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Wissenswertes 체ber

6 6. 체berarbeitete Auflage

Aminos채uren

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Inhaltsverzeichnis

6. überarbeitete Auflage, Stand August 2009 Kostenlose Informationsbroschüre

Gut zu wissen: Allgemeine Informationen über Aminosäuren

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Aminosäuren und ihre Bedeutung für ■ Anti-Aging ■ Haut und Nägel ■ Haar

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■ Schlaf, Stimmung und Leistungsfähigkeit

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■ Potenz und Libido

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■ Arthrose und Osteoporose

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■ Fettbrennung

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■ Diabetes

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■ Cholesterin

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In eigener Sache

Was sind Aminosäuren?

Häufig werden wir gefragt, weshalb wir in unserer Broschüre keine spezifischen Produktempfehlungen abgeben. Die Antwort lautet: Wir möchten unsere Unabhängigkeit und Objektivität nicht aufs Spiel setzen!

Aminosäuren sind Kohlenwasserstoffverbindungen, welche die Grundbausteine von Proteinen bilden. Proteine wiederum sind Eiweißbausteine. Sie verleihen der Zelle nicht nur Struktur, sondern sind die molekularen „Maschinen”, die Stoffe transportieren, Ionen pumpen, Signalstoffe erkennen. Wenn wir Proteine mit der Nahrung aufnehmen, werden diese im Magen-Darm-Trakt zerlegt in die einzelnen Aminosäuren und im Körper dann wieder zu neuen Proteinen zusammengesetzt. Diesen Vorgang bezeichnet man als Protein(bio)synthese.

Produzenten, die unser höchstes Vertrauen in Sachen Kompetenz, Seriosität und Qualität genießen, dürfen jedoch die Rechte erwerben, unsere Broschüre für Ihre Zwecke einzusetzen. Allerdings stets unter der Bedingung, dass unsere Broschüre unentgeltlich vertrieben wird. Sollten Sie, liebe Leser, für diese Broschüre etwas haben zahlen müssen, so bitten wir Sie, uns unverzüglich über www.aminosaeure.com mitzuteilen, wer Ihnen die Broschüre geliefert hat.

Stehen dem Organismus eine oder mehrere Aminosäuren nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, wird die Proteinbildung geschwächt und somit funktioniert auch der Stoffwechsel nur eingeschränkt. Folgen können u. a. Gewichtsprobleme, Haarausfall, Hautprobleme, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Potenzstörungen, aber auch Arthrose, Diabetes oder hohe Cholesterinwerte sein.

Alle B-Vitamine sollen in ihrer von der Natur ersonnenen Kombination aufgenommen werden, d. h. die Aufnahme isolierter BVitamine führt häufig zu einem Wirkungsverlust. Insgesamt existieren 23 Aminosäuren. Sie kommen in zwei symmetrischen Formen vor: Der L- und der D-Struktur. Außer bei der Aminosäure Glycin ist bei allen Aminosäuren nur die L-Struktur natürlich für den Körper, und deshalb sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass es sich nicht um eine D- oder DL- (gemischte) Aminosäure handelt. Wir konzentrieren uns bei unserem Informationsdienst auf diejenigen Aminosäuren, die in den USA, Asien und zunehmend auch in Europa die größte Bedeutung als Nahrungsergänzung haben und stehen in ständigem Austausch mit den seriösesten und kompetentesten Herstellern von Aminosäuren als Nahrungsergänzungsmittel.

Der Proteinaufbau und die Wirkung der Aminosäuren ist insbesondere abhängig vom kompletten Vitamin-B-Komplex: Vitamin B1 (Thiamin), Vitamin B2 (Riboflavin), Vitamin B3 (Niacin), Vitamin B5 (Pantothensäure), Vitamin B6 (Pyrodoxin), Vitamin B12 (Cobalamin) und Vitamin Bc (Folsäure). 3


Allgemeine Informationen über Aminosäuren

Internationales Symposium „Neue Therapiestrategien durch Aminosäure- und Proteintherapie“, 25. bis 27. Februar 2005 in Prag Wirksamkeit von Aminosäuren Aktuelle Studien belegen, dass Aminosäuren im Kampf gegen Diabetes, Depressionen, Osteoporose, Herzinfarkt, Fettstoffwechselstörungen, Potenzstörungen und Immunschwäche, aber auch im Bereich des „AntiAging“ wirksam sind. Bedauerlicherweise spielen aber Aminosäuren in der Ernährungsmedizin in Deutschland noch nicht die ihnen zukommende Rolle, obwohl sie Regulator aller Prozesse im menschlichen Körper sind, betonte Ernährungswissenschaftlerin Dr. Doris Meister aus München in Prag. Das Internationale Symposium der Gesellschaft für angewandte Aminosäureforschung in der Therapie und Praxis (GFA), dem 100 Wissenschaftler aus sieben Nationen (Österreich, Schweiz, Finnland, Deutschland, Schweiz, Russland und Tschechien) folgten, fand vom 25. bis 27. Februar 2005 in Prag statt.

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Der Tenor des Symposiums: Die Studienlage zu den Effekten von Aminosäuren ist gut, aber die Anerkennung in der Medizin in Europa fehlt noch weitgehend. Aus Aminosäuren setzen sich die umgangssprachlich als Eiweiß bezeichneten Proteine zusammen. Sie sind notwendig für den Aufbau von Strukturproteinen wie Kollagen, von Enzymen, den Blutgerinnungsfaktoren, den Antikörpern, den Transportmolekülen, der Muskulatur und von Hormonen (beispielsweise Insulin). Zudem sind Aminosäuren für die Entgiftung des Organismus, die Bildung von Neurotransmittern, den Energiestoffwechsel sowie die Synthese von lebenswichtigen Substanzen wie Coenzym A notwendig. Die Aminosäure Taurin wirkt als Antioxidans, Glutamin, Cystein und Glycin bilden Glutathion, das gleichfalls eine ausgeprägte antioxidative Wirkung aufweist. Durch die allgemeine Fehlernährung in Deutschland ist die Aminosäurenzufuhr oftmals unterhalb der internationalen Zufuhr-Empfehlungen, stellte Reimann fest. Zur Prophylaxe und Therapie bestimmter Krankheiten sind häufig bestimmte Aminosäuren im Grammbereich notwendig, so dass die Gabe von Supplementen nötig ist, so der Konsens der Kongressteilnehmer in der Diskussion.

Vegetarier sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen der Leber und Niere haben ein hohes Aminosäuren-Mangel-Risiko. Aber auch bei Katabolie, toxischen Belastungen und oxidativem Stress kommt es leicht zum Aminosäuren-Mangel, so Ernährungswissenschaftlerin Doris Meister. Die Aminosäuren Arginin, Cystein, Glutamin, Glycin, Lysin, Methionin und Taurin sind immunmodulierend und helfen Menschen mit Abwehrschwäche. Der international renommierte Aminosäureforscher Professor Dr. Erich Roth von der Universitätsklinik Wien gab einen Überblick über die immunstärkende Wirkung der Aminosäure Glutamin. Studien zeigen, dass die Aminosäuren Glycin und Arginin einen positiven Einfluss auf den Knochenstoffwechsel ausüben. Eine optimale Osteoporosetherapie schließt die Gabe von Aminosäuren in jedem Falle ein, betonte Reimann. Es gibt Hinweise, dass Aminosäuren sogar die Osteoblasten stimulieren können und damit gehen Aminosäuren über die Effekte einer herkömmlichen medikamentösen Osteoporosetherapie hinaus. Dagegen schützen die Aminosäuren Alanin, Cystein, Methionin und Glycin vor Prostataerkrankungen.


Insgesamt haben Aminosäuren ein enormes Potential in Therapie und Prophylaxe von Krankheiten und das ist durch wissenschaftliche Studien bestens belegt, erklärte Dr. rer. nat. Jürgen Reimann abschließend.

Bei Krebserkrankungen stehen Mediziner und Patienten mit dem Rücken zur Wand, konstatiert der Wiener Onkologe Professor Dr. Dr. Köstler. Nach seinen Aussagen steht die Krebstherapie vor dem Kollaps.

Professor Dr. Enno Freye von der Universitätsklinik Düsseldorf sieht sich durch eigene Untersuchungen darin bestärkt, Aminosäuren und Mikronährstoffe in der FibromyalgieTherapie einzubeziehen. Chronische Schmerzpatienten profitieren von der Einnahme von Aminosäuren, Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren. Der Düsseldorfer Mediziner konnte in einer Untersuchung verringerte Schmerzwahrnehmung und erhöhte Schmerztoleranz nachweisen, so dass eine Aminosäuren-Therapie bei Fibromyalgie nützlich ist.

Professor Köstler kritisiert, dass es praktisch keine Krebsvorsorge gibt und die Menschen erst handeln, wenn eine Krebserkrankung bereits ausgebrochen sei. Köstler hält die Förderung der Abwehrkapazität durch Aminosäuren für Krebspatienten für überlebensnotwendig und fordert eine individualisierte Gabe von Aminosäuren und Antioxidantien bei Krebserkrankungen.

Aber auch in der Krebstherapie sind Aminosäuren von außerordentlicher Wichtigkeit: Dozent Dr. med. Thomas Tallberg aus Helsinki stellte seine Studien vor, die nachweisen, dass Patienten, die unter Prostata-, Blut- und Hautkrebs leiden, von der Einnahme von Aminosäuren und anderen Mikronährstoffen massiv profitieren. Für ihn gehören Aminosäuren zu jeder Krebstherapie.

Professor Dr. Jürgen Spona vom Ludwig Boltzmann Institut der Universitätsfrauenklinik Wien sieht in der individuellen Aminosäuregabe eine Möglichkeit, die Therapie von Depressionspatienten zu ergänzen und effektiver zu gestalten. In einer randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudie konnte der renommierte Wissenschaftler nachweisen, dass die Gabe von Aminosäuren eine deutliche Verbesserung der Depressionen erreichen kann.

