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IRAK Wohin sollen wir gehen? Das fragen sich Hunderte Sunniten aus Kirkuk und dem Umland, die von kurdischen BehÜrden und Peshmerga-Kämpfern vertrieben worden sind. Seitdem die Terrormiliz Islamischer Staat am 21. Oktober Kirkuk ßberraschend angegriffen hat, gehen die kurdischen Kräfte hart gegen Sunniten vor. Sie fordern sie auf, die Region zu verlassen, nehmen ihnen ihre Pässe ab und zerstÜren ihre Häuser. Obwohl viele der Sunniten selbst vor dem Krieg im Land geflohen sind, unterstellen ihnen die kurdischen BehÜrden, den IS zu unterstßtzen. 

GOOD NEWS

Foto: Czarek Sokolowski / AP / pa

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Oktober 2016 in Warschau. Frauenproteste gegen Abtreibungsverbot.

ERFOLG FĂœR FRAUENRECHTE IN POLEN

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Ausgewählte Ereignisse von  Mitte September bis Ende Oktober 2016

WELTKARTE

POLEN Mit dieser Masse an Demonstrierenden hatte in Polen niemand gerechnet. Zehntausende von Aktivistinnen und Aktivisten setzten sich wochenlang gegen ein fast vollständiges Abtreibungsverbot ein. Ein Gesetzentwurf der regierenden nationalkonservativen Partei (PiS) sah vor, Abtreibungen zu verbieten, wenn sie nicht fĂźr das Ăœberleben der Mutter notwendig sind. Nachdem am 6. Oktober mehr als 30.000 Menschen auf die StraĂ&#x;e gingen, musste die PiS klein beigeben: Das Parlament stimmte mit Ăźberwältigender Mehrheit gegen den Gesetzesentwurf. ÂťFrauen in Polen haben heute Geschichte geschrieben. Dies ist ein groĂ&#x;er Erfolg fĂźr Millionen Frauen und Mädchen, die auf die StraĂ&#x;e gegangen sind, ihrer Wut Ausdruck verliehen haben und damit erfolgreich ein Gesetz verhindert haben, das ihre Rechte mit FĂźĂ&#x;en getreten und ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt hätteÂŤ, sagt Gauri van Gulik, stellvertretende Leiterin des Europa-Programms von Amnesty International. ÂťEine Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen muss, ist keine Kriminelle, und Entscheidungen Ăźber ihren KĂśrper und ihre Gesundheit dĂźrfen niemals in die Hände der Politik gelegt werden.ÂŤ Polens Abtreibungsgesetz ist bereits jetzt eines der restriktivsten in Europa. Jedes Jahr treiben Tausende von Frauen illegal oder im Ausland ab. Doch einen Protest wie diesen hat es bisher nicht gegeben. ÂťEs ist, als wären die polnischen Frauen aus einem langen Traum erwachtÂŤ, schreibt die Feministin Krystyna Kacpura. Seit Beginn der Debatte Ăźber das neue Gesetz hätten sich mehr Frauen fĂźr ihre Organisation interessiert als je zuvor. Auf europäischer und internationaler Ebene solidarisierten sich viele NGOs und Einzelpersonen mit dem Kampf der polnischen Frauen. Auch zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten der polnischen Amnesty-Sektion beteiligten sich an den Protesten. Der Erfolg hat gezeigt, was eine starke Zivilgesellschaft bewirken kann. Da die PiS an einer Verschärfung des Abtreibungsrechts festhält, gingen die Proteste Ende Oktober weiter.

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Amnesty Journal: Ausgabe Dezember 2016/Januar 2017  

Hand in Hand – Freundschaft, Solidarität und Menschenrechte

Amnesty Journal: Ausgabe Dezember 2016/Januar 2017  

Hand in Hand – Freundschaft, Solidarität und Menschenrechte

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