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RUNDBRIEF

AMNESTY INTERNATIONAL • BERLIN - BRANDENBURG

RUNDBRIEF • 6/2011

1/2012

BERLIN-BRANDENBURG

Um den Newsletter zu bestellen oder abzubestellen, einfach eine E-Mail an: info@amnesty-bb.de

ÜBERSICHT

China: Kultur braucht Freiheit! 1 Guantánamo: Zehn Jahre zu viel! 2 Aktionen zum Briefmarathon 2011 3 Mahnwache für Jean-Claude Roger Mbede 4 Weltfrauentag: Aktion für Frauenrechte in Ägypten 5 Kriegsdienstverweigerung in der Türkei 5 Veranstaltungshinweise 6

Kultur braucht Freiheit!

Am 30. Januar wurde im Konzerthaus am Gendarmenmarkt das „Chinesische Kulturjahr“ in Deutschland unter Anwesenheit des chinesischen Kulturministers Cai Wu eröffnet. Das Kulturjahr soll dem deutschen Publikum die chinesische Kultur näherbringen. Dies ist zweifellos ein löbliches und unterstützenswertes Ziel. Amnesty International demonstrierte zusammen mit der International Campaign for Tibet unter dem Motto „Kultur braucht Freiheit“ vor dem Konzerthaus. Wir erinnerten an drangsalierte und inhaftierte Kulturschaffende in der Volksrepublik Chi-

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na. Die kulturelle Vielfalt Chinas ist leider nicht so vielfältig wie sie sein könnte. Der Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo oder der tibetische Dokumentarfilmer Dhondup Wangchen sind Beispiele für chinesische Bürger, die nur deshalb in Haft sitzen, weil sie von ihren Rechten auf Meinungsfreiheit und künstlerische Freiheit Gebrauch gemacht haben. Die Aktion vor dem Konzerthaus setzte ein Zeichen der Solidarität mit diesen und vielen anderen weniger bekannten inhaftierten Künstlern und Schriftstellern in China. Weiterhin forderten wir den Respekt der in-

ternational anerkannten Menschenrechte auf Freiheit der Meinung, der Kultur und der Kunst in der Volksrepublik China. Das chinesische Kulturjahr bietet eine gute Gelegenheit, die chinesische Kultur besser kennen zu lernen. Dabei dürfen aber nie die Künstlerinnen und Künstler vergessen werden, deren Werke wir während des Kulturjahres nicht zu sehen bekommen, weil sie in China verfolgt, zensiert und inhaftiert werden. Text: Frederic Krumbein, Bezirkssprecher Berlin-Brandenburg Fotos: Mehmet Bakır


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--- Brief-Marathon 2011 --- Brief-Marathon 2011 --- Brief-Marathon 2011 ---

Zehn Jahre zu viel! Bezirksaktion fĂźr SchlieĂ&#x;ung von GuantĂĄnamo Im Januar sammelte Amnesty weltweit 160.000 Unterschriften fĂźr die SchlieĂ&#x;ung des Gefangenenlagers GuantĂĄnamo. Auch in Berlin organisierten Amnesty-Mitglieder eine Aufsehen erregende Aktion: Vor der US-Botschaft auf dem Pariser Platz verkleideten sich Aktivisten als GuantĂĄnamo-Häftlinge und sperrten

sich in eine originalgetreue Zelle. GuantĂĄnamo ist eine idyllische Bucht im SĂźdosten Kubas – das zumindest sagen Leute, die schon mal dort waren. Es ist noch gar nicht so lange her, da kannte man diesen Ort allenfalls in Verbindung mit dem Song „GuantĂĄnamera“. Der so genannte „Krieg gegen den Terror“, den die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ausriefen, änderte dies schlagartig. Seit am 11. Januar 2002 die ersten der insgesamt 779 Häftlinge aus aller Welt in das neu eingerichtete Gefangenenlager der USA auf ihrem MilitärstĂźtzpunkt GuantĂĄnamo Bay eintrafen, ist GuantĂĄnamo zur Chiffre geworden fĂźr die menschenverachtende Praxis, die mit der neuen Politik einherging. Die US-Regierung hat in GuantĂĄnamo einen rechtsfreien Raum geschaffen. Eine Regierung also, die ansonsten nicht mĂźde wird, anderen Staaten Vorhaltungen zu machen wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen. GefĂźhrt von einem Präsidenten, der 2009 sein Amt angetreten hatte mit dem Versprechen, das Lager binnen eines Jahres zu schlieĂ&#x;en. Doch heute sind dort noch immer 171 Männer aus mehr als 20 Ländern inhaftiert. Seit 10 Jahren steht GuantĂĄnamo fĂźr Folter, fĂźr jahrelange Haft ohne Anklage und unfaire Verfahren. Deshalb war es nicht Ăźberraschend, dass im Amnesty-

Bezirk Berlin-Brandenburg ganz schnell viele Leute bereit waren, sich an einer groĂ&#x;en Ăśffentlichen Aktion zum 10. GuantĂĄnamo-Jahrestag zu beteiligen. Allen war bewusst, dass in GuantĂĄnamo der Wesenskern der Amnesty-Arbeit berĂźhrt wird. Das lässt keinen von uns kalt. Viele Dinge klärten sich erst kurz vor dem GuantĂĄnamo-Aktionstag. Manches gar erst vor Ort. Doch als sich um zwĂślf Uhr mittags sechs Fernsehteams und jede Menge Pressefotografen auf unsere „GuantĂĄnamo-Häftlinge“ und unsere Haftzelle stĂźrzten, war die Erleichterung bei uns allen mit Händen zu greifen. Trotz gelegentlichem Nieselregen war das Wetter erträglich. Die Technik funktionierte, das Interesse an unserem „Schwarzen Buch von GuantĂĄnamo“ war enorm, das Bild der Zelle direkt neben US-Botschaft und Brandenburger Tor beeindruckend. Und

