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an.schläge09/2002

an.schläge DAS FEMINISTISCHE MAGAZIN september

thema

RegelBlut Außer im medizinischen Kontext ist die Menstruation in unserer Kultur tabu akrobatinnen

OhneNetz Abseits vom Klischee bringt das Leben im Zirkus vor allem harte Arbeit mit sich

e 3,5 (Ö) e 4,– (D) sfr 8,–


an.schläge an.spruch

Emanze! Runde 1 im Kampf gegen unfeministische Vorurteile

05

flüchtlingsfrauen

Antrag abgelehnt Weibliche Flüchtlinge werden kaum wahrgenommen

auf.takt

08

antiglobalisierung

Kapital ist alles… Still und heimlich wird der Dienstleistungssektor liberalisiert

10

international.deutschland

Das war Rot-Grün

forum

thema

politik

Eine ernüchternde Bilanz nach vier Jahren Koalition

14

an.sage

In Verhandlung Erste Gedanken zur Einführung von 3-Jahres-Subventionen

24

menstruation

Sacer mens In unserer Kultur wird über Menstruation kaum gesprochen

16

forum.wissenschaft

„Ich sehe, was ich weiß“ Stadtspaziergänge gegen das Verdecken weiblicher Geschichte

22

arbeit

therapeutinnen

Ausdruck der Seele Kunsttherapeutinnen definieren ein neues Berufsfeld

28

zirkus

Akrobatin schöööön! Das Leben im Zirkus hat nur wenig mit gängigen Klischees gemein

32

architektur

Schwebende Inseln Architektinnen brechen mit ihren Konstruktionen alte Rollen auf

34

niki de saint phalle

Rückkehr der Großen Göttin Die Weiblichkeit der Nanas zwischen Subversion und Idealisierung

36

an.klang

Rock on Grrrls! Rockig und groovig den letzten Rest Sonne genießen

38

lese.zeichen

Widerständige Offenheit Feministische Perspektive auf theatrale Diskurse

39

ge.fragt

kultur

Das Sommerloch hat in der an.schläge-Redaktion ganz eigenartige Auswirkungen: Alle verschluckten Kugelschreiber - für den Redaktionsalltag unerlässliche Werkzeuge - wurden wieder ausgespuckt. „Da sind so viele Kulis“, war den dem Urlaub trotzenden Mitarbeiterinnen der Stifte-Segen schon fast wieder zu viel. Aber die nächste Produktionswoche ließ nicht lange auf sich warten und der Alltag nahm seinen Lauf: „Wo ist ein Kuli!!!!“ Doch eigentlich war es eine relativ entspannte Produktion der September-Nummer und die Wiedersehensfreude im Team war groß. Der Wermutstropfen: Petra Öllinger hat ihr Akademikerinnentraining beendet, wird also nicht mehr jeden Tag durch die Redaktionsräume brausen und uns mit ihrer Energie mitreißen. Wir vermissen sie sehr, freuen uns aber, sie als freie Mitarbeiterin doch noch halten zu können. Mit Anika Susek hatten wir eine andere engagierte Frau, die beim Entstehen dieser Ausgabe fleißig mithalf. Anika studiert in Deutschland und wird noch weitere 2 Wochen ihr Praktikum bei den an.schlägen absolvieren. Das Thema im September ist die Menstruation, der sich Verena Fabris und Eva Steinheimer von mehreren Seiten zu nähern versuchten (ab Seite 16). Was das in letzter Zeit des öfteren zitierte GATS-Abkommen ist und welche Auswirkungen es auf uns und die Welt haben wird, beleuchtet Karin Lukas von feministATTAC (ab Seite 10). Einen Blick ins Nachbarland Deutschland wirft Irene Gronegger: 4 Jahre Rot-Grün und ein Ende in Sicht (ab Seite 14). Der leidliche parlamentarische Untersuchungsausschuss ist auch (noch?) nicht ausgestanden, im September sind weitere Frauen aus der an.schläge-Redaktion vorgeladen, um sich den absurden Vorwürfen heldinnenhaft zu stellen. An dieser Stelle wiederholen wir unsere Nachricht an „die da oben“ ganz laut: Von euch lassen wir uns nicht unterkriegen!!! Einen trockenen Herbst wünschen wir uns (und den teilweise Hoch-wasser-geplagten Mitarbeiterinnen) und euch lieben Leserinnen von Herzen.

Bildungshunger Unsere Heldin erfuhr Ungerechtigkeiten und Frustrationen

42


an.an.schläge Betrifft: Homophobie in Schulbuch

gefährdet

Verzweiflung – Herbstblätter

an.schläge

sammeln kann auch Spaß

Herausgeberinnen und Verlegerinnen:

machen!

CheckArt, Verein für feministische Medien und Politik

Der Sommer ist vorbei… Aber das ist kein Grund zur

Liebe an.schläge-Redakteurinnen. In ein für den Unterricht in mittleren und höheren Schulen verwendeten Deutschlehrbuch (Autoren: Reinhard und Gerfried Stockinger „Sprachbausteine Übungsteil 1“, Manz Verlag Schulbuch,Wien 2001), wurde folgender Text unkommentiert hineingeschrieben:„An AIDSRisikogruppen insbesondere Drogensüchtige und Homosexuelle wenden sich besondere Zeitschriften.“ Wieder ein Beispiel mehr, wie schon Jugendlichen suggeriert wird, dass hauptsächlich bestimmte sexuelle Orientierungen AIDS-krank machen.Von den „armen“ heterosexuellen Sextouristen zum Beispiel, die sich speziell in Asien austoben und damit genau so gefährdet sind, schreibt natürlich niemand – und schon gar nicht in Schulbüchern. Monika Manzl,Wörgl

Betrifft: Kurzmeldung „Frauenspuren“ in an.schläge 7-8/02

http://www.anschlaege.at

Redaktionskollektiv: Karin Eckert/keck (Koordination), Verena

dankbar

Fabris/vab (web), Angela Heissenberger/AH (Termine, Abos), Gabi Horak/GaH (Koordination), Kerstin Kellermann/kek, Helga Pankratz/ pan

IInserate, PR: Eva Melnik, e-mail: inserate@anschlaege.at Ständige Mitarbeiterinnen: Anni Bürkl/abü, Heike Ehlers/HE, Petra Öllinger/PÖ, Claudia Saller/cs, Eva Steinheimer/ESt

Mitarbeiterinnen dieser Nummer: Birgit Haehnel, Anika Susek, Karin Lukas, Irene Gronegger, Petra Unger, Amelie Cserer, Doris Brenner

an.sage: Renate Brauner & Sigrid Wistrcil neu.land: Jasmina Jankovic’ heim.spiel: Angela Heissenberger wyber.space: Birgit Haehnel ge.fragt: Elke Koch an.klang: Sonja Eismann & Ute Hölzl plus.minus: Helga Pankratz Cartoon: Gabi Szekatsch Unsere Werbung: Magdalena Blaszczuk Fotos: an.schläge-Archiv, UNHCR, Magdalena Blaszczuk, Michael Zechany, Verena Fabris, Angela Heissenberger,

Cover: Magdalena Blaszczuk an.schläge Schrift: Martha Stutteregger Grafisches Konzept: Beate Schachinger für Layout: Andrea Gadler Druck: Reha Druck, Graz © an.schläge: Titel, Vorspänne und Zwischentitel von der Redaktion. Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht unbedingt der Auffassung der Redaktion entsprechen. Kürzungen vorbehalten.

04 an.schlägeseptember 2002

Betrifft:„Technik – nichts für Frauen?“ in an.schläge 6/02

abschreckend

A-1030 Wien, Hetzgasse 42/1, T. 01/920 16 76 Fax: 01/ 715 98 88, e-mail: redaktion@anschlaege .at

gibt es schon lange nicht mehr. Mir ist inzwischen klar, dass in so einer Atmosphäre eine Frauenbuchhandlung nicht existieren kann. Münster ist wohl eine der konservativsten Städte in Deutschland, was für mich schwerwiegende Folgen hat: Kindergartenöffnungszeiten von 7.30 bis 12/12.30 und 14/14.30 bis 16Uhr (entfällt oft), Plätze mit Glück für Kinder ab 3 Jahren, unter 3 gibt es keine Möglichkeit (außer privat)… Es ist frustrierend zu sehen, wie viele Frauen dieses Schicksal einfach so hinnehmen und nicht mehr Kampfgeist entwickeln. Ihr seht, die an.schläge sind für mich hier ganz wichtig, um mich nicht unterkriegen zu lassen und auch um mitzukriegen was sich „zuhause“ tut. Grüße, Edith Lehner-Päßler, Münster (D)

Liebe Petra Öllinger, danke für die Info zum Projekt WOMENT! Bitte um die Berichtigung von zwei Namen: die Künstlerin und Gestalterin der 23 Gedenktafeln heißt Sabina (nicht Sabine) Hörtner und mein Name ist Bettina Behr (nicht Bahr). Freue mich, dass ihr über das Projekt berichtet habt. Danke für eure Arbeit – feministische (Gegen-) Öffentlichkeiten wie die an.schläge sind wichtige und motivierende Grundlagen meines und unseres Tuns! Liebe Grüße! Bettina Behr, Graz

Betrifft: fehlende Kinderbetreuung

konservativ Liebe Frauen. Jeden Monat freue ich mich auf die an.schläge. Seit 1,5 Jahren lebe ich mit Familie in Münster und vermisse Österreich,Wien, vor allem aber meine Frauenzusammenhänge sehr. Noch vor meiner Abreise besorgte ich mir im Frauenzimmer die Adresse der Frauenbuchhandlung hier, aber die

Ich habe diesen Artikel mit großem Interesse gelesen, da ich selbst einen technischen Beruf ergreifen möchte. Es stimmt zwar, dass wenige Frauen Technik reizvoll finden, aber ich glaube nicht, dass dieses Desinteresse von Männern hervorgerufen wird. Im Gegenteil. Bis jetzt habe ich über meine Berufswahl von Männern nur positive Reaktionen bekommen. Frauen sind hingegen skeptisch. Eine wichtige Rolle in der lnteressensbildung spielt die Bildungsstätte, und dass diese Befangenheit zu einem Großteil anerzogen ist. Es gibt unendlich viele Einflussfaktoren, aber meines Erachtens lenken sich Frauen selbst in die „Anti-Technik-Richtung“ und nur sie selbst können dieser Strömung entgegenwirken.„Frau“ sollte einfach anfangen, Frauen und Technik als selbstverständliche Kombination zu sehen und solche Artikel in Zukunft nicht mehr verfassen, denn genau diese stellen Frauen in der Technik als Exoten dar und das wirkt eher abschreckend als ermutigend. Angelika, Wien

an.schläge werden gefördert von: FRAUEN BURO MAGISTRAT DER STADT WIEN


an.spruch

Karin Eckert

Emanze! Einen guten Magen hätte ich in den letzten Wochen gebraucht. Der Grund? Der Vorwurf, wir Feministinnen würden uns nur gegenseitig auf die Schultern klopfen, uns mit unseren geschützten Frauenräumen der Realität verweigern.Weit wichtiger wäre es, Andere auf unsere Seite zu ziehen. Stimmt eigentlich, denke ich mir. Na gut. Ich nehme die Herausforderung an, streife mir – vorsichtshalber – meine Boxhandschuhe über und steige wagemutig in den Ring, neugierig, welche Keulen mich treffen werden. Mein Gegenüber: durchwegs Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen, von Feminismus aber wenig halten. Anfangs war’s ja noch ganz witzig:„Was? Du bist eine Feministin? Ich dachte immer, die seien potthässlich, lesbisch und männerfeindlich!“ Angriff abgewehrt. Es sollte aber noch tiefer kommen.„Heute sind wir so weit, dass sich die Männer emanzipieren müssen. Diese Feministinnen, wie die Alice Schwarzer, die kommen so aggressiv daher, kein Wunder, dass die Männer vor denen zurückschrecken. Das ist ja total kontraproduktiv!“ Es folgt ein wütender Konter:„Immerhin lebst du heute in einer Situation, die du Frauen wie Alice Schwarzer zu verdanken hast. Ist dir eigentlich klar, was wir denen alles zu verdanken haben? Keine leeren Worte, die haben was erreicht!“ Ich schleudere meinem Gegenüber eine Tirade entgegen:„Frauenhäuser! Recht auf Abtreibung! Freie Berufswahl! Mehr Geld für gleiche Arbeit! Kein Kinder-Kirche-Küche mehr! Unabhängigkeit!…“ Gong, erste Runde zu Ende. Meine Schwestern fächeln mir Luft zu, spornen mich an. Auf zur nächsten Runde. Eine relativ gemütlich verlaufende. Der „diese Feministinnen fühlen sich immer als Opfer. Die sollen nicht so viel reden und sich beklagen, sondern einfach handeln.“-Schlag geht daneben. „Das passiert tatsächlich oft bei Frauen, aber ehrlich: gerade die Feministinnen erobern sich ihren Platz in der Gesellschaft. Die schwafeln nicht nur, die handeln. Nicht von ungefähr gibt es so viele Fraueneinrichtungen, sind Frauen zum Thema in der Politik geworden.“ Beschwingt ziehe ich mich nach gewonnener Runde in meine Ecke zurück. Meine Gelassenheit sollte eine vorübergehende sein. Die Frauen im anderen Eck sind nicht zu unterschätzen.

„Ich bin eine Frau, und das ist gut so. Ich will zu keinem Mannweib werden. Die Natur kann man nunmal nicht verleugnen. Kinder kriegen halt einfach die Frauen.“ Vor lauter Verwirrung ob des offenbar vorliegenden Missverständnisses landet dieser biologistische Schlag voll in meinem Gesicht. Aber ich gebe nicht klein bei:„Wer sagt, dass Feministinnen ihr Frausein verleugnen? Natur schön und gut, aber wie wärs mit einer Veränderung der sozioökonomischen Bedingungen?“ Mein Schlag geht ins Leere. Keine Resonanz. Stattdessen ein unerwarteter Volltreffer in die Magengrube:„Wir Frauen haben unsere eigenen Waffen, Männer dort hinzubekommen, wo wir wollen. Ein bißl Honig ums Maul schmieren, und geht schon!“ Mir wird übel. Break. Diskussion mit meinen Schwestern: Eigentlich möchte ich mir das nicht weiter antun. Also gut.Weiter geht’s. Ein letzter Versuch noch, mehr Kraft kann und will ich einfach nicht mehr aufbringen. In dieser letzten Runde sollte mich die Einzelkämpferinnenthese erwarten: „Frauenquoten haben wir doch gar nicht nötig. Klar, wir müssen mehr kämpfen, aber das ist mir noch allemal lieber, als mir vorhalten lassen zu müssen, ich hab den Job nur wegen der Quote.“ „Dann informier´ dich erst mal, was es mit der Quote genau auf sich hat.“ Ich bin nicht mehr bereit zu einem fairen Kampf. Schläge unter die Gürtellinie müssen mit ebensolchen beantwortet werden. „Die Frauen sind ja selber schuld! Wer schreibt ihnen denn vor, Kinder zu kriegen, wenn sie lieber Karriere machen wollen? Warum suchen sie sich denn Männer, die sich letztlich als Machos entpuppen? Es zwingt sie ja niemand dazu!“ Jaja, jede ist ihres Glückes Schmiedin. Es reicht! Ich platze vor Wut. Null Solidarität. Da liegen einfach Welten dazwischen. Was soll ich mir das Gesicht zerschlagen lassen, wenn’s eh nichts bringt. Ich drehe mich um, und gehe. „Emanze!“ – Ich liege am Boden, statt Sternchen sehe ich demonstrierende Frauen, Schilder mit der Aufschrift „Frauensolidarität“,„Mein Körper gehört mir“,„Nieder mit dem Patriarchat“. Ich lasse mich fallen, wohl wissend, dass sich meine Schwestern um mich kümmern werden. Meine Boxhandschuhe liegen inzwischen im Keller. Keine Lust, sie wieder hervorzukramen. Noch nicht!. ❚ september 2002an.schläge 05


österreichan.riss umbenennung

TARA! Der Grazer Frauennotruf hat sich umbenannt: Aus dem „Frauennotruf“ wurde „TARA“. Der alte Name hatte oft zu Irritationen bezüglich der Arbeitsschwerpunkte des Vereins geführt, da mit dem Namen häufig eine auf das Telefon beschränkte Beratung und Krisenintervention assoziiert wurden. Die Schwerpunkte der Vereinsarbeit liegen jedoch vor allem in der Beratung, Prozessbegleitung, Psychotherapie und dem Einsatz für eine Ausweitung von „Opferrechten“. Nach der Ausschreibung eines Wettbewerbs um eine neuen Namen wurde nun die tibetische Frauengestalt „TARA“ zur Namensgeberin erkoren. Diese steht für heilende, reinigende und mitfühlende Kräfte, die vom Schmerz befreien und Hoffnung und Freude in das Leben zurückbringen sollen. ani

frauenhetz-umbau

Phase Eins abgeschlossen

Fo t o : Ve r e n a Fa b r i s

Am 6. Mai wurde die Baustelle für einen rollstuhlgerechten Umbau der Frauenhetz mit einem Fest eröffnet, jetzt ist die erste Phase des Umbaus so gut wie abgeschlossen. Vier Wochen lang arbeiteten im Rahmen eines Workcamps des SCI (Service Civil International) sechs Frauen aus Polen, der Slowakei, USA, England, Irland und Belgien und viele andere daran, die Frauenhetz befahrbar zu machen. Wände wurden versetzt, Sanitäranlagen installiert und Türen lackiert, es wurde verspachtelt, verfliest und ausgemalt. Es gibt nun eine rollstuhlgerechte Toilette und der neue Eingang „Untere Weißgerberstraße“ wurde instand gesetzt. Gefeiert werden soll jedoch erst, wenn auch der Lift und die Torantriebe installiert sind. Dazu fehlt aber noch Geld. Im September soll im Gemeinderat über die Höhe der Subvention für den Umbau entschieden werden. Inoffiziell zugesagt wurden 18.168,- Euro. Noch immer gibt es übrigens Umbaukröten ab 15 Euro zu erstehen: Dringend benötigt werden auch noch Lampen für den Eingangsbereich. Die Räume der Frauenhetz können ab sofort wieder gemietet werden. vab Infos: office@frauenhetz.at, T. 01/715 98 88

„Ein Mann als Frauenminister ist

plus.minus

Infos: TARA, Geisdorfgürtel 34/II, 8010 Graz, T. 0316-318077, e-mail: office@taraweb.at

abtreibung

Pro Life die hundertste... Pro Life ist die österreichische Sektion von Human Life International (HLI), einem weltweiten Zusammenschluss fanatischer AbtreibungsgegnerInnen. Die aus den USA stammende und mittlerweile international agierende Organisation kann sich auf „Beistand von oben“ verlassen. Nicht nur die römisch-katholischen Kirchenspitzen unterstützen HLI moralisch und finanziell. HLI-Austria beispielsweise erhält laut Aussage ihres Leiters Dietmar Fischer ein gutes Drittel seiner Spenden von österreichischen Priestern. Die Anbetungskapellen in den „Lebenszentren“ von HLI werden gar von der katholischen Kirche (d.h. von Steuergeldern) finanziert. Pro Life macht vor allem durch sein aggressives Vorgehen gegenüber abtreibungswilligen Frauen und dem Personal von Abtreibungskliniken auf sich aufmerksam. Die Belästigung von Patien-

plus.minus Reaktionen und Anregungen an die Redaktion per Brief oder e-mail, mit dem Betreff:„plus.minus“

höchst provokant, aber innvovativ“

... so Ernst Sittinger (Die Presse) in „Woman“, wo zu Schulschluss „renommierte Polit-Journalisten“ die blauschwarze Frauenpolitik benoteten. Er lobte da auch die „Trendwende weg von Frauen- hin zu Geschlechterpolitik“ und monierte, dass „die Basis-Frauenbewegungen sehr still geworden“ seien, „obwohl sie niemand am Sprechen hindert“.

06 an.schlägeseptember 2002

sprechende bilder

sprechende titel

Grazer Frauenbeauftragte

Steirische Landesbibliothek

Höchst innovativ und obendrein effizient startete Daniela Jauk diesen Sommer in ihre vierjährige Amtsperiode als neue Frauenbeauftragte der Stadt Graz. Das mit einem vollbusigen Model werbende „Körberl“-Plakatsujet der Österreichischen Bäcker konterte sie mit einem Männerkörper in Unterhose und dem Text: „Einen Korb für sexistische Werbung!“. Ohne Geld zum Plakatieren, aber mit gutem Draht zur feministischen Basis, initiierte sie eine erfolgreiche E-Mail-Kampagne, die den Werberat mit Beschwerden gegen den von der Bäckerinnung zur Schau gestellten Sexismus eindeckte. (+)

Auf Wünsche einer Grazerin im „Wunschbuch“ der Landesbibliothek, darunter zwei eindeutig lesbischeTitel, reagierte im Juli die Bibliotheksleitung mit der E-Mail-Rüge: Sie habe „zu viele Bücher, angeblich lesbische Literatur“ eingetragen. Dabei stünde dem Landes-Buchbestand so eine Aktualisierung gut an! Titel à la „Waidmanns Dank – kein leeres Wort“ füllen meterweise die Regale, während die zwei einzigen Titel jüngeren Datums aus dem einzigen Frauenverlag Österreichs die ganze Misere zu beschreiben scheinen, und wie sie zu ertragen sei: „Tränenpalast“ und „Mutterwitz“. (–)


an.rissösterreich tinnen beim Betreten der Klinik gehört ebenso zur Pro Life-Taktik, wie Morddrohungen und Einschüchterungsversuche gegenüber MitarbeiterInnen. In den USA kam es bereits mehrfach zu Morden am Personal von Abtreibungskliniken. In Wien haben sich die Pro Life-Mitglieder nun seit einiger Zeit den Kampf gegen die Lucina-Klinik (ehemals Mairo) auf die Fahnen geschrieben. Den AbtreibungsgegnerInnen gelang es, die Räumlichkeiten der Abtreibungsklinik aufzukaufen. Mittels Räumungsklage versucht Pro Life nun, die BetreiberInnen der Klinik aus den Wohnungen zu vertreiben. Unter dem Motto „Ride for Life for the Right to Life“ findet unterdessen eine Fahrradtour von „Jugend für das Leben“ durch Österreich statt. Wie Kathpress verlauten ließ, soll die diesjährige Tour den Auftakt bilden zu einem „europäischen Sternmarsch“ nach Brüssel im Jahr 2004. Das „Aktionskomitee für das Selbstbestimmungsrecht der Frau“, ein Bündnis von parteilichen und autonomen Feministinnen in Österreich, organisiert bereits seit einem Jahr Gegendemonstrationen zu den Pro Life-Kundgebungen in Wien. Das Bündnis fordert u.a. eine Bannmeile für radikale AbtreibungsgegnerInnen rund um Kliniken und Praxen. Außerdem wurde eine Kampagne zur Verteidigung der Lucina-Klinik gestartet, bei der das Bündnis nun auf breite Unterstützung hofft. Die Grünen haben inzwischen eine Anfrage bezüglich HLI ins Parlament eingebracht, in der sie auch Bezug auf die LucinaKlinik nehmen und eine Offenlegung der (nicht erfolgten) Maßnahmen gegen die HLI-AktivistInnen seitens des Ministeriums fordern. ani Infos zur Kampagne des Aktionskomitees für das Selbstbestimmungsrecht der Frau: http://www.slp.at/arbeitsfelder/frauen/mairo.html

bmsg

Weitere Kürzungen

an.ruf

Karin Ballauff im Gespräch mit Anika Susek

Lesbendiskriminierung Der Milena-Verlag hat einen Drohbrief bekommen. Was genau ist vorgefallen? Am Montag, dem 22.7.2002, fand ich morgens im Eingang zu unserem Verlagsbüro eine Notiz, die unter der Tür hineingeschoben wurde. Handschriftlich stand da auf der Rückseite eines Erlagscheines: „Gleichgeschlechtliche lesbische Unzucht: Pfui Teufel!“ Der Erlagschein wurde nicht ausgefüllt, der Empfänger, das Pfarramt MariaTreu, lässt aber darauf schließen, dass der/die Täter sich im 8. Bezirk oder näherer Umgebung des Milena Verlages befinden dürften. Am 25.7. entdeckte ich dann morgens eine Spur von Erbrochenem, exakt und unmittelbar an unserem Eingang entlang und wie ausgemessen bis zum Ende der Fensterfront des Verlages. Dies kann ein Zufall sein, muss es aber nicht. Wenngleich hier nicht angezeigt werden kann, da dies den öffentlichen Gehsteig betrifft, ist ein Zusammenhang für uns nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Die Kürzungen für Frauen-, Mädchen und Lesbeneinrichtungen nehmen immer größere Ausmaße an. In Kärnten warnte die Landesfrauenreferentin Gabriele Schaunig-Kandut, dass einige Fraueninitiativen vor dem „finanziellen Ruin“ stünden. In Innsbruck erhält das Autonome FrauenLesbenzentrum vom Bundesministerium für Soziale Sicherheit und Generationen, das zuvor ein Drittel der Grundkosten übernommen hatte, keinen Euro mehr. In Wien wurde zuletzt das Subventionsansuchen der Frauenhetz – Verein für feministische Beratung, Bildung und Kultur für Juli 2002 - Juni 2003 mit den Worten abgelehnt, dass die Budgetmittel für 2002 schon verplant seien. Andere Vereine wie CheckArt, Herausgeberin der an.schläge, oder der Verein AUF-Kultur bekommen schon seit dem Regierungswechsel keine Gelder mehr aus dem Sozialministerium (ehemaliges Frauenministerium) . Es steht zu befürchten, dass über kurz oder lang allen kritischen Frauenprojekten der Geldhahn abgedreht wird. vab

Was habt ihr dagegen unternommen?

lokalität

Gibt es schon Reaktionen seitens der Behörden?

Gina´s Weibar

Nein, bis jetzt haben wir noch nichts gehört.

Nach 25 Jahren im Büro hat Gina Weiß beschlossen, in die Gastronomie zu gehen. Sprach´s, tat´s, suchte sich ein Lokal und eröffnete Anfang Juni das Frauenlokal „Gina´s Weibar“. „Women only“ heißt es dort und nur jene kommen dort auch in den Genuss von italienischem Essen, Wein, Kaffee und toskanischem Flair ani

Hat es einen ähnlichen Vorfall nochmals gegeben?

Gina´s Weibar, Marchettigasse 11 (Ecke Gumpendorferstr. 95), 1060 Wien,

Karin Ballauff ist Mitarbeiterin des Milena-Verlages

Freundinnen erzählt, gemailt... Wir wollten Anzeige erstatten bei der Polizei im 8. Bezirk. Die hat sich jedoch als nicht zuständig herausgestellt, da es sich um eine Zivilrechtsklage handelt, nicht um eine Strafrechtsklage. Dann haben wir beim Bezirksgericht angerufen. Dort hat eine zuständige Dame uns geraten, schriftlich Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten, was aber – so informierte sie uns gleich – 82 Euro (!) koste. Wir haben uns dennoch zu dieser Anzeige entschlossen. Zwar ist eine Ausforschung des Täters / der Täter schwerlich möglich, dennoch wollten wir den Tatbestand aktenkundig machen und deponieren. Zum einen, damit wir uns im Falle von Folgeübergriffen darauf beziehen können und somit eine Ausforschung eher möglich werden könnte; und zum anderen, weil diese üble Form der Lesbendiskriminierung keinesfalls als Bagatelle unter den Tisch fallen darf!

Seit damals haben wir glücklicherweise keine Briefe oder dergleichen mehr erhalten.

T. 0699/15071507, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag:17-01.00, Sonntag: Frühstück von 10-16.00

september 2002an.schläge 07


Fo t o s : U N H C R

österreichflüchtlingsfrauen

Antrag abgelehnt Die Situation von Flüchtlingsfrauen unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von jener der Männer Dennoch werden sie kaum wahrgenommen, ihre Fluchtgründe als unpolitisch oder kulturell bedingt und daher irrelevant eingestuft. Von Karin Eckert Eine Journalistin aus Sierra Leone. Während des Bürgerkrieges in ihrem Heimatland wird sie gefangen genommen, verhört und vergewaltigt. Ihr gelingt die Flucht nach Österreich. Es folgt das übliche Prozedere: Festhalten ihrer Daten, Abnahme der Fingerabdrücke und anschließend ein erstes Verhör im Bundesasylamt. Die Vernehmung wird zwar von einer Beamtin durchgeführt, allerdings im Beisein eines männlichen Dolmetschers. Die Journalistin fühlt sich nicht im Stande, über ihre traumatischen Erlebnisse zu sprechen. Erst bei der zweiten Einvernahme erzählt sie ihre Geschichte und bricht anschließend zusammen. Diagnose: Posttraumati08 an.schlägeseptember 2002

sche Belastungsstörung. Ihr Asylantrag wird abgelehnt. Grund: sie habe sich widersprochen und erst bei der zweiten Einvernahme von Vergewaltigung gesprochen. Daher seien ihre Erklärungen unglaubwürdig. Unsichtbar. Frau stelle sich den Exodus von fast ganz Frankreich vor. Das würde in etwa der Anzahl von Menschen entsprechen, die sich derzeit weltweit auf der Flucht befinden – 50 Millionen. 80% davon sind Frauen und Kinder, nur ein Viertel von ihnen gelangt jemals nach Europa, die meisten bleiben als Binnenflüchtlinge in der Herkunftsregion. Die Flucht nach Europa erfordert erhebliche finanzielle Mittel, über die Frauen in der

Regel nicht verfügen. Wenn ein Familienmitglied überleben soll, so fällt die Entscheidung meist zugunsten der Männer aus. Schwierige Fluchtwege können mit Kindern kaum bewältigt werden, die Gefahr, entdeckt zu werden, ist daher ungleich höher. Meist bleibt Frauen daher kaum eine Alternative, als das Leben in Flüchtlingslagern eines Nachbarstaates. Gründe. Neben allgemeinen Fluchtmotiven wie Krieg, Umweltkatastrophen oder Armut flüchten Frauen auch aus anderen Gründen: Geburtenkontrolle, Berufsverbot, weibliche Genitalverstümmelung, Verfolgung wegen Übertretung von Normen, die nur für Frauen


flüchtlingsfrauenösterreich gelten, sexuelle Gewalt, Gefahr des Mitgiftmordes oder der Tötung wegen Verletzung der Familienehre. Im Gegensatz zu Männern werden politisch aktive Frauen nicht nur als Oppositionelle verfolgt. Sie haben den ihnen zugedachten gesellschaftlichen Wirkungskreis überschritten. Sexuelle Gewalt an gefangenen Frauen soll diese daher auch auf ihre untergeordnete Stellung zurückweisen, männliche Macht demonstrieren. Auch als Angehörige von ethnischen Minderheiten werden Frauen besonders oft Opfer sexueller Gewalt. Vergewaltigung (mit dem Ziel einer Schwangerschaft) zielt nicht nur darauf ab, die Identität der gegnerischen Gruppe, sondern auch, die Minderheit in ihrem Bestand zu schwächen. „Der Körper der geschändeten Frau wird zum zeremoniellen Schlachtfeld. Die Tat, die an der Frau verübt wird, ist eine Botschaft unter Männern – deutlicher Siegesbeweis für die einen, Dokument der Niederlage für die anderen.“1

vitäten nicht minder gefährlich sind: sie übernehmen Versorgungsleistungen, führen Botengänge durch, versorgen Verwundete oder verstecken männliche Kämpfer. Als Angehörige von politisch Verfolgten sind sie zwar von Verhaftungen bedroht und diese indirekte Verfolgung entspräche auch den Kriterien der GFK. Die österreichischen Behörden sehen das allerdings anders. Asyl wird nur in Ausnahmefällen gewährt. Grund: keine individuelle politische Verfolgung.

tierung nachzuweisen, gestaltet sich daher als ungeheuer schwierig. Antrag abgelehnt. Grund: fehlende Glaubhaftigkeit.

