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64. Jahrgang | Nr. 326

Salzburgs 1. Veranstaltungskalender und Kulturführer

ROBIN JOHANNSEN DIE AMERIKANISCHE SOPRANISTIN GASTIERT BEI DER MOZARTWOCHE 2018 IN SALZBURG

MOZARTWOCHE 2018 26. JÄNNER - 04. FEBRUAR

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DEZEMBER 2017 · JÄNNER · FEBRUAR 2018 KONZERT · THEATER · JAZZ · MUSEEN GALERIEN · OPER · LESUNGEN · KABARETT GESCHICHTE · MENSCHEN · AUSFLÜGE © Markus Tedeskino


BLICK AUF DAS TIEF VERSCHNEITE SALZBURG IM DÄMMERLICHT


Š Patricia Thurner


© Blowup/Salzburg

EDITORIAL GLANZLICHTER IN DEN WINTERMONATEN

Jedes Jahr um die Zeit von Mozarts Geburtstag im Jänner veranstaltet die Stiftung Mozarteum die Mozartwoche in Salzburg mit Opernaufführungen, Orchester-, Kammer- und Solistenkonzerten. Internationale Mozart-Interpreten, Orchester und Ensembles begründen den beispiellosen Ruf dieser einzigartigen Veranstaltung. Die Konzertwoche lädt Besucher aus aller Welt ein, Mozarts Werke aus sich stets ändernden Blickwinkeln wieder zu entdecken und neu zu hören. Die Mozartwoche, längst ein Hotspot in Salzburg, präsentiert sich auch 2018 hochkarätig. Interpreten wie Rolando Villazón, Marlis Petersen, Jörg Widmann, Robin Johannsen, die Wiener Philharmoniker und viele mehr, machen dieses kleine Festival zum internationalen Klassik-Highlight eines jeden Winters! In der kalten Jahreszeit bezaubert die Stadt mit ihrer romantischen Seite. Es ist die Zeit für Winterspaziergänge, Museumsbesuche und müßige Stunden im Kaffeehaus. Nirgendwo sonst kommt die Sinnlichkeit und Genussfreude besser zum Ausdruck als in der vielfältigen Kaffee- und Mehlspeiskultur der Österreicher. Bergwandern mitten in der Stadt ist an und für sich ein seltenes Privileg, in Salzburg aber eine reizvolle Abwechslung. Der Mönchsberg mit seinen liebevoll angelegten Wegen bietet kulturell als auch gastronomisch einen empfehlenswerten Unterhaltungswert, allein die Aussicht auf die barocke Salzburger Altstadt ist atemberaubend. Der sensible Umgang mit der Natur spielt auch in der Architektur auf dem Mönchsberg eine große Rolle. Das schließt moderne Baukunst aber keineswegs aus, im Gegenteil, die Architektur korrespondiert hier eindrucksvoll mit der Örtlichkeit. Puristisch, schlicht und beeindruckend bildet das Museum der Moderne ein reizvolles Gegenstück zur historischen Altstadt. Barock oder modern: Salzburg kann beides! Nur wenige Kilometer von Salzburg entfernt liegt das Salzkammergut mit seiner wunderbaren Seenlandschaft. Kultur, Gaumenfreuden und Landschaft lassen sich hier auch im Winter auf das Schönste erleben. Das 3. Schneegestöber der Salzkammergut Festwochen Gmunden findet vom 3. bis 7. Februar 2018 statt. Intendantin Prof. Jutta Skokan lädt zu drei inspirierenden kulturellen Glanzlichtern an den winterlichen Traunsee. Und dass Salzburgs Kulturleben in der kalten Jahreszeit keinen Winterschlaf hält, können Sie in unserem täglichen Kulturplaner auf fast 40 Seiten nachlesen. Viel Vergnügen mit dieser Ausgabe Patricia Thurner


DAS BA L LET T D ES BOLS H O I LI V E I N AU S G E WÄ HLT E N KINOS LE CORSAIRE

22. OKTOBER 2017 17:00 UHR

DER NUSSKNACKER 17. DEZEMBER 2017 16:00 UHR

ROMEO UND JULIA 21. JANUAR 2018 16:00 UHR

COPPÉLIA 10. JUNI 2018 17:00 UHR

Nur in ausgewählten Cineplexx Kinos.

