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märz 12 www.dermonat.li

titelthema: 1862 – Neue Verfassung mit neuem Landtag steuern: Steuerliche Abzugsmöglichkeiten

ABGB-jubiläum: Ein bewährtes Werk für das Zivilrecht


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I n h a lt | E d i t o r i a l

Auch der Landtag feiert dieses Jahr ein Jubiläum 3

Das Jahr 2012 ist reich an Jubiläen. Auch der Landtag kann dieses Jahr feiern. Vor 150 Jahren trat die Verfassung von 1862 in Kraft, der Landtag als Volksvertretung wurde im Die Gründung unserer Volksvertretung Nachgang zur Revolution 1848 erfolgte in einer spannenden Zeitepoche gegründet. Wir weisen in unserer Titelgeschichte auf diese bewegte Zeit für unser Land hin. Das Jubiläum «100 Jahre Briefmarken» beschäftigte uns in der letzten Ausgabe, doch damit soll es nicht sein Be Pa n o r a m a  4 wenden haben. Auch diese Aus 1 5 0 j a h r e l a n d ta g gabe enthält wieder ein Brief 1862 – Neue Verfassung mit neuem Landtag 6 marken-Thema, eine Beschreibung der ersten drei Marken, die wirtschaft von Liechtenstein herausgegeben Mit Entscheidungsträgern im Gedankenaustausch 10 wurden. Weitere Briefmarken aus der 100-jährigen Geschichte steuern unserer Briefmarken folgen in Steuerliche Abzugsmöglichkeiten 12 den nächsten Ausgaben. Das E n e r g i e Porträt widmen wir dieses Jahr Eine Zukunft mit Grün-Strom-Strategie 14 Günther Meier einer speziellen Branche, nämChefredaktor «Der Monat» lich den Kommunikationsver A B G B - j u b i l ä u m antwortlichen von Unternehmen Ein bewährtes Werk für das Zivilrecht 16 und Organisationen. Einige davon sind Pendler k u lt u r und haben damit sowohl die Aussen- wie die Gottfried Honegger – das kreative Sehen 18 Innensicht. Ich wünsche Ihnen dabei eine anregende Lektüre. universität

Qualitative Vertiefung in Lehre und Forschung20

b r i e f m a r k e n

Drei Briefmarken mit dem gleichen Fürsten 22

p o r t r ä t

Beat Krieger – FMA-Finanzmarktaufsicht

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g e s e l l s c h a f t

Soroptimisten pflegen Gastfreundschaft in aller Welt

Impressum: 6. Jahrgang, Nr. 65, März 2012, 18 000 Exemplare Herausgeber: Alpenland Verlag AG, Feld­kircher Strasse 13, FL-9494 Schaan, Tel. +423 239 50 30, Fax +423 239 50 31, office@alpenlandverlag.li Redaktion: Günther Meier, Tel. +423 380 09 30, Fax +423 380 09 31, redaktion@dermonat.li Anzeigen: Tel. +423 239 50 23, Fax +423 239 50 51, annoncen@dermonat.li Gestaltung: Barbara Schmed, Gutenberg AG Satz und Druck: Gutenberg AG, FL-9494 Schaan papier: PlanoJet, 100 g/m², FSC-zertifiziert ONLINE: «Der Monat» im Internet: www.dermonat.li Titelbild: 1862 erhielt Liechtenstein eine neue Verfassung. Gemälde von Vaduz aus der damaligen Zeit. (Foto: Landesmuseum)

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z e i t g e s c h e h e n

25. März 1962: CSP reicht Wahlbeschwerde ein

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rätsel

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S c h l u s s p u n k t 

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Kunsterlebnisse für die ganze Familie Die möglichst frühe Förderung der Kinder gehört zu unserer Gesellschaft, weil die kleinen Kinder sehr aufnahme- und begeisterungsfähig sind. Das Kunstmuseum Liechtenstein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kinder möglichst früh auch mit der Kunst zusammenzubringen. Auf spielerische und lustvolle Art sollen die Kinder die Welt der Kunst erfahren. Eingebettet ist diese Art der Kunst-Erfahrung in das Kinderund Familienprogramm, das jeweils auf die Besucher- und Altersgruppe abgestimmt wird. Verbunden mit gestalterischen Arbeiten im eigenen Atelier des Kunstmuseums wird das Gesehene und Erlebte vertieft. Damit soll die Kreativität der Kinder angeregt werden. Im Monat März ist Sonntag, der 11. März, vom Kunstmuseum als Familien-Nachmittag auserkoren worden. Das Angebot gilt für Kinder ab 5 Jahren, aber auch Eltern und Grosseltern oder andere Begleitpersonen sind willkommen, zusammen mit dem Nachwuchs in die Kunstwelt einzutauchen und kreativ den Kunstgenuss zu verarbeiten. www.kunstmuseum.li Foto: Kunstmuseum Liechtenstein

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Zivilstandsstatistik Das Amt für Statistik meldet für das Jahr 2010 eine Abnahme der Geburten und eine Zunahme der Sterbefälle. Registriert wurden 329 Geburten, das sind 77 Geburten weniger als im Vorjahr. Die 238 Sterbefälle liegen um 9 Tote höher als 2009. Die Gemeinde Gamprin wies mit 16,9 Geburten pro Tausend Einwohner die höchste Quote auf, während in Planken im Jahre 2010 gar keine Geburten zu verzeichnen waren. Der Geburtenüberschuss, errechnet aus den Geburten abzüglich der Sterbefälle, betrug 2010 nur 91 Personen. Dies ist laut Angaben des Amtes für Statistik der tiefste Wert seit Beginn der Datenreihe im Jahre 1950. Auch die Geburtenrate reduzierte sich 2010. Wurden 2009 noch 1,71 Geburten pro Frau errechnet, so reduzierte sich dieser Wert im Berichtsjahr auf 1,40 Geburten. Um ein Elternpaar in der nächsten Generation zu ersetzen, müsste die Geburtenrate 2,1 betragen.

Foto: Fotoclub Spektral Eschen

Pa n o r a m a

Mensch und Tier Petition zum Wildtierschutz Die Regierung hat eine Verordnung über den Wildtierschutz erlassen, die am 1. April 2012 in Kraft treten soll. Die als Schonzonen und Winterruhezonen ausgeschiedenen Gebiete, die während der Winterzeit oder ganzjährig nicht betreten werden dürfen, erachtet eine Gruppe als unverhältnismässig. Deshalb wurde eine Petition gestartet, die von der Regierung verlangt, die Verordnung in der vorliegenden Form nicht in Kraft zu setzen. Bei der Ausscheidung von Schutzzonen sollten statt dessen alle Interessengruppen berücksichtigt werden, nicht nur Jagd und Forstwirtschaft. Die Gruppe befürchtet mit der Verordnung massive Einschränkungen der Bewegungsfreiheit für Wanderer im Alpengebiet. Eine Reihe von Berggipfeln wäre nicht mehr oder nur noch aus dem Ausland erreichbar, wie beispielsweise die Grauspitze.

Gegen Abbau der Mutterschaftszulage Mütter erhalten seit 1982 bei der Geburt eines Kindes eine Mutterschaftszulage, die je nach den Einkommensverhältnissen zwischen 500 und 4500 Franken beträgt. Die Regierung möchte diese Mutterschaftszulage abschaffen, die im Jahr 2010 noch an 70 Frauen ausbezahlt wurde. Im Vernehmlassungsbericht heisst es als Begründung, diese Zahlung werde «nicht mehr als notwendige soziale Massnahme» angesehen. Gegen die Absicht von Regierungschef und Familienminister Klaus Tschütscher wehrte sich der Koalitionspartner. Die FBP setzt sich für die Weiterführung der Mutterschaftszulage aus, da diese nur an Mütter ausbezahlt werde, die dieses Geld auch tatsächlich notwendig hätten. märz 2012


Liechtenstein will im internationalen Standortwettbewerb nicht abseits stehen und das Feld anderen Ländern überlassen. Wirtschaftsminister Martin Meyer nahm in Begleitung von Adolf Real, Präsident des Liechtensteinischen Bankenverbandes, im Januar an einem Kongress in Wien teil, um den Wirtschafts- und Finanzplatz einem internationalen Publikum zu präsentieren. Liechtenstein werde im Ausland noch viel zu oft als reiner Finanzplatz und weniger als breit diversifizierter Wirtschaftsstandort wahrgenommen, zog Martin Meyer seine persönliche Bilanz aus dem Kongress. Mit dem neuen Standortförderungsgesetz besitzt Liechtenstein eine gute Grundlage, um am internationalen Standortwettbewerb teilnehmen zu können.

Kein Personal mehr an der Grenze Ruggell – Nofels Der Schengen-Beitritt Liechtenstein bringt auch Veränderungen bei den Grenzübergängen Österreich – Liechtenstein mit sich. Ab 1. März 2012 gibt es keine Zollbeamte mehr beim Grenzübergang Ruggell – Nofels, die dort Dienst versehen. Beim Übergang Schaanwald – Tisis wird die personelle Besetzung von 5 Uhr morgens bis 22 Uhr abends reduziert. An beiden Grenzübergängen ist die Ein- und Ausreise mit gültigen Ausweisen und Privatwaren jedoch weiterhin durchgehend möglich. Einfuhrverzollungen nach Liechtenstein für Privatwaren ausserhalb der tolerierten Freimengen und ausserhalb der Öffnungszeiten können schriftlich im Selbstdeklarationsverfahren an den speziellen Anmeldeboxen vorgenommen werden.

Die Sommerzeit beginnt am 25. März

Foto: Marco Nescher

Der Beginn der Sommerzeit fällt dieses Jahr auf den 25. März, die Rückstellung auf die Normalzeit ist auf den letzten Sonntag im Oktober vorgesehen. Liechtenstein hat bereits seit 1977 ein «Zeitgesetz», das die Einführung der Sommerzeit regelt. Doch eingeführt wurde die Sommerzeit erst im Jahr 1981, nachdem auch die Schweiz die Zeitumstellung vorgenommen hatte. Die Schweizer hatten 1978 die Einführung der Sommerzeit per Volksabstimmung abgelehnt. Zwei Jahre später, kam das Referendum dagegen nicht mehr zustande.

Foto: iStock.com

Wiener Kongress über Wirtschaftsstandort

8. März 2012 Internationaler Tag der Frau Frauenorganisationen feiern auf der ganzen Welt den Internationalen Tag der Frau, der auf den 8. März festgelegt wurde. Auch in Liechtenstein findet seit einigen Jahren eine Veranstaltung am Weltfrauentag statt. In anderen Ländern gehen die Vorläufer der heutigen Feiern zum Frauentag schon Jahrzehnte zurück. Schon 1908 war in Amerika ein Frauenkomitee gegründet worden, das ein Jahr später einen Frauentag organisierte. Frauenrechtlerinnen, die das Stimm- und Wahlrecht für die Frauen forderten, riefen in Europa 1910 dazu auf, einen Internationalen Frauentag einzuführen. Verschiedene Staaten führten schon bald nach dem Ersten Weltkrieg das Wahlrecht für die Frauen ein, in anderen Ländern – wie etwa Liechtenstein und die Schweiz – dauerte es länger, bis den Frauen die politische Gleichberechtigung zuerkannt wurde. Auch die UNO liess sich Zeit mit der Sache der Frauen, bis dann das Jahr 1975 zum «Internationalen Jahr der Frau» erklärt wurde. Am 8. März in jenem Jahr organisierte die UNO eine Veranstaltung zum Frauenjahr, aber erst zwei Jahre später beschloss die UNO-Generalversammlung, den 8. März zum «Tag der Frau» zu ernennen. Seither steht der Internationale Frauentag jedes Jahr unter einem bestimmten Motto. Eine ganze Reihe von Staaten, darunter auch solche, die es mit den Menschenrechten der Frauen nicht so genau nehmen, haben den 8. März zum Feiertag erklärt.


