertealten Wallfahrtstradition zum Heiligen Berg Bayerns – in einer limitierten Auflage von 1.500 Stück wieder im Klosterladen erhältlich. Mit dem Pilgerzeichen können sich Wallfahrer, Gäste und Freunde des Heiligen Berges zu erkennen geben.

D

Hut oder an der Kleidung zu befestigen.

Pilgerzeichen als Erinnerung vom Ziel der Wallfahrt

der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, andere

Ein solches Pilgerzeichen wurde als Erin-

beitet nach einer jahrhundertealten Vor-

17. bzw. beginnenden 18. Jahrhundert aus.

nommen, galt aber auch als Ausweis für

Pilgerzeichen sowohl von der großen Tra-

würde mit der Gründung des Benedikti-

der Andechser Wallfahrt.

Herzog Albrecht III. 1455 zusammenfal-

as Pilgerzeichen ist mit der Jakobsmuschel vergleichbar, mit der sich die Pilger nach Santiago de Com-

postela als Wallfahrer ausweisen. Gear-

lage zeugt das ca. 3 cm große Andechser

dition und als auch von der Lebendigkeit

Das Zeichen stammt frühestens aus

Datierungen gehen vom ausgehenden Die frühe Datierung des Zeichens

nerklosters auf dem Heiligen Berg durch

nerung vom Ziel der Wallfahrt mitge-

die Pilgerschaft, auf der man sich befand.

Hergestellt wurden diese Zeichen meist

in einer billigen Blei-Zinn-Legierung und

wohl als Massenartikel verkauft, obwohl Funde spärlich sind.

Auf dem umlaufenden Ring ist zu lesen:

len, ist diese doch von Seiten des Herzogs

O B E R – B A I R .

päpstlichen Legaten und Kardinal Niko-

tinerabtei Maria Laach wurde zunächst

dauerhaften Betreuung der Andechser

Andechser Pilgerzeichens aus poliertem

HEIL–IG PERG ANDEX IN

zusammen mit seinem Freund, dem

In den Kunstwerkstätten der Benedik-

Unten in der Mitte des Ringes ist das

laus von Kues, vor dem Hintergrund einer

rum sind auf drei Scheiben die Heiligen

Wallfahrt zu verstehen. Nach der Wieder-

einem Fingerglied, rechts unten mit dem

die Wallfahrt erneut aufgeblüht.

hat – als Erinnerung an Andechs für alle,

dem Gekreuzigten.

Original im Münchner Pfisterbach 1987/88 aufgefunden

als Zeichen der Verbundenheit mit frühe-

nach auf die Päpste Gregor den Großen

Der verstorbene Professor Herbert Hagn

heute ihre Anliegen, ihre Sorgen, aber

um 1177 als Geschenk Bischof Ottos II. von

rische Geologie der Ludwig-Maximilians-­

Heiligen Berg getragen haben.

Andechser Wappen eingefügt. Im Zent-

Drei Hostien dargestellt – links unten mit IHS-Zeichen und oben in der Mitte mit

Diese drei Hostien gehen der Legende

(+ 604) und Leo IX. (+ 1054) zurück, kamen

Bamberg an seinen Bruder Graf Berthold

nach Andechs und werden heute noch in

Andechs verehrt. Aus diesem Anlass wird

auffindung des Heiligen Schatzes 1388 war

vom Institut für Paläontologie und histoUniversität München hat ein Original

zusammen mit der Hälfte eines zweiten

Zeichens 1987/88 bei Grabungen, die im

heute am letzten Sonntag im September

Auftrag des bayerischen Landesamtes für

Ösen dienten wohl dazu, das Zeichen am

im Bett des Pfisterbaches in München

das Dreihostienfest gefeiert. Die beiden

Denkmalpflege durchgeführt wurden, ­geborgen.

zum Jubiläumsjahr 2005 eine Replik dieses

Messing in Auftrag gegeben, die der

Künstler Christian Fischbach geschaffen

die auf den Heiligen Berg wallfahren, und

ren Generationen, die wie die Menschen

auch ihre Freude und ihren Dank auf den In diesem Jahr wurde das Pilger-

zeichen neu aufgelegt und ist nur im

.

Andechser Klosterladen erhältlich – zum Preis von eur 7,95. 


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020 Anz. Bergecho 19x24_neu.qxd

13.04.2006

15:24 Uhr

Seite 1

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kirche und klos ter

bergecho 2 · 2017

Auf den Spuren von Wittelsbachern und Wallfahrern Konventausflug am 19. Juni nach Landshut und Maria Thalheim

Der diesjährige Ausflug der ­Mönche von Sankt Bonifaz in München und Andechs führte am 19. Juni 2017 nach Landshut und in den Wallfahrtsort Maria ­Thalheim. Frater Marcus Riemer hat die Eindrücke dieses Tages zusammengefasst. Innenhof der Landshuter Burg Trausnitz

U

nser erstes Ziel war die Burg Traus-

und die spätromanische Georgskapelle

Über das Ochsenklavier in die ­Landshuter Altstadt

Punkt eines Steilhanges über der

beheizbarer Saal mit charakteristischem

Nach der Führung stiegen wir hinab über

Renaissancepalastes erhielt die Burg

genannt wird, weil sie aus Backsteinen

nitz, gelegen auf dem höchsten

Stadt an der Isar. Der Name der Burg soll

abschrecken und bedeutet »trau dich

erhalten sowie der »Alte Dürnitz«, ein

Kreuzrippengewölbe. Das Aussehen eines

die Fürstentreppe, die auch Ochsenklavier

nicht«, so dass wir uns der mächtigen

Trausnitz vor genau 500 Jahren unter

mit gemauerten Querstreben besteht, so

über den parkähnlichen Hofgarten näher-

lieh der Burg ihren Schlosscharakter mit

und Ochsen gehen konnte. So kamen wir

durch die ausgedehnte Anlage genossen

den. Noch Ludwig II. hat von 1869 bis 1873

der Frauenkapelle bei St. Martin, wo wir

Burg vorsichtshalber von ihrer Rückseite ten. Bei einer kurzweiligen Führung

wir immer wieder den beeindruckenden

Herzog Ludwig X. Der weitere Ausbau ver-

Laubenhof und dreigeschossigen Hofarkadas zweite Obergeschoss mit prächtigen

dass man diesen Weg auch mit Pferden

direkt in die Altstadt und ganz in die Nähe den Angelus beteten und die Mittagshore sangen.

Ausblick auf die Martinskirche mit ihrem

Räumen im Neorenaissancestil ausbauen

den Fenstern des über zwei Geschosse

Fürstenbaus am 21. Oktober 1961 zerstört

als großer Festsaal genutzt wird.

rekonstruiert. Von dem Feuer verschont

Burg Trausnitz – lange Zeit Sitz der ­niederbayerischen Wittelsbacher

Narrentreppe, eine enge Wendeltreppe,

Die ältesten Teile der Burg stammen noch

dell’arte, die an Herzog Wilhelm V. erin-

huter Hochzeit bemerkbar machten.

Künstler und Komödianten an seinen Hof

Zu Gast bei den Zisterzienserinnen der Abtei Seligenthal

130 m hohen gotischen Turm, so z. B. aus

gehenden Weißen Saales, der noch heute

von Herzog Ludwig dem Kehlheimer, der Landshut gegründet hat. Sie war über

lange Zeit der Herzogssitz der niederbay-

erischen Wittelsbacher. Aus dem Mittel-

alter sind noch der Wittelsbacherturm

lassen. Diese wurden bei dem Brand des

Gestärkt mit einem guten Mittagessen

im malerischen Innenhof des bayerischen

und beim Wiederaufbau nicht mehr

Lokals »Augustiner an der St. Martins

blieb neben der Georgskapelle nur die

tagspause noch genügend Zeit, in kleinen

bemalt mit Figuren aus der Commedia

nert, der zahlreiche bedeutende Musiker, rief.

Kirche« war in der verbleibenden Mit-

Gruppen die Altstadt zu durchstreifen, in

der sich die Vorbereitungen für die Lands-

Alle trafen wir uns wieder vor der Abtei

Seligenthal am Rande der Altstadt. Die

Zisterzienserinnen empfingen uns sehr


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kirche und klos ter

Altar in der Georgskapelle Burg Trausnitz

19 

Bick auf Landshut von der Burg Trausnitz

Im Nonnenchor der Abtei Seligenthal

Mit den Zisterzienserinnen im Refektorium der Abtei

Wallfahrtskirche Maria Thalheim mit Michaelikapelle

der Sanierung unseres eigenen Abteige-

bäudes in München, verabschiedeten wir gastfreundlich zu Kaffee und Kuchen in

ihrem Refektorium. Im Zuge einer Generalsanierung der Abtei Seligenthal, die

erst im Jahr 2016 endete, wurde der Speise­

uns von den Schwestern und fuhren wei-

ter nach Maria Thalheim, das bereits im

Landkreis Erding zwischen Fraunberg und Inning am Holz liegt.

saal vergrößert. Die weiteren, umfang­

Letzte Station – Wallfahrtskirche Maria Thalheim

erläuterte uns Herr Brandl vom Architek-

Dort erwartete uns Christian Pastötter, der

Rundgang, der uns durch die Klausur, in

Maria Thalheim ist. Er berichtete uns vor

reichen Baumaßnahmen präsentierte und turbüro Schnabel bei einem ausgedehnten die Alte Bibliothek, das Parlatorium, die

neben der Wallfahrtskirche befinden sich noch die Michaelikapelle als ehemalige

Friedhofskapelle und ein oktogonales

Brunnenhaus, in dem sich früher ein

Trinkbrunnen für die Wallfahrer befand und in dem seit 1966 das neue Krieger-

denkmal untergebracht ist. In der Wall-

fahrtskirche sangen wir die Vesper und

Abt Johannes feierte mit uns die Messe.

dem Hollerstrauch an der Nordseite der

Biergarten der Gaststätte Stuhlberger bei

Kirche von der mittelalterlichen Legende,

schiedenen Gärten und Innenhöfe führte.

wallfahrt an diesem Ort führte. Die Wall-

Mit vielen Eindrücken, auch hinsichtlich

chen Rokokoausstattung wurde erstmals

im Jahre 1413 urkundlich erwähnt. Direkt

Diakon im Pfarrverband Reichenkirchen/

Abteikapelle, den Kreuzgang, die Klosterverwaltung, den Winterchor und die ver-

Abtei Seligenthal

die zu der noch heute beliebten Marien-

fahrtskirche Maria Thalheim mit ihrer rei-

Danach saßen wir noch im schattigen

der Wallfahrtskirche zum Abendessen und

genossen den schönen Sommerabend, bis

.

wir gegen 21.00 Uhr wieder die Heimfahrt mit dem Bus antraten. 


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kirche und klos ter

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Unterwegs mit starken Frauen Frauen pilgern zu heiligen Orten in der Ammersee-Region Den Alltag loslassen, aufbrechen mit nur dem Allernötigsten im Rucksack und sich einlassen auf Neues – das erlebten acht Frauen beim Pilgern in der Ammersee-­ Region, veranstaltet vom Diöze­ sanverband Augsburg des Katho­ lischen Deutschen Frauenbundes (KDFB). Sieglinde Nubert hat die Gruppe fünf Tage lang geleitet.

A

m Vormittag des 29. Mai 2017 tra-

Wärme und den Wind auf der Haut spü-

und Vorfreude auf den gemeinsa-

vielen Wiesenkräutern einatmen, war für

fen wir uns in Grafrath. Spannung

men Pilgerweg lagen in der Luft. Nach

einem kurzen Kennenlernen auf dem ers-

ren und den Duft von Heu, Holz und den uns der rote Faden durch alle Tage.

Damit wir uns ganz darauf einlassen

ten Wegabschnitt stellten wir die Tage

konnten, schwiegen wir auf den einzel-

aus ins Weite« und empfingen den Pilger-

gerade dieses Schweigen als sehr wohltu-

unter das Psalmwort »Du führst mich hinsegen.

Der erste Tag führte uns zunächst

nach Sankt Ottilien. Im Kloster Dießen

nen Wegabschnitten. Alle empfanden

end für Körper, Geist und Seele. Immer

wieder legten wir kurze Pausen ein, meist verbunden mit einem Impuls. So lud zum

und im Kloster Andechs konnten wir in

Beispiel ein aus lauter Nägeln kunstvoll

fanden freundliche Aufnahme. Nach

darüber nachzudenken, was uns im Leben

den kommenden Tagen übernachten und

fünf Tagen endeten die be-WEG-ten Pil-

gefertigtes Feldkreuz dazu ein, einmal

einengt und festnagelt, aber auch was uns

gertage wieder in der Wallfahrtskirche in

Halt gibt.

Schweigen und hören

Überraschende Einladung in der ­Mittagshitze

An allen Tagen prägten wunderschöne

Nach einem mühsamen Anstieg in der

Achtsam sein für den Augenblick und alle

wir am zweiten Tag eine besondere Über-

­Grafrath.

Landschaftsabschnitte unseren Weg.

Sinne trainieren, d. h. ganz Ohr sein für

die Naturgeräusche, wache Augen haben

für alles, was in den Blick kommt, die

Mittagshitze durch Windach erlebten

raschung. Der Bildhauer, Theologe und

Musiker Franz Hämmerle, an dessen Haus wir gerade vorbei pilgerten, lud uns in


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kirche und klos ter

sein Atelier ein. Dort zeigte und erklärte

er uns seine Kunstwerke aus Holz, Bronze

und Marmor.

An weiteren Stationen wurden für uns

in Zitaten und Lebensgeschichten heilige

Frauen wie Odilia, Elisabeth und Hedwig

lebendig, auf deren Spuren wir unterwegs

waren. Uns wurde deutlich, dass vieles aus dem Leben dieser heiligen Frauen

auch für uns heute Vorbild haben kann:

Nächstenliebe, Zivilcourage, Ausstrah-

lung, Heiterkeit, aber auch den Mut, aus der Rolle zu fallen.

Freundliche Fragen nach dem »Woher« und »Wohin« Auch viele freundliche Gesten erlebten

wir unterwegs: So durften wir z. B. unsere leeren Wasserflaschen auf einem Bau-

ernhof wieder auffüllen, wir wurden von

interessierten Fremden angesprochen, die sich nach unserem »Woher« und »Wohin«

erkundigten, und vor allem wurden wir in

den Übernachtungsquartieren immer sehr

herzlich aufgenommen.

»Verwandelt, gelassen kehrst du heim und nur im Weiter­ gehen, Schritt für Schritt, ­findest du den Sinn deines Lebens; der eigentliche ­Pilgerweg ist der Alltag des Lebens.« pilgerweisheit

Dass Pilgern Kraft kostet, gerade an

den sehr heißen Tagen, an denen wir

unterwegs waren, aber auch Kraft gibt,

erfuhr jede Teilnehmerin direkt am eige-

nen Leib. Nach den ca. 100 km auf Feld-,

Wald- und Wiesenwegen von Grafrath über St. Ottilien, Schondorf, Dießen, Andechs

und zurück nach Grafrath spürte jede von uns große Freude und Dankbarkeit über

.

die wertvollen Erfahrungen, die sie unter-

wegs machen durfte. 

21 


22

kirche und klos ter

bergecho 2 · 2017

Mit der D Jubiläumskerze auf den Hl. Berg

ie erste Votivkerze aus Wehringen, die heute noch zu bewundern ist,

trägt die Jahreszahl 1717. Die Texte

alter Wallfahrtslieder und auch die Votiv-

kerze geben uns darüber Auskunft, wie

sehr unsere Vorfahren der festen Überzeu-

gung waren, dass Gott an Orten wie

Andechs mit seinen Gnadenkräften den

300-jähriges Jubiläum der Wehringer Wallfahrt nach Andechs

hilfsbedürftigen Menschen besonders

nahesteht sowie Gesundheit und Frieden

in die Familien und in die Welt bringt.

Nach mündlicher Überlieferung hat vor genau 300 Jahren die Pest in Wehringen die Menschen bewogen, große Strapazen auf sich zu nehmen und zu Fuß von ihrem Heimatdorf nach Andechs zu wallfahrten. Alfred Deschler hat als Pilger an der Jubiläumswallfahrt der Pfarrei Sankt Georg teilgenommen. Ein Moment wird ihm besonders in Erinnerung bleiben.

