Page 1

an.schläge06/2005

an.schläge DAS FEMINISTISCHE MAGAZIN juni

interview

Walretterin Gustav über Musik, Emanzipation, Unüberbietbarkeit und Priester thema

Gegenwehr Die bolivianische Frauenbewegung und und ihre Errungenschaften e 3,5 (Ö) e 4,– (D) sfr 8,–


girlsdoit

Workshop Töchtertag 2005 Berufswelt der Frauen Ein Kommentar von Hermine Landl (16) und Jacqueline Lang (15) In der heutigen Gesellschaft ist es für eine Frau schwierig einen Job zu finden. Viele Menschen denken, dass einige Berufe nur für Männer geeignet sind (Elektriker, Automechaniker usw.). Aber sind Frauen wirklich nicht im Stande solche Berufe zu erlernen? Unserer Meinung nach schon. Jede Frau kann das schaffen, wenn sie genug Kraft hat und sich nicht von den Männern unterkriegen lässt. Solche Vorurteile werden sowieso nur von den Männern hervorgehoben. Wenn eine Frau und ein Mann den gleichen Job haben, wird der Mann in den meisten Fällen besser bezahlt. Liegt es wirklich an der Leistung oder daran, dass die meisten Arbeitgeber Männer sind? Durch Vorurteile wird die Zukunft vieler jugendlicher Mädchen beeinflusst. Aber warum lässt das unsere Gesellschaft zu und wieso unternimmt sie nichts dagegen? Alle Menschen wollen nur Gleichberechtigung, aber keiner tut was dafür! Sollen Frauen das wirklich hinnehmen, oder sollen sie für ihre Rechte kämpfen? Unserer Meinung nach sollten Frauen ihre Rechte so gut wie möglich vertreten und sich von den Männern nichts gefallen lassen!

Hermine Landl (links), Jacqueline Lang (unten)

„Wir haben etwas zu sagen!“ Von Ines Vitek (13) und Julia Kauer (14)

Ines Vitek (oben), Julia Kauer (rechts)

02 an.schlägejuni 2005

Der zweite Wiener Töchtertag vor zwei Jahren hat uns, zwei Gymnasiastinnen, Einblicke in die Berufe Moderatorin und Regisseurin gegeben – die dadurch unsere Berufsziele geworden sind. Moderatorin, der Berufswunsch, den ich, Ines, sicher mit vielen anderen Mädchen teilen werde, stelle ich mir interessant und lustig, aber natürlich auch anspruchsvoll vor! Denn es wird nicht immer einfach sein, sich so auszudrücken, dass man nicht falsch verstanden wird. Ein ebenfalls interessanter, dennoch anderer Job ist Regisseurin, den ich, Julia, sehr gerne ausüben würde. Ich denke, dass dieser Beruf stressig und zeitaufwendig ist, mir aber trotzdem viel Spaß bereiten würde. Außerdem wäre es sehr spannend und ich könnte viele Bekanntschaften mit unterschiedlichen Menschen machen. Wir hoffen, dass wir diese Berufsziele erreichen werden obwohl uns bewusst ist, dass es nicht immer einfach sein wird, denn es wird sicher viel Konkurrenz geben, die dieses Ziel mit genauso viel Ehrgeiz verfolgt. Wir hoffen, dass wir eine Chance bekommen, denn diese Berufe würden wir mit sehr viel Freude und sicherlich auch gut ausüben!


an.schläge an.spruch

Gelder im Dschungel Die FördergeberInnen müllen den Feminismus mit Bürokratie zu medien.gerechtigkeit

auf.takt

Systematische Kriminalisierung Rassistische Berichterstattung ist in den Medien alltäglich

08

behinderung.politik

Sexualität als Tabu Wenn Frauen das Recht auf Sexualität abgesprochen wird

10

biennale.feministica

Final Feminist Decision

forum

thema

politik

Zum 1. Mal bestimmen in Venedig Kuratorinnen über visuelle Kunst

14

an.sage

Bruno im Frauencafé Soll ein Frauenort bei einigen Events auch für „Gay Friends“ offen sein?

24

thema.bolivien

Kämpfend, schön und verrückt „Mujeres Creando“ erkämpfen öffentlichen Raum für Frauen

16

forum.wissenschaft

Überall und nirgendwo Die De/Lokalisierung von Weißsein in der medialen Repräsentation

22

arbeit

salzburg.forstmeisterin

„Ohne Frauen geht es nicht“ Wie Adelheid Lettner zur ersten Forstmeisterin Österreichs wurde

28

frauen.wanderungen

Mächtigen Frauen auf der Spur Ein Streifzug zu den Babenbergerinnen, Keltinnen und Kräuterhexen

32

gustav.interview

Träume vom gleichen Meer GUSTAV alias Eva Jantschitsch über ihre Arbeit und Ladypower

34

film.festival

Queer Pictures identities wartet wieder mit einigen cineastischen Genüssen auf

36

an.klang

Frauenmusikbewegung Eine Reise durch ein Jahrtausend weiblicher Kompositionsgeschichte

38

lese.zeichen

„Gender, Ethnie & Minigolf“ Lesbenkultcomics inklusive anderer Lebensformen auf Kohlenstoffbasis

39

ge.sehen

kultur

Wie schnell doch ein Jahr vergeht. Es kommt uns allen noch gar nicht so lange vor, dass die Redaktion der an.schläge von erfrischend aktiven Nachwuchsjournalistinnen bevölkert wurde, die vor Tatendrang nur so strotzten. Die Ergebnisse des an.schläge Workshops am Töchtertag 2004 konnten sich wirklich sehen lassen (an.schläge 6/04). Umso mehr bedauern wir, dass das Töchtertagbüro die (ohnehin bescheidenen) Mittel zur Förderung von Workshops dieses Jahr gestrichen hat. Schade, denn diese Entscheidung trifft vor allem kleine, engagierte Frauenprojekte, die Töchtertag-Aktivitäten nicht als medienwirksame PR-Aktionen verbuchen können, sondern diese schlicht und einfach durch unbezahlte Mehrarbeit ermöglichen. Naja, um den Mädchen trotzdem was zu bieten, haben Anni Bürkl und Martina Madner doch einen Töchtertag-Miniworkshop abgehalten, der bei den Girls super ankam. Die Ergebnisse sind auf S. 2 und S. 20 nachzulesen. Saskya C. Rudigier hat sich ja schon in der MaiNummer mit ihrem Beitrag über Sarah Kane bei den Leserinnen vorgestellt und vor dem Tag der Arbeit am Tag der Arbeitslosen auf der Wiener Mariahilferstraße ihr Redaktionspraktikum begonnen. Und weil Praktikantinnen bei den an.schlägen immer sofort loslegen können, hat sie gleich mal die Coverstory übernommen und gemeinsam mit der Musikerin Hemma Geitzenauer die feministische Künstlerin und Produzentin GUSTAV interviewt (S.34f.). Jutta Sommerbauer hat für alle Freundinnen der queeren Filmkunst das Programm des Identities Festivals 05 nach Schmankerl durchforstet (S. 36f.). Apropos Forst – die Österreichischen Bundesforste jubeln über Adelheid Lettner, die erste Forstmeisterin, die der heimische Wald je gesehen hat. Gabi Horak hat Frau Lettner auf S. 28 porträtiert. Valeria Ossio und Claudia Alanes haben sich auf die Spuren der bolivianischen Frauenbewegung begeben und unter anderem Julieta Ojeda, die Begründerin der bolivianischen Frauenorganisaton „Mujeres Creando“, interviewt (ab S.16 ). Ein paar sonnige und feministische Lesestunden wünscht euch Eure an.schläge Redaktion

05

Flucht aus dem Puppenheim Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verließ, weiß E.Jelinek

42


an.an.schläge

darstellt (als sicher bestehen bleibender Niedriglohnbereich), verdienen HeimhelferInnen zwischen 8,- Euro und Schattendasein 10,5o Euro BRUTTO pro Stunde. Ich wage nicht nachzurechenen, wie Liebe Frauen! viele Dienstjahre notwendig sind, um In Bezug auf die Ausstellung der mexi8,5o Euro NETTO pro Stunde zu erhalkanischen Moderne im Essl-Museum ten! Dabei dürfte es sich lt. BAGS-KV in möchte ich anmerken, dass die Bilder etwa um das Nettostundenentgelt (invon Frida Kahlo dort äußerst unterrekl. Erschwerniszulage) einer diplomierpräsentiert vertreten sind. Leider sind ten PhysiotherapeutIn nach einigen nur zwei Bilder von ihr zu sehen. Dienstjahren handeln!!! Zeit ihres Lebens stand Frida Kahlo im Der Dienstbeginn für HeimhelferInnen Schatten von Diego Rivera und auch in am Morgen mit 7.00 Uhr präsentiert dieser Ausstellung führt sie ein Schattendasein unter den männlichen Künst- sich in „meiner“ Organisation meist lerkollegen, von denen wesentlich mehr eher als einer um 6.00 Uhr. Da jede MitarbeiterIn einen eigenen Bilder gezeigt werden. Frida Kahlo erPKW benötigt, ist das Kilometergeld, hält in jener Ausstellung nicht den Platz, der ihr gebührt und der Gipfel ist, das die DienstgeberIn bereit ist zu zahlen, ebenfalls zu berücksichtigen. dass ihre Bilder als Publikumsmagnet Bei unserer Organisation sind das bis für diese Ausstellung benutzt werden. jetzt 0,36 Euro/km, allerdings soll dieser Also, wenn sich jemand für Frida Kahlo Betrag in Zukunft auf 0,22 Euro gekürzt interessiert, ist es vielleicht in der Tat werden. Und das zu einem Zeitpunkt, zu besser, zur Kahlo-Retrospektive nach dem allerorts über die ERHÖHUNG des London zu fahren. amtlichen Kilometergeldes nachgeMit freundlichen Grüßen, dacht wird. Es interessiert mich brenMartha Barbisch-Bischinger nend, ob derartiges auch in Männer dominierten Branchen so klaglos funktioniert! Einige unserer MitarbeiterInnen hat dieser Schritt (gezwungener Maßen) Betrifft:„Zwei Handys im Gepäck“ in an.schläge 5/05 zur Kündigung veranlasst, da sie sich die Grundlage für diese Arbeit, das AuErstaunliche Verdienste to, nicht mehr finanzieren können. Meines Erachtens beinhaltet der Beruf Liebe Redaktion! Habe mit Interesse und großem Erstau- der HeimhelferIn weit mehr Härten – nen euren Artikel über HeimhelferInnen sowohl sozial als auch finanziell, als in gelesen. Erstaunen deshalb, da ich in ei- eurem Artikel auch nur annähernd dargestellt sind! ner (großen) Organisation tätig bin, in Gleichzeitig danke ich euch für die Geder viele HeimhelferInnen frohlocken genüberstellung „Frauenratgeberin“ vs. würden, hätten sie 8,50 Euro netto/ „Frauen in Wien“, der wieder einmal Stunde am Gehaltszettel stehen. Im „alten“ Gehaltsschema, das für man- sehr eindringlich darstellt, wess’ Geistes che MitarbeiterInnen immer noch Gül- Kind unsere „Frauen“-Ministerin ist! tigkeit hat, dürfen Heimhelferinnen mit Liebe Grüße von einer „glücklicher Weise NICHT Heimhelferin“ einer Entlohnung zwischen etwa 6,50 Euro (im ersten Dienstjahr) und 9,50 Tamara N. Trenkler Euro (nach 40 Dienstjahren!!!) BRUTTO pro geleisteter Arbeitsstunde rechnen. Laut „neuem“ Kollektivvertrag (BAGS, an.schläge werden gefördert von: vielleicht einen eigenen Artikel wert!), der wohl bei näherer Betrachtung eher FRAUEN eine Absicherung für die DienstgeberInBURO nen denn für die ArbeitnehmerInnen Betrifft:„Eine starke Frida“ in an.schläge 5/05

an.schläge Herausgeberinnen und Verlegerinnen: CheckArt, Verein für feministische Medien und Politik A-1030 Wien, Untere Weißgerberstr. 41, T. 01/920 16 76 Fax: 01/ 715 98 88, e-mail: redaktion@anschlaege.at, office@anschlaege.at, www.anschlaege.at

Redaktion: Renate Billeth/reb (Gesamtkoordination), Paula Bolyos/pabo, Karin Eckert/keck, Daniela Fohn/DF, Verena Fabris/vab, Svenja Häfner/svh, Gabi Horak/GaH,Kerstin Kellermann/kek, Sabine Klein/bik, Martina Madner/mad (Gesamtkoordination), Katharina Nagele/kana, Zoraida Nieto, Petra Öllinger/PÖ, Helga Pankratz/pan, Romana Radlwimmer/ror, Eva Steinheimer/ESt

Praktikantin: Saskya C. Rudigier/s-r Inserate, PR: Lea Susemichel, inserate@anschlaege.at Mitarbeiterinnen dieser Nummer:Claudia Alanes, Anni Bürkl, Katharina Buschenreiter/kabu, Agnes Fleißner/FlAg, Hemma Geitzenauer, Helga Haiden/haid, Christina Haudum/CHa, Sonja Hribar/soh, Julia Kauer, Karen Keller, Bernadette Keusch/bek, Hermine Landl, Jacqueline Lang, Michaela Mair/mima, Valeria Ossio, Silke Pixner/pix, Nicole Rummel, Claudia Schneider, Jutta Sommerbauer, Jenny Unger/jung, Ines Vitek

an.sage: Gabi Szekatsch & Irene Wotruba neu.land: Jasmina Jankovic’ heim.spiel: Eva Steinheimer lesben.nest: Anahita Lucojannakis ge.sehen: Michaela Pachler an.klang: Regina Himmelbauer plus.minus: Saskya C. Rudigier Cartoon: Jana Grabner Unsere Werbung: Svenja Häfner Cover: Helene Trauner Fotos: an.schläge-Archiv, Austrian Burma Center, Renate Billeth, Büro für ungewöhnliche Maßnahmen, Magdalena Blaszczuk, Michaela Bruckmüller, Elena Casadoro, David Clermont-Béique, Matthias Hermann,Tamara Hörmann, identities, Daniela Kager, Katharina Madner, Martina Madner,Werner Maresch, Mujeres Creando, ÖBf/MOMA/D. Mathis, Jutta Policzer, Saskya C. Rudigier, Schauspielhaus Graz, Eva Steinheimer, Helene Trauner, Jenny Unger

an.schläge Schrift: Martha Stutteregger Grafisches Konzept: Beate Schachinger für Layout: Andrea Gadler Druck: Reha Druck, Graz © an.schläge: Titel, Vorspänne und Zwischentitel von der Redaktion. Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht unbedingt der Auffassung der Redaktion entsprechen. Kürzungen vorbehalten.

04 an.schlägejuni 2005

MAGISTRAT DER STADT WIEN


an.spruch

Verena Fabris

Gelder im Dschungel Öffentliche Gelder werden allerorts knapper. Effektives Wirtschaften nennt sich das in der Diktion der westeuropäischen Regierungen. Neoliberalismus ist das Schlagwort dafür: Selbst ist der Mann, selbst ist die Frau – denn wo kämen wir da hin, wenn für alles der Staat zuständig wäre. Schließlich werden unsere Steuergelder für wichtige Dinge gebraucht wie zum Beispiel Dienstautos der Sonderklasse XY von Mercedes für diverse PolitikerInnen. Im Bereich feministischer Projekte, aber auch etwa im Bereich Migration/Asyl oder im alternativen Kunst- und Kulturbereich geht es bei den zu ersparenden Geldern gemessen am Gesamtbudget um Pimperlbeträge. Das hält aber niemanden davon ab, fleißig dem Sparwahn zu frönen. So gibt es nun auch in der Magistratsabteilung für Frauen der Stadt Wien eine neue Stelle, die unter anderem die Aufgabe hat, Richtlinien für die Subventionsvergabe an kleinere Projekte zu erstellen, will heißen: Darauf schauen, dass keine Geld kriegt, die es nicht verdient. Eine könnte die Vermutung haben, dass es auch darum gehen könnte, unliebsame alternative Projekte auszuhungern und im besten Fall damit noch Ansehen bei den WählerInnen zu bekommen.Wer braucht denn heute noch feministische Projekte wir haben eh eine Frauenministerin, die sich um alle Belange der Frauen sorgt.Wer braucht denn heute noch Projekte für AsylwerberInnen – wir lassen eh bald keine mehr rein und die, die schon da sind, werden sich schon fortbringen. Und Kunst und Kultur? Ist doch nur eine Art Dekoration, die ja nun wirklich niemand braucht. Wer anderer Meinung ist und nicht auf öffentliche Gelder verzichten will, weil es schließlich eine Aufgabe des Staates sein könnte, KünstlerInnen zu fördern, der Ungleichheit der Geschlechter entgegenzuwirken oder Armut zu verhindern oder zumindest zu mindern, die begibt sich in den Subventionsdschungel. Und hat dort so manch interessantes Erlebnis. Ein besonderer Geldtopf sind EU-Gelder. Besonders auch deshalb, weil es die einzigen öffentlichen Mittel sind, wo theoretisch noch viel zu holen ist. Bis zu zwei Millionen Euro kann zum Beispiel ein zwei Jahre dauerndes EQUAL-Projekt bekommen, ein Teil kommt dabei aus dem Europäischen Sozialtopf, der andere von Seiten des Bundes. Lustig ist es hier für die Antragstellung verschiedene Tabellen auszufüllen. Zahlen einmal in Prozent anzugeben und

drei Monate später dieselben Zahlen in absoluten Zahlen. Eine kleine Rechenaufgabe speziell für ÖsterreicherInnen, weil wir in PISA so schlecht abgeschnitten haben? Oder einfach Bürokratie... Die meisten dieser Tabellen sind übrigens in einem WORDDokument auszufüllen, damit wir auch wirklich rechnen und nicht der Computer, was der Fall wäre, wenn es EXCEL-Tabellen wären. EXCEL-Tabellen hingegen hat so manch eine Magistratsabteilung der Stadt Wien entdeckt. Und so darfst du, wenn du um einen Betrag von 1.500 Euro ansuchst, eine EXCEL-Tabelle mit sechzig Budgetposten für jede etwaige Eventualität eines Kunst/Kulturprojekts ausfüllen. Auch dies ein Bildungsauftrag: Wir lernen, wie ein Großprojekt kalkuliert werden kann, auch wenn wir selbst nur kleine Projekte machen wollen. Oder einfach nur Bürokratie... Oder aber wir kopieren jedes Jahr aufs Neue unsere unveränderten Vereinsstatuten, damit die Zuständigen, wenn sie unseren neuen Antrag kriegen, bei dem Feld „Vereinsstatuten da: ja oder nein“ ein Hakerl machen können, ohne sich umdrehen zu müssen. Eine indirekte Fördermaßnahme für die Papierindustrie und für die Post – denn je schwerer das Kuvert, desto höher das Porto. Oder aber einfach nur Bürokratie... So kommt es, dass im Subventionsdschungel viel Arbeit steckt, um zum Ziel, der Förderung durch öffentliche Gelder vorzudringen. Arbeit, die nicht gefördert wird, sondern die vor allem kleinere Vereine ehrenamtlich leisten, damit sie dann zur Ehre kommen, einen Brief zu erhalten in dem steht:Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir Ihr Projekt für förderungswürdig erachten... Und doch gibt es sie auch: Jene FördergeberInnen, die ein echtes Interesse an Inhalten an den Tag legen. Jene FördergeberInnen, die unterstützend sind, die anrufen und dich bitten, noch ein Formular auszufüllen, weil dies nun eben die Vorschriften seien. Jene FördergeberInnen, die öffentliche Gelder mit Hirn für die Sache verwalten und nicht mit Hirn für die Vorschriften. Jene FördergeberInnen, die nicht so tun als wäre es ihr privates Geld, das sie zu verschenken hätten an jene, die die meisten Punkte bekommen in ihrem Bürokratie-Spiel. Sie mögen zahlreicher werden. Und die Politik möge einsehen, dass gesellschaftspolitische Arbeit eine Gesamtverantwortung der Gesellschaft ist und nun mal Geld kostet. ❚ juni 2005an.schläge 05


Fo t o : M i c h a e l a B r u c k m ü l l e r

österreichan.riss

Women in the Holocaust

Verein Sprungbrett, T. 01/789 45 45, www.sprungbrett.or.at

Der Österreichische Freundeskreis von „Givat Haviva“ (israelische Friedensinitiative) präsentiert vom 3. bis 23. Juni die Ausstellung „Women in the Holocaust – Frauen im Widerstand“ im Wiener Nestroyhof. Die Ausstellung ist Produkt eines mehrjährigen Forschungsprojekts des Moreshet-Instituts, einem 1963 von Holocaust-Überlebenden gegründeten Forschungsinstitut, das sich systematisch mit weiblichen Widerstandskämpferinnen auseinandersetzt: Sei es mit Partisaninnen, Aufständischen in Ghettos und allen Frauen, die unter Einsatz ihres Lebens ganz unspektakulär gegen die Nazis Widerstand leisteten, indem sie Waisenkinder aufnahmen, Flugzettel verteilten oder Waffen schmuggelten. Für Österreich wurde die Ausstellung ergänzt mit Materialien über Rosa Jochmann, Margarethe Schütte-Lihotzky, Ella Lingens, Käthe Leichter und Antonia Bruha. Den ganzen Juni über gibt es ein Begleitprogramm mit Lesungen und Vorträgen. ESt 3.-23.6., Nestroyhof, 2., Nestroyplatz 1, Info: info@millisegal.at, Mo-Fr 10-19.00

Barbara Karlichs beharrliches Engagement, eine Lesbe mit deren 18jährigen Nichte zu verkuppeln, wollte in der Sondersendung „Rache ist süß“ vom 10.05. nicht so recht gelingen. Die Nichte plante den Auftritt in der Boulevardshow als Rachefeldzug gegen wenig schmeichelhafte „Aufziehereien“ ihrer Tante und wollte sie mit einem Liebesgeständnis in die Falle locken. Frau Karlich konnte nicht glauben, dass die lesbische Tante nicht auf das attraktive Angebot eingeht und ermunterte diese – den mehrmaligen Verweisen auf das enge Verwandtschaftsverhältnis zum Trotz – „der jungen Dame doch was liebes zu sagen“!

06 an.schlägejuni 2005

Auf in den Sommer Die Ferien rücken immer näher und wollen geplant werden. Beim Verein „sprungbrett für mädchen“ in Wien geht es mit „Mach doch (k)ein Theater“ schon in der ersten Juliwoche richtig los. Dabei können Mädchen zwischen zwölf und 15 Jahren Stimme, Körper und Ausdruck fürs Schauspielen trainieren. Ebenfalls im Juli gibt es den „Jobgirls-Sommerblock“ mit Fähigkeitencheck, Zukunftsplanung, Bewerbungstraining und anderem mehr. Im August geht’s dann kreativ weiter mit einem digitalen Fotoworkshop. Für das Selbstvertrauen gibt es einen Selbstverteidigungskurs für 10-13-jährige Mädels. 13- 16-Jährige, denen die Stadt schon zu trist wird, können zu Stadt- bzw. Nachtschwärmerinnen werden. Dabei lernen sie die Stadt von einer neuen Seite kennen bzw. übernachten im Freien. Die Aktivitäten kosten nur vier bis zehn Euro und sind mit JIW Bon teilweise gratis. Jetzt schon anmelden und der Sommer kann kommen! ESt

ausstellung

„Sag ihr doch was Liebes..“

sprungbrett

plus.minus

abtreibungsgegnerInnen

Weg mit euch! Der Wiener Landtag hat auf Initiative von Frauenstadträtin Sonja Wehsely eine Novelle des Wiener Landes-Sicherheitsgesetzes beschlossen, durch die der Begriff „unzumutbare Belästigung“ genauer definiert ist: Wird auf öffentlichen Plätzen vor sozialen und medizinischen Einrichtungen, etwa auf dem Gehsteig vor Abtreibungskliniken, auf Personen „psychischer Druck wie zum Beispiel durch nachdrückliches Ansprechen oder (versuchte) Übergabe von Gegenständen ausgeübt“, kann die Polizei einschreiten und die BelästigerInnen wegweisen. Im Gegensatz zur Wegweisung beim Gewaltschutzgesetz gibt es hier jedoch keinen amtlichen Bescheid. Die BelästigerInnen können zehn Minuten später wieder da

plus.minus Reaktionen und Anregungen an die Redaktion per Brief oder e-mail, mit dem Betreff:„plus.minus“

garantiert

sabotiert

schreckscheck

strandschreck

Das bedeutende „Unternehmen Haushalt“ wird dank Sozialministerin Ursula Haubner nun im Regierungsprogramm verankert. Singels, GroßgrundbesitzerInnen, FirmeninhaberInnen, á la Carte-MampferInnen und „vor allem auch Haushalte mit älteren Menschen“ können endlich das Finanzamt über ihre Dienstleistende in Kenntnis setzen und ihren „schwarzbeschäftigten“ Haushaltsangestellten damit eine Mindestentlohnung garantieren. Nur schade, dass unter den etwa 150.000 Haushaltshilfen geschätzte 140.000 Personen mangels Arbeitsgenehmigung den Wunderscheck gar nicht einlösen können… (–)

In der Zookolumne der 19ten Falternummer belästigen uns zwei Herren mit ihrer Vorstellung, wie sich Frauen und Männer zur Showtime des „wichtigsten“ (!) Musikpreises kleiden sollen. Ihrer Ansicht nach trugen die weiblichen Musikmachenden zu legere Kleidung (wie „auf dem Weg zum Strand“!) , während Männer mit ihrem grauen Allwetteranzug (wie auf dem Weg „ins Büro“!) demonstrierten, wie tief sie doch im Musikbrei steckten. Keine nackte Haut also, die im Scheinwerferlicht um die gierenden Augen der Journalisten strahlt und damit auch kein Glanz, der auf die eintönige Berichterstattung im kleinen Öland fällt. (–)


an.rissösterreich stehen. „Da hoffe ich sehr darauf, dass die Polizei entsprechend bestimmt auftritt“, sagt Sonja Wehsely. Die Gesetzesnovelle betrifft in erster Linie die zwei Ambulatorien in Wien (Fleischmarkt und Gynmed), die auf öffentlichem Grund stehen. Die LeiterInnen hoffen nun auf baldige Besserung der Situation. Weniger überzeugt davon ist die Opposition in Wien. Die Frauensprecherin der Wiener Grünen, Monika Vana, erklärt, dass der Grüne Klub prinzipiell gegen das Landes-Sicherheitsgesetz sei, weil es „mit Blick auf Bettler im öffentlichen Raum eingeführt wurde“. Monika Vana hat aus pragmatischen Gründen (gemeinsam mit Christoph Chorherr) trotzdem für die Novelle gestimmt: „Wenn es ein Gesetz gibt, das Frauen schützt, dann nütze ich diese Gelegenheit.“ Auch wenn die Novelle eigentlich nicht viel mehr als ein „Marketing-Gag“ sei: Eine einfache Dienstanweisung an die Polizei hätte genügt, um den Begriff der unzumutbaren Belästigung zu konkretisieren und somit zum Einschreiten vor den Abtreibungskliniken zu ermächtigen. GaH www.asfleischmarkt.at, www.gynmed.at

festival der regionen

an.ruf Saskya Rudigier gratuliert Marion Kremla zur SozialMarie 2005

Heiße Kartoffel, Mensch! Was ändert sich für dich und deine KollegInnen von der Deserteurs- und Flüchtlingsberatung durch den großen Preis der SozialMarie? Finanziell hat sich unser Jahresbudget um mehr als fünfzig Prozent erhöht. Das ist natürlich eine große Entlastung. Aktiv verändern werden wir dennoch nicht viel. Ich glaube, es sind solche Auszeichnungen selbst, die etwas verändern. Sie pushen nicht nur das Bild des Vereins, sondern des ganzen Bereichs, und zwar in die positive Richtung.

Roma-Frauen-Konferenz Im Rahmen des Festivals der Regionen 05 findet von 29. Juni bis 2. Juli unter dem Motto „Creating the Change“ eine internationale Roma-FrauenKonferenz statt. Schauplatz der Workshops, Vorträge und Filmvorführungen ist Rohrbach in Oberösterreich. Roma- und Sintifrauen aus ganz Europa werden von ihrem Alltag berichten. Diskriminierungen sollen genauso dargelegt werden wie herausragende Leistungen von Romafrauen. Schwerpunktthemen der Konferenz sind Frauenrechte, Politische Partizipation, Kulturelle Identitäten sowie Romafrauen im Holocaust. Ziele der Konferenz sind nicht nur die Sichtbarmachung von allen oben genannten Aspekten, sondern auch die Formulierung von politischen Forderungen und eine weitere internationale Vernetzung. Als spektakulärer Abschluss der Konferenz ist eine Performance der kroatischen Künstlerin Sanja Ivekovic am Stadtplatz von Rohrbach geplant: Unter Mitwirkung von 100 Freiwilligen soll „Rohrbachs lebendes Denkmal“ entstehen. ESt Anmeldung bis 23.6.: Frauentreff Rohrbach, 4150 Rohrbach, Stadtplatz 16, T. 07289/6655, frauentreff.rohrbach@resi.at, Programm unter www.frauentreff-rohrbach.at

Bundeskanzler Schüssel sieht keine verfassungsrechtlichen Bedenken, traumatisierte Flüchtlinge abzuschieben, was kannst du dem entgegnen? Die Verfassung ist nicht der Maßstab der Ethik. „Keiner hat das Recht zu gehorchen“, sagt Hannah Arendt. In diesem Sinne würde ich ergänzen: „Keine und Keiner hat das Recht, sein Gewissen beim Verfassungsgerichtshof abzugeben.“ Ich hoffe, ein Bundeskanzler hat – wenn schon keine verfassungsrechtlichen – zumindest eigene Bedenken. Die traumatische Situation absoluten Ausgeliefertseins sollte kein Mensch bedenkenfrei gutheißen können. Wie beeinflusst die schärfere Gangart von Innenministerin Prokop deine Arbeit? Real bedeutet das mehr Arbeit. Die Flüchtlinge werden trotz Unzuständigkeit Österreichs, weil auf der Fluchtroute andere EU-Länder berührt wurden, zu uns in die Beratungsstelle kommen. Migration ist nicht wirklich regulierbar und Menschen, die tausende Kilometer überwunden haben, lassen sich nicht kampflos wieder abschieben.

töchtertagabschluss Was beschäftigt dich zur Zeit besonders?