© Ken Howard / /Metropolitan Opera

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OPER IM KINO

LIVE AUS DER MET NEW YORK Die Saison 2017/2018 mit Stars wie Kristine Opolais, Plácido Domingo, Joyce DiDonato uvm. Alle Termine und Informationen zum Kartenkauf unter www.cineplexx-opera.at


INHALT

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06 Osterfestspiele Salzburg 20 Museum der Moderne Salzburg 30 Salzkammergut 38 Wien 54 Mozartwoche

Exklusives Dauerfestival im Winter

Vorschau auf das Kultur-Highlight im Frühjahr 2018

Über den Dächern der Altstadt

Kultur und Landschaft vereint

Melange aus prächtiger Architektur und

liebenswerten Charme

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Veranstaltungen Kulturplaner für abwechslungsreiche Wintermonate

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Impressum


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Anna Lucia Richter

© Matthias Baus


MOZARTWOCHE 2018 EINZIGARTIGES WINTER-FESTIVAL IN SALZBURG

Mozart immer wieder neu, frisch und zeitgemäß erlebbar machen. Das bietet die Mozartwoche der Stiftung Mozarteum Salzburg, die seit 1956 traditionell rund um Wolfgang Amadés Geburtstag, den 27. Jänner, stattfindet. Die weltweit besten Mozart-Interpreten unserer Zeit begründen den beispiellosen Ruf dieses einzigartigen Festivals. Ausgesuchte Orchester, Ensembles und Sängerinnen und Sänger garantieren jedes Jahr unvergessliche Konzerterlebnisse und funkelnde Musikmomente. Die Mozartwoche  2018 findet vom 26. Jänner bis 4. Februar statt und steht erstmals unter der

Intendanz von Maren Hofmeister. Eröffnet wird das Festival mit einer Neuinszenierung der Mozart-Oper „Die Entführung aus dem Serail“ im Haus für Mozart. Die musikalische Leitung übernimmt der belgische Dirigent René Jacobs, der zu den führenden Persönlichkeiten der Alten Musik und der Mozart-Interpreten zählt. Regie führt die etablierte und bei den Kritikern anerkannte deutsche Regisseurin  Andrea Moses. Es ist eine doppelte Premiere, denn René Jacobs hat bisher keine szenische Aufführung der „Entführung“ dirigiert und die deutsche Regisseurin Andrea Moses gibt mit dieser

© Wolfgang Lienbacher

Maren Hofmeister und Rolando Villazón

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© Wolfgang Lienbacher

Daniel Barenboim

Produktion ihr Debüt in Salzburg. Auf der Bühne steht unter anderem mit Robin Johannsen und Julian Prégardin ein junges aufstrebendes Sängerensemble. Schon vor der Premiere wird erstmals mit einem Auftakt die Mozartwoche am 26. Jänner 2018 im Großen Saal der Stiftung Mozarteum auf das Thema eingestimmt: Die mehrfach ausgezeichnete österreichische Schrift­stellerin Eva Menasse gestaltet eine Rede zum Motto der Mozartwoche „Ach, wenn Du die Liebe kenntest – Vergebung und Vergeltung“. Ein Round Table-Gespräch am 30. Jänner 2018 mit dem bekannten deutschen Philosophen und Bestseller-Autor Richard David Precht wird dieses Thema ebenfalls begleiten und vertiefen. Im Rahmen des neuen Formats „Portrait“ begleitet Jörg Widmann die Mozartwo-