die Zusammenarbeit zwischen Hauptund Ehrenamt – auch bei Amnesty nicht immer nur ein Quell der Freude – klappte ebenfalls ausgezeichnet. Doch alles in allem war die Kundgebung richtig gutes „old school Amnesty“: fundiert, differenziert und dennoch emotional ansprechend. Und selbstverständlich waren wir nicht die einzigen Amnesty-Mitglieder, die an diesem Jahrestag auf die StraĂ&#x;e gegangen waren. Auch in Washington, Ottawa, Paris, BrĂźssel, Luxemburg und vielen anderen Städten organisierten Amnesty-Aktivistinnen und -Aktivisten Aufsehen erregenden Aktionen. Martin Reiner, Organisator der GuantĂĄnamo-Aktion Fotos: Ursula Leippe und Amnesty International

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitglieder, das Jahr begann mit einer groĂ&#x;en Aktion am 11. Januar anlässlich eines traurigen Jubiläums: der zehnte Jahrestag der ErĂśffnung des USGefangenenlagers von GuantĂĄnamo Bay. Vor der US-Botschaft am Pariser Platz haben als Häftlinge verkleidete Amnestymitglieder in einer originalgetreuen Zelle auf das Schicksal der Gefangenen aufmerksam gemacht. Die Inhaftierung einer Person ohne Gerichtsverfahren verletzt eines der ältesten und fundamentalsten Menschenrechte. Leider spielen Menschenrechte im US-Wahlkampf bislang keine Rolle und das obwohl der Antiterrorkampf die USA in ihrem Streben nach Umsetzung der Menschenrechte zurĂźckgeworfen hat. Am 30. Januar demonstrierten wir am Gendarmenmarkt unter dem Motto „Kultur braucht Freiheit“ fĂźr die Freiheit der Meinung und Kunst in China. Anlass war der Start des chinesischen Kulturjahres in Deutschland. Veranstaltungen laden ein, die Kultur des Reiches der Mitte kennen zu lernen. Dabei darf aber nie vergessen werden, dass SchriftstellerInnen und KĂźnstlerInnen nur deshalb in China inhaftiert sind, weil sie die politische FĂźhrung kritisiert haben. Im Februar und März rĂźckt Ă„gypten in den Fokus unserer Arbeit. Auch hier ist die Meinungsfreiheit noch immer eingeschränkt und wir setzen uns fĂźr inhaftierte Blogger ein. Am 8. März, dem Internationalen Tag der Frauenrechte, werden wir das erste frei gewählte ägyptische Parlament daran erinnern, dass noch zahlreiche MaĂ&#x;nahmen notwendig sind, um die rechtliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Frau zu realisieren. Die neu entstehende und mit vielen Problemen kämpfende ägyptische Demokratie wird sich auch an der Garantie der gleichen Rechte fĂźr beide Geschlechter messen lassen mĂźssen. Weitere Aktionen und Gruppen mit KJTGP5EJYGTRWPMVGPĆ‚PFGP5KGCWHYYY amnesty-bb.de und www.facebook.com/amnestybb.de. Herzliche GrĂźĂ&#x;e

 FrĂŠdĂŠric Krumbein Sprecher des Bezirks Berlin-Brandenburg

„Shine a Light“ auf dem Potsdamer Platz

Menschenrechte machen Schule Carl-von-Ossietzky-OberschĂźler sammeln 500 Unterschriften „Problembezirk“ – so nennen viele Medien Berlin-Kreuzberg, wo sich die deutsch-tĂźrkiUEJG %CTNXQP1UUKGV\M[1DGTUEJWNG DGĆ‚PFGV Doch zum Internationalen Tag der Menschenrechte hat sie mal wieder gezeigt, dass deren SchĂźler alles andere als „gewalttätig“ sind.

In jedem Jahr am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, macht Amnesty auf diese Rechte aufmerksam und versucht mit einem Briefmarathon Opfern von Menschenrechtsverletzungen zu helfen. Im Jahr 2011 fanden vom 08.12. bis zum 10.12. in mehreren deutschen GroĂ&#x;städten Projektionen statt, bei denen die Fotos von exemplarischen Einzelfällen auf Hauswände projiziert wurden. Mit der Hilfe des Berlin-Brandenburger Bezirks organisierte das Sekretariat eine Projektion am Potsdamer Platz bei der Fatima Hussein Badi zu sehen war ihr droht im Jemen die

Hinrichtung. Am Abend des 08. Dezembers schaltete Wolfgang Grenz, Generalsekretär von Amnesty International, zusammen mit Katja Riemann und Max Herre unter groĂ&#x;em Interesse der Presse die Projektion ein. Während der Vorstellung der Projektion und an den folgenden beiden Abenden waren Amnesty Mitglieder aktiv und sammelten viele hundert Unterschriften fĂźr die Einzelfälle des Briefmarathons. Text: Florian Oswald, Pressereferat Foto: Amnesty International

Voller Einsatz in der KulturBrauerei I

Auch im Kino der KulturBrauerei lief der Briefmarathon auf Hochtouren. Die Lateinamerika-Gruppe stellte am 10. Dezember 2011, wie im Jahr davor einen Informationsstand auf. Von den fßnf Amnesty-Briefen wählte die Gruppe drei Länder aus: Aserbaidschan, Jemen und Kamerun. Wir konnten uns ßber insgesamt 132 ausgefßllte Briefe durch

