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2. ausgabe 2013

für alle mitarbeiter, gäste und freunde des klosters andechs und der abtei sankt bonifaz

kirche und kloster  Wallfahrt zum Heiligen Berg klosterbr auerei  Andechser Klosterbier auch in den USA panor ama  Carl Orff-Festspiele 2013


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bergecho 2 . 2013

W

»

ie geht es auf dem Hl. Berg?« Die­

se Frage bekomme ich immer

wieder gestellt. Und nicht sel­

ten kommt als anschließende Frage: »Wie viele Mönche seid ihr in Andechs?« Hinter die­

sen und manch anderen Fragen steckt ein

Interesse an unserem Kloster, an diesen Ort mit seiner Wallfahrt, seinem wirt­

|  editorial

Und Jesus lädt ohne aufdringliche

Werbung, ohne Versprechungen und ohne jede Vorbedingung ein: »Kommt und seht!«

(vgl. Joh 1,38–39) Wer gesehen, verglichen und eventuell geprüft hat, der kann sich

Von Nelly Sachs stammen die Wor­

te: »Alles beginnt mit der Sehnsucht!« So blei­

ben wir bei allen Fragen immer Suchende und der hl. Benedikt gibt in seinem Vor­

wort zur Regel den Mönchen mit auf den

entscheiden. Wir bedürfen immer wie­

Weg, dass Gott das Heil der Menschen will,

le suchen nach unserem Weg auf dieser

und Glück anbietet, ja, dass er ihn sucht

der der Deutung unseres Lebens, wir al­

dass er den Menschen sucht, ihm Leben

schaftlichen und kulturellen Engagement.

Erde und nach unserem Platz im Leben,

als Mitarbeiter in seinem Heilswerk, in

dann wird oft konkreter gefragt: »Warum

kennen und Lebenssinn entdecken kön­

Dienst am anderen. Analog zum Psalm 34

Wenn ich mit Jugendlichen spreche,

sind sie ins Kloster gegangen?« und manchmal

kommt die Frage: »Sind sie glücklich?« Da

auf dass wir immer mehr unser Selbst er­ nen. Mit dem »Kommt und seht« lädt Jesus die Jünger ein, ein wenig teilzunehmen

der Arbeit an der eigenen Person und im zitiert dann die Regel die Frage: »Wer ist

der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu

kann ich dann meistens nicht so einfach

an seinem Leben, um dann Perspektive

sehen wünscht?« (vgl. RB Prolog 14–15)

worten. Auch die Jünger Jesu haben immer

mit Jesus verändert, die Begegnung mit

schen Ihnen eine gesegnete Zeit und

und nur sozusagen im Vorbeigehen ant­

wieder gefragt: »Meister, wo wohnst du? Was

für ihr Leben zu finden. Die Begegnung

ihm mit Gott befreit zum Leben, lässt uns

macht dich aus, wo liegt deine Identität bzw. wo

wachsen in unserer Berufung, wo immer

wo machst du dich fest auf dieser Welt?«

hingestellt sind.

bist du beheimatet, wie gestaltest du dein Leben,

wir auch leben und an welchen Platz wir

Wir Benediktiner von Andechs wün­

möchten die Einladung Christi aufrecht­

halten: »Kommt und seht!«

Sicherlich werden wir immer wieder

mit weniger wichtigen Fragen zu tun ha­ ben und dann wieder mit Fragen, die in

die Tiefe gehen. Überall da, wo Menschen

anderen Menschen in ihren Fragen richtig zuhören, wo Menschen andere Menschen

mit ihren Visionen und Ansichten wirk­

lich ansehen, da können wir die Geheim­ nisse und Bestimmungen unseres Lebens besser erkennen.

p. valentin


inhalt  |

bergecho 2 . 2013  |

k i rc h e u n d k l o s t e r

4 »Dann geht’s wieder auf« – Wallfahrt auf den Heiligen Berg 7 Rückblick auf die Fußwallfahrt von München nach Andechs 8 Seit über 100 Jahre auf dem Ammersee – der Schaufelraddampfer »ANDECHS« 12 Wertvolle Darstellung der Heiligen Anna in Andechs 15 80. Geburtstag S.K.H. Herzog Franz von Bayern 16 Besinnungstage für Kommunionhelfer auf dem Heiligen Berg 17 500 Jahre verheiratet – Goldene Hochzeitsfeier in der Andechser Wallfahrtskirche

k l o s t e r b r au e r e i

18 Andechs® goes U.S. – Klosterbiere auch in den USA erhältlich 20 Ein Blick in die Fass- und Flaschenfüllerei der Klosterbrauerei 24 »Flüssiges Brot« – Das Gesunde am Bier

»Dann geht’s wieder auf«

Wallfahrt zum Heiligen Berg  seite 4

g a s t l i c h k e i t

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Lechgarten – der traditionsreiche Biergarten in Landsberg Restaurant Golf Club Hochstatt Zur Geschichte der Sommerresidenz Hochstatt Wirtsfamilie mit »Andechser Biergarten« ausgezeichnet Andechser Bierspezialität auf der Bodensee-Halbinsel Höri beim Kellhof

v e r a n s ta lt u n g e n

32 Colloquium 34 Kulturkampf in Bayern – Sommerakademie Sankt Bonifaz 36 Tage für Trauernde im Kloster Andechs – Rückblick und Ausblick 38 Kunst und Bier am Heiligen Berg – vom 20. bis 27. August 40 9. Andechser Kinder- und Familientag am 3. Oktober 42 Tag des offenen Denkmals im Kloster Andechs am 8. September

pa n o r a m a

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49 50 51 52 53 54 55 56 57

Rückblick auf die Carl Orff-Festspiele Andechs Langjährige Mitarbeiter geehrt Ausstellung im Fürstentrakt Eine Ära geht zu Ende – P. Coelestin Stöcker wird Ehrenvorsitzender des Missionskreises Andechs e.V. Clowns, Akrobaten, Zauberer und Fakire Bräustüberl unterstützt Zirkusprojekt der Lebenshilfe Starnberg Die »Dixies« zu Gast auf dem Heiligen Berg Naturheilkundetage 2013 – Highlight für viele Therapeuten Trailrunner in Andechs trotzen Wind und Wetter 1. eRUDA – elektrisch Rund um den Ammersee Frühlingsfahrt des Freundeskreises in die Goldene Stadt Prag Dozenten und Studenten am Runden Tisch »Glut unter der Asche finden, damit die Liebe wieder brennt« – Vortrag von Thomas von Mitschke-Collande über sein neues Buch Orgelvigil zum Benediktsfest in der Basilika Sankt Bonifaz

Andechs® goes U.S.

Andechser Klosterbiere jetzt auch in den USA erhältlich  seite 18

Ergriffen – Erfasst – Begeistert

Rückblick auf die Carl Orff-Festspiele Andechs  seite 44

58 p r e s s e

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kirche und kloster

»Dann geht’s wieder auf« Seit 1959 ist Johanna Sonnberger schon fünfzigmal auf den Heiligen Berg gepilgert.

Jahr für Jahr pilgert Johanna Sonnberger mit den Wallfahrern von Friedberg nach Andechs. Mal in brütender Hitze, mal durchnässt bis auf die Haut. Mal in großer Gemeinde, mal in kleiner Gemein­schaft. Heuer nun zum fünfzigsten Mal. Die Wallfahrt ist ihr im Lauf der Jahre ans Herz gewachsen. Stellvertretend für die vielen Menschen, die seit Jahrzehnten mit der Wallfahrt zum Heiligen Berg zur Mutter­gottes und zur Dreihostien­monstranz verbunden sind, erzählt sie im Gespräch mit Martin Glaab ihre ganz persön­liche Geschich­te.

andechser bergecho 1959 kamen Sie zum ersten Mal auf den Heiligen Berg zur Wallfahrt. Was ist Ihnen von Ihrer ersten Wallfahrt noch besonders in Erinnerung geblieben? Johanna Sonnberger: »Ja, als ich 12 Jah­ re alt war, bin ich zum ersten Mal mit meiner Mutter zum Heiligen Berg ge­

pilgert. Von dieser ersten Wallfahrt ist

mir besonders noch die Lichterprozessi­ on in Erinnerung. Nach der feierlichen

Mai­andacht in der Wallfahrtskirche sind alle Pilger mit brennenden Kerzen und

Marien­liedern zur Lourdesgrotte gezogen. Dreimal sind meine Mutter und ich ge­

meinsam nach Andechs gegangen. Dann erklärte sie mir: »Hanni, du hast es jetzt

gelernt. Von nun an gehst du allein.« Da­ mit war für mich die Sache klar.

Leider ist meine Mutti 1971 mit nur

59 Jahren viel zu früh gestorben. Ich war

damals erst 23 Jahre alt. Aber das ist wohl

mit der Grund, warum ich so an dieser

Wallfahrt hänge.

Zudem ist unsere Wallfahrt eine be­

sondere Wallfahrt, nämlich eine Bürger­

wallfahrt. Die Wallfahrt wird also nicht

von einer Pfarrgemeinde aus organisiert, sondern von den Bürgern von Friedberg.

Früher war ein Komitee für die Organisa­ tion zuständig. Hieraus hat sich Anfang


bergecho 2 . 2013  |

»Hanni, du hast es jetzt des 20. Jahrhunderts ein

Verein entwickelt. Dem gehören mittlerweile

über 500 Mitglieder an.

In der Pestzeit haben

gelernt. Von nun an gehst

du allein.« Damit war für

mich die Sache klar.

unsere Vorfahren gelobt,

alljährlich nach Andechs zu pilgern. Und

dieses Versprechen erfüllen wir bis heute,

auch wenn sich die Anliegen verändert ha­

ben. Die Friedberger leben diese Wallfahrt.

sportlicher geworden.

Der Schritt wird schnel­

ler (oder ich älter ?), aber

gleich geblie­ben ist

der Grundgedanke, die

Gebets­ordnung, das ge­

meinsame Rosenkranzbeten und das zu­ sammen Singen und Schweigen.

Ich selbst bin jedes Jahr mit ganz eigenen

Wallfahren ist ja so etwas wie Beten mit den Füßen. Was ist für Sie an der Wallfahrt so wich­ tig, dass Sie so lange dabei geblieben sind?

gangen und in dieser Zeit war Andechs in

Johanna Sonnberger Die zwei Tage

Bitt- und Dankanliegen nach Andechs ge­

ganz besonderer Weise der »Heilige Berg«.

In über 50 Jahren hat sich die Wallfahrt sicher verändert. Was ist geblieben? Was ist in den Jahren anders geworden? Johanna Sonnberger »Sicher hat sich in den Jahren viel verändert. Ende der fünf­

halfen mir einfach abzuschalten. Der

Manche sagen, dass am Wallfahren das Auf­ brechen und die ersten Schritte immer am schwersten sind. Was fällt Ihnen an der Wall­ fahrt schwer? Johanna Sonnberger Für mich beginnt es immer wieder am Jahresanfang mit

den Fragen: Komm ich heuer wieder nach

Andechs? Werd ich soweit gesund sein?

Werd ich die Fußstrecken gehen können?

Da mein Mann und ich keine Laufsportler sind, fällt dann bald die Entscheidung:

Jetzt müssen wir das Laufen wieder üben, mindestens jeden zweiten Tag eineinhalb Stunden! Der Beginn der Wallfahrt selber

Alltags­stress von der Familie blieb zu

ist dann keine Schwierigkeit mehr.

sondere Form des Gebetes unter Gleich­

das Gehen kam auch in mir etwas in

Auf vielen Wallfahrten gibt es lustige, komische und tragische Momente, die einem über Jahre in Erinnerung bleiben. Möchten Sie von solchen Begebenheiten erzählen?

zu, dass wieder einiges in mir ins Gleich­

der achtziger oder Anfang der neunziger

Hause. Ich konnte mich durch die be­

gesinnten ganz auf den Herrgott besin­

nen und mit ihm verbunden sein. Durch

ziger, Anfang der sechziger Jahre des vori­

Be­wegung und das führte letztlich da­

Johanna Sonnberger »Das muss Ende

Wallfahrer als heute. Bei den rund 60 Pil­

gewicht kam.

Jahre gewesen sein. Wir übernachteten

meinen Alleinurlaub lange Zeit. Anfang

Doppelstockbetten. Im Raum stand da­

der Arbeit heim und verkündete: »So, heu­

mit uns unterwegs war, entdeckte ihn

gen Jahrhunderts waren wir viel weniger gern waren es nur etwa 8 bis 10 Männer. In den siebziger Jahren wurde dann

die Schar der Männer durch Rinnentha­

ler Pilger mehr als verdoppelt. Heute sind wir fast immer 300 Wallfahrer und mehr

aus Friedberg und Umgebung. Legten wir früher eine Teilstrecke der Pilgerschaft

mit dem Zug zurück, so nutzen wir heu­

te etliche Busse. Selbstverständlich legen

wir aber auch etliche Kilometer zu Fuß

zurück. Das Gehen und die Kleidung sind

Franz, mein Mann, akzeptierte diesen

der achtziger Jahre kam er eines Tages von er geh ich auch mit nach Andechs. Und

Urlaub hab ich auch schon genommen.« Und seither ist er dabei geblieben.

in Andechs in der Alten Apotheke in vier mals auch ein Fernseher. Eine Frau, die und meinte: »Ah, da ist ein Fernseher.

Dann kann ich ja heut Nacht um drei Uhr den Boxkampf schauen.« Wir glaubten

ihr nicht, bis um drei Uhr in der Früh

der Fernseher tatsächlich anging. Für die

Frühmesse um sechs Uhr dann aufzu­

stehen, fiel uns dann natürlich noch ein Stück schwerer.  →

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kirche und kloster

Der Schritt wird schneller,

Einmal brach beim

Heimweg ein starkes

Gewitter herein. Wir

aber gleich geblie­ben ist der Grundgedanke.

waren gerade auf dem

nach. Da ist zum Bei­

spiel ein Mädel, das seit

ihrer Erstkommunion

dabei ist und mittlerwei­

Ammerseedampfer auf der Fahrt von

le nun schon zum zehnten Mal. Sie hat

gen hoch, es donnerte und blitzte. Trotz

und die sind auch »hängen geblieben«.

Herrsching nach Utting. Die Wellen gin­ dem himmlischen Segen von Andechs be­

herrschte uns alle eine große Angst. Stand doch nun noch ein Fußmarsch von einer

Stunde unter freiem Himmel an. Kurzer­

hand wurde entschieden, dass die Fahrt

bis Schondorf verlängert wurde, da man

auf dem Schiff doch wenigstens trocken blieb.

1999 fand eine besondere Wallfahrt

statt. Das Pestgelübde, die Grundlage un­

serer Wallfahrt, wurde vor 400 Jahren ge­

lobt. Eine besonders große Pilgerschar zog aus Friedberg nach Andechs. Das letzte

Stück vom Parkplatz zur Wallfahrtskirche

begleitete uns Bischof Viktor Dammertz,

der dann auch die Maiandacht zelebrierte.

Die beiden Wallfahrtstage waren für mich ein besonderes Highlight; vor allem weil

ich sie miterleben durfte und konnte.

Nun kommen die Friedberger Wallfahrer ja schon über 400 Jahre nach Andechs. Wie sehen Sie die Zukunft der Wallfahrt? Johanna Sonnberger Mir ist um die

Wallfahrt nicht bang, denn die Fried­

berger haben über die Jahrhunderte mit

vielen Wirrungen bewiesen, dass sie zu

ihrem Gelübde stehen. Z.B. während des

Zweiten Weltkrieges zogen einzelne Per­ sonen unter schwierigen Bedingungen

(Tieffliegerangriff, Verbot der Regierung

etc.) auf den Heiligen Berg und melde­

ten sich im Kloster als Friedberger Wall­

fahrer. Auch wenn sich die Anliegen der

Wallfahrt verändert haben und auch än­ dern werden, verlasse ich mich auf den

Glauben der Friedberger Bürger. Wir ha­ ben viele Junge im Alter zwischen 30 bis

50 bei unserem Pilgerzug dabei. Drunter

wird’s zwar altersbedingt etwas weniger, aber von der Jugend kommt doch einiges

irgendwann zwei Burschen mitgebracht Selbst wenn das Mädel längst nicht mehr

zu Hause wohnt, zur Wallfahrt sehen wir

uns immer wieder. Der Satz stimmt eben

.

doch: Wer zwei Mal mitgegangen ist, der

gehört der Wallfahrt. 

h i n t e rg r u n d Geschichte der Friedberger Wallfahrt von Dr. Hubert Raab Man schreibt das Jahr 1599: Ein neues Jahrhundert beginnt in wenigen Monaten. Zu all den Ängsten, die überall geschürt werden, kommt nun in Friedberg eine echte Bedrohung, der »Schwarze Tod«, die Pest. Und da hatte doch gerade die zweite Hälfte des fast vergangenen Jahrhunderts Friedberg und seinen Bewohnern so viel Gutes gebracht: den Neubau des Schlosses, die glücklichen Jahre zwischen 1568 und 1575, in denen die Stadt durch die Anwesenheit von Herzogin Christine und den dadurch veranlassten oft längeren Aufenthalt von Herzog Albrecht V. und des Thronfolgers Wilhelm V. gleichsam zur dritten Residenzstadt in Bayern geworden war, den damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung und nicht zuletzt den Beginn des Ausbaus einer Jesuitenniederlassung in der Stadt. Und nun verabschiedete sich das Jahrhundert mit einer tödlichen Seuche, damit es den Menschen ja nie zu gut geht.

Natürlich hatte man schon zuvor Vorsichtsmaßnahmen getroffen für den hoffentlich nie eintretenden Ernstfall, denn immer wieder war die vom Rattenfloh auf den Menschen übertragene Seuche nicht nur in Bayern, sondern in ganz Europa aufgetreten und hatte Tod und Not gebracht, so in Augsburg in den Jahren nach 1570, 1586 und 1591 bis 1593. Wichtigste Vorsichtsmaßnahme war sogar eine vom bayerischen Herzog veranlasste Landessperre gewesen, daneben wurden die Bewohner zur Sauberkeit in der Stadt ermahnt, zur Entfernung allen Unrats aus den Straßen und Gassen. Eine schon seit Jahren getroffene Maßnahme war auch die Bestellung von Totengräbern, Badern, Priestern und Helfern im Falle des Auftretens der Seuche. Trotz aller dieser Maßnahmen erfasste die Seuche in diesem Jahr Friedberg schlimmer als je zuvor und auch später. Kopfweh war das erste Anzeichen, bald folgte hohes Fieber. Und dann zeigten sich die für die Krankheit typischen Beulen und schwarzen oder gelben Flecken am ganzen Körper. Heilung war nun kaum mehr möglich, meist starben die Infizierten in kurzer Zeit. Groß war die Angst vor einer Ansteckung. Deshalb wurden die Toten nicht im damals üblichen Friedhof bei St. Jakob, also inmitten der Stadt, begraben, sondern sie wurden in der Straßenmitte, damit man ja mit niemand in Kontakt kam, auf dem Pestkarren nach St. Stephan außerhalb der Stadt gebracht, wo ein Pestfriedhof ange­legt worden war. Dreissig Totengräberinnen und Totengräber sollen Tag und Nacht damit beschäftigt gewesen sein, die Toten zum neuen Friedhof zu bringen und dort zu bestatten.


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»Sich auf den Weg machen« Rückblick auf die Fußwallfahrt von München nach Andechs

Johanna Sonnberger (2.v.l.) in der Wallfahrtskirche in Andechs

Zur Zahl der Toten gibt es nur Schätzungen, die zwischen einem Drittel und der Hälfte der Bevölkerung schwanken; zu hoch gegriffen dürfte die Angabe von 1.000 Toten sein. Es ist verständlich, dass sich die Menschen aus Angst vor der Seuche kaum mehr aus ihren Häusern trauten. Und doch gab es und gibt es immer wieder Menschen, die gerade in solchen Situationen über sich hinauswachsen, die nicht verzweifeln, sondern ganz im Gegenteil Mut machen. Wir kennen die Namen derer nicht, die damals Mut und Hoffnung zugesprochen haben. Aber es gab sie: vielleicht war es der Stadtpfarrer Rottbauer, der dazu aufgerufen hat, Gott zu bitten, dass er diese Seuche beende. Wir kennen das Ergebnis: die Bewohner der Stadt gelobten, der Patrona Bavariae eine Säule inmitten der Stadt neben dem Rathaus zu errichten, und sie zogen zur Madon­na mit ihrem Kind auf den Heiligen Berg und gelobten, künftig in jedem Jahr nach Andechs zu pilgern. Vielleicht ist in diesem Zusammenhang auch die am 18. Oktober 1599 vollzogene Grundstein­ legung für eine Erweiterung der Wallfahrtskirche Herrgottsruh zu sehen. Über 400 Jahre sind seitdem vergangen – und die Friedberger haben ihre Versprechen gehalten. Nicht nur eine Säule steht heute neben dem Rathaus, sondern ein schöner Brunnen ist daraus geworden, ja der Platz wurde sogar in Marienplatz umbenannt, und die Friedberger gehen seit ihrem Versprechen Jahr für Jahr nach Andechs, um Gott zu danken, aber auch um weiterhin Schutz für ihre Stadt zu erbitten. 

.

Pilgern, Marienverehrung und »sich auf den Weg machen«, ist mir von Kindesbeinen an vertraut. Ich bin in Maria Thalheim, einem der ältesten Wallfahrts­ orte Bayerns, aufgewachsen und lebe heute noch dort. Aber es war meine erste Fußwallfahrt von München nach Andechs am 15. Juni 2013.

F

rüh morgens um sechs Uhr haben

uns Schwester Rosa Maria und Abt

Johan­nes herzlich am Münchner

Marien­platz begrüßt. Die spirituelle Reise und die Sehnsucht, Gott an heiligen Stät­

ten nahe zu sein, begann.

Der Weg nach Andechs führte über den

Waldfriedhof aus München heraus, durch die schattigen Forstwege bei Neuried, das

Würmtal hinunter und am Starnberger See vorbei auf den Heiligen Berg.

Sich der Gemeinschaft vorstellen,

beten, schweigen, Ruhe, Besinnung und

der Genuss unserer wunderbaren Land­

schaft bestimmten den Tag. Die letzten

paar Kilo­meter vor Andechs waren für

mich ganz besonders und ein bisschen

»wie im Himmel«. Über sanfte Hügel

pilger­ten wir durch grüne Wiesen, in

denen bunte Blumen blühten, die Grillen

mit ihrem Zirpen ein herrliches Konzert

gaben und ein leichter Wind den sonnigwarmen Tag unvergessen machen.

Glücklich und selig erreichten wir

am frühen Abend unser Ziel. Vergelt’s Gott liebe Schwester Rosa Maria und

lieber Abt Johannes für diesen Weg!  ulrike scharf

.

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kirche und kloster

Bis heute liebevoll gepflegt Seit über 100 Jahre auf dem Ammersee – der Schaufelraddampfer »ANDECHS«

Von den Fischern, die von alters her die Verbindung zwischen dem Ost- und Westufer des Ammersees gehalten haben, bis hin zu den modernen Fahrgastschiffen unserer Tage reicht die Geschichte der Schifffahrt auf dem Ammersee. Wechselvoll und ereignisreich ist sie bis heute. Friedrike Hellerer, Archivarin der Gemeinde Herrsching, lässt die Geschichte der Ammersee-Schifffahrt am Beispiel des Schaufel­ raddampfers Andechs leben­dig werden.