Heuer eine sehr große Pilgerschar In diesem Jahr 2017 fand die Wehringer

Wallfahrt zum 300. Mal statt. Sie ist mittlerweile auf einen Tag begrenzt. Wegen des Jubiläums hatte sich heuer eine

sehr große Pilgerschar von 90 Personen

in den frühen Morgenstunden auf den

Weg nach Andechs gemacht. Nach dem

Reisesegen von Pfarrer Hubert Ratzinger fuhren die Pilger um 6.45 Uhr mit dem

Bus nach Grafrath zur Morgenmesse in der Kirche des hl. Rasso. Sie wurde mit

Pfarrer Vallanattu Sunil aus der Pfarreiengemeinschaft Hiltenfingen-Langer-

ringen gemeinsam mit Wallfahrern aus

Kleinaitingen, Langerringen, Gennach und Hurlach gefeiert. Anschließend


bergecho 2 · 2017

kirche und klos ter

Auszug nach der Maiandacht, rechts Wallfahrtsleiter Ludwig Schmittner, Wallfahrtskreuzträgerin Tanja ­Steinhardt und links der Träger der ­Wallfahrtskerze Alfred Deschler

Gruppenbild vor der Wallfahrtskirche

pilgerte die Gruppe aus Wehringen mit

ein Stück weit für sich persönlich tragen.

gesungen und gebetet wurde, und auch

nes Eckert mit Weihwasser besprengt

gesegnet. Sie begleitete uns auch wieder

ihrem geschmückten Wallfahrtskreuz

Unter Glockengeläut und von Abt Johan-

nach Andechs. In Herrsching schlossen

erreichte die stattliche Gruppe um 16 Uhr

nach Hause, da in Andechs kein Platz

Schließlich zogen wir um 16.45 Uhr in die

ist. Zur Maiandacht war die Wehringer

über Inning, Herrsching und das Kiental sich weitere 50 Pilger, die sich den ganzen

langen Weg nicht mehr zutrauten, den

23 

den Heiligen Berg.

die mitgebrachte Jubiläumskerze wurde

mehr für Jubiläumskerzen zur Verfügung

Wallfahrern an.

Wallfahrtskirche ein – mit Wallfahrts-

Wallfahrergemeinde noch einmal kräftig

Rosenkränze gebetet. Als stimmgewalti-

folgten unsere Ministranten und Pfarrer

men ließen, beim Jubiläum selbst dabei

Auf dem gesamten Weg wurden sieben

kreuz und -kerze an der Spitze. Danach

ger Vorbeter ist dabei Ludwig Schmittner

Hubert Ratzinger sowie die Fahnenabord-

schar den Einsatz vorgibt. Vor der Ankunft

willigen Feuerwehr und den Veteranen.

derjenige, der der gesamten Wallfahrer-

nungen vom Fußball-Sportverein, der Frei-

in Inning wurde an einem Wegkreuz die

Der Musikverein Wehringen begleitete

Abmarsch aus Inning, am Kreuz unter

ihm einen besonders festlichen Rahmen

Allerheiligen-Litanei gebetet und beim

der Linde, der Engel des Herrn gesungen.

Zusätzlich sangen wir auf dem Weg vom Kiental zur Wallfahrtskirche kräftig die

Mutter-Gottes-Litanei.

Jubiläumskerze mit dem Andechser Gnadenbild Aufgrund der 300-jährigen Wallfahrt

den Einzug mit der »Fanfare Festive«, was

19.30 Uhr mit dem Bus auf den Weg nach Hause bzw. zum gemütlichen Abschluss

des Tages in Weil. Es war schön, dass sich

Langjährige Teilnehmer an der ­Wallfahrt geehrt

unsere Wallfahrer-Tradition fortsetzt und

Kinder mit auf den Weg gemacht hatten. So können wir darauf hoffen, dass sich

Vor Beginn der Maiandacht ehrte Abt

wir uns weiterhin unter dem Schutzman-

Wallfahrtsteilnehmer, die seit 25, 40 und

können. Bei der Gemeinde Wehringen und

Johannes am Hauptaltar zehn langjährige 50 Jahren an der Wallfahrt teilnehmen.

gestiftet. Diese begleitete uns auf einer

ger leitete und der Musikverein festlich

den gesamten Weg. Jeder, der ein beson-

kam unser neugestaltetes Wallfahrer-

deres Anliegen hatte, durfte die Kerze

Nach dem Schlussgottesdienst für

unsere Wallfahrt machten wir uns gegen

viele junge Erwachsene und auch ein paar

Anschließend feierten wir die Maian-

selbstgebauten bekränzten Rückentrage

zu sein.

gab.

wurde von allen Wallfahrern eine Jubilä-

umskerze mit dem Andechser Gnadenbild

angewachsen, da es sich viele nicht neh-

tel der Mutter Gottes geborgen fühlen

ganz besonders bei unserem Ersten Bür-

germeister Manfred Nerlinger bedanken

dacht, die unser Pfarrer Hubert Ratzin-

wir uns für die Übernahme der Buskosten

gestaltete. Für die Lieder und Litaneien

Unterstützung für die Mitteilungen im

büchlein zum Einsatz, aus dem kräftig

sowie die tatkräftige Mitwirkung bei der

.

Gemeindeblatt. 


24

kirche und klos ter

bergecho 2 · 2017

Beten mit den Füßen und Ringen mit sich selbst Vierzig Kilometer von München auf den Heiligen Berg

»Bist eppas a Betata wordn?«* fragte ein Verwandter den ­Verfasser beim Erzählen von der geplanten Wallfahrt. Die Antwort war nicht einfach. Fühlt sich ein Wallfahrer etwa besonders religiös, wenn er/sie sich mit anderen zu Fuß an einen heiligen Ort, einen Wallfahrtsort, aufmacht? Diese Frage muss jeder mit sich selber ausmachen. Matthias Hauer hat sie für sich beantwortet – auf den vierzig Kilometern von München nach Andechs.

N

atürlich bilden das Beten unter-

Fußwallfahrt von München nach Andechs

Abschluss wichtige und wertvolle

gruppen Ende April um 6 Uhr morgens

wegs und ein Gottesdienst zum

Eckpunkte bei einer Wallfahrt. Aber meis-

an der Mariensäule. Nach der Begrüßung

nahme und zum Auf-sich-nehmen der

und kurzem Gebet ging es dann los über

der Wunsch nach Auszeit aus dem

ten durch die langsam erwachende Stadt,

tens dürften andere Gründe zur Teil-

Wegstrecke führen: Für den einen kann geschäftigen Treiben des Alltags den Ausschlag geben, für den anderen bietet die

Tour einen stärkenden Trost nach einer

gescheiterten Beziehung oder dem Verlust des Arbeitsplatzes oder eines nahestehen-

die Sendlinger Straße Richtung Südwes-

über Sendling nach Hadern und zur ersten

Rast im Waldfriedhof, wo Sr. Rosa-Maria

Dick zur Gruppe dazustieß. Sie und der Abt hatten die Wallfahrt vor Jahren gemein-

sam initiiert und halten sie als geschätzte

Tradition aufrecht. Sie leiten und organi-

Wendepunkt im Leben oder eine überstan-

dern geben den Teilnehmern Gedanken

bestandene Prüfung, einen beglückenden

sieren nicht nur das Drumherum, son-

dene Krankheit kann die Wallfahrt unter-

und Denkanstöße mit auf den Weg.

Gründen des Brauchtums, der Neugier, der Freude bzw. in der Gemeinschaft

Anregungen aus dem Alltag bereichern das Rosenkranzgebet

Tag in der Natur zu verbringen oder Lust

gegriffenen Anregungen dem einen oder

nommen werden. Oder auch nur aus

an der körperlichen und geistigen Herausforderung zu haben.

In der Frühe durch das langsam ­erwachende München Betbrüder gegangen?«

durch Abt Johannes und untereinander

den Menschen. Auch als Dank für eine

Gleichgesinnter unterwegs zu sein, einen

* A uf hochdeutsch: »Bist Du unter die

etwa 30 Frauen und Männer aller Alters-

Aus welchen Beweggründen auch immer trafen sich auch heuer zur alljährlichen

So bereicherten ihre aus dem Alltagsleben

anderen selbst die Inhalte der Rosenkranzgeheimnisse. Denn apropos Wallfahrt

und Rosenkranzbeten: Das eher aus der

Mode geratene Gebet gehört dazu, auch

wenn es für viele Menschen inzwischen ungewohnt geworden sein dürfte. Aber

während des Gehens kann der Rosen-


bergecho 2 · 2017

kirche und klos ter

25 

kranz allein durch den Rhythmus der

Beine noch mehr Sinn erhalten, weil das unschöne Herunterleiern der Texte aus-

bleibt. Einen Kontrast dazu boten Etappen, die schweigend gegangen wurden: Beten

mit den Füßen pur!

Über letzte Schneefelder in den ersten Frühlingstag Nach Durchquerung des noch mit den

letzten Schneefeldern des Frühjahrs verzierten Friedhofs erreichte die Gruppe

Fürstenried und lief durch den Forstenrieder Park bis zum Buchendorfer Wirt

für ein frühes Mittagessen. Das nächste

Etappenziel nach Mühltal, Hanfeld und Söcking war der Maisinger See, wo der

erste Frühlingstag nach einer spätwin-

terlichen Kälteperiode einlud, Kaffee und

Kuchen am Ufer des ehemaligen Karpfenteichs zu genießen. Weiter führte die

Wallfahrtsstrecke durch das malerische

Aschering, über die Wiesen bei Rothenfeld

bis hin zur Friedenskapelle mit dem ersten

Blick auf die schönste Seite des Heiligen

Berges, um Kraft für den letzten Kilometer und das Erklimmen des Weges hoch zur

Wallfahrtskirche zu sammeln.

Kampf mit Blasen und Gedanken Denn auch für sportliche Mitpilger stellte der zwar leichte, aber doch recht lange

Weg eine gewisse Herausforderung dar.

Frater Elija bemerkte dazu sehr passend:

»Wer seinen Körper jetzt nicht spürt,

besitzt kein Körpergefühl!« Bewunderns-

wert waren hier vor allem die älteren,

teilweise über siebzigjährigen Teilneh-

mer, die das doch straffe Schritttempo der Gruppe klaglos mithielten. Und sicher-

lich ließ sich nicht nur mit körperlichen

Beschwerden wie Wasserblasen kämpfen,

sondern auch mit den eigenen Gedanken.

Wallfahren mag für manche somit auch ein Ringen mit sich selbst darstellen.

Kleine Aufmerksamkeiten wie ein spon-

tan spendierter Kaffee oder eine von einer

Teilnehmerin überreichte süße Überra-

schung halfen über Strapazen und Tiefs.

Müdigkeit und Ergriffenheit

Ergriffenheit. Am Ziel wurden die Wall-

fahrer mit Glockengeläut und einer »Por-

führte er schließlich noch in die Heilige

Kapelle zum Andechser Heiltumsschatz.

tion« Weihwasser begrüßt. Nach kurzer

Nach dem Mittagessen verabschiedeten

zum gemeinsamen Abendessen mit den

aber auch geschafft, dankten Sr. Rosa-­

Andacht ging es in das Gästerefektorium

sich die Teilnehmer, beseelt, glücklich,

stärkenden Getränken des Hauses, bevor

Maria und Abt Johannes für ihr Engage-

auch ein bisschen kennenzulernen, so

Sonntag startete mit einem Morgenlob vor

heimatliche Kanapee und längerfristig

Metern, vermutlich aus Müdigkeit oder

nes gefeierten Gottesdienst. Interessierte

Jahres. 

Hatte man während des Gehens viel Zeit, sich untereinander auszutauschen und

verstummten die Worte auf den letzten

die Pilgerzimmer bezogen wurden. Der

dem Frühstück und dem mit Abt Johan-

ment und freuten sich zunächst auf das

.

auf die Fußwallfahrt des kommenden


26

klos terbr auerei

bergecho 2 · 2017

Beliebter Maibock Überraschung beim Maibock-­Ausschank im Bräustüberl im Mai 2017

Nur drei Wochen hatten die Gäste unseres Bräustüberls ­­zwischen dem 1. und 21. Mai Zeit, unseren exklusiven Spezial-Ausschank, den unfiltrierten Maibock, zu verkosten. Die Resonanz hat beeindruckt.

A

m 1. Mai um Punkt 11 Uhr stach

Pater Valentin das erste Faß

Andechser Maibock auf der Ter-

rasse des Bräustüberls an und lud gekonnt zusammen mit dem Leiter des Bräu­

stüberls, Josef Eckl, und Vertriebsleiter

Wolfgang Schäff zum Probieren des unfilt-

bereits knapp 2.500 Mal an der Schänke des Bräustüberls bestellt.

Josef Eckl, der Leiter des Bräustüberls,

ist sehr zufrieden: »Auch heuer konnte

niemand genau vorhersagen, wie der erste unfiltrierte Maibock der Klosterbrauerei

bei unseren Gästen ankommen würde.

rierten Bockbieres ein. Braumeister

Wir hatten zwar in dieser Jahreszeit Erfah-

besondere Bier der klösterlichen Brauerei

melt. Aber die Menschen, die zu uns in

Andreas Stürzer charakterisierte dieses zuvor kurz für die Besucher als »helles

Bockbier mit kräftigem Malzaroma ver-

bunden mit leichten Fruchtaromen«. Ein-

ladung und Bierbeschreibung haben ganz

rung mit dem Jubiläumsbier 2016 gesam-

die Pilgergaststätte des Klosters kommen, sind im Laufe der Jahre experimentier-

freudiger geworden und haben den Mai-

bock – gerade weil er ein Charakterbier

offensichtlich ihre Wirkung nicht verfehlt.

ist – gerne genossen.«

überraschend viele Gäste den Andechser

Maibock im Mai exklusiv und ausschließ-

knapp 1.800 Halbe »Jubiläumsbier zum

schenkt. Gebraut wurde er auf Basis des

In den nächsten drei Wochen haben

Maibock verkostet. 2016 waren es noch

Zum ersten Mal wurde der Andechser

lich im Andechser Bräustüberl ausge-

500. Jahrestag des Bayerischen Reinheits-

Bergbock Hell, allerdings wurde das helle

Schanktisch gingen. Im gleichen Zeit-

nicht filtriert, sondern unbehandelt und

gebotes«, die in einer Woche über den

raum 2017 wurde der Andechser Maibock

Bockbier im Anschluss an die Lagerung direkt an das Bräustüberl geliefert.


bergecho 2 · 2017

klos terbr auerei

Ein unfiltriertes Bockbier Eine fast geheimnisvolle und blickdichte

Bernsteinfärbung und ein fester feinporiger Schaum machen Lust auf den ersten Schluck Andechser Maibock. Trotz sei-

ner stattlichen über 16 Gewichtsprozent Stammwürze und knapp 7 Volumenpro-

zent Alkohol war der Maibock angenehm

vollmundig, verbunden mit einem kräftigen, jedoch nicht aufdringlichen Körper.

Eine charakterstarke Hopfenbittere zählte ebenso zum Geschmacksbild wie ganz

leichte Honigsüße.

Mit dem Andechser Maibock konnten

die Gäste des Bräustüberls wieder ein so

genanntes »Zwickelbier« genießen. Dieses

besondere Privileg genossen früher nur

die Brauermeister, die das »Zwickelbier«

im Lagerkeller direkt aus den Lagerfässern

.

und -tanks entnehmen konnten, um den

Reifegrad des Bieres festzustellen. 

v.l. Pater Valentin, Wolfgang Schäff, Josef Eckl und Andreas Stürzer

27 


Fest gefeiert

Klosterbrauerei Andechs packt mit an, damit Vereinsfeste gelingen

Im Juni hat die Blaskapelle im Andechser Ortsteil Frieding ein ganzes Wochenende ihr 50jähriges Vereinsjubiläum gefeiert. Schon lange vor dem großen Fest haben sich die »Feste-Spezialisten« der Klosterbrauerei mit den Veranstaltern zusammengesetzt und nichts dem Zufall überlassen.

I

n Feierlaune war ganz Frieding Mitte

Knapp 100 Hektoliter Andechser Weißbier

besonderen Jubiläumswochenende sollten

limo, Apfelschorle und Tafelwasser haben

lichen Temperaturen. Gerade an diesem

die Blaskapelle Frieding, ihre Gäste,

befreundete Vereine und Gruppen feiern

können, ohne sich Sorgen machen zu müs-

sen, dass die Getränke ausgehen, die

Schanktechnik streikt oder die Ausstattung mit Bierbänken, Schirmen und

­K rügen nicht das hält, was sie verspricht. Für Georg Filgertshofer, den Logistik-

i n f o r m at i o n Wenn Ihr Verein auch mit Andechser Klosterbier feiern möchte, wenden Sie sich bitte an die Expedition der Klosterbrauerei. Klosterbrauerei Andechs Bergstraße 2 82346 Andechs Tel. +49 (0)8152/376 -259 Fax +49 (0)8152/376 -268 expedition@andechs.de www.andechs.de

Was ein gelungenes Fest ausmacht

Juni, trotz der wirklich hochsommer­

leiter der Klosterbrauerei, ist die rechtzei-

tige Vorbereitung das »A und O«: »Je früher wir uns mit den Veranstaltern treffen und

abstimmen können, umso entspannter ist die Vorbereitung für alle Seiten und umso gelungener dann auch das Fest selbst.

Unserer Erfahrung nach sollten wir am besten spätestens ein Jahr vor dem Fest

miteinander ins Gespräch kommen.« Peter

Hell, Vollbier Hell, Colamix, Zitronen-

Peter Späth und Hubert Schroll an diesem Wochenende nach Frieding gebracht und

mit dem großen Kühlwagen auf dem Festgelände dafür gesorgt, dass die Getränke immer gut gekühlt waren. Mit den vier

blitzsauberen doppelleitigen Durchlauf-

kühlern brauchten die bis zu 1.000 Gäste

des Jubiläumsfestes auch nicht lange auf

ihre Getränke zu warten. Schnell fanden Bier und Alkoholfreies so in einem der

2.400 Maß- oder 1.800 Halbekrügen den Weg zu den Gästen. Unter den rund 40

Schirmen fanden viele der Festgäste den gesuchten Schatten. Und dank der 200

Biertischgarnituren brauchte auch niemand zu stehen.