Widersprüchlich. Über sexuelle Gewalt zu sprechen ist für Flüchtlingsfrauen häufig ein unüberwindbares Hindernis. Nicht nur, dass sie vor der ersten Anhörung durch die Asylbehörde u.U. keinen Kontakt zu einer Beratungsstelle hatten und somit nicht wissen, wie wichtig es ist, alle Details gleich bei der ersten Vernehmung zu erzählen. AufKulturspezifisch. Österreich ist ja recht un- grund ihres kulturellen Hintergrundes bekümmert in der Verurteilung anderer fehlen ihnen vielfach überhaupt die Kulturen, nicht aber wenn es um die Be- Worte, um das Widerfahrene zu beurteilung frauenspezifischer Verfolgung schreiben. Hinzu kommt das typische posttraumatische Vermeidungsverhalgeht. Da zücken Beamte gerne das kulten: Frauen sind gar nicht, oder erst zu turrelativistische Kärtchen. Gefahr der spät in der Lage, über ihr Trauma zu Tötung wegen fehlender Mitgift? Versprechen, umsomehr, als die ganze Anfolgung wegen außerehelichem Gehörungssituation Erinnerungen wach schlechtsverkehr, wegen Genitalverrufen muss. Inzwischen müssen Frauen, stümmelung oder der Verletzung von Verhaltensvorschriften? Das betrifft alle bei denen Verdacht auf sexuelle Gewalt vorliegt, zwar ohne (männliche) AnFrauen des Landes in gleicher Weise. Keine Verfolgung, bloß Diskriminierung. gehörige und von einer Frau einvernommen werden, ist aber ein männliIn Österreich. Von 30.127 Asylanträgen im Antrag abgelehnt. Grund: keine indivicher Dolmetscher zugegen, nützt diese Jahr 2001 waren 6.697 von Frauen. Beim duelle Verfolgung. Bestimmung nicht allzuviel. Wenn FrauGroßteil dürfte es sich allerdings um en sich aufgrund gesellschaftlicher Nor„Erstreckungsanträge“ handeln, also für Privat. Bei ihrer Verhaftung nach einer men zudem noch schuldig fühlen und Frauen von verfolgten Männern. Wenn Demonstration wird eine Frau von eiz.B. den Verstoß aus der Familie beFrauen um eigenes Asyl ansuchen, hanem Soldaten vergewaltigt. Keine Ausfürchten, werden sie kaum einen stimben sie meist große Schwierigkeiten, ih- nahmeerscheinung, vielmehr ist es die migen Bericht abliefern können. Antrag re Fluchtgründe als relevant und glaub- Regel, Frauen so zu Aussagen zu zwinabgelehnt. Grund: fehlende Glaubhafhaft darzustellen, was auch an den gen, sie zu erniedrigen, zu brechen. Die tigkeit. schwammigen Formulierungen der hiesigen Behörden meinen, es handle Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) sich dabei um die Tat einer Einzelperson, liegt: für die Anerkennung als Flüchtling wenn auch eines staatlichen Organs. Forderungen. Jahrelange Lobbyarbeit von muss eine „begründete Furcht vor VerEin individueller Exzess, PrivatvergnüNGO’s und des UN-Flüchtlingskommisfolgung“ aufgrund politischer Überzeu- gen sozusagen. Antrag abgelehnt. sariats UNHCR scheint langsam zu Vergung, Religion, Nationalität, Rasse, Reli- Grund: keine staatliche Verfolgung. änderungen zu führen. Im Frühjahr gion oder der „Zugehörigkeit zu einer wurde in zwei Fällen von Genitalversozialen Gruppe“ vorliegen. Zudem stümmelung positiv beschieden. Zu forUnglaubwürdig. Verfolgung, sowohl von muss der Heimatstaat nicht in der Lage staatlicher als auch von privater Seite, dern gibt es dennoch vieles: Asylwerbeoder nicht willens sein, Schutz vor Verrinnen müssen auch nach der ersten droht lesbischen Frauen auch in Länfolgung zu gewähren. Was nun als Anhörung sexuelle Gewalt als Fluchtdern, in denen Homosexualität nicht „begründet“ durchgeht, ob Frauen als grund ins Verfahren einbringen können, explizit verboten ist. Gezielte sexuelle „soziale Gruppe“ gelten und wann ein Gewaltanwendungen zum Zwecke der ohne dass dies als „gesteigertes VorStaat seine BürgerInnen nicht schützen „Bekehrung“ zur Heterosexualität wer- bringen“ gewertet wird. Sie müssen das kann oder will, das entscheidet das Recht auf kostenlose psychotherapeutiden selten publik, die Betroffenen Bundesaslyamt. fürchten soziale Marginalisierung und sche Betreuung erhalten. Frauen dürfen nicht nochmals über MissbrauchshandRepression, wenn ihr Lesbischsein beUnpolitisch. In den Augen der Asylbeam- kannt wird. Sogar örtliche Frauenorga- lungen befragt werden, wenn diese bereits von einer Ärztin/einem Arzt als untInnen sind politisch Verfolgte offenbar nisationen sind mitunter zurückhalzweifelhaft festgestellt wurden. Bei Vertend, Übergriffe gegen Lesben anzuimmer noch bewaffnete „Comandandacht auf sexuelle Gewalt ist zwingend prangern, um eine weitere geselltes“, männliche Kaderführer und Bilschaftliche Ausgrenzung zu vermeiden. eine Frau als Dolmetscherin hinzuzuziederbuchhelden. Frauen entsprechen Eine Verfolgung wegen sexueller Orien- hen. Hartnäckigkeit ist nun angesagt. ❚ diesem Bild selten, obwohl ihre Akti-

Weitere Informationen unter: http://www.unhcr.ch; http://www.asyl.at; http://www.deserteursberatung.at; http://asyl-in-not.org.

1 Karin Stuchly: Frauen auf der Flucht. Diplomarbeit, Graz 1999

september 2002an.schläge 09


österreichgats

Fo t o : A r c h i v

Kapital ist alles... Still und heimlich soll der Dienstleistungssektor weltweit liberalisiert werden. Die Verhandlungen zu GATS sind am Laufen, und sie verheissen nichts Gutes - vor allem für Frauen und für Länder des Südens. Wettbewerb ist das Einzige, was zählt, gesellschaftliche Entwicklungen interessieren dabei wenig. Zukunftsszenarien zeichnet Karin Lukas Das Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen (General Agreement on Trade in Services, kurz GATS) ist eine der zentralen Säulen der 1995 gegründeten Welthandelsorganisation WTO. Das GATS zielt auf die Liberalisierung des Dienstleistungsmarktes der WTO-Mitgliedstaaten ab. Dieser macht in den Industrieländern bereits zwei Drittel der Wirtschaftsleistung aus, entsprechend groß ist das 10 an.schlägeseptember 2002

Interesse von führenden Unternehmen an einer weltweiten Liberalisierung von Bank- und Versicherungsgeschäften, Telekommunikation, Post, Elektrizität, Gas, Wasser, Transportwesen, Tourismus, Medien, Bildung, Gesundheitswesen und 150 weiteren im GATS aufgelisteten Dienstleistungen. Mit 30. Juni dieses Jahres hatten die WTO-Mitgliedstaaten ihre gegenseitigen Liberalisierungsforderungen („requests“) gestellt, am 31. März 2003 werden die Angebote

(„offers“) der einzelnen Staaten abgegeben. Zwischen diesen beiden Zeitpunkten wird verhandelt. Aber zu wessen Vor- und Nachteil? Hier ein kurzer Überblick über die voraussichtlichen Entwicklungen. Sparen an Frauen. Frauenbeschäftigung ist in Europa auf den Dienstleistungssektor konzentriert, über achtzig Prozent aller Frauen in der EU arbeiten im Dienstleistungsbereich. Davon sind viele


gatsösterreich Frauen unterbezahlt und in Managementpositionen unterrepräsentiert – diese Frauen werden die ersten sein, die staatliche Budgetkürzungen und den „erhöhten Wettbewerb“ zu spüren bekommen. Private AnbieterInnen werden gemäß Marktlogik wohl versuchen, durch „Kostenreduktion“ am Dienstleistungsmarkt wettbewerbsfähiger zu sein. Auch Studien haben gezeigt, dass Handelsliberalisierungen nicht zur Reduktion der Lohnschere zwischen Männern und Frauen geführt haben. Abzusehen ist vielmehr ein „Sparen“ der privaten AnbieterInnen bei Löhnen in den Niedrigsegmenten, also vermehrt bei Frauenlöhnen. Weiters berücksichtigt das GATS Frauenerwerbsrealitäten in keinster Weise. Die Dienstleistungen, die grenzüberschreitend angeboten werden dürfen, sind auf männliche Erwerbsbiografien zugeschnitten. So will etwa die Schweiz den Dienstleistungssektor lediglich für Führungskräfte und SpezialistInnen (etwa im IT-Bereich) öffnen. Frauen sind hier extrem unterrepräsentiert und können daher von den angekündigten Vorteilen des GATS nicht profitieren.

nem Abbau der Geschlechterungleichheit und Geschlechterstereotypen führen würde. Stattdessen ist wohl zu erwarten, dass Bildung zum Privileg für jene wird, die es sich leisten können. Da siebzig Prozent der Ärmsten Frauen sind und neunzig Prozent aller Einkommen weltweit in Männerhand, ist eine Liberalisierung des Bildungssektors für Frauen kontraproduktiv. Bildung mit nachfrageorientierten Curricula läßt wenig Platz für geschlechtergerechte Edukation. Der Abbau traditioneller Geschlechterstereotypen ist wahrscheinlich nicht im Interesse eines Wirtschaftssystems, das von der Ausbeutung billiger Arbeitskraft, und das ist mehrheitlich Frauenarbeitskraft, lebt. Auch die UNO-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Bildung, Katarina Tomasevski, betont in ihrem jüngsten Bericht, dass der Zugang Aller zur Bildung eine Staatenverantwortlichkeit ist, befürchtet jedoch eine Beeinträchtigung durch den zunehmenden Einfluss von „Bildungsexportern“. Konsequent stellt sie die Frage, ob die derzeitige Entwicklung nicht eher auf eine schrittweise Liberalisierung des Handels mit Bildung als auf eine schrittweise Verwirklichung des Rechts auf Bildung für alle Ökonomie statt Ideologie. Das GATS ist, wie gerichtet ist. Nunmehr wurde auch von österauch die anderen WTO-Abkommen, vom Prinzip der „Nicht-Diskriminierung“ ge- reichischer Seite bestätigt, dass Schulund Universitätsausbildungen sowie prägt. Das klingt auf den ersten Blick Gesundheitsdienstleistungen unter das recht gut, hat aber wenig mit dem menschenrechtlichen Diskriminierungs- GATS fallen (parlamentarische Anfrage an Minister Bartenstein vom 25.7.02). Javerbot (aufgrund des Geschlechts, der Rasse, Herkunft etc) zu tun. In der WTO pan hat gegenüber Österreich bereits eine „request“ bezüglich Erwachsenenheißt Nicht-Diskriminierung, dass nabildung abgegeben. tionale und ausländische AnbieterInAuf die Frage, ob mit Forderungen nen gleichartiger Dienstleistungen anderer Mitgliedstaaten im Bereich der gleich behandelt werden müssen; daGesundheitsdienstleistungen zu rechbei ist gleichgültig, ob dieseR Anbietenen sei, heißt es: „Soweit heute abrIn ein Konzern oder ein Kleinbetrieb, eine Profit- oder Non-Profit-Organisati- schätzbar, ist in diesem Bereich nicht mit Forderungen oder Angeboten zu on ist. Subventioniert ein WTO-Mitgliedsstaat beispielsweise eine einhei- rechnen, welche geeignet sein könnten, die (öffentliche) Gesundheitsversormische Not-for-Profit Education Organisation, die gendersensitive Bildungs- gung der Bevölkerung in Frage zu stellen“ (parlamentarische Anfrage an Mipakete anbietet, muss er diese Subnister Bartenstein vom 3.7.02). vention auch einem ausländischen Konzern gewähren, der nur „genderblinde“ Programme liefert. Der Süden. Auch der jüngste Bericht der UNO-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson zum GATS warnt einBildung und Gesundheit. Es wäre daher eidringlich vor einem unregulierten Öffne Überraschung, wenn eine marktorinen sensitiver Bereiche wie Bildung, Geentierte Bildungsliberalisierung zu ei-

sundheit und Wasser, gerade in den Ländern des Südens. Auch die bisher noch wenig liberalisierten Bereiche Bildung und Gesundheit könnten dem Verhandlungsdruck vielleicht nicht standhalten. Erste Erfahrungen mit der Liberalisierung der Wasserversorgung gibt es bereits aus Bolivien. In Cochabamba wurde das städtische Wassersystem privaten Wasseranbietern geöffnet. Das ausländische Unternehmen, das den Zuschlag erhielt, erhöhte die NutzerInnenpreise um bis zu 35 Prozent – Massendemonstrationen und Streiks waren die Folge. Daraufhin nahm die Regierung die Entscheidung zurück – mit dem Ergebnis, dass das Unternehmen Bolivien beim International Centre for the Settlement of Investment Disputes der Weltbank geklagt hat. Der Ausgang des Streits ist noch offen. Wider das Stillschweigen. Das sind bedenkliche Zeichen, vor allem, da weite Teile der Öffentlichkeit über diese einschneidenden Vorgänge auf supranationaler Ebene nicht informiert sind. Daher wurde eine „Stop the GATS“-Kampagne gegründet, der sich bisher 430 Organisationen aus 53 Ländern, davon 24 aus dem Süden, angeschlossen haben. Beteiligt sind auch Frauen-NGOs wie das Asia Pacific Forum on Women, Law and Development, Equipo de Seguimiento, Investigación y Propuestas para las Mujeres (Argentinien), die Townsville Feminist Collective (Australien), Development Alternatives with Women for a New Era (Fidji) und das Education Network Among Women, America Latina y el Caribe (Uruguay). Obwohl die Forderungen der Länder des Südens und Nordens im Einzelnen differieren, ist die Richtung, ein Halt der Dienstleistungsliberalisierung unter dem GATS, allen gemeinsam. Auch in Österreich läuft eine europaweit koordinierte GATSKampagne an. Eine eigene Website (http://www.stoppgats.at) wird über die laufenden Ereignisse und Aktivitäten informieren. Da das GATS Frauen so massiv betreffen wird, ist Information und Aktion aus der Genderperspektive von entscheidender Bedeutung. Die GATS-Verhandlungen sollen mit 31. März 2003 abgeschlossen sein. Bis dahin ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. ❚ september 2002an.schläge 11


internationalan.riss i s r a e l /p a l ä s t i n a

Hungerstreik Seit Anfang August befinden sich 24 weibliche palästinensische Häftlinge im Hungerstreik. Sie befinden sich in „Administrativhaft“, eine Maßnahme, die klar gegen die Menschenrechtskonvention verstößt. Bis zu sechs Monate können Häftlinge so ohne Prozess und Haftbefehl festgehalten werden, eine Verlängerung wegen „Sicherheitserwägungen“ ist darüber hinaus möglich. Berichten von Menschenrechtsorganisationen zufolge werden derart Menschen oft über Jahre gefangen gehalten. Die Frauen traten nun in Streik, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen: Sie bekämen nicht genug Nahrungsmittel, dürften sich keine Kleidung schicken lassen, Briefe und Zeitungen würden nur mit Verspätung zugestellt. Zudem würden sie von den AufseherInnen schlecht behandelt und teilweise in Isolationshaft gehalten. keck

nigeria

deutschland

Nackt

Frauen beim Militär

Mehrere tausend Frauen haben seit Anfang Juli das Gelände des Ölriesen Chevron-Texaco in Nigeria besetzt. 800 Frauen wurden in Folge verletzt, 15 weitere kamen auf ihrer Flucht vor den Sicherheitskräften ums Leben. Die unbewaffneten Frauen hatten die Zufahrtswege blockiert und hielten hunderte von Arbeitern über zehn Tage hinweg gefangen. „Unsere Waffe ist unsere Nacktheit,“ hieß es von Seiten der Aktivistinnen, die drohten, sich auszuziehen, falls jemand das Gelände verlassen wolle. Die Bewohnerinnen der umliegenden Dörfer im von der Armut gezeichneten Nigerdelta hatten die Schaffung von Arbeitsplätzen für Einheimische und die Verbesserung der Infrastruktur ihrer Dörfer gefordert. Nachdem sich der Konzern zunächst kooperativ zeigte und auf die Forderungen der Frauen teilweise eingegangen war, wurden nun seitens der Frauen schwere Vorwürfe gegenüber Chevron-Texaco und Shell erhoben. Die Konzernleitungen werden beschuldigt, die Gewalt der Sicherheitskräfte gegen die Frauen veranlasst und den Tod der 15 Frauen verschuldet zu haben. Die Frauen erneuerten inzwischen ihren Forderungskatalog und kündigten weitergehende Besetzungen an, falls Shell und Chevron-Texaco nicht einlenkten. Des weiteren forderten die Frauen ein Gespräch mit Präsident Obasanjo. Der Konflikt mit den Ölmultis kommt nicht überraschend, schon seit langem stehen diese im Kreuzfeuer der Kritik. Menschenrechtsverletzungen gegen Aktivis-tInnen, die lautstarke Kritik an den Konzernen üben, stehen auf der Tagesordnung. Hinrichtungen, wie etwa die des oppositionellen Schriftstellers Ken Saro-Wiwa, sorgten bereits in der Vergangenheit für massive Proteste von Menschenrechtsorganisationen. ani

Nachdem im letzten Jahr die Bundeswehr auf Druck des Europäischen Gerichtshofes hin alle Bereiche für Frauen öffnen musste, hat es nun einen ersten öffentlich gewordenen Vergewaltigungsfall in der Bundeswehr gegeben. Ein 23-jähriger Zeitsoldat hatte eine 17-jährige Bundeswehrbewerberin in sein Zimmer verschleppt und dort stundenlang missbraucht. Ein Vorgesetzter des Soldaten versuchte in Folge, die Vergewaltigung zu vertuschen. Selbst nach der nun erfolgten Verurteilung des Mannes zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis wurde dieser von Offizieren noch in Schutz genommen. Der Richter sei „für den Fall der falsche Mann“ gewesen, das Ganze „ein Skandal, weil man sich den Fall einfach zurechtgelegt habe“. In Deutschland wird nun eine Ausweitung der in staatlichen Institutionen ansonsten üblichen Gleichstellungsmaßnahmen auf die Bundeswehr diskutiert. ani

http://www.ndwj.kabissa.org

12 an.schlägeseptember 2002

niederlande

Women on Waves Die niederländische Initiative „Women on Waves“ darf wieder Abtreibungen mit der Abtreibungspille im frühen Schwangerschaftsstadium durchführen. Die NGO fährt mit einem Schiff um die Welt, um Hilfe für Frauen zu leisten, in deren Ländern Abtreibungen illegal sind. Die Lizenz zur Benutzung der Abtreibungspille war ihnen Anfang des Jahres entzogen worden. „Women on Waves“ können sich bei ihrer Arbeit auf das niederländische Abtreibungsrecht berufen, da sie mit ihrem Schiff außerhalb der 12-Meilen-Zone ankern, die das Hoheitsgebiet von an der


an.rissinternational Küste gelegenen Ländern eingrenzt. Der niederländische Gesundheitsminister Els Borst hatte der NGO die Lizenz zur Durchführung von Abtreibungen entzogen und dies u.a. mit der Besorgnis um die Gesundheit der auf dem Schiff behandelten Frauen begründet. Schätzungen zufolge stirbt weltweit alle fünf Minuten eine Frau an den Folgen einer illegalen Abtreibung. Im Gegensatz zu den professionell durchgeführten Abtreibungen auf dem Schiff von „Women on Waves“, sind illegale Abtreibungen jedoch oft unprofessionell durchgeführt. In einer medizinischen Expertise nahmen nun über 100 ÄrztInnen, darunter zahlreiche GynäkologInnen und ÄrztInnen der Marine Stellung und wiesen auf die medizinische Unbedenklichkeit bei der Durchführung von Abtreibungen an Bord eines Schiffes hin. Mit so viel Gegenwind konfrontiert, sah sich Borst nun gezwungen, der Initiative die Lizenz für frühe Abtreibungen mit der Pille wieder zu erteilen. In einer Pressemitteilung kündigte „Women on Waves“ bereits an, ihre Arbeit bald fortsetzen zu wollen. ani http://www.womenonwaves.org

deutschland II

Kündigungsgrund Homoehe Das deutsche Bundesverfassungsgericht hat die von der rot-grünen Koalition durchgesetzte Homoehe kürzlich für grundgesetzkonform erklärt. Dies veranlasste die deutsche Bischofskonferenz (DBK) nun anzukündigen, dass schwule und lesbische MitarbeiterInnen in ihren Einrichtungen künftig zu kündigen seien, sollten sich diese zu einer eingetragenen PartnerInnenschaft entscheiden. Das Gesetz widerspreche „der Auffassung über Ehe und Familie, wie sie die katholische Kirche lehrt“, eine „eingetragene Partnerschaft“ sei deshalb ein „schwerwiegender Loyalitätsverstoß“. Betroffen von der Maßnahme sind nicht nur die Mitglieder des Klerus, sondern auch alle MitarbeiterInnen von sozialen Einrichtungen der katholischen Kirche. Allein die Caritas beschäftigt 480.000 Menschen. Während sich die Parteien, vermutlich aufgrund des näher rückenden Wahltermins, mit ihrer Kritik an der DBK zurückhielten, protestierten Lesben- und Schwulenverbände in Deutschland vehement gegen den diskriminierenden Beschluss. ani

wyber.space

www.kulturkontakte

peru

Zwangssterilisationen Wie sich zweifelhafte PolitikerInnen das frauenfreundliche Mäntelchen umhängen können, wenn’s opportun erscheint, zeigt der jüngste Skandal in Peru. Nach dem Fall des Fujimori-Regimes im vergangenen Jahr ist die neue Regierung unter Alejandro Toledo besonders bemüht, sich vom alten Regime abzugrenzen, sich fortschrittlich darzustellen, obwohl im Grunde alles beim Alten geblieben ist. Dazu dient nun auch die Aufdeckung eines Skandals: Fujimori wird vorgeworfen, während seiner Amtszeit 200.000 Zwangssterilisationen, vor allem an indigenen Frauen, angeordnet zu haben. Zum Teil sollen Frauen ohne ihr Wissen operiert worden sein, zum Teil unter Drohungen oder Versprechungen. Die chirurgischen Eingriffe wurden im Zusammenhang mit einem von Weltbank und IWF geforderten Geburtenkontrollprogramm durchgeführt, das Gesundheitsministerium setzte Quoten fest, die ÄrztInnen durchzusetzen hatten, koste es was es wolle. Frauenorganisationen wie „Manuela Ramos“ oder „Flora Tristán“, die bereits vor Jahren die Regierungsmaßnahmen kritisierten, weisen nun auf die Doppelschneidigkeit des initiierten Untersuchungsausschusses hin. Im Positionspapier hieße es u.a., dass Sterilisationen in Peru künftig überhaupt verboten werden sollen. Damit würde die jetzige Regierung aber in das Recht der Frauen eingreifen, über ihren Körper frei zu entscheiden. Zudem seien die Zahlen aufgebauscht worden, um generell im Land Stimmung gegen Sterilisationen zu machen. Viele Frauen würden sich jedoch freiwillig für einen solchen Eingriff entscheiden, eine Tatsache, die bei der derzeitigen Stimmungslage völlig unter den Tisch zu fallen scheint. Sterilisation von Männern wird in der Diskussion allerdings gar nicht thematisiert – weder von der Regierung, noch von den genannten Frauenorganisationen. keck

Neues zu Kunst- und Kultureinrichtungen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa bietet KulturKontakt Austria unter http://www.kulturkontakt.at. Wahlweise in Englisch und Deutsch können hier Informationen über Bildungskooperationen, Fördermaßnahmen, Termine und Projekte abgerufen werden. Die Homepage bietet zwar keine frauenspezifischen Schwerpunkte, jedoch kann frau sie zum Knüpfen von Kontakten für ihre Kulturabeit im Bereich bildende Kunst, Literatur, Musik,Theater usw. nutzen. Die hierfür eingerichtete Internet-Kulturdatenbank http://www.cee-culture.info ermöglicht eine systematische Suche im Netz, allerdings nur auf Englisch und auf den neusten Browsern. Ein gelungenes Beispiel für die Verbindung von Kultur und Kommerz für Frauen, die ihre Existenzgründung selbst in die Hand nehmen möchten, findet sich unter http://www.museumsart.de. Die ehemalige Sozialwissenschafterin Ingrid Blanken machte sich 1999 mit diesem übersichtlich gestalteten Internet-Shop selbständig. Sie bietet Replikate aus internationalen Museen und ihren Werkstätten zu erschwinglichen Preisen an. Begleitet wird dieses Angebot von der museums:art-Kolumne mit kurzen Beiträgen über Frauen im Alten Ägypten. birgit haehnel

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Fo t o s : M a g d a l e n a B l a s zc z u k ( 2 u . 4 ) , A r c h i v

internationaldeutschland

Das war Rot-Grün Anfangs war die Euphorie noch groß. Die Bilanz nach vier Jahren rot-grüner Koalition in Deutschland fällt aber eher ernüchternd aus. Von Irene Gronegger

Als Kerstin Müller von der grünen Parteispitze im Herbst 1998 vor die Fernsehkameras trat und das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen mit der SPD für den Justizbereich verkündete, wurde endgültig klar, was von dieser Regierung in den nächsten vier Jahren gesellschaftspolitisch zu erwarten war – und was nicht: Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft, aber keine grundsätzliche Rücknahme der Asylrechtseinschränkungen aus den frühen neunziger Jahren. Die Schaffung eines eheähnlichen Statuts’ für gleichgeschlechtliche Paare, aber keine weit reichende Gleichstellung nichtehelicher Lebensformen. Pazifistische Militäreinsätze. Schon bald nach Regierungsantritt standen über Monate hinweg der Krieg im Kosovo, dann in Mazedonien im politischen Mittelpunkt. Die Grünen bekannten sich klar zum Kriegseinsatz der Bundeswehr auf dem Balkan. Der Grundsatz, die Bundeswehr dürfe nirgendwo eingesetzt werden, wo im zweiten Weltkrieg die Wehrmacht gewütet hatte, galt nicht mehr. KritikerInnen warfen dem kürzlich aus vergleichsweise banalen Gründen entlassenen Verteidi14 an.schlägeseptember 2002

gungsminister Rudolf Scharping vor, er habe damals die breite Zustimmung des Bundestages und der Öffentlichkeit überhaupt nur deshalb erhalten, weil er gezielt Falschinformationen über die Situation auf dem Balkan verbreitet hatte. Mittlerweile gibt es auch Medienberichte, nach denen Hunderte von deutschen Soldaten in Mazedonien Bordelle mit Minderjährigen und Zwangsprostituierten besuchten. Scharping empfahl der Frauenhilfsorganisation Medica Mondiale, das Thema nicht öffentlich breitzutreten, um die Freundinnen und Ehefrauen der Soldaten nicht zu verunsichern. Beim Streit um die Entsendung der Bundeswehr nach Afghanistan versuchten die Grünen, mittels bizarrer Kniffe ihr pazifistisches Image zu retten: Einige Grüne stimmten gegen den Einsatz der Bundeswehr, um die PazifistInnen der Parteibasis zu vertreten, andere stimmten dafür, um die Parlamentsmehrheit für den Kriegseinsatz und den Fortbestand der Koalition zu sichern. Nach dem 11. September verfielen die Regierenden in hektische Aktivität: Bei der Rasterfahndung wurden Millionen BürgerInnen überprüft, das rechtsstaatliche Prinzip der Unschuldsvermutung wurde kurzerhand über Bord ge-

worfen. Die von Bundestag und -rat verabschiedeten Sicherheitspakete enthalten weitreichende Kompetenzerweiterungen der Geheimdienste und Einschränkungen von BürgerInnenrechten und Datenschutz. Kein Wunder, dass die Politik von Innenminister Schily selbst in CSU-Kreisen auf wohlwollende Zustimmung trifft. Atomkonsens statt Atomausstieg. Wie konnte es so weit kommen? Ehemalige Linke und PazifistInnen sind heute über ihre Regierungsämter gebunden, da bleibt nicht mehr viel Platz für Überzeugungen von früher. Macht korrumpiert auch auf anderen Gebieten: Eine langfristige Betriebsgarantie für Atomkraftwerke heißt in der neuen Terminologie von Rot-Grün „Atomausstieg“. Atomreaktoren werden mit dem Segen der Regierung nach China exportiert, auch die deutsche Rüstungsindustrie macht weiterhin gute Geschäfte. Ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen war für den grünen Umweltminister Jürgen Trittin in der Regierung von „Automann“ Gerhard Schröder von Anfang an tabu. Angelika Zahrndt, Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland, trat 1999 enttäuscht aus der SPD aus.


