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F ü r a l l e M i ta r b e i t e r , G ä s t e u n d F r e u n d e d e s K l o s t e r s A n d e c h s u n d d e r A b t e i S a n k t B o n i fa z 2 | 2010

Aus Kirche und Kloster Abt Gregor Danner – Vierter Abt von Sankt Bonifaz | seite 4

Aus der Brauerei Energie noch effizienter genutzt | seite 18

Andechs Panorama Carl Orff-Festspiele 2010 | seite 34


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Editorial

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ch freue mich, Ihnen unsere »Sommerausgabe« überreichen zu können. Nach den ruhigen Wintermonaten erklimmen nun wieder Wallfahrer, Pilger, Besucher von Wallfahrtskirche, Bräustüberl, Klostergasthof und Carl Orff-Festspielen den Heiligen Berg. Von Ruhe kann im Schafstall unseres Klostergartens derzeit auch keine Rede sein. Erst letztens haben sieben Mutterschafe insgesamt zwölf kleine Lämmer geworfen. Da war das Leben im Schafstall mit Händen zu greifen und mir ist beim Anblick der Lämmer richtig warm ums Herz geworden. Schon seit etwa vierzig Jahren halten wir Schafe im Klostergarten. Anfangs waren sie mir eine willkommene Hilfe, die Wiesen unseres Klostergartens abzuweiden, heute kann ich mir das Leben am Hl. Berg ohne Schafe eigentlich gar nicht mehr vorstellen. Schäfer habe ich selbst nicht gelernt, aber über meinen Großvater, der Schäfer war, bin ich mit Schafen aufgewachsen und hatte immer eine intensive Beziehung zu ihnen. Anstrengung und Mühe ge-

hören allerdings dazu: Morgens die Schafe vom Stall auf die Weide treiben, abends wieder zurück, Zäune stellen und flicken, ausmisten, kranke Tiere pflegen und auch die Ausreißer wieder einfangen. Das ist harte Arbeit, die ich mit »meinen Viechern« habe, und die manchmal auch schwer fällt – denn Schafe haben ihren eigenen Kopf. Umso mehr schätze ich die Hilfe von Fritz Bernhard, unserem Klostergutsverwalter. Dankbar bin ich, dass ich diese Beziehung hier im Kloster über so viele Jahre weiter pflegen konnte. Mit der Zeit ist eine besondere Verbundenheit mit den wolligen Vierbeinern gewachsen. Wenn schwierige Geburten bevorstehen, kann ich oft nachts nicht richtig schlafen und bin in Gedanken beim Schafstall. Ab und zu halte ich’s dann nicht mehr aus und steige aus meiner Zelle in den Garten hinunter, um nach dem Rechten zu sehen. Immer wieder erfahre ich dann: das Entscheidende kann ich selbst nicht tun, sondern mit jedem neuen Lamm werde ich beschenkt. »Meine Ausreißer« suche ich voll Sorge und auch Ärger. Oft kann ich sie nur mit »List« wieder einfangen. Wenn ich sie endlich wieder im Arm habe, bleibt im Herzen eine tiefe Freude und Dankbarkeit und ich spüre: das Leben ist wertvoll und ein großes Geschenk. Die Bibel spricht an verschiedenen Stellen von Jesus als dem »Guten Hirten« oder von Gott als »Hirten seines Volkes«. Dieses Bild ist für mich voller Leben und zeigt mir: Jesus sucht die Beziehung zu jedem Menschen, er geht jedem nach und er sorgt sich um jeden einzelnen. Er will uns das schenken, was wir zu einem wirklich erfüllten Leben brauchen. Unser Leben ist getragen von Gottes Güte – diese wertvolle Erfahrung, wünsche ich Ihnen von Herzen.

Thomas Schmidt OSB


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Aus der Brauerei 17

Abt Gregor Danner Vierter Abt von Sankt Bonifaz

Abt Gregor Danner – Vierter Abt von Sankt Bonifaz Ein Bild und seine Geschichte – Aus dem Archiv der Abtei Wetterfeste Ökumene – Ein Rückblick auf den Zweiten Ökumenischen Kirchentag Lebensbekenntnis statt Lippenbekenntnis – Aufruf des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch beim Andechser Dreihostienfest Drei Schließsysteme sichern die Andechser Kostbarkeiten »…und Herrlichkeit für dein Volk Israel« – Die Hymnen des Lukasevangeliums Gesegnet in die Saison – Motorradsegnung auf dem Heiligen Berg Andechs

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Leinen los mit Andechser Bierspezialitäten – internationale Segelmeisterschaft auf dem Ammersee Jedes Ventil im Blick – Klosterbrauerei Andechs nutzt Energie noch effizienter Vorbildliche Lebensmittelhygiene

E s s e n u n d Tr i n k e n 20 21 22 23

Andechser Wurstspezialitäten – kulinarischer Rundgang durch die Klostermetzgerei Gold für den Andechser Hof in Tutzing Roundabout – Gastronomie neu erleben – Andechser Klosterbiere jetzt auch in Montabaur Herrliche Zeiten für Genießer – Das ›Helmstätter Herrenhaus‹ in Handschuhsheim

Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

18 Jedes Ventil im Blick und im Griff

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Klosterbrauerei Andechs nutzt Energie noch effizienter

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Kloster Andechs – Orgelsommer 2010 Vorankündigung – 12. Orff-Schulwerk-Kurs Andechser Exerzitien für Manager Colloquium Benedictinum® Blasmusik auf der Bräustüberl-Terrasse Pilgern auf dem Münchner Jakobusweg Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr – Tag des offenen Denkmals am 12. September 2010 Helikopter im Anflug – Bunter Familientag im Kloster Andechs am 2. Oktober 2010

Pa n o r a m a 34 35 36 37 38 39 40 41

34 2 nach orff – ein Rückblick Erste Uraufführung im Rahmen der Carl Orff-Festspiele

2 nach Orff – ein Rückblick: Erste Uraufführung im Rahmen der Carl Orff-Festspiele Ein Sommernachtstraum im Florian-Stadl Lerchenfenster öffnen Lebensraum auf dem Acker Kunst und Bier am Heiligen Berg – Künstler-Symposium am Kloster Andechs Von Fürstenzimmern zu Tagungsräumen – Zur Geschichte der Andechser Seminar- und Tagungsräume Ausstellung im Fürstentrakt Andechser Kostbarkeiten auf dem Klostermarkt Schweiklberg Auf den Spuren des Nikolaus von Kues – Freundeskreis des Klosters Andechs an der Mosel

Presse Echo 42 43 43 44 45 46 47 47

Was der Mensch braucht Ein Herzog ohne Kämpferherz Hommage mit Wiedererkennungsfaktor Die selige Mechtildis hilft Der Mann vom Mond auf dem Heiligen Berg Man spürt es an den Füßen Um Mitternacht brechen die Wallfahrer auf Wallfahrt der Soldaten


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Aus Kirche und Kloster

Abt Gregor Danner Vierter Abt von Sankt Bonifaz

Im »Colloquium Benedictinum« in Sankt Bonifaz standen im vergangenen Jahr in der Reihe »Aus der Geschichte der Abtei Sankt Bonifaz« die Gestalten der Äbte im Mittelpunkt – vom Gründungsabt Paulus Birker (1850–1854) bis zu Abt Bonifaz Wöhrmüller (1919–1951). Anhand von Archivalien der Abtei wurden sie porträtiert und vorgestellt. In Kurzfassung soll dies auch im Berg-Echo geschehen. Der folgende Beitrag von Stiftsarchivarin Birgitta Klemenz beschäftigt sich mit Gregor Danner, dem vierten Abt von Sankt Bonifaz.

Abt Gregor Danner – Porträt aus der Abtreihe im Andechser Kapitelsaal. Es zeigt Danner vor dem Kloster Andechs. Das lateinische Distichon spielt mit seinem Tauf- und Ordensnamen: Durch ausdauernden Eifer war er zuvor des Namens Georg würdig, dann durch wachsame Sorge des Namens Gregor.


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Postkarte zur Wahl von Abt Gregor Danner mit Sankt Bonifaz und Andechs.

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eorg Danner wurde am 28. März 1861 als sechstes von elf Kindern einer Gütlerfamilie in Appersdorf in der Hallertau geboren. Seine Schuljahre verbrachte er nicht im Freisinger Knabenseminar, sondern als sog. »Stadtstudent«. 1882 begann er im Lyceum in Freising Philosophie zu studieren und verbrachte dann drei Jahre am Georgianum in München. Zurück in Freising wurde er Generalpräfekt des Alumnats und am 19. Mai 1887 zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er am 5. Juni in seiner Heimat Appersdorf – am Festtag des hl. Bonifatius, ohne zu ahnen, dass er einmal Abt dieser Benediktinerabtei in München werden sollte. Heilig Kreuz in Giesing war seine erste Seelsorgsstelle als Kaplan. Sie bescherte ihm eigenen Worten zufolge eine »Heidenarbeit«, die ihn jedoch zeitlebens mit Stolz erfüllen sollte. Bereits ein Jahr später wurde er zum Präfekten am erzbischöflichen Knabenseminar in Freising berufen, im Oktober 1892 dann zum Subregens im dortigen Klerikalseminar. Doch der Weg ging nicht weiter hinein in die Lei-

tung der Diözese, sondern ins Kloster. Danner trat in Scheyern ein und wurde Benediktiner, wenngleich ihn nach der Profess als Direktor des Knabenseminars und Studienlehrer der obersten Klasse nicht die Zurückgezogenheit eines klösterlichen Lebens, sondern von neuem Ausbildung und Unterricht erwarteten. Bei seiner feierlichen Profess am 14. September 1897 erhielt er den Namen Gregorius. 1903 übernahm er die Leitung der Ökonomie, wurde dann Prior und Novizenmeister. Mit der Neubesiedelung der ehemaligen Abtei Plankstetten in der Oberpfalz bekam P. Gregorius die Aufgabe eines dortigen Administrators übertragen, wenige Wochen später – am 3. März 1904 – wurde er als Abt von Sankt Bonifaz in München postuliert, nachdem man sich hier nach dem Tod Abt Benedikt Zenettis nicht auf einen Nachfolger aus dem Konvent hatte verständigen können. In Sankt Bonifaz erwartete ihn ein großes Aufgabenfeld, allem voran eine Umsetzung der Generalkapitelsbeschlüsse von 1904, die im Zuge einer Vereinheitlichung von Tagesordnung und Gebräuchen der Kongregation große Veränderungen für Sankt Bonifaz bringen sollten. Daneben galt der Stärkung der wirtschaftlichen Basis des Klosters das Hauptaugenmerk, häufige Aufenthalte in Andechs waren die Folge. In seiner Zeit als Abt wurde z. B. 1907 am Osthang des Klosterberges ein neues Mälzereigebäude

errichtet, das gleichzeitig dafür sorgte, den Hang zu stabilisieren – und das bis in unsere Gegenwart hinein. Durch die Erwerbung der ehemaligen Andechser Schwaige Rothenfeld und den Um- und Ausbau in eine moderne Erziehungsanstalt, die nach seinem Namenspatron St.-Gregorius-Anstalt benannt wurde, konnte die seit 1856 in Andechs bestehende St.-Nikolausanstalt entlastet werden. In seiner Unermüdlichkeit wurde er bald als »Abbas ubique« bezeichnet, als Abt, der überall anzutreffen war – gemäß seinem Wahlspruch »Magis prodesse quam praeesse« (Mehr nützen als vorstehen). Darüber hinaus engagierte er sich in zahlreichen christlichen Vereinen wie dem Gesellen- und Arbeiterverein, in bürgerlichen Kasinos, Studentenverbindungen, beim Lehrlingsschutz, in Jugendvereinen u. a. m. Er war geistlicher Mentor des katholischen Frauenbundes und nahm als solcher an einer zentralen Versammlung in Berlin im Reichstag teil. Auch Gastlichkeit und Armenpflege in und durch Sankt Bonifaz waren in seiner Amtszeit in aller Munde.


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Aus Kirche und Kloster

Abt Bonifaz Wöhrmüller steht Modell für das große Abtporträt seines Vorgängers. Abt Gregor Danner – lebensgroßes Porträt in Sankt Bonifaz. Es zeigt den Abt vor der von ihm begründeten St.-Gregorius-Erziehungsanstalt Rothenfeld.

Viermal wurde er für je drei Jahre zum Präses der bayerischen Benediktinerkongregation gewählt – von 1906 bis 1915. In dieser Eigenschaft leitete er das 19. Generalkapitel vom 27. bis 29. Juli 1909 in Schäftlarn und das 20. Generalkapitel vom 10. bis 12. April 1912 in Sankt Bonifaz in München. 1909 wurde u. a. des 50-jährigen Jubiläums der Kongregation, der Erhebung des Priorates Ettal (von Scheyern) zur Abtei 1907, der Eröffnung der landwirtschaftlichen Schule in Plankstetten und der Verleihung des Rechts an die Präsides, die Cappa Magna zu tragen, gedacht. Im Bericht über die Präsidessynode in Rom vom 10. bis 18. Mai dieses Jahres wurde auf die dort verfasste Deklaration verwiesen, »daß unser Orden so konstituiert ist, daß die Selbstständigkeit der monastischen Familie in den einzelnen Abteien nach der Regel unseres hl. Vaters Benedikt gleichsam als Fundament des Ordens unerschütterlich bleibt, jedoch entsprechend der Natur und den Konstitutionen jeder einzelnen Kongregation … « Beim Generalkapitel von 1912 stand vor allem eine Reform des Breviers

im Mittelpunkt. Schäftlarn war inzwischen ebenfalls zur Abtei erhoben worden. Die Durchsetzung der Kongregationsstatuten in seiner Eigenschaft als Präses, aber auch als Verfechter einer einheitlichen klösterlichen Ordnung brachte Abt Danner in Konflikt mit dem eigenen Konvent. Die der Abtei übertragene enorme Seelsorgsarbeit in den Pfarreien Sankt Bonifaz, Sankt Benedikt und Sankt Rupert, die Anfang des 20. Jahrhunderts die Max-Vorstadt und das gesamte Westend umfasste, ließ sich für die dort eingesetzten Patres nicht immer problemlos mit den monastischen Gebetszeiten in Einklang bringen. Der Zeitpunkt der Vesper gab hier Anlass zu Diskussionen. Sie wurde in Sankt Bonifaz, Andechs und in Sankt Benedikt gleich nach dem Mittagessen gehalten, während die Statuten der Kongregation, die Visitatoren und Abt Gregor Danner einen späteren Zeitpunkt verlangten. Für einen Außenstehenden mag die sich daraus entwickelnde Auseinandersetzung unverständlich sein, für das monastische Leben und seine Struktur war sie durchaus grundlegend. Das energische Eintreten des Abtes auch gegen die Vorstellungen des Konvents führte bis zu Danners Rücktrittsangebot 1916, was die Mitbrüder jedoch einstimmig zurückwiesen.

