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Amnesty International setzt sich auf der Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte für eine Welt ein, in der die Rechte aller Menschen geachtet werden. Die Stärke der Organisation liegt im freiwilligen und finanziellen Engagement von weltweit mehr als drei Millionen Mitgliedern und Unterstützern unterschiedlicher Nationa­li­ täten, Kulturen und Altersgruppen. Gemeinsam setzen sie Mut, Kraft und Fantasie für eine Welt ohne Menschenrechtsverletzungen ein. Amnesty erhielt 1977 den Friedensnobelpreis. Amnesty engagiert sich seit über 50 Jahren erfolgreich für die Freilassung von Menschen, die allein deshalb inhaftiert sind, weil sie friedlich ihre Überzeugung vertreten oder die wegen ihrer Herkunft, sexuellen Orientierung oder Religion verfolgt werden für den Schutz der Rechte von Flüchtlingen für den besonderen Schutz der Rechte von Frauen und Mädchen für die Verhinderung von Folter, Todesstrafe und politischem Mord für den Schutz und die Unterstützung von Menschenrechtlern für die Aufklärung von Menschenrechtsverletzungen und die Bestrafung der Täter für wirksame Kontrollen des Waffenhandels für die Förderung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte Es gibt viele Möglichkeiten, die Arbeit von Amnesty zu unterstützen: www.amnesty.de/mitmachen LGBTI-Aktivist in Kamerun. © Toby Binder

Alice Nkom war die erste schwarze Rechtsanwältin Kameruns, und gründete die Organisation ADEFHO, die LGBTI-Angehörige unterstützt. Zusammen mit ihrem Team bietet sie Opfern medizinische Behandlung, psychologische Beratung, sexuelle Aufklärung, Mediation und Sicherheitstrainings an. Außerdem hat sie bis heute in über 50 Gerichtsverfahren gegen LGBTI mitgewirkt und erreichte den ersten Freispruch zweier Angeklagter in Kamerun überhaupt. Trotz massiver Drohungen aus Politik und Gesellschaft kämpft Alice Nkom weiter für die Rechte von LGBTI. Eren Keskin, Abel Barrera, WOZA und Alice Nkom wurden für ihr Engagement für die Menschenrechte mit dem ­Menschen­rechtspreis von Amnesty International in Deutsch­ land ausgezeichnet. Sie stehen beispielhaft für viele mutige Frauen und Männer, die weltweit ihr Leben riskieren, um demo­kratische Freiheiten, rechtsstaatliche Strukturen und bessere Lebensbedingungen zu erkämpfen. Die Verteidiger der Menschenrechte brauchen internationale Anteilnahme und unsere Unterstützung.

Amnesty International finanziert sich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Regierungsgelder lehnt Amnesty ab, um finanziell und politisch unabhängig zu bleiben. Ihr Beitrag ermöglicht unsere Glaubwürdigkeit!

stark für die Menschenrechte AMNESTY INTERNATIONAL  Sektion der Bundesrepublik Deutschland e. V. . Zinnowitzer Straße 8 . 10115 Berlin T: +49 30 420248-0 . F: +49 30 420248-488 . E: info@amnesty.de SPENDENKONTO  80 90 100  .  Bank für Sozialwirtschaft  .  BLZ 370 205 00  BIC: BFS WDE 33 XXX  .  IBAN: DE 233 702050 0000 8090100 © Amnesty International, Dezember 2013, V.i.S.d.P. Arne Kouker, Art. Nr. 12613 Titelbild: Alice Nkom, Menschenrechtsverteidigerin in Kamerun © Toby Binder www.amnesty.de www.twitter.com/amnesty_de www.facebook.com/amnestydeutschland


Unter Einsatz ihres Lebens

Simbabwe

Ob in Kamerun, Mexiko, Simbabwe oder der Türkei: Wer die Menschenrechte verteidigt, lebt gefährlich. Mutige Frauen und Männer werden verfolgt, weil sie Folter, Straffreiheit und Diskri­ minierung ­anprangern oder sich für bessere Lebensbedingungen einsetzen. Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschen­ rechtsverteidiger müssen aus ihrer Heimat flüchten, sitzen im Gefängnis oder werden mit dem Tod bedroht.

