Page 1

F ß r a l l e M i ta r b e i t e r , G ä s t e u n d F r e u n d e d e s K l o s t e r s A n d e c h s u n d d e r A b t e i S a n k t B o n i fa z 2 | 2011

Aus Kirche und Kloster KĂśnig Ludwig II. und der Heilige Berg Bayerns | seite 4

Aus der Brauerei Hinter den Kulissen des Tollwood-Festivals | seite 28

Termine und Veranstaltungen Orgelsommer 2011 in der Wallfahrtskirche | seite 35


2 |

2 | 2011

Editorial

D

»

er Kini lebt« – mit diesem Ausspruch auf einer Karte macht der Bayerische Rund­ funk in diesem Jahr der 125. Wiederkehr des Todes­ tages von König Ludwig II. von Bayern auf sein Pro­ gramm aufmerksam. Durch eine Landesausstellung auf Herren­chiemsee, verschiedene Veranstaltungen und Berichterstattungen ist Ludwig II. in diesem Ge­ dächtnisjahr hier in Bayern in den Fokus der Öffent­ lichkeit gerückt. Abt Johannes hat beim Gedenkgottesdienst für Ludwig II. in Berg am Starnberger See vor der Votiv­ kapelle die Frage in den Mittelpunkt gestellt, was König Ludwig denn zum Märchenkönig mache. Was war er für ein Mensch, welches Geheimnis ver­ birgt sich hinter der Gestalt des Königs, der von sich selbst geschrieben hat: »Ein ewiges Rätsel will ich bleiben, mir und anderen.« Immer wieder hat Lud­ wig II. das zwecklos Schöne gesucht, so wie er es an seine seelenverwandte Cousine Kaiserin Sissi ge­ schrieben hat, dass es einen im Land geben muss, »der nicht nur daran denkt, was ihm nützt, was ihm Vorteile bringt« und wenn es niemand gäbe, dann muss dies eben der König sein. Mit Neuschwanstein und seinem Thronsaal hat der König die Gralsgeschichte, die Geschichte des Amfortas, thematisiert, der im Kampf verletzt wurde und dessen Wunde nicht heilt, die aber auch nicht zum Tode führt. Ludwig II. identifiziert sich mit die­ ser Wunde, die nur durch Mitleid geheilt werden

kann und so wie Amfortas zunächst verstoßen wird und später lernt, wozu Menschen erlöst werden, so erlöst Parzival Amfortas letztendlich durch liebevol­ les Mitleid. Der König sieht sich als Gralskönig und auch er stellt sich in seinem Leben die zutiefst christ­ liche Frage: Wo finden wir Erlösung? Immer wieder setzte sich Ludwig II. mit seinem Leben auseinander und immer wieder kam er an Grenzen, immer wie­ der ist die Sehnsucht nach Erlösung in seinem Leben zu spüren. Auch mit seinen politischen Zielen schei­ terte er, die Frage, wie Deutschland geeint werde, sie wurde nicht in seinem Sinne entschieden. Der Kini bleibt als Märchenkönig dort lebendig, wo wir die Sehnsucht nie aufgeben, wo wir durch die Liebe zum Schönen und Idealen auch unsere Wunden und Verwundungen annehmen, wo wir als Unerlöste uns ausstrecken nach liebevollem Mitleid, wo wir bei aller Erfahrung von Grenzen ausgerichtet bleiben auf das Ewige, auf Gott. Ihnen allen einen gesegneten Sommer, Ihr

P. Valentin Ziegler OSB


| 3

2 | 2 011

I n h a lt

aus kirche und kloster 4

4 König Ludwig ii. und das Kloster Andechs Andechser Erinnerungen zum 125. Todestag

7 8 9 10 12 14 16 17 17 18 19 20 22

König Ludwig II. und das Kloster Andechs – Andechser Erinnerungen zum 125. Todestag Eine faszinierende Gestalt – Gedenken an Märchenkönig Ludwig II. Zum Lob des dreifaltigen Gottes – Die Andechser Glocken »Zeitliche Profess« von Fr. Matthias Florian Leidenberger »Brot­Zeit« Gottes mit den Menschen – Dreihostienfest auf dem Heiligen Berg Zu Fuß 43 Kilometer von München nach Andechs zum Dreihostienfest »Worin liegt das größte Glück?« – Schwester Sarah Huber über Ihr Engagement in der Obdachlosenarbeit von Sankt Bonifaz Collage durch Zeiten und Räume – Auftaktveranstaltung zur Sommerakademie Sankt Bonifaz Frater Elija feiert Silbernes Professjubiläum Die Benediktiner von Sankt Bonifaz und Andechs zur Recollectio auf der Roseninsel Besuch des VII. Deutsch­Afrikanischen Bischofstreffens auf den Hl. Berg Traditionelle Motorradsegnung auf dem Hl. Berg »Gastfreundschaft im Herzen des Klosters« – Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gast auf dem Hl. Berg Missionskreis Andechs – 25 Jahre Entwicklungshilfe in Lateinamerika

aus der brauerei 24 28 29

28

essen und trinken 30 32

Treffpunkt

Gasthaus »Tor zum Vogelsberg« Andechser in Ludwigshafen

t e r m i n e u n d v e r a n s ta lt u n g e n

›hier ist es gut sein, hier lasst uns sitzen bleiben‹ Das Andechser Zelt – auch 2011 wieder ein Tollwood-

Kleines Feuer gibt süß’ Malz dem Bräuer – Zweiter Teil einer Serie über die Rohstoffe des Bieres: das Malz Das Andechser Zelt – auch 2011 wieder ein Tollwood­Treffpunkt Wieder 800 Meter mehr Edelstahl im Wasserhaus

33 34 35 36 39 40 41 42

Leben mit der Heiligen Schrift – Andechser Bibelabende Ein extrem politisches Stück – Marcus Everding zur Inszenierung der »Klugen« von Carl Orff Kloster Andechs Orgelsommer 2011 – Europäische Orgellandschaften Colloquium Benedictinum® Hoch hinaus mit dem Teleskop­Kran – am 3. 10. 2011 Familientag am Hl. Berg Romantik, Realismus, Revolution – Tag des offenen Denkmals im Kloster Andechs Blasmusik auf der Bräustüberl­Terrasse Kunst und Bier am Heiligen Berg – Künstler­Symposium »Kunst und Bier«

pa n o r a m a

35

44 46 47 48 49

In magisches Licht getaucht – Ein Rückblick auf die diesjährige Carmina Burana »Ökumene der Persönlichkeiten« – Verabschiedung von Dr. Friedemann Greiner »Für mich das Highlight des Jahres« – Naturheilkundetage am Heiligen Berg »Bayern und Pfalz, Gott erhalt’s!« – 75. Geburtstag von Georg Schumacher Die »Uhr­Umsteller« von Andechs – Gebührende Feier der Zeitumstellung

Kloster Andechs orgelsommer 2011

presse echo

Europäische Orgellandschaften – Tschechische

ab Seite 52 Presseartikel aus verschiedenen Printmedien

Republik, Russland, Mitteldeutschland


4 |

2 | 2011

Aus Kirche und Kloster

König Ludwig II. und das Kloster Andechs Andechser erinnerungen zum 125. Todestag

›Der Einsame‹ Gemälde von F. Leeke

Am 13. Juni 2011 jährte sich wieder der Todestag König Ludwigs II. So zurückgezogen sein Leben war, so sporadisch sind auch die Anmerkungen in den Andechser Jahrbüchern, den sogenannten Ephemerides Andecenses. Doch das Wenige, das von ihm im Zusammenhang mit der Hausgeschichte der Abtei überliefert ist, ist umso interessanter.

A

m 24. Juli 1859 berichtet der Chro­ nist P. Magnus Sattler vom ersten der beiden überlieferten Aufenthalte Ludwigs in Andechs unter der Überschrift »Besuch Ihrer Majestät der Königin u. der kgl. Prinzen«: »Ihre Majestät unsere allergnädigste Königin u. Landesmutter Maria fand sich den 24. Juli v. München kommend hier ein mit Ihren königl. Hohheiten dem Kronprinzen Ludwig u. dem Prinzen Otto in Begleitung Sr. Excellenz des Graefen Larosee, Hofmeister u. der kgl. Hofdame der Gräfin Fugger-Glött. (…) – Möchte die Ehre eines Besuches unserer allergnädigsten u. herablassenden Landesmutter öfter zu Theil werden.« Der damals knapp vierzehnjährige Kron­ prinz und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Otto treten in diesem Bericht lediglich als

Begleitpersonen ihrer Mutter in Erscheinung. Beim nächsten Besuch am 1. Juni 1863 ver­ hält es sich nicht anders. Denn wer sollte schon ahnen, dass aus dem jungen Kronprin­ zen im Laufe des folgenden Jahres der regie­ rende König werden würde? »Der 1. Juni war für den hl. Berg Andechs ein großer Fest- und Freudentag. Fast die ganze königliche Familie, nämlich Ihre Majestäten der König Maximilian u. die Königin Marie von Bayern, Ihre Maj. der König Otto, u. die Königin Amalie von Griechenland, Ihre kgl. Hoheiten der Kronprinz Ludwig, Prinz Otto, Prinz Luitpold, Prinz u. Prinzessin Adalbert mit hohem Gefolge, im Ganzen 26 Personen, wählte das herrlich gelegene Andechs zu einem ländlichen Ausfluge behufs der Feyer des Geburtsfestes Sr. Majestät des Königs Otto


A u s K i r c h e u n d K lo s t e r | 5

2 | 2 011

König Maximilian II., Vater König Ludwigs II. und Königin Marie, Mutter König Ludwigs II., Porträts im Kapitelsaal von Sankt Bonifaz.

v. Griechenland. Die bayr. Flaggen wehten vom Kirchthurm den allerhöchsten Herrschaften einen freundlichen Willkomm entgegen. Der hochwürdigste Herr Abt Bonifaz Haneberg begrüßte die hohen Gäste am Fuße des Berges mit einigen Mitgliedern seines Stiftes zu Andechs. – (…) Nach der Ankunft im Kloster verfügten sich die allerhöchsten Herrschaften auf die Terrasse, welche, so gut es in kurzer Frist geschehen konnte, freundlich decoriert war, um daselbst im Freien das Mittagsmahl zu nehmen u. die prachtvolle Freisicht zu genießen. – Nach Beendigung der Tafel wurden die Räumlichkeiten des Klosters, hierauf die Kirche mit ihren Sehenswürdigkeiten besichtiget. Besonderes Interesse zeigten die allerhöchsten Herrschaften an der alten Votivkerze des herzoglich bayerischen Hauses, der ältesten unter allen, welche den Brand im J. 1669 überdauerte, weil sie bei den Reliquien in der Kapelle ihren Standort hatte. – Hierauf war Spaziergang ins Kienthal; der Weg führte über das St. Elisabethbrünnchen. (…) Nach 1⁄2 stündigem Spaziergang durch das obere Kienthal besuchten ihre Majestäten auch die St. Nicolausanstalt, erkundigten sich angelegentlichst über das Verhalten der Kinder, redeten selbst mit diesen, machten mehrere Einkäufe in den Werkstätten u. namhafte Spenden zum Besten der Anstalt. (…) Mittlerweile rückte der Abend heran u. die allerhöchsten Herrschaften traten nach wiederholter Versicherung einen solchen Tag genossen zu haben, Abends um 1⁄2 7 Uhr die Rückreise in die Residenzstadt an. – Uns, den Bewohnern von Andechs, wird er im freundlichen Andenken bleiben.« Für den 12. März 1864 berichtet der Chronist: »Nachmittag den 12. März ver-

Ludwigs Tod

breitete sich das Gerücht vom Tode Sr. Majestät /: d. 10. März Mittags 12 Uhr :/ des Königs Maximilian (52 1⁄2 Jahre), welches sich leider bestätigte. Ihm folgt in der Regierung sein erstgeborener Sohn Ludwig II., ein 18 1⁄2 jähriger Jüngling, der schon zu wiederholtenmalen mit seinen Eltern und seinem Bruder durch seine Anwesenheit den heiligen Berg geehrt und durch sein bescheidenes liebenswürdiges Wesen alle Herzen für sich genommen hat.« Bei den »wiederholtenmalen« handelt es sich um die beiden o. g. Besuche, die hier nun in der Charakterisierung Ludwigs als bescheiden und liebenswürdig nachklingen. Trotz dieser positiven Wertung fällt doch auf, dass bei all der blumigen und ausführ­ lichen Beschreibung königlicher Besuche in Andechs dem Chronisten keine weiteren Be­ merkungen, kein Segenswunsch oder der­ gleichen aus der Feder fließt.

Ein offizieller Besuch König Ludwigs II. als regierender Monarch ist für Andechs in den Quellen des Klosters nicht überliefert. Be­ merkenswert ist lediglich der Eintrag seines Todes am 13. Juni 1886. Die Verbindung von Todesnachricht und sonstigen Ereig­ nissen dieser Tage berührt merkwürdig. Ist es Ausdruck der großen Entfremdung zwi­ schen König und Bevölkerung? Erstaunlich ist dabei auch der klare Hinweis auf die Art und Weise, wie Ludwig zu Tode gekommen ist: »Monat Juni – naß u. kalt – in der Früh 4–5 % Reaum. Am hl. Pfingstfeste abends 7 Uhr ertränkte sich König Ludwig II. zu Schloß Berg im Starnbergersee. Darüber allgem. Aufregung durch ganz Bayern! – Eine umfangreiche Baureparatur erforderte der Dachstuhl des Pferdestalles; er wurde stat mit Schindeln u. Theerpappe mit Dachplatten eingedeckt. – Bei der Viehausstellung (31. Mai) zu Starnberg erhielt ein einjähriger Zuchtstier aus unserer Oeconomie den 1. Preis = 60 Mark u. eine trächtige Kalbel aus unserer Oeconomie den 2. Preis = 35 Mark. Am 13. Juni d. J. die schreckliche Catastrophe – Ende des Königs Ludwig II. zu Berg am Starnbergersee!! – Auf Mittwoch den 30. Juni verlangte Ihre Majestät die Kaiserin Elisabeth von Oesterreich die Abhaltung eines feierlichen Gottesdienstes für denselben, der anfänglich nach dem Schluße der Fronleichnams-Oktav beantragt war. Diesem Wunsche wurde Rechnung getragen und der Gottesdienst mit Vigil Requiem (levit.) u. Libera gehalten. – Ihre Majestät mit ihrer Tochter Valeria fand sich schon während der Vigil unter dem Geläute der Glocken zum Gottesdienste u. kehrte nach demselben ohne weiteren Aufenthalte nach Feldafing zurück.« –


6 |

2 | 2011

Aus Kirche und Kloster

Abt Bonifaz haneberg – Beichtvater des Königs

Berührungspunkte des Königs mit der Abtei Sankt Bonifaz sowohl in München als auch in Andechs gab es demnach nahezu keine, was weniger mit dem Kloster als mit seiner Lage in München und der steigenden Be­ sucherfrequenz von Andechs zu tun haben dürfte. Für den zunehmend zurückgezogen lebenden Monarchen, der auch München immer mehr zu meiden begann, waren beide Orte wohl zu nah an den Menschen. Diese Erklärung ist umso wahrschein­ licher, als es durchaus eine persönliche Be­ ziehung Ludwigs zu Sankt Bonifaz gab. Abt Bonifaz Haneberg war sein Beichtvater, und wie aus der Korrespondenz mit dem Königs­ haus in Hanebergs Nachlass hervorgeht, auch ein enger Vertrauter der Eltern Ludwigs, vor allem seiner Mutter Marie. Er begleitete sie auf dem Weg ihrer Konversion, die am 12. Oktober 1874 auf Hohenschwangau durch Haneberg, der zu dieser Zeit bereits zwei Jahre Bischof von Speyer war und eigens zu diesem Anlass aus seiner Diözese angereist war, vollzogen wurde. Außerdem hatte er im Oktober 1868 Ludwigs Ex­Verlobte Sophie mit dem Herzog von Alencon getraut, einen Dienst, für den ihm Sophies Vater Herzog Max in Bayern über seinen Hofmarschall am 8. Oktober dieses Jahres seinen Dank aus­ sprechen ließ. Briefe Ludwigs sind im Archiv von Sankt Bonifaz nicht erhalten, Korrespondenz Dritter mit Abt Bonifaz lässt jedoch anklin­ gen, was Haneberg Ludwig bedeutet haben mag und wie seine Mutter zu ihrem Ältes­ ten stand. Im Zusammenhang mit dem Tod König Maximilians II. im März 1864 – Abt Haneberg hielt sich zu diesem Zeitpunkt in Palästina auf – erreichte ihn aus Mün­ chen ein Brief Prinzessin Alexandras, einer Schwester Maximilians, in dem ihn diese vom Tod des Königs unterrichtete und dabei auf die Verfassung Ludwigs hinwies, für den die Anwesenheit Hanebergs ein Trost wäre.

König Ludwig II. in jungen Jahren

Am 28. April erhielt Haneberg ein Schreiben der Königin, in dem sie ihm für seinen »lie­ bevollen Brief u. Theilnahme aus Jerusalem« dankt. »Innig wohl thaten Sie mir damit! Alles, Alles verspare ich mir auf mündl. Austausch, ich wußte nicht, wo Sie mein Brief treffen könnte u. schreibe daher noch heute meinen Dank der Sie morgen hier empfangen soll. 4 schwere Verluste haben die Kinder und mich in 7 Wochen getroffen: mein theurer König, meine theure Schwägerin Hildegard u. vorgestern Prinzessin Luitpold [Anm. d. Verf.: Prinzessin Auguste, Gemahlin von Prinz Luitpold]! u. unser theurer Freund Graf laRosée! Aber Gottes Gnade, Trost, Friede ist mehr als je mit mir. Er trägt und hebt selbst hinüber u. zieht das Herz, wo möglich noch fester, noch mehr zu sich! Ich kann nur loben und danken für so vielen Segen u. Hülfe in der Noth! Beten Sie für uns, mein armer Ältester, der mit 18 Jahren König wurde, das ist schwer! Ach wie sehne und freue ich mich nach dem Aussprechen mit Ihnen, was habe ich Alles erlebt, was haben Sie auch Alles erlebt in dieser Zeit! Von Allen diesem Erlebten schenke Gott uns die selige Frucht, dass es für die Ewigkeit ist und uns zu Ihm ganz mit Leib und Seele zieht!«

Ludwigs Tod hat Daniel Bonifaz von Haneberg nicht mehr erlebt. Er starb 1876 als Bischof von Speyer, wohin er vier Jahre zuvor berufen worden war. Ob er in der Ver­ trauensposition als Beichtvater an den Ent­ wicklungen der folgenden Jahre etwas hätte ändern können, wenn er in München und sofern er in diesem Amt geblieben wäre, ist Spekulation. Eine Überlegung wert ist diese Frage jedoch allemal. Birgitta Klemenz

w e i T e r e i N F o r M AT i o N e N

Literaturempfehlung Hermann Rumschöttel, Ludwig II. von Bayern, München 2011. Marcus Spangenberg, Ludwig II. Der andere König, Regensburg 2011. Götterdämmerung. König Ludwig II. und seine Zeit, Katalog zur Ausstellung auf Herrenchiemsee, Darmstadt 2011. Ausstellung Die Ausstellung auf Herrenchiemsee läuft bis 16. Oktober und ist täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.


A u s K i r c h e u n d K lo s t e r | 7

2 | 2 011

Eine faszinierende Gestalt ein Leben in der Spannung zwischen ideal und wirklichkeit – Gedenken an Märchenkönig Ludwig ii.