»Wir wissen inzwischen ziemlich

Späth und Hubert Schroll sind beide in der

genau, was ein gelungenes Fest aus-

die Belieferung der Feste verantwortlich.

wir für die Veranstalter auch immer den

Expedition der Klosterbrauerei u. a. für Vom großen Tollwood in München bis

zu ­k leinen Vereinsfeiern im bayerischen

Schwaben sind sie seit Jahren unterwegs.

macht«, so Peter Späth. »Natürlich haben ein oder anderen Hinweis, der zu einem reibungslosen Festablauf verhilft. Das fängt beim richtigen Umgang mit der


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klos terbr auerei

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Schanktechnik an und hört bei vielen

anderen kleinen Tipps auf.« Beim Thema

»saubere Schanktechnik« gibt es für Späth und Schroll eh keine Kompromisse: »Da sind wir echt penibel«, betont Hubert Schroll. »Unsere Schanktechnik und

besonders unsere Durchlaufkühler hegen und pflegen wir wie unseren Augapfel. Hier gibt es nur 100 % hygienisch sau-

bere einwandfreie Technik. A guads Bier braucht a perfekte Schankanlage. Dafür legen wir die Hand ins Feuer.« Aber das

Engagement der Klosterbrauer geht noch

Das Ausschank-Team

ein Stück weiter.

»Besser hätte es nicht laufen können« Das ist die berühmte »Extrameile«, für die die Klosterbrauerei inzwischen bekannt

und geschätzt ist. Für den Barbetrieb, der bei vielen Festen gar nicht mehr wegzu-

denken ist, stellt sie eigens angefertigte Kühlboxen und Eisbankkühler zur Verfügung, vermittelt professionelle Spül-

technik eines langjährigen zuverlässigen Partners, liefert zum Bühnenbau wo notwendig auch eine größere Anzahl Euro-­

Paletten. »Und damit ja nichts anbrennt, haben wir selbst am Sonntag ganz früh

auch noch einmal Bier geliefert«, so Peter Späth. »Ja. Und?« fragt Hubert Schroll

den Kollegen, so als ob noch etwas fehlt. »Ja, was ‚und‘?«, gibt Späth zurück. »Ja,

am Montagabend war alles wieder komplett abgebaut.« Lachen allerseits. Klar. Versteht sich. Da braucht es nicht viele

Jubiläumsfest zurück. »Es hat alles super

funktioniert. Auf Peter Späth und Hubert

Drei Tage lang den 50. Geburtstag gefeiert

Schroll konnten wir uns zu 100 % verlas-

sen. Sie haben mir bei allen Anliegen wei-

Weit über 2.000 Besucher haben drei Tage

terhelfen können. Auch den Schankauf-

zusammen mit der Friedinger Blaska-

pelle, befreundeten Vereinen und ihren

bau-Plan haben sie optimiert. Wir waren uns am zweiten Abend mit der Funktion der CO2-Flaschen nicht sicher. Ohne

viel nachzufragen, waren sie eine halbe Stunde später zur Stelle. Besser hätte es nicht laufen können. Von der Planung

mit Herrn Filgertshofer über den Aufbau bis hin zum Abbau. Vielen Dank für das Engagement des ganzen Teams und das

Interesse der Klosterbrauerei Andechs an unserem Fest. Dadurch hat die Kloster-

brauerei Andechs einen großen Teil zum

Erfolg des 50jährigen Jubiläumsfestes der Blaskapelle Frieding beigetragen.«

Und auch die Gäste des Festes waren

Gästen im Friedinger »Höllrigl-Stadl« den 50. Geburtstag gefeiert. Am Freitagabend gaben vor rund 500 Besuchern »Viera

Blech« aus Tirol den Ton an. Tagsdrauf hat die »Scherzlacher Blasmusik« aus

dem Raum Ravensburg vor einem ebenso gut besuchten Stadl aufgespielt. Und am Sonntag zogen die Blaskapelle, befreun-

dete Vereine und Gruppen nach dem Fest-

gottesdienst mit Abt Johannes und einem Gemeinschaftschor in einem klangvollen und farbenfrohen Umzug wieder zum

»Höllrigl-Stadl«, wo die Feier dann am Abend ausklang.

Fünf Jahrzehnte ist es inzwischen her,

Worte.

offensichtlicht sehr angetan von Auftritt

dass sich in Frieding etwas mehr als ein

wart der Blaskapelle Frieding, blickt

hat offensichtlich Eindruck gemacht«, so

Burschen zusammentaten. Die gekauften

Sebastian Sedlmayr, erster Jugend-

sehr zufrieden auf die Zusammenarbeit mit der Klosterbrauerei und das große

und Ausrüstung der Klosterbrauerei. »Das Sebastian Sedlmayr. »Das Bier war super. Einige Gäste konnten sich am Sonntag

kaum von ihren Maßkrügen trennen.«

Dutzend von der Blasmusik begeisterte

Instrumente wusste nur einer von ihnen zu spielen und das war Erwin Rauscher

mit seinem Tenorhorn. Ungezählte Stun-

den wurde einzeln und gemeinsam geübt, bis die Musikanten ihre neu erworbenen Instrumenten so akkurat beherrschten, wie man es heute von den Friedingern

gewohnt ist. So ist die Blaskapelle Frieding aus dem Leben rund um den Heiligen Berg Bayerns und weit darüber

hinaus nicht mehr wegzudenken. Gerade auch dann, wenn sie zum Beispiel beim

Andechser Bierfest in Hassloch der Region

.

musikalisch und optisch ein Gesicht geben. 


30

klos terbr auerei

»1.  Stammtisch vom Andechser am Dom« zu Besuch in Andechs

S

eit dem Eröffnungstag des

Andechser am Dom im Herbst 1994 trifft sich der »1. Stamm-

tisch vom Andechser am Dom«. Ein Stammtisch der ersten Stunde. In

ununterbrochener Reihenfolge treffen sich seither seine Mitglieder an jedem

Donnerstag um 14 Uhr im Andechser am Dom in München.

Eine Ausnahme machten die

Stammtisch-Mitglieder für den

Besuch auf den Heiligen Berg. Es war Freitag, der 12. Mai, als Stammtischpräsident Ernst Schneider und seine Stammtischkollegen nach Andechs zu Besuch kamen, Fürstentrakt,

Wallfahrtskirche und Heiltums-

schatz besichtigen konnten und das

Andechser Klosterbier direkt an der Quelle genossen: im Bräustüberl.

Auf dem Erinnerungsfoto vor der

Wallfahrtskirche präsentiert sich

der Stammtisch perfekt gestylt mit

.

­Trachtenwesten inklusive eigenem Stammtischwappen. 

bergecho 2 · 2017


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klos terbr auerei

31 

sofort zum Telefonhörer gegriffen, denn

eine solche Chance bekommt man ja nicht

alle Tage«, bekannte der Banker, der sein

Büro in unmittelbarer Nachbarschaft des

Andechsers in Göppingen hat.

Inzwischen zählt Walter Hahn mit

seinen Stammtisch-Kollegen zu den

Stammgästen am Schillerplatz und traf

zu einem kleinen Weißwurst-Frühstück

im April auch mit Martin Glaab, Leiter der

»Biertresor-Primus« Walter Hahn im Andechser in Göppingen­

N

och lange vor der Eröffnung des

Andechsers in Göppingen im

­Oktober 2016 hat sich Walter Hahn

(Mitte), Regionalleiter der Sparda-Bank

Baden-Württemberg in Göppingen, als Erster einen Platz im neuen Biertresor reservieren lassen.

Der bekennende Liebhaber klösterlich-­

Öffentlichkeitsarbeit der Klosterbrauerei, zusammen.

Dabei kam auch das alkoholfreie

Andechser Weißbier der Klosterbrauerei

auf den Tisch. Das bei niedrigen Tempe-

raturen schonend entalkoholisierte Weiß-

bier vom Heiligen Berg Bayerns hat bei den Gästen im Andechser von Anfang an große

bayerischer Bierkultur erfuhr aus den

Aufmerksamkeit gefunden, weiß Birgit

(links) und ihren Partnern, in ihrem

beliebt und kommt bei unseren Gästen

Medien von der Idee von Birgit Grupp neuen Andechser am Schillerplatz

in G ­ öppingen einen Biertresor in die

­Einrichtung zu integrieren. »Da habe ich

Grupp. »Das alkoholfreie Weißbier ist sehr super an. Von einigen weiß ich, dass sie es

.

sich inzwischen auch im Getränkemarkt

für zu Hause kaufen.« 


32

klos terbr auerei

bergecho 2 · 2017

Ein Zelt, das vibriert! Musik – Höhepunkte rund um das Andechser Zelt auf dem Tollwood

V

iktoria Raith, Gründerin und

­Chefin des Andechser Zelts, bringt es auf den Punkt: »Uns alle hier –

Musik gehört zum Andechser Zelt Andechser Zelt auftreten – verbindet eines: wie die Blasmusik zum Andechser die Leidenschaft für das ‚Andechser Bräustüberl. So hegen und pflegen­ Gefühl‘, das hier seine ganz eigene KreatiViktoria Raith und ihr Team seit vität und Dynamik entfaltet.« In seiner Tollwood-­Version schaffe es diese gelebte Jahren Beziehungen und FreundLeidenschaft, dass die Bands zu Hochform schaften zu einer ganzen Menge auflaufen, der Funke aufs Publikum übervon ausgefallenen Bands und springt und eine unvergleichliche AtmoGruppen. Mehr zum Erfolgsgesphäre entsteht. heimnis des musikalischen Viele und ganz unterschiedliche ­»Crossover« im Andechser Zelt ­Auftrittsmöglichkeiten haben uns Viktoria Raith und ihre Das Andechser Zelt auf dem Tollwood bielangjährige Mitarbeiterin und tet Auftrittsmöglichkeiten auf drei unterschiedlich großen Bühnen. So spielen auf PR-Beauftragte Andrea Rudolf der Außenbühne die Bands bereits nachverraten. die Mitarbeiter und die Bands, die im

mittags ab 16.30 Uhr für das Publikum im

sonntags, ab 22.00 Uhr noch Konzerte oder

Kabaretts in der Andechser Lounge statt.

Sonntags gibt es dort am Nachmittag ein

hochkarätiges Kinderprogramm.

Kultbands und Institutionen Die Isar Rider sind seit zwanzig Jahren

eine feste Institution im Andechser Zelt

und genießen regelrechten Kultstatus.

»Da kommen die Leute schon Stunden

vorher, warten und reservieren sich die

besten Plätze lange vor Konzertbeginn«, berichtet Andrea Rudolf, die Viktoria

Raith unter anderem bei der Organisation und Kommunikation zur Hand geht.

Einen ganz anderen musikalischen

Schwerpunkt setzt das interkulturelle

Jugendvolkstanzfestival »Bunt tanzt gut«

des Kreisjugendrings München-Stadt und der »djo-Deutsche Jugend in Europa«. Es

fand dieses Jahr zum neunten Mal im

Biergarten. Die Konzerte im Andechser

Andechser Zelt statt. »An diesem Tag ist

Im Anschluss finden jeden Tag, außer

letzten Stehplatz voll. Die jugendlichen

Zelt beginnen in der Regel gegen 19.30 Uhr.

das Zelt schon am Nachmittag bis auf den


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klos terbr auerei

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Tänzer und Tänzerinnen tragen Original­

kostüme ihrer Heimatländer oder der Heimatländer ihrer Eltern und begeistern die

Besucher mit traditionellen Volkstänzen. Das ist ein kleines Gesamtkunstwerk für

Augen und Ohren«, schwärmt Viktoria Raith.

Schon lange ist das Tollwood Festival

nicht nur Anziehungspunkt für die Zielgruppe unter 40. Davon zeugt der Erfolg

der sehr traditionell betitelten »Senioren-­

Nachmittage«, die seit vielen Jahren

im Andechser Zelt in Zusammenarbeit

von Tollwood und dem Seniorenbeirat

München-­Neuhausen stattfinden. Diese geselligen Zusammenkünfte bei Frei­

Die Isar Rider mit Viktoria Raith (3.v.l.)

getränken, Kaffee und Kuchen sind bei den älteren Münchnern sehr beliebt –

nicht zuletzt, weil Viktoria Raith auch

»Bermuda-Dreieck von Swing, Jazz & Blues

Untermalung für die Veranstaltung aus-

Nacht spurlos verschwunden ist«, so Vik-

jedes Jahr die passende musikalische

wählt. Da pflegen ältere Menschen neue Kontakte und tanzen ausgelassen zu

Swing und besonders gern zu Rock’n Roll.

»Die Frische und Lebensfreude in den

Gesichtern zu sehen, das ist ein wirk­

liches Geschenk.« Szenen wie diese berühren die Zeltchefin immer wieder.

Nostalgie und Neu-Entdeckungen

Glam Gang oder den Rocky Racoons, einer

verwandelten, in dem schon so manche

heißen Rock'n Roll Band.

toria Raith

Stile bis hierher im Text durchgekämpft

Bereits zu Beginn des Tollwood Festi-

vals fragten die Fans nach dem Konzertdatum von »Weiherer«, dem Radikal-Poeten

aus Niederbayern. Sein Konzert endete mit

»Sitting Ovations« im Biergarten. Ein weiteres Schlaglicht waren die Auftritte des

Senkrechstarters Norbert Schneider, der

Wer sich nun durch alle Namen und

hat, weiß nur von einem Bruchteil dessen,

was das Andechser Zelt auf dem Tollwood

musikalisch heuer auf die Bühne gebracht

hat. Eine Hoffnung bleibt denen, die das

.

Andechser Gefühl in seiner Tollwood-Version schätzen: 2018 kommt bestimmt. 

Doch das Programm im Andechser Zelt

spannt noch einen viel weiteren Bogen.

Da sind die »Weanviertler«, die »Dialektisches aus Wien« in junger Frische auf die

Andechser Außenbühne zauberten. An

diesem Tag waren der Biergarten und der

»Andechser Hügel« bereits nachmittags

voll besetzt. »The Steadytones« brachten

mit ihrem explosiven Reggae das Andechser Zelt zum Grooven. Mit Fetzigem,

­Schmalzigem und Schmusigem aus den

50er Jahren schafften es »Teddy and the

Lollipops«, dass U und Ü50 auf der über-

füllten Tanzfläche das Tanzbein schwangen.

In der Andechser Lounge stand mit

»Los Sopranos« alles im Zeichen der

­Chicago 20ties. Sie liessen Nostalgisches

aus der musikalischen Blütezeit in den

USA wieder aufleben. Die Lounge platzte aus allen Nähten, als der dichtende Dia-

lekt-DJ David Scheid oder gar Austro Fred, die österreichische Wiedergeburt von

Freddy Mercury, auftraten. Nicht zu ver-

gessen »The Sweet Simones«, die bei ihrem

­Konzert die Andechser Lounge in ein

Viktoria Raith und Patrick Brennan


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klos terbr auerei

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Andechser im ­Quadrat 30 Jahre Zusammenarbeit mit dem »Andechser Mannheim« In der »Quadratestadt« Mannheim haben Liebhaber der Klosterbiere vom Heiligen Berg Bayerns seit über 30 Jahren einen festen Treffpunkt: den »Andechser Mannheim«. Michael Schönhut, Verkaufsleiter der Klosterbrauerei, besuchte aus diesem Anlass den Betreiber Stephan Koch, bedankte sich für die langjährige Partnerschaft und überreichte eine eigens zu diesem Anlass angefertigte Urkunde, die jetzt auch den ­Andechser schmückt.

M

it Stephan Koch führt die Familie den Andechser in

Mannheim bereits in der zweiten Generation. 1998 übergab Georg Koch junior das Restaurant an seinen Sohn

Stephan, blieb ihm aber als erfahrener Ratgeber erhalten.

Geblieben ist auch das unverwechselbare Gastronomie-Kon-

zept. Mitten in der Mannheimer City, den sogenannten Quadra-

ten, lockt der Andechser mit typischen bayerischen Spezialitäten zusammen mit dem Ausschank von vier Sorten der Andechser

Biere vom Fass: das Vollbier Hell, das Spezial Hell, das Export

Dunkel und das Weißbier Hell. Seit Kurzem wird auch das alkoholfreie Andechser Weißbier in der Flasche ausgeschenkt.

Stimmungsvoller Biergarten Im großen Biergarten, der von März bis Oktober geöffnet hat, finden bis zu 250 Gäste Platz. Weit über die Grenzen von Mannheim

bekannt und beliebt ist unter anderem die gegrillte Schweins-

haxe vom Flammmengrill. Allein die Zubereitung ist schon ein

Augenschmaus. Und auch die knusprigen Brathendl werden

direkt bei den Gästen frisch zubereitet und gegrillt. Doch auch

Schweinskrustenbraten, kesselfrische Leberknödel oder Original

Münchner Weißwürste dürfen natürlich nicht fehlen. So ist für jeden Geschmack etwas dabei.


bergecho 2 · 2017

Waches Gespür für Veränderung

klos terbr auerei

sphäre für fröhliche Menschen«. Seit 1998

Trotz allem Traditionsbewusstsein gehört

hält sein Sohn Stephan Koch als Inhaber

rungen zum Erfolgskonzept der Familie

Sohn: guter Service zu vernünftigen Prei-

tet und immer wieder der Nachfrage und

Konzept, das sich bewährt hat.

i n f o r m at i o n

ersten Blick sichtbaren Veränderungen

Besonderer Service für Gruppen

Andechser Mannheim N2,10 68161 Mannheim Tel. 0621/101618 Fax 0621/1566051 reservierung@andechsermannheim.de www.andechser-mannheim.de

auch das Gespür für notwendige VerändeKoch. Die Speisenkarte ist variabel gestalder Saison angepasst. Diese nicht auf den

die Fäden in der Hand. Wie der Vater so der sen in typisch bayerischem Ambiente – ein

und Erneuerungen beleben das Restaurant

Das Restaurant im bayerisch-gemütlichen

schmaus. Und für Familien gibt es von

250 Gästen Platz. So haben Gruppen von 20,

und sorgen für immer neuen Gaumen-

Stil bietet in mehreren Bereichen über

Montag bis Samstag auf der Wochenkarte

30 oder 40 Personen viele Möglichkeiten.

beutel schonen.