deutschlandinternational

Abbau des Sozialstaates. Die gesetzliche Rentenversicherung wurde kürzlich teilprivatisiert: Bisher galt der Grundsatz, dass die Beiträge zu den Sozialversicherungen zu gleichen Teilen von ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen entrichtet werden. Doch nun wurden die Rentenbeiträge abgesenkt, und zur Schließung der Lücke die „Riester-Rente“ eingeführt: Die nach dem verantwortlichen Minister benannte Form der Altersvorsorge funktioniert so, dass ArbeitnehmerInnen auf freiwilliger Basis private Sparverträge abschließen, die staatlich bezuschusst werden. In der gesetzlichen Krankenversicherung werden den Versicherten zunehmend finanzielle Eigenbeteiligungen zugemutet. Dagegen bleiben Reformen und Sparmaßnahmen, die in erster Linie die Pharmaindustrie schmerzlich träfen, weitgehend aus. Zu allem Überfluss hat die Regierung kürzlich die „Hartz-Kommission“ eingesetzt. Ein Think Tank, der die Arbeitslosenzahl halbieren will, indem er die Arbeitslosen selbst bekämpft: Erhöhung des Drucks auf Langzeitarbeitslose und die Schaffung von LeiharbeiterInnen- und Billigjobs sind die neuen Rezepte der Sozialdemokratie. Seit Bundeskanzler Gerhard Schröder im vergangenen Jahr die Faulenzer-Debatte angestoßen hatte, fallen derartige Vorschläge auf fruchtbaren Boden. Die Beweislast für die erfolglose Jobsuche wird verstärkt vom Staat auf das Individuum verschoben: „Wer keine Arbeit hat, ist selbst Schuld.“ Darüber hinaus sollen künftig bei der Arbeitsvermittlung Menschen mit Familienverantwortung bevorzugt werden – inwieweit

Frauen als solche wahrgenommen werden oder ob dieser neue Kurs die traditionelle Ernährerrolle der Männer begünstigen wird, sollte aufmerksam und skeptisch verfolgt werden. Hausfrauenehe mit Steuerprämie… Noch im Wahlkampf 1998 hatten die Grünen eine „Regenbogenzeitung“ verteilt, welche die Gleichstellung nichtehelicher Paare und den Abbau ehelicher Privilegien gefordert hatte. Da wäre eine Menge zu tun gewesen: Das deutsche Steuerrecht begünstigt einen Einkommensunterschied in der Ehe, das heißt vereinfacht gesagt, der besserverdienende Partner bekommt eine Steuervergünstigung dafür, dass die Partnerin weniger verdient oder gar kein eigenes Einkommen hat („Ehegattensplitting“). Es gibt einen Verheiratetenzuschlag für BeamtInnen (ursprünglich zur Ernährung der Hausfrau gedacht), die soziale Mitversicherung von nicht erwerbstätigen EhepartnerInnen ist kostenlos, geht also auf Kosten der zahlenden Sozialversicherten. Eheprivilegien gelten unabhängig davon, ob ein Paar Kinder hat oder nicht. Im Gegenzug existiert die gegenseitige Unterhaltspflicht der PartnerInnen, die nicht selten in finanzielle Abhängigkeiten mündet und dem Staat Kosten an anderer Stelle erspart, zum Beispiel in der Studienförderung und in der Arbeitslosenhilfe. …auch für Lesben und Schwule? Die Grünen streben die Ausdehnung der althergebrachten Eheprivilegien auf Lesben und Schwule in der sogenannten Homo-Ehe an. Flankiert wird diese Politik

vom Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD), der personell sehr eng mit den Grünen verflochten ist. Er plant jetzt eine Verfassungsklage, um auch die zweite Stufe der Eingetragenen LebenspartnerInnenschaft mit den darin vorgesehenen Rechten durchzusetzen, die von der CDU/CSU nach wie vor im Bundesrat blockiert wird. Der LSVD betreibt hartnäckige Öffentlichkeitsarbeit und politische Einflussnahme. Er wird von einigen eher unpolitischen Prominenten (Hella von Sinnen, Ulrike Folkerts u.a.) unterstützt und nicht selten als Alleinvertreter lesbischschwuler Interessen wahrgenommen. Werbesprüche wie „Gleich viel Recht für gleich viel Liebe“ sicherten die Unterstüt- zung ebenso wohlmeinender wie uninformierter Hetera/os: Wer tolerant und aufgeklärt ist oder dafür gehalten werden will, ist jetzt für die „HomoEhe“. Ein Lieblingsargument derer, denen trotz der zahlreichen Jubelpartys gelegentlich Zweifel an der Billig-Ehe kamen, lautete: durch Heirat mit einer/m deutschen PartnerIn könnten doch immerhin von Abschiebung ins Ausland bedrohte PartnerInnen in Deutschland bleiben. Das trifft zwar für etliche Paare tatsächlich zu. Doch die Frage, ob die Ehe wirklich geeignet ist, die großen Defizite im Asyl- und AusländerInnenrecht auszubügeln, geht in der Diskussion nahezu vollständig unter. Kurz: Die lesbisch-schwule Bewegung in Deutschland strebt in erster Linie die Gleichstellung mit Heterosexuellen im Rahmen der bestehenden Verhältnisse an. Eine Gesellschaftskritik, die darüber hinausgeht, ist selten geworden. ❚

Zum Weiterlesen: Jutta Ditfurth: Das waren die Grünen. Abschied von einer Hoffnung. UllsteinTB 2001, Eur 8,70 (Ö)

Eike Stedefeldt: Schwule Macht oder Die Emanzipation von der Emanzipation. Espresso 1998, Eur 16,40 (Ö)

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themamenstruation

Sie heißt rote Tante, Rosenblüte, Tante Rosa aus Amerika, Bloody Mary, Schokoladezeit, monatliche Blödigkeit oder the curse, der Fluch. Beinahe alle Frauen im gebärfähigen Alter bekommen sie etwa einmal im Monat: die Regel. Ihre erste Menstruation– die Menarche– erleben viele Mädchen völlig unvorbereitet als wenig erfreuliches Ereignis.

Sacer mens Während in vorpartriarchalen Kulturen dem Blut der Frau eine besondere Stellung zukam, wurden menstruierende Frauen mit der zunehmenden Vormachtstellung der Männer als unrein und gefährlich erklärt. In unserer Kultur wird über Menstruation kaum gesprochen. Von Verena Fabris und Eva Steinheimer 16 an.schlägeseptember 2002

Das erste Mal. Die 25-jährige Studentin Tina, die ihre Regel mit elf Jahren bekam, erzählt:„Da bin ich so am Klo gesessen und habe plötzlich so eine bräunliche Flüssigkeit entdeckt. Ich habe meine Oma gerufen, und die hat gesagt: ,Ja Dirndl, jetzt ist es so weit. Jetzt hast du die Regel.‘ Und ich hab‘ gedacht: Scheiße.“ Die 34-jährige Krankenschwester Paula hat ihre erste Menstruation mit siebzehn bekommen:„Ich war ein ziemlicher Spätzünder. Ich habe schon drauf gewartet. Einmal habe ich meine Eltern gehört, wie sie darüber sprachen, dass ich wahnsinnig werden könnte, weil ich meine Regel noch nicht hatte. Die haben gedacht, dass sich dann das Blut irgendwo staut oder so und du dann wahnsinnig wirst.“ Gefreut hat sich hingegen die 51-jährige Unternehmerin Angela über die „G’schicht“, wie ihre Großmutter die Regel nannte:„Ich war durchs Bravo ziemlich aufgeklärt und hab’ schon immer nachgeschaut, ob schon was zu sehen ist. Als sie dann kam, war es ganz harmlos. Meine Mutter hat mir Watte und Zellstoff gegeben, aber ich wollte moderne Binden – die musste ich mir allerdings selber kaufen.“ Ganz anders war es für die 43-jährige Buchautorin Gabriele Pröll:„Ich habe es der Mama gesagt, und die ist mit mir in den Erdäpfelkeller gegangen und hat mir so eine Monatshose gegeben und


Fo t o s : A r c h i v ( l i ) , M a g d a l e n a B l a s zc z u k ( r e )

menstruationthema

Binden aus Watte zum Einknüpfen und hat gesagt: du wirst jetzt eine Frau und du kriegst das jeden Monat, und dann ist sie wieder gegangen. Und da bin ich da in dem Keller gestanden und war irritiert und habe mich irgendwie auch geniert.“ Mütter kommentieren die erste Menstruation oft mit den Worten:„Nun bist du eine Frau.“ Sylvia Groth vom Frauengesundheitszentrum Graz erzählt:„Ich war am Klo und hab Blut in der Hose entdeckt, also braune Flecken. Ich ging mit runtergezogener Hose zu meiner Mutter und die sagte:‚Jetzt bist du eine Frau!’ und ich hab nur gedacht: ‚Ouäää!’. Das war doch eine große, plötzliche Veränderung. Es schien mir eine unangemessen große Bedeutung für die Flecken in meiner Hose.“ Menstruationsriten. Eine große Bedeutung hatte die Menstruation in den meisten vorpatriarchalen Kulturen, Menstruationsriten zählten zu den wichtigsten Kultfeiern. Die bekanntesten sind die griechischen Thesmophorien (thesmophoria, gr. = gesetzbringend, Regel), bei denen sich die Frauen zum rituellen Menstruieren in den Temenos, einen sakralen Frauenort, zurückzogen. Im alten Griechenland gab es Frühlingsfeste, bei denen mit Menstruationsblut vermischter Weizen auf die Erde gestreut wurde, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhöhen. Im alten Ägypten hieß es, dass roter Wein gemischt mit Menstruationsblut die spirituelle Kraft vergrößere. Die Hindus glaubten, dass die Menschen aus dem Menstruationsblut der Mutter Erde entstanden sind, und südamerikanische Mythen erzählen, dass alle Menschen aus dem Menstruationsblut des Mondes entstanden. Die Menstruation einer Frau wurde als kosmisches Ereignis gesehen, das

mit den Zyklen des Mondes verbunden ist. Die Fähigkeit der Frau zu bluten, ohne sich eine Wunde zuzufügen, wurde als Macht angesehen. In der Zeit ihrer Menstruation zogen sich die Frauen oft zurück, um auf ihre innere Stimme zu hören. Die Träume und Erkenntnisse, die sie hatten, waren für den gesamten Stamm bedeutsam. Mit dem Verschwinden matriarchaler Kulturen änderten sich die Einstellungen gegenüber der Menstruation und verkehrten sich ins Gegenteil: Menstruation wurde als unrein und gefährlich betrachtet. Die heiligen Orte des Rückzuges wurden zu isolierten Räumen für menstruierende Frauen. Frauen wurden unter dem Vorwand der Unreinheit entmachtet, in der katholischen Kirche wurde das männliche Blut, das Blut Christi, für heilig erklärt. Die menstruierende Frau wurde mit zahlreichen Tabus belegt. Vom 8. bis zum 11. Jahrhundert wurde menstruierenden Frauen zum Beispiel die Kommunion verwehrt. „Das Unreine hat aber auch etwas mit dem Heiligen zu tun“, sagt Caroline Ausserer, die ihre Diplomarbeit zum Thema Menarcheriten schrieb. In manchen polynesischen Sprachen gibt es nur ein Wort für heilig und Verbot. Die Theologin und Psychologin Jutta Voss geht davon aus, dass sich das Wort Sakrament von sacer mens, der heiligen Menstruation, ableitet. Gebote und Verbote. Die Blutung der Frauen ist in jedem Fall etwas Außergewöhnliches, dem mit zahlreichen Verhaltensregeln, Ge- und Verboten sowie speziellen Ritualen begegnet wird. Die Details dieser Rituale unterscheiden sich von Kultur zu Kultur, es gibt aber auch Übereinstimmungen. In der männlich dominierten Ethnologie wurden

sämtliche Regeln im Zusammenhang mit der Menstruation als Verbote und Tabus interpretiert. Isolierte Plätze für menstruierende Frauen, wie die weit verbreiteten Menstruationshütten, wurden von männlichen Forschern als Orte der Unterdrückung angesehen. Ausserer erzählt von einem Ethnologen, der meinte: „Wie geht es uns doch gut. Frauen können in der Zeit frei herumlaufen.“ Für die Frauen selbst ist die sogenannte Isolierung vielmehr eine Rückzugsmöglichkeit, ein Ort, wo sie sich auf sich selbst einlassen und mit anderen Frauen Zeit verbringen können, betonen sowohl Ausserer als auch Pröll, Autorin des Buches „Meine Tage“. Menstruationsriten sollten nicht isoliert von anderen Regeln und Ritualen einer Kultur interpretiert werden. Weit verbreitet ist zum Beispiel das Gebot zu fasten. Einerseits wird es mit dem Zustand der rituellen Unreinheit der Frau begründet. Andererseits ist Fasten ein weit verbreitetes Ritual zur Stärkung und keineswegs auf menstruierende Frauen beschränkt. In vielen Kulturen gibt es Verbote, bestimmte Nahrungsmittel zuzubereiten, Feuer zu machen, bestimmte Gegenstände zu berühren und Geschlechtsverkehr zu haben. Zugrunde liegen den Verboten religiöse oder mythisch überlieferte Vorstellungen über die Gefahren oder Kräfte, die das Menstruationsblut in sich birgt. Einer Verletzung der Gebote werden vielfältige Folgen zugeschrieben: Missernten, Kinderlosigkeit, Unwetter oder Tod.

„Der Tampon nimmt Ihre Regel da auf, wo sie stattfindet – im Inneren Ihres Körpers.“ Versteckt und unsichtbar soll sie ablaufen, sauber und diskret! – die Menstruation

Frauengesundheitszentrum Graz T. 0316/83 79 98, Brockmanngasse 48/1.Stock, 8010 Graz: http://www.fgz.co.at/ größtes deutschsprachiges Internetportal zu Frauengesundheit

Frauengesundheitszentrum Kärnten: http://www.fgz-kaernten.at

Frauengesundheitszentrum Linz: http://www.fgz-linz.at

Frauengesundheitszentrum Tirol: http://www.fgztirol.at

FEM – Frauengesundheitszentren

Die Menarche. Vielerorts genießt die Menarche, die erste Menstruation eines Mädchens, besondere Aufmerksamkeit. Sie wird von der Gemeinschaft mit großer Freude und Festen begrüßt, denn sie

Wien: http://www.fem.at

Museum der Menstruation: http://www.mum.org

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themamenstruation

Die Blutung der Frau ist in jedem Fall etwas Aussergewöhnliches, dem mit zahlreichen Verhaltensregeln begegnet wird.

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nachhaltig geprägt. Wie in vielen anderen Kulturen hat sich auch in Griechenland die positive Einstellung gewandelt, sodass in der griechischen Antike die Menstruation als Beweis für die Minderwertigkeit der Frau galt, die als unvollkommener Mann gesehen wurde. Der Philosoph und Mathematiker Pythagoras (580-496 v.u.Z.) meinte, dass die Lebenssäfte der Frau in Ungleichgewicht seien und mit der Menstruation ein Überschuss aus der Nahrung abgeben werde. Ähnliche Ansichten vertraten auch der Arzt Hippokrates (460-377 v.u.Z.) und der Philosoph Aristoteles (384-322 v.u.Z.). Hintergrund dieser Auffassung bildet die Humoralpathologie, die „Viersäftelehre“, wonach die richtige Mischung der Körpersäfte Gesundheit bedeutet und deren Ungleichgewicht Krankheit hervorruft. Zudem war die Meinung weit verbreitet, jede Regelblutung bedeute eine missglückte Schwangerschaft, da man dachte, der Embryo entstehe aus dem Blut. In anderen Lehrmeinungen widerum galt das Blut als Nahrung des Embryos. Der römische Philosoph Plinius der Ältere (32-79 n.u.Z.) beschrieb ausführlich die Gefährlichkeit und Giftigkeit des Menstruationsblutes: „Der Wein versauert, die Früchte verdorren, Waffen und Messer werden stumpf, Metalle setzen Rost und Grünspan an. Schwangere Stuten abortieren unter dem Blick von, vor allem zum ersten Mal, menstruierenden Jungfrauen.“ Allerdings konnte das Blut laut Plinius auch bestimmte Krankheiten heilen oder UnGiftiges Blut. Auch in der Wissenschaft geziefer vertreiben. fand die Menstruation Beachtung. BeIm Mittelalter wurde die Lehrmeikannte Philosophen und Gelehrte durch die Epochen haben sich mit ihr beschäf- nung von der minderwertigen Frau weiter tradiert. Immer mehr Einfluss tigt. Der Umstand, dass es sich dabei gewannen kirchliche Lehren, die die fast ausschließlich um männliche WisMenstruation auf den Sündenfall im senschafter handelte, hat die EinstelParadies zurückführten. Die bekannte lung gegenüber der Menstruation und Äbtissin Hildegard von Bingen (1098damit verbunden auch das Frauenbild

zeugt von der Fortpflanzungsfähigkeit der jungen Frau und somit dem Fortbestand der ganzen Ethnie. Für das Mädchen gilt es, die vorgeschriebenen Riten zu befolgen oder über sich ergehen zu lassen. Die Ausprägung dieser Rituale ist sehr unterschiedlich und reicht von rituellen Tänzen über Tätowierungen bis hin zu Genitalverstümmelungen. Caroline Ausserer hat sich in ihrer Diplomarbeit bewusst nur mit positiv besetzten Menarcheritualen beschäftigt:„Mir ist es auch darum gegangen zu zeigen, inwiefern Rituale unterstützend sein können, die Menstruation positiv zu erleben. Schön fand ich zum Beispiel die Initiationsriten der Ndembu in Sambia.“ Dort laufen die Initiationsriten in drei Phasen ab: zuerst wird das Mädchen von der Gruppe getrennt und kommt in eine Hütte abseits des Dorfes. In einer zweiten Phase wird sie von einer älteren Frau, einer Zeremonienleiterin, in verschiedene Wissensgebiete eingeführt: Medizin, Sexualität, Tanz, Umgang mit dem Körper. In einer dritten Phase wird sie mit ihrem neuen Wissen in einem großen Festakt in die Gemeinschaft reintegriert. Ausserer glaubt, dass wir aus den Riten der Ndembu etwas für unsere Gesellschaft lernen könnten: „Also die Idee von der Mentorin, die dich einführt, hat mir gut gefallen. Das finde ich fehlt in unserer Gesellschaft ja komplett, der Übergang vom Kindzum Erwachsensein. Das sollte man besser einbetten in eine Entwicklung.“

1179) schrieb: „Alle Gefäße des Weibes würden unversehrt und gesund geblieben sein, wenn Eva allezeit im Paradies verblieben wäre.“ Gleichzeitig versuchte sie aber neben dem Strafcharakter der Menstruation auch deren Bedeutung als Voraussetzung für Schwangerschaft hervorzuheben. Mit dieser teilweise positiven Deutung stand sie aber alleine da. Auch in der Renaissance änderte sich wenig. Die medizinischen Kenntnisse unterschieden sich kaum von jenen der Antike. Die Einstellung gegenüber der Menstruation war geprägt von Magie, Religion und Humoralpathologie. So ist es auch wenig verwunderlich, wenn der berühmte Arzt und Philosoph Paracelsus (1493-1541) schreibt:„Es gibt kein Gift in der Welt, das schädlicher ist als das Menstruationsblut.“ Ab dem 18. Jahrhundert schließlich kommt es durch zunehmende medizinische Erkenntnisse zu einem Wandel des Frauenbildes: die Frau ist kein minderwertiger Mann, keine gefährliche, menstruierende Hexe mehr, sondern der Gegenpol zum Mann, der Kinder gebären kann. Das Hausmutterideal begann sich durchzusetzen. Ein pathologischer Zustand. Lange Zeit galt allein der männliche Samen als ausschlaggebend für die Zeugung. Erst im Jahr 1827 wurde die weibliche Eizelle entdeckt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts glaubten die Mediziner, dass die Zeit des Eisprungs und der Fruchtbarkeit zusammenfiele. Schließlich setzte sich die Überzeugung durch, dass die Menstruation die Ausstoßung eines nicht befruchteten Eis darstellt. Mit dieser Erkenntnis waren jedoch zahlreiche moralische Bewertungen verknüpft. Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt wurden als normale Zustände der Frau erklärt, während die Menstruation


Fo t o s : A r c h i v ( l i ) , Ve r e n a Fa b r i s ( r e )

menstruationthema links: Caroline Ausserer rechts: Gabriele Pröll bietet

Beratung für Frauen und Mädchen an, die Probleme mit ihrer Menstruation haben oder sich näher mit ihr beschäftigen wollen. Nähere Infos unter: gabi.proell@chello.at

zu einem pathologischen Zustand gemacht wurde: „Jedes Ei, welches in die Gebärmutter gelangt (...) muss stets befruchtet werden. Wenn jedoch die Frau den cohabitationsact nicht häufig genug ausübt, so ist ihr Leben nicht hygienisch, und die derartige Vernachlässigung dieser neuen hygienischen Regel führt zur Menstruation, d.h. (...) zu einem pathologischen Zustand.“ Psychologen wie Krafft-Ebing erklärten Frauen während der Menstruation für verrückt und erstellten aufwendige Studien über das „Irre-Sein“ der Frauen. Allen Frauen wurde die Neigung zur Hysterie (= gr. für Gebärmutter) attestiert, wobei davon ausgegangen wurde, dass der „wild gewordene Uterus“ für die hysterischen Leiden verantwortlich sei. Krafft-Ebing behauptete, dass Frauen zur Zeit der Menstruation viel häufiger zu Mörderinnen, Diebinnen oder Brandstifterinnen würden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts glaubte ein Wiener Arzt, ein Menstruationsgift entdeckt zu haben, dessen Existenz erst 1958 widerlegt wurde. Vielfache Beachtung fand das Prämenstruelle Syndrom (PMS). PMS bezeichnet eine Vielzahl von Symptomen, die Frauen vor oder während ihrer Periode aufgrund des erhöhten Hormonspiegels erfahren. In den letzten 30 Jahren hat die Pharmaindustrie menstruierende Frauen als Markt entdeckt und zahlreiche Medikamente gegen PMS entwickelt. Nicht zuletzt sollen damit auch wirtschaftliche Interessen befriedigt werden: die Frau soll funktionieren, 100% einsatzfähig sein. Zur Zeit gibt es in Japan Forschungstendenzen, die Menstruation mit Medikamenten zu unterdrücken. „Viele ,modern women` wollen nicht bluten“, meint Frauenärztin Sonja Karasegh. „Aber was bedeutet das für uns Frauen, wenn wir nur mehr künstlich funktionieren und nicht mehr unter einem

natürlichen Rhythmus schwingen?“ Sylvia Groth vom Grazer Frauengesundheitszentrum sieht diese Tendenzen in der medizinischen Forschung in einem Gesamtzusammenhang: „Hinter dieser Forschung steckt aber ganz einfach das Gesamtkonzept, das die heutige Medizin vom weiblichen Körper hat. Im Fall der Menstruation sollen die natürlichen Veränderungen von Frauen abgeschafft werden. Das finden wir auch bei der Hormonbehandlung im Wechsel.“

schaft, dass die Menstruation nicht erwünscht ist, dass alles getan werden soll, um die Zeit der Menstruation so „normal“ und unauffällig wie möglich zu gestalten. Es wird den Frauen vermittelt, dass sie, wenn sie bestimmte Produkte benutzen, so funktionsfähig sind, wie wenn sie ihre Periode nicht haben. Nur für wenige Frauen spielt die Menstruation eine positive Rolle in ihrem Leben. Da kulturell überlieferte Riten fehlen, schlägt Gabriele Pröll vor, eigene Riten zu entwickeln. „Alleine, Rote Rosen. Außer im medizinischen Kon- ganz kurz, einmal im Monat sich hinzulegen, vielleicht eine halbe Stunde, eine text wird die Menstruation in unserer schöne Musik aufzulegen oder irgendKultur kaum thematisiert. „Sie kommt vor über die Werbung zur Monatshygie- wie eine Stimmung für sich zu erzeugen und hineinzuspüren, was da eine. Da ist jedoch eigentlich die Botgentlich passiert.“ Caroline Ausserer erschaft, dass frau sie möglichst verzählt von einer Freundin, die sich, wenn stecken soll“, attestiert Gabriele Pröll. sie die Regel bekommt, immer rote RoEnde des 19. Jahrhunderts wurden die Wegwerfbinden erfunden. 1950 kam sen kauft. Eine andere trägt immer rote der Tampon auf den Markt. Doch erst in Kleidung. den 50er Jahren nahm die Werbung für Monatshygieneartikel und Schmerzmit- Das letzte Mal. Keine Regel mehr betel zu. Statt kleiner versteckter Hinwei- kommt die 56-jährige Malerin Ingrid. se konnte man nun große halb- oder „Und das ist herrlich“, sagt sie lachend. ganzseitige Werbeeinschaltungen finZunächst sei es schon eine Umstellung den. Die Hauptbotschaft der Werbung gewesen, schließlich habe sie die moin den 60er Jahren lautet: Sicherheit, natliche Blutung über vierzig Jahre lang Freiheit, Zuverlässigkeit, Schutz. „Tambegleitet. Ingrid begann erst spät, sich pax Tampon. Damit du keine Entschulmit ihrem Körper zu beschäftigen. Als digung brauchst. Du kannst ungehinsie mit Mitte fünfzig einmal die Mendert die magische Welt des Meeres gestruation nicht pünktlich bekam, dachte nießen. Jederzeit. Keine Ausreden nötig, sie schon, das sei nun das letzte Mal gewie: Ich habe ein schwere Erkältung wesen und der Wechsel schon vorbei. oder: Ich habe eine schlimme EntzünDann hat sie viel über den weiblichen dung am Finger“, lautete eine WerbeKörper gelesen, und erst jetzt kann sie botschaft aus den 60ern. Nach wie vor dazu stehen, dass sie während der Reoperiert die Werbeindustrie mit dem Er- gel oft sehr sensibel und „leicht anzeugen von Gefühlen wie Freiheit und gerührt“ war. Sicherheit und verbindet den Gebrauch Die 43-jährige Ärztin Lisa ist jedes von bestimmten Artikeln mit Begriffen Monat froh, dass sie ihre Menstruation wie jugendlich, schön, sportlich, aktiv. noch bekommt: „Für mich ist das schon Sicherheit, Sauberkeit und Diskretion ein wichtiger Teil des Frau-Seins“, sagt des zu bewerbenden Produktes stehen sie. „Ich glaube, dass mir dann wirklich im Vordergrund, verbreitet wird die Bot- etwas fehlen wird.“ ❚

Zum Weiterlesen:

Gabriele Pröll: Meine Tage – Quelle weiblicher Kraft und Intuition. Bauer 2002, Eur 15,50

Caroline Ausserer:„Menstruation und weibliche Initiationsriten“ in der Reihe Historische Anthropologische Studien im Peter Lang Verlag der Wissenschaften (Hg. Hubert Ch. Ehalt) (erscheint im Herbst)

Jutta Voss: Das Schwarzmond-Tabu. Die kulturelle Bedeutung des weiblichen Zyklus. Kreuz Verlag 2001, 15. Auflg., Eur 25,60

Luisa Francia: Drachenzeit. Die verborgene Kraft der Menstruation. Frauenoffensive 1987, Eur 10,20

Tricia Kreitman, Fiona Finley, Fiona und Rosemary Jones: Problemlos durch die Tage. Was Mädchen über die Periode wissen möchten. Ueberreuter 2002, Eur 9,90

Regel-lose Frauen:Wechseljahre im Kulturvergleich. Hg. von Godula Kosack und Ulrike Krasberg, Helmer 2002, Eur 19,50

september 2002an.schläge 19


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an.risswissenschaft wechseljahre

Hormone – alles gut? Wenn Frauen in die sogenannte dritte Lebensphase wechseln, brauchen sie sich nicht darum zu sorgen, dass ihr Leben nun langweiliger verläuft, nur weil jetzt all die Aufregungen vorbei sind. Mit den Wechseljahren geht es erst richtig los. Hitzewallungen, Unpässlichkeiten, Schlaflosigkeit, Herzkreislauferkrankungen oder Osteoporose. Aber keine Angst, es gibt ja die Hormonbehandlung. Fast jeder Frau werde dazu geraten, die Vorteile werden betont, Risiken verharmlost, so Sylvia Groth, Geschäftsführerin des Frauengesundheitszentrums in Graz (FGZ). Das FGZ weist bereits seit Jahren auf die geringe wissenschaftliche Basis der Vorteile einer Hormonbehandlung während der Wechseljahre hin und fordert gemeinsam mit dem bundesdeutschen Arbeitskreis Frauengesundheit, dem Deutschen Ärztinnenbund und dem deutschen Frauengesundheitszentrum ein Umdenken. Verstärkt wird diese Forderung durch alarmierende Resultate einer langjährigen Studie in den USA. Im Rahmen dieser Untersuchung wurde den Teilnehmerinnen eine Östrogen/Gestagen-Kombination verabreicht. Schließlich wurde bekannt, dass eine langjährige Einnahme das Risiko z.B. für Brustkrebs, Herzinfarkt, Thrombose oder Schlaganfall wesentlich erhöht. Die Studie musste aufgrund der nachgewiesenen gesundheitlichen Schäden kürzlich abgebrochen werden. Eine breite öffentliche Diskussion in Österreich über diese Ergebnisse fand bisweilen noch nicht statt. Das FGZ macht auf mögliche Risiken von Hormoneinnahmen aufmerksam und informiert über alternative Behandlungsmethoden. PÖ Frauengesundheitszentrum Graz, Brockmanngasse 48, 8010 Graz, T. 0316/83 79 98, e-mail: frauen.gesundheit@fgz.co.at, http://www.fgz.co.at

studie zum studium

Kultur des Drop-outs

tagung

Film- und TV-Wissenschaften Von 15. bis 18. Mai 2003 findet in Wien eine internationale Tagung mit dem Titel „Screenwise – Standorte und Szenarien der zeitgenössischen feministischen Film- und TV-Wissenschaften“ statt. Die von Synema und dem Verband feministischer Wissenschaftlerinnen in Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum organisierte Tagung möchte neben einer Bestandsaufnahme feministischer Film- und TV-Wissenschaften „Fragen nach der Konstitution und Reflexion des Subjekts der zeitgenössischen Theorie zu Kino und TV“ aufwerfen. Wissenschafterinnen aus dem Bereich Film-, Fernseh- und Medienwissenschaften oder verwandten Gebieten der Geistes- und Sozialwissenschaften können noch bis zum 15. Oktober ihre Abstracts einsenden, um sich für einen Vortrag zu bewerben. ani Info: SYNEMA – Gesellschaft für Film und Medien, Neubaugasse 36/1/1/1, A-1070 Wien, e-mail: synema@chello.at

„Akademische Grade zwischen Traum und Wirklichkeit“ – so der Titel einer Studie von Frank Landler und Rene Dell´mour. Untersucht wurden die sozialen Bedingungen, welche für Studienerfolg und -dauer ausschlaggebend sind. Der familiäre Background von Studierenden ist nach wie vor von großer Bedeutung. Während Kinder aus AkademikerInnenhaushalten mit einer überdurchschnittlichen Wahrscheinlichkeit rechnen können, ihr Studium erfolgreich abzuschließen, haben Kinder von ArbeiterInnen und HandwerkerInnen deutlich geringere Chancen auf einen erfolgreichen Studienabschluss. Neben der sozialen Herkunft spielt die Geschlechtszugehörigkeit eine entscheidende Rolle für den Studienerfolg. So brechen Studentinnen ihr Studium häufiger ab als ihre Kollegen. Generell gebe es in Österreich eine „Kultur des Drop-Outs“, so Landler, die bereits in den BHS und AHS beginne. Das Projektzentrum Frauenförderung reagiert auf die hohe Drop-Out-Rate und bietet im September ein dreitägiges Seminar an, bei dem sich Studienanfängerinnen mit ihren Wünschen für die berufliche Zukunft auseinander setzen können. ani

schweiz und eu

Datenbanken

Rooseveltplatz 2, 1090 Wien (Seminarraum II)

Expertin gesucht? Das sollte kein Problem sein, haben sich der Verein Feministische Wissenschaft Schweiz und die Schweizerische Akademie der Naturwissenschaften gedacht und die Expertinnendatenbank „femdat“ initiiert. Die dreisprachige Datenbank ermöglicht die Suche nach Fachfrauen aus den unterschiedlichsten Bereichen in Wissenschaft und Praxis. Eintragen können sich alle Frauen, die über einen Abschluss an einer Universität oder Fachhochschule oder über mehrjährige Erfahrung in einem Fachgebiet verfügen. „Women and Science“ heißt die Internetseite der EU, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Daten über die Situation von Frauen in der Wissenschaft zu sammeln. Unter den statistisch aufgearbeiteten Daten über alle fünfzehn Länder der EU findet sich allerlei nützliches Zahlenmaterial über die Repräsentation von Frauen in den verschiedenen Fachbereichen, hochschulinternen Hierarchien und Gremien. Ergänzt wird die Datenfundgrube durch eine umfangreiche Linksammlung. ani

Info und Anmeldung: Projektzentrum Frauenförderung, Marie-Theresien-Str. /17, 1090 Wien,

Femdat: http://www.femdat.ch

T. 01/4277/18431, e-mail: femail@univie.ac.at, http://www.univie.ac.at/frauenfoerderung

Women and Science: http://europa.eu.int/comm/research/science-society/women/wssi/index_en.html

„Was will Frau eigentlich von der Uni?“ Seminar für Studienanfängerinnen vom 17.09.-19.09.2002 im Institut für Soziologie,

september 2002an.schläge 21


Fo t o s : M i c h a e l Ze c h a n y ( g r o s s) , A r c h i v ( k l e i n e )

wissenschaftforum

Seit zehn Jahren arbeite ich als Kunst- und Kulturvermittlerin in verschiedensten Ausstellungshäusern, Museen und als staatlich geprüfte Fremdenführerin.Vor drei Jahren begann ich, im Alleingang kritische, feministische Frauenstadtspaziergänge durch Wien und im Kunsthistorischen Museum anzubieten. Anlass meiner Beschäftigung mit Frauen in der (Kunst)geschichte war das eigene Unbehagen: als Frau nicht vorzukommen, nicht erwähnt zu werden, mit-gemeint zu sein; ständig Inhalte vermitteln zu müssen, die mit mir, meiner Lebenssituation, vor allem meiner Existenz als Frau, kaum oder gar nichts zu tun haben. Täglich Herrschafts- und Männergeschichte zu erzählen, ist mir immer unmöglicher geworden, der gedankliche und persönliche Spagat, der tägliche Akt der Selbstverleugnung in der Ausübung meines Berufes hat Unruhe hervorgerufen.