In Bayern ist am Pfingstmontag des 125. Todestages von König Ludwig II. (1845–1886) gedacht worden. In Berg fand vor der Votivkirche, die dem Monarchen zu Ehren oberhalb seines Sterbeorts am Starnberger See errichtet worden war, ein großer Freiluftgottesdienst statt.

I

n seiner Predigt nannte der Benediktiner­ abt von Sankt Bonifaz in München und Andechs, Johannes Eckert, den König eine faszinierende Gestalt. Dieser sei ein Mensch gewesen, der nicht ausschließlich nach dem Sinn und Nutzen gefragt und gehandelt habe, sondern sich inspirieren habe lassen durch das, was als Geheimnis und Rätsel in ihm ruhte. Ob Märchen, Traum oder Rätsel, alles verweise letztlich auf den geheimnisvollen Urgrund des Seins, sagte der Abt. Damit verbunden sei die Sehnsucht des Menschen nach Transparenz, nach Überschreiten der Grenzen des Daseins, hin zu Gott. Spürbar werde dies in Ludwigs Liebe zum Schönen und Idealen. Doch auch er sei an die Gren­ zen seiner hohen Ansprüche gestoßen, die er sich als tieffrommer Monarch an das König­ tum von Gottes Gnaden gesetzt habe. Im Bewusstsein, die Geschicke seines Landes in Verantwortung gegenüber Gott zu leiten, ha­ be er seine menschliche Begrenztheit erfah­ ren, so Eckert. Aufgrund seiner Schwächen habe er den Ansprüchen nur bedingt gerecht werden können. Am Abend feierte der Münchner Erz­ bischof Kardinal Reinhard Marx ein Ponti­ fikalamt für den verstorbenen Ludwig II. in

der Münchner Jesuitenkirche Sankt Michael. Dabei rief er die Gläubigen auf, Suchende zu bleiben und nach der Vollendung Ausschau zu halten. »Wir brauchen als Christen die Sehnsucht nach dem, was größer ist als wir, nach der endgültigen Erfüllung, nach der endgültigen Schönheit, nach dem endgülti­ gen Ziel.« Die Menschen, die vor 125 Jahren zur Beerdigung des Königs in großer Zahl gekom­ men seien, hätten begriffen, »dass hier ein besonderer Mensch gestorben ist«. König Ludwig sei ein gläubiger Christ, aber auch ein suchender Mensch gewesen. In der Fürs­ tengruft der Michaelskirche ist der Monarch beigesetzt. KNA


8 |

2 | 2011

Aus Kirche und Kloster

Zum Lob des dreifaltigen Gottes Die Andechser Glocken

Die Andechser Glocken

Glocken begegnen uns seit über fünftausend Jahren und mit dem Ausgang der Spätantike finden sie Eingang ins Christentum. Die erste Nutzung ist bei den koptischen Mönchsgemeinschaften und Eremiten Ägyptens bezeugt. Über die Geschich­te der Glocke und der Andech­ser Glocken im besonderen berichtet Florian Bartl.

Glocke Nr. I II III IV V

D

Patronat Hl. Maria Hl. Hedwig Hl. Kreuz Hl. Josef Hll. Engel

Nominal As° c‘ es‘ f‘ as‘

ie Glocke begleitet Klöster des Abendlandes seit spätrömischer Zeit. Eine besondere Rolle bei der Übernah­ me der Glocke ins klösterliche Leben spielt das südfränkische Kloster Lerinum (gegr. um 400). Die damit verbundene Wirkung auf die Mönchskultur und nahezu alle Mönchs­ regeln, insbesondere auf die des heiligen Benedikt, kann nicht hoch genug einge­ schätzt werden. Seit Papst Gregor dem Gro­ ßen († 604) finden Glocken auch außerhalb der Klöster weite Verbreitung. Heute gibt es kaum eine Kirche, die keine Glocken besitzt.

Gewicht 4300 kg 2100 kg 1350 kg 830 kg 620 kg

Gießer Karl Czudnochowsky Engelbert Gebhard Bernhard Ernst Karl Czudnochowsky Rudolf Perner

Gussjahr 1949 1975 1669 1952 2007

Geweihte Musikinstrumente

Glocken sind die größten Musikinstrumente der Welt. Für ihren Dienst in der Kirche wird eine Glocke durch den Akt der »Glocken­ weihe« und durch ihre Inschrift zum kirch­ lichen Gebrauch bestimmt. Ihre liturgische Aufgabe ist zugleich einladend und verkün­ dend. Glocken können in ganz unterschied­ lichen Klangvarianten genutzt werden. Je mehr Glocken ein Geläut hat, desto differen­ zierter können sie kombiniert werden.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Glocken entgegen ihrem geweihten Zweck für den Krieg missbraucht, vom Turm geholt und ein­ geschmolzen. Die einzige Glocke, die diesem Schicksal entging, war die über 270 Jahre alte und knapp eineinhalb Tonnen schwe­ re Heiligkreuzglocke, die 1669 in München gegossen wurde. Bei Kriegsende waren die Andechser Glocken auf dem Hamburger Glocken­friedhof leider nicht mehr vorhan­ den, deshalb begann man nach Ende des zweiten Weltkrieges mit der Planung zur Wieder­herstellung des ursprünglichen Ge­ läutes. So wurden die neuen vier Glocken in einem Zeitabstand von insgesamt 58 Jah­ ren gegossen, und obwohl die einzelnen Glo­ cken aus vier unterschiedlichen Gießereien stammen, klingen sie im Zusammenklang trotz ihrer charakteristischen Unterschiede ins­gesamt homogen und sehr harmonisch. Die fünf Glocken erklingen im Zusam­ menklang im fünfstimmigen Salve Regina. Während des Jahres hört man sie einzeln und in mehreren Teilmotiven, gemäß ihrer Inschrift, der geweihten Bestimmung und dem liturgischen Kalender. So wird bei­ spielsweise die Heiligkreuzglocke als Wetter­­glocke verwendet. Die Inschrift lautet: ECCE CRVCEM DOMINI FVGITE PARTES ADVERSAE VICIT LEO DE TRIBV IVDA R ADIX DAVID ALLELVIA! (Seht das Kreuz des Herrn! Flieht ihr feindlichen Mächte! Gesiegt hat der Löwe aus dem Stamme Juda, die Wurzel Davids – Lobpreiset Jahwe!) Florian Bartl hat zu Ostern 2011 eine CD über die Andechser Glocken hergestellt, die im Klosterladen erhältlich ist. Damit lie­ gen nun zum ersten Mal alle differenzierten Ausdrucksmöglichkeiten des Andechser Ge­ läutes vor.


A u s K i r c h e u n d K lo s t e r   |   9

2 | 2 011

Zeuge der Auferstehung sein ›Zeitliche Profess‹ von Fr. Matthias Florian Leidenberger in der Basilika von Sankt Bonifaz

Am 30. April 2011, dem Samstag der Osteroktav, hat sich Fr. Matthias Florian Leidenberger in der »zeitlichen Profess« für drei Jahre an die klöster­liche Gemeinschaft gebunden.

I

n einer feierlichen Eucharistiefeier, an der die Mönche von Sankt Bonifaz und Andechs sowie Verwandte und Freunde von Fr. Matthias Florian teilnahmen, versprach er Beständigkeit, klösterlichen Lebenswandel und Gehorsam. Die Vorstellung des Profitenten stand am Beginn des Gottesdienstes. Fr. Matthias sprach darin sein »Ich bin bereit«. Dadurch bekundete er seine Bereitschaft, mit Gottes Hilfe die Profess abzulegen. Abt Johannes legte in der Predigt mit dem Ordensnamen »Matthias« die Bedeu­ tung der Ordensprofess aus und brachte diesen Namen auch in Beziehung mit dem Lebensweg von Fr. Matthias. Wer im eige­

nen Leben Brüche erlebt hat, Umwege gehen muss und auch in Sackgassen gerät, in dem kann die Sehnsucht nach dem Vollkomme­ nen und damit letztlich die Sehnsucht nach Gott wachsen. Damit gleiche die Profess einer Tauferneuerung und vergegenwärtige, dass wir Söhne und Töchter Gottes gewor­ den sind. Matthias bedeutet »von Jahwe gegeben« oder »Geschenk Gottes«. Wer diesen Namen trägt, zeugt vom großen und unüberbietba­ ren Geschenk Gottes an den Menschen: Auf­ erstehung und Leben in Fülle. Das meint ein Leben, das heute beginnt und über den Tod hinaus reicht; ein Leben, in dem Verletzun­ gen geheilt, Versagen angenommen und Ver­ strickungen gelöst sind. Für dieses Leben in Freiheit und Fülle war der Apostel Matthias Zeuge. Im Anschluss an die Predigt verlas Fr. Matthias die Professformel, die er eigen­ händig geschrieben hatte. Er unterzeichnete sie anschließend und legte sie auf den Altar von Sankt Bonifaz. Darauf stimmte er das

»Suscipe me, Domine« aus dem Psalm 119 an, der das Vertrauen in Gottes Führung auf dem Weg der Nachfolge Jesu zum Ausdruck bringt. Fr. Matthias erhielt aus den Händen von Abt Johannes die Benediktusregel über­ reicht, die ihm auf seinem Weg Maßschnur und Orientierung sein soll.

D i e G e l ü bd e – B e st ä nd i gk e i t , kl ö st e r l i c h e r L e b e ns w and e l u nd G e h o r sam

In der Professformel sind die Hauptele­ mente des klösterlichen Lebens zusam­ mengefasst: Beständigkeit, klösterlicher Lebenswandel und Gehorsam. Sie sind ausgerichtet auf das Ziel des Lebens als Mönch: die Gottsuche in allen Verrich­ tungen des Tages, in Gebet und Arbeit. Mit der Beständigkeit (lat. stabilitas) verpflichtet sich der Mönch, bis zum Tod in dem Kloster zu bleiben, in das er ein­ getreten ist. Stabilitas hat aber nicht nur eine geografische Perspektive. Zugrunde liegt eine noch tiefer gehende Bedeutung: Beständigkeit meint Treue – in guten wie in bösen Tagen. Treue, die mutig bleibt und die sich nicht schnell von

Stimmungen abbringen lässt vom einmal gewählten Ziel. Treue trägt das Leben des Mönches. Mit dem klösterlichen Lebenswandel (lat. conversatio morum) verspricht der Mönch ein Leben in ständiger Um­ kehr. Das meint nicht die Pflege eines ständig schlechten Gewissens, sondern die Einübung in eine Aufmerksamkeit, um die Gelegenheiten des Augenblicks zu ergreifen, nach dem Evangelium zu leben. So soll der Mönch in seinem Denken und Handeln dem Denken und Handeln Jesu immer ähnlicher werden. Der klösterliche Lebenswandel schließt Ehelosigkeit und persönliche Besitzlosigkeit mit ein.

Im Gelübde des Gehorsams (lat. oboe­ dientia) verpflichtet sich der Mönch zum Hören auf Gottes Ruf und zur Bereitschaft, ihm im eigenen Leben zu antworten. An dieser grundsätzlichen Hörbereitschaft zeigt sich, ob der Mönch wirklich Gott sucht. Weitere Aspekte des Gehorsams folgen aus dieser Haltung des Hörens: die Bereitschaft, das Wort des geistlichen Vaters, des Abtes und der Mitbrü­der anzunehmen und auch selbst mit den Mitbrüdern in Dialog zu treten und sich gemeinsam um den besten Weg der Gottsuche in der klösterlichen Gemein­schaft zu mühen.


10 |

2 | 2011

Aus Kirche und Kloster

»Brot-Zeit« Gottes mit den Menschen Große Beteiligung am Andechser Dreihostienfest auf dem Heiligen Berg

Beim Dreihostienfest am 10. Juli 2011 hat Abt Johannes Eckert die bleibende Bedeutung des ältesten Andechser Festes unterstrichen. Bei seiner Predigt in der voll besetzten Andechser Wallfahrtskirche sagte er: »Die Drei Heiligen Hostien erinnern daran: Gott will in Jesus Christus für jeden Menschen »Brot des Leben« sein. Jesus selbst teilt sich mit in diesem Brot. Er geht durch alle Höhen und Tiefen des Lebens mit. Gottes Zeit mit dem Menschen ist daher im wahrsten Sinn »Brot-Zeit« – eine Zeit, die das Leben erst möglich macht.«

W

er »Brot-Zeit« mache, der teile mehr als Brot, so Abt Johannes, sondern auch Zeit, Sorgen und Freude. »Brotzeit machen hat etwas mit dem Leben selbst zu tun«. Die Bibel habe viele Erfahrun­ gen von Menschen beschrieben, die Brot-Zeit machen und dabei erleben, dass Gott selbst Brot mit ihnen teilt. »Gottes Zeit mit den Menschen ist »Brot-Zeit«, geschenkte Zeit, die Leben erst ermöglicht«, unterstrich Abt Johannes. Diese Erfahrung verdichtet sich vor allem beim Letzten Abendmahl, als Jesus vor sei­ nem Sterben Brot und Wein nimmt und sie seinen Jüngern gibt mit den Worten: »Das ist mein Leib« und »Das ist mein Blut«. Da­ mit mache Jesus seinen Freunden auch heute


A u s K i r c h e u n d K lo s t e r   |   1 1

2 | 2 011

deutlich: In diesem Brot schenke ich Euch meine Nähe, wird unsere Freundschaft im­ mer wieder neu lebendig. Ich gebe Euch, was Ihr zum Leben braucht. So werde die Eucharistiefeier heute zum Abbild des Festes, das der Prophet Jesaja als himmlische Vision beschrieben habe: Gott selbst ist am Ende der Zeiten Gastgeber eines großen Festmahles für Menschen aus vielen Völkern. Abt Johannes wies auf das große Deckenfresko in der Wallfahrtskirche hin und sagte: »So sehen wir im Andechser Hei­ ligenhimmel Frauen und Männer, Bekannte und Unbekannte, Junge und Alte: ganz un­ terschiedliche Menschen mit ihrer eigenen Lebens- und Glaubensgeschichte – im Glanz der Drei Hostien versammelt zur »Brot-Zeit

der Ewigkeit«. Und Gott ist für immer ihr Gastgeber. Das ist auch unsere Zukunft, die wir heute feiern und verkünden«. Mehrere hundert Menschen waren zum ältesten der Andechser Kirchenfeste auf den Heiligen Berg gekommen. Darunter auch viele Fußwallfahrer, die zusammen mit Abt Johannes und Schwester Rosa Maria am Vor­ tag über 40 Kilometer zu Fuß von München zum Kloster Andechs gepilgert waren. Zahl­ reiche Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine nahmen an dem zweistündigen Fest­ gottesdienst und der anschließenden Prozes­ sion teil. Die Andechser Chorgemeinschaft gestaltet das Pontifikalamt musikalisch mit der Messe in D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Nach dem Pontifikalamt führte die

Prozession mit der Dreihostienmonstranz rund um die Wallfahrtskirche. Zwei Altäre – unterhalb des Klosterladens und in der Nähe der Alten Apotheke – waren Stationen auf dem Weg, bevor der sakramentale Segen in der Wallfahrtskirche den Abschluss bildete. Am frühen Nachmittag folgte eine Pon­ tifikalvesper in der Wallfahrtskirche, bei der Abt Johannes den Segen mit der Dreihostien­ monstranz vom oberen Hochaltar der Wall­ fahrtskirche spendete.


12 |

2 | 2011

Aus Kirche und Kloster

Die Dreihostienwallfahrt – wer wagt, gewinnt

Zu Fuß 43 Kilometer von München nach Andechs zum Dreihostienfest

13 Jahre ist Leonhard Lampart erst und damit eigentlich zu jung für die Fußwallfahrt von München nach Andechs. Aber nach einer »Probe­ wallfahrt« hat er sich trotzdem auf den Weg gemacht. Was er auf dem Weg erlebt hat, schreibt er hier.

A

ls mein Vater mir von der Dreihostien­ wallfahrt erzählte, war ich zuerst nicht so begeistert. Meine Familie ist aller­ dings mit dem Kloster befreundet, ich war schon viele Male dort zu Gast und ministrie­ re immer wieder in der Wallfahrtskirche. Also bekam ich doch zunehmend Lust, an der Wallfahrt teilzunehmen. Weil ich mit meinen 13 Jahren eigentlich zu jung bin, machte mein Vater mit mir eine »Probewallfahrt« von Gröbenzell nach An­ dechs. Nun war ich mir sicher: Ich will die Dreihostienwallfahrt mitmachen und werde diese 43 km schaffen. Am 9. 7. 2011 war es soweit: Um 4.30 Uhr klingelte der Wecker, mein Vater und


A u s K i r c h e u n d K lo s t e r   |   1 3

2 | 2 011

ich schnappten unsere Rucksäcke und fuhren mit der S-Bahn zum Münchner Marienplatz, wo wir uns mit den anderen 40 Pilgern tra­ fen. Um 6 Uhr stimmte Schwester Rosa-Ma­ ria uns mit einem Kanon an, Abt Johannes sprach ein Gebet, und dann ging es auch schon los. Am Anfang noch müde liefen wir erst mal durch die schon laute Innenstadt zum Waldfriedhof. Nach einer kurzen Frühstücks­ pause beteten wir auf dem Weg durch den Friedhof unseren ersten Rosenkranz. Dieses im Wechsel gesprochene Gebet war für mich neu. Nach kurzer Zeit fühlte ich mich damit aber sehr wohl. Auf diese Weise betend und singend pilgerten wir weiter zu unserer frü­ hen Mittagspause in Buchendorf. Den nächsten Abschnitt zum Maisinger See begannen wir schweigend – für mich eine gute Erfahrung und Abwechslung, ne­ ben dem gemeinsamen Gebet und den Ge­ sprächen. Am Ende dieses langen Abschnitts konnten wir uns im Wirtshaus am See stär­ ken, und außerdem sprang ich mit meinem Vater, Abt Johannes und einigen anderen Pil­ gern kurz ins Wasser. Anschließend brachen wir zu unserer letzten Etappe nach Andechs auf. Während der letzten Stunde durfte ich das Vortragekreuz tragen. Als Jüngster vorne gehen und das Kreuz tragen zu dürfen war für mich das größte Erlebnis. In Andechs wurden wir mit Glocken­ geläut und einem Gewitter begrüßt, kamen aber noch trocken im Kloster an. Nach einer kurzen Andacht in der Kirche nahm mein Freund, der Gastmeister Fr. Lambert, uns in

Empfang. Dann noch eine heiße Dusche und ein gutes Abendessen, und ich fiel erschöpft und froh, dass ich es geschafft hatte, ins Bett. Nach einer erholsamen Nacht begannen wir den Sonntag mit den Laudes in der Kir­ che und frühstückten gemeinsam im Gäste­ refektorium. An diesem Sonntag wurde das Dreihostienfest gefeiert, und ich durfte im

Festgottesdienst ministrieren. Es war ein beein­druckendes Pontifikalamt unter Abt Johan­nes mit einer Prozession um die Kirche bei strahlendem Sonnenschein. Ich bin sehr dankbar für dieses neue, beein­druckende Erlebnis, an das ich mich lange erinnern werde. Und wer weiß – viel­ leicht gehe ich im nächsten Jahr wieder mit.


14 |

2 | 2011

Aus Kirche und Kloster

»Worin liegt das größte Glück?« Schwester Sarah Huber über Ihr Engagement in der Obdachlosenarbeit von Sankt Bonifaz

Sr. Sarah gehört zur Ordensgemeinschaft der »Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie zu Mallersdorf«. Im Rahmen der Noviziatsausbildung ihres Klosters ist im zweiten Noviziatsjahr ein Einsatz außerhalb des Mutterhauses vorge­sehen. Ende Februar kam sie zum ersten Mal ins Haneberghaus, um die Einrichtung zu besichtigen. Schon damals war sie sehr angetan von den verschiedenen Hilfeleistungen, die den Wohnungslosen im Haus angeboten werden, um das Leben »auf Platte« besser meistern zu können. Daraus entwickelte sich ein Praktikum, worüber sie hier berichtet.