Auf der abgetrennten Empore können noch

günstige saisonale Gerichte, die den Geld-

Gemütlichkeit mit Tradition Im Jahre 1986 hielt mit der Familie Koch

Im »Bergstüberl« finden 80 Personen Platz. einmal rund 80 Gäste für sich sein. Für

Gruppen arrangiert das Team um Stephan

Koch abgestimmte Gerichte oder Menüs.

und ihrem Andechser echt bayerische

Busfahrer und Reiseleiter speisen gratis.

Kloster Andechs als Vorbild eröffnete

sich auch keine Sorgen zu machen. Über

Gemütlichkeit ihren Einzug. Mit dem Georg Koch den »Andechser Mannheim«, ein »Restaurant mit gepflegter Atmo-

35 

Öffnungszeiten Montag bis Samstag 11–24 Uhr Sonn- und Feiertage geschlossen Warme Küche täglich von 12–22 Uhr

Und um Parkmöglichkeiten braucht man

.

Busparkplätze weiß man im »Andechser Mannheim« bestens Bescheid. 

Tutzinger Fischerhochzeit 2017

Zusammen mit unserem Partner und Nachbarn, der Metzgerei Lutz, hatten­ wir Saal und Biergarten des Andechser Hofes in Tutzing anlässlich der traditions­reichen Tutzinger Fischerhochzeit geöffnet. Trotz des regnerischen Wetters fanden am 2. Juli viele Tutzinger Bürger den Weg zu »ihrem« ­Andechser Hof und ließen sich Bier und Brotzeit s­ chmecken.


36

ga s tlichkeit

D

as Bräustüberl gehört – nach aktu-

eller Auskunft des EMAS-Registers

Ende Juli 2017 – zu einer kleinen

Gruppe von nur rund 60 Gastronomiebe-

Das Andechser Bräustüberl hat im Frühjahr erneut die Öko-Auditierung nach den strengen EMAS-­ Richtlinien erhalten. EMAS steht für »Eco-Management Audit Scheme« und ist eines der weltweit anspruchsvollsten Systeme für nachhaltiges Umweltmanagement. Mit gezielten Investitionen konnte das Bräustüberl zum Beispiel seinen Wasserverbrauch seit 2013 deutlich senken.

gen vornimmt, ergänzt: »Es spricht für das Andechser Bräustüberl, dass solch

ein traditionsreiches mittelständisches

Gastronomie-Unternehmen Nachhaltig-

trieben in ganz Deutschland, die dieses

keit und Umweltschutz Schritt für Schritt

erfolgreich absolviert haben. Zum Ver-

findet man bei einem Gastronomiebetrieb

äußerst anspruchsvolle Umwelt-Audit

gleich: Dem Statistik-Portal statista.com zufolge lag die Zahl der Gaststätten und

Restaurants in Deutschland im Jahr 2015 bei rund 73.400 Betrieben.

Im Rahmen des EMAS-Umweltaudits

kamen seit Anfang 2017 alle Produktionsund Umweltmanagementprozesse im

in nachweisbare Prozesse umsetzt. Das dieser Größenordnung selten.«

Umweltschonende Produktions- und Dienstleistungsprozesse In den letzten Jahren hat das Bräustüberl gezielt investiert, um seine umweltscho-

nenden Produktions- und Dienstleistungs-

Bräustüberl wieder auf den Prüfstand.

prozesse – gemäß seiner eigenen Quali-

Audits freut sich der Leiter des Bräu­stü­

Zum Beispiel konnte der Wasserverbrauch

Über den erfolgreichen Abschluss des

berls, Josef Eckl, besonders: »Für unsere

Andechser Pilgergaststätte hat der

Umweltschutz eine herausragende Be­

deutung. Wer einen klösterlichen Betrieb

führt, der muss auch mit Gottes Schöp-

tätsphilosophie – weiter zu verfeinern.

unter anderem durch die Optimierung der Spülmaschine von knapp 17.000 Kubikme-

ter (2013) auf etwas über 11.000 Kubikmeter (2016) reduziert werden. Das sind fast 6.000 Kubikmeter oder knapp 35 Prozent

fung an diesem Ort sorgsam umgehen

weniger. Auch die Abfall-Bilanz hat sich

Ich bin sehr dankbar, dass unsere Mitar-

konnte der Abfall zur Verwertung (etwa

mit uns engagiert gehen.«

von 59,7 Tonnen (2013) um rund 12 Prozent

und die natürlichen Ressourcen schonen.

beiterinnen und Mitarbeiter diesen Weg Dr. Reiner Beer, Auditor und Ge­

schäftsführer der Intechnica, ein weltweit

tätiges Unternehmen, das Zertifizierun-

an vielen Punkten positiv entwickelt. So

vergleichbar dem häuslichen Restmüll)

auf rund 52,5 Tonnen (2016) reduziert wer-

den. Der Anteil von Speisefett und Öl ging

sogar noch stärker zurück: von 4,5 Tonnen


bergecho 2 · 2017

ga s tlichkeit

Nachhaltige Gastlichkeit Erneut erfolgreiche Öko-Auditierung für das Andechser Bräustüberl

(2013) auf 2,7 Tonnen (2016), ein Minus von

40 Prozent. Grund für den starken Anstieg beim Fettfang (von 58.000 Liter 2013 auf

148.000 Liter 2016) ist der Umbau des Fett­ abscheiders. Das Fett erhält im deutlich

vergrößerten Innenraum des Abscheiders mehr Zeit, um zu erkalten. So wird mehr

Fett aufgefangen, wodurch die Qualität des Abwassers steigt.

Sorge für die Umwelt Das Kloster Andechs ist auf eine intakte

Umwelt bedacht – sowohl als ältester Wallfahrtsort Bayerns als auch als Ausflugsziel für über eine Million Besucher im Jahr

und Produzent hochwertiger Lebensmit-

tel. Ökonomisches und ökologisches Han-

deln sind daher für das Kloster zwei Seiten einer Medaille. Wie alle Wirtschaftsbe-

triebe steht auch das Bräustüberl für ein nachhaltig ausgerichtetes Wirtschaften

.

und eine kontinuierliche Verbesserung der

Ökobilanz. 

37 


38

ga s tlichkeit

bergecho 2 · 2017

Hofgut Elchenreute unter neuer Leitung

Familie Eberle reicht den Stab weiter

Viele Jahre ist die Familie Eberle ein wichtiger B ­ otschafter des Heiligen ­Berges gewesen. Der Andechser Gastlichkeit haben sie mit dem Hofgut Elchenreute in den fast zwanzig Jahren der Partnerschaft mit der ­Klosterbrauerei eine eigene kleine Heimat gegeben. Seit März haben sie das H ­ ofgut nun v­ erpachtet. Die erfahrene Gastronomie-­Familie Föhr leitet nun inzwischen mit der gleichen Leidenschaft und Erfolg das ­Hofgut Elchenreute.


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ga s tlichkeit

Links: Stoßen auf ein neues Kapitel in der ­Erfolgsgeschichte des Hofgutes an: Florian Föhr, Daniel Eberle, ­Hubert Eberle, ­Joachim Föhr, Ralf Heindl (v.l.n.r.) Rechts: Jungelfer ­Narrenzupf

M

it viel Leidenschaft, Arbeits-

Bad Waldsee geschafft, den Maibaum

der Küche und bei den Gästen

Marathon von Hand aufzustellen. Der

kraft, ungezählten Stunden in

und natürlich auch mit großem finanziel-

lem Einsatz hat die Familie Eberle als

Eigentümer und Leiter das Hofgut Elchen-

trotz Dauerregen in einem einstündigen

wohlverdiente Geheimtipp vom Heiligen Berg Bayerns, der Bergbock Hell,

schmeckte dann, frisch vom Holzfass

reute über Jahrzehnte erfolgreich geführt.

gezapft, noch einmal doppelt so gut.

nehmerisches Standbein seit Jahrzehnten

Andechser Ausschank bleibt

in Baden-Württemberg und Bayrisch-­

Andechser Klosterbiere: Der Andechser

diese unternehmerische Tätigkeit konzen-

Alle Sorten der Klosterbrauerei Andechs

Familie Eberle betreibt als zweites unter-

erfolgreich mehrere Transportbetonwerke

Schwaben und wird sich künftig voll auf

trieren.

Seit Anfang März ist das Hofgut

Elchenreute an die renommierte Gastronomen-Familie Föhr verpachtet, die seit

Gute Nachricht für alle Freunde der

Ausschank bleibt komplett unverändert. sind auf dem Hofgut Elchenreute weiter-

hin für Biergenießer verfügbar: Vollbier

Hell, Export Dunkel und das Spezial Hell, der Bergbock Hell und der Doppelbock

vielen Jahren erfolgreich in der Gastrono-

Dunkel, helles und dunkles Weißbier

Hangar in Ravensburg, tätig ist.

bier. Nicht zu vergessen, die »Andechser

mie und im Catering, u. a. mit dem Event Um die Übergabe gebührend zu feiern,

wurde am 1. Mai eine alte Tradition des

ebenso wie das neue alkoholfreie Weiß-

Bierverkostung«, mit der man mit Hilfe

von 0,1 l-Verkostungsgläsern einmal in die

Hofguts Elchenreute aufgegriffen – das

Welt des Andechser Biergenusses hinein-

Familienfestes. Ganz bewusst haben die

pen machen die Wirtsleute auch schon

von Maschinen verzichtet. Stattdessen

auf. 

Maibaumaufstellen im Rahmen eines

Familien Eberle und Föhr auf die Mit-Hilfe haben es die »Jungelfer Narrenzupf« aus

schmecken kann. Und für größere Grup-

.

einmal ein 10 Liter Spezial Hell-Partyfass

i n f o r m at i o n Andechser Waldwirtschaft Hofgut Elchenreute Elchenreute 1 88339 Bad Waldsee Tel. 07524/914444 Fax 07524/914450 info@elchenreute.de www.elchenreute.de Öffnungszeiten: Montag, Donnerstag, Freitag 17 Uhr – 21  Uhr Dienstag und Mittwoch Ruhetag Samstag 11 Uhr – 21 Uhr Jeden Sonntag Schlemmerfrühstück ab 10 Uhr Warme Küche: 11.30 Uhr – 21 Uhr

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ga s tlichkeit

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Klosterbier am Bodensee »Hotel-Gasthof Adler« Oberreitnau bei Lindau führt seit 50 Jahren Andechser Klosterbiere

Der Hotel-Gasthof Adler zählt mit seinem Fachwerkbau zu den traditionsreichsten Gastronomieobjekten am Bodensee. Der Gasthof selbst ist bereits über 450 Jahre alt und damit einer der ältesten in der Region. In einer der schönsten Ecken Schwabens befindet sich der Familienbetrieb, in kurzer ­Entfernung zum Hafen. Seit nun einem halben Jahrhundert bezieht die langjährige Eigentümerfamilie Strodel die Klosterbiere vom ­Heiligen Berg Bayerns. Ein Grund zum Feiern, auch wenn es anfangs wohl gar nicht so einfach gewesen ist, die Klosterbrauerei zu überzeugen, ihr Bier bis an den ­Bodensee zu liefern.

S

chon in der dritten Generation führt

Anton Strodel zusammen mit seiner Mutter Marianne und seinen

Geschwistern den Hotel-Gasthof Adler,

einen der ältesten Gasthöfe der Bodensee-

region und dazu noch ein architektoni-

ger Pfarrer Ziegler war gut mit meinem

Schwiegervater befreundet, der das Anwesen ja 1938 gekauft hatte. Und der beglei-

tete meinen Schwiegervater schließlich

nach Andechs, und gemeinsam konnten

sie die Mönche davon überzeugen, ihr Bier

sches Juwel. Seit 1967 schenken die Stro-

zu uns an den Bodensee zu liefern.«

bekannten Restaurant Andechser Kloster-

biere aus. Zu diesem seltenen Jubiläum

Andechser Klosterbiere passen zu ­regionaler und saisonaler Küche

und Verkaufsleiter Ralf Heindl Mitte Mai

verständlich auf der Karte. Vollbier Hell

Namen der Klosterbrauerei eine Urkunde,

Berg­bock Hell und das dunkle Weißbier

Hotel-Gasthof Adler gefunden hat.

jahr werden Export Dunkel und Doppel-

Andechser Klosterbier erst auf ­Vermittlung des Ortspfarrers

ausgeschenkt. Den Doppelbock Dunkel

Wenn sich Marianne, die Mutter von

der Fastenzeit das Export Dunkel.

dels in ihrem inzwischen weithin

besuchten Vertriebsleiter Wolfgang Schäff die Familie Strodel und überreichten im die inzwischen ihren Ehrenplatz im

Anton Strodel, an die Zeit vor 50 Jahren zurückerinnert, dann bekommt man

einen Eindruck davon, dass es mit der

Bierlieferung zu Beginn gar nicht so

Heute stehen die Klosterbiere wie selbstund helles Weißbier gibt es vom Fass.

kommen aus der Flasche. Je nach Kirchenbock Dunkel vom Faß oder aus der Flasche gibt es zur Fastenzeit vom Fass, außerhalb Im Restaurant genießt man frische

Fischspezialitäten aus dem Bodensee, saftige Steakgerichte, deftige Brotzeiten und natürlich auch vorzügliche Weine aus der

einfach gewesen sein kann: »Bevor wir

Region und hausgebrannte Spirituosen.

mussten wir die Klosterbrauerei Andechs

läen oder Geschäftsessen kann man unge-

überhaupt zuzustimmen. Unser damali-

mit 20, 40 und 60 Restaurant-Sitzplätzen

die Andechser Biere bekommen konnten, erst einmal dazu bringen, der Belieferung

Geburtstage, Taufen, Hochzeiten, Jubi-

stört in den drei gemütlichen Gasträumen


Kaufes, so schreibt die Lindauer National-­

feiern. Allerdings gilt es rechtzeitig einen

gen durch blühende Obstgärten an. Bade-

ist sehr beliebt, und daher sind abends

am Bodensee voll auf ihre Kosten. Im

Ruine verkommen«, man sei »durch den

Nordic Walking Parcours, ausgezeich-

­herunter gebrochen«.

beheiztes Freibad mit Liegewiese und in

stoßen die Strodels völlig überraschend auf

Tisch zu reservieren, denn das Restaurant meist alle Tische besetzt.

Idealer Standort, um die Bodenseeregion zu entdecken

und Wassersportler kommen im Sommer

Ort selbst finden sich sechs Tennisplätze,

nete Wanderwege, Kinderspielplätze, ein

Zeitung, sei »das ganze Anwesen zu einer Küchen- und Saalboden in den Keller

Bei den Renovierungsarbeiten ab 1939

Für ihre Gäste hat sich die Familie

nächster Umgebung der Degersee, ein

Fachwerk. Das damalige Lindauer Bauamt

Hotel-Gasthof Adler zu einem idealen

Fischweiher für Petri-Jünger nur zehn

ben müsse. Es wurde darauf­h in freigelegt

man die Bodenseeregion erkunden kann:

der schönsten Golfplätze Deutschlands in

Das war wohl mit ein Grund, warum die

in unserem Hotel über unsere Webseite

Urlaub.

pelte des Kaufpreises ausmachten und die

los im Stadtgebiet Lindau, den Lindauer

Stadtbus nutzen – das Ticket ist im Über-

Eine Chronik, die sich spannend wie ein Krimi liest

nachtungspreis inbegriffen«, verrät Anton Strodel. Das Angebot nutzen die Gäste

Der Gasthof Adler, der früher »Taverne

gerne, ist doch die Stadtbus-Haltestelle

zum Schwarzen Adler« hieß, wurde 1468

erstmals urkundlich erwähnt. Durch die

lich abends mit der Bahn wieder nach

schlechte Bausubstanz wurde der größte

Fremdenverkehr in Oberreitnau auf. Fami-

einer Riegelfachwerk-Bauweise wieder

ersten Fremdenzimmer mit fließend Was-

­Strodel einiges einfallen lassen, um das

Ausgangspunkt zu machen, von dem aus »Alle Urlaubsgäste, die ihren Aufenthalt

oder telefonisch buchen, können kosten-

nur 100 m vom Hotel entfernt, so dass

natürlicher Badesee. Ein idyllischer

Gehminuten vom Hotel entfernt und zwei drei Kilometer Entfernung bereichern den

man mühelos und ohne Stau die Region

Teil des Gebäudes 1560 abgerissen und in

Kostenfreie PKW-Parkplätze befinden

errichtet. Der Gasthof ist seither ohne

Lindau und das Umland erkunden kann. sich direkt am Eingang unseres Hotels,

Unterbrechung ein gastronomischer

beschloss, dass das Fachwerk erhalten bleiund steht seither unter Denkmalschutz.