1 5 0 J a h r e L a n d ta g

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1862 – Neue Verfassung mit neuem Landtag

7 Von Günther Meier

Das Revolutionsjahr 1848 hatte seine Spuren hinterlassen. Der Absolutismus war am Ende. Am 28. September 1862 unterzeichnete Fürst Johann II. die neue konstitutionelle Verfassung, die am «monarchischen Prinzip» festhielt.

Der Landtag feiert dieses Jahr gleich zweimal: Am Samstag, 30. Juni, findet auf dem Peter-Kaiser-Platz in Vaduz der «150-JahreJubiläumstag für die liechtensteinische Bevölkerung» statt, am 26. September folgt im Landtag die «Offizielle 150-Jahre-Jubiläumsfeierlichkeit des Landtags». Dieses Datum ist für die Feier gewählt worden, weil Die Geschichte des liechten- Fürst Johann II. am 26. Septemsteinischen Parlamentarismus ber 1862 die neue Verfassung unterzeichnete, die für Liechtenbeginnt mit der konstitutio- stein eine neue Epoche einläutenellen Verfassung von 1862 te. Der Landtag stellt dieses wichtige geschichtliche und staatspolitische Ereignis – zusammenfassend – folgendermassen dar: «Die Geschichte des liechtensteinischen Parlamentarismus beginnt mit der konstitutionellen Verfassung von 1862. Der Landtag wurde nun zu einer echten Volksvertretung, die zum grössten Teil aus freien Wahlen hervorging. Der Landtag besass nun Mitwirkungsrechte bei den Staatsaufgaben, zwar noch nicht bei allen, aber doch bei den wichtigsten: Das Recht zur Mitwirkung bei der Gesetzgebung, das Recht auf Zustimmung bei wichtigen Staatsverträgen, das Steuerbewilligungsrecht, das Recht zur Kontrolle der Staatsverwaltung sowie das Recht zur Mitwirkung bei der Militäraushebung.» Die Mitte des 19. Jahrhunderts war geprägt von politischer Unrast in Europa, die ihre Auswirkungen auch auf Liechtenstein hatte. Auch in unserem Land verlangte das Volk nach mehr Rechten, doch das Scheitern der Revolution 1848 bedeutete die Rückkehr zum absolutistischen Regierungssystem, die landständische Verfassung von 1818 wurde wieder wirksam, die dem Volk kei-

ne politischen Rechte zugestanden hatte. Pierre Raton stellt im Buch «Liechtenstein – Staat und Geschichte» das Geschehen in Liechtenstein in den europäischen Kontext: «Die Entwicklung des Kapitalismus, die Ausbreitung der Grossindustrie und das damit zusammenhängende Problem der sozialen Umschichtung hätten an sich genügt, um die Beseitigung dieses Zwergstaates zu bewirken. Denn Liechtenstein besass keine Industrie und zweifelte an sich selbst. Unter diesem Umständen bedeutete die Thronbesteigung von Johann II. im Jahre 1858 eine besonders günstige Fügung. Ihm war eine ungewöhnlich lange Regierungszeit beschieden. Johann II. war ein hervorragender Typus des aufgeklärten Fürsten, der es verstand, durch Freigebigkeit und Geschick dem Land soziale Erschütterungen zu ersparen und Schwierigkeiten mit dem Ausland von ihm abzuwenden. Fürst Johann II. war entschlossen, sein Fürstentum in einen modernen Staat zu verwandeln. Deshalb gewährte er eine Verfassung, wodurch das im Absolutismus beseitigte Selbstbestimmungsrecht des Volkes wiederhergestellt wurde.»

Durchbruch in Österreich war Wegbereiter für Verfassung

Der Weg zur neuen Verfassung war jedoch nicht in Liechtenstein vorbereitet worden, sondern in Österreich, wie im Buch «125 Jahre Landtag» nachgelesen werden kann: «Getreu dem Grundsatz, dass die kleine Monarchie Liechtenstein nach dem Vorbild der grossen Monarchie Österreich-Ungarn regiert werden sollte, hatten die


Die konstitutionelle Verfassung und die Amtsinstruktion aus dem Jahre 1862, welche die Rechte des Fürsten, des Volkes und des Landtags enthielt.

Deutschen Bundes vorschrieb, zu wahren. Die Grundlage für die neue Volksvertretung bildete Artikel 39 der Verfassung: «Der Landtag ist das gesetzmässige Organ der Gesamtheit der Landesangehörigen und als solches berufen, deren Rechte gegenüber Fürsten Alois II. und nach dessen Ableben Johann im Verhältnisse zur Regierung nach den BestimII. mit jeder Verfassungsänderung zugewartet, bis mungen der Verfassungsurkunde geltend zu masich in Österreich eine Lösung der Verfassungsfra- chen und das allgemeine Wohl des Fürsten und ge abzeichnete. Nach der blutigen Schlacht bei Sol- Landes mit treuer Anhänglichkeit an die Grundsätferino am 24. Juni 1859 ging die Phase des Neoab- ze der Verfassung möglichst zu befördern.» In Artisolutismus in Österreich zu Ende. Die militärische kel 2 der Verfassung wurde das monarchische PrinNiederlage hatte unvermeidliche Konsequenzen zip gewahrt: «Der Landesfürst ist Oberhaupt des auf die Innenpolitik: Mit dem Oktoberdiplom von Staates, vereinigt in sich alle Rechte der Staatsge1860 – einer eher föderalistischen Verfassung – und walt und übt sie unter den in gegenwärtiger Verfasder Februarverfassung von 1861 – sie brachte die sungsurkunde festgesetzten Bestimmungen aus.» Rückkehr zu einem zentralistischen System – erLandtag erhielt Initiativrecht in folgte in Österreich der Durchbruch zum Konstitu- der Gesetzgebung tionalismus. Der Reichstag und die Landtage der Der Fürst war somit nach der Länder erhielten das Recht zur Mitwirkung an der Gesetzgebung. Damit war auch der Weg frei für Verfassung der alleinige Souverän. In der Mitte des 19. Jahrhunderts war nicht nur Liechtenstein mit eine neue liechtensteinische Verfassung.» Verfassungsfragen beschäftigt, auch im benachbar Mehr Volksrechte und ten Vorarlberg wurde die neue «Landesverord monarchisches Prinzip nung» in Kraft gesetzt, die teilweise als Vorbild für Liechtenstein erhielt – wie er- die konstitutionelle liechtensteinische Verfassung wähnt – seine neue konstitutionelle Verfassung am diente. Die Verfassung Liechtensteins ordnete der 26. September 1862. Über die Ausgestaltung der Volksvertretung jedoch einen beträchtlich erweiVerfassung nochmals das Buch zum 125-jährigen terten Kompetenzbereich zu, wie im Buch «125 JahBestehen des Landtags: «Diese Verfassung war ei- re Landtag» beschrieben wird: «Ohne Zustimmung nerseits vom Gedanken geprägt, dem Volk eine Re- des Landtags durfte kein Gesetz gegeben, geändert präsentation mit beträchtlichen Mitwirkungsrech- oder aufgehoben werden – vorbehalten blieb dem ten zuzugestehen, und andererseits vom Willen, Landesfürsten das Recht, in dringenden Fällen das das monarchische Prinzip, wie es die Akte des Nötige zur Sicherheit und Wohlfahrt des Landes märz 2012


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vorzukehren. Ohne Bewilligung des Landtags durften keine direkten oder indirekten Steuern und Abgaben erhoben werden.» Der Landtag erhielt mit der Verfassung ausserdem ein unbeschränktes Initiativrecht in der Gesetzgebung, womit nicht nur der Fürst die Möglichkeit hatte, Gesetzesvorschläge in den Landtag einzubringen, sondern auch die Volksvertretung selbst.

3 Abgeordneten ernannte der Fürst. «Die Ernennung von 3 Abgeordneten tat dem Wesen des Landtags als einer Volksvertretung kaum Abbruch», zeigt der Autor des Buches «125 Jahre Landtag» Verständnis für diesen Umstand, «da der Fürst jeweils drei einheimische, angesehene Männer zu ernennen pflegte.» Der Landesfürst habe mit dem Ernennungsrecht die Möglichkeit erhalten, korrigierend Einfluss auf das Wahlergebnis zu nehmen. Mit Aus Drei Abgeordnete wurden 1862 nahme der ersten Landtagswahl 1862 hätten die vom Fürsten bestimmt Landesverweser stets die Wahlergebnisse abgewar Im Unterschied zum früheren tet und erst anschliessend dem Landesfürsten drei Ständelandtag mit 25 Mitgliedern wurde der neue Männer zur Ernennung vorgeschlagen. VerschieLandtag auf 15 Abgeordnete reduziert. Ein kleine- dentlich sei diese Gelegenheit von den Landesverres Parlament schien zu jener Zeit die beste Voraus- wesern genutzt worden, um bewährte Abgeordnete, setzung für effizientes Arbeiten zu sein. Von den 15 die von der Wahlmännerversammlung nicht mehr Abgeordneten konnten jedoch nur 12 vom Volk berücksichtigt worden waren, wieder in den Land| mittels Wahlmännern gewählt werden, die anderen tag zu bringen.

Ein Land – zwei Wahlkreise Fürst Johann Adam Andreas hatte 1699 die Herrschaft Schellenberg gekauft, im Jahre 1712 erwarb er die Grafschaft Vaduz dazu. Auch nach der Vereinigung der beiden Gebiete zum Fürstentum Liechtenstein 1719 blieb es bei Oberland und Unterland. Der absolutistischen Staatsauffassung stand die Aufgliederung in zwei Landschaften jedoch entgegen, die nur noch vom Einheitsstaat Liechtenstein ausging. An diesem Grundsatz hielt auch die Verfassung von 1862 zuerst fest, obwohl das Land im Gedächtnis der Bevölkerung weiterhin aus zwei Landesteilen bestand. Eine entscheidende Wende brachte aber nicht eine Verfassungsänderung, sondern das Münzgesetz von 1876. Weil der Silberpreis anfangs der 1870er-Jahre stark im Wert gesunken war, wollte die Regierung auf die Goldwährung übergehen. Die Abgeordneten aus dem Unterland waren dagegen und erhielten Unterstützung aus der Bevölkerung. Nach einem Demonstrationszug nach Vaduz wurde das Münzgesetz vom Fürsten ausser Kraft gesetzt und der Landtag aufgelöst. Bei den Wahlen 1877 entluden sich die Spannungen erneut, die Unterländer boykottierten die Wahl der Wahlmänner und verlangten eine Änderung der Verfassung: Liechtenstein sollte in zwei Wahlkreise eingeteilt werden. Diese Verfassungsänderung konnte aber nicht durchgeführt werden, weil der Landtag noch nicht gewählt war. Nach langen Verhandlungen wurde folgender Kompromiss gefunden: Die unterbrochenen Landtagswahlen wurden zu Ende geführt, doch war dem Landtag nur eine einzige Amtshandlung gestattet – die Schaffung der zwei Wahlkreise Oberland und Unterland. Der Landtag schuf 1877 die beiden Wahlkreise und wurde sofort aufgelöst. Im Mai 1878 fanden die nächsten Wahlen statt, wobei erstmals in zwei Wahlkreisen gewählt werden konnte.