H

ilfeleistungen des Haneberghauses wie Essensausgabe, Aufenthalts­ raum, Kleiderkammer, Bademöglichkeit, Arztbesuch, Beratung und verschiedene Hilfsangebote durch die Sozialpädagogen ste­ hen der Tätigkeit unseres Ordensgründers, Paul Josef Nardini, und unserem Wahlspruch der Ordensgemeinschaft »Caritas Christi ur­ get nos« = »Die Liebe Christi drängt uns«, sehr nahe. Unser Gründer wurde schon zu seinen Studienzeiten in München von Professor Hane­berg, dem späteren Abt des Klosters Sankt Bonifaz und Namensgeber des Hane­ berghauses, unterrichtet. Er war von ihm und seinem sozialen Engagement begeistert. Also genau der richtige Ort für ein Praktikum im Noviziat! Mitte September trat ich mein Praktikum an. Viele Obdachlose »auf Platte«, d. h. die auf der Straße leben, haben wunde Beine und Füße. Wenn sie kein Bett zum Schlafen haben und die Beine nachts nicht hochlegen können, sondern die Nächte irgendwie sit­ zend in Wartehallen, in Zügen, S- und U-Bah­

nen verbringen müssen, neigen sie zu stark geschwollenen Beinen und Entzündungen. Dabei entstehen oft an den Unterschenkeln zu Beginn kleine, unscheinbare Wunden, die sich infizieren können und schließlich zu offenen Beinen führen – eine wirklich schmerzhafte und nur langsam heilende An­ gelegenheit. Ich habe die Patienten und Pati­ entinnen oft bewundert, mit welcher Geduld sie immer wieder in die Praxis gekommen sind, sich behandeln ließen und ihre Schmer­ zen ertragen haben, ohne über ihr Schicksal zu klagen. Wenn ich zurückschaue, denke ich an so manchen Obdachlosen. An den einen, den man zum Baden eher überreden musste, und an den anderen, der das warme Nass genoss, bei dem man sogar manches Mal nach dem Rechten schauen musste, damit er nicht in voller Seligkeit und süßem Schlummer in der Badewanne unterging. Manchmal denke ich auch noch an Frau Z., die mit ihrem Hund in Begleitung eines Streetworkers kam, der sie zum Besuch in unserer Arztpraxis überredete. Man sah


A u s K i r c h e u n d K lo s t e r | 1 5

2 | 2 011

auf einen Blick, dass sie sich selbst nicht viel gönnte, aber alle Liebe in ihren sehr gepflegt aussehenden Hund steckte. Sie sagte mir, dass er das Einzige sei, was ihr nach dem Tod ihres Mannes noch geblieben war. Sie hatte keine Wohnung mehr und zog mit dem Hund umher. Ihre beiden Beine waren sehr wund, sie schmerzten und bluteten und mussten drin­ gend versorgt und verbunden werden. Die Streetworker setzten alle Hebel in Bewegung, damit Frau Z. bald ein Dach über dem Kopf bekommen sollte. So hatten sie eine Bleibe in einem Altenheim gefunden. Nun war aber noch kein Einzelzimmer frei und sie sollte vorerst noch, ohne Hund, auf der Pflegestation verbleiben und dort ih­ re offenen Beine behandeln lassen, bis ein Einzelzimmer für sie und ihren Hund frei werden würde. Wohl aus Angst, ihren Hund zu verlieren, lehnte Frau Z. das Angebot je­ doch ab und kam auch nicht mehr zu uns in

die Praxis. Oft, wenn ich am Hauptbahnhof vorbeigegangen bin, habe ich noch nach ihr Ausschau gehalten, immer in der leisen Hoff­ nung, sie vielleicht irgendwann anzutreffen – leider vergebens. Neben den traurigen gibt es aber auch schöne Erfahrungen. Vor ein paar Wochen kam ein ehemaliger Obdachloser lächelnd auf mich zu. Er war froh und dankbar, dass er es wieder ins Arbeitsleben geschafft hatte, nachdem er jahrelang obdachlos und unter Drogeneinfluss gelebt hatte. Er sagte zu mir: »Schwester, früher hatte ich so große Träume vom Glück, vom vielen Geld und vom persönlichen Erfolg. Heute aber weiß ich, dass das größte Glück darin liegt, wieder gesund zu sein, eine Arbeit zu haben und eine kleine Wohnung mit eige­ nem Schlüssel, die man auf­ und zusperren kann. Ich habe zu schätzen gelernt, wie schön es ist, ein eigenes Bett zu haben, in dem man seine Beine richtig ausstrecken

kann. Ich habe erkannt, wie kostbar wahre Freunde sind und wie viel Spaß es machen kann, miteinander zu kochen. Das ist das wahre Leben und wer es so genießen kann ist ein König und kann sich rundum glück­ lich schätzen.« Als Franziskanerin verspricht man neben dem Gelübde der Ehelosigkeit und des Ge­ horsams auch das Gelübde der Armut. Ich fragte mich deshalb oft: Was ist Armut wirk­ lich? Ist Armut gleich Armut? Welcher Reich­ tum liegt in der Armut? Liegt da überhaupt ein Reichtum, oder ist es nur eine Floskel, wie viele behaupten? Hier im Haneberghaus konnte ich auf Armut im eigentlichen Sinn und auf einen großen Reichtum im Besonde­ ren treffen. Ich bin sehr dankbar dafür!


16 |

2 | 2011

Aus Kirche und Kloster

Collage durch Zeiten und Räume Auftaktveranstaltung zur Sommerakademie Sankt Bonifaz zum Thema ›Das ende der Bavaria Sancta. Die Säkularisation von 1803 und ihre Folgen‹

Vorgeschichte, Voraussetzungen und Ursachen der Säkularisation von 1803 beleuchtete Prof. Dr. Reinhard Stauber von der Universität Klagenfurt in seinem Auftaktvortrag zu Beginn der Sommerakademie. Der große Saal im Zentrum St. Bonifaz war voll besetzt und der Auftakt der Akademie ein großer Erfolg. Dabei bot Prof. Stauber eine imposante »Collage durch Zeiten und Räume«, die geschickt in die Thematik der Vortragsreihe zum Thema »Ende der Bavaria Sancta« einstimmte.

K

urz führte Prof. Stauber zunächst in die Bedeutungsgeschichte des Säku­ larisationsbegriffes ein. Im Anschluss schil­ derte er die Säkularisationsereignisse infolge der englischen und deutschen Reformation im 16. Jahrhundert, während der Regent­ schaft Joseph II. in Österreich und zur Zeit der französischen Revolution. Damit entwarf er nicht nur ein europäisches Panorama, son­ dern arbeitete auch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei den Durchführungs­ bestimmungen, bei der Entschädigung, bei der Versorgungsregelung und bei den Stiftun­ gen deutlich heraus. Mit der Schilderung des Jahrzehnts vor der Säkularisation von 1803 im katholischen Bayern, geprägt von den Kriegen mit Frank­ reich, den Kriegserfolgen Napoleons, der

LeTZTer TerMiN

Mittwoch, 3. August 2011, 20 uhr im Saal des Zentrums Sankt Bonifaz Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und die Säkularisation: Dr. Martin Schawe

staatlichen Finanznot, dem Einfluss der kir­ chenfeindlichen Aufklärung und der Persön­ lichkeit des Ministers Montgelas schloss der Vortrag und öffnete zugleich den Blick auf die fünf Folgeveranstaltungen der Reihe bis zum 3. August. »Das Ende der Bavaria Sancta. Die Säku­ larisation von 1803 und ihre Folgen« ist The­ ma der ersten Sommerakademie Sankt Boni­ faz, die die Benediktinerabtei in der Münch­ ner Karlstraße und der Verein der Freunde von Sankt Bonifaz veranstalten. Die sechs Vorträge mit prominenten Experten finden jeweils um 20 Uhr im Saal des Zentrums Sankt Bonifaz statt. Der Eintritt ist frei. Prof. Dr. Hans­Michael Körner vom His­ torischen Seminar der Ludwig­Maximilians­ Universität München und Kuratoriumsmit­ glied des Vereins der Freunde von St. Bonifaz hat renommierte Experten, die mit der Ge­ schichte Bayerns bestens vertraut sind, für diese ungewöhnliche Veranstaltungsreihe verpflichten können. »Diese Vorträge werden die Säkularisation von ganz verschiedenen Positionen her beleuchten, um ein Gespür für den radikalen Umbruch, aber auch für die Elemente der Kontinuität zu entwickeln«. Voraussetzungen und Ursachen der Sä­ kularisation wurden und werden ebenso be­ leuchtet wie die Vorgänge des Jahres 1803, Konsequenzen und Fernwirkungen der Sä­ kularisation, die Versuche der Wiedergut­ machung unter König Ludwig I., die Debatte um die Säkularisation bis heute und die Rolle der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Prof. Dr. Körner führte in die Vortragsreihe ein

Sä K u L A r i SAT i o N – DA S S T i c h w o rT

Ein jähes Ende bereitet die Säkularisation in Bayern 1803 dem monastischen Leben. Fast alle benediktinischen Männerklöster – 36 Abteien – werden aufgehoben. Die meisten Mönche gehen in die Seelsorge oder die Bildungsarbeit. Die Klosterge­ bäude werden teilweise zu Schleuder­ preisen verkauft, Klosterkirchen werden zu Pfarrkirchen umfunktioniert und in Einzelfällen sogar abgebrochen, um den Unterhalt nicht weiter aufbringen zu müssen. Die Bestände der Bibliotheken und Archive kommen in die Residenzstadt München. Nach tausend Jahren Geschich­ te scheint dies das Ende benediktinischer Kultur in Bayern zu sein. Aber schon das Bayerische Konkordat von 1817 sieht die Wiederbegründung der Klöster vor. Dazu kommt es dann unter König Ludwig I.. Ab 1830 entsteht zuerst Metten neu, es folgen Sankt Stephan in Augsburg, Ottobeuren, Scheyern, Wel­ tenburg, Sankt Bonifaz in München mit Andechs, Schäftlarn und die Frauenklös­ ter Frauenchiemsee und Sankt Walburg in Eichstätt. 1858 wird die Bayerische Bene­ diktinerkongregation wieder errichtet und zu Beginn des 20. Jahrhunderts werden Ettal, Plankstetten und Niederaltaich neu besiedelt.


A u s K i r c h e u n d K lo s t e r   |   17

2 | 2 011

Frater Elija feiert Professjubiläum Am 21. März 2011, dem Fest des Hl. Benedikt, feierte Frater Elija Morbach sein Silbernes Professjubiläum

Im Rahmen einer feierlichen Vesper erneuerte Fr. Elija vor Abt Johannes und dem ganzen Konvent sein vor 25 Jahren gegebenes Versprechen. In einem anschließendem Empfang für die Pfarrgemeinde gratulierten ihm seine Familie und viele seiner Freunde, die gekommen waren, um ihm zu beglückwünschen und mit ihm zu feiern.

D

ass er dieses Fest in München feiern würde, war allerdings ursprünglich nicht in seiner Lebensplanung vorgesehen. Frater Elija ist an der Mosel in ZeltingenRachting geboren und arbeitete als Pro­ grammierer in Bonn. Seine Suche nach Gott führte ihn nach Israel. In Jerusalem trat er am 1. 12. 1984 in die Abtei Dormitio auf

dem Heiligen Berg Zion ein und legte am 21. 3. 1986 dort seine Profess ab. Als sich seine Augen aber immer mehr verschlechter­ ten und er dann ganz erblindete, kam er am 15. 8. 1991 in die Abtei Sankt Bonifaz nach München, absolvierte hier ein Mobilitätstrai­ ning und dann eine Ausbildung zum Physio­ therapeuten. Seit 1995 arbeitet er im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München. Seine Stabilität übertrug er dann 1998 von der Ab­ tei Dormitio auf die Abtei Sankt Bonifaz und kam so vom Heiligen Berg Zion in Jerusalem auf den Heiligen Berg nach Andechs. Frater Elija ist nicht nur in Aufgaben innerhalb des Klosters eingebunden, er engagiert sich auch im Bayerischen Blindenbund und in der Mit­ arbeitervertretung des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder. Clemens Finzer

Recollectio auf der Roseninsel

E

nde Mai besuchten die Mönche von Sankt Bonifaz und Andechs im Rah­ men ihres Recollectio-Tages die Roseninsel im Starnberger See. Der Tag dient der Er­ neuerung und Vertiefung der geistlichen Ge­ meinschaft. Daher verbringen die Mönche diesen Tag so weit als möglich gemeinsam. Er ist geprägt durch einen geistlichen Impuls des Abtes, Austausch über das Leben in der Mönchsgemeinschaft und verschiedene Un­ ternehmungen und kleinere Ausflüge. Die etwa zweieinhalb Hektar große, idyl­ lische und autofreie Insel zeichnet sich durch Garten- und Parkanlagen aus, in deren Mitte ein Casino genanntes Schlößchen liegt. Diese

einzige Insel des Sees liegt etwa 170 Meter von dessen Westufer auf Höhe des so genann­ ten Glockenstegs, der sich etwa auf halbem Weg zwischen Possenhofen und Feldafing be­ findet. Als Hauptattraktion gilt das restaurier­ te Casino. Von Frühjahr bis Herbst setzt ein Fährboot zur Insel über. Mit ihren prähistori­ schen Siedlungsresten im Starnberger See zählt die Roseninsel seit Ende Juni 2011 zum Weltkulturerbe der Vereinten Natio­ nen.


18 |

2 | 2011

Aus Kirche und Kloster

Weltkirche zu Gast im Kloster Andechs

Besuch des VII. Deutsch-Afrikanischen Bischofstreffens auf dem Hl. Berg

21 Bischöfe aus Deutschland und Afrika besuchten im Rahmen eines deutsch-afrikanischen Bischofstreffens am 30. März 2011 den Heiligen Berg Bayerns. Abt Johannes führte die Bischöfe unter der Leitung des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick durch die Andechser Wallfahrtskirche. Gemeinsam mit dem Konvent feierten die Bischöfe dann Vesper und Abendmesse. Ein Abendessen im Klostergasthof rundete den Besuch ab.

D

ie afrikanischen Bischöfe unter Füh­ rung der beiden Kardinäle Polycarp Pengo aus Tansania und Théodore Adrien Sarr aus dem Senegal fühlten sich von Be­ ginn an sichtlich wohl bei ihrem Besuch in Andechs. Auch den deutschen Bischöfen schien der Besuch nach den intensiven Be­ ratungen der vorangegangenen Tage zum Thema »Migration« gut zu tun. Während der Führung durch die Wall­ fahrtskirche unterstrich Abt Johannes, dass die Benediktiner die Wallfahrer zwar seit lan­ gem als Seelsorger betreuten, getragen wür­ de die Wallfahrt aber zuerst von den vielen Menschen, die seit Generationen ihren Dank und ihre Bitten als Wallfahrer auf den Heili­ gen Berg Bayerns bringen. Erzbischof Schick bedankte sich schon zu Beginn bei Abt Johannes für die Gast­ freundschaft der Mönche und würdigte den Heiligen Berg während seiner Predigt in der Wallfahrtskirche als einen Ort, der »durch das Gebet so vieler Menschen ganz beson­ ders geprägt worden ist.«


A u s K i r c h e u n d K lo s t e r   |   1 9

2 | 2 011

Das VII. Deutsch-Afrikanische Bischofs­ treffen fand in München und Berlin statt. Aktuelles Thema der Begegnung war »Die afrikanische Migration nach Europa«. Die europäischen Staaten versuchen diese Bewe­ gung mit verbesserten Grenzkontrollen in den Griff zu bekommen. Für das DeutschAfri­kanische Bischofstreffen standen dabei folgende Fragen im Vordergrund: Was bedeu­ tet die Flucht- und Migrationsbewegung für die Staaten und die Gesellschaften in Afrika und Europa? Inwieweit ist die Kirche hier ge­ fordert? Die Tradition deutsch-afrikanischer Bischofstreffen reicht in die 80er Jahre zu­ rück. Ziel ist die Vertiefung der Beziehungen zwischen den Ortskirchen.

Traditionelle Motorradsegnung auf dem Hl. Berg

P

ater Coelestin hat heuer 70 Motorrad­ fahrer mit ihren Bikes gesegnet. Wie alle Jahre trafen sich die Motorradfahrer an der Schranke, um dann gemeinsam zur Wallfahrtskirche hinauf zu fahren, wo sie schon von P. Coelestin erwartet wurden. In seiner Predigt wies er auf die Verantwor­ tung der Motorradfahrer hin und appel­lierte an die Vernunft und erforderliche Rücksicht­ nahme anderen Verkehrsteilnehmern gegen­ über, nicht ohne die schönen Seiten des Mo­ torradfahrens herauszustellen. Im Anschluss an die Messe und die Segnung trafen sich viele der Teilnehmer noch im Bräustüberl zu einer Brotzeit und zum Gedanken­austausch.


20 |

2 | 2011

Aus Kirche und Kloster

»Gastfreundschaft im Herzen des Klosters« Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gast auf dem Hl. Berg

Im Rahmen der CSU-Vorstands­ klausur am 20. und 21. Mai 2011 besuch­te Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der gesamten Führungsspitze der CSU und Ministerpräsident Seehofer das Kloster Andechs.

E

igentlich war für den Abend des 20. Mai ein gemütliches Beisammen­ sein im Andechser Bräustüberl vorgesehen. Aber noch immer diskutierten die Mitglie­ der des CSU-Parteivorstandes über die Ener­ giewende im Fürstentrakt des Klosters. Die Aussprache dauerte noch an, als am frühen Abend die Wagenkolonne der Bundeskanzle­ rin vor dem Andechser Bräustüberl eintraf. Abt Johannes war rechtzeitig zur Stel­ le und begrüßte Angela Merkel herzlich im Namen der Benediktiner auf dem Heiligen Berg. CSU-Generalsekretär Alexander Dob­ rindt hatte die Diskussion im Parteivorstand kurzfristig verlassen und hieß die Kanzlerin ebenfalls willkommen. Augenblicklich war Angela Merkel von vielen vor allem jungen

»Autogramm- und Fotojägern« umringt. Hän­ deschütteln hier und da, links und rechts folgten. Ein freundliches »Guten Abend und Hallo« der Kanzlerin wurde mit einem orts­ üblichen »Grüß Gott« beantwortet. Der ein oder andere konnte durch ein Bild mit der Kanzlerin sogar eine Wette gewinnen. So brauchten Abt Johannes und Angela Merkel doch eine ganze Zeit, bis sie mit ihrer Beglei­ tung nach vielen freundlichen Unterbrechun­ gen den Weg vom Bräustüberl hinauf zum Kloster zurückgelegt hatten. Nach einer kurzen Erfrischung im Refek­ torium, dem Speisesaal des Klosters, führte Abt Johannes Angela Merkel mit wenigen Be­ gleitern durch die Räume des Klosters. Unter anderem waren die Chorkapelle, der Kapi­


A u s K i r c h e u n d K lo s t e r   |   2 1

2 | 2 011

telsaal, eine Gastzelle und die Terrasse Stati­ onen dieses Rundgangs. Ausgehend von den Räumen und der Tagesordnung der Mönche skizzierte Abt Johannes der Kanzlerin die Spiritualität der Benediktiner, ihr Leben in der Spannung zwischen Arbeit und Gebet und ihre besondere Aufgabe in Andechs als Betreuer der ältesten Wallfahrt Bayerns und Leiter des Wirtschaftsgutes für das Münch­ ner Kloster Sankt Bonifaz. Ein längerer und intensiver Gedankenund Meinungsaustausch zwischen den Be­ nediktinern und der Kanzlerin – zunächst auf der Konventterrasse bei stimmungsvoller Abenddämmerung und dann im Refektorium des Klosters – schloss sich an. So wurde den Mönchen und Angela Merkel die Zeit bis

zum Ende der CSU-Klausur nicht lang. Im Bräustüberl trug sich Angela Merkel dann in das Gästebuch des Klosters ein. Ihre Zei­ len unterstreichen die entstandene Verbun­ denheit mit dem Heiligen Berg: Am Morgen des 21. Mai zeigte Abt Johannes der Kanzlerin nach ihrer Ankunft noch kurz die Andechser Wallfahrtskirche und erläuter­ te ihr das spirituelle Programm der Kirche. Im Anschluss ging es dann weiter zum politi­ schen Teil des Besuches. Der begann im Fürs­ tentrakt des Klosters und endete mit einer Pressekonferenz im Florian-Stadl, wo sie sich mit Handschlag von Fr. Lambert und P. Va­ lentin verabschiedete.