Da sich mit dem Alterungsprozess des Menschen auch die Verfügbarkeit von Aminosäuren verringert und zudem die Ernährungsweise dergestalt verändert, dass weniger Aminosäuren über die Nahrung aufgenommen werden, empfiehlt Professor Spona Aminosäuren im Rahmen von Anti-Aging Strategien. Abschließend bezeichnete Spona Arginin als „Natural Viagra“. Dr. med. Udo Böhm aus Unterwössen zeigte in seinem Vortrag auf, dass die Aminosäure Arginin in Kombination mit der Folsäure einen wirksamen Schutz vor Herzkrankheiten darstellt. Arginin stellt sicher, dass die Blutgefäße konstant Stickstoffmonoxid produzieren und die Durchblutung des Herzens und des Gehirns optimiert wird. Arginin schützt das Herz vor dem Infarkt. Dieser Effekt vervielfacht sich durch die gleichzeitige Einnahme von Arginin und Folsäure, betonte Dr. Böhm in Prag.

Quelle Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.

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Aminosäuren und ihre Bedeutung für Anti-Aging Der richtige Aminosäuren-Mix ist wie eine komplette Aufbaukur für Haut, Haare und Nägel. Er liefert aktive Vitalstoffe, welche wichtig sind, um die Haarqualität zu verbessern, die Nägel zu stärken und die Spannkraft der Haut zu steigern. Schönes, glänzendes Haar, starke Fingernägel und eine glatte, straffe Haut sind Merkmale für Gesundheit und natürliche Schönheit. Voraussetzung dafür ist die ausreichende Versorgung mit bestimmten Nähr- und Vitalstoffen, welche Haut, Haare und Nägel von innen her ernähren.1 Sie sorgen dafür, dass der Aufbau des Bindegewebes wie z. B. Kollagen, Elastin und Keratin funktioniert. So bleibt die Haut geschmeidig und elastisch, die Nägel fest und widerstandsfähig und das Haar kräftig und schön. HAUT UND NÄGEL Kreatin ist gut für die Haut Im Verlauf des Alterungsprozesses erlahmen die Zellfunktionen. In der Haut wird weniger Kollagen und Elastin synthetisiert, was die typischen Symptome der Altershaut wie Falten, verringerte Elastizität sowie dünnere Haut zur Folge hat. Außerdem schädigen hochreaktive Moleküle das Erbgut in den Zellen, und die Produktion von

Repairenzymen ist reduziert. Die Hypothese ist nun, dass Kreatin den im Alter reduzierten Energiehaushalt stimuliert, damit die Zellfunktion positiv beeinflusst und so die natürlichen Hautfunktionsmechanismen unterstützt. Darüber hinaus kann Kreatin die Zelle vor äußeren Einflüssen schützen, indem es eine Wasserhülle um die Zelle bildet, so dass z. B. schädigende Substanzen gar nicht erst in die Zelle gelangen können. Die Fähigkeit, Wasserhüllen zu bilden, erhöht zudem den Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Kreatin besteht aus Glycin, Arginin und Carnitin Kreatin ist ein Aminosäurederivat, das natürlicherweise im Körper vorkommt und eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel der Zelle spielt. Es setzt sich aus den drei Aminosäuren Glycin, Arginin und Methionin (wiederum Bestandteil von Carnitin) zusammen. Im Körper eines Menschen, der 70 kg wiegt, sind etwa 120 g Kreatin enthalten. Je mehr Kreatin, desto mehr Kollagen Kreatin dient als eine Art Energiespeicher für Zeiten eines erhöhten Energiebedarfes. In Versuchen mit Zellkulturen konnte gezeigt werden, dass sich der Energiestoffwechsel steigern

lässt, wenn von außen Kreatin zugeführt wird. Die Zellen produzierten dadurch vermehrt Proteine, wie zum Beispiel das für die Haut wichtige Kollagen und Elastin sowie Enzyme, die geschädigtes Erbgut in der Zelle reparieren.1 Kollagen sorgt für natürliche Schönheit von innen Kollagenes Eiweiß ist ein körpereigenes Eiweiß, das im Hautgewebe für Straffheit und Festigkeit sorgt. Es bindet Wasser und steigert dadurch den Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Die Haut wird glatt und samtigweich. Ab dem 25. Lebensjahr beginnt der Hautalterungsprozess und der Anteil von Kollagen in der Haut verringert sich. Das verbleibende Kollagen ist nicht mehr so wirkungsvoll. Kollagen ist ein wichtiger Feuchtigkeitsspender für die Haut. Besonders effektiv ist es, wenn es direkt von innen wirken kann. In herkömmlichen Methoden wird das Kollagen regelmäßig in die Haut gespritzt. Aber wer nimmt schon gerne Schmerzen für die Schönheit in Kauf? Es geht viel sanfter und natürlicher, indem die körpereigene Kollagenproduktion angeregt wird. Dazu bedarf es der Aminosäuren Glycin und Arginin sowie Carnitin.

Quelle 1 Williams, J.Z., Abumrad, N. & Barbul, A. (2002) Effect of a Specialized Amino Acid Mixture on Human Collagen Deposition Annals of Surgery, Volume 236, issue 3, (pp. 369-375)

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Die Haut als Spiegel des Stoffwechsels Allgemein wirken die Aminosäuren wie eine Hautpflege von innen. Die Haut ist ein empfindliches und äußerst zuverlässiges Frühwarnsystem und ihr Erscheinungsbild ist zugleich Bestandteil und Spiegel des Stoffwechsels. Allergische Reaktionen, Entzündungen, eine schlecht durchblutete, fahle Haut, all das sind Zeichen unseres Körpers, die signalisieren, dass Ungleichgewichte des Stoffwechsels vorliegen. Viele amerikanische Untersuchungen2,3,4 haben gerade in den vergangenen Jahren die Bedeutung der Aminosäuren für gesundes Haar und straffe Haut deutlich gemacht. Glutamin für eine straffe Haut Glutamin ist die am häufigsten vorkommende Aminosäure, die eigentlich vom Körper selbst gebildet wird, aber mit zunehmendem Alter nicht mehr ausreichend produziert wird. Glutamin ist sehr wichtig für die Proteinsynthese. Steht davon zu wenig zur Verfügung, holt

sich der Organismus Protein aus bestehender Muskelmasse und wandelt es in Glutamin und Energie um. Auf diese Weise gehen Muskelproteine verloren, Muskelstränge werden dünner, die gesamte Haut schlaffer! Man könnte fast wie bei Pflanzen sagen, dass man beim Altern austrocknet bzw. verdorrt. Glutamin ist in diesem Zusammenhang ein hervorragendes „Anti-Age“-Supplement und wird von einigen Wissenschaftlern nicht umsonst als „Jungbrunnen von innen“ bezeichnet.5 Carnitin ist für eine straffe Haut von Bedeutung, da es einen wichtigen Beitrag zur Fettverbrennung leistet Je mehr Carnitin zur Verfügung steht, desto schneller wird das Fett transportiert und desto mehr Fett kann als Energie verbraucht werden. Carnitin kann somit als „Fatburner“ einen wichtigen Beitrag bei der Kontrolle des Körpergewichtes leisten.

Es ist ein wichtiger Bestandteil von Fitness- und Wellnessprogrammen und hilft, einen Diäterfolg langfristig zu sichern.6 Wir altern auch durch zu saure Ernährung Übersäuerung zerstört Zellen und Gewebe, denn dadurch gerät der Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht. Ein Gleichgewicht ist allerdings zwingend notwendig für einen intakten Stoffwechsel, denn jedes Enzym und jedes Hormon hängt in seiner Wirkung vom pH-Wert ab. Der menschliche Organismus sorgt selbst dafür, dass der Säure-Basen-Haushalt ausgeglichen ist. Aminosäuren neutralisieren die sauren Stoffe. Im Laufe der Jahre nimmt die Verfügbarkeit der Aminosäuren aus der Nahrung allerdings ab. Die benötigten Aminosäuren werden dann aus eigenen Depots entnommen. Darunter leiden Muskelstränge, die gesamte Haut verliert an Spannkraft. So entstehen Gesichtsfalten, Haarausfall und Osteoporose. Kurzum: Wir altern!

Quellen 2 Zeibig, J., Karlic, H., Lohninger, A., Dumsgaard, R. & Smekal, G. (2005) Do Blood Cells Mimic Gene Expression Profile Alterations Known to Occur in Muscular Adaption in Enduranced Training? European Journal of Applied Physiologics, issue 95, (pp. 96-104) 3 Evangeliou, A. & Vlasso-poulos, D. (2003) Carnitine Metabolism and Deficit – When Supplementation is Necessary? Current Pharmaceutical Biotechnology, Volume 4, issue 3, (pp. 211-219) 4 Reda, E., D‘Iddio, S., Nicolai, R., Benatti, P. & Calvani, M. (2003) The Carnitine System and Body Composition Acta Diabetol, issue 40, (pp. 106-103) 5 Bowtell, J.L., Gelly, K.,Jackman, M.L., Patel, A., Simeoni, M., Rennie, M.J. (1999) Effect of oral glutamine on whole body carbohydrate storage during recovery from exhaustive exercise Journal Of Applied Physiology, Volume 86, issue 6, (pp. 1770-1777) 6 Wutzke, K.D. & Lorenz, H., (2004) The Effect of L-Carnitine on Fat Oxidation, Protein Turnover, and Body Composition in Slightly Overweight Subjects Metabolism, Volume 53, Issue 8, (pp. 1002-1006)

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Aminosäuren und ihre Bedeutung für Anti-Aging Glutamin reguliert den Säure-Basen-Haushalt Die wichtigste Aminosäure zur Regulierung des Säure-BasenHaushalts ist Glutamin. Diese Aminosäure kann in der Niere Ammoniak abspalten (bekannt als Glutaminase-Reaktion). Dieses Ammoniak wird dann mit je einem Proton (d. h. Säure) ausgeschieden. Bei diesem Vorgang wird also einerseits Säure ausgeschieden, andererseits Bicarbonat eingespart (dies wiederum ist bekannt als Carbamoylphosphat-Synthese). So kann der Organismus über das Gleichgewicht dieser beiden Stickstoffausscheidungssysteme die Protonenausscheidung und damit den Säure-BasenHaushalt regulieren.7 HAAR Cystein gegen Haarverlust Bei der Behandlung von Haarverlust ist auch eine Überprüfung der Ernährungsgewohnheiten sinnvoll. Am Gesamtproteingehalt der Haare und Nägel haben schwefelhaltige Aminosäuren einen ungewöhnlich hohen Anteil. Daher kommt der Aminosäure Cystein beim Aufbau des Haarwuchses besondere Aufmerksamkeit zu.