UnterstĂźtzerInnen am Stand freuen. Inzwischen wurde der zwanzigjährige Student Jabbar Savalan aus Aserbaidschan, fĂźr den wir 43 Briefe abgeschickt haben, Ende Dezember 2011 freigelassen wurde. Amnesty International hatte ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen betrachtet, nachdem er zur Erzwingung eines „Geständnisses“ in der Untersuchungshaft misshandelt und zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden war. Nicht nur dieses positive Ergebnis hat uns Mut gemacht, sondern auch Zuspruch und Dank von vielen BriefschreiberInnen fĂźr unseren Einsatz. Text und Foto: Elfriede Fetke, Lateinamerika-Gruppe

Die engagierten Jugendlichen aus dem Oberstufenbereich und ihre Lehrerin Frau Kilic sorgten dafßr, dass der Briefmarathon 2011, der in den Räumen der Schule durchgefßhrt wurde, ein voller Erfolg wurde. Nicht allein nur durch die vielen gesammelten Unterschriften sondern auch durch die Vorbereitungen fßr den Briefmarathon. Im Rahmen der Aktion setzten sich die SchßlerInnen mit dem Thema Menschenrechte auseinander. Unter anderem diskutierten sie Inhalt und Bedeutung des Artikels 1 und 3 des deutschen Grundgesetzes. Die Idee, einen Briefmarathon mit den SchßlerInnen der Carl-von-Ossietzky-Oberschule durchzufßhren, ist durch ein Gespräch mit Frau Kilic entstanden: durch die Suche nach MÜglichkeiten, jungen Menschen Amnesty International näher zu bringen. Ein Bericht ßber die Arbeit von Amnesty International ist fßr das laufende Schuljahr 2012 geplant. Ein ganz persÜnliches DankeschÜn fßr das Engagement geht an Frau Kilic und ihren SchßlerInnen. Es wurden insgesamt 500 Unterschriften fßr alle 5 Einzelfälle, welche durch Amnesty International fßr das Jahr 2011 ausgewählt wurden, gesammelt. Text und Foto: Sabine Termes, Referat Jugend


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Zehn Jahre zu viel! Bezirksaktion fĂźr SchlieĂ&#x;ung von GuantĂĄnamo Im Januar sammelte Amnesty weltweit 160.000 Unterschriften fĂźr die SchlieĂ&#x;ung des Gefangenenlagers GuantĂĄnamo. Auch in Berlin organisierten Amnesty-Mitglieder eine Aufsehen erregende Aktion: Vor der US-Botschaft auf dem Pariser Platz verkleideten sich Aktivisten als GuantĂĄnamo-Häftlinge und sperrten

sich in eine originalgetreue Zelle. GuantĂĄnamo ist eine idyllische Bucht im SĂźdosten Kubas – das zumindest sagen Leute, die schon mal dort waren. Es ist noch gar nicht so lange her, da kannte man diesen Ort allenfalls in Verbindung mit dem Song „GuantĂĄnamera“. Der so genannte „Krieg gegen den Terror“, den die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ausriefen, änderte dies schlagartig. Seit am 11. Januar 2002 die ersten der insgesamt 779 Häftlinge aus aller Welt in das neu eingerichtete Gefangenenlager der USA auf ihrem MilitärstĂźtzpunkt GuantĂĄnamo Bay eintrafen, ist GuantĂĄnamo zur Chiffre geworden fĂźr die menschenverachtende Praxis, die mit der neuen Politik einherging. Die US-Regierung hat in GuantĂĄnamo einen rechtsfreien Raum geschaffen. Eine Regierung also, die ansonsten nicht mĂźde wird, anderen Staaten Vorhaltungen zu machen wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen. GefĂźhrt von einem Präsidenten, der 2009 sein Amt angetreten hatte mit dem Versprechen, das Lager binnen eines Jahres zu schlieĂ&#x;en. Doch heute sind dort noch immer 171 Männer aus mehr als 20 Ländern inhaftiert. Seit 10 Jahren steht GuantĂĄnamo fĂźr Folter, fĂźr jahrelange Haft ohne Anklage und unfaire Verfahren. Deshalb war es nicht Ăźberraschend, dass im Amnesty-

Bezirk Berlin-Brandenburg ganz schnell viele Leute bereit waren, sich an einer groĂ&#x;en Ăśffentlichen Aktion zum 10. GuantĂĄnamo-Jahrestag zu beteiligen. Allen war bewusst, dass in GuantĂĄnamo der Wesenskern der Amnesty-Arbeit berĂźhrt wird. Das lässt keinen von uns kalt. Viele Dinge klärten sich erst kurz vor dem GuantĂĄnamo-Aktionstag. Manches gar erst vor Ort. Doch als sich um zwĂślf Uhr mittags sechs Fernsehteams und jede Menge Pressefotografen auf unsere „GuantĂĄnamo-Häftlinge“ und unsere Haftzelle stĂźrzten, war die Erleichterung bei uns allen mit Händen zu greifen. Trotz gelegentlichem Nieselregen war das Wetter erträglich. Die Technik funktionierte, das Interesse an unserem „Schwarzen Buch von GuantĂĄnamo“ war enorm, das Bild der Zelle direkt neben US-Botschaft und Brandenburger Tor beeindruckend. Und

die Zusammenarbeit zwischen Hauptund Ehrenamt – auch bei Amnesty nicht immer nur ein Quell der Freude – klappte ebenfalls ausgezeichnet. Doch alles in allem war die Kundgebung richtig gutes „old school Amnesty“: fundiert, differenziert und dennoch emotional ansprechend. Und selbstverständlich waren wir nicht die einzigen Amnesty-Mitglieder, die an diesem Jahrestag auf die StraĂ&#x;e gegangen waren. Auch in Washington, Ottawa, Paris, BrĂźssel, Luxemburg und vielen anderen Städten organisierten Amnesty-Aktivistinnen und -Aktivisten Aufsehen erregenden Aktionen. Martin Reiner, Organisator der GuantĂĄnamo-Aktion Fotos: Ursula Leippe und Amnesty International