Herzlichen Dank für die Gastfreundschaft, nicht nur im Bräustüberl, sondern auch im Herzen des Klosters. Besonders für ruhige und wichtige Ge­ spräche, ganz unerwartet und deshalb umso unvergess­licher. Alles Gute für die Zukunft, Angela Merkel 20. 5. 2011


22 |

2 | 2011

Aus Kirche und Kloster

Hilfe zur Selbsthilfe Missionskreis Andechs – 25 Jahre Entwicklungshilfe in Lateinamerika

Mehr als vier Jahrzehnte ist es her, dass sich drei Caritas-Schwestern, Sr. Verena Birnbacher, Sr. Anna, Sr. Christina, und der Priester Manfred Rauh nach jahrelangen Vorbereitungen aufmachten, um dem Ruf in die Mission nach Independencia/Bolivien zu folgen. Die Not und die Hilflosigkeit der kleinen Provinzstadt und ihrer ca. 30 bis 40 umliegenden Dörfer war bedrückend. Die kleine Gruppe holte sich vor ihrer Abreise den Segen in der Wallfahrtskirche. Dem damali­ gen Prior P. Coelestin Stöcker nahmen sie das Versprechen ab, Independencia bald einen Besuch abzustatten.

E

in paar Jahre und immer wieder nach­ fragender Post von drüben später, machte sich P. Coelestin auf die Reise nach Bolivien. Er war ohne die Absicht nach Süd­ amerika gereist, danach eine soziale Institu­ tion ins Leben zu rufen, aber die Armut und die katastrophalen sozialen und hygienischen Lebensverhältnisse hätten jeden anderen auch zwingen müssen, hierfür eine Organi­ sation ins Leben zu rufen oder irgendwie zu helfen. So entstand die »Bolivienhilfe«, aus der heraus sich dann 1986 der »Missions­ kreis Andechs« als eingetragener Verein ent­ wickelte. Von Beginn an standen sowohl die Bo­ livienhilfe wie auch der Missionskreis un­ ter dem Motto »Hilfe zur Selbsthilfe«. Das

wichtigste Ziel aller Aktionen ist, dass solche Projekte in Angriff genommen werden, die unsere bolivianischen Freunde ohne dauern­ de finanzielle Mithilfe aus Deutschland wei­ terführen können. In der Regel ist es so, dass die Spenden überwiegend nur zum Kauf von Baumaterialien verwendet werden, der Bau z. B. von Schulen oder Trinkwasserprojekten wird von der Bevölkerung durch Eigeninitia­ tive und -leistung unter- und erhalten. Ein kleines Beispiel für »Hilfe zur Selbst­ hilfe«: 2005 war es dringend notwendig ge­ worden, die Fassade des Mädcheninternats »Casa St. Elisabet« im Centro Social in Inde­ pendencia zu renovieren. Ein junger Bau­ ingenieur hatte sich dazu bereit erklärt, für drei Monate unentgeltlich nach Independen­ cia zu gehen, um die ersten Arbeiten dort zu leiten. In diesen drei Monaten konnte er den Arbeitern die wichtigsten Grundbegriffe im Umgang mit Beton und Ziegel vermitteln, so

dass diese nach seiner Abreise die Renovie­ rungsarbeiten selbstständig fortführen konn­ ten. Dabei wurden wiederum andere Unge­ lernte in die Arbeiten eingewiesen. Am 25. September 2011 findet in An­ dechs anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Missionskreises Andechs ein »Bolivien­ sonntag« statt. Eingeleitet wird dieser Tag um 11.30 Uhr mit einem Gottesdienst mit südamerikanischer Musik. Anschließend gibt es die Möglichkeit, sich in der Alten Biblio­ thek des Klosters über Projekte und Tätigkeit des Vereins zu informieren, ein Film wird zu sehen sein, außerdem wird eine peruanische Tanzgruppe Tänze aus Südamerika vorfüh­ ren. Für das leibliche Wohl mit Empanadas, Kaffee und Kuchen ist natürlich auch gesorgt. Gabriele Eberl


A u s K i r c h e u n d K lo s t e r   |   2 3

2 | 2 011

GENUSS & NATÜRLICHKEIT Eine bayerische Brotzeit beginnt mit einem Andechser dunkel aus der Hofpfisterei

www.hofpfisterei.de


24 |

2 | 2011

Aus der Brauerei

Kleines Feuer

gibt süß’ Malz dem Bräuer

Zweiter Teil einer kleinen Andechser Bergecho-Serie über die rohstoffe des Bieres

N

Vor dem Brauer kommt der Mälzer. Ohne sein geschultes Auge und seine Erfahrung kommt kein Bier der Spitzenqualität aus. Der Mälzer wählt die Gerstensorten, aus denen durch mehrfaches und achtsames Keimen und Trocknen – der Fachmann und die Fachfrau sprechen von »Darren« – letztlich das Malz gewonnen wird. Es bestimmt damit maßgeblich die Qualität des Bieres mit. Deshalb bezieht die Klosterbrauerei Andechs ihre Malze ausschließlich von bayerischen Mälzereien. Folgen Sie dem Weg von der Braugerste zum Malz.

eben der Gerste kommen nur Was­ ser, Hopfen (vgl. den Beitrag im Andechser Bergecho 1-2011) und Hefe ins Bier. Diese Rohstoffe bergen allerdings eine große Herausforderung für den Braumeister: Sie sind Naturprodukte und als solche verän­ dern sie ganz selbstverständlich ihre Beschaf­ fenheit und Qualität von Jahr zu Jahr. Die Kunst des Bierbrauens liegt letztlich darin be­ gründet, aus der variierenden Beschaffenheit von Hopfen, Malz, Wasser und Hefe ein Bier zu brauen, das sowohl höchsten Qualitätsan­ sprüchen genügt als auch geschmacklich im­ mer wieder erkennbar ist. was die Braugerste zum wachstum braucht

Das Malz als Rohstoff für die Bierbereitung wird aus Braugerste hergestellt. Gerste passt sich den jeweiligen Umweltbedingungen recht schnell an und reift dazu schnell. Sie kann auf allen Kontinenten als Rohstoff für die Bierbe­


Aus der Brauerei | 25

2 | 2 011

reitung angebaut werden – von den maritimen Breiten Nordeuropas bis zum trocknen Klima auf dem afrikani­ schen Kontinent. Gerste gedeiht besonders gut auf Lehm­ und Lößböden und auf humusreichem Acker, wobei der Boden möglichst nicht sauer sein, also der ph­Wert leicht im alkali­ schen Bereich liegen sollte. Bei Bedarf helfen die Landwirte hier durch die Düngung mit Kalk nach. Günstig für den Gerstenanbau sind auch landwirtschaftliche Betriebe im Zusammenspiel mit Viehhaltung. Denn stroh­ haltiger Stallmist und durch Dünger ergänz­ ter Kompost können den Ackerboden auflo­ ckern und Humus bilden. warum die Braugerste besonders als rohstoff für die Malzbereitung geeignet ist

Als Rohstoff ist die Braugerste deshalb der Favorit für die Bierherstellung, weil sie meh­

rere ideale Voraussetzungen mitbringt: Ein­ mal sind es ihre Inhaltsstoffe wie Stärke und Enzyme. Zum anderen ist es aber auch die Umhüllung ihrer Körner, die so genannten Spelzen, die – anders als Weizen und Rog­ gen – beim Abläutern im Sudhaus als natür­ liche Filterschicht dienen. Es gibt zweizeilige und mehrzeilige Gers­ ten. Die zweizeilige Sommergerste mit ih­ rer unbehinderten Kornausbildung bringt jedoch die besten Voraussetzungen für die Herstellung von Qualitätsbieren. Das mittel­ europäische gemäßigte Klima verbunden mit günstigen Bodenverhältnissen bietet hierzu­

lande optimale Voraussetzungen für den Anbau von Braugerste. Für ei­ nen reichen Ernteertrag ist auch eine gewisse Fruchtfolge zu beachten. So hat sich gezeigt, dass Hackfrüchte wie Rüben und Kartoffeln, als so genannte »Vor­ früchte«, zu einem reichen Braugerstenertrag beitragen. Sommergerste – von der Aussaat zur ernte

Die Gerste wird in unseren Breiten zwischen Ende März und Anfang April ausgesät. In der Wachstumsphase bis zum so genannten »Ährenschieben« braucht die Saat viel Feuch­ tigkeit. Nach dem Ährenschieben bilden sich dann die Körner aus: vom Boden her kom­ mend wandern wasserlösliche Substanzen über den Halm in die Ähre hoch und werden dort dann unter anderem als Stärke und Ei­ weiß im Korn als Reservestoffe für die spä­


26 |

2 | 2011

Aus der Brauerei

tere Ernährung der Keimlinge (der nächsten Generation) abgelagert. Bei der Ernte zwi­ schen Ende Juli und Anfang August sollten diese Abläufe weitgehend abgeschlossen sein und die Feuchte dann höchstens 15% betra­ gen. Zur Ausbildung des Kornes ist also tro­ ckene und warme Witterung nötig. Hier wird wiederum deutlich, dass je nach Witterung bei Aussaat, Wachstum und Ernte Keimfähigkeit, Quellvermögen sowie Wasser- und Eiweißgehalt immer wieder wechseln. Rohgerste

Nach Ernte und Zwischenlagerung wird die Rohgerste an die Mälzerei geliefert. Noch vor dem Abladen überprüft der Malzmeister Eiweißgehalt, Feuchte, Sortierung, Keim­ fähigkeit und Geruch. Vor der Vermälzung wird die Rohgerste maschinell gereinigt und von ihren Grannen befreit. Anschließend wird die Rohgerste in Was­ ser eingelegt und »weicht« ein bis zwei Tage lang. Dabei nehmen die Körner Flüssigkeit auf. Sie vergrößern sich dabei um fast ein Drittel und beginnen zu keimen. Beim Kei­ men bilden sich so genannte Enzyme, also Eiweißstoffe, die als Katalysatoren chemische und biologische Prozesse auslösen bzw. be­ schleunigen können. Diese Enzyme wandeln zum Beispiel Stärke in Maltose-Zucker um. Grünmalz

Um diesen Prozess des Keimens zu verstär­ ken, werden die Körner dann auf große Ros­ te oder in Kästen geschüttet. Dort keimen sie und bilden Triebe und kleine Wurzeln aus. Jetzt spricht man vom »Grünmalz«. Beim Keimen entsteht wiederum Wärme, die eine bestimmte Temperatur nicht überschreiten darf. Deshalb wird das Grünmalz durch den Zustrom von kalter Luft gekühlt. Insgesamt zwischen vier und neun Tagen keimt das Grünmalz. Hierbei ist die Erfahrung des Mäl­ zers besonders wichtig. Keimen die Körner zu kurz, erhält der Brauer später im Sudhaus nur eine minderwertige Brauwürze. Keimen sie zu lange, gehen viele für den Brauprozess wichtige Bestandteile des Korns in den Keim über und sind damit für den Brauer verloren.

Darrmalz

Unterbrochen wird der Keimvorgang durch das »Darren«. In der Mälzerei wird das Grünmalz zu diesem Zweck in turmartige Si­ los mit Zwischenböden verbracht, durch die von unten heiße Luft geblasen wird. Dadurch werden die Körner getrocknet, sie verlieren damit ihre Feuchtigkeit und Keimfähigkeit. Und nicht zuletzt wird beim Darren die Far­ be des künftigen Bieres bestimmt. Denn je nach Temperatur entsteht helles oder dunk­ les Malz. Helles braucht bis zu 80° Celsius, dunkles Malz bis zu 110°. Dabei ist es ent­ scheidend, dass die Temperatur nur ganz be­ hutsam gesteigert wird, sonst entweicht das Wasser zu schnell aus den Körnern und es entstehen Hohlräume, die es mürbe machen. Nicht umsonst heißt es in einem alten Mäl­ zer-Spruch: »Kleines Feuer gibt süß’ Malz dem Bräuer«. Zudem entstehen beim Darren wichtige Aromastoffe wie zum Beispiel Ka­ ramell, die für das künftige Geschmacksbild des Bieres von entscheidender Bedeutung sind. Die Enzyme wirken zwar im Darrmalz nicht weiter, können aber ihre Wirkung so­ fort wieder entfalten, wenn Sie im Sudhaus beim Maischen erneut mit Wasser in Berüh­ rung kommen. Während des Mälzens werden die Körner automatisch immer wieder gewendet, dabei fallen die Wurzeln ab. Die Keimblätter wer­

den ebenfalls automatisch entfernt. Sie wür­ den dem Bier einen unsympathischen Beige­ schmack geben. Der entscheidende Unterschied

Nach dem Ende des Mälzens sehen die Kör­ ner optisch fasst genauso aus wie zu Beginn des Vorgangs. Der entscheidende Unter­ schied – außer bei der Farbe des dunklen Malzes – ist für den Laien nicht sichtbar. Aber jeder bemerkt ihn, wenn er auf das Korn beißt. Rohgerste ist hart und nicht be­ sonders geschmacksintensiv. Malz ist dage­ gen angenehm mürbe und süß. Die Enzyme haben ja schon einen Teil der Stärke in Zu­ cker umgewandelt. Gerstenmalz und Weizenmalz

Vom Gerstenmalz gibt es Pilsner Malz, Wie­ ner Malz, Münchner Malz und Röstmalz. Das so genannte Caramünch ergibt beim Brauprozess eine verstärkte Karamellnote und damit dem Bier mehr Vollmundigkeit. Das so genannte Carafarb ist besonders für dunklere Biere geeignet. Neben dem Gers­ tenmalz für die untergärigen Biere gibt es für die obergärigen Biere auch Weizenmalze. Beson­dere Bierkreationen arbeiten mit Rog­ gen- und Dinkelmalzen. Alexander Reiss, Jürgen Scholz


Aus der Brauerei  |  27

2 | 2 011

020 Anz. Bergecho 19x24_neu.qxd

13.04.2006

15:24 Uhr

Seite 1

Schöne A u s s i c h t e n für Ihren Gaumen.

Ein Schlückchen Himmel auf Erden. Die Schnäpse vom Kloster Andechs. Vom Heiligen Berg ins ganze Land. Wo Sie unsere feinen Schnäpse erhalten, erfahren Sie über unseren Vertriebspartner Schwarze & Schlichte unter Telefon +49 (0) 2522/9302-223/-224. Oder bestellen Sie Ihr Schlückchen Himmel auf Erden ganz bequem im Internet unter www.schwarze-schlichte.de – Zum Wohlsein!

www.andechs.de


28 |

2 | 2011

Aus der Brauerei

»Hier ist es gut sein, hier lasst uns sitzen bleiben« Das Andechser Zelt – auch 2011 wieder ein Tollwood-Treffpunkt

Wer Tollwood sagt, muss auch Andechser Zelt sagen. Kaum ein Ort ist über die Jahre so zum Insider-Begriff des Tollwood-Festivals geworden wie das Andechser Zelt. Hier vereinigen sich alle Tugenden des TollwoodFestivals: Gastfreundschaft und Gemütlichkeit, fröhliches Treiben und stilles Beieinandersitzen, groovende Musik und traditionelle Klänge, Gerichte aus aller Welt und Bier aus der Klosterbrauerei Andechs. »Hier ist es gut sein, hier lasst uns sitzen bleiben«.

Z

elt-Wirtin Viktoria Raith hat auch 2011 ihrer Fantasie bei der Gestaltung des Programms freien Lauf gelassen. Daraus ist eine wunderbare Mischung musikalischer Leckerbissen entstanden, ein Querschnitt durch alle Musik-Stile von Rock- und Welt­ musik, von Blues über Folk zu Bayerischem und Südamerikanischem. Andechser Zelt und Andechser Lounge sind längst kein Ge­ heim-Tipp mehr, sondern ein Tollwood-Muss. Alle packen mit an

Schon im Februar beginnen die ersten Ge­ spräche zwischen unserer Expedition und Viktoria Raith, damit die gesamte Logistik termingerecht und geräuschlos organisiert von der Hand gehen. Die Klosterbrauerei fährt in dieser Zeit Extra-Sude, damit zur Er­ öffnung des Tollwood mehrere zehntausend Halbe Andechser Vollbier Hell zur Ausliefe­ rung bereit­stehen. Eine Woche vor dem Startschuss werden unsere Bierfahrer aktiv. Sie liefern zunächst rund 1.400 Euro-Paletten, die als Zeltboden und Konstruktionsmaterial für Wege und Treppen dienen. Nahezu 300 m Bierleitung,

ein großer Kühlwagen und das große Dach­ schild für das Zelt werden in dieser Zeit vom Tollwood-Team eingebaut. Steht erst einmal die Grundkonstrukti­ on mit Zelt und Biergarten, kommt die Aus­ stattung mit der Schanktechnik: mehrere Durchlaufkühler und Kühlschränke, über 250 Bierzeltgarnituren, Dutzende von Holz­ fässern zur Dekoration, mehr als 70 kleine und große Sonnenschirme müssen an Ort und Stelle geliefert und aufgestellt werden. Für die durstigen Kehlen wechseln 6.500 halbe Krüge, 2.100 Maßkrüge den Standort vom Heiligen Berg in die Isarmetropole. Und schließlich der Tankwagen mit den ersten Hektolitern Andechser Vollbier Hell, An­ dechser Export Dunkel sowie weit über 100 Fässer mit Andechser Weißbier Hefetrüb und Zitronenlimo. Das Team um Viktoria Raith arbeitet vom Aufbau über die Zeit des Festivals bis zum Abbau komplett mit derselben Besetzung. Ei­ ne beachtenswerte Leistung. Mittlerweile hat sich ein freundschaft­ licher Kontakt zwischen allen Beteiligten aufgebaut. Ein gutes und offenes Miteinan­ der hilft sehr, einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Alle packen einfach mit an. Da­


Aus der Brauerei  |  29

2 | 2 011

Wieder 800 Meter mehr Edelstahl im Wasserhaus

E

delstahl und immer wieder Edelstahl. So blitzt und blinkt es im Wasserhaus der Klosterbrauerei an fast jeder Ecke. In den letzten Wochen und Monaten hat das Wasser­haus erneut Edelstahl-Zuwachs be­ kommen. Neue Edelstahlrohre mit einer Gesamt­ länge von rund 800 Metern bringen erheb­ liche Vorteile für die Versorgung der Bierpro­ duktion mit bestem Brauwasser. Die rostfrei­ en Leitungen sind noch besser zu reinigen, was vor allem für eine konstant hohe und einwandfreie Wasserqualität in allen Abtei­ lungen der Klosterbrauerei entscheidend ist. Die Aufnahme zeigt die Wasservertei­ lung im Füllereigebäude. Jede ein­zelne Lei­ tung versorgt eine Abteilung mit Kalt- oder Warmwasser, wobei auch so genannte »Was­ serverschnitte« gefahren werden können. Frequenzgesteuerte Pumpen regeln die ge­ wünschte Fließgeschwindigkeit des Wassers. Spezielle Durchflussmesser erfassen jeden einzelnen Liter Wasser, der durch die Roh­ re geflossen ist. So kann die Klosterbrauerei noch effizienter ihren Wasserverbrauch steu­ ern und damit unsere natürlichen Ressour­ cen schonen.

zu gehören auch die Bierfahrer der Kloster­ brauerei, Peter Späth und Hubert Schroll, die während der Zeit des Tollwood-Festivals na­ hezu rund um die Uhr im Einsatz sind. Alle zwei bis drei Tage, je nach Durst der Tollwood-Fans und Witterung, muss der Tankwagen neu befüllt und die Fässer für Andechser Export Dunkel, Andechser Weiß­ bier Hefetrüb und Zitronenlimo nachgeliefert werden. Um 1.30 Uhr morgens geht’s los

Dafür heißt es dann früh aufstehen. Denn die Lieferung beginnt bereits um 1.30 Uhr in der Frühe mit der Abholung des Tank­wagens und dem Einsammeln der leeren Fässer. Wei­

ter geht es dann zum Heiligen Berg. Dort folgt das erneute Betanken und Beladen. Dann wieder die Fahrt zum Tollwood, die erneute Einlagerung auf dem Festivalgelän­ de. Zeit bleibt da nur für eine kleine Kaffee­ pause. Dann geht es schon wieder auf den Weg zurück nach Andechs. Nach Ende des Festivals geht dann al­ les sehr schnell: Zelt und die gesamte Aus­ stattung sind dann innerhalb von nur drei Tagen abgebaut. Dann heißt es erst einmal ausschlafen – und sich auf das nächste Toll­ wood freuen. Peter Späth


30 |

2 | 2011

E s s e n u n d Tr i n k e n

Gasthaus »Tor zum Vogelsberg« Tradition pflegen heißt: ›Nicht die Asche aufbewahren, sondern die Glut am Glühen halten‹

Seit nun mehr vier Generationen müht sich die Familie Volk um gute und gepflegte Gastlichkeit und darum, die Wünsche der Gäste im Rahmen der Möglichkeiten zu erfüllen. Was natürlich nicht heißt, dass alles beim Alten bleibt. Sicher gelingt es der Küche mit den frischen Zutaten aus der Region, bei den Gästen ein »Kulinarisches Feuer« zu entfachen.

