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februar 13 www.dermonat.li

wahlen 2013: Wahl-Geschichten – Geschichte der Wahlen

Forschung: Forschung dient als Innovationsmotor

jahr des wassers: UNO-Kampagne – Wasser für das Leben


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I n h a lt | E d i t o r i a l

Der Blick nach vorn Was bringt das neue Jahr? 3

Die erste Ausgabe unseres Magazins, liebe Leserinnen und Leser, beschäftigt sich erneut ein Stück weit mit der Frage nach der unmittelbaren Zukunft. Man blickt so gerne nach vorn Man blickt so gerne nach vorn und und möchte wissen, wie es weitermöchte wissen, wie es weiter geht geht! Vieles bleibt vielleicht Spekulation, anderes bleibt liegen und wird zu einem späteren Zeitpunkt verwirklicht. Aber es gibt auch bevorstehende Ereignisse, bei de Pa n o r a m a  4 nen man genau weiss, wie es herauskommen wird. Beispielswei wahlen 2013 se die Wahlen 2013, die am kom Wahl-Geschichten – Geschichte der Wahlen 6 menden Wochenende stattfin z u k u n f t fi n a n z p l at z den. Jetzt schon weiss man mit Liechtenstein braucht Sicherheit: Liechtenstein wird ei einen starken Finanzplatz 9 nen neuen Regierungschef erhal f o r s c h u n g ten! Alles andere aber entzieht Forschung dient als Innovationsmotor 12 sich unseren genauen Kenntnissen. Prognosen schwanken des jahr der bürger Günther Meier halb oft zwischen Wunschden Bessere Teilnahme Chefredaktor «Der Monat» ken und Hoffnung. Dennoch be an Entscheidungsprozessen 15 schäftigen wir uns mit Wahlen, historisches lexikon aber wir blicken in die Vergangenheit, die mit ein Geschichtliches Wissen kompakt gesammelt 16 paar interessanten Geschichten aufwartet. jahr des wassers UNO-Kampagne – Wasser für das Leben

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landwirtschaft

Die Bevölkerung profitiert von den Bauern 22

gesellschaft

Neues Leben in der «Alten Metzg»

vor 50 Jahren

8. Februar 1963: Gründung der Musikschule

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ausstellung

Tuchfühlung mit Armut Moderne Hungertücher

rätsel

Impressum: 7. Jahrgang, Nr. 74, Februar 2013, 18 750 Exemplare Herausgeber: Alpenland Verlag AG, Feld­kircher Strasse 13, FL-9494 Schaan, Tel. +423 239 50 30, Fax +423 239 50 31, office@alpenlandverlag.li Redaktion: Günther Meier, Tel. +423 380 09 30, redaktion@dermonat.li verlagsleitung: Max Meinherz, Tel. +423 239 50 20, m.meinherz@gutenberg.li sekretariat: Eva Rubin, Tel. +423 239 50 30, office@gutenberg.li anzeigen: Tel. +423 239 50 30, Fax +423 239 50 31, office@gutenberg.li Gestaltung: Barbara Schmed, Gutenberg AG Satz und Druck: Gutenberg AG, FL-9494 Schaan; papier: PlanoJet, 100 g/m² ONLINE: «Der Monat» im Internet: www.dermonat.li Titelbild: Die UNO hat das Jahr 2013 zum «Internationalen Jahr des Wassers» ausgerufen. (Foto: Marco Nescher)

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i n n o v at i o n Für innovative Ideen Businessplan-Wettbewerb 2013

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februar 2013


Die Fasnacht, die am 11. 11. um 11 Uhr 11 schon kurz begonnen hatte, geht ihrem Höhepunkt zu. Schaan, die Hochburg des Fürstentums Liechtensteins beim närrischen Treiben, wählte als diesjähriges Motto «Schaaraffaland», eine Mischung aus Schaan und Schlaraffenland. Richtig los geht es am Fasnachtssamstag mit dem traditionellen Monsterkonzert der «Guggamusiken» und findet den Höhepunkt am Fasnachtssonntag mit dem Fasnachtsumzug im Dorfzentrum Schaan. Auch für die Kinder ist am Fasnachtssamstag mit einem Kindermaskenball gesorgt. Närrische Kinder haben dann schon den Kinderfasnachtsumzug in Vaduz, der eine Woche zuvor stattfindet, hinter sich. Auch in anderen Gemeinden finden Fasnachtsanlässe für grosse und kleine Narren statt, doch das Zentrum des närrischen Treibens bleibt Schaan, wo die Narrenzunft Schaan mit dem bekannten Narren-Gruss «Allwäg kwösoo» dieses Jahr schon die 61. Auflage des Fasnachtstreibens organisiert.

Woher die Einnahmen kommen Steuern und Abgaben werden nach dem Voranschlag der Regierung in diesem Jahr einen merklichen Rückgang aufweisen. Mit Ausnahme der Motorfahrzeugsteuern prognostiziert die Regierung bei allen Steuerarten weniger Einnahmen als 2012.

Budget 2013 Budget 2012

Vermögens- und Erwerbssteuer

52,4 Mio. Fr. 54,4 Mio. Fr.

Ertragssteuer

102,0 Mio. Fr. 167,1 Mio. Fr.

Besondere Gesellschaftssteuer

51,6 Mio. Fr. 59,5 Mio. Fr.

Mehrwertsteuer

207,0 Mio. Fr. 221,0 Mio. Fr.

Zollerträge

35,2 Mio. Fr. 35,1 Mio. Fr.

Gesamthaft rechnet die Regierung mit Einnahmen von 553,6 Mio. Fr. Für 2012 waren noch 706,1 Mio. Fr. budgetiert worden, doch wird die Endsumme nach ersten Berechnungen deutlich über dem Budget liegen. (Quelle: Voranschlag der Regierung 2013)

2 0 11 B E R N A D E T T E B A LT I S

Vom «Schaaraffaland» bis zum Kinderumzug

Foto: Gutenberg AG Schaan

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Foto: Günther Meier

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H E L V E T I A

Pa n o r a m a

85 Schönste Briefmarke mit Gutenberg-Druck? Auch in diesem Jahr ruft die Fachzeitschrift «Deutsche Briefmarken-Revue» zur Wahl der attraktivsten Briefmarke des Jahrgangs 2012 in Europa auf. Nicht weniger als 19 europäische Postorganisationen, von der finnischen Provinz Aland bis zum Vatikan, nehmen an diesem Wettbewerb teil. Mit dabei auch die Schweizerische Post mit einer speziellen Briefmarke, die zum 150-Jahr-Jubiläum der Vereinigung der deutschschweizerischen und rätoromanischen Bienenfreunde (VDRB) herausgegeben wurde. Die Bienen-Briefmarke hat ein ungewohntes Format, denn sie wurde als erste Briefmarke in der langen Geschichte der schweizerischen Philatelie in Form eines Sechsecks herausgegeben. Gedruckt wurde die sechseckige Briefmarke bei der Firma Gutenberg AG in Schaan.

Wenig erfreuliche Generationenbilanz 2012 Die Perspektiven der kommenden Generationen in Liechtenstein sind nicht mehr so gut wie die Situation der jetzt lebenden Menschen. Die Zahl der älteren Menschen nimmt zu und gleichzeitig steigt auch die Lebenserwartung dieser Leute. Auf der anderen Seite wachsen weniger junge Menschen nach und ausserdem fliessen die Einnahmen für den Staat spärlicher. Die Generationenbilanz 2012 hat aufgrund dieser Fakten eine Nachhaltigkeitslücke von 90 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) errechnet. Mit anderen Worten reichen die zukünftigen Steuereinnamen von Land und Gemeinden nicht aus, um alle zukünftigen Aufgaben zu finanzieren. Die Nachhaltigkeitslücke könnte durch Steuererhöhungen oder durch Verringerung der Ausgaben erreicht werden. februar 2013


Hauptschwerpunkt des Liechtensteinischen Bankenverbandes im Jahr 2013 soll die Reputationspflege im Ausland sein. Angesichts der aktuellen Herausforderungen für den Bankenplatz sei eine konsequente Fortsetzung der Aktivitäten zugunsten der Reputation des Finanzplatzes im In- und Ausland unerlässlich. Der Bankenverband will die Aufklärungsarbeit und Beziehungspflege im benachbarten Ausland, in der Schweiz, Deutschland und Österreich, aber auch auf EU-Ebene konsequent weiterführen. Als Zeichen nach aussen hat sich der Bankenverband in das Transparenz-Register der EU eingetragen. Ausserdem unterzeichnete der Bankenverband eine Qualitätscharta für die private Vermögensverwaltung der International Capital Market Association. Die Unterzeichnung der Qualitätscharta hat nach Ansicht des Bankenverbandes eine wichtige Signalwirkung für die internationale Akzeptanz des Bankenplatzes Liechtenstein.

Neue Zusammenarbeit der Personal-Dienstleister In Vaduz ist ein neuer Verband gegründet worden, der sich HRD nennt – Human Resources Development. Der Name steht für die Vernetzung aller Themen aus dem Personalwesen, Ressourcenklärung, Entwicklung, Ausbildung und Coaching im Human-Kapital der Gesellschaft. Die Verbandsarbeit umfasst das Fördern von Ausbildungen, Trägerschaften, Zusammenarbeit mit Bildungsinstitutionen und der einheimischen Wirtschaft. Der Arbeitsmarkt wird zu einem Markt für Humankapital. Dieses umfasst neben dem Wissen auch das Wissen über das Wissen. Damit sind die Kompetenzen gemeint, Wissen zu suchen, zu bewerten und anderen zu vermitteln.