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitglieder, das Jahr begann mit einer groĂ&#x;en Aktion am 11. Januar anlässlich eines traurigen Jubiläums: der zehnte Jahrestag der ErĂśffnung des USGefangenenlagers von GuantĂĄnamo Bay. Vor der US-Botschaft am Pariser Platz haben als Häftlinge verkleidete Amnestymitglieder in einer originalgetreuen Zelle auf das Schicksal der Gefangenen aufmerksam gemacht. Die Inhaftierung einer Person ohne Gerichtsverfahren verletzt eines der ältesten und fundamentalsten Menschenrechte. Leider spielen Menschenrechte im US-Wahlkampf bislang keine Rolle und das obwohl der Antiterrorkampf die USA in ihrem Streben nach Umsetzung der Menschenrechte zurĂźckgeworfen hat. Am 30. Januar demonstrierten wir am Gendarmenmarkt unter dem Motto „Kultur braucht Freiheit“ fĂźr die Freiheit der Meinung und Kunst in China. Anlass war der Start des chinesischen Kulturjahres in Deutschland. Veranstaltungen laden ein, die Kultur des Reiches der Mitte kennen zu lernen. Dabei darf aber nie vergessen werden, dass SchriftstellerInnen und KĂźnstlerInnen nur deshalb in China inhaftiert sind, weil sie die politische FĂźhrung kritisiert haben. Im Februar und März rĂźckt Ă„gypten in den Fokus unserer Arbeit. Auch hier ist die Meinungsfreiheit noch immer eingeschränkt und wir setzen uns fĂźr inhaftierte Blogger ein. Am 8. März, dem Internationalen Tag der Frauenrechte, werden wir das erste frei gewählte ägyptische Parlament daran erinnern, dass noch zahlreiche MaĂ&#x;nahmen notwendig sind, um die rechtliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Frau zu realisieren. Die neu entstehende und mit vielen Problemen kämpfende ägyptische Demokratie wird sich auch an der Garantie der gleichen Rechte fĂźr beide Geschlechter messen lassen mĂźssen. Weitere Aktionen und Gruppen mit KJTGP5EJYGTRWPMVGPĆ‚PFGP5KGCWHYYY amnesty-bb.de und www.facebook.com/amnestybb.de. Herzliche GrĂźĂ&#x;e

 FrĂŠdĂŠric Krumbein Sprecher des Bezirks Berlin-Brandenburg

„Shine a Light“ auf dem Potsdamer Platz

Menschenrechte machen Schule Carl-von-Ossietzky-OberschĂźler sammeln 500 Unterschriften „Problembezirk“ – so nennen viele Medien Berlin-Kreuzberg, wo sich die deutsch-tĂźrkiUEJG %CTNXQP1UUKGV\M[1DGTUEJWNG DGĆ‚PFGV Doch zum Internationalen Tag der Menschenrechte hat sie mal wieder gezeigt, dass deren SchĂźler alles andere als „gewalttätig“ sind.

In jedem Jahr am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, macht Amnesty auf diese Rechte aufmerksam und versucht mit einem Briefmarathon Opfern von Menschenrechtsverletzungen zu helfen. Im Jahr 2011 fanden vom 08.12. bis zum 10.12. in mehreren deutschen GroĂ&#x;städten Projektionen statt, bei denen die Fotos von exemplarischen Einzelfällen auf Hauswände projiziert wurden. Mit der Hilfe des Berlin-Brandenburger Bezirks organisierte das Sekretariat eine Projektion am Potsdamer Platz bei der Fatima Hussein Badi zu sehen war ihr droht im Jemen die

Hinrichtung. Am Abend des 08. Dezembers schaltete Wolfgang Grenz, Generalsekretär von Amnesty International, zusammen mit Katja Riemann und Max Herre unter groĂ&#x;em Interesse der Presse die Projektion ein. Während der Vorstellung der Projektion und an den folgenden beiden Abenden waren Amnesty Mitglieder aktiv und sammelten viele hundert Unterschriften fĂźr die Einzelfälle des Briefmarathons. Text: Florian Oswald, Pressereferat Foto: Amnesty International

Voller Einsatz in der KulturBrauerei I

Auch im Kino der KulturBrauerei lief der Briefmarathon auf Hochtouren. Die Lateinamerika-Gruppe stellte am 10. Dezember 2011, wie im Jahr davor einen Informationsstand auf. Von den fßnf Amnesty-Briefen wählte die Gruppe drei Länder aus: Aserbaidschan, Jemen und Kamerun. Wir konnten uns ßber insgesamt 132 ausgefßllte Briefe durch

UnterstĂźtzerInnen am Stand freuen. Inzwischen wurde der zwanzigjährige Student Jabbar Savalan aus Aserbaidschan, fĂźr den wir 43 Briefe abgeschickt haben, Ende Dezember 2011 freigelassen wurde. Amnesty International hatte ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen betrachtet, nachdem er zur Erzwingung eines „Geständnisses“ in der Untersuchungshaft misshandelt und zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden war. Nicht nur dieses positive Ergebnis hat uns Mut gemacht, sondern auch Zuspruch und Dank von vielen BriefschreiberInnen fĂźr unseren Einsatz. Text und Foto: Elfriede Fetke, Lateinamerika-Gruppe