„Ich sehe, was ich weiß“ In der Art, wie eine Stadt mit ihren Häuserfassaden, Denkmälern und Museen umgeht, zeigt sich der Umgang der Gesellschaft mit ihrer Geschichte und ihrem Kulturerbe. Gegen das Verdecken weiblicher Geschichte arbeitet Petra Unger 22 an.schlägeseptember 2002

Stadt der Männer. Herrscher-Eliten inszenieren sich in der Stadt in Form von Palästen, aufwendigen Wohnbauten, bestimmte gesellschaftliche Gruppen veranlassen die Errichtung von Denkmälern und Gedenktafeln. Frauen finden sich in der Regel in den historischen Abbildungen selten wieder. Kaum eine Straße oder ein Platz, die nach einer historischen Frau benannt wurden, oder vom Denkmal einer solchen geziert wurden. Zahlreich vorhanden aber


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sind Frauen als allegorische Figuren, meist halbnackt oder nackt, als Dekoration: Frauenbilder, aber keine realhistorischen Frauen. Ent-decken. Frauengeschichte und ihre Manifestation in Form von Gebäuden oder öffentlichen Inszenierungen des Gedenkens wird häufig als unsichtbar bezeichnet. Das ist in der Betrachtung der Stadt und der Museen nur bedingt richtig. Tatsächlich gibt es auffallend wenige Denkmäler und Gedenktafeln, Straßen und Plätze, die nach Frauen benannt sind.1 Die Gebäude, in denen Frauen Geschichte geschrieben haben, stehen aber häufig noch. Diese den Frauen, die darin lebten und wirkten, wieder zuzuordnen, ist ein wesentlicher Bestandteil feministischer Forschungsund Vermittlungstätigkeit. Feministische Geschichtsvermittlung legt das Gewicht auf die Rolle der Frauen im historischen Kontext, analysiert die damaligen Zuschreibungen, thematisiert die Beschränkungen und Diskriminierungen, denen Frauen – in unterschiedlicher Form – in allen Epochen ausgesetzt waren. Sie thematisiert die widerständigen Strategien, um trotz der zahlreichen Hindernisse zu einem Mindestmaß an Selbstverwirklichung zu kommen. Frauenbiografien zu erzählen allein, ist nicht genug. Es braucht eine kritisch-feministische Analyse, um Rollenzuschreibungen, die schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten existieren, nicht ein weiteres Mal zu reproduzieren bzw. zu verfestigen. Die kulturell-historischen Zuordnungen von Eigenschaften müssen in ihrer Entstehungsgeschichte reflektiert, hinterfragt und als Konstrukte vermittelt werden, nicht als unveränderliches Faktum. Beispiele. Affirmative Zuschreibungen finden sich häufig auch in Bildbeschriftungen von Frauenportraits in den Museen. Ein anschauliches Beispiel ist der Text zu einem Portrait Isabella d’Estes im Kunsthistorischen Museum Wien2: „Das eine Bild von Tizian zeigt Isabella als junge Frau (...), wobei dessen Kopie von Rubens nicht erhalten ist. Das an-

dere, die sogenannte „Isabella in Rot“ kam ihrem Alter näher – sie war bereits über sechzig, aber immer noch putzsüchtig.“ Was soll frau dazu sagen?! Ein männliches Portrait wird wohl kaum in dieser Weise beschrieben werden! Isabella D’Este (1474-1539) war eine der meistgefeierten Frauen ihrer Zeit, hochgebildet, eine einflussreiche Kunstmäzenin. Nicht nur die Inhalte der Bilder und Objekte müssen daher kritisch hinterfragt und betrachtet werden, sondern häufig auch die museologischen Mittel. Die Abbildung von Vergewaltigung, sexueller Belästigung und deren gesellschaftlichen Folgen werden in inhaltlichen Beschreibungen oft verharmlost. Vergewaltigung wird als „Verführung“ bezeichnet.Weibliche Verzweiflungstaten werden bis zur Unkenntlichkeit uminterpretiert. Die Geschichte der römischen Mythologie beschreibt Lukrezia, die Frau eines römischen Feldherren, die nach einer Vergewaltigung Selbstmord begeht, um der Diskriminierung als „Geschändete“ zu entgehen. Im Bildkommentar des Bildes von Veronese im Kunsthistorischen Museum wird ihre Verzweiflungstat als „Heldentat“ bezeichnet. Eine völlig unzulässige Interpretation. Das Fehlen von Frauengeschichte zeigt sich auch anhand des Gemäldes des Malers Ferdinand Andri mit dem Titel „Sitzende in rotem Kleid“3. Dahinter verbirgt sich Helene Zarci, die dem Maler mehrere Male Modell stand. Das Fehlen ihres Namens leugnet ihre Existenz als reale Frau und damit ihre Geschichte. Aufgaben. Ein wesentlicher Bestandteil feministischer Kulturvermittlung ist es auch, Unerwähntes zu benennen. Damit ist vor allem die Geschichte der widerständigen und revolutionären Frauen gemeint. Die besondere Rolle von Frauen während der Revolution 1848 oder der Feministinnen der Frauenbewegung soll sichtbar gemacht und in Beziehung zu heutigen Verhältnissen gebracht werden. So profitieren heute noch Frauen von den Errungenschaften der ersten und zweiten Frauenbewegung. Anhand dessen läßt sich auch

thematisieren, dass erkämpfte Rechte immer wieder bedroht sind, weibliche Errungenschaften immer wieder Gefahr laufen, abgeschafft zu werden. Feministische Kunst- und Kulturvermittlung bietet also ein breite Palette von Möglichkeiten, die Diskriminierung von Frauen in den unterschiedlichsten Bereichen aufzuzeigen, historische Vorbilder dem Vergessen oder Verleugnen zu entreißen. Handlungsmöglichkeiten müssen aufgezeigt werden, indem auf die Konstruiertheit verschiedener Phänomene, Werte und Definitionen hingewiesen wird und damit die Veränderbarkeit als Dimension eingeführt werden kann. In diesem Sinne hat feministische Vermittlungsarbeit das Ziel, den kritischen Blick zu schärfen, Identifikationsmöglichkeiten zu schaffen und Zukunftsvisionen zu erlauben. Persönlicher Standpunkt. Feministische Theorien haben die Konstruktion der unterschiedlichen Weiblichkeitsbegriffe sichtbar gemacht und damit auch ihre Veränderbarkeit.„Weiblichkeit als Schicksal“ ist damit relativiert. Diese Erkenntnis ist für mich ein wesentlicher Ausgangspunkt meiner Arbeit in der Kulturvermittlung: Das historisch-kulturellgesellschaftliche Gewordensein von Geschlechterdefinitionen aufzuzeigen und damit einhergehend das Aufzeigen der gestalterischen Möglichkeiten, ist Dreh- und Angelpunkt meiner Tätigkeiten. Feminismus beinhaltet, Frauen darin zu bestärken, aktiv zu werden in der Auseinandersetzung mit ihrer Realität – auch politisch. Sichtbar machen, Kritikfähigkeit stärken, Selbstbewusstsein fördern, Strategien aufgreifen oder die Entwicklung neuer Strategien initiieren, Diskussionen in Gang bringen, sind zentrale Momente meines Bemühens als Kulturvermittlerin. Feministische Theorien sind mir darin ein wertvolles und zentrales Instrument, zusammen mit den Objekten in Museen, Ausstellungen und der Stadt, die mir als lustvolles und interessantes Medium der Vermittlung von Inhalten dienen. Eine Kombination, die mir ein direktes Vermitteln vor Ort erlaubt. ❚

Petra Unger schrieb ihre Diplomarbeit zum Thema:„Ich sehe, was ich weiss“ Aspekte feministischer Kulturvermittlung. Anmeldung für Frauenstadtspaziergänge: T. 01/595 29 62, e-mail: p.unger@nextra.at

1 Die Grazer Künstlerin Veronika Dreier führte 1990 in Graz eine Studie zur historischen Repräsentation von Frauen in der Öffentlichkeit durch. Das Ergebnis war bedenklich: von 193 Gedenktafeln, Denkmälern und Plastiken waren ganze vier(!) Frauen gewidmet. In dem Buch „Grazer Straßennamen“ von Astrid Wentner und Karl Kubinsky wird festgestellt, dass mehr Strassen nach Vogelnamen als nach Frauen benannt sind. In Wien dürfte die Situation identisch sein.

2 Bild rechts oben

3 Bild rechts unten

september 2002an.schläge 23


an.sage

In Verhandlung Renate Brauner, Wiener Frauenstadträtin, und Siegrid Wistrcil von TAMAR –

Beratungsstelle für sexuell missbrauchte Frauen und Kinder zur geplanten Einführung von 3-Jahresverträgen bei der Subventionierung von Wiener Fraueneinrichtungen.

Standpunkte und Kommentare müssen nicht mit der Redaktionsmeinung übereinstimmen.

Renate Brauner

Siegrid Wistrcil

Die Frauenpolitik der derzeitigen Bundesregierung ist „bestenfalls“ nicht vorhanden, meistens jedoch rückschrittlich und schädlich für die Eigenständigkeit der Frauen. Vereinen und Organisationen, die explizit feministische Ansätze verfolgen, wird ihre Arbeit besonders schwer gemacht. Wien ist hier sicher anders: mit einem Frauenressort, einer eigenen Frauenabteilung und einem auch in Zeiten insgesamt knapper werdender Mittel gesicherten Frauenbudget. Mir ist besonders auch der kontinuierliche Dialog mit den Wiener Fraueneinrichtungen und -beratungsstellen wichtig. An dieser Stelle muss jedoch auch mit Nachdruck festgehalten werden, dass die Stadt Wien nicht überall dort einspringen kann, wo der Bund kürzt. Derzeit wendet das Frauenressort der Stadt Wien mit 5,5 Millionen Euro fast doppelt so viele Mittel für Subventionen auf, als der „Frauenminister“, der für ganz Österreich 3 Millionen Euro für die Förderung von Frauenvereinen ausgibt. Doch auch in Wien wird der finanzielle Spielraum leider zunehmend enger. In welchen Bereichen Geld für Frauen investiert wird, ist daher stets eine politische Entscheidung, das zeigt auch das in den letzten Jahren stets gestiegene Budget des Frauenbüros. Unsere Prioritätensetzung im Bereich Gewaltschutz ist mit der Eröffnung des 4. Wiener Frauenhauses klar dokumentiert. In einigen Fällen bemühen wir uns auch, durch Lobbying auch andere Geldquellen für Vereine, die bereits unter Druck geraten sind, zu erschließen. Die Umstellung auf 3-Jahresverträge in Wien bietet sowohl für die Vereine als auch für die Fördergeberin die Chance auf eine langfristige Planung. Eine mehrjährige Absicherung hätte den unschätzbaren Vorteil, dass Vereine und ihre engagierten Mitarbeiterinnen wieder in Ruhe arbeiten könnten. Diese Umstellung ist derzeit Gegenstand von partnerschaftlich und transparent geführten Verhandlungen – auch das unterscheidet Wien vom Bund. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass etwa die Jährlichkeit der Förderungen zu Problemen für einige Einrichtungen geführt hat und zu Beginn des Kalenderjahres Finanzierungslücken entstehen können. Nicht zuletzt wäre mit den 3-Jahresverträgen sicher eine Reduzierung des Bürokratieaufwandes verbunden, denn: bereits jetzt gibt es Vereine, die aufgrund der bürokratischen Schikanen der Bundesministerien mehr Zeit und Energie in ihre Abrechnungen als in ihre Beratungstätigkeit investieren müssen. Das alles kann und darf nicht zur Normalität werden! ❚

Ab Herbst 2002 soll nun im Bereich der Frauenförderung der MA 57 eine längerfristigere Absicherung einiger Beratungstellen mittels 3-Jahresverträgen, sowie eine Verwaltungsvereinfachung stattfinden. Wir begrüßen diese Initiative und freuen uns, dass wir zu den Projekten gehören, die einen 3-Jahresvertrag bekommen, sehen jedoch auch einige grundsätzliche Probleme. Die Budgetkürzungen der Bundesregierung und die Beschränkung der Fördermittel für Frauen auf allen Ebenen (Bund, Land und Stadt) treffen uns unabhängig davon, ob wir 1- oder 3-Jahresverträge bekommen: Zum einen wird die Höhe der Förderung am Status Quo eingefroren. Lediglich mit einer 2-prozentigen Inflationsabgeltung pro Jahr können wir in Zukunft rechnen. Das heißt, wir können unsere personellen und räumlichen Kapazitäten nicht mehr ausweiten, obwohl die Nachfrage in den letzten Jahren stark ansteigt. Das hängt vielleicht mit einer Zunahme der sozialen Probleme zusammen, sicherlich aber damit, dass sexuelle Gewalt immer weniger ein Tabuthema ist und die Frauen heute eher Hilfe in Anspruch nehmen. Zum anderen sind – aufgrund dieser restriktiven Budgetpolitik – die 3-Jahresverträge nur für einen Teil der Wiener Frauenorganisationen vorgesehen und andere Projekte müssen um ihren Fortbestand weiter bangen, wodurch eine größere Konkurrenz innerhalb der Frauenszene um die insgesamt zu geringen Finanzmittel entstehen kann. Zusammenschluss und Solidarität ist daher wichtiger denn je! Ein weiteres Problem sehen wir darin, dass durch die Neuregelung eine Obergrenze für Gehälter festgelegt wird, was soviel heißt, dass Kolleginnnen, die viele Jahre in einer Organisation arbeiten, nicht mehr vorgerückt werden können, wenn sie diese Gehaltsstufe erreicht haben. Auch wenn diese Obergrenze von den meisten Projekten heute noch nicht erreicht wird, so ist das ja nur auf die langjährige Unterbewertung und Unterbezahlung unserer Arbeit zurückzuführen. Es wäre unseres Erachtens falsch, darin einen Fortschritt zu sehen, wie es viele Kolleginnen tun, sondern es ist ein Eingriff in die Autonomie der Vereine, über ihre Personal- und Finanzpolitik zu entscheiden. Zusammenfassend würden wir sagen: Wenn wir uns nicht spalten lassen und unser gemeinsames Ziel, nämlich ausreichende Förderung der Frauenarbeit und gerechte Entlohnung unserer Arbeit nicht aus den Augen verlieren, können wir die Neuregelung jedenfalls als einen großen Fortschritt sehen, haben aber noch viel Weg zurückzulegen. ❚

24 an.schlägeseptember 2002


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FrauenLesben-Vollyballgruppe „Flying Sox“ sucht Mitspielerinnen, Dienstag 18-19.30, Renate T. 01/810 92 31 Wir sind die Chrysler Vikings Ladies (Vizemeisterinnen), eines der bereits 6 Damen-American Footballteams in Österreich! Da Football leider NOCH immer als Männerdomäne gilt und die meisten nicht mal wissen, dass auch Frauen diesen Sport ausüben(können), ist es leider schwer, neue Mitglieder zu werben. Wir würden uns sehr freuen, eine von euch mal bei einem Schnuppertraining begrüßen zu dürfen! Keine Angst, ob dick oder dünn, sportlich oder unsportlich, bei uns ist jede willkommen! http://www.viennavikings.com, e-mail: shark33@defense.com

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Das Ärgste ist schon überstanden. Es wurden Wände versetzt, ein neues Klo eingebaut, ein Estrich verlegt, diverse Wände verputzt, verspachtelt, angemalt und Tore lackiert, viel Dreck gemacht und wieder aufgeräumt. Jetzt holen wir tief Luft und hoffen auf die Subvention der MA 57 in voller Höhe. Noch immer können übrigens Umbaukröten ab 15,- Euro gekauft werden! Ab sofort können also auch wieder unsere Räume gemietet werden (Seminar-, Veranstaltungs- und Beratungsraum sowie der „Fliegende Schreibtisch“). Auskunft jederzeit telefonisch oder via e-mail

Wien

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Graz

0316/31 80 77

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Salzburg

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Woman@Work Nach wie vor sind Frauen stark unterrepräsentiert in den Betrieben des IT-Bereichs und nur selten erwägen sie, einen technischen Ausbildungsweg einzuschlagen. Um die aktive Teilnahme von Frauen an den Informationstechnologien zu fördern und sie zu der Wahl einer Ausbildung im IT-Bereich zu ermutigen, veranstaltet die Österreichische Computer Gesellschaft am 27. September einen Kongress für Frauen. Im Rahmen einer Kleinmesse können sich die Kongressteilnehmerinnen über Berufsmöglichkeiten in der IT-Branche informieren. Teilnehmen können Schülerinnen, Studentinnen, Wiedereinsteigerinnen, Umsteigerinnen und interessierte Frauen im Alter von 18-45 Jahren. ani Kongress „Woman@Work“, 27. September 2002, 9.30-18.00, TU Wien, Neues Elektrotechnisches Institutsgebäude, Gusshausstraße 25-29, 1040 Wien, Anmeldung:Woman@Work (bei Anmeldung bis 20.9. ist der Eintritt frei), http://www.ocg.at/events/waw/index.html

Fo t o : M a g d a l e n a B l a s zc z u k

studie

Resignative Zufriedenheit!?

bericht

Frauenarmut Das Büro für Frauenfragen und Gleichbehandlung des Landes Salzburg und das Frauenbüro der Stadt Salzburg haben den Frauenarmutsbericht 2002 herausgegeben. Der Bericht zeigt auf, wie Armut unter Frauen entsteht, warum und in welchen Situationen Frauen mit Mittellosigkeit zu kämpfen haben. Immer noch sind Frauen einem weitaus höheren Armutsrisiko ausgesetzt als Männer. Schätzungen zufolge gelten in Österreich etwa 500.000 Frauen als armutsgefährdet. Die größte Armutsfalle stellt dabei nach wie vor die unzureichende Ausbildung von Frauen dar. Erwerbstätigkeit gilt daher als zentraler Schlüssel zur Armutsvermeidung. Als besonders gefährdet gelten ausländische, behinderte, alleinerziehende, geschiedene und ältere Frauen. Scheidungen und Trennungen oder der Tod des Partners stellen dabei oft den Auslöser für den Weg in die finanzielle Misere dar. Armut hat viele Gesichter und ist für Außenstehende auf den ersten Blick oft nicht erkennbar. Migrantinnen sind zum Beispiel besonders häufig im Niedriglohnsektor oder als Hilfsarbeiterinnen angestellt. Sie gehören somit zu den „working poor“ – den trotz Erwerbstätigkeit in Armut lebenden Menschen. Und noch eines machen die Autorinnen deutlich: Mittellosigkeit bedeutet nicht nur finanzielle Not, sie geht in der Regel auch einher mit sozialem Ausschluss. Ein Kinobesuch, ein Nachmittag im Cafe – all dies können sich Menschen, die jeden Cent zweimal umdrehen müssen, nur selten leisten. Der Frauenarmutsbericht begnügt sich jedoch nicht mit einer Ursachenanalyse, er ist ergänzt um einen Maßnahmenkatalog, den die Verfasserinnen zur Bekämpfung der Frauenarmut erarbeitet haben. ani

Fo t o : M a g d a l e n a B l a s zc z u k

Die ArbeiterInnenkammer Niederösterreich (AKNÖ) hat jetzt eine Studie in Angriff genommen, die herausfinden soll, wie Frauen die Veränderungen in der Arbeitswelt erleben. Teilzeitjobs, Zeitarbeitsverträge und atypische Beschäftigungsverhältnisse – die Veränderungen sind offensichtlich. Wie gehen Frauen damit um? Wie werden geschlechtsspezifische Diskriminierungen am Arbeitsplatz von Frauen wahrgenommen? Ab Herbst 2002 wird die AKNÖ Diskussionsrunden veranstalten, in denen Licht ins Dunkel bezüglich der frauenspezifischen Wahrnehmung der Arbeitswelt gebracht werden soll. 900 Frauen sollen an dem Projekt teilnehmen. Die AKNÖ hat dabei durchaus konkrete Fragestellungen im Sinn: Wie gehen die Niederösterreicherinnen mit dem Faktum um, dass sie laut Studienvoruntersuchungen um durchschnittlich 36 Prozent weniger verdienen als die Männer im Land – ein Wert, der über dem österreichweiten Durchschnitt liegt? Oder wie ist es um Strategien gegen die „gläserne Decke“ – dem Karrierestopp aus geschlechtsspezifischen Gründen – bestellt? Diese Fragen betreffen alle Frauen, unabhängig vom ausgeübten Beruf. AKNÖExpertin Bettina Heise meint, dass Frauen vielfach eine „resignative Zufriedenheit“ an den Tag legten. Mangelnde Alternativen und die Zufriedenheit darüber, überhaupt einen Job gefunden zu haben, führten vielfach dazu, dass die Frauen sich mit dem Gegebenem arrangierten, anstatt weiterführende Interessen zu verfolgen. ani

workshop

Call for Papers Am 15. November findet in Wien ein Workshop der Österreichischen Feministischen ÖkonomInnen statt. Für den Workshop werden noch WissenschafterInnen gesucht, die bereit sind, ihr Projekt während des Workshops vorzustellen. Bewerbungen für Beiträge aus allen Bereichen der Ökonomie können in Form einer 1 bis 2-seitigen Zusammenfassung noch bis zum 20. September eingesandt werden. Einzige Voraussetzung ist der geschlechtsspezifische Blickwinkel. ani Infos: http://economics.uni-linz.ac.at/members/weichsel/doris.htm

september 2002an.schläge 27


Fo t o : A r c h i v

kunsttherapeutinnen

Ausdruck der Seele KunsttherapeutInnen sind vor allem Frauen, die mit viel Engagement und Fantasie ein neues Berufsfeld definieren. Von Gabi Horak

28 an.schlägeseptember 2002

en. „So weit sind wir in Österreich noch lange nicht. Das wird noch zehn Jahre dauern“, prophezeit Anna Rakos, Kunsttherapeutin in Wien und alleinerziehende Mutter zweier Kinder. „In England und den USA gibt’s hunderte Ausbildungsstätten, Fortbildungen und Vereine. Das kann man gar nicht vergleichen.“

am polycollege Stöbergasse und die Wiener Schule für Kunsttherapie. Beide Ausbildungen dauern vier Jahre und sind berufsbegleitend. Das Curriculum der beiden Schulen orientiert sich an europäischen Richtlinien, der Abschluss berechtigt daher zur Aufnahme im österreichischen Dachverband. Der österreichische Fachverband für Kunst– und GestaltungstherapeutInnen (ÖFKG) wurde 1997 gegründet, Berufsbild in Entwicklung. Aus – bzw. Weiim gleichen Jahr konnten die „Theoretiterbildungstätten für angehende schen Grundlagen der Kunsttherapie“ KunsttherapeutInnen gibt es in Österim Rahmen des ersten internationalen reich einige wenige. Bekannt sind das österreichische Kolleg für Kunsttherapie Symposiums in Wien einem größeren ^

Durch Malen, Gestalten und Experimentieren schafft sich die Seele einen Ausdruck. Kunsttherapie ist Therapie mit bildnerischen Mitteln, hilft traumatisierten und verzweifelten Menschen aus der Isolation, ist aber prinzipiell für alle Kinder und Erwachsenen geeignet, die ihr Leben neu orientieren wollen. Während im angloamerikanischen Raum oder auch in Deutschland und Holland „art therapy“ selbstverständlich in jeder Rehabilitationsklinik angewandt wird, steckt die Kunsttherapie hierzulande noch in den Kinderschuh-


Fo t o s : G a b i H o r a k

therapeutinnenkunst ^

Anna Rakos (rechts) in ihrem Atelier: „Vieles kann leichter besprochen werden, ohne zu sprechen.“

stößt die Kunsttherapeutin schnell an ihre Grenzen, „die wissen, wo der wunde Punkt ist und schütten die Farbe durch den ganzen Raum und schauen mich dann an, wie ich reagiere“. Kontrolle zurück erlangen. Methodisch wird in der Kunsttherapie unterschieden zwischen beschreibendem Verfahren und verkörpertem Erleben. Letzteres bringt Unbewusstes stärker zum Vorschein und führt etwa zum Wiedererleben einer traumatisierenden Situation. „Da muss man aber genau wissen, wie man damit umgeht“, erklärt Anna Rakos. „Eine Frau beispielsweise arbeitet mit Ton und erlebt die Vergewaltigungssituation wieder. Da muss man weiter gehen, weil man kann sie ja nicht so stehen lassen, wenn sie wieder voll drinnen ist. Vorerst muss man lange stabilisieren und dann muss sie wieder die Kontrolle bekommen, das ist ganz wichtig. Weil diese absolute Ohnmacht ist ein Merkmal der Traumatisierung. Dann drücke ich ihr mehr Ton in die Hand und frage: ,Was würdest du jetzt am liebsten machen mit dem Mann, den du da geformt hast’. Dadurch bekommt sie Handlungsmöglichkeit.“ Wo liegen bei so einer Situation die professionellen Grenzen der Kunsttherapeutin? Anna Rakos antwortet selbstbewusst: „Mittlerweile glaube ich nicht mehr, dass ein Psychotherapeut das besser handhaben könnte als ich. Am Anfang hatte ich da schon noch Minderwertigkeitskomplexe, aber wenn ich mir das so anschaue rundherum… Natürlich kommt es auch auf die Erfahrung an, es ist aber auch ganz wichtig, Supervision zu haben. Ich kann sicher noch viel lernen, aber ich bin auch nicht mehr ganz am Anfang.“ Ähnliches gilt für die Kunsttherapie in Österreich: langsam aber stetig gelingt es ihr, den Kinderschuhen zu entwachsen. Die erste ausgeschriebene feste Anstellung im St. Anna Kinderspital war hoffentlich erst der Auftakt zur schwungvollen Pubertät. ❚ ^

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währenddessen begann sie im Verein Hemayat mit traumatisierten Flüchtlingen zu arbeiten. Mittlerweile hat sie Erfahrungen in den verschiedensten Institutionen gesammelt, arbeitete mit verhaltensauffälligen Kindern, älteren Menschen und auf der heilpädagogischen Station im Wiener AKH. Im 18. Wiener Gemeindebezirk hat sie ein eigenes Atelier, das für private KlientInnen genutzt wird. Einmal die Woche veranstaltet sie das „Offene Atelier für Frauen“, denn „wenn Frauen ohne Männer zusammen sind, dann laufen die Gespräche einfach anders. Es kommen Themen und Gestaltungen, die sich ähneln, sei es die Farbe Rot oder die Spirale. Es entwickelt sich ein Solidaritätsgefühl. Für mich ist es eine lustbetonte Sache, deshalb will ich auch nur Frauen Engagement von Frauen. Die Berufsaussich- dabei haben“. Demnächst tritt sie eine ten als KunsttherapeutIn sind nicht ge- neue Stelle im St. Anna Kinderspital an. „Das war das erste Mal, dass die Stelle rade rosig. Viele arbeiten nach der Ausbildung in ihren Ursprungsberufen wei- einer Kunsttherapeutin in der Zeitung ausgeschrieben war“. ter und betrachten die Kunsttherapie als Zusatzqualifikation, manche wagen den Sprung in die Selbständigkeit und Therapie ohne Grenzen. Hemayat ist ein müssen in mühevoller Kleinarbeit das Verein zur Betreuung von folter- und neue Berufsfeld erschließen. „Man muss kriegsüberlebenden Flüchtlingen. Anna irrsinnig viel arbeiten“, weiß Anna Rakos Rakos arbeitete zunächst vor allem mit aus eigener Erfahrung. „Ich war im AlFrauen, die Opfer von (sexueller) Gewalt tersheim, da musst du mal umsonst und Folter wurden, später zunehmend arbeiten, dann eine Stunde bezahlt, auch mit Kindern, die aus Kriegsgebiedann Vorträge halten und erklären, ten geflüchtet waren oder ihre Eltern was das überhaupt ist. Alle finden das verloren hatten. „Zuerst setzen wir uns toll, aber es gibt halt kein Geld. Und zu einem Gespräch zusammen, denn wenn der Dritte kommt und das umsehr viele wissen nicht, was Kunsttherasonst macht, dann gibt´s vielleicht pie ist. Es wird festgestellt, ob beispielsirgendwann Geld. Das braucht sehr weise die traumatisierte Frau Interesse viel Engagement.“ hat, sich anders auszudrücken.“ Die VorÄhnlich wie in anderen sozialen Be- teile von Kunsttherapie zeigen sich gerufen sind auch in der Kunsttherapie rade bei der Arbeit mit Flüchtlingen eindeutig mehr Frauen tätig. „Es ist viel- sehr deutlich: Sprachbarrieren fallen leicht eher ein weibliches Wagnis, sich weg, die Menschen können sich wieder auf die ungewissen Berufsaussichten als Handelnde erleben und so ihre Ohnund die schlechte Bezahlung einzulasmacht überwinden. „Es gibt auch Stunsen“, vermutet Anna Rakos. den, wo man einfach nur redet“, erzählt Sie selbst hat Ethnologie studiert Anna Rakos, „aber vieles kann leichter und wollte „immer gerne die Kunst mit besprochen werden, ohne zu sprechen – der Ethnologie verbinden“. Ihre kunstdurch das Material.“ Gearbeitet wird therapeutische Ausbildung hat sie am mit Farbe, aber auch mit Ton, Gips, polycollege Stöbergasse absolviert, Draht, Nägeln,... Gerade mit Kindern Fachpublikum vorgestellt werden. Der Dachverband leistet viel Vernetzungsarbeit, gibt einen Folder mit allen in Österreich tätigen KunsttherapeutInnen heraus und die ehrenamtlichen Mitglieder treffen sich zum monatlichen jour-fixe. KunsttherapeutIn ist als Beruf hier zulande noch immer nicht anerkannt. Der Dachverband arbeitet an der Entwicklung eines einheitlichen Berufsbildes, doch das erweist sich schon deshalb als schwierig, weil es keine geregelte Berufsausbildung gibt. Kunsttherapie ist kein psychotherapeutisches Verfahren im Sinne des Psychotherapiegesetzes, sondern arbeitet nach eigenen therapeutischen und pädogogischen Methoden.