Girls Day im Ländle Am 23. Juni haben viele Mädchen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren ihren ersten Arbeitstag. Denn da wird vom Frauenreferat der Vorarlberger Landesregierung zum vierten Mal der „Girls day“ durchgeführt. „Unser Ziel ist es, die Mädchen auf Berufe abseits der gängigen Rollenklischees aufmerksam zu machen“, unterstreicht die Projektleiterin Christine Nußbaumer den emanzipatorischen Anspruch der Veranstaltung. Die Schülerinnen haben einen Tag lang die Möglichkeit, die Arbeitswelt ihrer Eltern hautnah mitzuerleben. Unternehmen wie z.B. die Stadtwerke Feldkirch leisten mit ihrer Teilnahme einen Beitrag zum Thema Gleichberechtigung. Dieser „Vorarlberger Zukunftstag“ bildet den diesjährigen Abschluss einer erfolgreichen österreichweiten Veranstaltungsreihe. Die Wiener Frauenstadträtin Sonja Wehsely freute sich etwa über eine neue Rekordbeteiligung. Wehrmutstropfen war allerdings, dass für Workshops in diesem Jahr keinerlei finanzielle Mittel zur Verfügung standen. haid

Die Wandlung von Menschen zu heißen Kartoffeln – das gesamte neue Asylgesetz ist von dem Wahn durchzogen, alle AsylwerberInnen in den ermittelten „zuständigen“ EU-Staat zu überstellen. Dabei hat Österreich nicht nur das Recht, Asylanträge trotz formaler Nicht-Zuständigkeit selbst zu übernehmen, sondern ist dazu in vielen Fällen sogar verpflichtet. Doch mit bedauerndem Schulterzucken wird so getan, als entbinde „die EU“ uns von jeglicher Verantwortung. Dieser Aspekt fehlt mir völlig in der Diskussion, und er ist wirklich bedrohlich. Es geht schon lang nicht mehr um Fluchtgründe, sondern um Zuständigkeits-Pingpong. Die menschlichen Katastrophen, die dieses Spiel verursacht, sind offenbar nur jenen bekannt, die tagtäglich damit zu tun haben. Marion Kremla ist Psychologin, Mitarbeiterin der asylkoordination und Obfrau der Deserteurs- und Flüchtlingsberatung, www.deserteursberatung.at

Anmeldung bis zum 15.6., T. 05572/317 17, Infos: www.girlsday.at

juni 2005an.schläge 07


Fo t o : S a s k y a C . Ru d i g i e r

mediengerechtigkeit

Systematische Kriminalisierung Medien wählen Themen aus, selektieren die Perspektiven und bauen so gesellschaftliche Wirklichkeiten. Die Strategie der „journalistischen Objektivität“ ist auch eine Geschichte des Scheiterns: Rassistische Berichterstattung findet täglich statt. Von Gabi Horak „Haben Sie Angst vor den Schwarzen?“ fragt der Fernsehreporter eine Passantin. Die ältere Dame ist aufgeregt: Die schwarzen Männer würden die Drogen immer öfter auf offener Straße verkaufen. Selbst gesehen hat sie das aber noch nie. Eine Nachbarin hat es von einer Freundin gehört... Hintergrundberichterstattung nennt das der ORF. Dieser war im Jahr 1999 – gemeinsam mit vielen anderen Medien in Österreich – mitverantwortlich dafür, dass die polizeiliche Operation Spring gegen afrikanische Drogendealer ein Erfolg wurde. Nicht weil alle Verhafteten auch tatsächlich verurteilt worden wären, sondern weil das Bild der „Schwarzen Bedrohung“ nachhaltig 08 an.schlägejuni 2005

verankert werden konnte. Dass viele der Verhafteten völlig unschuldig waren und bald wieder freigelassen wurden, war dann keine Meldung mehr wert. Die Operation Spring war ein Höhepunkt rassistischer Berichterstattung in Österreich. Die systematische Diskriminierung und mediale Vorverurteilung Schwarzer Menschen hat Geschichte und zeigt sich jeden Tag beim Blick in die Tageszeitung. Selbstverständlich vor allem in eine bestimmte Zeitung, der größten Österreichs, aber eben nicht nur. Podiumsdiskussion. „Diese Mechanismen überschreiten inzwischen weit die Domäne rechtspopulistischer Medien: Sie erfassen vielmehr die gesamte

österreichische Medienlandschaft abseits von Kategorien wie links oder rechts“, stand auf der Einladung zu einer Diskussion im Wiener Presseclub Concordia. „Justice in the media?“ fragten am 28. April die VeranstalterInnen, die Allianz gegen Rassismus in den Medien (Alliance Against Racism in the Media, ALARM) und das Netzwerk Afrikanischer Communities (NAC). Das NAC als MitorganisatorInnen auftreten zu lassen war auch eine bewusste Entscheidung: Ihre politische Arbeit wurde im Rahmen der Operation Spring kriminalisiert und NAC als „Netzwerk des Drogendeals“ dargestellt. Auslöser für die Gründung von ALARM wie für die Veranstaltung war ein Artikel über Drogendealer im Votiv-


gerechtigkeitmedien park im „Falter“1, der linken Wiener Stadtzeitung, geschrieben von Florian Klenk, ein für seine kritische Berichterstattung mehrmals ausgezeichneter Journalist. In einem offenen Brief empörten sich die unterzeichnenden antirassistischen Initiativen und Personen darüber, dass Polizeiaussagen und Abhörprotokolle unkommentiert übernommen und somit Legitimationsstrategien von Rassismus verbreitet worden wären. Gerade weil der „Falter“ in der triesten Medienlandschaft eine besondere Stellung als kritisches Medium einnimmt, war die Entrüstung über diesen Artikel so groß. Beispiele für rassistische Berichterstattung darüber hinaus gibt es Hunderte. Kriminalisierung. „Systematische Kriminalisierung findet statt, im Fernsehen und in den Printmedien“, leitete Moderatorin Beatrice Achaleke von der Schwarze Frauen Community die Diskussion im Presseclub ein. Dass Massenmedien eine große Rolle spielen bei der Reproduktion von Rassismen (wie auch Sexismen) steht selbst in der Medienwissenschaft außer Streit: Medien selektieren und thematisieren, sie „bestimmen Art und Wertigkeit der Informationen, die eine Gesellschaft über kulturelle Realitäten erhält.“2 Diese Erkenntnis ist nicht neu und wurde erst im Februar von Lotta Elina Heinonen in ihrer Abschlussarbeit an der Univeristät von Joensuu/Finnland bekräftigt. Sie untersuchte den Umgang mit AsylwerberInnen in Österreich und wie diese nicht zuletzt durch ihr Vorkommen in den Medien kriminalisiert werden. „Du liest es jeden Tag in der Zeitung“ sei ein beliebtes Argument, um rassistische Vorverurteilungen im Gespräch zu verteidigen. Wie weit diskriminierende Berichterstattung ihre Kreise zieht, erläutert Heinonen an einem Beispiel aus dem Jahr 1989. Die meisten Zeitungen in Österreich berichteten zunächst über die schwierige politische Situation in Rumänien, die Kronen Zeitung stürzte sich gleich zu Beginn auf ein Angstthema: den zu erwartenden Flüchtlingsstrom. „Die Krone begann, die ökonomischen Motive der Flüchtlinge herauszustreichen und stellte sie dabei als Kriminelle und Sozialschmarotzer dar.“ Und: Viele andere Zeitungen folgten dem

zweifelhaften Beispiel und zeichneten kräftig am Bedrohungsszenario mit. Bedrohungsbilder. Das Bild der „Schwarzen Bedrohung“ hat eine lange Geschichte. „Sie geht zurück bis zum lateinischen Christentum und der Entwicklung des dualistischen Weltbildes: Weiß/Gut und Schwarz/Böse“, erklärt Araba Evelyn Johnston Arthur, Afrikanistin und Mitbegünderin von „Pamoja – Bewegung der jungen Afrikanischen Diaspora in Österreich“. Die Dämonisierung des Schwarzen ist ein tief verankertes Bild, das in den Jahrhunderten unterschiedlich besetzt wurde: Vor der Christianisierung im Mittelalter wurden die Ungarn als „Schwarze Ungarn“ bezeichnet, in der Aufklärung galt der „Neger“ als unterentwickelter Mensch, in der nationalsozialistischen Propaganda wurden Juden und Roma als „Neger“ bezeichnet und auf Plakaten so dargestellt. „Der Neger galt als höchstmögliche Abweichung von der arischen Rasse; Schwarz als moralische Kategorie für etwas, das für Böse steht“, erläutert Araba Johnston Arthur. „Und heute ist der Drogendealer das perfekte Feindbild für die moralische Ordnung.“ Gleichzeitig ist Sexualisierung ein starkes Element in diesem Bedrohungsbild. Gegen Schwarze Frauen gerichtete sexuelle Gewalt wird normalisiert, die Frauen als von Natur aus promiskuitiv, den Geschlechtspartner häufig wechselnd, dargestellt. Rassistischer Sexismus spiegelt sich im Alltagsleben und im öffentlichen Raum, meint Araba Johnston Arthur: „Entsprechend der patriarchalen Hierarchisierung werden alle Körper von Frauen abgewertet. Körper Weißer Frauen haben aber noch mehr Wert als jene Schwarzer Frauen.“ Neben der strukturell eingeschränkten Medienlandschaft ist es auch das Zusammenspiel von Medien und Polizei, das in der österreichischen Berichterstattungspraxis eine große Rolle spielt. Beispielsweise beim Thema Drogenkriminalität beginnt die rassistische Selektion schon in der Polizeipraxis: Die Polizei entscheidet selbst, gegen wen sie ermittelt. Dann gibt sie diese Daten weiter an JournalistInnen, die wiederum viel zu oft über Statistiken berichten, ohne zu prüfen, wofür diese

Zahlen stehen. Joe Taylor vom NAC erinnert sich am Podium im Presseclub: „Die Medien berichteten massiv über Operation Spring, aber nicht darüber, dass die meisten Verhafteten wieder freigelassen wurden.“ Araba Johnston Arthur kritisiert: „Die Medien haben damals Medienjustiz vollzogen: Von der Polizei in die Welt gesetzte Informationen wurden als Tatsachen verbreitet. Die Polizei hat Drogenbosse präsentiert und die Öffentlichkeit wurde medial damit gefüttert.“ Überleben. Die Normalisierung von Rassismus in Österreich macht der Aktivistin große Sorgen. Es sei immer schwieriger geworden, die Gewalt zu benennen und Konsequenzen einzufordern: So gab es nach dem Tod von Marcus Omofuma noch massive Rücktrittsforderungen an den Innenminister; vier Jahre später beim Tod von Seibane Wague, hätte es trotz Beweis-Video keine einzige Rücktrittsforderung gegeben. Gleichzeitig scheinen sich Betroffene von rassistischen Übergriffen gegen genau diese Normalisierung aufzubäumen: Der aktuelle Rassismus-Report von Zara dokumentiert im Jahr 2004 so viele rassistische Übergriffe wie noch nie – die „Spitze des Eisberges“, wie Mitautorin Verena Krausneker betont. Offensichtlich sind aber auch immer mehr Menschen bereit, Übergriffe zur Anzeige zu bringen. Araba Johnston Arthur: „Rassismus ist ein integrierter Bestandteil von Menschen, die ihn tagtäglich überleben. Aber ich schätze, dass es immer weniger Bereitschaft gibt, das zu akzeptieren.“ Das zeige sich auch in der Selbstorganisierung der Schwarzen Community: Immer mehr Menschen stehen für ihre Rechte auf – mit dem Preis, dann noch exponierter und angreifbarer zu sein. Vor allem in der zweiten Generation erkennt Araba Johnston Arthur steigende Bereitschaft, aus der Defensive in die Offensive zu gehen: Die Plattform „Gerechtigkeit für Seibane“ wird hauptsächlich von jungen Frauen in der zweiten Generation getragen. „Hier ist es wirklich um das Überleben gegangen, das macht politische Arbeit fast zu einer Lebensnotwendigkeit. Man kann unpolitisch sein, aber trotzdem leben wollen.“ ❚

1 „Verlorenes Paradies“ in Falter 3/05

2 Lotta Elina Heinonen:„The social exclusion of african asylum-seekers in Austria“, Februar 2005, University of Joensuu

Für den Herbst planen die VeranstalterInnen rund um NAC und ALARM ein Symposium zum Thema. Link: www.schwarzefrauen.net

juni 2005an.schläge 09


Fo t o : J e n n y U n g e r

behinderungpolitik

Sexualität als Tabu Sexualität wird in unserer Gesellschaft oft mit Vorstellungen von Perfektion assoziiert. Menschen mit körperlichen Behinderungen oder mit Lernschwierigkeiten wird da sehr schnell das Recht auf das Ausleben von Sexualität abgesprochen. Von Paula Bolyos Als „Möglichkeiten sich die Welt anzueignen“ beschreibt Andrea Friske im Buch „Als Frau geistig behindert sein“ die Handlungsweisen von Menschen mit Behinderung. Weil diese aber von der Norm der Aneignungsweisen abweichen, werden sie zur Abnormität gemacht, zu einer Krankheit. Erst im Vergleich zu dem, was im gesellschaftlichen Kontext als „normal“ gilt, 10 an.schlägejuni 2005

werden sogenannte Behinderungen als Krankheiten klassifiziert: Menschen sind eben nicht geistig oder körperlich behindert, sie werden behindert. Und zwar in jeder ihrer persönlichen Dimensionen. So auch in der Entfaltung ihrer Sexualität. Schönheit. Jeder Körper weist einen mehr oder weniger hohen Grad an „Mängeln“ auf, sobald wir ihn mit dem

vergleichen, was uns gängige Schönheitsideale als Norm vorgaukeln. Ab einem gewissen Grad der „Abweichung“ können wir uns durch hochhackige Schuhe, Push-up-BHs oder ähnliches aber nicht mehr selbst retuschieren. Doch gerade auf ein solches Verdecken vom scheinbar Nicht-Perfekten werden behinderte Mädchen häufig sozialisiert. Der Zwang, sich gesellschaftlichen Schönheitsnormen unterordnen zu


politikbehinderung müssen, wird besonders von jungen Frauen, vermehrt aber auch von Männern, verinnerlicht: Im Handbuch „Mit Stock, Tick und Prothese“ erzählt Birgit Schopmans von ihren Erfahrungen als sehbehinderte junge Frau in den 1970er und 80er Jahren: „In meiner Marburger Schulzeit gab es ein ganz besonderes Angebot: nämlich den Schminkkurs für blinde Mädchen. Obwohl ich mich zu dieser Zeit noch nicht kritisch mit der gesellschaftlichen Sicht von Behinderung auseinandergesetzt hatte, fand ich ein solches Angebot schon damals absurd.“ Auch an positiven Rollenvorbildern mangelt es, wie Dinah Radtke in dem Handbuch schreibt: „Falls behinderte Frauen im Rollstuhl gezeigt werden, so nur junge attraktive Frauen, die Karriere machen und für die es nicht schwierig ist, Beziehungen zu haben. Oder es werden asexuelle Frauen dargestellt, die liebevoll umsorgt, aber nicht ernst genommen werden müssen. Uns wird nicht zugetraut, die Rolle der Geliebten, der treusorgenden Ehefrau, der Mutter, der Karrierefrau erfüllen zu können. Uns wird permanent das Gefühl vermittelt, nie genügen zu können.“ Behinderte Frauen werden in der Gesellschaft in erster Linie als behindert wahrgenommen. Liebe oder Sexualität hingegen werden mit Schönheitsnormen assoziiert, denen diese Frauen oft nicht entsprechen (können). Andrea Friske merkt an, dass viele der Frauen mit Lernschwäche keine ausreichenden Mittel haben, um ihren Schönheitsidealen zu entsprechen, andere wiederum sehen sich durch betreuende Personen eingeschränkt: „Die Mütter lassen sich dabei wohl manches Mal von der Angst leiten, die Tochter könnte Männer reizen und von ihnen ausgenutzt werden, von der Angst, sie könnte als die entdeckt werden, die sie ist, als eine Frau.“ In ihrer Entwicklung als „sexuelle Wesen“ könnten Menschen mit Lernschwäche durch geeignete Sexualitätsbegleitung unterstützt werden. Doch dieses Recht wird ihnen in Österreich auch von offizieller Seite her meist nicht zugestanden. Sexualitätsbegleitung. Wie die Heilpädagogin Ariane Hochleithner berichtet, ist die Situation der Sexualitätsbeglei-

tung in Österreich schwierig: BetreuerInnen können den von ihnen betreuten Personen helfen, sie aufklären und sie bei Fragen zur Sexualität unterstützen und beraten oder ihnen auch aktiv bei sexuellen Erfahrungen zur Seite stehen, wenn das gewünscht ist; es besteht aber kein dezidierter Auftrag, das zu tun. In den skandinavischen Ländern hingegen ist Sexualitätsbegleitung für betreute Personen mit Lernschwäche vorgesehen: „Die BetreuerInnen müssen eine passive Sexualbegleitung gewährleisten; über eine aktive Begleitung können sie selbst entscheiden.“ In Österreich wird Sexualitätsbegleitung hingegen in den meisten Stellenausschreibungen für den Bereich der Betreuung von Menschen mit Lernschwäche nicht einmal erwähnt.

bekommen, ist automatisch die Magistratsabteilung 11, das Jugendamt, zuständig. Es liegt dann im Ermessen der jeweiligen BeamtInnen, das Kind einer Pflegefamilie zuzuweisen, oder es bei den Eltern zu belassen. Eine weitere Hürde ergibt sich dann, wenn lesbische oder schwule Paare ihre Beziehungen leben wollen: Dann ist neben dem Tabu der Sexualität auch noch das Tabu der Homosexualität zu überwinden. Anstatt Menschen mit Lernschwierigkeiten Liebesbeziehungen und Familiengründungen zu verunmöglichen, sollte Beziehungsbegleitung selbstverständlich sein, wie Ariane Hochleithner anmerkt. Bei regelmäßigen Treffen könne dann abgeklärt werden, ob sich die PartnerInnen in der Beziehung wohl fühlen oder ob Probleme auftreten.

Erziehungssache. Eine sexuelle Identität zu entwickeln, ist für die meisten Menschen „normal“. Irgendwann setzt sich jede und jeder mit dem eigenen Körper und der eigenen Sexualität auseinander und kann im besten Fall einen für sich selbst zufriedenstellenden Umgang damit entwickeln. Auch die meisten Eltern akzeptieren die sexuelle Entwicklung der eigenen Kinder, wie Andrea Friske darlegt. Anders sieht es dann aus, „wenn das Kind, die Frau oder der Mann behindert ist. Es ist die Behinderung, die uns immer wieder versucht sein lässt, Sexualität als Teil menschlichen Lebens zu negieren.“ Ariane Hochleithner sieht gerade bei der älteren Eltern-Generation die Belastung durch den Nationalsozialismus als einen wichtigen Aspekt beim Umgang mit der Erziehung: „Diese ElternGeneration stand zuerst einmal unter Rechtfertigungsdruck, überhaupt ein behindertes Kind zu haben.“ Die Grundbedürfnisse abzudecken, war und ist hier eine Notwendigkeit, mehr jedoch nicht. Doch auch bei jüngeren Eltern-Generationen besteht häufig Angst, dem eigenen Kind eine sexuelle Entwicklung zuzugestehen. Nicht zuletzt aufgrund der Befürchtung, die Frau könnte schwanger, der Mann Vater werden. Denn eine ausreichende Betreuung von Eltern mit Lernschwäche ist in Österreich nicht gewährleistet. Entscheidet sich eine Frau mit Lernschwäche dafür, ein Kind zu

DUASB. Wichtig sei, so Ariane Hochleithner, vor allem ausreichende Aufklärung. Dieser Aufgabe nimmt sich der Arbeitskreis zur Sexualitätsbegleitung DUASB (Der Unabhängige Arbeitskreis für Sexualpädagogische Begleitung) an, den sie vor drei Jahren mitbegründet hat. Neben der Herausgabe von Informationsmaterial organisieren die Mitarbeiterinnen Tagungen, wie jene, die als Teilprojekt der von Ninlil (Verein wider die sexuelle Gewalt gegen Frauen, die als geistig oder mehrfach behindert klassifiziert werden) ausgehenden „Offensive: GewaltPrävention“ am 15. November 2005 im Kardinal-König-Haus in Wien stattfinden und gemeinsam mit Ninlil und dem Fonds Gesundes Österreich organisiert wird. Denn nur durch ausreichende Aufklärung kann Akzeptanz der sexuellen Identitätsentwicklung eines jeden Menschen weitervermittelt werden. Und diese sollte genauso selbstverständlich sein wie die Umsetzung der Wünsche von Menschen, die auf Hilfe von anderen angewiesen sind. Schließlich werde Sexualität, wie Andrea Friske anmerkt, von verschiedensten Faktoren bestimmt. Die Lernschwäche oder auch die körperliche Behinderung ist nur ein Aspekt von vielen. Dieser wird erst im gesellschaftlichen Zusammenhang zu dem aufgebauscht, der dann scheinbar die gesamte Identität eines Menschen ausmacht. ❚

Literatur: Faber, Brigitte / Hermes, Gisela (Hg.innen):“Mit Stock, Tick und Prothese“. Kassel 2001. unter www.behindertefrauen.org Franz, Alexandra: Selbstbestimmt Leben mit Persönlicher Assistenz. Eine alternative Lebensform behinderter Frauen. Neu-Ulm 2002 Friske, Andrea: Als Frau geistig behindert sein. Ansätze zu frauenorientiertem heilpädagogischen Handeln. München 1995

Weitere Infos: www.ninlil.at www.bizeps.at

juni 2005an.schläge 11


internationalan.riss wird einmal jährlich ein Newsletter in spanischer, englischer und französischer Sprache herausgegeben. Seit November bietet das FIZ Makasi („Stark“) spezifische Beratung für Opfer von Frauenhandel an. Damit soll der Schutz von Frauen gewährleistet, die betroffenen Frauen aber auch zur Einforderung ihrer Rechte ermutigt und darin unterstützt werden. Zum Jubiläum, am 2. Juli findet ein Benefiz-Fest mit Kabarett und Musik statt, für Speis und Trank ist gesorgt! pabo Fo t o : A u s t r i a n B u r m a Ce n t e r

2.7., ab 19.00, Clubraum der Roten Fabrik, 8038 Zürich/Wollishofen, Seestraße 395, Verkauf der Eintrittskarten im FIZ,

myanmar

Geburtstagskarte Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi steht seit 1991 in ihrem Heimatland Burma unter Hausarrest. Die 1945 geborene Menschenrechtsaktivistin lebte bis 1988 unter anderem in Indien, Großbritannien und Bhutan. 1988 kehrte sie nach Myanmar (ehemals Burma) zurück. Nach dem Putsch 1988 etablierte General Saw Maung ein Militärregime unter der Bezeichnung „Staatsrat für die Wiederherstellung von Recht und Ordnung“ (SLORC).Trotz des ab diesem Zeitpunkt geltenden Versammlungsverbotes gründete Aung San Suu Kyi die „Nationale Liga für Demokratie“ (NLD) und übernahm deren Führung. Die NLD spricht sich gegen jegliche Gewalt und für zivilen Ungehorsam aus. Die Partei gewann die ersten freien Wahlen im Jahr 1990, das Wahlergebnis wurde jedoch von der Militärregierung nicht anerkannt und Aung San Suu Kyi unter Hausarrest gestellt. 1991 erhielt sie den Friedensnobelpreis, den ihre Söhne für sie entgegennahmen, da eine Rückkehr nach Myanmar nach einer Ausreise nicht mehr möglich gewesen wäre. 1995 wurde Aung Sang Suu Kyi vorübergehend aus ihrem Hausarrest entlassen, ihre Bewegungsfreiheit blieb allerdings weiterhin sehr eingeschränkt. Seit 2003 steht sie wieder unter Hausarrest. Das Austrian Burma Center bietet am 19. Juni nun die Möglichkeit, Aung San Suu Kyi zu ihrem 60. Geburtstag eine Geburtstagskarte zu senden und damit auch die Forderung nach Freilassung politischer Gefangener zu stellen. Die Karte kann auf der Homepage des Austrian Burma Center heruntergeladen und ausgedruckt werden und bis 1. Juni an das Center oder direkt an Aung San Suu Kyi versendet werden. pabo

8004 Zürich, Badenerstr. 134, T. 0041-1/240 44 22, contact@fiz-info.ch, www.fiz-info.ch

iran

Präsidentschaftswahlen 17. Juni ist der Tag der Iranischen Präsidentschaftswahlen; und damit vielleicht auch ein Tag, der lang ersehnten, politischen Reformen einleitet? Ein kurzer Rückblick: Aus der letzten Wahl 1997 ging der Reformer Mohammed Khatami als Sieger hervor. Durch ihn verbesserte sich die Situation der Frauen teilweise: Mittlerweile sind 63 Prozent aller Studierenden weiblich und es wurde die erste Polizeiakademie für Frauen gegründet. Zu wirklich bahnbrechenden Neuerungen kam es allerdings wegen des konservativen Wächterrats, der jeden Gesetzesvorschlag des Parlaments bewilligen muss, nicht. Ein Verbot jenes Rats verhindert auch eine Kandidatur von Frauen bei den Wahlen und könnte sogar bewirken, dass die Kandidaten (!) der Reformpartei nicht antreten dürfen. Mohammed Khatami steht, da er bereits zwei Amtszeiten absolviert hat, ebenfalls nicht mehr als Kanditat zur Verfügung. Ein Sieg der Konservativen und damit vermutlich das Ende aller Reformen scheint deshalb so gut wie sicher. Einziger Hoffnungsschimmer: Ca. siebzig Prozent der IranerInnen sind jünger als dreißig Jahre alt. Viele von ihnen haben sich von der Herrschaft der Rechtsgelehrten abgewendet und fordern massive Neuerungen. pix

Austrian Burma Center, 9., Türkenstraße 3, www.austrianburmacenter.at Aung San Suu Kyi, c/o U.S. Campaign for Burma, 1612 K St., NW Suite #401, Washington, DC 20006

schweiz i s r a e l 9i n t

Fraueninformation Das Schweizer Fraueninformationszentrum FIZ feiert im Juli sein zwanzigjähriges Bestehen. Die Mitarbeiterinnen der Organisation mit Sitz in Zürich beschäftigen sich mit den Themen Frauenhandel und Frauenmigration, informieren über Hintergründe in diesen Bereichen und richten sich gegen jede Art von Gewalt und Ausbeutung von Migrantinnen. Zweimal pro Jahr erscheint ein Rundbrief in deutscher Sprache, zudem 12 an.schlägejuni 2005

ernational

World Pride Bereits zum dritten Mal wird in Jerusalem der Gay Pride veranstaltet. In diesem Jahr ist die Stadt von 18. bis 28. August Schauplatz des World Pride. Organisiert wird die Parade von Jerusalem Open House (JOH), einer Initiative von und für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender, die seit 1997 besteht. „World Pride“ weist aber darüber hinaus wie in


an.rissinternational jedem Jahr auch auf eine bestimmte Forderung hin: Im ersten Jahr des World Pride, 2000, fand die Veranstaltung in Rom statt und kritisierte damit die zahlreichen Diskriminierungen von LesBiSchwulen und Transgender-Personen durch die Kirche. „Liebe kennt keine Grenzen“ ist das Motto des World Pride in Jerusalem. Für Reisefreudige hier einige Termine: Die Europride in Oslo gibt’s vom 17. bis 27. Juni, den Christopher Street Day in Berlin am 26. Juni, die LGBT Pride Celebration in San Francisco vom 25. bis zum 26. Juni und die Gay Pride Budapest findet vom 7. bis 10. Juni statt. pabo Weitere Termine unter www.interpride.org

türkei

Schutz vor Gewalt Am 1. April trat in der Türkei das im vergangenen Herbst reformierte Strafgesetz in Kraft, das den Schutz von Frauen vor Gewalt wesentlich verbessern soll. Zahlreiche frauendiskriminierende Artikel wurden aus dem Gesetz genommen. Unter anderem gelten sexuelle Übergriffe künftig als „Verbrechen gegen Einzelpersonen“ und nicht wie bisher als „Verbrechen gegen Familie, Gesellschaft oder Tradition“. Vergewaltigung in der Ehe wird für strafbar erklärt. Strafnachlässe für „Ehrenmorde“ sollen ebenso der Vergangenheit angehören wie die Regelung, wonach ein Vergewaltiger, der sein Opfer heiratet, eine geringere oder keine Strafe befürchten muss. Zusätzlich sind Gemeinden über 50.000 EinwohnerInnen seit Anfang des Jahres verpflichtet, Frauenhäuser einzurichten. Bisher zählt das siebzig Millionen-Menschen-Land 13 Frauenhäuser. Nach einer EU-Empfehlung sollten es 7.000 sein. Solange es aber nicht gelingt, frauendiskriminierende Denkmuster und Traditionen aus den Köpfen der BürgerInnen zu verbannen, wird die massive Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Land mit Sicherheit weitergehen. Gewalt in der Familie wird großteils immer noch als „Privatsache“ und Tabuthema gesehen.. jung

Verstärker Hamburg, c/o Frauenmusikzentrum HH, 22763 Hamburg, Große Brunnenstraße 63a,

www.amnesty.co.at

info@verstaerkerhamburg.de, www.verstaerkerhamburg.de und www.frauenmusikzentrum.de

wyber.space

www.johanna-dohnal.at

deutschland

Starke Musik

Fo t o : S a s k y a C . Ru d i g i e r

Im fm:z, dem Frauenmusikzentrum Hamburg, ist eine Anlaufstelle für Musikaktivistinnen im Entstehen. Das neue Projekt VerSTÄRKER Hamburg richtet sich an Tontechnikerinnen, Produzentinnen, Musikerinnen, Bands, Eventmanagerinnen, DJs und Komponistinnen. Auf lokaler Ebene wird ein Netzwerk für Aktive der Hamburger Musikszene aufgebaut, das sich regelmäßig thematischen Schwerpunkten widmen will. Ab Juli gibt es eine virtuelle Vernetzungs- und Vermittlungsbörse, die nicht nur Hamburger Musikerinnen die Möglichkeit für eine eigenen Profilerstellung bietet, sondern auch Raum für Vernetzungen, Kooperationen oder Jobangebote zur Verfügung stellt. Ebenfalls mit auf der virtuellen und realen Plattform sind zum Teil kostenpflichtige Fortbildungsangebote: Im Juni gibt es beispielsweise „Selbstmarketing Workshops“, wo frau Hilfe bei der Erstellung einer Internetseite und zu Online Promotion finden kann. Allerdings kostenpflichtig. jung

Schon wieder Johanna! Gerade erst haben wir die online-Zeitschrift des Frauennetzwerkes an der Linzer Kepler-Uni präsentiert, da ereilt uns die Nachricht von einer weiteren feministischen Johanna im Netz. Die SPÖFrauen haben zu Ehren ihrer ersten Frauenministerin eine offizielle Johanna Dohnal Webpage eingerichtet. Die sehr übersichtlich gestaltete Seite kreist um all jene frauenpolitischen Themen und Errungenschaften, für die Johanna Dohnal jahrzehntelang mit aller Kraft gekämpft hat (und immer noch kämpft) – oft auch gegen den Widerstand der Genossen. Die Surferin kann sich die Karriere der Politikerin vor Augen führen, in alten Dohnal-Reden schmökern, oder sich an gewohnt geradlinigen Zitaten erfreuen, von denen jeweils ein anderes beim Seiteneinstieg erscheint („Was soll den das heißen, eine Frau hat Mann und Kinder zu versorgen? Sind Männer denn hilflos und unmündig?“ J.Dohnal). Dass die Homepage gerade jetzt präsentiert wird, wo vorgezogene Neuwahlen auf Bundesebene, aber auch in Wien immer wahrscheinlicher werden, lässt vermuten, dass die SPÖ-Frauen damit nicht nur die Leistungen Johanna Dohnals würdigen wollen. Ganz fertiggestellt ist die Seite übrigens noch nicht – aber der Wahlkampf hat auch gerade erst begonnen ... reb

juni 2005an.schläge 13


Fo t o s : E l e n a C a s a d o r o

biennalefeministica

Maria de Corral (links) und Rosa Martinez (rechts) sind die Kuratorinnen der 51. Biennale in Venedig.