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che auf vielseitige Weise, als Komponist, Dirigent und Klarinettenvirtuose. Die Wiener Philharmoniker begleiten die Mozartwoche seit Jahrzehnten, 2018 wird das Orchester mit drei Konzerten unter der Leitung von Alain Altinoglu, Robin Ticciati und Valery Gergiev zu erleben sein. Wie unterschiedlich Mozart interpretiert wird, zeigen neben den großen Orchestern auch zahlreiche Solistinnen und Solisten von Weltruf – wie Daniel Barenboim, András Schiff, Robert Levin, Piotr Anderszewski, David Fray, Marlis Petersen oder Anna Lucia Richter, ebenso wie junge Ensembles wie das Schumann Quartett oder das B’Rock Orchestra. Jörg Widmann präsentiert als Komponist, Dirigent und Klarinettenvirtuose Mozarts Werk im Spiegel der zeitgenössischen Musik. Erstma-


© Wolfgang Lienbacher

© Wolfgang Lienbacher

Eva Menasse

Joerg Widmann

lig bei der Mozartwoche vertreten sind auch die weltweit gefeierte Sopranistin Marlis Petersen und das junge Schubert Quartett. Rolando Villazón – seit März 2017 der offizielle Mozart-Botschafter der Stiftung Mozarteum Salzburg – wird das Abschlusskonzert der Mozartwoche 2018 gestalten. Darin beschäftigt sich der Star-Tenor mit der Beziehung zwischen Constanze und Wolf-

gang Amadé Mozart. Er liest aus dem Briefwechsel zwischen den Eheleuten und zeigt, was Mozart zu dieser Zeit persönlich beschäftigt und geprägt hat. Rolando Villazón wird dem Publikum mit seiner leidenschaftlichen und mitreißenden Art den Künstler, Menschen und Ehemann Mozart ein Stück näherbringen. mozarteum.at

MOZARTWOCHE 2018 Kartenbüro der Stiftung Mozarteum Theatergasse 2, A - 5020 Salzburg Tel. +43 (0) 662 87 31 54 tickets@mozarteum.at www.mozarteum.at

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© Yiorgos Mavropoulos

MARLIS PETERSEN Der Schwerpunkt von Marlis Petersens Repertoire liegt im klassischen Koloraturfach, doch hat sie sich auch als Interpretin zeitgenössischer Musik einen Namen gemacht. Nach dem Studium an der Musikhochschule Stuttgart und bei Sylvia Geszty ergänzte sie ihre Ausbildung in den Spezialgebieten Oper, Neue Musik und Tanz. Sie begann ihre Laufbahn als Ensemblemitglied der Städtischen Bühnen Nürnberg, wo sie Partien wie Ännchen, Blonde, Adele, Rosina, Lulu und Königin der Nacht sang. Danach war sie von 1998 bis 2003 an der Deutschen Oper am Rhein engagiert. Ihren Einstand an der Wiener Staatsoper gab Marlis Petersen

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mit Lulu. Diese zentrale Partie ihres Repertoires sang sie auch in Peter Konwitschnys viel beachteter Hamburger Inszenierung, an der Chicago Lyric Opera und in einer Neuproduktion in Athen. Seitdem ist sie ein ständiger Gast auf den bedeutendsten Opernbühnen dieser Welt, u.a. an der Opéra de Paris, dem Théâtre de la Monnaie in Brüssel, der Staats­ opern in Berlin, Hamburg, München und Wien, dem Theater an der Wien, der Metropolitan Opera in New York, der LA Opera, der Chicago Lyric Opera und den Festspielen von Salzburg und Aix-en-Provence. Einen sensationellen Erfolg feierte sie in der Neuproduktion der Lulu an der Bayerischen