Dampfschiff Andechs 1917


bergecho 2 . 2013  |

»Eine volle Rundfahrt auf dem See nimmt etwa drei Stunden

Zeit in Anspruch und gewährt

entzückende Ausblicke auf die

lieblichen Ufer und die prächtige

Alpenkette.«

A

»

uf dem Ammersee vermitteln

Die DieSSener Da mpfschiff­ fahrtsge sell schaf t

M affei übernimmt die Ammersee schifffahrt

viele Kähne den Verkehr. Eine volle

1875 hatten sich in Dießen zwölf Bürger

Nach herben Verlusten, bedingt durch

mehre­re Dampfer, Motorboote und

Rundfahrt auf dem See nimmt einschließ­

lich der Aufenthalte etwa drei Stunden

zu einer Dampfschifffahrtsgesellschaft zusam­mengeschlossen. Die im Volks­

Zeit in Anspruch und gewährt entzücken­

mund »Zwölf Apostel« genannten Anteils­

die prächtige Alpenkette.«

Flussdampfer, der

und Herrsching« in den 1920er Jahren die­

omnibus 1877 ers­

schrieb, waren bereits mehrere Dampf­

dem See unternahm.

de Ausblicke auf die lieblichen Ufer und Als ein »Führer für Kloster Andechs

ses Loblied auf die Ammersee-Schifffahrt

eigner kauften einen unter dem Namen

te Probefahrten auf

einen verlorenen Wiedergutmachungs­ prozess, wurde die Aktien-Gesellschaft

1885 aufgelöst. Der Industrielle Hugo Rit­

Die Ausflüglerzahlen wuchsen

ständig und nahm Ausmaße an,

denen die »Zwölf Apostel« nicht

mehr gewach­sen waren.

ter und Edler von

Maffei (1836–1921)

übernahm die Schiff­

fahrt auf dem Am­

mersee und der Am­ per. Als Inhaber der

schiffe auf dem See in Betrieb. Einst hat­

Da er für die Seen­

dem Ost- und dem Westufer unterhalten,

lig ungeeignet war, wurde er im folgenden

dem Gebiet des Lokomotiven- und Ma­

der immerhin bis 1908 seinen Dienst tat.

tal und Know How mit, um aus der müde

weshalb der Schiffsbetrieb Ausmaße an­

fahrt ein florierendes Unternehmen zu  →

ten die Fischer die Verbindung zwischen

während die Klöster Dießen und Andechs eigene Klosterschiffe besaßen.

schifffahrt leider völ­

Jahr durch den Raddampfer marie ersetzt, Die Ausflüglerzahlen wuchsen ständig,

nahm, denen die »Zwölf Apostel« finanzi­ ell und verwaltungstechnisch nicht mehr

gewach­sen waren. Eine Aktiengesellschaft mit dem Kloster Andechs als Hauptaktio­

när wurde ins Leben gerufen.

Firma »Maffei Mün­ chen« – führend auf

schinenbaus – brachte er das nötige Kapi­

dahin­siechenden Ammersee-Dampfschiff­

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kirche und kloster

Stephan Widler aus Riederau stellte uns freundlicherweise interessante Motive mit der ANDECHS aus seiner umfangreichen Postkartensammlung zur Verfügung.

machen. Der Raddampfer maximilian, der Halb­salondampfer gisela (nach der

Revolution von 1918 in augsburg umge­

tauft) und die andechs machten aus dem ehemaligen Flussdampfer eine veritable

Flotte.

Der Schaufelr adda mpfer ANDECHS Der Schaufelraddampfer andechs lief am

25. Juli 1907 in Stegen vom Stapel. Das von

der Firma Maffei erbaute Schiff war 38 Me­

ter lang, 10,15 Meter breit und konnte 400

Personen aufnehmen, seine Maschinen­

leistung betrug 230 PS. Schaufelradampfer

Die Andechs war 38 Meter lang, 10,15 Meter breit und konnte 400 Personen aufnehmen, ihre Maschinenleistung betrug 230 PS

wurden hauptsächlich im ausgehenden


bergecho 2 . 2013  |

Die ANDECHS am Westufer des Ammersees in ihrer heutigen Funktion als Clubheim der Bayerischen Seglervereinigung e.V.

19. und beginnenden 20. Jahrhundert ge­

Die ANDECHS lebt noch heute

baut. Sie waren damals der Stand der

Reichsrat Maffei hatte 1906 seine Konzes­

fenden Dampfmaschinen eigneten sich

rischen Staat die Werftanlagen und den

räder, die mit bis zu mehreren Metern

kriege hatte die andechs unversehrt über­

Technik im Schiffbau. Die langsam lau­ besonders gut zum Antrieb der Schaufel­

im Durchmesser er­

hebliche Größen errei­

chen konnten. Obwohl der Wirkungsgrad der

Schaufel bei ruhiger See

besser ist als der eines

Propellers, setzte sich

sion nicht mehr erneuert und dem Baye­ Schiffspark verkauft. Die beiden Welt­

Schon ein Jahr nach Inbe­

triebnahme der andechs folgte das fast baugleiche Schwesterschiff diessen

der Propellerantrieb wegen der besseren

standen, nur in der

unmittelbaren Nach­

kriegszeit 1945 wurde

sie sehr mitgenommen:

Durch ein Leck sank sie

auf den Grund des Sees,

ihre Armaturen wurden

dabei demoliert. Nach Wiederherstellung

Manövrierfähigkeit schließlich durch.

tat sie bis 1956 weiter Dienst. Jetzt liegt

me der andechs folgte das fast bauglei­

Außer Dienst gestellt und unter Denkmal­

Schon ein Jahr nach Inbetriebnah­

che Schwesterschiff diessen. Als 1903 die

Bahnlinie Pasing-Herrsching eröffnet

worden war, strömten besonders an den

Wochenenden immer mehr Erholungs­ suchende an den Ammersee.

die andechs immer noch am Ammersee.

schutz findet sie am Westufer des Ammer­ sees als Clubheim des Uttinger Segler­

clubs Verwendung. Dort wird sie von den

.

Vereins­mitgliedern bis heute liebevoll ge­ pflegt.

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kirche und kloster

»Wir loben dich,

heilige mutter anna ! « Auch in Andechs wird eine wertvolle Darstellung der Heiligen Anna aufbewahrt.

Heilige Anna Selbdritt im Kloster Andechs

»Sankt Anna voll der Gnade, du Bild der Herrlichkeit, gepriesen sei dein Name jetzt und in Ewigkeit!« Mit diesen Worten beginnt eines der Anna-Lieder, die es im deutschsprachigen Raum gibt. Viele Zeichen der Verehrung und Wallfahrten gibt es zur heiligen Anna, die der Überlieferung nach die Mutter Marias war und damit Großmutter von Jesus Christus. P. Valentin Ziegler zeichnet ein Bild dieser besonderen Heiligen.


bergecho 2 . 2013  |

V

»

oll Mitleid und Erbarmen warst du für

Jedermann« – so heißt es in dem ein­ gangs zitierten Anna-Lied. Und

so wurde die heilige Mutter Anna immer

wieder angerufen in den verschiedensten

Nöten der Menschen. Sie wurde und wird angerufen als große Trösterin, so dien­

ten die Andachtsbilder der heiligen Anna nicht selten als Anregung und ausdrück­

liche Aufforderung des Mitleidens und

Mitfühlens. Vielleicht hat der Anna-Kult

gerade auch deswegen so eine rasante Ent­

St.-Anna-Kapelle bei Burrweiler in der Pfalz

Klosterkirche auf dem St. Annaberg in Oberschlesien

mit dem Jesuskind in einer Mandorla, zur

hoch in Ehren und die Vertriebenen haben

wicklung genommen, weil die Begegnung

Linken Elisabeth mit dem Knaben Johan­

und prägend ist, weil wir durch die Mut­

ihrer Tochter Maria. Dies war dann spä­

mit der Mutter für jeden Menschen ja tief

ter Grundlegendes

erfahren wie Zunei­

gung, Vertrauen und Glauben. Von ihr se­

hen wir, was es heißt:

nes und zur Rechten die heilige Anna mit ter auch eine bekannte

»Meine schönste Erfahrung,

Darstellung, die sozu­

Michel Quoist

lich fasst. Ein besonders

sagt Gott, ist meine Mutter!«

Sorgen, Dasein, Die­

sagen die Vorläufer Jesu

Christi zusammen bild­ bekanntes Gemälde ist

nen, Verantwortung. Ohne großes und

eine Darstellung Leonardo da Vincis, die

gen sie Verständnis und Einfühlungsver­

Aufenthaltes in Florenz entstanden ist.

heißt, gütig und umsorgend zu sein. Mi­

mälde und Altarbilder der heiligen Anna

gelehrtes Wissen handeln die Mütter, zei­ mögen, kann der Mensch lernen, was es

chel Quoist, der französische Literat und

Priester, sagte einmal: »Meine schönste

Erfahrung, sagt Gott, ist meine Mutter!« So wird in der christlichen Kunst die

heilige Anna mit ihrer Tochter Maria und

die Anna-Verehrung in die neue Heimat

mitgenommen und treffen sich jährlich

am Anna-Tag, dem 26. Juli, an verschiede­ nen Wallfahrtsorten.

Der Überlieferung nach soll Anna nach

20-jähriger kinderloser Ehe mit Joachim

die Mutter Christi geboren haben und die­ se Empfängnis Mariens geschah nach der

Lehre der Kirche unbefleckt, d.h., sie wur­ de auf natürliche Weise von ihrem Vater

zwischen 1500 und 1510 während seines

gezeugt und von Anna empfangen, aber

Insgesamt sind sehr viele Skulpturen, Ge­

Erbsünde bewahrt. Schon früh verbreite­

Selbdritt in den Kirchen Europas erhal­

im Jahre 550 ihr zu Ehren in Konstanti­

Münzen und Siegeln zu finden, die Stadt

neben dem Bethesda-Teich in Jerusalem

ten. Das Motiv ist ebenfalls auf diversen

Annaberg-Buchholz im Erzgebirge trägt

eben in einem Akt göttlicher Gnade vor der

te sich die Anna-Verehrung und es wurde nopel eine Kirche errichtet. 1142 entstand die Sankt-Anna-Kirche, weil man dort den

eine Anna Selbdritt im Wappen. In ganz

Wohnort der Familie von Maria vermutet

na-Patrozinien und nicht selten spiegeln

Verehrung gab es seit dem 13. Jahrhun­

zeichnet, was so viel heißt: »Als Teil einer

Anna-Altären die große Volksfrömmigkeit

Höhe­punkt erreichte.

Andechs ist so eine wertvolle und wunder­

fahren hat.

Florenz, Innsbruck, Neapel und der Breta­

den, eines der ältesten Bildnisse am Heili­

hl. Anna, das Annahaupt, befindet sich

rat, für Kindersegen und eine glückliche

von Tegernsee bei der Klostergründung

großes Volksfest stattfindet. Anna-Berge

ist auch eine sogenannte Heilige Sippe als

Burrweiler in der Pfalz. Dort ist die Wall­

dem Jesusknaben nicht selten sehr innig

West-, Mittel- und Osteuropa gibt es An­

späten Mittelalter als »Anna Selbdritt« be­

die angebrachten Ex-Voto-Tafeln an den

dargestellt. Dieser Bildtyp wird seit dem

Dreiergruppe oder auch zu dritt«. Auch in

schöne Anna Selbdritt-Darstellung zu fin­

gen Berg, welches schon die Benediktiner mitgebracht haben sollen. Nicht selten

Darstellung zu finden, wo dann die größe­

wider, die die heilige Anna seit jeher er­ Eine angebliche Kopf-Reliquie der

in Düren, wo ihr zu Ehren jedes Jahr ein

gibt es bei Haltern in Westfalen und bei

fahrt zur heiligen Anna eine der größten

hat. Einen schwunghaften Anstieg der

dert, die im 15. und 16. Jahrhundert einen Die Mutter Mariens ist Patronin von

gne und sie wird für eine glückliche Hei­

Geburt angerufen. So hat die heilige Anna

gerade als große mütterliche Gestalt und

mütterlicher Mensch seit früher Zeit gro­ ße Verehrung erfahren, so wird sie heute

angerufen in Krankheit und Sorge und so

re Verwandtschaft Jesu Christi eingearbei­

Wallfahrten. In Schlesien ist der Sankt-

kann sie zur Versöhnung beitragen zwi­

Als ältestes bekanntes Bild der Mut­

ler Wallfahrtsort. In der NS-Zeit fanden

Deutschland. In einem weiteren Anna-

statt, nach dem Krieg wurde der Ort zum

»Bitte, dass uns Gottes Gnad‘ leite auf der Tugend

auch ein Platz, von dem Versöhnung aus­

gen Kreuz und Leid, heilige Mutter Anna!« 

tet wurde.

ter Mariens ist die Wandmalerei in der so

genannten Drei-Mütter-Nische aus dem

8. Jahrhundert in der Kirche Santa Maria

Antiqua auf dem Forum Romanum in Rom erhalten. Dargestellt ist die Gottesmutter

Anna-Berg seit Jahrhunderten ein zentra­ dort große Demonstrationen des Glaubens Symbol für die verlorene Heimat, aber

geht. Die heutigen Schlesier halten ihn

schen Ost und West, zwischen Polen und

Lied rufen wir sie in einer Strophe an:

.

Pfad,(…) Bringe Trost in Traurigkeit, hilf uns tra­

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bergecho 2 . 2013

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kirche und kloster

GENUSS & NATÜRLICHKEIT Eine bayerische Brotzeit beginnt mit einem Andechser dunkel aus der Hofpfisterei

www.hofpfisterei.de


bergecho 2 . 2013  |

80. Geburtstag s.k.h. Herzog Franz von Bayern Am 14. Juli 2013 feierte der Chef des Hauses Wittelsbach seinen 80. Geburtstag

Ausgleichsfonds. Sie sind heute in der

Pinako­thek der Moderne und in der Staat­ lichen Graphischen Sammlung in Mün­ chen der Öffentlichkeit zugänglich. Die

umfangreiche Privatbibliothek zur Kunst

Unserer Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs ist Herzog Franz von Bayern als Oberhaupt der Stifterfamilie und auch Schirmherr des Freundeskreises Sankt Bonifaz verbunden. 2001 war er maßgeblich daran beteiligt, dass die sterblichen Überreste von Königin Therese aus der Gruft unter dem Grabmal ihres Gemahls Ludwigs I., des Stifters von Sankt Bonifaz, zu Häupten seines Sarkophags in der Außenwand der Grabkapelle beigesetzt wurden. Der Konvent von Sankt Bonifaz in München und Andechs und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünschen Herzog Franz zu seinem Geburtstag von Herzen Gottes Segen, Gesundheit und noch viele erfüllte Jahre.

H

erzog Franz von Bayern wurde am

14. Juli 1933 in München geboren. Seine Eltern waren Herzog Alb­

des 20. und 21. Jahrhunderts überließ er

2009 als Schenkung dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München.

Nicht nur den Museen in München ist

recht von Bayern und Marie Herzogin von

er seit langem aufrichtig verbunden, son­

kostjan. Als ältester Sohn von Herzog Al­

Germanischen Nationalmuseum in Nürn­

Bayern, geb. Gräfin Draskovich von Tra­

brecht ist er ihm 1996 nach dessen Tod als

dern auch vielen weiteren wie z. B. dem berg. Seine Beziehung zum Museum of

Chef des Hauses Wittelsbach nachgefolgt.

Modern Art in New York entwickelte sich

nigs Ludwig III. und zugleich Pfalzgraf bei

Mitglied des International Council. Früh

in Schwaben.

Franz für die 2002 vom Freistaat Bayern er­

sammen mit seinen Zwillingsschwestern

chen ein. Hierzu gründete er mit Gleichge­

Er ist Urenkel des letzten bayerischen Kö­ Rhein, Herzog von Bayern, Franken und

Seine frühe Kindheit verbrachte er zu­

Marie-Charlotte (Fürstin von Quadt) und

Marie-Gabrielle (Fürstin von Waldburg-

schon in jungen Jahren, er ist noch heute und sehr engagiert setzte sich Herzog

öffnete Pinakothek der Moderne in Mün­

sinnten 1965 den Galerie-Verein München,

der zu PIN. Freunde der Pinakothek der

Zeil) und seinem Bruder (Herzog Max in

Moderne wurde und seit 2013 unter dem

Ungarn. Die Familie wurde 1944 inhaftiert

Pinako­thek weiterlebt.

Nach Kriegsende besuchte er das Huma­

onen in zahlreichen Organisationen aus,

studierte nach dem Abitur Betriebswirt­

Verein zur Förderung der Alten und Neuen

lomkaufmann ab. Im Jahr 2009 verlieh

Akademie in Bayern oder dem Comitée

Bayern) in Kreuth und später im Exil in

und ins Konzentrationslager verschleppt.

nistische Gymnasium in Kloster Ettal und schaft. Er schloss seine Studien als Dip­

ihm die Ludwig-Maximilians-Universität in München die Ehrendoktorwürde.

Bereits als Student begann er in den

1950er Jahren zeitgenössische Kunst

Dach des Kuratoriums der Freunde der

Herzog Franz übt viele weitere Funkti­

die Kunst und Kultur fördern, wie dem

Pinakothek München, der Katholischen

Cuvilliés, um nur einige zu nennen. Er ist

Schirmherr und Mitglied von mehr als 150

Vereinen und Gremien.

Im Bewusstsein der Tradition seines

zu sammeln. Einen Großteil seiner

Hauses übt er außerdem das Amt des Or­

reits 1984 in die Stiftung Wittelsbacher

terordens vom Hl. Georg aus. 

Sammlungen übergab Herzog Franz be­

.

densgroßmeisters des Kgl. Bayer. Hausrit­

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bergecho 2 . 2013

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kirche und kloster

Geistliche Begleitung – eine Bereicherung

Besinnungstage im April 2013 für Kommunionhelfer auf dem Heiligen Berg

Beim Besinnungswochenende der acht Kommunionhelfer aus Reichelsdorf und Wolkersdorf, die von Pfarrer Edmund Wolfsteiner begleitet wurden, standen das Jahr des Glaubens, seine Bedeutung für den Alltag und die Erfahrbarkeit der Nähe Gottes im Mittelpunkt. Wolfgang Krammer blickt auf das Wochenende zurück.

N

ach problemloser Anreise und dem Bezug der Zimmer im

Kloster­gebäude gesellte sich

beim Abendessen der geistliche Begleiter

für diese Tage, Altabt Odilo Lechner, zu

das rechte Maß zu wahren. Dies bedarf ei­

größere Pilgergruppe teilnahm.

wichtig ist.

kes nicht fehlen. Abt Odilo hat uns durch

wobei auch das Zur-Ruhe-kommen sehr Weitere Stationen des Tages waren

unserer Runde.

die Teilnahme an der Mittagshore und

nahme am Stundengebet der Mönche in

gende Eucharistiefeier in der Chorkapel­

setzte Abt Odilo den ersten geistlichen Im­

Wolfsteiner, die Erörterung praktischer

Der nächste Tag begann mit der Teil­

in der Wallfahrtskirche, an der auch eine

ner bestimmten Ordnung und Einteilung,

An dieser Stelle darf ein Wort des Dan­

seine Liebenswürdigkeit, sein großes Wis­ sen, seine Spiritualität, seinen feinen Hu­

der Vesper mit den Mönchen, eine bewe­

mor und seine Vitalität (er ist immerhin

le, zelebriert von Abt Odilo und Pfarrer

nehmer fühlten sich durch seine geistli­

Fragen zum Kommunionhelferdienst, ei­

Dieses Besinnungswochenende wäre aber

gehend führte sein roter Faden über den

ters, sehr interessante Führungen durch

te nicht Herr Ludger Bräuer die Kontakte

zur Bedeutung des Glaubens für unseren

fahrtskirche durch Abt Odilo, und schließ­

der Chorkapelle. Nach dem Frühstück

puls mit einer Bildbetrachtung. Von der

dargestellten Verkündigungsszene aus­

Glauben Marias zum Jahr des Glaubens,

ne Wanderung in die Umgebung des Klos­

82 Jahre alt) sehr beeindruckt. Alle Teil­

che Begleitung außerordentlich bereichert. so letztlich nicht möglich gewesen, hät­

das Kloster und die wunderschöne Wall­

geknüpft und die Organisation übernom­

Alltag und weiter zur Spürbarkeit und Er­

lich das gemütliche Beisammensein im

Vergelt’s Gott. 

die Worte des Engels gehört. Diese Bereit­

würzigen Gebräu – nach getaner Arbeit –

fahrbarkeit der Nähe Gottes. Maria hat auf schaft zum Hören (und Gehorchen) wird

auch im Prolog der Benediktsregel gefor­

dert: »Höre, mein Sohn …« Die Grundhal­

tung des Benedikt von Nursia ist, immer

Bräustüberl. So kam die Labung mit dem doch nicht zu kurz.

Unser Abreisetag begann mit der Teil­

nahme an den Laudes in der Chorkapel­

le. Nach dem Frühstück trafen wir uns

zu einer Abschlussrunde, um erste Rück­

meldungen und Beurteilungen zu diesem

Besinnungswochenende zu geben. Den

Schlusspunkt bildete dann die Hl. Messe

.

men. Dafür gebührt ihm ein herzliches


bergecho 2 . 2013  |

500 Jahre verheiratet

Goldene Hochzeitsfeier in der Andechser Wallfahrtskirche im April 2013

Vor dem Altar der Andechser Wallfahrtskirche stehen sie: zehn Ehepaare, die vor 50 Jahren in Andechs und Erling geheiratet haben. Gemeinsam sind sie 500 Jahre verheiratet. Fast so lange, wie das Benediktinerkloster in Andechs selbst schon existiert, Anlass für einen besonderen Dankgottesdienst.

M

aria Drischberger aus Erling

hatte die Idee, die Ehepaare,

die 1963 getraut wurden, heu­

er also alle Goldene Hochzeit feiern dür­

fen, zu einem gemeinsamen Gottesdienst

einzu­laden. Einige von ihnen sind mit

Andechs über die Hochzeit hinaus ver­

bei der Hochzeit zu Kana über Jesus ge­

dacht hätten. Antwort von Maxl: »Den

laden wir auch ein«.Jedes der Jubelpaare

habe vor 50 Jahren auf ganz eigene Weise

Jesus eingeladen, den gemeinsamen Weg der Ehe mitzugehen. »Für alles, was in

diesen 50 Jahren gelungen ist, steht der

bunden geblieben und haben teilweise

Wein als Zeichen der Fülle und des Festes.

betrie­ben des Klosters gearbeitet. Zehn

in jeder Beziehung gibt, haben viele im­

über Jahre hinweg in den Wirtschafts­

Paare sind schließlich dem Ruf gefolgt,

und Abt Johan­nes und Pater Valentin ze­

Mit Durststrecken und Leere aber, die es mer wieder zu kämpfen«, so Abt Johan­

nes. Umso wichtiger sei es, den Einen zu

lebrierten mit den Jubilaren einen festli­

kennen, der das Wasser des Alltags in der

Musikbe­gleitung.

hat. »Goldene Hochzeit zu feiern ist damit

chen Dankgottesdienst mit großartiger

Abt Johannes predigte über die Hoch­

zeit zu Kana, natürlich nicht ohne einen

Rückschau in kostbaren Wein gewandelt

die Einladung an den Herrn, den gemein­ samen Weg weiter zu begleiten. Dafür

.

Witz einzubinden. So habe der Pfarrer in

wünsche ich Ihnen viel Segen und noch

Pater Stephan Dorner auf dem Kirchentag in Hamburg

A

der Schule gefragt, was wohl die Leute

viele gemeinsame und gute Jahre«. 

ls Benediktiner auf dem 34. Deut­ schen Evangelischen Kirchentag

immer den richtigen Ton getrof­

fen: Pater Stephan Dorner, Stiftsbiblio­

.

thekar der Abtei Sankt Bonifaz, im Mai

2013 in Hamburg. 

(v.l.n.r.) P. Valentin, Carola und Heribert Bögl, Adele und Franz Nigl, Hilde und Eduard Plank, Carola und Eduard Binder, Elfriede und Hermann Schölderle, Theresa Neumeier, Elke und Herbert Lautenbacher, Gertraud und Rudolf Schreiber, Maria und Adolf Drischberger, Hans Neumeier sowie Ingrid und Günter Vogel und Abt Johannes Eckert

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bergecho 2 . 2013

|  klosterbrauerei

Andechs® goes U.S. Andechser Klosterbiere jetzt auch in den USA erhältlich

Es war ein langer Weg. Doch am 20. Juni war es endlich soweit: Alexander Reiss, Betriebsleiter der Klosterbrauerei, begleitete in New York den ersten Fassanstich des Andechser Klosterbiers in den USA . In der traditionsreichen Gaststätte »Zum Schneider« im New Yorker Stadtteil Manhattan feierten Wirt Sylvester Schneider und mehrere hundert Gäste die Ankunft des Klosterbiers vom Heiligen Berg Bayerns.