Final Feminist Decision Zum allerersten Mal in der 110jährigen Geschichte der Biennale von Venedig suchen zwei Kuratorinnen die Visuelle Kunst aus. Noch dazu feministische! Von Kerstin Kellermann Die Nachricht ging durch die internationalen Medien: Erstmalig sind zwei Frauen Kuratorinnen der venezianischen Biennale für Visuelle Kunst. „Schockierende Rückkehr des Feminismus“, titelte die italienische Zeitung „Corriere della Sera“. Denn zum großen Erstaunen gewisser Leute werden 35 von 94 teilnehmenden KünstlerInnen diesmal Frauen sein.

14 an.schlägejuni 2005

„Stimmt das wirklich, dass es noch nie Frauen als Kuratorinnen gab? Schließlich wird 2005 der 110. Geburtstag der Biennale gefeiert?“, frage ich Lucia Veronesi, die im Pressebüro der Biennale arbeitet. „In der ganzen Geschichte der Biennale gab es nur Männer“, antwortet Lucia in leicht italienisch angehauchtem Englisch. „Und wieso jetzt plötzlich zwei Frauen? Gibt es eine spezielle Gelegenheit? Gab es Proteste? In

Italien ist doch die feministische Bewegung sehr stark? Lucia Veronsci lacht: „Nein“. „Es gab keinen speziellen Anlass. Und es gab keine Proteste von feministischen Medien oder einzelnen Frauen. Ich arbeite seit 2003 hier im BiennalePressebüro und zumindest in dieser Zeit hat es nie Proteste wegen mangelnder weiblicher Präsenz gegeben.“ Interessant. Ein Ausschuss mit vier Personen plus einem Präsidenten entschei-


feministicabiennale nommen hat, bestärken: „Diese Ausgabe der Biennale soll keine riesige Sammlung an Informationen sein, sondern eine Möglichkeit bieten, über den aktuellen Zustand der Kunst in einer Dekade der Unsicherheit zu reflektieren.“ Präsident Croff will ein Signal setzen, um die Identität der Visuellen Kunst in den Zeiten der Globalisierung zu stärken. Er wählte spanische Kuratorinnen, da Spanien seiner Meinung nach eine führende Rolle in der Welt der zeitgenössischen Kunst einnimmt.

falsches Modell der Universalität anbietet“, wünscht sich die spanische Kunstkritikerin. Während Maria de Corral ihre Ausstellung „Die Erfahrung von Kunst“ nennt, mit den Schlagwörtern Nostalgia, body bzw. power arbeiten und eine soziopolitische Kritik mit den Mitteln der Ironie machen will, betitelt Rosa Martinez ihre Ausstellung des Arsenale di Venezia mit „Always a Little Further“. „Kunst ist ein Kampf in der symbolischen Ordnung“, behauptet Martinez und sucht neue Perspektiven für linguistische, soziale und ideologiVisuelle Kunst-Identität. Die 51. Internatiosche Transformation. nale Kunst Ausstellung in Venedig finGorillas in der Lagune. Einige provokante „Das Konzept des Verkehrs ist det von 12. Juni bis 6. November statt. Aktionen scheinen in diesem Programm Die Direktorinnen (so nennt man die auf: So werden die Guerilla Girls erwar- grundlegend für soziale Entwicklung, weil es nicht nur im politischen oder Kuratorinnen in Italien) Maria de Corral tet, die seit 1985 anonym operierende sozialen Sinn Bewegung und Ausund Rosa Martinez werden die Giardini New Yorker Künstlerinnengruppe. Mit und das Arsenale bespielen. Maria de Gorilla-Masken getarnt protestieren sie tausch impliziert, sondern auch in der Corral, eine spanische Kunstkritikerin, mit Plakat- und Postkartenaktionen ge- expositiven und libidinösen Wirtschaft“, beschreibt die Kunstkritikerin wird in den Giardini della Biennale die gen den Ausschluss von Frauen aus Trends in der Kunst untersuchen und dem Kunstbetrieb. Wie groß die Gruppe und Journalistin Rosa Martinez aus Barcelona ihre Vorstellungen und Fandie Entwicklung verschiedener Kunstist und welche Künstlerinnen dazu tasien. „Übersetzung und InterpretatiSprachen darstellen. Rosa Martinez, gehören, ist bis heute nicht bekannt. ebenfalls Kunstkritikerin aus Barcelona, Mehrere Aufsehen erregende Kunst-Vi- on sind essenziell für interkulturelle schaut im Arsenal in die nahe Zukunft deos werden gezeigt: Regina Jose Galin- Passagen, besonders für globale Ausder Kunst. Im monumentalen Osten do aus Guatemala zeigt sich dem Publi- stellungen wie die Biennale. Im Laufe ihrer langen Geschichte wurde die des Arsenals wurden in einem weitrei- kum in einer chirurgischen Operation, Biennale in Venedig zum Epizentrum, chenden Restaurationsprogramm neue in der sie ihr Jungfernhäutchen wieder einem privilegierten Kontext für den Ausstellungsareale geschaffen. Zusätz- herstellen lässt. Joana Vasconcelos aus gemeinsamen Einfluss, das Zusamlich gibt es Veranstaltungen in den etPortugal will ihre Installation „A Noiva“ was unüblichen, aber faszinierenden (Die Braut) präsentieren: einen giganti- mengehen (confluence) verschiedener KünstlerInnen, die aus verschiedenen Räumen der Artiglierie, der Gaggiandre, schen Kronleuchter, ganz aus Tampons geopolitischen und kulturellen Kontexder Isolotto und der Tese bzw. der Tese gebaut. ten kommen.“ delle Vergini aus dem 16. Jahrhundert. 2003 besuchten mehr als 260.000 Die Giardini, die Gärten im Osten Vene- Im Epizentrum. Als „Zentrum für ExperiKunstinteressierte eine Biennale mit digs, sind schon seit 1895 der traditiomente“ bezeichnet Kuratorin Maria de nelle Platz der Internationalen Ausstel- Corral eine Ausstellung, als „ein offenes dem Titel „Träume und Konflikte. Die lung der Visuellen Künste. Damals nah- Feld für Praktiken, in dem man sich den Diktatur des Zuschauers“ unter der Leimen König und Königin von Savoy an Wunsch nach Austausch von Erfahrun- tung von Francesco Bonami. 1999 und 2001 war der kürzlich verstorbene der Eröffnung teil. Der originale Palazzo gen, Ideen und Gedanken erfüllen Schweizer Kunstkritiker Harald Szeedell’Esposizione wurde schon 1895 erkann.“ Oder diese sogar provozieren. baut, inzwischen aber mehrmals erwei- „Ein Labyrinth der Kunst sollte nicht als mann der Leiter, der in der Kunstaktion „Guarding Angle“ von der Belgrader tert und restrukturiert. Er beherbergt abgeschlossene Geschichte, sondern Künstlerin Tanja Ostojic verfolgt wurde. den italienischen Pavillon – im Umfeld als Prozess der Beziehungen zwischen Obwohl er die Aktion selbst kuratiert die insgesamt 29 nationalen Pavillons, verschiedenen Subjekten, Formen, hatte, verlor Szeemann gegen Ende die die zu verschiedenen Zeiten von den Ideen und Räumen verstanden werNerven. Er verbot Tanja Ostojic weitere ausstellenden Staaten selbst erbaut den.“ Maria de Corral möchte mit InVeröffentlichungen der Fotos und stellwurden. tensität arbeiten, nicht in Kategorien Der Aufwand ist groß. Die Vorbereitun- denken. Sie verweigert eine Abbildung te ihre Arbeit zum Beispiel in der großen „Balkan-Ausstellung“ in der Klogen sind unermesslich viel Arbeit. Präoder Auflistung von Kunst nach Genesterneuburger Sammlung Essl (mit sident Croff stellte bereits im März mit rationen. Sie möchte lieber die Beziedem klassischen Namen „Blut und Hoseinen beiden Kuratorinnen auf fünf hungen und Verflechtungen zwischen Pressekonferenzen in Rom, Madrid, Ber- KünstlerInnen in unterschiedlichen Al- nig“) nicht mehr aus. Umso erstaunlilin, London und New York das Protersstufen aufzeigen und unterstützen. cher ist die heurige feministische gramm vor. Croff will die zentrale Rolle, „Ich möchte die Themen, die die heuti- Großaktion, die sicher tausende Feministinnen aus der ganzen Welt anziehen die die Biennale in der internationalen ge Gesellschaft plagen, ansprechen, ❚ Kunst- und Kulturdebatte immer einge- aber keine Ausstellung machen, die ein wird. Andiamo! det jedes Jahr über die Nominierung der KuratorInnen. Alles Männer natürlich, alles Italiener und „einige sind Politiker, aus Venezia natürlich“, erläutert Lucia Veronesi. „Im Endeffekt trifft Biennale-Präsident Davide Croff aber allein die finale Entscheidung.“ Keine Frauen im Ausschuss... – nicht, dass eine Frau automatisch andere Frauen nominieren würde, aber vielleicht wäre doch einer schon mal früher der Gedanke gekommen?

www.labiennale.org

juni 2005an.schläge 15


Fo t o : M u j e r e s C r e a n d o

themabolivien

Kämpfend, schön und verrückt Die beiden in Österreich lebenden Bolivianerinnen Claudia Alanes und Valeria Ossio setzen sich mit der Frauenbewegung und aktuellen Situation der Frauen in ihrem Herkunftsland auseinander.

Die Autorinnen wurden bei der Übersetzung von Yvette Bettend unterstützt.

16 an.schlägejuni 2005

Wenn man in Bolivien lebt, wo die soziale Situation sehr instabil ist, wo man nicht weiß, ob man am nächsten Tag noch eine Arbeitsstelle hat, macht man sich – selbst als Teil der „Oberschicht“ – hauptsächlich Gedanken um das eigene finanzielle Überleben. Obwohl sich das staatliche Bildungssystem in den letzten Jahren verbessert hat, ist sie bei weitem noch nicht hervorragend. Die Medien tendieren dazu weder objektiv noch vollständig zu informieren. Orte wie Bibliotheken und Volkshochschulen sind rar gesät und in manchen Gegenden sogar noch ein Wunschtraum. Die Folge dessen ist eine Gesellschaft, die gelernt hat Befehlen zu gehorchen, anstatt selbstständig zu denken und zu agieren. Wir haben die Möglichkeit gehabt, Bolivien von außen zu sehen und eine an-

dere Realität zu erleben. Als Migrantinnen haben wir eine andere Einstellung gewonnen.Wir könnten nun über viele Problematiken der bolivianischen Gesellschaft schreiben, aber da wir Frauen sind und unsere Bewunderung den Frauen aller sozialer Schichten gilt, widmen wir uns der bolivianischen Frauenbewegung. Es handelt sich um kämpfende, schöne, verrückte Frauen, die sich kreativ und authentisch für unsere Rechte einsetzen.

gibt eine dominierende bürgerliche Schicht; eine Mittelschicht bestehend aus HändlerInnen,WerkstatteigentümerInnen, aber auch ÄrztInnen, AnwältInnen, IngenieurInnen, die ArbeiterInnenschicht und eine breite Schicht von vielen „campesinas/os“, von Bäuerinnen/Bauern. Durch die Revolution 1952 erlangten auch Frauen zum ersten Mal in der Geschichte Boliviens das Wahlrecht. Dadurch war es nun möglich, sich zu organisieren. Daraus ging zum Beispiel das Komitee der „barrios populares“1 hervor. In Bolivien in Zahlen. Ursache und Erklärung für viele Dinge – auch Probleme und Aus- der Zeit danach wurden zunehmend Zeneinandersetzungen – ist, das Bolivien plu- tren für Frauenbildung geschaffen. Diese rikulturell und multilinguistisch ist. Die widmeten sich vorerst in erster Linie den EinwohnerInnenzahl beträgt acht Millio- „Grundbedürfnissen“ der Frauen. Erst nen, zwei von drei Menschen leben in einach und nach wurde für Frauen auch ner Aymara- oder Quechuasprachigen Re- Diskriminierung ein Thema und sie forgion. Die Struktur der Gesellschaft ist von mulierten politische Forderungen. einer enormen Ungleichheit geprägt: Es Mittlerweile spiegelt sich das auch am


bolivienthema Frauenanteil in der politischen Vertretung wider: Er ist in den letzten 13 Jahren um 16 Prozent angestiegen. Auch indigene Frauen sind von Wahl zu Wahl stärker in den politischen Strukturen vertreten. Im Jahr 2002 wurde schließlich die erste Ministerin ernannt:Tomasa Yarhui Jacome, eine indigene Frau, wurde „Ministerin für bäuerliche Angelegenheiten” in Bolivien. „Die“ bolivianische Frau. Im Durchschnitt sind die Frauen Boliviens sehr jung: zwischen 15 und 25 Jahre alt. Die Hälfte der Frauen wohnt im städtischen Bereich und die andere auf dem Land, wo jede Frau durchschnittlich fünf Kinder bekommt. Frauen, die in den Städten leben, haben sich ihre Position in der Gesellschaft erobert. Es gibt z.B. die Figur der „chola“2. Diese Frauen haben sich öffentlichen Raum angeeignet, vor allem auf den Märkten und sie sind oft Besitzerin eines eigenen Geschäfts. Sie verwalten ihren Haushalt selbst, sowohl wirtschaftlich als auch familiär. Zudem fungieren sie als Übersetzerinnen des Spanischen und der indigenen Sprache, stellen damit auch eine Art Verbindung zwischen dem Land und der Stadt dar. Obwohl die Beteiligung der Frauen an wirtschaftlichen Entscheidungen, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum, in den letzten Jahren stark gestiegen ist, arbeitet die Mehrheit der Frauen im informellen Sektor. Das hat sowohl unregelmässige als auch niedrige Löhne zur Folge.Wie in vielen anderen Ländern ist das Einkommen der Frauen auch wesentlich geringer als jenes der Männer. Die Analfabetismusrate der Frauen ist mit 19,4 Prozent im Vergleich zu jener der bolivianischen Männer mit ca. sieben Prozent sehr hoch. In ländlichen Regionen liegt der weibliche Analfabetismus sogar bei 37,9 Prozent, bei Männern dagegen bei 14,4 Prozent. Da die Bildung Gesundheit und Ernährung beeinflusst, hat das direkte Auswirkungen auf das Überleben der Frauen, aber auch der Kinder. Die Sterberate der Mütter in Bolivien ist im Vergleich eine der höchsten der Welt. Es gibt also einiges zu verbessern in Bolivien. Frauenraum. Im Jahr 1990 kehrten Julieta und Maria ´ von Italien nach Bolivien zurück. Zwei Frauen mit einem Traum: einen Raum speziell für Frauen zu schaffen. Das war die Geburtsstunde der soge-

nannten „Comunidad Creando”,„Schaffenden Gemeinde” in der Villa Fátima, einem der „populärsten“ und hoch kommerzialisierten Orten in La Paz. Zu Beginn wurden vor allem Gesundheits- und Alfabetisierungsworkshops organisiert. Außerdem gab es ein Lebensmittelgeschäft. Schon nach kurzer Zeit beschlossen Maria ´ und Julieta öffentlichen Raum zurückzuerobern, in dem dank des patriarchalen Systems Männer dominieren und Frauen nur eine marginale Rolle spielten. Öffentlicher Raum sollte nach dem Konzept der „Comunidad Creando” neu kreiert werden. Im März 1992 gründeten Mónica, Maria ´ und Julieta, drei kämpferische Frauen voller Ideen und Hoffnungen, das Projekt „Mujeres Creando”. Die Identität der neu gegründeten Organisation bestimmte – und das ist auch heute noch so – die Heterogenität, die zugleich auch die Lebendigkeit des Projekts ausmacht. Es vereint Frauen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen: die „chola”, die indigene Frau; die Studentin und die Lesbe. Das verlangt von den einzelnen Frauen Offenheit gegenüber den jeweils verschiedenen Problemen, aber ein starkes Selbstbewusstsein. Auch im Umfeld waren Auseinandersetzungen nötig: das Konzept des „Frauenraumes“ wurde beinahe ein ganzes Jahr lang nicht von der Gesellschaft in La Paz „verstanden“. Der Raum wurde häufig sogar als Bordell bezeichnet. Die Frauen ließen sich davon aber nicht unterkriegen und dank der Zielstrebigkeit der drei gibt es heute das „Café Carcajada”, einen Ort für Bäuerinnen, Lesben, Studentinnen, Mütter und Schülerinnen. Kämpfe. Die Bühne und Zentrum ihrer Aktionen der „Mujeres Creando” sind die Straßen. Performances und Graffitis klagen den Rassismus und die Gewalt des Staates, in der Familie, sexuelle und institutionelle Gewalt von NGOs an. Diese sehr direkte Ausdrucksweise, aber auch die Tatsache, dass Maria ´ und Julieta darüberhinaus lesbisch sind, führte zu vielen Schwierigkeiten, Ablehnung, ungerechter Behandlung und offener Diskriminierung. Eine der demütigsten Erfahrungen, erlebten sie 1994: Drei Mitfrauen von „Mujeres Creando“ waren zu einem Fest einer französischen NGO eingeladen worden. Als sie sich weigerten mit Männern zu tanzen und an einer Art Orgie teilzunehmen, wurden sie von etwa 15

Personen, darunter auch drei Frauen, verprügelt. Erst nach zwei Stunden ließen sie von den Frauen ab und schleppten die Bewusstlosen auf die Straße.„Mujeres Creando“ zeigte den Vorfall bei der Polizei an. Aber selbst Sonia Montaño, eine in Bolivien anerkannte Gender-Wissenschafterin, die damals in der Regierung eine hohe Position inne hatte und für Frauenthemen zuständig war, bat Julieta und Maria ´ sich mit den französischen GewalttäterInnen außergerichtlich zu einigen. Die FranzösInnen konnten trotz des Vorfall problemlos das Land verlassen. Auch die Mitschuldigen, der Staat, der französische Botschafter und die NGO wurden nicht zur Verantwortung gezogen. Maria ´ und Julieta protestierten dagegen mit einem Hungerstreik. Unterstützung erhielten die Frauen aber kaum, die Medien berichteten bis auf die Radiosendung der Menschenrechtsaktivistin Cristina Corrales und die Fernsehsendung „Tribuna del pueblo“, die Bühne des Volkes, verzerrt über die Aktion. Der Hungerstreik wurde meist als Protestform gegen an Frauen verübter Gewalt als übertrieben dargestellt. Positive Rückmeldungen erhielten sie allerdings von Frauen, die bereits selbst Gewalterfahrungen mit Ausländern (!) gemacht hatten und nun erstmals offen über diese sprachen. Ein Kompromiss mit dem damaligen Bürgermeister von La Paz, Julio Mantilla, beendete den Streik nach fünfzehn Tagen. Das Versprechen, den Fall vor ein Gericht zu bringen, hat Mantilla allerdings nie eingelöst. Öffentlichkeit erreicht „Mujeres Creando” zunehmend auch publizistisch: zwei Mal im Monat wird die Zeitung „Mujer Pública”, die öffentliche Frau, herausgegeben. „Sexo, Placer y Sexualidad”, ein provokantes Buch über Geschlecht, Lust und Sexualität, sorgte für Aufregung in der bolivianischen Gesellschaft und hatte eine Einladung des Fernsehsenders PAT zur Folge. Die Frauen bekamen die Chance eine achtteilige Serie zu produzierten, die zur Primetime gezeigt wurde. Das neuartige Konzept führte das Fernsehen in die Straßen und die Straßen in das Fernsehen. Nicht zuletzt weil so Personen aus ganz unterschiedlichen Schichten angesprochen wurden, war die Sendung eines der am häufigsten gesehenen Programme. Zuletzt konnten „Mujeres Creando” sogar zwei Filme produzieren. ❚

1 Der Begriff „populares“ steht für Armen-Viertel,„barrios“ sind Hausfrauen.

2 Ursprünglich ein Ausdruck für die Vermischung von MestizInnen und Indigenen, steht er heute für die bolivianischen Frauen in traditioneller Tracht, bestehend aus großen Röcken und speziellen Hüten.

juni 2005an.schläge 17


Fo t o : Pa b l o A l a n e s

themabolivien

Frauen des „einfachen Volkes“ Die Begründerin der bolivianischen Frauenorganisation „Mujeres Creando“1, Julieta Ojeda spricht mit Claudia Alanes und Valeria Ossio über das Entstehen einer autonomen, feministischen Bewegung und feministische Nord-Süd-Beziehungen. „Denken ist höchst weiblich“, wissen die Frauen der „Mujeres Creando“.

1 „Mujeres Creando“ bedeutet in etwa „Frauen, die etwas schaffen“.

18 an.schlägejuni 2005

an.schläge: Wie sieht die Situation der Frau in Bolivien aktuell aus? Julieta Ojeda: Wir gehen davon aus, dass man nicht von „der Frau“ in der Einzahl sprechen kann, sondern eher von „den Frauen“, weil wir uns nicht mit einem abstrakten Subjekt beschäftigen. Es handelt sich vielmehr um konkrete Subjekte, deren Identitäten aus mehreren Elementen bestehen: der sozialen Schicht, der kulturellen Herkunft, ihrer wirtschaftlichen Situation und ihrer Einstellung. Wir berücksichtigen auch die Gegensätze zwischen den Frauen, etwa wenn Frauen verschiedenen politischen Parteien angehören. Die Frauen in rechten Parteien, die von deren Parteichefs meist

willkürlich ausgewählt werden, geben z.B. ihre schichtspezifischen Privilegien nicht auf, sondern schließen sich einer neoliberalen Politik an. Wir glauben, dass in den gemischten Organisationen das „einfache Volk“ keine eigene Stimme und keine Autonomie besitzt. Wir halten eine eigene Stimme aber für notwendig, um Vorschläge im Rahmen der Selbstverwaltung machen zu können, damit Organisationen von Hausarbeiterinnen, Sexarbeiterinnen, jungen Frauen gestärkt werden. Wie und warum ist die Bewegung „Mujeres Creando“ entstanden? „Mujeres Creando“ entstand dank der Initiative dreier Frauen: Maria, ´ Móni-

ca und Julieta. Alle drei waren Vertreterinnen der traditionellen Linken Boliviens. Sie sahen die Notwendigkeit, etwas Neues zu schaffen, denn obwohl alle linken Organisationen über Revolution sprachen, handelten sie nicht danach. Frauen oder Indigene werden nur als finanzielle Förderer für „wichtige Anliegen“ wahrgenommen, ihren eigenen Anliegen wird aber wenig Bedeutung zugemessen. Diese Genossinnen kritisierten außerdem, dass ihre Meinung nicht gehört wurde, sondern dass Frauen nur als Sekretärinnen oder sexuelle Beute dienten. Der einzige Weg war deshalb eine neue Frauenbewegung im Rahmen des Feminismus zu schaffen. Diese hat sich


bolivienthema im Nachhinein vertieft und bot eine Alternative, weil nun Theorie und Praxis eng miteinander verbunden wurden. Welchen Beitrag leistet „Mujeres Creando“ für die bolivianischen Frauen? „Mujeres Creando“ ist eine autonome, feministische Bewegung, die sich als erste und einzige von dem, was wir als „Gender-Technokratie“ bezeichnen, unterscheidet. Dabei handelt es sich um Frauen, die in NGOs tätig sind und dort politische Ideen vertreten, die von internationalen Organisationen diktiert werden. Wir dagegen beschäftigen uns mit den traditionellen organisatorischen Methoden der Linken und setzen Kreativität als Kampfinstrument ein. Deshalb ist unsere Art mit der Gesellschaft zu kommunizieren sehr direkt: Graffiti auf den Wänden, kreative Protestaktionen auf den Straßen, Fernsehsendungen, die Veröffentlichung provokanter Bücher. Die Grundlage für eine Zusammenarbeit mit anderen Gruppierungen ist wechselseitiger Respekt, das ist zum Beispiel in einer Zusammenarbeit mit Sexarbeiterinnen und SchuldnerinnenOrganisationen Voraussetzung. „Mujeres Creando“ steht für nonkonformistische, aufrührerische Frauen. Wir haben ein Ziel erreicht, das wir schon seit Langem verfolgten: Wir haben ein selbst verwaltetes Haus, das sozusagen die Wiege des Feminismus und der Frauenbewegung in Bolivien darstellt. Wie finanziert ihr eure Projekte? Unsere Organisation hat sich von Beginn an als kritische, feministische Bewegung gesehen. Uns war von Anfang an bewusst, dass unsere einzige Überlebenschance in unserer eigenen Arbeit liegt. Deshalb haben wir eine kleine Genossenschaft gegründet, die bis vor Kurzem tätig war. Die Einnahmen aus den Veröffentlichungen sind ständig in Bewegung: Sobald wir sie eingenommen haben, werden sie in weitere Veröffentlichungen investiert. Wir werden in Fernsehsendungen eingeladen und wir erhalten auch Kredite. Aber das Geld stellt in unseren Kampf kein Hindernis dar. „Mujeres Creando“ lebt aber nicht von den Projekten. Wir kritisieren schon seit Jahren die Internationalen Kooperationen, weil diese das Geld, das in den Süden kommt,

nicht direkt an die Basis-Organisationen weitergeben, sondern über NGOs vermitteln. Wir sind der Meinung, dass die NGOs sich als Bremser erwiesen haben. Wir haben zwar Unterstützung für sehr konkrete Dinge erhalten, wie Ausrüstung und die Veröffentlichung einiger Bücher, aber unsere Organisation glaubt an die Selbstverwaltung und unser Überleben hängt nicht von der Hilfe von außen ab, sondern von unserer eigenen Arbeit. Welche sind die wichtigsten Veränderungen in den 13 Jahren Aktivismus? Einer der wichtigsten Erfolge ist, dass wir Feminismus bei den Menschen zu Hause, in den Schulen, auf der Straße, als ein Teil der kollektiven Wahrnehmung verankert haben. Mit „La virgen de los deseos“, die „Jungfrau der Wünsche“ bieten wir nun auch einen Raum, der offenen für Menschen verschiedener sozialer Umfelder ist. Wir glauben an eine konkrete Politik, welche die Lage der Frauen und auch anderer Gruppen verbessern kann. Zum Beispiel haben wir im Jahre 2001 mit der Organisation der Schuldnerinnen zusammengearbeitet. Das sind Frauen, die von der neoliberalen Politik in Bolivien sehr stark betroffen waren. Zusammen konnten wir ein wichtiges Übereinkommen mit den Finanzinstituten Boliviens aushandeln. Bolivien ist ein multikulturelles Land, mit Menschen verschiedener sozialer, kultureller und Bildungsniveaus. Aus diesem Grund gibt es jede Menge Rassismus in der Gesellschaft. Wie stark sind Frauen davon betroffen und wie bekämpft „Mujeres Creando“ die Diskriminierung? Wir haben uns mit den Unterschieden zwischen den Frauen auseinander gesetzt, den Altersunterschieden, Familienstand, verheirateten Frauen, geschiedenen, alten Jungfern, Prostituierten, Lesben, Guten und Schlechten, Frauen vom Land und aus der Stadt. Deshalb spiegelt unsere Organisation die Heterogenität unserer Mitfrauen. So wirken wir gegen eine extrem rassistische, homophobe Macho-Gesellschaft. Wir verurteilen Rassismus laufend, in den Fernsehsendungen und in Graffitis wie „Vivan las morenas, quiero ser mujer, sin modelos que imitar“, „Ein Hoch den Dunkelhäutigen. Ich möchte eine

Frau sein, die keinen Vorbildern folgen muss.“ Wie erklärt ihr, dass sich das Buch „Geschlecht, Lust und Sexualität“ in Bolivien, einem Land voller Tabus, so gut verkauft hat? Es ist eines der ersten Bücher, das von zwei Mitarbeiterinnen herausgebracht wurde, die beide lesbisch sind. Obwohl uns theoretische Auseinandersetzung mit dem Feminismus wichtig ist, sind uns handfeste Bedürfnisse unserer Gesellschaft noch wichtiger. Bücher über Sexualität vertreten meist Gesichtspunkte, die nicht den unseren entsprechen, da sie moralisierend oder voreingenommen sind. Dieses Buch war deshalb erfolgreich, weil es auch über dunkelhäutige Frauen mit breiten Schultern, Lesben oder Rassismus spricht. Besonders erfolgreich war das Buch bei jungen Frauen. Was ist eure Motivation, um weiter zu kämpfen? Wir glauben, dass man kämpfen muss, um die Dinge zu verändern. Wir glauben an die Freude und das Vergnügen. Unsere Motivation ist die Arbeit, die wir bereits geleistet haben. Sie ist bei der bolivianischen Gesellschaft angekommen. Die Bedürfnisse der unterschiedlichsten Frauen werden immer mehr und wir „Mujeres Creando“ tragen deshalb eine immer größer werdende Verantwortung. Welche Unterschiede siehst du zwischen bolivianischen Frauen und jenen eines westeuropäischen Landes? Uns ist klar, dass Frauen im Norden in den Genuss einer besseren Lebensqualität kommen. Das ist die Folge der Nord-Süd-Beziehungen. Einerseits werden die reichen Länder immer reicher. Dabei würde es sie ohne arme Länder gar nicht geben, Länder, in denen es Menschen gibt, die nur für Essen und Hungerlöhne arbeiten. Die Frauen aus dem Norden profitieren auch davon, dass sie es sich zum Beispiel leisten können, jemand für den Haushalt anzuheuern und somit arbeiten oder studieren zu können. Es liegt jetzt an den Frauen des Nordens diese Dinge in Frage zu stellen. Es liegt an ihnen die Beziehungen nicht nur zu den Frauen des Südens, sondern auch zu den Einwanderinnen zu ändern. ❚

Julieta Ojeda ist eine der drei Gründerinnen der bolivianischen Frauenbewegung „Mujeres Creando“.

juni 2005an.schläge 19


girlsdoit

Workshop Töchtertag 2005 Verbrecher hinter Gitter... Daniela Kager (15) erzählte Tamara Hörmann (14)

über ihre schon sehr konkreten Berufsziele Tamara: Was willst du einmal werden? Daniela: Kriminalpolizistin. Ich liebe die Spannung und gehe sehr gern mit Waffen um, weil ich von klein auf damit konfrontiert wurde, denn mein Vater ist Gefängniswärter. Ich freue mich schon darauf, Verbrecher hinter Gitter zu bringen! Was brauchst du für eine Ausbildung um Kriminalpolizistin zu werden? Ich muss zuerst das Gymnasium fertig machen, und dann zwei Jahre in die Polizeischule gehen. Danach muss ich sechs Jahre Streifenpolizistin sein und erst dann kann ich bei der Kripo arbeiten. Ist es bei deiner Berufswahl ausschlaggebend, wie viel du verdienst? Nein, Hauptsache es macht mir Spaß, denn als Polizistin verdiene ich nicht wirklich viel. Glaubst du, dass du mit diesem Gehalt dein Leben finanzieren kannst? Hoffentlich, aber ich denke es wird sich schon alles ausgehen. Würdest du einen Job machen, der „nur für Männer bestimmt“ ist? Ja, ich würde gerne zum Bundesheer gehen und schauen ob ich das durchhalten würde. Hast du schon mal gearbeitet, z.B. in Sommerjobs? Nein, ich habe mich in sehr vielen Geschäften beworben, aber nur Absagen bekommen. Anscheinend gibt es zu viele Jugendliche, aber zu wenige Arbeitsplätze. Willst du lieber arbeiten oder in die Schule gehen? In die Schule gehen oder nein, doch lieber arbeiten. Da muss ich wenigstens nicht für Schularbeiten lernen! Und ich will lieber selber mein Geld verdienen, denn dann bin ich unabhängig.