Inzwischen war der Erste Weltkrieg in vollem Gange. 1914 hatte der Konvent mit 108 Mönchen seinen bis heute höchsten Mitgliederstand erreicht. Im Laufe des Krieges standen etwa 50 Mönche von Sankt Bonifaz und Andechs im Feld, acht von ihnen sind gefallen. Abt Gregor Danner hielt über eigene Feldpostbriefe den Kontakt zu seinen Mitbrüdern aufrecht, sie sind maschinenschriftlich und in hektografierter Form im Archiv der Abtei erhalten. Mit Informationen über das Leben im Kloster, über die Mitbrüder im Krieg und mit geistlichen Gedanken und Aufmunterungen wurde die klösterliche Gemeinschaft zusammengehalten. In einem der Briefe wird auch von der einzigen Fliegerbombe berichtet, die in München am 17. November 1916 abgeworfen wurde und dabei ausgerechnet in den Garten von Sankt Bonifaz fiel, wo sie der Benediktsstatue den Kopf abriss und die Fensterscheiben der Abtei zersplitterte, so dass Abt Gregor den entsprechenden Bericht mit »Euer Bombenabt« unterschreiben musste. Am Ende seines Lebens hatte Abt Gregor mit einem schweren Nierenleiden zu kämpfen, das ihn zu folgendem Ausspruch veranlasste: »Ein Abt soll 1. nicht zu gelehrt, 2. nicht zu fromm und 3. nicht zu gesund sein. In den beiden ersten Punkten hat es bei mir nie gefehlt, jetzt wird es auch noch im 3. richtig.« Am 11. April 1919 – mitten in den Wirren der Revolution – ist er gestorben und wurde in der Gruft von Sankt Bonifaz beigesetzt. Die Predigt beim Requiem über den Text »Ich gehe zum Vater« hielt ihm sein erst 33-jähriger Prior Bonifaz Wöhrmüller, der zwei Monate später zu Danners Nachfolger gewählt werden sollte. Birgitta Klemenz Stiftsarchivarin


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Ein Bild und seine Geschichte Aus dem Archiv der Abtei

Die im letzten Berg-Echo begonnene Reihe mit Bildern aus dem Archiv wird fortgesetzt mit einer Aufnahme, die genau 100 Jahre alt ist. Sie zeigt den Kirchenchor von Sankt Bonifaz zusammen mit Abt Gregor Danner bei einem Ausflug nach Andechs am 20. Juni 1910.

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n der kleinen Festschrift des späteren Abtes Hugo Lang zum 100-jährigen Jubiläum von Abtei und Pfarrei findet sich auch ein Abschnitt zur Kirchenmusik in Sankt Bonifaz (S. 47/8). Als Chordirektoren wirkten in dieser Zeit Andreas Wohlmuth (1850–1884), Bernhard Heinrich und Hubert Brem (1923–1967). Chor und Orchester wurden laut Abt Hugo bis in die ersten Jahre nach dem Ersten Weltkrieg von Berufsmusikern gestellt, »was alle Vor- und Nachteile der Routine mit sich brachte«. 1919 wurde dann eine Chorvereinigung gegründet, die in verschiedenen Gruppierungen bis heute Bestand hat. Das Foto vom Ausflug nach

Andechs müsste demnach die erwähnten Berufssänger zeigen – sieben oder acht Männer und neun Frauen mit zwei oder drei Mitgliedern des Konvents und Abt Gregor Danner in der Mitte. Selbst wenn man davon ausgehen kann, dass sicher nicht alle Chormitglieder am Ausflug teilgenommen haben, ist die Schar der Sänger nicht allzu groß – im Blick auf die

gewaltige Basilika in München, die es stimmlich auszufüllen galt. Unabhängig von beruflichem Hintergrund oder Zahl der Akteure gibt die Aufnahme jedoch einen kleinen Einblick in damalige Gepflogenheiten. Das heutige Erscheinungsbild von Andechs-Ausflüglern hat jeder Besucher des Heiligen Berges ja leibhaftig vor Augen – und da umgreifen 100 Jahre Welten …


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Aus Kirche und Kloster

Wetterfeste Ökumene

Ein Rückblick auf den Zweiten Ökumenischen Kirchentag in Sankt Bonifaz

Mehrere tausend Menschen haben während des Zweiten Ökumenischen Kirchentages die Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in der Münchner Maxvorstadt besucht. Viele begeisterten sich nicht nur für die verschiedenen Gottesdienste, Veranstaltungen, Podien und Workshops zum Thema »Liturgie und Kirchenmusik« im Zentrum Sankt Bonifaz. Besonders auch die Gebetszeiten der Benediktiner in der Basilika, die »Benediktinische Vigil« und das Abendgespräch zwischen Abt Johannes Eckert und der evangelischen Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler zum Thema »Nach­barschaft als Schlüssel zur Ökumene« fanden großen Zuspruch und zeigten deutlich: Die Ökumene lebt.

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ls Nachbarn kamen die evangelische Regionalbischöfin von München, Susanne Breit-Keßler, und Abt Johannes Eckert zum Thema »Nachbarschaft als Schlüssel zur Ökumene« bei einem abend­lichen Dialog am 14. Mai in der Basilika Sankt Boni­ faz ins Gespräch. Moderiert vom langjährigen Verlagsleiter des Köselverlages, Winfried Nonhoff, spannten Abt Johannes und Susanne Breit-Keßler einen weiten Bogen von der geografischen Nachbarschaft – das evangelische Landeskirchenamt liegt direkt neben dem Bene­diktinerkloster in München – zu den Möglichkeiten einer nachbarschaft­lichen


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›Ökumene‹

Ökumene. Der Abend zeigte deutlich: Nach offenen Türen steht Abt Johannes und der Regio­nalbischöfin der Sinn. Beide sind sich darüber im Klaren, dass Nachbarschaft verpflichtet: zum einen zum Respekt für die Eigen­heiten des Nachbarn und zum anderen zur beständigen Offenheit, die den Nachbarn so weit als möglich am eigenen Leben teil­ haben lässt. So können Verständnis, Verbundenheit und Gemeinsamkeiten wachsen und Unterschiede nicht mehr trennend wirken. Die benediktinische Vigil am Samstag, den 15. Mai, setzte einen besonderen ökumenischen Akzent. Die Benediktiner von

Sankt Bonifaz und Kloster Andechs gestalteten diese Vigilienfeier gemeinsam mit den Münchner Benediktinerinnen von der Kommunität Venio und den Schwestern der Evangelischen Communität Casteller Ring auf dem Schwanberg bei Würzburg. In einer fast vollbesetzten Basilika Sankt Bo­nifaz erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kirchentages die dichte Atmosphäre einer ökumenischen Vigilfeier, in der sich Texte aus der benediktinischen Spiri­tualität, gregorianischer Choral und medi­ta­tive Orgel­musik zu einem beeindruckenden ökumenischen Zeugnis verbanden.

In der Antike bezeichnete der griechische Begriff »Ökumene« ursprünglich die gesamte bewohnte Welt und wurde mit dem römischen Reich gleichgestellt. Neben dieser politischen Bedeutung bekam die Bezeichnung in der Alten Kirche, den ersten christlichen Jahrhunderten, einen Bedeutungszuwachs, indem er die Gesamtheit der Christen bezeichnete. Freilich ist diese Einheit im Laufe der Kirchen­geschichte auf vielfältige Weise zerbrochen, so dass damit auch der Begriff »Ökumene« in Vergessenheit geriet. Erst mit dem Erwachen der ökumenischen Bewegung vor 100 Jahren wurde er neu entdeckt und charakterisiert heute den Dialog und die Zusammenarbeit der christlichen Konfessionen. (Abt Johannes Eckert)


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Aus Kirche und Kloster

Lebensbekenntnis statt Lippenbekenntnis Aufruf des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch beim Andechser Dreihostienfest

Erzbischof Robert Zollitsch

Eindringlich hat der Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch die Gläubigen beim Andechser Dreihostienfest am Sonntag, dem 20. Juni 2010, zu einem mutigen Glaubensbekenntnis aufgerufen. In der Andechser Wallfahrtskirche unterstrich Erz­bischof Zollitsch vor mehreren hundert Gottes­dienstbesuchern: »Christ sein drückt sich in der Art des Umgangs miteinander aus, im konkreten Reden und Tun.« Damit stehe und falle die Strahlkraft des Christentums. Angesichts der aktuellen Debatten innerhalb und außerhalb der Kirche meinte Erzbischof Zollitsch: »Nicht selten bläst uns gesellschaftlicher Gegenwind ins Gesicht oder werden gar innerkirchlich Gräben aufgerissen und Mauern errichtet, wo es doch so notwendig wäre, Brücken zu bauen. Reichen wir einander die Hand zur Versöhnung. Jesus will Gemeinschaft, keine Ansammlung von Individualisten und Einzelkämpfern.«

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rzbischof Zollitsch betonte in Andechs aber auch den solidarischen Anspruch der Kirche. Eine Kirche, die sich auf Jesus Christus berufe, werde sich immer »solida­ risieren mit den anderen, wird auch die nicht aus dem Blick verlieren, die keine Lobby haben und nicht mit dem hohen Tempo unse­

rer Gesellschaft mithalten können (…) Es ist der christliche Hunger und Durst nach sozialer Gerechtigkeit, der uns dazu antreibt, mitten in die Wunden der Welt zu gehen, welche Namen sie auch immer haben: Not, Arbeitslosigkeit, Ausbeutung, Krankheit oder Angst. Es ist die Solidarität mit unseren Mitmenschen, aus der wir leben und handeln«, beton­te Zollitsch. »Deshalb können wir auch in der aktuellen Spardebatte nicht schweigen. Wir müssen unsere Stimme erheben, wo die Gefahr besteht, dass die anderen, die Armen, die Schwachen und Benachteiligten übersehen werden. Es gilt, uns dafür einzusetzen, dass es für alle ein menschenwürdiges Leben und Arbeiten gibt. Deshalb sind unsere kirch-


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lichen Einrichtungen so wichtig als Anlaufstellen vor Ort, die darauf achten, dass alle eine Chance bekommen. Armut muss nicht nur finanzielle Armut bedeuten.« Erzbischof Zollitsch fügte hinzu: »Es ist an uns, im Namen Jesu an der Seite dieser Menschen zu stehen, ihnen die Würde zu geben, die ihnen oft genug genommen wird.« Aufgrund der schlechten Witterung entfiel in diesem Jahr die traditionelle Prozession rund um die Wallfahrtskirche. Nach Aussetzung des Allerheiligsten erteilte Erz­ bischof Zollitsch dann zum Abschluss des über zweistündigen Festgottesdienstes in der Andechser Wallfahrtskirche mit der Drei­hos­ tienmonstranz den feierlichen Schluss­segen.

Interview mit Erzbischof Zollitsch zum Andechser Dreihostienfest

1.

Welche Botschaft hat das Andechser Dreihostienfest für Sie gerade angesichts sehr bewegter Zeiten für die Kirche heute? Das Dreihostienfest stellt uns den Einen vor Augen: Jesus Christus. In den Gestalten von Brot und Wein ist er in unserer Mitte. Die Menschen aus der ganzen Umgebung steigen auf zum Kloster Andechs, um sich miteinander von ihm stärken zu lassen. Dann steigen sie wieder ab und gehen in ihre Städte und Dörfer – und tragen dorthin die Stärke und die Erfahrungen, die sie mit Jesus Christus gemacht haben. Er ist die Mitte unseres Glaubens und unserer Kirche. Die drei Hostien

gehen zurück bis ins siebte Jahrhundert. Das führt uns vor Augen: die Zeiten ändern sich, die Kirche und die Menschen haben Stürme und Erschütterungen erlebt – doch Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit (Hebr 13,8).

2.

Zum Kloster Andechs führt seit über 800 Jahren eine der ältesten Wallfahrten Bayerns. Wallfahren ist heute wieder im Trend. Welche Gründe sehen Sie für diese Entwicklung? Unser Leben im Alltag hat sich sehr beschleunigt. Von allen Seiten kommen Erwartungen und Emails, Ansprüche und Anrufe auf uns zu. Da ist es für viele Menschen eine Wohltat, sich für eine Zeit aus dem Trubel zu verabschieden und etwas ganz Normales zu tun: sich zu Fuß auf den Weg zu machen. Schon die Israeliten sind zu Fuß durch die Wüste gegangen; ebenso die Jünger auf ihrem Gang nach Emmaus und auch von der Kirche sprechen wir als pilgernder Gemeinschaft des Glaubens. Ich bin aktiv und setze Schritt vor Schritt – hin auf ein Ziel, das mich geistlich füllt. Meiner Suche in der komplexen und sehr schnellen Zeit kann ich auch körperlich Ausdruck geben – durch einen Weg. Das spricht viele an. Das Ziel strahlt auf den Weg aus und prägt ihn – als Ort der Ruhe, der Besinnung und des Gebetes. Wir sind eingeladen, uns auf den zu besinnen, der mit uns geht und zu dem wir streben: zu Jesus Christus. Er ruft uns, um bei ihm innezuhalten und Kraft zu schöpfen. Die Dreihostien­

monstranz in Andechs ist eine besonders prachtvolle Form seiner Einladung. Ich freue mich, dass die Wallfahrt als Form von Gottesdienst und Gebet, die vor Jahrzehnten als aussterbend betrachtet wurde, so sehr auflebt und viele Menschen bewegt, den ersten Schritt zu tun.

3.

Welche persönlichen Begegnungen und Erlebnisse verbinden Sie mit dem Kloster Andechs? Während meines Theologiestudiums in München war ich im Jahr 1962 sowohl als Teilnehmer einer Wallfahrt wie auch bei einem Seminar­ ausflug mit Professor Michael Schmaus auf dem Heiligen Berg. Ich war überaus beeindruckt und erinnere mich bis heute an die Worte des Paters, der uns den Sinn der Wallfahrt erläuterte. (…) Natürlich verbindet mich mit Andechs, dass der Abt des Klosters aus der Erzdiözese Freiburg stammt.


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Aus Kirche und Kloster

Drei Schließsysteme sichern die Andechser Kostbarkeiten Der Andechser Heiltumsschatz

Prächtige Schätze haben die Kirchen im Landkreis Starnberg zu bieten. Einige sind unscheinbare Gegenstände mit einer faszinierenden Geschichte, andere einfach von strahlender Schönheit.