S

eit Jahren führt P. Valentin den Ver-

trieb der Klosterbrauerei. In diesen

Tagen freut er sich besonders über

den gelungenen Einstand in den USA:

»Wir hatten eine lange Wegstrecke zu ge-

hen, um mit unseren Klosterbieren in den

USA anzukommen. Aber wir sehen jetzt:

Es hat sich gelohnt und es tut gut zu wis-

sen, dass unse­re klösterlichen Biere in den

USA schon nach wenigen Wochen viele

Auch die beiden US-Importeure, S&H

Independent Premium Brands und St. Kil-

lian Importing Co.Inc, sehen die Entwicklung positiv. Andreas Hausner, Vice President von S & H Independent: »Wir haben sehr hohe Erwartungen für Andechs in

den USA. Das Image des Biers liegt auch

hier auf dem höchstem Niveau, und es ist erstaunlich, wie die Kunden sich schon drängen die Ersten zu sein, um es dem

neue Freunde gefunden haben.«

Endverbraucher anbieten zu können.«

Yorker Stadtteil Manhattan und in Mon-

ger bei St. Killian Importing, sieht dies

Gaststätten betreibt, geht ein Wunsch-

USA schon sehr bekannt und unsere Kun-

Weßling und bin also im Schatten des

spezialität auch dort genießen können.«

Für Sylvester Schneider, der im New

tauk auf Long Island zwei renommierte

traum in Erfüllung: »Ich stamme aus

Heili­gen Berges groß geworden. Meine Eltern leben noch heute dort und ich habe meine Wurzeln nie vergessen. Und jetzt endlich kommt mit den Andechsern ein

Stück unmittelbare Heimat zu uns nach

New York. Wunderbar und großartig.«

Lars Dahlhaus, Specialty Import Manaähnlich: »Andechs Biere sind auch in den den freuen sich, nun diese echte Bier­

An zwei Abenden Ende Juni 2013 wur-

den Andechser Vollbier Hell, Doppelbock

Dunkel, Weißbier Hell und Weißbier

Dunkel in Manhattan und Montauk zum ersten Mal aus dem Fass ausgeschenkt.

Jeweils weit über hundert Gäste waren

gekommen, um die Andechser Kloster­

biere zum ersten Mal direkt in den USA zu

verkosten. Die Resonanz hat Betriebslei-

ter Alexander Reiss überrascht: »Ich bin

für die Brau- und Gastronomiebranche ja

schon häufiger im Ausland gewesen, aber

eine solche Zustimmung habe ich selten erlebt.«


bergecho 2 . 2013  |

In Manhattan wie auch in Montauk

war das Urteil über die Andechser Biere

einhellig: »sehr ausgewogen«, »mild ge-

hopft«, bis hin zu »rund« und »süffig«.

Und immer wieder: »Endlich bekommen wir das Klosterbier auch bei uns in den

USA.« Überzeugt haben Alexander Reiss

vor allem Bierpflege und Professionalität der Gastronomen: »Da sind die Bierlei-

tungen blitzsauber und jede Biermarke

hat ihr eigenes Glas. Der Service spricht

nicht nur deutsch, sondern ist genau über

unser tipp

I n f o r m at i o n

Andechser Klosterbiere in New York City und Montauk

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die klösterliche Tradition in Andechs, den Geschmack und das Brauverfahren unse-

rer Biere informiert.« Und einen kleinen

Traum hat sich Alexander Reiss an diesem

Abend dann auch noch erfüllt: »Seit lan-

.

gem habe ich wieder einmal in einer Band Schlagzeug gespielt«. 

»Zum Schneider« Montauk 4 South Elmwood Ave, Montauk, NY 11954 Tel.: 001 - 631-238-5963 mtk@zumschneider.com www.zumschneider.com/MTK.htm

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bergecho 2 . 2013

|  klosterbrauerei

Qualität am laufenden Band Ein Blick in die Fass- und Flaschenfüllerei der Klosterbrauerei

W

enn die erste Flasche mit An­

dechser Klosterbier die Füllerei

in Richtung Lagerhalle verlässt,

haben Jakob Riede, Andreas Reisner, Vin­ zenzo Castronovo und Matthias Kiefer

schon eine Menge Arbeit hinter sich. Von

außen betrachtet gleichen sich die Hand­

griffe immer wieder. »Aber«, so Jakob Rie­ de, der seit über zehn Jahren den Füller,

das Herzstück in der Füllerei, »fährt«: »Du

musst immer achtgeben.« Flink und ohne

viele Worte bedient der gelernte Mechani­

ker den Füller. Routiniert legt er Etiketten nach, schaut, dass der Füller genauso vie­

le Flaschen füllt, wie aus der Flaschenrei­

nigungsmaschine über das Transportband

mit leisem Klirren herüberwandern. Dann prüft er hier schnell den Füllstand des

Etikettenleimes, und springt dann auch

noch kurz ein, wenn ein paar gefüllte Fla­

schen sich mal ausnahmsweise nicht vom

auto­matischen Einpacker in die Biertragel

Die Fass- und Flaschenfüllerei der Klosterbrauerei bildet einen ganz eigenen und vielschichtigen Organismus. Hohe Qualität und der typisch malzaromatische Geschmack der Andechser Klosterbiere werden hier »reisefertig« gemacht. Alexander Reiss und Jürgen Scholz berichten über einen Arbeitstag von fünf Kollegen, 800 Fässern und bis zu 160.000 Flaschen, der viel Koordination und Kommunikation oder einfach »Miteinander reden« verlangt.

setzen lassen wollen. Es scheint, als ob Ja­

kob Riede mit dem Füller und den vielen

Transportbändern, die seinen Arbeitsplatz umgeben, verbunden ist. Er ist Teil der

Füllerei, mit der Technik verwachsen. Und doch sorgt er mit viel Übersicht, seinen

Kollegen und den Staplerfahrern dafür,

dass pro Schicht bis zu 160.000 Flaschen

Andechser Klosterbier transportfertig ih­

ren Weg in die Lagerhalle der Klosterbrau­ erei finden. Da heißt es früh aufstehen.

Montag um 6.45 Uhr ist es mit der Ru­

he in der Füllerei vorbei. Minutiös wird

das Programm zur Qualitätssicherung vor

Inbetriebnahme abgearbeitet. Zunächst

wird der Bottle-Inspektor gestartet. Er


bergecho 2 . 2013  |

linke seite Vizenzo Castronovo, Matthias Kiefer, Boris Gams, Franz Gressierer und Andreas Reisner (nicht im Bild: Jakob Riede). rechts »Blue Bertl« bei der Arbeit zuzuschauen, ist schon ein kleines technisches Schauspiel für sich.

prüft, ob das Flaschenglas keine noch so

feinen Haarrisse hat und sich in den Fla­ schen keine Flüssigkeitsrückstände be­

finden. Zwei spezielle Analyseflaschen

andere Qualitätsmerkmale einwandfrei,

kann das Bier abgefüllt werden. Durch­

schnittlich wird an drei Tagen in der Wo­

che gefüllt. Dabei kann die Füllerei bis zu

werden durch den Inspektor geschickt,

20.000 Flaschen pro Stunde verarbeiten.

wandfrei arbeitet. Es folgen sechs weitere

reinigungsmaschine mit Flaschen befüllt,

die ihrerseits prüfen, ob der Inspektor ein­

Wenn Andreas Reisner die Flaschen­

Kontrollflaschen, die so präpariert sind,

wurde schon Stunden vorher – angestoßen

hafte Flaschen erkennen muss und aus

soweit aufgeheizt, dass direkt ab 6.45 Uhr

dass der Bottle-Inspektor sie als fehler­

dem Transportband aussortiert. Da ge­

nügt dann ein kleiner präziser Schubs und die fehlerhafte Flasche landet »auf dem

Abstellgleis«. Dieses Verfahren wird al­

le 10.000 Flaschen wiederholt, also rund zweimal pro Stunde.

Dann stellt Jakob Riede den Füller von

Sterilisations- auf Füllbetrieb um. Wieder

durch eine Zeitschaltuhr – die Waschlauge die ersten Flaschen gewaschen werden

können. Die passenden Flaschen liefert

die automatische Flaschensortierung. Sie

sortiert diejenigen Flaschen aus, die nach

Farbe, Form und Größe nicht dem »An­

dechser Format« entsprechen. Auf einem

gesonderten Band werden diese schon vor der Flaschenreinigungsanlage ausgelei­

eine Menge Handgriffe, die perfekt sit­

tet und von zwei Mitarbeitern in Bierkäs­

er sorgfältig alle Stellen, wo die Flaschen

sehr unterschiedlichen Flaschensorten an­

zen müssen, unter anderem desinfiziert

mit einem der 50 Füllstutzen des Füllers in

Berührung kommen. Am Etikettierer ent­ fernt er den Spiritus, der übers Wochen­

ten einsortiert. Da manchmal Leergut mit geliefert wird, braucht die Mannschaft in der Füllerei großes organisatorisches Ge­

schick, um Flaschenreinigung, Füller und

ende die Druckerdüse sauber gehalten hat.

Etikettierer ausreichend Flaschen für eine

Reisner, Vinzenzo Castronovo und Matthi­

stellen.

Parallel dazu fahren die Kollegen Andreas as Kiefer die anderen Anlagenteile hoch:

durchgehende Abfüllung zur Verfügung zu Spätestens gegen 16.30 Uhr endet die

Auspacker, Auspackerkontrolle, Kasten­

Füllzeit. Aus der Flaschenwaschmaschine

und -auflader.

der so genannten Vorweiche herausgelas­

wascher, Bänder, Einpacker, PalettenabZur gleichen Zeit wird vom Filterkeller

aus schon Bier in den Puffertank gefüllt

und das Bier dann weiter zum Füller ge­

wird nach jedem Fülltag das Wasser aus

sen. Die abgewaschenen Etiketten werden

entsorgt und die Waschmaschine gründ­

lich gewaschen und gespült. Auch der

leitet. Am Füller lässt Jakob Riede »vor­

Füller wird intensiv gespült, die nicht ge­

Wasser/Bier-Gemisch herausströmen. Der

Druckkopf wieder durch Spiritus vor Ein­

schießen«, d.h. er lässt das Wasser und

Braumeister misst vor dem Füller den Sau­ erstoff- und CO2-Gehalt. Sind diese und

brauchten Etiketten entnommen und der

trocknen geschützt.  →

da s TEA M Vinzenzo Castronovo arbeitet seit 1971 im Gär- und Lagerkeller sowie in der Füllerei der Klosterbrauerei. Den Umzug in die neue Brauerei 1974 hat er direkt miterlebt. Seit über 30 Jahren sorgt er nun mit dafür, dass die Andechser Klosterbiere in die Flaschen und damit den Weg zum Kunden finden. Matthias Kiefer kam direkt nach dem Abschluss der Braumeisterschule im April 2003 zu uns, war zunächst sieben Jahre im Gär- und Lagerkeller tätig. Im dritten Jahr arbeitet er nun in der Füllerei. Jakob Riede ist seit über zehn Jahren »Füllerfahrer« der Klosterbrauerei Andechs. Zuvor war er als Mechaniker tätig. Andreas Reisner arbeitet seit seinem Schulabschluss 2009 in der Klosterbrauerei Andechs. Er sorgt an der Flaschenreinigungsmaschine für mehrere tausend saubere Flaschen am Tag. Boris Gams ist seit September 1996 dabei. Er kam von der Paulaner-Brauerei in München und hat bei uns seine Lehre als Brauer und Mälzer abgeschlossen. Seither arbeitet er hauptsächlich in der Fassfüllerei der Kloster­brauerei.

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bergecho 2 . 2013

|  klosterbrauerei

Sauberkeit ist auch in der Füllerei

oberstes Gebot. Füller und Etikettierer

werden täglich nach Ende der Füllzeit aus­

Füllstutzen das Bier vorschießen, flamm­

innen gereinigt, wobei Sensoren die Tem­

zu machen, und hängt die Probeflasche

Liegt ein Wert außerhalb der eng vorge­

biert den Probenehmer ab, um ihn steril

giebig ausgespritzt, wobei die Mitarbeiter

an. Dann startet er die Fassfüllanlage und

spritzen. Finden sie zum Beispiel abgeris­

blauen Farbe – unter den Kollegen nur un­

genau darauf achten, welche Teile sie aus­

peraturen der Reinigungsmittel messen.

gebenen Grenzen wird das entsprechende

den Roboter, der – schon aufgrund seiner

Fass am Ende der Anlage »ausgeschleust«.

sene Schraubenköpfe oder Teile eines Rie­

ter »Blue-Bertl« bekannt ist.

den Sauerstoff aus dem Fass. So kommt

ein entsprechendes Ersatzteil einbauen,

beim ersten Fass das Datum und nimmt

Befüllung. Danach nimmt »Blue Bertl«

füllerei dann kontinuierlich läuft, schickt

dem so genannten »Schnüffler« durch.

mens, dann heißt es so bald als möglich

bevor größere Schäden auftreten. Für den

nächsten Arbeitstag wird dann der Füller noch sterilisiert und die Etiketten für die nächste Füllcharge vorbereitet. Ständig werden die

Flaschen daraufhin ge­

prüft, ob sie ausreichend

mit Bier gefüllt sind. Um

Inzwischen kontrolliert Boris Gams

eine Probe für das Labor. Wenn die Fass­ der Füllerfahrer ein Test-Fass aus Glas

durch die Anlage. Bei diesem speziellen

Sauberkeit ist auch in der

Füllerei oberstes Gebot.

bei allen Füllorganen die Mindestfüllmen­

ge sicherzustellen, werden die zugehö­

rigen Anpressgummis und Dichtungen

regelmäßig geprüft und falls nötig ausge­

tauscht.

Zur Vorbereitung der CIP-Reinigung

am Freitag (CIP steht für »cleaning in

place« und beschreibt ein integriertes

Rohr- und Tankreinigungssystem) wird

der Füller mit speziellen Reinigungs- und

Fass kann Boris Gams

an den einzelnen Statio­ nen in der Anlage über­ prüfen, ob und wie die

Reinigungsmittel sich im Fass verteilen

tierers wird darauf geachtet, dass keine

Leimreste mehr zurückbleiben.

Fa ssabfüllung Die Arbeit in der Fassfüllerei beginnt eben­ falls schon Stunden bevor das erste gefüll­

und Drücke mit den Angaben verglichen

werden, die die Anlage zeigt. Auch wäh­

rend des laufenden Betriebes nimmt Boris Gams immer wieder Proben aus den Fäs­ sern für die Prüfung im Labor.

den die 10-, 15-, 20-, 30-

und 50-Liter Fässer über

einen Zapfkopf. Mit dem

gleichen Zapfkopf wer­ den sie beim Wirt ent­

leert. Im Fass befindet

sich dazu ein so genann­

tes »Steigrohr«, das bis

cker ab, Druckluft und

Frischwasserzufuhr zum

knapp auf den Fassboden hinunterreicht.

elegant, schwenkt dabei herum und setzt

zeitig erneuert werden, sind die Fässer

zeigen an, in welchem Kalenderjahr die

»Blue Bertl« bei der Arbeit zuzuschau­

Schauspiel für sich. Flink nimmt er zuerst

Greifbacken von der Palette auf, wendet es

werden geschlossen und der Bierfilter kalt und

perlich schon echt fit sein.«

leergedrückt. Gegen 6 Uhr werden die Rei­

beitet. Mit geübtem Griff lässt er vor dem

ne Probe ins Labor gebracht. Dann schal­

kam: »Da musste man kör­

das leere Fass mit seinen beiden kräftigen

Kollegen schon ein gutes Stück vorgear­

Zum Ende der Füllzeit wird die Anlage

warm gespült. Am Ende

Mischwasserbehälter. Zum Abschluss der

in die Fassabfüllung kommt, haben seine

Staplerfahrer aus der Flaschenhalle auf.

der Roboter zum Einsatz

en, ist schon ein kleines technisches

Wenn Boris Gams dann um 6.30 Uhr

mit den vollen Fässern ins Lager. Die Leer­

gutpaletten und die leeren Fässer stellt der

Mischwasserbehälter

hoch, füllen die Verschlusskappen nach

ser gründlich gesäubert werden.

den Betriebs stellt Boris Gams die Paletten

noch gut an die Zeit, bevor

Dichtungen gewechselt werden müssen.

nigungsmittel erhitzt, mit denen die Fäs­

hindurch, wo die entsprechenden Daten

Boris Gams erinnert sich

an, machen die technischen Anlagen ste­

Sterilisation wird die Bierleitung mit CO2

Druckgeschwindigkeit geht es mit dem

tet Boris Gams Roboter und Kappendru­

mit farbigen Nieten gekennzeichnet. Die

und öffnen die Frischwasserleitung am

ßend hält »Blue Bertl« das Fass unter den

Verkapper, der den Verschluss aufsetzt. In

rei, pro Tag mit bis zu zwei verschiedenen

um 3.30 Uhr in der Früh schalten die Kol­

ril, fahren Roboter und Kappendrucker

füllt, wird es beiseite gestellt. Anschlie­

»leergefahren« und vom letzten Fass ei­

Und damit die Dichtungen auch recht­

legen aus dem Filterkeller die Druckluft

CO2 oder ist das Fass nicht komplett ge­

Im Durchschnitt vier Tagen in der

te Fass mit Andechser Klosterbier auf eine

Holzpalette gesetzt werden kann. Schon

weicht und es somit dicht ist. Entweicht

aufgedruckt werden. Während des laufen­

sätzlich mit Thermometer und Manome­

Biersorten. Gefüllt wer­

gestartet. Bei der Reinigung des Etiket­

Der prüft, dass aus dem Fass kein CO2 ent­

ter versehen. So können die Temperaturen

wirkungszeit abgespritzt. Dann werden geöffnet und das Reinigungsprogramm

das Fass wieder auf und führt es unter

Fass weiter unter dem Tintenstrahldrucker

Woche »fährt« Boris Gams die Fassfülle­

die Ventile entlang des Rohrleitungsweges

das Fass komplett rein zur eigentlichen

und wirken. Das Fass selbst ist noch zu­

Desinfektionsmittel abgebürstet, einge­

schäumt und nach einer bestimmten Ein­

Die anschließende Dampfspülung drückt

der Produktionswoche

wird die Anlage zusätz­

lich mit Reinigungs-

und Desinfektionsmitteln eingeschäumt und nach Einwirkungszeit abgespritzt.

Schon rund zehn Jahre ist »Blue Bertl«

in der Brauerei im Einsatz und Boris Gams erinnert sich noch gut an die Zeit, bevor

der Roboter zum Einsatz kam: »Da musste

man körperlich schon echt fit sein, um die

bis 75 kg schweren Fässer von Hand herum zu wuchten«. Da in den letzten Jahren die

Nachfrage nach Andechser Klosterbieren

vom Fass immer weiter gestiegen ist, ha­ ben die Mönche an dieser Stelle auch in­

es millimetergenau kopfüber auf den Ver­

vestiert. »Bis zu 90 Fässer pro Stunde zu

verschraubt ist. Danach stellt »Blue Bertl«

sehr«, lächelt Boris Gams kurz und verab­

schrauber. Der prüft, ob der Zapfkopf fest

das Fass vorsichtig auf das Förderband,

von wo es den Weg in die Waschanlage an­

tritt. In mehreren Phasen wird das Fass

füllen, da hilft uns der »Blue Bertl« schon

.

schiedet sich dann in den wohlverdienten

Feierabend. 


bergecho 2 . 2013  | 020 Anz. Bergecho 19x24_neu.qxd

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bergecho 2 . 2013

|  klosterbrauerei

»Flüssiges Brot« Das Gesunde am Bier

Von Altabt Odilo Lechner

Schon die heilige Hildegard hatte die gesundheits­fördernde Wirkung des Bieres gelobt. Und noch heute schwören viele darauf, dass maßvoller und regelmäßiger Bierkon­sum die Lebenserwartung steigert.

gleichermaßen Grundnahrungsmittel.

Darum gab man auch den Toten Brot und Bier mit ins Grab und wünschte ihnen

»tausende von Broten, tausende von Krü­ gen Bier«.

In unserem Lande war das Bierbrau­

en zunächst durchaus eine häusliche und

von Frauen betriebene Arbeit. Aber gerade

in Klöstern begann das Biersieden in grö­

Verwandlung de s Wa ssers Dass in der heiligen Schrift der Wein im­

heiligen Kolumban (+ 615). Als der Keller­

wird und dass Jesus selber den Wein zum

Bier für die Brüder laufen ließ, wurde er

erhebt, ja, dass er auch noch für das Him­

horsam eilte er zu ihm, vergaß aber das

mer wieder als köstliche Gottesgabe gelobt sakramentalen Zeichen seiner Hingabe

bruder in einen großen Krug aus dem Fass zum Abt gerufen. In unverzüglichem Ge­

melreich das Weintrinken verheißt, ist

Fass zu schließen. Als er voll Schrecken zu­

was unheimlich, so etwa dem bayerischen

großen Krug, so dass kein Tropfen zu Bo­

manchem bayerischen Bierliebhaber et­

Schriftsteller Georg Lohmeyer. Immerhin

ist es ja tröstlich, dass das erste Wunder­

rückkam, türmte sich das Bier über dem den fiel.

zeichen Jesu nach Johannes die Wandlung

Grundnahrung und Erwerbsquelle

brauer nimmt ja auch ein gutes Wasser

Das Bier war auch für die Mönche Grund­

dem Wasser ein köstliches Getränk. Man­

eine Erwerbsquelle. So erhielten etwa 1306

von Wasser in Wein gewesen ist. Der Bier­

und mit Gerste, Hopfen und Hefe wird aus

che Etymologen führen das mittelhoch­

Mit freundlicher Genehmigung des Verlags Abdruck aus: Themenheft einfach leben »Gesundheit aus Klöstern« (Verlag Herder, Freiburg 2013): www.einfachlebenbrief.de

ßerem Stil. Die Ehrfurcht vor dem Gers­

tensaft spiegelt sich in einer Legende des

nahrungsmittel. Es wurde freilich auch die sehr armen Klarissen am Anger in

deutsche bier zurück auf das spätlateini­

München vom Herzog die Braubefugnis

re (trinken) herleitet. Und dies, weil das

Bierverkauf. Im 18. Jahrhundert wurden

in den frühmittelalterlichen Klöstern be­

gezählt. Im Mittelalter wurden oft dem

sche biber, den Trank, der sich von bibe­

Brauen wie auch der Hopfenanbau zuerst trieben wurde.

Ehrfurcht vor dem Gerstensaf t Bier freilich kannten schon die Sume­

zum eigenen Hausgebrauch und auch zum

in Bayern um die 300 Klosterbrauereien

Bier zur besseren Haltbarkeit und Süffig­

keit verschiedenste Kräuter, Weidenblät­

ter und verschiedenes anderes beigegeben.

Das Reinheitsgebot von Herzog Wilhelm IV. von 1516 bestimmte für das damalige

rer und die Babylonier. Was da aus Gers­

Bayern, dass nur Gerste, Hopfen, Malz

Getreidearten gebraut wurde, war also

den dürfe. Gerade dadurch hat sich auch

te, Weizen und vielleicht noch anderen aus demselben Rohstoff gewonnen wie

das Brot – es war »flüssiges Brot«. Auch

für die alten Ägypter waren Brot und Bier

und Wasser für das Bier verwendet wer­

das bayerische Bier als gesund erwiesen.

Schon die Hl. Hildegard lobte das Bier, das

gesunde Gesichtsfarbe schenke, verlorene


bergecho 2 . 2013  |

Säfte und Kräfte wiedergebe und Depres­

sionen nehme. Bier kann als Heilmittel

wirken. Auch unser Kloster Andechs, das

Braumeistern und schenkten auch das Bier den Gästen aus.