Bei einer Studie half Cystein in Verbindung mit B-Vitaminen den Probanden gegen Haarausfall.8 Im Jahr 2005 wurden im Rahmen eines Dermatologen-Kongresses in Florenz die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, an der Patienten mit Haarausfall teilnahmen. Ergebnis der Studie: Bei den Probanden, denen ein Kombipräparat aus Aminosäuren und dem VitaminB-Komplex verabreicht wurde, erhöhte sich die Anzahl der im Wachstum befindlichen Haare. 30 Patienten nahmen an der Studie teil. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Der einen Gruppe wurde eine Kombination aus der Aminosäure Cystein und den B-Vitaminen verabreicht, der anderen ein Placebo. Nach einem halben Jahr lag der Anteil der Haare, die sich in der Wachstumsphase befinden, bei der Cystein-Gruppe um rund 10% höher als in der PlaceboGruppe.9 Cystein kann darüber hinaus bei der Entgiftung des Körpersystems helfen, da es mit im Körper eingelagerten Schwermetallen, insbesondere Kupfer,

Verbindungen eingeht, die dann ausgeschieden werden. Cystein kann auch dazu beitragen, den Körper von anderen schädlichen und zerstörerischen Substanzen, die durch Rauchen und Alkoholkonsum entstehen, zu schützen.10 Arginin fördert den Haarwuchs Arginin ist als Vorläufermolekül des Stickoxids (NO) von entscheidender Bedeutung für das Haarwachstum. Die gefäßerweiternde Wirkung des Arginin begünstigt den Haarwuchs. Denn das vermehrte Stickoxid öffnet die Kalium-Kanäle und dies kann die Durchblutung der Haarwurzel verbessern und das Haarwachstum anregen.11 Ähnlich wie unsere Haut hat darüber hinaus auch unser Haar einen erheblichen Bedarf an dem Mineralstoff Zink. Als Immunwächter ist Selen für den Haarboden mindestens genauso wichtig wie für die Haut. Alle B-Vitamine sind unerlässlich für gesundes Haarwachstum. Eine der zahlreichen Mangelerscheinungen an einem oder mehreren dieser Vitamine ist Haarausfall und/oder brüchiges und glanzloses Haar.

Quellen 7 Curthoys, N. P. & Watford, M. (1995) Regulation of Glutaminase Activity and Glutamine Metabolism Annual Review of Nutrition, Volume 15, (pp. 133-159) 8 Swift, J. A. (1968) The electron histochemistry of cystine-containing proteins in thin transverse sections of human hair Journal Microscopy Society, Volume 88, issue 4, (pp. 449-460) 9 Alonso, L. & Fuchs, E. (2006) The hair cycle Journal of Cell Science, issue 119, (pp. 391-393) 10 Helen, A., Krishnakumar, K., Vijayammal, P.L. & Augusti, K.T. (2003) A Comparative Study of Antioxidants S-Allyl Cysteine Sulfoxide Pharmacology, Volume 67, issue 3, (pp. 113-117) 11 Wu, G.A.B., Meininger, C.J., Knabe, D.A., Baze, F.W.A. & Rhoads, J.M. (2000) Arginine nutrition in development, health and disease Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care, Volume 3, issue 1, (pp. 59-66)

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Aminosäuren und ihre Bedeutung für Schlaf, Stimmung und Leistungsfähigkeit Schlaf, Stimmung und Leistungsfähigkeit – diese Merkmale bedingen sich gegenseitig. Entstehen hier Defizite, kann ein wahrer Teufelskreis entstehen. Dann ist es u. a. wichtig, den Körper mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen, um damit die Rückkehr zu einem gesunden Gleichgewicht zu erleichtern. Neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Nahrungsergänzung verdeutlichen hierbei die hohe Bedeutung der Aminosäuren: Glutamin ist an einer Vielzahl von Stoffwechselvorgängen beteiligt. Es hat einen positiven Einfluss auf die Stimmungslage und stabilisiert unser Immunsystem.1 Glutamin wirkt beruhigend Glutamin ist die Vorläufersubstanz von GABA, der GammaAminobuttersäure. Diese ist ein Neurotransmitter im Gehirn, der auf die Nervenbahnen beruhigend wirkt. Glutamin steigert die Produktion von GABA und wirkt dadurch beruhigend und besonders bei Stress und Hektik konzentrationsfördernd.2

Glutamin wirkt Stress-Symptomen entgegen In vielen Studien3,4 konnte gezeigt werden, dass oxidativer Stress mit einer Glutaminverarmung einhergeht. Bei erhöhtem physischen und auch psychischen Stress (Burn-Out) kann es relativ schnell zu einer Verarmung des Glutaminpools kommen; dies führt zu einem Immundefizit und zu einer Störung der Darmmukosa („leaky gut syndrome“). Glutamin ist allgemein die wichtigste Quelle für Energie in den Zellen. Es trägt zur Synthese von Genbausteinen bei. Daher haben alle Körperzellen, die sich häufig teilen bzw. erneuern, einen hohen Bedarf an Glutamin. Das gilt besonders für die Zellen der Darmwände und die Leukozyten. Auf diese Weise kann Glutamin auch das Immunsystem stärken, das gilt vor allem bei starkem körperlichen Stress. Glutamin kann die Heilung von peptischem Ulkus (Magengeschwür oder Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm) beschleunigen. Es hilft bei der Behandlung und Verhütung von Dickdarmentzündungen.

Glutamin für eine gesunde Psyche Ein Mangel an Glutaminsäure zeigt sich bei vielen Patienten mit Erschöpfungszuständen, Hirnleistungsstörungen und chronischer Müdigkeit.3 Da psychisch bedingte Erkrankungen ständig zunehmen, wird die Aminosäuren-Diagnostik und -Therapie zukünftig eine vermehrte Bedeutung gewinnen. Nicht zuletzt, da Glutamin Depressionen entgegenwirken kann.5 Glutamin kann die Hirnleistung verbessern Ein Teil des im Plasma vorliegenden Glutamins wird im Gehirn in Glutaminsäure umgewandelt, die dort in erster Linie als Brennstoff dient. Sie hat aber außerdem die Fähigkeit, überschüssiges Ammoniak aufzunehmen. Durch die Entfernung dieses Zellgiftes wird eine Behinderung der Gehirnfunktion vermieden, die Konzentrationsfähigkeit gesteigert und das Lang- und Kurzzeitgedächtnis verbessert.6

Quellen 1 Young, L.S., Bye, R., Scheltinga, M., Ziegler T.R., Jacobs, D.O. & Wilmore, D.W. (1993) Patients Receiving Glutamine-Supplemented Intravenous Feedings Report an Improvement in Mood Journal of Parenteral and Enteral Nutrition, Volume 17, issue 5, (pp. 422-427) 2 Hertz, L., Kvamme, E., McGeer, E.G. & Schousboe, A. (1983) Glutamine, Glutamate, and Gaba in the Central Nervous System Alan R Liss Inc., New York 3 Bowtell, J.L., Gelly, K., Jackman, M.L., Patel, A., Simeoni, M., Rennie, M.J. (1999) Effect of oral glutamine on whole body carbohydrate storage during recovery from exhaustive exercise Journal Of Applied Physiology (pp. 1770-1777) 4 Welbourne, T.C. (1995) Increased plasma bicarbonate and growth hormone after an oral glutamine load The American Journal Of Clinical Nutrition, Volume 61, issue 5, (pp. 1058-1061) 5 Hasler, G., Van der Veen, J.W., Tumonis, T., Meyers, N., Shen, J. & Drevets, W.C. (2007) Reduced Prefrontal Glutamate/Glutamine and -Aminobutyric Acid Levels in Major Depression Determined Using Proton Magnetic Resonance Spectroscopy Archives of General Psychiatry, Volume 64, issue 2, (pp. 193-200) 6 Arwert, L.I., Deijen, J.B. & Drent, M.L. (2003) Effects of an oral mixture containing glycine, glutamine and niacin on memory, GH and IGF-I secretion in middle-aged and elderly subjects Nutritional Neuroscience, Volume 6, issue 5, (pp. 269-275)

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Aminosäuren und ihre Bedeutung für Schlaf, Stimmung und Leistungsfähigkeit Ornithin und Arginin ermöglichen eine gute Nachtruhe Auch Ornithin und Arginin tragen zur Entgiftung von Ammoniak bei und sind Teil des Harnstoffzyklus. Wissenschaftler argumentieren, dass Schlaflosigkeit vor allem auf der Toxizität von Ammoniak für das Gehirn beruht. Die Einnahme von Ornithin und Arginin ermöglicht deshalb eine gute Nachtruhe. Es kann dauerhaft eingenommen werden, ohne schädlich zu sein oder abhängig zu machen.7 Die Aminosäuren Arginin und Ornithin sind eng verwandt, beide können im Körper leicht ineinander umgewandelt werden. Sie können dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken und die Bildung von weißen Blutzellen anzuregen. Sie können weiter die Leber vor den Schäden durch Medikamente und Chemikalien schützen und ihre Regeneration anregen. Glycin senkt die Nervosität und verbessert den Schlaf. Es ist ein abschwächender Neurotransmitter im Gehirn und im Rückenmark, der hyperaktive Nervenaktivität dämpfen kann. Glycin-Supplementierung kann beruhigende Wirkung haben.8