Universitäts-Campus erlaubt Einblicke

Foto: Universität Liechtenstein

Einmal im Jahr öffnet die Universität ihre Türen für einen umfassenden Einblick in das Studienleben. Der Infotag, der am Samstag, 23. Februar stattfindet, bietet eine ideale Plattform für Maturanden, Weiterbildungsinteressierte und Studierende von anderen Universitäten und Fachhochschulen, sich direkt vor Ort ein Bild über die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Bachelor-, Master- und Doktoratsstudiengänge zu machen. Informationen unter www.uni.li/infotag2013

Foto: Günther Meier

Bankenverband versucht Reputationspflege im Ausland

Das Bankgeheimnis aus deutscher Sicht Noch kurz vor Weihnachten ist zwischen Liechtenstein und Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) ratifiziert worden. Neben typischen rein steuerrechtlichen Vereinbarungen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung seien in diesem Abkommen auch diverse Regelungen enthalten, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), die der Bekämpfung der Steuerhinterziehung dienten. Zusammen mit dem Informationsaustausch-Abkommen führe das Doppelbesteuerungsabkommen zum Ergebnis, hält die FAZ fest, dass das klassische Bankgeheimnis «ausgehebelt» worden sei. Konkret sieht die Sache aus deutscher Sicht so aus: «Wer nicht versteuerte Vermögenswerte in der Schweiz im Mantel einer liechtensteinischen Stiftung verwalten lässt, hat gleich zwei Risiken: Zum einen muss er befürchten, dass Informationen von Seiten der Schweizer Bank abhanden gekommen sind und als Datenträger den deutschen Ermittlungsbehörden vorliegen oder, wenn er in einem anderen Zusammenhang in den Fokus der Ermittlungsbehörden gerät, dass eine direkte Anfrage nach Liechtenstein auch die Verhältnisse offenlegt. Die Stiftungsakte enthält die Namen und Adressen der wirtschaftlich Berechtigten und natürlich auch Angaben über die Vermögensverhältnisse.» Weiter führt die FAZ aus: «Liechtenstein hat mit dem Abschluss dieser beiden Abkommen den deutschen Behörden ein wichtiges Instrument zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung zur Verfügung gestellt. Nun fehle nur noch die Möglichkeit von Gruppenanfragen – dann wäre «auch der letzte Punkt auf dem Wunschzettel der deutschen Steuerfahnder abgehakt»!


WAHLEN 2 0 1 3

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Wahl-Geschichten Geschichte der Wahlen

7 Von Günther Meier

Liechtenstein wählt am 3. Februar ein neues Parlament. Aus den resultierenden Mehrheitsverhältnissen wird später die Regierung zusammengestellt. Nicht erst heute mit vier Parteien, auch früher schon gab es spannende Momente bei den Wahlen.

2013 haben die liechtensteinischen Wählerinnen und Wähler die bisher eher seltene Möglichkeit zur Auswahl von Landtagskandidaten aus vier Parteien. Spannender als sonst sind die Wahlen aber nicht nur deswegen, sondern auch durch den Umstand, dass sich für das Amt des Regierungschefs drei neue Kandidaten bewerben: Nach den Kandidaturverzichten des Amtsinhabers und seines Stellvertreters stehen sich drei neue Bewerber gegenüber, die keine Regierungserfahrung haben. Das übliche Muster, dass ein Herausforderer den amtierenden Regierungschef beerben möchte, tritt diesmal ausser Kraft, was bisher selten vorgekommen ist. Auch kämpften bisher nur bei den Wahlen 1989 vier Gruppierungen um die Gunst der Wählerinnen und Wähler, Ein Streifzug durch die ansonsten traten seit der VerfasGeschichte von Landtag und sung von 1921, als die Volkswahl des Landtags vollumfänglich Wahlen zeigt, dass immer durchgesetzt wurde, jeweils nur wieder Unvorhergesehenes und zwei oder drei Parteien zur Auswahl an. Trotz dieser relativ geUnerwartetes vorgekommen ist ringen Dichte an parteipolitischen Gruppierungen zeigt ein Streifzug durch die Geschichte von Landtag und Wahlen, dass immer wieder Unvorhergesehenes und Unerwartetes vorgekommen ist. Allein schon die Entstehungsgeschichte der politischen Parteien, insbesondere der beiden Traditionsparteien Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP) und Vaterländische Union (VU), lässt sich weder zeitlich noch ideologisch mit dem Aufkommen von Parteien in den Nachbarländern vergleichen. Obwohl schon seit der Verfassung von 1862 ein Parlament gewählt werden konnte, erfolgten die ersten Parteigründungen erst 1918, nachdem ein Wahlgesetz in Kraft getreten war.

Im gleichen Jahr gegründet wurden die Christlichsoziale Volkspartei (VP) und die Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP), die beide eine Zeitung als Sprachrohr im Rücken hatten, was zu jenem Zeitpunkt auch in den Nachbarländern üblich war: Die Volkspartei die Oberrheinischen Nachrichten, die Bürgerpartei das Liechtensteiner Volksblatt.

Harter Parteienkampf vor dem Zweiten Weltkrieg

Die Verfassung von 1921 beliess das Mehrheits- oder Majorz-Wahlsystem, doch legte die Wahlordnung fest, dass aus jeder Gemeinde mit über 300 Einwohnern ein Abgeordneter gewählt werden müsse. Grösste Chancen hatten somit Männer, die in den Gemeinden bekannt waren, in erster Linie also Vorsteher und Gastwirte. Das Bestreben der neuen Parteien, möglichst bekannte Persönlichkeiten auf die Listen zu setzen, überwand oft sogar die noch nicht überall festgezogenen Parteigrenzen: Der Triesenberger Vorsteher Josef Gassner beispielsweise war bei den Wahlen 1922 auf der VP- und auf der FBP-Liste zu finden. Die Wahlergebnisse in den 1920er-Jahren entsprachen nicht der Parteienstärke, so dass der Ruf nach Einführung des Proporz-Wahlrechts erschallte. Die Volkspartei, die nach dem Sparkassa-Skandal 1928 eine Niederlage einstecken musste, scheiterte 1930 mit einer Proporz-Initiative bei einer Volksabstimmung. Die Volkspartei-Abgeordneten legten damals auch ihre Mandate nieder und verzichteten bei der Ergänzungswahl auf einen Vorschlag, so dass nur die von der Bürgerpartei nominierten Kandidaten gewählt werden konnten: Somit bestand der Landtag von 1930 bis 1932 ausschliesslich aus FBP-Abgeordneten! Auch die zweite Proporz-


Foto: Günther Meier

Initiative, zu der sich die Volkspartei und der Liechtensteiner Heimatdienst als «nationale Opposition» zusammengeschlossen hatten, scheiterte am 30. Mai 1935 beim Volk. Die Volkspartei und der mit dem Nationalsozialismus sympathisierende Heimatdienst schlossen sich Ende 1935 zur Vaterländischen Union (VU) zusammen. Die VolksparteiZeitung «Liechtensteiner Nachrichten» und der «Liechtensteiner Heimatdienst» stellten ihr Erscheinen zugunsten der neuen Zeitung «Liechtensteiner Vaterland» ein, die am 1. Januar 1936 erstmals erschien.

Einführung des Proporzes und Bildung einer Koalition

Dass es dennoch schon 1938 zum Proporz-Wahlrecht und der Bildung einer ersten Koalitionsregierung kam, hatte innen- und aussenpolitische Gründe, den Druck von aussen durch das Deutsche Reich und im Innern durch die NaziSympathisanten. Zur Befriedung der innenpolitisch angespannten Lage trafen sich die Parteien am 18. März 1938 auf Einladung von Regierungschef Josef Hoop. Schon drei Tage später stand eine Koalitionsvereinbarung zwischen FBP und VU, die sich in einer Erklärung zur Verfassung und zum Fürstenhaus, zur Erhaltung der Selbständigkeit und zu den Verträgen mit der Schweiz bekannten. Die neue Koalitionsregierung wurde vom Landtag am 30. März 1938 gewählt, das besprochene Proporzwahl-

Wer nimmt Einsitz im Landtag – recht ein Jahr später in Kraft gealle vier Gruppierungen, nur drei setzt sowie eine 18-ProzentParteien oder kommt wieder das Sperrklausel eingeführt, um die Zwei-Parteien-System. Wahl von nationalsozialistischen Gruppierungen zu verhindern. Die Landtagswahlen von 1939 fanden als «stille Wahl» statt: FBP und VU reichten einen «Einheitsvorschlag» ein, den die Regierung bestätigte, wobei die FBP 8 Mandate und die VU 7 Mandate erhielt. Auch während des Zweiten Weltkriegs gab es keine offenen Wahlen, sondern Fürst Franz Josef II. verlängerte die Mandatsdauer mit Notverordnung. Erst nach Kriegsende, am 29. April 1945, konnten die Wahlberechtigten wieder an der Urne wählen.

Landtagsauflösungen und Wahlbeschwerden

Der Aufstand der Unterländer gegen die «Goldmänner» 1877 – siehe Kästchen – ist nicht der einzige Anlass in der Geschichte des Landtags, der Neuwahlen provozierte. In der Nachkriegszeit führte die Bestellung des AHV-Verwaltungsrats zu einer Partei-Kontroverse, weil die VU den AHV-Vorsitz beanspruchte. Weil die FBP im Landtag nicht auf diese Forderung einging, «sprengte» die VU schon in der ersten Sitzung nach den Wahlen 1953 durch geschlossenes Verlassen den Landtag. Bei den darauf angesetzten Neuwahlen blieben die Mehrheitsverhältnisse mit 8 Mandaten für die FBP und 7 Sitzen für die VU unverändert, februar 2013


wahlen 2013

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die «Sprengung des Landtags» hatte sich nicht gelohnt. Schon fünf Jahre später verweigerte die VU erneut die Weiterarbeit im Landtag, weil ihre Wahlbeschwerde abgewiesen worden war. Die VU hatte Beschwerde eingelegt, weil nach ihrer Ansicht im Unterland Wähler zugelassen worden waren, die ihren Wohnsitz nicht mehr in Liechtenstein hatten. Bei den Neuwahlen im Frühjahr 1958 straften die Wähler die VU für ihr Verhalten: Die FBP konnte einen Sitz auf total 9 Mandate zulegen, die VU erreichte bei einem Mandatsverlust nur noch 6 Sitze. Eine vorzeitige Landtagsauflösung erfolgte auch 1989, nachdem die FBP-Fraktion den Landtag durch ihr Verlassen «gesprengt» hatte, weil die VU die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission im Fall Kunsthaus/Staatsgerichtshof abgelehnt hatte. Bei der Wahl vom 5. März 1989 wurden die Mehrheitsverhältnisse bestätigt, die FBP konnte bei den Wählerinnen und Wählern keinen Nutzen daraus ziehen, obwohl der Landtag