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Unternehmertag 2012 Erfolgsrezepte aus der Praxis P u b l i r e p o r ta g e

Top-Manager Marc A. Hayek, Grammy-Gewinner Christian Gansch, Unternehmensberater Fred Kindle und Ökonom Klaus W. Wellershoff sind die Aushängeschilder des 7. Unternehmertags, der am Mittwoch, 28. März 2012, von 13.30 bis 17.00 Uhr stattfindet. Träger dieser Wirtschaftsplattform sind die Regierung und die Universität Liechtenstein. Der Unternehmertag wird von Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Martin Meyer eröffnet.

Der Unternehmertag soll als Aushängeschild des Unternehmertums im Rheintal, lautet die Zielsetzung für die Veranstaltung, Erfolgsrezepte aus der Praxis und Impulse für Entscheidungsträger, Unternehmer und Wirtschaftsinteressierte bieten! Als wichtige Plattform für unternehmerisches Know-how sowie als zentraler Anlass für das regionale Unternehmertum im Dreiländereck Liechtenstein, Rheintal und Vorarlberg bietet der Unternehmertag 2012 ein breites Angebot an spannenden Herausforderungen. Dementsprechend spricht der Unternehmertag ein breites Publikum an: n U  nternehmer, damit sie die Rahmenbedingungen, Netzwerke sowie Trends kennen

und nutzen n V  ertreter von Wirtschafts- und Fachverbänden n F  ührungskräfte, damit sie die Herausforderungen sowie den Wandel in ihren Unter-

nehmen aktiv mitgestalten n M  itarbeitende in verantwortungsvollen Positionen, damit sie ihr mitunternehmerisches Denken und Handeln stärken n W  irtschaftsinteressierte, Entscheidungsträger und Fachkräfte Umfragen unter den Teilnehmern zeigen jedes Jahr, dass die Plattform Unternehmertag nicht nur sehr beliebt ist, sondern dass dem Unternehmertag vor allem auch ein hoher Nutzen zugeordnet wird. Dies insbesondere im Bereich der Vernetzung der einzelnen Wirtschaftstreibenden sowie der Vermittlung von konkretem Praxis-Know-how.

Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Martin Meyer hält die

Shuttle-Service Der Unternehmertag bietet allen Gästen einen kostenlosen Shuttle-

Eröffnungsansprache am 7. Unternehmer-

Service an: Es steht nur eine geringe Zahl Parkplätze am Veranstaltungsort zur Verfügung. Dieser Shuttle fährt vom Rheinpark Stadion ab 11.45 Uhr regelmässig zur Universität Liechtenstein – und nach der Veranstaltung regelmässig wieder zurück, so dass die Gäste genug Zeit haben, den Apéro und das Networking zu geniessen. Alle Gäste erhalten ein Gratisticket für das Parken im Rheinpark Stadion – diese werden vom Busfahrer bei der Rückfahrt an alle Gäste abgegeben.

tag, der unter dem Motto steht:

Termin und Ort Datum: Mittwoch, 28. März 2012; Zeit: 13.30 Uhr bis 17.00 Uhr (anschliessend Apéro) Ort: Spoerry-Halle, Universität Liechtenstein Tickets und Informationen: www.unternehmertag.li

«Entrepreneurs forever».


WIRTSCHAFT

Mit Entscheidungsträgern im Gedankenaustausch

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Der Unternehmertag 2012, der auf Liechtenstein, das Rheintal und Vorarlberg

Von Martin Meyer

ausgerichtet ist, steht unter dem Motto «Entrepreneur forever». Er dient dem Gedankenaustausch und dem Networking unter Unternehmern sowie zwischen Unternehmern und Wirtschaftsorganisationen.

Das Rheintal zwischen Chur und Bodensee gehört zu den innovativsten Regionen in Europa. Drei Länder grenzen entlang des Rheins auf kleinem Raum aneinander, die unterschiedliche politische, wirtschaftliche und soziale Strukturen aufweisen, in der Europapolitik unterschiedliche Wege gehen und die dennoch einen Grenzraum mit ZuEine Reihe von Anstren- kunft bilden. Schon vor Jahrgungen sind unternommen zehnten haben mutige und innovative Unternehmer die Dreilänworden, das Unternehmertum der-Ecke geprägt, indem sie Ideen entwickelten und internatiowieder gezielter zu fördern nal tätige Unternehmen aufbauund für junge Unternehmer ten. Basierend auf diesen Grundideen sind in den letzten Jahren attraktiv zu machen eine Reihe von Anstrengungen unternommen worden, das Unternehmertum wieder gezielter zu fördern und vor allem auch für junge Unternehmer attraktiv zu machen. Grenzen sind nicht nur Hindernisse, Grenzen bergen auch vielerlei Chancen, die genutzt werden können. Der Unternehmertag, der am 28. März 2012 bereits in 7. Auflage durchgeführt wird, geht über die Grenzen hinweg und bezieht die Region

Unternehmertag 2012 Der «Unternehmertag Liechtenstein, Rheintal, Vorarlberg 2012», den Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Martin Meyer eröffnen wird, steht unter dem Motto «Entrepreneurs forever». Die Trägerschaft für den Unternehmertag haben die Regierung und die Universität Liechtenstein übernommen. Mittwoch, 28. März 2012 von 13.30 – 17.00 Uhr. Spoerry-Halle Vaduz. www.unternehmertag.li

Liechtenstein, Rheintal und Vorarlberg bewusst als eine Gesamtregion mit ein. Auch wenn teilweise unterschiedliche Regelungen vorhanden sind, die der Wirtschaft beim Überwinden der Grenzen noch im Wege stehen, beim Unternehmertag sind keine Grenzen vorhanden. Der Gedankenaustausch, der bei dieser Veranstaltung sicher grenzüberschreitend stattfinden wird, erhält gerade seine Belebung dadurch, dass unterschiedliche Regelungen vorhanden sind. Zahlreiche Berührungspunkte für die Unternehmer sind bereits grenzüberschreitend, wenn ich etwa an den Wissens- und Technologietransfer zwischen Hochschulen und Wirtschaft denke. Andere werden in unserer Zeit des Grenzenabbaus in den nächsten Jahren zweifellos folgen. Zur Förderung des Unternehmertums sind in Liechtenstein in den letzten Jahren eine Reihe von Massnahmen gesetzt worden, die sich bereits positiv auswirken und noch weiter in die Zukunft wirken.  Zu diesen Massnahmen zählt die Steuerreform, die für die Unternehmen eine Flattax von 12,5 Prozent vorsieht. Die niedrige und einheitliche Besteuerung der Betriebe geht vom Grundsatz aus, dass sich Unternehmertum lohnen muss. Nur dann bürden sich Unternehmer ein nicht immer kalkulierbares Risiko auf, nur dann übernehmen sie Verantwortung als Arbeitgeber und nur dann entwickeln findige Köpfe innovative Ideen, die sich auf dem regionalen und internationalen Markt absetzen lassen.  Dazu gehört auch die Durchführung des Unternehmertags, der Unternehmer und Wirtschaftsorganisationen zum Gedankenaustausch sowie Networking zusammenbringt. Das jeweils hochkarätige Programm verspricht unmittelbaren


Auch der Unternehmertag dient der Förderung des Unternehmertums im Grenzraum Liechtenstein,

Foto: Marco Nescher

Rheintal und Vorarlberg.

Nutzen für die Teilnehmer, erweitert deren Horizont und dient der Information über die Wirtschaft in den angrenzenden Gebieten.  Zu den Förderungsmassnahmen für die Unternehmer zählen auch die Durchführung der Europäischen KMU-Woche, der Aufbau eines Exportmarktplatzes und die Organisation des Liechtensteiner Investitionsmarkts, der als Plattform für das Zusammentreffen von Unternehmern und Investoren aufgebaut ist.  Das neue Standortförderungsgesetz hat sich zum Ziel gesetzt, klare Kernbotschaften nach aussen zu richten und die Profilierung des Marketingauftritts zu definieren. Das Land Liechtenstein soll als international anerkannter Wirtschaftsstandort und als eine attraktive Tourismusdestination vermarktet und gefördert werden.  Nicht zuletzt haben die Unternehmer einen Nutzen, wenn der Staat die Wege kurz hält, die Verwaltung effizienter macht und die Bürokratie so weit wie möglich abbaut. Eine effiziente Verwaltung spielt eine bedeutende Rolle für die Unternehmer und bildet eine wichtige Basis für optimale Bedingungen für einen Wirtschaftsstandort. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen effizienten Verwaltungsapparat zu schaffen, der zur Leistungsfähigkeit

Zur Person Dr. Martin Meyer ist Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister des Fürstentums Liechtenstein. Zu seinen Ressorts gehören auch Verkehr und Bau.

und zur Dynamik der Wirtschaft beiträgt. Zu diesem Zweck wird das System «One-Stop-Shop» mit dem Internet-Hochleistungsportal aufgebaut, um die Kommunikationsabläufe zu vereinfachen und die Fristen für Bewilligungen zu verkürzen. Wir erküren auch den Entrepreneur of the Year und sprechen mit Unternehmern bei «Wirtschaft im Dialog». Mit den erwähnten Veranstaltungen und Massnahmen wollen wir aber nicht nur die Wirtschaft fördern, sondern wir wollen ebenso ein Klima der Anerkennung schaffen, in welchem ein erfolgreiches Unternehmertum eine wichtige gesellschaftliche Vorbildfunktion wahrnimmt. Wir wollen Innovationen fördern, aber auch risikobereite und sozial verantwortungsbewusste Persönlichkeiten, die durch ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen. Liechtenstein kennt traditionsgemäss keine klassische Wirtschaftsförderung mit Unterstützung einzelner Branchen und einzelner Unternehmen. Aber der Staat stellt für die Unternehmer möglichst gute Rahmenbedingungen zur Verfügung, damit die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft erhalten werden kann. Eine breite Ausrichtung des Werk- und Finanzplatzes, des gesamten Unternehmertums, gehört zu unseren Zielsetzungen in der Wirtschaftspolitik. Zu den Zielen der «Agenda 2020» gehört, Liechtenstein zu einem führenden Standort für wertschöpfungsstarke Unternehmen zu positionieren und damit die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum von Wertschöpfung, Beschäftigung und Wohlstand zu schaffen. Der Unternehmertag ist ein Mosaikstein davon bei der | Umsetzung dieser Ziele. märz 2012


STEUERN

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Steuerliche Abzugsmöglichkeiten

13 Von Marcel Kieber

Die Steuererklärung für das Steuerjahr 2011 stellt die Steuerpflichtigen vor neue Herausforderungen, nachdem das neue Steuergesetz erstmals wirksam wird. Von Interesse für die Steuererklärung sind die Abzugsmöglichkeiten bei den Sozialversicherungsbeiträgen.