Daniela Karger (oben) und

Tamara Hörmann (unten)

Umfrage: Hobbys zum Beruf machen? Kristina, 13 Jahre: Mein Hobby ist Radfahren, das kann ich als Polizistin verwenden. Sandra, 14 Jahre: Mein Hobby ist Schwimmen - ich könnte damit Schwimmlehrerin werden. Jaspreet, 13 Jahre: Ich tanze gerne, daher kann ich Tanzlehrerin werden. Kristina, Sandra und Jaspreet

20 an.schlägejuni 2005


Fo t o : Ka t h a r i n a M a d n e r

an.risswissenschaft kinderunis

Reihenweise Naseweise Auch heuer öffnen die Unis ihre Pforten wieder für wissensdurstige Kinder. Dann darf in den Sitzreihen ehrwürdiger Forschungseinrichtungen wieder gefragt, geforscht und geantwortet werden, was das Zeug hält. Und zwar nach allen Regeln der Wissenschaft unter fachkundiger Leitung und in Vorlesungen, Seminaren, Workshops und Exkursionen – ganz wie bei den Großen. In Wien umfasst das Angebot heuer über 280 Lehrveranstaltungen und es gibt einen eigenen Gesundheitsschwerpunkt. Aber die Zeit drängt! Das Lehrplatzangebot ist begrenzt. In Wien startet die Anmeldung bereits am 23. Juni. Auf der Website der KinderuniWien – wo auch das Studienbuch bestellt werden kann – gibt es übrigens eine Linksammlung für Angebote im In- und Ausland. bik Österreichische Kinderunis: www.kinderuni.at, www.kinderunigraz.at,

geburtshilfe

http://www.sbg.ac.at/unikid/, www.schlauerfuchs.at/2005

Kaiserschnittrate steigt foto-kunst

Birgit-Jürgenssen-Preis Marlene Haring ist die glückliche Preisträgerin des, heuer zum zweiten Mal vergebenen, Medienkunst-Preises. Er ist mit 2.000,- Euro dotiert und wird jährlich an Studierende der Akademie der bildenden Künste verliehen. Marlene Haring wurde 1978 geboren und studierte in London und Wien. 2004 erhielt sie gemeinsam mit Catrin Bolt (als Künstlerinnenduo „Halt und Boring“) ein Staatsstipendium für Fotografie. Haring selbst sieht sich als Feministin, die sich „noch in der Entwicklung“ befinde, woraus sich auch die Inhalte ihrer Arbeiten ergeben, denen sie sich hauptsächlich über Fragestellungen annähert. Zentral dabei ist, so Haring, „die Frage, wie es ist, als Frau Kunst zu machen. Aus den Bedürfnissen kristallisieren sich die Themen heraus. Ich will Unmittelbarkeit erzeugen, aber auch über Humor eine Einstiegsebene schaffen.“ bik

Anlässlich des Internationalen Hebammentages warnte das Österreichische Hebammengremium vor der (nicht nur in Österreich) steigenden Zahl von Kaiserschnitten. Es sei eine beunruhigende Tendenz festzustellen, dass Schwangerschaft und Geburt immer mehr als Krankheit begriffen werden, wodurch die zunehmende Technologisierung der natürlichen Geburtshilfe immer mehr der Rang ablaufen wird. Aus dem Frauengesundheitsbericht 2005 geht hervor, dass sich die Kaiserschnittgeburten in Österreich seit 1995 fast verdoppelt hätten und inzwischen einen Anteil von 22,1 Prozent an allen Geburten ausmachen. „Wie kann ich mir als Frau wünschen, dass mein Bauch aufgeschnitten wird?“ gibt Renate Großbichler-Ulrich, Präsidentin des Österreichischen Hebammengremiums, zu Recht zu bedenken und empfiehlt schwangeren Frauen stattdessen eine gute Geburtsvorbereitung mit einer engagierten Hebamme. Um die Wahl der passenden Hebamme zu erleichtern, gibt das Gremium alljährlich eine Broschüre heraus. bik Bestellung der Broschüre unter 01/595 45 37, Infos: www.hebammen.at

workshop veranstaltung

Ökonomie & Gender

Studentinnen aufgepasst!

Am 9. Juni findet in Wien eine Veranstaltung (Referat und Workshop) statt, die sich mit den Auswirkungen der internationalen Finanzpolitik aus Gendersicht beschäftigt. Bereits viele Jahre vor der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking haben internationale Frauennetzwerke wie DAWN oder WIDE auf negative Entwicklungen aufmerksam gemacht. Anlass dazu waren die in den 1980er Jahren vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank formulierte Strukturanpassungsprogramme, die in den verschuldeten Ländern zu massiven Streichungen der Staatsausgaben im Bildungs- und Erziehungssektor führten. Auch nach der Millenniumskonferenz zur Armutsbekämpfung im September 2000 lohnt es sich immer noch, den internationalen Finanzsektor zu hinterfragen und auf die Feminisierung von Armut und die Diskriminierung von Frauen aufmerksam zu machen. Es referiert die feministische Wirtschaftstheoretikerin Mascha Madörin. bik

Das Referat für Frauenförderung und Gleichstellung der Universität Wien bietet in Kooperation mit Stichwort am 10. Juni in den Räumlichkeiten der Online Teleschulung Studentinnen und Wissenschafterinnen die Möglichkeit, sich in Sachen Feministischer Online-Literaturrecherche weiterzubilden. „Im Bereich Frauenforschung/Gender Studies erleichtert eine ständig wachsende Zahl von online verfügbaren Literaturdatenbanken die Arbeit. Im Workshop wird vermittelt, welche es gibt und wie frau sie effizient und richtig nutzt“, konkretisiert Margit Hauser, Leiterin der Veranstaltung und Stichwort-Mitarbeiterin die Lehrinhalte. Das beginne bei der Planung und Gestaltung der Literatursuche. Als grundlegendes Handwerkszeug wird Wissen um die Funktionsweise von Literaturdatenbanken und Suchmodalitäten im Allgemeinen vermittelt, schließlich erhält frau Einblicke in empfehlenswerte frauenspezifische Literaturdatenbanken und deren jeweilige Einsatzmöglichkeiten. soh

9.6., 14-18.00, Otto Mauer Zentrum, 9., Währingerstr. 2-4/Mezzanin,

10.6., 14-18.00, Online Teleschulung, 1., Schottenring 33, Anmeldung bis 2.6. per E-Mail unter femail@univie.ac.at

Infos:WIDE, T. 01/317 40 31, wide.austria@magnet.at

bzw. www.univie.ac.at/woman

juni 2005an.schläge 21


Fo t o : J e n n y U n g e r

wissenschaftforum

Überall und nirgendwo. Theoretische Gedanken zur De/Lokalisierung von Weißsein in medialen Repräsentationspolitiken von Nicole Rummel

Nicole Rummel schrieb ihre Diplomarbeit 2004 zum Thema: „Die Diskursivierung des Weißen. Eine bild- und diskursanalytische Untersuchung von Medientexten unter Berücksichtigung von Whiteness, Race und Gender“

22 an.schlägejuni 2005

„Historically, it has been common to see whites as a people who don’t have a race, to see racial identity as something others have“.1 Die in diesem Statement von Howard Winant angedeutete Rassisierung „der Anderen“ beschreibt eine zentrale Strategie in der Konstruktion von Weißsein. Sie ist das Ergebnis einer aus asymmetrischen Machtverhältnissen produzierten Zuschreibungspra-

xis, die „das Eigene/Weiße“2 stets auslässt und sich nur durch die Positionierung „der Anderen“ an seinen Grenzen zu erkennen gibt. Es ist längst an der Zeit, den hegemonialen, kolonisierenden Blick umzukehren.

chen werden kann. Ähnlich dem System der Heteronormativität wird es zu einem Normalitätsregime, das Subjektivitäten organisiert. Weißsein wird damit zu einem unmarkierten, unsichtbaren und normativ gesetzten Raum sozialer Positioniertheit, der als streng umrissen und in sich homogen Normativ und instabil. Die taktische Unerscheint. Tatsächlich aber sind dosichtbarkeit bzw. Nicht-Benennung minante weiße Subjektpositionen von Weißsein ergibt sich aus dessen normativer Position, die unhinterfragt äußerst instabil und durchlässig, da sie einerseits stets durch die eigene bleibt, solange dieser Norm entspro-


forumwissenschaft sein) als „Körper“ oder „Nicht-Körper“ vorkommen. Dies deutet auf einen widersprüchlichen Status hin, denn einerseits sind sie Privilegierte in diesem Differenz-System, werden aber zugleich von den patriarchalen Gesellschaftsstrukturen unterdrückt. Eine weiße Erscheinung ist also längst kein Garant für die Teilhabe an bzw. Zugehörigkeit zu der Kategorie Weißsein als privilegierte Variable in einem zutiefst rassialisierenden Machtsystem. In historischen Untersuchungen über Repräsentationen jüdischer und irischer Bevölkerungen zeigt sich, dass bestimmte Gruppen von Menschen, ihrer „weißen“ Hautfarbe zum Trotz, einen oftmals fluktuierenden Status zwischen rassialisierender Markierung und normativer Nicht-Benennung innehaben können. Ebenso kann es durch soziale Desintegration zu einer Aberkennung eines weißen Status Körperlichkeit vs. Substanzlosigkeit. Diese Strategien bzw. Mechanismen – Nicht- kommen. Benennung durch Naturalisierung und Universalisierung – in der KonSubversiv verkehrt. Weißsein kann als struktion dominanter weißer PositioBedeutung produzierende Wirklichnen werden besonders bei der kritikeitskonstruktion mit realen, nicht selschen Betrachtung von medialen Reten gewaltvollen Realitäten angesepräsentationspolitiken sichtbar. Die hen werden. Deshalb darf Repräsentagängige Norm – männlich, weiß, hete- tionskritik nicht für sich bleiben, sonro, usw. – kann in jede nur erdenkliche dern muss mit einer Analyse der Rolle schlüpfen, kann alles und nichts sozialen Praxis von Weißsein verbunsein, während die Mobilität „der Ande- den werden. Bei einer Auseinandersetren“ auf wenige, stereotyp vereinfach- zung mit dem Thema muss es m. E. te Bilder limitiert ist. Im Besonderen darum gehen, die Normalität/Normawird deren Repräsentation stark tivität zu durchbrechen, in dem Weißdurch normierte Vorstellungen von sein ins Zentrum des Blickfeldes Geschlechtlichkeit und Sexualität ein- gerückt, explizit benannt und in soziageschränkt. Elementarer Bestandteil len Interaktionen subversiv umgedeueiner weißen Repräsentationspolitik tet wird. Verrat als Widerstand4 erist der durch die abendländische Phischeint in diesem Zusammenhang als losophie initiierte Kampf zwischen wertvolles Instrument, um die hegeKörper und Geist. Es werden hierbei moniale Bedeutung von Weißsein zu Aspekte des Geistes, der Spiritualität untergraben bzw. zu verschieben. Eine in den Vordergrund gestellt, welche Auslöschung von Weißheit, wie sie im die vermeintlich überlegene Macht US-amerik. Kontext immer wieder gedes weißen Geistes, der in der Lage fordert wird, ist allerdings keine Lösei, seinen Körper zu überwinden, besung. Denn somit werden Weiße in eizeugen sollen. Bei der Darstellung nen unentrinnbaren Schuld- und nicht-weißer Subjekte hingegen liegt Opferdiskurs verstrickt, der sie letztder Fokus auf der Betonung von Körendlich jeder Handlungsfähigkeit beperlichkeit. Die Geschichte der weißen raubt. Vielmehr muss Weißsein kontiRepräsentation erweist sich als ein nuierlich aus seiner Unsichtbarkeit kontinuierlicher Kampf der Entkörper- gelöst und damit angreifbar gemacht lichung. Ambivalent ist die Repräsenwerden, um eine mögliche politische tation weißer Weiblichkeiten, die je Umdeutung bzw. Transformation nach Hervorhebung spezifischer überhaupt in Gang setzen zu können. Zugehörigkeiten (Frau-sein vs. WeißZur Klärung der Problematik, wie sich Heterogenität bedroht sind und andererseits durch die Formierung anderer, neuer Subjektivitäten unter Druck geraten. Daher bedarf es in jeder sozialen Interaktion einer Re-Etablierung der weißen Positioniertheit im Sinne eines reproduktiven Prozesses von „weiß werden“ und „weiß bleiben“.3 Die häufig gestellte Frage, wer sind „die Anderen“, deren Definition zur Grenzziehung für das Weiße herangezogen wird, ist historisch eng mit dem Begriff der „Rassisierung“ verbunden und gibt Aufschluss über die Verknüpfung vielschichtiger biologistischer, kulturalistischer und rassistischer Diskurse, die zur Naturalisierung und Universalisierung von Differenzen (d. h. als von Natur vorgegeben/festgeschrieben und verallgemeinerbar) herangezogen werden.

Weißsein theoretisch bzw. methodisch erfassen lässt, ohne dessen Hegemonie zu stützen, kann eine Auseinandersetzung mit Erkenntnissen der konstruktivistischen GeschlechterDebatte um Judith Butler Aufschluss geben. Eine analytische Aufteilung im Sinne von sex/gender/sexuelles Begehren könnte sich auch im Falle von Weißsein als ein hilfreiches Modell entpuppen. Zudem ist die Standortbestimmung – Forscherin, weiblich, weiß – für mich dabei von essenzieller Bedeutung, da als Weiße ständig die Gefahr besteht, sich in den Fallstricken des weißen Normalitätsregimes zu verfangen bzw. die asymmetrischen Machtkonstellationen von Weißsein zu reproduzieren. Um dieses Risiko zu minimieren bedarf es einer unablässigen Selbstreflexion, welche die eigenen Handlungsweisen und Interaktionsmuster laufend in Frage stellt und gegebenenfalls modifiziert. Auf weißweißen Vermittlungsebenen aber kann der subversive/„verräterische“ Einsatz des eigenen Weißseins den Prozess der Bewusstwerdung im Gegenüber anregen. Der Weißheit letzter Schluss: Der Verzicht einer Einbettung von Weißsein in die je spezifischen historischen, sozialen, religiös-kulturellen, politischen und ökonomischen Bedingungen kommt einer Pseudo-Thematisierung gleich, die sich gekonnt von praktischen Realitäten abhebt und sich den „praxis- und handlungsorientierten lokalen Schwarzen Kritiken und einer dahingehenden Auseinandersetzung mit dem eigenen spezifisch österreichischen Weißsein entzieht“5. Dieses basiert, neben der globalen Dimension weißer Überlegenheit, auf den kolonialen Projekten der k.u.k. – Monarchie, den Ideologien des Nationalsozialismus, der Geschichte der StaatsbürgerInnenschaftsbestimmungen, sowie auf christlich-religiösen Wertvorstellungen und deren diskursiven und kollektiv geteilten Wissensrepertoires, die bis in die Gegenwart wirken. Die Dekonstruktion von hegemonialen weißen Positioniertheiten benötigt eine Kontextualisierung von Weißsein in „historisch verankerten nationalen Realitäten“ und muss als fortlaufender politischer Prozess verstanden werden. ❚

Eine umfangreiche Literaturliste zu dem Thema ist unter www.uni-oldenburg.de/zfg/eff/docs/whiteness_ literature.pdf zu finden.

1 Statement von Howard Winant. In: Darryl Fears: (2003) Hue and Cry on ‘Whiteness Studies’. An Academic Field’s Take on Race Stirs Interest and Anger. www.media-diversity.org/ articles_publications

2 Die Bezeichnungen „weiß“ und „schwarz“ zur physischen Markierung sind ihrerseits als Konstruktionen anzusehen, wobei eine derartige Polarisierung ebenfalls als reduktionistisch und ausgrenzend verstanden wird.

3 Weiß wier hier bewusst klein geschrieben, um einer Normativierung keinen Vorschub zu leisten und Weißheit nicht zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen.

4 Eske Wollrad: (2003) Der Weißheit letzter Schluss. Zur Dekonstruktion von „Weißsein“. Die „Weißen“ und die „Anderen“. In: http://them.polylog. org/4/cwe-de.htm

5 Araba E. Johnston-Arthur: (2003) Weiß-heit. In: Historisierung als Strategie. Positionen – Macht – Kritik. Eine Publikation im Rahmen des antirassistischen Archivs.

juni 2005an.schläge 23


an.sage

Bruno im Frauencafé?

Anregungen zum Thema an: frauencafe@tele2.at

Um die Existenz des Wiener Frauencafés langfristig zu sichern, soll es zukünftig bei bestimmten Events auch „Gay Friends“ offenstehen. Eine Notwendigkeit, meint Gabi Szekatsch – eine Zumutung, kontert Irene Wotruba

Kommentare müssen nicht mit der Redaktionsmeinung übereinstimmen.

Gabi Szekatsch, Frauencafé

Irene Wotruba

Ende 2004 stand das Wiener Frauencafé kurz vor dem „Aus“, woraufhin eine Gruppe von Frauen eine umfassende Rettungsaktion mittels „Sponsorinnen“ initiierte und eine andere Gruppe spontan die Verantwortung übernahm und das Café dank der Sponsorinnenmittel umfassend erneuerte. Seit der Wiedereröffnung erfreut sich das Café wieder vermehrter Frequentierung, wobei regelmäßig Frauen wegen der Planung ihrer Geburtstagsfeste anfragen, die Reservierung aber daran knüpften, auch ein paar „Gay-Friends“ einladen zu dürfen. Da die Tradition dagegen sprach, wurden solche Geburtstagsfeste mit zwanzig Frauen und drei „Friends“ dann oft andernorts gefeiert. Um die Exklusivität des „Frauencafés“ zu erhalten, aber auch genannten Anfragen entgegenzukommen, kommunizierte das Café-Team vor kurzem einen „Ausnahmen-Kompromiss“, der es einladenden Frauen bzw. Künstlerinnen erlaubt, sich im Rahmen von fünf Prozent der regulären Öffnungszeiten auch „mit Friends“ willkommen zu fühlen. Was konkret heißt:„mixed“ Geburtstagsfeste bzw. Vernissagen sind ein Mal monatlich möglich – ein Mal jährlich ein gemischter „Tag der offenen Tür“. Diese „Ausnahmeregelung“ mag angesichts der Situation und Tradition von Frauenräumen kühn erscheinen; sie basiert jedoch darauf, das Frauencafé und den damit repräsentierten Feminismus als verantwortungs- und selbstbewusste, offene und angstlose Haltung „und Handlung“ anzusehen, die Kommunikation zwischen verschieden sozialisierten und politisierten Frauen(-Generationen) ermöglichen und fördern kann und an einem exklusiven Frauenort jene Frauen nicht ausgrenzen will, die GayMänner zu ihren Geburtstags- bzw. Vernissage-GästInnen zählen. Eine Haltung, die Vorurteile gegen spezifische Menschengruppen (z.B. „junge Frauen sind unpolitisch“ oder „alle Männer sind gleich“) nicht akzeptiert und im Rahmen gesellschaftlicher wie Frauengenerations-Veränderungen flexibel und offen agiert, um Verbindungen zwischen „exklusivem Frauenraum“,„professionellem Lokalbetrieb“,„Engagement“ und „beherzter Ökonomie“ herzustellen. Das ist schwierig, aber nicht unmöglich! Es werden sich auch jene Frauen, die dem Café bei Durchführung obiger Kompromisslösung Boykott androhten, langfristig überlegen müssen: Wollen sie einen zu 100 Prozent mit eigenen Ansprüchen übereinstimmenden „Frauenraum“ auf täglicher „Do-It-Yourself-Basis“ oder ein handlungsfähiges und vielseitiges Frauenlokal, das sie und auch andersdenkende Frauen zu fixen Öffnungszeiten auch in Zukunft willkommen heißen kann? Beides braucht nicht nur Haltung, sondern auch tägliche Handlung und das möglichst gemeinsam, motiviert und vielfältig. Feel invited! ❚

Das Frauencafe ist seit seiner Gründung 1977 ein männerfreier Ort, getragen von FrauenLesben für FrauenLesben. Und das hat(te) gute Gründe. Es ist die Umsetzung eines Bedürfnisses vieler, die es satt hatten/haben, in einer heterosexistischen Gesellschaft einer permanenten Irritation und Belästigung ausgesetzt zu sein. Frauen sagten den Genossen und dem Patriarchat „Nein“ und handelten kollektiv, solidarisch und selbstbestimmt. Es entwickelte sich ein Raum, wo Klartext unter Frauen möglich ist. Treffen fanden hier statt, Diskussion, Vernetzung hatte Platz, Aktionen wurden ausgedacht und Analysen erarbeitet. Gemeinsam. Kollektiv. Lustvoll. Kreativ. Lachen, Streiten, Lieben. Vieles haben wir bewegt, verändert, doch die Freiheit und Sicherheit, die wir meinen, haben wir noch lange nicht erreicht. Ein Wahnsinnskapitalismus raubt vielen die Courage. Gemeinsames Handeln findet derzeit kaum statt. „Rettet das Frauencafe“ hieß es Ende 2004. Neue Crew. Super. Unterstützerinnen gaben die Summe von 15.000 Euro für die Renovierung, für die ersten Mieten. Das Wollen um den Weiterbestand unseres FrauenLesbenraumes ist unvermindert da, ist eine Selbst-Verständlichkeit! Was sich nun bei einer Diskussion am 12. Mai auftat, ist für viele eine Zumutung: Bereits Monate vor der Wiedereröffnung stand für Teile des Teams (2:2) eine „Erneuerung“ auf dem Plan. Was zuerst Einzelnen als höchstens vier bis sechs Mal pro Jahr verklickert wurde – diesen Raum für Besuche von Männern zu öffnen – hat sich jetzt auf ein bis zwei Mal pro Monat verbreitert. An variablen Tagen, je nach Bedarf. „Der Zeitgeist“, „das halten wir Feministinnen doch aus“, „Modernität“, „Ausgrenzung von Frauen, die ‚ihre Freunde’ dabei haben wollen, aber nicht dürfen“, „Spielraum“, „Experiment“, „ dieser Männerhass“, „Dogma“, „ich habe kein Problem mit Männern“, etc. ist Gabis Terminologie zur Öffnung des Cafes für Männer. Fun, „Events“ und Kommerz – und zwar gemischt – zur Steigerung der Gästinnenzahl?! Statt erforderlicher politischer Mobilisierung in den eigenen Reihen in Zeiten wie diesen? Wieso? Viele Frauen können es gar nicht glauben, sind fassungslos, empört, fühlen sich getäuscht. „Die Geschichte ist mir wurscht, ich lebe jetzt“ ist ein Geständnis, Gabi. Der Außenfeind lacht sich ins Fäustchen. Viele Frauen werden drauf pfeifen und nicht mehr ins Cafe gehen. Immerhin EINEN männerfreien Raum gibt es ja noch in Wien. Das FZ. Bei vollem Respekt für eure enorme Arbeit: Bitte macht Schluss mit lustig! Ich und viele Frauen hoffen, dass ihr zwei nicht als Ruinenbaumeisterinnen des Frauencafes in dessen Geschichte eingeht. ❚

24 an.schlägejuni 2005


an.schläge abo

, bitte!

o Schnupperabo (3 Hefte/9 e) o Jahresabo (10 Hefte/32 e ) o für Erwerbslose (10 Hefte/26 e ) o Unterstützungsabo (10 Hefte/40 e ) o Auslandsabo (10 Hefte/44 e) Absenderin

Geschenk-Abo an

Datum, Unterschrift

Abo-Angebote gelten, wenn nicht anders angegeben, nur in Österreich. Keine Sorge: Ein an.schläge-Abo endet automatisch. So ein Glück: Du kannst es jederzeit verlängern.