in der Zwischenzeit von 15 auf 25 Abgeordnete erhöht worden war: Die VU blieb mit 13 Mandaten gegen 12 der FBP die Mehrheitspartei! Eine besondere Situation in der Geschichte des Landtags ergab sich 1993, nachdem die VU nach der Staatskrise und der EWR-Abstimmung ihre Mehrheit verloren hatte und FBP-Kandidat Markus Büchel zum neuen Regierungschef gewählt wurde. Ein halbes Jahr später entzog der Landtag – auf einen Antrag der FBP-Fraktion – dem Regierungschef das Vertrauen. Fürst Hans-Adam II. verband die Entlassung der Regierung jedoch mit der Auflösung des Landtags, weil Markus Büchel nach seiner Auffassung aufgrund des Wahlergebnisses das Vertrauen des Volkes besitze. Bei der zweiten Wahl 1993 musste die FBP den Verlust eines Mandates hinnehmen, während die VU mit 13 Sitzen die absolute Mehrheit erringen konnte – 1 Mandat ging an die Freie Liste, die schon bei der ersten Wahl 1993 erstmals den | Einzug in den Landtag geschafft hatte.

«Der Kapitalist gewinnt....» In der Geschichte des liechtensteinischen Landtags gibt es einige markante Geschichten, die aufzeigen, dass das Volk hin und wieder korrigierend in die Politik einwirkte. Nicht erst bei den nachfolgenden Wahlen, sondern auch direkt, wie im Jahre 1877 geschehen. Die Währungsfrage beschäftigte im ausgehenden 19. Jahrhundert die Bevölkerung. Deutschland hatte 1873 die ReichsGoldwährung eingeführt, worauf in Österreich der Silbergulden im Wert zu sinken begann. Weil Liechtenstein damals mit Österreichs Währung verbunden war, wollte die Regierung diesem Rückgang entgegenwirken. Am 15. Dezember 1876 brachte die Regierung im Landtag einen Gesetzesentwurf zur Einführung der Goldwährung ein: Ab 1. Januar 1877 sollten alle Zahlungen in Gold oder zum entsprechenden Goldwert in Silber geleistet werden. Die Unterländer Gemeinden, die in engerer Verbindung mit Österreich standen als die Oberländer Kommunen, sprachen sich dagegen aus – mit der Begründung: «Der Kapitalist gewinnt, der Schuldner verliert durch das neue Münzgesetz.» An den Landtag wurden Petitionen zur Beibehaltung des Silbers gerichtet, doch die Abgeordneten aus dem Oberland liessen sich davon nicht abhalten. Die «Goldmänner», wie die Oberländer Abgeordneten genannt wurden, setzten das Gesetz ohne die Unterländer in Kraft, die geschlossen zurückgetreten waren. Nachdem die Gold-Währung auf den 1. Januar 1877 eingeführt war, demonstrierten am 13. Januar rund 300 Unterländer vor dem Regierungsgebäude, verlangten die Aufhebung des neuen Münzgesetzes und die Auflösung des Landtags. Die Demonstration der Unterländer zeigte Wirkung: Wenige Tage danach verfügte Fürst Johann II. die Sistierung des Münzgesetzes, womit die Goldwährung wieder rückgängig gemacht wurde. Die österreichische Guldenwährung blieb bis 1898 bestehen. Erst als auch Österreich das Silber als Währungsgrundlage aufgab und zur Golddeckung überging, zog Liechtenstein nach. Die österreichische Krone wurde mit Gesetz am 17. August 1900 zur gesetzlichen Landeswährung erklärt.

februar 2013


ZUKUN F T F I NANZ P LATZ

Liechtenstein braucht einen starken Finanzplatz 9

Der Finanzplatz befindet sich im Umbruch. Er ist dermassen bedeutend für

Von Urs Philipp Roth-Cuony

das Land, dass er auch in Zukunft stark sein muss. Neben Staat und Wirtschaft ist auch die Finanzmarktaufsicht gefordert. Auch sie leistet ihren Beitrag.

Als im September 2008 die Bank Lehman Brothers Insolvenz anmelden musste und zusammenbrach, war ein dramatischer Höhepunkt in der Finanzkrise erreicht. Ein Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems schien möglich. Die Welt hielt den Atem an. Ohne die zahlreichen und massiven Eingriffe vieler Staaten und Zentralbanken zur Stützung ihrer Bankensysteme in der Finanzkrise wäre die Katastrophe vermutlich eingetreten. Auch für Liechtenstein mit seinem international stark verflochtenen Finanzplatz und seiner starken Exportindustrie wäre dies verheerend gewesen. Die Antwort der Staaten und damit der Zahler blieb nicht aus. Mit einer massiv verschärften Regulierung der Finanzmärkte sollen künftige Finanzkrisen verhindert werden. Der Finanzplatz Liechtenstein bewies in den Jahren der globalen Finanzkrise Stärke. Seine Stabilität blieb trotz schwierigem Umfeld jederzeit gewährleistet und der Staat musste kein Institut stützen. Liechtenstein stand im Jahr 2008 aber stark unter Druck, seine Praxis des Steuerinformationsaustausches mit ausländischen Staaten zu ändern. Im April 2009 verpflichtete sich das Land mit der Liechtenstein-Erklärung zur Umsetzung der durch die OECD entwickelten globalen Standards der Transparenz und des Informationsaustausches in Steuerfragen. Damals wurde eingeläutet, woran kein Weg vorbeiführt: Die Kunden der liechtensteinischen Finanzintermediäre müssen mit den Steuerbehörden ihres Landes im Reinen sein.

ber für die tiefgreifende und auch schwierige Umbruchphase, in der sich der Finanzplatz befindet. Im Jahr 2009 brach die Wirtschaftsleistung der Finanzdienstleister um fast 30% ein, um sich im Jahr 2010 wieder leicht zu erholen. Die Marktsituation ist auch in Der Staat muss zusammen den Jahren 2011 und 2012 herausfordernd geblieben. Der Fi- mit den Berufs- und nanzsektor ist mit einem Anteil Branchenverbänden für von 27 % der Bruttowertschöpfung ein tragender Pfeiler der konkurrenzfähige Rahmenliechtensteinischen Volkswirt- bedingungen sorgen schaft. Sein Beitrag kann nicht durch eine andere Branche ersetzt werden. Ziel muss es deshalb sein, dass der Finanzplatz zum Wohl des Landes auch künftig seine wichtige Stellung in der Volkswirtschaft des Landes behaupten kann. Dies fordert Staat und Wirtschaft. Die Finanzmarktakteure müssen sich in einem schwierigen Marktumfeld mit mehr und verschärften Regelungen behaupten, nachhaltige Geschäftsmodelle weiterführen, innovativ sein und schliesslich Gewinne schreiben, um als private Un-

FMA Liechtenstein Die FMA ist die unabhängige Finanzmarktaufsichtsbehörde Liechtensteins und sorgt für die Stabilität und die Glaubwürdigkeit des Finanzmarktes, den Schutz der Kunden sowie die Vermeidung und Bekämpfung von Missbräuchen. Sie nahm 2005 ihre Tätigkeit auf.

Investitionen in ein neues, spezialisiertes Know-how

Die Liechtenstein-Deklaration und die aus der globalen Finanzkrise hervorgehenden Umwälzungen im Finanzsektor sind die Trei-

Dr. Urs Philipp Roth-Cuony ist seit Anfang 2012 Präsident des Aufsichtsrates. Der Schweizer war zuvor während zehn Jahren als Delegierter des Verwaltungsrats und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bankiervereinigung tätig.

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ZUKUN F T F I NANZ P LATZ

10 11 Der Aufsichtsrat der FMA für den Finanzplatz im Einsatz: Urs Philipp Roth-Cuony, Präsident des Aufsichtsrates, Bernhard Lampert, Mitglied des Aufsichtsrates.

ternehmen langfristig bestehen zu können. Dabei müssen frühere, nicht mehr akzeptierte Geschäfte durch neue Geschäftsfelder ersetzt werden. Sie erfordern Investitionen in ein neues, spezialisiertes Know-how. Der künftige Erfolg des internationalen Finanzplatzes Liechtenstein hängt davon ab, ob dies gelingt.

für ihre Tätigkeit entscheiden. Das Standortmarketing durch Staat und Wirtschaft ist deshalb von grosser Bedeutung. Wer etwas zu bieten hat, muss dafür auch anwerben. Regulierung und Standortmarketing erfordern beträchtliche staatliche Investitionen. Alleine die Umsetzung Standortmarketing durch Staat der für den Finanzplatz relevanten EU-Richtlinien und Wirtschaft in nationale Gesetze ist mit einem hohen Arbeits Der Staat muss zusammen mit aufwand verbunden. Die Investitionen fallen zu den Berufs- und Branchenverbänden für konkur- einem Zeitpunkt an, in dem der Staat finanziell renzfähige Rahmenbedingungen sorgen, damit zwar gesund dasteht, jedoch ein strukturelles der Finanzplatz attraktiv ist für die ansässigen Haushaltsdefizit aufweist und sparen muss. Auch und neuen Unternehmen. Sei- für die Finanzmarktteilnehmer fallen InvestitioMario Gassner, Vorsitzender der ne Attraktivität lässt sich auch nen in einer Zeit an, in der die Gewinne – aus deGeschäftsleitung, Roland Müller, daran messen, welche und wie nen Investitionen finanziert werden – zumeist zuVizepräsident des Aufsichtsrates, viele neue Unternehmen sich rückgegangen sind und Kosten gesenkt werden Ivo Furrer, Aufsichtsratsmitglied für Liechtenstein als Standort müssen.