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»

ndechs verbindet man einfach mit dem Reliquienschatz«, sagt P. Valentin Ziegler. Deswegen sei es auch der Schatz der katholischen Kirchengemeinde Sankt Vitus. Einen bestimmten Gegenstand aus den heiligen Andenken will er aber nicht herausheben. »Das Gesamte ist das Beeindruckende.« Bei den Reliquien gehe es auch nicht um den materiellen Wert, sondern »es steht etwas dahinter«. P. Valentin deutet damit auf den großen, vor allem spirituellen Hintergrund hin. Der Kirchenschatz in der heiligen Kapelle ist das Zentrum der Wallfahrt. »Die Menschen brechen nach Andechs auf und gehen wieder gestärkt nach Hause«, erklärt er. Früher hatten viele Pilger weder Zeit noch Geld, um nach Santiago de Compostela oder Rom zu gehen. Sie suchten sich etwas in der Nähe, etwas wie Andechs. Die Zahl der Pilger nehme seit geraumer Zeit wieder zu, und zwar nicht erst seitdem Hape Kerke­ling über seine Pilgerschaft ein Buch geschrieben hat.

Die Reliquien werden hinter einer dicken Tür aufbewahrt. Diese ist mit drei Schließ­ systemen gesichert. »Deswegen konnten früher nur drei Personen zusammen in die Kapelle«, erklärt der Pater. Nur einmal im Jahr wurde sie geöffnet. Hinter der Tür befindet sich ein Vorraum, der von den Kirchenschätzen durch eine weitere verschlossene Gittertür abgetrennt wird. Im Zentrum des Reliquienschatzes steht die Dreihostienmonstranz. In ihr befinden sich drei Hostien, die Papst Leo IX. und Papst Gregor I. der Große zur Verfügung stellten. Die Monstranz wird beim alljährlichen Dreihostienfest – am vierten Sonntag nach Pfingsten – rund um die Wallfahrtskirche getragen. An der Wand an der linken Seite der Kapel­le hängt das Brautkleid der heiligen Elisa­beth. Es soll zugleich das Krönungskleid ihrer Mutter Gertrud von Ungarn gewesen sein, einer Tochter aus dem Geschlecht der Andechs-Meranier. Der Stoff stammt nachweislich aus dem 11./12. Jahrhundert. Das seidene Kleid vermittelt einen Eindruck vom Prunk fürstlichen Lebens im Mittelalter.

Wie das Brautkleid nach Andechs gelangte, ist nicht gewiss. In der Heiltumskapelle sind zahlreiche weitere Schätze zu finden. Ein besonderes Geschenk hat zum Beispiel im 15. Jahrhundert Papst Nikolaus V. dem Andechser Klosterstifter Herzog Albrecht gemacht: Er vermachte ihm eine goldene Rose. Einen Ehrenplatz hat auch das sog. Siegeskreuz Karls des Großen. Dreihostienfest

Auf Vermittlung der Andechs-Meranier auf dem Bamberger Bischofsstuhl sind die Drei Hostien im 12. Jahrhundert aus Rom über Bamberg auf die Andechser Burg gekommen. Seit 1128 ist auch die Andechser Wallfahrt bezeugt. Nach der Zerstörung der Burg um 1248 galten sie wie der restliche Heiltumsschatz – rund 140 Jahre – als verschollen. Florian Schöner


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GENUSS & NATÜRLICHKEIT Eine bayerische Brotzeit beginnt mit einem Andechser dunkel aus der Hofpfisterei

www.hofpfisterei.de


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Aus Kirche und Kloster

»… und Herrlichkeit für dein Volk Israel«

(Lk 2,32)

Die Hymnen des Lukasevangeliums

Der Lukas-Evangelist stellt seinem Werk nach dem Vorbild antiker griechischer Geschichtsschreiber ein Vorwort voraus (Lk 1,1–4), dem dann nach der Art eines Prologs die sogenannten »Kindheitsgeschichten« folgen (Lk 1,5–2,52). Darüber hinaus ist bei Lukas – verglichen mit Matthäus – das »Sondergut« sehr erfolgreich. Dabei handelt es sich um jenen Stoff, der uns weder bei Markus noch bei Matthäus begegnet. Zu diesem Sondergut gehören auch die in den Kindheitserzählungen enthaltenen Cantica, eine Reihe von frühchristlichen Gebeten und Hymnen: der Lobgesang der Maria (»Magnifikat«: 1,46–55), das Loblied des Zacharias (»Benediktus«: 1,68–79) und der Lobgesang des Simeon (»Nunc dimittis«: 2,29–32).

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ür das Magnifikat und das Benediktus gilt in fast gleicher Weise, dass es sich um sogenannte »anthologische« Dichtungen handelt. Das bedeutet: Die Lieder formulieren nicht frei, sondern benutzen als »Bausteine« feste Formulierungen aus biblischen Texten, vor allem aus den Psalmen und manchen Prophetenbüchern des Ersten Testaments. Darüber hinaus lässt sich – vor allem für das Benediktus – eine gewisse Nähe zu den Lobliedern der Qumran-Gemeinde nachweisen. Was bei den lukanischen Cantica – vor allem bei den beiden großen (Magnifikat und Benediktus) – auffällt, ist die Tatsache, dass sie vom Erzählzusammenhang her völlig entbehrlich sind. Sie bringen im Blick auf die erzählte Handlung keinen Fortschritt, sondern stellen vielmehr meditative Pausen dar, die auf Seiten der Leser die persönliche Aneignung des dargestellten Geschehens unterstützen. Auch Zacharias wurde schon vorher von seiner »Sprachlosigkeit« befreit. Nachdem er für sein Kind den Namen Johannes festgelegt hatte, konnte er seine Sprache wieder gebrauchen, »und er redete und pries Gott« (1,64). Ein Vergleich der Cantica darf sich nicht nur auf die beiden ersten Texte, Magnifikat

und Benediktus, beziehen, sondern muss auch den Gesang des Simeon, das »Nunc dimittis«, einbeziehen. Denn auch der Komposition des Lukas antwortet die glaubende Maria mit ihrem Gesang auf den (vorläu­ figen) Unglauben des (vorübergehend) verstummten Zacharias, während das Benediktus als Geburtslied dem »Nunc dimittis« Simeons entspricht. Freilich ist auch dieser Gedankengang wieder dahingehend zu präzisieren, dass Zacharias als ein jetzt glaubend Gewordener singt, der sich so Maria angleicht. Darüber hinaus gilt für die drei Cantica im Rahmen des lukanischen Prologs, dass Prosa und Poesie gemeinsam den Sinn der Erzählung aussprechen. Gerade das Magnifikat ist nachhaltig von der biblischen und frühjüdischen Armen­ frömmigkeit geprägt, die vor allem in Texten aus dem letzten Drittel des Psalters, aber auch in den Lobliedern aus Qumran greifbar ist. Diese theologisch-spirituelle Richtung entsteht allmählich in der nachexilischen Zeit und ist eine Antwort auf die aktuelle soziale und politische Situation: Israel erfährt sich als ein marginalisierter Spielball zwischen wechselnden Großmächten auf der Bühne des Vorderen Orients. Und im sozia-

len Gefüge ergeben sich deutliche Verschiebungen: Einer reichen Oberschicht stehen die breiten Massen der zunehmend Verarmten gegenüber. Von diesem Ursprung löst sich die Armenspiritualität in späterer Zeit teilweise und dient der Beschreibung der Identität Israels: Israel ist der arme Knecht seines Gottes, die Gemeinde der Armen JHWHs – auch unabhängig von realer materieller Armut. Von besonderer Wichtigkeit sind die Verse 51–54, die das revolutionäre Handeln Gottes in der Welt beschreiben: Die Reichen und Mächtigen werden herabgeholt, die Armen und Hungernden werden erhöht. Gott ist nicht der Garant des »status quo«, sondern des sozialen Umsturzes. Die meisten gängigen Übersetzungen (z.B. die Einheitsübersetzung und die Lutherbibel) geben die Aussagen der Vv. 51–54 präsentisch wieder: »Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten; er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.« Der griechische Text gebraucht hier jedoch die Vergangenheitsform des Aorist. Nun gibt es zwar durchaus einen präsentischen Aorist, doch ist im vorliegenden Zusammenhang eine Übersetzung in einer Vergangenheitsform (Perfekt oder Imperfekt) zu


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bevorzugen. In der Vesper in Sankt Bonifaz wird seit mehreren Jahren eine entsprechende neue Übersetzung verwendet. Warum ist eine Übertragung im Perfekt oder Imperfekt zu bevorzugen? Weil dadurch zum Ausdruck kommt, dass Maria die Geschichte ihres Volkes Israel rekapituliert bzw. nacherzählt. Das bedeutet, dass Maria das Handeln Gottes an ihr als der armen Magd einordnet in das seit Abraham geschehene Wirken Gottes an Israel, seinem armen Knecht. – Darüber hinaus suggeriert eine präsentische Wiedergabe, dass es sich bei der Beschreibung des göttlichen Wirkens (im Stil einer antiquierten Dogmatik) um zeitlos gültige Eigenschaften Gottes handelt, wobei jedoch mit der Zeitlosigkeit eine eigentümliche »Ortlosigkeit« einhergeht. Die Vergangenheits-Übersetzung macht dem gegenüber deutlich, dass es das, was im Magnifikat besungen wird, schon einmal in der Geschichte Israels ganz real gab. Und darüber hinaus gilt natürlich auch: Was es schon einmal gab, kann heute und in Zukunft wieder werden.

Was Ort und Zeit des Heils anbelangt, so bleibt das Benediktus unbestimmt. Es hat etwas angefangen, und es gibt einen Grund zu loben. Aber wer sind die Feinde? Wir stehen zwischen zwei Besuchen, noch in der Zeit der Verheißung (V. 76) und zugleich in der Stunde des Dankgebets (V. 68). Im Blick auf Jesus, den Christus, gibt es den bzw. die Vorläufer und die Menschen, die ihm nachfolgen. Das hängt mit der Natur des Wirkens Gottes zusammen. Auch jetzt handelt Gott nicht allein, sondern Menschen sind gerufen mitzuwirken; und das Volk Gottes ist nicht nur passiver Empfänger des göttlichen Erbarmens. Beim Lobgesang des Simeon, dem »Nunc dimittis«, sollte der Sänger beachtet werden: Er spielt eine der zahllosen biblischen Nebenrollen, ist aber gerade auf seinem Platz wahrhaft »gerecht und fromm« (V. 25), was nach dem Sprachgebrauch der Bibel nichts anderes meint, als dass Simeon treu nach der Weisung des Mose lebt. Gleich am Anfang des kurzen Liedes wird Gott als Herr und

Besit­zer (griechisch despótes) seines Knechtes bezeichnet. Darin kommt nicht nur die Anerkennung des Verhältnisses zwischen Gott und Mensch zum Ausdruck, denn die Beziehung zwischen Simeon und seinem Gott ist nicht einfach hierarchisch, sondern es verhält sich vielmehr so: Jetzt kann Gott den alten Mann »in Frieden« ziehen lassen. Das »Nunc dimittis« wird im kirchlichen Stundengebet regelmäßig am Abend im Rahmen der Komplet gesungen, auch wenn es nicht zum ursprünglichen Bestand der monas­tischen Liturgie gehört. Dass der kurze Gesang christlichen Ursprungs ist und auf den Tod eines an Christus Glaubenden antwortet ist durchaus denkbar (oder zumindest nicht abwegig). Mit den drei Cantica des Magnifikat, des Benediktus und des »Nunc dimittis« wird die Heilsgeschichte nicht nur erzählt, sondern auch gesungen. Das hat die Kirche verstanden, als sie diese Liturgie aufnahm und bis heute bewahrte. Pater Stephan Dorner

Wir kennen unsere Region und ihre Stärken.

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Daher übernehmen wir Verantwortung und engagieren uns regional. Damit sichern wir aktiv die Entwicklung und Zukunft unserer Region - und das schon seit über 100 Jahren. Zählen Sie auf uns. Stabil. Sicher. Nah.

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Aus Kirche und Kloster

Gesegnet in die Saison motorradsegnung auf dem Heiligen Berg Andechs

Viele Motorradfahrer hatten sich am Freitag, den 23. April 2010, wieder zur traditionellen Motorradsegnung auf dem Heiligen Berg Andechs eingefunden. Wie schon seit vielen Jahren haben P. Coelestin vom Kloster Andechs und Wilfried Lichtenberg hierzu eingeladen.

A

n der Auffahrt zum Kloster hatten sich die Teilnehmer gesammelt, um dann gemeinsam zur Wallfahrtskirche hinauf zu fahren. Aus Nah und Fern waren sie gekommen, mit ihren Motorrädern, aus Donauwörth und Nördlingen, einige vom BMW

Patenschaftsaktion für die Orgel

Club Franken-Nord aus Hof/Bayern, sowie aus München, der Landsberger Gegend und natürlich aus der Umgebung des Fünfseenlandes. Pünktlich um 17.45 Uhr setzte sich eine lange Schlange von chromblitzenden Motorrädern in Bewegung, um in ganz disziplinierter Weise, am Bräustüberl vorbei, den Berg hinauf zu fahren, und sich vor der Kirche zur Segnung aufzustellen. Etwa 80 Maschinen dürften es gewesen sein, deren Fahrer darauf warteten, den Segen für die diesjährige Motor rad-Saison zu erhalten. P. Coelestin hatte es vorgezogen, die einzelnen Maschinen in diesem Jahr vor dem Biker-Gottesdienst zu segnen, wobei

orgelpatenschaften haben übernommen (Zeitraum 1. 3. 2010 bis 30. 6. 2010):

Nils Kaminski, Manfred Mai, Elke Wöhl, Birgit Jenn, Martina Schöttler, Lili Aigner, Linus Aigner, Moritz Aigner, Grobstaubfreunde.de, Renate und Walter Storch

er wieder für jede einzelne Maschine und deren Fahrer ein paar passende Worte fand. Im Anschluss an die Segnung fand dann der Biker-Gottesdienst statt. Bei der Messe ging P. Coelestin auf das Zusammenspiel von Natur und Technik und die Gefahren des Straßenverkehrs ein, aber auch auf das Erlebnis, mit dem Motorrad durch wunderschöne Landschaften fahren zu können. Ebenso ermahnte er die Motorradfahrer, vernünftig und rücksichtsvoll mit ihren PS-starken Maschinen zu fahren. Wilfried Lichtenberg

nähere Auskünfte über orgel-Patenschaften unter: Tel.: 08152/376-312 Fax: 08152/376-267 freundeskreis@andechs.de www.andechs.de


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Aus der Brauerei

Leinen los mit Andechser Bierspezialitäten Klosterbrauerei Andechs unterstützt internationale Segelmeisterschaft auf dem Ammersee

Erstmals hat die Klosterbrauerei Andechs in diesem Sommer die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) der H-Boot Klasse als Hauptsponsor unterstützt. Ausgerichtet wurde die Meisterschaft vom 30.5. bis 3.6. 2010 vom Augsburger Segler-Club in Utting. Segeln unter dem Heiligen Berg, das kann man nur auf dem Ammersee, eingebettet in die sanft modellierte Hügellandschaft des Voralpenlands. Von fast überall auf dem See hat man Blick auf die Andechser Wallfahrtskirche.