Sie nennen sich Women of Zimbabwe Arise, kurz WOZA. Doch die Mitglieder von WOZA fordern nicht nur andere Frauen zum Handeln auf, sie handeln vor allem selbst. Die 2003 gegründete Organisation wendet sich gegen die rapide zunehmende Armut im Land und die Unterdrückung der Meinungsfreiheit. WOZA tut dies friedlich und kreativ mit Gesängen, Tänzen und Gebeten. Die Frauen veranstalten Demonstrationen und inspirieren damit auch andere Gruppen im Land, ihre Rechte einzufordern. Wie sie sich ein friedliches Zusammenleben in Simbabwe vorstellen, haben sie in einer Charta des Volkes niedergelegt.

Türkei Eren Keskin ist Anwältin und Menschenrechtsverteidigerin. Sie setzt sich insbesondere für Frauenrechte und die Rechte der kurdischen Minderheit ein. Jahrelang war sie Vorsitzende der Istanbuler Sektion des türkischen Menschenrechtsvereins IHD. 1997 gründete Keskin ein Rechtshilfeprojekt für Frauen und Mädchen, die in Polizeigewahrsam misshandelt und ver­ gewaltigt wurden. Wegen ihrer Aktivitäten war die Rechtsanwältin mehrfach inhaftiert. Zeitweise waren 87 Strafverfahren gegen sie anhängig. Ihr Engagement brachte ihr außerdem ein vorübergehendes Berufsverbot und zahlreiche Morddrohungen ein. Trotzdem setzt Eren Keskin ihre Arbeit mutig fort und engagiert sich als Anwältin auch für Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Identität verfolgt und schikaniert werden. „Meine Arbeit ist meine Lebenseinstellung, eine Lebensweise, meine Aufgabe. Dies ist mein Weg – für mich der einzig mögliche. Daher lasse ich mich trotz aller Bedrohungen und Widrigkeiten auch nicht von diesem Weg abbringen.“ Eren Keskin

Viele WOZA-Mitglieder sind aufgrund ihres Engagements regelmäßig Zielscheibe staatlicher Repressionen. Sie werden von der Polizei inhaftiert, misshandelt und gefoltert.

„Ich entfernte mich bewusst von dem vorherrschenden Bild über indigene Menschen und ihre Lebensweise und sehe den Kern meiner Arbeit seither darin, diesen Vorstellungen etwas entgegenzusetzen.“ Abel Barrera © Ricardo Ramirez Arriola

Mexiko Abel Barrera Hernández ist Gründer und Leiter des Menschenrechtszentrums Tlachinollan. Das Zentrum kämpft gegen die Diskriminierung der indigenen Völker in der Region La Montaña und setzt sich für die Anerkennung ihrer Rechte ein. Barrera und sein Team recherchieren, dokumentieren und ver­öffentlichen Menschenrechtsverletzungen und bieten den Opfern Rechtsbeistand und psychologische Betreuung. Tlachinollan setzt sich zudem für nachhaltige Anbau- und Entwicklungsstrategien ein, um die Bauern vor der drohenden Abhängigkeit von den Drogenkartellen zu schützen. Außerdem berät die Organisation sie bei der Lösung von politischen, religiösen und anderen Konflikten innerhalb ihrer Gemeinden.

Eren Keskin (Mitte) wird immer wieder von der Polizei eingeschüchtert. © privat

Das Team von Tlachinollan erhält immer wieder Mord­ drohungen, mit denen man versucht, es einzuschüchtern und von seiner Arbeit abzubringen. Bis Anfang 2009 unterhielt die Organisation auch ein Büro in der Küstenregion Costa Chica, das jedoch aufgrund von Drohungen zwischenzeitlich geschlossen werden musste.

„Ich bin heute noch am Leben, weil die internationale Gemeinschaft durch Amnesty International und die Medien von unserer Arbeit erfahren hat!“ Jenni Williams, Gründerin von WOZA © WOZA

Kamerun In Kamerun werden sexuelle Handlungen zwischen gleich­ geschlechtlichen Personen gesellschaftlich und gesetzlich geächtet. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und intersexuelle Personen (LGBTI) werden von Menschen, die durch Politik und Medien aufgehetzt w ­ urden, immer wieder körperlich angegriffen und beleidigt. Für ihre vermutete sexuelle Orientierung drohen ihnen fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe. Im Gefängnis werden sie häufig von Mithäftlingen und vom Wachpersonal misshandelt.


Stark für die Menschenrechte