Fotos: FMA

Anerkennung und Reputation im In- und Ausland

Die Herausforderungen sind also gross. Und wer von anderen fordert, muss selbst etwas bieten. Welche Beiträge leistet die FMA für einen auch künftig starken Finanzsektor? Die Aufsichtsbehörde ist vom Staat beauftragt, für die Gewährleistung der Stabilität des Finanzmarktes, den Schutz der Kunden, die Vermeidung von Missbräuchen sowie die Umsetzung und Einhaltung anerkannter internationaler Standards zu sorgen. Sie vollzieht dabei insgesamt 25 Gesetze. Diesen Auftrag muss die FMA glaubwürdig und nach den geltenden internationalen Standards erfüllen. Damit schafft sie Vertrauen in den Finanzplatz und fördert seine Anerkennung und Reputa-


tion im In- und Ausland. Leistet die FMA gute Arbeit, die national und international anerkannt ist, trägt sie zur Reputation und Glaubwürdigkeit des Finanzplatzes bei und leistet einen positiven Beitrag im Transformationsprozess.

Effiziente Aufsicht mit internationalen Standards

Einen solchen leistet die FMA auch mit der Regulierungstätigkeit, also der Vorbereitung der Finanzmarktgesetzgebung, die sie im Auftrag der Regierung ausübt. Die FMA zielt dabei immer darauf ab, unter Berücksichtigung der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzmarktes eine wirksame und effiziente Aufsicht sicherzustellen, die den internationalen Standards genügt. Die enge Zusammenarbeit mit den Berufs- und Branchenverbänden gewährleistet, dass die bestmöglichen Regelungen erarbeitet werden können. Es geht in der Umsetzung der internationalen Regulierungsvorgaben in nationales Recht schliesslich darum, praxisgerechte und wettbewerbsfreundliche Bedingungen zum Vorteil des Finanzstandortes zu schaffen. Als wichtigen Beitrag für eine erfolgreiche Transformation erachtet die FMA ihre hohe Dialogbereitschaft und dienstleistungsorientierte Arbeitsweise. Die FMA ist eine Behörde, mit der man sprechen kann und soll. Dies gilt für Finanzdienstleister, die bereits bewilligt sind und für solche, die eine Tätigkeit in Liechtenstein prüfen.

Die FMA steht zur Klärung bewilligungs- und aufsichtsrechtlicher Fragen immer zur Verfügung. Die Erfahrung zeigt, dass Finanzdienstleister für ihre Tätigkeit immer Standorte verschiedener Länder prüfen. Liechtenstein muss sicherstellen, dass diese Interessenten innert nützlicher Frist zu den nachgefragten Informationen gelangen.

Sicherung des Marktzugangs zu den ausländischen Märkten

Ein Faktor, der für die Transformation von zentraler Bedeutung ist und besondere Wachsamkeit erfordert, ist die Sicherung des Marktzugangs zu den ausländischen Märkten. Liechtenstein beheimatet einen Finanzplatz, der weit über die Bedürfnisse des Heimmarktes hinausgeht. Die Kunden und Märkte der liechtensteinischen Finanzintermediäre befinden sich zur Hauptsache im Ausland. Mit den laufend heraufgesetzten Regulierungsstandards der Finanzmärkte im Nachgang zur Finanzkrise und tendenziell protektionistischen Verhaltensweisen von Staaten in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten werden die Anforderungen an die Finanzinstitute und die FMA für diesen Marktzugang laufend erhöht. Liechtenstein muss deshalb dafür Sorge tragen, dass seine Finanzmarktregulierung den internationalen Standards entspricht und die FMA durch die ausländischen und die Europäischen Aufsichtsbehörden als gleichwertig anerkannt sind. | februar 2013


F ORSCHUNG

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Forschung dient als Innovationsmotor

13 Von Kornelia Pfeiffer

«Wer jetzt in Prozessverbesserungen investiert, ist gut beraten», sagt Professor Jan vom Brocke, Prorektor für Forschung und Transfer an der Universität Liechtenstein. Am Institut für Wirtschaftsinformatik entwickeln Forscher Tools und helfen mit Rat und Tat.

Herr Professor vom Brocke, was verbirgt sich hinter den drei Buchstaben BPM? Jan vom Brocke: BPM steht für Business Process Management. Sie können auch Management von Geschäftsprozessen oder Arbeitsabläufen sagen. Denn eben das «Wie» die Menschen und Unternehmen die Dinge tun, das ist entscheidend. Ein Beispiel: Sie wolWir haben ein Tool entwickelt, len etwas Feines kochen, wissen mit dem Sie in einer aber nicht so recht, wie das geht. Da ist es gut, ein Kochrezept zu Viertelstunde herausfinden, wo haben, die richtigen Zutaten, die Ihr Unternehmen steht richtigen Geräte. Oft reicht das aber nicht aus. Worauf es noch ankommt, ist Ihre Erfahrung, Kreativität und Ihr Improvisationstalent. Genauso funktioniert dies in einem Unternehmen. Die Ziele sind oft recht klar: Gewinn von Marktanteilen, Wachstum, Erschliessung neuer Geschäftsfelder. BPM hilft, systematisch die Fähigkeiten aufzubauen, um Prozesse zu verbessern oder neu aufzustellen.

In den letzten fünf Jahren wurden mehr Daten erzeugt als in der gesamten Menschheitsgeschichte zuvor. 80 Prozent der Daten betreffen die Wirtschaft. Das gilt nicht allein für grosse IT-Unternehmen wie Google oder Facebook, sondern für jedes Unternehmen auch in der Region Rheintal. Daten richtig zu bewirtschaften, ist heute entscheidend. Ein Enterprise Content Management System anzuschaffen, reicht nicht aus. Vorher muss ein Unternehmen feststellen, welche Daten für die Geschäftsprozesse überhaupt eine Rolle spielen. Dazu haben wir ein Content Audit entwickelt, eine Methode, um rasch die jeweils wichtigen Daten herauszufiltern.

Hat Business Process Management immer mit IT zu tun? Nein. Bei BPM geht es darum, die Arbeitsabläufe optimal zu gestalten. Jedoch läuft kaum mehr ein Prozess ohne IT ab. EU-Studien zeigen zudem, dass IT heute der Haupttreiber für Innovation ist. Das gilt für Industrie und Finanzdienstleistungen ebenso wie für Verwaltungen oder das GesundheitsweWo sind kleine oder mittlere Unternehmen heu- sen. Unsere Forschung belegt zugleich aber, wie te besonders gefordert? zentral die Balance zwischen Mensch und Technik KMUs sind oft mit den Herausforderungen unserer für die Lösung von Aufgaben ist. Zahlreiche BPMZeit besonders hart konfrontiert. Auch sie sind zum Initiativen scheitern, weil allein auf Technik gesetzt Beispiel einer enormen Informationsflut ausgesetzt. wurde. Die entscheidende Rolle von Kreativität und Inspiration macht den Menschen in Zukunft immer wichtiger.

Zur Person

Professor Jan vom Brocke ist Prorektor für Forschung und Transfer sowie Inhaber des Hilti Lehrstuhls für Business Process Management und Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der Universität Liechtenstein.

BPM zählt zu den Studiengängen der Zukunft. Was leistet BPM zur nachhaltigen Entwicklung? Mittlerweile geht es nicht mehr nur darum, Kosten, Qualität und Zeit zu managen. Die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen des heutigen Han-


Die Balance zwischen Mensch und Technik für die Lösung von

Foto: Universität Liechtenstein

Aufgaben ist zentral.

Foto: Universität Liechtenstein/Eddy Risch

Laut einer Studie führen BPMLösungen oft zu Verständnislücken zwischen Fach- und IT-Abteilung. Wie erklären Sie dies? delns im Blick zu behalten, macht den Unterschied Mit diesem weit verbreiteten Problem hat sich die im Wettbewerb aus. Kurzfristige finanzielle Ziele Forschung intensiv auseinandergesetzt. Es braucht zu betrachten, reicht längst nicht mehr. BPM bietet einen BPM-Ansatz für die gesamte Organisation. hierfür eine ausgezeichnete Grundlage. Gerade hat Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes Prodas Institut für Wirtschaftsinformatik diesen As- jekt, sondern darum, dass das ganze Unternehmen pekt in dem Buch «Green Business Process Ma- die eigenen Prozesse beherrscht. Unerlässlich ist nagement» genauer beleuchtet. daher, Veränderungen strategisch und wertmässig richtig zu beurteilen, klar zu definieren, wer wofür Nun ist aber überall Kostensparen angesagt. die Verantwortung trägt, und eine entsprechende Wer investiert da noch in die Verbesserung von Kultur im Unternehmen zu entwickeln. Arbeitsabläufen? Wer jetzt in Prozessverbesserungen oder Prozessin- In Wissenschaft und Forschung scheint BPM novationen investiert, ist gut beraten. Eben auch weil recht zersplittert, weil viele Spezialthemen erer damit Kosten spart. Aber Vorsicht: Kaufen Sie nur forscht werden. Wo liegt der Fokus der Universidie Software, die Sie wirklich brauchen. Und beach- tät Liechtenstein? ten Sie: Die Software alleine wird es nicht richten. Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. ProMein Team hier an der Universi- zessmanagement ist eine Kern-ManagementaufgaProfessor Jan vom Brocke: Das tät Liechtenstein leistet ganz indi- be. Innovative Technologie zu nutzen, gehört dazu, «Wie» die Menschen und Unterviduell Unterstützung bei solchen während der Mensch eine tragende Rolle spielt. nehmen die Dinge tun, das ist Projekten, um ein Unternehmen Dies alles aufgebaut auf einer betriebswirtschaftlientscheidend. fit für die Zukunft zu machen. chen Sicht. Ziel ist bei uns immer, einen Managementansatz zu entwickeln, der am besten für genau das Unternehmen taugt, um das es geht. Wir haben diesen Ansatz mit 100 BPM-Spezialisten in zwei Buch-Bänden beschrieben. Das «Handbook on Business Process Management» ist eines der meist verkauften Werke für BPM weltweit. Warum braucht es eine Methode, um herauszufinden, wie fit ein Unternehmen für BPM ist? Weil sich Unternehmen in unterschiedlichen Phasen und Situationen befinden. Das eine wächst, ein februar 2013


forschung

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anderes steht vor einer Krise, ein drittes hat eine Reihe von Projekten hinter sich. Wir haben ein Tool entwickelt, mit dem Sie in einer Viertelstunde herausfinden, wo Ihr Unternehmen steht. Den Fragenkatalog können Sie unter www.bpm-culture.org abrufen. Mehrere hundert Unternehmen haben bisher mit dem Tool bereits gearbeitet. Wie wichtig ist die Forschung an den vier Instituten der Universität Liechtenstein für die Region Rheintal? Forschung ist Zukunft, weil Forschung als Innovationsmotor dient. Nur wer sich unter die Fittesten einreihen kann, wird dauerhaft am Markt erfolgreich agieren können. Die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Regierung und Verwaltung in Liechtenstein macht es möglich, dass Forschungsergebnisse über Transfermodelle tatsächlich auch zu Innovationen werden. Das ist ein ganz besonderer Standortvorteil, den wir noch stärker nutzen sollten. Und woher nehmen Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter die Ideen für neue Forschungsfelder?