Kunsttherapie–Atelier Anna Rakosv, Semperstraße 43/8, 1180 Wien, e– mail: kunst–therapie@gmx.at, http://www.8ung.at/kunsttherapie

Offenes Atelier für Frauen, jeden ersten Mittwoch im Monat von 19–21.00 (ab Oktober wieder), im Kinderatelier Wien, Löhrgasse 10, 1150 Wien, Kosten: 14,53 Euro, Anmeldung erforderlich: 0676/963 43 6 oder e–mail: kunst– therapie@gmx.at

Fachverband für Kunst– und GestaltungstherapeutInnen, Postfach 51, 1090 Wien, T. 01/317 25 20

Lehrgang für Kunst und Therapie am polycollege Stöbergasse, Stöbergasse 11–15, 1050 Wien, T. 01/54 666–0, e–mail: kunsttherapie@gmx.at, http://www.polycollege.ac.at

Wiener Schule für Kunsttherapie, Porzellangasse 48/6, 1090 Wien, T. 01/315 65 31, e–mail: wsk@kunsttherapie–schule.at, http://www.kunsttherapie–schule.at

weitere links: http://www.hemayat.org http://www.arttherapy.org

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kulturan.riss vernetzung

Ausgezeichnet FIFTITU%, die Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur, ist mit dem „Großen Landespreis für Initiative Kulturarbeit“ des Landes Oberösterreich ausgezeichnet worden. Die seit vier Jahren bestehende Initiative hat es sich zum Ziel gemacht, die Situation von Kulturarbeiterinnen und Künstlerinnen in Oberösterreich zu verbessern. Neben den kulturpolitischen Aktivitäten geht es den Frauen vor allem darum, die Anwesenheit von Frauen in diesem Bereich sichtbar zu machen. Die Frauen von FIFTITU% können sich nun über die Anerkennung ihrer Arbeit freuen. „Von den politisch Verantwortlichen erwarten wir uns nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern grundsätzliche, politische Entscheidungen für unsere Arbeit“, erklärte Geschäftsführerin Herta Gurtner. ani FIFTITU% - Vernetzungsstelle für Frauen und Kultur in Oberösterreich, Kapuzinerstr. 36/1, 4020 Linz, T. 01/72-770353, http://www.fiftitu.at

festival

steirischer herbst

ausstellung I

Identität: Mutter

Fo t o : Fo t o g a l e r i e Wi e n

Auch dieses Jahr findet in Graz wieder der steirische herbst statt. Theater und Musik, Auseinandersetzung mit Architektur und Literatur und einigem mehr stehen dann auf dem Programm des Festivals. Der steirische herbst, welcher sich als „Indikator für gesellschaftliche Veränderung“ und „Beweis für das Unbehagen, damit Jahr für Jahr konfrontiert zu werden“, sieht, möchte den BesucherInnen „künstlerisch geprägte Wirklichkeitserfahrungen“ ermöglichen. „Enactments of the Self“ (Inszenierungen des Selbst) – so beispielsweise der Titel eines Projekts von Maia Damianovic, das im Rahmen des Programms zu sehen sein wird. Durch Performances und choreografierte Ereignisse sollen dem Publikum aktive Beziehungsformen zur Kunst ermöglicht werden. Das Festival findet von 24. Oktober bis 24. November statt. ani

„Thema:Frauen:Thema“ lautet das diesjährige Motto in der Fotogalerie Wien. Künstlerinnen aus dem In- und Ausland äußern sich in ihren Beiträgen zu Aspekten weiblicher Identitätsstiftung zu Beginn des neuen Jahrtausends. Susanne Gamauf, Kuratorin dieser Reihe, möchte einen Beitrag zur „Sensibilisierung, Meinungsbildung und Politisierung der Problemfelder von Frauen in unserer heutigen Gesellschaft“ leisten. Nach dem „Alltag“ im Frühjahr dieses Jahres widmet sich der zweite Teil der Ausstellungsreihe der „Mutter“: Schwangerschaft, Geburt, Muttersein als Basis für facettenreiche Beiträge und Szenarien in Form von Fotografien, Installationen, Fotoobjekten und Texten. Zusätzlich werden zur Ausstellung verschiedene Informationen geboten: ein Clipboard mit Material von Frauenorganisationen, eine Bibliothek (u.a. in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Frauenzimmer) und eine Videothek mit frauenspezifischen Inhalten. Außerdem wird die Ausstellung erstmals durch ein Rahmenprogamm begleitet. Am 13. September diskutieren fünf Frauen unter dem Titel „Let’s talk about...“ über soziale und ökonomische Situationen von Künstlerinnen. Am 27. September widmen sich Eva Ursprung und Nina Wurz in „Inside out“ dem weiblichen Körper in einer Musik-Video-Performance mit anschließendem Gespräch. Beginn dieser beiden Veranstaltungen ist jeweils um 19.00 Uhr. Die Ausstellung selbst wird am 2. September um 19.00 Uhr eröffnet und ist vom 3. September bis 2. Oktober 2002 zu sehen. PÖ

Noch bis zum 15. September sind im Kunsthaus Bregenz Zeichnungen und Skulpturen der französischen Künstlerin Louise Bourgeois zu sehen. Das Werk der 90-Jährigen, die zu den bedeutensten KünstlerInnen der Gegenwart gezählt wird, umfasst inzwischen sechzig Jahre künstlerischen Schaffens. Totemähnliche Stelen aus bemaltem Holz aus den 40er Jahren, Skulpturen der 60er und 70er Jahre, begehbare Environments aus der Zeit der 80er und 90er und Zeichnungen der letzten Jahre bieten einen Überblick über das Lebenswerk der Künstlerin. Die stark autobiografisch geprägten Werke von Louise Bourgeois thematisieren „die Ambivalenz von Schutz und Ausgeliefertsein, Verführung und Bedrohung, Macht und Zerbrechlichkeit und den Menschen und seinen Körper mit all seinen zwischenmenschlichen Beziehungen, Ängsten, Obsessionen und Erinnerungen“, heißt es im Programm. Viele Kunstwerke werden im Rahmen der bisher größten Ausstellung der Künstlerin zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. ani

Fotogalerie Wien, Währinger Straße 59A, 1090 Wien, T. 408 54 62, http://www.fotogalerie-wien.at

Louise Bourgeois: Skulpturen und Zeichnungen. Bis 15. September im Kunsthaus Bregenz,

Öffnungszeiten: Di-Fr 14-19.00 Uhr, Sa 10-14.00 Uhr

Karl Tizian Platz, 6901 Bregenz, T. 05574/48594-0, http://www.kunsthaus-bregenz.at/html/aus_bourgeois.htm

30 an.schlägeseptember 2002

Info und Programm: steirischer herbst 2002, Sackgasse 17, A-8010 Graz, http://www.steirischerherbst.at

ausstellung II

Louise Bourgeois


an.risskultur malerei

se & males

heim.spiel

Die Kombination von Kunst und Haareschneiden gehört bei „Kopfart“ zum Konzept. Als „Ort der Entspannung“ und „Möglichkeit zur Entfaltung kreativer Ideen“ sieht Betreiberin Karin Maria Bauer ihren Friseursalon und organisiert regelmäßig Ausstellungen. Ab dem 19. September können dort Aktbilder in Öl der Künstlerin Judith Grosser beim Haare schneiden bewundert werden. Titel der Ausstellung ist „se & males“. ani kopfart, Gumpendorferstraße 34, 1060 Wien, T. 01/585 21 34

Angela Heissenberger

Fragen über Fragen happy birthday

Isabel Allende Wer kennt es nicht, das monumentale Werk „Das Geisterhaus“ der chilenischen Schriftstellerin Isabel Allende. Die am 2. August 1942 in Lima geborene Nichte des ermordeten Präsidenten Salvador Allende erreichte Weltruhm, nicht zuletzt auch durch die hochkarätige Verfilmung der Familiengeschichte, die eindrucksvoll die Geschichte Chiles nachzeichnet. Bis zu ihrem 15. Lebensjahr lebte Allende in Bolivien, Europa und Ländern des Mittleren Ostens. Dann kehrte sie nach Chile zurück und war zunächst als Sekretärin bei einer UNO-Organisation beschäftigt. Sehr bald machte sie sich als Fernsehjournalistin einen Namen, bevor sie der Militärputsch Pinochets ins Exil nach Venezuela zwang. In den 80er Jahren begann ihre Karriere als Schriftstellerin. Nach dem Geisterhaus folgten Bestseller wie „Von Liebe und Schatten“,„Eva Luna“,„Fortunas Töchter“ und zahlreiche internationale Auszeichnungen und Ehrungen. Ein sehr persönlicher Roman ist „Paula“, in dem Allende den Tod ihrer Tochter verarbeitet. Allende ist Zeit ihres Lebens politisch aktiv. Sie arbeitete als Journalistin, rettete mit ihren Aktivitäten im Untergrund zahlreiche Menschenleben und meldete sich schließlich vehement zu Wort, als Pinochet in London festgenommen wurde. In diesem Sinne zu ihrem 60. Geburtstag ein „Salud“ der Autorin. keck http://www.isabelallende.com

festival

Hallamasch Auch dieses Jahr findet wieder das Festival der Kulturen statt. Vom 14.-21. September wird dem Publikum von African Rap in der Szene Wien bis hin zur Poesie am Spittelberg allerlei die Sinne Betörendes geboten. Am 14. September wird das Festival mit einer Nachtparade der Kulturen im Stadtpark Wien eröffnet. Mit Lampions, Kerzen und Fackeln werden dann TrommlerInnen, TänzerInnen, MagierInnen und andere KleinkünstlerInnen durch den Park ziehen. Das vollständige Programm des Festivals ist im Internet unter http://www.hallamasch.at abrufbar. ani

Wir fuhren über die Südautobahn und draußen zog ein Gewitter auf. Es donnerte bedrohlich, als Jan die verhängnisvolle Frage stellte:„Wo kommen die Blitze eigentlich her?“ Ich faselte irgendetwas von dicken schwarzen Wolken, die aneinander krachen, und musste dann gestehen, es soooo genau auch nicht zu wissen. Tags darauf erwarb ich sofort ein ungeheuer gescheites Buch über „Unser Wetter“ – vorgeblich für Kinder, ich kann jedoch versichern: auch Erwachsenen wärmstens zu empfehlen. In diesem Standardwerk, das in keinem Haushalt fehlen sollte, wird praktischerweise auch gleich die Regenbogen-Frage geklärt sowie interessante Experimente mit dem Tiefkühlfach (Eiswürfel), dem Kochtopf (Dampf) und dem Badezimmerspiegel (Dunst) angestellt. Wir verbrachten eine ganze Woche mit der Beobachtung von Tautropfen und Wolken. Bis Jan abends in der Badewanne ein neues Problemgebiet entdeckte. „Komm jetzt endlich raus“, drängte ich, bereits mit dem Handtuch wartend. Jan kauerte bibbernd in der halbleeren Wanne und schaute dem Wasser beim Verschwinden zu. „Das ist ein Wasserstrudel“, dozierte ich und wusste im selben Moment, dass das ein Fehler war. „Warum?“ folgte die Strafe auf dem Fuße. Das Wasser zieht sich in den Abfluss, aber warum dreht es sich dabei und immer in dieselbe Richtung? Ich versprach, mich kundig zu machen. Doch Meyer’s Taschenlexikon ist bei diffizilen Kinderfragen keine wirklich große Hilfe. Dass es sich bei einem Wasserstrudel um einen „in die Tiefe ziehenden Wirbel“ handelt, hätte ich auch so gewusst. Umfragen im Bekanntenkreis blieben ebenso erfolglos bzw. brachten noch mehr Nebel in die Causa, denn angeblich dreht sich der Strudel auf der nördlichen Halbkugel im Uhrzeigersinn, auf der südlichen gegen den Uhrzeigersinn. Und wie dreht er sich auf dem Äquator? Gar nicht? Andere Fragen, an denen ich zu scheitern drohe, sind wiederum für Jan ein Klacks. „Mama, Detti!“ forderte Nils vehement, als ich gerade das Wohnmobil durch Südschweden navigierte. „Was willst du?“ rief ich nach hinten. „Detti!!“ brüllte Nils. „Versteh’ ich nicht“, rätselte ich noch nach der fünften Wiederholung,„was soll das sein?“ „DETTI!!!“ schallte es nach vorne. Endlich hatte Jan Erbarmen, vielleicht nervte ihn auch das Gekreische. „Mama, der Nils will Soletti haben“, sagte er gelangweilt.

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Fo t o : A r m i n B a r d e l

gesellschaftzirkus

Akrobatin schöööön! Die Zirkusfamilie, die zusammenhält wie Pech und Schwefel, NomadInnenleben, bunte Planwagen – Klischees oder Wirklichkeit? Der Zirkus als „ein rundes Paradies in einer harten und wahnsinnigen Welt“. Petra Öllinger traf die Artistin Barbara Gräf Wie gestaltet sich der Alltag in diesem „runden Paradies“, als das die berühmte Zirkusfrau Annie Fratellini das Leben für die Manege bezeichnete? Ein Termin bei einer Zirkusakrobatin. Unweigerlich sucht der Blick nach einem Hochrad, einem gespannten Drahtseil oder zumindest einem Trapez. Nichts davon ist zu finden. Barbara Gräf trai32 an.schlägeseptember 2002

niert, wenn sie kein Engagement hat, zu Hause. Dafür reichen wenige Quadratmeter. Ihre Nummer besteht aus einer Mischung von Boden- und Gleichgewichtsakrobatik, die sie mit einer Jongliertechnik, dem sogenannten „Ballkontakt“, verbindet. Der Ball rollt immer auf dem „schlangenfrauartig“ verbogenen Körper entlang. Wie lange muss sie dafür trainieren? „Man sollte

ständig im Training sein. Du kannst dir mehr als eine Woche Pause kaum leisten. Wenn du zwei Wochen Pause machst, brauchst du wieder eine Woche, um das Niveau zu erreichen, das du vorher hattest.“ Schwierig ist es, hin und wieder, in Bezug auf Übungsmöglichkeiten im Zirkus. Viele Zirkusbetriebe haben wenig Geld, „und dann müsste man extra das Zelt heizen, damit


zirkusgesellschaft ich trainieren kann. Das machen sie meistens nicht. Das ist ein Problem, weil für meine Technik und meine Kreuzarbeit brauche ich es wirklich sehr warm.“ Akrobatin reich? Kollektivverträge oder ähnliches gibt es nicht. Die Höhe der Bezahlung hängt vom Zirkus ab und erfolgt entweder pro Tag, pro Monat oder pro Auftritt. „Das ist manchmal sehr, sehr wenig.“ Gräf nennt als Beispiel einen Zirkus in Paris, wo sie für drei Stunden Arbeit etwa 15 Euro erhielt. „Arbeit und Stress im Zirkus stehen in keinem Verhältnis zur Bezahlung.“ Allerdings: Die ArtistInnen sind angemeldet und sozialversichert. Kosten müssen sie in manchen Fällen nur für Strom oder Wasser begleichen. „Man muss nicht extra für den Platz zahlen. Manche verlangen was für die Heizung, oder für den Wagen, wenn du keinen eigenen hast oder für das Zugfahrzeug.“ Menschen unterschiedlichster Herkunft, mit verschiedensten Tätigkeiten – und unterschiedlichstem Lohn? Das sei nicht eindeutig zu beantworten, meint Gräf. Bei einem Schweizer Zirkus erhielten alle, „vom Bühnenarbeiter bis zum Artisten“, dasselbe bezahlt. Sie erzählt aber auch von Fällen, wo Leute aus dem Osten zu einem sehr geringen Entgelt arbeiten müßten. Auf die Frage, wie es aussehe mit einem Lohngefälle zwischen den Geschlechtern, antwortet sie mit einem galgenhumorigen „die Arbeitsbedingungen und Bezahlung von Artisten sind meist sehr schlecht. Da gibt’s keine Unterschiede mehr zwischen weiblichen und männlichen Artisten.“ Das Gefühl, arm zu sein, verspürt sie nicht. „Mir bleibt sowieso nie Zeit, das Geld auszugeben.“ In die Manege. In Österreich gibt es noch keine professionelle Ausbildung. Eine lange Tradition haben Zirkusschulen in Frankreich, wo sich über 200 befinden – und „es gehen viele Leute in Zirkusschulen, so wie sie bei uns ins Fitnesscenter gehen.“ Viele Ausbildungsstätten befinden sich auch in Belgien oder in Russland. Barbara Gräf war eine Spätberufene, hat die ehemalige Volksschullehrerin doch erst mit 29 Jahren ihre dreijährige Ausbildung in Brüssel begonnen. Das durchschnittliche Auf-

nahmealter liegt im Moment bei zirka 25 Jahren. Die Zeit bis zur „Manegenreife“ ist unterschiedlich lang und hängt von den eigenen Voraussetzungen, von der Technik ab. Beim Jonglieren, so die Artistin, erreichen die Leute zum Beispiel in Russland, wo das technische Niveau sehr hoch ist, bereits nach einem Jahr Auftrittsreife. Die Gleichgewichtsakrobatik dauert hingegen sieben Jahre. Die meisten Schulen bieten eine mehrmonatige Grundausbildung, die Kraft und Beweglichkeit, Schauspiel, Tanz und Akrobatik umfasst. Danach muss man sich für eine Technik entscheiden. Und jene, die „ausgedient“ haben? Manche, die keine Akrobatik machen und körperlich fit sind, arbeiten sehr lange. Andere wechseln ihr Fach oder werden Clown. Manche gründen einen Zirkus. Schwierig ist es, einen Pensionsanspruch zu erhalten, vor allem, wenn die Leute viel in verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Regelungen, arbeiten. NomadInnenleben. Häufiges Zelte-Abbrechen gehört zum Alltag. Ob und wie häufig der Standort gewechselt wird, ist von Zirkus zu Zirkus verschieden. „In Paris arbeitete ich das ganze Jahr an einem Ort. In der Schweiz waren das längste zwei Wochen, dann haben wir schon nach zwei Tagen gewechselt.“ Barbara Gräf kommt ins Schwärmen, wenn sie erzählt, wie sich ein Parkplatz oder eine Weidewiese innerhalb von Stunden in eine Zirkusstadt verwandelt. Zwar gestaltet sich dieses häufige Umsiedeln sehr anstrengend, „weil du meistens nach der Vorstellung gleich abbauen musst, und du kannst dich nicht um deinen Körper kümmern. Hast kaum Zeit zum Essen, kaum Zeit, den Körper wieder auskühlen zu lassen.“ Also nichts mit fröhlichem Zirkusleben? Doch, denn „das ist auch wieder sehr romantisch. Das ist halt das, was man sich unter Zirkusleben vorstellt – Plätze ändern.“ Und sie erzählt von Alltagshandlungen, wie etwa Zähne putzen, das mitten auf der Straße stattfindet. Arbeitsteilung. Barbara Gräf ist eine sehr zierliche Frau, wirkt fast zerbrechlich. Trotzdem ist das Vorurteil, Frauen seien körperlich schwächer als Männer und

könnten deshalb bestimmte Arbeiten nicht verrichten, beim Zirkus kein Thema. „Es geht einfach um eine gute Arbeitskraft, um eine gute Nummer.“ Beim Zeltaufstellen mache jedeR alles, „da schleppen alle alles“. Frauen, die akrobatisch arbeiten, seien im Übrigen oft stärker als ein „Durchschnittsmann“. Aber „es kann schon mal passieren, dass die Frau zuerst gefragt wird, ob sie nicht die Drecksarbeit machen will, bevor man zu den Herren geht“. Wer was zu tun hat, wird vor der Saison besprochen und ist meistens Verhandlungssache. „Bei einem Zirkus musste ich schauen, dass ich den Vorhang repariert habe.“ Oder sie musste die Drehbühne abbauen. Da sie Volksschullehrerin ist, unterrichtete sie auch schon mal das Kind des Direktors. Familienleben. Die klassische Zirkusfamilie gibt es teilweise noch, beispielsweise im österreichischen Zirkus Picard. „Er besteht aus einem Ehepaar mit drei Kindern, wo alle auftreten, und dann haben sie noch zusätzlich Artisten. So wie es früher auch war.“ Häufig komme es vor, dass jene, die den Zirkus gegründet haben, auch selbst spielen, was sehr schwierig sei. Denn „auf der Bühne sind sie Kollegen, dann sind sie wieder deine Vorgesetzten.“ Dort, wo es keine „natürliche“ Zirkusfamilie gibt, werden von den ArtistInnen selbst Familienbande geknüpft. Was Barbara Gräf manchmal lästig fällt, denn „es sind viele, die wollen, dass man viel miteinander tut“. Sie hingegen ist gerne für sich alleine und erntet oft Kritik deswegen. Kurioserweise erhielt sie auch schon den Ratschlag, als Frau nie einen Mann in ihren Wagen zu lassen. „Der Zirkus ist wie ein kleines Dorf. Da wird ja sofort gesprochen, da weißt du gleich, der war jetzt zwei Stunden bei der im Wagen, da wird dann viel getuschelt.“ Trotzdem schätzt sie den Zusammenhalt zwischen den KollegInnen. „Die Kollegen untereinander halten total zusammen, es gibt kaum diese Konkurrenz. Also die Kollegen, die Artisten untereinander, sind meistens ein Bündel, die verschwören sich gerne gegen den Direktor, wenn mal was nicht passt.“ Für sie passt das ArtistInnenleben. Und der Zirkuswagen wartet bereits für die Fahrt ins nächste „runde Paradies“. ❚ september 2002an.schläge 33


Fo t o s a u s : S o n i a R i c o n B a l d e s s a r i n i : „ Wi e Fra u e n b a u e n “

kulturarchitektur

v. li nach re

Die in Bagdad geborene, international hoch gehandelte Zaha Hadid und das von ihr entworfene Feuerwehrhaus in Weil am Rhein. Itsuko Hasegawa aus Japan und eines ihrer Wohnhausex-

Schwebende Inseln Architektinnen stören mit der Konstruktion hängender Systeme, von Membranen und unabhängigen Fassaden eine räumliche Reproduktion der üblichen Geschlechterrollen. Von Kerstin Kellermann

perimente in Nerima Lina Bo Bardi, in Brasilien lebende italienische Architektin und ihre Türme des SESCPompéia in Salvador de Bahía

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Während der Architekt historisch als Macher und Künstler an Militär und Staatsmacht gebunden ist, dem Mythos nach als Kolonisator erobertes Terrain nach seinen Maßstäben vermisst und zu seinem Territorium umorganisiert, waren Frauen in Österreich bis 1919/20 von den Ausbildungsstätten der Architektur ausgeschlossen.