T. 01/920 16 76, F. 715 98 88, e-mail: redaktion@anschlaege.at,www.anschlaege.at (6/05)

Ein

An die Redaktion

an.schläge DAS FEMINISTISCHE MAGAZIN

Untere Weißgerberstr. 41 1030 Wien


an.rissarbeit Frauen an der Spitze Am 21. und 22. Juni findet in Prag die Konferenz „Women in leadership: The next generation of corporate leaders“ zum Thema „Frauen in Führungspositionen“ statt. Veranstalterin ist Catalyst, eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die 1962 von Felice Schwartz in den USA gegründet wurde. Die Idee bestand darin, Frauen, die eine Spitzenposition anstreben, zu unterstützen und zu beraten. Eine 2004 von Catalyst veröffentlichte Studie zeigte, dass Unternehmen, die von Frauen geführt werden, erfolgreicher sind. Zum einen, weil sie vielfältigere Perspektiven einbringen; zum anderen aber auch, weil sie in Bereichen wie z.B. den Eigenkapitalrenditen oder den Aktien-Wertsteigerungen im Vergleich zu Männern bessere „hardfacts“ liefern. Trotzdem sind Frauen in Spitzenpositionen auch in Österreich nach wie vor eine Minderheit: Eine aktuelle Auswertung der Abteilung Betriebswirtschaft der Arbeiterkammer Wien zeigt, dass von 829 GeschäftsführerInnen gerade einmal 2,9 Prozent Frauen waren. Ähnlich gelagert ist die Situation bei den AufsichtsrätInnen: Von insgesamt 2.859 sind nur 216 Mandate von Frauen besetzt. Diese (beinahe) Nicht-Präsenz von Frauen an der Spitze ist sicherlich ein Grund dafür, warum Frauen-Anliegen so oft auf der Strecke bleiben. kabu

genommen. Dadurch entstand dieses Ungleichgewicht, das frau heute in der Justiz vorfindet: Je höher das Gericht, um so niedriger ist der Frauenanteil. Diese so genannte „Männer“-Justiz wurde jedoch jetzt gebrochen, freut sich Frau Stoisits: „ Dass die Justiz dabei ist, sich zu verweiblichen, ist eine Entwicklung, die zwangsläufig kommen musste und deren Trend sich unaufhaltsam weiter fortsetzen wird.“ War 1995 nur jeder vierte RichterInnenposten mit einer Frau besetzt, sind nach einer Statistik der Richtervereinigung (sic!) 2005 bereits über 43 Prozent aller 1.869 RichterInnen in Österreich weiblich. Und Ulrike Althubers Beispiel zeigt einmal mehr, dass beruflicher Aufstieg keine Frage des Geschlechts ist. Schon Anfang 2001, als sie zur leitenden Staatsanwältin von Wels bestellt wurde, meinte sie lapidar: „TäterInnen überführen war schon mein Kindheitstraum.“ CHa Infos: www.richtervereinigung.at/justiz4.htm

Fo t o : M a r t i n a M a d n e r

führungspositionen

www.catalystwomen.org

politiklehrgang

Mitmischen Mit „girls in politics“ bietet das Büro für Mädchenförderung „make it“ in Zusammenarbeit mit dem Frauenbüro der Stadt Salzburg einen Politiklehrgang für junge Frauen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren an. Dabei können Klassen- und Schulsprecherinnen, Jugendbeauftragte aus Stadt und Land Salzburg, sowie politisch und sozial interessierte junge Frauen einen Einblick in die politische Praxis sowie in die Arbeit der Salzburger Medien erlangen. Gleichzeitig lernen sie, ihre Ideen mit eigenen Argumentationsstrategien und Präsentationen um- und durchzusetzen. Von September 2005 bis Jänner 2006 finden jeweils an ein bis zwei Tagen Veranstaltungen mit unterschiedlichen Schwerpunkthemen statt. Kommunikationstraining und eine Einführung in die Medienwelt gehören ebenso dazu wie die Vermittlung der Salzburger Frauenpolitik und -geschichte sowie Grundlagen in politischer Bildung. Es bleibt allerdings nicht bei „trockener“ Theorie: In verschiedene Praxisprojekte können die Teilnehmerinnen das Gelernte, mit der tatkräftigen Unterstützung von Fachfrauen, erproben und vertiefen. Mitmischen ist angesagt! svh make it, Teresa Lugstein, 5020 Salzburg, Glockengasse 4c, T. 0662/849 291-11, make.it@akzente.net

justiz

TäterInnen sind ihr Hobby Unter den „Mächtigen“ in der österreichischen Justiz waren beinahe nur Männer zu finden. Bis zur Bekanntgabe der ersten leitenden Oberstaatsanwältin in Österreich, Ulrike Althuber, die sich gegen ihre Mitbewerber durchsetzte. Laut Terezija Stoisits, Justizsprecherin der Grünen, unterließen es in der Vergangenheit – wegen vermuteter Chancenlosigkeit – sehr viele Frauen, Bewerbungen für einen Platz in den höheren Reihen zu verfassen und wurden somit auch nicht in die engere Wahl

arbeit und politik

lat. precari: „bitten; betteln“ Unter dem Titel „Prek(arit)äre Arbeits-Realitäten“ startet die Frauenhetz am 2. Juni den ersten von insgesamt drei Veranstaltungsblöcken mit dem Schwerpunktthema „Arbeit und Politik“. Anregungen und Vorschläge für das Jahresprogramm kamen aus den zwei offenen Diskussionsrunden, zu denen die Frauenhetz Anfang des Jahres eingeladen hatte. Die viertägige Veranstaltung ist angereichert mit Vorträgen und Diskussionen, Workshops und Lesungen und einem gemeinsamen Frühstück am letzten Veranstaltungstag. Frauen aus unterschiedlichen Wissenschaftsfeldern wie Geschichte, Ökonomie, Politik, Soziologie, Philosophie und aus der literarischen Praxis beleuchten aus ihrem spezifischen Blickwinkel die Arbeitsrealitäten von Frauen. Die Kosten betragen pauschal 15,- Euro oder einzeln, je nach Veranstaltung drei bzw. fünf Euro. Für die Workshops wird um Anmeldung gebeten. Auf Anfrage steht auch eine kostenlose Kinderbetreuung zur Verfügung. Women only! svh Infos und Anmeldung: Frauenhetz, 3., Untere Weißgerberstr. 41, T. 01/715 98 88, office@frauenhetz.at, www.frauenhetz.at

juni 2005an.schläge 27


Fo t o s : Ö B f/M O M A / D. M a t h i s

salzburgforstmeisterin

„Ohne Frauen geht es nicht“ Der Bundesforstbetrieb Pongau steht seit Mai unter neuer Leitung. Adelheid Lettner heißt die neue Forstmeisterin und sie ist damit die erste Frau in dieser Position. Von Gabi Horak Manchmal schafft Frau es in die Schlagzeilen, einfach weil sie Chefin wird. Adelheid Lettner war Ende April in fast allen Zeitungen: Die studierte Forstwirtin ist gut in ihrem Job und wandert deshalb die Karriereleiter bei den Bundesforsten ganz hinauf. 28 an.schlägejuni 2005

Außergewöhnlich ist das deshalb, weil sie die allererste Frau dort oben ist. Erstmals in der Geschichte der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) wird eine Frau einen der zwölf Forstbetriebe der ÖBf leiten. Die 36-jährige Adelheid Lettner hat sich bei einem internen Hearing gegen sechs Mitbe-

werber durchgesetzt und am 1. Mai ihren neuen Chefinnensessel in St. Johann erklommen. Karriereziel. Dort wollte sie auch hin: Die Leitung eines Forstbetriebes hat sich mit Beginn der Tätigkeit für die Bundesforste als Karriereziel „heraus-


forstmeisterinsalzburg kristallisiert“, meint Adelheid Lettner. Sehr bewusst hat sie sich jedoch im Laufe der Jahre für eine Führungsposition weiter gebildet, zuletzt im ÖBfNachwuchsführungskräfteprogramm, wo Kommunikation, Teamführung und Management intensiv trainiert wurden. „Auf die Stellenausschreibung hat mich mein Coach dort aufmerksam gemacht“, erzählt Adelheid Lettner. Nach einer kurzen Beratung mit dem Partner hat sie sich dann auch dafür beworben. „Ich war die einzige Bewerberin. Bei den Bundesforsten sind derzeit insgesamt drei Forstakademikerinnen tätig und von denen hatte nur ich die formalen Kriterien für die Bewerbung erfüllt: die Staatsprüfung für den höheren Forstdienst.“ Als Forstmeisterin im Pongau managt Adelheid Lettner nun 48.000 Hektar Betriebsfläche und siebzig MitarbeiterInnen. Das bedeutet vor allem sehr viel Büroarbeit. Ihr Arbeitstag beginnt spätestens um acht Uhr morgens und endet nicht vor halb sechs. Im ersten Monat hat sie sich vor allem mit ihrem Forstbetrieb vertraut gemacht, Geschäftsberichte studiert und sich auch vor Ort einen Überblick über das Gelände im Pongau verschafft. „Der unmittelbare Kontakt mit der Natur ist mittlerweile sicher geringer geworden“, erzählt die Forstmeisterin, „aber im Wesentlichen arbeitet man doch mit der Natur, mit den Ressourcen der Natur – wenn auch nicht mehr in diesem unmittelbaren Sinn“. Zeitgeschichte. „Die Natur und das Wirtschaften mit den Früchten der Natur sind mir von Kindesbeinen an vertraut.“ Adelheid Lettner ist auf einem Salzburger Bauernhof aufgewachsen, und während ihrer Zeit am Gymnasium stand noch Tierärztin ganz oben auf der Liste der größten Berufswünsche. Das Interesse für Fragen der Ökologie und des Umweltschutzes führte sie dann an die Universität für Bodenkultur und bei der Entscheidung für eine Studienrichtung „schlug schließlich aufgrund der breit gefächerten Ausbildung das Pendel zugunsten der Forstwirtschaft aus“. 1996 stand dann die abschließende Diplomarbeit an und

Adelheid Lettner entschied sich – inspiriert durch das Gedenken an fünfzig Jahre Kriegsende im Jahr zuvor – für ein Thema aus dem Wahlfach Forstgeschichte: „Österreichische Forstleute im Widerstand gegen das NS-Regime“. Zeithistorische Fragen haben sie immer schon beschäftigt, seit ihrer Jugend. Für ihre geschichtliche Abschlussarbeit durchkämmte sie die Weißbücher des österreichischen Widerstandes, um am Beispiel einzelner Forstleute die verschiedenen Widerstandsaktivitäten während der Nazi-Diktatur zu dokumentieren. „Diese Personen haben Wichtiges für Österreich geleistet, Großartiges im menschlichen Sinn“, weiß die Forstwirtin. „Forstmeisterin“. Noch während ihres Studiums hatte Adelheid Lettner Erfahrungen in der Aufforstung und Pflege von Schutzwäldern gesammelt. Der erste Arbeitsplatz der Forstwirtin war dann im Bundesforstbetrieb Abtenau. Danach folgten einige Jahre in den Tiroler Forstbetrieben Imst und Oberinntal, bevor sie als Forstmeisterin in St. Johann nun wieder zurück in die Salzburger Heimat kam. Schafft es eine Frau in einer Branche erstmals in eine Führungsposition, sind oft abenteuerliche Konstruktionen bei der Berufsbezeichnung im Umlauf. Adelheid Lettner besteht darauf, dass auf ihren Visitenkarten einfach und korrekt „Forstmeisterin“ steht. Im Gespräch stört sie die Weglassung des -in aber nicht. „Denn wesentlicher als die formale Anrede ist für mich die innere Einstellung dazu.“ Und mit ihren Mitarbeitern und Kollegen ist sie diesbezüglich auch sehr zufrieden. Als Feministin „im klassischen, politischen Sinn“ würde sie sich zwar nicht bezeichnen. Aber: Sie sei überzeugt davon, dass die Beschränkungen für Frauen fallen mussten und müssen. „Frauen sind ,anders’, aber waren den Herausforderungen der Zeit immer schon gewachsen. Sie sind unverzichtbar für Gesellschaften, die blühen und ,leben’ möchten“, formuliert es die Forstmeisterin. „Leider liegt in weiten Teilen der Welt noch Vieles im Argen. Aber ohne Frauen geht es nicht!“ Auch nicht bei den Bundesforsten. ❚

Die Österreichischen Bundesforste Die Bundesforste sind seit 1997 eine Aktiengesellschaft, Alleinaktionär ist der Bund, Eigentümervertreter der Landwirtschaftsminister. Das Unternehmen beschäftigt etwa 1.300 MitarbeiterInnen (14 Prozent Frauen, in den 1980ern lag der Prozentsatz noch im einstelligen Bereich) Die ÖBf AG verwaltet insgesamt zehn Prozent der Staatsfläche: 520.000 Hektar Wald (15 Prozent des österreichischen Waldes), 360.000 Hektar Wirtschaftswald, 150.000 Hektar Schutzwald, zwei Nationalparks (Donau-Auen und OÖ Kalkalpen), 82 Seen und ca. 2.000 Kilometer fließende Gewässer. Dazu kommen über 14.000 Kilometer Wanderwege und 2.000 Kilometer Mountainbike-Netz. In Salzburg sind 41 Prozent der Waldfläche im Eigentum der Bundesforste. Kerngeschäft der Bundesforste ist die Forstwirtschaft: Dieser Geschäftsbereich macht noch immer den größten Teil des Gesamtumsatzes aus. In den letzten Jahren hat der zweite Geschäftsbereich Immobilien aber an Bedeutung gewonnen. Die ÖBf besitzen zahlreiche Häuser und Liegenschaften, die vermietet oder verpachtet werden. Der dritte und jüngste Geschäftsbereich sind Dienstleistungen. Die Bundesforste verkaufen ihr Know-How im Bereich Forst-, Wasserwirtschaft und Tourismus in Länder der ganzen Welt. Von Leistungen für den Naturschutz bis hin zur Beratung in Sachen Informationsmanagement; von Deutschland bis Papua-Neuguinea.

juni 2005an.schläge 29


kulturan.riss

Fo t o : M a t t h i a s H e r r m a n n

„Wenn Gespenster existieren, gibt es nur zwei Möglichkeiten: leugnen oder sich stellen. Wir tun es. Närrische lasterhafte Figuren treiben wie das Gespenst des Kommunismus als kollektive euphorische Zauberei aus dem Fegefeuer des sozialen Lebens umher und träumen von einem festen, angemessenen Platz in der Gemeinschaft“, heißt es in der Veranstaltungsankündigung. Ob es diesen Platz je geben wird ...? DF 28.6.-2.7., 20.00, dietheater/Künstlerhaus, 1., Karlsplatz 5, www.dietheater.at

tanz

Die Quelle der Kraft

installation

Spieglein, Spieglein Die Wiener Secession zeigt derzeit Eva Schlegels bilderlose Intervention, eine künstlerische Gestaltung des Raumes ohne Bilder. Die mit Blei ausgekleideten Wände des Hauptraums und die vier riesigen, begehbaren Spiegelkreise am Boden ergeben ein außergewöhnliches Bild. Die Spiegelflächen reißen den Raum wie einen See auf, sagt die Künstlerin selbst zur Austellung. Nach unten geöffnet, wird ein Gefühl der Bodenlosigkeit erzeugt. Das Blei besticht durch seine vielen Farben und ruft verschiedenste, auch gegensätzliche Assoziationen wie Krieg oder Schutz vor Strahlen hervor. Zwar nicht ausgestellt, aber trotzdem erwähnenswert sind die bekannten unscharfen Frauenbilder der Künstlerin, laut Schlegel „durch die Unschärfe verführerisch“, aber trotzdem auch kritisch den standardisierten und idealisierten Körpern gegenüber. Eva Schlegel beschäftigt sich auch mit Pornofotos aus der Zeit der sexuellen Revolution, die trotz dieser Zeit des Aufbruchs doch eindeutig und wie schon so oft dem männlichen Betrachter dienten. Abwechslungsreiche Arbeiten also, von denen durchaus auch der nicht-feministische Teil einen Blick wert ist. bek 5.5.-26.6., Secession, 1., Friedrichstr. 12, www.seccesion.at

Olympia Goulia ist Tänzerin und Choreographin. Sie hat sich Frauentänzen verschrieben, welche die weibliche Intuition und Kraft stärken sollen. Die Wurzeln ihrer Tänze reichen bis in die Antike zurück und wurden dort von Priesterinnen, zur Verehrung von Göttinnen, getanzt. Nach Olympia Goulias Angaben handelt es sich um „machtvolle und kraftspendende Tänze“. Diese sollen zuerst den Körper und dann das Selbstbewusstsein der Frauen stärken. Neben den antiken Elementen verwendet sie Bewegungen anderer alter Tänze, die aus etlichen verschiedenen Ländern kommen. „Diese Vielfalt stärkt das Verständnis für andere Kulturen“, ist Olympia Goulia überzeugt. Klingt interessant und vielleicht lohnt es sich ja, Olympia Goulia und ihrer Tanzgruppe Amadriades im Kosmos Theater einen Besuch abzustatten. FIAg 3.-5.6., 20.00, Kosmos Theater, 7., Siebensterngasse 42, T.01/5231226, www.kosmostheater.at

ausstellung

Jüdisch heiraten „Burekas oder 1/4 Huhn“ arrangiert sich als Ausstellung im jüdischen Museum mit antiquarischer Zurschaustellung alter Schriftstücke, ritueller Gewänder und einer theatralen aber auch realen Foto-Lovestory-Line innerhalb einer vanillecremefarbigen Umgebung mit hoffnungsvollem Kunstrasen. Bewusst werden kritische Frauen-Themen ausgeblendet, um den negativen Beigeschmack jahrhundertelanger Andersbehandlung erst gar nicht aufkommen zu lassen. Stattdessen demonstriert ein – in pinkes Fell gehüllter – Laptop zeitgemäße Brautwerbung im Internet und die Scheidungsvertragsecke, wie Frau auch ohne Mann zu ihrem Geld kommt. s-r Bis 10.7., Jüdisches Museum Wien, 1., Dorotheergasse 11, T. 01/535 04 31, www.jmw.at, täglich außer Montag

theater und marx literaturpreis

Ein Gespenst geht um ... Seit Jahren ist die Regisseurin Astrid Griesbacher mit den ungewöhnlichen Produktionen ihres Theaters des Lachens ein Fixstern der freien Theaterszene Berlins. Griesbachers Regie-Konzept besteht darin, alte Stücke, Texte und Mythen zu nehmen, um daraus das für die heutige Zeit Relevante herauszufiltern. Ihre SchauspielerInnen eignen sich ihre Rollen an, ohne außer Acht zu lassen, dass sie Menschen unserer Zeit sind. Mit ihrer neuen Produktion „Die Legende vom MANIFEST der Kommunistischen Partei“, die sich mit dem Marxschen Klassiker jenseits der Tradition hinlänglicher Zitatensammlungen beschäftigt, gastiert Griesbacher mit ihrer Truppe von 26.6.-2.7. im Wiener dietheaterkonzerthaus. 30 an.schlägejuni 2005

Nicht für die Schublade In diesem Jahr wendet sich der Willemer.Preis nicht an Internetkunstschaffende, sondern wieder an Frauen, die sich dem „traditionellen“ Schreiben verschiedenster Textsorten widmen. „Der Preis soll Frauen die Möglichkeit geben, unter einem geschlechterspezifischen Blickwinkel ihren persönlichen Standort zu bestimmen. Frauen sollten Öffentlichkeit einfordern, ihre Arbeit zur Diskussion stellen“, fordert Petra Maria Dallinger, Direktorin Stifterhaus Linz und neben der Autorin Eugenie Kain und Silvana Steinbacher-Schiller vom ORF OÖ eine der Jury-Frauen. Marianne von Willemer (1784-1860)


an.risskultur selbst stehe für den „Subtext“, für in der Literatur nicht wirklich präsente Autorinnen. Erst Jahre nach dem Tod der Romantikerin wurde bekannt, was sie selbst, so die Literaturwissenschaftlerin Dagmar Gersdorff, als Geheimnis hütete: ein inniger Briefwechsel mit Goethe und ein nicht unwesentlicher dichterischer Anteil der Schriftstellerin an dessen „Westöstlichen Divan“. In den letzten fünfzig Jahren wurden drei Mal mehr Preise an Männer als an Frauen vergeben und Frauen müssen im Schnitt auch zehn Mal länger auf eine Würdigung warten. Also liebe Frauen, reicht eure literatischen Ergüsse ein! mima

heim.spiel

ausstellung

Die ethnisierte Weiße Unter Rassismus wird gewöhnlich die Benachteiligung von Menschen mit nicht weißer Hautfarbe verstanden. Aber wie sieht es mit der ebenso rassistisch besetzten Bevorzugung weißer Menschen innerhalb der europäischen Kultur aus? Die Ausstellung „Born to be white“ vom 2. bis 22. Juni in der Wiener IG Bildende Kunst geht dieser äußerst brisanten Frage nach und noch weiter. Mit „Whiteness“ haben feministische Migrantinnen einen Begriff geprägt, der es ihnen ermöglicht, Weiße Macht- und Herrschaftsverhältnisse zu analysieren, zu benennen und sichtbar zu machen und Weißen eine Möglichkeit der Auseinandersetzung mit ihren (un)sichtbaren Machtposition bietet und forciert. Mittelpunkt der Ausstellung ist die Weiße Identität nicht nur im Kontext des Privilegs, sondern auch in einem historischen, sowie ort- und gruppenspezifischen Bezug. Shoa, Nationalsozialismus und Kolonialisierung sind somit zentraler Gegenstand der Auseinandersetzung mit dem Thema. Zahlreiche internationale KünstlerInnen, wie Fatih Aydogdu oder die KünstlerInnengruppe BUM – das „Büro für ungewöhnliche Maßnahmen“, werden mit unterschiedlichen Arbeiten vertreten sein. Eine begleitende Vortragsreihe verspricht ein spannendes Programm und interessante Ansatzpunkte für eine weitere Beschäftigung und Diskussion mit und rund um das Thema. Ein Beitrag zum Thema finden interessierte Leserinnen in diesen an.schlägen auch im Forum Wissenschaft. DF

Fo t o : S t e i n h e i m e r p r i v a t

Fo t o : B ü r o f ü r u n g e w ö h n l i c h e M a ß n a h m e n

Einreichfrist: 30.6., Infos: www.linz.at/willemerpreis.asp

Eva Steinheimer

East End Nun wohnen wir schon seit zwei Monaten in Simmering. Eigentlich sind wir ja am ganz anderen Ende von Wien gelandet, als wir es immer geplant hatten. Aber die Wohnung war einfach ein zu gutes Angebot. Wir genießen es sehr, ein kleines Gärtchen zu haben. Im daran anschließenden Gemeinschaftsbereich des Hofes gibt es auch eine Sandkiste. Lenni kann schon früh am Sonntag Morgen rauslaufen, ohne dass wir uns ausgehfertig machen müssen, was ja immer bedeutet, Reservegewand, Wickelutensilien, Proviant und Sandspielzeug einzupacken. Wir können dann gemütlich auf der Terrasse sitzen und Zeitung lesen. Naja, theoretisch natürlich nur. Denn Lenni versteht es, unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, und wir müssen ihn zurückholen, wenn er ausbüchst, Streit um Sandspielsachen schlichten oder ihm den Gartenschlauch abjagen, den er schon sehr gut bedienen kann. Wenn es dann in unserem Hof doch zu fad wird, können wir immer noch in den Prater fahren, der mit S-Bahn, Rad oder auch zu Fuß leicht erreichbar ist. Oder wir besuchen Lennis Urli oder sein Freundin Ilvy, die jeweils richtige Gärten haben, nicht nur so eine Miniaturausgabe wie wir. Auch in den Alltag in der neuen Umgebung haben wir uns gut eingewöhnt. Eigentlich bräuchten wir Simmering gar nicht mehr verlassen, die Einkaufsmöglichkeiten sind sehr umfangreich. Obwohl ich mich mit der Atmosphäre im EKZ nicht so wirklich anfreunden kann. Ich krieg ja grundsätzlich Beklemmungen in solchen geschlossenen Shoppingtempeln, drum kann ich auch nicht nachvollziehen, warum die Cafés in diesen frischluft- und tageslichtlosen Hallen schon vormittags voll besetzt sind. Jedenfalls tobt hier das Hausfrauen-mit-Kindern-Leben. Früher, im vierten Bezirk, kam ich mir ja schon als Einzelfall vor, wenn ich untertags mit dem Kinderwagen unterwegs war. Auch die Spielplätze hatten wir wochentags fast für uns alleine. Hier hingegen wimmelt es nur so von Kindern. Außerdem hab ich mich bisher eigentlich immer als eher junge Mutter gefühlt. Mein subjektiver Eindruck war, dass die meisten Mütter mindestens fünf Jahre älter waren. Jetzt frag ich mich oft, ob die Kinder hier mit ihren Müttern oder Au-pairs unterwegs sind. Was die Statistik wieder ins Gleichgewicht bringt, denn nach Zahlen war ich eine ganz durchschnittliche Erstmutter. Die Stadt sieht eben ein bisschen anders aus, wenn man sie von der Peripherie aus betrachtet.

2.-22.6., Born to be white, 6., Gumpendorferstr. 10-12, T. 01/524 09 09, www.igbildendekunst.at

juni 2005an.schläge 31


Fo t o s : J u t t a Po l i c z e r

frauenwanderungen

Mächtigen Frauen auf der Spur Ob Babenbergerinnen, Politikerinnen, Keltinnen oder Kräuterhexen – geführte Frauenwanderungen machen Frauen-Geschichte(n) erlebbar. Die Veranstalterinnen stoßen jedoch auf finanzielle Hindernisse. Von Anni Bürkl „Ohne das Ansehen von Markgräfin Agnes wären die BabenbergerInnen niemals zu einem dermaßen großen Einfluss in Österreich gelangt.“ Am Leopoldsberg erzählt Jutta Policzer der Wandersfrauen-Gruppe von der weithin unbekannten Geschichte der Babenberger-Frauen. Agnes, Frau von Markgraf Leopold, gilt als Mitgründerin des Stifts Klosterneuburg, weshalb sie auf Abbildungen zumeist eine Kirche in ihrer Hand hält. Die Legende ihres verlorenen Schleiers ist nicht belegbar – vielmehr deuten Abbildungen einer weißen Frau darauf hin, dass hier alter GöttinnenGlaube in den neuen christlichen Kult eingegangen ist. Jutta Policzer und Monika Kleinschuster haben die Spurensuche-Frauenwanderungen entwickelt. Die erste Wanderung gab es 2001, jedes Jahr kommen neue dazu. Die Routen führen nach Baden zur „Stadt der Frauen“, zu Mödlings „Hecken und Hexen“ oder nach Perchtoldsdorf („Der weiße Stein“).

Mauer der Burg der letzten Babenbergerinnen zu sehen. Ein Wunsch der Organisatorinnen ist die Vernetzung der teilnehmenden Frauen: Es gibt eine Vorstellungsrunde und bis zum Ende soll jede einmal mit jeder gesprochen haben. Weitere Stopps: das Agnesbründl sowie eine KeltInnensiedlung. Im Lindengarten am Leopoldsberg gibt es zur Rast ein Glas „Rote Husarin“. Fixpunkt jeder Spurensuche-Wanderung ist ein praktischer Teil, bei dem die Frauen etwa Fäden spinnen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.Waren doch die Spinnstuben nicht nur Arbeitstreffpunkte, sondern es wurden Ränke „gesponnen“ und „angebandelt“. Sie waren Orte des Widerstands, an denen das alte Wissen verschlüsselt weitergegeben wurde und in Märchen zu entdecken sind. Jutta Policzer:„Märchen sind Flugzettel einer untergegangenen Welt.“ So wurde etwa aus der Freia (=Göttin) Holle, einer Vegetationsgöttin, die heute noch geläufige Frau Holle – sprachlich verwandt mit dem Holler (Holunder), der in alten Zeiten als Schutzbaum galt.

Auf geht’s. Die Wanderung zum Leopoldsberg beginnt im Kahlenbergerdorf. Anerkennung für Frauenleben. Petra UnBei der dortigen Kirche ist ein Stück ger konzentriert sich bei ihren Wiener 32 an.schlägejuni 2005

Rundgängen auf das 19. und 20. Jahrhundert. Die feministische Kulturvermittlerin hat als „Fremdenführerin“ begonnen – „ein Begriff, den ich ablehne.“ Ihren Frauenschwerpunkt begann sie 1998 mit einer Wanderung zum 8. März. Regelmäßige Frauenrundgänge stellen jedoch aufgrund des Rechercheaufwands ein Finanzierungsproblem dar. Nach Förderablehnung durch das Frauenbüro und einigen Projekten mit dem Kosmos Theater Wien arbeitet Petra Unger jetzt direkt mit Wiener Bezirken zusammen, die aus dem Kulturbudget fördern. Im siebenten Bezirk geht es zum Beispiel auf die Spuren der Schauspielerin Dorothea Neff, die 1941 bis 1945 ihre jüdische Freundin Lilli Wolff, eine Kölner Kostümbildnerin, versteckte. Im Pausengang des Volkstheaters ist ihre Totenmaske zu sehen. In der Neustiftgasse, bei den ehemaligen Wiener Werkstätten, erfahren die Teilnehmerinnen Wissenswertes über die Designerin Vally Wieselthier. Häufig zitiert Petra Unger aus Original-Texten, etwa von Helene Odilon, die mit Alexander Girardi verheiratet war und ein Buch schrieb, um ihre Geisteskrankheit zu


wanderungenfrauen

kennt, sollte sie auch nicht sammeln. Gefahr kommt von giftigen Doppelgängerinnen wie Wiesenkümmel und Schierling – letzterer ist tödlich. Dann stellt sich die Frage: Was sammle ich von einem Kraut? Die Wurzel, die Blüte, das Grünzeug, alles? Irmgard Neubauer: „Frau sollte nie ALLES von EINEM Standort sammeln, damit die Pflanze auch nächstes Jahr dort wächst“. Auf der Suche nach den Kräutern geht es schon mal querfeldein; Sandalen sind daher als Schuhwerk nicht angebracht. Interessant sind auch die volkstümlichen Namen mancher Pflanzen, wie das „Kräutlein Nimmerweh“. „Am Wienerberg finden wir auch wilde Verwandte unserer bekannten Küchengemüse, etwa die wilde Karotte oder die wilde Rauke: Die „gezähmte“ Form kennen wir als Rucola“, erklärt Irmgard Neubauer. Ergänzend zum Sammeln und Haltbarmachen bietet sie weitere Kurse an: „Medizin am Wegesrand“ und „Kreatives für Haut und Haar“, in denen frau die Verarbeitung zu Salben, Tees, Ölen und Tinkturen kennen lernt. Irmgard Neubauer ist über Kräuter Kräuter und Feminismus. Eine andere Form zum Feminismus gekommen:„Weil ich immer viel krank gewesen bin, suchte der Spurensuche betreibt Irmgard ich nach Alternativmedizin.“ Dabei Neubauer auf ihren Frauenkräuterwanderungen am Wienerberg. In zwei stellte sie fest, dass alle Heilmethoden Stunden geht es darum, Frauenkräuter wie TCM, Yoga oder Ayurveda von weit her sind. „Eine europäische Heiltradition wie Frauenmantel, Schafgarbe, Gunschien es nicht gegeben zu haben, was delrebe, Mutterkraut oder Salbei, „das Kraut der saligen Frauen“ zu erkennen. ich mir aber nicht so recht vorstellen konnte.“ Dazu erzählt Neubauer alte Bräuche Bei Forschungen entdeckte sie, & Sagen über Hexen & Kräuterfrauen. Die meisten Frauen kennen fast nichts, dass viel von dem Kräuterwissen durch die systematische Verfolgung, Foltestellt Neubauer fest. Was frau nicht

widerlegen. Wo die Orte keine Spuren mehr aufweisen, arbeitet Petra Unger mit Bildern, etwa von Lina Loos oder den Schwestern Flöge: „Ich will den Blick auf die Frauenbilder im Stadtbild lenken!“ Frauen aus allen Schichten samt ihrer Lebensentwürfe kommen zu Wort. Ungeachtet ideologischer Unterschiede geht es Unger um Anerkennung der unterschiedlichen Frauen – so besucht frau in Mariahilf sowohl die Lesbenberatung als auch die Klosterfrauen. Dabei soll die Schwellenangst schwinden. Immer wieder kommt es zu Diskussionen zwischen den Teilnehmerinnen. So erinnerte sich eine Teilnehmerin beim Flakturm, wie sie dort als Kind im Bunker gesessen ist. Ein Folgeprojekt im siebenten Bezirk heißt „Wenn Frauen erzählen“, geplant sind Rundgänge mit Zeitzeuginnen. Ungers Utopie: ein dauerhaftes Sichtbarmachen im öffentlichen Raum – „drum tu ich das alles“. Sie ermutigt alle Teilnehmerinnen, mit ihren Vorfahrinnen zu reden, denn: „Wir machen Geschichte“.

rung und Ermordung vieler Frauen gezielt ausgelöscht wurde (früher genannt „Hexenverfolgung“). „So war ich mittendrin in der Frauengeschichte – davon war in der Schule nix zu hören. Dann hab ich immer weiter geforscht, es tat sich eine große Frauenwelt vor mir auf: Frauengeschichte, Göttinnen und Wissen von Frauen von früher und von heute.“ Daher ist ihr bei den Kräuterwanderungen wichtig, dass die Frauen (wieder) lernen, diese selbst zu machen und sich nicht jeden Kram teuer zu kaufen.