SALZBURGER WOCHENSPIEGEL

Staatsoper München, den sie mit ihrem Abschied von der Rolle an der Metropolitan Opera in New York nochmals wiederholen konnte. Herausragend und viel beachtet war auch ihre Traviata in der Inszenierung von Peter Konwitschny in Graz und Wien. Als Konzertsängerin ist Marlis Petersen auf allen großen Podien zu Gast. Gastspiele in Europa und den USA ermöglichten die Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Christoph Eschenbach, Daniel Harding, Louis Langrée, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Ingo Metzmacher, Sir Simon Rattle u.a.m. Die leidenschaftliche Beschäftigung mit der historischen Aufführungspraxis eröffnete den Kontakt zu Spezialisten wie René Jacobs, Nikolaus Harnoncourt, Ton Koopman, Trevor Pinnock und Helmuth Rilling. Marlis Petersen arbeitete mit Orchestern wie den Wiener und Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Concertgebouw Orkest, dem Boston Symphony Orchestra, dem Mahler Chamber Orchestra sowie dem Konzerthaus Orchester Berlin, den Wiener Symphonikern, dem RAI Orchester Turin, dem Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia, dem Freiburger Barockorchester, der Akademie für Alte Musik und dem Ensemble Modern Frankfurt. Im Januar 2017 sang sie unter der Leitung von Kent Nagano eine

Uraufführung von Jörg Widmann im Rahmen der Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg. Dazu kam ihr sensationelles Debüt als Marietta in Die Tote Stadt in Warschau. Opernauftritte führen Marlis Petersen in der Saison 2017/2018 u.a. ans Theater an der Wien (Maria Stuarda) und nach Frankfurt, wo als Hanna Glawari in Die lustige Witwe ein Rollendebüt feiern wird. Zudem sind in der kommenden Saison Liederabende in Dubai, in der Elbphilharmonie Hamburg, bei der Mozartwoche Salzburg, beim Mozartfest Würzburg, im Pierre-Boulez Saal in Berlin, sowie bei der Schubertiade in Schwarzenberg geplant. Weitere Höhepunkte der kommenden Saison sind konzertante Aufführungen mit Beethovens „Leonore“ in Brüssel, Amsterdam, Athen, Baden-Baden, Köln und Paris unter der Leitung von René Jacobs sowie Strauss "Vier letzte Lieder" mit den Bochumer Symphonikern. Marlis Petersen wurde mit dem 1. Österreichischen Musiktheaterpreis 2013 für die Darstellung der drei Frauen in „Les Contes d‘Hoffmann“ am Theater an der Wien ausgezeichnet. 2015 wurde sie von der Zeitschrift „Opernwelt“ zum 3. Mal zur Sängerin des Jahres gekürt. Termine Mozartwoche: 03.02. 11:00 Uhr Mozarteum, Großer Saal

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Robin Johannsen Sie gehört zu den viel gefragten Barock- und Mozartsängerinnen unserer Tage und besticht mit der Schönheit ihres Timbres, beispielhafter Virtuosität und eindringlichen Interpretationen Die amerikanische Sopranistin Robin Johannsen kam als Stipendiatin der Deutschen Oper Berlin nach Europa und wurde bald festes Ensemblemitglied des Hauses. Nach drei Jahren wechselte sie an die Oper Leipzig und ist seit 2008 freischaffend tätig, mit einer besonderen Affinität zu Barock und Klassischer Musik. In der Spielzeit 2017/2018 singt Robin Johannsen in einer Neuproduktion von Beethovens „Leonore“ mit dem Freiburger Barockorchester unter René Jacobs u.a. am Theater an der Wien, dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Concertgebouw Amsterdam sowie der Philharmonie de Paris. Weiterhin debütiert sie an der Elbphilharmonie mit Brittens „Les Illuminations“ zusammen mit Tabea Zimmermann und dem Ensemble Resonanz. Weitere Highlights der kommenden Saison sind die Oper Miriways beim

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Telemann-Festival (NDR Hamburg) unter Bernard Labadie, die Neuproduktion von „Die Entführung aus dem Serail" bei der Mozarwoche 2018 in Salzburg mit der Akademie für Alte Musik Berlin unter René Jacobs und Andrea Moses, sowie die Wiederaufnahme von „King Arthur“ an der Staatsoper Berlin. Die Höhepunkte der vergangenen Spielzeit waren unter anderen die Neuproduktion von „King Arthur“ der Staatsoper Berlin und ihr Debüt als Fiordiligi in „Cosi fan tutte“ unter René Jacobs (auf Tournee in Deutschland, Spanien und Asien). Im Konzertbereich hat Robin Johannsen in der Saison 2016/17 u.a. mit Andrea Marcon, Teodor Currentzis und Raphaël Pichon sowie mit führenden Barockorchestern wie dem Freiburger Barockorchester, Concerto Köln und der Akademie für Alte Musik Berlin zusammengearbeitet.