Carnitin wirkt vielen Alterungssymptomen entgegen Der Melatonin-Spiegel von Tieren, die mit Carnitin behandelt wurden, stieg deutlich an. Melatonin, das von der Zirbeldrüse im Tiefschlaf produziert wird und eines der Hauptregenerations-Hormone (neben dem Wachstumshormon) und ein hochpotentes Antioxidans ist, wird leider von der alternden, zunehmend verkalkenden Zirbeldrüse immer weniger produziert.9 Wenn also Carnitin hier eine Umkehr bewirkt, dann ist dies möglicherweise besser als Melatonin direkt einzunehmen.10 Carnitin scheint auch ein weites Anwendungsgebiet für die Verbesserung des Gedächtnisses und anderer kognitiver Funktionen (wie z. B. Konzentrationsfähigkeit) zu haben. Es eignet sich zur Vorbeugung von Demenzerscheinungen. Carnitin fördert die Gehirnfunktionen Einige der günstigen Einflüsse von Carnitin im Gehirn sind: erhöhte Wachheit, verbessertes Lernen und Gedächtnis, verminderte Vergesslichkeit, verbes-

serte geistige Fähigkeiten und ein gutes Langzeitgedächtnis. Auch Stimmungsaufhellung und verbesserte Konzentrationsfähigkeit treten auf.11 Carnitin wirkt dem BurnOut-Syndrom entgegen Stress, intensive Lebensweise, Schlafstörungen, psychische Belastungen u. a. können die Ursachen für Ermüdung, Erschöpfung und Abgeschlagenheit sein. Wissenschaftliche Forschungsergebnisse haben ergeben, dass Menschen mit einem Burn-Out-Syndrom oder einem chronischen Erschöpfungssyndrom niedrige Carnitin-Konzentrationen im Plasma aufweisen. Da Carnitin vielfache Funktionen erfüllt, um Zellen anhaltend mit Energie zu versorgen, wurde beobachtet, dass sich das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit von belasteten Menschen durch die Gabe von Carnitin verbessert. Belastungen, ob physischer oder psychischer Natur, werden besser und länger verkraftet.7

Quellen 7 Lavie, L., Hafetz, A., Luboshitzky, R. & Lavie, P. (2003) Plasma levels of nitric oxide and L-arginine in sleep apnea patients Journal of Molecular Neuroscience, Volume 21, issue 1, (pp. 57-63) 8 Yamadera, W., Inagawa, K., Chiba, S., Bannai, Takahashi, M. & Nakayama, K. (2007) Glycine ingestion improves subjective sleep quality in human volunteers, correlating with polysomnographic changes Sleep and Biological Rhythms, Volume 5, issue 2, (pp. 126-131) 9 Rudman, D., Feller, A.G., Nagraj, H.S., Gergans, G.A., Lalitha, P.Y., Goldberg, A.F., Schlenker, R.A., Cohn, L., Rudman, I.W. & Mattson, D.E. (1990) Effects of human growth hormone The New England Journal Of Medicine, Volume 323, issue 1, (pp. 1-6) 10 Evangeliou, A. & Vlassopoulos, D. (2003) Carnitine Metabolism and Deficit – When Supplementation is Necessary? Current Pharmaceutical Biotechnology (pp. 211-219) 11 Aureli, T., Miccheli, A., Ricciolini, R., Di Cocco, M.E., Ramacci, M.T., Angelucci, L., Ghirardi, O. & Conti, F. (1990) Aging brain: effect of acetyl-L-carnitine treatment on brain energy and phospholipid metabolism Brain Research, Volume 526, issue 1, (pp. 108-212)

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Carnitin stärkt das Immunsystem und verbessert die Stressresistenz Es überrascht daher nicht, dass mit Carnitin Erfolge bei der Behandlung einer Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen, an denen das Immun- und das Nervensystem entscheidend beteiligt sind, erzielt werden konnten. Außerdem ergeben die durch Carnitin verursachten stabilisierenden und stimulierenden Effekte auf die gesamte Immunabwehr in Verbindung mit den gleichzeitigen neurologischen Wirkungen über ein Netzwerk psychoneuroimmunologischer Prozesse eine Verbesserung der Stressresistenz.12 Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin B6 erhalten in Verbindung mit Aminosäuren die geistige Leistungsfähigkeit Wissenschaftler haben aktuelle Hinweise gefunden, dass Senioren mit erhöhtem Homocysteinspiegel schwächere kognitive Fähigkeiten aufweisen als Gleichaltrige mit niedrigerem Homocysteinspiegel.

Im Normalfall bauen Enzyme das Homocystein zu unschädlichen Verbindungen ab. Da diese Enzyme abhängig von den B-Vitaminen und Folsäure sind, ist ein hoher Homocysteinspiegel auch Folge einer unzureichenden Versorgung mit Vitaminen und Aminosäuren.13 Wissenschaftler der Universität Bologna untersuchten die Fähigkeiten von 650 Senioren, die 65 Jahre oder älter waren, hinsichtlich Wahrnehmung, Denken, Erkennen und Erinnern. Die Einordnung erfolgte aufgrund eines wissenschaftlich anerkannten Tests zur Beurteilung kognitiver Fähigkeiten. Es zeigte sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen erhöhten Homocysteinspiegeln und schlechteren Testergebnissen, und mit steigendem Bluthomocystein sanken auch die Testerfolge immer mehr ab.14

vitaminzerstörende Zubereitung führen zu hohen Verlusten in den Lebensmitteln. So kann der Folsäuregehalt einzelner Lebensmittel bei einer falschen Zubereitung um bis zu 90% absinken. Die Ernährungsexperten von der Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention empfehlen deswegen nicht nur Senioren, Folsäure in Kombination mit Vitamin B6 und Vitamin B12 zusätzlich zur Nahrung in Form von Nahrungsergänzungspräparaten zuzuführen. In den anzuwendenden Dosierungen seien solche Präparate ohne Risiko, aber von hohem Nutzen.

Reich an B-Vitaminen sind vor allem grüne Blattgemüse. Doch eine ausreichende Zufuhr ausschließlich über Lebensmittel ist aufgrund der Sauerstoff- und Hitzeempfindlichkeit der Vitamine außerordentlich schwierig: Falsche Lagerung, lange Transportwege oder eine

Quellen 12 Löster, H. & Böhm, U. (2000) L-carnitine reduces malondialdehyde concentrations in dependence on perfusion conditions Molecular and Cellular Biochemistry, issue 217, (pp. 83-90) 13 Hoffmann, A.M. (2008) Die Bedeutung von sportlicher Aktivität für den Gesundheits- und Fitnesszustand von Seniorinnen und Senioren unter besonderer Berücksichtigung des Aminosäure- und Homocysteinstoffwechsels Universität Paderborn 14 Giovanni, R., Forti, P., Maioli, F., Muscari, A., Sacchetti, L., Arnone, G., Nativio, V., Talerico, T. & Mariani, E. (2003) Homocysteine and cognitive function in healthy elderly community dwellers in Italy American Journal of Clinical Nutrition, Volume 77, issue 3, (pp. 668-673)

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Aminosäuren und ihre Bedeutung für Potenz und Libido Die gezielte Zufuhr einzelner Aminosäuren kann Funktionen des Organismus erleichtern und fördern, die mit Potenz und sexueller Leistungsfähigkeit zu tun haben.1 Arginin und Ornithin sind in diesem Zusammenhang die entscheidenden Aminosäuren. Als Vorläufermolekül des Stickoxids, eines Moleküls, dessen weit reichende und erstaunliche Wirkungen im Organismus erst vor kurzem entdeckt wurden (wofür 1998 ein Nobelpreis verliehen wurde2), haben sie erstaunliche Wirkungen im menschlichen Körper. Wird Arginin vermehrt zugeführt, so steigt der Stickoxid-Spiegel im Blut an. Die Folge ist u. a. eine Entspannung der Blutgefäßwände und damit eine Durchblutungsverbesserung ganz allgemein, auch des Penis.3

Die förderliche Wirkung der Aminosäure Arginin in Sachen Sex ist zwar schon länger bekannt, wurde jedoch erst im Zusammenhang mit der Diskussion um einschlägig bekannte Potenzpillen in den Vordergrund gerückt. Es wirkt nämlich ähnlich, ist allerdings preiswerter und weitgehend frei von Nebenwirkungen.4 Arginin erhöht die Nitritoxide und fördert damit die arterielle Elastizität, es kann somit blutdrucksenkend wirken und fördert die Erektionsfähigkeit.5 Im Unterschied zu den bekannten chemischen Potenzpillen wirkt Arginin nicht sofort – der Effekt auf die Potenz stellt sich nach einigen Tagen ein. Dafür ergeben sich aus der Einnahme von Arginin keine Gefahren.4

Die Effekte von Arginin sind sehr vielfältig und lohnend: • verbesserte Erektionskraft durch Stickstoffretention6 • verbesserte Durchblutung durch Gefäßwandentspannung7 • Reduzierung von erhöhtem Blutdruck (und damit eine erwägenswerte Alternative zu impotenzfördernden Betablockern und Calciumantagonisten)8 Ornithin wird im Organismus zu Arginin abgebaut. Weil es im Körper aber langsamer abgebaut wird, hält der Effekt auch entsprechend länger an. Damit ist Ornithin die perfekte Ergänzung zu Arginin.