Zum einen tauschen wir uns auf Konferenzen mit Experten weltweit aus. Damit wissen wir, was international diskutiert und erprobt wird. Zum anderen sind wir in engem Kontakt mit Wirtschaft und Gesellschaft in der Region. So wählen wir aus den internationalen Themen das aus, was die Unternehmen im Rheintal weiterbringt. Diese Zusammenarbeit hat etwa dazu geführt, dass wir bereits im Jahr 2008 am Institut für Wirtschaftsinformatik ein Kompetenzzentrum für Enterprise Content Management einrichten konnten. Die liechtensteinische Regierung hat uns unterstützt, die Landesverwaltung und so renommierte Unternehmen wie Hilti, Ivoclar Vivadent, Hoval und Thyssen Krupp Presta sind Mitglieder. Zahlreiche Projekte haben wir konkret miteinander umgesetzt. Daraus sind zwei Doktorarbeiten hervorgegangen, ein Buch und zahlreiche Forschungsbeiträge in internationalen Fachzeitschriften. Kürzlich hat Alexander Simons, ein Mitbegründer des CC-ECM, für seine Arbeit den Nachwuchsforschungspreis des Fürstentums Liechtenstein erhalten. Mittlerweile haben sich drei weitere Kompetenzzentren gebildet, an denen wir auch mit Unternehmen aus Vorarlberg, St. Gallen und Grau| bünden zusammenarbeiten.

Serie «Forschung» Wissen ist für ein kleines Land wie Liechtenstein ein wichtiges Kapital. Wissenschaft und Forschung schaffen die Voraussetzungen für Entwicklung und Innovation. Dies sichert wirtschaftliches Wachstum. Forscherteams an den vier Instituten der Universität Liechtenstein erschliessen Jahr für Jahr neue Themengebiete und schliessen Forschungslücken. Mit diesem Interview mit Professor Jan vom Brocke startet «Der Monat» eine Serie, die zeigt, wie sich Forschung auf unseren Alltag auswirkt. So hat ein Forscherteam Glasfassaden entwickelt, durch die Wasser mit Zusatzstoffen strömt, und die im Sommer kühlen und im Winter heizen. Mit solchen Fensterscheiben lässt sich mindestens 20 Prozent an Energie einsparen. Die Idee kommt von der Universität Liechtenstein. In der März-Ausgabe des «Monat» erfahren Sie, wie Ihre Fensterscheiben mit dem Projekt «Fluidglass Cube» zum Kraftwerk werden.

februar 2013


JAHR DER BÜRGER

Bessere Teilnahme an Entscheidungsprozessen Die Europäische Union ruft seit 1983 «Europäische Jahre» mit dem Ziel aus, für die EU-Bürger bedeutende Themen in die breite Öffentlichkeit zu bringen. 2013 ist nun das «Jahr der Bürgerinnen und Bürger». Eine 2010 in der EU gemachte Umfrage ergab, dass sich nach wie vor viele Menschen in der EU nicht angemessen über ihre Rechte informiert fühlen. Ausserdem zeigte ein im Jahr 2010 von der Europäischen Kommission veröffentlichter Bericht über die Unionsbürgerschaft auf, dass Bürger noch immer mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert sind, die sie davon abhalten, ihre Rechte als Unionsbürger wahrzunehmen. Darunter das Recht, in einem anderen Mitgliedstaat den Wohnsitz zu nehmen. Ziel des «Jahres der Bürger 2013» ist daher eine Debatte über die Hindernisse bei der Ausübung der Rechte im eigenen, aber auch in einem anderen EU-Mitgliedsstaat anzuregen. Darüber hinaus soll das Europäische Jahr 2013 auch dazu beitragen, die aktive Beteiligung der Unionsbürger am politischen Entscheidungsprozess der EU zu fördern und Bewusstsein für die – insbesondere jungen Menschen offen stehenden – EU-Programme zu schaffen. Unter den sich aus der Unionsbürgerschaft ergebenden Rechten ist das Recht auf Freizügigkeit das Recht, das den Unionsbürgern am stärksten am Herzen liegt. In der Tat üben immer mehr Europäer dieses Recht aus und nehmen ihren ständigen Wohnsitz in einem anderen EU-Mitgliedstaat. So lebten im Jahr 2010 etwas über 12 Millionen in einem anderen Mitgliedstaat als ihrem Herkunftsmitgliedstaat. Aus der Unionsbürgerschaft, welche die nationale Staatsbürgerschaft ergänzt, aber nicht ersetzt, ergeben sich umfassende Rechte für die Unionsbürger, die sie in allen EUMitgliedstaaten wahrnehmen können. Dazu gehören neben dem Recht als Verbraucher auf Zugang zu Waren und Dienstleistungen in anderen Mitgliedstaaten das Recht als Bürger auf den Zugang zu Bildung, Anerkennung beruflicher Befähigungsnachweise, Zugang zur Gesundheitsversorgung, Erwerb oder Beibehaltung des Anspruchs auf Sozialleistungen sowie das aktive und passive Wahl-

Foto: Günther Meier

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recht bei den Wahlen zum EuroDas Jahr 2013 wurde von der EU zum «Europäischen Jahr der Bürpäischen Parlament und bei Kommunalwahlen im Wohn- gerinnen und Bürger» ausgerufen. sitzland zu denselben Bedingungen wie für Angehörige des betreffenden Staates. Doch während sich etwas mehr als ein Drittel der Arbeitnehmer vorstellen könnte, in einem anderen Mitgliedstaat eine berufliche Tätigkeit auszuüben, ist beinahe jeder Fünfte nach wie vor der Auffassung, dass die Wahrnehmung dieses Rechts durch zu viele Hindernisse beeinträchtigt wird. Neben der Sprachbarriere ist ein chronischer Mangel an Informationen das grösste Hindernis für grenzüberschreitende Mobilität. Eine Umfrage aus dem Jahr 2010 ergab, dass nach wie vor zu viele Menschen sich nicht angemessen über die ihnen eingeräumten Rechte informiert fühlen: Lediglich 43 % der Befragten kannte die Bedeutung des Begriffs «Bürger der Europäischen Union», und fast die Hälfte der europäischen Bürger gab an, über ihre Rechte unzureichend informiert zu sein. Das Europäische Jahr der Bürgerinnen und Bürger betrifft Liechtenstein, das dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angehört, ebenfalls – zumindest am Rande. Die Personenfreizügigkeit aus Liechtenstein in Richtung EU ist gewährleistet, in der umgekehrten Richtung ist die Freizügigkeit angesichts der Klein| heit des Landes eingeschränkt.  februar 2013


H I STOR I SCHES LEX I KON

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Geschichtliches Wissen kompakt gesammelt

17 Von Günther Meier

Neu verfügt auch Liechtenstein über ein Historisches Lexikon, in dem das Wissen über das Land von den Anfängen bis zur Gegenwart in kompakter Form dargestellt wird. Das gewichtige Werk enthält rund 3000 Artikel in alphabetischer Anordnung.

Das Historische Lexikon Liechtenstein, das sind zwei schwere Bücher mit zusammen fast 1200 Seiten. Kein Werk, das von A bis Z wie ein Roman zu lesen ist, sondern wie der Name Das Historische Lexikon bereits antönt, ein Lexikon, geordnet nach dem Alphabet. Jeder ist ein Nachschlagewerk mit Artikel ist aber ein Einstieg in ein alphabetisch angeordneten Thema, das von Interessierten weiterverfolgt werden kann, wie Artikeln, die allgemein Projektleiter Arthur Brunhart in verständlich sind der Einführung schreibt: «Darum ist jedem Artikel ein weiterführender bibliografischer Teil angefügt, der je nachdem Werke, Quellen, Archive und in Kurzform chronologisch aufgeführte Literatur um-