Heutige feministische Analysen, die Architektur als Zeichen einer bestimmten Zeit sehen, stellen immer den Zusammenhang zur Frauenbewegung und ihren Entwicklungen her: Das Geschlecht (sex) der Architektur ist nicht Neutrum. „Ich versuche nicht, meine weibliche Persönlichkeit zu entwickeln, sondern eher die weibliche Persönlichkeit der Architekten zu entwickeln. Die

Männer müssen die Weiblichkeit in sich akzeptieren, so wie ich auch meinen männlichen Charakter akzeptiere, dann haben wir nur noch Menschen als Architekten… Ich bin viel kompletter als die normalen Männer.“ Die französische Architektin Francoise-Helene Jourda meint, dass die gelernten Kategorien von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ in einer Architekturanalyse (noch) nicht


architekturkultur ausgeschlossen werden können. Jourda lehrt seit 1999 am Institut für Raumgestaltung der Technischen Universität Wien. Sie hält Architektur für ein Medium „eines Systems der Kunst als politischer Aussage“ – als soziale Aussage, als Vision der Welt. „Ich baue gerade ein Projekt in Bordeaux, ein botanisches Museum: Es besteht aus drei verschiedenen Baukörpern. Die Gewächshäuser sind Glaskisten, das Museum selbst ist eine Holzkiste und die anderen Räume wie Vortragssaal, Cafe und Technik, sind wie Steine, große Betonsteine. Ich könnte notfalls jede Woche die Position der Gebäude ändern, da ich keine Vorurteile habe, wie das Gebäude aussehen soll“, erklärt Francoise-Helene Jourda. Andere internationale Architektinnen lassen nach Bewegungsstudien bauen oder entwerfen schwebende Gebäude, hängende Museen. Vieles hat sich im Bereich der feministischen Architektur und Landschaftsplanung getan. Heide Studer vom Büro für Landschaftsplanung Tilia, die vor drei Jahren im Wiener Anna Freud Museum die Tagung „(Bau)Körper. Beiträge von Frauen zur Architektur“ veranstaltete und damit nicht nur der feministischen Landschaftsplanung einen kräftigen Schubser verpasste, freut sich: „Wir sind in der Umsetzung viel weiter gekommen als beispielsweise in Deutschland. Die haben dort meist geringe Budgets und oft wird feministische Planung mit Angstraumstudien gleichgesetzt.“ In Wien gibt es andere Projekte als nur die bessere Beleuchtung von Parkplätzen. Im Herbst wird ein deutsches Heft der Reihe „Freiräume“ zum Thema „Macht, Gewalt und Raum“ erscheinen (dann in der Buchhandlung Frauenzimmer erhältlich), in dem Heide Studer die Bedeutung der Neugestaltung des Einsiedlerplatzes im fünften Wiener Gemeindebezirk und des Mädchengartens in der Szene Wien thematisiert – Zusammenhänge von Macht und Eigenmacht. gendered spaces. Die Suche nach verdrängten Künstlerinnen und die bildliche Darstellung von Frauen allgemein bestimmte zu Beginn das feministische Forschungsfeld im Bereich Architektur, Landschafts- oder Raumplanung. Ende der 70er Jahre wurde dann eine „ande-

re“, eine „weibliche“ Ästhetik diskutiert. „Dem Weiblichen“ wurde zumeist Wohnen, Interieurfragen und Wohnbau zugeordnet, also das Häusliche, das Stoffliche, Dekorative. „Die Festschreibung eines scheinbar getrennten gesellschaftlichen Außen (Öffentlichkeit) und individuellem Innen (Privatheit) gehört zu den vernaturalisierten Konstanten der Geschlechtergeschichte“, schreibt die Wiener Kunsthistorikerin Irene Nierhaus in „Arch 6. Raum, Geschlecht und Architektur“. Welche Mechanismen produzieren Differenz und ordnen damit auch Architektur und Geschlecht räumlich? Das sogenannte „social mapping“ untersuchte später das Leben von Frauen im Zusammenhang mit physischen, sozialen und symbolischen Dimensionen in verschiedenen Regionen der Kontinente. Räumliche Zonen sind in ihrer Verbindung von sozialem Status und räumlicher Herrschaft geordnet. Territorialität wird über bestimmte Systeme von Zeichen und Ritualen gebildet und reicht vom Besetzen eines Liegestuhles im Freibad bis zu Immigrationsquoten! Architektur ist eben nicht bloß Produkt sozialer Beziehungen, sondern konstruiert selbst soziales Geflecht und damit die Geschlechter räumlich mit. Irene Nierhaus:„...die räumliche Organisation der Gesellschaft als integralen Bestandteil der Herstellung sozialer Verhältnisse und nicht bloß als ihr Ergebnis zu verstehen, gehört zu den wichtigsten Wendepunkten im Nachdenken über das Verhältnis von Raum und Geschlecht.“ Kontrollierte „Gartenpforte“. Der englische Architekturjournalist Robert Kerr sah schon im 19. Jahrhundert das Haus vor allem als Kontrollinstrument von Geschlecht und Klasse an. Die Kontrolle der „Gartenpforte“ (im doppelbödigen Sinne) gewährleiste die Stabilität der Familienstruktur. Blicke werden zu Kontrollinstrumenten. So baute Adolf Loos für die Tänzerin Josephine Baker ein Haus mit einem offenen gläsernen Schwimmbad in der Mitte. „Die Bewohnerin wird ausgestellt wie ein Schaustück oder ein Tier“ schreiben Kari Jormakka und Dörte Kuhlmann in „building gender“. Der berühmte Architekt Le Corbusier wandte den kontrollierenden Blick

auf eigenartige Weise an: Er baute sich eine Hütte mit einem Guckloch – direkt neben dem von der Designerin und Architektin Eileen Gray konstruierten Haus E.1027 in Roquebrune sur Mer, das einsam in den Felsen am Meer liegt. Das Haus scheint ihm die Aktion wert gewesen zu sein. Nach Grays Auszug bemalte Le Corbusier ihre Wohnzimmerwände, u.a. mit einem Gemälde von drei Frauen, was eine deutliche Provokation für Gray darstellte. Nazisoldaten wiederum beschossen später die Wandgemälde „jüdischer Herkunft“. Die Klosteranlagen für Nonnen sehen anders aus, als die für Mönche. Nonnenkirchen sind einfache, gerade Räume ohne Kapellenräume und Annexe – ohne Mysterium sozusagen, reine Zweckräume. Denn der Frauenkörper bietet ja aufgrund seiner Öffnung keine schützende Hülle für die Seele! Um das „Sündigen mit den Augen“ während der Messe zu verhindern, wurden die Frauen durch Emporen, Vergitterungen, Stoffbahnen, Vorhänge und Bretter von den Männern getrennt, Frauen hatten keinen freien ungehinderten Durchblick zum Altar. Nonnenklöster dienten u.a. auch dazu, nicht verheiratete Frauen von der Straße zu holen – denn eine Frau, die das Haus verlässt, wird gewissermaßen femininer und gefährlich. Geist, Seele, Leib und vor allem die Sexualität müssen diszipliniert und kontrolliert, Ekstase beim Empfang der Hostie verhindert werden. Selbstabtötung ist gefragt… Die Architektur der Nonnenklöster zeigt, dass diese als „Instrument zur Transformation der Individuen“ verwendet werden. So durften Dormitorien nur über Aussicht in den Innenhof verfügen, zwei Betten waren verboten, es mussten immer drei in einer Zelle sein, der Kreuzgang wurde extrem schlicht gehalten, um nicht die sowieso überbordende Fantasie anzuregen. Besonders verdächtig galten der Amtskirche doch vor allem die italienischen Reuerinnen oder die Beginen, die ohne festen Wohnsitz herumzogen, und an Klöster gebunden werden sollten. Die Nachnutzung der Klöster zeigt in ihrer einschlägigen Verwendung als Altersheime, Kasernen oder Polizeigebäude: „An die Stelle des sehenden Auge Gottes tritt der Staat.“ ❚

Zum Weiterlesen: Sonia Ricon Baldessarimi „Wie Frauen bauen: Architektinnen – von Julia Morgan bis Zaha Hadid“ Aviva Verlag 2001

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Fo t o s : A r c h i v

kulturnanas

Rückkehr der Großen Göttin Die monumentale Weiblichkeit der Nanas von Niki de Saint Phalle zwischen Subversion, Aberwitz und Idealisierung. Eine kritische Analyse von Birgit Haehnel

Niki de Saint Phalle erlangte mit den vor Lebenslust und Energie sprühenden „Nanas” Weltruhm. Die viel geliebten Damen bestechen durch ihre voluminösen Rundungen gepaart mit einer tänzerischen Leichtigkeit. Als Material benutzte sie vorwiegend Polyester, dessen giftige Zusammensetzung schwere Gesundheitsschäden hervorrief, denen sie am 22. Mai 2002 im Alter von 71 Jahren erlag. Andersheit. Wer bin ich? Wer ist „die Frau“? Immer wieder stellte sich Niki de Saint Phalle diese Fragen. Schon als Kind wollte sie nicht so werden wie ihre Mutter, Tanten oder deren Freundinnen. Nur „Wächterinnen des Herdfeuers” – das war ihr zu wenig. Doch wo waren die Heldinnen, die starken Frauenbilder? Nachdem sich Niki de Saint Phalle Anfang der 60er Jahre von ihrer Wut auf patriarchale Zwänge in den kämpferischen Schießbildern befreit hatte, analysierte sie in ihren Arbeiten tradierte Frauenbilder, wie die Braut, die 36 an.schlägeseptember 2002

Gebärende oder auch die Hure, aus denen schließlich die Nanas hervorgingen. Mit der bunten Fröhlichkeit der Nanas wollte die Künstlerin den patriarchalen Zeichen von Herrschaft ein Symbol von Frauenmacht entgegensetzen. Die Nanas verfehlten ihre Wirkung nicht! Seit der ersten Ausstellung 1965 wurde ihr ungestümes Wesen als Verspottung männlicher Wertvorstellungen und somit als Angriff auf das Patriarchat verstanden. Von nun an träumte Niki de Saint Phalle von riesigen Nanas im öffentlichen Raum. Sie sollten die Macht über die Welt übernehmen. Riesige Übermacht. 1974 schien sich ihr Wunsch teilweise zu erfüllen. Sie schuf für das Leineufer in Hannover drei überlebensgroße Nanas, die jedoch damals auf sehr viel Unverständnis stießen. Mit ihren spielerisch-tänzelnden Gesten karikieren sie die strengen und farblosen Denkmäler der männlichen Repräsentationen von Herrschaft. Zwar appellieren die Nanas mit ihren üppigen Formen an ein Mutteridol,


nanaskultur aber durch ihre poppig dynamische Bemalung beginnen sie zu swingen. So werden die Nanas zum Symbol der fröhlichen befreiten Frau. Ende der 60er Jahre entstanden die „Nana-Dreamhouses“ für Erwachsene, die gerade groß genug waren, um darin zu sitzen und zu träumen. Diese weiblichen Kathedralen waren Nachfolgerinnen von „Hon“, einer begehbaren Skulptur, die die Künstlerin 1966 im Moderna Museum Stockholm baute. Mit 29 Metern Länge, sechs Metern Höhe und einer Breite von neun Metern war sie die größte Nana. Die Nähe zu einer Jahrmarktsinszenierung nahm dieser bunten Hommage an alle Frauen jedes monumentale Pathos. Im Grunde war Hon eine groß angelegte Demythologisierung männlicher, romantischer Phantasien über den weiblichen Körper als „dunkler Kontinent“. Idealisierte Mütterlichkeit. Seit den 80er Jahren interpretierte Niki de Saint Phalle ihre Nanas jedoch „als Vorbotinnen eines neuen matriarchalischen Zeitalters [...] Sie repräsentieren die unabhängige, gute, gebende und glückliche Mutter”. Wegen Ähnlichkeiten ihrer Figuren mit denen aus prähistorischer Zeit, wie der Venus von Willendorf, schloss sie auf eine unbewusste Verwandtschaft zwischen sich und den KünstlerInnen der Vergangenheit. Hierin bestärkten sie esoterische Schriften über Matriarchatsmythen und Archetypen, weswegen die Nanas schließlich auch mit außereuropäischen Mutter- bzw. Fruchtbarkeitsgöttinnen verglichen wurden. Sie avancierten zu Symbolen weiblicher Kraft als Zeichen gegen das Prinzip des Vaters. Mit der „Großen Göttin” als Ort der Identifikation für ihr künstlerisches Schaffen setzte sie dem männlichen Künstlermythos des „göttlichen Genies, eine weibliche Vision der MutterTochter-Beziehung entgegen. Dieses Konzept muss im Kontext der politischen Frauenbewegung in den 70er Jahren gesehen werden. Diese feierten die Fähigkeit von Frauen, Leben zu schenken mit der Wiederentdeckung archaischer Göttinnen. Gleichzeitig wehrten sich andere Feministinnen gegen diese ahistorischen und biologi-

stischen Weiblichkeitsbilder, die Frausein wieder einseitig auf eine unveränderbare weibliche Essenz festlegen, statt ihre komplexen Verschiedenartigkeiten anzuerkennen. Schwarzer Primitivismus. Den Matriarchatsmythen huldigte Niki de Saint Phalle vor allem mit der „Kaiserin“ in ihrem Tarot-Garten in der Toscana. In Gestalt einer schwarzen Sphinx schuf sie ein Haus, in dem sie wohnte und ihr „geistiges Zentrum“ als Inspirationsquelle für ihr Projekt errichtete. Als eine Verbindung von Fabelwesen und schwarzem Frauenbild symbolisiert die Herrscherin gleichermaßen Natur, Rätselhaftigkeit und Weiblichkeit, wie auch die vielen „Black Nanas“, mit denen sich die Künstlerin sehr stark identifizierte. Niki de Saint Phalle benutzt hier das Stereotyp der Schwarzen Frau als negatives Pendant zur Weißen Frau, verkehrt deren Bedeutungen jedoch ins Positive und kreiert so ein alter ego für die eigene Emanzipation. Diese Umschreibungen erscheinen jedoch heute, aus der Perspektive einer postkolonialen Kritik und im Sinne eines idealisierenden Rassismus, problematisch. Mit ihren Matriarchatsutopien reiht sich Niki de Saint Phalle in den Primitivismusdiskurs der Moderne ein, der von der Definition des kolonialen Anderen bzw. der Frau als irrationalem, sinnlichem Wesen in Abgrenzung zur Zivilisation des weißen Mannes lebt. Schon die Suche nach dem Archaischen, auch wenn Umwertungen vorgenommen werden, bestätigt nur wieder die westliche patriarchale Gesellschaft, die ja durch ihr „Anderes“ definiert ist. Kontextualisierung. Betrachtet man die Nanas dagegen in ihrem spezifischen Kontext wie in Hannover oder Stockholm, dann tritt ihr subversiver Charakter in den Vordergrund. Hier befreien sie sich von den dunklen Rätseln archaischer Weiblichkeit. Der dunkle Kontinent darf betreten werden und entpuppt sich als gesellschaftliches Konstrukt, wie in der begehbaren Skulptur Hon. Die Ironie, die respektlose Inszenierung, den Aberwitz, den sie versprühen – darin liegt die eigentliche Stärke der Nanas. ❚

traum.projekt

Charlotte Eckler und Lisa Rosenblatt

Uncommon Denominator Träume ich oder sehe ich derzeit im US-Bundestaat Massachusetts Bilder zeitgenössischer österreichischer KünstlerInnen ausgestellt? Über den ganzen Sommer findet das „Vienna Project” statt, wobei nicht nur umpa-pa-Musik, Wein und Männer wie Gustav, Anton, Sigmund und Adolf Österreich in den verschiedenen Museen der bergigen Berkshire-Gegend vertreten. Ich sehe auch Frauen wie Adriana Czernin, Barbara Eichhorn, Constanze Ruhm, Johanna Kandl, Lois Weinberger und Swetlana Heger als Teil der Austellung „Uncommon Denominator: New Art from Vienna”, der ersten Zusammenschau zeitgenössischer österreichischer Kunst in Nordamerika. Verantwortlich dafür ist die neu entdeckte Traumfrau, Laura Heon, Kuratorin des 1999 gegründeten internationalen Kunstmuseums, MASS MoCa. Jetzt hat sie die Aufgabe angenommen, Wiens zeitgenössische Szene auszustellen. Nach Monaten in Wien hat sich die 32-Jährige aus Little Rock, Arkansas, entschlossen, radikal, mixed-media, und kontroversielle Kunst endlich einem US-amerikanischen Publikum mitzuteilen. Hier ist nicht nur eine ausgewogene Auswahl von Frauen, sondern auch „nicht-in-Österreich-Geborene,” die – wie Heon sagt – „historisch und auch im heutigen Kontext dem kulturellen Leben Österreichs Intelligenz und Vielfalt bieten.” Nach ihrem Aufenthalt in Wien fand sie zahlreiche Entdeckungen für diese Ausstellung und vielleicht für weitere, da „das Angebot an wirklich Interessantem und Neuem für noch mindestens zehn solche Zusammenschauen reicht”, meint Heon. Und dank ihrer Vision gibt es wieder eine Traumausstellung um die Jahrhundertwende… Aber dieses Mal, ein wirklicher Traum. MASS MoCa, North Adams, Massachusetts „Uncommon Denominator: New Art from Vienna” 25 Mai 2002 – März 2003 http://www.BerkshireArts.org

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an.klang

Rock on Grrrls! Sonja Eisman und Ute Hölzl rocken und grooven sich mit

Neuerscheinungen verschiedenster Genres durch Wind und Wetter – und genießen dabei den letzten Rest an Sonne.

Sleater-Kinney: „One Beat“ Mary Timony: „The Golden Dove“ Quarks: „Trigger Me Happy“ Ms Dynamite: „A Little Deeper“

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Endlich: die neue Sleater-KinneyPlatte, seit zwei Jahren sehnsüchtig erwartet, ist da. Die (Post-)Riot Grrrl-Band aus Portland, die vom Times Magazine noch vor massenwirksamen TestosteronRap-Rockern wie Limp Bizkit zur besten amerikanischen Rockband gekürt wurde, klingt auf „One Beat“ (Kill Rock Stars) ähnlich rockig-treibend, wie auf dem Vorgänger „All Hands On The Bad One“. Die Gitarren greifen in Sleater-Kinney-typischer Manier ineinander, ohne sich dabei allzu filigran zu verästeln, und die prägnanten Stimmen von Corin Tucker, vibrierend und hochemotional, und Carrie Braunstein, tomboyish und kokett, ergänzen sich gewohnt genial. Die Texte sind metaphernreich vielschichtig und großteils persönlich gefärbt, aber es wird auch unmissverständlich Kritik geübt am staatlich verordneten Hauruck-Patriotismus nach dem 11. September:„Since when is scepticism un-American?“ Mary Timony, Ex-Helium und mit Carrie Brownstein gemeinsam in The Spells, hat mit „The Golden Dove“ (Matador/Zomba) ein neues Soloalbum veröffentlicht. Die Melange von Magie mit 60er Jahre Psych-Folk, experimenteller Elektronik und Prog Rock, die „The Golden Dove“ prägt, war auch schon in Timonys früheren Werken ausgeprägt. Was in „Mountains“, ihrem letzten SoloAlbum, noch dunkler und verzweifelter klang, ist jetzt deutlich zarter und balladesker. Aber die Magie, in beiderlei Sinne,

ist weiterhin vorhanden: Melancholische, märchenhafte Balladen und dunkle, versponnene Songs über Kobolde, Zauberwesen und Geister, dazwischen immer wieder textliche Brüche in das Jetzt bilden das Grundgerüst für „The Golden Dove“. Für Menschen mit Vorliebe für Mittelalter, Faune und Elfen ist Mary Timony ein wahre Empfehlung. Alle anderen müssen es eben selbst ausprobieren. Ganz zart geht es auch bei den Quarks zu, die mit ihrem dritten Longplayer „Trigger Me Happy“ (Home/Columbia) endgültig die zu eng gewordene Vergangenheit als niedliche Band aus der Berliner „Wohnzimmerszene“ abstreifen und mit den aufwändig produzierten Songs ganz groß POP buchstabieren. Auch wenn im Hintergrund die Elektronik blubbert – mittlerweile vielleicht etwas glatter als die verspielten Sounds von früher – und synthetische Beats dahintuckern, verlangsamt die spröde Stimme von Jovanka von Willsdorf, die jetzt auch öfters englisch singt, das Tempo der Songs und taucht sie in eine fast laszivmelancholische Atmosphäre. Mit Sentimentalität hat Ms Dynamite, wie ihr Name schon vermuten lässt, wenig am Hut. Die junge Engländerin, die sich zuerst als furchtlose Garage MC in der Londoner Szene einen Namen machte, bringt auf ihrem Debütalbum „A Little Deeper“ (Polydor/ Universal) ihre Vorliebe für tighte, reggae-beeinflusste Beats, smoothe

R’n’B-Vocals, zungenbrecherische Raps und sozialkritische Lyrics zusammen. Dass der explosive Stoff, den Ms Dynamite mit „A Little Deeper“ auf der internationalen Musikbühne zündete, auch entsprechend einschlagen wird, daran dürfte es nach den bisherigen Reaktionen auf die outspoken young lady wohl keinen Zweifel mehr geben. Cause Ms Dynamite’s fed up, sick’n’tired of repeating herself, und alle wollen es hören… Truth Hurts, die neueste Entdeckung des allmächtigen Dr. Dre, erhielt ihr Musikerinnen-Alias angeblich deswegen, weil sie mit ihrer Meinung ebenfalls nicht gerade hinterm Berg hält, was wohl manchmal durchaus schmerzhaft sein kann. Vor allem im traditionell eher sanft inklinierten Genre des R’n’B, das sie mit ihrer beeindruckenden Stimmgewalt (Truth Hurts alias Shari Watson hat eine Ausbildung als Opernsängerin im Gepäck) und expliziten Lyrics aufmischt, fallen die von ihr eingestreuten Kraftausdrücke auf ihrem ersten Longplayer „Truthfully Speaking“ (Aftermath/Interscope) einigermaßen aus dem Rahmen. Denn wer außer ihr könnte mit Honigstimme einen Refrain wie „Bullshit pours down like rain“ überzeugend bringen? Doch neben den überzuckerten Bitterkeiten drängen sich vor allem die perfekt fließenden Vocals und Raps nachhaltig ins Ohr, die sich kongenial mit den opulenten Arrangements und knackigen Beats verbinden. ❚


lese.zeichen

Widerständige Offenheit Dem Offenlegen des theatralen Diskurses als männerbündische Strategie zum Machterhalt widmet sich Katharina Pewny aus feministischer Perspektive. Von Amelie Cserer.

Theater als Spiel vom Spiel. Wir spielen die Rollen und sie spielen uns. Ein Spiegel, um sich zu fassen. Nachdenkend betrachtend im Abbild den Grund des Sees lebendiger Seele finden. Ein Spiegel, der den Spiegel reflektiert. Ein Spiel, das das Spielen spielt, ist Theater. Katharina Pewny nimmt in ihrem Buch universitäre Theaterwissenschaft und Repräsentationstheorien „im Zeichen der Geschlechterdifferenz“ aufs Korn. Die vernetzende Analyse von Text, Inszenierung und Rezension der Theaterstücke von Heidi von Plato: Der elektrische Reiter (1992), Friederike Roth: Erben und Sterben (1992) und Marlene Streeruwitz:Tolmezzo (1994) legt das Augenmerk auf inhaltliche Verschiebungen repräsentierter Weiblichkeit. Aus den Stücken filtert die Autorin frauenspezifische Problemlagen heraus, die beispielsweise in einem wechselseitigen Ausschluss von Kunstproduktion und Weiblichkeit gefunden werden. MittäterInnenschaft im Nationalsozialismus und sexuelle Gewalt werden durch Verantwortungsdelegation realisiert. Ein frauliches Schicksal gesichtsloser Allgemeinkörper zu teilen, wird in traditionellen Charakterisierungen viel zu oft dargestellt.Wenn demgegenüber jedoch starke und differenzierte Frauenverhältnisse auf der Bühne präsent waren, werden sie durch die Rezension in ihrer feministischen Bedeutung „geläutert“ und mit traditionellen Weiblichkeitsmustern aufgeladen.

Pewny ortet die feministische Relevanz theatraler Repräsentation in Imagination, Vorstellung und Identifikation. Spiegelstadium markiert einen Entwicklungsabschnitt, in dem die Person bereit sei, ihr imaginäres Selbst anzuerkennen (Lacan). Doch welches „weibliche“ Gesicht wird Frauen von einer abendländischen Gesellschaft zur Orientierung entgegengehalten? Pewny verweist hierzu u.a. auf die vorgegebene Notwendigkeit, mütterliche Urspünge (Irigaray) und „andersartige Erfahrungsschätze“, die einem Normfrieden nicht entsprechen (z.B. sexuelle Gewalt), zu verdrängen. Relevante Bezüge weiblicher Existenz werden somit beschnitten und eingekapselt. Ohne Relation keine Realität. Die vorm Spiegel vereinzelte Figur erstarrt in Bewunderung ob ihrer männerbezogenen Ohnmacht. In Universitäten und medialer Öffentlichkeit wird sie zum Spielball patriarchaler Institutionen. Pewny bietet verschiedene Strategien an, diese weibliche Verkapselung zu lösen. Der Attribution von „Anders“, (Ge)Schlechtigkeit und negativer Tugenden für „Frau“ auszuweichen, konnte innerhalb feministischer Theorie sehr wohl auch der Begriff „Frau“ abgeschafft werden, doch Pewny empfiehlt in diesem Zusammenhang eine lustvolle Besetzung von Devianz. Eine Gewichtung, die den Positivismen eines patriarchalen Systems als Machtstrategie jede Relevanz entzieht. In der Forderung, den

Fokus von einer patriarchalen Bedeutungs- und Identifizierungsgenerierung zu wenden, lässt sich prinzipiell eine Grundnote finden, sich als weibliches/ frauliches Wesen dezidiert auf einander zu beziehen. Hierfür sei es auf institutioneller Ebene der Universität notwendig, beispielsweise Bewerberinnen von Stipendien und Lehraufträgen zu unterstützen. Im Bereich theatraler Repräsentation fordert Pewny nicht-traditionelle Rollenbilder weiblicher Existenzweisen, die starke und selbstbewusste Identifikationsmöglichkeiten bieten. Denn ein Subjekt sei „sämtliche Geschichte aller Identifizierungen“. Kollektive Arbeitsstrukturen und mütterliche Autorinnenschaft klassifiziert die Autorin als feministische Strategien. Mit dem Aufbrechen einer dichotomen Verteilung der Welt, verabschiedet sie auch das Konzept der Unterscheidung zwischen Realität und Kunst. Sie betont, dass solche Vorstellungen nicht einem Weltverständnis gerecht werden, das „alles Gegebene als Gemachtes begreift“. Handeln und Denken, Imagination und Realität vollführen einen sich gegenseitig nachahmenden Tanz. Die zirkuläre Offenheit, die gesellschaftliche Determination bricht, fängt sich in einem Geflecht splitternder Identitäten. ❚ Katharina Pewny: Ihre Welt Bedeuten Feminismus, Theater, Repräsentation Ulrike Helmer Verlag 2002, e 23,60 (Ö)

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lese.zeichen Verlangsamung

schung möchte ich den Leserinnen nicht nehmen.

Eine Karrierefrau, eine alte Dame und ein junges Mädchen: Drei Geschichten um Frauen unterschiedlicher Generationen, die verschiedener nicht sein können und doch untrennbar ineinander verwoben sind. Mireille, die Karrierefrau, trifft auf die „Dame in Blau“, eine Begegnung, die ihr Leben schlagartig verändert. Statt Stress und Karriere wird plötzlich das intensive Erleben von Langsamkeit und Genuss zu ihrem Lebensmittelpunkt. Eine wunderbare Geschichte, die nur anfangs wie eine absurde Reise in eine Fantasiewelt anmutet. Am Ende war in mir nur noch der Wunsch, es Mireille gleich zu tun und einfach alle Zwänge und Ideale über Bord zu werfen und meinen Lebensrythmus zu verlangsamen. Auch Marthe befindet sich knapp vor einem Wendepunkt in ihrem Leben, als sie der „Klatschmohnfrau“ begegnet. Marthe befreit sich aus dem erstarrten Witwen-Dasein und verliebt sich erneut. Aber noch wichtiger: Sie lernt wieder, sich selbst zu lieben und ihre eigenen Wünsche denen ihrer Familie zumindest nicht mehr unter zu ordnen. Zum ersten Mal hingegen erfährt das „Sonnenblumenmädchen“, was Liebe sein kann. Der letzte Sommer vor Schuleintritt wird für Mathilde zum unvergesslichen Erlebnis. Ein wenig irritierend sind jedoch ^ die Rollenmuster, mit denen Chatelet sich offensichtlich der ersten jungen Liebe nähert: Von der selbstbewussten und ihr (Liebes)Leben selbst bestimmenden Frau, wie sie in den zwei Romanen zuvor dargestellt wurde, ist bei Mathilde noch wenig zu erkennen. Alles in allem ein wunderbares Buch mit drei Romanen, die eigentlich zusammen gehören. Warum? Diese Überra-

Gabi Horak

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Das Sonnenblumenmädchen Drei Romane. Kiepenheuer und Witsch 2002, e 12,40 (Ö)

Doris Brenner

Wüstenwind Miral al Tahawi: Das Zelt

„Für meinen Körper… ein Zeltpflock, gekreuzigt unter freiem Himmel“ – Schon die einleitende Widmung lässt auf keine leichte Buch-Kost schließen, und der erste Verdacht der Leserin bestätigt sich auf den folgenden Seiten. Al-Tahawis Erstlingsroman ist eine schnörkellose und von bedrückender Realität geprägte Schilderung der Frauenschicksale einer Beduinenfamilie. Erzählt wird aus der Perspektive Fatimas, die als jüngste Tochter eines Beduinenscheichs mit ihren älteren Schwestern unter rauen Bedingungen – nicht zuletzt menschlicher Art – in der ägyptischen Wüste aufwächst. Die Familie steht unter dem strengen Regiment der verhassten Großmutter, die die Mädchen täglich deren Minderwertigkeit als Frauen spüren lässt und deren Mutter verflucht, denn kein Sohn überlebt die Geburt, was die Mutter schließlich in den Wahnsinn flüchten lässt. Der geliebte Vater kommt und geht wie der Wüstenwind, bleibt unnahbar. Unter diesen trostlosen Umständen bleibt Fatima nur ihre Traumwelt, in die sie sich flüchtet, wenn die Realität untragbar wird. Mit ihrer lyrischen Sprache lässt al-Tahawi die Phantasie des Mädchens Wirklichkeit werden und sich mit der Realität zu einem wundersamen Ge-

Unionsverlag 2001, e 15,41(Ö)

Eisiger Sommer „Weit in der Ferne stoßen Himmel und Meer aufeinander. Weiter als bis dorthin kann sie nicht schauen, dort ist die Welt zu Ende. Aber der graublaue Streifen am Horizont hält sie auf der Erde fest und sorgt dafür, dass sie nicht über den Rand fällt. Immerhin etwas.“ Madde ist 16, als sie von zwei Schulkollegen nach der Schulabschlussfeier vergewaltigt wird. Betrunken war sie und schick gekleidet in ihrem neuen kurzen roten Kleid, hauteng und mit tiefem Ausschnitt. Eine klare Herausforderung, verteidigen sich ihre Mitschüler. Und Madde glaubt fast selbst daran, ist eingeschüchtert, verängstigt, fühlt sich schmutzig. Doch das Schwierigste kommt noch: die Gerichtsverhandlung. Madde ist verzweifelt, doch ihre Anwältin gibt ihr Zuspruch und macht ihr Mut. Mut, sie selbst zu sein, zu sich und ihrem Körper zu stehen und alle Selbstanschuldigungen zu verwerfen. Madde begreift, dass sie das Gesche-

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^ Noelle Chatelet: Die Dame in Blau, Die Klatschmohnfrau,

spinst vereinen, das die Grenzen zwischen Traum und Realität aufzuheben vermag. Anfangs nur Zuhörerin märchenhafter Geschichten übernimmt Fatima schließlich selbst die Rolle der Geschichtenerzählerin und führt die Leserin dabei nicht selten in die Irre. „Das Zelt“ ist ein melancholisch beklemmender Roman des harten Wüstenlebens, bei dessen Lektüre der Leserin der Wüstenwind um die Ohren pfeift und ihr Sand in die Augen treibt.