Die engagierten Jugendlichen aus dem Oberstufenbereich und ihre Lehrerin Frau Kilic sorgten dafßr, dass der Briefmarathon 2011, der in den Räumen der Schule durchgefßhrt wurde, ein voller Erfolg wurde. Nicht allein nur durch die vielen gesammelten Unterschriften sondern auch durch die Vorbereitungen fßr den Briefmarathon. Im Rahmen der Aktion setzten sich die SchßlerInnen mit dem Thema Menschenrechte auseinander. Unter anderem diskutierten sie Inhalt und Bedeutung des Artikels 1 und 3 des deutschen Grundgesetzes. Die Idee, einen Briefmarathon mit den SchßlerInnen der Carl-von-Ossietzky-Oberschule durchzufßhren, ist durch ein Gespräch mit Frau Kilic entstanden: durch die Suche nach MÜglichkeiten, jungen Menschen Amnesty International näher zu bringen. Ein Bericht ßber die Arbeit von Amnesty International ist fßr das laufende Schuljahr 2012 geplant. Ein ganz persÜnliches DankeschÜn fßr das Engagement geht an Frau Kilic und ihren SchßlerInnen. Es wurden insgesamt 500 Unterschriften fßr alle 5 Einzelfälle, welche durch Amnesty International fßr das Jahr 2011 ausgewählt wurden, gesammelt. Text und Foto: Sabine Termes, Referat Jugend


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Mahnwache fĂźr Roger Mbede

Auch nach Briefmarathon demonstriert Amnesty fßr Einzelfälle

Vor der Kameruner Botschaft fordern AktivistInnen die Freilassung von Mbede.

Der Briefmarathon war ein groĂ&#x;er Erfolg. Dennoch lässt der Amnesty-Bezirk Berlin-Brandenburg nicht locker und setzt sich weiterhin fĂźr die Einzelfälle ein – ganz nach dem Motto: „Nach dem Ziel ist vor dem Ziel.“ Vor der Botschaft der Republik Kamerun hielten 20 Amnesty-AktivistInnen von am 2. Februar eine Mahnwache fĂźr die Freilassung des gewaltlosen politischen Gefangenen Jean-Claude Roger Mbede. Die Botschaft wollte offensichtlich keine Notiz von der Demonstration nehmen und lĂśschte die Lichter. Auf das Klingeln zweier Amnesty-Mitglieder reagierten sie nicht. Die TĂźre blieb verschlossen. Die Petition an den Staatspräsidenten von Kamerun, Paul Biya, die weit Ăźber 500 Menschen unterschrieben hatten, um mit Amnesty International die Freilasssung

IMPRESSUM REDAKTION Dario Sarmadi, Florian Oswald BEI FRAGEN UND ANREGUNGEN E-Mail an: newsletter@amnesty-bb.de ANGABEN ZUM DATENSCHUTZ

Foto: Rupert Haag

von Jean-Claude Roger Mbede zu fordern, konnten sie nicht persĂśnlich Ăźbergeben. Der kamerunische Student verbĂźĂ&#x;t seit März 2011 eine dreijährige Haftstrafe im Gefängnis Kondengui in Kamerun. Er wurde wegen „Homosexualität und versuchter homosexueller Handlungen“ verurteilt. Sein einziges Vergehen: Er hatte eine SMS an einen Bekannten geschickt, um sich mit ihm zu treffen. AuĂ&#x;er Mbede wurden in den letzten Monaten mindestens 14 weitere Männer wegen Homosexualität festgenommen, drei von ihnen im November 2011 zu hohen Gefängisstrafen verurteilt. Mindestens 8 Personen warten im Gefängnis auf ihre Gerichtsverfahren. Wiltraud von der Ruhr Länderkoordinationsgruppe Kamerun

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AKTIV FĂœR AMNESTY Amnesty-Mitglieder geben den Opfern von Menschenrechtsverletzungen eine Stimme und tragen somit einen unentbehrlichen Teil zur Arbeit von Amnesty International bei. Erfahren Sie mehr Ăźber weitere Aktionen und geplante Veranstaltungen auf www.amnesty-bb.de www.amnesty.de/aktiv-vor-ort und www.amnesty.de/kalender

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Arabischer FrĂźhling darf nicht verblĂźhen

Zum Weltfrauentag protestiert Amnesty fĂźr den Schutz von Frauen in Ă„gypten

Amnesty International - Bezirk BerlinBrandenburg, Haus der Demokratie und Menschenrechte: Greifswalder Str.4 (II. Hof), 10405 Berlin Prenzlauerberg (Tram M4, Bus 200, 142: „Am Friedrichshain“) Tel.: (0 30) 841 09 052 Fax: (0 30) 841 09 055 E-Mail: info@]amnesty-bb.de

BESUCHSZEITEN:

Dienstag, Mittwoch und Freitag 17:00 bis 19:00 Uhr

SPENDENKONTO

Konto-Nr. 8090 100 BLZ 370 205 00 Bank fĂźr Sozialwirtschaft Bitte als Verwendungszweck „3100“ (fĂźr Bezirk Berlin-Brandenburg) angeben.

INFOABENDE

Ăźber die Arbeit von Amnesty International am 1. Freitag im Monat, im Amnesty-BezirksbĂźro, um 19:00 Uhr

Adresse: s.o.

am 3. Mittwoch im Monat in Kreuzberg, um 19:30 Uhr Adresse: Heilig-Kreuz-Kirch: Zossener Str. 65, Kreuzberg (U Hallesches Tor):

BERATUNG FĂœR POLITISCHE FLĂœCHTLINGE: DONNERSTAG 18:00 BIS 20:00 UHR auf deutsch, englisch und jeden 1. und 3. Donnerstag auch auf russisch - im BezirksbĂźro -

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Aktion der Ă„gypten-Kogruppe und des Berliner Bezirks zur Menschenrechtssituation in Ă„gypten am 11. Februar.