fasst.» Nach seiner Einschätzung handelt es sich beim Historischen Lexikon um ein «Pionierwerk», das schon während der Entstehung reichhaltige Erträge zur Geschichte Liechtensteins, zum liechtensteinischen Selbstverständnis und zur Stärkung der liechtensteinischen Identität hervorgebracht habe. Das Historische Lexikon Liechtenstein ist laut Konzept ein Nachschlagewerk mit alphabetisch angeordneten Artikeln, die allgemein verständlich und wissenschaftlich abgestützt sind. Die Artikel wurden in fünf verschiedene Kategorien aufgegliedert: Nämlich in den geografischen Raum, in Landesherrschaften, in Familien, Einzelpersonen und verschiedene Sachbereiche. Die Texte haben unterschiedliche Längen, sind aber miteinander mit Historisches Lexikon Verweisen verknüpft und stehen damit in einem Zusammenhang. Im Historischen Lexikon des Fürstentums Liechtenstein ist das geschichtliche Wissen Geografisch wird vor allem der über das Gebiet des heutigen Fürstentums von den Anfängen bis zur Gegenwart nach Raum Liechtenstein erfasst, doch lexikographischen Kategorien und mit wissenschaftlichem Anspruch alphabetisch gewerden auch Orte aufgeführt, die ordnet aufbereitet. Das zweibändige Werk enthält rund 3000 Artikel zur Geschichte einen wichtigen geschichtlichen Liechtensteins. Diese teilen sich auf in die Bereiche Familien, Biographien, Familien der Bezug zu Liechtenstein haben. Landesherrschaften, Orte und Sachstichwörter. Es ist das erste umfassende und integDie Artikel über die 11 Gemeinral angelegte Lexikon des Fürstentums Liechtenstein überhaupt und präsentiert den den bilden den Schwerpunkt, aktuellen Stand der historischen Forschung. weil damit die Entwicklung der «Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein» einzelnen Ortschaften in den BeZwei Bände; 1142 Seiten, ca. 500 Abbildungen. Erarbeitet mit Unterstützung der Regiereichen Organisation, Wirtschaft, rung des Fürstentums Liechtenstein, 2013. Verlag des Historischen Vereins für das FürsGesellschaft und Kultur aufgetentum Liechtenstein, Vaduz / Chronos Verlag, Zürich. Druck: Gutenberg AG, Schaan zeigt wird. Die Artikel über DyBeide Bände zusammen CHF 198.– / EUR 165.– (Keine Portokosten für FL/CH bei nastien betreffen Adelshäuser Bestellungen über das Buchzentrum Liechtenstein). und Adelsfamilien, die das Land Erhältlich ab sofort beim Buchzentrum Liechtenstein oder im Buchhandel. Buchzentregierten, während die Familienrum Liechtenstein, Feldkircher Strasse 13, FL-9494 Schaan; Telefon +423 239 50 40, artikel die vor 1900 verbürgerten Fax +423 239 50 31, office@buchzentrum.li, www.buchzentrum.li Familien sowie ausländischen


Über 3000 Artikel enthalten die zwei Bände des Historischen Lexikons, das erstmals in Liechtenstein herausgegeben wurde.

Foto: Historischer Verein

xe Aufgabe», blickt Projektleiter Arthur Brunhart zurück: Es habe das lexikografische Know-how gefehlt, die knappen Personalressourcen bei Autoren und Beratern hätten einen rascheren Arbeitsfortschritt verunmöglicht, zudem seien die Aufgabengebiete stark erweitert worden. 1999 erfolgte deshalb ein Neustart, begleitet von einem zusätzlichen Kredit durch den Landtag, der jeFamilien mit Bedeutung für das Land umfassen. doch erneut nicht ausreichte, weshalb 2005 und Die thematischen Artikel widmen sich den Berei- 2006 zusätzliche Geldmittel beim Parlament verchen Lebensraum, Gesellschaft, Wirtschaft, Staat, langt wurden. Auch in zeitlicher Hinsicht verzögerHerrschaft, Kirche und Kultur. ten sich die Arbeiten. Die dem Landtag unterbreite Die bedeutendsten Persönlich- ten Zeitlimiten wurden mehrfach hinausgeschokeiten sind in den Biografien enthalten. Artikel ben. Noch im August 2006 gab sich die Regierung über noch lebende Personen sind nach Darstellung zuversichtlich, dass das Werk dem Publikum Ende von Arthur Brunhart nach einem bestimmten 2008 vorgelegt werden könne. Schema erstellt worden, wobei der Grundsatz geEin Werk von staatspolitischer golten habe: «Eine Beurteilung oder Bewertung le- Bedeutung bender Personen oder zeitgeschichtlicher Phänome Nun, 25 Jahre nach dem ersten Kreditbeschluss des wird nicht vorgenommen.» Landtags, liegt das zweibändige Werk vor. Die Er Der Aufbau des Lexikons als wartungen, die das Lexikon zweifellos erfüllt, trös hochkomplexe Aufgabe tet etwas über die Verzögerung von zehn Jahren Die Entstehungsgeschichte des hinweg. Es sei nicht selbstverständlich, schreibt Historischen Lexikons ist, wie oft bei Pionierarbei- Fürst Hans-Adam II. im Vorwort, dass ein kleines ten, von Brüchen und Problemen begleitet. Schon Land wie Liechtenstein ein Historisches Lexikon kurze Zeit nach der Genehmigung des Kredites herausgeben könne, das auch eine staatspolitische durch den Landtag im Jahr 1988 und nach der Auf- Bedeutung habe, indem es die Identität des Landes nahme der Schreibarbeit zeigte sich, dass Planung und seiner Bevölkerung stärke und wie ein Botund Arbeitsfortschritt auseinanderklafften. «Der schafter des Landes nach aussen wirke. Kurzum: Aufbau und die Realisierung des Lexikons erwies «Das Fürstentum Liechtenstein kann sich glücklich | sich als allein kaum zu bewältigende, hochkomple- schätzen, ein solches Werk zu besitzen.»  februar 2013


P u b l i r e p o r ta g e

Alles unter einem Dach: Personalisierte Medizin & Diagnostik, Wellness & Ambiente Leicht, schwerelos, kunstvoll – so präsentiert sich der imposante Neubau oberhalb von St.  Gallen, der gerade kürzlich als Kurhaus & Medical Center Oberwaid eröffnet wurde. Dem Schweizer Architekten Carlos Martinez ist es in beeindruckender Weise gelungen, Funktionalität und Ästhetik – im wahrsten Sinne des Wortes – unter ein Dach zu bringen. 144 geräumige Zimmer, ein Medical Center, einen riesigen Sport- und Bewegungsbereich, dazu drei Restaurants sowie ein Spa mit Hallen- wie Aussensprudelbad und Hamam bieten die perfekte Umgebung für Erholung, gesundes Abnehmen, sich verwöhnen lassen oder einen Rundum-Check durch das hochqualifizierte, interdisziplinäre Ärzteteam. Und das alles in herrlicher Naturumgebung mit Blick auf den Bodensee. Die Oberwaid erfüllt alle Ansprüche eines modernen Lebensstils und steht für ein neues Denken, neue Gesundheitsimpulse sowie zeitgemässen Ferienkomfort auf höchstem Niveau.

Ob man in die «Oberwaid» fährt, um endlich dauerhaft abzunehmen oder etwas für seine mentale Gesundheit oder seinen Rücken tun will: hier wird seriöse Medizin von Menschen für Menschen gemacht – unter einem Dach. Dass sich der Gast dadurch nicht nur Zeit, sondern vor allem auch viele Wege erspart und dadurch Stress erspart, ist nur ein Vorteil. Vor allem das interdisziplinäre Zusammenspiel des Medical Teams in Kombination mit dem äusserst stilvollen Oberwaid-Ambiente ist eine Besonderheit, die in Europa einzigartig ist. Die optimale Lage im Dreiländer-Eck Deutschland, Österreich und Schweiz garantiert nicht nur kurze Fahrtzeiten, sondern auch attraktive Ausflugsziele wie das hübsche St. Gallen oder etliche Golfplätze wie etwa der GC Waldkirch oder der GC Appenzell. In der «Oberwaid» scheint alles leichter – nicht nur, weil man im raffinierten Neubau quasi über dem See «schwebt», sondern auch, weil man hier schnell überflüssige Pfunde verliert. Individuelle Ernährungs- und Bewegungspläne, Stoffwechselanalysen, Vermessung der Körperfettverteilung und vieles mehr unterstreichen den Ruf der «Oberwaid» hinsichtlich ihrer bestausgestatteten Diagnoseabteilung. Körper, Geist und Seele in Einklang bringen, sich Zeit für sich selbst nehmen – das steht in der Oberwaid an erster Stelle. Und dazu gehört natürlich auch eine exquisite kulinarische Kom-


P u b l i r e p o r ta g e

Kurhaus & Medical Center Oberwaid St. Gallen: Erste Adresse für Körper, Geist & Seele eröffnet ponente. Der Appenzeller Küchenchef Sepp Herger folgt einerseits individuellen Ernährungs-Vorgaben, verwöhnt seine Gäste andererseits aber auch nach gesunder Herzenslust. Auch ist seine Küche optimal für Menschen, die nach einer Operation wieder genesen möchten. Denn beste Nachsorge ist in der «Oberwaid» garantiert. Aber nicht nur das: Wer einem Burn out wirksam vorbeugen will, ist beim sechsköpfigen Ärzte-Team und im Diagnose-Zentrum etwa beim NeuroFeedback oder im Bewegungslabor ebenso bestens aufgehoben wie ein von Rücken-Schmerzen geplagter Gast. In Summe gibt es viele gute Gründe, Zeit in der «Oberwaid» zu verbringen. Der beste Grund ist allerdings immer noch einer: Sie selbst! Das «Oberwaid»-Team freut sich auf Sie! Unter www.oberwaid.ch finden Sie alle Infos und attraktive Eröffnungspackages.

INFOS: Oberwaid – Kurhaus & Medical Center Rorschacher Strasse 311, Postfach, CH-9016 St. Gallen Telefon +41 71 282 04 60, reservation@oberwaid.ch www.oberwaid.ch


JAHR DES WASSERS

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UNO-Kampagne Wasser für das Leben

21 Von Günther Meier

Die Vereinten Nationen haben 2013 zum «Internationalen Jahr des Wassers» erklärt. Mit dieser Kampagne soll weltweit das Bewusstsein gestärkt werden, wie wichtig der freie Zugang zu Wasser und Trinkwasser für die Menschheit ist.