Herkunft und politischer Einstellung zu­

sammen, sitzen an einem Tisch und kön­

nen fröhlich Gegensätze überwinden. Von

1455 auf der alten Burganlage der Grafen

von Andechs-Meranien und zur Pflege der

Von der guten Wirkung einer Klosterschänke

Wallfahrt zu den von ihnen gesammelten Reliquien gegründet wurde, hat sicher

Berühmt war unser Frater Jakob Neubau­

von Anfang an auch Bier gebraut. Es sollte

er, den Eduard von Grützner malte und

den auch der liberale Minister Johann von

kündigt an einem Feiertag nach Andechs

auf Du und Du. Als sich im sogenannten

jeder Stuhl besetzt. Der Prinz schickte

nicht nur die Mönche, sondern auch die

Lutz gerne besuchte. Er stand mit ihm

ter in Bayern fiel es 1803 der Säkularisation

Kulturkampf die in Preußen betriebene

vielen Wallfahrer stärken. Wie alle Klös­

unserem Frater Jakob ist auch überliefert,

was er einmal dem Prinz Ludwig, dem späteren König Ludwig III. von Bayern

sagte, als dieser mit seiner Gattin unange­

kam. Im Bräustüberl und im Garten war nach Frater Jakob, der am Bierbanzen in

zum Opfer. König Ludwig I. versuchte die

Vertreibung der Ordensleute auch auf Bay­

voller Tätigkeit des Ausschenkens war. Der

nahme wieder gut zu machen und ließ ei­

Minister im Andechser Bräustüberl darauf

ins Gras setzen wie die anderen. Auch ein

wieder oder neu erstehen. So gründete er

Lieber: Wenn du die Klöster verschwin­

tinerabtei zum Hl. Bonifatius, dem Apos­

ter Jakob mehr in Andechs.« Vielleicht war

großen kulturellen Schäden dieser Maß­

nige Klöster und Ordensgemeinschaften

auch in seiner Residenzstadt die Benedik­ tel der Deutschen. Um ihr eine wirtschaft­

liche Grundlage zu geben, erwarb er das,

was vom alten Kloster Andechs in privater

ern auszudehnen drohte, machte er den

aufmerksam: »Das weißt du schon, mein den lässt, dann hast du auch keinen Fra­

Prinz und eine Prinzessin sind nichts an­ deres wie ein Mensch.«

Da s rechte M aSS

das ein Grund warum die bayerische Kul­

Was der Heilige Benedikt vom rechten

anderswo. Das ist vielleicht auch eine der

auch vom Bier. Er weiß um die Verschie­

tur- und Kirchenpolitik maßvoller war als

Hand noch übrig war. Darum kam auch

guten Wirkungen einer Klosterschänke,

Hände. So wurden Andechser Brüder zu

Da kommen Menschen ganz verschiedener

die kleine Brauerei wieder in klösterliche

sagte nur: »Die Hoheiten sollen sich halt

wie wir sie bis heute in Andechs erleben.

Maß des Weintrinkens sagt, gilt natürlich denheit der Menschen, aber auch um die

.

Verpflichtung, gemeinsam immer wieder nach dem rechten Maß zu suchen. 

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bergecho 2 . 2013

|  gastlichkeit

Lechgarten – der traditionsreiche Biergarten in Landsberg am Lech

Anfang Mai 2013 hat die neue Betreiberin Theresa Wagner den Lechgarten eröffnet.

Der LECHGARTEN – ein Treffpunkt für ein geselliges Beisammensein aller Landsberger und aller Gäste, die dieses einzig­ artige Ambiente und ein gutes Andechser Klosterbier zu schätzen wissen.

D

er Biergarten an der Lechmauer

bei der 1951 erbauten Karolinen­

brücke bietet rund 250 Gästen Platz.

Er ist der einzige Biergarten in Landsberg, der als Biergarten im Sinne der Bayeri­

schen Biergartenverordnung gilt. Danach

gibt es die Möglichkeit, auch die mitge­

brachte Brotzeit zu verzehren. Eingebettet

zwischen der zauberhaften Altstadtkulisse

der Häuserrückseiten am Klösterl und dem

Lechufer, überragt vom Jungfernsprung,

handelt es sich um eine der schönsten

Freizeitflächen, die Landsberg zu bieten hat.

Auf der eigens errichteten Bühne fin­

den in unregelmäßigen Abständen Kon­ zerte statt. Aktuelle Informationen über

aktuelle Angebote und Veranstaltungen findet man auf der Facebook-Seite des

Lechgartens.

Neben den Klosterbieren vom Heiligen

Berg Bayerns (Andechser Vollbier Hell, An­ dechser Export Dunkel sowie den hellen und dunklen Weißbieren) und den An­

dechser alkoholfreien Getränken und wer­ den typische Biergartenschmankerl und

.

deftige Brotzeiten sowie saisonale Spezia­

litäten angeboten. 

Ko n ta k t LECHGARTEN – Der Biergarten in Landsberg. Inhaberin: Theresa Wagner Hubert-von-Herkomer-Straße 73 86899 Landsberg Tel.: 08191/4017394 info@lechgarten.de, www.lechgarten.de www.facebook.de/Lechgarten Öffnungszeiten Montag bis Freitag: 16.00–23.00 Uhr Samstag, Sonntag und Feiertage: 10.00-23.00 Uhr jeweils bei Biergartenwetter


bergecho 2 . 2013  |

Restaurant Golf Club Hochstatt

E

ko n ta k t in Ausflugsziel, das entdeckt werden

will, ist der Golf-Club Hochstatt. Er

befindet sich nur 20 km von Heiden­

Matthias Klauser und seine Mitarbei­

terinnen und Mitarbeiter erwarten ihre

Gäste nicht nur nach einer Golfrunde. Wer

heim, Aalen und Nördlingen. Vor über 30

Wert auf gepflegte Gastlichkeit legt, fin­

in dieser Zeit zu einem lohnenswerten Ziel

nen Küche und angenehmem Ambiente.

Jahren gegründet, hat sich der Golf-Club

det sie in den Clubräumen mit einer fei­

nicht nur für Golffreunde entwickelt. Der

Frisches Andechser Vollbier Hell vom Fass

te Anlage. Vielfältige Möglichkeiten so­

Flasche runden den Genuss ab.

tern Jung und Alt sowie Spieler sämtlicher

rasse ein und lässt eine herrliche Aussicht

Golf-Club besticht durch eine sehr gepfleg­

wie sportliche Herausforderungen begeis­ Spielstärken immer wieder aufs Neue.

oder ein Andechser Export Dunkel aus der Bei schönem Wetter lädt die große Ter­

auf die Übungsanlage und die schöne Um­

gebung genießen. Und bei einem Drink an

.

der Golf-Bar kann der Tag mit Freunden dann stimmungsvoll ausklingen. 

Golfclub-Hochstatt e.V. Hofgut Hochstatt, 73450 Neresheim Tel.: 07326/5649, Fax: 07326/50232 info@golfclub-hochstatt.de www.golfclub-hochstatt.de Öffnungszeiten während der Golfsaison April bis Ende Oktober: Montag 14.00–22.00 Uhr; Dienstag bis Sonntag 11.00–22.00 Uhr

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bergecho 2 . 2013

|  gastlichkeit

Alles begann mit einer Schenkung an die Benediktiner Zur Geschichte der Sommerresidenz Hochstatt

Die Geschichte Hochstatts lässt sich bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen. Sie ist eng mit der Christianisierung Germaniens und dem Hl. Bonifatius verbunden. Im Zug seiner Missionserfolge kam es zu vielen Stiftungen, vor allem für das Benediktinerkloster Fulda. Im Codex Eberhardi des Klosters ist Hochstatt als Schenkung des Aristokraten Wolfolt verzeichnet. Wir dokumentieren die Geschichte von Hochstatt anhand von Auszügen eines Beitrages von Dr. Konrad Scheuermann.

D

er über 250 Kilometer von Fulda

entfernte Besitz war für die Bene­ diktiner schlecht zu kontrollieren

und so kam das Hochplateau in das Ei­

gentum des auf dem Ulrichsberg und in

Sommer-Re sidenz für Nere sheim Den bedeutendsten Wandel erfuhr das

haus von Thurn und Taxis wurde Hoch­

mer-Residenz im Barock-Stil für die Ab­

die Land- und Forstwirtschaft genutzt.

pert Niggl, der dort bis 1684 eine Som­

tei errichten ließ. Obwohl das Bauwerk

Barockgebäude mit abgestuftem Man­

te Barockhaus des Härtsfelds kommt im

entstand, schuf man ein schlossartiges sardwalmdach, imposantem Volutengie­

lor seinen herausragenden Ruf. Das ers­ Standardwerk zur Baugeschichte der Ab­

bel und der Wappenplatte des Abtes im

tei Neresheim nicht mehr vor. Und selbst

nem Grundmaß von 33 x 18 Metern große

in Hochstatt nur ein Gehöft stehe. Dem­

fen des benediktinischen Alltags gerecht

nische Kleinod bis heute in keinem Nach­

Mittelrisalit. Im Innern war das mit ei­

Bauwerk so angelegt, dass es den Abläu­

wurde. So verfügte es über eine nach Os­

ten ausgerichtete Hauskapelle mit Sakris­ tei, einen Empfangsraum, Refektorium,

Rekre­ationsraum sowie Gästezimmer und

der Ortsbürgermeister meint noch, dass

entsprechend findet man das architekto­ schlagwerk über die Kulturdenkmale der

Ostalb. Die Fürsten von Thurn und Taxis

reduzierten ab den 1980er Jahren die haus­

intern übergroße Sparte ihrer Land- und

Mönchszellen.

Forstwirtschaft. Dies war ein Glücksfall

als die erst ab 1694 barockisierten Konvent­

Golfclub.

Die barocke Sommer-Residenz ist älter

gebäude des Klosters. Die Grundsteinle­

gung der Abteikirche fand 1750 statt. Sie

ist ein Spätwerk von Balthasar Neumann.

Römischen Reich Deutscher Nation gewor­

VIII. ausdrücklich bestätigt. Die Benedik­

on stand dem Abt die stattliche Abtei und

Land- und Forstwirtschaft.

Man degradierte das Barockgebäude zum

»Bauhof-Wohngebäude«. Hochstatt ver­

Zyplingen wurde dies am 13. Januar 1298

tiner nutzten das weitläufige Areal für

statt und sein Sommerpalais nur noch für

in der Abgeschiedenheit von Hochstatt

Die Äbte von Neresheim waren inzwi­

mit einer Urkunde von Papst Bonifatius

Mit der Übernahme durch das Fürsten­

imposante Hochplateau durch Abt Sim­

Sichtweite befindlichen Benediktinerklos­

ters Neresheim. Seinem Abt Friedrich von

Neue Nutzung nach der Säkul arisation

schen souveräne Landesherrn im Heiligen

für den 1981 in Bopfingen gegründeten

Die Golfer Durch den Vertragsschluss der Golfer mit

dem fürstlichen Hause eröffnete sich wie­

der eine gute Perspektive für das Hochpla­

teau und seine Sommer-Residenz. Ganz

den. Für die entsprechende Repräsentati­

im Sinne des Golfvorstands gelang es dem

der Hochstatter Sommersitz zur Verfü­

fließende Topographie der Härtsfeldland­

hundert den Höhepunkt seiner wirtschaft­

nen Golfplatz zu kreieren.

zehn Jahre nach der Weihe von Balthasar

Residenz ihr originales Aussehen zurück.

gung. So erreichte das Kloster im 18. Jahr­ lichen und politischen Macht. Doch nur

Neumanns Meisterwerk kam es 1802/03 zur

Aufhebung des Klosters.

Golfarchitekten Donald Harradine die

schaft aufzugreifen und einen ausgewoge­ Ab 1982 gaben die Golfer der einstigen

Zum 300-jährigen Jubiläum der Sommer-

Residenz im Jahre 1984 wurde die Golfan­

lage mit einer ökumenischen Feldmesse

eingeweiht und eröffnet. 1994 erfolgte die


bergecho 2 . 2013  |

I n f o r m at i o n Weitere Informationen zur Hochstatter Geschichte und zumGolfclub Hochstatt unter: www.hochstatter-geschichte.de

Erweiterung zur 18-Loch-Meisterschafts­

Segelflieger ihre Runden, aber ansonsten

Refektorium der Sommer-Residenz. Hier

verwöhnt Küchenmeister Matthias Klau­

anlage.

hört und sieht der Mensch allein die Na­

Schenkung an die Reichsabtei Fulda, er­

bislang einzigen Meisterschaftsanlage auf

aus Küche und Keller. Im Übrigen gibt es

überregionale Bedeutung. Unabhängig da­

meinsamkeit: Auf Hochstatt genießt man

2004, also etwa 1.200 Jahre nach der

tur im Wechsel der Jahreszeiten. Mit der

warben die Golfer das 100 Hektar große

der Ostalb erreichte Hochstatt wiederum

rührte Landschaft kann man hier in ihrer

von ist der großzügige Par 72 Platz bei Jung

der hinweg entdeckt der Betrachter nur

Höhenunterschiede aufweist. Vollkom­

den Härtsfeldsee. Gelegentlich drehen

fer durch das Restaurant im ehemaligen

Hochplateau. Seine immer noch unbe­

ganzen Schönheit erleben: Über die Wäl­

die Abtei, die Stauferburg Katzenstein und

ser seine Gäste mit feinen Spezialitäten

neben den Benediktinern eine weitere Ge­

das gleich gute Bier wie im Biergarten von

und Alt deshalb beliebt, weil er geringe

Andechs. Bewährtes verbindet und somit

men wird der Ausflug auch für Nicht-Gol­

Ausflug, sondern ein wahrer Geheimtipp

Bezahlen Sie doch künftig mit Ihrem Lieblingsmotiv oder mit einem unserer Regionalmotive! Das macht Ihre VR BankCard zu Ihrem ganz persönlichen Begleiter. Einfach Wunschbild hochladen bzw. ein Galeriemotiv auswählen unter www.vrsta.de

Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt. Wir machen den Weg frei.

ist Hochstatt also nicht nur ein lohnender für Golf & Kultur. 

.

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bergecho 2 . 2013

|  gastlichkeit

Wirtsfamilie mit »Andechser Biergarten« Preisverleihung in der Münchner Residenz

Freuen sich über die Aus­ zeichnung: Ingrid Lehner (2.v.l.), Maria Ostermünchner (3.v.l.) und Irmi Ostermünchner (2.v.r) zusammen mit Ulrich Brandl, Präsident des Bayerischen Hotelund Gaststättenverbands, (1.v.l.) und Helmut Brunner, Bayerischer Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (1.v.r.)

»Regional – Saisonal – Origi­ nal« – unter diesem Motto zeichnete am 11. Juni 2013 Helmut Brunner, bayerischer Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, zusam­men mit DEHOGA Bayern-Präsident Ulrich N. Brandl 20 Gastronomiebetriebe aus allen Regierungsbezirken Bayerns mit der neuen Klassifizierung »Ausgezeichnete bayerische Küche« aus. Unter den Preis­trägern war auch die Familie Ostermünchner vom Cafe-Restaurant Lebzelter mit ihrem »Andechser Biergarten« in Bad Griesbach. Wir gratulieren herzlich.

D

en »Andechser Biergarten« betreibt die Familie Ostermünchner schon seit 1996. Und noch viel länger –

nämlich seit 1657 – ist das Lebzelter bereits

jeweiligen Jahreszeit wird die bayerische

Küche glaubwürdig und bekommt ein Ge­

sicht«. so Staatsminister Brunner in Mün­

chen. »Land-und Gastwirtschaft müssen

in Familienbesitz. Über 15 Jahre schenkt

Hand in Hand gehen, diese Zusammen­

garten Klosterbiere vom Heiligen Berg aus.

Durch diese Kooperation soll der gute Ruf

Hell und Andechser Export Dunkel vom

genutzt und erfolgreich präsentiert wer­

das Lebzelter in seinem Andechser Bier­

Zur Zeit sind dies das Andechser Vollbier

Fass sowie aus der Flasche das Andechser

Weißbier Hell und der kräftige Andechser

arbeit zu stärken, ist mein erklärtes Ziel«. der bayerischen Küche künftig noch besser den. 

.

Doppelbock Dunkel.

Mit der gemeinsamen Initiative des

Landwirtschaftsministeriums und des

Bayerischen Hotel- und Gaststättenver­

bandes DEHOGA Bayern soll die Verbin­

dung zwischen Land- und Gastwirten wei­

ter gestärkt werden. »Das hervorragende Image unserer Spezialitäten und unserer

Küche wird maßgeblich auch durch die bayerischen Wirte geprägt. Durch Ver­

wendung heimischer Produkte aus der

Ko n ta k t Cafe-Restaurant Lebzelter Irmi Ostermünchner und Ingrid Lehner Sparkassenstr. 6, 94086 Bad Griesbach Tel.: 08532/96220, Fax: 08532/9622-16 info@altstadthotel-griesbach.de www.altstadthotel-griesbach.de öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 10.00–23.00 Uhr Mittwoch geschlossen


bergecho 2 . 2013  |

Dem Heiligen Berg seit 15 Jahren verbunden Andechser Bierspezialität auf der Bodensee-Halbinsel Höri beim Kellhof

Direkt am Bodensee auf der Halbinsel Höri gelegen, ist der Kellhof für Kulturentdecker rund um den Bodensee ebenso ein idealer Ausgangspunkt wie für Gourmet- und Wellness­freunde.

D

as 3-Sterne-Hotel und Restaurant Kellhof bietet ein gepflegtes Am­

seinen Stammplatz auf der Getränkekarte

Das Archäologiemuseum Pfahlbauten

hat. Auch andere Köstlichkeiten machen

Unteruhldingen ist mit 23 rekonstruier­

Doppel- und Einzelzimmern. Die Hotel­

Ereignis: vom entspannten Frühstücks­

museen in Europa. Bei einem Rundgang

ausgestattet und verfügen über Dusche/

buffet. Nicht ohne Grund hat der Kellhof

biente mit 14 geräumigen Suiten,

zimmer sind im Landhausstil komfortabel

einen Restaurant-Besuch im Kellhof zum buffet bis zum ausgezeichneten Dinner­

ten Häusern eines der größten Freilicht­

durch die Dörfer erfahren die Besucher al­

les Wichtige zum Alltag der Menschen vor

WC, digitales SAT-TV, Radiowecker, Tele­

im Michelin Bip Gourmand, Schlemmer­

3.000 und vor 5.000 Jahren.

Fön. Ein WLAN Internetzugang steht

he von Auszeichnungen erhalten.

neben Hesse ebenfalls auf dem »Höri« und

Babyphon erhält man auf Wunsch sogar

digkeiten am Bodensee sind vom Kellhof

»Werkstatt«, dem heutigen Otto-Dix-Haus

reich­haltigen Bio-Frühstücksbuffet.

Mainau lädt üppige Blütenpracht das gan­

rung wurde es 2013 wiedereröffnet. 

mit seinem Team für das leibliches Wohl

Park mit einem über 150 Jahre alten Baum­

Boden­see verwendet nur erstklassige Pro­

anlage und Kirche, dazu der mediterrane

fon, Minibar, Safe, Kosmetikspiegel und

ebenfalls zur Verfügung. Kinderbett und

gratis. Jeder Morgen beginnt mit einem

Im Restaurant sorgt Mario Antonitsch

seiner Gäste. Das Restaurant direkt am

dukte aus der näheren Umgebung, sorgfäl­

tig zubereitet und ehrlich im Geschmack.

Fangfrischer Fisch aus dem Bodensee ge­

hört ebenso dazu wie Fleisch aus der Regi­

atlas und im Varta Führer eine ganze Rei­ Viele Ausflugsziele und Sehenswür­

bequem erreichbar. Auf der Blumen­insel ze Jahr über zu einem Besuch ein. Der

bestand, der barocke Glanz von Schloss­

Charme ziehen viele Besucher an.

Dramatischer geht’s beim Rheinfall

bei Neuhausen in der Schweiz zu. Ein ide­

aler Tagesausflug zum größten Wasserfall

on und Wild vom nahegelegenen Schien­

Europas. Aussichtsplattformen sind auf

Eine Auswahl von edlen Tropfen von um­

garantieren eine atemberaubende Sicht

ab. Oder eben auch ein frisches Andech­

Wasser pro Sekunde stürzen hier eine

erberg, der höchsten Erhebung von Höri.

liegenden Weinbergen runden das Essen

ser Export Dunkel, das nun seit 15 Jahren

befestigten Wegen gut zu erreichen und

auf den Fall. Bis zu tausend Kubik­meter

25 Meter hohe Felswand hinab.

Der namhafte Maler Otto Dix wirkte

hinterließ einige Werke in seiner früheren

.

in Hemmenhofen. Nach einer Renovie­

Ko n ta k t Landgasthof Kellhof Hauptstr. 318 78343 Gaienhofen-Hemmenhofen Tel.: 07735/2035, Fax: 07735/938738 info@kellhof.de www.kellhof.de Öffnungszeiten täglich (April bis Oktober) 11.30–14.00 Uhr und 17.30–23.00 Uhr

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bergecho 2 . 2013

|  veranstaltungen

Colloquium

Auszug aus dem aktuellen Programm bis Dezember 2013

Colloquium Benedic tinum ®

WEITERE VERANSTALTUNGEN

▪▪ Wie heute von Gott sprechen –

▪▪ Lombardei –

Der neu gewählte Papst, Kardinal Jorge Mario

Mittwoch, 18. September 2013, 20.00 Uhr

kus viele überrascht. »Er möchte eine arme Kirche

liens, erstreckt sich als ein vielfältiges

so erklärte Papst Franziskus die Namenswahl.

mit seinem Panorama natürlicher Seen

im Angesicht der Armut

Bergoglio, hat mit seiner Namenswahl Franzis­

und eine Kirche, die sich den Armen zuwendet«,

Er steht damit ganz in der Tradition des II. Vati­ kanischen Konzils, das eine klare Option für die

Landschaften und Städtebilder

Die Lombardei, viertgrößte Region Ita­ Landschaftsrelief vom Südrand der Alpen bis in die weit sich erstreckende Poebe­

ne. Plätze, Kirchen, Paläste, Kastelle und

Armen von der Kirche fordert. Als wir uns ent­

Denkmäler erinnern noch heute an die be­

im November 2013 unter die Thematik »Wie heute

die bedeutende kulturelle Vergangenheit

schieden hatten, das Colloquium Benedictinum® von Gott sprechen – im Angesicht der Armut« zu

wegte geschichtliche, aber mehr noch an dieser Region.

stellen und die Referenten einzuladen, war der

Referent: Richard K. Blasy

es uns, dass sich drei Referenten aus unterschied­

▪▪ Östliche Emilia-Romagna –

Erfahrungen dieser Thematik widmen. Zu diesen

Mittwoch, 16. Oktober 2013, 20.00 Uhr

neue Papst noch nicht gewählt. Umso mehr freut lichen Perspektiven und mit ihren persönlichen

drei Abenden laden wir Sie herzlich ein.