S

o kommt es, dass sich der Segelsportler nicht nur auf dem See unterhalb der Wallfahrtskirche wohl fühlt, sondern auch gerne zu ihr pilgert, sich an deren Fuße im Biergarten niederlässt (manchmal auch eine Wetterkerze stiftet) oder sich in den Gaststätten ringsumher im Fünfseenland das köstliche Bier der Andechser Brauerei schmecken

lässt. Bei der IDM der H-Boote – ausgerichtet vom Augsburger Segler-Club in Utting, wo man auf der Clubhausterrasse den romantischen Blick über den See auf den Kirchturm genießt – kamen nun beide auf neuem Wege zusammen. Die Klosterbrauerei Andechs trat als Hauptsponsor der IDM auf, ein Novum für beide Seiten. Etwa eine Million Menschen aus aller Herren Länder kommen jedes Jahr nach Andechs. Das Sportsponsoring spielte in der Kommunikationsstrategie der Wirtschaftsunternehmen auf dem Heiligen Berg bisher nur eine Nebenrolle, wenn überhaupt. »Der Ruf von Andechs hängt vor allem davon ab, dass wir rund um den Wallfahrtskirchturm geerdet bleiben«, umschreibt Andechs-Pressesprecher Martin Glaab, warum das Unternehmen diesmal eine Segelmeisterschaft in größerem Umfang unterstützte. »Bei dieser Veranstaltung kommen zwei Aspekte zusammen – einmal ist die Veranstaltung verwurzelt in der Region, und dann die hohe Reichweite«, führt Glaab weiter aus. Auch bei den Seglern kam das Engagement gut an. »Andechs war ja immer in Sicht. Das ist ein Sponsor, der hierher gehört«,

reflektierte Siegfried Merk, Flottenkapitän der H-Boot-Segler vom Ammersee, das positive Echo unter den Teilnehmern. Sechs Wettfahrten hatten diese bei nasskaltem und windigem Wetter gesegelt – Juni hin oder her. Erst auf den letzten Metern hatte sich das Team um den Berliner Steuermann Thomas Kausen durchgesetzt und die bayerische Crew des zweifachen Vize-Weltmeisters Dirk Stadler (Feldafing) mit nur einem Punkt Unterschied auf Rang zwei verwiesen. Dritter – unter insgesamt 63 Mannschaften – wurde der Holländer Hans Peulen. Für die Klosterbrauerei Andechs war die gesamte IDM ein voller Erfolg. »Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen aus ganz Europa eine internationale Meisterschaft zusammenbringt«, freute sich Martin Glaab über eine große Schar von Multiplikatoren und er hofft, dass Service und Bier so gut waren, »dass man gerne darüber spricht«. Volker Göbner


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Aus der Brauerei

Jedes Ventil im Blick

Klosterbrauerei Andechs nutzt Energie noch effizienter

Traditionellen Sudverfahren wie dem altbayerischen Dreimaischverfahren ist der besondere malzaromatische Geschmack der Andechser Klosterbiere zu verdanken. Im Vergleich zu herkömmlichen Sudverfahren be­nö­ tigen diese jedoch teilweise doppelt so viel Energie und Zeit. Grund genug für die Klosterbrauerei Strom, Gas und Wasser so effizient wie möglich zu nutzen. In den letzten Monaten ist die Klosterbrauerei hier wichtige Schritte vorangekommen.

H

inzu kommt ein weiterer Aspekt, der für das fortgesetzte Engagement der Klosterbrauerei im Bereich der effizienten Energienutzung spricht: »Zusätzlich motiviert hat uns, dass man ja von einem klöster­lichen Wirtschaftsbetrieb in besonderer Weise erwarten kann, dass er mit den natür­lichen Ressourcen verantwortungsvoll umgeht«, so Betriebsleiter Alexander Reiss. Von der Druckluft zum Heißwasser

Mehrere hundert Ventile arbeiten in der Klosterbrauerei mit Druckluft. Der dazu gehö­rende Kompressor erzeugt bei der Luftkomprimierung Wärme, die nun in Form von Heißwasser zurück gewonnen wird. Das Wasser wird dann zum Beispiel für Reinigungs­vorgänge im gesamten Brauprozess verwendet. »Das spart uns am Ende eine Menge Primärenergie in Form von Gas«, so Reiss. Hinzugekommen sind auch völlig neue Leitungen aus Edelstahl für die Druckluftversorgung im Sudhaus und im Füllerei­ gebäude. Die neuen Edelstahlleitungen

lassen sich wesentlich leichter reinigen. Da­ rüber hinaus wurden alle Leckagen, die über die Jahre entstanden sind, geschlossen. Damit konnte der Drucklustverlust im System weiter minimiert werden und damit auch der Energieeinsatz bei der Drucklufterzeugung. Mehr Licht für weniger Energie

Dass man mit über 80 Prozent weniger Energie­aufwand den Außenbereich der Kloster­brauerei ausleuchten kann, belegen die neuen Strahler, die kürzlich auf dem Betriebs­gelände installiert wurden. »Mit der neuen LED-Technik ist sogar die Beleuchtungsqualität noch einmal besser geworden«, freut sich Alexander Reiss. Wissen, wo wieviel Wasser fließt

Inzwischen ist auch die Wasserversorgung der Klosterbrauerei komplett modernisiert worden. Alle Pumpen, die in der Kloster­ brauerei zur Wasserversorgung dienen, haben einen so genannten Frequenzumformer erhalten.


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Vorbildliche Lebensmittelhygiene Klosterbrauerei Andechs besteht erfolgreich die Kontrolle der ›Task-Force-Lebensmittelsicherheit‹

Vor einigen Monaten hat die »Task-Force-Lebensmittelsicherheit« des Bayerischen Landesamts für Gesund­heit und Lebensmittel­ sicherheit (LGL) unangemeldet in der Klosterbrauerei Andechs alle für die Lebens­mittelhygiene rele­vanten Bereiche unter die Lupe genom­men. Das Ergeb­nis kann sich sehen lassen.

Dieser Frequenzumformer bewirkt, dass die Pumpen bei der Inbetriebnahme nicht sofort unter Volllast laufen und extrem viel Strom verbrauchen. Vielmehr steigert der Frequenzumformer nach und nach die Leistung der Pumpen und senkt damit den Stromverbrauch erheblich. Zusätzlich sorgt der Frequenzumformer dafür, dass die Pumpen bei möglichst geringem Energie­verbrauch so viel Wasser fördern, wie aktuell benötigt wird. Zudem wird die Wasser­versorgung nun zentral gesteuert. Der aktuelle Stand eines jeden Wasserzählers wird über eine Computeranwendung auf einem Bildschirm zusammengefasst. Damit kann die Wasserversorgung noch schneller und flexi­bler an die Produktion angepasst werden.

I

m Zuge der Verschärfung der Hygienestandards gemäß dem neuen EU-Hygienepaket hat die Bayerische Staatsregierung die Überwachung von Betrieben, die Lebens­ mittel herstellen, durch die so genannte »Task-Force-Lebensmittelsicherheit« ausgeweitet. In den letzten Monaten wurden in Bayern auch Schwerpunktkontrollen in 44 Brauereien durchgeführt, darunter auch in der Klosterbrauerei Andechs. Besonderes Augen­ merk legten die Mitarbeiter des LGL bei Ihrer unangemeldeten Prüfung auf die Bereiche Gebäudeanlagen, Hygienemaßnahmen und die vollständige Dokumentation der Hygienestandards. Das Ergebnis war für die Klosterbrauerei ein voller Erfolg. Nicht eine einzige nennenswerte Beanstandung mussten die Kontrolleure aussprechen. Damit ist klar, dass die Andechser Klosterbrauerei die neuen Hygie-

nestandards entsprechend den gesetzlichen Anforderungen erfolgreich umgesetzt hat. Mit diesem Ergebnis konnte die Klosterbrauerei darüber den guten Ruf des bayerischen Bieres und die besondere Wertschätzung, die das Bayerische Reinheitsgebot genießt, untermauern. Für Betriebsleiter Alexander Reiss ist die erfolgreich bestandene Kontrolle vor allem eine Auszeichnung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Klosterbrauerei. »Die Anforderungen unseres Qualitätsmanagements sind aus gutem Grund sehr hoch. Ich bin froh, dass wir hier ein hochmotiviertes, kompetentes und wachsames Team haben, das akribisch allen möglichen Schwachstellen nachgeht und die neuen Standards des EU-Hygienepaketes wirklich verinnerlicht hat.«


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E s s e n u n d Tr i n k e n

Andechser Wurstspezialitäten Kleiner kulinarischer Rundgang durch die Klostermetzgerei

Rund 25 verschiedene Köstlichkeiten bietet die Andechser Klostermetzgerei. Mit einer kleinen Auswahl möchten wir Appetit machen, selber einmal in der Klostermetzgerei vorbeizuschauen, sich in die Schlange einzureihen, die sich immer wieder einmal freitags zwischen 8 und 11 am kleinen Verkaufsraum hinter der Metzgerei bildet. Die Wurstspezialitäten, nach alter Hausmetzgerrezeptur gefertigt, sind es sicher wert.

Pfefferbeißer –

ideal zum Mitnehmen auf Wanderungen oder in die Brotzeit: Die beliebten Pfeffer­ beißer, nach alter überlieferter Haus­ metzgerrezeptur leicht über Buchenholz geräuchert, werden aus bestem bayerischen Schweinefleisch und Speck hergestellt. Die Pfefferbeißer sind ein wohlschmeckender Genuss mit angenehmer Schärfe für zwi­ schendurch, herzhaft im Geschmack und einzig­artig im Aroma. Rohpolnische –

eine traditionelle Handwurst, gut als Zwischenmahlzeit oder fürs Brotzeitbrettl, mit einem Hauch von Knoblauch über Buchenholz geräuchert, aus bestem bayerischen Schweinefleisch und viel Speck nach altem überlieferten Rezept, wunderbar im Geschmack und ausgezeichnet im Aroma. Regensburger –

die bayerische Spezialität ist charaktervoll im Geschmack, ohne dabei aufdringlich zu sein. Sie eignet sich auf Grund ihrer aromatischen Note für die verschiedensten Gerich-

te. Für den kleinen Hunger zwischendurch kann die leckere Wurst einfach kalt und pur in der Hand verzehrt werden. Traditionell isst man sie auf einer aufgeklappten Semmel oder dunklem Brot mit Senf, feiner Essiggurke oder Meerrettich. Auch als warme Würstl in heißem Wasser erwärmt eignen sie sich mit Kartoffelsalat für eine komplette bayerische Mahlzeit. Der Wurstsalat ist eine Spezialität in Bayern, der mit dieser ausdrucksstarken Wurst zubereitet werden kann. In einem Senfdressing mit Essig, Öl und feinen Zwiebeln ist die Regensburger der unbestrittene Hauptdarsteller. Debreziner –

Bei uns werden die Debreziner aus Schweine- und Rindfleisch und sehr viel Speck nach original ungarischer Hausmetzgerrezeptur hergestellt. Bezeichnend für die Spezialität ist die grobe Konsistenz. Deshalb wird das Fleisch auch nicht zu fein durch den Wolf gedreht. Dem Namen entsprechend ist scharfer sowie edelsüßer Paprika und Knoblauch

ein absolutes Muss. Mit weniger scharfem, mehr mildem Paprika nimmt man den Debrezinern zwar die extreme Schärfe, aber nicht den einzigartigen Geschmack und den intensiven Duft. Sie können kalt verzehrt werden, aber die typisch scharfe Würze entwickelt sich erst richtig, wenn sie einige Minuten im Wasser erwärmt oder gegrillt werden. Besonders gut schmecken die Debreziner mit Sauerkraut und Senf. Hörndl –

Unser Hörndl ist eine pikante Brühwurstspezialität mit mildem Rauchgeschmack und einem Hauch von Knoblauch, aus bayerischem Schweine- und Rindfleisch sowie Speck von bester Qualität. Grob gemahlene Senfkörner runden den außergewöhnlichen Geschmack dieser Wurstspezialität ab. In Wasser erwärmt mit Kartoffelsalat oder Sauerkraut schmeckt das Andechser Hörndl einzigartig. Auch kalt mit Senf und kräftigem dunklem Brot eignet es sich hervorragend zur Brotzeit. Swaantje di Pietro


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Gold für den Andechser Hof in Tutzing Landwirtschaftsminister Brunner ehrt die Wirtsleute Klaus und Michaela Köllner mit Goldmedaille beim Wettbewerb ›Bayerische Küche‹

Zum 14. Mal hat das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ge­ meinsam mit dem Bayerischen Hotelund Gaststättenverband, der Bayern Touris­mus Marketing GmbH und den Tourismusverbänden den Wettbewerb Bayerische Küche durchgeführt. Bei diesem Wettbewerb haben die Wirtsleute des Andechser Hofes in Tutzing, Klaus und Michaela Köllner, eine der begehrten Goldmedaillen gewonnen.