G

K o N TA K T

Gasthaus ›Tor zum Vogelsberg‹ Inhaber: Michael Volk Lauterbacher Straße 6 36355 Grebenhain­Hartmannshain Tel: 06644/357, Fax: 06644/919205 info@tor­zum­vogelsberg.de www.gasthof­vogelsberg.de Öffnungszeiten: Täglich außer Mittwoch von 10.00 Uhr bis (mindestens) 21.30 Uhr, bei Gesellschaften auch bis 3.00 Uhr, telefonische Tischreservierung

enießen Sie die hausgemachten Spe­ zialitäten und die frischen Zutaten in bester Qualität aus der Region, bei einem frisch gezapften Weißbier Hefetrüb aus der Klosterbrauerei Andechs, einem Glas Wetter­ auer Äbbelwoi oder einer kleinen Tasse frisch gemahlenem Kaffee. Rind­ und Lammfleisch von Vogelsber­ ger Weiden, für Ihre Brotzeit die Wurst vom Hausmetzger und selbstverständlich auch das original Vogelsberger »Beulches« – so erleben Sie den Vogelsberg von seiner ge­ nüsslichsten Seite. Außerdem gibt es Lamm­ oder Wildwochen, aber auch die Spargel­ saison und die Kartoffelwochen. Gerne verwöhnt man Sie bei Ihrer Fa­ milienfeier, Ihrem Jubiläum, Vereins­ oder Betriebsausflug bis zu 75 Personen im Saal, mit kalten und warmen Buffets bis zu 120 Personen bei Ihnen Zuhause oder wo immer Sie es möchten. Von Anfang Mai bis Ende Oktober öffnet zusätzlich der Biergarten. Auch hier erhal­ ten Sie selbstverständlich alle Gerichte der Speisekarte oder eine Erfrischung nach der anstrengenden Radtour.

Die Lage des Gasthofs ermöglicht Wan­ derungen zum »Windenergiepark Hoher Vogelsberg« oder 2 km weiter zur Herchen­ hainer Höhe mit Aussicht auf Rhön, Spessart und Taunus. Zudem gibt es zahlreiche aus­ geschilderte Wanderwege, Loipen und einen Schlepplift für Ski und Rodelspass im ver­ schneiten Winter. Der Gederner See, der Niedermooser See sowie das Heilbad Herbstein sind in wenigen Kilometern zu erreichen. Der Hoherodskopf mit Skiliften und Sommerrodelbahn, der Taufstein (höchster Punkt des Vogelsberges) mit dem Bismarkturm liegt in 8 km, die His­ torische Fachwerkstadt Schotten in 15 km Entfernung. Die Barockstadt Fulda mit dem weltbekannten Dom liegt mit dem Auto nur 30 Minuten entfernt. Der Vulkanradweg führt in etwa 50 Me­ tern Entfernung vorbei. Auch der Südbahn­ radweg und der Hoherodskopfsteig beginnen hier. Informationen zum Radelspaß sowie zum Vogelsberger und Wetterauer Vulkan­ express erhalten Sie im Gasthof.


E s s e n u n d Tr i n k e n   |   3 1

2 | 2 011

1944 übernahm Rühl’s Tochter Klara, die den Lehrer Wilhelm Volk heiratete, die Geschäfte. Sie führte das Haus bis auf einen kleinen Anbau für die Gäste­ toiletten ohne größere Veränderungen

Ein Blick in die Geschichte:

1899 erbaute der Landwirt Johannes Ahlbrandt ein Wohnhaus mit Gastraum und Stallungen in Hartmannshain an der alten Straße zwischen Gedern und Grebenhain. Dieser Gasthof trug in der Zeit, in welcher er ihn mit seiner Frau Katharina betrieb, den Namen »Gasthof zur Eisenbahn«. 1910 übergab Johannes Ahlbrandt diesen Gasthof an seinen Schwiegersohn Karl Rühl, gelernter Metzgermeister, und dessen Frau, Ahlbrandts Tochter Lina. Karl Rühl erweiterte den Gasthof um ein Schlachthaus und wandelte den Getreidespeicher im Wohnhaus zu Fremdenzimmern um. Über dem Schlachthaus entstanden ebenfalls Fremdenzimmer. Bis in die Mitte der 20er Jahre führte er das Haus unter dem Namen: »Metzgerei-Pension Rühl«. Später benannte man es um in »Deutsches Haus«. Anfang der 40er Jahre baute er sogar noch eine kleine Tankstelle mit 2 Zapfsäulen dazu.

1964 übergab Klara Volk ihrem Sohn Manfred Volk und dessen Ehefrau Erna den Gasthof. Manfred, inzwischen Metzgermeister, ließ in den folgenden Jahren ein neues Schlachthaus errichten und den Tankstellenbetrieb einstellen. In den 70er Jahren renovierte man die Gasträume teils sehr aufwendig und errichtete noch einen Anbau zur Küche. Die in der Landwirtschaft gezogenen Rinder, Schweine und Schafe verarbeitete man seither nur noch für das Gasthaus. Von August 1995 an heißt dieser Betrieb »Tor zum Vogelsberg«. Nach dem Tode Manfreds führt Erna Volk das Gasthaus mit Metzgerei und eigener Landwirtschaft unter ihrem Namen, so dass im Jahre 1999 das 100-jährige Bestehen gefei­ert werden konnte.

2005 übergab sie den Betrieb an ihren Sohn Michael, der zwar die Landwirtschaft und Metzgerei aufgeben musste, dafür im Sommer 2007 einen Biergarten einrichtete. Und so präsentiert sich das »Tor zum Vogelsberg« auch für die nächsten Jahre als gemütlicher Treffpunkt mit deutscher Küche, für Ihre Familienfeier, Ihren Ausflug oder einen »genussvollen« Abend, als »Das« Wirtshaus mit Tradition. »Gut gelaunt genie­ ßen seit 1899« ist das Motto des Gasthauses.

Wir kennen unsere Region und ihre Stärken.

“Heimat”

Daher übernehmen wir Verantwortung und engagieren uns regional. Damit sichern wir aktiv die Entwicklung und Zukunft unserer Region - und das schon seit über 100 Jahren. Zählen Sie auf uns. Stabil. Sicher. Nah.

Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt. Wir machen den Weg frei.

VR Bank

Starnberg-Herrsching-Landsberg eG

www.vrsta.de


32 |

2 | 2011

E s s e n u n d Tr i n k e n

Andechser in Ludwigshafen Seit mehr als 25 Jahren besteht der Andechser Ausschank in Ludwigshafen

Am 1. Juni 2011 konnte der Betreiber des Andechsers, Salvatore Napoli, sein achtjähriges Jubiläum feiern. Im Herzen von Ludwigshafen lockt der Andechser Ausschank mit ur­ bayerischer Gastlichkeit und vielerlei Schmankerln aus Küche & Bierkeller.

K o ntakt

Andechser in Ludwigshafen Ludwigsstrasse 73 67059 Ludwigshafen Telefon: 0621/513 517 Telefax: 0621/526 252 kontakt@andechser-ludwigshafen.de www.andechser-ludwigshafen.de Öffnungszeiten: Montags bis Sonntags von 10 bis 24 Uhr Feiertage von 10 bis 24 Uhr

R

äumlichkeiten in verschiedenen Grö­ ßen bieten für fast alle Anlässe den entsprechenden Rahmen, um bayerischere Köstlichkeiten zu genießen. Der Andech­ ser bietet für 340 Personen Platz, sowie im schön angelegtem Biergarten nochmals für 280 Personen, die Hälfte davon sind überdacht. Spezialitäten des Hauses sind Schweinshaxen und Hähnchen vom Grill. Selbstverständlich kann der Gast auch einen Rostbraten oder Schnitzel bekommen. Im Sommer veranstaltet der Andechser regel­ mäßig Tanz mit Live Musik. Zudem wird an verschiedenen Terminen ein Ochs am Spieß gebraten. Ludwigshafen ist eine junge Stadt. Im Jahr 2003 wurde sie 150 Jahre alt. Die meisten ihrer Stadtteile, wie zum Beispiel Oggersheim, Oppau oder Rheingönheim, sind wesentlich älter und durch Eingemein­ dungen Teile der Stadt geworden. Heute präsentiert sich Ludwigshafen als moderne Industriestadt. Sie ist mit der Industrie, al­ len voran der BASF, groß geworden. Aber Ludwigshafen ist mehr als Industrie und Gewer­be: Attraktive Wohngebiete, ob aus der Gründerzeit oder aus den 90er Jahren, bestimmen das Bild genauso wie ausgedehn­ te innerstädtische Naherholungsgebiete. Der

Rhein gehört zum Stadtbild. Mit dem Pro­ jekt »Rheinufer Süd« – Wohnen, Arbeiten und Freizeit am Wasser – rückt der Fluss noch stärker ins Bewusstsein. Als eine von drei Großstädten des Rhein-Neckar-Dreiecks bietet Ludwigshafen alle Möglichkeiten zum Einkaufen, zum Kulturgenuss oder zum Freizeit­vergnügen.


|  33

2 | 2 011

Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Leben mit der Heiligen Schrift Pfarrer Richard Tyroller gestaltet ab November die Andechser Bibelabende

Ab November 2011 gestaltet Pfarrer Richard Tyroller eine neue Reihe der Andechser Bibelabende. Der ehemalige Pfarrer von Pähl ist mit dem Fünfseenland und dem Heiligen Berg eng verbunden. Schwerpunkt der Reihe ist das Johannesevangelium.

W

er sich mit dem christlichen Glau­ ben auseinandersetzen will, muß seine Wurzeln kennen. Pfarrer Tyroller möchte diese Wurzeln zusammen mit den Teilnehmern im Rahmen der Andechser Bi­ belabende wieder neu aufzeigen. In seiner Missionszeit mit dem Nomadenstamm der Gabbra – es war Erstevangelisierung unter den neuen Vorzeichen des Konzils – war das Evangelium nach Johannes das WORT . Die Gabbra leben treu in ihrem »Ersten Bund«, ihrer Gott-gegebenen Tradition. Da der Stamm, wie Israel, eine Verheißung hat, bleibt er offen für den Weg Gottes mit ihm, bereit für das WORT , Fleisch geworden in Je­ sus. »Zum Glauben kommen« und dadurch »das Leben haben« (Joh 20,31), – dafür ist die Geschichte Jesu erzählt und geschrieben. Das Volk Israel sammelt sich als Volk in der Wüste; entsprechend gibt es immer wie­ derkehrende Themen: Gott spricht – Weg – Licht – Wasser – Brot (Manna) – Hirt und Herde – »unser Gott« – Schutz, Geborgen­ heit – Einheit: das ist das Umfeld, in das hinein das »Wort Gottes« (Joh 1,1) oder »das Wort des Lebens« gesprochen ist und so den Neuen Bund begründet mit dem Ziel, »dass ihr das Leben habt und es in Fülle habt« (Joh 10,10).

Auf der lebenslangen Suche, »Gott zu erkennen« (Joh 14,7), kommt er jedem Men­ schen entgegen in Jesus. In Jesus beginnt der Mensch Gottes Herrlichkeit zu sehen und wird gleichsam in sie eingelassen (Joh 1,15). Da ist es gut, sich wieder »auf den Weg zu machen« (Joh 14,4), um »die Wahrheit« und »das Leben« und das Wunderbare unserer »Gemeinde der Glaubenden«, der Kirche, neu zu ertasten beim gemeinsamen Lesen des Evangeliums nach Johannes. Pfarrer Richard Tyroller war für sechs Jahre – zusammen mit Richard Steiner – in Mityana/Uganda, dann für 21 Jahre – zusam­ men mit seinem Bruder Xaver – beim No­ madenstamm der Gabbra im Norden Kenyas. Anschließend arbeitete er für zwölf Jahre als Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Rais­ ting/Pähl und wohnt nun seit zwei Jahren in Frieding. Die Bibel hat er neu zu lesen begonnen als Missionar bei den Gabbra, wo er das Wort Gottes so verkündigen musste, dass es sich wirklich inkarnieren, d.h. »Fleisch annehmen« konnte. So durfte er – nach ei­ genen Worten – selbst noch einmal »Christ« werden.

Termine

Termine der Andechser Bibelabende 8. November 2011, 6. Dezember 2011 10. Januar 2012, 7. Februar 2012 jeweils 19 Uhr im Fürstentrakt des Klosters Andechs


34 |

2 | 2011

Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Ein extrem politisches Stück Marcus Everding zur Inszenierung der ›Klugen‹ von Carl Orff

Das Märchen von der klugen Frau. So nennt es Orff in der Ansage zu Beginn. Wenn eines fest steht, dann, dass Märchen heute nur noch harmlos gesehen werden oder im schlimmsten Falle gar von Schlimmem ge­reinigt werden. Erzähl mir keine Märchen, sagt man, vollkommen verkennend, dass Märchen alles sind nur keine Märchen.

N

ur wenn es einen konkreten, sehr realistischen Untergrund für die Ge­ schichte gibt, kann daraus das werden, was wir als Märchen kennen. Könige und ihre Liebesnöte hat es früher sehr häufig gegeben. Mögen sie auch keine Frösche gewesen sein, aber wer kennte nicht das verkannt werden und durch einen Kuss erkannt werden. Klas­ sischer Liebesalltag. Aber auch böse Perso­ nen, in Märchen gerne als Hexen gemalt, sind nichts, was es heute nicht gäbe, sie se­ hen nur nicht ganz so hexenhaft aus, wenn­ gleich so mancher Potentat in seinen Phanta­ sieuniformen nah heran kommt. Potentat, da sind wir mitten in der Klu­ gen. Ein Diktator, in unserem Märchen natür­ lich König genannt, herrscht mit böser Will­ kür in seinem Land. Ausgeplündert hat er es, jeder muss sich vor den Launen des Königs fürchten, seine Umgebung wie aber auch die Untertanen; niemand ist sicher. In der Klugen werden wir Zeuge von hinterhältigen RätselFallen, übler Rechtsbeugung und rasender Egozentrik. Bis der König in Person der klu­ gen Frau auf etwas stößt, was ihm gänzlich unbekannt ist: Die Liebe. So ist auch das gan­ ze Stück in Konsequenz ein Rätsel: Wie kann eine schöne junge Frau einen bösen Macht­ haber lieben, der noch dazu ihre Familie mit

dem Tode bedroht? Wir werden es nicht im Sinne einer Kreuzwortlösung erleben, wie es geschieht, aber wir sehen, dass es geschieht und können uns, welches Märchen ohne Moral von der Geschicht, danach mit dem Ungeheuerlichsten beschäftigen, was es gibt: Die alles verzehrende Liebe, die anarchische Kraft, die in uns allen schlummert und die vermag, alle Grenzen zu sprengen, will sagen: im Kusse zu überwinden. Vielleicht wird sie daher so gerne eingesperrt, konserviert und scheinheilig zelebriert. Sie kann, was unse­ rem gesellschaftlichen Regelwerk scheinbar nicht entspricht. Den anderen sehen, wie er wirklich ist und nicht seine Reputation. Die häufig glitzernde Welt der Journale und Me­ dien verkehrt genau das ins Gegenteil. Die aufgeputzte Welt der Schönen und Reichen ist kein Märchen aus Tausend und einer Nacht, sondern eine Lüge. Märchen wollen genau diesen Lügen entlarvend entgegentre­ ten. Dies soll auch die Neuinszenierung der Klugen bewirken: Ein Land in Not und Elend, Menschen, die mit dem Strom schwimmen, und Opfer, ein König, der alles lenkt und rich­ tet, eine kluge schöne besonnene junge Frau, die den Zwang umgekehrt in Zuneigung. Da­ mit am Schluss ohne Lorbeerkränze die Liebe in zartem Triumph siegt.

Vincent Wojdacki (stehend) als Kerkermeister und im Kerker Andreas Kohn als Bauer

Ca r l O r ff - F e stsp i e l e 2 011

Die Kluge – Die Geschichte von dem König und der klugen Frau Aufführungen (im Florian-Stadl) 29. Juli 2011, 19.00 Uhr, premiere 30. Juli 2011, 19.00 Uhr 31. Juli 2011, 16.00 Uhr 5. August 2011, 19.00 Uhr 6. August 2011, 19.00 Uhr 7. August 2011, 16.00 Uhr Neu-Inszenierung Musikalische Leitung: Christian von Gehren Inszenierung: Marcus Everding Bühne und Kostüme: Thomas Pekny Licht: Georg Boeshenz Es spielt die Andechser ORFF-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters. Ticketpreise: 50,–/40,–/30,–/20,– /15,– Euro


Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n   |   3 5

2 | 2 011

Europäische Orgellandschaften – Tschechische Republik, Russland, Mitteldeutschland

Kloster Andechs Orgelsommer 2011

Unter dem Motto »Europäische Orgel­landschaften III – Tschechische Republik, Russland, Mitteldeutschland« sind auch in diesem Jahr renommierte Orga­nisten wie der Domorganist des Königsberger Doms und der Organist der Kreuzkirche Dresden zu Gast in Andechs. Ein Schwerpunkt der Programmgestaltung sind in diesem Jahr Werke von Johann Sebastian Bach.