Frauenzimmer…die feministische Buchhandlung

1 0 7 0 W i e n , Z i e g l e r g a s s e 2 8 • Te l . 0 1 / 5 2 2 4 8 9 2 • Fa x 0 1 / 5 2 2 6 3 2 0 • f r a u e n z i m m e r @ a o n . a t • w w w. f r a u e n z i m m e r. a t

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lese.zeichen hene nicht ungeschehen machen kann, und dass es im Leben noch viele Dinge gibt, die sie kennen lernen muss – vor allem sich selbst. Christina Wahldén geht mit diesem wichtigen tabuisierten Thema zwar behutsam um, will die Geschichte des Opfers erzählen, beschränkt sich jedoch allzu sehr und in bedrückend anschaulicher Weise auf den Tathergang und den anschließenden Prozess. Zu sehr wird die Geschichte mit Problemen überfrachtet und Madde als Tochter einer arbeitslosen, Shoppingkanal-surfenden und -süchtigen Mutter noch weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt und so ihre Außenseiterinnenperspektive gerechtfertigt, um sie allerdings später wieder aufzuheben. Dennoch: „Kurzer Rock“ ist ein wichtiges Buch, das jungen Leserinnen Mut machen will und durch seine beklemmend distanzlose Erzählweise sehr betroffen macht. Der Knoten im Magen ist vorprogrammiert.

andere Bedeutung. Ein Kennzeichen ihrer Essays ist u.a., dass Roy sich nicht mit Lamentieren über die Opferrolle der indischen Bevölkerung zufrieden gibt. Sie sieht durchaus deren Mitverantwortung für die politische Situation. Roys leidenschaftliches „Einmischen“ kippt an wenigen Stellen ins Polemische oder wird begrifflich unscharf, wenn sie z.B. die „Judenfrage“ und die Situation in den KZ´s während der NS-Zeit mit der heutigen indischen Lage vergleicht und bewertet. Motto: Wer mehr Opfer aufweist, ist schlimmer dran. Als ob sich menschliches Elend beziffern ließe. Trotz dieser „Aufrechnungen“ zeigt sich in den Essays ein fundiertes Wissen. Das belegen zahlreiche interessante Querverweise und Anmerkungen. Petra Öllinger

btb 2002, e 8,30 (Ö)

Christina Wahldén: Kurzer Rock Oetinger Verlag, 2001, e 10,20 (Ö)

Vielfalt

Die Sammlung aktueller politischer Essays der indischen Schriftstellerin Arundhati Roy beinhaltet Themen, die von den Medien gerne ausgespart werden. Ausgenommen davon sind eventuell die Ereignisse vom 11. September 2001. Als eine von wenigen kritisierte Roy die amerikanische Vorgehensweise, und sie nahm bereits damals politische Folgeentwicklungen vorweg. Ein großer Teil ihrer engagierten Stellungnahmen, die ihr zahlreiche Klagen und sogar einen Gefängnisaufenthalt einbrachten, ist dem Staudammprojekt im Narmada Tal gewidmet. Ein Projekt das, finanziell tatkräftig unterstützt von der Weltbank und anderen wirtschaftlichen MachthaberInnen, weitreichende katastrofale Folgen für die Menschen und die Umwelt hat. In diesem Zusammenhang erhalten nett gemeinte Wiedergutmachungsbegriffe wie „Umsiedlung“ oder „finanzielle Entschädigung“ eine völlig

J a s m i n a J a n k o v i c’

Der kleine große Unterschied

Arundhati Roy: Die Politik der Macht

Doris Brenner

Engagierte Stellungnahmen

neu.land

Der 4. Journalistik-Tag im November 2001 am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg war ganz den Frauen in Medienbetrieben bzw. feministischen Perspektiven in der Medienwissenschaft gewidmet. Die thematische Vielfalt der Referate, die in diesem Band versammelt sind, reicht von Pionierinnen des Journalismus über feministische Öffentlichkeiten bis zu Frauenbildern im Fernsehen. Viefältig sind auch die Herangehensweisen: manchmal stehen MedienakteurInnen, dann wieder RezipientInnen im Vordergrund, Analyse wechselt sich ab mit vorsichtiger Prognose. Und immer wieder die ernüchternde Feststellung: Die Situation von Frauen in den Medien hat sich in den letzten Jahren nur minimal verbessert. Zahlreiche Literaturhinweise am Ende jedes Referates regen zur weiteren Beschäftigung mit den unterschiedlichen Themen an. Gabi Horak

Julia Neissl (Hg): der/die journalismus Geschlechterperspektiven in den Medien

Beograd – „Die weiße Stadt“. Nach fünf Jahren. Die Reise mit dem Auto wieder unkompliziert wie früher. Keine Extraversicherung mehr. Die grüne Karte, in der „YU“ nicht durchgestrichen ist, gilt wieder. Keine Ausreisegebühr. Keine Schikane wegen ausländischer Kennzeichentafeln. Nur haben sich die Grenzen vermehrt. Drei Grenzübergänge statt eines. Und mehr Währungen unterwegs: Tolar, Kuna, Dinar. Aber Euro ist überall willkommen. Die Autobahn Zagreb – Belgrad mit dem einst symbolischen Namen „Die Autobahn der Brüderlichkeit und Einheit“ fast leer, niemanden mehr verbindet die Brüderlichkeit und Einheit, kaum jemanden diese Autobahn. Belgrad. Verkehrschaos wie immer. Blinker beim Streifenwechseln, eine große Unbekannte. Anhalten in der rechten Fahrspur, um einzukaufen, eine normale alltägliche Erscheinung. Trotzdem keine Unfälle. Chaos hat eine unsichtbare Ordnung. Die Straßen und Restaurants voll, die Oberfläche glänzt, die Großstadt lebt und pulsiert. Du fühlst dich wohl; du bist nur ein paar Tage da, du lebst nicht da, du musst nicht um deine Existenz bangen. Die meisten Menschen, die du magst, sind nicht mehr da, nur wenige gibt es, die du sehen willst und kannst. Die getrennt gelebte Zeit steht dann zwischen euch, getrennte Erlebnisse, verschieden wahrgenommene Ereignisse, getrennte Zukunft. Aber euch verbindet trotzdem etwas Unsichtbares, etwas Unaussprechbares, etwas Undefinierbares, etwas im Inneren Gespeichertes, das keine getrennt gelebte Zeit löschen kann. Dann kommst du zurück. Salzburg. Die Festspielzeit. TouristInnen. TouristInnen. TouristInnen. Mozart. Mozart. Mozart. Kitsch. Kitsch. Kitsch. Nichts Neues, nichts Unbekanntes. Nur fällt das jetzt irgendwie besonders auf. Der Magen steigt hoch, du hast ihn aber unter Kontrolle. Die Selbstbeherrschung hast du mit Erfolg absolviert. Sonst könntest du nicht verkraften, dass es keine Menschen um dich gibt, mit denen du auf eine unaussprechbare, undefinierbare Weise gemeinsam „kotzen“ kannst, und zwar so, dass es euch Spaß macht.

Studienverlag 2002, e 19,- (Ö)

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ge.fragt

Ungerechtigkeiten und Frustrationen, die sie am eigenen Leib erfahren musste, wollte sie anderen Frauen ersparen. Wer ist unsere September-Kämpferin? Antworten bitte bis 13. September an die Redaktion Hetzgasse 42/1, 1030 Wien, T. 01/920 16 76, Fax: 715 98 88, e-mail: redaktion@anschlaege.at

Bildungshunger Von Elke Koch

Auflösung aus 7-8/02 Die schillernde Persönlichkeit der Sommernummer war Tamara de Lempicka. Unser Buchpreis geht diesmal an: Nadine Hafner aus Feldkirch! Gratulación!

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Unsere politische Heldin erblickt am 6. Juni 1836 in Wien das Licht der Welt und wächst in der liberalen, kultivierten Atmosphäre eines freisinnigen jüdischen Bürgerhauses auf. Der Vater ist Chemiker und Erfinder und verwirklicht seine Ideen durch den Bau der ersten Pergamentfabrik in Europa. Er bemüht sich, durch Maßnahmen wie Arbeitszeitverkürzung oder Krankenversicherung den zumeist eingewanderten ArbeiterInnen halbwegs erträgliche Arbeitsbedingungen zu schaffen. Nach dem Tod des Vaters übernimmt die Mutter die Leitung der Fabrik im fünften Wiener Gemeindebezirk und wird zur Ernährerin der vielköpfigen Familie. In ihrem Betrieb richtet sie eine der ersten Schulküchen Wiens ein – unsere Heldin wechselt sich mit ihren fünf Schwestern beim Küchendienst ab. Die Arbeit in der Fabrik gewährt ihr erste Einblicke in soziale Missstände. Nach dem planmäßigen Besuch der Volksund Bürgerschule in Wien erhält sie zunächst Privatunterricht und besucht einzelne Vorlesungen an der Wiener Universität. „Richtig“ studieren dürfen aber nur ihre Brüder, das vorherrschende Bildungssystem untersagt Frauen nämlich den Besuch der Universität. Diese Unmöglichkeit, ihren Bildungs-

hunger angemessen ausleben zu können, bezeichnet unsere Heldin stets als größte Triebfeder für ihren Einsatz auf dem Gebiet der Frauen- und Mädchenbildung. 1888 heiratet sie einen Bankbeamten, nach der Geburt ihrer Tochter Anna wird unsere Heldin mit Rotlauf infiziert und erkrankt am Kindbettfieber. Sie muss viele Monate im Krankenhaus verbringen und behält eine Körperbehinderung zurück. Der Ehemann stirbt früh an Tuberkulose, die Tochter leidet an Depressionen und nimmt sich schließlich das Leben. In dieser Zeit enormer psychischer Belastungen erhält sie durch ihre Freundinnen Marie Lang und Auguste Fickert Zugang zur bürgerlichen Frauenbewegung und wird Mitglied im „Allgemeinen Österreichischen Frauenverein“. Sie beginnt publizistisch zu arbeiten. In der „Volksstimme“ fordert sie in ihren Artikeln die Zulassung von Frauen zum Hochschulstudium ein, verlangt eine Verbesserung des Arbeitsschutzes für Frauen, vor allem aber die Einführung des Frauenwahlrechtes. Sie lernt Adelheid Popp, Anna Boschek, Viktor Adler und Käthe Leichter kennen und wird Mitglied der Soziademokratischen Partei. Im Rahmen ihrer politischen Tätigkeit hält sie zahlreiche Vorträge und veröffentlicht

Artikel und Aufsätze in der „Volksstimme“, der „Arbeiterzeitung“, in „Die Unzufriedene“ oder in der Berliner „Neuen Zeit“. In ihren Publikationen ruft sie zum Kampf gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Benachteiligung der ArbeiterInnenschaft auf und verschont weder Staat noch Kirche mit ihrer Kritik. Sie wehrt sich gegen die vielschichtigen Ungerechtigkeiten, mit denen die Frauen der damaligen Zeit zu kämpfen hatten – vor allem wegen ihrer persönlichen „Bildungsbenachteiligung“ ist ihr die Bildung des „Frauenproletariats“ ein besonderes Anliegen. Mit ihren Schriften gelingt es ihr, Bildung als Waffe gegen die Ausbeutung zu transportieren und dadurch zur gesellschaftskritischen Bewusstseinsbildung und politischen Aufklärung beizutragen. Sie zählt zu den Mitbegründerinnen des „Vereins sozialdemokratischer Frauen und Mädchen“, ist Abgeordnete in der Konstituierenden Nationalversammlung und Mitglied des Bundesrates. Aus ihrer Feder stammt der „Frauenteil“ des „Linzer Programms“ der Sozialdemokraten. Nach dem Anschluss Österreichs muss sie nach Frankreich flüchten, weil ihr die neuen antisemitischen Gesetze kein politisches und soziales Leben in Österreich erlauben. ❚


an.künden musik.tanz 7. 9., 19.30 u. 8. 9., 11.00, Eisenstadt Margarete Babinsky: „Der große Sonatenzyklus“. Klavier Schloss Esterházy, T. 02682/61 866

8. 9., 11.00, Innsbruck Klangspuren – Musik aus Japan: Mayumi Miyata, Sho SOWI Innsbruck, T. 05242/73 582

10. 9., 19.30, Wien Diana Krall

28. 9., 19.30, Vöcklabruck Editta Braun Company:„Nebensonnen“ Stadtsaal Vöcklabruck, T. 07672/266 44 u. tourist.voe@asak.at

28. 9., 19.30, Wien Jazz Chor & FrauenVokalEnsemble der vokal.akademie.wien. Jazzstandards Konzerthaus, 3., Lothringerstraße 20, T. 242 002

29. 9., 21.00, Wien Mary Timony B 72, 8., Hernalser Gürtel, Bogen 72, T. 409 21 28

Stadthalle, 15., Vogelweidplatz 14, T. 98 100/79 999 79

15. 9., 20.00, Wien 1. Wiener Pawlatschen AG: Tini Kainrath, Doris Windhaber, Duo Emersberger/Hojsa Kulisse, 17., Rosensteingasse 39, T. 485 38 70

16. 9., 21.00, Salzburg Candy Kane & Band. Blues Rockhouse Salzburg, 5020, Schallmooser Hauptstraße 46, T. 0662/88 49 14

17. 9., 19.30, Baden Ingrid Wagner-Kraft, Violoncello; Nadia Saharova, Klavier Casino Baden, 2500, Kurpark, T. 02252/444 96 444

17. 9., 20.30, Dornbirn Ida Kelarova Spielboden, 6850, Färbergasse 15, T. 05572/219 33/0

19. 9., 20.00, Wien Lena Rothstein: „Spelunkenlieder“. Ethno, Klezmer, Swing Szene Wien, 11., Hauffgasse 26, T. 749 33 41

20. 9., 11.00, Eisenstadt Ruth Gabrielli: „Liebesfreud & Liebesleid“. Sopran + Klavier Schloss Esterházy, T. 02682/61 866

20. 9., 19.00, Salzburg Editta Braun Company:„Luvos, archives 3“ Republic, 5020, Anton-Neumayr-Platz 2, T. 0662/84 34 48 od. www.sommerszene.net

21. 9., 19.00, Fels Trio non & pur: „Aus dem Urgrund auf dem Weg ins LIcht“. Lieder der Hildegard von Bingen und ihrer Zeit Schloss Thürnthal, 3481 Fels am Wagram, T. 02738/70 77

21. 9., 20.00, St. Pölten Liz McComb. Gospel, Soul und Jazz Festspielhaus, 3100, Franz Schubert-Platz 2, T. 02742/90 80 80/222

21. 9., 20.00, Nüziders Marianne Mendt & Band: „Vom Wienerlied zum Jazz“

film 4. 9., 20.00, Wien Filmabend: Fire. Indien, R: Deepa Mehta HOSI, 2., Novaragasse 40

13. 9., 20.00, Graz Lesbenfilmabend: Desert Hearts Feel Free, 8020 Graz, Rapoldgasse 24

ab 13. 9., Österreich 8 Frauen. F 2002. Mit Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Fanny Ardant, Emanuelle Béart, Virginie Ledoyen u.a. österr. Kinos

19.-20. 9., Wien Filmtage „Geburt“. Aktuelle Dokumentarfilme zum Thema Geburt Filmhaus Stöbergasse, 5., Stöbergasse 11-15, T. 54 666/30

ab 20. 9., Österreich Nackt. D 2002. R: Doris Dörrie österr. Kinos

23. 9., 19.30, Wien ... und wenn Du Dich damit beschäftigst. Filmpremiere zum Thema Essstörungen F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; kostenlos

ab 27. 9., Österreich Bibi Blocksberg. D 2001, R: Hermine Huntgeburth. Mit Katja Riemann und Corinna Harfouch österr. Kinos

29. 9., 11.00, Wien Premiere u. Sonntagsmatinee: „In Out. Bewege die Welt“. Ö 2002, R u. Musik: Christina Zurbrügg. Mit Birgit Heyn Künstlerhaus-Kino, 1., Karlsplatz 5

t h e a te r . ka b a r e t t 1.-8. 9., 20.00, Salzburg Meisterklasse. Hommage an Maria Callas

George Sand In ihrem Salon verkehrte die gesamte Pariser Kulturszene des 19. Jahrhunderts. Der bürgerliche Name von Amandine-Lucie-Aurore Dupin, verehelichte Baronin Dudevant, ist jedoch nur wenigen bekannt, denn berühmt wurde die französische Schriftstellerin unter dem Pseudonym George Sand. Die Kämpferin für Selbstbestimmung und Gleichberechtigung scherte sich zeitlebens wenig um Konventionen, trug Männerkleidung und rauchte Zigarren. Mit dem 1839 erschienenen Roman „Ein Winter auf Mallorca“ kompromittierte sie ihren Liebhaber Frédéric Chopin. Die Schauspielerin Mijou Kovacs liest in St. Pölten aus diesem Schlüsselroman. Festspielhaus, Haydn-Saal, 3100 St. Pölten, Franz-Schubert-Platz 2, T. 02742/90 80 80/222; 20. 9., 20.00 Uhr 18.-21. 9., 20.15, Pürbach Eifersucht. Komödie von Esther Vilar Wald4tler Hoftheater, 3944 Pürbach Nr. 14, T. 02853/784 69

20. 9., 20.00, Salzburg Nora. Ein Puppenheim. Schauspiel von Ibsen, R: Katharina Rupp Kammerspiele Salzburg, 5020, Schwarzstraße 24, T. 0662/87 15 12

22. 9., 20.00, Wien Nicole Käser: „Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit“ Vindobona, 20., Wallensteinplatz 6, T. 332 42 31

Sonnbergsaal, 6714 Nüziders/Vbg.

Elisabethbühne, 5020, Erzabt-Klotz-Straße 22, T. 0662/80 85/85

ab 23. 9., 20.00, Wien Ella geht l(i)eben. Ein musikalischer Abend. Mit Berenice Pahl

5. 9., 20.00, Wien Dolores Schmidinger: „Operation Punschkrapferl“

Bar & Co, 1., Drachengasse 2, T. 512 14 44

Vindobona, 20., Wallensteinplatz 6, T. 332 42 31

27.-28. 9., 20.00, Wien Nessi Tausendschön: „Herz, mein Herz“

12. 9., 20.00, St. Florian bei Linz Die lange Nacht des Kabaretts: Die Divas u.a.

Vindobona, 20., Wallensteinplatz 6, T. 332 42 31

24. 9., 20.00, Wien 1. Wiener Pawlatschen AG: Tini Kainrath, Doris Windhaber, Duo Emersberger/Hojsa Café Schmid Hansl, 18., Schulgasse 31, T. 406 36 58

Altes Kino, 4490, Wiener Straße 8, T. 07224/41 01

ab 25. 9., 10.00, St. Pölten Julia & R. Eine Hip Hopera. Mit Astrid Herbich, Lana Cencic u.a.

13. 9., 20.00, Wien Andrea Händler: „Paradies“

Bühne im Hof, 3100, Linzer Straße 18, T. 02742/35 22 91

26. 9., 21.00, Wien Mary Gauthier B 72, 8., Hernalser Gürtel, Bogen 72, T. 409 21 28

27. 9., 19.00, Wien Eva Ursprung & Nina Wurz: „Inside Out“. Musik-Video-Performance Fotogalerie Wien, 9., Währinger Straße 59

Vindobona, 20., Wallensteinplatz 6, T. 332 42 31

16. 9., 19.30, Wien Meisterklasse. Anlässlich des 25. Todestages von Maria Callas. Mit Andrea Eckert Volkstheater, 1., Neustiftgasse 1, T. 523 35 01

17.-21. 9., 20.00, Wien Andrea Händler: „Paradies“ Orhpeum, 22., Steigenteschgasse 94b, T. 481 17 17

27. u. 28. 9., 20.00, Bludenz Hilde Fehr: „reduziert“ Remise, 6700, Am Raiffeisenplatz, T. 05552/33 407

s e m i n a r . w o rk s h o p ab Sept., Baden od. Wr. Neustadt Rituale von Frauen für Frauen. Mit Brigitte Bader und Brigitte Benczak Anm.: Mag. Bader, T. 0676/315 63 50, Mag. Benczak, T. 0664/195 01 71; eur 87,(3 Abende) od. 66,- (Sa 9-20.00 Uhr)

12.-14. 9., Bregenz Führen statt leiden. Personalmanagement für Frauen in Leitungspositionen. Mit Brigitte Siegel Anm.: Frauengetriebe, 6900, Schillerstraße 2, T. 05574/45 538

14.-15. 9., Drosendorf Jazz-Vocal-Workshop. Mit Ines Reiger Anm.: Jazzkeller Drosendorf, 2095, Hornerstraße 1, T. 02915/29 90/0 u. www.schauplatz.at

ab 16. 9., 16-19.00, Wien Fortlaufende Selbsterfahrungsgruppe für Mädchen mit Essstörungen. Mit Martina Nöster Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; eur 7,-/Einheit

17.-20. 9., Bregenz Sag dem Konflikt, dass ich komme. Führungs- und KonfliktmanagementFortbildung mit Gisela Ströttges Anm.: Frauengetriebe, 6900, Schillerstraße 2, T. 05574/45 538

ab 19. 9., 19-21.00, Wien Set.point. Selbsthilfegruppe für Frauen und Mädchen mit Essstörungen Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; eur 2,90/Treffen. Info: www.setpoint.at

ab Sept., Baden od. Wr. Neustadt Wohlfühlgruppe im Kreis von/für Frauen. Mit Brigitte Bader und Brigitte Benczak

26.-28. 9., Graz Männer sind anders... Frauen auch. Gender Kompetenz Training. Mit Sigrid Fischer und Hubert Gerlich

Anm.: Mag. Bader, T. 0676/315 63 50, Mag. Benczak, T. 0664/195 01 71; eur 100,- (4 Abende)

Anm.: Frauenservice, 8020, Idlhofgasse 22/1. Stock, T. 0316/71 60 22; eur 350,-

ab 26. 9., 18-19.30, Wien Frauenpower im 19. u. 20. Jh. Mit Christine Zippel Anm.: VHS Landstraße, 3., Hainburger Straße 29, T. 715 08 00; eur 31,50

ab 26. 9., 18-20.00, Wien Gruppe für Frauen mit Esssucht. Mit Christine Bischof Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; eur 109,-

27.-29. 9., Bregenz Göttin für den Garten. Mit Hanna Rothenbücher Petras Werkstatt, Langenegg. Anm.: Frauengetriebe, 6900, Schillerstraße 2, T. 05574/45 538

27.-29. 9., Bregenz Spurensuche im Lebenslauf. Einführung in Biografiearbeit. Mit Christine Cologna Anm.: Frauengetriebe, 6900, Schillerstraße 2, T. 05574/45 538

ab 27. 9., 18-20.00, Wien Die sinnlich-kreative Schreibwerkstatt. Mit Petra Öllinger und Anni Bürkl Anm.: VHS Landstraße, 3., Hainburger Straße 29, T. 715 08 00; eur 56,-

ab 27. 9., 9-13.00, Wien EDV für Frauen I Anm.: VHS Landstraße, 3., Hainburger Straße 29, T. 715 08 00; eur 160,-

ab 1. 10., 17-20.00, Wien Fortlaufende Selbsterfahrungsgruppe für Frauen mit Essstörungen. Mit Renate Gänszle Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; eur 36,30/Einheit, Vorgespräch erforderlich!

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an.künden ab 2. 10., 9.30-11.00, Wien Treffpunkt für Junggebliebene – Jahresgruppe für Frauen ab der Lebensmitte. Mit Margarete Kunz Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; eur 29,-

4.-5. 10., Wien Professionell schreiben. Mit Verena Fabris und Angela Heissenberger Anm. (bis 30.9.): VHS Landstraße, 3., Hainburger Straße 29, T. 715 08 00; eur 66,-

7. 11.-6. 2., Wien Gender Kompetenz in modernen Organisationen. Praxen und Theorien – im gesellschaftlichen Kontext. Ausbildungslehrgang für BeraterInnen und TrainerInnen. Mit Gabriele Bargehr, Sabine Steinbacher, Jo Schmeiser, Johanna Schaffer u.a. Info u. Anm. (bis 7.10.): polycollege, 5., Stöbergasse 11-15, T. 54 666/31 od. Institut Im Kontext, 7., Lerchenfelderstraße 65/15, T. 92 30 529; eur 3.050,-. Infoabend: 23. u. 30.9., 18.30-20.00 Uhr

v o r t r a g . d i s ku s s i o n 2. 9., 19.00, Linz Politisches Café mit A. Brown: „CEDAW“ AFZ, 4020, Humboldtstr. 43, T. 0732/602 200

3. 9., 20.00, Wien Sabina Lankisch: „Saheli – Die Helpline für Frauen in Südindien“. Diavortrag HOSI, 2., Novaragasse 40

9. 9., 19.00, Wien Infoabend zum Thema Essstörung für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Mit Martina Nöster Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; eur 5,-

13. 9., 19.00, Wien Let’s talk about... 5 Frauen im Gespräch zur sozialen und ökonomischen Situation von Künstlerinnen. Mit Eva Schlegel, Andrea Fuchs, Magdalena Frey, Karin Handlbauer und Edith Almhofer Fotogalerie Wien, 9., Währinger Straße 59

14. 9., 11-13.00, Wien Frauen wehren sich! Strategien und Ansätze zur erfolgreichen Gewaltprävention. Podiumsdiskussion mit Ingrid Nikolay-Leitner, Rosa Logar, Gabriele Vana-Kowarzik und Bente Knoll. Anschl. Seito Boei-Schnupperseminar VHS Hernals, 17., Rötzergasse 15

21. 9., Wien Visionale – 3. Messe der Zivilgesellschaft. Mit Heide Schmidt, Marianne Mendt, Sonja Puntscher-Riekmann u.a. Depot, 7., Museumsplatz 1. Info: Christian Apl, 0664/79 86 52

23. 9., 18-21.00, Wien Gabriela Bazant: „Mobbing“ Anm.: VHS Landstraße, 3., Hainburger Straße 29, T. 715 08 00; eur 12,-

24. 9., 18-20.00, Wien Barbara Stekl/Bettina Zehetner: „Alles was Recht ist“. Vortrag und Beratung zu rechtlichen und psychologischen Fragen um Scheidung, Trennung und Obsorge Anm.: Frauen beraten Frauen, 6., Lehárgasse 9/2/17, T. 587 67 50

2. 10., 19.00, Wien Infoabend: Heilpädagogisches Reiten für Mädchen und Frauen mit Essstörungen. Mit Johanna Foltinek Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; eur 5,-

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24.-26. 10., Alpbach Kongress Essstörungen. 10. Int. Wissenschaftl. Tagung Info: Netzwerk Essstörungen, 6020 Innsbruck, Fritz-Pregl-Straße 5, T. 0512/57 60 26

a u s te l l u n g bis Ende Oktober, Weizelsdorf Kiki Kogelnik: „Venetian Heads“ Schloß Ebenau im Rosental, 9162 Weizelsdorf/Ktn.; Fr, Sa, So 14-18.00 Uhr

bis 3. 11., Schloss Albeck/Ktn. Kraft der Liebe – Frauen gestalten ihre Welt. Frauen in der Geschichte: Königin Hatschepsut, Jeanne d’Arc, Ida Pfeiffer u.a. Schloss Albeck

bis 22. 9., St. Pölten Garten der Frauen. Werke von Maria Biljan-Bilger, Elis Stemberger u.a. NÖ Dokumentationszentreum für Kunst, 3100, Prandtauerstraße 2; Di-Sa 10-17.00 Uhr

bis 13. 10., Wr. Neustadt Ulrike Truger. Steinskulpturen Hauptplatz, Wr. Neustadt

bis 6. 10., Salzburg Elizabeth Peyton: Porträtdarstellungen Salzburger Kunstverein, 5020, Hellbrunner Straße 3; Mo-Fr 9-13.00, Di-So 12-19.00 Uhr

bis 15. 9., Bregenz Louise Bourgeois: Zeichnungen u. Skulpturen Kunsthaus Bregenz, Karl-Tizian-Platz; Di-So 10-18.00, Do 10-21.00 Uhr

20.-27. 9., Innsbruck A room of one’s own

27.-28. 9., Linz SV-Kurs für Mädchen von 8-10 Jahren

Selbsthilfegruppe: „Wenn Frauen zu sehr lieben“

AFLZ Innsbruck, 6020, Liebeneggstraße 15. Vernissage mit Buffet: 20.9., 20.30 Uhr

Anm.: AFZ, 4020, Humboldtstr. 43, T. 0732/602 200

Frauenservice, 8020 Graz, Idlhofgasse 20, T. 0316/71 60 22. Jeden Di 19.30-21.00 Uhr

26.-29. 9., Klosterneuburg emerging artists: Barbara Sturm

27.-29. 9., Wien SV für Mädchen, Technik: Drehungen. Mit Hanja Dirnbacher und Martina Strasser

Telefonische Verhütungsberatung – kompetent, anonym, kostenlos

Sammlung Essl, An der Donau-Au 1; Di-So 10-19.00, Mi 10-21.00 Uhr

ab 28. 9., 18.00, Wien Ceija Stojka, Bilder. Vernissage mit großem Roma-Fest, Musik: Ensemble Ruzsa Nikolic Lakatos, Ceija, Hoida u. Christian Stojka Amerlinghaus, 7., Stiftgasse 8

lesung 11. 9., 20.30, Innsbruck Ingrid Schacherl: „Die Vielfalt von Frauen erleben... Feministische Studien an der Hochschule“. Buchpräsentation AFLZ Innsbruck, 6020, Liebeneggstraße 15

17. 9., 20.00, Wien Gin Beans Club: „Städte ihrer Zeit – Literaturinnen für Zahlenfreunde“. Es lesen 3, 7, 4 & ZeitZoo 8 Amerlinghaus, 7., Stiftgasse 8. Info: www.gbcnezwork.at

20. 9., 20.00, St. Pölten Ein Winter auf Mallorca. Mijou Kovacs liest George Sand, Klavier: Ekatarina Doubkova

Städtische Bücherei Ansfelden/OÖ

bis 22. 9., Wien Margherita Spiluttini: „Nach der Natur. Konstruktionen der Landschaft“. Fotografien

25. 9., 20.00, Innsbruck Helga Pankratz: „Aus lesbischer Sicht“

Fotogalerie Wien, 9., Währinger Straße 59; Di-Fr 14-19.00, Sa 10-14.00 Uhr

ab 12. 9., Wien Barbara Graf: „Anatomische Elemente“ Galerie Atrium ed Arte, 7., Lerchenfelderstraße 31; Di-Fr 14-18.30, Sa 11-14.00 Uhr

ab 13. 9., Wien Designs für die wirkliche Welt. Werke von Azra Aksamija, Marjetica Potrc u.a. Generali Foundation, 4., Wiedner Hauptstraße 15

18. 9., 10.00, Wien Frauengespräche zur Ausstellung „Aller Anfang“

Team for girls: Gruppe für weibliche Lehrlinge

HOSI Linz, 4020, Schubertstraße 36, T. 0732/60 98 98/1. Jeden 2. Mo 20-22.00 Uhr

Anm.: Sprungbrett, 15., Pilgerimgasse 2224/Stg. 1/Top 1, T. 789 45 45. Jeden Di 18-21.00 Uhr

Frauen-Lokal-Abend der HOSI-Lesben Linz

Therapeutische Gruppe für Frauen mit Missbrauchs- und Gewalterfahrungen. Mit Bettina Reinisch

Coffee Corner, 4020, Bethlehemstraße 30. Jeden Mo ab 18.00 Uhr

Frauencafé AFZ, 4020, Humboldtstr. 43, T. 0732/602 200. Jeden Mo 18-22.00 Uhr

Politisches Café AFZ, 4020, Humboldtstr. 43, T. 0732/602 200. Jeden 1. Mo ab 19.00 Uhr

Selbsthilfegruppe: Brustkrebs aktiv begegnen

Selbsthilfegruppe für Frauen zum Thema: Verlust eines Kindes

Literaturhaus Salzburg, 5020, Strubergasse 23, T. 0662/42 24 10

3. 9.-2. 10., Wien Thema:Frauen:Thema II: „Mutter“. Fotografie, Video, Installationen von Hildegund Bachler, Magdalena Frey, Marikke Heinz-Hoek, Ulla Jokisalo, Ina Litzl, Isolde Loock, Melanie Manchot und Margriet Smulders

Elterngruppe. Für Eltern homosexueller Töchter und Söhne

24. 9., Ansfelden Helga Pankratz: „Aus lesbischer Sicht“

VHS Hietzing, 13., Hofwiesengasse 48, Mo-Fr 8.30-19.30 Uhr

Museum für Volkskunde, 8., Laudongasse 15-19; Di-So/Fei 10-17.00 Uhr

F.E.M., T. 01/601 91/52 03. Jeden Di 14-15.00 Uhr

Festspielhaus, Haydn-Saal, 3100, Franz Schubert-Platz 2, T. 02742/90 80 80/222

25. 9., 20.00, Salzburg Elfriede Jelinek

bis 6. 10., Wien Aller Anfang. Eine Kulturgeschichte der Geburt

f i x te r m i n

AFLZ Innsbruck, 6020, Liebeneggstraße 15

26. 9., 20.00, Bregenz Helga Pankratz: „Aus lesbischer Sicht“

Frauenservice, 8020 Graz, Idlhofgasse 20, T. 0316/71 60 22. Jeden 1. Mo 19.30-21.00 Uhr

Frauencafé FLZ, 6020 Innsbruck, Liebeneggstr. 15. Jeden Mo, Mi u. Fr 20-24.00, T. 0512/58 08 39

Encounter-Gruppe für Lesben und Frauen, die sich da noch nicht so sicher sind

Frauengetriebe, 6900, Schillerstraße 2

Institut Frauensache, 15., Reindorfgasse 29/7, T. 89 58 440. Jeden 2. u. 4. Mo 19.30 Uhr; eur 21,-/Abend

26. 9., 19.00, Wien Lydia Mischkulnig: „Umarmung“. Roman

Internet-Café für Frauen und Mädchen. Auch Anfängerinnen. Kinderbetreuung

Alte Schmiede, 1., Schönlaterngasse 9

26. 9., 20.00, Wien PROSAprogrammPROGRAMMprosa. Von und mit Mechthild PodzeitLütjen, Judith Fischer, .werkschaft & SpokenWordPoetry Amerlinghaus, 7., Stiftgasse 8

27. 9., 20.00, Wien Tatajana Sehic: „Moving Letters“. Buchpräsentation

Zeit!Raum, 15., Braunhirscheng. 33-37, T 895 72 67. Jeden Mo 15-18.00 Uhr

Morgengruppe „Carpe diem“. Körpertherapeutisch orientierte Jahresgruppe. Mit Renate Frotzler-Dittrich Anm.: Frauen beraten Frauen, 6., Lehárgasse 9/2/17, T. 587 67 50. Jeden Mo 9-10.30 Uhr; eur 11,-. Einstieg jederzeit möglich!