K

laus Köllner freute sich sichtlich über die Auszeichnung und gab die Ehrung an seine acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter: »Ohne unser Küchen- und Service-Personal wäre das alles nicht möglich gewesen«. Seit über fünf Jahren führen Klaus und Michae­ la Köllner den Andechser Hof in Tutzing, eine Gaststätte der Klosterbrauerei Andechs im Herzen von Tutzing, und engagieren sich als Botschafter des Heiligen Berges und der Andechser Bierspezialitäten. 600 Wirtsleute aus dem Freistaat hatten am Wettbewerb Bayerische Küche 2010 teilgenommen – 95 von ihnen gelang der Sprung aufs Siegertreppchen, darunter die Wirtsleute

des Andechser Hofes in Tutzing, Klaus und Michaela Köllner. Ihnen überreichte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner zusammen mit Siegfried Gallus, Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes und Christoph Hillenbrand, Regierungspräsident von Oberbayern eine Auszeichnung in Gold. »Damit zählen Sie zu den besten Gasthöfen der bayerischen Küche«, sagte der Minister bei seiner Festansprache im Münchner Hofbräuhaus und: »Sie liefern den Beweis, dass gutes Essen und Trinken unverzichtbarer Bestandteil bayerischer Lebenskultur ist. Mit dem alle drei Jahre durchgeführten Wettbewerb wollen das Ministerium, der Hotel- und Gaststättenverband, die Bayern Tourismus Marketing GmbH sowie die Tourismusverbände die bayerische Küche und die Verwendung heimischer Produkte stärken«, so der Landwirtschaftsminister. Zum 14. Mal hatten Gastwirte aus ganz Bayern ihr Angebot kritisch begutachten lassen. Fachkommissionen waren dazu monatelang unterwegs, um die Bewerber unter die Lupe zu nehmen. Besonderer Wert wurde auf die Verwendung regionaler Qualitätsprodukte der Saison gelegt. »Mit hochwertigen regionalen Spezialitäten können sich die Wirte von Mitbewerbern abheben«, sagte Brunner. Regionalbewusstsein werde so zum Marketingvorteil. Punkten konnte man aber auch mit gegendtypischen Rezepten sowie mit besonders schmack-

hafter, leichter, gesunder und innovativer Küche. Daneben wurde die Pflege bayerischer Wirtshaustradition, die gepflegte Ausstattung und Sauberkeit sowie der kompetente und freundliche Service in die Bewertung einbe­ zogen. Neben den 95 Auszeichnungen in Gold gab es 224 mal Silber und 181 mal Bronze.

A n de c hser H o f i n T u tzi n g

Hauptstraße 25/27, 82327 Tutzing Tel.: 08158/999773, Fax: 08158/999775 mail@andechserhof.com www.andechserhof.com KEIN Ruhetag Wettbewerb Bayerische Küche Ziel des Wettbewerbs ist die Stärkung der regionalen bayerischen Küche. Gaststätten und Restaurants waren aufgerufen, sich zum Wettbewerb Bayerische Küche 2010 anzumelden, wenn sie Wert legen auf Warenherkunft und Qualitätsprodukte aus der Region, Speisenangebote aus frischen und saisonalen Zutaten, typische Spezialitäten aus der Region, sprachliche Besonderheiten der Region berücksichtigen, Angaben zur Herkunft auf der Speise­ karte machen und die bayerische Wirtshaustradition und Gastlichkeit pflegen.


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E s s e n u n d Tr i n k e n

Roundabout – Gastronomie neu erleben Andechser Klosterbiere jetzt auch in Montabaur R o u n dab o u t

Café/Restaurant/Lounge Eschelbacher Straße 1, 56410 Montabaur Tel.: 02602/9979001 www.round-about.de Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag 7.00 bis 1.00 Uhr Freitag und Samstag 7.00 bis 3.00 Uhr Sonntag 9.00 bis 1.00 Uhr

Das Roundabout in Montabaur bietet seinen Gästen eine innovative Mischung aus Restaurant, Bar und Café, verbunden durch ein angenehm zurückhaltendes und modernes Design. Das Roundabout ist eingebettet in eine abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft, die sich hervorragend erwandern oder mit dem Fahrrad erkunden lässt – und der Naturpark Nassau liegt direkt vor der Haustür.

D

as Grundkonzept des Roundabout ist eine Symbiose aus Licht, Raum und Emotionen. Die komplette Einrichtung besteht aus eigens angefertigten Unikaten, die einfach zum Wohlfühlen einladen. Morgens empfängt den Gast ein lichtdurchflutetes Ambiente, das sich bis zum Abend hin mit entsprechenden Farbelementen und musikalischer Unter­ malung aus Soul, Funk und Jazz zu einer Location mit Lounge-Charakter wandelt. Ob man morgens ab 8 Uhr den ersten Kaffee mit einem Brötchen genießt oder mittags bei einem kleinen Gericht den Stress der Arbeit hinter sich lässt, nachmittags sich ein Stück Torte gönnt oder abends gemütlich bei frisch zubereiteten Speisen mit einem frisch gezapften Andechser Klosterbier entspannt – die Atmosphäre ist eine angenehme Über­ raschung. Hohe Decken, einzelne Bereiche mit 130 Sitzplätzen und gemütlichen Sitzecken ma-

chen den besonderen Flair dieser Montabaurer Gastronomie-Adresse aus. Eine attraktive Raucher-Lounge, die zentral platzierte Bar, das angrenzende Restaurant, eine separate Nichtraucher-Lounge, das Café und eine ansprechende Außen-Terrasse sind die optimale Kombination zum Wohlfühlen. Beim Betreten des Lokals erhält man eine elektronische Verzehr-Karte. Vorteil ist, dass man sich mit dieser Karte in allen Bereichen (Bar, Restaurant, Lounge, Café) frei bewegen kann. Ergänzt wird das Angebot durch einen Seminarraum für max. 50 Personen im ersten Stock sowie kostenfreie Parkplätze und die Option, das Roundabout für geschlossene Gesellschaften, Firmenfestivitäten oder größere Privat-Feiern zu buchen. Abgerundet wird das umfangreiche Angebot durch Auftritte von Künstlern aus den Bereichen Varieté, Kleinkunst, Comedy, Zauberei und Live-Musik.


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Herrliche Zeiten für Genießer Das ›Helmstätter Herrenhaus‹ in Handschuhsheim – ein gastronomisches Kleinod H el m st ä tter H erre n ha u s

Dossenheimer Landstr. 4 69121 Heidelberg Tel.: 06221/98528-50 www.helmstaetter-herrenhaus.de Öffnungszeiten täglich: 11.00 –1.00 Uhr (warme Küche: 11.30 –14.00 Uhr und 18.00 – 22.00 Uhr)

Gemeinsam hat ein begeistertes Team um den Unternehmer Walter Niebel, den Gastronomen Stefano Moraldo und den Küchenmeister Peter Schmitt das Helmstätter Herrenhaus im Heidelberger Stadtteil Handschuhsheim aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Mit viel Liebe zum Detail ist aus dem Traum ein gastronomisches Kleinod geworden.

D

ie von Helmstatt kennt man! Nicht nur in Heidelberg und in ihrer Kraichgauer Heimat. Der Name war ein Begriff überall im deutschen Reich. Denn Rhaban von Helmstatt war Kanzler und damit engster Vertrauter von Pfalzgraf Ruprecht III., dem einzigen der Heidelberger Kurfürsten, der um 1400 zum deutschen König gekrönt wurde. Später gelangten die Nachfahren Rhabans in den Besitz der Tiefburg in Handschuhsheim und errichteten um 1700 östlich davon ein Gut auf den Resten eines zerstörten früheren Verwaltungsgebäudes. Durch das wappengeschmückte Eingangstor rollten Ochsenkarren wie elegante Equipagen in den Innenhof eines barocken Gutshofes. Lange Zeit war dieses Tor der Haupteingang zum gesamten Burgbezirk. Die von Helmstatts wohnten mehr als 200 Jahre in diesem Herren­haus. In neuerer Zeit war das Tor allerdings verschlossen.

Auch Walter Niebel kennt man! Der Unter­nehmer ist Handschuhsheimer mit Leib und Seele. Als er 2007 erfuhr, dass das ehemalige »Freiadlige Gut« zum Verkauf stand, griff er zu. Die Idee war von Anfang an, dieses vernachlässigte Schmuckstück wieder zu einem lebendigen Treffpunkt zu machen. Ein moderner gastronomischer Betrieb in historischem Rahmen sollte entstehen. Es ist nicht das erste »alte Haus«, das Niebel erworben hat, um es mit Sorgfalt zu sichern und einer zeitgemäßen Nutzung zu erschließen, ohne dabei seine historische Substanz preiszu­ geben. Das Barockhaus stand auf reichlich maroden Mauern. Um eine wirtschaftlich sinnvolle gastronomische Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes zu ermöglichen und damit den langfristigen Erhalt des Hauses zu garantieren, wurden zusätzliche Baumaßnahmen unumgänglich. Mit Aufwand wurden Versorgungs- und Sanitäreinheiten erschlossen, ein ebenerdiger Gastraum für 70 Besucher und ein Saal für bis zu 120 Gäste im Obergeschoss realisiert, der mit seiner technischen Ausstattung auch für Kongresse und Meetings dienen kann. Dabei konnten von der historischen Bausubstanz – Mauern, Fenster, Tor, Gesimse – alle wichtigen Elemen­te in den Umbau integriert werden. Was erwartet den Gast, wenn sich das große Tor den Besuchern öffnet? Im Inneren des Gasthauses verbindet sich Tradition mit Moderne. Das Einrichtungskonzept zeigt

eine unverwechselbare Handschrift. Typisch ist die Liebe zum Detail und eine Stilsicherheit, die Klasse zeigt, ohne kühl zu wirken, und Behaglichkeit vermittelt. Dass bei einem Unternehmen, in das so viel Herzblut geflossen ist, die Bewirtschaftung in den Händen von passionierten Gastronomen liegen muss, versteht sich von selbst. Für eine bodenständige, deutsche Küche mit saisonalen Zutaten mit überraschenden Ausflügen ins Mediterrane stehen Stefano Moraldo und Peter Schmitt. Moraldo sind gastronomische Pioniertaten quasi in die Wiege gelegt worden. Er lernte zunächst Koch, dann das Hotelfach und erwarb sich gastronomisches Know-how in Restaurants in Frankreich und Deutschland. Als er das restaurierte Gut zum ersten Mal sah, war er sofort begeistert. Betrieben wird das »Helmstätter Herrenhaus« von Moraldo zusammen mit Küchenmeister Peter Schmitt. Die gastronomische Doppelspitze überzeugte auch Walter Niebel. »Herrschaftlich« trinken und tafeln kann man hier, ohne dabei selbst ein großer Herr sein zu müssen. Und natürlich sind auch ein Andechser Vollbier Hell und ein Weißbier Hell vom Fass auf der Getränkekarte zu finden.


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Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

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rtkasse der Konze rkauf an inn ze Kartenve n rtbeg de vor Ko n tu S e lb eine ha R 8,– zerte: EU ), orgelkon : EUR 5,– n te en d Stu (Schüler/ ,– : EUR 15 ,–) orgelfest n: EUR 10 te en d u St (Schüler/ echs.de www.and


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Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n an k ü ndi g u n or

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12.

Orff-Schulwerk-Kurs 29. 10. – 31. 10. 2010

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anz im Zeichen der Musik und der Bewegung steht dieses Kurz-Seminar, das nun schon zum 12. Mal stattfinden wird. Robert Grüner und Siglinde Hartl-Stegemann werden im Fürstentrakt des Klosters Andechs wieder mit Begeisterung ihre stets rund 30 Teilnehmer mitreißen. Alle, die Musik lieben

und damit arbeiten möchten, sind eingeladen, besondere Lieder, Spiele und Tänze mit in ihre Heimat zu nehmen. Die Dozenten gehen ganz unterschiedlich an die Lehrweise heran, aber immer so, dass sie auf Kinder sofort umsetzbar wäre. So werden zum Beispiel neue Lieder, getreu Orff und seiner Rhyth-

mik, mit Bodypercussion oder Klanginstrumenten schneller erlernt. »Die beste Fortbildung des Jahres! Man kann soviel in seiner eigenen Arbeit mit Kindern umsetzen«, so Veronika Manggold, angehende Grundschullehrerin über den Kurs im letzten Jahr.


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Andechser Exerzitien für Manager In größeren Gemeinschaften gebe man [dem Cellerar] Helfer. Mit ihrer Unterstützung kann er das ihm anvertraute Amt mit innerer Ruhe verwalten. Zur bestimmten Stunde werde gegeben,was zu geben ist, und erbeten, was zu erbitten ist. Denn niemand soll verwirrt und traurig werden im Hause Gottes. (Aus der Benediktsregel im 31. Kapitel über den Cellerar, den Wirtschaftsleiter eines Klosters)

D

ie Andechser Exerzitien für Manager bieten beruflich stark engagierten Führungskräften durch einen intensiven Mitvollzug des benediktinischen Lebensrhythmus die Gelegenheit, zu sich selbst zu kommen und in Ruhe über sich nachzudenken. Die Andechser Exerzitien verstehen sich als geistlicher Übungsweg. Die Teilnehmer sind während der Exerzitien Gäste in der Klausur des Klosters. Daher können an den Exerzitien nur Männer teilnehmen. Die Arbeitseinheiten der Andechser Exerzitien leiten dazu an, die eigene Situation als Führungskraft genauer zu betrachten. Anhand von ausgewählten Beispielen aus der Bibel werden Führungssituationen reflektiert und auf die eigene Lebens- und Unternehmenssituation übertragen. Im Mittelpunkt dieser Exerzitien steht die bewusste Lektüre der Benediktsregel. Gespräche, Texte und Meditationen geben Anregung und Anleitung für eine ganz persönliche Besinnung und Neuorientierung. Sie möchten Bausteine auf dem Weg zu einer integrierten Lebensgestaltung und Mitarbeiterführung sein. So können die Teilnehmer Hilfen für eine konkrete (Um-)Gestaltung des eigenen Lebens und Arbeitens gewinnen.