Das Recht der Frau bleibt mal wieder auf der Strecke: Auch nach den Protestbewegungen im Januar 2011 in Ägypten werden Frauen an der politschen Gestaltung des Landes ausgeschlossen. Anlässlich des Internationalen Weltfrauentages macht

URGENT-ACTION-GROUP LOOKING FOR WRITERS Write a letter on a weekly or biweekly basis to save lifes! Join us any weekday evening at the amnesty international regional QHĆ‚EG Letter writing training provided. Please contact us in advance. For more information: http://www.amnesty-urgent-actionberlin.de

der Amnesty-Bezirk Berlin-Brandenburg gemeinsam mit der Gruppe Menschenrechtsverletzungen an Frauen (MaF) auf diesen Missstand aufmerksam. Die Foderungen: Frauen mĂźssen an der Gestaltung der Regierungspolitik beteiligt werden, in-

klusive bei der Ausarbeitung einer neuen Verfassung und der Reform von Gesetzen. AuĂ&#x;erdem sollen Frauen ermĂśglicht werden, ein Ăśffentliches Amt zu bekleiden. Zudem mĂźssen alle Gesetze, die der Diskriminierung von Frauen Vorschub leisten mit hĂśchster Priorität Ăźberarbeit werden. Dazu planen die AktivisInnen eine Ăśffentlichkeitswirksame Aktion auf dem Pariser Platz. Neben einer passenden, einprägsamen Darstellung werden Unterschriften gesammelt. Dazu werden fachkundige ReferentInnen und engagierte MusikerInnen in Rede- und Musikbeiträgen einem mĂśglichst zahlreichen Publikum das Anliegen von Amnesty näher bringen. Es wird also spannend! Wir freuen uns Ăźber UnterstĂźtzung beim Unterschriftensammeln. Bitte kommt alle und weist in Eurem Umfeld auf die Veranstaltung hin. Wer mitmachen mĂśchte schreibt an Rebekka: Rebekka.Macht@web.de. Text: Marlene Ziegler, Referat Ă–ffentlichkeitsarbeit Foto: Martin Reiner

„Das TĂśten abzulehnen ist kein Verbrechen!“ Die Kriegsdienstverweigerung in der TĂźrkei wird als Problem in der Ă–ffentlichkeit kaum wahrgenommen – auch nicht durch die aktuellen politischen Debatten Ă˜DGT GKPG  PFGTWPI FGU 9GJTRĆƒKEJVIGsetzens. Das mĂśchte die kĂźrzlich gegrĂźndete TĂźrkei Aktionsgruppe 1348 in Berlin ändern. Mitte Januar veranstaltete sie einen Diskussionsabend zum Thema „Kriegsdienstverweigerung in der TĂźrkei“ in Berlin-Kreuzberg. Die ReferentInnen informierten und diskutierten mit den Ăźber 60 Gästen Ăźber die aktuellen Gesetzesänderungen und deren Auswirkungen. Der Moderator Johannes von Ahlefeldt und Amke Dietert von der Amnesty Koordinationsgruppe TĂźrkei gaben einen Ăœberblick Ăźber das Zwangssystem FGT 9GJTRĆƒKEJV YGNEJGO UKEJ UGKV /KVte der 90er Jahre eine wachsende Bewegung von Kriegsdienstverweigerern und UnterstĂźtzerInnen entgegenstellt. Homosexualität ist als eine „psycho-se-

xuelle Krankheit“ fĂźr das tĂźrkische Militär ein Ausmusterungsgrund. Im Rahmen der Veranstaltung wurde zu dieser Problematik Ausschnitte aus dem Film â€œĂ‡ĂźrĂźk-The Pink Report“ von Ulrike BĂśhnisch gezeigt. AnschlieĂ&#x;end erzählte GĂźrkan Buyurucu auf von seinen eigenen Erfahrungen. GĂźrsel Yildirim, Aktivist und Kriegsdienstverweigerer, verdeutlichte die schwierige Lage der in Deutschland lebenden Männer mit tĂźrkischem Pass. Dabei bringt die jĂźngst auf 10.000â‚Ź erhĂśhte Freikaufsregelung viele BetrofHGPG KP Ć‚PCP\KGNNG 5EJYKGTKIMGKVGP WPF erhĂśht die Gefahr einer AusbĂźrgerung. Ergänzt wurden die Redebeiträge durch zwei eigens fĂźr die Veranstaltung erstellten Interviews – ein Video-Interview mit dem Kriegsdienstverweigerer Halil Savda und ein Ăźbersetztes und vertontes Interview mit UGKPGT 4GEJVUCPYĂ€NVKP 5GPGO &QĂźCPQĂźNW Aktionsgruppe TĂźrkei


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Mahnwache fĂźr Roger Mbede

Auch nach Briefmarathon demonstriert Amnesty fßr Einzelfälle

Vor der Kameruner Botschaft fordern AktivistInnen die Freilassung von Mbede.