Dienstag, 29. Oktober 2013, 20.00 Uhr

Provinzialminister der Deutschen Franzis­ kanerprovinz P. Dr. Cornelius Bohl OFM

Franziskanerkloster St. Anna, München Dienstag, 5. November 2013, 20.00 Uhr

P. Georg Sporschill SJ,

Concordia Sozialprojekte, Wien Montag, 11. November 2013, 20.00 Uhr

Sr. Dr. Dr. h.c. Lea Ackermann,

»Missions­schwester der lieben Frau von

Afrika«, Gründerin und Vorsitzende von SOLWODI (Solidarity with Woman

in Distress)

▪▪ Christliche Lebenskunst – Impulse aus der Benediktinischen Tradition Dienstag, 8. Oktober 2013, 19.30 Uhr

Sehnsucht nach dem Ursprung –

Heimweh nach der Urkirche

Dienstag, 15. Oktober 2013, 19.30 Uhr

Die Suche nach dem rechten Maß in unserem Leben

Dienstag, 22. Oktober 2013, 19.30 Uhr

Bilder aus dem Leben des hl. Benedikt – Bilder der Hoffnung

Leitung: Altabt Dr. Odilo Lechner OSB

zwischen Imola und Cesena

Die Emilia-Romagna – schon im Altertum ein Zentrum römischer Kultur – gehörte durch ihre geografische Lage zu den Re­

gionen Italiens, in denen seit dem Mittel­ alter eine neue Blüte städtischer Kultur

▪▪ Meditationstage –

»Das Herz ist von Natur aus ruhig«

Samstag, 21. September und 16. November 2013,

jeweils 9.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr

Leitung: Oskar Brandner,

begann, die sich in den folgenden Jahr­

Tel.: 089/3243120, Gebühr pro Kurs: € 25,–

Stadt­ensembles vergegenwärtigen dabei

▪▪ Qi-Gong – »Ruhe in der Bewegung –

und Profan­bauten einen sehenswerten As­

Montag, 16. September bis 16. Dezember 2013,

hunderten fortsetzte. Die verschiedenen mit ihren Plätzen, Straßenzügen, Sakral-

Bewegung in der Ruhe«

pekt italienischer Architektur und Stadt­

20.00 bis 21.00 Uhr (13 Treffen)

Referent: Richard K. Blasy

Tel.: 089/3243120, Gebühr pro Kurs: € 104,–

baukunst.

▪▪ Giovanni Lorenzo Bernini – Bildhauer und Architekt

Mittwoch, 13. November 2013, 20.00 Uhr

Giovanni Lorenzo Bernini war im Dienste

von Päpsten und König Ludwig XIV. zum berühmtesten Künstler seiner Zeit auf­

gestiegen. Als Bildhauer der »neue Miche­ langelo«, als Architekt der Baukunst neue

Wege weisend. Referent: Richard K. Blasy ▪▪ Gott begegnen im Kind

Sonntag, 22. Dezember 2013, 15.00 – 18.00 Uhr

Vorweihnachtlicher Besinnungstag am 4. Adventsonntag 2013

Leitung: Altabt Dr. Odilo Lechner OSB

Leitung: Oskar Brandner,

I n f o r m at i o n Alle Veranstaltungen, wenn nicht anders angegeben, finden im Zentrum Sankt Bonifaz, Karlstr. 34, statt. Der Eintritt ist frei, sofern keine Angaben gemacht werden. Anmeldung Benediktinerabtei Sankt Bonifaz Karlstr. 34, 80333 München Telefon: 089/55171-112 Fax: 089/55171-103 colloquium@sankt-bonifaz.de www.sankt-bonifaz.de


bergecho 2 . 2013  |

Dreihostienfest am 28. September 2013

Andechser Bibelabende

mit Pfarrer Richard Tyroller

TERMINE 10. September 2013, 19.00 Uhr

Kloster Andechs – Fürstentrakt 8. Oktober 2013, 19.00 Uhr

Kloster Andechs – Fürstentrakt 12. November 2013, 19.00 Uhr

Kloster Andechs – Fürstentrakt 10. Dezember 2013, 19.00 Uhr

Z

Kloster Andechs – Fürstentrakt

um Dreihostienfest am 28. Sep­

tember 2013 kommt der Augsbur­

ger Bischof Dr. Konrad Zdarsa

nach Andechs. Das Dreihostienfest

zählt zu den ältesten Wallfahrtsfesten

auf dem Hl. Berg. Seit Generationen

wird hier Christus im Sakrament der

Eucharistie verehrt. Auf diese verwei­

Freundeskreis Kloster Andechs

sen die »Drei Bluthostien« der Dreihos­

tienmonstranz. Der Festgottes­dienst

beginnt um 10 Uhr. Die Prozession mit

der Dreihostienmonstranz schließt

sich an. Die Vesper um 15 Uhr been­

Veranstaltungen

det den Festtag. Der bisherige Ter­

▪▪ Die Klosterbibliothek

min des Dreihostienfestes (4. Sonntag

von Andechs

nach Pfingsten) war aus verschiedenen

Fürstentrakt Kloster Andechs

er sich zu dicht an der Bittwoche, in

18.00 Uhr Gelegenheit zum Besuch

auf den Hl. Berg kommen und des­

Gründen ungünstig. Einmal befindet

25. September, 19.00 Uhr,

der die meisten Wallfahrtsgemeinden

Vor der Veranstaltung besteht um des Abendgottesdienstes in der

halb für diese ein erneuter Besuch zum

Alois Schmid, Experte für Bayerische

anderen sind die Sonntage zwischen

Dreihostienfest zu zeitnah ist. Zum

Wallfahrtskirche. Vortrag von Prof.

den Pfingst- und Sommerferien in den

Landesgeschichte

Pfarrgemeinden in der Regel mit Fes­

▪▪ Arbeit als Missionsbene­diktiner,

ten belegt. Auch sind die Seelsorger am

die Botschaft und der Blick von

Sonntag an die Dienste in der Pfarr­

außen auf den »alten« Kontinent

11. Oktober 2013, 18.00 Uhr,

Fürstentrakt Kloster Andechs

Vortrag von Jeremias Schröder,

Abtpräses der Missionsbenediktiner von St. Ottilien

gemeinde gebunden, so dass sie an die­ Alle Konzerte finden in der Wallfahrtskirche Andechs statt. Karten­verkauf an der Konzertkasse eine halbe Stunde vor Konzertbeginn. Orgelfest Orgelkonzerte

15 €  Schüler / Studenten 10 € 10 €  Schüler / Studenten 5 €

Veranstalter: Kloster Andechs Kulturelle Veranstaltungen Florian-Stadl, Bergstrasse 2, 82346 Andechs

sem Fest nicht teilnehmen konnten.

Daher hat sich das Kloster entschlos­ sen, das Dreihostienfest probeweise

.

auf das alte Andechser Kirchweihfest

Ende September zu verschieben. 

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bergecho 2 . 2013

|  veranstaltungen

Kulturkampf in Bayern Sommerakademie Sankt Bonifaz 2013

»Kulturkampf in Bayern« war Thema der dritten Sommer­ akademie Sankt Bonifaz, die die Benediktiner in der Münchner Karlstraße und der Verein der Freunde von Sankt Bonifaz bis Ende Juli 2013 veranstaltet haben. Von den insgesamt sechs Vorträgen dokumentieren wir hier die ersten drei in einer kurzen Zusammenfassung. Die ande­ ren drei Vorträge folgen in der Ausgabe 3-2013.

Tatsächlich erfährt dadurch die Frontstel­

ge nach der »Platzierung der Konzilsbe­

Papstes eine wesentliche Steigerung. Au­

von 1818 schrieb die Einholung der königli­

als Kampfansage an die moderne Welt ver­

Verlautbarungen vor. Im Konkordat von

moderne Welt wie auch die Autorität des ßerhalb der Kirche wurde dieses Dogma standen, auf die es zu reagieren galt.

Will man die Auseinandersetzung

schlüsse«. Das bayerische Religionsedikt

chen Genehmigung für solche kirchlichen

1817 war aber der Verzicht auf eben diese

staatliche Genehmigung vereinbart wor­

um dieses Dogma im bayerischen Land­

den. Ein Widerspruch, bei dem es bis 1918

konstitutionellen Grundlagen des König­

keit des Unfehlbarkeitsdogmas ausging,

von 1818 war der König bei der Bildung

diejenigen Katholiken, die das Dogma

tag richtig einordnen, muss man auf die reichs Bayern schauen. Laut Verfassung

der Regierung unabhängig von den Mehr­

blieb. Lutz, der von der Staatsgefährlich­

stellte sich auf den Standpunkt, dass auch

ablehnten (Altkatholiken), nach wie vor,

heitsverhältnissen im Landtag. So konnte

weil das Dogma eben nicht genehmigt

Ministerium jahrzehntelang gegen die

noch als zur katholischen Kirche gehörig

in Bayern ein weltanschaulich liberales

katholisch-patriotische Landtags-Mehr­

heit regieren und sich – angesichts der no­ torischen Schwäche der monarchischen

Staatsspitze – eine Art Ministerregierung

herausbilden.

Zentrale Figur dieser Konstellation war

der Vorsitzende des Ministerrats, Johann

von Lutz. Er konnte König Ludwig II. da­

von überzeugen, dass das Unfehlbarkeits­

worden sei, aus Sicht des Staates immer zu betrachten seien.

Wegen der patriotischen Kammer­

mehrheit konnte Lutz in Bayern keine Kul­

turkampf-Gesetze auf den Weg bringen.

Er wählte im Einvernehmen mit Bismarck

deshalb – etwa beim Kanzelparagraph, der Geistlichen verbot, staatliche Angelegen­

heit »in einer den öffentlichen Frieden

gefährdenden Weise« zu behandeln – den

dogma eine Bedrohung der königlichen

Weg über die Reichsgesetzgebung.

Kampf gegen den politischen Katholizis­

der bayerische Kulturkampf, als das Mi­

Machtvollkommenheit sei und führte den mus mit den Instrumenten des traditi­

onellen bayerischen Staatskirchentums,

Dr. Johann Kirchinger: »Wie die Politik katholisch wurde: Kulturkampf im bayerischen Landtag«; 25. Juni 2013

Weiteren Konfliktstoff lieferte die Fra­

lung der katholischen Kirche gegen die

wie z.B. in der Schulpolitik, wo er auf dem

Verordnungsweg eine neue, nicht mehr an den Pfarrgrenzen orientierte, Schul­ sprengeleinteilung durchsetzte.

Zu einem vordergründigen Ende kam

nisterium schließlich nachgab und Lutz

.

1890 den Rücktritt von seinem Minister­ amt erklärte. 

dem die Patrioten anhingen, geriet in kla­

Prof. em . Dr . Hans -Michael Körner : »Das bayerische S taatskirchentum von seinen Anfängen bis zum Ende der Monarchie . Tendenzen, Positionen und Konflikte« ; 2 . Juli 2013

derts in ganz Europa. Man kann ihn aber

liberalen, häufig städtischen Bürgertums.

Das bayerische Staatskirchentum darf als

die deutschen Verhältnisse in der zweiten

Vermischung unterschiedlicher Einzelkon­

der bayerischen Geschichte gelten. Wur­

Der Begriff »Kulturkampf« ist problema­

tisch und deutungsbedürftig. Man kann

ihn verwenden zur Charakterisierung des

Beziehungsgeflechts von Staat und Kir­

che während des gesamten 19. Jahrhun­

auch in einer sinnvollen Engführung auf Hälfte dieses Jahrhunderts beziehen.

Als Ausgangspunkt für diesen enger

Der Konflikt wurde dadurch noch wei­

ter verschärft, dass Liberale und Patrioten

in der Frage der Reichsgründung radikal

gegeneinander standen. Mehr noch: Das

Ideal eines patriarchalischen Agrarstaats, ren Widerspruch zu den Ambitionen des

So zeigt der bayerische Kulturkampf eine

flikte: In der Kirchen-, Verfassungs-, Wirt­ schafts-, Sozial- und Nationalpolitik stan­

gefassten »Kulturkampf« wird oft auf das

den sich das liberale Ministerium und die

te Unfehlbarkeitsdogma zurückgegriffen.

lich gegenüber.

vom I. Vatikanischen Konzil 1870 definier­

patriotische Kammermehrheit unversöhn­

ein besonders signifikantes Spezifikum zelnd in der Tradition der sog. »praxis

Bavariae« des ausgehenden Mittelalters versteht man darunter einen Komplex

von staatlich-regierungsseitigen Ein- und

Zugriffsmöglichkeiten auf die Kirche;


bergecho 2 . 2013  |

Religionsedikt von 1818, das als zweite

Verfassungs-Beilage publiziert wird, wie­

Döllinger historisch-kritische Studien zu

bis zu Ende der Monarchie ungelöst. Fak­

Theologie und Kirchengeschichte auch

Staatskirchentums in der Regierungspra­

Wissenschaften einen gleichberechtigten

der etabliert. Dieser Widerspruch bleibt

tisch führt er dazu, dass die Maßgaben des xis eher kirchenfreundlich (bei Ludwig I., bei Abel und Ludwig III.) oder eher kir­

Blick auf die bayerischen Verhältnisse tat­

auf der Münchner Gelehrtenversammlung

sächlich angebracht ist: Lutz konnte bei

seinem Kampf gegen die Kirche die Rege­

benötigte eigene Kulturkampfgesetze, die

erischen Herrschern, bei der alten Lehre

Die zunehmenden Indizierungen von

Theologen bereiteten dem Münchner Ge­

beim Landesherrn.

rale Bedeutung, erlaubte es doch den bay­

deutschen universitären Wissenschaften

stellt sich ernsthaft die Frage, ob die Ver­

lungen des bestehenden Staatskirchen­

Schon im konfessionellen Zeitalter er­

im Hinblick auf die rasch und auf hohem

sinnvoll und notwendig war.

chen Güter, das Plazet wie das Beschwer­

wies dieses Staatskirchentum seine zent­

Platz einzuräumen. Ein Bestreben, das

habt werden konnten.

wendung des Begriffs Kulturkampf im

derecht von Klerikern und Konventualen

weiterhin innerhalb der universitären

Niveau fortschreitende Entwicklung der

Wenn man dies berücksichtigt, dann

ebenso wie die Besteuerung der kirchli­

betreiben, geleitet von dem Bemühen,

chenfeindlich (bei Montgelas und im bay­

erischen Kulturkampf unter Lutz) gehand­

hierher gehören z. B. Klostervisitationen

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann

tums antikirchlich aufladen; Bismarck

angesichts der Mehrheitsverhältnisse in

.

der bayerischen Abgeordnetenkammer

nicht durchsetzbar gewesen wären. 

lehrten große Sorgen, so dass er sich 1863 in St. Bonifaz wortgewaltig gegen eine

Beschränkung der Wissenschaft durch rö­ mische Einflussnahme wandte. Deutlich bezog er gegen das überkommene scho­

lastische Lehrsystem und damit gegen die römische Linie der theologischen Wissen­

schaft Stellung. Rom beantwortete Döllin­

gers Rede mit dem Breve »Tuas libenter«,

wies der Scholastik den unbedingten Vor­ rang zu und verlangte die Unterwerfung

zu verbleiben, während andere Territo­

der theologischen Wissenschaft unter das

rialfürsten erst durch ihren Übertritt zur

ordentliche kirchliche Lehramt. »Tuas li­

evangelischen Lehre sich einen vergleich­

benter« wie der ein Jahr später veröffent­

baren Einfluss auf die kirchlichen Verhält­

lichte »Syllabus errorum« wandten sich

nisse sichern konnten.

gegen jeden Dialog mit den Anfragen der

Voll ausgebaut wurde dieses System

modernen Welt und gegen die liberalen

in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhun­

Strömungen der Zeit. Zugleich waren sie

derts – im Zeichen der Aufklärung und des

aufgeklärten Absolutismus; von Montge­

Ausdruck des Zentralismus, dessen Gipfel

übernommen, weil er davon überzeugt

chen Unfehlbarkeit schon erwartete und

man mit der Dogmatisierung der päpstli­

las wurde es dann – gleichsam dankbar –

der dann 1870 auch eintrat.

war, nur mittels dieses Instrumentariums

Im Vorfeld des Konzils hatte Döllinger

den Umbruch vom 18. auf das 19. Jahrhun­ dert, soweit davon kirchliche Angelegen­

wiederholt und in nicht selten polemi­

wältigen zu können. Und in der Tat waren

Dogma bezogen, dabei jedoch seine sonsti­

scher Weise deutlich Stellung gegen dieses

heiten betroffen waren, erfolgreich be­

die Umwälzungen im kirchlichen Bereich

ge wissenschaftliche Präzision vermissen

larisation, die das System der ständischen

Dipl .-Theol . Florian Heinritzi : Z wischen Rebellion und Kirchentreue : Ignaz von Döllinger und die päpstliche Unfehlbarkeit; 9. Juli 2013

rung mit dem Ende der alten Reichskirche

Ignaz von Döllinger war einer der bedeu­

ritus rector er anfangs gewesen war, dazu

völlig neu zu ordnen.

ner Zeit. Für seine Gelehrsamkeit wurde er

zu gründen und somit aus dem Stadium

einschneidend: die Erwerbung protestan­

tischer Territorien, die eine paritätische

Ordnung unabweisbar machten; die Säku­ Ordnung kollabieren ließ; die Mediatisie­ und dem Zwang, die episkopale Struktur

tendsten und profiliertesten Gelehrten sei­

lassen. Döllingers Position führte letzt­

lich zu seiner Exkommunikation, an de­

ren Vorschriften er sich bis zu seinem Tod fast 20 Jahre später stets hielt. Auch als

die altkatholische Bewegung, deren spi­

überging, eine eigene Kirchenhierarchie

im In- und Ausland von Befürwortern wie

der »Nothilfe« und des Protests heraustrat

bayerische Staat im Konkordat von 1817 ei­

Die ersten Jahrzehnte seines Lebens galt

er seine Zusammenarbeit mit dieser Be­

hoheitsrechte in aller Form – allein um

»Ajax des Ultramontanismus« wie der spä­

zu sichern – verzichtet, er diese indes im

von Hefele ihn bezeichnete.

Der Spannungsreichtum des 19. Jahr­

hunderts ergibt sich dann daraus, dass der nerseits auf den diese staatlichen Kirchen­ das staatliche Bischofsernennungsrecht

Gegnern stets geachtet und respektiert.

Döllinger als unzweifelhaft romtreu, ja als tere Bischof von Rottenburg Karl Joseph

und den Weg des Schismas ging, beendete

wegung. So blieb er auch als Exkommuni­

zierter seiner Kirche stets treu, auch wenn

.

er deren Erneuerungen des Lehrsystems

ablehnte. 

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bergecho 2 . 2013

|  veranstaltungen

Trübe Tage – ein Lichtblick für meine Trauer Tage für Trauernde im Kloster Andechs – Rückblick und Ausblick 2013

U

»

nd Sie wissen, wo der Schalter

ist ?!« werden wir am Empfang

im Kloster Andechs von einer Teil­

nehmerin begrüßt. Gemeint ist der Schal­

ter, der die Trauer kleiner macht, weniger

schmerzhaft, schneller vorbei gehen lässt.

Die Impulse, zum Trauerseminar nach

Andechs zu fahren, sind vielfältig. Ge­

meinsam ist den Teilnehmerinnen und

Teil­nehmern, dass sie einen lieben Men­ schen verloren haben und sich einen Ort

wünschen, an dem die Stimmungen und

Gefühle rund um ihre Trauer Platz haben. Die beiden Begleiterinnen geben Im­

pulse zum Aussprechen des Schweren und

des Schönen, zum Nachdenken und Er­

innern. Meditative Übungen lassen die

wohltuende Erfahrung der Stille spüren.

Ebenso erleben die Teilnehmerinnen und

Teilnehmer bei einem Trauerspaziergang, wie die Begegnung mit der Natur, ihren Geräuschen, Gerüchen, Wärme, Kälte,

Regen und Trockenheit helfen kann, im

Hier und Jetzt zu sein und im übertrage­

nen Sinn die Trauerzeit als Weg zu sehen, und nicht als »Zustand, der nie zu Ende

Nach einem sehr gut besuchten Trauer­ seminar im Frühjahr 2013 wird das Kloster Andechs auch im November wieder Tage für Trauernde anbieten. Sigrid Kaindl-Pohl, eine der Leiterinnen, gibt einen Einblick in die Dynamik dieser intensiven Tage auf dem Heiligen Berg.

geht«.


bergecho 2 . 2013  |

I n f o r m at i o n leitung Renate Ilg, Diplom-Theologin, Pastoral­referentin, Krankenhausseelsorgerin, Super­visorin, Traumaberaterin Sigrid Kaindl-Pohl, Diplom-Theologin, Krankenhausseelsorgerin, Super­visorin DGSv, Gestalttherapeutin (Psychotherapie HPG) Termin Freitag, 22. November 2013, 18.00 Uhr, bis Samstag, 23. November 2013, 17.00 Uhr. Verlängerung des Aufenthaltes gegen Aufpreis i. H. v. Euro 30,– (Übernachtung und Frühstück) bis Sonntagmorgen 24. November, 11.00 Uhr möglich.

treffpunkt Freitag 22. November, 17.30 Uhr an der Klosterpforte Andechs Leistungen Seminar u. Übernachtung mit Vollpension anmeldung bis spätestens 15. November 2013 Anmeldungen werden berücksichtigt in der Reihenfolge Ihres Eingangs unter Nikolaus-Kolleg im Kloster Andechs Bergstraße 2, 82346 Andechs Fax: +49(0)8152/376-267 nikolauskolleg@andechs.de

teilnehmerzahl zwischen 8 und 12 Personen Schriftliche Teilnahmebestätigung erhalten die Teilnehmer nach verbindlicher Anmeldung und Eingang der Teilnehmergebühr auf dem Konto des Nikolauskollegs teilnehmergebühr 85 Euro pro Person. Bitte überweisen auf Konto: Kloster Andechs – Nikolauskolleg Kto.-Nr.: 102 724 82; BLZ 702 501 50 Bank: Kreissparkasse München-StarnbergEbersberg veranstalter Nikolaus-Kolleg im Kloster Andechs Bergstraße 2 82346 Andechs

Gut tut, dass die anderen in der Grup­

Am Ende, im Abschlussgottesdienst in

pe aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen

der Hedwigskapelle, haben der Schmerz,

was im Alltag oft schwer fällt, was dort

auch unausgeprochen bleibt, vor Gott

gefühle, Allein-Sein wollen, Verzweiflung,

für die schwere Zeit beten wir gemeinsam.

Verständnis haben: hier kann man zeigen, tabu scheint: Hoffnungslosigkeit, Schuld­ Ohnmacht, Erschöpfung, Einsamkeit,

die Trauer, die Hoffnung, all das, was

noch einmal Platz. Um Beistand und Trost Der Rahmen des Klosters mit seiner

Wut und unbeantwortete Fragen. Und

herzlichen Gastfreundschaft wird von

Und: wie es andere bewältigen und ihre

geschätzt. Ein Ort, der der Seele und dem

man hört, dass es anderen genau so geht. Schritte gehen – langsam oder schneller –

in der Trauerzeit, die immer auch eine

den Teilnehmerinnen und Teilnehmern

Leib in einer schweren Zeit gut tut.

So auch im Herbst, vom 22. bis 23.

Wandlungszeit ist.

Novem­ber 2013, von 18.00 Uhr am Freitag­

Vertrauen zu haben in den Weg, den Pro­

Tage – ein Lichtblick für meine Trauer«,

in dunkle Zeiten kommt Licht, unsichere

wir Sie herzlich einladen. (Wer möchte,

Wichtig ist, sich Zeit zu lassen und

zess der Trauer: Manches wird leichter,

Schritte finden Trittsteine, die Halt geben. Sich bewusst zu machen, was auch schon

wieder da ist, was Kraft gibt – auch dies

gehört zum Seminar dazu. Als hilfreiches Bild dient das Labyrinth, das ein Symbol

ist für den inneren Weg: hin und her, Kur­ ven, unruhig, oft weit entfernt von der

Mitte, aber es geht immer vorwärts – auch wenn man das Gefühl hat, auf der Stelle

abend, bis 17.00 Uhr am Samstag. »Trübe

so heißt unser nächstes Seminar, zu dem

kann auch noch eine weitere Nacht im Kloster bleiben.)

Auch hier wollen wir der Trauer um

den verlorenen Menschen Raum geben.