Am 1. Januar 2011 wurden in Liechtenstein das neue Steuergesetz und seine dazugehörenden Verordnungen eingeführt. Im nachfolgenden Beitrag werden überblicksartig einige Gesichtspunkte und Neuerungen bezüglich der Besteuerung der staatlichen, betrieblichen und privaten VorsorEinmalige Zuweisungen an ge von natürlichen Personen herdie Pensionskasse können ausgegriffen. Bei der Staatlichen Vorsorge (1. Säule) können wie lediglich im Jahr der bis anhin sämtliche SozialversiZuweisung steuerlich cherungsbeiträge, welche die natürliche Person bzw. die gemeinberücksichtigt werden sam zu veranlagenden Ehepartner an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV), an die Arbeitslosenversicherung (ALV) sowie an die Familienausgleichskasse (FAK) zu entrichten hat bzw. haben, gänzlich in Abzug gebracht werden. Bei der Betrieblichen Vorsorge (2. Säule) konnten natürliche Personen bis zum 31. Dezember 2010 sämtliche Beiträge und Prämien an Pensionskassen und ähnliche Einrichtungen der beruflichen Vorsorge (wie z.B. unternehmenseigene Vorsorgeeinrichtungen, Vorsorgestiftungen oder -genossenschaften) bis zu einem maximalen Abzugsbetrag von 12 % des (gemeinsamen) steuerbaren Erwerbseinkommens der Steuerpflichtigen abziehen. Ab 1. Januar 2011 be-

Zur Person Mag. iur. rer. oec. Marcel Kieber arbeitet in der Steuer- und Rechtsberatung der ReviTrust in Schaan. Informationen: www.revitrust.com und marcel.kieber@revitrust.li

steht die 12 %-Grenze weiterhin für laufende Beiträge und Prämien. Neu können künftig einmalige Beiträge und Prämien prinzipiell in vollem Umfang und unbegrenzt vom steuerbaren Erwerb abgezogen werden. Ebenso fallen neu auch Pensionsfonds unter diese Bestimmungen. Die Abzugsmöglichkeit steht sowohl unselbstständig wie auch selbstständig Erwerbenden zu.

Zahlungen zur Deckung von Beitragslücken

Besteht eine Deckungslücke gemäss dem aktuell gültigen Reglement der Pensionskasse, kann diese Lücke durch eine einmalige grössere Zuweisung oder über Jahre verteilt, gemäss individueller Vereinbarung mit der Pensionskasse, geschlossen werden. Diese Zahlung zur Deckung der Beitragslücke kann auch nach Eintritt in die Pensionskasse erfolgen und schliesst den obligatorischen und überobligatorischen Bereich ein. Der Einkauf kann spätestens bis drei Jahre (36 Monate) vor Erreichung der effektiven Pensionierung erfolgen. Einmalige Zuweisungen an die Pensionskasse können lediglich im Jahr der Zuweisung steuerlich berücksichtigt werden. Vorteilhaft sind solche Einmalprämien dann, wenn im laufenden Steuerjahr ein ausserordentlicher Gewinn, Bonuszahlungen oder Tantiemen die Erwerbssteuerbemessungsgrundlage erhöhen und gegebenenfalls ein höherer Tarif zur Anwendung kommen würde. Bis anhin konnten Einlagen in die Pensionskasse nicht vom Erwerbseinkommen abgezogen werden und somit entstand eine deutlich höhere Erwerbssteuerbelastung. Zusätzlich darf die steuerbegünstigte Einlage nicht zur Überschreitung bestimmter Grenzen der Pensionskassenrente führen. Erstens ist die jährli-


Foto: Günther Meier

che Altersrente der Pensionskasse bei CHF 417'600 gedeckelt. Zweitens müssen die resultierenden Altersleistungen angemessen zu den Lohnbezügen vor der Pensionierung sein. Als angemessen gelten Einkäufe, welche zu einer Altersrente der Pensionskasse in der Höhe von bis zu 80 % des durchschnittlich versicherten AHV-pflichtigen Lohnes oder des durchschnittlichen Einkommens der letzten 5 Jahre vor der Pensionierung führen. Liegt bspw. der durchschnittliche AHV-pflichtige Lohn bei CHF 120'000, so werden steuerlich nur Einkäufe anerkannt, welche zu einer maximalen jährlichen Rente von CHF 96'000 führen.

Abzugsmöglichkeiten bei der privaten Vorsorge

Unter privater Vorsorge (3. Säule) werden Lebensversicherungen, Krankenversicherungen und Unfallversicherungen verstanden, welche freiwillig abgeschlossen werden. Somit kann jeder alleinstehende Steuerpflichtige oder Alleinerziehende maximal einen Betrag von CHF 3'500 und gemeinsam zu veranlagende Ehegatten einen Betrag von CHF 7'000 vom steuerbaren Erwerbseinkommen abziehen. Beiträge für Kinder können ohne Nachweis wie folgt abgezogen werden: bis 16 Jahre mit CHF 600, von 17 bis 20 Jahren mit CHF 1'500 sowie ab 20 Jahren mit bis zu CHF 2'100. Wird der vollständige Nachweis erbracht, so kann für jedes Kind maximal CHF 2'100 abgezogen

Das neue Steuergesetz bringt werden. Einmalprämien können Neuerungen und veränderte im Gegensatz zu obigen AusfühAbzugsmöglichkeiten bei den rungen zur 2. Säule hier nicht Sozialversicherungen. unbegrenzt abgezogen werden. Für Kinder mit einem total steuerpflichtigen eigenen Erwerb über CHF 12'000 werden kein Kinderabzug und auch kein Versicherungsabzug gewährt. Es empfiehlt sich, bei der Vorsorgeplanung auch die steuerlichen Aspekte zu berücksichtigen. Die anstehende Steuererklärung ist ein guter Zeitpunkt die eigene Vorsorge, auch in Anbetracht der verbesserten Abzugsmöglichkeiten der 2. Säule, mit einer Fachperson zu besprechen | und vorausschauend zu planen. 

Vereinfachtes Beispiel für gemeinsam veranlagte Ehepartner: Steuerpflichtiger Erwerb

100'000.– 150'000.– 200'000.–

(inkl. Vermögenssollertrag) Deckungslücke

50'000.–

50'000.–

50'000.–

Gemeindesteuerzuschlag 150 % Steuerbelastung ohne Schliessung

4’250.–

9'250.–

15’250.–

500.–

4'250.–

9’250.–

3'750.–

5'000.–

6'000.–

der Deckungslücke Steuerbelastung mit Schliessung der Deckungslücke Steuerersparnis

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ENER G IE

Eine Zukunft mit Abenteuerspielplatz Grün-Strom-Strategie rund um den Walen

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Energie aus Atomkraftwerken ist ein Jahr nach der Katastro-

Von Andrea Matt

phe von Fukushima out. Erneuerbare Energien sind in. Strom aus ihnen wird als Ökostrom und damit als grüne, gute Energie wahrgenommen, obwohl das nicht immer stimmt.

Der Tsunami in Japan tötete im März 2011 mehr als 19'000 Menschen. Wie viele aufgrund der Atomkatastrophe erkranken oder sterben werden, kann heute noch niemand wissen. Doch seit Fukushima ist klar, welches Risiko in der Atomenergie steckt und wie gefährlich ein Unfall in einem europäischen Atomkraftwerk auch für die Menschen in Liechtenstein wäre. Nur gerade mal 165 Kilometer weit weg steht das Atomkraftwerk Grundremmingen in der Heute getroffene Nähe von Ulm. Klimaschädlicher Strom aus Braun- und Entscheidungen müssen so Steinkohle ist keine echte Altergefällt werden, dass die native zu Atomstrom. Deshalb liegen erneuerbare Energien, Lebensgrundlagen der also aus Wasser, Sonne, Wind Kinder und Enkelkinder oder Biomasse gewonnene Energien, im Trend. Auch deshalb ist nicht zerstört werden in Liechtenstein eine Diskussion über die Nutzung des Rheins für die Stromproduktion entflammt. Die Regierung möchte in der Energiestrategie 2020 das Ziel verankern, ab dann ein Fünftel der im Land benötigten Energie auch in Liechtenstein zu produzieren. Dazu müsste die Stromproduktion im Inland mehr als verdoppelt werden. Nur mit dem Bau neuer Photovoltaikanlagen kann dies nicht gelingen, weil die 567 Anlagen im Jahr 2010 gerade mal 0,42 Prozent des Stroms produzierten. Will die Regierung

Zur Person Andrea Matt ist Geschäftsführerin der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU). www.lgu.li

also am angekündigten Ziel festhalten, muss sie ein neues, grosses Wasserkraftwerk bauen lassen. Untersuchungen, wie der Alpenrhein für die Stromproduktion genutzt werden könnte, laufen bereits. Zwischen Balzers und Ruggell werden zwei Standorte für Staustufen gesucht. Ein grosser Teil der Bevölkerung steht so einem Vorhaben skeptisch gegenüber. Viele erinnern sich noch an die Diskussion der alten Kraftwerkspläne am Rhein mit fünf Staustufen vor etwa 20 Jahren.

Angst um das Grundwasser Das Konzessionsgesuch war damals auf seine Umweltverträglichkeit hin untersucht worden, schreibt die Regierung des Kantons St. Gallen im Juli 2011 in ihrem Bericht an den Kantonsrat. Nach Auflage des Umweltverträglichkeitsberichtes im Herbst 1991 lagen 619 Einsprachen gegen das Projekt vor. Privatpersonen, Organisationen und Gemeinden befürchteten eine Verschlechterung der Grundwassersituation. Aufgrund der Staustufen gebe es weniger Grundwasser und das wenige müsse aufbereitet werden. Der Bericht enthalte keine gesicherten Aussagen über den Ist-Zustand und die voraussehbare Entwicklung der Grundwasserverhältnisse.

Breite Ablehnung der Rhein- kraftwerke

Der Bericht vermochte auch die Regierung des Kantons St. Gallen nicht zu überzeugen. Sie sprach sich Anfang 1993 aufgrund fehlender Umweltverträglichkeit gegen die Rhein-


Kraftwerke mit der Energie des Rheins stehen heute, nach der Ablehnung vor zwanzig Jahren, wieder auf der Agenda der Energiepolitik.

Foto: Marco Nescher

erbaren Energien das schwächere Zertifikat naturemade basic. Die Liechtensteinischen Kraftwerke verkaufen basic-zeritifizierte erneuerbare Energie, also ohne ökologische Minimalfunktion hergestellte Energie, als LiStrom Natur und umweltschonend produzierten, star-zertifizierten Ökostrom als LiStrom Natur plus.

kraftwerke aus und teilte dies dem Bundesrat mit. Auch die Umweltschutzfachstelle stellte ein Gesuch auf Ablehnung. Ähnliche Bedenken bestanden in Liechtenstein. Eine Aussprache der Behörden des Schweizerischen Bundes, des Fürstentums Liechtensteins und des Kantons St.  Gallen fand im Juni 1994 statt. Im Anschluss zogen die Gesuchssteller das Projekt Rheinkraftwerke St. Gallen-Liechtenstein zurück, auch wegen fehlender Wirtschaftlichkeit.

Erneuerbar, aber nicht umwelt- verträglich

Beispielhaft zeigt das Scheitern des alten Rheinkraftwerk-Projektes, dass Stromgewinnung aus erneuerbarer Energie nicht automatisch für die Umwelt gut ist. Sie kann sogar schädlich sein, wenn wie bei den Rheinkraftwerken durch Staustufen die Gewässerdynamik zerstört wird, dadurch der Rhein das Wasser nicht mehr reinigen kann und dies die Qualität des Grundwassers gefährdet. Strom aus erneuerbaren Energien ist also nur dann Ökostrom, wenn er umweltschonend hergestellt wird. Für Endkunden sichtbar werden die beiden Qualitätsstufen am Zertifikat. Umweltschonend hergestellte Energie erhält das Zertifikat naturemade star, alle anderen erneu-

LGU fordert ökologische Stromproduktion

In ihrer Agenda 2020 hat sich die Regierung Liechtensteins einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Es ist ein Bekenntnis, jede Entscheidung auf ihre Enkeltauglichkeit hin zu überprüfen. Ein Ziel, das aus Sicht der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) richtig ist. Heute getroffene Entscheidungen müssen so gefällt werden, dass die Lebensgrundlagen der Kinder und Enkelkinder nicht zerstört werden. Deshalb setzt die LGU auf Ökostrom. Strom soll im Inland nur noch dann hergestellt werden dürfen, wenn bei seiner Herstellung auf die Umwelt geachtet wird, er also entsprechende Gütesiegel bekommt. Die LGU hat sich vor 20 Jahren gegen die Staustufen am Rhein ausgesprochen, weil sie eine zu grosse Gefahr für unsere Umwelt, insbesondere das wertvolle Grundwasser, darstellten. Strom kann auch an anderen Orten produziert werden. Das Grundwasser jedoch, das kann nur hier und nur durch den Rhein auf natürliche Weise gereinigt werden. Die LGU wird sich auch in Zukunft für den Schutz dieses einmaligen Natur| schatzes einsetzen. märz 2012


A B G B - JU B ILÄUM

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Ein bewährtes Werk Abenteuerspielplatz für das Zivilrecht rund um den Walensee

17 Von Günther Meier

Das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) ist in Liechtenstein 1812 in Kraft getreten. Auf das Jubiläum «200 Jahre ABGB», das dieses Jahr gefeiert wird, ist eine Reihe von Gesetzen angepasst und modernisiert worden.