I n F o R m AT I o n

Die Andechser Exerzitien werden von Abt Dr. Johannes Eckert geleitet. Termin 24.11. bis 28.11. 2010 Anmeldung und Information Elke Zeitler, Tagungsmanagement Telefon: +49(0)8152/376-279 Fax: +49(0)8152/376-239 seminare@andechs.de


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Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Colloquium Benedictinum® Auszug aus dem aktuellen Programm

BIBELABEND FÜR FRAUEN Lea: Dienstag, 28.9., 9.00 –10.30 Uhr, Mittwoch, 29.9., 20.00–21.30 Uhr Rahel: Dienstag, 12.10., 9.00–10.30 Uhr, Mittwoch, 13.10., 20.00–21.30 Uhr; Jugendhaus Sankt Bonifaz, Raum Jona

Das vollständige Programm erhalten Sie an den Pforten von Sankt Bonifaz und Kloster Andechs n

REISEN IN KUNST UND KULTUR Vorträge mit Lichtbildern von Dozent und Fotopublizist für Architektur und Kunstgeschichte Richard Konstantin Blasy Zentrum Sankt Bonifaz, Saal n

und den Vogesen

Frauen – Frauengestalten in der Bibel:

(Abschluss einer 7-teilige Vortragsreihe)

Lea und Rahel

COLLOQUIUM BENEDICTINUM

n

›Totengedenken in Sankt Bonifaz und Andechs: nekrologien, Roteln, nekrologtafel und Krypta‹

Das Totengedenken hat in Klöstern eine besondere Bedeutung. Sowohl die Andechser Tradition vor 1803 als auch die Erscheinungsformen nach der Wiederbesiedelung bzw. der Gründung von Sankt Bonifaz bis in unsere Zeit stehen im Mittelpunkt des Abends. Referentin: Dr. Birgitta Klemenz, Archivarin der Abtei Sankt Bonifaz

Mittwoch, 22. 9. 2010, 20 Uhr Nancy – ein Stadtportrait

Frauen des Alten Testamentes, die in Konkurrenz miteinander um Nachkommenschaft und Anerkennung standen. Referentin: Sabine Leitl, Gemeindereferentin Pfarrei Sankt Bonifaz. Weitere Informationen über das Pfarrbüro Sankt Bonifaz: Telefon 089/55171-200, familie_leitl@hotmail.com

Dienstag, 9.11. 2010, 20 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Saal

Mittwoch, 20.10. 2010, 20 Uhr Durch den Südwesten des Landes nach Epinal Mittwoch, 17. 11. 2010, 20 Uhr Durch den Südosten des Landes, zwischen Moselle und Vogesen Mittwoch, 15.12. 2010, 20 Uhr Von Belfort in die Vogesen

FORUM PHILOSOPHIE Montag, 20.9., 18.10., 15.11. 2010, 20 Uhr, Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum n

Philosophischer Lesekreis: Die Suche

AUS DER GESCHICHTE DER ABTEI SANKT BONIFAZ

nach Gott in der mystik meister Eckharts und seiner Schule

Referenten: Abt Dr. Odilo Lechner OSB, Dr. phil. Dr. theol. Richard Schneider

AUSLEGUNG DER HEILIGEN SCHRIFT Freitag, 24.9., 1.10., 8.10., 29.10., 12.11. und 19.11. 2010, 20 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum n

›… und Herrlichkeit für dein Volk Israel‹

ostfrankreich – zwischen Verdun, Belfort

Gott handelt an, mit und durch

Dienstag, 19.10. 2010, 17 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum n

anhand der Aufzeichnungen in den Ephemerides Andecenses (»Andechser Tagebücher«) und die Jahre bis zum Rückkauf durch König Ludwig I. 1846 Referentin: Dr. Birgitta Klemenz, Archivarin der Abtei Sankt Bonifaz

Donnerstag, 30.9., 28.10. und 25.11.2010, 16.30 Uhr, Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum n

Der Teilhard de chardin-Arbeitskreis

(Lk 2,32): Die ›Vorgeschichten‹ des

münchen stellt Essays vor und interpre-

matthäus- und Lukasevangeliums

tiert sie.

Referenten: P. Dr. Stephan Dorner OSB, Dr. Anton Deutschmann

Leitung: Gerhard H. Sitzmann, 1. Vorsitzender der Gesellschaft Teilhard de Chardin, Postfach 38, 93322 Abensberg Kontakt: Regina von Szemerey, Telefon 089/47099799

Die Aufhebung des Klosters Andechs 1803

Dienstag, 16.11. 2010, 17 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum n

Andechs von 1850 bis 1866 anhand des Ephemerides Andecenses

Referentin: Dr. Birgitta Klemenz, Archivarin der Abtei Sankt Bonifaz


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LEBENSGESCHICHTEN Mittwoch, 13. 10. 2010, 20 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Saal n ›Ins

Gespräch kommen – Leben in

unserer Stadt‹

Das Münchner Geschichten-Forum der Generationen – eine lebendige Möglichkeit der Begegnung. Johanna Hofmeier ist Gründerin und Leiterin der Einrichtung »Lichtblick Hasen­ bergl«. Die engagierte Sozialarbeiterin erkannte, dass nur durch frühes Erkennen und Handeln kriminelle Karrieren gestoppt werden können. Sie kümmert sich mit ihrem Team täglich intensiv um 80 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren, die unter extrem benachteiligten Bedingungen aufwachsen.

CHARISMATISCHE ERNEUERUNG Freitag, 24. 9., 29. 10. und 26. 11. 2010, 19 Uhr; Krypta Sankt Bonifaz n Charismatischer

Gottesdienst

Ansprechperson: P. Dr. Korbinian Linsenmann OSB Tel.: 089/55171-200 Vorbereitungsteam: Dominik und Barbara Milla Tel.: 089/62269962 Ana Eisen, Helmut Penka, Hermann und Birgitt Glogger Tel.: 089/8122779 Wir sind sonntags im 9-Uhr-Amt und anschließend im Jugendcafe anzutreffen. Freitag, 26. 11. 2010, 21.15 – 24.00 Uhr Werktagskirche Sankt Bonifaz n Nachtanbetung

»Betet ohne Unterlass!« Das versuchen wir einige Nachtstunden lang vor dem Allerheiligsten auf verschiedene Weise: in der stillen persönlichen Anbetung, mit Liedern, durch Meditation von Bibeltexten, durch Fürbitten und gemeinsames Gebet. Verantwortlich: Birgitt Glogger

ÖKUMENISCHES GEBET Jeden 1. Dienstag im Monat um 19.15 Uhr Krypta von Sankt Bonifaz n ›Dass

alle eins sind‹ (Joh 17,11)

Ökumenisches Gebet der Gemeinden Sankt Bonifaz, Sankt Ludwig, Sankt Markus und Sankt Willibrod

KONZERTE IN SANKT BONIFAZ Sonntag, 17. 10. 2010, 16.30 Uhr Basilika Sankt Bonifaz n Johann

Sebastian Bach zu Ehren

Werke für Violoncello und Orgel mit Rupert Buchner (Violoncello) und Martin Fleckenstein (Orgel) Eintritt: Euro 10 Sonntag, 14.11. 2010, 16.30 Uhr Basilika Sankt Bonifaz n Liedpredigt

– Alle Menschen

müssen sterben

Werke von Johann Pachelbel und Max Reger mit P. Dr. Stephan Dorner OSB (Predigt) und Martin Fleckenstein (Orgel) Eintritt frei/Spenden erbeten

I n f o r m ati o n e n

Fragen zum Colloquium Benedictinum ® beantworten gerne: P. Anno Bönsch, Leiter des Programms; Emma Rasch, Sekretariat Telefon 089/55171-112 Bürozeiten: Montag, Dienstag und Donnerstag, 8 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, Mittwoch, 8 bis 12 Uhr


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Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Blasmusik auf der Bräustüberl-Terrasse jeweils am Sonntag von 11.30 bis 14.00 uhr; nur bei Biergarten-Wetter 1. 8. 8. 8. 14. 8. 15. 8. 22. 8. 29. 8. 5. 9. 12. 9. 19. 9. 26. 9. 3.10. 10.10. 17.10. 24.10.

Blechhaufen Musikverein Markt Wald Musikverein Schlag Blaskapelle Entraching Blaskapelle Seefeld Blaskapelle Inning Blaskapelle Frieding Blaskapelle Erling Högl Buam Blaskapelle Herrsching Blaskapelle Hechendorf Blaskapelle Erling Giaßbachtäler Musikanten Achtaler Musikanten


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Pilgern

auf dem Münchner Jakobusweg Besinnungs- und Wandertage im Kloster Andechs 17. 9. bis 19. 9. 2009

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt – auch die Wanderung auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Spanien. Eine der ersten Stationen für Pilger aus dem Raum München ist das Benediktinerkloster Andechs. An diesem Schnupperwochenende haben Sie Gelegenheit, einen ersten (oder auch vertiefenden) Eindruck von diesem ganz besonderen Weg zu bekommen.

Unter der fachkundigen Anleitung des Pilger-Ehepaars Reinhold und Monika Hanna lernen Sie, was »Wallfahren heute« überhaupt bedeutet. Aus eigener Erfahrung gibt das Ehepaar Tipps und Erfahrungen auf dem Pilgerweg weiter. Am Samstag steht auch eine gemeinsame Tageswanderung von Andechs nach Herrsching und von der Jakobuskirche in Schondorf nach Dießen auf dem Programm. Spirituell eingeleitet werden die Einkehrtage von Altabt Odilo Lechner. 1. Tag – Anreise

Individuelle Anreise nach Andechs bis 17.00 Uhr. Zimmerbezug und Abendessen. Anschließend Vorstellungsrunde, Austausch von Erfahrungen, geistlicher Impuls.

2. Tag – Auf dem Münchner Jakobusweg

Nach dem Morgengebet gemeinsames Frühstück. Anschließend Beginn der Wanderung durch das romantische Kiental an das Ufer des Ammersees nach Herrsching. Von dort Schifffahrt über den See nach Schondorf. Besichtigung der Jakobskirche aus dem 12. Jh. und Fortsetzung der Wanderetappe nach Dießen. Von hier Rückfahrt mit dem Schiff und Aufstieg auf den »Heiligen Berg«. 3. Tag – Rückreise

Morgengebet und geistlicher Impuls, anschließend Frühstück und Teilnahme am Sonntagsgottesdienst. Anschließend Führung durch die barocke Wallfahrtskirche des Klosters Andechs. Hierbei haben Sie auch Zugang zum Heiltumsschatz, einer Sammlung kostbarer Reliquien, von jeher Anziehungspunkt der Pilger. Nach dem Mittagessen individuelle Rückreise.

L eist u n ge n n

Unterbringung im Einzelzimmer mit Etagendusche/WC im Gästehaus des Klosters Andechs n Vollpension (1 Mittagessen als Picknick) n Eintrittsgelder n Schifffahrt auf dem Ammersee n bp-Reiseleitung (Monika und Reinhold Hanna) ab/bis Andechs Reisepreis ab/bis Andechs: 175,– Euro Anmeldung unter Angabe der Reisenummer RN RN 999911 unter Bayerisches Pilgerbüro e.V. ; Team 4 Tel.: 089/545811-94 Fax: 089/545811-69 E-Mail: bp@pilgerreisen.de


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Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr 12. September 2010 – Tag des offenen Denkmals im Kloster Andechs

Das Kloster Andechs beteiligt sich am Sonntag, den 12. September 2010, von 11 bis 17 Uhr wieder am europaweiten Tag des offenen Denkmals. Für das Thema »Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr« bietet der Heilige Berg vielfältige Anknüpfungspunkte, vor allem durch sein lebendiges Wallfahrtswesen. Mit kostenfreien Führungen rund um den Heiligen Berg können die Besucher von 11 bis 17 Uhr Seiten des Klosters entdecken, die sonst nicht zugänglich sind. Luftbild Bertram

M

it dem Motto »Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr« am diesjährigen Tag des offenen Denkmals bietet das Kloster Andechs eine ganze Fülle von Besichtigungs- und Besuchsmöglichkeiten. Veränderungen durch neue Einflüsse von außen prägten auch die bauliche Entwicklung am Heiligen Berg. Die RokokoWallfahrtskirche in Andechs führt dies deutlich vor Augen. Quelle und Ursprung dieser erstaunlichen architekto­nischen Prachtent­ faltung in der Wallfahrtskirche ist aber die Jahrhunderte alte Wallfahrt zu den Heiltümern von Andechs. Das Pilger- und Wallfahrtswesen zeigt auf ganz eigene Weise eine im besten Sinne »bewegte Kultur«, die im Mittelpunkt des diesjährigen Denkmaltages am Heiligen Berg stehen wird. Wallfahren ist nicht nur eine ganz beson­ dere Form des Reisens und in vielen großen Weltreligionen bekannt. Die Wallfahrt im christlichen Kontext will den Einzelnen heute im eigentlichen und im übertragenen Sin-

ne »in Bewegung« bringen. Sie will Schritt für Schritt den Blick schärfen für die Unterscheidung von Wesentlichem und Unwe­ sent­lichem im eigenen Leben und die gute Erfahrung schenken, dass Veränderung und Neuorientierung auf diesem Weg möglich sind. Gruppen und Gemeinden können auf einer Wallfahrt erfahren, dass eine Gemeinschaft nicht nur Glauben, Zweifel, Bitten und Dank miteinander teilt, sondern dass diese Gemein­schaft auch tatsächlich trägt, wenn die Wegetappen einmal schwieriger sind. Vor diesem Hintergrund wecken Führungen durch die Andechser Wallfahrtskirche und die Heilige Kapelle ein Gefühl für Ursprung und geistlichen Kern des Heiligen Berges als ältestem Wallfahrtsort Bayerns. Ein Gang über den Wittelsbacher Friedhof unterhalb des Heiligen Berges bringt den Besuchern die Stifterfamilie des Klosters Andechs näher. Ebenso sind die Fürstenräume des Klosters, die Repräsentationsräume der Wittelsbacher, im Rahmen von Führungen zu besichtigen.

Führungen durch die Klosterbrauerei infor­mieren über die Geschichte und Gegenwart benediktinischer Braukunst am Heiligen Berg. Im Mittelpunkt dieser Brauereiführungen steht die benediktinische Brautra­di­ tion, die heute noch mit Hilfe hochmoderner Brautechnologie gepflegt wird. Aufgrund der Erfolge in den letzten Jahren bietet die Klosterbrennerei auch heuer durchgehend Informationen und Verkostungen an. Auch durch den Andechser Kräutergarten wird wieder fachkundig geführt. Vor dem Pfarramt gegenüber der Wallfahrtskirche findet zudem ein Büchermarkt zugunsten eines Projektes der Missionsbenediktinerinnen in Tutzing statt, die sich in Brasilien besonders für Kinder einsetzen. Alle Führungen sind kostenfrei. Detailinformationen zu den einzelnen Führungen und den Treffpunkten sind ab Anfang September auf der Homepage des Klosters unter www.andechs.de zu finden.


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Helikopter im Anflug Bunter Familientag im Kloster Andechs am 2. oktober 2010

www.Heliflieger.com

Der Andechser Familientag gehört inzwischen zum festen Bestandteil des Veranstaltungsprogramms am Heiligen Berg. Eltern und Kinder, Oma und Opa, die ganze Familie sind von den Mönchen am Samstag, den 2. Oktober, zwischen 10.00 und 16.45 Uhr eingeladen, einen Tag am Kloster Andechs bei besonderen Veranstaltungsangeboten zu verbringen. Als besonderer Höhepunkt wartet in diesem Jahr ein Helikopter am Nordende des großen Parkplatzes unterhalb des Heiligen Berges. Ein Familiengottesdienst um 17.00 Uhr in der Andechser Wallfahrtskirche rundet den Tag ab.