Links & Termine: Wien/NÖ: „Spurensuche“ Frauenwanderungen mit Jutta Policzer und Monika Kleinschuster: http://spurensuche.de.vu

Rundgänge mit Petra Unger: www.unbekannteswien.at nächste Termine: 15. Juni,

Hindernisse. Jutta Policzer bedauert, dass kaum eine Frau viel von den Frauen vor ihr, vom Leben der Babenbergerinnen oder Keltinnen in Österreich, weiß: „Warum hört frau davon nicht in der Schule?!“ Das Frauenbüro in Wien lehnte jedoch das Ansuchen um Förderung ab. Wandern sei ein Privatvergnügen, lautete die Begründung. Jede Wanderung benötigt jedoch eine Vorbereitungszeit von ein bis zwei Jahren und verursacht entsprechend hohe Kosten. Auch die Organisatorinnen der Grazer Frauenstadtspaziergänge sind nach rund zwölf Jahren mit Verhinderungsversuchen konfrontiert: es geht dabei um Subventionen und das Fehlen eines Gewerbescheins; weitere Entwicklungen seien aber noch nicht absehbar, berichtet Uma Höbel vom Frauenservice Graz. Immerhin, Jutta Policzer hat beim Agnesbründl das Entstehen einer Art neuen Frauen-Kultplatzes beobachtet: In den Büschen hängen immer wieder neu gesponnene Fäden... ❚

17. September, 8. Oktober

Frauenkräuterwanderungen mit Irmgard Neubauer: www.frauengarten.at nächste Termine: 4. Juni, 18. Juni

Salzburg/Kärnten: Auf den Spuren der PartisanInnen im Salzkammergut und in Südkärnten Kontakt/Anmeldung: FZ – Tel. 01/408 50 57 (Anrufbeantworterin)

Vorarlberg: Frauenführungen Bregenz mit Doris Zucalli: www.guideservice.at

Steiermark: Frauenstadtrundgänge Graz: www.frauenservice.at/bildung/

Internationale Vernetzung: Miss Marples Schwestern : www.miss-marples.net/

juni 2005an.schläge 33


Fo t o s : H e l e n e Tra u n e r

gustavinterview

Träume vom gleichen Meer Eva Jantschitsch, besser bekannt als GUSTAV, sprach mit Hemma Geitzenauer und Saskya Rudigier über Selbstverständlichkeit, Ladypower und die kleinen Unterschiede... an.schläge: Gustav ist dein erstes Solomusikprojekt. In welchem Abschnitt der Emanzipation befindest du dich gerade? Eva: Ich glaube, die stärkste emanzipatorische Phase war zur Zeit des Produzierens: Bei der CD Produktion in meinem Wohnzimmer, wo ich meine eigene Chefin war und ich die Produktion in der Hand hatte. Sobald ich mich auf die Labelsuche begeben hatte, sobald andere Leute mitarbeiteten, die wirtschaftlich denken und handeln müssen, konnte ich nicht mehr in dem Grade selbstbestimmt arbeiten, wie ich es mir gedacht habe. Ab dem Zeitpunkt kannst du entweder nein sagen oder wenigstens schauen, dass du deine Meinung vertrittst. Aber es ist nicht mehr möglich, emanzipatorisch zu arbeiten. Kann man diese Explosion von Aufmerksamkeit mit einem Datum, einer Person in Zusammenhang bringen? Mit mir, würde ich sagen. Ich habe vorher schon zwei Jahre immer wieder Konzerte gehabt und das Interesse – auch von JournalistInnen – gemerkt, die mich ständig nach dem Erscheinen meiner CD gefragt haben. Und deshalb führe ich es auf mich selber und meine Arbeit zurück und schreibe es nicht einer Journalistin, einem Journalisten zu, 34 an.schlägejuni 2005

die/der dies generiert hat. So mächtig sind sie dann auch wieder nicht. Sie ändern ja nichts an dem, was du selber schaffst, bevor sie über dich schreiben. Die Qualität wird nicht durch jene definiert, die drüber schreiben, sondern durch diejenigen, die es produzieren. Gibt es Unterschiede zu männlichen Musikmachenden? Ich glaube, es gibt einen Unterschied in der Sozialisation, aber einen Unterschied im Moment des Schaffens streite ich ab. Ich glaube, das hat mit Bildern zu tun, die beschreiben, was konstruiert ist. Ich tu’ mir mit der Beantwortung schwer, weil ich nicht versuche, es auf einen Geschlechtsunterschied zurückzuführen. Einerseits ist es ein Thema, dass ich die Elektronik anders verwende, aber ich mache es nicht um zu zeigen, dass Frauen einen ganz anderen Zugang dazu haben. Deshalb tue ich mir schwer, das als Gegenbeweis anzuführen. Aber es gibt wenig andere Kompositionsformen, die nicht mit einem Höhepunkt enden. Ich verstehe schon, dieses Abrackern an einem Ding, um des Abrackern willens. Und für mich ist es eher ein Mittel zum Zweck, etwas zu transportieren, Vorschläge, Visionen oder Fragen. Es ist vielleicht bei mir eher ein kommu-

nikativer Zugang zu Musik, als mich brüsten zu wollen, mit dem, was ich geschaffen habe. Vielleicht könnte man hier einen Unterschied raus lesen. Wirst du als Frau auf der Bühne als Konzept wahrgenommen? Ich glaube, die Umwandlung passiert erst. Also, ich bin noch ein Konzept. Die meisten Frauen auf Bühnen sind noch Konzepte und haben diesen Konzeptstatus noch nicht überwunden. Vielleicht kann ich mit dem nächsten Programm einen neuen Schritt andenken und es wieder brechen. Indem ich es in den Liedern artikuliere, in der Performance. Die Leute bei den Konzerten, die es mitkriegen wollen, kriegen es mit, die anderen nicht. Die denken sich vielleicht, es ist ein Liebeslied. Was bedeutet Feminismus für dich und welcher Strategien bedienst du dich? Für mich war das immer ein Versuch, an diesen sozialisierten, diesen anerzogenen Unterschieden zu arbeiten und zu sagen: „Das ist alles konstruiert, was ich als Frau bin, oder er als Mann“ und dass man an diesen Zuschreibungen arbeiten muss, als postfeministische Strategie. Also die Behauptung Mann und Frau nicht zulässt. Ein Versuch ist, auf poppiger Ebene einen männlichen Namen für eine weibli-


interviewgustav

che Produzentin zu verwenden. Andere Strategien manifestieren sich eher im Privatleben, durch Diskussionen im Freundeskreis. Aber ich kann nicht genau sagen, wie ich Feminismus politisch lebe. Vereinzelt passieren immer wieder Sachen, die dann in der Vermarktung, in der medialen Vermittlung, arg umgedeutet werden. Das ist das Problem. Die Leute, die den Stift in der Hand haben und darüber schreiben. Da kommt wieder die Definitionsmacht ins Spiel, als die Verwertung des Bildes. Wo setzten wir dieses Image ein und wo und wie wird es im gesellschaftlichen Kontext umgedeutet? Von mir aus gesehen, kann ich nur diffizil arbeiten. Ich bin kein Mensch, der mit dem Knüppel arbeitet, der stark genug ist, um eine offensichtliche Provokation zu setzen. Das entspricht meinem Wesen nicht, deshalb kann ich es nicht in meiner Arbeit machen. Ich kann es aber textlich versuchen und ich kann es über die Art zu produzieren versuchen. Und überhaupt, dass ich die Produzentin bin und nicht die Sängerin. Mir fällt in diesem Zusammenhang nur Electric Indigo ein, die eine Produzentin ist, es gibt sicher noch viele andere. Aber es gibt wenige, die bekannt sind, die kommuniziert werden. Geben tut es sie sicher. Wie schätzt du heute das Netzwerk aus Musikerinnen, Journalistinnen, Bands und Veranstalterinnen ein, das es seit dem Frauenbandenfest 2002 gibt? Wie siehst du die Entwicklung in dieser Community? Beim Frauenbandenfest habe ich damals mit einem Kinderkassettenrecorder gesungen und meinen ersten

Soloauftritt hingelegt. Es war spannend, wie sich jede von uns Frauen weiterentwickelt hat. Das Ladyfest hat 2000 seinen Ursprung in Amerika gehabt und dieser Gedanke, diese Idee, ist nach Europa transportiert worden. Diese Idee war so wichtig und neu und notwendig nach der Riot Grrrl Phase, den Schlampen-T-shirts und Miniröcken, die von den Medien sehr vereinnahmt wurden. Diese Girls haben sich dann Ladys genannt. SV Damenkraft haben mich nach Hamburg zum Ladyfest mitgenommen. Und sobald man weiß, wo überall Ladyfeste veranstaltet werden, weiß man, wie notwendig und wichtig dieses Fest für Frauen ist. Die Weiterentwicklung ist, dass überall Netzwerke durch Ladyfeste entstanden sind, die jetzt da sind und dass die Bedeutung logischerweise abnehmen wird. In Wien ist aber gut zu beobachten, dass es kontinuierlich gewecktes Interesse an feministischen Symposien gibt. Zumindest bei mir. Ich bin dadurch wach geworden und habe plötzlich gemerkt, wie viel sich tut, wie viele interessante Veranstaltungen es zum Thema Feminismus gibt. Und vielleicht wird das feministische Bewusstsein dadurch wieder gestärkt, weil es viel genauer diskutiert wird, die verschiedenen Zugänge, von dem was es bedeuten kann, wie man arbeiten kann, wie man Statements setzen kann. Gibt es ein neues Projekt? Weiß ich noch nicht genau. Ich kann nicht auf Druck produzieren.Wenn es eine zweite Gustav-Platte gibt, dauert es sicher wieder Jahre, bis sie erscheint. Für eine Auftragsarbeit im Rah-

men der Wiener Festwochen, zu einem Stück von Kathrin Röggla, „Draußen tobt die Dunkelziffer“, wo es um den Mittelstand geht, der in die Verarmung abgleitet, mache ich Teile der Musik. Theaterarbeit ist eine angenehme Arbeit und für mich spannender, als Konzerte zu spielen oder für CD-Produktionen zu arbeiten. Wie wirkt sich der Erfolg auf deine erlebte Nähe zum Publikum aus? Der Kontakt ist manchmal unangenehm geworden. In Berlin waren ein paar Gigs, wo ich mir wie ein Zirkuspferd vorgekommen bin, das angeschaut und geprüft wird. Was vorher eine totale Lust war und wo das Interesse von den anderen da war, das hat sich mit steigendem Bekanntheitsgrad in ein Überprüfen gewandelt. Ob ich live halte, was die CD verspricht. Die Konzerte, wo mich die Leute nicht kennen, sind die schöneren Konzerte, weil ich noch überraschen kann. Während sich die Typen sagen: Es ist schon klar, dass wir jetzt überprüft werden, aber ich bin der (Musik-)Priester! Ich möchte keine Priesterin sein, ich möchte eine unter vielen sein, weil ich dieses Gehabe verabscheue. Ich probiere was aus, das manchmal funktioniert, und manchmal nicht. Und der Fehler muss integriert sein, finde ich. Ich möchte nicht so tun, als wäre der Akt auf der Bühne zu stehen, etwas besonderes. Mein Ansatz war immer, diese Bühnenmagie zu brechen. Das einzige was mich vom Publikum unterscheidet, ist das Mikro, dass ich lauter bin durch die Boxen. Ich möchte nicht so tun, als wäre das was Unüberbietbares. ❚

homepage: http://gustav.cuntstunt.net

juni 2005an.schläge 35


Fo t o : i d e n t i t i e s

filmfestival

Queer Pictures Von 2. bis 10. Juni findet in Wien wieder das Queer Film Festival statt. Das Programm von identities verspricht cineastischen Genuss und anregende Debatten. Von Jutta Sommerbauer

Infos unter: www.identities.at

36 an.schlägejuni 2005

Zu welchen Filmen gehst du? Hast du schon eine Karte? – Fragen wie diese werden Sie in Ihrem Wiener FreundInnenkreis in den nächsten vierzehn Tagen wohl noch öfter zu hören bekommen. Haben Sie es etwa vergessen? Von 2. bis 10. Juni steht Wien wieder ganz im Zeichen von identities. Das Queer Film Festival findet dieses Jahr bereits zum sechsten Mal statt und nach der Viennale ist identities mittlerweile das zweitgrößte Filmfestival in Wien.

Ausblick. Die Qual der Wahl haben BesucherInnen auch dieses Jahr. Über hundert Filme sind es geworden, die Barbara Reumüller, Leiterin des Festivals, ausgewählt hat. Zahlreiche Österreich-Premieren habe man auch diesmal dabei, erzählt Sudabeh Mortezai vom identitiesTeam. Eine Wien-Premiere gibt es von „My Summer of Love“, dem garantiert publikumswirksamen neuen Spielfilm von Pawel Pawlikowski („The Last Resort“). Mona und Tamsin, zwei ungleiche Teenager, erleben im ländlichen West Yorkshire einen traumartigen Sommer

voller Verschwörungen und Leidenschaft. Und auch eine Weltpremiere ist dieses Jahr dabei: Die Dokumentation „Halbes Leben“ porträtiert das Leben von Lesben, Schwulen und Transsexuellen in der Türkei. „Man führt als Homosexueller ein bequemes Leben – wenn man nicht zu seiner Identität steht“, sagt einer der Porträtierten und spricht damit offen über ein Dilemma, dem viele türkische Queers gegenüber stehen. American Independent. Bei der Eröffnungsgala am 2. Juni im Gartenbaukino steht


festivalfilm Nachkriegszeit darstellt, ist Diane Kurys Klassiker „Coup de Foudre“. Isabelle Huppert und Miou Miou sind die Protagonistinnen in diesem Psychogramm einer „verlorenen Generation“ im Nachkriegs-Frankreich. In ihrer Dokumentation „Mein Leben Teil 2“ begibt sich die Regisseurin Angelika Levi auf Spurensuche nach der Biografie ihrer Mutter Ursula Becker, eine Überlebende der Shoah. Nach dem Krieg kehrt diese nach Deutschland zurück und wird evangelische Pfarrersfrau. Der Film verbindet die persönliche Geschichte mit Fragen der lesbischen Tochter nach dem Umgang mit Erinnerung. Ebenfalls eine Spurensuche in der Nachkriegszeit ist der bei der diesjährigen Berlinale mit dem Teddy für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnete „Katzenball“ von Veronika Minder. Minder entwirft anhand der Geschichten von fünf Frauen verschiedener Generationen eine lebenIsraelische Fixstarter. Doch längst nicht nur dige, oft verborgene bzw. verschwiegedie Neuheiten des amerikanischen und ne Schweizer Frauengeschichte. europäischen Queer Cinema werden im Filmcasino, Schikaneder und Topkino Coming out far North. Freundinnen nordpräsentiert. Sexuelle Identitäten sollen europäischer Filmkunst kommen diemöglichst vielfältig dargestellt, mit his- ses Jahr voll auf ihre Kosten. Finnland, torischen Bezügen kontextualisiert und Norwegen, Island und Lappland sind nicht zuletzt in Beziehung zu Kategoridie Schauplätze des Schwerpunkts en wie „Rasse“, Klasse oder Religion ge- „Coming out far North“. In „Don’t You setzt werden. Auch außereuropäisches Worry, It Will Probably Pass“ unterKino, das sich innovativ mit Geschlecht nimmt Cecilia Neant-Falk ein interesund Sexualitäten befasst, nimmt bei santes filmisches Experiment, um das identities traditionell einen wichtigen Coming Out von drei heranwachsenden Platz ein. Israelische Filme zählten in Mädchen in der schwedischen Kleinden letzten Jahren bereits zu den Festi- stadtenge zu dokumentierten. Mittels val-Fixstartern. Heuer mit dabei ist der Videokameras dokumentierten die junSpielfilm „Round Trip“, der auf unsentigen Frauen vier Jahre lang ihre Entwickmentale, realistische Weise die Gelung und Umwelt. Intime Einblicke in schichte einer lesbischen Beziehung das queere Leben in Island und Lappnacherzählt und dabei über den Alltag land gewähren die Dokumentarfilme und soziale Themen in Israel berichtet. „Straight Out“ und „Lesbian in KautoDie Busfahrerin Nurit verlässt ihren keino“. Der finnische „Producing Adults“ Mann und geht nach Tel Aviv, um dort ist ein tragik-komischer Film über Fortmit ihren beiden Kindern zu leben. Mit pflanzung und das „Phantom Familie“ Mushidi, dem illegal im Land lebenden in Zeiten der Reproduktionstechnologie. Kindermädchen aus Nigeria, beginnt sie Venla will unbedingt ein Kind, doch ihr schließlich eine Liebesbeziehung. Freund will davon nichts wissen. Die sympathische Ärztin Satu soll Venla bei ihrem Kinderwunsch behilflich sein. Herstory. Wie lesbische Selbstfindung Doch ihr Traum von einem „normalen und Befreiung in verschiedenen EpoFamilienleben“ wird damit erst recht chen unterschiedlich definiert ist, wird über den Haufen geworfen. in mehreren „Herstory“-Filmen themaIn diesem Sinne: identities wartet tisiert. Ein Zeitdokument, das die weibmit zahlreichen Überraschungen auf. liche und – subtil angedeutet – auch Also, haben Sie schon Ihre Karten gesidie lesbische Identitätssuche im politichert? ❚ schen und ökonomischen Kontext der aber erst mal Girl Action auf dem Programm: identities startet mit Angela Robinsons Crime-Komödie „D.E.B.S.“ – mit vier nur auf den ersten Blick braven Schulmädchen in geheimer Agentinnen-Mission. Basis des ersten Spielfilms von Regisseurin Angela Robinson bildete ein Kurzfilm, der schon beim letzten Queer Film Festival einen Publikumspreis erhalten hat. Die Produzentin des Films war übrigens Andrea Sperling. Ihre Bahn brechenden Arbeiten für das amerikanische Independent-Kino erfahren in einem Special Würdigung. Und welche es bis dato nicht geschafft hat, den queeren Publikumserfolg „But I am a Cheerleader“ zu sehen, bekommt nun erneut die Gelegenheit: Die zuckersüße Coming-out-Komödie, bei der Sperling ebenfalls Produzentin war, wird ebenfalls im Rahmen des Specials gezeigt.

lesben.nest

Anahita

Outing fatal Schämen? Ich? Nein, schon lang nicht mehr. Früher mal, ja. Da wollte ich mich verkriechen, hab es zu verbergen versucht. Doch heute stehe ich dazu, sag es allen, die es hören wollen. Auch wenn ich dann blöd angegrinst werde und mir Sprüche anhören muss von wegen: „Also wirklich! Du? Wer macht denn so was? Schämst dich nicht?!“ OK, ich geb’s zu. Ich bin Seifenopern-abhängig, und zwar höchstgradig. Berufsbedingt kann ich meinem Laster zwar nicht täglich frönen, jedoch gebe ich mich meiner Sucht hin, so oft ich die Zeit erübrigen kann. Meist ist das am Samstag Nachmittag. Dann schleich ich mich, getarnt mit Bügelbrett und einem Riesenberg Wäsche, vor das Objekt meiner Begierde und grapsche mir meinen Joystick, die Fernbedienung. Absoluter Favorit ist die Mainstream-Homo-Sendung „Will & Grace“. Nicht schreien! Jaja, totale Klischees, stereotypes Verhalten der schwulen Charaktere bis zum Abwinken und überhaupt... ich gebe alles zu. Aber eine Soap-Junkie ist nicht wählerisch bei ihrem Stoff. Da reichen manchmal auch kurze Sequenzen in Teenie-Witch-Szenarien wie „Charmed“, den zauberhaften Schwestern. Oder wie oft machte mich das lesbische Pärchen in „Friends“ glücklich, wenn es den Sohn wieder mal seinem dämlichen Vater entrissen hat. Oder erst unlängst musste ich schmunzeln, dass sogar der Vater von Luke, dem Spießbürger in „O. C. California“ schwul ist... und so weiter! Klar, nichts und niemand kann jemals so genial und vorbildhaft lesbisch sein wie unsere geliebte göttliche Ellen deGeneres (die nebenbei erwähnt zu gut und kämpferisch war – einer der Gründe, weshalb Mann sie abgesetzt hat!) – doch zeigen all diese lauen Gay-Klischees, dass Homosexualität in der gesamten Medienwelt ein nicht mehr zu übersehender Faktor ist. O.K, sicher auch ein finanzkräftiger, wenn es etwa um neue Zielgruppen in der Konsumwelt geht. Das sollten wir nicht vergessen, beispielsweise bei der nächsten Regenbogen-Parade im Sommer. Wir sind zwar noch nicht die Macht – aber haben doch einige... möge die Macht mit euch sein!

juni 2005an.schläge 37


an.klang

Frauenmusikbewegung Von einer kleinen Reise durch beihnahe ein ganzes Jahrtausend weiblicher Komponistinsgeschichte berichtet Regina Himmelbauer

La Donna Musicale: Antonia Padoani Bembo „The Seven Psalm of David, Vol.I“ Ensemble Anonymous 4: Hildegard von Bingen „The Origin of Fire“ Ines Reiger: „Angel Eyes“ Alalie Lilt: „What is gone doesn’t necessarily disappear“ Elisabeth Harnik: „Irrt, irrt das ohr“

38 an.schlägejuni 2005

Antonia Padoani Bembo (ca. 1640 - ca. 1720) zählt wohl zu den bedeutendsten Entdeckungen der Frauenmusikbewegung. Die Eltern ließen ihr – für damalige Zeiten bei Kindern, die nicht der Oberschicht angehörten, eher unüblich – eine profunde Erziehung zukommen, darunter auch Musikstudien bei Francesco Cavalli, einem der berühmtesten Komponisten der damaligen Zeit. Viele Details ihres Lebens sind auch heute noch unerforscht; gesichert ist aber, dass sie nach dem Scheitern ihrer Ehe nach Frankreich floh und dort in einer Art frühem Frauenhaus Unterschlupf fand. Dort entstanden nach Texten der Autorin, Musikerin und Malerin Elisabeth-Sophie Chéron (1648 - 1711) die Sieben Psalme Davids. Obwohl ursprünglich im italienischen Stil geschult zeigt die Komponistin in dieser Musik doch, wie sehr sie sich schließlich den französischen Stil zu eigen gemacht hat. Die Textdeklamation spielt bei dieser Musik eine wichtige Rolle und zahlreiche Vorhalte tragen zur Expressivität der Psalmen bei. Das US-amerikanische Ensemble La Donna Musicale hat nun vier der sieben Psalme ausgewählt und zusammen mit einer Sonate von Elisabeth Jacquet de la Guerre (1665 - 1729) auf CD veröffentlicht. (Antonia Padoani Bembo: The Seven Psalm of David, Vol.I). Das Ergebnis: eine still-eindringliche Interpretation, ohne französisch-

barocken Manierismus, dafür mit viel Klangwärme. Die Musik einer anderen Großen der Musikgeschichte, nämlich jene von Hildegard von Bingen (1098 1179), ist dagegen weitaus häufiger auf CD erhältlich. Das von mir persönlich hochgeschätzte Ensemble Anonymous 4 hat bereits zum zweiten Mal Hymnen, Sequenzen, Antiphone und Visionen zusammengestellt. „The Origin of Fire“ (harmonia mundi USA/HMU) ist purer Gesang, farblich durch einfache Mehrstimmigkeit sanft aufpoliert. Auch vom Jazz gibt es Neues zu berichten: Ines Reiger, wohl eine der bedeutendsten Jazz-Sängerinnen Österreichs, hat seit fünf Jahren erstmals wieder ein Album veröffentlicht. Auf „Angel Eyes“ (Extraplatte) interpretiert sie mit ihrer dunklen, vollen Stimme hauptsächlich Eigenkompositionen. Mit ihren vielfältigen Songs bringt die Sängerin kraftvolle Statements. Das spiegelt sich selbst in gefühlvoll-sinnlichen Stücken wie „I’m afraid I fell in love with you“ wieder. Auch Monika Trotz ist in der österreichischen Jazzszene keine Unbekannte. Mit ihrem neu gegründeten Ensemble L’ardeur legt sie nun gemeinsam mit Ilse Riedler, Maria Frodl und Ingrid Oberkanins eine erste CD auf. „Quieten Down“ (Extraplatte) besteht, abgesehen von einer eigenwilligen Meditation über „Der Mond ist aufgegangen“, ausschließlich aus

Eigenkompositionen. Der emotionale Gehalt der sehr persönlichen Lieder, geht auch nicht in glatten Arrangements verloren, sondern findet sich in den ausgefeilten Instrumentaldialogen neu. Seit 1999 gibt es sie schon, die als Ethno-Pop etikettierte Band Alalie Lilt. Wortwörtlich übersetzt fühlt sie sich der „Sprechunfähigkeit“ (Alalie, gr./nlat.), aber auch der „fröhlichen Weise“ und einem „fröhlichen Schwung“ (Lilt, aus dem Engl.) verpflichtet. Auf ihrer neuesten CD „What is gone doesn’t necessarily disappear“ wirken die schnörkellosen Songs, allesamt Eigenkompositionen, durch ihre Unmittelbarkeit. In wenigen Worten wird gesagt, was zu sagen ist – und dennoch bleiben Rätsel. Sehr fein. Keine ruhigen Klaviersonaten, sondern Klavierklänge und -geräusche sind das Material von Elisabeth Harnik. Die Komponistin selbst bezeichnet die so entstandene Musik als „sponaneous constructed music“. Auf „Irrt, irrt das ohr“ (Extraplatte) wird nicht nur in die Tasten gegriffen, die Saiten werden auch direkt bespielt und können dabei unter Umständen auch mal ungewöhnlich gestimmt sein. In den so entstandenen Stücken sind einerseits nervös fortschreitende Klangfesten zu finden, die aber immer wieder in stehende Klängen erstarren. Eine Durchforschung des Instruments Klavier. ❚


lese.zeichen

„Gender, Ethnie & Minigolf“ Der siebente Band des Lesbenkultcomics „Dykes to watch out for“ ist soeben bei Krug und Schadenberg erschienen. Von Renate Billeth und Karen Keller

was transphobischen Mo auf die Probe, indem sie dieser eine bevorstehende Geschlechtsangleichung vorgegaukelt. Lois lebt in einer Wohngemeinschaft mit Ginger und Sparrow, die ebenfalls zum fixen Repertoire der „Lesben und anderen Lebensformen auf Kohlenstoffbasis“, wie der aktuelle Band heißt, gehören. Ginger unterrichtet Englisch am BufCrashkurs. Zwanzig Jahre ist es her, dass falo Lake State College und ist von ihrer Alison Bechdel damit begonnen hat, der Arbeit, dem Tod ihres Hundes Digger und lesbischen Subkultur in den USA mit viel dem Alleinsein ziemlich mitgenommen. Witz und Scharfsinn in kleinen ComicSie lernt endlich Jasmin kennen, die leider strips ein Denkmal zu setzen. Seither ist Mutter eines Sohnes (Jonas, der gern Herviel passiert und der Pfad des American mine aus Harry Potter sein möchte) und Way of Lesbian Life scheint mitten auf somit nicht das unkomplizierte Abenteuder Hauptstraße der Mehrheitsgeseller ist, nach dem sich Ginger sehnt. schaft zu landen. Die Sozialarbeiterin Sparrow steckt Zentrale Figur der Kultserie ist Mo, in der Krise, weil sie ihre jetzige Bezieeine der letzten wahren politischen Aktivistinnen und Vollblutvegetarierinnen der hung zu einem Mann und die daraus resultierende Schwangerschaft mit ihrem US-amerikanischen Lesbenheit, die sich ehemals radikalfeministischen Lesbenleden Ungerechtigkeiten der Welt in jeder Lebens- und Liebenslage bewusst ist und ben in ideologischen Einklang bringen muss.Wird ihre Mutter am Ende noch ihrem Kampf gegen Ausbeutung, Konden Schwiegersohn bekommen, den sie sum und Umweltzerstörung gern ein sich immer gewünscht hat? Stück ihrer (und ihrer Freundinnen) LeSydney aus gutbürgerlichem Hause bensfreude opfert. Mo liebt Tofuspieße ist seit fünf Jahren Mos Partnerin und und Ringelpullis und arbeitet seit EwigDozentin an der wenig prestigeträchtikeiten bei „Madwimmin Books“, der letzten unabhängigen Frauenbuchhandlung gen Wichita University, wo sie Seminare zu Themen wie „Gender, Ethnie und Minider Stadt. Angesichts ihres nahenden Vierzigers und der drohenden Schließung golf. Die Soziale Konstruktion der Freizeit“ der Buchhandlung muss sie ihr Leben je- abhält. Im Gegensatz zu Mo steht Sydney auf äußere Werte wie Festanstellung und doch grundlegend überdenken.... Maßanzüge und überdies im ständigen Ebenfalls bei Madwimmin arbeitet Lois, Mos beste Freundin und unermüdli- Wettbewerb mit dem übermächtigen Vater, der es immerhin zu einer Professur an che Jägerin nach sexuellen Abenteuern einer renommierten Uni gebracht hat. und ewiger Jugend. Lois mimt bei DragClarice lebt seit beinahe zwanzig King-Auftritten am liebsten Eminem und Jahren mit der Psychologin Toni zusamstellt nebenbei die Freundschaft der etWelche Alison Bechdel kennt, muss nicht erst über Alison Bechdel lesen, um Alison Bechdel zu verschlingen: Sie tut es ohnehin! Alle anderen gehören definitiv zur Zielgruppe dieser Leseempfehlung – also: weiterlesen!

men. Seit der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Raffi leidet die ambitionierte Rechtsanwältin unter der ehelichen Eintönigkeit und seit der Wahl George W. Bushs zum Präsidenten unter schweren Depressionen.Während Clarice leidet, kämpft Toni um ein biederes Familienleben, den Trauschein und eine auch noch nach zwanzig Jahren romantische Beziehung. Zukunftssorgen. „Lesben und andere Lebensformen auf Kohlenstoffbasis“ besticht ebenso wie die anderen Bände der „Dykes to watch out for“ nicht nur durch detailverliebte Illustrationen sondern vor allem durch mit ironischer Distanz und gleichzeitig viel Wärme erzählte Alltagsgeschichten einer Community, deren wachsende Probleme vertraut erscheinen: das Älterwerden, dem frau angesichts leerer Pensionsvorsorgekassen bang entgegen sieht, die Uneinigkeit darüber, ob die eingetragene Partnerinnenschaft nun ein Sieg der Lesbenbewegung oder doch das Trojanische Pferd des Patriarchats ist, die nachlassende Euphorie der politischen Aktivistinnen, die sich kaum noch zum jährlichen CSD aufraffen können. Gibt es die lesbische Subkultur überhaupt noch? Letzteres beschäftigt auch die Autorin selbst: „Wenn es meine Mission war, Comics über eine Subkultur zu zeichnen, diese Subkultur sich jedoch vor meinen Augen auflöste, würde ich mir dann eine richtige Arbeit suchen müssen?“, bangt Alison Bechdel im Vorwort um ihren Job. Sie soll ihn bitte noch lange behalten... ❚