Kosten für die Renovierung bald das Dop-

junge Familie Strodel vor erste finanzielle

Probleme stellte. Aber die Lindauer zeigten sich solidarisch und kehrten regelmäßig

zu Most und Brotzeit ein und fuhren fröh-

Haus. Nach dem Krieg blühte auch der

lie Strodel bot schnell im ersten Stock die

ser an. 1977 bekam der Adler den ersten von

zwei Fassadenpreisen. Anfang der 1980er

und auf Vorreservierung erhält man auch

Betrieb. Die Taverne wechselte nachweis-

Jahre wurde auch der Dachboden zu Frem-

Fahrrad. Besonders im Frühjahr bieten

Besitzer. Seit 1938 führt Familie Strodel

wichtigste Umbau erfolgte 1987/88. Anton

einen Garagenstellplatz für Motorrad oder sich vom Hotel aus herrliche Wanderun-

lich über die Jahrhunderte viermal den

das Traditionshaus. Zum Zeitpunkt des

denzimmern ausgebaut. Der größte und

Strodel sen. und seine Frau ­Marianne


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ga s tlichkeit

Marianne Strodel mit ihrem Sohn Anton

i n f o r m at i o n Hotel-Gasthof Adler Familie Strodel Bodenseestr. 16 88131 Lindau-Oberreitnau Tel. 08382/5268 Fax 08382/24814 gasthof@adler-lindau.de www.adler-lindau.de Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch und Freitag bis Sonntag 8.30 Uhr – 14 Uhr und 16.30  Uhr – 22  Uhr Am Donnerstag hat das Restaurant Ruhetag.

entwickelten den Gasthof nach ihren

Ideen weiter. Sie errichteten zweigieblige

meranzahl. Der Lohn waren seither nicht

nur ein zweiter Fassadenpreis, sondern

Anbauten nach Osten, gestalteten und

auch treue Gäste. Nicht nur für sie wurde

Grund auf und erhöhten erneut die Zim-

Jahr wieder frisch renoviert. 

erweiterten Gasträume und Küche von

.

ein Teil der Hotelzimmer erst in diesem

Anzeige

Sommer im Herzen von München „Das Andechser am Dom ist eines der 200 besten Restaurants in Deutschland.“ Der Feinschmecker

Andechser am Dom | Weinstraße 7 | 80333 München Reservierungen: +49 89 24 29 29 20 | info@andechser-am-dom.de Öff nungszeiten: Montag - Sonntag, 10.00 - 0.00 Uhr


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ga s tlichkeit

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Herzlichen Glückwunsch, lieber Gerhard!

G

erhard Öttl, ehemaliger Schreinermeister aus Andechs-­

Erling und nun schon länger im Ruhestand, feierte am Fronleichnamstag, den 15. Juni 2017, im Mälzerstüberl

mit seiner Familie und vielen Freunden seinen 80. Geburtstag.

Er ist einer unserer treuesten und längsten Stammgäste. Am

Josefitag 1952 wurde das Bräustüberl nach dem Krieg wieder eröffnet und Gerhard Öttl war von der ersten Stunde an mit dabei. Regelmäßig besucht er noch seinen »Öttl-Stammtisch«,

­sonntags nach der Messe und an den Montag- und Mittwoch­

abenden. Oft begleitet ihn seine Gattin Helga, die trotz Rollstuhl

keine Mühen scheut und immer gerne mit dabei ist.

Interessierte Gäste können sich gerne zum Öttl-Stammtisch

gesellen und Geschichten aus der »guten alten Andechser Zeit« erzählen lassen. Vielleicht zeigt Gerhard dann auch, dass der

Öttl-Stammtisch der einzige Tisch im Bräustüberl mit einer

Schublade ist. Er als Schreinermeister hat sie eigenhändig einge-

baut.

.

Das Bräustüberl-Team wünscht alles Liebe und Gute und

­Gottes Segen. 

Swa antje Maria di Pietro

Blasmusik im Bräustüberl Jeweils von 12.00 bis 14.30 Uhr auf der Bräu­stüberl-Terrasse. Nur bei Biergartenwetter! 6. 8. So Blaskapelle Fischen 13. 8. So Musikkapelle Dießen 15. 8. Di Blaskapelle Apfeldorf 19. 8. So Musikgesellschaft Gipf-Oberfrick 20. 8. So Blaskapelle Utting 27. 8. So Musikapelle Wielenbach 3. 9. So Flossachtaler Musikanten 10. 9. So Blaskapelle Erling/Andechs 17. 9. So Högl Buam 24. 9. So Blaskapelle Erling/Andechs 3.10. Di Blaskapelle Erling/Andechs 8.10. So Musikvagabunden 15.10. So Blaskapelle Friedberg 22.10. So Blaskapelle Markt Wald


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ver ans taltungen

bergecho 2 · 2017

▪▪ »Provokation Wüste«

Kunst ausgebreitet, der sich von der Ro-

bedeutende Rolle. Immer wieder haben

eben jener Zeit, die dieser Region ihren

lichen Tradition als spiritueller Ort eine

kostbarsten künstlerischen Schatz hin-

sich selbst zu finden. Letztlich entstand so

Matthias Günther, die Gebrüder Zimmer-

auch das Mönchtum.

Donnerstag, 2. November 2017, 20 Uhr

Dr. Gabriele Ziegler, Mitglied des Vorstands

der Johannes-Cassian-Stiftung Münsterschwarzach

Dienstag, 7. November 2017, 20 Uhr

Die Ikonen galten nach der byzanti-

des Überirdischen und sollten den Gläubi­

produktion

gen dadurch mit der himmlischen Welt

Mutter der Karawane

Künstler gleicherweise streng an die Texte

Dienstag, 14. November 2017, 20 Uhr

Agnes von Helmolt, Wüstenreisende

▪▪ Andrea Palladios Villen, Paläste und Kirchen und die Architekturgeschichte der Neuzeit

Andrea Palladio (1508–1580), der durch

den Umgang mit humanistisch gepräg-

ten Bauherren zu einem vielseitig gebildeten und schreibenden Architekten wurde,

seinen Bauten und Zeichnungen traten

Anmeldung Benediktinerabtei St. Bonifaz Karlstr. 34, 80333 München Tel. 089/55171-112 Fax 089/55171-103 colloquium@sankt-bonifaz.de www.sankt-bonifaz.de

für Architektur und Kunstgeschichte

nischen Bildertheologie als Widerschein

Gestalten der Architekturgeschichte. In

Alle Veranstaltungen, wenn nicht anders angegeben, finden im Zentrum Sankt Bonifaz, Karlstr. 34, statt. Der Eintritt ist frei, sofern keine Angaben gemacht werden.

Mittwoch, 15. November 2017, 20 Uhr

referent: Richard K. Blasy, Fotopublizist

­Wüstenreise)

gehört zu den großen und bedeutenden

i n f o r m at i o n

mann und andere Große der bayerischen

Kunst hervorbrachten.

▪▪ Ikonen – »Fenster zur Ewigkeit«

Max Kronawitter, Filmemacher, Ikarus Film-

terließ, den Johann Georg Bergmüller,

Wüste – Tor zur Unendlichkeit

(Dokumentarfilm über eine spirituelle

Auszug aus dem aktuellen ­Programm von September bis Dezember 2017

manik erstreckt bis zum späten Rokoko,

sich Menschen in die Einsamkeit zurück-

gezogen, um dort Gott zu suchen und zu

Colloquium Benedictinum

ein großer Bilderbogen altbayerischer

Die Wüste spielt in der jüdisch-christ-

wichtige baukünstlerische Neuerungen

in Verbindung treten lassen, wobei die

der Bibel wie an die Heiligenviten gebun-

den waren. Eine Entwicklung, die im

6. Jh. in Konstantinopel begann, dort vom

11. Jh. bis zum 14. Jh. ihren Höhepunkt

erreichte und seit dem 11. Jh. in Russland, Serbien, Bulgarien und auf Kreta blü-

hende Schulen der Ikonenmalerei entste-

hen ließ, deren Kunst sich bis zum 17. Jh. reich entfaltete.

Mittwoch, 18. September 2017, 20 Uhr

referent: Richard K. Blasy, Fotopublizist für Architektur und Kunstgeschichte

in Gestalt von Fassaden-, Grundriss- und

▪▪ Qi-Gong »Ruhe in der Bewegung –

­Palästen und Kirchenbauten hervor, die

Es sind Übungen zur Entfaltung der

­DELL‘ARCHITETTURA prägenden Einfluss

tung und Kräftigung, zur Pflege der jedem

­Innenraum-Gliederungen bei Villen,

durch sein Tafelwerk I QUATTRO LIBRI

auf die folgende Entwicklung im Profanund Sakralbau nahmen.

Mittwoch, 20. September 2017, 20 Uhr

Anfänge und künstlerische Entwicklung Mittwoch, 18. Oktober 2017, 20 Uhr

Bewegung in der Ruhe«

Selbstheilungskräfte, zur Gesunderhal-

Menschen innewohnenden Lebensenergie. Es sind leichte Übungen, die von jeder-

mann ausgeführt werden können. Bitte

bequeme Kleidung mitbringen. Der Kurs

findet einmal wöchentlich statt.

Das monumentale Spätwerk und der

Montag, 18. September, bis

referent: Richard K. Blasy, Fotopublizist

leitung: Oskar Brandner,

­Kirchenbau

für Architektur und Kunstgeschichte

▪▪ Der Pfaffenwinkel – eine Schatzkammer altbayerischer Bau- und Bildkunst

Der Pfaffenwinkel kann als eine der frü-

hesten unter den Kulturlandschaften

Altbayerns gelten, in der Klöster wie

Wessobrunn und Polling bis in das 8. Jh.

zurückgehen sollen. Hier wie in den nach-

folgenden Kloster- und Ortskirchen wird

Montag, 18. Dezember 2017, 20 bis 21 Uhr

Telefon 089 3243120 Gebühr: 88 Euro

▪▪ Meditationstag: Das Herz ist von ­Natur aus ruhig

Samstag, 23. September 2017, 9 bis 17 Uhr Samstag, 15. November 2017, 9 bis 17 Uhr

leitung: Oskar Brandner,

Telefon 089 3243120 Gebühr: 25 Euro


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Orgel – nicht nur solo Orgelherbst 2017 im September/Oktober in der W ­ allfahrtskirche 23. September, 18.00 Uhr Harald Feller (München)

Theresa Holzhauser hat an der Musik-

Harald Feller, langjähriger Professor an

besuchte Meisterkurse u. a. bei Christa

der Musikhochschule in München, Kom-

Ludwig. 2013 debütierte sie als Blumen-

künstler, gastiert am 23. September auf

Thielemann bei den Salzburger Osterfest-

für Tasteninstrumente, Kammermusik

Seit der Spielzeit 2014/15 ist sie Ensemble-

ponist, Arrangeur und Improvisations-

dem Heiligen Berg. Neben seinen Werken

mädchen in Parsifal unter Christian

spielen sowie beim Beijing Music Festival.

und seinen Kompositionen für Orgel und

mitglied am Theater St. Gallen.

einen Schwerpunkt seiner kompositori-

schen Arbeit. Eine rege Konzerttätigkeit

in Europa, USA und Südkorea sowie zahl-

14. Oktober 18.00 Uhr Sul Bi Yi (Orgel) und Mikhail Khvostikov (Querflöte)

reiche Aufnahmen von Rundfunkproduk-

tionen, CDs (Grand Prix international du

Sul Bi Yi, seit Mitte 2016 Kirchenmusike-

rin an der Andechser Wallfahrtskirche

Bruder«) ergänzen die künstlerisch-päda-

Internationalen Rheinberger-Wettbewerb

Musikers zeigt sich in seinen über das Ins-

gemeinsam mit Mikhail Khvostikov,

Orchester bildet die geistliche Vokalmusik

disque Liszt) und Filmmusik (»Schlafes

gogische Arbeit. Das breite Spektrum des

trumentale hinausgehenden Aktivitäten

als Komponist und Chorleiter.

Zum Andechser Orgelherbst vom 23. September bis 14. Oktober werden heuer renommierte und aufstrebende Organisten und Solisten erwartet. So wird die Jann-Orgel in der Wallfahrtskirche nicht nur als Solo-Instrument erklingen, sondern auch in seltener gehörten Besetzungen mit Querflöte oder mit Mezzosopran. Die Konzerte beginnen jeweils um 18 Uhr in der Wallfahrtskirche. Der Eintritt kostet 12 Euro, für Schüler und Studenten 7 Euro.

hochschule München studiert und

und zuletzt Trägerin des 1. Preises beim

für Orgel in Vaduz (Lichtenstein), spielt

­Flötist bei den Münchner Symphonikern, ein abwechslungsreiches Programm

für Orgel und Flöte. Mikhail Khvostikov

30. September, 18.00 Uhr Michael Lachenmayr (Mindelheim)

wuchs bei Moskau auf und erhielt dort

Michael Lachenmayr, Kirchenmusiker

Flötenunterricht. Er studierte Flöte an

Initiator der »Mindelheimer Stephanus­

Musikakademie Moskau. Seit 2010 ist

bekannt, spielt am 30. September auf

kern. 2012 schloss er seine Dissertation

von Sankt Stephan in Mindelheim und als

konzerte« schon über die Region hinaus der Jann-Orgel der Wallfahrtskirche.

Bei »Jugend musiziert« gewann Michael

­L achenmayr schon früh mehrere Preise, unter anderem ist er Bundespreisträger

früh in der Musikschule Klavier- und

der russischen Geschwister-Gnessin-­

er Flötist bei den Münchner Symphoni-

auf dem Gebiet der Kunst der Musik mit

.

dem Thema »Friedrich Kuhlau und seine

­Flötenwerke« ab. 

im Fach Orgel. Sein Studium an der Hoch-

schule für Musik und Theater in München

in Katholischer Kirchenmusik schloss er

i n f o r m at i o n

diert er seit 2013 das Konzertfach Orgel.

Eintrittskarten Karten zu 12 Euro/7 Euro gibt es an der Abendkasse 30 Minuten vor Beginn des Konzertes. Ein Vorverkauf findet nicht statt.

2015 mit dem A-Diplom ab. Zusätzlich stu-

7. Oktober, 18.00 Uhr Andreas Braßat (Orgel) und Theresa Holzhauser ­(Mezzosopran) Mit einem Programm für Orgel und

­Mezzosopran treten Andreas Braßat

und Theresa Holzhauser am 7. Oktober

in Andechs auf. Braßat ist seit 2016 ist

­K irchenmusiker der Pfarrei Sankt Georg

in Augsburg und seit kurzem auch Lehr-

beauftragter am Leopold-Mozart-Zentrum der Fuggerstadt. Die Mezzosopranistin

Genaue Programminformationen finden sich auf der Homepage des ­Klosters www.andechs.de.


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ver ans taltungen

bergecho 2 · 2017

Symposium Kunst und Bier vom 22. bis 29. August Jubiläumssymposium zum 85. Geburtstag des Stifters Georg Zentgraf

symbolhaft zum Bierhimmel aufsteigen.

Von der äußeren Beschaffenheit her wird die Stele weitestgehend naturbelassen

bleiben. Nur die einzelnen Figuren wird

Georg Janthur mit Acryllack farbig bema-

len.

Reinhard Osiander, der schon 2012 am

Symposium teilnehmen konnte, gestaltet einen Schäfflertanz, bestehend aus fünf

Beim diesjährigen Symposium »Kunst und Bier« fallen ein kleines Jubiläum und ein großer Geburtstag zusammen. 15 Jahre wird das Künstler-Treffen am Heiligen Berg Bayerns in diesem Jahr, und Georg Zentgraf, Begründer der gleich­ namigen Stiftung und Initiator des Symposiums, feiert seinen 85. Geburtstag. Nicht umsonst geht es bei den Künstlerarbeiten in diesem Jahr um Tänzer, ­Aufsteiger und Entscheider.

V

om 22. bis 29. August veranstalten das Kloster Andechs, die Georg

Zentgraf-Stiftung und die

Gemeinde Andechs das Symposium

rund zwei Meter hohen Eichenstelen, auf denen noch einmal rund 40 cm große

Figuren zu stehen kommen. Auf vier

Säulen werden vier ähnliche Tänzer der

Schäffler in ihrem traditionellen Gewand

»Kunst und Bier« auf dem Heiligen Berg.

mit rotem Rock, grünem Hut mit wei-

zum Thema »Kunst und Bier« von den

Diese vier Stelen werden im Kreis um die

Reinhard Osiander (Bremen) und Martijn

Dieser steht auf einem Fass erhaben über

ausgewählten Künstler erstellen ihre

gement der einzelnen Arbeiten im Kreis

des Bräustüberls.

Die Verbindung der Figuren durch die

eine »PaternosterBierHimmel-Stele« er­

Gruppe den ihr typischen Zusammenhalt.