13. August 2011: 6. Andechser Orgelfest

27. August 2011: Schwerpunkt Russland

10. September 2011:

Das insgesamt vierstündige Konzert mit ab­ wechslungsreichem Programm – in diesem Jahr werden neben Werken für Orgelsolo auch Werke für Posaune und Orgel sowie Chorstücke zu Gehör gebracht – wird auch auf den Kirchenvorplatz übertragen. Dort können sich die Besucher während des Kon­ zerts mit Getränken und rustikalem Essen stärken.

Der 1983 geborene Artem Khatchaturov wur­ de bereits mit 24 Jahren zum Domorganisten in Kaliningrad (Königsberg) berufen. Neben diversen Aufnahmen für Funk und Fernse­ hen spielte er auch zwei Solo-CDs ein. Sein Programm sieht neben Werken von Johann Sebastian Bach und Josef Rheinber­ ger vor allem Werke russischer Meister vor wie das Präludium und Fuge »a la russe« von Wjatscheslaw Karatygin und die Passacaglia aus der 1963 entstandenen Oper »Katerina Ismaijlowa« von Dimitrij Schostakowitsch. Dabei handelt es sich um eine entschärfte Zweitfassung seiner 30 Jahre zuvor geschrie­ benen »Lady Macbeth von Mzensk«.

Schwerpunkt Mitteldeutschland

20. August 2011: Schwerpunkt Tschechische Republik

Die Reihe »Europäische Orgellandschaften« wird vom tschechischen Organisten Lukas Trykar eröffnet, der am Prager Musikkonser­ vatorium studierte. Konzertreisen führten ihn von Griechenland, Belgien, der Schweiz, und Großbritannien bis nach Kanada und Südafrika. Zu Beginn erklingt Johann Sebastian Bachs große Fantasie und Fuge g-moll BWV 542. Daneben werden Werke tsche­ chischer Komponisten wie Otmar Machas »Prager Fantasie für Orgel« oder das »Molto Ostinato« aus der populären ›Sonntagsmusik‹ von Petr Eben zu Gehör gebracht.

3. September 2011: Anton Ludwig Pfell

Anton Ludwig Pfell eröffnet sein Konzert mit dem meditativen Präludium und Fuge A-Dur von Johann Sebastian Bach, dessen Fuge im canzonenhaften Stil gehalten ist. Nach den Bachschen Chroralbearbeitungen aus den ›Schüblerschen Chorälen‹ folgen die Toc­ cata und Fuge g-moll von Max Reger sowie die für Orgel bearbeitete Ouvertüre aus dem selten aufgeführten Oratorium »Die Legen­ de der Heiligen Elisabeth« von Franz Liszt. Das Konzert schließt mit Liszts B-A-C-H, ei­ ner virtuosen musikalischen Verbeugung vor dem großen Leipziger Komponisten.

Holger Gehring wurde 1969 in Bielefeld geboren und studierte Kirchenmusik und künstlerisches Orgelspiel an den Musikhoch­ schulen in Lübeck, Frankfurt und Stuttgart. 2004 wurde er zum Kreuzorganisten an die Kreuzkirche Dresden berufen. Gehring eröffnet seinen Konzertabend mit Präludium und Fuge e-moll BWV 548 und der Triosonate Nr. VI G- Dur, womit er dem Andechser Publikum zwei der an­ spruchsvollsten Orgelwerke Bachs präsen­ tiert. Nach dem Concerto d-moll BWV 596 folgen Werke Johann Pachelbels und August Gottfried Ritters. T e r m i n e u nd P r e i s

Andechser Orgelfest 13. August 2011, 18.00 bis 22.00 Uhr, 15,– Euro, für Schüler und Studenten 10,– Euro Orgelkonzerte 10,– Euro, für Schüler und Studenten 5,– Euro


36 |

2 | 2011

Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Colloquium Benedictinum® Auszug aus dem aktuellen Programm

auslegung deR heiligen schRift Freitag: 30. 9., 7. 10., 28. 10., 4. 11., 18. 11. 2011, jeweils 20 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum

Das vollständige Programm erhalten Sie an den Pforten von Sankt Bonifaz und

n

Kloster Andechs

Donnerstag, 29. 9., 27. 10., 24. 11. 2011, 16.30 Uhr, Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum n

der Gesellschaft Teilhard de chardin stellt

Zeichensprache des Glaubens:

essays vor und interpretiert sie.

Die biblischen Bilder des Apostolischen

Leitung: Gerhard H. Sitzmann, 1. Vor­ sitzender Gesellschaft Teilhard de Chardin, Postfach 38, 93322 Abensberg Kontakt: Regina v. Szemerey, Tel.: 089/47099799

Glaubensbekenntnisses

Referenten: Pater. Dr. Stephan Dorner OSB, Dr. Anton Deutschmann colloQuium benedictinum Dienstag, 11. 10. 2011, 20 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Saal n

ein bibelabend fÜR fRauen

›Viele haben es schon unternommen‹

Dienstag: 25. 10. 2011, 20 Uhr Jugendhaus Sankt Bonifaz, Raum Jona

(Lk 1,1): Neuere deutsche Bibelübersetzungen im Vergleich

n

Gott handelt an, mit und durch Frauen –

Lebensbilder aus Sankt Bonifaz und Andechs Anhand von Archivalien aus den Archiven von Sankt Bonifaz und Andechs werden Lebensweg und Wirkungsfelder zentraler Mönchsgestalten aus Sankt Bonifaz vor dem Hintergrund ihrer Zeit vorgestellt.

du, meine Freundin, je du bist schön‹ – Das hohelied

In der Bibel begegnen uns verschiedene Frauengestalten. Mit Informationen über den exegetischen Hintergrund und im gemeinsamen Gespräch wollen wir uns gemeinsam diesen Frauen nähern und ihre Bedeutung für unser heutiges Leben entdecken. Referentin: Sabine Leitl, Gemeinde­ referentin, Pfarrei Sankt Bonifaz Weitere Informationen über das Pfarrbüro Sankt Bonifaz, Telefon 089/55171­200, E­Mail: familie_leitl@hotmail.com

Dienstag, 15. 11. 2011, 20 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Saal ›ich schreibe ihnen im Namen unser aller, wie unser hochwürdigster herr Abt sagt, als ›Feldpostmeister‹ unseres hauses … ‹

Von 1940 bis 1945 wurden von Pater Willi­ bald Mathäser im Auftrag von Abt Bonifaz Wöhrmüller 52 Briefe an die Mitbrüder im Feld verfasst und in ganz Europa verschickt – Bindeglied des auseinander gerissenen Konvents und Spiegel der Ereignisse in und um Sankt Bonifaz. Referentin: Dr. Birgitta Klemenz, Archiva­ rin der Abtei Sankt Bonifaz

aus deR geschichte deR abtei sanKt bonifaz

Frauengestalten in der Bibel: ›Schön bist

Eine häufig gestellte Frage ist die nach der »richtigen« Bibelübersetzung. Das Über­ tragen der Bibel ist eine Aufgabe, die sich jeder Generation neu stellt. Referenten: Pater Dr. Stephan Dorner OSB, Dr. Anton Deutschmann

n

Teilhard de chardin-Arbeitskreis München

Dienstag, 18.10. 2011, 17 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum n

(1813–1873), Fr. wunibald Laib (1821– 1882), Pater Pius Meier (1896–1982)

Referentin: Dr. Birgitta Klemenz, Archivarin der Abtei Sankt Bonifaz

Dienstag, 15. 11. 2011, 17 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum

foRum PhilosoPhie n

n

Künstlermönche: Pater Bonifaz Kaeser

Der Konvent im Bild: Gemälde und Foto-

Mo., 26. 9., 24. 10., 14. 11. 2011, 20 Uhr, Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum

grafien der Mönche von Sankt Bonifaz

Philosophischer Lesekreis

Referentin: Dr. Birgitta Klemenz, Archivarin der Abtei Sankt Bonifaz

Die Suche nach Gott – in der Mystik des Mittelalters

Referenten: Altabt Dr. Odilo Lechner OSB, Dr. phil. Dr. theol. Richard Schneider

und Andechs


Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n   |   3 7

2 | 2 011

Reisen in Kunst und Kultur 21. 9. 2011 (von Toulouse in das Hügelgebiet des Armagnac), 12. 10. 2011 (von Bayonne nach Bordeaux), 16. 11. 2011 (Bordeaux), jeweils 20 Uhr, Zentrum Sankt Bonifaz, Saal n Südwestfrankreich

– zwischen Toulouse,

Bordeaux und den Pyrenäen

Referent: Dozent und Fotopublizist für Architektur und Kunstgeschichte Richard Konstantin Blasy Mittwoch, 9. 11., 30. 11. 2011, 20 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Saal n Giotto

di Bondone: Die Scrovegnikapelle

in Padua

Dieses wichtigste Werk aus der Hand Giot­ tos ist durch den enormen Zulauf nur sehr eingeschränkt zu besichtigen. Ein Album mit 90 Dias, das dem Referenten in die Hände gefallen ist, erleichtert den Zugang. Referent: Raymund Hürland

Lebensgeschichten »Ins Gespräch kommen – Leben in unserer Stadt« – Das Münchner GeschichtenForum der Generationen, eine lebendige Möglichkeit der Begegnung.

Charismatische Erneuerung Freitag, 30. 9., 28. 10., 25. 11. 2011, 19 Uhr Sankt Bonifaz, Krypta n Charismatischer

Gottesdienst

Ansprechperson: Pater Dr. Korbinian Linsenmann OSB, Tel.: 089/55171-200 Vorbereitungsteam: Dominik und Barbara Milla, Tel.: 089/62269962, Ana Eisen, Helmut Penka, Hermann und Birgitt Glogger Wir sind sonntags im 9-Uhr-Amt und anschließend im Jugendcafe anzutreffen. Freitag, 25. 11. 2011, 21.15 Uhr (nach dem charismatischen Gottesdienst) bis 24 Uhr, Sankt Bonifaz, Werktagskirche n Nachtanbetung

»Betet ohne Unterlass!« Das versuchen wir einige Nachtstunden lang vor dem Aller­ heiligsten auf verschiedene Weise: in der stillen persönlichen Anbetung, mit Lob­ preisliedern, durch Meditation von Bibel­ texten, durch gemeinsames Gebet und Für­ bitte. Verantwortlich: Birgitt Glogger, Tel.: 089/8122779 Mittwoch, 19.15 Uhr Sankt Bonifaz, Jugendhaus, 1. Stock, Meditationsraum n Jugendgebetskreis

Konzerte in Sankt Bonifaz Sonntag, 24. 9. 2011, 16.30 Uhr Basilika Sankt Bonifaz n Orgelkonzert

zum 200. Geburtstag von

Franz Liszt

Franz Listz (1811–1886): Fantasie und Fuge über den Choral: »Ad nos, ad salutarem undam« u. a. Prof. Harald Feller, Orgel Eintritt: Euro 10,– Sonntag, 16. 10. 2011, 16.30 Uhr Basilika Sankt Bonifaz n Orgel

und Rezitation

Heinrich von Kleist (1777–1811): Die heilige Cäcilie oder Die Gewalt der Musik Henning Westphal, Lesung, Martin Fleckenstein, Orgel Eintritt: Euro 10,– Samstag, 3. 12. 2011, 20 Uhr, Sonntag, 4. 12. 2011, 16 Uhr Basilika Sankt Bonifaz n Oratorium

›The Messiah‹

Georg Friedrich Händer (1685–1759) Stiftskantorei Sankt Bonifaz, Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters, Leitung: Martin Fleckenstein

der Charismatischen

Erneuerung: Lobpreis und Fürbitte

Mittwoch, 19. 10. 2011, 20 Uhr Jugendhaus Sankt Bonifaz n Gerd

Holzheimer

gebürtiger Münchner und Verfasser von Romanen, Erzählungen, Reportagen und satirisch-essayistischen Lexika, Studium der Germanistik, Geschichte, Politischen Wissenschaften und Philosophie und Pro­ motion über den »Wanderer Mensch«.

»Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten und in allem wach­ sen, bis wir ihn erreicht haben. Er Christus, ist das Haupt.« (Epheserbrief 4,15) Weitere Informationen unter www.jce.info oder bei Sina Fackler, Tel.: 089/80924005, E-Mail: sina.vera@gmail.com ÖKUMENISCHES GEBET Jeden 1. Dienstag im Monat um 19.15 Uhr Sankt Bonifaz, Krypta n ›Dass

alle eins sind‹ (Joh 17,11)

Ökumenisches Gebet der Gemeinden Sankt Bonifaz, Sankt Ludwig, Sankt Martin und Sankt Willibrord

Inf o r mat i o n e n

Fragen zum Colloquium Benedictinum ® beantworten gerne: P. Anno Bönsch, Leiter des Programms; Emma Rasch, Sekretariat Telefon 089/55171-112 Bürozeiten: Montag, Dienstag und Donnerstag, 8 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, Mittwoch, 8 bis 12 Uhr


38 |

2 | 2011

Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Veranstaltungen in Andechs

besinnung und zeiten des stilleWeRdens

festliche gottesdienste in deR WallfahRtsKiRche andechs

Jeden zweiten Freitag im Monat, 9. 9., 14. 10, 11. 11. 2011, 19 Uhr Hedwigskapelle Andechs n

Musikalische Gestaltung der Gottesdienste: Chor, Solisten und Orchester, Andechser Chorgemeinschaft, Leitung: Anton Ludwig Pfell

Abendgebet mit Gesängen aus Taizé

Leitung: Florian Bartl, Tel.: 08152/999274 Musikalische Gestaltung: Anton Ludwig Pfell

geistliche abendmusiK in deR WallfahRtsKiRche andechs Musikalische Gestaltung: Andechser Chorgemeinschaft, Mozart Vokal Ensemble Andechs, Leitung: Anton Ludwig Pfell

Sonntag, 7. 8. 2011, 10.15 Uhr n

Festspielgottesdienst

zum Abschluss der Carl Orff­Festspiele 2011 Montag, 15. 8. 2011, 10.15 Uhr n

Pontifikalamt zu Mariä himmelfahrt

Joseph Haydn (1732–1809): Kleine Orgelsolomesse

Samstag, 5. 11. 2011, 18 Uhr n

Musik zum Totengedenken


2 | 2 011

Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n   |   3 9

Hoch hinaus mit dem Teleskop-Kran

Familie nt ag am Heil igen Be rg Bayerns

Der Familientag am Heiligen Berg lockt in diesem Jahr mit einem besonderen Höhepunkt. Ein TeleskopKran verschafft Eltern und Kindern, Omas und Opas und der ganzen Familie auf einer Höhe von rund 60 Meter einen besonderen Ausblick auf das Kloster Andechs und seine Umgebung. Abwechslungsreich gestaltet sich das Programm, zu dem die Mönche des Klosters am Montag, den 3. Oktober, zwischen 10.00 und 16.45 Uhr Familien einladen, um einen Tag am Heiligen Berg zu verbringen. Ein Familiengottesdienst um 17.00 Uhr in der Andechser Wallfahrtskirche rundet den Tag ab.

A

uch in diesem Jahr werden viele Salto­künstler am Bungee-Trampolin wieder ihr Können zeigen. Im Rahmen von speziellen Führungen können Kinder und Jugendliche die Wallfahrtskirche, ihre Orgel sowie den Kräutergarten entdecken. Mit den Maltesern zusammen können die Kinder ei­ nen Rettungswagen ganz genau inspizieren. Und da an diesem Zeit die Malteser nicht im Einsatz sind, ist auch genügend Zeit für alle Fragen rund um das Rettungswesen. Am und im Florian-Stadl verwandeln sich einfache Bierfilze wiederum mit Fantasie und Begeisterung in kleine Kunstwerke. Am Klosterweiher können sich Jungen und Mäd­ chen unter Anleitung im Angeln üben. Part­ ner des Klosters und seiner Wirtschaftsbe­ triebe beteiligen sich mit einer Hüpfburg und Glücksrädern am Familientag. Und vor dem Klostergasthof wird ein Zauberkünstler nicht nur ein Lächeln in die Gesichter zaubern. Im Florian-Stadl zeigen Kinder-Trachten­ gruppen, Kindergärten und Schulen aus der Region, dass Singen und Tanzen nicht nur

am

3. 10. 20 11 wieder

toll aussieht, sondern auch eine Menge Spaß macht. Vor dem Florian-Stadl kommen die Heuhupfer wieder voll auf ihre Kosten. Nicht weit davon entfernt sind dann die Hopfenzu­ pfer aus der Hallertau anzutreffen. Sie zeigen, was man aus Hopfen – außer einem guten Bier – noch alles machen kann. Im Wappensaal des Andechser Bräustüberls wird die Schminkstation allerlei einzigartige Fantasie-Wesen hervorbringen. Richtig austoben und ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen können Groß und Klein beim Kübelspritzen, Tragelklettern, Tragel­ rutschen und bei den Machtlfinger Bogen­ schützen. Einen kleinen Ausflug in die Um­ gebung bietet eine Kutsche mit einem Paar stattlicher Shire Horses. Die Klostermetzgerei sorgt mit Würsteln, Steaks und anderen Grill-Spezialitäten fürs leibliche Wohl. Andechser Klosterbiere und die Andechser Alkoholfreien werden selbst­ verständlich ebenso nicht fehlen wie eine zünftige Blasmusik. Zugunsten der Obdach­ losenarbeit im Haneberghaus der Abtei Sankt

Bonifaz verkaufen Fr. Emmanuel und seine Helfer Pommes frites. Wer den Tag aber lie­ ber bei Kaffee und Kuchen verbringen möch­ te, findet beides wiederum zuverlässig bei den Andechser Landfrauen im Pferdestall. Auch öffnet der Büchermarkt am Pfarr­ haus gegenüber der Wallfahrtskirche wieder seine Tore. Der Erlös geht an Projekte der Missionsbenediktinerinnen von Tutzing in Brasilien.


40 |

2 | 2011

Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Romantik, Realismus, Revolution Das 19. Jahrhundert ist der Schwerpunkt am Tag des offenen Denkmals im Kloster Andechs 11. September 2011

Auch heuer öffnet das Kloster Andechs zum europaweiten Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2011, von 11 bis 17 Uhr einige der Türen und Tore am Heiligen Berg, die sonst nicht frei zugänglich sind. Zum Thema »Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert« bietet der Heilige Berg vielfältige Anknüpfungspunkte, vor allem im Blick auf die wechselvolle Geschichte des Klosters Andechs von der Säkularisation 1803 bis zum Beginn des modernen Industriezeitalters in Oberbayern.

F ü h r u ng e n i n S T. B o n i faz

Mönche führen durch Kloster u. Basilika Auch die Abtei Sankt Bonifaz in der Münchner Karlstraße 34 beteiligt sich in diesem Jahr zum ersten Mal am Tag des offenen Denkmals. Das Benediktinerklos­ ter in der Münchner Maxvorstadt öffnet an diesem Tag unter anderem die sonst nicht zugängliche Klausur der Mönche im Rahmen von zwei Führungen um 16 und 17 Uhr. Mönche des Klosters übernehmen die Führungen und stehen für Fragen rund um das klösterliche Leben in der Großstadt München gerne zur Verfügung. Im Saal des Zentrums St. Bonifaz ist zudem der Film »Die Mönche der Benedik­ tiner­abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs« zu sehen. Um 18.15 Uhr besteht die Möglichkeit, die Sonntags­vesper in der Basilika mitzufeiern. Für Rückfragen steht das Kloster gerne zur Verfügung: Tel.: 089/55171-112 oder rasch@sankt-bonifaz.de.