ABGB – Die vier Buchstaben sind gelegentlich sogar für gestandene Juristen ein Zungenbrecher. Dem juristischen Laien sagt auch die Langversion «Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch» nicht viel – und doch begleiten die 1812 festgelegten und seither hin und wieder angepassten Vorschriften des Zivilrechts die Bürgerinnen und Bürger in fast jeder Lebenslage: Beispielsweise das Familien- und Kindschaftsrecht, das Ausserstreitgesetz, das Sachwalterrecht, das Patientenverfügungsgesetz, das Dieses Jahr feiert LiechtenErbrecht, das Schuldrecht und stein die Übernahme des vieles mehr. Entstanden ist das Allgemeinen Bürgerlichen ABGB im Jahr 1811 in Österreich und wurde in den deutschspraGesetzbuches aus Österreich chigen Ländern der Donaumonvor 200 Jahren archie 1812 in Kraft gesetzt. Liechtenstein übernahm das ABGB zur gleichen Zeit und liess die ersten hundert Jahre das Zivilrecht praktisch unverändert. Erst die Ausrichtung der Wirtschaft auf die Schweiz, mit dem Zollvertrag 1923 im Mittelpunkt, veranlasste Liechtenstein zur Ablösung des ABGB-Sachenrechts durch das Sachenrecht aus dem Schweizerischen Zivilgesetzbuch (ZGB). Im Hinblick auf das Jubiläum «200 Jahre ABGB» wurden seit 2007, als die Regierung das Gedenken an die Übernahme des ABGB beschloss, eine Reihe von Zivilrechtsgesetzen modernisiert, angepasst und somit auf den neuesten Stand gebracht.

erste Festveranstaltung im Wiener Rathaus statt, an der auch Regierungschef Klaus Tschütscher teilnahm. Bei diesem Anlass wurde hervorgehoben, dass das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch neben dem Code Civile in Frankreich das älteste heute noch geltende Zivilgesetz Europas sei. Auf das im Jahr 2012 bevorstehende Jubiläum «200 Jahre ABGB» setzte die Regierung 2007 eine Projektgruppe mit dem Auftrag ein, die Aktualisierung der in unserem Land seit 1812 geltenden Zivilrechtskodifikation unter Einschluss des Verfahrensrechts und Nebengesetze in Angriff zu nehmen. Zuvor war im Ressort Justiz der Revisionsbedarf untersucht und dabei festgestellt worden, dass die österreichische Grundlage in der Vergangenheit mehrere Gesetzesänderungen erfahren habe, die von Liechtenstein noch nicht übernommen wurden. Während sich in Liechtenstein die Änderungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf partielle Abänderungen und Anpassungen einzelner Rechtsvorschriften beschränkten, gab es im österreichischen ABGB etwa zwei Dutzend Novellierungen. Aus dieser Tatsache wurde der akute Reformbedarf abgeleitet, weil sich Liechtenstein in früheren Zeiten jeweils bemüht habe, die ABGB-Änderungen Österreichs nachzuvollziehen.

Das Zivilgesetzbuch einer Aktualisierung unterziehen

Die Projektgruppe steht nach dem Regierungswechsel unter dem Vorsitz von Jus In den letzten Jahrzehnten gab tizministerin Aurelia Frick, die den Auftrag mit es Reformbedarf den Worten zusammenfasste: «Die Aufgabe der Nicht nur Liechtenstein feiert, Projektgruppe besteht darin, das gesamte Zivilgeauch Österreich begeht das Jubiläum «200 Jahre setzbuch einer Aktualisierung und ModernisieABGB». Im vergangenen Herbst fand bereits eine rung zu unterziehen. Dabei ist auf die Rechtslage in


Foto: Günther Meier

Das Allgemeine Bürgerliche

den Herkunftsländern des rezipierten Rechts Bedacht zu nehfranzösischen Code Civile das men und zu prüfen, ob und inälteste heute noch geltende wieweit Rechtsänderungen nachZivilgesetz Europas. zuvollziehen und Anpassungen vorzunehmen sind. Die Vorgehensweise wurde dahingehend festgelegt, dass einer Reform in Etappen gegenüber einer Gesamtrevision der Vorzug eingeräumt wurde. Darüber hinaus hat die Projektgruppe eine Rückschau auf sämtliche Rechtsänderungen vollzogen, die von den beiden Nachbarstaaten Österreich und der Schweiz in der Vergangenheit vorgenommen wurden.» Ebenso sei mit Rücksicht auf die übrige Rechtsordnung geprüft worden, in welcher Form eine Übernahme für Liechtenstein sinnvoll erscheine.

tenstein führte. Elisabeth Berger hat sich schon 2003 am Liechtenstein-Institut mit dem Transfer von Rechtsvorschriften befasst und hält in der Schrift «Österreichs ABGB in Liechtenstein» fest: Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging man daran, in Liechtenstein eine moderne, zentral verwaltete und einheitlich strukturierte Landesverwaltung einzurichten. Das geschah im Rahmen einer Neuorganisation sämtlicher liechtensteinischer Herrschaftsverwaltungen. Die Stellung als souveräner Staat und das mit dem Austritt aus dem Verband des Heiligen Römischen Reiches verbundene Ende der Wirksamkeit der Reichsverfassung erforderte neben der Modernisierung der Verwaltung auch eine Erneuerung der Landesverfassung. Unter «Landesverfassung» verstand man nicht nur eine Verfassung im formellen Hintergründe zur Einführung Sinn, sondern man begriff darunter das rechtliche des Zivilgesetzbuchs Verfasstsein des Landes schlechthin, also die ge Das Jubiläum «200 Jahre ABGB» samte Rechtsordnung. Eine umfassende Erneuebildet nicht nur den Anlass, um die Anpassung des rung des Rechtsbestandes war tatsächlich notwenAllgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches vorzuneh- dig, da in Liechtenstein damals noch der sogenannmen und zu kommentieren. Es gibt ausserdem die te «Landsbrauch» herrschte, d.h. teils mündlich Gelegenheit, auf die Hintergründe hinzuweisen, überliefertes, teils schriftlich festgehaltenes, lokales | die 1812 zur Übernahme des ABGB durch Liech- Gewohnheitsrecht.

Gesetzbuch ist neben dem

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KULTUR

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Gottfried Honegger Das kreative Sehen

19 Von Kornelia Pfeiffer

Ein Guckloch in eine freie Welt, das ist Kunst für Gottfried Honegger. Wer das Geheimnis der Arbeiten des eigenwilligen Konstruktiv-Konkreten entdecken will, muss sich auf sie einlassen. «Spuren aus über 60 Jahren» sind in der Galerie am Lindenplatz ausgestellt.

«Kunst, die die Natur imitiert, reduziert die Freiheit der Interpretation», sagt Gottfried Honegger. Wenn schon alles gesagt sei, was solle sich der Betrachter dann noch selber ausdenken oder vorstellen. Der Maler und Bildhauer bleibt unbeirrbar: Der Künstler schafft das Werk, der Betrachter gibt ihm seinen Sinn. Seit Jahren arbeitet Honegger Kunstmachen ist ein Versuch, mit den Grundformen alles das Unbewusste, das Geahnte Sichtbaren, dem Quadrat, dem Dreieck, dem Kreis. Mit Vorliebe sichtbar zu machen forscht der Schweizer Künstler im Bereich zwischen Bild und Relief auf der Suche nach der Einheit zwischen Bild, Wand und Lebensraum, nach einem Gesamtkunstwerk, in dem «die Welt zu Kunst wird». Galerist Kurt Prantl gibt denn auch der derzeitigen Honegger-Ausstellung in der Galerie am Lindenplatz in Vaduz den Untertitel: «Von der Wand in den Raum».

Dem Sichtbaren auf den Grund gehen

Zwei frühe Monotypien aus den Jahren 1949 und 1950 deuten an, was für Honegger typisch scheint: Er erfasst die äussere Form und zerlegt gleichzeitig die innere Struktur. Auf den ersten Blick sehen zahlreiche seiner Bilder wie monochrome Flächen aus: dottergelb, stahlgrau, rostrot. Genauer betrachtet aber sind sie durchzogen von gitterartigen Strukturen, kleinen Rechtecken oder Dreiecken, wobei minimale Farbvarianten oder Unebenheiten das auftreffende Licht jeweils umlenken. Ordnungsstrukturen, spielerisches und sinnliches Erleben von Form und Farbe regen den Betrachter an, selbst wahrzunehmen und die Dimension der Freiheit zu erfahren.

«Die geschnittenen Schichten steuern das Tageslicht und geben immer neue Sehweisen frei», bekräftigt Kurt Prantl mit Blick auf ein gelbes Tableau-Relief aus dem Jahr 2006. Und das Wandrelief daneben von 2009 zeigt, wie Honegger die Bildform öffnet und die dahinter liegende Wand in das Werk einbezieht. Parallel, diagonal oder direkt sind die Bilder und Skulpturen in der Galerie wie zu einem Dialog angeordnet. Zu den Reliefs gesellen sich konkret-gegenstandslose Skulpturen. Pliage C 153 ist im Jahr 2003 zusammen mit fünfzehn weiteren Arbeiten von gleicher Grösse und in der Farbe weiss entstanden. Honegger hat die Kreissegmente, die zwei geblähten Segeln ähneln, nicht mit dem Zirkel, sondern mit freier Hand geschaffen. Der Betrachter soll durchschauen, wie das Aluminium geschnitten, gebogen und befestigt ist. Bei jedem Werk Honeggers muss dieser selbst dem Sichtbaren auf den Grund gehen und seine Schlüsse ziehen. Das gilt für die zwei rubinroten Viertelschalen einer Halbkugel ebenso wie für das schwarz-weisse Wandrelief – beides entstanden 2011. Am 12. Juni wird Gottfried Honegger 95 Jahre alt und er wird nicht müde, die Verantwortung der Künstler für die Gesellschaft ihrer Zeit zu beschwören. Nach einer Kindheit im bündnerisch-bäuerlichen Sent und einem Grafik-Lehrjahr in Zürich arbeitete er zuerst als Werbegrafiker. 1939 ging er nach Paris und befasste sich auch mit dem Kubismus. Im Krieg kehrte er nach Zürich zurück, 1948 berief ihn Johannes Itten an die Kunstgewerbeschule. Er lernte die Züricher Konkreten um Max Bill, Richard Paul Lohse und Camille Graeser kennen, gehörte ihrer Gruppe aber nie an. Zehn Jahre später zog er nach New York, wo er


Galerist Kurt Prantl vor einem Werk von Gottfried Honegger in der Galerie am Lindenplatz in Vaduz.