­ungefähren Abmessungen 45 × 400 × 45 cm

ner P ­ lastik »Die Jasager und wie alles

Charaktere zwischen Wuppertal und

plastik, bei deren Gestaltung Materialien

Dabei entstehen heuer Interpretationen Künstlern Georg Janthur (Wuppertal),

Smits (Utrecht, NL). Die drei von der Jury

Arbeiten am Skulpturenpark unterhalb Georg Janthur wird aus Eichenholz

stehen lassen. Die Holzplastik mit den

wird eine Gruppe von Menschen zeigen,

Andechs, die – einem Paternoster gleich –

ßem Federbusch und Schürze dargestellt. zentrale Figur des Fass-Schlägers gestellt. der gesamten Gruppe. Durch das Arran-

entsteht der Eindruck einer Tänzergruppe.

geflochtenen Tannenbänder geben der Martijn Smits gibt sich mit sei-

begann…« noch geheimnisvoll. Die Voll-

wie Eichenholz, Metall und Farbe zum

Georg Janthur

Reinhard Osiander


bergecho 2 · 2017

ver ans taltungen

Einsatz kommen sollen, wird in etwa die

Abmessungen 190 × 220 × 50 cm erhalten.

Smits möchte genau den Moment festhal-

ten, an dem zwei Mönche entscheiden, ob

in Andechs Bier gebraut werden soll oder nicht.

Besucher des Heiligen Berges können

den Preisträgern ab dem 22. August bei

ihrer Arbeit über die Schultern schauen. Im Rahmen des Ferienprogramms der

Gemeinde Andechs arbeiten die Künstler

am Donnerstag, 24. August, von 9 Uhr bis

12 Uhr mit Kindern von 7 bis 11 Jahren und

.

Martijn Smits

leiten sie beim künstlerischen Gestalten an. 

i n f o r m at i o n Symposium Kunst und Bier Den Wettbewerb für Künstlerinnen und Künstler gibt es seit 2002. Eingeladen werden Künstler, die sich am öffentlichen Wettbewerb beteiligen und von der Jury ausgewählt werden. Die Gewinner werden nach Andechs eingeladen und fertigen auf dem Maibaum-Platz unterhalb des Klosters ihre Kunstwerke. Die entstandenen Kunstwerke sind Eigentum der Künstler. Diese stellen die Kunstwerke für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren für die Ausstellung im Kloster- und Gemeindegebiet zur Verfügung. Seit einigen Jahren veranstalten die Künstler an einem Tag ein Ferienprogramm mit Kindern im Alter zwischen 7 und 11 Jahren. Für die Gestaltung erstellen sie ein erlebnispädagogisches Konzept. 2017 ist der Heilige Berg zum vierzehnten Mal Austragungsort des Symposiums "Kunst und Bier". Die Besucherinnen und Besucher des Heiligen Berges können dann bis zum 29. August 2017 den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und so die Entstehung der Kunstwerke verfolgen.

Willkommen im

-Himmel “Datschi.eu” Die Datschi Cafe Kandlinger ist spezialisiert auf regionale bayrische Kuchenspezialitäten“Datschi`s”- eben Bekannt und beliebt vor allem durch den

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In Hausham am Bahnübergang

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ver ans taltungen

bergecho 2 · 2017

Atemberaubend virtuose Musiker Das Janoska Ensemble gastiert am 1. September um 20 Uhr im Rahmen der AMMERSEErenade im Florian-Stadl des Klosters Sie spannen ihren unverwechselbaren

musikalischen Bogen von französischer und amerikanischer Klassik bis hin zu

Jazz-Größen wie Georg Gershwin, Cole ­Porter, Michel Camilo, Dave Brubeck,

Django Reinhardt und Edith Piaf. Das gesamte Programm ist von Frantisek

Janoska arrangiert. Eine atemberaubend

.

virtuose und zutiefst persönliche Vision moderner Werkinterpretation. 

D

tickets as Janoska Ensemble – das sind

Familie, Herkunft, Tradition,

gepaart mit virtuoser Musikalität

und unbändiger Spielfreude. Aus Bratis-

lava stammend und in Wien lebend, spannen die Musiker mit ihrer Virtuosität

einen musikalischen Bogen von populärer

Klassik bis hin zu außergewöhnlich fantasievollen Arrangements.

Wo immer in der Welt – und zum

dritten Mal bei der AMMERSEErenade –

begeistert ihr unverwechselbarer »Janoska-­ Style«. Diesmal mit ihrem Programm BLUE

NOTE, mit dem die vier Ausnahmemusiker gemeinsam mit ihrem Bruder Arpad

(Gesang) und dem großartigen Gitarristen

Bireli Lagrene auf eine Reise in das Amerika und Frankreich des frühen 20. Jahr-

hunderts entführen.

Kabarett mit Günter Grünwald 25. Oktober 2017 um 20 Uhr im Florian-Stadl des Klosters

I

st das Kabarett? Ist das Comedy? Ist das

ein Einbauschrank? »Am Ende des

Tages« (um hier mal die blödeste Floskel

des noch jungen Jahrtausends zu verwen-

den) ist das neue Programm von Günter

Na gut, wenn man dann nochmal

nachhakt, fühlt sich Günter Grünwald

dann doch nicht dem absurden Theater

eines Jacques Sacques verpflichtet. Aber

dem Kabarett! Und der Comedy! Und dem

­Grünwald eine Mischung aus allem.

Einbauschrank! Denn nur in dieser Trini-

pflichtet wie dem absurden Theater eines

erschaffen.

Er fühlt sich dem Kabarett ebenso ver-

Jacques Sacques, der im Jahre 1924, um der

tät kann man Dinge von bleibendem Wert Falls Sie dieser Infotext zum neuen

Enge seines südserbischen Heimatkaffs

Programm »Deppenmagnet« verwirrt –

bischen Wahlheimatkaff Czschischzpczc

trittskarte und dann setzen Sie sich hin

Popovic zu entfliehen, in seinem nordser-

Theaterstücke ersann, die zwar von der

Politik gehasst, dafür aber von der Bevölkerung verabscheut wurden.

verzagen Sie nicht, kaufen Sie eine Ein-

und lassen sich verzaubern von zwei Stun-

.

den Kabarett, Comedy und Einbauschrank. Tickets: www.bee-veranstaltung.de  

MünchenTicket Tel. 089/54818181 oder www.muenchenticket.de Einlass: 18.30 Uhr


bergecho 2 · 2017

ver ans taltungen

Dreiviertelblut

textlicher Totentanz. Die Songs verein-

26. Oktober 2017 um 20.00 Uhr im Florian-Stadl des Klosters

­Bairische als Seelensprache, ein sehn-

49 

eine musikalische Aufbahrung und ein

baren, was als kaum vereinbar gilt: das süchtiges Lächeln in der tiefsten Trauer,

Jazz und 70's Moog Synthesizer, Zwie­

facher und Punkschlagzeug. Wo man sonst lieber wegschaut, gucken Gerd

Baumann und Sebastian Horn mit scho-

nungslosen Texten und stimmungsvoller

Musik ganz genau hin. Live präsentiert

sich Dreiviertelblut als 7-köpfige Band und

zieht ihr Publikum unweigerlich in ihren

Bann. Sein und Nicht-Sein sind hier keine

.

Gegensätze, sondern untrennbar mit­ einander verbunden.  

D

ie ersten »Lieder vom Unterholz« entstanden für eine Filmmusik:

Sebastian Horn (Texte) und Gerd

Baumann haben sich gesucht und gefunden und bringen seit ihrer Begegnung zeitlos schöne Lieder auf die Welt. Die

Baumann (Musik) schrieben neue »altbai-

Texte streifen durch die Höhen und Tiefen

und -feinde staunend und lauschend ver-

zur schwärzesten Verzweiflung. Die Liebe

rische« Lieder, die Volksmusikfreunde

einten. Euphorische Zuschauer-Reaktio-

nen waren der Auslöser, Dreiviertelblut

auf die Bühne zu bringen. Bananafish­

bones-Sänger Horn und Filmkomponist

des Seins, winden sich vom reinsten Glück zur Finsternis wird durch einen Hang

zum kruden bayrischen Humor verstärkt. Das aktuelle Album »Finsterlieder« ist

tickets Kloster Andechs Klosterpforte Tel. +49 (0)8152/376-0 Kreisbote Starnberg und an allen ­bekannten Vorverkaufs­s tellen (Eventim). www.bee-veranstaltung.de Einlass: 18.30 Uhr

eine fröhliche Party am und im Abgrund,

Andechser Kinder- und Familientag am 3. Oktober

D

er Andechser Kinder- und Fami­l ien­

tag findet heuer wieder am Tag der

Deutschen Einheit, dem 3. Oktober,

auf und rund um den Heiligen Berg statt.

Familien mit Kindern, Großeltern, Verwandte und Freunde – alle sind von den

Mönchen des Klosters eingeladen zu einem

abwechslungsreichen Programm zwischen

10 und 17 Uhr. Der Familiengottesdienst um 17 Uhr in der Wallfahrtskirche be­ schließt den Tag.

Diesen Feiertag, heuer ein Dienstag,

widmet das Kloster inzwischen schon tra-

ditionell ganz den Familien. Sie stehen an

diesem Tag bewusst im Mittelpunkt. Daher

lädt das Kloster ein, und das heißt konkret, dass die Stände für Spaß und Spiel kosten-

frei sind. »Das ist uns besonders wichtig«, so Abt Johannes, »dass Familien – unab-

.

hängig vom Geldbeutel – bei uns eine gute Zeit verbringen können.« 


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ver ans taltungen

bergecho 2 · 2017

Andechser Exerzitien Geistlicher Übungsweg für Menschen mit Führungsverantwortung Die Andechser Exerzitien bieten beruflich stark engagierten ­Führungskräften durch einen ­intensiven Mitvollzug des ­benediktinischen Lebensrhythmus die Gelegenheit, zu sich selbst zu kommen und in Ruhe über sich nachzudenken. Abt Johannes Eckert leitet die E­ xer­zitien in Andechs.

D

ie Andechser Exerzitien verstehen

sich als geistlicher Übungsweg. Die

Teilnehmer sind während der Exer-

zitien Gäste in der Klausur des Klosters.

Daher können an den Exerzitien nur Männer teilnehmen.

Die Arbeitseinheiten der Andechser

Exerzitien leiten dazu an, die eigene

»In größeren Gemeinschaften gebe man [dem Cellerar] Helfer. Mit ihrer Unterstützung kann er das ihm anvertraute Amt mit innerer Ruhe verwalten. Zur bestimmten Stunde werde gegeben, was zu geben ist, und erbeten, was zu erbitten ist. Denn niemand soll verwirrt und traurig werden im Hause ­Gottes.« Aus der Benediktsregel im 31. Kapitel über den ­C ellerar, den Wirtschaftsleiter eines Klosters

Situation als Führungskraft genauer zu

i n f o r m at i o n

Beispielen aus der Bibel werden Führungs-

Termine der Andechser Exerzitien 2017/2018 22. bis 26. November 2017 14. bis 18. Februar 2018

betrachten. Anhand von ausgewählten

situationen reflektiert und auf die eigene

Lebens- und Unternehmenssituation übertragen.

Im Mittelpunkt dieser Exerzitien steht

die bewusste Lektüre der Benediktsregel.

Gespräche, Texte und Meditationen geben

Anregung und Anleitung für eine ganz

persönliche Besinnung und Neuorientie-

rung. Sie möchten Bausteine auf dem Weg zu einer integrierten Lebensgestaltung

und Mitarbeiterführung sein. So können die Teilnehmer Hilfen für eine konkrete

.

(Um-)Gestaltung des eigenen Lebens und

Arbeitens gewinnen. 

Anmeldung und Information: Kloster Andechs Tagungsmanagement Elke Zeitler Tel. +49(0)8152/376-279 Fax +49(0)8152/376-239 seminare@andechs.de www.andechs.de


bergecho 2 · 2017

ver ans taltungen

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Macht und Pracht Tag des offenen Denkmals am 10. September 2017 »Macht und Pracht« heißt in ­diesem Jahr das bundesweite Motto für den Tag des offenen Denkmals am 10. September. Neben Kirchenführungen und Führungen über den Wittels­ bacher Friedhof sind am Tag des offenen Denkmals die Heilige Kapelle und der Fürstentrakt, in dem eine neue Tafelausstellung auf Intention und Konzeption der Räumlichkeiten eingeht, frei zugänglich.

˔˔Wie und warum wurden bestimmte

Sichtachsen gelegt? Welche Macht haben Räume, welchen Raum gibt Architektur

der Macht? Das gilt für die Wallfahrtskir-

che ebenso wie für die Fürstenzimmer mit ihrer so genannten Enfilade.

˔˔Wie gehen wir mit Architektur aus vergangenen »Machtverhältnissen« heute

um? Lässt sie sich uminterpretieren? Wie

deutlich muss die Entstehungsgeschichte erhalten bleiben, aber auch erklärt werden? Wie deutlich müssen wir Veränderungen aufzeigen?

˔˔Was bedeuten Armut und Not für den

Denkmalbestand bestimmter Zeiten und Regionen? Wie drückt sich der Mangel in Architektur und Kunst des Alltags aus?

A

Was waren die Ausnahmen?

rchitektur und Kunst drücken seit

˔˔Was wollen Architektur und Kunst aus-

jeher den Wunsch aus, Schönheit,

Wohlstand, weltliche und religiöse

sagen, die sich zu bestimmten Zeiten und

Machtansprüche abzubilden. Dies

in bestimmten Regionen durch bewusste

geschieht durch Form- und Materialwahl,

Schlichtheit und Reduktion von Vorheri-

den Einsatz von Technik und Technolo-

gem und Benachbartem absetzen möch-

gien, die Art der künstlerischen Ausge-

ten? Können Architektur und Kunst über-

staltung mit Farben, Motiven und Orna-

haupt wertneutral sein? Wird Architektur

durch den scheinbaren Verzicht auf Pracht

mentik, den gewählten Bauplatz und die

weniger mächtig und wirkungsvoll?

Qualität der eingebundenen Baumeister, Architekten, Künstler und Handwerker.

Vieles davon nehmen wir als vollkommen

˔˔Können wir vor dem Hintergrund unse-

unser baukulturelles Erbe als gegeben

und unserer unterschiedlichen kulturel­

selbstverständlich wahr, einfach weil wir annehmen. Der Tag des offenen Denk-

mals 2017 möchte deshalb dazu anregen, sich mit Architektur und Kunst bewusst auseinanderzusetzen.

Jedes Denkmal erzählt uns über die

sozialen und kulturellen Verhältnisse

der Zeit seiner Entstehung und Nutzung. Doch sind wir tatsächlich heute noch in der Lage, die Denkmale als Geschichts-

zeugnisse und Informationsquellen im

Sinne ihrer Bauzeit richtig zu deuten und ihre Sprache in die unsere zu übersetzen, so dass sie uns auch heute noch ansprechen können?

Dabei tun sich viele Fragen auf:

˔˔Welche Botschaften von jeweils herr-

schenden Machtverhältnissen verbergen sich hinter bestimmten Architekturformen?

res heutigen allgemeinen Bildungskanons len und sozialen Hintergründe diese

Botschaften überhaupt verstehen und uns darüber austauschen? Die bestimmt sehr unterschiedlich ausfallenden Antworten

berühren zentral sämtliche Bereiche unserer Gesellschaft wie Bildung, kultureller Austausch und gegenseitige Beeinflus-

˔˔Wie ist das Motto »Macht und Pracht« vor dem Hintergrund eines Benediktinerklosters zu verstehen, dessen wichtigster Stiftungszweck die Sorge für das »Heiltum«, die umfangreiche Reliquiensammlung, und die Wallfahrer war?

˔˔Steht der weltlichen und auch kirch­

lichen Macht nicht vielmehr ganz bewusst

.

die »Ohn«-Macht des Glaubens gegenüber und was ist darunter zu verstehen? 

sung, Wohlstand, gesellschaftliche Strukturveränderungen, Identität u. a. m. ˔˔Was sagt uns der religiöse Bild- und

Symbolkanon der künstlerischen Ausgestaltung etwa von Kirchen zum Thema?

Welche Formen von Gotteslob und Gottesfurcht lassen sich z. B. an der Gestaltung der Andechser Wallfahrtskirche ablesen und warum? Wie ist der Bezug zum

Jahres­motto? Welche Bilder und Zeichen verstehen wir noch selbstverständlich,

wie viel zusätzliche Erklärung ist nötig?

i n f o r m at i o n Nähere Informationen zu den einzelnen kostenfreien Führungen und Öffnungszeiten finden sich auf unserer Homepage www.andechs.de


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panor a m a

bergecho 2 · 2017

Ein letztes Mal über dem Heiligen Berg Ende 2017 verabschieden sich die Transall-Transportmaschinen aus der Region

Ein Bild, das bald historischen Wert haben dürfte: Eine Transall über dem Heiligen Berg Bayerns. Max-Joseph Kronenbitter, Oberstleutnant der Reserve beim ­Lufttransportgeschwader 61 im oberbayerischen Penzing, hat uns diese Aufnahme zukommen ­lassen. Ende 2017 wird das Lufttransportgeschwader (LTG) in Penzing bei Landsberg am Lech aufgelöst.