TERMINE MOZARTWOCHE: 26.01.+ 30.01. + 02.02. 2018 Haus für Mozart: Die Entführung aus dem Serail


© Tatjana Dachsel

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Jörg Widmann Der Komponist, Klarinettist und Dirigent Jörg Widmann wurde 1973 in München geboren und studierte Klarinette bei Gerd Strake an der Münchner Musikhochschule und später bei Charles Neidich an der Juilliard School in New York. Als Klarinettist gilt Jörg Widmanns Passion vor allem der Kammermusik. Er musiziert regelmäßig mit Partnern wie Tabea Zimmermann, Heinz Holliger, András Schiff, Christine Schäfer und Gidon Kremer. Auch als Solist in Orchesterkonzerten feiert er im In- und Ausland Erfolge. Mehrere neue Klarinettenkonzerte sind ihm gewidmet und durch ihn uraufgeführt worden, darunter Werke von Wolfgang Rihm, Aribert Reimann und Heinz Holliger. Jörg Widmann war Composer- und Artist in Residence bei verschiedenen Festivals und Institutionen wie den Salzburger Festspielen, wo er 2004 debütiert, dem Lucerne Festival, der Kölner Philharmonie, dem Wiener Konzerthaus und 2010/2011 beim Cleveland Orchestra. Die Uraufführung seiner Oper „Babylon“ eröffnete die Spielzeit 2012/13 an der Bayerischen Staatsoper München. 2009 wurde zum 20-jährigen Jubiläum der Pariser Opéra Bastille das Musiktheater Am Anfang von

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MOZARTWOCHE 2018 01.02 + 02.02 11:00 Uhr | Mozarteum Großer Saal 03.02. 19:30 Uhr | Großes Festspielhaus

© Marco Borggreve


© Marco Borggreve

Anselm Kiefer und Jörg Widmann uraufgeführt. Widmann agierte hier als Komponist, Klarinettist und gab sein Debut als Dirigent. Jörg Widmann war Residenzkünstler zahlreicher Orchester und Festivals wie den Lucerne und Grafenegg Festivals, bei den Bamberger Symphonikern und in der Saison 2015/16 als crative chair des Tonhalle-Orchesters Zürich. Das Konzerthaus Wien, die Alte Oper Frankfurt und die Kölner Philharmonie widmeten Widmann in den vergangenen Jahren Komponistenportraits – in der Carnegie Hall New York stand seine Musik unter dem Motto „Making Music: Jörg Widmann“ für eine Spielzeit im Fokus. Seine Tätigkeiten als Dirigent erweitert Jörg Widmann stetig. So ist er in der Saison 2017/18 unter anderem mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Budapest Festi-

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val Orchestra, Rundfunk Sin­ fonie­orchester Berlin und als deren Chefdirigent mit dem Irish Chamber Orchestra zu erleben, mit dem er auf Tournee durch Deutschland zu erleben sein wird. Im August 2018 dirigierte er die Uraufführung seines neuen Violinkonzertes mit dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra und Carolin Widmann in Tokyos Suntory Hall. Im April 2018 wird sein Liederzyklus Das heiße Herz für Bariton und Orchester mit den Bamberger Symphonikern, Jakob Hrusa und Christian Gerhaher uraufgeführt. Seit 2001 ist Jörg Widmann Professor für Klarinette an der Freiburger Hochschule für Musik, 2009 erhielt er dort eine zusätzliche Professur für Komposition. Für sein Schaffen wurden ihm zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen und Preise verliehen.