Der Roboter «Curiosity», der seit August 2012 auf dem Mars herumkurvt, untersucht nicht nur Gesteine, sondern forscht auch nach Hinweisen auf die einstige Existenz von Wasser auf dem Roten Planeten. Der Grund für das wissenschaftliche Interesse: Auf der Erde ist alles Leben abhängig von Wasser. Denn Das Recht der Menschen auf Wasser ist nicht nur das wichtigsden Zugang zu Trinkwasser te Lebensmittel, sondern von Wasser hängt auch unsere geund auf Sanitärversorgung gesamte Zivilisation ab. Ohne Washört zu den Menschenrechten ser funktioniert kein Haushalt, ohne Wasser keine Landwirtschaft, kein Wirtschaften in Industrie, Gewerbe und Dienstleistungen. Das Recht der Menschen auf den Zugang zu Trinkwasser und auf Sanitärversorgung gehört zu den Menschenrechten, seit die Vereinten Nationen dieses Recht 2010 als Menschenrecht offiziell anerkannt haben. Von diesem Recht können jedoch noch nicht alle Menschen Gebrauch machen, denn laut UNO-An-

gaben fehlt rund 900 Millionen Menschen der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Etwa 2,6 Milliarden Menschen leben ohne angemessene sanitäre Basisversorgung – das sind fast 40 Prozent der Weltbevölkerung. Mehr als eine Milliarde Menschen müssen völlig ohne sanitäre Einrichtungen auskommen.

Auf Vorschlag von Tadschikistan hat die UNO-Generalversammlung das Jahr 2013 zum «Internationalen Jahr der Zusammenarbeit im Bereich Wasser» ausgerufen. Die UNESCO, die mit der Durchführung des internationalen WasserJahres beauftragt wurde, unterstreicht die Bedeutung von Kooperationen auf verschiedenen Ebenen, um die Wasser-Ziele erreichen zu können. Als Beispiele führt die UNESCO an, dass Anrainer an Flussläufen zusammenarbeiten müssen, um knappe Wasservorräte zu bewirtschaften, die Landwirtschaft müsse eng mit der Wasserversorgung verknüpft werden und für Lösungen brauche es den Einbezug politischer und wirtschaftlicher Dimensionen, aber ebenso kultureller und ethischer Aspekte – alles Forderungen, die weltweit alles andere als die Regel seien.

Fotos: Günther Meier

Knappe Wasservorräte auf der Welt bewirtschaften

Verschwenderischer Umgang mit dem Wasser

Wie sieht es mit dem Thema Wasser in Liechtenstein aus? Wasser ist genügend vorhanden, wenn man bedenkt, dass im Zeitraum von 2001 – 2010 im Schnitt 147 Tage mit Niederschlag pro Jahr registriert wurden und im Jahr die


Die UNO möchte mit dem Internationalen Jahr des Wassers auf die Bedeutung des Zugangs zu Wasser und Trinkwasser aufmerksam machen.

durchschnittliche Niederschlagsmenge 922 mm betrug. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist mit dem Ausbau der Wasserversorgung gewährleistet, ebenso wird das Abwasser nach modernsten Technologien entsorgt, und die sanitären Einrichtungen dürften sich im Durchschnitt auf weltweit höchstem Niveau bewegen. Laut Statistik allerdings gehen die Liechtensteiner recht verschwenderisch mit dem Wasser um. Haushalte und Gewerbe wiesen im Jahr 2010 einen durchschnittlichen Wasserverbrauch von 12'386 Kubikmeter pro Tag aus – das sind über 12 Millionen Liter. In der Industrie wurden täglich zudem 18'645 Kubikmeter Wasser verbraucht. Der Wasserverbrauch erreicht damit, wenn der Verbrauch von Haushalten, Gewerbe und Industrie zusammengerechnet wird, 858 Liter Wasser pro Einwohner jeden Tag. Etwa die Hälfte des Wassers stammt in Liechtenstein aus Quellen, die andere Hälfte aus dem Grundwasser. Das Abwasser wird in der Kläranlage Bendern gereinigt, im Jahr

UNO und Wasser Für die UNO bietet das Thema Wasser immer wieder Anlass für Kampagnen. Schon 1992 wurde eine Resolution für einen Weltwassertag gefasst, der jedes Jahr am 22. März begangen wird. 2003 wurde zum Internationalen Jahr des Süsswassers erklärt, 2008 zum Internationalen Jahr der sanitären Grundversorgung. Ausserdem befindet sich die Welt derzeit in der Internationalen Aktionsdekade «Wasser – Quelle des Lebens», die von 2005 – 2015 dauert.

2011 waren es laut Statistik 10 Millionen Kubikmeter – oder 10 Milliarden Liter Schmutzwasser. Wenn von Wasser die Rede ist, geht es aber nicht nur um Trinkwasser und Abwasser, sondern auch um Flüsse und Bäche. Der Zustand der Oberflächengewässer wird in Liechtenstein systematisch untersucht. Der biologische Zustand der Fliessgewässer wurde laut Rechenschaftsbericht der Regierung im Jahr 2011 besser als bei der ersten Untersuchung 2008 beurteilt. Die Gewässergütekarte zeige auf, dass nur die Esche einen ungenügenden Zustand aufweise. Was den Zustand des Rheins betrifft, hat Liechtenstein aufgrund seiner Kleinheit wenig Einfluss, arbeitet aber aktiv in der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) mit.

Verstädterung und Industriali- sierung weltweit ein Problem

Wassermangel und unzureichende Wasserqualität gehören laut UNESCO zu den Hauptursachen für Armut, Krankheiten und Umweltzerstörung. Das Wachstum der Weltbevölkerung, die zunehmende Verstädterung und verstärkte Industrialisierung würden dazu führen, dass die Versorgung mit Wasser immer schwieriger werde. In Weltregionen, in denen Wassermangel herrsche, wie zum Beispiel im Nahen Osten oder in weiten Teilen Afrikas, werde die Nachfrage nach Wasser durch die Folgen des Klimawandels zusätzlich erhöht. Die UNESCO-Prognosen sind düster: Wenn die knappen Wasserressourcen weiter und noch stärker beansprucht würden, könnte in einem Vierteljahrhundert die Nachfrage nach Wasser die | weltweit verfügbare Menge überschreiten. februar 2013


LANDW I RTSCHA F T

Die Bevölkerung profitiert von den Bauern

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Unsere Landwirtschaftsbetriebe verfügen über attraktive und wirtschaft-

Von Marcus Vogt

liche Betriebsstrukturen. Aber nur wenn diese erhalten bleiben, können die landwirtschaftlichen Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen.

Ende April 2012 wählte mich die Generalversammlung der VBO zu ihrem Präsidenten. Ich habe das Amt mit Freude und im Bewusstsein angetreten, dass ich mich mit sehr komplexen und für mich völlig neuen Themen auseinandersetzen muss. In zahlreichen Der Bauer ist auch ein Gesprächen mit Bäuerinnen und Bauern durfte ich in den verganUnternehmer und muss sich genen Monaten viel lernen und auch so verhalten dürfen ich habe dabei viele engagierte und fleissige Menschen kennengelernt. Mein Blick auf die Arbeit der Bauern hat sich in den letzten Monaten komplett geändert. Immer wieder müssen sich die Bauern anpassen und sie haben in ihrem Alltag mit vielen Herausforderungen zu kämpfen.

«Stolz auf die Leistungen der Landwirtschaft»

Fotos: Günther Meier

Liechtenstein darf stolz sein auf die landwirtschaftlichen Leistungen, die von den Bauern in unserem Land zum Wohle der Bevölkerung tagtäglich erbracht werden. Zu der Kernaufgabe der Landwirtschaft gehört die Produktion von

gesunden Nahrungsmitteln wie beispielsweise Milch, Fleisch, Gemüse, Eier, Käse und Getreide. Die Pflege und Gestaltung der Kulturlandschaft ist ein Folgeprodukt dieser Kernaufgabe. Dazu zählt auch die Bewirtschaftung von Hanglagen und Alpen. Von diesen Leistungen der Bauern profitiert die gesamte Bevölkerung. Dabei bildet der Boden die wichtigste Ressource und Grundlage für die landwirtschaftliche Produktion. Der Boden ist in Liechtenstein aber vielfältigen Nutzungsinteressen ausgesetzt, weshalb es mit zu einer Kernaufgabe der VBO gehört, den landwirtschaftlich nutzbaren Boden in seiner Quantität und Qualität zu erhalten. Hier ist seitens der Politik eine Güterabwägung und richtige Einschätzung der Bedeutung der landwirtschaftlichen Produktion verlangt, wenn der Ruf nach der Ansiedelung neuer Unternehmen ertönt.

«Landwirtschaftlich nutzbaren Boden schützen»

Unsere Landwirtschaftsbetriebe verfügen über attraktive und wirtschaftliche Betriebsstrukturen. Diese sind zu erhalten und ein weiteres Wachstum ist dort, wo nötig, auch zuzulassen. Nur dann können unsere Betriebe auch im internationalen Wettbewerb bestehen. Der Bauer ist auch ein Unternehmer und muss sich auch so verhalten dürfen. Um dies zu ermöglichen setzt sich die VBO dafür ein, dass in Liechtenstein eine glaubwürdige Agrarpolitik betrieben wird, die sich an einem verbindlichen Leitbild orientiert. Eine hohe Eigenständigkeit der liechtensteinischen Agrarpolitik ist dazu Voraussetzung, ebenso der Abbau administrativer Hemmnisse. Auch die Gewährleistung einer guten landwirtschaftlichen Ausbildung ist ein wesentlicher Grundpfeiler, um


Zu der Kernaufgabe der Landwirt-

den künftigen Herausforderunschaft gehört die Produktion von gen entsprechend begegnen zu gesunden Nahrungsmitteln. können. Um sich dem europäischen und globalen Wettbewerb zu stellen, muss zudem eine starke Integration in den Schweizerischen Binnenmarkt ständiges Ziel der Agrarpolitik Liechtensteins sein.