D

ie gemütlich am Himmel dahin brummelnden Transalls ver-

schwinden damit nach fast einem

halben Jahrhundert aus der Region: Sie

werden verschrottet. Aus diesem Anlass

Ein gelungener Tag mit einer Prise

Wehmut war es dennoch. Viele Besucher waren nach Penzing gekommen,um Ab­ schied zu nehmen von ihrem »Transall-­

Geschwader«, das sich Ende des Jahres

hat sich das Luftwaffentransportgeschwa-

verabschiedet. Seit sechs Jahrzehnten

großen Flugtag in Penzing aus der Region

Transporten im Rahmen der humanitä-

der 61 (LTG 61) schon am 10. Juni mit einem

verabschiedet. Denn es feierte als ältester

fliegender Verband der Luftwaffe gleich-

hat das LTG 61 bei der Durchführung von ren Hilfe, aber auch bei Katastrophen­

einsätzen geholfen und – vor allem in den

zeitig sein 60-jähriges Jubiläum. Mit dem

letzten Jahren – Einsätze im Rahmen der

61 noch einmal bei den Bürgern der umlie-

gung geflogen. 

Fest auf dem Fliegerhorst hat sich das LTG genden Gemeinden für die langjährige

große Unterstützung bedankt – bei strah-

lendem Sonnenschein, weiß-blauem

­Himmel und einem grandiosen Alpen­

panorama.

.

Konfliktverhütung und Krisenbewälti-


bergecho 2 · 2017

panor a m a

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Dank und Ehrung für verdiente Mitarbeiter Bei der Mitarbeiterfeier Mitte Juni im Andechser Klostergasthof standen Dank und Anerkennung für das langjährige Engagement verdienter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klosters im ­Mittelpunkt. Teilweise über Jahrzehnte haben sie sich für unser Kloster und in den Wirtschafts­ betrieben in Andechs engagiert.

N

ach dem gemeinsamen Gottes-

terbrauerei als Maschinenschlosser gear-

anschließenden Feier den Mitar-

Tätigkeit hat er tatkräftig mitgeholfen,

dienst dankt Abt Johannes bei der

beitern von Andechs und Sankt Bonifaz

im Klostergasthof herzlich für alle Ver-

bundenheit und Mitarbeit. Mehrere Mit-

arbeiter standen für Abt Johannes heuer

beitet. Noch in den ersten Jahren seiner

dass der Umzug unserer Klosterbrauerei

hinunter an den Fuß des Heiligen Berges

bis 1983/84 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Ende Mai ist er nun in den

besonders im Mittelpunkt: Hildegard

verdienten Ruhestand gegangen.

Karabulut, Georg Pantele, Emma Rasch

dieses Jahres sein 25-jähriges Betriebsju-

Brandauer, Beate Hoffmann, Hüseyin und Justina Spiegel.

Hüseyin Karabulut konnte im März

biläum feiern. Seit 1992 ist er als Schank-

Schon im vergangenen Oktober ist

kellner und Kassierer in unserem Bräu­

jähriger Mitarbeit in der Stiftsbibliothek

nen und Kollegen der Gastfreundschaft

liothek gerade im Blick auf Literatur zum

hat sich darum gekümmert, dass die Bib-

Fast zwanzig Jahren hat Justina ­S piegel an der Pforte des Klosters viele

Raum aktuell bleibt. Ungezählte Publi-

genommen, Auskunft gegeben und unge-

­H ildegard Brandauer nach fast vierzig-

Sankt Bonifaz in Ruhestand gegangen. Sie

klösterlichen Leben im deutschsprachigen

kationen hat Frau Brandauer erfasst, die

Stiftsbibliothekare unterstützt und Gene-

rationen von Forschern und Studenten bei der Suche nach der passenden Literatur

geholfen.

Um seine Person hat Georg Pantele

nie großes Aufheben gemacht. Über

38 Jahre hat er in der Werkstatt der Klos-

(v.l.n.r.) Abt Johannes, Emma Rasch, Georg Pantele, Justina Spiegel, Frater Leonhard (nicht im Bild: Hildegard Brandauer, Beate Hoffmann, Hüseyin Karabulut)

stüberl tätig und gibt mit seinen Kollegin-

und der Kontakt zu allen Geschäftspart-

nern reibungslos verlief. Ihre langjährige

Erfahrung stellt sie uns als Aushilfe ­weiterhin zur Verfügung.

Im Sekretariat der Abtei Sankt Boni-

faz war Emma Rasch seit Herbst 2004

nicht nur für Abt Johannes, sondern

bei uns ein Gesicht.

auch für die Mönche des Klosters eine

Gäste empfangen, Telefonate entgegen-

von T ­ aufen, Firmungen, Trauerfeiern,

zählte Fragen beantwortet. Seit September

letzten Jahres ist sie nun im Ruhestand,

äußerst verlässliche und diskrete Stütze bei der Koordination und Vorbereitung

Buchveröffentlichungen, Vorträgen,

Geschäfts- und Gesprächsterminen sowie bei der Bewältigung des umfangreichen

hilft uns aber immer noch gerne aus.

Briefverkehrs. Ende Juni ist sie nun in den

der Finanzbuchhaltung der Wirtschafts-

tariat an Christine Meergans übergeben,

Beate Hoffmann hat über 15 Jahre in

betriebe in Andechs gearbeitet und dafür

gesorgt, dass die umfangreiche Buchhal-

tung immer auf dem aktuellen Stand war

Ruhestand gegangen und hat das Sekre­ die Abt Johannes an diesem Abend den

.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor­ gestellt hat. 


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panor a m a

bergecho 2 · 2017

Andechser Musikleben bereichert Sul Bi Yi dirigiert Rossini-Messe – Solisten überzeugen

G

ioachino Rossinis »Petite Messe

Längere Zeit hatte das von Anton Ludwig Pfell und der rund 90 Aktive starken Chorgemeinschaft ­verwöhnte Andechser Musikpublikum auf eine Fort­setzung warten müssen. Das Kloster hatte sich bewusst Zeit gegönnt, eine g­ elungene Nachfolge­ regelung für den anerkannten und beliebten ­»Maestro« zu finden. Mit Sul Bi Yi, der bereits mehrfach preisgekrönten Orgelmeisterin aus Süd-Korea, die ihre Ausbildung in München gemacht hat, war dies im Orgelfach e­ indrucksvoll gelungen. N ­ unmehr war man gespannt auf ihr Debut als Oratorien-­ Dirigentin am 6. Mai, bei dem sie sich für Gioachino ­Rossinis »Petite Messe solenelle«, ein selten aufgeführtes Werk in der Urfassung für Chor, Klavier und Harmonium, entschieden hatte. Horst Hämmerle hat das Konzert besucht.

solenelle« – das ist eine durchaus

anspruchsvolle Entscheidung,

steht doch die Messe schon vom Umfang

her in der Tradition der Missa solemnis, bei der die vom Komponisten selbst

gewählte Bezeichnung »Petite« eher als charmante Untertreibung durchgeht.

Das Warten hat sich gelohnt. Nicht

ganz verständlich titelte die ansonsten

vom Chronisten hochgeschätzte »Süddeutsche Zeitung« in ihrer Rezension

zwar »Aller Anfang ist schwer« – jedoch

mit einer »Binsenweisheit«, denn dieser

Anfang ist gelungen. Die Einführung in das Werk gab Sul Bi Yi mit gewinnender

Ausstrahlung persönlich und wurde dafür vom Publikum mit freundlichem Beifall zum Pult begleitet.

Durch straffes Dirigat gelang es ihr,

mit sparsamer Gestik und unter konse-

quentem Verzicht auf jede Effekthascherei

Chor, Klavier, Harmonium und Solisten

zu gestalterischer Einheit zu verschmel-

zen. Dabei überraschte, was sie in der


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panor a m a

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»Da Bierflaschlblues« Andechser Miniatur mit Liedermacher und Kabarettist Julian Wittmann

V

om Treffpunkt an der Mai­

baumwiese am Heiligen Berg in

Andechs nächst Kräutergarten

und Holzskulpturen führte Nikolaus

vor dem ehemaligen Pferdestall, gleich

großem Schmunzeln der Zuhörer auf-

zusammen mit dem Liedermacher und

Erfüllung.

Freundeskreis Kloster Andechs gestal-

Fortsetzung der Miniaturen am ­Samstag, 14. Oktober 2017, 19 Uhr

Julian Wittmann aus Lengdorf

An diesem Samstag steht die nächste

tet hat.

bei Freising spielte in bestem bayerischen Dialekt mit Gitarre und klei-

ner Mundharmonika zu Texten, die

humorvoll und hintersinnig Alltag, ja

Eine glückliche Hand hatte Sul Bi Yi

monium und den Soloparts: Katharina

Burkhart (Sopran), Theresa Holzhauser

(Alt), Tenor Sung Ming Song sowie der Bassist Heeyun Choi überzeugten mit hoher

musikalischer Intensität und begeisternder Gestaltung. Die Pianistin So Hyang

In und der Freisinger Domorganist Benedikt Celler rundeten die Aufführung mit

nahezu orchestralem Klang ab.

Das sachverständige Andechser Pub­

likum dankte mit herzlichem, langanhaltendem Beifall für die Bereicherung des dortigen Musiklebens. Man darf erwar-

tungsvoll gespannt sein auf künftige Aufführungen – vor allem, wenn es gelingt,

.

die Chorgemeinschaft auch zahlenmäßig

wieder an die alte Stärke heranzuführen. 

dem Thema »Andechs und das Feuer« –

eine szenische Lesung von »Der Hexer und die Henkerstochter« nach Oliver Pötzsch

»a Protestliad«, »a Gedicht für mei

Der Treffpunkt ist wieder um 18.30 Uhr

»Da Bierflaschlblues« – so und ähnlich

allen Herbstfarben ist angesagt, denn

waren seine Kompositionen betitelt.

auch bei der Besetzung von Klavier, Har-

Folge der Andechser Miniaturen unter

auf dem Programm. Karten für 5 Euro gibt

Schlüsselboa«, oder »Rausch geh naus«,

der Anteil an dem erfolgreichen Abend zu.

ois wards ihr scho lang da«, ging voll in

allzu menschliche Verhaltensweisen

zeigen. »Da Hoamgeh Blues«, »d’Zeit«,

diszipliniert, fiel dem Chor ein bedeuten-

genommen wurden. Sein Wunsch vom

Beginn des Abends, »empfangst mi so,

Kabarettisten Julian Wittmann für den

Klanglich überzeugend, dabei präzise und

der Kabarettist auch für Andechs, die mit

Wirklich ein lauer sonniger Sommer-

abend wurde es, den Katharina Buzin

ser Chorgemeinschaft herausgeholt hat.

In heimeliger Atmosphäre ging der

Abend dahin. Mehrere G’stanzl dichtete

hinter dem Andechser Florianstadl.

rund zwei Drittel geschrumpften Andech-

frischendes Lachen.

Neumaier über 60 Besucherinnen und

Besucher am 7. Juli zum sonnigen Platz

kurzen Zeit seit Sommer 2016 aus der um

dem eigenen Leben wieder. Dafür gab es

viel Applaus, »Dazuklatschen« und herzer-

Sein Humor traf genau, und viele

erkannten in den Liedern Szenen aus

es an der Klosterpforte Kloster Andechs.

an der Maibaumwiese. Viel Spannung in die Lesung führt in eine unruhige Zeit in

.

den Herbst 1666 – an den Ammersee, nach

Erling und Andechs. 


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panor a m a

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Gegen den Wind Freundeskreis veranstaltet Politisches Gespräch

Zu einem politischen Gesprächs­ abend hat der Freundeskreis des Klosters im Juni Natascha Kohnen, die frisch gewählte Landesvorsitzende der Bayerischen SPD, in den Fürstentrakt des Klosters eingeladen. Zur Frage, was Frauen und Männer in der Politik in schwierigen Zeiten bewegen können, moderierte Nikolaus Neumaier, Vorsitzender des Freundeskreises, einen interessanten Dialog. ­Amelie Erhard hat das Gespräch verfolgt.

W

ege zu zeigen, wie junge Men-

schen erreicht werden können,

um sich für Politik zu interes-

sieren, war eines der Themen, das in dem

über 90-minütigen Gespräch breiten

Raum eingenommen hat. Natascha

­Kohnen stellte aus ihrer Sicht fest, dass

junge Menschen sich wieder zunehmend

für politische Themen interessierten und

sich auch engagierten. Grund sind für sie

die aktuellen politischen Ereignisse wie

Kein »Polit-Sprech« »Wir haben es mit Herausforderungen zu

tun, die wir noch nie hatten. Abschottungen bringen keine Lösungen für Folgen

der Globalisierung und der Klimaverände-

rungen, ebenso nicht die im politischen

Betrieb üblichen Schuldfragen«, meinte

Natascha Kohnen im Blick auf aktuelle

politische Grundfragen. Deutlich zeigte sie ihre Abneigung zu jeglichem »Polit-

Sprech«. So bezeichnet sie die Sprechweise

der Brexit und der Ausgang der Präsiden-

mit einfachen Wendungen in der Politik

seien zwar sehr den digitalen Medien

fachen Behauptungen.

mehrt, um politischen Parteien beizutre-

rer im Nikolaussaal des Klosters bemerk-

tenwahl in den USA. Junge Menschen

zugewandt, nutzten diese aber auch ver-

ten. » Die Parteien sind gefordert, sich den

oder unverbindlichen Aussagen mit ein­

Die knapp 30 Zuhörerinnen und Zu­hö-

ten schnell, dass Kohnen fundiertes

Jungen zu öffnen, mehr zuzulassen,

Wissen schätzt und einfordert. Von der

geben«, sagte Kohnen – auch im Blick auf

Familie in Neubiberg und arbeitete als

ihnen Vertrauen und Verantwortung zu

ihre beiden Stellvertreterinnen, die 29 und

30 Jahre alt sind.

Ausbildung her Biologin, lebt sie mit ihrer selbstständige Lektorin im Fachbereich

Naturwissenschaften, bis sie 2008 in den


bergecho 2 · 2017

panor a m a

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Bayerischen Landtag gewählt wurde. Für Kohnen ist Zuhören und konkret nach-

vollziehbar Antworten – also nicht nur

»mediengerecht« auf Twitter – die Basis jeder politischen Arbeit. Nur so bleibe der Respekt im Umgang miteinander

erhalten, was letztendlich die Grundlage der Demokratie sei. Respekt und damit

verbunden sozialer Zusammenhalt gehen bei ihr Hand in Hand, denn, so Kohnen,

ein starker, handlungsfähiger Staat sei für

alle da. Deshalb gibt es für sie keine Ent-

haltung bei Ungerechtigkeiten, sondern

vielmehr gelte die unbedingte Aufforde-

rung zur Gestaltung der Gesellschaft, um der Ungerechtigkeit entgegenzuwirken.

Das erklärte sie am Beispiel der notwen­

digen Schaffung von Rahmenbedingun-

gen für finanzierte Familienarbeitszeiten

von Mann und Frau.

Diskussionsbeiträgen der Zuhörerin-

nen und Zuhörer begegnete Natascha

­Kohnen offen und ausführlich. Auf die

Frage, wie man der Ratlosigkeit ange-

sichts grundloser Behauptungen und im

Internet verbreiteter Verschwörungstheo-

rien begegnen könne, antwortete Kohnen, sie setze die »Hoffnung auf Rückenwind«.

Sie selbst habe in ihrer Familie und auf

dem Weg zum Erwachsenwerden immer

wieder und sehr ausdrücklich Hoffnung erleben können. Sie lebe diese Haltung

und das gebe viel Vertrauen, dass sie selbst

tatsächlich etwas bewegen könne.

Mit Büchern aus der Reihe Edition

Andechs des Freundeskreises Kloster Andechs dankte Nikolaus Neumaier

­Natascha Kohnen für das eineinhalbstün-

.

dige Gespräch und den Teilnehmenden für die aufmerksame und rege Diskussion. 

E

nde März besuchten über 40 Flüchtlinge, die derzeit im Containerdorf in Erling neben dem Klosterparkplatz leben, auf Einladung von Abt Johannes die Wallfahrtskirche und das Kloster. Abt Johannes nahm sich ausgiebig Zeit und

erklärte seinen Gästen die Wallfahrtskirche und das klösterliche Leben auf dem Hei-

ligen Berg. Zum Abschluss lud er die Gruppe und die Betreuer vom Helferkreis »Asyl in Andechs« zu einer Brotzeit ins Bräustüberl ein. In vielfältiger Weise haben das

Kloster und seine Wirtschaftsbetriebe die Arbeit des Helferkreises seither unterstützt, zum Beispiel durch Räume für den Deutschunterricht und einen kostenfreien

.

VDSL-Anschluss, um den Flüchtlingen die Kommunikation und den Zugriff auf mobile Lernprogramme zu erleichtern. 


58

bergecho 2 · 2017

Der Andechser ­Kräutergarten am Fuß vom Hl. Berg

In klösterlichem Ambiente

Naturheilkundetage von Steierl-Pharma aus Herrsching

Alle zwei Jahre finden im Benediktinerkloster Andechs auf dem ­Heiligen Berg die Naturheilkundetage der Steierl-Pharma GmbH aus Herrsching statt. In schönster Landschaft und bestem Ambiente eines alten Klosters in historischen Räumen kann man den unterschiedlichsten praxisbezogenen Seminaren folgen.