Es geht darum, ein Stück Weg der Trauer

gemein­sam zu gehen, sich die Kraftquel­ len bewusst machen, die es schon gibt oder geben könnte, und im Austausch

mit anderen Anregungen für den eigenen

zu treten. Das Ziel ist die Mitte, in der sich

Weg zu finden. Am Ende feiern wir Gottes­

der mehr zum Leben geht.

ser Wallfahrtskirche. 

der Weg wieder wendet und der Blick wie­

.

dienst in der Hedwigskapelle der Andech­

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bergecho 2 . 2013

|  veranstaltungen

Kunst und Bier am Heiligen Berg Symposium »Kunst und Bier« vom 20. bis 27. August 2013

Johannes Rößle während der Arbeit beim Symposium 2012

Das Kloster Andechs, die Georg Zentgraf-Stiftung und die Gemeinde Andechs veranstalten vom 20. bis 27. August 2013 das Symposium »Kunst und Bier« auf dem Hl. Berg. Dabei werden neue Interpretationen zum Thema »Kunst und Bier« entstehen. Die drei von einer Jury ausgewählten Künstler erstellen ihre Arbeiten am Maibaumplatz unterhalb des Bräustüberls. Besucher des Heiligen Berges können dabei den Preisträgern ab dem 20. August bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen. Im Rahmen des Ferien­programms der Gemein­de Andechs arbeiten die Künstler am 22. August zwischen 9 und 12 Uhr mit Kindern von 7 bis 11 Jahren und leiten sie beim künstlerischen Gestalten an.


bergecho 2 . 2013  |

H i n t e rg r u n d

D

ie Künstler und Bildhauer Sabine

Boczkowski-Sigges aus Nordersta­ pel bei Husum in Schleswig-Hol­

stein, Peter Frisch aus München und Lo­

so dass man durch das Stammholz hin­

durch blicken kann. Um die weichen For­

men noch zu unterstreichen, wird das

Holz zum Schluss mit einer wasserblauen

thar Seruset aus Lentzke bei Oranienburg

Lasur überzogen.

Symposium. Nicht einfach war es für die

Lothar Seruset

nördlich von Berlin bestreiten heuer das

Jury bei ihrer Sitzung am 12. April 2013 im

1956 in Ulm geboren, wurde er 1988 zum

gen die Teilnehmer für das Symposium

Künste in Berlin ernannt. Viele Stipendi­

Kloster Andechs aus rund 30 Einsendun­

auszuwählen.

Sabine Boc zkowski-Sigge s Die Künstlerin und Stylistin hat seit über

25 Jahren ein eigenes Atelier. Sie lebt in

Norderstapel und arbeitet deutschland­

weit zu Themen über Japan, Indien, Israel,

Las Vegas und Kampfkunst. Beim Sympo­

sium »Kunst und Bier« wird sie japanische Schriftzeichen in drei alte Holzfässer ein­

Meisterschüler an der Hochschule der

en und Ausstellungen führten ihn inzwi­ schen durch ganz Europa. Lothar Seruset

arbeitet vorzugsweise als Holzbildhau­

er und sägt, schnitzt, schneidet und er­ schafft so eine ganz eigene Welt. Seine

Skulptur »Auto, Mann und Tier« thema­

tisiert provokant das Verhältnis des Men­ schen zu seiner Umgebung. Bier als Ge­

nussmittel und Kulturgut gehört zu dieser

Umwelt dazu. Lothar Seruset über seine

arbeiten und die Fässer mit traditionellem

Arbeit: »Zum einen ist Bier ein wunder­

verbindet Sabine Boczkowski-Sigges eine

haben, zu feiern und gesellig zusammen

meinen verehrten Lehrer Fritz Nöpel lern­

aber auch zu Zuständen führen, die nicht

japanischem Papier verpacken. Mit Bier eigene Geschichte: »In Japan und durch

te ich das traditionelle Karate kennen.

Nach hartem Training in Japan gibt es am

Abend aus Gastfreundschaft ein schönes

Bier, da die Japaner wissen, dass wir Deut­ schen gerne dieses köstliche Getränk zu

uns nehmen. Mein Werk, das im Rahmen

bares Getränk, um zu entspannen, frei zu sein zu können. Als Rauschmittel kann es

gewollt und erfreu­

lich sind. Auto darf ich nicht fahren,

wenn ich Alkohol ge­ trunken habe. Und zum Tier kann ich

des Symposiums in Andechs entsteht, soll

werden, wenn ich

der Welt erinnern.«

habe. Es geht dar­

Peter Frisch

finden. Genau das

daher an ein friedliches Miteinander in

Geboren in Waldshut, ist seit 1986 frei­

schaffender Holzbildhauer. Er lebt und ar­

beitet in München. Wasser als wichtigstes

Gut des Lebens hat ihn zu seiner ›Tropfens­

tele‹ inspiriert: »Ohne Wasser geht gar nix und Bier brauen scho glei gar ned«, weiß

der Wahl-Münchner. »Die Tropfenform

mit ihrem weichen und runden Charakter

zu viel getrunken

um, die Balance zu zeigt die Anordnung

meiner Skulptur. Der

Mensch hat Verant­

wortung. Nicht alles ist Spaß und Spiel.

Und: Feiern will ge­ lernt sein. Deutlich

macht das für mich

hat mich zu dieser Arbeit geführt.« Seine

auch der örtliche Be­

»Perlen« miteinander verbunden sind. Aus

dechs, wo es ja ne­

die Kraft der vielen einzelnen Tropfen

Zusammenkommen

Entwürfe zeigen einzelne Tropfen, die wie einem Stamm gearbeitet, wird aber auch

deutlich. Angeregt durch den Bierschaum

und seine Transparenz, wird die Stele run­

de Durchbrüche und Höhlungen erhalten,

zug zum Kloster An­

ben dem geselligen

auch um ein existen­

.

zielles Zu-sich-kom­

men geht.« 

Symposium Kunst und Bier Den Wettbewerb für Künstlerinnen und Künstler gibt es seit 2002. Eingeladen werden Künstler, die sich am öffentlichen Wettbewerb beteiligen und von der Jury ausgewählt werden. Die Gewinner werden nach Andechs eingeladen und fertigen auf dem Maibaum-Platz unterhalb des Klosters ihre Kunstwerke. Die entstandenen Kunstwerke sind Eigentum des Künstlers. Diese stellen die Kunstwerke für einen Zeitraum bis zu drei Jahren für die Ausstellung im Klosterund Gemeindegebiet zur Verfügung. Seit einigen Jahren veranstalten die Künstler an einem Tag ein Ferienprogramm mit Kindern im Alter zwischen 7 und 11 Jahren. Für die Gestaltung erstellen sie ein erlebnispädagogisches Konzept. 2013 ist der Heilige Berg zum elften Mal Austragungsort des Symposiums »Kunst und Bier«. Die Besucherinnen und Besucher des Hl. Berges können dann bis zum 27. August 2013 den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und so die Entstehung der Kunstwerke verfolgen.

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bergecho 2 . 2013

|  veranstaltungen

Mit Schwung über den Heiligen Berg 9. Andechser Kinder- und Familientag am 3. Oktober 2013 im Kloster Andechs

Die mobile Seilbahn kommt 2013 wieder. Ohne Unterbrechung war sie 2012 sieben Stunden lang im Einsatz. So können auch heuer kleine und etwas größere Besucher des Familientages am 3. Okto­ber wieder schwungvoll und gut gesichert rund 150 Meter über den Heiligen Berg sausen. Abwechslungsreich bleibt das Programm, zu dem die Mönche des Klosters am Donnerstag, den 3. Oktober, ab 10.00 Uhr einladen. Der Familiengottesdienst um 17.00 Uhr in der Andechser Wallfahrtskirche rundet den gemeinsamen Tag wieder ab.

Auch 2013 wird Marcus Everding,

tengruppen aus der Region ihren Auftritt

Bühne bitte« in den Florian-Stadl einla­

Menge Freude bereitet. Vor dem Florian-

Musiktheater–Welt mitzunehmen, das ist

Und gleich ein Stück weiter zeigen die

spiele Andechs, unter dem Motto »Auf die

den. Kinder und Erwachsene in Carl Orffs

seine Leidenschaft. Dabei wird er erklären,

wie ein Theater funktioniert und was auf

und besonders hinter der Bühne während

der Vorführung möglichst geräuschlos passieren muss.

Wiederum zu Gast auf dem Kinder-

A

die Mönche beim Kinder- und Fa­

milientag motiviert: »Andechs ist

beliebt bei vielen Familien. Wir erleben

das über das ganze Jahr hinweg bei Wall­ fahrten, Ausflügen und Feiern. Mit die­

sem Tag aber stellen wir Familien bewusst

kann man beim Kübelspritzen, Tragelklet­ tern, Tragelrutschen und bei den Machtl­

finger Bogenschützen. Wer es etwas ruhi­ einem Paar stattlicher Shire Horses (Kalt­

besonderen Leistungen Rettungshunde in

Umgebung machen.

mancher, der sonst die felligen Gefährten

Spezialitäten fürs leibliche Wohl. An­

der Lage sind. Schon im letzten Jahr hat es

lieber aus der Entfernung sieht, gewagt,

die Bordercollies dann doch zu streicheln. Abt Johannes wird mit Kindern und

Entdeckungsreise gehen. Auch der Kräu­ tergarten steht an diesem Tag offen. Die

Malteser sind in diesem Jahr wieder mit

einem Rettungswagen dabei und bringen

viel Zeit für alle Fragen rund um das Ret­

Die Klostermetzgerei sorgt mit Grill-

dechs® Klosterbiere und die Andechser Al­

koholfreien fehlen ebenso wenig wie die Blaskapelle Erling-Andechs. Zugunsten

der Obdachlosenarbeit der Abtei Sankt Bonifaz verkaufen Frater Emmanuel und seine Helfer wieder Pommes frites. Für

Kaffee und Kuchen sorgen die Andechser Land­

tungswesen mit.

frauen im Pferdestall.

Am und im Florian-Stadl werden Bier­

Auch der Büchermarkt

filze in Kunstwerke verwandelt. Hier wird

sen auf Kindergesichter zaubern. Am

richtet sein und Fabel- und Fantasiewe­

Klosterweiher können sich Jungen und

verhilft auch wiederum der Teleskop-Kran,

Mädchen unter Anleitung von Jakob

he einen seltenen Ausblick auf das Kloster

Klosters und seiner Wirtschaftsbetrie­

und seine Umgebung bieten wird.

fertigen kann. Richtig austoben und sei­

ne Geschicklichkeit unter Beweis stellen

blutpferde) einen kleinen Ausflug in die

laden wir ein.«

der bei guter Witterung in 60 Meter Hö­

Hopfenzupfer, was man aus Hopfen alles

Vorführungen werden sie zeigen, zu welch

auch wieder die Schminkstation einge­

Zu einem anderen Blick auf das Kloster

Stadl ist wieder Platz für die Heuhupfer.

ger möchte, der sollte mit der Kutsche und

ins Zentrum. Einfach viel Schönes zu erle­

ben und miteinander Spaß zu haben, dazu

und zeigen, dass Singen und Tanzen eine

und Familientag wird die Rettungshun­

destaffel aus Starnberg sein. Bei mehreren

Jugendlichen in der Wallfahrtskirche auf bt Johannes Eckert beschreibt, was

Im Florian-Stadl haben Kinder-Trach­

Künstlerischer Leiter der Carl Orff-Fest­

Schetterer im Angeln üben. Partner des

be beteiligen sich wieder mit Glücks­

rädern und – ab der Mittagszeit – mit

einer Hüpfburg am Familientag. Und

nicht zu vergessen: das Zaubern vor dem Klostergasthof.

an der Alten Apotheke

gegenüber der Wall­

fahrtskirche hat geöffnet.

Sein Erlös geht an Projekte

.

der Missionsbenediktinerinnen

von Tutzing. 


bergecho 2 . 2013  |

11. 08. Sonntag,

Musikverein Kirchheim

15. 08. Maria Himmelfahrt,

Blasmusik Entraching

18. 08. Sonntag,

Blasmusik im Bräustüberl

Blasmusikfreunde Utting

25. 08. Sonntag,

Blaskapelle Oberrieden

01. 09. Sonntag, Die Hofgassler 08. 09. Sonntag,

Blaskapelle Erling-Andechs

15. 09. Sonntag, Da Blechhauffa 22. 09. Sonntag, Die Högl Buam

03. 10. Tag der deutschen Einheit,

Blaskapelle Andechs-Erling

Jeweils von 12.00 bis 14.30 Uhr

06. 10. Sonntag,

nur bei Biergarten-Wetter

13. 10. Sonntag, Blaskapelle Frieding

auf der Bräustüberl-Terrasse,

Hochberghauser Blasmusik

20. 10. Sonntag, Musikkapelle Seefeld

27. 10. Sonntag, Die Musikvagabunden

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bergecho 2 . 2013

|  veranstaltungen

Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale ?

8. September 2013 – Tag des offenen Denkmals im Kloster Andechs

Auch 2013 öffnet das Kloster Andechs zum europaweiten Tag des offenen Denkmals, dem 8. September 2013, von 10 bis 17 Uhr einige der Türen und Tore am Heiligen Berg, die sonst nicht frei zugänglich sind. Zum Thema »Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?« bietet der Heilige Berg interessante Anknüpfungspunkte, vor allem im Blick auf die wechsel­ volle Geschichte des Klosters Andechs. Das Thema des Denkmaltages greift auch Frater Stephan Janker, Leiter des Andech­ser Klosterladens, auf. Er wird um 14.00 Uhr im Fürstentrakt des Klosters aus dem Tagebuch des Andechser Abtes Maurus Friesenegger (Abt von 1640 bis 1655) lesen. Jenseits des Guten und Schönen mahnen die Aufzeichnungen seiner erschütternden Erlebnisse während des Dreißig­ jährigen Krieges zu Frieden und Verstän­digung.


bergecho 2 . 2013  |

wo nicht ein, und andere darniederlagen. Es war

auch kein Wunder; denn alle, alle Wohnungen,

und Ställe waren so voll von Menschen angefüllt,

daß oft ein, und 200 über einander kauerten, ohne

ligen Repräsentationsräume der Wittels­ bacher, frei zu besichtigen.

Führungen durch die Klosterbrauerei

sitzen, viel weniger liegen zu können. Man stelle

und das alte Sudhaus informieren über Ge­

Jammern der Eltern, den Hunger, das Gestank

Braukunst am Heiligen Berg. Im Mittel­

sich dabei das Elend, das Schreien der Kinder, das vor.« Friesenegger berichtet ungeschminkt

von abscheulichen Greueltaten der Solda­

D

die Fürsten­räume des Klosters, die ehema­

teska, von Brand- und anderen Naturka­

schichte und Gegenwart benediktinischer

punkt dieser Brauereiführungen steht die benediktinische Brautradition, die heute

noch mit Hilfe hochmoderner Brautechno­

tastrophen, heute unvorstellbaren Zerstö­

logie gepflegt wird.

die­ser Kerngedanke nicht sofort

Plagen durch Mäuse und Wölfe. Vor dem

Jahren bietet die Klosterbrennerei auch

schließt, bietet das Kloster zum Tag des

Führungen am Heiligen Berg das »Unbe­

Verkostungen an. Auch der Andechser

sichtigungs- und Besuchsmöglichkeiten.

mals« Heiliger Berg in den Blick nehmen.

Alten Apotheke gegenüber der Wallfahrts­

mende Handschrift des Abtes Maurus

Andechser Wallfahrtskirche ein Gefühl

gunsten eines Projektes der Missionsbene­

stes Dokumente über den Dreißigjähri­

Kern des Heiligen Berges als ältestem

Bra­silien besonders für Kinder einsetzen.

as Kloster Andechs – ein unbeque­ mes Denkmal ? Auch wenn sich

im Blick auf das Kloster Andechs er­

offenen Denkmals 2013 eine Fülle von Be­ Die aus dem Kloster Andechs stam­

Friesenegger ist eines der erschütternd­

rungen, Hungersnöten, Pest, Ruhr und

Hintergrund des Leitthemas werden alle

queme« und »Widerständige« des »DenkDabei weckt die Führung durch die

für den Ursprung und den geistlichen

Aufgrund der Erfolge in den letzten

heuer durchgehend Informationen und Kräutergarten ist geöffnet. In und vor der

kirche findet zudem ein Büchermarkt zu­

diktinerinnen in Tutzing statt, die sich in

gen Krieg in Oberbayern. Zum Beispiel

Wallfahrtsort Bayerns. Ein Gang über

Beginn des Jahres 1634: »Um diese Zeit gab es

Heili­gen Berges auf dem Weg zum Kiental

Führungen und den Treffpunkten sind

es war fast kein Zimmer im Kloster, und kein Stall,

des Klosters Andechs näher. Ebenso sind

www.andechs.de zu finden. 

schreibt Maurus Friesenegger über den

sehr viele Kranke, und starben auch manche, und

den Wittelsbacher Friedhof unterhalb des bringt den Besuchern die Stifterfamilie

Alle Führungen sind kostenfrei.

Detail­informationen zu den einzelnen

.

auf der homepage des Klosters unter

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bergecho 2 . 2013

|  panorama

ergriffen e r fa s s t begeistert Rückblick auf die Carl Orff-Festspiele Andechs 2013

»…mecum omnes plangite – alle klagt mit mir«. Die letzten drei Worte der »Carmina Burana« sind verklungen, die Lichtpro­jek­ tionen erloschen, der Applaus ist verklungen. Zum Klagen allerdings gibt es nach Ende der 16. Saison der Carl Orff-Festspiele keinen Anlass. Wieder kamen viele tausend Besucher an den Fuß des Heiligen Berges in das Festspielhaus nach Andechs. Der Applaus, die Reaktionen, die Gespräche, all das hat gezeigt, dass eine weitere erfolgreiche Saison über die Bühne des Florian-Stadls ging. Marcus Everding, Künstlerischer Leiter der Festspiele blickt zurück.


bergecho 2 . 2013  |

D

ie Wiederaufnahme der »Bernaue­

Hochschullandschaft gemacht hat. Bei

»Wohin soll ich diesen Sommer gehen?

ner Rundfunkorchester, und der

überraschend erfreulich, wie schnell es

der noch. Wenn Sie gute Festspiele sehen

rin«, ORFF & JAZZ mit dem Münch­

Gründung der Akademie gehofft, doch

Bayreuth oder Salzburg?«. Antwort:« We­

diesjährige Höhepunkt, die »Carmina Bu­

ging.

wollen, gehen Sie nach Andechs.« Das er­

Publikum ergriffen, erfasst, gerührt, be­

Neu in der Saison 2013 : die Soiréen

Besucher 2014, zu einer neuen, spannen­

schauer etwas mitgenommen haben, jen­

Neu in der Saison 2013 waren die Soiréen

Andechs. 

jedoch ist Sinn und Aufgabe von Kunst,

rana«. Ziel dieser Zu­

zeugnis und gegen jegliche Intention Carl

es, den Zuschauer in

pflichtet haben. Eine Verpflichtung, der

andere Weise einzufüh­

rana« in magischen Bildern, haben das

geistert. Und der Eindruck, dass die Zu­

seits eines Spektakels, täuscht nicht. Das

ein bloßes »schön war’s« wäre ein Armuts­ Orffs, dessen Werk sich die Festspiele ver­ diese mit Neigung nachkommen.

Andechser ORFF®-Ak ademie de s Münchner Rundfunk­ orchesters Doch nicht nur im Festspielhaus selber,

zur »Bernauerin« und zur »Carmina Bu­

satzveranstaltungen ist

die Welt des Werkes auf

ren, als es ein Lexikon

täte. Sinnliche Eindrü­

cke, neue Informationen,

neugierig Machendes

und Anregendes vertieft

den Zugang zum Werk.

sondern auch im Fürstentrakt und in der

Die überwältigend positi­

angeboten, gut besuchte. Das Kammer­

die Kartennachfrage ha­

Wallfahrtskirche wurden Veranstaltungen konzert der Andechser ORFF®-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters – in

diesem Jahr wurde es wegen des großen

Erfolges 2012 an zwei Tagen gegeben – ist

ein Kernstück der Arbeit mit unserer Aka­

ven Reaktionen wie auch ben zeigen können, dass solche Veranstaltungen

gewünscht werden und

daher jetzt schon fest in die Planung 2014 integ­

demie. Hier können die jungen Musiker

riert sind.

gen, intim und innig musizieren. Die

Anekdote: Unterhalten

schafft, und die Nachfrage für Stellen

einem Empfang in Mün­

diese von den Festspielen und dem Bay­

cher unserer Festspiele,

auf eine ganz andere Art ihr Können zei­

Akademie hat schon ihr viertes Jahr ge­ in dieser beweisen eindrücklich, dass

erischen Rundfunk ins Leben gerufene

Kooperation ihren Weg in die deutsche

Eine tatsächliche

sich zwei Menschen auf

chen. Der eine war Besu­ der andere nicht. Fragt

letzterer den ersteren:

freut. In diesem Sinne hoffen wir auf viele

.

den Saison bei den Carl Orff-Festspielen

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bergecho 2 . 2013

|  panorama

Langjährige Mitarbeiter geehrt Mönche von Sankt Bonifaz in München und Andechs danken langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Teilweise über 40 Jahre haben sie in der Verwaltung der Abtei oder in den Wirtschaftsbetrieben von Andechs gearbeitet: Helga Lengger, Pera Petkovic, Sieglinde Aumann und Günther Wildmann wurden bei einem Mitarbeiterabend Ende Juni im Garten von Sankt Bonifaz von Mönchen und Mitarbeitern des Klosters geehrt.

I

n seiner kurzen Ansprache dankte Abt

Johannes – auch im Namen aller Mön­ che in Sankt Bonifaz und Andechs –

herzlich für die langjährige und treue Mit­ arbeit und Verbundenheit der Mitarbeite­ rinnen und Mitarbeiter mit dem Kloster

und seinen Wirtschaftsbetrieben. Beson­

ders hob er das vielfältige Engagement in

den einzelnen klösterlichen Betrieben her­

Abt Johannes, Altabt Odilo und Fr. Leonhard ehren langjährige verdiente Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter der Abtei: Günther Wildmann (25 Jahre Andechser Bräutüberl; 2.v.l.); Sieglinde Aumann (25 Jahre Sekretariat Abt Odilo; 3.v.l.) und Helga Lengger (über 40 Jahre Klosterbrauerei Andechs; 2.v.r.). Nicht auf dem Bild: Pera Petko­vic (40 Jahre Andechser Bräustüberl).

vor. »Als klösterliche Gemeinschaft sind

wir sehr dankbar für dieses gute Mitein­

ander mit den über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern «, so Abt Johannes.

Helga Lengger Wie alle Jubilare an diesem Abend ehrte

Abt Johannes mit Präsentkorb und Urkun­

Per a Petkovic Sie gehört zu den Menschen, die nicht

auffallen möchten und die nichts so sehr

meiden, wie öffentliche Aufmerksamkeit.

Seit Ende 1972, also seit mehr als 40 Jahren,

arbeitet sie im Kiosk des Bräustüberls als

Artikel sie für Abt Odilo in Reinschrift ge­

schrieben und Termine arrangiert hat. Abt

Johannes dankte auch ihr mit sehr persön­ lichen Worten.

Günther Wildm ann

Küchenhilfe. Anlass genug für Abt Johan­

Als waschechter Münchner begann er im

Ruhestand gegangen war. Nach ihrer Aus­

in Sankt Bonifaz nicht dabei sein konnte,

arbeiten. Was zunächst mit dem Abräu­

Brauerei ein. Zwischenzeitlich arbeitete

dauernden Dienst an der Andechser Gast­

de Helga Lengger, die nach über 40-jäh­

riger Tätigkeit in Andechs Ende April in

bildung trat sie 1971 als Kontoristin in die sie auch bei Frater Stephan im Klosterla­

den als Aushilfe. Den Umzug von der alten

in die neue Brauerei am Fuß des Hl. Ber­

ges hat Helga Lengger noch direkt miter­ lebt. Als »Gute Seele« der Expedition hat man sie immer bei bester Laune erlebt.

nes, auch wenn Frau Petkovic bei der Feier

ausdrücklich für diesen langen und aus­ freundschaft zu danken.

Sieglinde Aum ann

Andechser Bräustüberl Mitte April 1988 zu men von Krügen und als Spüler begann, fand seine Fortsetzung Anfang der 90er

Jahre beim Ausschank an der Schenke.