D

as beliebte Bungee-Trampolin wird auch in diesem Jahr kleine und große Saltokünstler anlocken. Kinderführungen in der Wallfahrtskirche und an der Orgel, Traglrutschen und -klettern, Bierdeckel-Bemalen, Kübelspritzen und viele andere Spielstationen laden ein, als Familie gemeinsam einen erlebnisreichen Tag in Andechs zu verbringen. Im Rahmen von speziellen Führungen werden Kinder und Jugendliche die Wallfahrtskirche und ihre Orgel entdecken können. Am und im Florian-Stadl verwandeln sich einfache Bierfilze wiederum mit Fantasie und Begeisterung in kleine Kunstwerke. Am Klosterweiher können sich die jungen Gäste unter Anleitung im Angeln üben. Partner des Klosters und seiner Wirtschaftsbetriebe beteiligen sich mit einer Hüpfburg und Glücksrädern am Familientag. Und im Wappensaal des Andechser Bräustüberls wird die

Schminkstation wieder Katzen, Tiger, Löwen und allerlei einzigartige Fantasie-Wesen hervorbringen. Richtig austoben können sich Groß und Klein beim Kübelspritzen, Traglklettern und Traglrutschen. Die Klostermetzgerei sorgt mit Würsteln, Steaks und anderen Grill-Spezialitäten fürs leibliche Wohl. Wer den Tag lieber bei Kaffee und Kuchen verbringt, findet ihn zuverlässig bei den Landfrauen. Zu Gunsten der Obdachlosenhilfe im Haneberghaus werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sankt Bonifaz auch wieder handgefertigte Riesenpommes verkaufen. Auch öffnet der Büchermarkt am Pfarrhaus gegenüber der Wallfahrtskirche wieder seine Tore. Der Erlös geht an Projekte der Missionsbenediktinerinnen von Tutzing, die sich in Brasilien besonders für Kinder einsetzten.


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Pa n o r a m a

2 nach Orff – ein Rückblick Erste Uraufführung im Rahmen der Carl Orff-Festspiele

Die Proben wie die Aufführungen von Marcus Everdings »2 nach Orff« sind vorbei. Vorerst ist das Licht ausgegangen im Florian-Stadl, bevor Ende Juli der »Sommernachtstraum« an der Reihe ist. Uraufführungen sind immer etwas Besonderes, für die Mitwirkenden genauso wie für das Publikum. Die Aufgaben, die alle Beteiligten bei »2 nach Orff« zu bewäl­tigen hatte, waren enorm.

N

icht zuletzt betraf dies neben den vier Hauptdarstellern den Chor bei »2 nach Orff«. Schließlich trat er nicht nur als Sprechchor auf, sondern war ein wichtiger Handlungsmittelpunkt. Man darf nicht vergessen, dass es Laien sind, die tagsüber einem Beruf nachgehen, um dann in der Endprobenphase täglich bis spät in den

Abend zu proben. Das muss man mögen und wollen; dieser Chor hat es gemocht und gewollt. Der Regisseur muss allen auf der Bühne nicht nur den Ablauf klar zu machen, sondern auch die Bedeutung des Stückes erklären. Warum sagt wer wann was? Gerade in »2 nach Orff« gibt es viele Bedeutungsebenen, die genau verstanden werden wollen. Im ersten, komödiantischen Teil, in dem einem Komponisten nichts einfällt und wir belustigt zusehen, wie er sich quält, bis ihn endlich zwei Musen aufsuchen, mag das noch unproblematisch sein. Aber im zweiten Teil wird alles komplexer. Die Darsteller wie auch der Chor verwandeln sich in die Gestalten des ersten Stückes des Komponisten. Eine Märchenoper. Mit einem Helden, seinem Gefährten und zwei sie unterstützenden Frauen. Ein Ungeheuer muss von dem Helden besiegt werden. Sein Gefährte rät dringlich ab, doch die Frauen bestärken den Helden. Schließlich weiß sich der Gefährte

nicht anders zu helfen und erschlägt seinen Freund. Die Frau des Helden klagt heftig an, und verlangt, den Gefährten zum Tode zu verurteilen. Durch die inständigen, tränenreichen Bitten der Frau des Gefährten lässt sie am Ende ihre Klage fallen und trauert um ihren Geliebten. Nicht Hass und Vergeltung also, sondern Verzeihung und Liebe tragen den Sieg davon. Damit wird auch das zentrale Thema des Christentums, wichtiger Bestandteil bei Orff selbst, nämlich die Gnade in den Mittelpunkt gerückt: Der Mensch, der weiß, dass er auf Gnade hoffen darf, wenn er auch die Gerechtigkeit fürchten muss. »2 nach Orff« kann zeigen, dass die Carl Orff-Festspiele und das Kloster Andechs auch inhalt­lich eng verbunden sind. Aber nun auf zu den nächsten Taten. Wir freuen uns auf jeden, der uns besucht.


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Ein Sommernachtstraum im Florian-Stadl Andechser ORFF-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters spielt Orffs Musik im ›Sommernachtstraum‹

Den Abschluss der Carl Orff-Festspiele 2010 bildet die Wiederaufnahme der erfolgreichen letztjährigen Inszenierung von Shakespeares »Sommernachtstraum« mit Musik von Carl Orff ab dem 30. Juli 2010 im Andechser Florian-Stadl. Dabei wird die neu gegründete Andechser ORFF-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters unter der Leitung von Christian von Gehren zu hören sein.

D

er »Sommernachtstraum« – das einzige Werk Shakespeares, dass Carl Orff je vertont hat. Lange setzte er sich mit dem Stück auseinander, zwei Entwürfe und vier Fassungen brauchte er, bis er das Werk 1964 endgültig für sich abschließen konnte. Die Musik, die er für die Komödie schuf, wurde im Laufe dieser Beschäftigung immer mehr zum dienenden Bestandteil des Schauspiels und der Sprache. Die Andechser ORFF-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters, die dieses Jahr im Florian-Stadl zu hören sein wird, besteht aus jungen Musik-Studenten und -Absol­venten, die in mehreren Arbeitsphasen von ihrem musikalischen Leiter Christian von Gehren an die Musik Orffs herangeführt werden. Christian von Gehren, ein früherer Assis­ tent Ulf Schirmers, leitete zwei Jahre lang das Orchester der Oper Leipzig und tritt regel­ mäßig im Rahmen der Bregenzer Festspiele auf, wo er zuletzt die Wiener Symphoniker in einer Aufführungsserie von Puccinis »Tosca« leitete. Krönender Abschluss dieser Arbeits­ phasen werden die Aufführungen des »Sommer­nachtstraums« mit dem aus dem Vorjahr bekannten Schauspielensemble sein.

T er m i n e

30. 7., 31. 7., 1. 8., 6. 8., 7. 8. und 8. 8. 2010 Freitag und Samstag um 19.00 Uhr, Sonntag um 16.00 Uhr Eine kostenlose Einführung findet jeweils eine Stunde vor Konzert­beginn im Florian-Stadl statt. Vorverkauf Karten im Vorverkauf unter der Telefon: 08152/376-400 oder an der Abendkasse Preiskategorien Karten gibt es in folgenden Preiskategorien: EUR 52,–/42,–/32,–/22,– Weitere Informatio­nen ORFF IN ANDECHS e. V. Cora Bethke, Leiterin Künstlerisches Betriebsbüro Bergstraße 2, 82346 Andechs Tel.: +49(0)8152/376-271 cbethke@andechs.de


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Pa n o r a m a

Lerchenfenster öffnen Lebensraum auf dem Acker Eine Kooperation von Naturland, dem Landesbund für Vogelschutz und der Hofpfisterei

Kaum eine Vogelart hat in den letzten Jahrzehnten in Bayern solche Bestandseinbußen erlitten wie die Feldlerche. Von 1975 bis heute ist die Zahl der Brutpaare auf etwa die Hälfte zurückgegangen. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken und die gefährdete Tierart zu schützen, haben Naturland, die Hofpfisterei und der Landesbund für Vogelschutz eine gemeinsame »Lerchenfenster-Aktion« gestartet. Auch die Landwirtschaft des Klosters Andechs beteiligt sich an dieser Aktion.

B

ayernweit beteiligen sich daran rund 65 Naturland Bauern mit gut 600 Lerchenfenstern. »Öko-Landbau trägt durch seine Wirtschaftsweise bereits in großem Maße zur Artenvielfalt bei. Umso schöner ist es, gerade im internationalen Jahr der Biodiversität einen Extra-Beitrag leisten zu können«, freut sich Peter Manusch von der Naturland Fachberatung. Auch die Landwirtschaft des Klosters Andechs, die seit 1995 nach den Natur­ land Richtlinien wirtschaftet, hat in ihren Getreide­feldern »Lerchenfenster« angelegt, um der Feldlerche als Bodenbrüter geschützten Brutraum zu geben. »Da uns Artenschutz ein großes Anliegen ist, waren wir sofort von der Aktion begeistert. Der Himmelsvogel, wie die Lerche wegen ihres in luftiger Höhe vorgetragenen Gesangs auch genannt wird, ist der Frühlingsbote schlechthin und darf nicht von unseren Feldern verschwinden«, so Fritz Bernhard, der Leiter der klöster­ lichen Land- und Forstwirtschaft.

Die Methode des Lerchenfensters wurde in Großbritannien entwickelt. Der Landwirt stellt für die Anlage eines solchen Fensters bei der Getreideaussaat seine Sämaschine einige Meter lang ab. Dadurch entsteht inmitten des Getreideackers eine etwa zwanzig Quadratmeter große Stelle ohne Aussaat, auf der für eine Saison nur Wildkräuter wie Klatschmohn oder Acker-Rittersporn aufwachsen. Die Feldlerche sucht auf den Fenstern nach Nahrung und nutzt sie als Landebahn, um von dort im dichten Bestand in der Nähe der Fenster zu brüten. In England konnte sich der Lerchenbestand auf den Probe­f lächen innerhalb von fünf Jahren verdreifachen. Matthias Luy vom Landesbund für Vogelschutz betont, dass diese Fenster Lebensraum für viele weitere Tiere, wie etwa Rebhühner, Turmfalken und verschiedene Insek­ten, sind.


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Kunst und Bier am Heiligen Berg Künstler-Symposium ›Kunst und Bier‹ vom 11. bis 18. August 2010 am Kloster Andechs

Das Kloster Andechs, die Georg Zentgraf-Stiftung und die Gemeinde Andechs veranstalten vom 11. bis 19. August 2010 das Symposium »Kunst und Bier« auf dem Hl. Berg. Dabei werden besondere und einzigartige Interpretationen des Themas »Kunst und Bier« entstehen. Die drei von einer Jury ausgewählten Künstler erstel­len ihre Arbeiten am Maibaumplatz unterhalb des Bräustüberls. Besucher des Heiligen Berges können dabei den Preisträgern ab dem 11. August bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen. Im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinden Andechs und Seefeld arbeiten die Teilnehmer des Symposiums am 12. August zwischen 9 und 12 Uhr mit Kindern von 7 bis 11 Jahren.

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ie Künstler und Bildhauer Josef Briechle aus Waldshut, Hubert Glaser aus Passau und Daniel Mario Grimme aus Sommer­hausen bei Würzburg bestreiten heuer das Symposium am Heiligen Berg. Nicht einfach war es für die Jury bei ihrer Sitzung am 30. 4. im Kloster Andechs aus 37 Einsendungen aus Deutschland, Österreich, Ungarn und sogar aus der Türkei die Teilnehmer des Symposiums auszuwählen. Spannende Momente bei der Entstehung des Kunstwerks von Josef Briechle dürften garantiert sein. Der 1939 in Tiengen/Hochrhein geborene Holzbildhauer ist Stukkateurmeister, konzipierte und leitete seit 1995 mehrere erfolgreiche Bildhauer-Symposien, Skulpturenwege, teilweise grenzübergreifend, in Deutschland und der Schweiz. Briechle lebt und arbei­tet freischaffend in Waldshut-Tiengen und beteiligt sich an Bildhauersymposien und LandArt-Projekten im In- und Ausland. In Andechs realisiert er eine fast drei Meter hohe

Das Jurygremium (v.l. stehend: Georg Zentgraf, Roland Rauh, Fr. Lambert, Margit Ruckdeschl, Hans-Albert Ruckdeschl, P. Valentin, Barbara Rösch-Zentgraf, Ernst Grünwald; kniend: Lothar Hufnagel, Hubert Huber und Anna E. Neppel) hat am 30. 4. 2010 aus 37 Bewerbungen die Künstler Josef Briechle, Hubert Glaser und Daniel Grimme für das Symposium ›Kunst und Bier‹ 2010 ausgewählt und nach Andechs eingeladen.

Stele zum Thema »Hopfen und Malz – Transparent«, in die die Grundzutaten des Bieres im wahrsten Sinne des Wortes eingearbeitet werden. Hubert Glaser, 1953 in Leverkusen geboren, arbeitete nach einem Architekturstudium in Köln bis 1983 als angestellter Architekt in Leverkusen. Seit 1984 lebt und arbeitet er als Bildhauer und Maler in Passau. Inhaltlich setzt er sich mit existentiellen Fragen auseinander und gestaltet unter anderem auch Glasfenster, Kapellen und engagiert sich für Kunst am Bau. In Andechs wird er eine Arbeit mit dem Titel »Bier im Überfluss« realisieren, die die Kraft des Bieres und den Gärungsprozess thematisiert. Daniel Mario Grimme, geboren 1980, arbeitet erst seit 2010 als freischaffender Bildhauer und Designer. Nach seinem Abitur im Jahr 2000 absolvierte er bis 2005 eine Aus­ bildung zum Holzbildhauergesellen in Michelstadt im Odenwald. Seitdem arbeitet er im familien­eigenen Restaurationsbetrieb mit.

Eine Studienreise durch Indien 2005 brachte ihm neue Perspektiven. Bis 2009 schloss sich ein Studium an der Akademie für Handwerksdesign in Gut Rosenberg an. Am Heiligen Berg wird er eine Figurenskulptur realisieren, die in einer alltäglichen Pose ein Sinnbild für Gemütlichkeit ist. 2010 ist der Heilige Berg zum achten Mal Austragungsort des Symposiums »Kunst und Bier«, das vom Kloster Andechs, der Georg Zentgraf-Stiftung und der Gemeinde Andechs gemeinsam veranstaltet wird. Am Maibaum unterhalb des Klosters beginnen die Künstler am 11. August ihre Arbeit, unter anderem mit der Kettensäge. Die Besucherinnen und Besucher des Heiligen Berges können dann bis zum 18. August 2010 den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und die Entstehung der Kunstwerke verfolgen. Die Arbeiten werden nach dem Künstlertreffen für ca. drei Jahre in der Umgebung des Heiligen Berges ausgestellt.


