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„Das Heidi“ kommt ins Landestheater Coburg Weihnachtsmärchen als Schauspiel für die ganze Familie – Premiere am Sa., 16. November

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en Humor hat Johanna Spyri von ihrem Vater, dem Arzt und Psychiater Johann Jakob Heusser geerbt, allerdings bekam er im Lauf ihres Lebens immer grimmigere Töne. Kein Wunder, denn die begabte Johanna Heusser erlitt nach der Heirat mit dem Stadtschreiber und Kantonsrat Bernhard Spyri das für ihre Zeit typische Frauenschicksal. Sie sollte ihren Gatten unterstützen, hübsch aussehen, ihrer gesellschaftlichen Stellung gemäß agieren, aber lesen oder gar schreiben sollte sie nicht. Deshalb veröffentlicht sie ihr erstes Buch auch unter Pseudonym. 1880, da ist sie schon 53, erscheint der Roman „Heidis Lehr- und Wanderjahre“ mit großem Erfolg. Ein Jahr darauf „Heidi kann brauchen, was es gelernt hat“. Der Erfolg macht

Heidi Schauspiel für die ganze Familie nach dem Roman von Johanna Spyri in der Bearbeitung von Thomas Birkmeir Inszenierung: Matthias Straub Bühnenbild: Daniel Kaiser, Thomas Müller „„ Kostüme: Nora Johanna Gromer Dramaturgie: Georg Mellert Darsteller: Thomas Straus (Erzähler/Großmutter), Eva Marianne Berger (Heidi), Stephan Mertl (Alm-Öhi). Robin-Nick Dietrich (Peter), Jana Kristina Lobreyer (Klara/Jungbäuerin), Anne Simmering (Fräulein Rottenmeier/Pfarrköchin), Markus G. Kulp (Sebastian/ Großbauer), Boris Stark (Großknecht/1. Diener), Matthias Hertha (Dorffaktotum/3. Diener) „„

Johanna Mut. Sie, die jahrzehntelang immer wieder von schweren Depressionen heimgesucht wurde, fängt an zu kämpfen. Das Heidi hatte eine große Anhänglichkeit an die alte Großmutter und es plauderte und erzählte so lustig von allem, was es wusste. Das Heidi, nicht die Heidi, ist ein Waisenkind, das beim Großvater, dem Alm-Öhi aufgewachsen ist. Heidi erobert mit Ausdauer und ihrem unvoreingenommenen, offenen Wesen bald das versteinerte Herz des Alten. Schnell schließt sie Freundschaft mit dem Ziegenhirten Peter. Mit ihrer besonderen Eigenschaft, in jeder Situation das Gute zu erkennen, wird ihr neues Leben auf der Alm eine abenteuerliche und glückliche Zeit. Drei Jahre später, als Heidi acht Jahre alt ist, erscheint Heidis Tante Dete und nimmt das Mädchen mit nach Frankfurt am Main, wo sie die Gesellschafterin der gelähmten Klara werden soll. Klara akzeptiert Heidi als neue Freundin. Nur die Hausdame, Fräulein Rottenmeier, ist nicht begeistert. Sie ist entsetzt, dass Heidi nicht lesen kann. Wenn sich Heidi aus den Bergen und Klara aus der Großstadt miteinander anfreunden, dann helfen sich zwei Kinder, die beide beschädigt sind. Die Unzivilisierte und die von der Natur Abgeschnittene stützen einander, jedenfalls für eine Weile, bis der gute Doktor erkennt, welch tiefe Depression das Heimweh bei Heidi ausgelöst hat. Das ist eine Reverenz an Johanna Spyris Vater, der als Arzt und Psychiater seine Patienten mit Verständnis und Humor behandelte. Matthias Straub hat schon mehrfach Weihnachtsmärchen inszeniert. Im Gespräch mit amadeus betont er, dass es viel Freude macht, für Kinder Stücke auf die Bühne zu bringen. „Aber es ist auch für uns eine beson-

dere Herausforderung“, so Straub. Das Kinderpublikum ist für ihn ein sehr wichtiges Publikum, mit fast dem „höchsten Stellenwert“. Ist doch gerade ein Weihnachtsmärchen oftmals für Kinder die erste Berührung mit Theater. „Bei mir geht das auch ganz klassisch zu: Licht aus – Vorhang auf“, erläutert Straub und warnt vor falscher Pädagogik bei Theaterstücken für Kinder. „Das ist hier fehl am Platz. Kinder sollen Freude haben und sie sollen auch etwas mitnehmen, das ist für uns Schauspieler der größte Dank.“ „Heidi“ Eva Marianne Berger unterstützt dies und weiß, dass Kinder unbewusst etwas lernen, oft über das spielerische Element. Eva Marianne Berger hat auch bereits in mehreren Weihnachtsmärchen mitgespielt, als Räuber oder Prinzessin. An Heidi mag sie besonders, die Naturverbundenheit dieses Mädchens, die zwar naiv aber keineswegs dumm ist, wie es Fräulein Rottenmeier scharf formuliert. Matthias Straub will bei seinen Inszenierungen sehen, dass Erwachsene auch ihre Freude an einem Weihnachtsmärchen haben können und nicht das „muss-ich-dahin“Gefühl mitbringen. Die Geschichte des kleinen Waisenmädchens Heidi kennt heute jeder. Am Landestheater Co-

burg kommt die Geschichte als Weihnachtsmärchen auf die Bühne, als Schauspiel für die ganze Familie, in Szene gesetzt von Schauspieldirektor Matthias Straub. Der Premierenvorhang hebt sich am Samstag, 16. November 2013, um 14.00 Uhr im Großen Haus, bis Mitte Januar stehen 40 weitere Vorstellungen auf dem Programm. che

Kartenverlosung amadeus und das Landestheater Coburg verlosen für die Weihnachtsmärchenvorstellung „Heidi“, am Sonntag, 24.11.2013 11 Uhr-Vorstellung 3 x 2 Karten. Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, sollte auf einer Postkarte seinen Namen, seine Anschrift und Telefonnr. mitteilen und als Lösungswort schreiben, von welcher Schweizer Autorin Heidi geschrieben wurde. Teilnahmekarten bis Montag, 18. November an amadeus Verlag GmbH, Köppelsdorfer Strasse 202, 96515 Sonneberg senden. Viel Glück! Die Gewinner werden telefonisch informiert. Karten liegen an der Kasse des Landestheaters Coburg bereit.

amadeus Magazin 23/2013  

amadeus Magazin 23/2013

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