TRAUMDUO - DANIIL TRIFONOV UND ANNESOPHIE MUTTER MUSIZIEREN SCHUBERT Das Publikum blickt mit Hochspannung auf diese Kooperation. Jetzt erscheint das erste gemeinsame Album von Anne-Sophie Mutter und Daniil Trifonov: ein Fest der Beschwingtheit à la Schubert. Anne-Sophie Mutter und Daniil Trifonov teilen ein gemeinsames Schicksal. Sie sind so über alle Maßen begabt, dass sie sich in einsamen Höhen bewegen. Es gibt in der Klassikwelt zahlreiche große Persönlichkeiten, die Herausragendes geleistet haben und deren Verdienste keinesfalls geschmälert werden sollen. Aber Anne-Sophie Mutter und Daniil Trifonov, das ist ein Tick mehr, das ist das berühmte Quentchen, das noch hinzukommen muss, damit die Sache perfekt ist und Höhen erreicht werden, die das Prädikat "genial" verdienen. Hier bewegen sich die Karajans und Furtwänglers, die Argerichs und Brendels, die Plácido Domingos und Luciano Pavarottis. Jahrhundertstars, die mit Ansprüchen konfrontiert sind, die jegliches gewöhnliche Maß sprengen. Nicht wenige brechen unter dieser Last zusammen. Sie halten den unmenschlichen Anforderungen nicht stand. So musste sich Vladimir Horowitz zeitweilig aus dem Konzertbetrieb zurückziehen. Der pianistische Gigant, mit dem Daniil Trifonov manchmal verglichen wird, litt schwer an seiner künstlerischen Bürde. Was Anne-Sophie Mutter und Daniil Trifonov eint, ist eine auffällige Leichtigkeit, mit der sie dieses Schicksal angenommen zu haben scheinen. Mutter und Trifonov spielen sich in einen regelrechten Rausch. Ihre Interpretation des "Forellenquintetts" ist von wildem Schwung, und das funktioniert natürlich nur, weil sie über eine brillante Technik verfügen, die sie vollkommen frei musizieren läßt. Das gilt in ähnlicher Weise auch für Hwayoon Lee an der Bratsche, Maximilian Hornung am Cello und Roman Patkoló am Kontrabass.

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Salzburg bei Vollmond ŠPatricia Thurner


Osterfestspiele Salzburg 2018 Giacomo Puccinis Oper Tosca steht im Zentrum der Osterfestpiele Salzburg 2018 unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann. Regie führt Michael Sturminger, der – gemeinsam mit den Ausstattern Renate Martin und Andreas Donhauser – die Kammeroper Lohengrin von Salvatore Sciarrino bei den Osterfestspielen 2017 in Szene gesetzt hat. Michael Sturminger und sein Team zeichneten auch für die Neuinszenierung des Jedermann bei den Salzburger Festspielen 2017 verantwortlich. Anja Harteros – 2017 zu Ostern als Sieglinde umjubelt – wird in der Titelpartie zu erleben sein, Aleksandrs Antoņenko als Cavaradossi und Ludovic Tézier als Scarpia. Auch im Konzertprogramm sind wiederum Solisten ersten Ranges zu Gast: Die Pianistinnen Katia und Marielle Labèque werden Mozarts Doppelkonzert interpretieren. Am Pult steht – erstmals bei den Osterfestspielen – der gefragte Dirigent Andrés Orozco-Estrada. Den von Eliette von Karajan gestifteten Herbert-von-Karajan-Preis erhält 2018 die aufsehenerregende Cellistin Sol Gabetta, die mit Werken von Schumann, Schubert und Messiaen zu erleben ist. Im Chorkonzert wird eine der meistgefragten Mezzosopranistinnen den Solopart in Mahlers Dritter Symphonie bestreiten: Elīna Garanča. Geistliche Musik erklingt im Konzert für Salzburg: Philippe Herreweghe präsentiert mit dem Collegium Vocale Gent und der Staatskapelle Dresden die Johannes-Passion von Bach. Die neue Kammeropern-Reihe wird 2018 mit dem stilpluralistischen Musiktheater Satyricon von Bruno Maderna fortgesetzt. Georg Schmiedleitner inszeniert. Harald Thor gestaltet die Bühne und Tanja Hofmann die Kostüme.