Quellen 1 Williams, J.Z., Abumrad, N. & Barbul, A. (2002) Effect of a Specialized Amino Acid Mixture on Human Collagen Deposition Annals of Surgery, Volume 236, issue 3, (pp. 369 – 375) 2 Furchgott, R.F., Ignarro, L.J. & Murad, F. (1998) Für ihre Arbeiten über die Rolle von Stickoxid als Signalstoff im Herz-Kreislauf-System Medizin-Nobelpreis 3 Chen, I., Wollman, Y., Chernichovsky, T., Iaina, A., Sofer, M., & Matzkin, H. (2001) Effect of oral administration of high-dose nitric oxide donor l-arginine in men with organic erectile dysfunction: results of a double-blind, randomized, placebo-controlled study BJU International, Volume 83, issue 3, (pp. 269-273) 4 Wolf, A., Zalpour, C., Theilmeier, G., Wang, B.Y., Ma, A., Anderson, B., Tsao, P.S. & Cooke, J.P. (1996) Dietary L-Arginine Supplementation Normalizes Platelet Aggregation in Hypercholesterolemic Humans Clinical Studies, The American College of Cardiology 5 Jung, H.C., Mun, K.H., Park, T.C., Lee, Y.C., Park, J.M., Huh, K., Seongh, D.H. & Suh, J.K. (1997) Role of nitric oxide in penile erection Yonsei Medical Journal, Volume 38, issue 5, (pp. 261-269) 6 Moody, J.A., Vernet, D., Laidlaw, S., Rajfer, J. & Gonzalez-Cadavid, F. (1997) Effects of long-term oral administration of L-arginine on the erectile response The Journal of Urology, Volume 158 (pp. 942-947) 7 Chauhan, A., More, R.S., Mullins, P.A., Taylor, G., Petch, M.C. & Schofield, P.M. (1996) Aging-Associated Endothelial Dysfunction in Humans Is Reversed by L-Arginine Journal of American College of Cardiology, Volume 28, issue 7, (pp. 1796-1804) 8 Palloshi, A., Fragasso, G., Piatti, P., Monti, L.D., Setola, E., Valsecchi, G., Galuccio, E., Chierchia, S.L. & Margonato, A. (2004) Effect of Oral L-arginine on Blood Pressure and Symptoms and Endothelial Function in Patients With Systemic Hypertension, Positive Exercise Tests, and Normal Coronary Arteries The American Journal of Cardiology, Volume 93 (pp. 933-935)

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Arginin und Ornithin werden im gesunden erwachsenen Körper in der Regel selbst produziert und sind dann in ausreichendem Maße vorhanden. Ist die Produktion dieser Aminosäuren gestört, durch krankhafte Veränderungen oder stressbedingte Faktoren, so sollten Sie verstärkt arginin- und ornithinhaltige Lebensmittel zu sich nehmen.9 Diese Aminosäuren sind in Fisch, Fleisch, Milcheiweißprodukten, Nüssen, Reis, Soja und Weizen zu finden. Arginin und Ornithin werden aber auch in Tabletten-, Pulver- oder sogar Kapselform angeboten. Besonders effektiv sind hier Kombinations-Produkte, denen noch andere Nährstoffe wie Zink, Vitamin B und/oder Biotin zugesetzt wurden.

Arginin – für ein aktives Liebesleben Pharmakologen an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben die Wirkung bei Patienten mit Erektionsstörungen untersucht. „Nach ersten Auswertungen zeichnen sich positive Effekte ab”, sagt Studienleiter Prof. Dirk Stichtenoth vom Institut für klinische Pharmakologie. 70 Teilnehmer erhielten vier Wochen täglich Arginin und anschließend vier weitere Wochen Placebos. Die Studienergebnisse sind zur Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift eingereicht. „Es gibt bisher keine Medikamente mit Arginin, die zur Behandlung von Erektionsstörungen zugelassen sind. Dazu wären weitere Studien nötig. Bisher gibt es Arginin jedoch als Nahrungsergänzungsmittel”, sagt der Pharmakologe.10

Quellen 9 Wu, G.A.B., Meininger, C.J., Knabe, D.A., Baze, F.W.A. & Rhoads, J.M. (2000) Arginine nutrition in development, health and disease Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care, Volume 3, issue 1, (pp. 59-66) 10 Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) (2008) Hauptsache Gesund Informationsmaterial vom 10.04.2008

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Aminosäuren und ihre Bedeutung für Arthrose und Osteoporose Glycin verbessert die Symptome bei Knochenerkrankungen Die Aminosäure Glycin kann der Organismus zwar selbst aus Fisch, Fleisch oder Milch produzieren, allerdings gelingt dies in vielen Fällen nicht in ausreichender Form. Folge können dann z. B. Knochen- und Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Osteoporose sein. Spanische Wissenschaftler1 verabreichten 600 Teilnehmern (im Alter zwischen vier und 85 Jahren) einer Studie Glycin als Nahrungsergänzung. Alle Probanden litten an Knochenerkrankungen. In allen 600 Fällen konnten die Symptome deutlich verbessert werden. Glycin lindert den Gelenkschmerz Arthrose geht meistens einher mit Knochen- und Gelenkschmerzen. Aus diesem Grund nehmen Betroffene sehr häu-

fig Schmerzmittel ein, welche zumindest bei langfristigem Gebrauch nicht frei von möglichen Nebenwirkungen sein können. Laut Studien der o. g. Wissenschaftler aus Spanien kann in dieser Situation vor allem die Aminosäure Glycin als Nahrungsergänzung hilfreich sein. Sie behandelte 300 Arthroseund Osteoporosepatienten 16 Wochen lang täglich mit 1.000 mg Glycin. Darunter auch eine Kontrollgruppe, die kein Glycin erhielt. Das Ergebnis dieser Studie spricht eindeutig für Glycin als Nahrungsergänzung: • Um 55% reduzierte sich der Verbrauch an Schmerzmitteln bei den Teilnehmern der Glycin-Gruppe • 70% der Teilnehmer aus der Glycin-Gruppe stellten eine stark verminderte Schmerzintensität fest

Arginin unterstützt den Knochenaufbau Arginin ist an der Kollagenbildung beteiligt und unterstützt das Wachstum der Osteoblasten.2 Diese sind für die Knochenbildung verantwortlich. Vor allem ältere Frauen können bei einem Mangel an Arginin an Osteoporose erkranken. Dies ist das Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2002.3 Für den Knorpelstoffwechsel sind auch schwefelhaltige Aminosäuren wie Cystein von Bedeutung. Schwefel ist einer der wichtigsten Bestandteile der Knorpel. Eine ausreichende Versorgung mit Cystein ist somit überaus wichtig.4

Quellen 1 de Paz Lugo, P. (2006) Estimulación de la Síntesis de Colágeno en Cultivos Celulares - Posible Tratamiento de Enfermedades Degenarativas Medianta la Dieta Editorial de la Univsersidad de Granada, Granada 2 Williams, J.Z., Abumrad, N. & Barbul, A. (2002) Effect of a Specialized Amino Acid Mixture on Human Collagen Deposition Annals of Surgery, Volume 236, issue 3, (pp. 369 – 375) 3 Ammann, Laib, Bonjour et al. (2002) Dietary essential aminoacid supplements increase the bone strength by influencing bone mass & bone microarchitecture in an isocaloric low-protein diet Bone Mineral Research 2002 4 Ahmed, H.H., Ei-Aziem, S.H.A., Abdel-Wahhab, M.A. (2008) Potential role of cysteine and methionine in the protection against hormonal imbalance and mutagenicity induced by furazolidone Toxicology, Volume 243, issue 1-2, (pp. 31-42)

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Gelatine enthält Aminosäuren, die für den Knorpelaufbau wichtig sind Gelatine wird aus der Haut von Rindern oder auch aus Schweineschwarten gewonnen. Die Aminosäuren im Kollagen der menschlichen Knorpelzellen sind denen des Gelatine-Kollagens extrem ähnlich.5 Bei einer Arthrose geht größtenteils Kollagen verloren. Deshalb ist es sinnvoll, einem Gelenk dieses Kollagen wieder zuzuführen. Es ist nachgewiesen, dass die Gelatine, die wir mit der Nahrung oder als Nahrungsergänzung aufnehmen, auch tatsächlich in die Gelenksubstanz gelangt. Gelatine ist häufig in großen Mengen in den Kapselhüllen bei Nahrungsergänzungsmitteln enthalten.

Neben den Aminosäuren sind auch einige Vitamine und Mineralstoffe für die Gelenke von Bedeutung. Vitamin C ist an der körpereigenen CortisonSynthese beteiligt. Dies wird bei Gelenkentzündungen vermehrt gebildet und ist für die Regeneration der Knorpelsubstanz von Bedeutung. Zink ist notwendig für den antioxidativen Gelenk-Schutz. Vitamin B6 und Magnesium sind wichtige Gelenknährstoffe, da sie einen effektiven Schutz vor Freien Radikalen bieten, welche den Verschleiß der Gelenkknorpel fördern und somit Gelenkprobleme mitverantworten.

Quelle 5 Harrington, W.F. & von Hippel, P. (1961) The structure of collagen and gelatin Advanced Protein Chemistry, issue 16, (pp. 1-138)

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Aminosäuren und ihre Bedeutung für Fettverbrennung Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente haben beim Abnehmen eine große Bedeutung. Ob wir immer mehr Fett ansetzen oder schlank bleiben wird im Wesentlichen von den Hormonen bestimmt. Und hier liegt auch der Schlüssel zum Abnehmen: Durch eine gezielte Zufuhr bestimmter Aminosäuren regen wir den Organismus an, ausreichend schlank machende Hormone zu produzieren. Stets natürlich und im Einklang mit den körperlichen Bedürfnissen. Ein wichtiges schlank machendes Hormon ist das Wachstumshormon (STH). Dieses Hormon wird im Schlaf produziert; es steigert die Eiweißsynthese und fördert den Fettabbau. Übergewichtige zeigen charakteristischerweise erniedrigte STH-Konzentrationen, was eine Gewichtsreduzierung oftmals erschwert.1 Wachstumshormon ist leider teuer (ca. 500–800 Euro für eine Monatsration) und die Injektion erfordert sehr kompetente ärztliche Überwachung.