Beson­ders in den Sommermonaten, wenn die Zahl der Durstigen an der Schenke

Seit über 25 Jahren führt sie das Sekretari­

nicht abzureißen scheint, sind es Men­

vember 1987 trat sie ihren Dienst an. Nur

Kollegen, die der Andechser Gastfreund­

at von Abt Odilo in Sankt Bonifaz. Im No­ schwer lässt sich ermessen, für wie viele

Publikationen von Abt Odilo sie im Hinter­ grund treue und diskrete Dienste geleis­ tet hat, wie viele Briefe, Protokolle und

schen wie Günther Wildmann und seine

schaft ein Gesicht geben. 

.


bergecho 2 . 2013  |

rechts Prof. Georg Köpf links Sylvia Kubecka

Ausstellung im Fürstentrakt

S

i n o f o r m at i o n eit 5. Juli 2013 zeigen wir im Fürsten­

autodidaktischen Studium für Aquarell-

Kempten. Die gebürtige Stuttgarte­

arbeitet sowohl mit abstrakten Motiven

trakt Bilder von zwei Künstlern aus

rin Sylvia Kubecka ist seit 1989 Mitglied

beim Berufsverband Bildender Künstler

und hatte bereits zahlreiche Einzel- und

und Acrylmalerei erst 2009 begonnen und

als auch gegenständlich. In seinen Bildern verarbeitet der Künstler unter anderem

Materialien wie Holz, Metall, Kunststoff,

Gruppenausstellungen im In- und Aus­

Textilien, Sand, Montageschaum, Kräuter,

der Leinwand gleichsam tanzen. Sie ver­

Arbeiten pendeln zwischen reinem Zufall

vermitteln, ob es sich nun um frühlings­

zeigte seine Arbeiten ebenfalls schon in

land. Sylvia Kubecka lässt die Farben auf sucht mit ihren Bildern Botschaften zu

hafte Interpretationen aus Italien oder kal­ te, aber sonnige Wintertage im Allgäu in düsteren Graunuancen handelt.

Prof. Dr. Georg Köpf, Hochschul­

lehrer für Betriebswirtschaft, stammt aus Heidelberg. Er hat mit seinem

Gewürze und Bier. Die Ergebnisse seiner und bewusster Gestaltung. Georg Köpf

mehreren Ausstellungen. 

.

Anmeldung Die Ausstellung ist nur nach telefonischer Anmeldung zu besichtigen. Informationen an der Klosterpforte: 08152/376-0 Sylvia Kubecka Tel.: 0831/87492 oder 5809244 Prof. Georg Köpf Tel.: 0176/40407513

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bergecho 2 . 2013

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Eine Ära geht zu Ende

P. Coelestin Stöcker wird Ehrenvorsitzender des Missionskreises Andechs e.V.

Der neue Vorstand des Missionskreises (v.l.n.r.) Armin Steinhauser (stv. Vorsitzender), Gabi Hörer (Schriftführerin), P. Coelestin Stöcker (Ehrenvorsitzender), Eva Beckers (Schatzmeisterin), Gabriele Eberl (Vorsitzende)

IN F O r m at i o n

Mitte März fand die jährliche Jahreshauptversammlung des Missionskreises Andechs e.V. statt, bei der unter anderem ein neuer Vorstand gewählt wurde. Pater Coelestin kandidierte aus Altersgründen nicht mehr für den Vorstand, was mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen wurde. Mit dem Verzicht auf seine Wiederwahl ging eine Ära zu Ende.

P

ater Coelestin hatte vor mehr als 40

Jahren zunächst die Bolivienhilfe gegründet, aus der dann 1986 der

Missionskreis Andechs als eingetragener

Der Missionskreis Andechs e.V. ist ein Entwick­lungshilfeverein für Lateinamerika. Das Hauptziel ist die Förderung überschaubarer Selbsthilfeprojekte. Die Schwerpunkte liegen im Bereich Aus- und Weiterbildung, Hygiene und Gesundheit. Das Hauptprojektgebiet ist derzeit Bolivien. Zu den aktuellen Projekten zählen:

Gabriele Eberl, die neu gewählte Vor­

sitzende des Missionskreises, dankte

im Namen der Vereinsmitglieder Pater

Coelestin für seinen langjährigen uner­

müdlichen Einsatz. Pater Coelestin wird, zukünftig als Ehrenvorsitzender des Ver­

eins, auch weiterhin in die Tätigkeit des

Vorstandes mit eingebunden und erklärte

sich dazu bereit, auch künftig seine Erfah­

rungen und Verbindungen einzubringen.

Manfred Gebhardt (Schriftführer) und

Dieter Obermeier (Kassierer), die sich bei­

de ebenfalls nicht mehr zur Wahl stellten, sei an dieser Stelle ebenfalls herzlich ge­

dankt für ihre Tätigkeit in der Vorstand­ schaft.

Der Rechenschaftsbericht von Frau

Eberl mit Bildern und Film lag mit be­

sonderem Schwerpunkt auf ihrer letzten

Reise nach Bolivien im August/September

Verein für Entwicklungshilfeverein in

2012. Bei einem Vortrag im Fürstensaal des

sammenhang unternahm er zahlreiche

vor einem interessierten Publikum nicht

Latein­amerika hervorging. In diesem Zu­ Reisen vor allem nach Bolivien, zuletzt

Klosters Andechs im April berichtete sie

nur ausführlich von den besuchten Projek­

im Jahr 1999. Sein Name ist in Bolivien

ten, sondern auch anschaulich über Land

noch viel Liebe und Verehrung entgegen­

werden demnächst auf der Homepage des

ein Begriff und ihm wird dort auch heute

gebracht. Für die Mitglieder und Freunde des Vereins hier war und ist sein Name,

mit dem Kloster Andechs, ein feststehen­ der Begriff.

und Leute. Bilder und Filmausschnitte

Missions­kreises Andechs zu sehen sein. 

.

Independencia: Schule, Internat, ErsteHilfe-Stationen. Im Schulzentrum erhalten die Kinder eine umfassende Ausbildung. Es werden zusätzlich Fächer wie Schneidern, Computer, Elektrotechnik und Schnitzen angeboten. Oruro: Altenheim – Renovierung der Gebäu­de und Unterstützung der alten Menschen. Im Heim leben zurzeit 170 Senio­ren, nur 5 können die Heimkosten bezahlen. Die meisten sind an Demenz erkrankt. La Paz: Schule und Internat mit 4.700 Schüler/-innen. In die Schule werden Kinder unabhängig von Religion, Rasse oder finanzieller Leistungsfähigkeit der Eltern aufgenommen. Kontakt Missionskreis Andechs e.V. Gabriele Eberl (Vorsitzende) Bergstr. 2, 82346 Andechs kontakt@missionskreis-andechs.de www.missionskreis-andechs.de Kontonr.: 512 15 31, BLZ 700 932 00 VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg


bergecho 2 . 2013  |

Clowns, Akrobaten, Zauberer und Fakire

Andechser Bräustüberl unterstützt ein viertägiges Zirkusprojekt der Lebenshilfe Starnberg

Wie man Zirkuskunststücke vor Publikum vorführt, das konnten Grundschulkinder aus Herrsching und Breitbrunn gemeinsam mit den Kindern der Heilpädagogischen Horte Breitbrunn und Söcking in den Pfingstferien lernen. Im Rahmen seines 20-jährigen Jubiläums bot der Heilpädagogische Hort Breitbrunn der Lebenshilfe Starnberg in Kooperation mit dem Zirkus »Roberto« einen viertägigen Workshop vom 21. bis zum 24. Mai an. Höhepunkt war eine gemeinsame Zirkusvorstellung vor Publikum, bei der die Kinder zeigen konnten, was sie gelernt haben. Für die Veranstaltung war ein echtes Zirkuszelt mit 400 Sitzplätzen auf dem Bolzplatz in der Schulstraße in Breitbrunn aufgebaut. Astrid Finger hat die Tage in Breitbrunn begleitet.

I

nsgesamt nahmen 80 Kinder im Al­

ter von 6 bis 13 Jahren am Projekt teil.

Der Morgen begann zunächst mit

der Anmeldung und dem Erhalt des Na­

mensschildchens, bevor die Kinder das

Zirkuszelt betraten. Immer wenn eine

Übungseinheiten, einem gemeinsam

des Kinderhauses Breitbrunn waren als

überstandenen heftigen Gewitter – alle

Publikum geladen. Anschließend gab es

hockend – und der stärkenden Kuchen­

begann das Umziehen und Schminken.

eng nebeneinander in der Mitte des Zeltes

runde verwischten sich die Grenzen.

Nach eineinhalb Übungstagen, in

denen jedes Kind alle Materialien aus­

probieren konnte, entschieden sich die

noch ein gemeinsames Abendessen, dann Schon eine dreiviertel Stunde vor Be­

ginn der Aufführung bildete sich eine

lange Schlange von Zuschauern. Das Zelt war voll besetzt – so konnte die zweiein­

Kinder, welche der angebotenen Aktionen

halbstündige Vorstellung beginnen. Die

ran, in jeder Gruppe die Choreographie

kalseil- und Strapatenkünstler, Zauberer,

sie durchführen wollten. Nun ging es da­

Clowns, Bodenakrobaten, Trapez-, Verti­

festzulegen und zu üben, sich einen Na­

Fakire, Seiltänzer und viele andere Aktio­

suchen. Auch Kostüme mussten besorgt

kum. Es gab tosenden Applaus.

men zu geben und passende Musik auszu­ und zusammengestellt werden.

So wie die einzelnen Zirkusnummern

zunehmend Gestalt annahmen, wuchs

nen begeisterten und berührten das Publi­ Im Nachhinein erhielten wir immer

wieder äußerst positive Rückmeldungen: die vier Tage haben den Kindern extrem

bestimm­te Musik ertönte, leitete Rene,

auch das Zirkuszelt: waren am ersten Tag

gut gefallen. Sie würden sich eine Wieder­

sprechungsrunden, in denen die Vorhaben

ten diese am zweiten Tag schon, es folg­

und auch die Einrichtung sind in Breit­

chen getroffen wurden – und ganz wich­

Schluss die Bestuhlung. Mit fortschrei­

der Zirkusdirektor, die Eingangs- und Be­ erklärt, Fragen beantwortet und Abspra­

tig: unser gemeinsamer Zirkusspruch auf­

gesagt wurde (die Kinder lernten ihn recht schnell – die Erwachsenen weniger!)

Am ersten Tag stand bereits das Zelt,

doch die Seitenwände fehlten noch. An­

noch keine Wände vorhanden, so existier­

te zunehmend die Beleuchtung und zum tendem Aufbau des Zeltes wuchs auch bei

allen das Gefühl, dem gemeinsamen Ziel

immer näher zu kommen, Teil einer gro­ ßen Zirkusaufführung zu sein.

Freitag, am Tag der großen Aufführung

fänglich beäugten sich die Kinder aus

war die Aufregung allen deutlich anzu­

noch neugierig, doch nach den ersten

hen Nachmittag durchgeführt – die Kinder

den unterschiedlichen Einrichtungen

merken. Die Generalprobe wurde am frü­

holung bald wünschen. »Unsere« Kinder

brunn jetzt wesentlich präsenter. Die El­

tern kennen uns, die Kinder kennen sich

gegenseitig, sie treffen sich draußen beim

gemeinsamen Spiel – ohne Vorbehalte und ohne Scheu. Das gemeinsame Tun, Ler­

nen, Entwickeln und Erleben, aber vor al­

.

lem der große Spaß und das Lachen haben alle miteinander verbunden. 

astrid finger

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bergecho 2 . 2013

|  panorama

Die »Dixies« zu Gast auf dem Heiligen Berg

Am Fronleichnams-Wochenende trafen sich 37 Dixi-Oldtimer der Baujahre 1927–1932.

Insgesamt gibt es in Deutschland noch circa 200 Stück, die im Einsatz sind. 37 davon trafen sich an Fronleichnam am Heiligen Berg Bayerns. Mit dabei auch der langjährige Beleuchtungsmeister der Carl Orff-Festspiele Andechs, Georg Boeshenz. Er blickt auf das Wochenende zurück.

Z

iel der 27. Jahresausfahrt des

»Münchner Dixi-Clubs« war Holz­

hausen am Ammersee, organisiert

Nach einer ausführlichen Führung im und um das Kloster mit Verköstigung im Mäl­ zerstüberl (leider nicht auf der Ostterras­

von Michael Bayer, Georg Boeshenz und

se) wurden dann unter dem Vordach des

gliedern. Jedes Mitglied des Clubs sollte

Freitag wegen des Regens nicht möglich

engagierten Helfern sowie Familienmit­

mal eine Ausfahrt organisieren, so war

jetzt das Grünwalder-Team an der Reihe.

Stadls einige Spiele nachgeholt, die am

waren.

Gebaut wurden die Dixies in Eisenach,

Die durchaus schon etwas älteren Teil­

ab 1929 unter der Regie von BMW und als

und aus allen Ecken der Republik. Die Be­

»3/15 PS DA2«. Drei Jahre später baute BMW

30 bis 40 Jahre nutzen, konnten durch das

es als Limousinen und als zwei- und vier­

nehmer kamen von Hamburg über Berlin

sitzer, die ihre Fahrzeuge schon teilweise

schlechte Wetter nicht abgeschreckt wer­

den. Es waren etliche dabei, die ihr Ver­

erstes Auto von BMW mit der Bezeichnung davon eine erste Eigenkonstruktion, die sitzige Cabrios gab.

Einen herzlichen Dank an Elke Zeitler,

deck nicht einmal dabei hatten.

Karin Ranz und Swaantje di Pietro vom

kel Richtung Schongau. Samstag wurde

Organisation unterstützt haben. 

Am Freitag ging es in den Pfaffenwin­

Andechs angesteuert. Vor dem Florian-

Stadl konnten die auf Hochglanz polierten

Fahrzeuge repräsentativ geparkt werden.

.

Kloster Andechs, die uns tatkräftig bei der


bergecho 2 . 2013  |

Naturheilkundetage 2013 – Highlight für viele Therapeuten Steierl-Pharma aus Herrsching hat Therapeuten aus ganz Deutschland auf den Heiligen Berg eingeladen

Anfang Juni 2013 fanden zum dritten Mal nach 2009 und 2011 die Naturheilkundetage im Kloster Andechs statt. Der Heilige Berg Bayerns hat auch für Angehörige der medizinischen Berufe eine große Anziehungskraft. Sich an geschichtsträchtigen, wunderschönen Orten in malerischer Umgebung weiterzubilden, ist verständlicher Weise für viele Fortbildungswillige sehr einladend. Eugen Eschen­loher war bei der Tagung dabei.

G

roß war die Erwartung wie auch

die Vorfreude unter den über 300

Besuchern (darunter auch viele

Fertilitätsstörungen, Aromatherapie,

Hautprobleme, Borreliose, hormonelle

Zum Abschluss des ersten Tages gab es

noch ein kulturelles Schmankerl im Flori­

Störungen, Atemwegserkrankungen über

an-Stadel. Am Vorabend der Premiere der

land. Diese sprachen unsere KollegInnen

hin zu Herzproblemen.

Künstlerischer Leiter, Marcus Everding,

ten Jahres immer wieder darauf an, wann

tagmorgen und endete am Sonntagmittag

Zuhörern Einblick in das Lebenswerk Carl

se machten sich – gestärkt mit einem von

der »Bernauerin« und in die künstlerische

»Wiederholungstäter«) aus ganz Deutsch­ vom Steierl-Messestand während des letz­ es denn nun wieder soweit sei.

Nach Auswahl und Festlegung eines

geeigneten Termins wurden Referenten

Osteoporose, Gelenkserkrankungen bis

Die Veranstaltung begann am Sams­

mit Verabschiedung der Teilnehmer. Die­ der Steierl-Pharma zusammengestellten

für 14 interessante Themen gewonnen.

Lunch­paket mit Bioprodukten – in alle

melder für acht individuelle Vorträge ent­

weit entfernten Heimatorte anzusteuern.

schneiderter« Stundenplan erstellt wurde.

tagmittag bei schönstem Wetter auf der

Aus dieser Auswahl konnte sich jeder An­

scheiden, woraufhin für ihn ein »maßge­ Veranstaltungsort für elf der Vorträ­

ge waren die Räume im historisch ein­ ma­ligen Fürstentrakt (Alte Bibliothek,

Himmelsrichtungen auf, um ihre teilweise Verköstigt wurden die Gäste am Sams­

Terrasse des Bräustüberls mit einer Aus­

wahl verschiedener deftiger (z. B. »Obatz­ da«, Radi, Haxn) und vegetarischer Ge­

Fürsten­saal, Nikolaussaal), drei Angebo­

richte – begleitet von bayrischer Volks­

das Kloster; Botanische Exkursion rund

Fürstentrakt brauchte dank des perfekten

den Kräutergarten). Bei den Seminaren

ler vom Tagungsmanagement des Klosters

te liefen außerhalb ab (Führung durch

um den Heiligen Berg; Führung durch

im Fürstentrakt ging es um Themen wie

diesjährigen Orff-Festspiele öffnete deren sein Nähkästchen, um den aufmerksamen

Orffs, die geschichtlichen Hintergründe

Umsetzung bei der Aufführung zu gewäh­ ren.

Wie persönlichen Äußerungen ganz

vieler TeilnehmerInnen sowie den bisher

vorliegenden Bewertungsbögen zu entneh­ men war, haben sich alle Besucher wäh­

rend den beiden Tagen sehr, sehr wohl

auf dem Heiligen Berg gefühlt. Aus Sicht

des Veranstalters ist abschließend festzu­

stellen, dass die Organisation seitens aller

musik. In den Pausen der Vorträge im

Beteiligten des Klosters und Bräustüberls

Service der MitarbeiterInnen von Elke Zeit­

und KollegInnen) und die Abstimmung

keiner der Besucher dürsten oder hungern.

(Elke Zeitler, Swaantje di Pietro, Josef Eckl

hervorragend waren. 

.

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bergecho 2 . 2013

|  panorama

Trailrunner in Andechs trotzen Wind und Wetter Auch zweite Auflage des Andechser Querfeldeinlaufes ein voller Erfolg

Über 300 Teilnehmer ließen sich bei der diesjährigen zweiten Auflage des Andechs Trails nicht vom unwirtlichen Wetter abschrecken und die ausgewählten Strecken rund um den Heiligen Berg sorgten für eine Menge Spaß.

N

ach der erfolgreichen Premiere

im letzten Jahr veranstaltete der

TSV Erling-Andechs mit großer

Unterstützung des Klosters Andechs am

Samstag, den 20. April 2012, den zweiten

Andechs Trail. Dieses Jahr zeigten sich die Laufstrecken in der schönen Moränen­

Auch dieses Mal hatten sich einige

deutsche und bayerische Spitzenläufer

Erfrischende Getr änke der Klosterbr auerei al s Belohnung

dieses Jahr noch anspruchsvolleren »Ex­

Nachdem die Läufer glücklich und durch­

(LG Stadtwerke München) einen Sieg vor

Freude über die Erfrischungsgetränke

mon feiern. Schon früh konnte sich der

Andechser Bier und das üppige Obst­buffet

landschaft rund um das Kloster von ihrer

auf den Weg nach Andechs gemacht. Beim

für die Profis, eine Herausforderung für

pert Trail« konnte Sebastian Hallmann

matschigen Seite. Perfekte Bedingungen die Trailrunning Neulinge.

Nach dem Start bei 4° C und Dauer­

regen ging es für die Sportler ausgehend

vom Parkplatz des Klosters auf Wander­

wegen und schmalen Pfaden auf zwei

Korbinian Schönberger vom Team Salo­

mehrfache deutsche Meister absetzen und

kam mit einer Zeit von 54:48 h und einem

verschiedene Runden zurück zum Klos­

Vorsprung von über einer Minute vor dem

»Beginner Trail« mit 8,4 Kilometern, oder

Marcus Mallebre (Team Globetrotter) kom­

sonders die anspruchsvolle Streckenfüh­

dritten Rang.

terberg. Zu absolvieren war entweder der der »Expert Trail« mit 15 Kilometern. Be­

rung, gepaart mit dem von Zuschauern

gesäumten Schlussanstieg zum Kloster

Bayerischen Meister im Berglauf ins Ziel. plettierte das Stockerl mit einem starken Bei den Damen setzte sich Karin Lut­

zenberger (MRRC München) schon früh

nässt das Ziel erreicht hatten, war die

der Klosterbrauerei, das eine oder andere

groß.

In den Gesichtern der Teilnehmer war

sichtlich die Freude über die Veranstal­

tung mit dem heutzutage nicht mehr häu­

fig anzutreffenden familiären Ambiente zu sehen.

Abgerundet wurde das Laufevent

durch eine urige Siegerehrung im Gewöl­

be des Bräustüberls bei einer anständigen

sorgte für Spannung und ließen den Wett­

von der Zweitplatzierten Jutta Buschmann

Früh ausgebucht – Top-L äufer am Start

vom TV Planegg-Krailling ab und konnte

Schon eineinhalb Monate nach der Eröff­

den Sieg einfahren.

Auch diesmal blieben die Sponsoren dem

musste das Organisationsteam die ersten

den Männern, ebenfalls sehr überlegen,

Ereignis erst möglich. Das Organisations­

plätze vergeben waren. Ein Beleg für die

Frank Orthofer (Radsport Buhler) und dem

kampf zu einem echten Erlebnis werden.

nung des Meldeportals Ende Dezember

Anmeldungen abweisen, da die 400 Start­ große Begeisterung rund um diesen Lauf und das Laufen im Gelände insgesamt.

Am Ende kamen »nur« 315 Starter, da sich doch einige Sportler vom schlechten Wet­

ter abhalten ließen.

(SCLT Breitenbach) und der am Ende als

dritte einlaufenden Ulrike Meyer-Tancic

mit einer souveränen Leistung überlegen Den »Beginner Trail« gewann bei

Christoph Meißner vom TSV Gräfelfing vor

Brotzeit. Alle waren sich danach einig:

»Nächstes Jahr bin ich wieder dabei und

schlechter kann das Wetter nicht werden«.

Treue Sponsoren Andechs Trail treu und machten dieses team Andi Hirschberger, Stefan Pater­

noster und Peter Cabell möchten sich ganz

Spanier David Garcia Malagon. Bei den Da­

herzlich bei der Klosterbrauerei Andechs,

ler (RC Abschnitt Mitte) vor Katja Kann­

und Feinkost Kahn bedanken. 

Sabine Luidl (Team Xenofit) durch.

peter cabell

men setzte sich die Polizistin Barbara Kol­

gießer-Wagner (TV Planegg-Krailling) und

.

Salomon, TQ Systems, VR Bank, Xenofit


bergecho 2 . 2013  |

1. eRUDA – elektrisch Rund um den Ammersee Im Juni 2013 machte die mit über 100 Fahrzeugen größte eMobil-Fahrt Deutschlands am Kloster Andechs Station

Die 1. eRUDA war mit über 100 teilnehmenden eMobilen die größte Rundfahrt in Deutschland. Das hohe Interesse zeigt: Erstens hat ein nachhaltiges Denken in der Bevölkerung längst eingesetzt. Zweitens beweisen sich eMobile und eAutos inzwischen als überraschend alltagstauglich. Organisator Werner HillebrandHansen berichtet.