OSTERFESTSPIELE SALZBURG Herbert-von-Karajan-Platz 9 | 5020 Salzburg Tel. +43/662/80 45-361, -362 • Fax DW -790 karten@ofs-sbg.at | www.osterfestspiele-salzburg.at

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Anja Harteros

© Markus Tedeskino

Sol Gabetta

© Uwe Arens

Katia & Marielle Labèque

© MILA

Sächsische Staatskapelle Dresden

© Creuzinger


Wiener Klavierbaukunst seit 1828

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Das kulturelle und musikalische Bewusstsein von Bösendorfer geht zurück bis ins Jahr 1828, dem Gründungsjahr des Unternehmens. Ignaz Bösendorfer ist zutiefst davon überzeugt, dass Flügel nicht nur technisch brillieren, sondern Pianisten mit ihrem Klang inspirieren müssen. Schon damals verbindet er Qualität aus Meisterhand mit seiner Leidenschaft für Musik und verzaubert Künstler wie Publikum gleichermaßen. Alle Bösendorfer werden nach wie vor exklusiv in Österreich von Hand gerfertigt und verbinden traditionelles Meisterhandwerk, Ästhetik und Wiener Klang. Ganz nach dem Leitgedanken der Gründer setzen wir auch heute noch neue Maßstäbe. Nach wie vor beeinflusst die Stadt der Musik, Wien – unser Zuhause – unser Klangverständnis. Wir suchen stetig nach neuen Herausforderungen und dem Konzertklang der nächsten Generation. Ein Instrument das jegliche Einschränkungen in der künstlerischen Gestaltung spielerisch verschwinden lässt. Was übrig bleibt ist pure Emotion. Dieses Ziel verfolgend entsteht in unzähligen Stunden ausgefeilter Handarbeit unsere neueste Entwicklung – die VC (Vienna Concert) Technologie – mit den Modellen Concert Grand 280VC und Grand Piano 214VC. Die technischen Neuerungen, basierend auf dem Know-how von beinahe 200 Jahren Meisterhandwerk im Klavierbau und modernsten Designmöglichkeiten, fördern vor allem dynamische Klangprojektion, Artikulationsmöglichkeiten und balancierte Tongestaltung.

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Unikate der Klavierbaukunst


Prächtiger Farbenreichtum für jedes Genre, jede Interpretation, ob für die großen Bühnen dieser Welt, professionelle Aufnahmestudios oder die eigenen vier Wände, für leidenschaftliche Künstler oder Musikenthusiasten: Unsere VC – Vienna Concert Instrumente verkörpern das musikalische Erbe Bösendorfers in zeitgemäßer Perfektion. Die konsequente Weiterentwicklung unseres Resonanzkastenprinzips, sowie das ausgeklügelte Layout unserer Mechanik, neuberechnete Diameter der Saiten und die exakt dimensionierte Wölbung des Resonanzbodens, als das sind nur Bruchteile davon was wir uns haben einfallen lassen. Nur wenig hunderte Instrumente bauen wir jedes Jahr mit absoluter Hingabe zum Detail. Das hören und fühlen Sie und begleitet Sie für mehr als eine Generation: Der unverwechselbare Klang des Bösendorfers. Bösendorfer ist die älteste Klaviermanufaktur im Premiumsegment und begeistert Künstler und Klavierenthusiasten mit einem unvergleichlichen Klangerlebnis. Die Monokultur auf den großen Bühnen dieser Welt hat mit Bösendorfer eine farbenprächtige Abwechslung gefunden. Wir schätzen die Vielfalt im künstlerischen Ausdruck und wollen Künstlern genau das ermöglichen: freie Wahl. Tauchen Sie ein in die Klangwelt von Bösendorfer: www.boesendorfer.com L. Bösendorfer Klavierfabrik GmbH, Bösendorferstraße 12, Musikverein, 1010 Wien, Tel. 01 504 665 1310, salon@boesendorfer.com www.boesendorfer.com

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64. Jahrgang

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SALZBURGER WOCHENSPIEGEL DEZ bis FEB 2018  
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