Der Briefmarathon war ein groĂ&#x;er Erfolg. Dennoch lässt der Amnesty-Bezirk Berlin-Brandenburg nicht locker und setzt sich weiterhin fĂźr die Einzelfälle ein – ganz nach dem Motto: „Nach dem Ziel ist vor dem Ziel.“ Vor der Botschaft der Republik Kamerun hielten 20 Amnesty-AktivistInnen von am 2. Februar eine Mahnwache fĂźr die Freilassung des gewaltlosen politischen Gefangenen Jean-Claude Roger Mbede. Die Botschaft wollte offensichtlich keine Notiz von der Demonstration nehmen und lĂśschte die Lichter. Auf das Klingeln zweier Amnesty-Mitglieder reagierten sie nicht. Die TĂźre blieb verschlossen. Die Petition an den Staatspräsidenten von Kamerun, Paul Biya, die weit Ăźber 500 Menschen unterschrieben hatten, um mit Amnesty International die Freilasssung

IMPRESSUM REDAKTION Dario Sarmadi, Florian Oswald BEI FRAGEN UND ANREGUNGEN E-Mail an: newsletter@amnesty-bb.de ANGABEN ZUM DATENSCHUTZ

Foto: Rupert Haag

von Jean-Claude Roger Mbede zu fordern, konnten sie nicht persĂśnlich Ăźbergeben. Der kamerunische Student verbĂźĂ&#x;t seit März 2011 eine dreijährige Haftstrafe im Gefängnis Kondengui in Kamerun. Er wurde wegen „Homosexualität und versuchter homosexueller Handlungen“ verurteilt. Sein einziges Vergehen: Er hatte eine SMS an einen Bekannten geschickt, um sich mit ihm zu treffen. AuĂ&#x;er Mbede wurden in den letzten Monaten mindestens 14 weitere Männer wegen Homosexualität festgenommen, drei von ihnen im November 2011 zu hohen Gefängisstrafen verurteilt. Mindestens 8 Personen warten im Gefängnis auf ihre Gerichtsverfahren. Wiltraud von der Ruhr Länderkoordinationsgruppe Kamerun

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AKTIV FĂœR AMNESTY Amnesty-Mitglieder geben den Opfern von Menschenrechtsverletzungen eine Stimme und tragen somit einen unentbehrlichen Teil zur Arbeit von Amnesty International bei. Erfahren Sie mehr Ăźber weitere Aktionen und geplante Veranstaltungen auf www.amnesty-bb.de www.amnesty.de/aktiv-vor-ort und www.amnesty.de/kalender

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Arabischer FrĂźhling darf nicht verblĂźhen

Zum Weltfrauentag protestiert Amnesty fĂźr den Schutz von Frauen in Ă„gypten

Amnesty International - Bezirk BerlinBrandenburg, Haus der Demokratie und Menschenrechte: Greifswalder Str.4 (II. Hof), 10405 Berlin Prenzlauerberg (Tram M4, Bus 200, 142: „Am Friedrichshain“) Tel.: (0 30) 841 09 052 Fax: (0 30) 841 09 055 E-Mail: info@]amnesty-bb.de

BESUCHSZEITEN:

Dienstag, Mittwoch und Freitag 17:00 bis 19:00 Uhr

SPENDENKONTO

Konto-Nr. 8090 100 BLZ 370 205 00 Bank fĂźr Sozialwirtschaft Bitte als Verwendungszweck „3100“ (fĂźr Bezirk Berlin-Brandenburg) angeben.

INFOABENDE

Ăźber die Arbeit von Amnesty International am 1. Freitag im Monat, im Amnesty-BezirksbĂźro, um 19:00 Uhr

Adresse: s.o.

am 3. Mittwoch im Monat in Kreuzberg, um 19:30 Uhr Adresse: Heilig-Kreuz-Kirch: Zossener Str. 65, Kreuzberg (U Hallesches Tor):

BERATUNG FĂœR POLITISCHE FLĂœCHTLINGE: DONNERSTAG 18:00 BIS 20:00 UHR auf deutsch, englisch und jeden 1. und 3. Donnerstag auch auf russisch - im BezirksbĂźro -

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Aktion der Ă„gypten-Kogruppe und des Berliner Bezirks zur Menschenrechtssituation in Ă„gypten am 11. Februar.

Das Recht der Frau bleibt mal wieder auf der Strecke: Auch nach den Protestbewegungen im Januar 2011 in Ägypten werden Frauen an der politschen Gestaltung des Landes ausgeschlossen. Anlässlich des Internationalen Weltfrauentages macht

URGENT-ACTION-GROUP LOOKING FOR WRITERS Write a letter on a weekly or biweekly basis to save lifes! Join us any weekday evening at the amnesty international regional QHĆ‚EG Letter writing training provided. Please contact us in advance. For more information: http://www.amnesty-urgent-actionberlin.de

der Amnesty-Bezirk Berlin-Brandenburg gemeinsam mit der Gruppe Menschenrechtsverletzungen an Frauen (MaF) auf diesen Missstand aufmerksam. Die Foderungen: Frauen mĂźssen an der Gestaltung der Regierungspolitik beteiligt werden, in-

klusive bei der Ausarbeitung einer neuen Verfassung und der Reform von Gesetzen. AuĂ&#x;erdem sollen Frauen ermĂśglicht werden, ein Ăśffentliches Amt zu bekleiden. Zudem mĂźssen alle Gesetze, die der Diskriminierung von Frauen Vorschub leisten mit hĂśchster Priorität Ăźberarbeit werden. Dazu planen die AktivisInnen eine Ăśffentlichkeitswirksame Aktion auf dem Pariser Platz. Neben einer passenden, einprägsamen Darstellung werden Unterschriften gesammelt. Dazu werden fachkundige ReferentInnen und engagierte MusikerInnen in Rede- und Musikbeiträgen einem mĂśglichst zahlreichen Publikum das Anliegen von Amnesty näher bringen. Es wird also spannend! Wir freuen uns Ăźber UnterstĂźtzung beim Unterschriftensammeln. Bitte kommt alle und weist in Eurem Umfeld auf die Veranstaltung hin. Wer mitmachen mĂśchte schreibt an Rebekka: Rebekka.Macht@web.de. Text: Marlene Ziegler, Referat Ă–ffentlichkeitsarbeit Foto: Martin Reiner