B

(V.l.n.r.) Frau Hille­ brand-Hansen, P. Valentin, Ulla Schürenberg, Klimaschutzmanagerin des Land­ kreises Starnberg

ei der ersten eRUDA konnte man

Elektromobilität abseits der Hoch­

glanzbroschüren auf der Straße

praxis­nah erleben. Die Fahrzeughalter

stellten vor Ort ganz praktisch unter Be­

weis, wo die eMobile im Alltag Vorteile ge­

genüber den Benzinern bringen. Anhand der Gemeinde-Inning-Sonderprüfung-

Alltagstauglichkeit und Sparkasse-Lands­ berg-Diessen-Sonderprüfung-Reichweite

und Renault stellten unter spannenden

bewiesen die Fahrer dem Publikum, was

Wettbewerbsbedingungen ihre eFahrzeu­

Etappenhalt am Kloster Andechs das all­

nehmerfeld gehörten auch Starter aus

ihre Mobile können: Eine Jury hat beim

tagstauglicheste Fahrzeug bewertet. Für

die Prüfung »Reichweite« hatten die Fahr­ zeuge den Ammersee ohne Zwischenla­

dung (jeweils 46,4 km) umrundet. Die

ge vor. Zum international besetzten Teil­

haltigen Mobilität ist bereits im vollen

Öster­reich, der Schweiz und Tschechien.

denen bereits eine Million Fahrzeuge in

Alle Besucher erhielten über der Veran­

staltung der eRUDA im Fünfseenland eine

deutschlandweit einzigartige Gelegenheit,

Spitzenfahrzeuge konnten dabei mehr als

mehr über die Wirklichkeit und die Viel­

Mit ihren vielfältigen Fahrzeugen

eigenen Alltag zu erfahren. An den Zwi­

400 km zurücklegen.

brachten Hersteller, Vereine und private

Einzelnutzer die ganze Bandbreite

falt des Einsatzes von eMobilen für den

schenhalten Dießen, Landsberg, Andechs und Starnberg wurden von den Teilneh­

der Elektromobilität ins Fünfseenland.

mern Probefahrten angeboten. Und wer

Pede­lecs und eScootern über PKWs bis zu

te, hatte während der eRUDA eine beson­

TWIKE, Mitsubishi, Nissan, Smart, Tesla

Beifahrer für einzelne Teilstrecken mehre­

Die Palette der Fahrzeuge reichte von

LKWs. Derzeit führende Hersteller wie

Nachhaltige Mobilität Die Transformation hin zu einer nach­

Gange. Vorreiter sind die Pedelecs, von

Deutschland genutzt werden. Sie begin­

nen den gewohnten Verkehr vor allem in den Großstädten und im Tourismus zu

verändern. Nachhaltige Mobilität bedeu­ tet nicht automatisch den eigenen PKW

zu nutzen, sondern aus einer Vielzahl von

Möglichkeiten zu wählen. Diese reichen

vom Gehen und Radfahren sowie öffentli­

chem Verkehr und Carsharing bis zur Elek­

den Fahrspaß im Wettbewerb testen woll­

tromobilität.

dere Gelegenheit: Die Besucher können als

lität ist die Herkunft des Stroms aus de­

re Fahrzeuge testen. Wer sich momentan

aussetzung. Viele der Teilnehmer speisen

oder kann, dem bietet der eVerleih und

aus eigenen Solarstromanlagen. Der ge­

kein eigenes eFahrzeug kaufen möchte

das Carsharing, eine sinnvolle Ergänzung

bzw. Alternative für den eigenen Fuhrpark.

Für eine zukunftsfähige Elektromobi­

zentralen erneuerbaren Quellen eine Vor­

auch im Alltag ihre Fahrzeuge mit Strom

.

samte Strom für die 1. eRUDA stammte zu

100% aus erneubaren Quellen. 

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54

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bergecho 2 . 2013

|  panorama

»Prag lässt einen nicht los«

Frühlingsfahrt des Freundeskreises Kloster Andechs in die Goldene Stadt Prag

Alle Zeichen des Frühlings präsen­tierten sich auf der Fahrt des Freundeskreises Kloster Andechs nach Prag – Praha. Blühen­de Kastanien, Apfel- und Birnbäume in vollem Weiß, duften­de Fliedersträucher stimmten die Freunde des Klosters Andechs auf ihrer Fahrt nach Prag vom 28. April bis 1. Mai 2013 ein. Ameli Erhard war mit dabei.

N

Kirche Maria de Victoria

ahe dem Moldau-Ufer gilt un­

astronomischen Ziffernblätter sowie das

Kloster aus dem 13. Jahrhundert.

dung nach innen zum Werk, und sie ar­

ser erster Besuch dem St.-Agnes-

Kalenderziffernblatt mit jeweiliger Verbin­

gotische Baufragmente unter dem heuti­

gen Chorraum der Kirche künden von der Gründung des Benediktinerklosters. Die

beiten zeitgenau. Vom Turm des Rathau­

kunsthistorisch bedeutsame Barockan­

terkomplex mit der Salvatori-Kirche und

Weitsicht die unendliche Dachlandschaft

waren Christoph und Kilian Dientzenho­

beherbergt sehenswerte mittelalterliche

Gassen, renovierten Häuserzeilen, die Pra­

St. Agnes war Äbtissin dort und Schwester

des Königs Wenzel I. Der renovierte Klos­

der Kirche St. Simon und Juda gegenüber sowie Kunstwerke der Renaissance aus der

Prager Nationalgalerie. Feine bemerkens­ werte Marienbilder und Marien-Skulptu­

ren sind in der Ausstellung zu betrachten. So ist das Buch der Geschichte aufge­

schlagen und findet Fortsetzung in der

ses oben erschließt sich jedem bei klarer

mit Türmen, Grünanlagen, beschaulichen

ger Burg, der Verlauf der Moldau, die Brü­ cken, eindrucksvoll.

Wieder zurück auf dem Steinpflaster

auf dem Weg zur Moldau-Brücke Mane­

suv most sind die weitläufig üppig ange­

Paris, ihre Professoren Jan Hus bis Albert

ger Burg. Und wieder werden neue Ausbli­

dierende, im Kaisersaal zeugen Wandma­

säumten Karlsbrücke. Auch sie ließ König

sität Karolina. Die weitere Attraktivität

führen Treppen und Wege hinauf zur Pra­

cke der Stadt frei, bis hin zu der figurenge­ und Kaiser (ab 1355) Karl IV. errichten. Die

offenes monastisches »bete und arbeite«

fort. Verbunden ist Kloster Břevnov auch

mit der Wallfahrtskirche Maria de Vikto­

ria am Weißen Berg – Bila Hora, die das

Kloster zur Restitution erhielt. Etwa 80

Jahre nach der Schlacht am Weißen Berg

scher Gerichte und Getränke – die Moldau

de siegte, entstand die barocke Anlage

der Süd-Mauer des Rathausturmes, ar­

als Handelsweg zu erahnen und erinnerte

und hochentwickeltes Räderwerk. Am

position »Die Moldau«.

Turm außen angebracht sind die beiden

Ordens­gemeinschaften fliehen. Erst 1990

1620, bei dem das katholische Habsburg

laubte es auch – neben dem Genuss böhmi­

beitet seit damals, ein technisch präzises

bis 1950 im Stift, dann wurden sie ver­

trieben, verurteilt und verhaftet. Eini­

abendliche Schifffahrt auf der Moldau er­

am Altstädter Ring in der Altstadt, die

1410 entstandene astronomische Uhr an

rin Asam. Die Mönche waren von 993

kehrten sie zurück und führen jetzt ihre

Weinbergterrassen, dazwischen Statuen,

lereien von den knapp 700 Jahren Univer­

sind von Cosmas Damian und Egid Qui­

im 16. Jahrhundert mit Blumenrabatten,

versität. Sie war damals die erste Univer­

Einstein. Heute zählt sie fast 50.000 Stu­

Trakt des Konvents, hier Theresiensaal,

ge konnten im nahen Ausland in andere

Fürstenberg das nächste Ziel. Gestaltet

sität nördlich der Alpen und östlich von

fer. Die Deckengemälde der Kirche schuf

Petr Brandl, die Gemälde im kaiserlichen

legten Gärten derer von Wallenstein und

Besichtigung der von Karl IV., König von

Böhmen seit 1347, gegründeten Karls-Uni­

lage entstand 1708 bis 1740. Architekten

gegen die protestantischen Bürgerstän­

mit Wallfahrtskirche; sie wurde von den

am Ende auch an Smetana und seine Kom­

Künstlern ausgestattet, die auch im Klos­

Zurück in die Zeit von 993 n. Chr. führ­

gen, Eckkapellen, Arkaden um das Pilger­

te nun der Besuch zur Benediktiner-Erzab­ tei der heiligen Margarethe und des hei­

ligen Adalbert-Vojtech: Stift Břevnov im

Westen der Stadt Prag. Romanische und

ter Břevnov tätig waren. In den Umgän­

haus und die Kirche sind an den Wänden


bergecho 2 . 2013  |

Dozenten und Studenten am Runden Tisch Gute Rahmenbedingungen für Engagement und Qualität von Fortbildungsprozessen

Freskengemälde von Wallfahrtsorten wie

Altötting, Mariaschein, Tschenstochau

und Montserrat zu sehen. Die Benedikti­

nerinnen der Kommunität Venio OSB in

München erhielten 2007 diesen Ort, auch durch Unterstützung von Abtpräses Not­

ker Wolf. Gemeinsam mit Menschen ande­ rer kultureller Herkunft und aus anderen

christlichen Traditionen wollen sie diesen Ort gestalten in der Hoffnung, dass davon

Frieden ausgehen kann. Die Schwestern wollen Versöhnung und Neuanfang an

einem geschichtsträchtigen Ort mitein­

ander anbieten. Der Freundeskreis Klos­

ter Andechs war tief beeindruckt von den

Das Kloster Andechs hat unlängst einen Workshop zur Verbesserung der Lehre an der KatholischTheologischen Fakultät der Ludwig MaximiliansUniversität München (LMU) unterstützt. Johan­ na Bär und Jochen Ostheimer berichten von dieser ungewöhn­lichen Veranstaltung an der LMU.

Ausführungen der Benediktinerinnen und

will sie künftig unterstützen, »um das Gu­ te zu tun und dem Frieden nachzujagen«,

Burg Karlstein, von Kaiser Karl IV. 1348

A

Prag für die gesicherte Aufbewahrung der

der Lehre erarbeitet wurden. Dabei wur­

Fortbildungsprozesse. Außerdem sind die

also die Bewertung von Lehrveranstaltun­

Buffet aufkommen, oftmals von unschätz­

wie in deren Flyer zu lesen ist.

Eine Station bei der Rückfahrt nimmt

Bezug zum Heiligen Berg Bayerns als Auf­

bewahrungsort des Heilthumschatzes: Die bis 1357 errichtet, 30 km südwestlich von

böhmischen Krönungsinsignien und Re­

liquien. Der Dombaumeister Matthias von

m 4. Juni veranstaltete das Multi­ plikatoren-Team der Katholisch-

Theologischen Fakultät – bestehend

Auch für das leibliche Wohl war ge­

sorgt. Nachmittags gab es Kaffee und

selbstgebackenen Kuchen, am Abend ein

aus vier Dozenten und acht studentischen

kleines Buffet. Denn gute Rahmenbe­

mehrere Maßnahmen zur Verbesserung

Engagement und die Qualität derartiger

Hilfskräften – einen Workshop, in dem

de der Fokus vor allem auf die Evaluation,

dingungen sind stets förderlich für das

informellen Gespräche, die zwanglos am

Arras, der auch den Prager St.-Veit-Dom

gen gelegt.

serlich genutzten Burggebäuden steht der

veranstaltungen ausgewertet? Wie kann

werken verteilt die Kapitelkirche der Hei­

Wie gut ist unser bisheriger Fragebogen

die nur dem Kaiser vorbehalten war. Auf

gen? Und was ist überhaupt »gute Lehre«?

Tag gemütlich und typisch bayrisch aus­

ein 37 Meter hoher Turm. Dort ist die

Team bereits im Vorfeld wissenschaftlich

Verbesserung des Kontakts zwischen Stu­

vergoldet und mit venezianischen Gold­

Nachmittags in vier Arbeitsgruppen disku­

von Meister Theoderich sind an den Wän­

beiter und Professoren mischten sich und

baute, plante diese Burg. Neben den kai­

Marienturm; darin ist in mehreren Stock­

ligen Maria, die kleine Katharinen­kapelle, dem höchsten Punkt des Burgfelsens steht Kreuzkapelle, deren Gewölbe vollständig sternen eingelassen ist; 127 Tafelgemälde

den; in sicheren mächtigen Holzbehältern

waren die Insignien verschlossen, jetzt

.

sind diese in der Wiener Hofburg und in

Kronkammern des St.-Veit-Doms Prag. 

Nach welchen Kriterien werden Lehr­

man Rückmeldung geben und motivieren? zur Auswertung von Lehrveranstaltun­

Diese Fragen, die das Multiplikatoren-

untersucht hatte, wurden im Verlauf des

tiert. Studenten, wissenschaftliche Mitar­ suchten gemeinsam nach Antworten und

Lösungen, wobei sie von Spezialisten der

LMU für Lehre und Evaluation kompetent unterstützt wurden.

barem Wert. An dieser Stelle möchten wir

ein herzliches »Vergelt’s Gott« für die Bier-

Spende der Klosterbrauerei Andechs sagen:

Zum Ausklang des Workshops saß die ge­

samte Fakultät bei kühlem Andechser Bier zusammen und ließ den arbeitsreichen

klingen. Auch dies kann ein Beitrag zur

dierenden und Lehrenden und damit auch zur Verbesserung der Lehre an einer Uni­

.

versität sein – und vermutlich sogar der

angenehmste. 

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bergecho 2 . 2013

|  panorama

»Glut unter der Asche finden, damit die Liebe wieder brennt«

Thomas von Mitschke-Collande stellt beim Freundeskreis sein neues Buch vor

Das neue Buch von Thomas von Mitschke-Collande »Schafft sich die Katholische Kirche ab ?« hat zu regen Diskus­sionen geführt. Im Juni 2013 stellte er sein Buch bei einer Veran­staltung des Freundes­kreises des Klosters vor. Ameli Erhard hat ihre Eindrücke des Abends festgehalten.

Man spürt Thomas von Mitschke-

Collande an, dass er aufrichtig um einen

gangbaren Weg der Kirche in die Zukunft

ringt. Sie müsse ihre spirituelle Kraft und

Ausstrahlung neu beleben, dem Bedürfnis nach Orientierung und Lebenssinn begeg­

nen, auf die Menschen zugehen, zuhören, die Zeitfragen beantworten und sich ih­

nen stellen. Nur so könne die Kirche die

Zukunft dem Evangelium gemäß gestal­

ten. Die Kirche solle im besten Sinne ka­

tholischer, d. h. universeller werden. Sie

solle Lebensfreude ausstrahlen, eine Viel­

T

falt im Glaubensvollzug ermöglichen und

die Ortskirchen stärken. In der Kürze der

homas von Mitschke-Collande hält

Zeit konnte es beim Vortrag von Thomas

mit seiner Meinung nicht hinter

von Mitschke nur bei Schlaglichtern blei­

dem Berg. Sein Weg als gläubiger

ben: Die Kirche solle einen integrativen,

engagierter Katholik führte ihn, verbun­

angstfreien, dialogfähigen Umgang mit

den mit seiner langen Berufserfahrung als

ihren Gläubigen fördern, der auch kons­

Berater, dazu, sich nicht zu scheuen, ein­

deutige, wenn auch unbequeme Aussagen

zu treffen, mit dem Ziel dazu beizutragen,

dass sich Denkweisen und Mentalitäten der Kirche verändern können.

Vor mehr als zehn Jahren war er als

Unternehmensberater mit der Erarbeitung von Bestandsaufnahmen und Struktur­

analysen für verschiedene kirchliche Orga­ nisationen beauftragt. Die Ergebnisse ver­ stärkten sein fortdauerndes Engagement,

selbst scheinbar Unveränderbares kritisch

Zustimmung zur Kirche. Der Bindungs-

truktive Kritik zulässt.

Ausdrücklich verweist der Autor auf

und Vertrauensverlust der Katholiken

den 2012 verstorbenen Mailänder Erzbi­

Collande – dramatisch zugenommen. Das

dessen Vision. Es gehe darum die »Glut un­

zu ihrer Kirche habe – so von Mitschkezieht eine Krise des Glaubens, des Ver­

trauens in die Kirche und ihre lehramt­

lichen Aussagen, letztlich ihre Autorität nach sich und bedingt sie zugleich.

Der Autor bleibt bei seinem Vortrag

aber nicht bei der kritischen Analyse ste­

schof Carlo Maria Kardinal Martini und

ter der Asche zu finden, so dass die Liebe

wieder zu brennen beginnt – die Liebe, die

Neues wagt, die vertraut und begeistert,

die barmherzig und treu sein bedingt. Die faire Auseinandersetzung mit Menschen,

die brennen, damit der Geist wehen kann,

zu hinterfragen.

hen, sondern er sucht mutig und diskus­

ist notwendig.« Vor allem Klostergemein­

zufolge – die Zahl der Katholiken in der

Hören bleibt ein Abschnitt des Vorwortes

lichkeiten in ihrem Umfeld ein Netzwerk

Mio. zurückgegangen. Die Einnahmen

mann im Gedächtnis. Der Mainzer Bischof

Von 1990 bis 2011 ist – seinen Angaben

Bundesrepublik Deutschland um über 3,7 aus dem Kirchensteueraufkommen hätten sich real in der Zeit von 1960 bis 2011 ver­

vierfacht, um jeweils 1,3 Millionen Euro

sionsfreudig zugleich Perspektiven. Beim zu diesem Buch von Karl Kardinal Leh­

und langjährige Vorsitzende der Deut­

schen Bischofskonferenz schreibt: »Man

muss sich notwendigerweise an manchen

schaften könnten im Rahmen ihrer Mög­

von spirituellen Zentren bilden und zu ei­

nem neuen Aufbruch beitragen. Die Bewäl­

tigung der Krisen fordere die Anstrengung

aller Gläubigen. Die Kirche der Zukunft

werde – so von Mitschke – eine Kirche unter vielfältiger Teilhabe der Laien sein.

jährlich. Im Vergleich steht die Katholi­

Aussagen reiben. Aber der Autor will die

finanziell gut da. Trotzdem schwindet die

stellt verstehen. Wer diesen Weg mitgeht,

regter Austausch schlossen sich an den

wenn man manchen Befunden einiges

Mitschke-Collande an. 

sche Kirche hierzulande also personell und

Situation der Kirche gründlich und unver­

gewinnt aus dem Buch Einsichten, selbst entgegenhalten kann.«

Eine rege Diskussion und ein ange­

.

enga­gierten Vortrag von Thomas von


bergecho 2 . 2013  |

Benediktinische Spiritualität mit allen Sinnen erlebt Orgelvigil zum Benediktsfest in der Münchner Basilika Sankt Bonifaz lockt über 150 Besucher an

Vier Stunden dauerte die Orgel­ vigil am Abend des 12. Juli 2013 in der Münchner Basilika Sankt Bonifaz. Über 150 Besucher nutzten die Zeit, um die Tiefen benediktinischer Spiritualität einmal mit allen Sinnen zu erleben. Medi­tatives Orgelspiel, farbintensive Lichtinstallationen, Lesungen aus der Benediktsregel und Choral­gesang prägten die einzelnen Abschnitte dieser beson­deren Nachtwache. In den Pausen zwischen den vier Abschnitten stand den Besuchern der Klostergarten offen. Der laue Sommerabend zog viele an, um zu verweilen, ins Gespräch zu kommen und sich bei Andechser Klosterbier und Brezn zu stärken.

M

it der Orgelvigil ließen die Mön­

Einberufung der Brüder zum Rat (Kap. 3),

tag des Heiligen Benedikt am

Lesung (Kap. 48) und das Kapitel über

che von Sankt Bonifaz den Fest­

11. Juli nachklingen. Abt Johannes sieht

über die Ordnung für Handarbeit und

die Nachtruhe der Mönche (Kap. 22) im

die besonderen Möglichkeiten der Orgel­

Vorde­rgrund.

nedikt bietet eine Fülle von Anregungen

stein, Klaus Geitner, Michael Hartmann

Alltags. Diesen geistlichen Schatz möch­

hat die Choralschola der Abtei Sankt Boni­

und Weise nahe bringen. In der Erfahrung

Klemenz, Stiftsarchivarin der Abtei Sankt

vigil: »Die Mönchsregel des Heiligen Be­ für eine bodenständige Spiritualität des

ten wir auf eine nicht ganz alltägliche Art

An der Orgel waren Martin Flecken­

und Tobias Skuban zu hören. Gesungen

faz. Wie in den Jahren zuvor hat Birgitta

von Raum, Licht und Ton soll der ganze

Bonifaz, die Konzeption für die Licht­

aus aktuellen Facetten der Benediktsregel

magic events erarbeitet.

Mensch mit seinen Sinnen für die durch­ angesprochen werden«.

Jeweils einen besonderen Aspekt bene­

diktinischer Spiritualität verdeutlichten

in den einzelnen Abschnitten der Vigil un­ terschiedliche Lichtinstallationen, Orgel­ meditationen, Lesungen aus der Bene­

diktsregel und Choralgesänge. In diesem

Jahr standen die Kapitel der Regel über die

Aufnahme der Gäste (Kap. 53), über die

installation zusammen mit der Firma Seit dem Münchner Stadtjubiläum

2008 gehört die Orgelvigil in der Basili­

ka Sankt Bonifaz zum festen Jahrespro­

.

gramm der Abtei und lockt immer wieder Hunderte von Besuchern an. 

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bergecho 2 . 2013

|  presse

Die Tagespost, 16. April 2013


bergecho 2 . 2013  |

Allgäuer Zeitung, 1. Juni 2013

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bergecho 2 . 2013

|  presse

Starnberger Merkur, 25. Juni 2013

Augsburger Allgemeine, 24. Mai 2013


bergecho 2 . 2013  |

Süddeutsche Zeitung, 6. Juni 2013

61


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| 

bergecho 2 . 2013

|  presse

Donaukurier, 18. Mai 2013

Münchner Kirchenzeitung, 12. Mai 2013


bergecho 2 . 2013  |

Neue Westfälische, 23. März 2013

Augsburger Allgemeine, 14. Juni 2013

63


impressum

V.i.S.d.P.: P. Valentin Ziegler Bergstraße 2, 82346 Andechs

Tel.: 08152/376-0, Fax: 08152/376-267 www.andechs.de

redaktion Christian Bolley,

Martin Glaab, Birgitta Klemenz

verantwortlich für anzeigen Martin Glaab

gestaltung Mellon Design

druck Agentur Beckenbauer,

Weidmannstr. 5, 80997 München

Gedruckt auf umweltfreundlichem

Es war, als hätt der Himmel die Erde still geküsst, dass sie im Blütenschimmer von ihm nun träumen müsst. Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht, es rauschten leis’ die Wälder, so sternklar war die Nacht. Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.

Papier

bildnachweis

Titelbild: Martin Gebhardt;

Alle Fotoaufnahmen durch Benedik­

tinerabtei Sankt Bonifaz in München

und Andechs, außer: Argum/Thomas

Ein­berger (S. 42); Bräuer Ludger (S. 16); Burkhard Thomas (S. 49); Eberl

Gabriele (S. 48); Emons Heike (S. 17);

Erhard Amelie (S. 54); Eschenloher

Eugen (S. 51); Fotolia.com (S. 24); Frei Lisa (S. 41); Köpf Georg (S. 47); Kösel

Verlag (S. 56); Kubecka Sylvia (S. 47); Huber Hubert (S. 38); McPhail Jona­

than www.jbmphoto.net (S. 3, 18, 19);

Müller Wolfgang (S. 31); Ostheimer

Jochen (S. 55); Foto Baumgart/StMELF

(S. 30); Rieder Doris (S. 27); Rüter Josef

(S. 52); Scharf Ulrike (S. 7); Scheuer­

mann Kon­rad (S. 27, 28, 29); Schuh­ bauer-von Jena Stefan (S. 3, 44, 45);

Seyerlein Johannes (S. 15); Sonnber­

joseph von eichendorff (1788 – 1857)

ger Franz (S. 3, 4, 5, 6, 7); Steffen 962,

Wikimedia Commons (S. 13); Schmid Thomas (S. 33); Steinrötter Bernd

(S. 64); Trauner Roland (S. 17); Touris­

musverband Starnberger Fünfseen­

land (S. 53); Treybal Georgine (S. 11);

Verlag Herder (S. 24); Werner Gerhard (S. 36); Widler Stephan (S. 8, 9, 10);

Xxkazik, Wikimedia Commons (S. 13); Zeiller Martin (S. 26).

Das nächste Andechser Bergecho

erscheint anfang dezember 2013

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Andechser Bergecho  
Andechser Bergecho  

Issue 2013 /2

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