Alison Bechdel: Lesben und andere Lebensformen auf Kohlenstoffbasis. (Übersetzung von Birgit Müller) Krug und Schadenberg 2005, Euro 12,90

juni 2005an.schläge 39


lese.zeichen Experimentiertfeld Frau Unter dem Motto „Körperkontroversen“ behandeln Feministinnen aus verschiedenen Blickwinkeln das Thema Frauen und Körper. Einige Artikel haben Aspekte physischer Gewalt gegen Frauen und ihre historischen Konnotationen zum Thema, wobei auch auf Theorien, die das Phänomen aus der Perspektive des Aggressors beschreiben und daher feminisieren eingegangen wird. In anderen Artikeln wird der Körper als Teil eines anatomisch-pathologischen und ethnologischen Museums zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts präsentiert. Auch in einem anderen Rahmen tauchen kritische Kommentare auf: Das feministisch-wissenschaftliche Forum über die Theorien Barbara Dudens, die sich mit Biomedizin, dem genetischen Körper und den Grenzen der Genetik befassen. Hier wird die männliche Dominanz und Sichtweise in der Medizin behandelt: das männliche Subjekt als Arzt, der medizinische Experimente an Frauen ausübt, sowie Formen ärztlicher Behandlung an weiblichen Patientinnen sind Thema. Die Autorinnen fragen nach dem Wert des weiblichen Körpers, der gleichzeitig in verschiedenster Form herabgesetzt und missbraucht wird, der in Isolation gehalten wird. Wo versucht wird, eine direkte Beziehung zwischen weiblichem Körper und Geschichte herzustellen, finden wir Artikel beispielsweise über Massenmorde an Frauen zur Zeit der Aufklärung, die durch die Fähigkeit, sich als historische Subjekte auszudrücken, für Verbesserungen zu kämpfen systematisch ausgelöscht wurden. Dabei wird nicht nur die Alte, sondern auch die Neue Welt, nicht nur der amerikanische Kontinent, sondern

40 an.schlägejuni 2005

ebenso Afrika, Ozeanien, der arabische Raum bis hin zu China und die Kolonialzeit thematisiert. Zoraida Nieto

Martina Kaller-Dietrich, Silvia Ruschak, Gabriele Sorgo (Hg.): Körperkontroversen. In: Wiener Zeitschrift zur Geschichte der Neuzeit. Studienverlag, 2004, Euro 14,40

Nur mehr als zwei Der Sammelband präsentiert die Ergebnisse der Veranstaltung „Institutionenwandel und Gender Mainstreaming“ vom Frühjahr 2003 in Wien. Was die Beiträge verdeutlichen: das Ziel von Gender Mainstreaming – ein Institutionenwandel, der zur Gleichstellung von Frauen und Männern führt– ist nur durch geschlechtssensible Reflexivität der politisch Handelnden zu erreichen. Die Werte und subjektiven Überzeugungen von AkteurInnen hinsichtlich ihrer Konstruktionen von sozialem Geschlecht sind in GM-Prozessen ebenso relevant wie die jeweils im europäischen Vergleich national unterschiedlich historisch gewachsenen Rahmenbedingungen, geschlechterpolitischen Aktivitäten und Erfahrungen. So z.B. die nordische Wohlfahrtpolitik, die auf soziale Gleichheit der Geschlechter fußt und zielt, im Gegensatz zur kontinentalen, die die soziale Differenz der Geschlechter als Ausgangs- und Endpunkt ihrer Policy setzt – vgl. die Beiträge von Behning und Dackweiler. Der Erfolg von Gender Mainstreaming ist abhängig von zwei Bedingungen: von der Lernfähigkeit der AkteurInnen und dem Zugang zu geschlechterrelevantem Wissen (Bothfeld). Für BeraterInnen in Organisationsentwicklungsprozessen, wie GM

einer ist, ist auch das „strategische framing“ von Bedeutung, das Institutionenwandel initiieren oder blockieren kann (vgl. den Beitrag von Sauer). Was im Buch etwas zu kurz kommt ist eine – zugegeben – visionäre Füllung von Gender als Kontinuum: Gender können viele sein, auf jeden Fall mehr als zwei. Diese Verknüpfung von Gender-Theorien mit Organisationstheorien, -beratung und -entwicklung und Politikwissenschaft würde politische und strategische Relevanz besitzen. Claudia Schneider

Ute Behning, Birgit Sauer (Hg.): Was bewirkt Gender Mainstreaming? Evaluierung durch Policy-Analysen. Campus 2005, Euro 29,90

Existenzen schälen Manchmal ist es gar nicht einfach im riesigen Kuchen jährlich neu gebackener Werke die Rosinen herauszukletzeln. Svenja Leiber ist eine dieser Köstlichkeiten. Mit ihrem Erzählband „Büchsenlicht“, erschienen in der Reihe „Meridiane“ des Schweizer Verlages Ammann, leuchtet sie beinahe beiläufig in deutsches Landleben, inklusive Kreisstadt, Trecker, Glascontainer und Schweineställe. Da krallt sich Reitlehrer Christiani die eine oder andere Schülerin und verspricht einen Ritt auf dem begehrten Ross Toska („Der erste Schnitt“), da trauert Greta um ihren Ehemann Friedhelm, der immer treu gewesen ist – ihr und dem Führer, darum hatte er „immer noch ein eisernes Hakenkreuz auf der Fahnenstange, bis die Polizei kam“ („Greta, verkalkuliert“).


lese.zeichen Trotz der vermeintlichen Beiläufigkeit, besitzt Svenja Leiber eine erzählerische Wucht, die eine manchen Text nur in Etappen lesen lässt wie zum Beispiel „Drillen“: Vater prügelt Söhne „Mit dem Gürtel, mit dem Kochlöffel oder mit seinen rhabarberblattgroßen Händen“. In „Pilotenbrille“ bleibt der Mongo trotz wackerer Entdeckungsunternehmungen von Kindern unkenntlich, nur der Bruder der Ich-Erzählerin trifft auf ihn und findet den Alten schwer in Ordnung, mehr wird nicht preisgegeben. Preisgegeben wird auch kein Anfang und kein Ende in den Schilderungen. Sie sind Momentaufnahmen, die Ausschnitte aus Existenzen schälen, in die frau beim Lesen rutscht so wie der Abend, der „rutschte leise durchs Fenster hinein. Büchsenlicht. Die Kerze allein erhellte noch das Zimmer“. Petra Öllinger

Svenja Leiber: Büchsenlicht. Ammann Verlag 2005, Euro 17,90

Kind bleiben Maria Linschingers Roman ist eine einfühlsame literarische Reise vom KindSein zum Fast-Erwachsen-Werden. In kurzen, weisen Sätzen bringt sie längst zurückliegende Empfindlichkeiten auf den Punkt und arbeitet häppchenweise ihre eigene Kindheit im Tirol der 1950er Jahre ab. Vom „Ochs am Berg“ ist da die Rede, vom „Lappallomma-Apparat“, von Milchhexen und Balkonspuckern und von Mädchen, die keine Hosen tragen dürfen. Es wird erzählt, dass der kleine Bruder eines Tages nicht mehr aufhörte zu pfeifen und was ein Krebs im Wollgeschäft macht. Und es kommen auch jene Fragen nicht zu kurz, die sich früher oder später jedes Kind stellt: Wie oft muss man sich waschen? Und: Kann man jemanden wegwünschen? Die Antworten sind nicht immer logisch, aber dafür umso erfrischender. Kindermund tut eben doch mehr als die Wahrheit kund, was besonders den ersten Teil des Buches zu einer sehr kurzweiligen Lektüre macht. Besonders für jene, die – wie die Autorin selbst – das Kind in sich lebendig gehalten haben. Was das (tägliche!) Waschen betrifft, hier noch eine kleine Anleitung:

„Gesicht, Hals, Hände, Achseln, dann den Waschlappen zwischen den Beinen einmal vor und zurück, sonst hatte man gelbe Flecken in der Unterhose.“ So einfach war das Leben als kleines Mädchen und gleichzeitig so unendlich schwer und mühsam! Maria Linschinger wurde übrigens 1946 in Jenbach geboren, war Volksschullehrerin und ist heute als Rezensentin und (vor allem Jugendbuch-)Autorin tätig.

neu.land

Sabine Klein

Maria Linschinger: Winterkind. Bibliothek der Provinz 2004, Euro 22,-

Grölen lernen!

Jahre n ab 4 e h c d ä M

In den Sümpfen im Süden von Louisiana gibt es eine Menge Krokodile, Schlangen, Biber, Bisamratten und Panther. Nach einem Hurrikan wacht Lucy eben dort auf und das erste, was sie erblickt ist – ein Krokodil. Mama Kroko ist sofort von dem kleinen Mädchen entzückt und als Lucy ihren ersten Schock überwunden hat, kann sie dem Leben mit den grünen, liebenswerten „Monstern“ viel abgewinnen. Neben dem Erlernen vom richtigen Krokodilsschrei muss der Hurrikan besiegt werden und die Frage, wohin Lucienne Marie Sabine Chicot Thibodeau nun wirklich gehört. Zoraida Nieto

Sharon Arms Doucet: Lucy rettet Mama Kroko. Oetinger Verlag 2005, Euro 12,-

Getroffen! Die Redaktion an.schläge weigert sich bis auf weiteres Bücher des Eichborn Verlags zu rezensieren. Grund dafür war ein sexistischer Pressetext zu Robert Meiers „Der Bauch ist rund und Schluss ist, wenn die Hebamme abpfeift“, der uns vor kurzem in die Redaktion flatterte. Dem Leser wird dieses Buch als „Standardwerk für alle Männer, die ins Tor getroffen haben und nun auf ein Ergebnis warten“ empfohlen. Und das trifft uns als feministisches Magazin.

J a s m i n a J a n k o v i c’

(Farben)blinde Justitia? Ein Artikel im Falter 19/05. Der Titel: „GV mit einer Negerin“. Eine Asylwerberin aus Kamerun, untergebracht im Flüchtlingslager Traiskirchen, „sorgte vergangenes Jahr für mediales Aufsehen, als sie als erste Asylwerberin einen stockbesoffenen Wachmann anzeigte, der sie im Lager unter Ausnützung seiner Autorität vergewaltigt haben soll. Jetzt wird ihr der Prozess wegen Verleumdung gemacht.“ Der Prozess wegen Vergewaltigung ist inzwischen gelaufen. Der Wachmann wurde freigesprochen. Weil die Richterin „den Verdacht nicht mehr ,entkräften’ wollte“, dass die Asylwerberin „nur eine ,Prostituierte’ sei“. Eh klar! Was soll denn sonst eine Frau schwarzer Hautfarbe sein?! Wenn sie ein Mann wäre, wäre sie wahrscheinlich Drogendealer, so muss sie wohl eine Hure sein. Ach ja, wie meinte ein Staatsanwalt in einem anderen Prozess? Prostituierte würden weniger unter Vergewaltigungen leiden als „Bürgertöchterln“ und daher plädiere er für Milde. Alles nur Zufälle? Alles nur Einzelfälle? Aber zurück zum Wachmann aus Traiskirchen. Er gab bei seinen polizeilichen Einvernahmen unter anderem an: „Es kann sein, dass der GV mit der Negerin stattgefunden hat. Ich habe zuvor 12,5 Liter Bier und 1,5 Liter AlmdudlerRotwein-Gemisch getrunken.“ Und auch: „Mir ist die Negerin schon ungefähr eine Woche vor dem GV aufgefallen. Ich war von Anfang an spitz auf sie. Ich bin zu ihr ins Zimmer und habe ihr gedeutet, dass sie herauskommen soll.“ Er bezeichnet sie als „Negerin“. Nutzt alles nix. Er wird freigesprochen. Sie aber kriegt jetzt einen Prozess wegen Verleumdung an den Hals. Weil das eh klar ist. Die wohl bekannte Umkehr der Täter-Opfer-These. Funktioniert tadellos. Die Frauen sind ja selber schuld. Sie tragen enge Jeans. Sie tragen Miniröcke. Sie provozieren. Sie wollen es. Ist ja so offensichtlich. Kein Zweifel daran. Sagt die Justitia. Die gar nicht (farben)blinde Justitia. Und meint, der Rassismus sei nicht unsere Realität. Ihn gebe es vielleicht woanders. Weit, weit weg von uns.

juni 2005an.schläge 41


Fo t o s : S c h a u s p i e l h a u s G r a z

ge.sehen

Flucht aus dem Puppenheim 26 Jahre nach seiner Uraufführung kehrt Elfriede Jelineks erstes Theaterstück ans Grazer Schauspielhaus zurück. Den erneuten Versuch einer Frau, zum „Subjekt“ zu werden, beobachtete Michaela Pachler

Bis 21.6.,„Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaft“ von Elfriede Jelinek, Schauspielhaus

Das Licht geht an – zu sehen ist ein heller Raum mit zwei Metalltreppen und einem langen Fließband im Vordergrund, auf dem Arbeiterinnen ihre monotone Arbeit im Gleichschritt verrichten. Dahinter befindet sich eine bunte Tapete, die vorbildliche und fleißige Arbeiterinnen zeigt. Das Publikum bekommt einen Einblick in den Arbeitsalltag der Arbeiterinnen in dieser Fabrik – trist, eintönig und ohne Aussicht auf Verbesserung. Das Stück „Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaft“ handelt von einer Frau, die ihren Mann und ihre Kinder hinter sich lässt, um sich selbst zu verwirklichen. Um dieses Vorhaben in die Realität umzusetzen, sucht sich Nora Helmer – gespielt von Martina Stilp – einen Job in dieser Fabrik. Doch die Arbeit dort erweist sich schon bald als wenig erfreulich, sondern bedrückend. Auch Noras Versuche, sich mit den Kolleginnen am Fließband zu solidarisieren, schlagen fehl. In ihrer Verzweiflung beginnt sie mit dem Konzernchef Konsul Weygang eine leidenschaftliche Beziehung. Doch die erhoffte Liebe bleibt aus und sie wird vielmehr zu einem Gegenstand, den Weygang gegen Geld großzügig mit seinen Geschäftsfreunden teilt.

Graz, 8010 Graz, Hofgasse 11, T. 0316/800 844, www.theater-graz.com

42 an.schlägejuni 2005

Realistisch fortgesetzt. Als Vorlage für dieses Stück dienten Elfriede Jelinek zwei

Dramen von Henrik Ibsen aus dem 19. Jahrhundert: „Nora oder Ein Puppenheim“ (1879) und „Die Stützen der Gesellschaft“ (1877). Das Ende von „Nora oder Ein Puppenheim“ ist bei Jelineks Theaterstück der Anfang: Nora verlässt ihren Mann zwecks Selbstfindung. Jelinek zeigt, wie die Suche auch verlaufen könnte – im Scheitern, nicht besonders positiv, dafür realistisch. Im Gegensatz zu Henrik Ibsens Werk, das sich durch eine gut durchdachte und spannende Geschichte auszeichnet, bleibt Elfriede Jelineks Stück „Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaft“ eher an der Oberfläche. Natürlich muss bedacht werden, dass es sich hierbei um ihr erstes Theaterstück handelt und dass viel Mut dazugehört, eine Fortsetzung von einem so erfolgreichen Drama zu schreiben. Wo Nora in Ibsens Drama Stärke beweist und sich gegen die Männer behauptet, scheitert sie in Jelineks Stück. Vermutlich gerade deshalb hat Elfriede Jelineks Stück in den 26 Jahren seit der Uraufführung nichts an Aktualität verloren, wo hingegen Ibsens Stück schon etwas alt daneben aussieht. Zurück im Puppenheim. Die Inszenierung von Elisabeth Gabriel ist gut gelungen, vielleicht etwas zu liebenswert für ein Jelinek-Stück. Viele Szenen in der Auf-

führung, die bedeutungsvoll für das Stück sind, könnten dramatischer gezeigt werden. Der Selbstmordversuch der Arbeiterin Eva, die sich aufgrund einer unglücklichen Liebe und den aussichtslosen Arbeitsbedingungen das Leben nehmen will, wird beispielsweise nur kurz angedeutet, indem sie mit einem blutenden Verband über die Bühne läuft. Auch Noras Versuche, die Arbeiterinnen auf ihre Seite zu ziehen, werden am Anfang nur kurz gezeigt, das restliche Stück wird von unterdrückten Frauen und herrschsüchtigen Männern dominiert. Schade eigentlich und nicht in dem Maße schockierend und provozierend, wie frau es sich vielleicht erwartet hätte. Ein Kompliment geht an Martina Stilp, die mit viel Überzeugung und Enthusiasmus die Figur der Nora spielt, ob anfangs als Arbeiterin mit MonroePerücke, als Domina im Lack-und-LederKostüm oder als Wieder-Ehefrau in fader Kleiderschürze. Besonders eindrucksvoll erscheint die Schlusszene, wenn Nora trotz aller Bemühungen schlussendlich bei ihrem Ex-Mann in der Küche landet. Am Ende stehen die Arbeiterinnen um ihr kleines Häuschen herum und stimmen die Bundeshymne an, während sie dampfende Eierspeispfannen in das Publikum halten. Tönender Applaus erfüllt den Raum und – Licht aus. ❚


an.künden musik.tanz

Fo t o : We r n e r M a r e s c h

4.6., 19.00, Orth a.d. Donau Mohacs – der Hafen. Feedbackblockflötenperformance zum Klang der Schiffmühle von Hemma von der schönen Au Schiffmühle Orth an der Donau, 2304 Orth/Donau, Uferhaus/Gästesteg, T. 0664/334 14 22, Kosten: 10,- Euro (inkl. Schiffstransfer), www.schiffmuehle.at

4.6., 11.6., 16.6., 17.6., 25.6. Célia Mara – Bastardista 4.6., 19.00: 16., Yppenplatz; 11.6., 19.00: 2., Karmeliterplatz; 16.6.: Remise Bludenz, 7100 Bludenz, T. 05552/636 21-262, www.remise-bludenz.at, 17.6., 20.00: Kammgarn/Hard, 6971 Hard, www.kammgarn.at, 25.6., 20.00: Kulturmü’n Hollabrunn, 2020 Hollabrunn, Mühlenring 2, Infos: www.celia-mara.net

18.6., 20.00, Wien black:lagoon:studios Battle, Rock und Pop-Nachwuchsbands im Wettbewerb Sargfabrik, 14., Goldschlagsstraße 169, www.sargfabrik.at

film bis 19.6. Aufarbeitung oder Verdrängung: Der Nationalsozialismus im österreichischen Nachkriegsfilm Metrokino, 1., Johannesgasse 4, Infos: Filmarchiv, T. 01/512 18 03, Kosten: 7,- Euro, www.filmarchiv.at

2.-10.6., Wien identities. Queer Film Festival Wien Infos: T. 01/524 62 74, office@identities.at, www.identities.at

t h e a te r . ka b a r e t t bis 25.6., 19.30, Salzburg „Drei Mal Leben“ von Yasmina Reza. Regie: Paola Aguilera Schaulspielhaus Salzburg, 5020 Salzburg, Erzabt-Klotz-Straße 22, Karten: T. 0662/8085-0, office@schauspielhaus-salzburg.at, www.schauspielhaussalzburg.at, Spieltage: 2.-4., 8., 10., 11., 15.-18. und 22.-25.6.

bis 18.6., 20.00, Wien Die Rote Rosa. Ein Theaterstück über Rosa Luxemburg von Ronald Pohl. Konzept und Regie: Andrea Hügli Theater Drachengasse, 1., Drachengasse 2, Infos: T. 01/512 13 54, theater@drachengasse.at, Karten: 01/513 14 44, www.drachengasse.at, Di-Sa

2.6., 19.30, Wien Caught in the Middle. Theaterstück von und mit Asylsuchenden. Ein Gastladen.ex und SOHO-Projekt ETAP, Neulerchenfelderstr. 13, www.sohoinottakring.at

3.-5., 21., 23.6., 20.00, Wien Häuser gegen Etuis. Mit Stefanie Dvorak, Johanna Eiworth, u.a., Regie: René Pollesch Kasino am Schwarzenbergplatz, 3., Am Schwarzenbergplatz 1, T. 01/514 44-4830, www.burgtheater.at

11.6., 17.00-20.00, Wien Aktion(ismen) remixt, oder: kein Wien ohne Stambulia-Kaffee. „Radikal lokale“ Positionen oder Werkzyklen von KünstlerInnen wie Lena Lapschina, Carola Dertnig, Ingrid Moschik und Gerhard Leixl Tanzquartier Wien, Studios, 7., Museumsquartier, T. 01/581 35 91, www.tqw.at

Célia Mara Gleich fünfmal ist Célia Mara im Juni in Österreich zu hören. Am 4.6. gibt sie mit Gästen der Bastartista Community, Geri Schuller, Kris Jefferson und Peter Gabis „fresh food from brazil and the world“ beim Open Air-Abschlussfest von Soho in Ottakring. Aber auch andere Bundesländer kommen dieses Mal nicht zu kurz: Célias nubrazil Sounds, ihre Neuinterpretation der brasilianischen Kolonisation (siehe an.schläge 4/05) wird im Juni auch in Vorarlberg und in Niederösterreich zu hören sein. 4.6., 19.00: 16., Yppenplatz; 11.6., 19.00: 2., Karmeliterplatz; 16.6.: Remise Bludenz, 7100 Bludenz, T. 05552/636 21-262, www.remise-bludenz.at, 17.6., 20.00: Kammgarn/Hard, 6971 Hard, www.kammgarn.at, 25.6., 20.00: Kulturmü’n Hollabrunn, 2020 Hollabrunn, Mühlenring 2, Infos: www.celia-mara.net 12.-15.6., 20.30, Wien The Peepshow Project. Europapremiere. Bild- und Soundperformance von Marie Brassard Museumsquartier, Halle G, 7., Museumsplatz 1, www.mqw.at

16.-18.6., 20.00, Wien Der Springer. Inszenierung von Myrta Köhler und Gabriele Matzinger dietheater Konzerthaus, 3., Lothringerstr. 20, T. 01/587 05 04, kasse@dietheater.at, www.dietheater.at, Karten: 13,- Euro

21.6. und 5.7., 20.00, Wien ladies night summer-special-varieté mit Eva D., Susanne Draxler, Christina Förster, Natascha Gundacker, Ingeborg Schwab, Gerti Tröbinger, feat. Herbert Tampier theater am Spittelberg – Sommerbühne, 7., Spittelberggasse 10, T. 01/526 13 85, www.theateramspittelberg.at, Kosten: 14,- Euro

s e m i n a r . w o rk s h o p 1.6. und 8.6., 16.00, Wien Fähigkeitscheck für Schülerinnen bis 14 Jahre. Eine Entscheidungshilfe für die Berufswahl sprungbrett für mädchen, 15., Pilgerimgasse 22-24/1/1, T. 01/789 45 45, sprungbrett@sprungbrett.or.at, www.sprungbrett.or.at

3.6., 17.00-21.00, Wien Männersprache Frauensprache. Der erfolgreiche Umgang mit weiblichen und männlichen Kommunikationsmustern mit Andrea Scheutz

Institut Frauensache, 15., Reindorfgasse 29, T. 01/895 84 40, office@frauensache.at, www.frauensache.at, Kosten: 50,- Euro

24.6., 17.00-21.00, Wien Burnoutvermeidung. Workshop mit Andrea Scheutz

2. und 23.6., 18.30-22.00, Wien Sappho. Therapeutische Gruppe für lesbische und bisexuelle Frauen. Leiterin: Christine Swarowsky

Frauensache, Institut für frauenspezifische Psychotherapie, Supervision, Coaching und Weiterbildung, 15., Reindorfgasse 29, T. 01/895 84 40, office@frauensache.at, www.frauensache.at, Kosten: 50,- Euro

Courage, 6., Windmühlgasse 15/1/7, Kosten/ Termin: 48,- Euro, Anm.: T. 01/585 69 66, www.courage-beratung.at

5.6., 14-19.00, Wien Frigga Haug: Antonio GramsciSeminar Frauencafé, 8., Lange Gasse 11 (bei bis zu 20 Anmeldungen) oder Kultur unter der Brücke, 1., Wipplingerstr. 23, Verbindliche Anmeldung bis 1.6.: AUF, T. 01/533 91 65, auf@auf-einefrauenzeitschrift.at, Kosten: 5,- Euro

6.6., 18.00, Mattersburg Frauenschreibwerkstatt. Leitung Fini Zirkovich Literaturhaus Mattersburg, 7210 Mattersburg, Wulkalände 2, T. 02626/677 10, office@literaturhausmattersburg.at

14.6.,19-21.00, Wien Offenes Atelier für Frauen Das Frauenatelier, 18., Hofstattgasse 15/10, 18,- Euro/Abend (Material inbegriffen)

16.-19.6., St. Pölten European off Network. Europäisches Treffen Freier Theaterschaffender Festspielhaus St. Pölten, 3109 St. Pölten, Kulturbezirk 2, T. 01/403 87 94, Infos und Anmeldeformular: www.freietheater.at

v o r t r a g . d i s ku s s i o n 2.6., 18.00, Wien Visual Experience an Global Imagination. Vortrag von Susan Buck-Morss in englischer Sprache Institut für die Wissenschaften vom Menschen, Bibliothek, 9., Spittelauer Lände 3, www.iwm.at

14.6., 18.30, Wien Wissenschafterinnen und Remigration – die „Austrian University League of America“. Vortrag von Ilse Korotin im Rahmen von „Frauen im Exil. Die weibliche Perspektive“

17.6., 19.00, Krems Vom Lebensfrust zur Lebenslust. Mit Andrea Schuberth und Gertraude Kaindl Lilith, Frauencafe/Frauenberatung, 3504 Krems/Stein, Steiner Landstrasse 76, T. 02732/855 55, lilith.krems@aon.at

17.6., 16-22.00, Graz Crossing Cultures – Islamic and Christian Views. Symposium mit Carla Amina Baghajati, Medienreferentin des Islamischen Zentrums Österreichs und Elisabeth Dörler, Islambeauftragte der Diözese Feldkirch KHG und Afro-Asiatisches Institut Graz, 8010 Graz, Leechgasse 24 bzw. 22, www.aai-graz.at

17.6., 19.00, Wien Feministische Sozialisation? Gespräch und Diskussion mit Ina Freudenschuss und Natascha Vitorelli Stichwort, 15., Diefenbachgasse 38/1, Kosten: 2,90 Euro, www.stichwort.or.at

15.6., 19.00, Graz Körperlich gesund, aber krank vor Angst? Vortrag und Gespräch mit Ingrid Schweiger

29.6.-2.7., Rohrbach Creating the Change. 3-tägige internationale Roma-Frauen-Konferenz im Rahmen des Festivals der Regionen 05, Workshops, Vorträge, Filmvorführungen und ein Fest. Mit einer öffentlichen Performance der kroatischen Künstlerin Sanja Ivekovi am Stadtplatz

Frauengesundheitszentrum, 8010 Graz, Joanneumring 3, T. 0316/837 998, www.fgz.co.at, Anmeldung erforderlich, Kosten: 8,- Euro

Frauentreff Rohrbach, 4150 Rohrbach, Stadtplatz 16/2, T. 07289/6655, Fax 07289/6230, www.frauentreff-rohrbach.at

Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK), 9., Berggasse 17/1, Eintritt frei, Infos: Österreichische Gesellschaft für Exilforschung, www.exilforschung.ac.at

juni 2005an.schläge 43


an.künden 30.6., 19.00, Graz Ungewollt schwanger? Pille danach, die Spirale als Notfallverhütung und Schwangerschaftsabbruch Frauengesundheitszentrum, 8010 Graz, Joanneumring 3, T. 0316/837 998, www.fgz.co.at, Anmeldung erforderlich, Kosten: 8,- Euro

a u s s te l l u n g 1.6., 19.00, Mattersburg Vernissage bild-sprache. Werke von Helga Cmelka, Babsi Daum und Regina Hadraba mit einer Lesung und der Buchpräsentation von Helga Cmelka: slová dennodenne, Worte – tageintagaus

bis 4.9., Wien Lebt und arbeitet in Wien II. Kunsthalle Wien, 7., Museumsplatz 1, T. 01/521 89-33, www.kunsthallewien.at, täglich 10-19.00, Do 10-22.00, Mi geschlossen

lesung 3.6., 20.00, Wien Otito Aye – Universal Truth, Black Poetry & Music Project mit Grace Latigo, Tony Coker, Courtney Jones, Ric Toldon und All Tersch. SOHO-Projekt

8.6., 19.30, Wien Schlagworte. Literaturwettbewerb. Der Poetry Slam am Alsergrund Theater am Alsergrund, 9., Löblichg. 5-7, T.01/310 46 33, office@alsergrund.com, www.alsergrund.com

2.6.-22.7., 10-18.00, Wien „Born to be white“. Ausstellung zu Rassismus und Antisemitismus in der weißen Mehrheitskultur

17.6., 18.00, Mattersburg Frauenleserunde

bis 4.6., Wien Komm rein! Die Inszenierung des alltäglichen Dialogs zwischen privatem und öffentlichem Raum. In Frage gestellt von der Propaganda der großen Handelsketten. Von Carla Bobadilla Fischerecke, 16., Grundsteingasse 12, www.sohoinottakring.at

10.-18.6., Wien art position 2005. Gemälde, Grafiken, Fotografien, Digi-Prints, Skulpturen, Installationen und Video der jungen österr. Kunstszene Ottakringer Brauerei, 16., Feßtgasse 16, Di-Fr 17-22.00, Sa 10.00-1.00, So 10-17.00, Infos und Karten: T. 01/920 96 10

bis 12.6., Klosterneuburg Mexikanische Moderne. Meisterwerke aus der Sammlung des Museo de Arte Moderno in Mexico City Sammlung Essl – Kunsthaus, 3400 Klosterneuburg, An der Donau-Au 1, T. 02243/370 50, www.sammlung-essl.at

21.6.-12.7., Graz Lebenszyklus der Frauen Juchitáns. Fotoausstellung von Martha Toledo Afro-Asiatisches Institut Graz, 8010 Graz, Leechgasse 22, www.aai-graz.at

bis 26.6., Salzburg „Dirty Old Women“, Ines Doujak Künstlerhaus, 5020 Salzburg, Hellbrunner Straße 3, T. 0662/842 294-0, office@salzburger-kunstverein.at, www.salzburger-kunstverein.at

bis 26.6., Wien Kirsten Pieroth. Galerie Secession, 1., Friedrichstr. 12, T. 01/587 53 07, www.secession.at

bis 10.7, 10.00-18.00, Wien Burekas oder 1/4 Huhn? Wie man jüdisch heiratet

Literaturhaus Mattersburg, 7210 Mattersburg, Wulkalände 2, T. 02626/677 10-12, office@literaturhausmattersburg.at

21.6., 19.00, Wien Aufbruch aus dem Zimmer im Abseits. Beispiele zeitgenössischer Literatur aus Korea. Lesung auf Koreanisch/Deutsch mit den Autorinnen Oh Jung-He (Vögel), Sin Kyongsuk (Das Zimmer im Abseits) und Bae Su Ah (Ein ganz einfaches gepunktetes Kleid), alle im Pendragon Verlag erschienen Literaturhaus Wien, 7., Zieglergasse 26 A, Infos: T. 01/317 40 20-353, www.frauensolidaritaet.org