Foto: Günther Meier

niert Honegger seine Skulpturen zum Beispiel vor einer Naturund Parkkulisse im südlichen Frankreich. Er kämpft gegen das Hässliche mit einer Ästhetik, die die Künstlichkeit akzeptiert. An Mark Rothko und Sam Francis traf und seine erste einem weissen Sonntag vor zwanzig Jahren trafen Ausstellung hatte. «In New York bekam ich den Mut Gottfried Honegger und Kurt Prantl zusammen. zum Unbekannten, zum Persönlichen», sagt er. In Seitdem hat der Galerist Zugang zu dem Nachlass Paris, wo er in den 1960er-Jahren lebte, fand er das des Künstlers in einem Depot in Triesen – ein kultur-geschichtliche Klima. Später in Cannes, im Schaulager, das zum Stöbern einlädt. «Wir werden Süden, am Meer, entdeckte er die Farbe. Und Zü- geträumt, was aber, wenn wir aufwachen?», nimmt rich, seine Vaterstadt, wo er seit 2005 wieder lebt, Kurt Prantl die Gedanken Gottfried Honeggers auf. prägte seine kulturpolitische Gesinnung. 1990 In einer Welt der Überinformation, in der die Fangründete er in einem Dorf an der Côte d’Azur den tasie und die kritische Reflexion verarmten, sei L’espace de l’Art Concret mit einem Kinderatelier. kreatives Sehen wichtiger denn je. | Honegger ist überzeugt, dass die Kunst einen sozia- www.galerielindenplatz.li len Auftrag hat. Und durch die Philosophen Jacques Monod, Paris, und Paul Feyerabend, Zürich, entdeckte er, dass «Kunstmachen ein Versuch ist, das Unbewusste, das Geahnte sichtbar zu machen». Wir werden geträumt Honegger geht davon aus, dass jeder Mensch kreativ ist und Kunst und Schönheit zum Leben braucht. Offen geisselt der Querdenker, was dem im Weg steht: eine rücksichtslose Wirtschaft, eine unsinnliche Technik, Konsumwahn und Leistungsgesellschaft, der aufgeblähte Kunstmarkt, eine Supermarkt-Kultur. Der Künstler ist ein wacher Beobachter der Entwicklungen in der westlichen Gesellschaft. Es sei naiv zu glauben, sagt er, dass wir die Tropenwälder retten können. Das Wasser werde knapp, der Regen sauer. Der Künstler habe da die Aufgabe, einer künstlichen Umwelt eine Lebensqualität zu geben. Entsprechend expo- Gottfried Honegger.

Foto: Franziska Messner-Rast

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UNI V ERSITÄT

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Qualitative Vertiefung in Lehre und Forschung

21 Von Günther Meier

Vor einem Jahr erfolgte die formelle Umwandlung der Hochschule in die Universität Liechtenstein. Mehrere Jahre war auf dieses Ziel hingearbeitet worden. Rektor Klaus Näscher zieht nach einem Jahr eine positive Bilanz.

«Was, ein so kleines Land hat eine Universität?» Mit dieser Überraschung reagieren viele, wenn ihnen Herwig Dämon antwortet, wo er seinen Arbeitsplatz hat. Dämon ist Leiter der Stabsstelle Kommunikation an der Universität Liechtenstein, hat seinen Wohnsitz in Österreich und trifft deshalb oft mit Leuten zusammen, die wenig über LiechDie Forschung wird auf jene tenstein wissen. In die ÜberraSchwerpunkte ausgerichtet, schung mischt sich Hochachtung vor der Leistung eines Kleinstaadie für die zukünftige tes wie Liechtenstein, eine eigene Entwicklung des Wirtschafts- und international ausgerichtete Universität geschaffen zu haben. standortes Liechtenstein von Auch der Rektor der Universität, Klaus Näscher, stellt solche Reakgrosser Bedeutung sind tionen im Ausland immer wieder fest. Allerdings hat man in den Universitäts- und Hochschulkreisen schon seit Jahren gewusst, dass in Liechtenstein sehr zielstrebig am Weiterausbau des Hochschulangebotes und am Aufbau einer Universität gearbeitet wird. Der 1. Februar 2011, als die Hochschule Liechtenstein per Gesetz zur Universität Liechtenstein wurde, ist deshalb nur der Endpunkt einer längeren Entwicklungsphase: Nach Erfüllung aller internationalen Anforderungen und nach dem positiv verlaufenen Evaluierungsprozess durch externe Expertengremien. «Die Universität Liechtenstein hat sich kontinuierlich zu einem international gefragten Studienort mit attraktiven Studienmöglichkeiten im Herzen Europas entwickelt», fasst Rektor Klaus Näscher

auf der Homepage der Universität (www.uni.li) die Entwicklung zusammen. Die inhaltlichen und formellen Voraussetzungen für die Universität sind abgeschlossen, doch bleibt die Entwicklung in Lehre und Forschung nicht stehen. «Laufend verändert sich die qualitative Vertiefung in Lehre und insbesondere in der Forschung», betont der Rektor. Die Angebote in den vier fachlichen Schwerpunkten sollen weiterhin in allen Bereichen sichtbar gemacht werden – in der Weiterbildung, durch Transferleistungen und durch spannende Forschungsprojekte.

Universität als Zukunftsbrücke

Die Forschungs- und Transferleistungen der Universität Liechtenstein orientieren sich an den Bedürfnissen der Gesellschaft und den Anforderungen der Wirtschaft. Das Organ für Akkreditierung und Qualitätssicherung der Schweizer Hochschulen (OAQ) gelangte im Frühjahr 2011 nach einer eingehenden Prüfung der Universität Liechtenstein zur Schlussfolgerung, dass die Forschungsausrichtung ebenso wie das Studiengangskonzept überzeuge. Die Experten betonten nach ihrer Überprüfung ausserdem, dass die Interdisziplinarität vor allem im Bereich der Forschungsprojekte von der Universität speziell gefördert werde. Die Universität Liechtenstein definiert ihre Position als «Brücke in die Zukunft», die von den vier Instituten und deren Forschungsbereichen gebaut wird.  Architektur und Raumentwicklung: Mit den Schwerpunkten nachhaltiges Planen und Bauen  Entrepreneurship: Mit Wachstum und Komplexität im Mittelpunkt


Nach Erfüllung aller internationalen Anforderungen ist die Hochschule am 1. Februar 2011 offiziell zur Universität Liechtenstein geworden.

Fotos: Universität Liechtenstein

Näscher zusammen und erwähnt einen anderen Zugang und ein anderes Denken in der internationalen Universitätslandschaft gegenüber der Uni und auch gegenüber Liechtenstein. Auch die Reaktionen aus Liechtenstein empfand der Rektor durchwegs als positiv, was nicht nur mit dem Begriff Universität zusammenhänge, sondern ebenso mit einem gewissen Stolz, nicht nur eine Fachhochschule oder Hochschule zu haben, sondern eine Universität. Positiv wertet Klaus Näscher auch die intensivierte Zusammenarbeit mit den Universitäten und Hochschulen im Rahmen der internationalen Bodensee-Hochschule. Allerdings sei ganz am Anfang erkennbar gewesen, dass die Hochschul-Institutionen nicht durchwegs erfreut waren, einen neuen Mitspieler oder Konkurrenten mehr zu haben. Als Beispiel einer guten Zusammenarbeit erwähnt Rektor Klaus Näscher die Kooperation zwischen der Universität Zürich und der Universität Liechtenstein im Bereich des Rechts. Die LehrstuhlInhaber aus Zürich unterrichten in Vaduz – und umgekehrt. Ausserdem ist die Universität Liechtenstein am neuen Institut für europäisches Recht an der Universität Zürich mitbeteiligt. Trägt die Universität zum positiven Image Liechtensteins im Ausland bei? Diese Frage beantwortet Rektor Klaus Näscher mit einem klaren Ja und mit dem Hinweis auf die internationale Ausrichtung der Universität, die Professoren von zahlreichen ausländischen Universitäten beschäftigt und Studierende aus der ganzen Welt anzieht. Die Veröffentlichungen in ausländischen Medien, die von der Regierung regelmässig zusammengefasst werden, deuten eben| falls auf den Imageträger Universität hin. 

 inanzdienstleistungen: Mit der Ausrichtung auf F globales Wealth Management  Wirtschaftsinformatik: Mit dem Fokus auf Geschäftsprozessmanagement Die Inhalte der Bachelor- und Master-Studiengänge orientieren an diesen vier Forschungsschwerpunkten, wobei Lehre und Forschung – insbesondere in der Doktoratsausbildung – eng verzahnt sind. Im Wissensdreieck BildungForschung-Innovation spielt die Universität Liechtenstein mit ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit eine hervorragende Rolle für Liechtenstein und die angrenzende Region. «Die Forschung wird auf jene Schwerpunkte ausgerichtet», unterstreicht Rektor Klaus Näscher, «die für die zukünftige Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Liechtenstein von grosser Bedeutung sind und ausserdem gewährleisten, dass sich die Universität im internationalen Wettbewerb der Bildungs- und Forschungseinrichtungen gut positionieren kann.» Mehr als bisher versucht die Universität auch Kooperationen mit renommierten ausländischen Universitäten und Forschungsinstitutionen einzugehen. 

Ein positiver Imageträger Liechtensteins in der Welt

Was hat sich verändert seit dem Namenswechsel vor einem Jahr? Die Bezeichnung Universität habe einen entscheidenden Einfluss auf die Wahrnehmung von aussen geführt, fasst Klaus

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Briefmarken

Drei Briefmarken mit dem gleichen Fürsten Ausgabe 1. Februar 1912

Foto: Philatelie Liechtenstein

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Am 1. Februar 1912 erschienen die ersten eigenen Briefmarken des Fürstentums Liechtenstein. Erstmals konnten die Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner ihre Briefe mit eigenen Briefmarken frankieren, nachdem während Jahrzehnten für die Beförderung von Briefpost die österreichischen Briefmarken verwendet werden mussten. Die österreichische Post hatte sich lange gegen den Abschluss eines Postvertrages mit Liechtenstein gewehrt, der aber 1911 doch abgeschlossen werden konnte. Für Liechtenstein von Bedeutung war das Zugeständnis Österreichs, dass Liechtenstein eigene Briefmarken herausgeben konnte. Allerdings beschränkte die österreichische Post die Ausgabe auf die drei gängigsten Wertstufen 5, 10 und 25 Heller. Die erste eigene Briefmarken-Serie umfasst deshalb nur drei Briefmarken mit drei verschiedenen Wertstufen – aber mit dem gleichen Bildnis von Fürst Johann II. Die 5-Heller-Briefmarke erschien in Grün, der 10-Heller-Wert in Rot und die 25-Heller-Marke in blauer Farbe. Damit waren die ersten liechtensteinischen Marken in genau den gleichen Wertstufen und den gleichen Farben wie die österreichischen Postwertzeichen hergestellt. Die Briefmarken zeigen im Mittelfeld das Profil des Fürsten. Das Mittelfeld wird von einem Schriftband umrahmt, das die Inschrift «K. und K. österreichische Post im Fürstentum Liechtenstein» enthält und in der oberen märz 2012