Ungefährlicher ist es deshalb, die natürliche, körpereigene Ausschüttung dieses Hormons anzuregen. Gewisse Aminosäuren haben gezeigt, genau dies in vielen Fällen zu bewirken, wenn sie zur Nacht auf nüchternen Magen in ausreichender Menge eingenommen werden.2 Die Aminosäuren mit diesen Fähigkeiten sind: • Arginin3 • Glutamin4 • Glycin5 Für die Synthese des Wachstumshormons sind außerdem Vitamin B6, Vitamin B12 und Zink erforderlich. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Fettleibigkeit ein CarnitinMangel vorliegen kann. Dann könnte eine CarnitinSubstitution (Nahrungsergänzung) sicherlich sinnvoll sein. Carnitin ist ein Biocarrier (Transportstoff), der in der Leber – sowie als Vorstufe in der Niere – aus den beiden essentiellen Aminosäuren Lysin und

Methionin synthetisiert wird. Es fungiert als Carrier-Molekül beim Transport langkettiger Fettsäuren durch die innere Mitochondrienmembran. Langkettige Fettsäuren können die Membran nur durch eine Veresterung mit Carnitin passieren, während mittel- und kurzkettige Fettsäuren diese auch ohne diesen Carrier (Transportmolekül) durchdringen.6 Carnitin als Fatburner Carnitin holt die Fettsäuren schneller heran und wirft sie in den Ofen des Stoffwechsels.7 Die Folge: Der Organismus baut Fett ab (statt es zu lagern). Wegen seiner Fett verbrennenden Wirkung wird diese Substanz auch zur Gewichtsreduktion eingesetzt und gerne als „Fatburner“ bezeichnet. Die Bildung von Carnitin findet in fünf Syntheseschritten statt, unter Beteiligung der essentiellen Co-Faktoren Vitamin B6, Vitamin B12, Niacin, Folsäure. Ein Mangel eines einzigen dieser Stoffe kann zu einer eingeschränkten Biosynthese führen.

Quellen 1 Rudman, D., Feller, A.G., Cohn, L., Shetty, K.R., Rudman, I.W. & Draper, M.W. (1991) Effects of human growth hormone on body composition Hormone research, Volume 36 supplement 1, (pp. 73-81) 2 Williams, J.Z., Abumrad, N. & Barbul, A. (2002) Effect of a Specialized Amino Acid Mixture on Human Collagen Deposition Annals of Surgery, Volume 236, issue 3, (pp. 369 – 375) 3 Merimee, T.J., Lillicrap, D.A. & Rabinowitz, D. (1965) Effect of arginine on serum-levels of human growth-hormone Lancet, Volume 2, issue 7414, (pp. 668-670) 4 Welbourne, T.C. (1995) Increased plasma bicarbonate and growth hormone after an oral glutamine load The American Journal Of Clinical Nutrition, Volume 61, issue 5, (pp. 1058-1061) 5 Kasai, K., Kobayashi, M. & Shimoda, S.I. (1978) Stimulatory effect of glycine on human growth hormone secretion Metabolism, Clinical and Experimental, Volume 27, issue 2, (pp. 201-208) 6 Evangeliou, A. & Vlassopoulos, D. (2003) Carnitine Metabolism and Deficit – When Supplementation is Necessary? Current Pharmaceutical Biotechnology (pp. 211-219) 7 Müller, D.M., Seim, H., Kiess, W., Löster, H. & Richter, T. (2002) Effects of Oral l-Carnitine Supplementation on In Vivo Long-Chain Fatty Acid Oxidation in Healthy Adults Metabolism, Vol. 51, issue 11, (pp. 1389-1391)

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An der Universität Leipzig wurde ein Studiendesign vorgeschlagen, um den Einfluss von Carnitin auf die Fettverbrennung des Menschen direkt zu messen. Die Ergebnisse dieser Studie wurden inzwischen von der Universität Rostock bestätigt:

Das Institut für Sportmedizin der Universität Leipzig schreibt: Voraussetzung für eine hohe Wirksamkeit des Carnitins ist eine erhöhte Fettsäurebereitstellung. Dies kann nur durch eine Steigerung der sportlichen Aktivitäten oder die Zufuhr von Coffein erfolgen.10

Es zeigt sich eindeutig, dass Carnitin die Fettverbrennung des Körpers in bestimmten Zellen steigern kann.

Glutamin wirkt der Fettspeicherung entgegen Glutamin kann in den Nieren in Glucose umgewandelt werden, und zwar ohne die Glukagonund Insulinwerte zu beeinflussen. Somit trägt es gleichfalls zu einer Energiegewinnung bei, die die durch das Insulin hervorgerufene Fetteinlagerung zu umgehen in der Lage ist.11

Darüber hinaus gibt es Arbeiten von zwei Wissenschaftlern aus Genf und den USA, die erstmalig belegen, dass eine Gabe von Carnitin auch die Mobilisation von Fettsäuren aus den Adipozyten (Fettzellen) steigert und die Verbrennung von Fettsäuren in den Adipozyten erhöht.8 Es existieren ferner ausreichend Daten an sieben Tiermodellen, die alle eindeutig belegen, dass eine Carnitin Supplementation während einer kalorienreduzierten Diät zu einer signifikanten Abnahme des Körperfettgehaltes gegenüber Placebo führt, wobei es gleichzeitig zu einer Zunahme der fettfreien Muskelmasse kommt.9

Von Bedeutung ist neben den Aminosäuren auch der komplette Vitamin-B-Komplex. So wird Vitamin B6 benötigt, um Proteine herzustellen. Ohne dieses Vitamin ist der Stoffwechsel der Aminosäuren Glutamin, Glycin, Arginin und Carnitin gestört. Zink ist ein Enzymspender für den Bau vieler Hormone wie z. B. Wachstumshormon, Schilddrüsenhormon, Sexualhormon etc. Bei Zinkmangel besteht eine Hypoglykomieneigung mit Folge einer vermehrten Insulinausschüttung und dadurch Neigung zur Fettansetzung. Außerdem wirkt Zink regulierend auf das Appetitzentrum im Gehirn.

Es wirkt, wie auch Untersuchungen an Mäusen bewiesen haben, der Nahrungsfettspeicherung entgegen, hilft folglich bei der Regulierung des Körpergewichts. In einer Studie wurde gezeigt, dass eine zusätzliche Gabe von Glutamin bei einer stark fetthaltigen Ernährung eine Fettreduktion nach sich zog. Darüber hinaus kann Glutamin das Verlangen nach Zucker und Alkohol vermindern.12

Quellen 8 Wutzke, K.D. & Lorenz, H. (2004) The Effect of l-Carnitine on Fat Oxidation, Protein Turnover, and Body Composition in Slightly Overweight Subjects Metabolism, Vol. 53, issue 8, (pp. 1002-1006) 9 Reda, E., D‘Iddio, S., Nicolai, R., Benatti, P. & Calvani, M. (2003) The Carnitine System and Body Composition Acta Diabetol, issue 40, (pp. 106-113) 10 Luppa, D. (2004) Beteiligung von L-Carnitin an der Regulation des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels Klinische Sportmedizin/ Clinical Sports Medicine, Volume 5, issue 1, (pp. 25-34) 11 Prada, P.O., Hirabara, S.M., de Souza, C.T., Schenka, A.A., Zecchin,H.G., Vassallo, J., Velloso, L.A., Carneiro, E., Carvalheira, J.B., Curi, R. & Saad, M.J. (2007) L-glutamine supplementation induces insulin resistance in adipose tissue and improves insulin signalling in liver and muscle with diet-induced obesity Diabetologia, Volume 50, issue 9, (pp. 149-159) 12 Bowtell, J.L., Gelly, K., Jackman, M.L., Patel, A., Simeoni, M. & Rennie, M.J. (1999) Effect of oral glutamine on whole body carbohydrate storage during recovery from exhaustive exercise Journal Of Applied Physiology, Volume 86, issue 6, (pp. 1770-1777)

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Aminosäuren und ihre Bedeutung für Diabetes Arginin kann den Insulinwiderstand verringern Insulin ist ein wichtiges Molekül, ohne das wir nicht leben können. Je älter wir werden, desto schwieriger wird es, das Insulinmolekül effektiv einzusetzen. Das Problem ist als so genannter Insulinwiderstand im voranschreitenden Alterungsprozess bekannt. Aber wir können hier dank unseres heutigen Wissens durchaus eine Verbesserung bewirken. Arginin kann den Insulinwiderstand verringern, was wiederum bedeutet, dass die Insulinsensibilität erhöht werden kann.1 Beim Insulinwiderstand bleibt das Insulin vor den Zellen, weil es von bestimmten Rezeptoren nicht erkannt wird. Und so kann die Glukose, unser Energiespender für die Zellen, nicht verbrannt werden. Je öfter das passiert, um so stärker werden schließlich die Zellen in ihrer Funktion beeinträchtigt und sterben schlimmstenfalls sogar ab. Folge von Insulinwiderstand ist dann Altersdiabetes, der Diabetes mellitus, Typ 2. Diese Krankheitsform, eine chronische Stoffwechselkrankheit, wird auch als nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus bezeichnet. Im Gegensatz zum Diabetes mellitus Typ 1 ist die

Ursache des Problems kein Insulinmangel. Oft ist sogar noch das Gegenteil der Fall, d. h. es ist sogar zu viel Insulin vorhanden, aber der Körper besitzt keine ausreichende Sensibilität für das Insulin. Die Folge ist 1. zu wenig Glukose in den Zellen und 2. zu viel Glukose im Blut, wo ein Zuviel schnell großen Schaden anrichten kann. So wie viele der hochwirksamen biologischen Substanzen verlangt auch Glukose ein fein ausbalanciertes System, um unserer Gesundheit optimal dienlich sein zu können.2 Arginin kann die Insulinsensibilität erhöhen Eine Gruppe von Wissenschaftlern in Italien und England veröffentlichte kürzlich Ergebnisse einer Studie, die zeigen, dass die Insulinsensibilität durch den Neurotransmitter Stickstoffoxid, ausgelöst durch Zugabe seiner Vorstufe, nämlich Arginin, wesentlich erhöht werden kann. Untersucht wurden zwölf erwachsene Typ-2Diabetes-Patienten mit einem Durchschnittsalter von 58 Jahren (acht Männer und vier Frauen) und einer für diese Patienten typischen Diät. Für den Zeitraum von einem Monat wurden die Patienten unter ihrer für Diabetes-Pati-

enten normalen Diät beobachtet und anschließend in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt über zwei Monate die zuvor genannte normale Diät für Diabetes-Patienten mit zusätzlicher Placebogabe (dreimal täglich oral). Die zweite Gruppe wurde im Zeitraum von einem Monat genauso wie die erste Gruppe versorgt. Im zweiten Monat erhielt diese Gruppe dann Arginin (natürlich ohne davon zu wissen). Die Insulinsensibilität der Patienten wurde regelmäßig durch standardisierte Insulininfusion unter sorgfältig kontrollierten Umständen untersucht. Gleichzeitig wurden zehn weitere gesunde Personen einer identischen Infusion unterzogen, um weitere Vergleiche zu ermöglichen. Testergebnisse bestätigen die positiven Effekte des Arginins Das wichtigste Ergebnis dieser Untersuchung war eine Verbesserung der Insulinsensibilität durch die genannten Arginingaben um 34% innerhalb der zweiten Gruppe gegenüber 4% in der Kontrollgruppe (die erste Gruppe). Bei der Arginingruppe konnte des Weiteren eine bemerkenswerte Erweiterung der Blutgefäße beobachtet werden, was zu einer Blutdrucksenkung