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Pa n o r a m a

Von Fürstenzimmern zu Tagungsräumen Zur Geschichte der Andechser Seminar- und Tagungsräume

Nach dem durch Blitzschlag entfachten Brand vom Mai 1669, der die Klostergebäude bis auf den Südtrakt weitgehend verheert hatte, begann man unter Leitung des Hofmaurermeisters Caspar Zuccalli nach Plänen von Marx Schinnagl sofort mit dem Wiederaufbau, der im März 1674 mit der Einräumung des Bibliothekssaals vollendet gewesen sein dürfte.

D

as um den Kreuzgarten gruppierte Klostergeviert, das nicht – wie andernorts – direkt an die Kirche angebaut, sondern von dieser durch einen Innenhof getrennt ist und damit über einen Südflügel verfügt, beherbergte im Osttrakt im ersten Obergeschoss die Prälatur (Räume des Abts) und im zweiten Obergeschoss die Fürstenzimmer. Diese Räume waren wie in anderen Wittelsbacher Hausklöstern dem Landesherrn vorbehalten, um ihm bei einem Besuch einen angemessenen Aufenthalt zu ermöglichen. Gleichzeitig waren sie aber auch Statussymbol für die Bedeutung der jeweiligen Abtei. Die sog. Enfilade, der Durchblick durch alle Räume bei geöffneten Innentüren, macht dies deutlich. Auf gleicher Ebene im

sich rechtwinklig anschließenden Südtrakt befand sich vor der Aufhebung des Klosters 1803 die Bibliothek. Fürstensaal

Das größte der sog. Fürstenzimmer mit Fenstern nach Norden und Osten erhielt ebenso wie das heutige »Herzog-Albrecht-Zimmer« um 1680/85 durch den Wessobrunner Johann Schmuzer (1642–1701) seinen jetzigen Stuckdekor. Die Decke zeigt in großen ovalen Medaillons Reliefs von vier Tugenden: Justitia (Gerechtigkeit), Prudentia (Klugheit), Fortitudo (Tapferkeit) und – anstelle der vierten Kardinaltugend Temperantia – Fides (Glaube), umrankt u. a. von farbigen Pflanzenmotiven auf weißem Grund. Auf dem großen Deckenbild (Öl auf Leinwand) präsentieren Ruhmesgenien das kurbayerische Wappen. Das Bild stammt aus dem Umkreis des Münchner Hofmalers Antonio Triva. Das Ölgemälde des Stifters Herzog Albrecht III. (München, 1673) an der Wand schlägt den geschichtlichen Bogen zur Gründung des Klosters 1455. Herzog-Albrecht-Zimmer

Der heute nach dem Klostergründer benannte Raum am südlichen Ende des Osttraktes wurde ebenso wie das Fürstenzimmer von

Johann Schmuzer (1642–1701) 1680/85 stuckiert. Um das zentrale Ovalbild mit Phöbus Apoll auf dem Sonnenwagen sind vier Gemälde mit Putten und Genien gruppiert. Ihre Attribute repräsentieren die vier Elemente und die vier Jahreszeiten. Auch sie stammen von einem der oberitalienischen Maler am Münchner Hof. Cusanus-Zimmer

Zwischen dem Fürstensaal und dem HerzogAlbrecht-Zimmer liegen zwei weitere Zimmer, darunter das »Cusanus-Zimmer«, das den Namen des Nikolaus von Kues oder Nikolaus Cusanus trägt, der als päpstlicher Gesandter und enger Freund des Klostergründers wesentlich an der Entstehung des Benediktinerklosters auf dem Heiligen Berg beteiligt war. Der Raum ist heute stucklos und wurde früher als Musikzimmer genutzt. Graf-Berthold-Zimmer

Einer der beiden Räume zwischen dem Fürstensaal und dem Herzog-Albrecht-Zimmer ist das nach dem Andechser Grafen Berthold benannte Zimmer, das den Bogen in die Zeit vor der Gründung des Benediktinerklosters auf dem Heiligen Berg schlägt. Damals befand sich hier die Burg der Grafen von Andechs, von denen es mehrere mit Namen


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Ausstellung im Fürstentrakt

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ie Malerin Dorothea Schenk aus Oberhausen zeigt bis zum 5. September 2010 ihre Arbeiten im Fürstentrakt. Ihre farbenprächtigen, abstrakten Bilder lassen Elemente der Natur zum Ausdruck kommen und erzeugen spannende Momente beim Betrachter. Die kraftvolle Dynamik der Bilder wird durch eine präzise Bestimmtheit und Vehemenz im Pinselstrich herausgearbeitet. In starkem Maße setzt sie Farben als Träger des Ideengehaltes ein. Die Künstlerin ist gelernte Goldschmiedin und gehört seit 2001 dem Weilheimer Kunstforum an. Ihre Bilder zeigte sie bereits auf mehreren Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen.

Berthold gab. Gemeint ist Graf Berthold IV., der Vater so bedeutender Persönlichkeiten wie der hl. Hedwig von Schlesien, der Königin Agnes von Frankreich oder Bischof Ekberts von Bamberg und Großvater der hl. Elisabeth von Thüringen. Der frühbarocke Stuck dieses Raumes entstand um 1670/74 und wird dem Wessobrunner Caspar Feichtmayr d. Ä. (1639–1704) zugeschrieben. Alte Bibliothek

Der heutige Festsaal, der bis zur Aufhebung von Andechs 1803 die Bibliothek beherbergte, dient u. a. für Vorträge, Podiumsdiskussionen und Stehempfänge. Das sargdeckelförmige Gewölbe hat Franz Schmuzer um 1733/34 mit Stuck im Stil des Frührokoko ausgestattet. An den Wänden reihen sich heute anstelle der einstigen Bücherregale die Porträts der Andechser Äbte, in den Parkettboden sind verschiedenfarbige Hölzer eingelegt. nikolaussaal

Der im 19. Jahrhundert als Billardzimmer bezeichnete Raum war ursprünglich Rekreationssaal, Ende des 18. Jahrhunderts dann mathematisch-physikalisches Museum. Um 1715 wurde er von einem noch unbekannten Künstler mit Bandelwerk stuckiert.

Weitere Infos unter Tel.: 08802/1690


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Andechser Kostbarkeiten Klostermarkt Schweiklberg

Pünktlich um 14 Uhr öffnete am Freitag, den 18. 6., das Kloster Schweiklberg seine Tore für den beliebten Klostermarkt. An drei Tagen zeigte der 13. Bayerisch-Oberösterreichische Klostermarkt Produkte aus verschiedenen Klöstern. 28 Ordensgemeinschaften, darunter Kloster Andechs, waren auf dem Klostermarkt mit ihren Ständen vertreten.

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rater Stephan Janker, der Leiter des Andechser Klosterladens, unterstützt durch Mitarbeiter der Klosterbrauerei Andechs, präsentierte seine selbst gefertigten Klosterarbeiten und das vielseitige Angebot aus dem Andechser Klosterladen. Das frisch gezapfte Andechser Bier durfte dabei natürlich nicht fehlen. Besonderen Anklang fand auch der Ochs am Spieß. Bruder Clemens von der Abtei Schweiklberg als Organisator war besonders stolz auf die Sonderausstellung des Mainzer Gutenberg-Museums mit einer Schreibwerkstatt. Darunter befand sich auch der Nachbau einer historischen Druckpresse von Johannes Gutenberg, auf der eine Seite der berühmten Gutenberg-Bibel gedruckt wurde. An einer kleineren Presse konnten die Besucher auch selbst Hand anlegen, um die Geheimnisse des Druckens zu erahnen.

Abt Rhabanus Petri (Schweiklberg) mit Frater Stephan Janker am Andechser Stand

Die Benediktinerabtei Schweiklberg in Vilshofen an der Donau wurde 1904 durch P. Coelestin Maier (1871–1935) von Sankt Ottilien aus gegründet. Die Hauptaufgabe des Klosters bestand und besteht in der Ausbildung von Missionsbenediktinern sowie in der finanziellen Unterstützung des Missionswerkes. Die Klostergebäude und die Kirche

sind in den Jahren 1905 bis 1925 erbaut worden. 1914 wurde das bisherige Priorat Schweiklberg zur Abtei erhoben. Gleichzeitig wurde der Gründer des Klosters Coelestin Maier erster Abt der wachsenden Klostergemeinschaft. Christian Bolley


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Auf den Spuren des Nikolaus von Kues Freundeskreis des Klosters Andechs an der mosel

Eine Gruppe des Freundeskreises des Klosters Andechs folgte auf einer Fahrt im April 2010 den Spuren des Nikolaus von Kues in seine Heimat an der Mosel. Er spielte als Teilnehmer am Konzil von Basel und später als Kardinal, päpstlicher Legat, Kirchen- und Klosterreformer sowie Fürstbischof von Brixen eine bedeutende Rolle. Zwischen 1452 und 1455 war er maßgeblich an der Gründung des Benediktinerklosters Andechs beteiligt.

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rüh startete die Gruppe in Andechs, um schon am Nachmittag in Kues, dem Geburtsort des Nikolaus Cusanus, anzukommen. Im restaurierten Geburtshaus stellte die Kustodin Frau Reuter in einem packenden Vortrag dessen Leben vor. Bereits mit 15 Jahren studierte Nikolaus an der Heidelberger Universität und später an der Universität Padua Kirchenrecht, wo er 1423 mit der Promotion abschloss. Hier lernte er viele später berühmte Kommilitonen kennen, mit denen er lebenslange Freundschaften pflegte, darunter den späteren Renaissance-Papst Pius II. Hier erwarb er sich auch die Grundlage für seine Universalbildung. Nach der Rückkehr aus Padua immatrikulierte er sich an der Universität Köln, studierte germanisches Recht und betrieb Forschungen, bei denen er u. a. die Echtheit mittelalterlicher Dokumente prüfte. 1430 spielte er eine wichtige Rolle auf dem Konzil von Basel, wo er sich im Auftrag des Papstes um die Wiedervereinigung der katholischen Kirche mit den Ostkirchen bemühte. Später trat er als päpstlicher Legat auf Reichstagen auf. Für seine Verdienste wurde er 1438 zum Kardinal und 1450 vom Papst zum Bischof von Brixen ernannt. Er veranlasste, dass das Tegernseer Benediktinernkloster 1455 sieben Mönche nach

Andechs schickte und begutachtete auch das Andechser Heiltum. Seinen Reformbemühungen im Bistum Brixen und in Deutschland war allerdings nicht immer Erfolg beschieden. 1458/1459 erreichten die Machtkämpfe mit dem Tiroler Adel einen Höhepunkt, worauf Nikolaus von Papst Pius II. nach Rom berufen wurde. Hier verbrachte er seine letzten Lebensjahre und arbeitete u. a. an der Reform der Kirchenführung. Er starb 1463 in Todi. Die Führung durch das Sankt-NikolausHospital zeigte das soziale Engagement des Cusanus. Die 1458 errichtete Stiftung dient seit über 550 Jahren als Altenheim für dreiunddreißig »abgearbeitete, mehr als fünfzig Jahre alte Bürger«. Wirtschaftliche Grund-

lage ist nach wie vor der zugestiftete Weinbergbesitz; die alte Anlage ist heute um ein weiteres Altenheim ergänzt worden. Am nächsten Tag wurde das ehrwürdige Trier besucht. Erste Station war das Benediktinerkloster Sankt Matthias, wo Bruder Thomas durch die mittelalterliche Kirche mit Apostelgrab, Kreuzgang, Kloster und Nebengebäuden führte. Die guten Verbindungen nach Andechs wurden dabei lobend erwähnt. Die antike Porta Nigra, die Altstadt, der Trierer Dom mit den architektonischen Spuren vieler Jahrhunderte hinterließen bleibende Eindrücke. Den Abschluss bildete der Rundgang durch die Apsis des Doms mit den Reliquien des Heiligen Rocks. Zurück in Kues, wo die Gruppe zunächst an einer Messe in der Stiftskapelle teilnahm, wurde dann die Vinothek im alten Stiftskeller besucht. Auf der Rückfahrt am nächsten Tag wurde im Speyrer Dom Station gemacht. Eindrucksvoll war die Krypta mit den Grablegen deutscher Herrscher und ihrer Frauen. Natürlich besuchten die Teilnehmer auch das Grab des zweiten Abtes von Sankt Bonifaz und Andechs, Daniel Bonifaz von Haneberg, der hier als Bischof von Speyer seine letzte Ruhe fand. Edgar Sirch und Toni Aigner


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Presse Echo

St. Galler Tagblatt, 21. April 2010


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Kirchenzeitung Bistum Mainz, 28. Februar 2010

Starnberger Merkur, 21. Juni 2010


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Presse Echo

Katholische Sonntags Zeitung, 12./13. Juni 2010


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S端ddeutsche Zeitung, 12. Juli 1970


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Presse Echo

Katholische Sonntags Zeitung, 22./23. Mai 2010

M端nchner Merkur, 4. Juni 2010


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Augsburger Allgemeine, 18. Mai 2010

Starnberger Merkur, 12./13. Juni 2010


Succisa virescit –

Aus dem Abgehauenen erwächst neues Leben Wahlspruch der Abtei Montecassino – Bilderzyklus von Fr. Florian Leidenberger über eine Weide im Klostergarten der Abtei Sankt Bonifaz München

Impressum V.i.S.d.P.: P. Valentin Ziegler Bergstraße 2 · 82346 Andechs · Tel.: 08152/376-0 · Fax: 08152/376-267 · www.andechs.de Redaktion: Christian Bolley, Martin Glaab, Birgitta Klemenz · Gestaltung: Mellon Design Druck: Agentur Beckenbauer · Papier: gedruckt auf umweltfreundlichem Papier

Titelbild: Dr. Jörg Bodenbender – Alle Fotoaufnahmen durch Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs, außer: Abtei Schweiklberg (S. 40); Aigner Toni (S. 41); Bay. Landwirtschaftsministerium (S. 21); Erzbistum Freiburg (S. 10); Frei Lisa (S. 30); Göbner Volker (S. 17); Hartl-Stegemann Siglinde (S. 26); Heinrich Karin/Naturland (S. 36); Heliflieger.com (S. 33); Heller Falk (S. 19, 20); Huppmann AG (S. 3, 18); Ibron Thomas (S. 22); Lichtenberg Wilfried (S. 16); Luftbild Bertram (S. 32); Niebel Walter (S. 23); Schenk Dorothea (S. 39); Schmid Thomas (S. 15, 38, 39); Schuhbauer-von Jena Stefan (S. 3, 34, 35); Süß Andreas (S. 18 u. 19); Westermann Michael (S. 12) Bei Einsendungen von Artikeln behält sich die Redaktion Kürzungen und Änderungen vor. Das nächste Andechser Berg Echo erscheint Ende November 2010

Andechser Bergecho  
Andechser Bergecho  

Issue 2010 /2

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