rechte Ecke durch das Wappen des Fürstentums Liechtenstein unterbrochen wird. Den Raum zwischen Bildnis und Inschrift füllt ein Ornament. Die Wertstufen sind auf beiden unteren Ecken angebracht, dazwischen die Bezeichnung Heller, die damalige Währung Österreichs, die auch in Liechtenstein gültig war. Für den Schriftverkehr jener Zeit erscheint die Auflage aus heutiger Sicht relativ hoch, denn von der 5-Heller-Marke wurden 360'000 Stück gedruckt, von der Wertstufe 10 Heller noch 288'000 und von der höchsten Wertstufe mit 25 Heller immerhin noch 152'000 Exemplare. Auch die Kosten für den Druck der ersten Briefmarken sind genau bekannt: 3098,54 Kronen! Den Entwurf der ersten liechtensteinischen Briefmarken erstellte Prof. Koloman Moser. Ursprünglich war vorgesehen, die Briefmarken auf den 1. Januar 1912 herauszugeben, doch die Entwurfsarbeiten verzögerten sich, so dass die Ausgabe erst einen Monat später erfolgte. Vor der Drucklegung wurden die Briefmarken dem Fürsten zur Begutachtung vorgelegt: «Das k. und k. Handelsministerium hat im kurzen Wege den beiliegenden photographischen Entwurf über die Ausstattung der liechtensteinischen Postmarken anher übermittelt, welcher Euer Durchlaucht mit der Bitte unterbreitet wird, denselben gnädigst genehmigen zu wollen.» Fürst Johann II. gefiel das Bildnis, das nach dem Vorbild einer Medaille und einer Fotografie hergestellt worden war, nicht besonders. Der Ausdruck des Gesichts erschien ihm «zu finster». Einer Nachbesserung des Bildnisses erteilte der Fürst dann seine Zustimmung. Im Unterschied zu den ursprünglichen Forderungen Liechtensteins, die Briefmarken im Tiefdruck herzustellen, kam bei der österreichischen Staatsdruckerei der Buchdruck zum Einsatz. Als Grundpapier wurde weisses Papier verwendet, das mit einer Kreideschicht überzogen war. Für den Druck wurden keine Druckplatten verwendet, sondern es wurden 320 Einzeldruckstöcke zu je 4 Gruppen von 80 Markenbildern zusammengefasst. Das Arbeiten mit Einzeldruckstöcken hatte den Vorteil, dass während dem Druck beschädigte Druckstöcke einfach auszuwechseln waren. |


porträt

Beat Krieger FMA – Finanzmarktaufsicht 23

Foto: FMA

ist er der Dreh- und Angelpunkt für Journalisten bei der Finanzmarktaufsicht. Aufgrund der Umwälzungen interessieren sich vor allem ausländische Journalisten, wie es auf dem Finanzplatz Liechtenstein zu und her geht. Die Umwälzungen des Finanzsektors aus der Perspektive Insbesondere gilt das Interesse ganz konkreten Fällen, was mit der Aufsichtsbehörde zu verfolgen, reizt ihn Blick auf das Amtsgeheimnis keine einfache Angelegenheit ist. Einen interessanteren Einstieg als Leiter Kommu- «Das ist oft ein schwieriger Balanceakt», gibt Beat nikation bei der Finanzmarktaufsicht hätte sich Krieger zu verstehen, «aber ich versuche auf jeden Beat Krieger kaum vorstellen können. Die Steuer- Fall klar zu machen, dass die FMA die Gesetzesverdiskussion war 2009 in vollem Gange, die interna- stösse konsequent verfolgt und der Finanzplatz tionale Finanzkrise hatte auch Liechtenstein erfasst glaubwürdig beaufsichtigt wird.» und auf dem Finanzplatz kam es in unserem Land Die FMA stand und steht immer zu hektischen Aktivitäten. «Es war damals abseh- wieder unter Kritik, was für Beat bar, dass es im Finanzsektor zu grossen Umwälzun- Krieger verständlich ist: «Als gen kommen würde», blickt Beat Krieger zurück. Aufsichtsbehörde haben wir eine Diese Umwälzungen aus der Perspektive der Auf- Art polizeiliche Funktion, wir sichtsbehörde zu verfolgen, reizte ihn, weshalb er schauen, ob die Finanzintermesich um diesen Job beworben hat. Direkt nach diäre die Gesetze einhalten – und Liechtenstein zu kommen, gelang aufgrund der schreiten wenn notwendig ein.» Beat Krieger Zulassungspolitik für Ausländer nicht. Dennoch Dass man sich dabei nicht unbeLeiter Kommunikation brach Beat Krieger seine Zelte in Zürich ab und dingt beliebt macht, liegt in der bei der Finanzmarktaufsicht siedelte sich in Sevelen an – mit Blick auf Schloss Natur der Sache. Aber mit gegenLiechtenstein Vaduz und seinen Arbeitsplatz bei der FMA. Nach seitigem Respekt und Achtung, kurzer Zeit schon hatte er einige Verbindungen zu mit persönlichen Gesprächen, Liechtenstein aufgebaut, die über die berufliche lassen sich Gegensätze oft überwinden. Als Beispiel Tätigkeit hinausgehen: «Ich habe inzwischen jede guter Zusammenarbeit erwähnt Beat Krieger die der elf Gemeinden besucht, erkunde das Land mit Ausarbeitung gesetzlicher Regelungen für eine verdem Bike und auf Wanderungen, schätze Malbun besserte Aufsicht des Treuhandsektors zusammen zum Skifahren.» Auf dem kulturellen Sektor hat es mit der Treuhändervereinigung. ihm das Angebot des Takino besonders angetan, er Was die Zukunft des Finanzplatzes Liechtenist Mitglied beim Internationalen Liechtensteiner stein betrifft, gibt sich Beat Krieger optimistisch. Presseclub und engagiert sich beim Projekt «Zün- Die Steuerdiskussion wirke noch nach, der Ruf des der», das Jugendliche beim oft schwierigen Über- Finanzplatzes sei noch nicht dort, wo er sein sollte. gang von der Schule ins Berufsleben unterstützt. Im heutigen Umfeld, das von grosser Unsicherheit Mit Medien umzugehen, hat Beat Krieger von geprägt sei, verfüge Liechtenstein jedoch über ein Grund auf gelernt, und zwar von beiden Seiten. paar Trümpfe: «Der Finanzsektor ist stabil, das Er arbeitete als Journalist beim «Landbote» in Zü- Land hat keine Schulden und stabile politische Verrich, wechselte dann in die Kommunikation von hältnisse.» Zudem finde ein offener Dialog zur Siemens und war anschliessend Mediensprecher Zukunft des Finanzplatzes statt, anders als 2009, | beim Schweizerischen Versicherungsverband. Nun als er seinen Job angetreten habe.  märz 2012


RAT G E B ER

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Informieren übers Studieren Einblicke ins Studienleben der Universität Liechtenstein Einmal im Jahr öffnet die Universität Liechtenstein ihre Türen für einen umfassenden Einblick in das Studienleben in Liechtenstein. Was wird am Infotag an Informationen geboten? Der Infotag bietet eine ideale Plattform für Maturanden, Studierende und Weiterbildungsinteressierte von anderen Universitäten und Fachhochschulen, sich direkt vor Ort ein Bild über die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu machen und die Atmosphäre am Campus persönlich zu erleben. Neben Informationen zu den Bachelor-Studiengängen aus den Bereichen Betriebswirtschaftslehre sowie Architektur und Raumentwicklung werden international akkreditierte Masterprogramme der Fachrichtungen Entrepreneurship, Banking and Financial Management, IT and Business Process Management und Architektur präsentiert sowie die beiden Doktoratsstudiengänge in Business Economics und Architecture and Planning. Wie können sich junge Leute informieren, die sich für ein Studium interessieren? Im Rahmen von Schnuppervorlesungen zu Themen von Globalisierung über Social Media bis hin zur Staatsschuldenkrise in Europa erhalten die künftigen Studierenden einen Einblick in den Studienalltag. In persönlichen Gesprächen mit Professoren und Dozierenden können Interessierte individuelle Fragen über Studium und Studiengänge klären. Und im direkten Kontakt mit Studierenden erhalten Teilnehmer des Infotags wertvolle Anregungen und Tipps aus dem alltäglichen Campusleben. An der Vitamin-Bar kommt man mit Mitgliedern der Studentenvertretung ins Gespräch und das Studentenbüro «Spinnerei» informiert über die Atmosphäre auf dem Campus, das Sportprogramm und Social Events in Liechtenstein. Laufend werden von Studierenden Führungen durch das Haus angeboten und das International Office stellt die Mobilitätsprogramme und weltweiten Partneruniversitäten als Sprungbrett in die weite Welt vor. Richtet sich der Infotag ausschliesslich an künftige Studierende? Der Infotag steht auch jenen Interessierten offen, die ihre fachlichen Kompetenzen erweitern wollen oder eine neue berufliche Herausforderung suchen. Die Weiterbildungsprogramme werden in jenen Fachbereichen angeboten, die zu den Kernkompetenzen der Universität gehören: Finanzdienstleistungen, Entrepreneurship, Wirtschaftsin| formatik sowie Architektur und Raumentwicklung. 

Infotag: Samstag, 17. März 2012 von 13 – 16 Uhr Auf dem Campus der Universität Liechtenstein


Galakonzert

der Internationalen Musikakademie im Fürstentum Liechtenstein

P u b l i r e p o r ta g e n Die Internationale Musikakademie wurde 2010 gegründet und verfolgt das Ziel, hochbegabte junge Musiker im Alter von 10 bis 25 Jahren zu fördern. Hierzu bietet sie drei bis fünf Mal jährlich pro Instrument während sechs Tagen Intensivunterricht bei Dozenten von höchster internationaler Reputation an. Dabei wird auch auf eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen Wert gelegt. Stets mit dem Ziel, sich auf den Beginn der eigenen Künstlerlaufbahn vorzubereiten. Die Idee, einen derartig intensiven und ganzheitlichen Unterricht anzubieten stammt von Drazen Domjanic und beruht auf den Bemühungen der gemeinnützigen Stiftung ­«Musik & Jugend», die hierzulande bereits seit mehr als 15 Jahren junge Musiker durch Meisterkurse und Auftrittsmöglichkeiten fördert und die Notwendigkeit eines erweiterten Ausbildungsangebots ­erkannt hat. Mit ihrer finanziellen Starthilfe konnte die Idee im letzten Jahr in die Realität umgesetzt werden. n In der Zwischenzeit ist es den Verantwortlichen gelungen, wei­tere Geldgeber für die Idee der Internationalen Musikakademie zu begeistern, darunter die Hilti Foundation, Kulturstiftung Liechtenstein, Bildungsressort der Regierung, Thea Keeler Stiftung und weitere privaten Gönner. «Wir freuen uns, zur musikalischen Entwicklung hochbegabter Jugendlicher, auch aus der Region, beizutragen und sind überzeugt, damit auch eine positive überregionale Ausstrahlung zu erreichen», begründet Egbert Appel, Geschäftsführer der Hilti Foundation, deren finanzielles Engagement, das nun wei­tere Schritte in Richtung Internationalisierung ermöglicht. Auch auf ­einen An­erkennungspreis der DONUM VOGT Stiftung kann sich diese junge Institution freuen. Ein siebenköpfiger Stiftungsrat gibt die Richtlinie der Akademie vor, Drazen Domjanic leitet die Akademie als ­Geschäftsführer und künstlerischer Leiter. Sie werden gemeinsam darum bemüht sein, die Musikakademie zu einer führenden Institutionen in der internationalen Musikwelt mit fester Verankerung im Fürstentum Liechtenstein zu machen. Das bedeutet, dass die Absolventen der Musikakademie in den attraktivsten Konzert­sälen und besten Musikfestivals der Welt spielen sollen. n Ein künstlerischer Höhepunkt, das 1. GALAKONZERT der Internationalen Musikakademie, findet am Sonntag, den 11. März 2012, um 17.00 Uhr im SAL Schaan statt. Zu hören werden die Studenten der Klavierklassen Prof. Karl-Heinz Kämmerling, Prof. Milana Chernyavska, Violinklassen von Prof. Cossje Wijzenbeek und Prof. Latica Honda-Rosenberg wie auch Celloklassen von Prof. Valter Despalj und Prof. Jens-Peter Maintz, sein. Das Publikum erwartet auch eine Weltpremiere: Tarantella von Rheinberger für 8 Hände an 2 Klavieren.