Quellen 1 Krishna Mohan, I. & Das, U.N. (1998) Effect of l-arginine–nitric oxide system on chemical-induced diabetes mellitus Free Radical Biology and Medicine, Volume 25, issue 7, (pp. 757-765) 2 Wu, G.A.B., Meininger, C.J., Knabe, D.A., Baze, F.W.A. & Rhoads, J.M. (2000) Arginine nutrition in development, health and disease Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care, Volume 3, issue 1, (pp. 59-66)

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und verstärktem Blutstrom führt. Und tatsächlich zeigten die Untersuchungsergebnisse eine bemerkenswerte Abnahme des systolischen Blutdruckes (der erste, höhere Wert bei einer Blutdruckmessung), wobei gleichzeitig ein erhöhter Blutfluss im Unterarm der mit Arginin behandelten Patienten festgestellt werden konnte.3 Carnitin wird begeleitend zur Diabetes-Therapie empfohlen In einer Studie aus dem Jahr 2007 wurde festgestellt, dass L-Carnitin als Nahrungsergänzung zusätzlich zur DiabetesTherapie die Insulinresistenz vermindern konnte.4 Darüber hinaus wurde in einer Studie aus dem Jahr 2009 festgestellt, dass Carnitin als Nahrungsergänzung den LDL-Cholesterinwert bei Diabetikern verringern konnte.5 Carnitin wirkt Herz-Kreislauf- Erkrankungen sowie Augen- und Nierenschäden entgegen Carnitin schützt Zellen ähnlich wie Vitamin C oder Zink vor oxidativem Stress. Oxidativer Stress wird verursacht durch freie Radikale, die im Organismus bei verschiedenen Stoff-

wechselwegen entstehen, aber auch durch Umweltbelastungen, Rauchen und UV-Strahlung. Werden sie nicht abgefangen, so schädigen sie Moleküle und Strukturen des Organismus, vor allem ungesättigte Fettsäuren in Zellmembranen, Eiweiße, Zellrezeptoren, aber auch Erbgut. Freie Radikale sind wichtige Auslöser von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-, Nieren- und Augenerkrankungen, da der erhöhte Blutzucker die kleinen Blutgefäße zerstört. Oxidativer Stress treibt diese Schädigungen weiter voran. Carnitin kann freie Radikale unschädlich machen und so Herz, Nieren und Augen schützen.6 Eine aktuelle Studie belegt, dass Carnitin die Plasmakonzentration von Lipoprotein A signifikant senkt Die Konzentration des Lipoprotein A im Plasma ist ein Hinweis auf das Risiko, eine koronare Herzkrankheit oder Durchblutungsstörung zu erleiden. Im Rahmen einer Studie wurden 94 Patienten, bei denen kurz zuvor ein Diabetes mellitus Typ 2 diagnostiziert worden war und die gleichzeitig erhöhte Blutfett-

werte aufwiesen, in zwei Gruppen eingeteilt. Die Therapie des Diabetes erfolgte während der sechsmonatigen Studie ausschließlich diätetisch. Während die Interventionsgruppe täglich ein Gramm Carnitin in Tablettenform erhielt, bekamen die Probanden der zweiten Gruppe ein Placebo. Sowohl nach drei als auch nach sechs Monaten zeigte sich bei den Probanden der Interventionsgruppe eine deutliche Reduktion der Plasmakonzentration des Lipoprotein A. Auch wenn es sich bei der vorliegenden Untersuchung nur um eine Vorstudie handelt, zeigt sich doch bereits eine deutliche Tendenz für die schützenden Eigenschaften des Carnitins.7 Zink ist verantwortlich für eine ökonomische Insulinfreisetzung Das essenzielle Spurenelement Zink ist an der Insulinspeicherung beteiligt. Zink ist Bestandteil des Insulins und auch für dessen Wirkung an der Zelle erforderlich. Die Zinkzufuhr in Deutschland ist suboptimal und liegt unterhalb der empfohlenen Aufnahmemenge von 12–15 mg täglich.

Quellen 3 Piatti, P.M., Monti, L.D., Valsecchi, G., Magni, F., Setola, E., Marchesi, F., Galli-Kienle, M., Pozza, G. & Alberti, K.G.M.M. (2001) Long-term oral L-arginine administration improves peripheral and hepatic insulin sensitivity in type 2 diabetic patients Diabetes Care, Volume 24, issue 5, (pp. 875-880) 4 Diabetes Diabetologia (2007) Carnitine revisited: potential use as adjunctive treatment Diabetes Diabetologia, Volume 50, issue 4, (pp. 824-832) 5 Malaguarnera, M., Vacante, M., Avitabile, T. Malaguarnera, M., Cammalleri, L. & Motta, M. (2009) L-Carnitine supplementation reduces oxidized LDL cholesterol in patients with diabetes American Journal of Clinical Nutrition, Volume 89, issue 1, (pp. 71-76) 6 Löster, H., & Böhm, U. (2000) L-Carnitine reduces malondialdehyde concentrations in isolated hearts in dependence on perfusion conditions Molecular and Cellular Biochemistry, issue 217, (pp. 83-90) 7 Derosa, G., Cicero, F.G., Gaddi, A., Mugellini, A. Ciccarelli, L. & Fogari, R. (2003) The effect of L-carnitine on plasma lipoprotein(a) levels in hypercholesterolemic patients with type 2 diabetes mellitus Clinical Therapeutics, Volume 25, issue 5, (pp. 1429-1439)

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Aminosäuren und ihre Bedeutung für Diabetes Bei Diabetikern ist darüber hinaus mit Zinkurie zu rechnen, die zu einer Zinkverarmung führen kann. Der Zinkspiegel im Serum liegt bei Diabetikern meist niedriger als bei Kontrollpersonen. Zink ist Bestandteil einer Vielzahl von Metalloenzymen und für die Aktivierung von Enzymen erforderlich. Hieraus erklärt sich die Bedeutung des Spurenelements für den Kohlenhydratstoffwechsel und die Glucosehomöostase. Zink ist verantwortlich für eine ökonomische Insulinfreisetzung nach erfolgtem Nahrungsmittelreiz. Bei Zinkmangel haben Typ 2 Diabetiker eine verminderte Insulinfreisetzung. Bei Altersdiabetikern kann Zink für eine Abnahme des HbA1c sorgen Bei Altersdiabetikern ergibt sich unter Zinkgabe eine Aktivierung der verbliebenen Insulinproduktion nach mehrwöchiger Zinkgabe und eine Stabilisierung der Blutzuckerwerte mit Abnahme des Nüchternblutzuckers und des Langzeitparameters HbA1c.8 Zink hat auch positive Effekte im Bereich der Wundheilung. Daher sollte eine Substitution auch beim diabetischen Gan-

grän erfolgen. Im Rahmen der Prophylaxe und Therapie des Diabetes ist die Einnahme von 15 bis 30 mg Zink täglich sinnvoll. Ein Teil davon sollte in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden. Lutein und Zeaxanthin sind wichtige Nährstoffe für die Augen bei Diabetikern Als besonders interessant für den Schutz der Augen gilt der sekundäre Pflanzenstoff Lutein. Dieses Phytamin kann im frühen Stadium die Symptome einer Makula-Degeneration lindern, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie aus den USA zeigt. Untersucht wurde bei 90 Patienten mit einer Makula-Degeneration ein Jahr lang die tägliche Aufnahme von (a) 10 mg Lutein, (b) die Kombination von Lutein mit anderen antioxidativen Vitaminen und Mineralstoffen im Vergleich zu (c) einem Placebo. Lutein allein und die kombinierte Gabe von Antioxidantien (a und b) stärkten die Sehfunktionen, während das Placebo (c) keine Veränderungen bewirkte. Zwar müssen diese Ergebnisse noch an größeren PatientenGruppen und über längere Zeit geprüft werden, doch zeichnet

sich immer deutlicher eine positive Wirkung von antioxidativen Nährstoffen, vor allem von Lutein, für die Gesundheit der Augen ab.9 Für Diabetiker ist es besonders wichtig, schädigende Belastungen zu vermeiden und die Augen mit notwendigen Mikronährstoffen zu versorgen, insbesondere denen, die der Körper nicht selbst bildet, wie zum Beispiel die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin. Sie bieten einen doppelten Schutz. Zunächst setzen sie sich wie eine »innere Sonnenbrille« vor die empfindliche Netzhaut und filtern die schädlichen Strahlen heraus. Sind trotzdem UV- oder andere Strahlen ins Auge gedrungen und freie Radikale gebildet worden, greift der zweite Schutzmechanismus: Die Mikronährstoffe fungieren als »Radikalfänger«, indem sie die freien Radikale an sich binden und unschädlich machen.10 Bei Diabetikern lässt allerdings der doppelte Schutz durch Filterung und Radikalfang vergleichsweise schnell nach. Das Risiko, dass sich die natürliche Sehkraft der Augen reduziert, nimmt zu. Damit die Gesund-