M

it dem Motto »Romantik, Realis­ mus, Revolution – Das 19. Jahr­ hundert« am Tag des offenen Denkmals 2011 bietet das Kloster Andechs eine ganze Fülle von Besichtigungs- und Besuchsmöglich­ keiten. Die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 19. Jahrhunderts prägten auch zutiefst die Geschichte des Klosters An­ dechs. Durch die napoleonischen Kriege und den Rheinbund erlosch das Heilige Römi­ sche Reich Deutscher Nation. Mit der Säku­ larisation 1803 endete zunächst die über dreihundertjährige Präsenz der Benediktiner auf dem Heiligen Berg. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass nur etwa eine Generation später das Kloster Andechs auf Initiative der Wittelsbacher wieder erstehen sollte – als Wirtschaftsgut der von König Ludwig I. 1850 neu gegründeten Abtei Sankt Bonifaz in München. Daher wird auch an diesem Tag um 11 Uhr der langjährige Präsi­ dent der TU München, Prof. Otto Meitinger, einen Vortrag über die Grablege der Wittels­ bacher in Andechs halten.

Wirtschaftliche Blüte, verbesserte Reise­ wege und Transportmittel machten das Rei­ sen im 19. Jahrhundert zunehmend komfor­ tabler und für breitere Bevölkerungsschich­ ten erschwinglich. Die 1884 genehmigte, aber dann erst 1903 eröffnete Lokalbahn Pasing—Herrsching zeugt davon. Mit ihrer Eröffnung und dem einsetzenden Besucher­ strom aus München und Umgebung beginnt auch für den Heiligen Berg ein neues Kapitel als Ausflugsziel. Die fortschreitende Industrialisierung verändert auch das Erscheinungsbild des Klosters. Kloster- und Wirtschaftsgebäude werden unter Prior Magnus Sattler moderni­ siert. 1871 wird die Brauerei auf Dampfbe­ trieb umgestellt. Zwei Jahre später werden Fassstadel und Lagerhalle, 1894 das Sudhaus erneuert. 1906 entsteht als eines der ersten Industriebauten in Oberbayern in Stahlbeton­ bauweise eine mehrstöckige Mälzerei, die den Heiligen Berg gleichzeitig nach Osten hin abstützt. Vor dem Hintergrund des Leitthemas werden alle Führungen am Heiligen Berg


2 | 2 011

Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n   |   4 1

Blasmusik auf der Bräustüberl-Terrasse

am Tag des offenen Denkmals das 19. Jahr­ hundert besonders in den Blick nahmen. Da­ bei weckt die Führung durch die Andechser Wallfahrtskirche und die Heilige Kapelle ein Gefühl für Ursprung und den geistlichen Kern des Heiligen Berges als ältestem Wall­ fahrtsort Bayerns. Ein Gang über den Wittels­ bacher Friedhof unterhalb des Heiligen Ber­ ges bringt den Besuchern die Stifterfamilie des Klosters Andechs näher. Ebenso sind die Fürstenräume des Klosters, die Repräsen­ta­ tionsräume der Wittelsbacher, im Rahmen von Führungen zu besichtigen. Führungen durch die Klosterbrauerei infor­mieren über die Geschichte und Gegen­ wart benediktinischer Braukunst am Heiligen Berg. Im Mittelpunkt dieser Brauereiführun­ gen steht die benediktinische Brautraditi­ on, die heute noch mit Hilfe hochmoderner Brautechnologie gepflegt wird. Aufgrund der Erfolge in den letzten Jah­ ren bietet die Klosterbrennerei auch heuer durchgehend Informationen und Verkostun­ gen an. Auch durch den Andechser Kräuter­ garten wird wieder fachkundig geführt. Vor dem Pfarramt gegenüber der Wallfahrtskir­ che findet zudem ein Büchermarkt zuguns­ ten eines Projektes der Missionsbenediktine­ rinnen in Tutzing statt, die sich in Brasilien besonders für Kinder einsetzen. Alle Führungen sind kostenfrei. Detail­ informationen zu den einzelnen Führungen und den Treffpunkten sind ab Anfang Sep­ tember auf der Homepage des Klosters unter www.andechs.de zu finden.

jeweils 12.00 bis 14.30 Uhr; nur bei Biergarten-Wetter 7. 8. Sonntag Trachtenkapelle Scheuring 14. 8. Sonntag Hochberghauser Blasmusik 15. 8. Maria Himmelfahrt Blaskapelle Entraching 21. 8. Sonntag Blechtett Scheuring 28. 8. Sonntag Blaskapelle Seefeld 4. 9. Sonntag Blaskapelle Erling/Andechs

11. 9. Sonntag Stadtmusikkapelle Weilheim 18. 9. Sonntag Högl Buam 9. 10. Sonntag Blaskapelle Frieding 16. 10. Sonntag Blaskapelle Max Pflüger 2 3. 10. Sonntag Achtaler Musikanten


42 |

2 | 2011

Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Kunst und Bier am Heiligen Berg Künstler-Symposium ›Kunst und Bier‹ vom 16. bis 22. August 2011 am Kloster Andechs

Das Kloster Andechs, die Georg Zentgraf-Stiftung und die Gemeinde Andechs veranstalten vom 16. bis 22. August 2011 das Symposium »Kunst und Bier« auf dem Hl. Berg. Dabei werden besondere und einzigartige Interpretationen des Themas »Kunst und Bier« entstehen. Die vier von einer Jury ausgewählten Künstler erstellen ihre Arbeiten am Maibaumplatz unterhalb des Bräustüberls. Besucher des Heiligen Berges können dabei den Preisträgern ab dem 16. August bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen. Im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde Andechs arbeiten die Teilnehmer des Symposiums am 18. August zwischen 9 und 12 Uhr mit Kindern von 7 bis 11 Jahren und leiten die Kinder bei der handwerklichen und künstlerischen Gestaltung von Kunstwerken an.

D

ie Künstler und Bildhauer Bernhard Apfel aus Leimen, Jean Kirsten aus Dresden, Michael Lauss aus Wegscheid und János Ruppert aus Szekszárd in Ungarn be­ streiten heuer das Symposium am Heiligen Berg. Nicht einfach war es für die Jury bei ihrer Sitzung am 29. April im Kloster An­ dechs aus mehr als 20 Einsendungen aus Deutschland, Österreich und Ungarn sowie der Türkei die Teilnehmer des Symposiums auszuwählen. Jean Kirsten, 1966 in Dresden geboren, studierte 1990 bis 1995 Malerei/Grafik bei Günter Horlbeck an der Hochschule für Bil­ dende Künste Dresden. 1994 erhielt er den Förderpreis für Bildende Kunst des Bundes­ ministers für Bildung und Wissenschaft. Von 1995 bis 1997 war er Meisterschüler und von

Entwurf ›Bairisches Mysterienspiel – a.d. 2011‹ von Bernhard Apfel

1998 bis 2004 künstlerischer Assistent bei Günther Hornig. Seit 2004 lebt und arbeitet er in Dresden. Andechs ist für Jean Kirsten aufs engs­ te mit Carl Orff verbunden. Schon vor fünf Jahren hat er hier sein Grab besucht. Carl Orff und seine Musik waren für seine Arbeit immer sehr wichtig. 2001 hat er ein Ausstel­ lungsprojekt zu Orffs Stück »Das Spiel vom Ende der Zeiten« realisiert. Sein Entwurf zum Thema »Kunst und Bier« möchte Zitate Orffs im Blick auf das gesellige Biertrinken nutzen. Diese Zitate werden collageartig auf zwei miteinander verbundene Würfel gezo­ gen. Skulptur und Text treten somit in einen Dialog. Spannende Momente bei der Entstehung des Kunstwerks von Bernhard Apfel dürf­

ten garantiert sein. 1947 in Bad Tölz geboren, arbeitete er von 1962 bis 1998 in einem Ver­ waltungsberuf und machte sich 1999 als Bild­ hauer selbstständig. Der Autodidakt nahm private Kurse bei Hans Reiser und Simon Dit­ trich. 2009 und 2010 war er Dozent an der Sommerakademie Frauenau. Seither beteiligt er sich an zahlreichen Ausstellungen und Bildhauersymposien, so zum Bespiel 2007 in Davos, 2008 in Kaltennordheim (Thüringen) und 2010 in Reckental (Rheinland­Pfalz) und Seßlach in Oberfranken. Von 2006 bis 2009 nahm er am Bildhauersymposium St. Blasien im Schwarzwald teil, wo er 2009 den Preis der Jury erhielt. Seinen Beitrag für das Symposium »Kunst und Bier« hat Bernhard Apfel mit »Bairisches Mysterienspiel – a. d. 2011« betitelt. Mysteri­


2 | 2 011

Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n   |   4 3

Jury: Georg Zentgraf, P. Valentin, Anna E. Neppel, Andreas Stöttner, Lothar Hufnagel, Max Amberger, Fr. Lambert, Barbara Rösch-Zentgraf und Hubert Huber

enspiele wurden im Mittelalter oft vor (Klos­ ter-)Kirchen, Domen oder Abteien aufgeführt. In der Regel war dies ein weltliches und kleri­kales Ereignis. Diese enge Verbindung von religiöser Einkehr und weltlichem Ge­ nuss möchte er mit seiner Skulptur verdeut­ lichen. Die ca. zwei Meter hohe Holzfigur wird »bekrönt« mit einem etwa 80 bis 100 cm hohen Gesprenge, in welches seitig zwei (Zapf-)Hähne integriert sind. Mittig wird eine kleine Holzfigurine über das »Ganze« gewis­ sermaßen Regie führen. Apfel denkt dabei an den »fremden Gagler«, eine Figur aus Carl Orff’s bairischer Komödie »Astutuli«, die in Andechs natürlich bekannt ist. Michael Lauss, 1955 in Linz geboren, wuchs in Nebelberg im oberen Mühlvier­ tel auf und wohnt heute in Messnerschlag, wo er als Bildhauer und Maler tätig ist. Von 1994 bis 2000 hatte er sein Atelier in Passau, seither in Linz. 2007 erhielt er den Kultur­ preis des Landkreises Passau. Seit über zwan­ zig Jahren beteiligt er sich an internationalen Bildhauersymposien, u. a. in Hauzenberg, Bayern (2007), Bad Goisern, im Rahmen der Landesausstellung Oberösterreich (2008), Aldersbach, Bayern (2008) und Wegscheid, Bayern (2010). Für »Kunst und Bier« wird er eine Skulp­ tur aus Eiche mit dem Titel: »Stillleben« oder »Ozapft wird« fertigen. Holz und Farbe sind seine bevorzugten Materialien. Die benutzt er, um die Baumstämme zu zerkleinern. Die auf diese Weise entstandenen Holzteile baut

er zu Bildern und Objekten zusammen und bemalt sie anschließend. János Ruppert wurde 1959 in Fünfkir­ chen( Südungarn) geboren. Ein künstleri­ sches Studium absolvierte er in Pécs. Von 1983 bis 1986 war er Zeichner in einem Filmstudio in Pécs, danach arbeitete er ein Jahr lang Baubildhauer, anschließend als Dekorateur bei verschiedenen Druckereien. Von 1989 bis 1991 ist er Bühnenbildmaler im

Nationaltheater in Pécs. Seit 1991 arbeitet er als freischaffender Künstler. Eigene und Gruppenausstellungen führen ihn auch nach Deutschland und Italien. János Ruppert wird auf dem Symposium »Kunst und Bier« eine Metall-Skulptur mit dem Titel »Die schöne Kellnerin« realisieren. 2011 ist der Heilige Berg zum neunten Mal Austragungsort des Symposiums »Kunst und Bier«, das vom Kloster Andechs, der Georg Zentgraf-Stiftung und der Gemeinde Andechs gemeinsam veranstaltet wird. Am Maibaum unterhalb des Klosters beginnen die Künstler am 16. August ihre Arbeit, un­ ter anderem mit der Kettensäge. Die Besu­ cherinnen und Besucher des Heiligen Berges können dann bis zum 22. August 2011 den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und die Entstehung der Kunstwer­ ke verfolgen. Die Arbeiten werden nach dem Künstlertreffen für ca. drei Jahre in der Um­ gebung des Heiligen Berges ausgestellt.


44 |

2 | 2011

Pa n o r a m a

In magisches Licht getaucht Ein Rückblick auf die Carmina Burana der diesjährigen Carl Orff-Festspiele Andechs

Zu den Carmina Burana hat sich Carl Orff laut Partitur »magische Bilder« vorgestellt. Marcus Everding, Künstlerischer Leiter der Carl Orff-Festspiele Andechs, hat aus diesem Hinweis ein besonderes Licht­konzept erarbeitet. Hier stellt er es noch mal vor.

E

in Rad dreht sich. Doch nicht irgend­ ein Rad, sondern das Schicksalsrad. Mal oben beschienen von der Sonne des Er­ folgs, mal unten gedrückt und leidend. Für sich genommen eine banale Erkenntnis, und wer könnte darüber kein Lied singen. Carl Orff hat aus dieser Erkenntnis und aus den derb, fröhlich, romantisch erotischen Szenen Lieder geschrieben. Cantiones profanes hat er darunter gesetzt. Profane, weltliche Gesänge. Gewiss hatte er nicht den heutigen Beiklang von profan im Sinn. Zu seinen Carmina, Lie­ dern hat er sich, wie er hinzufügt imagibus magicis, magische Bilder vorgestellt. Letztlich hatte er sogar assoziative Filme im Blick.


Pa n o r a m a   |   4 5

2 | 2 011

Was also werde ich sehen, wenn ich höre?

Schon aus der Vorstellung eines sich drehen­den Rades lassen sich leicht unter­ schiedliche Lichteinfälle erdenken. Oben hell, unten dunkel, auf dem Weg nach oben oder unten Zwielicht. Doch was ist hell – glei­ ßend oder angenehm gelblich warm? Was ist dunkel – düster schwarz grau? Ist Zwielicht neblig? Wie viel Licht dringt schon durch oder gerade nicht mehr? Zwei Volksweisheiten sollen noch ange­ fügt werden: Der Ton macht die Musik und Ins rechte Licht setzen. Der Ton, die Töne, da hat Carl Orff für das Rad Mächtiges ge­ schaffen – so eindringlich mächtig, dass sich dem O fortuna wohl kaum einer entziehen

wird können. Ins rechte Licht setzen, die­ ser Aussage haben wir uns mit einer eigenen Licht Konzeption zu den diesjährigen Carmi­ na Burana gestellt. Denn auch die anderen Szenen, der Frühling, In der Taverne oder Im Liebeshof schaffen Bilder im Kopf, und jedes Bild hat seinen Lichteinfall. Eine mittelalterliche Taver­ne – rauchig, dampfig, bierig, duns­ tig. Was für ein Licht fällt auf einen gebrate­ nen Schwan, der aufgetragen sein Schicksal selber besingt? Wie bricht sich das Sonnen­ licht im von Liebensehnen angefüllten Wald?

Die Welt des Mittelalters, die Sicht des Mittel­alters. Der Mensch dieser Zeit hegte eine andere Emotionalität als der heutige, vermeintlich rational aufgeklärte. Alles wur­ de rasch zum Omen. Wind, Wetter, Gestirne, Sonne und Mond – ob sie wüteten, versöhn­ lich angenehm strahlten oder ständig wech­ selten, stets wurden sie in Beziehung zum Leben gesetzt. Das wollen wir mit den Licht­ bildern zu Orffs Carmina Burnana schaffen, eine lebendig farbige Collage, die ein Abtau­ chen in die mittelalterlichen Gesänge ermög­ licht. Stimmen wollen begleitet werden, das Klangerlebnis verbreitert, letztlich eine neue Sichtweise auf die cantiones profanes insze­ nieren, diese Lieder, die jeder schon zu ken­ nen meint.


46 |

2 | 2011

Pa n o r a m a

»Ökumene der Persönlichkeiten« Grußwort von Abt Johannes zur Verabschiedung von Dr. Friedemann Greiner als Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing

Karin und Friedemann Greiner, Charlotte Knobloch, Horst Seehofer, Hans Eichel (ehem. Leiter des Politischen Clubs der Ev. Akademie Tutzing), Dorothea Friedrich, Landes­ bischof Johannes Friedrich, Abt Johannes Eckert.

S

ehr geehrter Herr Ministerpräsident, Herr Landesbischof, liebe Frau Greiner, lieber Herr Dr. Greiner, meine sehr verehr­ ten Damen und Herren, in den Tischreden Martin Luthers heißt es: »Wenn ich reisen sollt, wollt ich nirgends lieber, denn durch Schwaben und Bayern­ land ziehen, denn sie sind freundlich und gutwillig, geben gern Herberge, gehen Frem­ den und Wandersleuten entgegen und tun den Leuten gütlich und gute Ausrichtung um ihr Geld«. Man sollte meinen, Martin Luther war in der Evangelischen Akademie hier in Tutzing bei Ihnen zu Gast mit Ihrer Herzlich­ keit und Offenheit, wie Sie, liebe Frau Grei­ ner und Herr Dr. Greiner, Menschen aller Couleur hier begegnen, wie es hier erfahrbar und erlebbar ist. Gastfreundschaft hat dabei eine ökumeni­ sche Perspektive, beschreibt doch der Begriff Ökumene in der Antike die gesamte bewohn­ te Welt, die gleichsam, wenn man die Ver­ anstaltungs- und Gästeliste Ihrer Akademie betrachtet, sich hier am See bei Ihnen ein Stelldichein gibt. Echte Ökumene. Ökumeni­ sche Gastfreundschaft wird auch erlebbar in den Reden zwischen Himmel und Erde, die

seit 1999 als gemeinsame Veranstaltung zwi­ schen der Evangelischen Akademie Tutzing und dem Kloster Andechs zum Dialog einlädt und die Sie, verehrter Herr Direktor Greiner, maßgeblich initiiert und immer wieder mit ihrem großen Engagement geprägt haben. Bis heute ist es immer wieder freund­ schaftlicher Diskurs zwischen uns beiden, wo wohl der Himmel näher wäre, an der Evangelischen Akademie oder auf dem Hei­ ligen Berg. Sie behaupten der Heilige Berg, weil er eben optisch in den Himmel ragt. Mir sei es heute Abend noch einmal erlaubt, auf den See zu verweisen, denn der See, alle­ gorisch gedeutet, ist Ort der Sammlung und zwar der Quellwasser. Der See ist Ort der Tiefe und der Vertiefung, der See ist auch Ort des Erlebens von Fülle und manchmal auch Überfluss und im See spiegelt sich der Him­ mel in all seinen Facetten, so dass sich hier Gedanken zwischen Himmel und Erde wun­ derbar und bestens entfalten können. Viele wichtige Themen, die beiden großen Kirchen am Herzen liegen, werden hier in ökume­ nischer Offenheit und auch in kontroverser Sachlichkeit diskutiert. Das gilt auch für die anderen christlichen Konfessionen, wenn

ich an die letzten Reden zwischen Himmel und Erde erinnern darf, wo es um die Lage der Christen im Nahen Osten ging. Dabei ha­ ben wir Sie, lieber Herr Dr. Greiner, in Ihrer herzlichen und erfrischenden Offenheit, der erst gar keine konfessionelle Eingrenzung zulässt und kennt, sehr schätzen gelernt. Sie pflegen im besten Sinne nicht eine Ökumene der Profile, sondern eine Ökumene der Per­ sönlichkeiten, wenn ich Sie mit einem Satz zitieren darf: »Im Zweifelsfall sind die Ka­ tholiken für die Ordnung und die Protestan­ ten für die Freiheit. Man wird beides nicht auseinander dividieren können.« Ordnung und Freiheit, Berg und See, Himmel und Er­ de lassen sich nicht auseinander dividieren, sondern bleiben in der ökumenischen Land­ schaft immer aufeinander bezogen. Und für diese gelebte Überzeugung dan­ ken wir Ihnen von Herzen. Vielen Dank für alles gastfreundliche Entgegenkommen, vie­ len Dank für alle ehrliche und gute ökumeni­ sche Zusammenarbeit und viel Segen für Sie, für Ihre Familie, für Ihren weiteren Weg. Ich hoffe, dass dieser Weg Sie oft noch vom See auf den Berg führt zu uns.