Amerlinghaus, 7., Stiftgasse 8

Zwischen den Welten. Erfahrungsaustausch für lesbische (Co-)Mütter

28. 9., 20.00, Linz Helga Pankratz: „Aus lesbischer Sicht“

Institut Frauensache, 15., Reindorfgasse 29, T. 89 58 440. Jeden 1. Mo, 19.30, eur 3,6/Abend

AFZ, 4020, Humboldtstr. 43, T. 0732/602 200

Dienstag

s e l b s t v e r te i d i g u n g 14. 9., 14.30-17.00, Wien Seito Boei-Fortsetzungstreffen für Absolventinnen von Grundkursen VHS Hernals, 17., Rötzergasse 15, T. 408 81 11; eur 7,-

14. 9., 14.30-17.00, Wien Seito Boei-Schnupperseminar

Anm.: Museum für Volkskunde, 8., Laudongasse 15-19, T. 406 89 05/16

VHS Hernals, 17., Rötzergasse 15, T. 408 81 11; eur 7,-

19. 9.-19. 10., Wien Let’s twist again (Worüber man nicht denken kann, darüber soll man tanzen)

27.-28. 9., Wr. Neustadt SV für Frauen, Technik: Drehungen. Mit S. Bali und Melanie Zeller

Kunsthalle Exnergasse, 9., Währinger Straße 59; Di-Fr 14-19.00, Sa 10-13.00 Uhr

Anm.: Frauenberatung Wendepunkt, 2700, Raugasse 16, T. 02622/82 596

Hotline für gynäkologische Fragen. Mit Christine Lang

Montag

Anm.: Frauengesundheitszentrum, 8010, Brockmanngasse 48, T. 0316/83 79 98. Jeden 2. Mo 18-20.00 Uhr

Dauerausstellung, Wien Eugenie Schwarzwald und ihr Kreis

Technisches Museum, 14., Mariahilfer Straße 212; Mo-Sa 9-18.00, Do bis 20.00, So/Fei 10-18.00 Uhr

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; eur 50,-

Frauengesundheitszentrum Graz, T. 0664/ 99 27 44. Jeden Di 17-19.00 Uhr. Infos auch unter http://www.fgz.co.at/links.htm

Frauencafé der Frauengruppe ABRAXA 4060 Wels, Spitalhof 3, T. 07242/55 6 40, abraxa@goplay.com. Jeden Di 14-18.00 Uhr

Selbsthilfegruppe für von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen AFZ, 4020 Linz, Humboldstr. 43. T. 0732/60 22 00/60. Jeden 2. und 4. Di. 17.30-18.30 Uhr

Anm.: Frauensache, 15., Reindorfgasse 29, T. 89 58 440. Jeden Di 18.30-20.00 Uhr; eur 21,-/Abend

Mittwoch Schreibwerkstatt für Frauen. Mit Fini Zirkovich Literaturhaus Mattersburg. Jeden Mi 19.00 Uhr. Anm.: T. 02626/677 10

Selbsthilfegruppe für Frauen nach einer Scheidung/Trennung AFZ, 4020 Linz, Humboldtstr. 43, T. 0732/602 200, Mi 18-19.00 Uhr

Frauenselbsthilfe nach Krebs Frauengesundheitszentrum, 8010 Graz, Brockmanngasse 48. Info: Elisabeth Holzer, T. 0316/32 34 33. Jeden 2. Mi 16-17.30 Uhr

Bücherflohmarkt. Der Erlös kommt dem Deutschkurs für ausländ. Frauen zugute Frauensache, 15., Reindorfgasse 29, T. 89 58 440. Verkauf u. Abgabe von Büchern jeden Mi 9-12.00 Uhr

Come in. Offene Gruppe für Lesben Lila Tip, 6., Linke Wienzeile 102, T. 586 81 50. Jeden 2. Mi ab 20.00 Uhr

Dein Körper, deine Verbündete. Gruppe für Frauen, „einfach zum Wohlfühlen“. Mit Andrea Scheutz Anm.: Frauensache, 15., Reindorfgasse 29, T. 89 58 440. Jeden 2. Mi 19.00 Uhr, eur 21,-/Abend

FrauenART – offenes Atelier für Frauen. Lustvolles Experimentieren steht im Vordergrund, keine künstl. Vorkenntnisse nötig Jeden 1. Mi.abend. Info & Anm.: Anna Rakos, T. 478 63 88

Gesprächsgruppe für Frauen mit sexuellen Gewalterfahrungen Anm.: Notruf für vergewaltigte Frauen u. Mädchen, T. 523 222. Jeden Mi 18.00 Uhr

Heilpädagogisches Reiten für Mädchen und Frauen mit Essstörungen. Mit Johanna Foltinek Reitanlage des ASKÖ Wien, Freudenau. Vorgespräch und Anm. erforderlich: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; eur 33,-/Einheit. Fortlaufender Kurs, jeweils Mi Nachmittag

HOSI Lesbengruppe Novaragasse 40, 2., T. 216 66 04. Jeden Mi ab 19.00 Uhr

Open House – Für Frauen, die Kontakt zu anderen Frauen suchen

Raus aus der Schuldfalle. Gesprächsgruppe für Mütter von Kindern mit Essstörungen. Mit Christine Saiko-Jogan

Frauenberatung, 1., Seitenstetteng. 5/7, T. 587 67 50. Jeden Mi 18-20.00 Uhr

Anm.: Frauengesundheitszentrum, 8010 Graz, Brockmanng. 48,T. 0316/ 83 79 98. Jeden 1. Di 16.15-17.30 Uhr

Wiener Krebshilfe, 18., Theresiengasse 46/ Ecke Kreuzgasse, Info-T. 408 70 40. Mo-Mi 9.00-14.00, Di, Do 14-19.00 Uhr

Selbsthilfegruppe für Frauen mit Brustkrebs


an.künden Selbsthilfegruppe für Frauen mit Angststörungen

sistaDance-Toptraining

Institut Frauensache, 15., Reindorfgasse 29, T. 89 58 440. Jeden 2. Mi 18.30; eur 3,6/Abend

Widerstandslesung. Künstlerische Beiträge (lesen, spielen, singen, feuerschlucken etc.) willkommen: http:// www.awadalla.at/el/kalender.at

Venus im Bade: Sauna, Whirlpool, Schwimmbecken und Tepedarium. Women only ... Badehaus Sargfabrik, 14., Goldschlagstr. 169. Jeden 3. Mi 20-24.00, Anm f. Massage T. 892 78 64

Donnerstag Die Tür – Frauencafé 7000 Eisenstadt, J. Joachimstr. 11/2, 02682/66 124; 7210 Mattersburg, Brunnenpl. 3/2, T. 02626/62 670. Jeden Do 10-12.00 Uhr

Treffpunkt Internetcafé. surfen – mailen – chatten und dazwischen plaudern. Mit Sylvia Körbler Frauenberatung, 3910 Zwettl, Galgenbergstraße 2. Jeden 1. u. 3. Do 16-19.00, T. 02822/522 71-0

Selbsthilfegruppe für Angehörige von Frauen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind AFZ, 4020 Linz, Humboldtstr. 43, T. 0732/602 200, Do 15-16.00 Uhr

Gynäkologische Ordination und „zweite“ Meinung. Mit Marianne Stögerer

4., Rienößlgasse 4. Jeden Do

Botschaft der besorgten BürgerInnen, 1., Ballhausplatz 1a. Jeden Do 17-19.00 Uhr

Freitag Treffpunkt für junge Lesben bis 25 HOSI Linz, 4020, Schubertstr. 36, T. 0732/60 98 98. Jeden 2. u. 4. Fr ab 20.00 Uhr

Welser Frauen-Stammtisch – gemütlicher Frauentreffpunkt Schubert-Stüberl, 4600 Wels, Schubertstr. 13. Jeden 4. Fr ab 20.00 Uhr

Frauencafé der Rosa-Lila-Pantherinnen – der Abend für Lesben und Freundinnen Feel Free, 8010 Graz, Rapoldgasse 24. T. 0316/32 80 80. Jeden Mo 19-22.30 Uhr

Frauendisco Feel Free, 8020 Graz, Rapoldgasse 24. Jeden letzten Fr 19-2.00 Uhr

Frauendisco. Powered by Las Chicas Rosebud, 2., Obere Augartenstraße 5. Jeden Fr ab 21.00 Uhr

Intenet-Café von Frauen für Frauen

Anm.: Frauengesundheitszentrum, 8010, Brockmanngasse 48, T. 0316/83 79 98. Jeden Do

abz wien.cybercenter, 6., Gumpendorfer Straße 83, T. 595 21 55. Jeden Fr 13-19.00 Uhr, jeder letzte Fr, speziell für Mädchen!

Comgirls. Kostenlos chatten, mailen und surfen für Mädchen

Resis.danse-Tanzabend

Sprungbrett, 15., Pilgerimgasse 22-24/Stg. 1/ Top 1, T. 789 45 45/14. Jeden Do 16-19.00 Uhr

Feministische Schreibwerkstatt Frauencafé, 8., Lange Gasse 11. Jeden 2. Do 19.30-21.00 Uhr

Kostenloser Deutschkurs für Migrantinnen. Mit Irmtrud Pohl Anm.: Frauensache, 15., Reindorfgasse 29, T. 89 58 440. Jeden Do 10.30 Uhr

Muttertag. Kostenlose Kinderbetreuung Anm: ega, 6., Windmühlgasse 26, T. 589 80/0. Jeden Do 14-19.00 Uhr

Selbsthilfegruppe Anonyme Esssüchtige

Selbsthilfegruppe Anonyme Esssüchtige 13., St. Veitgasse 25. Jeden So 19.30 Uhr. Info: T. 0676/78 79 144

Weiber-Frühstück: Videos, Diskussion, Provokation, feministische Literatur, veganes Buffet E.K.H., 10., Wielandg. 2-4, Jeden 1. So

Nach Vereinbarung Frauenberatung Verein Frauen für Frauen Burgenland, 7400 Oberwart, Spitalg. 5, T. 03352/338 55; 7540 Güssing, Hauptstraße 26, T. 03322/430 01

Psychologische, juristische und arbeitsmarktpolitische Beratung sowie Sozialberatung für Frauen Die Tür – Frauenservicestelle, 7210 Mattersburg, Brunnenpl. 3/2, T. 02626/62 670; 7000 Eisenstadt, Joachimstr. 11/2 02682/66 124

Beratung, Gruppen, Kurse, Vorträge für Frauen. Auch muttersprachliche Beratung Wendepunkt, 2700 Wr. Neustadt, Raugasse 16, T. 02622/825 96. Mo, Do, Fr 9-12.00, Di 17-20.00 Uhr

Beratung im Schwangerschaftskonflikt, bei Verhütungsfragen und Essstörungen ISIS, 5020 Salzburg, Willibald Hauthalerstr. 12, T. 0662/44 22 55

Hotline Essstörungen des Frauengesundheitszentrums Graz

HOSI, 2., Novaragasse 40. Jeden Fr 21.00 Uhr

Telefon zum Ortstarif: 0810/810 400. Mo u. Do 16-19.00, Mi 9-12.00 Uhr

Selbsthilfegruppe Anonyme Esssüchtige

Psychotherapeutisches Orientierungsgespräch. Einmalige, kurzfristige Unterstützung in einer schwierigen Lebenssituation. Mit Christine Saiko-Jogan

22., Rennbahnweg 27. Jeden Fr 19.00 Uhr. Info: T. 0676/78 79 144

Therapeutisches Malen. Mit Karin Herber Anm.: Frauen beraten Frauen, 1., Seitenstettengasse 5/7, T. 587 67 50. Jeden Fr 18-20.00 Uhr; eur 18,-/Abend. Neue Gruppe ab Sept., Vorgespräch erforderlich!

Samstag Club Anderwelt 6., Theobaldgasse 10. Jeden 2. Sa ab 22.00 Uhr

Sonntag

1., Seitenstettengasse 5/1. Stock/Tür 4. Jeden Do 12.30 Uhr. Info: T. 0676/78 79 144

Sonntagsfrühstück. Für Lesben und interessierte Frauen

Selbsthilfegruppe Anonyme Esssüchtige

Frauengetriebe, 6900 Bregenz, Schillerstr. 2 T. 05574/ 45 538. Jeden 1. So ab 11.00 Uhr

Amerlinghaus, 7., Stiftgase 8. Jeden Do 19.30 Uhr. Info: T. 0676/78 79 144

Selbsthilfegruppe für Frauen mit Essstörungen. Mit Olivia Wollinger

Frauenbadefreuden. Mit Schönheitsmitteln „á la Sonja“ und Spezialistinnen für Hand, Fuß, Düfte und Massage

Institut Frauensache, 15., Reindorfgasse 29, T. 89 58 440. Jeden Do 18.30; eur 7,3/Abend

Anm.: Sargfabrik, 14., Goldschlagstraße 169, T. 988 98 214. Jeden 3. So 16-20.00 Uhr

Anm.: Frauengesundheitszentrum, 8010, Brockmanngasse 48, T. 0316/83 79 98; eur 22,50

Schwangerschaftstest zum Selbstkostenpreis (eur 1,50). Hilfe zur Selbsthilfe und Infos zu Schwangerschaftshilfen und/oder Schwangerschaftsabbruch Frauengesundheitszentrum, 8010 Graz, Brockmanngasse 48, T. 0316/83 79 98; Mo/Di/Mi/Fr 9-13.00, Do 15-19.00 Uhr

Arbeitsgruppe für Frauen mit sexuellen Missbrauchserfahrungen in der Kindheit Frauen beraten Frauen, 1., Seitenstettengasse 5/7. Info: T. 0676/717 29 67, e-mail: arbeitsgruppe @gmx.at

Beratung, Kurse, Information für geistig oder mehrfach behinderte Frauen und ihre Angehörigen Verein Ninlil, 3., Hetzgasse 42/1, T. 714 39 39

8 Frauen In einer verschneiten Villa trifft sich in den 50er Jahren eine Großfamilie, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Doch statt eines besinnlichen Festes gibt es eine Leiche: Das Familienoberhaupt, einziges männliches Mitglied der illustren Gesellschaft, wird ermordet aufgefunden. Verdächtig sind alle acht Frauen des Clans, hat doch jede von ihnen etwas zu verbergen. Bis die Polizei eintrifft – und das kann bei den widrigen Wetterbedingungen noch Tage dauern –, versucht sich jede der acht als Detektivin. Nicht zuletzt, um den Verdacht auf andere zu lenken. Die Besetzung dieser Krimikomödie kann sich sehen lassen: von Catherine Deneuve und Isabelle Huppert abwärts ist die Spitzenriege des französischen Films angetreten und räumte bei der Berlinale auch gleich den Silbernen Bären ab. Auch die Synchronisation lässt die Ohren spitzen: Hannelore Elsner, Ruth-Maria Kubitschek u.a. liehen den Diven ihre Stimmen. ab 13. September in den österreichischen Kinos Coaching und Supervision für berufstätige Frauen. Mit Susanne Schmölzer

Einzelberatung und Therapie bei Essstörungen für betroffene Frauen. Mit Renate Gänszle

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; Erstgespräch kostenlos!

Einzelberatung für Angehörige von Mädchen und Frauen mit Essstörungen. Mit Susanne Schmölzer

Einzelberatung und Therapie bei Essstörungen für Mädchen. Mit Martina Nöster

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; eur 7,-

Einzelberatung für Frauen in Krisensituationen Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; Erstgespräch kostenlos! Tel. Beratung jeweils Di 10-12.00 u. Do 14-16.00 unter T. 476 15/57 75 sowie per e-mail: fem@aon.at

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 72; Erstgespräch kostenlos!

Fortbildung für psychosoziale Berufsgruppen. Mit Renate Gänszle Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71

Help – schnelle Hilfe für junge Leute bei Fragen zu Partnerschaft, Liebe und Sexualität F.E.M., T. 476 15/57 72

Einzelberatung für Raucherinnen. Mit Doris Gartner

Mädchenworkshop: Besuch bei der Frauenärztin. Mit Gabriele Knappitsch

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; eur 7,-

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71

september 2002an.schläge 45


an.künden Mi 18-19.00 Abwechselnd: orangina – Fanzine zu Mädchennetzwerken in der Subkultur / bauch.bein.po – Die Sendung für die ganze Frau

ge.winnen

Radio Orange 94,0 MHz

Do 18-19.00 HOSI Lesbenradio (Jeder 1. Do)/ La manifesta (2. Do)/Görls linkup (3. Do)/Lourdes (4. Do) Radio Orange 94,0 MHz

Jeden 1. u. 3. Fr 16.30-17.30 SPACEfemFM. Frauenradio Radio FRO, 105,0 MHz (Linz)

Fr 18.00-19.00 Abwechselnd: Dyketime – Radiomagazin für Lesben/frauenforum RadioHelsinki, 92,6 MHz (Graz)

Fr 19.00-19.15 hot news for the sisters Radio Orange 94,0 MHz

Jeden 2. Fr 18.00-19.00 Radio UFF. Das Radio des Unabhängigen Frauenforums

an.schläge – Abonnentinnen sind Gewinnerinnen!

Radio Orange 94,0 MHz

tanz.fest 5. 9., Wien Sommerfest im Mädchengarten. Spielen, grillen, kennenlernen. Für Töchter und Mütter

Thorax „Anatomische Elemente“ nennt die Schweizer Künstlerin Barbara Graf ihre textilen Objekte. Wie Knochen oder Maschinenteile fügen sich Kartonschnallen zu einer Wirbelsäule, stilisierte Knochen sind auch auf die Stoffteile genäht – alles in Einzelteile zerlegbar, die passende Tasche gibt’s gleich dazu. Das „Thoraxkleid“, eine 2001/02 in Kairo entstandene Arbeit, ironisiert die häufig gewünschte unbegrenzte Flexibilität des Körpers. Aus organischen Elementen wird Körperarchitektur; leere Hüllen mit skurrilen Zusatzfunktionen wie „Wangenklappen“ oder einer „Handausruheschachtel“. Galerie Atrium ed Arte, 7., Lerchenfelderstraße 31; 13. 9.-25. 10., Di-Fr 14-18.30, Sa 11-14.00 Uhr, Vernissage: 12. 9., 19.00 Uhr Medizinische Sprechstunde für Mädchen und Frauen mit Essstörungen

Women first: Selbstbestimmung für behinderte Frauen

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71

Your line. Für Mädchen, die gerade eine Lehre machen und darüber reden wollen

Schulworkshops zum Thema Essstörungen. Mit Susanne Schmölzer und Martina Nöster Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71

Schwanger – was nun? Beratungshotline F.E.M., T. 476 15/57 71

Sexualberatung. Mit Renate Türk-Lindmaier Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 71; eur 10,-

Theaterworkshop „Liebe, Sex & Co.“ Mit Martina Nöster Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38, T. 476 15/57 72

46 an.schlägeseptember 2002

Info: Verein Ninlil, 3., Hetzg. 42/1, T. 714 39 39

Sprungbrett, T. 789 45 45/12. Jeden Mo/Di/Mi 12-16.00 Uhr

r a d i o . f i x te r m i n Jeder 1. Mo 18.00-19.00 Khorschid Khanum – die persischsprachige Frauensendung Radio Orange 94,0 MHz (Telekabel Wien 92,7)

Di 18-19.00 ta mera – an Orten wie diesen.Von Frauen für Frauen.Von Lesben für Lesben Radio Orange 94,0 MHz

Mi 20.05-20.20 Das Frauenzimmer. Die Plattform für eine frauenspezifische Information Freies Radio Salzburg, FM 94.0 MHz

Mädchengarten, 11., Hauffgasse 26, Eingang beim Fuß- und Radweg „Am Kanal“. Info: Verein Wirbel, 6., Hofmühlg. 20/18, T. 587 36 83/30; http://www.maedchengarten.at

An alle führerscheinlosen Frauen! Gutscheine der Wiener Fahrschule „Easy Drivers“ zu 182,- E zu gewinnen.

diverses 1. 9., 14.00, Wien Frauenstadtführung. Mit Petra Unger Treffpunkt: Parlament; eur 18,-. Info: www.unbekannteswien.at

bis 28. 9., 14.00, Wien Stadtspaziergang: „Josefine Mutzenbacher: Auf den Wegen der Lust im alten Wien“. Stadtspaziergang mit Anna Ehrlich Treffpunkt: vor der Michaelerkirche. Info: T. 0676/922 77 73 u. www.wienfuehrung.com

Wenn du eine Freundin, Kollegin, deine Mutter oder Schwiegermutter davon überzeugen kannst, dass ihr zum Glück nur noch ein an.schläge – Abo fehlt, bist du dabei.

21. 9., 10.00, Bregenz Multikulturelles Frühstück. Für Frauen aus unterschiedlichen Kulturen bzw. für interessierte Frauen Frauengetriebe, 6900, Schillerstraße 2

24. 9., 17.00, Bregenz Feministische Reflexionen. Arbeitsgruppe Frauengetriebe, 6900, Schillerstraße 2

28. 9., 14.00, Salzburg Band Casting für Mädchen und junge Frauen (Rockhouse Bandprojekt)

Ruf an oder maile, gib uns deinen Namen und die Daten der Neuabonnentin bekannt. Die ersten neun können sich freu’n!

Rockhouse Salzburg, 5020, Schallmooser Hauptstraße 46, T. 0662/88 49 14

Redaktionsschluss Termine 10/02: 9.9. 2002 termine@anschlaege.at

T. 01/920 16 76, e-mail: redaktion@anschlaege.at


be.fragt

an.schläge Was, wann, warum? Die Auswertung der LeserInnenbefragung brachte interessante Details ans Tageslicht. Lesegewohnheiten, Bewertungen einzelner Rubriken, kritische Anmerkungen und viele Anregungen analysiert Eva Steinheimer

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die an unserer LeserInnenbefragung teilgenommen haben. Wir waren sehr erstaunt und erfreut über Eure zahlreichen Antworten. Über zehn Prozent der AbonnentInnen haben geantwortet. Ziel der Befragung war es einerseits, ein Feedback auf unsere Arbeit zu erhalten, andererseits unsere LeserInnen und ihr Leseverhalten besser kennen zu lernen.

sten gelesenen Rubriken sind die Kurzmeldungen Österreich, plus.minus, die internationalen Kurzmeldungen, Politik international und Thema. Am seltensten gelesen werden an.klang, neu.land, traum.projekt, ge.fragt und der wyber.space. Preis und Umfang der Zeitung finden fast alle in Ordnung.

Beurteilungen. Die Qualität der einzelnen Rubriken wurde durchwegs sehr hoch eingeschätzt. Der Großteil erhielt Durchschnittsnoten von unIm Durchschnitt. Unsere LeserInnen sind sehr viel- ter zwei. Am besten schnitten die internationafältige Persönlichkeiten. Trotzdem lässt sich rein len und österreichischen Kurzmeldungen, plus. minus, Politik Österreich und das Thema ab. Am rechnerisch einE „DurchschnittsleserIn“ zeichnen: dieseR ist – wenig überraschend – eine 36– wenigsten gefallen unseren LeserInnen der Comic, die LeserInnenbriefe, die CD-Rezensionen, jährige Frau, die grün wählen würde. Sie hat eitraum.projekt und heim.spiel. nen Uniabschluss und verdient als Angestellte Und was gefällt an den an.schlägen (insgezwischen 1.000 und 2.000 Euro. Die Hälfte der Antworten kam aus Wien, wobei sechzig Prosamt) am besten? Öfter genannt wurden die zent unserer AbonnentInnen aus der Bundesklare feministische Orientierung, Informationshauptstadt kommen. 53 Prozent der LeserInnen gehalt und Überblick, die Kurzmeldungen, das bezeichnen sich als heterosexuell, 20 Prozent als Forum Wissenschaft und die Termine. Einzelnen lesbisch und 15 Prozent als bisexuell. Einige gefallen der klare Standpunkt, die Einzigartigwollten sich in keine Kategorie einordnen laskeit, das Layout und die Interviews ganz besonsen. 62 Prozent der LeserInnen lesen den Standers. Noch mehr Echo gab es auf die Frage, was dard, 8 Prozent außerdem derstandard.at. 15 die LeserInnen vermissen. Besonders oft geProzent lesen diestandard.at. nannt wurde hier der Bundesländerbezug, Witz und Humor, Berichte über Spielfilme und mehr Infos über die Lesbenszene. Andere wiederum Lesegewohnheiten. Die an.schläge lesen sie durchvermissen Dinge wie Dichte, Farbe, Unbeschnittlich seit fünf Jahren, und zwar neunzig schwertheit und mehr positive Meldungen. Prozent von ihnen jeden Monat im AbonneSpitzenreiter auf die Frage, was ihr abschaffen ment. Die beliebtesten Orte an denen die an.schläge gelesen werden, sind mit Abstand die würdet, war der Comic, den viele unverständlich finden (andere wieder finden ihn ausgeeigenen vier Wände oder öffentliche Verkehrsmittel; im Büro oder an der Uni haben nur weni- zeichnet). An den Terminen wurde kritisiert, ge dafür Zeit. Gefreut hat uns zu hören, dass nur dass sie unvollständig, oft zu spät und zu sehr elf Prozent der LeserInnen die Zeitung nach dem Wien–bezogen seien. Jeweils einE LeserIn würde den Titel, Familienthemen und die theoretiLesen wegwerfen, 84 Prozent heben alle oder schen Artikel abschaffen. zumindest manche Hefte auf. Die am häufig-

Das Erscheinungsbild der an.schläge (Übersichtlichkeit, Schrift, Fotos) fanden die meisten gut oder sehr gut. Charakter. Die letzte LeserInnenbefragung gab es 1996. Eine Frage die wir damals wie heute stellten, war die nach einer Charakterisierung. Dabei zeigen sich interessante Unterschiede. Die drei am öftesten genannten Eigenschaften waren in beiden Umfragen dieselben, 2002 allerdings auf höherem Niveau: informativ (1996: 81,5%; 2002: 93,7%), feministisch (83%; 92,4%) und aktuell (50,8%; 77,2%). Gesunken sind jeweils die Zustimmung zu den Begriffen fad (7,7%; 1,3%), humorvoll (30,8%; 24,1%) und lesbendominiert (29,2%; 14,1%). Nicht nur Zeitung. Die Aktivitäten der an.schläge gehen über das Herausbringen der Zeitung hinaus. Diese Aktivitäten sind allerdings nur bedingt bekannt. Nur ein Drittel der LeserInnen kennt die Homepage. Der Großteil davon besucht sie allerdings seltener als ein Mal pro Monat. Etwas mehr als die Hälfte der LeserInnen kennt das Buch „Wien lesbisch. Die Stadtverführerin.“ Achtzig Prozent aller LeserInnen finden, dass die an.schläge mehr Bücher und Broschüren publizieren sollten und haben auch massenhaft Vorschläge: mehrfach gewünscht wurde ein Buch „Österreich lesbisch“, außerdem Reiseführerinnen, Frauenromane und Ratgeberinnen zu den unterschiedlichsten Themen. Insgesamt sind wir mit den positiven Rückmeldungen sehr zufrieden. Über Kritikpunkte und die zahlreichen Anregungen werden wir im Laufe der Wochen in der Redaktion diskutieren und unsere Arbeit dadurch hoffentlich noch verbessern.. ❚ februar 2001an.schläge 47


aus.blick

an.schläge

im oktober

thema

Durchgeknallt? Frauen müssen viele, oft widersprüchliche Rollen erfüllen. Die Reaktion darauf ist nicht selten ein psychischer Zusammenbruch.

österreich

Paragrafen Der 209er ist weg, der 207er ist da. Über die lange Geschichte einer Diskriminierung und die Frage: was bringt der neue Paragraf?

gesellschaft

Feministen Profeministische Männerbewegung: Zwischen antifeministischem Backlash und der Suche nach alternativen Rollenbildern?

an.schläge gibts in folgenden Buchhandlungen Winter Zentralbuchhandlung Ebbe & Flut Jeller Südwind Frauenzimmer Riedl Löwenherz Südwind Kulturver. Waschaecht

1010 1010 1030 1040 1070 1070 1080 1090 1090 4600

an.schläge

Landesgerichtsstr. 20 Schulerstr. 1-3 Radetzkystr. 11 Margaretenstr. 35 Mariahilferstr. 8 Zieglergasse 28 Alser Str. 39 Berggasse 8 Schwarzspanierstr. 15 Dragonerstr. 22

Nr. 09/02, september 2002/16. Jahrgang, e 3,5 (Ö) e 4,– (D) sfr 8,– , P.b.b. Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 1030 Wien, envoi à taxe réduite, GZ 02Z031419 M


2002_09_anschlaege