Quellen 8 Niewoehner, C.B., Allen, J.I., Boosalis, M., Levine, A.S. & Morley, J.E. (1986) Role of zinc supplementation in type II diabetes mellitus American Journal of Medicine, Volume 81, issue 1, (pp. 63-68) 9 Richer, S., Stiles, W., Statkute, L., Pulido, J., Fraukowski, J., Rudy, D., Pei, K., Tsipursky, M. & Nyland, J. (2004) Double-masked, placebo-controlled, randomized trial of lutein and antioxidant supplementation in the intervention of atrophic age-related macular degeneration: the Veterans LAST study (Lutein Antioxidant Supplementation Trial) Optometry- Journal of the American Optometrid Association, Volume 75, issue 4, (pp. 216-229) 10 Semba, R.D. & Dagnelie, G. (2003) Are lutein and zeaxanthin conditionally essential nutrients for eye health? Medical Hypotheses, Volume 61, issue 4, (pp. 465-472)

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heit der Augen geschützt und erhalten bleibt, sollten wir sie regelmäßig und ausreichend mit den notwendigen Nährstoffen versorgen. Wer jeden Tag fünf Portionen Obst und Gemüse isst, nimmt je nach Frischegrad und Zubereitungsform genug der Mikronährstoffe zu sich. Allerdings lassen sich diese Mengen im Alltag leider nicht immer realisieren. In diesem Fall sind Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Alternative. Diese ermöglichen eine regelmäßige Zufuhr der benötigten Mikronährstoffe auf eine bequeme Art und Weise. Lutein und Zeaxanthin sind natürliche Nährstoffe und völlig ungefährlich. Leider ist die Gewinnung derzeit noch relativ aufwendig, weshalb der Preis für entsprechende Nahrungsergänzungsmittel eher hoch einzuschätzen ist. Weltweite Forschungen belegen darüber hinaus, dass für Diabetiker die ausreichende Versorgung mit Glutamin und Niacin besonders wichtig ist.

Niacin reguliert den Blutzuckerspiegel. Zusammen mit Chrom ist Niacin (Vitamin B3) für die Ausschüttung des Glukagons im Blut verantwortlich. Glutamin kann in der Leber zu Glucose umgewandelt werden, dies kann den Blutzuckerspiegel stabilisieren.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal festhalten, dass alle behandelten Nährstoffe kein Antidiabetikum darstellen und daher nicht die medikamentöse Diabetes-Therapie ersetzen können. Diabetiker können diesen sicheren Nahrungsbestandteil jedoch begleitend einsetzen.

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Aminosäuren und ihre Bedeutung für Cholesterin Arginin führte in Studien zu einem Rückgang des Cholesterinwertes um 10% Zur Untersuchung der Rolle, die Arginin im Hinblick auf cardiovaskuläre Gesundheit spielen kann, wurden 45 ältere Patienten im Alter von 67–82 Jahren mit täglichen Gaben von Arginin versorgt. Eine Messung des Lipidanteiles im Blut nach Ablauf der Untersuchung ergab einen Rückgang des Cholesterolwertes von 231 mg/dl auf 207 mg/dl, während die Kontrollgruppe keine Veränderung zeigte. Das Niveau des HDL (High Density Lipoprotein – das „gute“ Cholesterin) blieb in allen Gruppen erhalten.1 Mandeln senken den LDL Spiegel aufgrund ihres hohen Arginingehaltes In einer viel beachteten Studie im American Journal of Clinical Nutrition untersuchten die Autoren den cholesterinsenkenden Effekt der Mandeln. Mandeln enthalten hohe Anteile ungesättigter Fettsäuren, Vitamin E und vor allem Arginin. Das Ergebnis der Studie: Mandeln senken den LDL Spiegel um 7%! 2

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen Berichte der Bundesforschungsanstalt für Ernährung: Französische Wissenschaftler fanden eine Abnahme des Blutcholesterinspiegels bei Kaninchen und Ratten, denen entweder entöltes Walnussmehl oder Walnussöl verabreicht wurde. Diese Untersuchungen sind insofern von Interesse, als sie eine cholesterinsenkende Wirkung auch durch fettfreie (oder fettarme) Bestandteile der Walnuss aufzeigten.3 Das entölte Walnussmehl ist ein sehr proteinreiches Material und das Walnussprotein zeichnet sich durch einen besonders hohen Arginingehalt aus. Arginin ist eine Aminosäure, die nicht nur Blutgefäßwände elastisch hält, sondern auch die Verklumpung von Blutplättchen und weißen Blutkörperchen eindämmt und dadurch verhindert, dass sich in den Adern problematische Blutstauungen aufbauen können.4 In allen zuvor zitierten sowie vielen anderen Untersuchungen hat sich die Verwendung von Arginin als eine für die Ge-

sundheit sichere und wirksame Behandlungsmethode herausgestellt. Medizinische Untersuchungen haben ergeben, dass zusätzliche Arginingaben für die cardiovaskuläre Gesundheit wie auch für gesunde Nieren sehr wichtig sind.5 Glycin wandelt Cholesterin in Gallensäuren bzw. Gallensalze um, die über den Darm ausgeschieden werden Die Bildung von Gallensäuren stellt den wichtigsten Weg für die Ausscheidung von Cholesterin dar. Als Konjugate des Glycin oder Taurin werden sie über die Gallenblase in den Dünndarm abgegeben, wo sie bei der Resorption von Fetten und fettlöslichen Vitaminen mitwirken. Etwa 1 g Cholesterin wird pro Tag in der Leber in Gallensäure umgewandelt, welche für die Fettaufnahme im Dünndarm notwendig ist. Ein Großteil dieser Gallensäure wird im Darm wieder aufgenommen und der Leber wieder zugeführt. Es findet keine Ausscheidung der Gallensäure statt. Das ist für einen gesunden Menschen äu-

Quellen 1 Hursen, M., Regan, M.C. & Kirk S.J. (1995) Metabolic effects of arginine in a healthy elderly population Journal Parenteral & Enteral Nutrition, Volume 19 (pp. 227-230) 2 Abbey, M., Noakes, M. Belling, G.B. & Nestel, P.J. Partial replacement of saturated fatty acids with almonds or walnuts lowers total plasma cholesterol and low-density-lipoprotein cholesterol American Journal of Clinical Nutrition, Volume 59 (pp. 995-999) 3 Diehl, J.F. (2001) Nüsse in der Ernährung Berichte der Bundesforschungsanstalt für Ernährung, R-01-01, Karlsruhe 4 Palloshi, A., Fragasso, G., Piatti, P., Monti, L.D., Setola, E., Valsecchi, G., Galuccio, E., Chierchia, S.L. & Margonato, A. (2004) Effect of Oral L-arginine on Blood Pressure and Symptoms and Endothelial Function in Patients With Systemic Hypertension, Positive Exercise Tests, and Normal Coronary Arteries The American Journal of Cardiology, Volume 93 (pp. 933-935) 5 Wu, G.A.B., Meininger, C.J., Knabe, D.A., Baze, F.W.A. & Rhoads, J.M. (2000) Arginine nutrition in development, health and disease Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care, Volume 3, issue 1, (pp. 59-66)

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ßerst wichtig, da die optimale Rückführung der Gallensäure in die Leber auch verantwortlich dafür ist, dass die körpereigene Cholesterinherstellung im normalen Bereich bleibt. Die Aminosäure Glycin ist für diesen Vorgang von entscheidender Bedeutung. Wenn der Cholesterinwert zu hoch ist, dann kann Glycin hier eine körpereigene Regulierung stimulieren.6 Glycin wandelt Cholesterin in Gallensäure um, welche über den Darm ausgeschieden wird. Wenn weniger Gallensäure vom Darm zur Leber zurücktransportiert wird, dann steigt in der Leber die körpereigene Cholesterinproduktion an. Da Cholesterin der Ausgangsstoff für die Synthese ist und nun vermehrt gebraucht wird, sinkt der Cholesterinspiegel im Blut. Dieses Prinzip ist die Grundlage einiger cholesterinsenkender Medikamente.

Taurin ist eine der wichtigsten Aminosäuren für den Herzmuskel Taurin ist in den Herzmuskelzellen in wesentlich höheren Konzentrationen festzustellen als andere Aminosäuren. Taurin moduliert den Calcium- und Kaliumeinstrom in den Herzmuskel und kann deshalb Herzrhythmusstörungen entgegenwirken. Im übrigen übt Taurin auch einen blutdrucksenkenden Effekt aus. Es vermindert nachweislich hohe Cholesterinspiegel, weil es den Gallenfluss anregt. Außerdem hemmt es die Verklebung der Blutplättchen.7 Auch Carnitin ist für den Cholesterinwert von enormer Bedeutung.

Der Nährstoff zeigte in Studien eine positive Auswirkung auf den Risikofaktor Blutfette: Der Cholesterinspiegel sank bei allen Testpersonen, die Carnitin als Nahrungsergänzung nutzen, ab, wobei das gefäßschützende Cholesterin (HDL) unter Carnitin besser erhalten blieb als unter Placebo.8 Neben der Eigenproduktion ist der Körper des Menschen auf eine Zufuhr mit der Nahrung angewiesen. Da Carnitin jedoch vorwiegend in tierischen Produkten enthalten ist, die Menschen mit erhöhten Blutfettwerten besser meiden sollten, kann eine Carnitin-Substitution mit Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein.9

Carnitin kann hohe Blutfettund Cholesterinwerte senken Zum Beispiel wirkt es der Verfestigung von Cholesterin durch Lipid-Peroxidation entgegen, von der man annimmt, dass sie im Alter und bei Demenz zunimmt.

Quellen 6 Kasai, K., Kobayashi, M. & Shimoda, S.I. (1978) Stimulatory effect of glycine on human growth hormone secretion Metabolism, Clinical and Experimental, Volume 27, issue 2, (pp. 201-208) 7 Chapman, R.A., Suleinan, M.S. & Earm, Y.E. (1993) Taurine and the heart Cardiovascular Research Volume 27, issue 3, (pp. 358-363) 8 Hopkins, J. (1982) Effect of carnitine on serum HDL-cholesterol: report of two cases Medical Journal Volume 150, issue 2, (pp. 51-54) 9 Evangeliou, A. & Vlassopoulos, D. (2003) Carnitine Metabolism and Deficit – When Supplementation is Necessary? Current Pharmaceutical Biotechnology (pp. 211-219)

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