A

uch die benediktinische Gast-

freundschaft hier im Voralpenland

ist nicht zu unterschätzen! Dieser

medizinische Kongress für Heilpraktiker,

Die Vorträge zu den unterschied-

lichsten Themen kamen gut an, und bis auf einen kleinen Schauer machte auch

das Wetter mit. Ein wirklich großes Lob

Ärzte und Apotheker wird vom Fachkreis

an die Steierl-Crew und die Hauptköpfe

nach Bekanntgabe sind die begrenzten

­Steffen Wegner und Eugen Eschenlohr.

hoch geschätzt, denn schon wenige Tage

der ­Veranstaltung, die Geschäftsführer

Teilnehmerplätze vergeben. Es handelt

Auch sie gehörten zu den Referenten mit

kundetage, denn der Parkplatz zeigt die

klostereigenen Apothekergarten. Man

sich nicht um rein bayrische Naturheil-

Autokennzeichen aus ganz Deutschland.

Viele Kolleginnen und Kollegen hängen

noch ein paar Tage in einem der schönsten

Flecken Deutschlands hinten an.

Die Organisation war reibungslos.

Praxis­management und Führungen im

kann schon gespannt sein auf die nächsten Naturheilkundetage in zwei Jahren.

Viele Teilnehmer wollten sich schon

»blind« für die nächste Veranstaltung

.

anmelden, bevor die zirka dreihundert

Teilnehmer und Referenten fühlten sich

Plätze wieder vergeben sind. 

Pharma und des Klosters betreut und auch

Peter Germann

liebevoll von den Mitarbeitern der Steierl-­

ein buntes Beiprogramm für Begleitperso-

nen wurde angeboten.


bergecho 2 · 2017

“Heimat” “Heimat”

59 

Sie r ü f Wir rt. O r vo

Wir kennen unsere Region und ihre Stärken. Daher übernehmen wir Verantwortung und engagieren uns regional. Damit sichern wir aktiv die Entwicklung und Zukunft unserer Region und das schon seit über 120 Jahren.

VR Bank

Starnberg-Herrsching-Landsberg eG


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panor a m a

bergecho 2 · 2017

Jedes Bergecho – ein neues Abenteuer Ein kleiner Blick in die Geschichte unseres Andechser Bergechos

Als Zeitschrift für alle Mitarbeiter, Gäste und Freunde unseres ­Klosters Andechs und der Abtei Sankt Bonifaz in München hat das Andechser Bergecho inzwischen einen festen Platz bei den Besuchern des Heiligen Berges. Schon weit vor dem nächsten Erscheinungs­ termin wird uns immer wieder die Frage gestellt, »wann das neue ­Bergecho denn kommt«. Christian Bolley hat ein wenig die Geschichte unserer H ­ auszeitschrift recherchiert.


bergecho 2 · 2017

N

panor a m a

61 

un blicke ich zusammen mit mei-

nem Kollegen Martin Glaab bereits

auf 50 Ausgaben des Bergechos

zurück. Es ist interessant, die Entwick-

lung unserer Hauszeitschrift zu verfolgen.

Der Umfang von 28 Seiten in Heft Nr. 4 aus

dem Jahre 2001 hat sich mittlerweile mehr

als verdoppelt. Wir hatten auch schon

72 Seiten, wenn besonders viele Artikel in

unserer Redaktionssitzung verabschiedet

wurden. Unser Redaktionsteam besteht

seit Ende 2003 aus P. Valentin Ziegler, der

auch für den Inhalt des Bergechos verant-

wortlich zeichnet, Stiftsarchivarin Dr.

Birgitta Klemenz, unserem Pressesprecher Martin Glaab und mir, Christian Bolley, als Grafiker. In der Redaktionssitzung

werden sowohl die Artikel als auch die

dazugehörenden Fotos besprochen und

ausgewählt. Manchmal ist es notwendig,

Artikel zu kürzen oder zu überarbeiten,

um sie für den Leser attraktiver zu gestal-

ten. Meine Aufgabe ist es u. a., die Titel­ fotos auszuwählen, aber auch fehlendes

Bildmaterial für die Artikel zu finden oder selbst zu fotografieren. Manchmal kom-

men auch Illustrationen zum Einsatz.

Vom maschinengeschriebenen ­Mitarbeiterrundbrief zum gebundenen Magazin Das Andechser Bergecho hat eine lange

Geschichte. So wurden bereits zur Zeit von

P. Daniel Gerritzen sogenannte Mitarbeiter-Rundbriefe erstellt. Diese enthielten

überwiegend Klosterinterna wie Neuzu-

in dem aktuelle Presseartikel aus den

Medien in Bezug zu unserem Kloster in

München und Andechs vorgestellt werden. Es ist immer wieder eine spannende

gänge beim Personal oder Jubiläen. Diese

Aufgabe für unser Team, ein neues Heft

schine getippt und dann kopiert. Später –

Leserinnen und Leser zu gestalten. Im

Rundbriefe wurden auf der Schreibma-

mit einem interessanten Inhalt für unsere

lobendes Feedback – was uns natürlich ein

Ansporn ist für die nächsten Ausgaben. Das Bergecho ist außerdem für unsere

Kundenbindung sehr wichtig, weil die Klosterbrauerei selbst fast keine kom-

merzielle Werbung betreibt und das Heft damit einen wichtigen Werbeträger für

unter P. Anselm Bilgri – entwickelte sich

Moment gibt es drei Ausgaben des Berg­

sionell bearbeitet und gedruckt wurde.

12.000 bis 21.000 Heften, je nach Jahres-

unseren Bergecho-Lesern Anregungen

Kirche und Kloster, die Klosterbrauerei,

Auflage, weil die Besucherzahl auf dem

Berg zugeschickt bekommen, die wir

gen, das Panorama und den Pressespiegel,

höher ist. Wir erhalten immer wieder

erlaubt. 

daraus ein gebundenes Heft, das profes-

Es hatte schon damals sechs Rubriken:

Gastlichkeit, Termine und Veranstaltun-

echos pro Jahr mit einer Auflage von

zeit. Die Sommerausgabe hat eine größere

Heiligen Berg im Sommer naturgemäß

die Brauerei darstellt.

Wir freuen uns auch, wenn wir von

oder Geschichten rund um den Heiligen

.

dann gerne abdrucken, wenn es der Platz


62

panor a m a

bergecho 2 · 2017

»Wirklich rundum perfekt« Deutlich über 400 Teilnehmer beim 6. Andechs-Trail am 22. April 2017

Nun schon zum sechsten Mal veran­staltete der TSV Erling-­ Andechs mit Unterstützung der Klosterbrauerei am 22. April den Andechs-Trail. Auch in diesem Jahr hat das Wetter wieder mitgespielt und präsentierte sich mit Sonnenschein und 10°C als perfektes Laufwetter. Über den Veranstalter erhielten wir das folgende Interview mit Sandra Mastropietro, der Gewinnerin der Beginner-Distanz von 8,4 km.

V

om Parkplatz des Klosters auf Wanderwegen und schmalen Pfaden

auf zwei verschiedenen ­Runden

zurück zum Klosterberg. Zu absolvieren

terung rund um den Andechs-Trail mit

seiner außergewöhnlichen Location zeigt

dies den Organisatoren zufolge den sich

verstärkenden Trend zum Laufen in der

war entweder der »Beginner Trail« mit

Natur.

15,8 Kilometern. Besonders die anspruchs-

Lohnende Verpflegung und lockere Stimmung im Ziel

und steilen letzten Anstieg bei toller

In den Gesichtern der Teilnehmer nach

ließen das Rennen zu einem echten Erleb-

Bräustüberl war sichtlich die Freude über

Startplätze in Rekordzeit nach drei Stunden vergeben

liären Ambiente zu sehen. Ein vielfaches

8,4 Kilometern, oder der »Expert Trail« mit

volle Streckenführung mit dem langen

Atmosphäre hinauf auf den Klosterberg nis werden.

Schon drei Stunden nach der Freischal-

tung des Meldeportals Anfang Januar

musste das Organisationsteam die e ­ rsten

Anmeldungen abweisen, da das aus

Umweltschutzgründen begrenzte Startplatzkontingent von 400 Teilnehmern

vergeben war. Neben der großen Begeis-

dem Zieleinlauf vor dem berühmten

die Veranstaltung mit dem heutzutage

nicht mehr häufig anzutreffenden fami-

»Schön war´s« war zu hören. Durch die reichhaltige Verpflegung mit Kuchen,

Obst, Andechser Bier und isotonischen Getränken konnten die Sportler ihre

Energiespeicher schnell wieder auffüllen, bevor es zur Siegerehrung ins Bräustüberl ging. Bei der Siegerehrung sprach Pater

Anno über den Sport als wichtiges Ele-


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panor a m a

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Sandra Mastro­pietro auf der Etappe durch das Kiental

in Andechs ist das nicht der Fall. Schon

allein der leckere, selbstgemachte Kuchen im Ziel; das ist wirklich einzigartig! Die

Helfer sind nett, der Veranstalter kompetent und die Strecke wunderschön. Und

dann auch noch das Kloster als Ziel, der

Andechs-Trail ist wirklich rundum per-

fekt. Nicht zuletzt auch deswegen, weil er einen schönen Samstagsausflug für

die gesamte Familie darstellt. Während der eine auf der Strecke ist, können die

anderen spazieren gehen oder das Kloster besichtigen. Im Anschluss kehrt man

gemeinsam ein und stärkt sich bei lecke-

rem Essen.«

andechs-tr ail: »Das freut uns natürlich zu hören! Klingt, als werden wir Dich

auch 2018 wieder bei uns begrüßen dürfen.«

ment, der Menschen zusammenbringt. Mit dabei war auch Sandra Mastro­

pietro, die Gewinnerin der Beginner

Distanz, die in diesem Jahr zum zweiten

Mal in Andechs antrat. In nur etwas mehr

Nein, ich bin bereits vor zwei Jahren schon einmal angetreten, damals auch über die

Expert Trail an den Start gehen, auch

ich unbedingt wieder starten. Letztes Jahr

»tougher« ist. Knapp 16 Kilometer mit über

war ich nur leider zu spät mit der Anmel-

der Klasse »Beginner Trail – Altersklasse

kauft – aber dieses Jahr hat es ja zum Glück

1 weiblich« über die Ziellinie spurtete. Mit ihr führten die Organisatoren des

dung, da war der Lauf bereits ausver-

geklappt.«

Schluss – die Treppen zum Heiligen Berg.

Das wird eine schöne Herausforderung.«

Training. Bis nächstes Jahr.« 

nisierte Veranstaltung. Das findet

»Beginner Distanz«. Bist Du zum ersten

Laufsport boomt ja bekanntlich und somit

Mal in Andechs gestartet?«

Untergrund mit der größten Steigung zum

Sandra: »Es ist eine sehr liebevoll orga-

andechs-tr ail: »Hallo Sandra, Gratu-

sandr a mastropietro: »Danke schön!

300 Höhenmetern auf anspruchsvollem

andechs-tr ail: »Wir drücken die Dau-

Andechs-Trail Deiner Meinung nach aus?«

lation zum Sieg bei den Damen über die

wenn der natürlich ein ganzes Stück

andechs-tr ail: »Was genau macht den

Andechs-Trails nach dem Rennen ein kurzes Interview:

schon jetzt und werde fleißig trainie-

ren. Vielleicht kann ich dann sogar beim

8,4 Kilometer. Die Veranstaltung hat mich

nachhaltig beeindruckt und somit wollte

als 42 Minuten absolvierte sie die Strecke

von knapp 8,5 Kilometer, eh sie als erste

sandr a: »Auf alle Fälle. Ich freue mich

man heute leider nur noch selten. Der

werden immer mehr Veranstaltungen zur unpersönlichen Massenabfertigung. Hier

.

men und wünschen gutes Gelingen beim


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panor a m a

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Friseurwallfahrt nach Andechs

D

as Innungsleben hat viele Facetten.

Die Pflege von Traditionen ist eine.

Und so trafen sich rund 120 Friseure

aus ganz Bayern – und ein paar Nicht-Bay-

ern – zur 14. Friseurwallfahrt auf den Hei-

ligen Berg von Andechs. Stellvertretender Landesinnungsmeister Rudolf Reisbeck

war mit der Kamera dabei und hat das

Ereignis in Bildern festgehalten. Bei einer gesunden Mischung aus ­Spiritualität und

Lebensfreude, einem Gottesdienst mit

P. Valentin Ziegler und an­schließendem

Biergartenbesuch genossen die Teilnehmer einen wunderschönen Tag auf dem Heili-

gen­Berg im Kollegenkreis.

Die nächste Friseurwallfahrt nach

Andechs ist bereits geplant für Montag,

25. Juni 2018. Der Gottesdienst wird Teil der Feierlichkeiten zum 130-jährigen Bestehen des bayerischen Landesinnungsverbandes

.

sein, der am 8. Oktober 1888 gegründet

wurde. 

Zwischenstopp des »Classic Cadillac Clubs« auf dem Hl. Berg

J

edes Jahr veranstaltet der Classic

Cadillac Club Deutschland e. V. für

seine rund 200 Mitglieder ein Jahres-

treffen an einem anderen Ort in Deutsch-

land. Nach dem letztjährigen, 25-jährigen

Jubiläum in Würzburg mit über 110 Teil-

nehmern und über 55 Cadillacs, trafen sie sich dieses Mal Ende Mai am Starnberger

See, wo auch das Kloster Andechs ange-

steuert wurde. Sie nahmen die Gelegen-

heit wahr, die schon etwas älteren oder modernen Cadillacs aus der Garage zu

holen und bei herrlichem Wetter einen

Ausflug zu machen. Mitglieder und Schaulustige konnten sich bei vielen Gesprächen

.

austauschen und unter den Motorhauben die bulligen Achtzylinder bestaunen. 


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pre s se

Kreisbote Füssen, 4. März 2017

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BILD am Sonntag, 30. April 2017

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pre s se

Dachauer Nachrichten, 15. Mai 2017

Hohenloher Zeitung, 16. Mai 2017

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Aichacher Zeitung, 24. Mai 2017

Gandersheimer Kreisblatt, 10. Juni 2017

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pre s se

Münchner Merkur, 13. Juni 2017

Katholische Sonntagszeitung, 24./25. Juni 2017

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impre s sum

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V. i. S. d. P.  P. Valentin Ziegler Bergstraße 2 · 82346 Andechs Telefon 08152 / 376-0 · Fax 08152 / 376-267 www.andechs.de

redak tion   Christian Bolley, Martin Glaab, Birgitta Klemenz

ver ant wortlich für anzeigen  Martin Glaab

ge staltung   Mellon Design GmbH, Augsburg druck   Agentur Beckenbauer, München Gedruckt auf umweltfreundlichem Papier

bildnachweis Titelfoto: Max-Joseph Kronenbitter / LTG 61 Alle Fotoaufnahmen durch Benediktiner­ abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs, außer: Andechser am Dom (S. 30); Bistum Bozen-­ Brixen (S. 14); Blaskapelle Frieding (S. 29); Millaphon / Dreiviertelblut (S. 49); Deschler Alfred (S. 22,23); Dlouhy Markus (S. 32, 33); Erhard Amelie (S. 55); Eschenlohr Eugen (S. 58); Foehr Event-Catering & Service Ravensburg (S. 39); Foto R. Dorm (S. 48); Hauser Matthias (S. 24, 25); Huber Hubert (S. 46, 47); Jährling Petra (S. 64); Kronenbitter Max-Joseph (S. 3, 52); Nubert Sieglinde (S. 20,21); Pfr. Tom Oliver Brok (S. 10); Rudolf Andrea (S. 33); Schmid Thomas (S. 3, 4, 5, 8, 9, 10, 51); Strodel Anton (S. 40, 41, 42); Stumbaum Rudi (S. 28, 29); Wesely Julia (S. 48); Weinmann Wolfgang

Grafenauer Anzeiger, 17. Juli 2017

(S. 62, 63); Winklmeier Christian (S. 56, 57); Hyuk Jung (S. 54, 55); Da wir leider nicht alle Rechteinhaber von Bildmaterial erreichen konnten, bitten wir etwaige Rechteinhaber, sich mit der Klosterbrauerei Andechs unter pr@andechs.de oder 08152 / 376-290 in Verbindung zu setzen. Das nächste Andechser Bergecho erscheint ­voraussichtlich Anfang Dezember 2017

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»O Gott, du Spender aller Güter, du hast deine heilige Dienerin Hedwig mit der Gabe der Mildtätigkeit ausgestattet, so dass sie keinen Armen unbeschenkt ­entlassen und gegen alle Notleidenden ihre mütterlichen, freigebigen Hände ­ausgestreckt hat. Gieße auch in unsere ­Herzen jene himmlische Liebe, die uns lehrt, den Armen und Kranken bereitwillig zu ­helfen, damit wir dich, o Gott, als den ­wahren Reichtum und übergroßen Lohn dafür einst in der Ewigkeit besitzen mögen.« br esl auer diözesan-gesang und gebetbuch 1925

»Die heiligen drei Frauen von Andechs – Hedwig, Elisabeth, Mechthildis«  Reliefplatte, Pfortenhof Kloster Andechs

Andechser Bergecho 2-2017  
Andechser Bergecho 2-2017  

Die Zeitschrift für alle Mitarbeiter, Gäste und Freunde des Klosters Andechs und der Abtei Sankt Bonifaz in München.

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