„Das TĂśten abzulehnen ist kein Verbrechen!“ Die Kriegsdienstverweigerung in der TĂźrkei wird als Problem in der Ă–ffentlichkeit kaum wahrgenommen – auch nicht durch die aktuellen politischen Debatten Ă˜DGT GKPG  PFGTWPI FGU 9GJTRĆƒKEJVIGsetzens. Das mĂśchte die kĂźrzlich gegrĂźndete TĂźrkei Aktionsgruppe 1348 in Berlin ändern. Mitte Januar veranstaltete sie einen Diskussionsabend zum Thema „Kriegsdienstverweigerung in der TĂźrkei“ in Berlin-Kreuzberg. Die ReferentInnen informierten und diskutierten mit den Ăźber 60 Gästen Ăźber die aktuellen Gesetzesänderungen und deren Auswirkungen. Der Moderator Johannes von Ahlefeldt und Amke Dietert von der Amnesty Koordinationsgruppe TĂźrkei gaben einen Ăœberblick Ăźber das Zwangssystem FGT 9GJTRĆƒKEJV YGNEJGO UKEJ UGKV /KVte der 90er Jahre eine wachsende Bewegung von Kriegsdienstverweigerern und UnterstĂźtzerInnen entgegenstellt. Homosexualität ist als eine „psycho-se-

xuelle Krankheit“ fĂźr das tĂźrkische Militär ein Ausmusterungsgrund. Im Rahmen der Veranstaltung wurde zu dieser Problematik Ausschnitte aus dem Film â€œĂ‡ĂźrĂźk-The Pink Report“ von Ulrike BĂśhnisch gezeigt. AnschlieĂ&#x;end erzählte GĂźrkan Buyurucu auf von seinen eigenen Erfahrungen. GĂźrsel Yildirim, Aktivist und Kriegsdienstverweigerer, verdeutlichte die schwierige Lage der in Deutschland lebenden Männer mit tĂźrkischem Pass. Dabei bringt die jĂźngst auf 10.000â‚Ź erhĂśhte Freikaufsregelung viele BetrofHGPG KP Ć‚PCP\KGNNG 5EJYKGTKIMGKVGP WPF erhĂśht die Gefahr einer AusbĂźrgerung. Ergänzt wurden die Redebeiträge durch zwei eigens fĂźr die Veranstaltung erstellten Interviews – ein Video-Interview mit dem Kriegsdienstverweigerer Halil Savda und ein Ăźbersetztes und vertontes Interview mit UGKPGT 4GEJVUCPYĂ€NVKP 5GPGO &QĂźCPQĂźNW Aktionsgruppe TĂźrkei


AMNESTY INTERNATIONAL • BERLIN - BRANDENBURG

RUNDBRIEF • 6/2011 1/2012

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VeraNSTALTUNGSHINWEISE Februar 2012

März 2012

13.02. bis 28.03.

07.03.

26.02.

09.03.

Plakat-Ausstellung 50 Jahre Amnesty International Veranstaltung von Amnesty International und Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte. Mo.-Fr. 10:00 - 17:00 Uhr und nach Vereinbarung, Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin Prenzlauer Berg. Film&Dialog: Ein Augenblick Frei-

heit Regie: Arash T. Riahi. 114 Minuten. Veranstaltung der AI-Hochschulgruppe der Alice-Salomon-Hochschule. Eintritt frei. Flyer. Ab 16:00 Uhr. Heilig-Kreuz-Kirche (im Kirchencafé): Zossener Str. 65, 10961 Berlin- Kreuzberg U1, U6 Hallesches Tor.

29.02.

Deutschlands Resettlement-Programm – Moralisches Feigenblatt oder echter Flüchtlingsschutz? Podiumsdiskussion mit Frank Henkel, Innensenator Berlin, Wolfgang Grenz, AI Generalsekretär, Dr. Christian Klos, Bundesministerium des Innern, Norbert Trosien, UNHCR Deutschland. Moderation: Andrea Kothen, PRO ASYL. 19 Uhr. Ölberg-Kirche, Lausitzer Str. 28 / Ecke Paul-Lincke-Ufer, 10999 Berlin- Kreuzberg U1 Görlitzer Bahnhof, U8 Schönleinstraße, Bus M29 „Ohlauer Straße“.

Aktion „Frauenrechte in Ägypten schützen!“ Kundgebung mit Redebeiträgen und Musik. Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März. Organisiert von der AI- Gruppe MaF (Menschenrechtsverletzungen an Frauen) 17:30 Uhr - 19:00 Uhr, Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor, 10117 Berlin- Mitte S+U Brandenburger Tor, Bus 100, 200, M85, TXL. Konzert und Lesung „Dass wir heute frei sind...“ Unter anderem mit Gabriele Lischke-Naumann und Annika Kochs. Flyer. 19 Uhr. Stadtbibliothek Spandau, CarlSchurz- Straße 13, 13597 Berlin- Spandau U7 Rathaus Spandau, S9 S75 Spandau, Bus M32 M37 M45 X33 130 134 135 136 236 237 337 638 639 671.

10.03.

Benefizkonzert: Cherished singen Gospels & Spirituals Leitung: Till Sauer. Eintritt Frei, Spenden zugunsten Amnesty International willkommen. Flyer. 18:00 Uhr, Epiphanien Kirche Charlottenburg, Knobelsdorffstr.72-74, 14059 BerlinCharlottenburg U2 Kaiserdamm , S41 S42 S46 S47 Messe Nord/ICC, Bus 139 X21 Pariser Platz, 10117 Berlin-Mitte. Die Veranstaltungshinweise werden laufend unter www. amnesty-bb.de/termine aktualisiert

Rundbrief 1/2012  

Rundbrief des Amnesty International Bezirks Berlin-Brandenburg, erscheint jeden 2. Monat mit aktuellen Informationen und Ankündigungen zum E...

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