Internationale Musik-Akademie im Fürstentum Liechtenstein Keltenstrasse 20, FL-9485 Nendeln Mobil: 00423 792 63 52 Telefon: 00423 262 63 52 Fax: 00423 262 63 54 www.musikakademie.li Eintritt frei, Kollekte. Aufgrund des sehr grossen Interesses wird um Anmeldung unter 262 63 52 oder per Mail an: info@musikakademie.li gebeten.


gesellschaft

Foto: Soropclub Liechtenstein

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Soroptimisten pflegen Gastfreundschaft in aller Welt

Die Mitglieder des Soroptimist

Frauen, die das Beste wollen, so International Club Liechtenstein, wird Soroptimist gerne überder 1991 gegründet wurde. setzt. Diesem hohen Anspruch versuchen die Mitglieder des Soroptimist International Club Liechtenstein gerecht zu werden. Die weltweit tätige Vereinigung von Frauen für Frauen setzt sich ein für hohe ethische Werte in beruflicher und menschlicher Hinsicht, für die Förderung der Menschenrechte, Stellung der Frau sowie für Entwicklung und Frieden. Der Club «Soroptimist Liechtenstein» ist seit seiner Gründung im Jahre 1991 bemüht, die grossen Hilfsprojekte von Soroptimist International zu unterstützen. Als besonders positives Beispiel wird die Zusammenarbeit mit Roswitha Ott, einem Mitglied vom Club Bad Ragaz, erwähnt. Die langjährige Projekt-Managerin Afrika und Vizepräsidentin von Soroptimist Europa war unermüdlich in Afrika unterwegs, sei es im Bereich Trinkwasserversorgung, in der Gesundheit im Kampf gegen die Beschneidung der Mädchen und gegen Aids, die Kinderheirat und sichere Mutterschaft. Und zu Hause in der Schweiz nutzte sie jede Möglichkeit, als Gast bei den monatlichen Treffen der Clubs, ganz persönlich und direkt zu informieren. Die meisten Clubs haben jedoch auch ihre eigenen, teils langjährigen Partnerschaften. So märz 2012

unterstützt der Club Liechtenstein das Waisenhaus Bethany Home von Sister Mary Paul in Umtata, Südafrika, indem es seit 2003 jeweils das Jahresgehalt von zwei Kinderbetreuerinnen bezahlt. Trotz dieser internationalen Ausrichtung ist es dem Club Liechtenstein besonders wichtig, die hohen Ziele des Soroptimismus im eigenen Land zu pflegen. Regelmässig unterstützt er Frauen und Kinder in Liechtenstein, die Hilfe nötig haben, dazu gehören auch Flüchtlinge, die sich in Liechtenstein aufhalten oder Liechtensteinerinnen, die im Ausland caritativ tätig sind. Besonders stolz ist der Soropclub Liechtenstein auf den Erfolg der Benefizveranstaltung anlässlich der 20-jährigen Jubiläumsfeier im September 2011. Dank der grossartigen Unterstützung vieler Sponsoren aus Liechtenstein und dem enormen Einsatz aller Clubmitglieder konnte der Ruggellerin Schwester Leoni Hasler ein Check von 65'000 Franken für das Carecenter in Tsumeb, Namibia übergeben werden. Trotzdem, Soroptimist Liechtenstein sieht sich nicht als karitativer Verein. Im Vordergrund stehen die monatlichen Treffen, mit Vorträgen, Berichten oder Diskussionen zu gesellschaftlichen Themen. Es ist der Grundsatz von Soroptimist International, sich mit nationalen und internationalen Fragen zu befassen, die mit den soroptimistischen Zielen und Aufgaben zusammenhängen. Bei Themen, die zwischen Nationen, politischen Parteien und Konfessionen kontrovers sind, wahrt jedoch ein Soroptimist strikte Neutralität. Der herzliche Austausch und das Miteinander werden im eigenen Club gepflegt, wie auch im Kontakt mit den Clubs in der Region. Soroptimisten pflegen Gastfreundschaft in aller Welt. Jedes Mitglied kann weltweit an den Clubtreffen teilnehmen. Im eigenen Land, in der Region, in der weiten Welt entstehen dabei Freundschaften, Verbindungen, Ideen und Projekte, die bewegen. Und das ganz im Sinne der Sorop-Devise «Bewusst machen, | Stellung nehmen und handeln».


zeitgeschehen

25. März 1962 CSP reicht Wahlbeschwerde ein

Foto: Günther Meier

Bei den Wahlen 1962 war eine Neuigkeit in der Parteienlandschaft Liechtensteins zu verzeichnen. Neben der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP) und der Vaterländischen Union (VU) nahm erstmals auch eine neue politische Gruppierung an den Wahlen teil, nämlich die Christlich-soziale Partei, abgekürzt CSP. Das Wahlergebnis reichte für die CSP aber nicht aus, um ein Mandat im Landtag zu erringen. Damals bestand noch die 18-Prozent-Klausel, die vor dem Zweiten Weltkrieg eingeführt worden war, um einen möglichen Einzug von nationalsozialistischen Kreisen in den Landtag zu verhindern. Bei den Wahlen vom 23./25. März 1962 erreichte die Fortschrittliche Bürgerpartei im Wahlkreis Oberland 1038 Listen, die Vaterländische Union kam auf 1023 Listen und die Christlich-soziale Partei auf 217 Listen. Im Wahlkreis Unterland siegte die FBP mit 561 Listen vor der VU mit 425 Listen und der CSP mit 125 Listen. Die CSP war an der 18-Prozent-Sperrklausel gescheitert und reichte sofort Wahlbeschwerde ein. Im Unterschied zu früheren Wahlbeschwerden wurde nicht das Wahlergebnis an sich angefochten, sondern die Sperrklausel. Die CSP stellte sich auf den Standpunkt, dass die im Verhältniswahlrecht von 1939 enthaltene Sperrklausel von 18 Prozent verfassungswidrig sei. Mit der Abklärung der Verfassungswidrigkeit befasste sich der Staatsgerichtshof, der in seiner Sitzung vom 1. Mai 1962 die Wahlbeschwerde der CSP abwies. Allerdings hob der Staatsgerichtshof die Sperrklausel von 18 Prozent als verfassungswidrig auf. Auf die Forderung der CSP, aufgrund der Restmandate komme die CSP sowohl im Wahlkreis Oberland als auch im Wahlkreis Unterland zu je einem Landtagsmandat, ging der Staatsgerichtshof nicht ein. Das Verfassungsgericht argumentierte, die CSP habe die im Wahlgesetz geforderten 18 Pro-

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zent der Wählerstimmen nicht Bei den Wahlen 1962 verpasste die CSP den Einzug in den Landerreicht, womit sie nicht bei der tag und reichte Wahlbeschwerde Mandatsverteilung zugelassen gegen die Sperrklausel ein. werde. Der Staatsgerichtshof belehrte in seiner Entscheidung die Beschwerdeführer, dass es richtig sei, wenn im Verhältniswahlrecht eine Hürde eingebaut werde, um eine zu starke parteipolitische Zersplitterung des Landtags zu verhindern. Zumindest die Erreichung der so genannten Wahlzahl (Anzahl der Listen geteilt durch die Anzahl der zu vergebenden Mandate plus 1) müsse gefordert werden, damit eine Partei ein Mandat im Parlament erhalte. Die Auffassung vertrat der Staatsgerichtshof auch bei späteren Entscheidungen. Die Sperrklausel und die Höhe einer Sperrklausel stand ein Jahrzehnt später erneut zur Diskussion, als das Wahlrecht auf das Kandidatenproporz-System umgestellt wurde. Um zu verhindern, dass eine Sperrklausel nochmals als verfassungswidrig aufgehoben werden könne, legte der Landtag 1973 eine Sperrklausel von 8 Prozent fest, die in die Verfassung aufgenommen wurde. Das Stimmvolk folgte dem Landtag und stimmte im Oktober 1973 mit 2086 Ja gegen 987 Nein der 8-ProzentHürde zu. Die CSP kandidierte von 1962 bis 1974 jeweils bei den Landtagswahlen, konnte den Einzug | in den Landtag jedoch nie erreichen.  märz 2012


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Eine Reihe glücklicher Umstände der Geschichte führten zum heutigen Fürstentum Liechtenstein. Das Datum 1712 gibt uns dieses Jahr die Gelegenheit, bei den Feiern «300 Jahre Liechtensteiner Oberland» ausgiebig Rückschau zu halten und gleichzeitig den Blick nach vorne zu richten. Es mag ein glücklicher Zufall der Geschichte Die Gegenwart wird einfacher zu verstehen, sein, dass zwei verarmte Grafschaften den gleichen Käufer ge- wenn man sich der Vergangenheit bewusst ist funden haben, die anschliessend zu einem eigenständigen Fürstentum zusammengefügt wurden. Kein Zufall ist hingegen, dass dieses Land seither ohne Veränderung seiner Grenzen überlebt hat, als einziges Staatsgebilde aus der damaligen Zeit. Unsere Vorfahren, die beim Wechsel der Herrschaft mehr Untertanen als Bürger waren, haben sich erstaunlich selbstbewusst verhalten, als es um ihre Rechte ging. Selbstbewusstsein prägte auch die Haltung, wenn es galt, die Eigenständigkeit zu verteidigen. Jede Epoche hielt für unser kleines Fürstentum ihre speziellen Herausforderungen bereit, die angenommen und gemeistert werden mussten. Unsere Vorfahren sind auf diese Herausforderungen eingegangen, haben sich den Schwierigkeiten gestellt und gemeinsam zu bewahren versucht, was es zu bewahren galt. Gleichzeitig entwickelten sie ein gutes Gespür für Neues, auch Ewald Ospelt wenn dessen Umsetzung mit Schwierigkeiten verBürgermeister von Vaduz bunden war. Die Geschichte der letzten 300 Jahre enthält allerdings auch Zeitabschnitte, in denen die Gemeinsamkeit zur Erhaltung des Staates schweren Proben ausgesetzt war, unsere Vorfahren bis an den Rand der Existenz brachten und das Miteinander anschliessend viel Toleranz erforderte. Heute leben wir in einem Zeitabschnitt, der von solchen existenziellen Herausforderungen verschont bleibt. Zum Gedenken an «300 Jahre Liechtensteiner Oberland» ist ein Logo geschaffen worden, das die Gemeinsamkeit in den Mittelpunkt stellt. Der aufsteigende Drachen symbolisiert das Gemeinsame, die roten Quadrate stellen die sechs Oberländer Gemeinden dar, die in einer Linie miteinander in die Höhe streben – neben den fünf blauen Quadraten der Unterländer Gemeinden. Die Vereinigung der roten und blauen Farbtupfer bildet das Symbol für den gemeinsamen Staat, für die Identität des Staatswesens und die Solidarität der Einzelelemente, die als Ganzes unseren Staat verkörpern. Das «Oberlandfest» und die Jubiläumsveranstaltungen sollen Gemeinschaftserlebnisse mit dem Ziel ermöglichen, die Besinnung auf unsere bewährten staatlichen Grundwerte zu fördern und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken.  | Foto: Gemeinde Vaduz

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