22.-26.6., Klagenfurt Ingeborg-Bachmann-Preis, 29. Tage der deutschsprachigen Literatur ORF Theater Klagenfurt, 9020 Klagenfurt, Sponheimer Straße 13, T. 0463/5330-295 28, bachmannpreis.orf.at

a k t i v i t ä te n 4.6. und 4.7., 10-13.00, Wien Tanz der Sinne – intuitiv-freier Ausdruckstanz. Schnupperabend mit Sonja Nika. Nur für Frauen VHS Favoriten, 10., Arthaberplatz 18, T. 01/603 40 30, www.vhsfavoriten.at, Anmeldeschluss: 1.6. bzw. 1.7., Kosten: 20,- Euro

10.6., 14-18.00, Wien Feministische Online-Literaturrecherche. Für Studentinnen und Wissenschafterinnen der Universität Wien. Workshopleiterin: Margit Hauser von Stichwort Online Teleschulung. 1., Schottenring 33, Anmeldung bis 2.6. unter femail@univie.ac.at

11.6., 15.00-16.30, Graz Frauenwanderung zu Frauenbildung

Jüdisches Museum Wien, 1., Dorotheergasse 11, So-Fr 10-18.00, Do 10-20.00, www.jmw.at

Treffpunkt: Karl-Franzens-Universität, Haupteingang, 8010 Graz, Universitätsplatz 3, Infos: Brigitte Dorfer, T. 0664/561 04 74

bis 31. 7., Krems Renoir und das Frauenbild des Impressionismus

12.6., 9-12.00, Graz Sonntagsfrühstück für Alleinerzieherinnen

Kunsthalle Krems, 3500 Krems, Franz Zeller Platz 3, T. 02732/908 010, www.kunsthalle.at

Eltern-Kind-Zentrum, 8010 Graz, Bergmanngasse 10/1, T. 0316/378 140, e-mail: info@ekiz-graz-at, www.ekiz-graz.at, Kosten: 2,50 Euro

bis 28.8, 10.00-18.00, Wien das Neue2 Atlier Augarten, 2., Scherzergasse 1a, Infos: T. 01/795 57 134, office@atelier-augarten.at, www.atelier-augarten.at, Di-So

44 an.schlägejuni 2005

15.6., 18.00, Wien Frauenspuren in Neubau. Rundgänge durch die Geschichte der Frauen des 7. Bezirkes Treffpunkt: Volkstheater Haupteingang, Infos: Petra Unger, T. 01/595 29 62, unger.petra@aon.at, www.unbekannteswien.at

OSEI, Brunnengasse 40, www.sohoinottakring.at

Literaturhaus Mattersburg, 7210 Mattersburg, Wulkalände 2, T. 02626/677 10, office@literaturhausmattersburg.at

IG Bildende Kunst, 6., Gumpendorfer Straße 10-12, www.igbildendekunst.at, Di-Fr

Anmeldung: FZ - FrauenLesbenMädchenZentrum, 9., Währingerstr. 59/6, T. 01/408 50 57 (Anrufbeantworter). Für Information und Fragen: Lisa, 01/492 12 72, Kosten: ca. 140,- Euro

14.6.-26.6. 3. feministische FrauenLesbenWanderung. „Auf den Spuren der PartisanInnen“ im Salzkammergut und in Südkärnten

f i x te r m i n Montag Frauencafé autonomes Frauenzentrum, 4020 Linz, Humboldtstr. 43, T. 0732/60 22 00, www.frauenzentrum.at, jeden Mo 18.00-22.00

Politisches Café im Frauencafé autonomes FRAUEN zentrum, 4020 Linz, Humboldtstraße 43, jeden 1. Mo ab 19.00

Vereinscafé Anchorage. Das Cafè der erfüllbaren Wünsche: Offen für alle Frauen und Lesben Autonomes FrauenLesbenzentrum, 6020 Innsbruck, Liebeneggstraße 15, T. 0512/580 839, www.frauenlesbenzentrum.at, ab 20.30

Encounter-Gruppe für Lesben und Frauen, die sich DA nicht so sicher sind Institut Frauensache, 15., Reindorfg. 29, T. 01/895 84 40, office@frauensache.at, jeden 2. und 4. Mo, 19.30-21.00, Anm. erforderlich, Kosten: 21,- Euro

Freizeittreffpunkt des Rechtskomitees Lambda für politisch und rechlich interessierte Schwule und Lesben X-Bar, 6., Mariahilferstr. 45/Raimundpassage 2, jeden 1. Mo

Internet-Café für Frauen und Mädchen. Auch Anfängerinnen. Kinderbetreuung Zeit!Raum, 15., Braunhirscheng. 33-37, T. 01/895 72 67, jeden Mo 15.00-18.00

„Lesbentutorium“ an der Uni Wien UFO, 9., Berggasse 5/24, jeden Mo ab 19.00

„Zwischen den Welten“ – Mamazonen. Erfahrungsaustausch für lesbische [Co]Mütter. Institut Frauensache, 15., Reindorfgasse 29, T. 01/89 58 440, www.frauensache.at, jeden 1. Mo 19.30, Anmeldung erforderlich, Kosten: 3,6 Euro

Dienstag Frauenlaufgruppe Hollabrunn. Mit Sylvia Möstl Treffpunkt: Parkplatz des ATSV, 2020 Hollabrunn, jeden Di 9.00

Frauencafé der Frauengruppe ABRAXA 4060 Wels, Spitalhof 3, T. 07242/55 6 40, abraxa@goplay.com, jeden Di 14.00-18.00

Marathontraining mit der Grazer Frauenbeauftragten Brigitte Hinteregger Treffpunkt: Vor dem Büro der Frauenbeauftragten, 8010 Graz, Tummelplatz 9/1, T. 0316/872-4660, www.frauenbeauftragte.at, jeden Di 17.00

Dick und fit – Sport, Spiel und Körperspass. Leiterin: Karin Weingartmann 8010 Graz, Volksschule Brockmanng. 119, T. 0316/837 998-30, jeden Di 19.00-21.00, Anm. erforderlich, Kosten für 17 Abende: 102,- Euro

Dein Körper – Deine Verbündete. Leitung: Andrea Scheutz (Psychotherapeutin) Institut Frauensache, 15., Reindorfg. 29. T. 01/89 58 440, office@frauensache.at, 18.00-19.30, Anm. erforderlich! Kosten: 20,- Euro

Selbsthilfegruppe „Wenn Frauen zu sehr lieben“ Frauenservice, 8020 Graz, Idlhofg. 20, T. 0316/716 02 20, office@frauenservice.at, jeden Di 19.30-21.00

Babykino. Für Mütter und Väter mit Babys ein Film aus dem aktuellen Angebot, bei dem Kleinstkinder in den Kinosaal mitgenommen werden können. Votivkino, 9., Währinger Straße 12, T. 01/317 35 71, www.votivkino.at/1program/babyprog.htm, jeden Di 11.00

Geheimer Garten für Frauen und Mädchen 15., Reichsapfelg., Infos: Zeit!Raum Stadtteilprojekt, T. 01/895 72 67, www.zeitraum.co.at

Modern-Afro-Latin-Dance für Frauen aller Altersgruppen Autonomes Frauenzentrum, 9., Währingerstr. 59/Stiege 6, 2. Stock, Info: T. 01/545 43 93

ViennaMix. Treffen des Vereins von und für les.bi.schwul.transgender MigrantInnen in Wien MAREA ALTA-Keller, 6., Gumpendorferstr. 28, jeden 2. Di 20.00

Mittwoch Schreibwerkstatt für Frauen. Mit Fini Zirkovich Literaturhaus Mattersburg, 7210 Mattersburg, Wulkalände 2, Anm.: T. 02626/677 10, jeden Mi 19.00

Frauencafé Jugend- u. Kulturhaus AGATHON, 3002 Purkersdorf, Kaiser-Josef-Str. 49, Kontakt: Ulrike Putz-Alb, T. 0664/191 61 20, jeden 1. Mi

Mittwochs-Frauentratsch mit Netzanschluss Frauenberatungsstelle Freiraum, 2620 Neunkirchen, Wiener Str. 4/9, T. 02635/611 25, freiraumfrauen@utanet.at, jeden 1. Mi im Monat

Transgendertreff HOSI Vereinszentrum, 5020 Salzburg, Müllner Hauptstr. 11, T. 0662/435 927-27, www.hosi.or.at, jeden 2. und 4. Mi ab 20.00

Dick und fit – Schwimmen. Leiterin: Karin Weingartmann Schwimmhalle ATG, 8010 Graz, Kastellfeldg. 8, T. 0316/83 79 98-30, jeden Mi 17.00-18.00; Anm. erforderlich!

Frauen aller Länder-Café. Frauen aus allen Ländern, 6020 Innsbruck, Schöpfstrasse 4, T. 0512/564 778, 14-18.00

Vereinscafé Anchorage. Das Cafè der erfüllbaren Wünsche: Offen für alle Frauen und Lesben Autonomes FrauenLesbenzentrum, 6020 Innsbruck, Liebeneggstraße 15, T. 0512/580 839, www.frauenlesbenzentrum.at, ab 20.30


Frauen-Treffpunkt

Offener Abend

Familienberatungsstelle, 6., Kaunitzg. 33/8, T. 01/581 09 60, Kosten: 1,50 Euro, jeden Mi 18-20, keine Anm. erf., Kekse/Tee willkommen

Hosi-Lokal, 6020 Innsbruck, Innrain 100, www.queertirol.com, T. 0512/562 403, jeden Do 20.30

Frauenfest im U4

HOSI-Jugendabend

U4, 12., Schönbrunner Str. 222, jeden 1. Mi im Monat, ab 22.00

HOSI Wien, 2., Novaragasse 40, jeden Do ab 19.00

Gesprächsgruppe für Frauen mit sexuellen Gewalterfahrungen. Leitung: Bettina Reisch.

Muttertag. Kostenlose Kinderbetreuung

Räumlichkeiten des Notrufs, 17., Telefonische Anmeldung: T. 01/523 22 22, www.frauenweb.at/notruf, Dauer: 1 Jahr, 14-tägig, Kosten: 16,- Euro/Termin

Lesben-Fußballgruppe AufschlagBALLerinas PAHO-Halle, 10., Jura Soyfer G. 3, Garderobe 2, aufschlag.gay.or.at, Training jeden Mi 19.30-21.30

Lesbengruppe HOSI-Zentrum, 2., Novarag. 40, T. 01/216 66 04, www.hosiwien.at, jeden Mi ab 19.00

Morgengruppe „Carpe diem“ – Körpertherapeutisch orientierte Jahresgruppe für Frauen. Leiterin: Renate Frotzler-Dittrich Verein „Frauen beraten Frauen“, 6., Lehárgasse 9/2/17, Voranm.: T. 01/587 67 50, Kosten: 11,- Euro, jeden Mi 9-10.30, Einstieg jederzeit möglich

Offene Gruppe für Alleinerzieherinnen und Frauen in Trennungssituationen

Anm.: ega, 6., Windmühlg. 26, T. 01/589 80-0, jeden Do 14-19.00

Psychotherapeutische Selbsterfahrungsgruppe für Frauen, Lesben und Mädchen. Mit Barbara Tiwari FZ-Bar, 9., Währingerstr. 59/6, Eingang Prechtlg., T. 01/402 87 54, jeden Do 17.30-19.00

Schmökern, gustieren, plaudern, Tee trinken, Bücher kaufen Buchhandlung Frauenzimmer, 7., Zieglergasse 28, T. 01/522 48 92, e-mail: frauenzimmer@aon.at, jeden Do bis 21.00

Widerstandslesung. Künstlerische Beiträge (lesen, spielen, singen, feuerschlucken etc.) willkommen: www.awadalla.at/content/widerstandslesungen.html Botschaft der besorgten Bürgerinnen, 1., Ballhausplatz 1a, jeden Do 17.00-19.00

Freitag HOSI Linz, 4020, Schubertstr. 36, T. 0732/60 98 98, jeden 2. u. 4. Fr ab 20.00

Welser Frauen-Stammtisch – gemütlicher Frauentreffpunkt

Offenes Atelier für Frauen. Kunsttherapeutin: Anna Rakos

Frauencafé der Rosa-Lila-Pantherinnen – der Abend für Lesben und Freundinnen

Que(e)r-Beisl Ernst Kirchweger Haus, 10., Wielandg. 2-4, www.raw.at, jeden Mi, 18.30-24.00

Resis.danse. FrauenTanzClub. Tanzabend Café Standard, 5., Margaretenstraße 63, Infos: www.resisdanse.at, ab 21.00

Donnerstag HelpChat „Halt der Gewalt“ Der Helpchat www.haltdergewalt.at bietet anonyme Hilfestellung, jeden Do 20.00-23.00

Mach dir ein Bild... portraitzeichnen, portraitmalen. Für Mädchen und Frauen mit Lust und Freude am Gestalten Offenes Atelier funkundküste, 3504 Krems/ Stein, Steiner Landstraße 14, T. 02732/823 62, Kosten p.A. inclusive Material: 13,- Euro, jeden 3. Do 18-20.00

Ungehalten – gehalten. Schwimmkurs für Frauen. Leiterin: Theresia Blatnek-Wondraczek

The Peepshow Project

Treffpunkt für junge Lesben bis 25

Kontaktstelle für Alleinerzieherinnen, 1., Stephanspl. 6/V/30, jeden 1. u. 3. Mi, 18.0020.00, Anm. Frauen beraten Frauen, T. 01/587 67 50

18., Hofstattgasse 15/10, Info und Anmeldung: T. 01/478 63 88, Kosten: 15,Euro/Abend (Material inbegriffen), jeden 1. Mi von 19-21.00

Fo t o : D a v i d C l e r m o n t- B é i q u e

an.künden

Schubert-Stüberl, 4600 Wels, Schubertstr. 13, jeden 4. Fr ab 20.00

Feel Free, 8010 Graz, Rapoldg. 24, meist einmal im Monat, 19-23.00, Info unter www.rlp.homo.at/frauencafe, T. 0316/36 66 01

Frauen aller Länder-Café Frauen aus allen Ländern, 6020 Innsbruck, Schöpfstrasse 4, T. 0512 / 56 47 78, 19-23.00

Vereinscafé Anchorage. Das Cafè der erfüllbaren Wünsche: Offen für alle Frauen und Lesben Autonomes FrauenLesbenzentrum, 6020 Innsbruck, Liebeneggstraße 15, T. 0512/580 839, www.frauenlesbenzentrum.at, ab 20.30

g.spot. for queers to check in & freak out Subzero, 7., Siebensterngasse 27, jeden 1. Fr

Internet-Café von Frauen für Frauen abz wien.cybercenter, 6., Gumpendorfer Str. 83, T. 01/595 21 55, jeden Fr 13-19.00, jeden letzten Fr speziell für Mädchen

Offenes Treffen feministischer Migrantinnen Café Längenfeld, 12., Längenfeldg. 8, jeden 1. Fr

Resis.danse. FrauenTanzClub.Tanzabend

In ihrem dritten Einzelprojekt erforscht die kanadische Künstlerin Marie Brassard Phänomene sozialer Tabus: sexuelle Fantasien, radikale Körper-Manipulationen, der Konsum halluzinogener Drogen fließen in die Bild- und Soundperformance ebenso ein wie sogenannte „Geisteskrankheiten“. Am 13.6., einen Tag nach der Europapremiere, steht die Künstlerin im Anschluss an die Vorstellung in einem Publikumsgespräch für Fragen zur Verfügung. 12.-15.6., 20.30, Museumsquartier, Halle G, 7., Museumsplatz 1, www.mqw.at Sonntag

Frauenberatung

HOSI Sonntagsbrunch @Café Steinschlag

Verein Frauen für Frauen Burgenland, 7400 Oberwart, Spitalg. 5, T. 03352/338 55; 7540 Güssing, Hauptstr. 26, T. 03322/430 01

Café Steinschlag, 5020 Salzburg, Glockengasse 4, Frühstücksbuffet und Kaffee/Tee, Kosten: 7,-/5,- Euro (HOSI Mitglieder), jeden 3. So 11.00

Labrys Lounge Café Barcelona, 8010 Graz, Reitschulg. 20, Kontakt: Verein Labrys, Martina Kump, www.labrys.gundl.at, e-mail: labrys@gundl.at, jeden 1.So 18.00

Sonntagsfrühstück. Für Lesben und interessierte Frauen Frauengetriebe, 6900 Bregenz, Schillerstr. 2, T. 05574/455 38, e-mail: frauengetriebe @aon.at, jeden 1. So ab 10.30

Frauenbadefreuden Badehaus Sargfabrik, 14., Goldschlagstr. 169, www.sargfabrik.at, Eintritt: 14,- Euro. Bitte um Anmeldung bis jeweils Samstag! Per e-mail: sonja.c@gmx.at oder T. 01/988 98-214, jeden 3. So

Anm.: Frauenberatung Zwettl, 3910 Zwettl, Galgenbergstr. 2, T. 2822/522 71-0, Do 19.00-20.00

HOSI Wien, 2., Novaragasse 40, Infos: www.resisdanse.at, ab 21.00

Selbsthilfegruppe Anonyme EssSüchtige

Samstag

„Komm Oma – surf mit mir!“ Internet-Café für Jung und Alt

Club Anderwelt

13., St. Veitg. 25, T. 0676/787 91 44, jeden So 19.30

Frauentreff Rohrbach, 4150, Stadtplatz 16, T. 07289/66 55, keine Anm. erf., Surfgebühr: 1,50 Euro/Stunde, jeden Do 15-18.00

Frauenclub...just the girls

Regenbogen Stammtisch Gasthaus Zur Brücke, 4840 Vöcklabruck, Vorstadt 18, T. 0699/1134 1214, ab 20.00

Lesbenabend HOSI Vereinszentrum, 5020 Salzburg, Müllner Hauptstr. 11, T. 0662/43 59 27-27, www.hosi.or.at, jeden 3. Do ab 19.00

6., Theobaldg. 10, jeden 2. Sa ab 22.00 FZ-Bar, 9., Währinger Str. 59/6, Eingang Prechtlg., T. 01/402 87 54, jeden 1. Sa ab 21.00

Homoriental. Der multikulturelle Club für ein lesbisch/schwules Publikum und FreundInnen Club Massiv, 3., Untere Weissgerberstr. 37, homoriental@gmx.net, Clubmitgliedschaft/Nacht: 6,50 Euro, jeden 2. Sa

Weiber-Frühstück: Videos, Diskussion, Provokation, feministische Literatur, veganes Buffet E.K.H., 10., Wielandg. 2-4, jeden 1. So

Nach Vereinbarung Aus. Weg. Beim nächsten Mal wird alles anders? Beratung und Mediation für schwule und lesbische Paare aus.weg. 80469 München, Baaderstr. 36/4, Infos: 0049-1520/299 11 43, info@ausweg.de, www.aus-weg.de

Frauengesundheitszentrum, 8010 Graz, Joanneumring 3, T. 0316/837 998, www.fgz.co.at, Mo-Mi und Fr 9-13.00, Do 15-19.00

Frauenleserunde

Verhütungsberatung für Mädchen und junge Frauen. Mit Monika Vucsak

Literaturhaus Mattersburg, 7210, Wulkalände 2, Infos: 02626/677 10 12

Frauengesundheitszentrum, 8010 Graz, Joanneumring 3, T. 0316/83 79 98, Anmeldung erforderlich, www.fgz.co.at

Psychologische, juristische und arbeitsmarktpolitische Beratung sowie Sozialberatung für Frauen

Arbeitsgruppe für Frauen mit sexuellen Missbrauchserfahrungen in der Kindheit

Die Tür – Frauenservicestelle, 7210 Mattersburg, Brunnenpl. 3/2, T. 02626/626 70, 7000 Eisenstadt, Joachimstr. 11/2, T. 02682/661 24

Frauen beraten Frauen, 1., Seitenstetteng. 5/7, Info: T. 0676/717 29 67

Beratung, Gruppen, Kurse, Vorträge für Frauen. Auch muttersprachliche Beratung Wendepunkt, 2700 Wr. Neustadt, Raugasse 16, T. 02622/825 96. Mo, Do, Fr 9.00-12.00, Di 17.00-20.00

Beratung im Schwangerschaftskonflikt, bei Verhütungsfragen und Essstörungen ISIS, 5020 Salzburg, Willibald Hauthalerstraße 12, T. 0662/442 255

Beratung, Kurse, Information für geistig oder mehrfach behinderte Frauen und ihre Angehörigen Verein Ninlil, 3., Untere Weißgerberstr. 41, T. 01/714 39 39

Einzelberatung für Frauen in Krisensituationen Anm.: F.E.M., 18., Bastieng. 36-38, T. 01/476 155771, Erstgespräch kostenlos! Tel. Beratung Di 10-12.00 u. Do 14-16.00 unter T. 01/476 15-5775 sowie unter fem@aon.at

Hotline Essstörungen des Frauengesundheitszentrums Graz

Help – Schnelle Hilfe für junge Leute – Alles muss man nicht alleine schaffen! Leiterin: Martina Nöster, Kinderu. Jugendpsychologin

Telefon zum Ortstarif: 0810/810 400, Mo, Do 16.00-19.00; Mi 9.00-12.00

F.E.M., 18., Bastieng. 36-38, T. 01/476 15-5772, Erstgespräch kostenlos, weitere 4,- Euro

Patchwork-Familien-Service. Mit Margit Picher

Körper(Wohl-)Gefühle – Lerne, Dich in Deinem Körper wohl zu fühlen. Leiterin: Martina Rainer, Shiatsu-Praktikerin

Frauengesundheitszentrum, 8010 Graz, Joanneumring 3, T. 0664/231 14 99, Anmeldung erforderlich

Schwangerschaftstest zum Selbstkostenpreis (1,50 Euro), Infos zu Schwangerschaftshilfen und/oder Schwangerschaftsabbruch

F.E.M, 18., Bastieng. 36-38, T. 01/476 15-5771, Kosten: 23,- Euro

Mädchenworkshop: Besuch bei der Frauenärztin. Mit Gabriele Knappitsch Anm.: F.E.M., 18., Bastieng. 36-38, T. 01/476 15-5771

juni 2005an.schläge 45


an.künden Fr 18.00-19.00 Abwechselnd: Dyketime – Radiomagazin für Lesben/Frauenforum Radio Helsinki, 92,6 MHz (Graz)

aus.blick

Fr 18.00-19.00 Radio UFF. Das Radio des Unabhängigen Frauenforums Radio Orange 94 MHz, jeden 1. Fr

an.schläge

tanz.fest bis 4.6. Soho in Ottakring. Ausstellungen, Konzerte, Flohmarkt, Theater, Musikworkshops, etc. Genaues Programm unter: http://sohoinottakring.at/2005/soholeporello-aussen.pdf

10. Regenbogen-Parade

Fo t o : M a r t i n a M a d n e r

Am 2. Juli ist es wieder soweit: einer der wichtigsten Events für die österreichische Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen- und Transgender-Bewegung, die Regenbogen-Parade, bewegt sich vom Stadtpark aus gegen die Fahrtrichtung, also andersrum, über Kai und Ring bis zum Heldenplatz, wo bei der „Celebration“ gefeiert wird. Das Motto des Demonstrationszugs lautet „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung“ und setzt damit auch ein bedeutendes Zeichen für eine Kultur der Solidarität, Toleranz und Gleichberechtigung. Mitdemonstrieren, mitfahren, mitfeiern! 2.7., ab 15.00, 10. Regenbogen-Parade „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung“. Stadtpark-Kai-Ring-Heldenplatz, Nähere Infos: HOSI Wien, www.hosiwien.at und www.regenbogenparade.at Medizinische Sprechstunde für Mädchen und Frauen mit Essstörungen Anm.: F.E.M., 18., Bastieng. 36-38, T. 01/476 15-57 71

Schlank & glücklich? F.E.M., 18., Bastieng. 36-38, Workshop n. V., Anm./Info: T. 01/476 15-57 71

Di 18.00-19.00 ta mera – an Orten wie diesen. Von Frauen für Frauen. Von Lesben für Lesben Radio Orange 94 Mhz

Mi 20.05-20.20 Das Frauenzimmer. Die Plattform für eine frauenspezifische Information

Sexualberatung – Was Sie schon lange oder gerade jetzt dringend besprechen wollten. Leitung: Julia Kastenhuber, Psychologin

Freies Radio Salzburg, FM 94 MHz

F.E.M., 18., Bastieng. 36–38, T. 01/476 15-57 71, Kosten: 10,- Euro/Einzel-oder Paarberatung

radio helsinki , 92,6 Mhz (Graz)

Theaterworkshop „Liebe, Sex & Co“. Leiterin: Martina Nöster, Psychotherapeutin F.E.M., 18., Bastieng. 36-38, T. 01/476 15-5772

r a d i o . f i x te r m i n Mo 18.00-19.00 Khorschid Khanum – die persischsprachige Frauensendung

Mi 17.00-18.00 femme totale – feminist. Radioprogramm Mi 18.00-19.00 Abwechselnd: orangina – Fanzine zu Mädchennetzwerken in der Subkultur/bauch.bein.po – Die Sendung für die ganze Frau Radio Orange 94 MHz

Do 18.00-19.00 HOSI Lesbenradio ( jeden 1. Do), La manifesta (2. Do), Görls linkup (3. Do), Lourdes (4. Do)

29.6.-2.7, Rohrbach Creating the Change. 3-tägige internationale Roma-Frauen-Konferenz im Rahmen des Festivals der Regionen 05, Workshops, Vorträge, Filmvorführungen und ein Fest. Mit einer öffentlichen Performance der kroatischen Künstlerin Sanja Ivekovi am Stadtplatz Frauentreff Rohrbach, 4150 Rohrbach, Stadtplatz 16/2, T. 07289/6655, Fax 07289/6230, www.frauentreff-rohrbach.at

2.7., ab 15.00, Wien 10. Regenbogen-Parade „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung“ Gegen die Fahrtrichtung über Kai und Ring bis zum Heldenplatz, Schlussveranstaltung, Nähere Infos: HOSI Wien, Philipp Kainz, philipp.kainz@hosiwien.at, www.hosiwien.at und www.regenbogenparade.at

bis 15.6. Bewerbungen für den Dresdner Lyrikpreis. Mindestens 6 und höchstens 10 Gedichte bis zum 15. Juni einreichen an: Dresdner Literaturbüro e.V., D-01097 Dresden, Antonstr.1, T. 0049-351/804 50 87, www.dresdner-literaturbuero.de bzw. www.erich-kaestner-museum.de

bis 24.6. Hilfswerk JournalistInnenpreis, Beiträge vom 1.1. bis 31.12. 2004 aus den Bereichen „Gesundheit, Familie und Soziales“ Bewerbungen bis 24.6. an das Österreichische Hilfswerk, 7., Apollogasse 4/5, Nähere Infos bei Mag. Harald Blümel unter 01/40442-12, harald.bluemel@ hilfswerk.at

bis 30.6. Queersicht Festival, Schweizer lesbischwules Filmfestival vom 10.-14.11. sucht Beiträge zum Themenkomplex: „The lives and loves of lesbian, gay, biand trans people (LGBT) in Central and Eastern European countries.“ Tapes und e-mails bis zum 30.6. an: Annette Flückiger, CH-3012 Bern, Berchtoldstr. 48, annuschka@freesurf.ch, Infos unter: http://www.queersicht.ch/ 2005/pages/de/film_submission.html

Radio Orange 94 Mhz

Redaktionsschluss

Di 13.00-14.00 Globale Dialoge. Woman on air. Weibliche Realitäten in den Ländern des „Südens“

Radio FRO, 105 MHz (Linz)

Termine 7-8/05: 14.06.05

Radio Orange 94.0

Radio FRO. 105,0 MHz in Linz

46 an.schlägejuni 2005

Fr 19.00-20.00 Spacefemfm Frauenradio. Jeden 1., 3. u. 4. Fr

thema

Asylgesetz Die verschärfte Gangart von Innenministerin Prokop mündet in einer Reihe von menschenunwürdigen Asylgesetzen. Wir widmen uns der Kritik am leichtfertigen Umgang mit dem Spielball Mensch.

wissenschaft

Frauen in Indonesien Mit welchen Veränderungen diese durch den dortigen Demokratisierungsprozess unter der neuen Regierung von Gus Dur rechnen können ist brisantes Thema der Dissertation von Genia Findeisen.

preise

Fr 16.30-17.30 SPACEfemFM. Frauenradio, jeden 1. u. 3. Fr

Radio Orange 94 MHz (Telekabel Wien 92,7)

im Juli/August

termine@anschlaege.at

kultur

Claire Denis Anlässlich einer Werkschau im Filmmuseum stand die fabelhafte Claire Denis Rede und Antwort zu ihren Filmen, ihrer Arbeitsweise und Motivationen. Eine Homemage an riechende Filmträume und genial-skurrile „Sehwürmer“.

an.schläge gibts in folgenden Buchhandlungen Kuppitsch Morawa Winter Zentralbuchhandlung Ebbe & Flut Südwind Frauenzimmer Kunsthalle Shop Prachner Riedl Löwenherz Südwind Auhof Kulturver. Waschaecht

1010 1010 1010 1010 1030 1070 1070 1070 1070 1080 1090 1090 4040 4600

Schottengasse 4 Wollzeile 11 Landesgerichtsstr. 20 Schulerstr. 1-3 Radetzkystr. 11 Mariahilferstr. 8 Zieglergasse 28 Museumsquartier Museumsquartier Alser Str. 39 Berggasse 8 Schwarzspanierstr. 15 Altenbergerstr. 40 Dragonerstr. 22


Arbeit u m ve r t e i l e n ! EINKOMMEN, M E H R Z E I T, MEHR SPITZENJOBS FÜR FRAUEN. MEHR

D i e G r ü n e n Fr a u e n Wi e n D i e fe m i n i s t i s c h e Opposition Lindeng. 40, 1070 Wien, : 521 25/234 gruene.frauen.wien@ gruene.at http://wien.gruene.at/ frauenorganisation/


an.schläge

Nr. 06/05, juni 2005/19. Jahrgang, e 3,5 (Ö) e 4,– (D) sfr 8,– , P.b.b. Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 1030 Wien, envoi à taxe réduite, GZ 02Z031419 M

2005_06_anschlaege  

Walretterin DAS FEMINISTISCHE MAGAZIN juni Die bolivianische Frauenbewegung und und ihreErrungenschaften Gustavüber Musik,Emanzipation, Unüb...

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you