Pa n o r a m a   |   47

2 | 2 011

»Für mich das Highlight des Jahres« Naturheilkundetage am Heiligen Berg

Der Heilige Berg mit seiner Wallfahrtskirche, dem Benediktinerkloster und nicht zuletzt auch der Klosterbrauerei ist weit über die Grenzen Bayerns bekannt und berühmt für seine Gastlichkeit. Unter die bunte Vielzahl von rund einer Million Besuchern hat sich während der von Steierl-Pharma organisierten »Andechser Naturheilkundetage« eine neue Gruppe gemischt, die der Heilpraktiker und naturheilkundlichen Ärzte.

D

ie alle zwei Jahre veranstalteten Natur­heilkundetage im Kloster Andechs, in diesem Jahr vom 7. bis 8. Mai, zählen zu den deutschlandweit größten Kongressen im Bereich der Naturheilkun­ de. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist, neben einem Angebot namhafter Referenten und praxis­bezogener Seminare, insbesondere die besondere Atmosphäre benediktinischer Gastfreundschaft. Auch die historischen Se­ minarräume im Fürstentrakt – wie die Alte Bibliothek oder der Fürstensaal – und der beeindruckende Ausblick über das Fünfseen­ land tragen zur Attraktivität der Naturheil­ kundetage bei, die in 2009 erstmalig statt­ gefunden haben. Darüber hinaus lobten die Teilnehmer die liebevolle Organisation und bei den Heilpflanzenexkursionen die Nähe zu einer schönen und vielfältigen Natur. An beiden Veranstaltungstagen konnten die Teilnehmer aus insgesamt 42 Kursen mit 16 Referenten wählen, die auch durch die bayerische Landesärztekammer als ärztliche Fortbildung anerkannt waren. Mitgereiste Partner der Therapeuten hatten die Möglich­ keit, in einem eher touristisch angelegten Programm den Heiligen Berg und den Am­

mersee kennen zu lernen. Frau Ranz und ih­ re Kollegen vom Kloster Andechs informier­ ten bei einem Rundgang über die Historie des Klosters, und bei der Brauereibesichti­ gung konnten die in Andechs hergestellten Bierspezialitäten verkostet werden. Ein »Highlight« war auch das Orgelkon­ zert in der Wallfahrtskirche unter der Lei­ tung des Organisten Anton Ludwig Pfell, das nach Abschluss des ersten Kongresstages den Teilnehmern in idealer Weise die Mög­ lichkeit zur Entspannung und Reflexion des Tages bot. Entsprechend positiv ist auch die Beurtei­ lung der Teilnehmer ausgefallen, von denen hier drei Stimmen wiedergegeben werden sollen: »Ich war sehr gespannt auf dieses Seminar – meine Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen.« »Für mich war das vergangene Wochenende bereits jetzt das Highlight des Jahres.« »Ich habe noch nie eine zweitägige Fachfortbildung einer Pharmafirma in der Größenordnung, Themenvielfalt, dem Ambiente und der guten Atmosphäre ge­sehen.«

In diesem Zusammenhang ein herzlicher Dank an alle Beteiligten, Referenten, Teil­ nehmer und dem Kloster Andechs, die zum Gelingen des Kongresses und zu der tollen Atmosphäre beigetragen haben. Steffen Wegner

Inf o r mat i o n

Seit über 60 Jahren ist die Steierl-Pharma GmbH (www.steierl.de) ein mittelständi­ scher Hersteller von naturheilkundlichen Arzneimitteln und betreibt seit 2003 gemeinsam mit dem Kloster den »Andech­ ser Kräutergarten«, einen öffentlichen Schaugarten, der nach dem Vorbild histo­ rischer klösterlicher Heilpflanzengärten angelegt ist. Am Firmenstandort in Herr­ sching am Ammersee stellt Steierl-Pharma Arzneimittel für verschiedene Anwen­ dungsgebiete her – wie z. B. den Bewe­ gungsapparat, das Hormonsystem, HerzKreislauf- oder Erkältungskrankheiten.


48 |

2 | 2011

Pa n o r a m a

»Bayern und Pfalz, Gott erhalt’s!« 75. Geburtstag von Georg Schumacher

»Bayern und Pfalz, Gott erhalt’s!« Getreu diesem Motto überraschte die »Andechser Bruderschaft der Kriminalpolizei Ludwigshafen« – übrigens auch Pate der Wallfahrtskirchenorgel – ihren langjährigen Freund und Ehrenabteilungsleiter Georg Schumacher anlässlich seines 75. Geburtstages am 19. Dezember mit einem Reisegutschein zu den Höhepunkten der Pfalz.

Georg und Maria Schumacher bei ihrem Pfalzbesuch vor dem Weltkulturerbe, dem Dom zu Speyer, anlässlich der Einladung der Andechser Bruderschaft der Kriminalpolizei Ludwigshafen

U

nd so reisten der »Schorschi« und seine Frau Maria Anfang April zu ei­ nem viertägigen Besuch in die Pfalz, genauer gesagt zu ihrem Domizil und Ausgangspunkt der einzelnen Besichtigungsetappen, dem »Hotel Darstein« in Altrip direkt am Naher­ holungsgebiet »Blaue Adria.« Bereits am An­ reisetag traf sich die Bruderschaft, natürlich standesgemäß zum Empfang und Abendes­ sen im »Andechser Ludwigshafen«, wo das Ehepaar Schumacher von Inhaber Salvatore Napoli (selbst Mitglied der Bruderschaft) sehr herzlich begrüßt wurde. Nach einer kurzen Nacht standen am ersten Tag des Besichtigungsmarathons das Hambacher­Schloss und die Villa Ludwigs­ höhe auf dem Programm. Zunächst bestaun­ ten die Schumachers das 2008 umfassend renovierte herrschaftliche Anwesen im Neu­ stadter Ortsteil Hambach, auch als »Wiege der Demokratie« bezeichnet. Anschließend ging es zur »Villa Ludwigshöhe«, am Rande der Haardt bei Edenkoben, dem ehemaligen

Sommersitz König Ludwigs I. von Bayern, von wo die bayrischen Gäste den schönen Ausblick auf die Rheinebene genossen. Ein gemeinsames Abendessen in Ludwigshafen im Lokal »Backstubb« zusammen mit den Familien der Bruderschaft beschloss den ers­ ten Pfalzabend. Am nächsten Morgen hatten die Mitglie­ der der Bruderschaft eine Rundfahrt durch den in Ludwigshafen heimischen, weltweit agierenden Chemieriesen BASF organisiert. Und am Nachmittag durften die Schuma­ chers in der VIP­Lounge die Bundesliga­ atmosphäre in Kaiserslautern, in der WM­ Arena von 2006, dem Fritz­Walter­Stadion, genießen. Allerdings brachte die bayrische Unterstützung den Pfälzern kein Glück. Der 1. FC Kaiserslautern unterlag Bayer Lever­ kusen mit 0:1. Den Höhepunkt des Besuchsprogramms hatte sich die Bruderschaft für den letzen Tag aufgehoben. Maria und Schorschi be­ suchten mit ihren pfälzischen Freunden den

sonntäglichen Gottesdienst im Speyrer Dom, der offiziell als Domkirche St. Maria und St. Stephan bezeichnet wird. Die Messe im Kai­ serdom, der 1981 als das bedeutendste und größte romanische Bauwerk Europas in die Liste der UNESCO–Weltkulturgüter aufge­ nommen wurde, erwärmte die Herzen der bayrischen Gäste. »Es war ein wunderbares Erlebnis, dass unsere Freunde aus der Pfalz für uns arran­ giert haben«, freuten sich die Schumachers beim abschließenden Mittagessen in der Hausbrauerei »Domhof« zu Speyer über ihre ganz speziellen pfälzischen Eindrücke. Swaantje di Pietro


Pa n o r a m a | 4 9

2 | 2 011

Die »Uhr-Umsteller« von Andechs Gebührende Feier der Zeitumstellung im Andechser Bräustüberl

Zweimal jährlich treffen sich zum Umstellen der Uhr »standesgemäß auf dem Heiligen Berg zu Andechs, im dort ansässigen Bräustüberl, für diesen Akt technisch und wirtschaftlich ausgezeichnete Herren«. Dabei wird eine Urkunde erstellt.

E

s begann vor 15 Jahren mit ei­ nem Treffen von Eisenbahner­ Kollegen aus Karlsruhe und München. Von den damals fünf Gründungsmit­ gliedern mussten wir leider schon zwei Kameraden zu Grabe tragen. Zwischenzeitlich besteht der Freun­ deskreis aus rund 15 Herren, die sich immer am Montag nach der Zeitumstel­ lung einmal im Frühjahr und einmal im Herbst treffen. Dabei wird die Zeit mit­ tels eines lauten, uralten Weckers jeweils um 14.00 Uhr eine Stunde vor, oder um 15.00 Uhr eine Stunde zurück gestellt. Da zwischen den Zeitumstellungen im­ mer einige Monate vergehen, fallen dem­ entsprechend auch einige Feiertermine wie Geburtstage, Jubiläen, Beförderungen usw. an. Diese Feiertermine müssen rückwirkend alle »abgearbeitet« werden. Dies bedingt, dass immer ausreichend Andechser Kloster­ bier auf dem Tisch stehen sollte. Da alle Teilnehmer mit dem Zug, dem Bus oder zu Fuß angereist sind, ist auch ein geordneter, autofreier Rückzug gesichert. Sollte die Regierung einmal die Zeitumstel­ lung abschaffen, wäre dies kein ausreichen­ der Grund, sich nicht mehr in Andechs einzufinden, denn die »Uhrumsteller von Andechs« wünschen sich noch viele weitere Treffen. Franz Leckenwalter »Wecker-Wärter«


50 |

2 | 2011

Pa n o r a m a

E

ine internationale Abordnung des Weltschießsportverbandes ISSF (International Shooting Sport Federation) mit Vertreter aus insgesamt 25 Nationen besuchte im Juni 2011 den Heiligen Berg Bayerns. Der Ausflug fand im Rahmen des zurücklie­ genden ISSF-Weltcups auf der Olympia­ schießanlage München-Hochbrück mit über 900 Sportlerinnen und Sportlern

aus 86 Natio­nen statt. Auf dem Bild (ers­ te Reihe, von links nach rechts): ISSFPräsident Olegario Vázquez Raña mit sei­ ner Gattin Maria de Los Angeles, dane­ ben ISSF-General­sekretär Franz Schreiber und P. Valentin. Nach einer kurzweiligen, interessanten Führung durch die Wall­ fahrtskirche, stärkte sich die Delegation im Andechser Bräustüberl.

A

m 16. Juni 2011 besuchte Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, den Heiligen Berg. Zusammen mit Mitgliedern seines Weihekurses besichtigte er die Wallfahrts­ kirche, wo P. Coelestin kundig durch Kir­ che und Heilige Kapelle führte. Anschlie­ ßend ließ man sich ein Mittagessen im Klos­ tergasthof schmecken. Reinhard Marx wurde nach seinem Theologie- und Philosophiestudium in Pader­born und Paris 1979 vom damaligen Erzbischof von Paderborn, Johannes Joa­ chim Degenhardt, zum Priester geweiht.

F

rater Lambert überbrachte Fritz David zu seinem 75. Geburtstag die Glückwünsche in Vertretung des Klosters Andechs und überreichte einen Geschenkkorb. Fritz David ist noch immer aktiv im Vorstand des Freundeskreises Kloster Andechs und orga­ nisiert sämtliche Veranstaltungen des Freundes­ kreises auf dem Heiligen Berg. Viele Jahre war er in leitender Position im Starnberger Landratsamt tätig. So überbrachte auch Landrat Roth seine Glüchwünsche. Fritz David engagiert sich nach wie vor ehrenamt­ lich und gönnt sich dabei wenig Ruhe. Wir gratulieren ihm herzlich und wünschen ihm Gottes Segen, Gesundheit und alles Gute.


Pa n o r a m a   |   5 1

2 | 2 011

Z

wei 40-jährige Jubiläen und ein 25-jähriges Betriebsjubiläum wurden auf der Mitarbeiterfeier der Andechser Klosterbetriebe Ende Juni 2011 im Kloster­gasthof Andechs gefeiert. In seiner kurzen Dankrede betonte Abt Johannes, dass die oft langjährige Verbunden­ heit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Kloster wesentlich zum Erfolg der Wirt­ schaftsbetriebe beitrage. Im Namen des gan­ zen Konventes dankte er den Mitarbeitern der klösterlichen Betriebe für Ihr Engagement: »Mit Ihnen zusammen gehen wir in eine gute Zukunft«, so Abt Johannes. Helga Lengger ist seit Anfang 1971 in der Expedition der Klosterbrauerei Andechs erste Anlaufstelle und Ansprechpartnerin für inzwischen ungezählte Kunden der Braue­ rei. Mit charmanter Bodenständigkeit bringt sie die Bestellungen auf den Weg und findet für Kunden und Mitarbeiter der Wirtschafts­ betriebe auch immer ein freundliches Wort, wenn einmal ein Wunsch nicht sofort erfüllt werden kann.

M

it einer großzügigen Spende hat das Andechser Bräustüberl die Anschaffung eines Re­ani­mationsgerätes ›LUCAS 2‹ für den First Responder der Feuerwehr Herrsching unterstützt. Durch dieses Gerät können die Patien­ ten mit einem Herz- und Kreislaufstillstand noch besser versorgt und die Überlebens­ chancen verbessert werden. Das Gerät wird im Rahmen des First Responder Dienstes der Feuerwehr Herrsching eingesetzt. Auf Anfor­ derung durch die Integrierte Leitstelle Fürs­ tenfeldbruck sowie den Rettungskräften des Bayerischen Roten Kreuzes erfolgt auch ein Einsatz außerhalb der Gemeinde Herrsching. Hierdurch wird auch die notfallmedizini­ sche Versorgung der im westlichen Landkreis Starnberg wohnenden Bevölkerung weiter verbessert, was auch den Einwohnern von

Alexander Reiss, Frater Leonhard, Helga Lengger, Abt Johannes, Elisabeth Weikenstorfer und Frater Stephan.

Vincenzo Castronovo arbeitete ebenfalls seit 1971 in der Klosterbrauerei Andechs. Den Umzug der Flaschenfüllerei vom Josefihaus in die neue Brauerei am Fuß des Heiligen Berges 1974 hat er noch direkt miterlebt. Seither hat er mit dafür gesorgt, dass die Andechser Bier­ spezialitäten in die Flaschen und damit den Weg zu unseren Kunden gefunden haben. Seit Mitte 1986 arbeitet Elisabeth Weikenstorfer im Andechser Klosterladen. Vie­

Andechs und den Besuchern des Heiligen Berges zu Gute kommt. Den ersten Einsatz auf dem Heiligen Berg von Andechs hatten die First Respon­ der mit dem Reanimationsgerät bereits am Pfingstsonntag zu absolvieren. Gott sei Dank konnte jedoch schnell Entwarnung gegeben werden und das Gerät musste nicht eingesetzt werden, da der Patient beim Eintreffen der Rettungskräfte wieder ansprechbar war. Die First Responder der Feuerwehr Herrsching bedanken sich mit einem herz­ lichen »Vergelt’s Gott« im Namen aller Bürger, denen das Gerät zur Hilfe kommen kann, für die finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung des Reanimationsgerätes LUCAS 2 durch das Bräustüberl des Kloster Andechs. Martin Wastian

len tausend Besucherinnen und Besu­ chern des Hl. Berges stand sie seither mit Liebenswürdigkeit und großer Ruhe bei der Auswahl von Andenken und Geschenken zur Seite. Zusammen mit Fr. Stephan und ihren Kolleginnen hält sie immer eine aktuelle Auswahl an Büchern, Ansichtskarten, Kerzen, Rosenkränzen, Gebetsbüchern und Wallfahrts­andenken bereit.


52 |

2 | 2011

Presse Echo

Bocholter Borkener Volksblatt, 23. Mai 2011


Presse Echo | 53

2 | 2 011

S端ddeutsche Zeitung, 10. Juni 2011


54 |

2 | 2011

Presse Echo

Augsburger Allgemeine, 6. Juni 2011

Starnberger Merkur, 30. M채rz 2011


Presse Echo | 55

2 | 2 011

M端nchner Kirchenzeitung, 26. Juni 2011

M端nchner Merkur, Ostern 2011


56 |

2 | 2011

Presse Echo

Starnberger Merkur, 2. Mai 2011

tz, 2. Mai 2011


Presse Echo | 57

2 | 2 011

Starnberger Merkur, 15. Juni 2011


58 |

2 | 2011

Presse Echo

Starnberger Merkur, 16. April 2011


Presse Echo | 59

2 | 2 011

M端nchner Kirchenzeitung, 19. Juni 2011


60 |

2 | 2011

Presse Echo

Starnberger Merkur, 16. April 2011


2 | 2 011

Oberbayerisches Volksblatt, 5. Juli 2011

Presse Echo | 61


62 |

2 | 2011

Presse Echo

Weilheimer Tagblatt, 13. Mai 2011

M端nchner Kirchenzeitung, 10. April 2011


Presse Echo | 63

2 | 2 011

S端ddeutsche Zeitung, 27. Mai 2011


Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden. zitat von marc twain (1835–1910) bild: kakteenblüte im kloster andechs

impressum V.i.S.d.P.: P. Valentin Ziegler Bergstraße 2 · 82346 Andechs · Tel.: 08152/376­0 · Fax: 08152/376­267 · www.andechs.de Redaktion: Christian Bolley, Martin Glaab, Birgitta Klemenz · Verantwortlich für Anzeigen: Martin Glaab · Gestaltung: Mellon Design Druck: Agentur Beckenbauer, Weidmannstr. 5, 80997 München · Papier: gedruckt auf umweltfreundlichem Papier Titelbild: Kolorierter Stahlstich vom Heiligen Berg, von Johann Gabriel Friedrich Poppel (1807–1882),aus dem Archiv des Klosters – Alle Fotoaufnahmen durch Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs, außer: Behrschmidt Andreas (S. 3, 28, 29); CSU­Pressestelle/Hegerich Eleana (S. 20, 21); Eberl Gabriele (S. 22); Evangelische Akademie Tutzing (S. 46); Fotolia.com (Doc RaBe, S. 4, 5, 6); Frei Lisa (S. 41); Hoeck Hans­Peter (S. 7); Hutter Alfred (Dom Speyer, S. 48); iStockphoto (S. 25, 49); Jaksch Andrea (S. 7); Kirchberger Andreas (S. 2); Lampart Notker (S. 12, 13); Leckenwalter Franz (S. 49); Lichtenberg Wilfried (S. 19); Napoli Salvatore (S. 32); Schmidbauer Stefan (S. 39); Schuhbauer­von Jena Stefan (S. 24, 25, 39, 44, 45); Schuhmacher Georg (S. 48); Tyroller Richard (S. 33); Volk Michael (S. 30, 31); Wastian Martin (S. 51); Wegner Steffen (S. 47); Westermann Michael (S. 14); Bei Einsendungen von Artikeln behält sich die Redaktion Kürzungen und Änderungen vor. Das nächste Andechser Berg Echo erscheint Ende November 2011

Andechser Bergecho  
Andechser Bergecho  

Issue 2011 /2

Advertisement