«Bauern brauchen Handlungs- spielraum»

Die VBO setzt sich daher für eine produzierende Landwirtschaft ein. Eine nur auf Ökologie und staatliche Abgeltung ausgerichtete Landwirtschaft kann weder für die Bauern noch für den Staat das Ziel sein. Rahmenbedingungen sind so zu setzen, dass die Betriebe zu einer nachhaltigen Herstellung von Agrargütern angeregt werden und nicht gezwungen sind, Ökodienstleistungen zu erbringen um staatliche Zahlungen zu beziehen. Auch in Zukunft ist Liechtenstein auf eine professionelle, leistungsfähige Landwirtschaft angewiesen, die in Eigenverantwortung umweltschonend und tiergerecht produziert. Dazu ist die Eigenverantwortung der Bauern gefordert. Von ih-

Zur Person Marcus Vogt ist Präsident der Vereinigung Bäuerlicher Organisationen (VBO). Weitere Informationen: www.landwirtschaft-liechtenstein.li

nen wird unternehmerisches Handeln verlangt. Dazu brauchen die Bauern einen entsprechenden Handlungsspielraum. Dazu zählen auch die Eigenvermarktung der landwirtschaftlichen Produkte und die Schaffung neuer innovativer Dienstleistungen und Angebote.

«Bauern angemessen entschädigen»

Dank unserer Bauern können wir Nahrungsmittel geniessen, von denen wir wissen, woher sie stammen, dass sie in einer intakten Umwelt produziert wurden und kurze Transportwege hinter den Produkten liegen. Wir wissen, dass wir uns wegen der Tierhaltung kein schlechtes Gewissen zu machen brauchen. Achten Sie beim Kauf von Lebensmitteln auf die Regionalität. Denken Sie beim Genuss von Brot, Butter, Fleisch, Eiern, Käse, Joghurt, Würsten und anderen Agrarprodukten an die Erzeuger, an die Bauern in unserem Land, die mit berechtigtem Stolz hinter diesen Produkten stehen. Denken sie in unseren Alpen, beim Blick auf Hanglagen und unsere schöne Kulturlandschaft an die Arbeitskraft, die dahinter steckt. Die Bauern erbringen wichtige Leistungen im Auftrag der Öffentlichkeit. Wir alle sollten diese Leistungen viel mehr schätzen und anerkennen. Hinter diesen Leistungen steht viel Fleiss und eine enorme Schaffenskraft. Die Landwirtschaft gehört zu Liechtenstein. Die Arbeit der Bauern ist wichtig. Dafür sind die Bauern auch angemessen zu entschädigen. | februar 2013


GESELLSCHA F T

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Neues Leben in der «Alten Metzg»

25 Von Norbert Jansen

Seit Anfang 2012 betreibt der Verein «Alte Metzg Schaan» in der ehemaligen Metzgerei Hilti eine neue Sozialinstitution, zu der eine Lebensmittelabgabe der Organisation «Tischlein deck dich», eine Suppenküche sowie ein Trödelmarkt gehören.

Die Vernichtung von einwandfreier, noch geniessbarer Nahrung wird in den zivilisierten Ländern zu einem immer grösseren Problem. Würde man all jene Lebensmittel, die allein in der Schweiz jährlich in den Die Suppenküche hat sich Abfall wandern, auf 15-Tonnenzu einem wichtigen sozialen Lastwagen laden, ergäbe das eine Kolonne von Neapel bis HamTreffpunkt entwickelt und burg! Unter dem Namen «Tischwird von Gästen aus allen lein deck dich» existiert in der Schweiz seit 1999 eine OrganiBevölkerungskreisen besucht sation, die über rund 90 regionale Abgabestellen jährlich 2000 Tonnen Lebensmittel an bedürftige Menschen verteilt. Sie stammen von 600 regionalen und überregionalen Produzenten sowie von Clementine Franken und DagGrossverteilern, welche die Promar Tiefenbrunner kochen eine dukte unentgeltlich zur Verfüschmackhafte Suppe. gung stellen, statt sie zu vernich-

ten. Es handelt sich um einwandfreie Ware, die aber aussortiert werden muss, weil sie aus Überproduktion stammt, kurz vor dem Verfalldatum steht oder eine beschädigte Verpackung aufweist. Seit dem 17. April 2012 ist auch eine Abgabestelle in Schaan in Betrieb und verteilt seither einmal wöchentlich Lebensmittel an sozial benachteiligte Menschen. Die Abgabe erfolgt gegen eine Bezugskarte, die vom Amt für Soziale Dienste ausgestellt wird. Aus der Bezugskarte ist ersichtlich, wie viele Personen im jeweiligen Haushalt leben. Pro Abgabe entrichten die Bezugsberechtigten einen symbolischen Beitrag von 1 Franken. Die Abgabestelle Schaan wird wöchentlich mit einem Kühlfahrzeug von «Tischlein deck dich» beliefert. Eine Lieferung umfasst rund 600–650 Kilogramm. Das Sortiment wechselt jede Woche – je nach dem, welche Produkte «Tischlein deck dich» von den Lieferanten erhalten hat. Die Abgabe findet im Hinterraum der Metzgerei statt. Für den Aufbau des jeweiligen Sortiments und für die Verteilung der Waren stehen rund 20 freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz. Während des gesamten Jahres 2012 haben sie insgesamt 1090 Bezüger und Bezügerinnen bedient, hinter denen 2899 Menschen stehen.

Fotos: Günther Meier

Diskretes Umfeld schaffen Schon bei der Entwicklung des Betriebskonzepts für die «Alte Metzg» war den Beteiligten klar, dass der Betrieb einer mitten im Dorf gelegenen Abgabestelle problematisch werden könnte, weil die überschaubaren sozialen Verhältnisse in Liechtenstein eine nicht zu unterschätzende Hemmschwelle darstellen könnte. Deshalb wurde dem Betrieb eine Suppenküche angegliedert mit


der Absicht, im seit mehreren Jahren leer stehenden Lokal Publikumsverkehr zu generieren und so für die Lebensmittelabgabe von «Tischlein deck dich» einen diskreten Rahmen zu schaffen. Die Suppenküche wurde deshalb bereits am 25. Januar 2012, rund drei Monate vor der «Tischlein deck dich»Abgabestelle, eröffnet. Sie hat sich zu einem wichtigen sozialen Treffpunkt entwickelt und wird von Gästen aus allen Bevölkerungskreisen besucht.

Vier der 20 Freiwilligen vor dem Den gleichen Prinzipien wie aufgebauten Warensortiment von «Tischlein deck dich» und die Suppenküche folgt auch der an- «Tischlein deck dich»; v.l. Markus Hermann, Brigitte Forrer, Norbert gegliederte Trödelmarkt. Die Jansen, Tanja Tiama. dort angebotenen Artikel – Geschirr, Vasen, Gläser, Kunstgewerbe usw. – werden von privaten Haushalten gespendet und können dank des Trödelmarktes neue Liebhaberinnen und Liebhaber finden.

Zwei Suppen stehen zur Auswahl

Das Konzept der Suppenküche ist einfach: Es werden zwei Suppen angeboten: eine vegetarische und eine auf Fleischbasis; ergänzend können Würstchen bestellt werden, im Sommer gab es zusätzlich gemischten Salat. Verarbeitet werden Lebensmittel, die eingekauft werden, zum Teil aber auch von lokalen Lieferanten stammen, die uns Waren überlassen, die sie in ihren Läden nicht mehr anbieten können und deshalb vernichten müssten, z.B. Brot vom COOP Rietpark, Schaan, sowie Gemüse, Früchte und Fleischprodukte vom DENNER-Satellit, Schaan. Ein geringer Teil der Ware stammt aus den Lieferungen von «Tischlein deck dich», die bei der Abgabe übrig geblieben ist. Dank der flexiblen Menuplanung können diese Produkte innerhalb der vorgeschriebenen Ablaufdaten verarbeitet werden. Die Suppenportionen kosten 5 Franken und sind so bemessen, dass sie eine Mahlzeit bilden. Ergänzt wird das Sortiment durch alkoholfreie Getränke sowie Kaffee und Tee.

Breite Unterstützung durch Sponsoren

Das Projekt «Alte Metzg» hat seit seiner Gründung breite Unterstützung durch private Sponsoren gefunden: Die Eigentümer der Liegenschaft, Hans und Antonia Hilti, stellen die ehemalige Metzgerei mietfrei zur Verfügung, die notwendigen Umbaukosten wurden von einer Stiftung übernommen und die Movanorm AG baute unentgeltlich eine neue Küche ein. Dazu kommen zahlreiche private Spenderinnen und Spender sowie Passivmitglieder des Vereins Alte Metzg Schaan, die den Verein mit finanziellen Beiträgen unter| stützen.

Öffnungszeiten Die Suppenküche ist jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 11.00 bis 14.00 geöffnet. Zu diesen Zeiten kann auch der Trödelmarkt besucht werden, der zusätzlich jeden Dienstagnachmittag bis 16.30 Uhr geöffnet ist.

februar 2013


Vor 50 Jahren

8. Februar 1963 Gründung der Liechtensteinischen Musikschule

Foto: Musikschule

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Die Liechtensteinische Musikschu-

Die Liechtensteinische Musikle kann dieses Jahr das 50-jährige schule kann dieses Jahr das Bestehen feiern. 50-jährige Bestehen feiern. Am 8. Februar 1963 fand die konstituierende Sitzung des Musikschulrates statt, bei der Rudolf Strub als Präsident und Reallehrer Felix Marxer zum Schulleiter gewählt wurden. Der Landtag hatte schon kurz zuvor, am 4. Dezember 1962, einstimmig die Gründung einer Musikschule in Liechtenstein begrüsst und dem Finanzierungsmodell seine Zustimmung erteilt. Für heutige Verhältnisse erfolgte die Gründung der Musikschule fast in Rekordzeit. Ein gutes halbes Jahr vorher, am 23. Juli 1962, hatten sich in der Realschule Vaduz fünf Männer zu einer Aussprache über die Musikförderung in Liechtenstein getroffen und dabei über die Gründung einer Musikschule gesprochen. Dann ging es Schlag auf Schlag: Statuten wurden ausgearbeitet, ein Schulreglement erstellt, Musiklehrer ins Auge gefasst, Berechnungen über Betriebskosten angestellt. Interessant ist, dass sich nur zwei Wochen darauf der Kulturrat der Regierung ebenfalls mit der Errichtung einer Musikschule befasste und eine Zusammenarbeit mit der Musikschule Feldkirch anstrebte. Das private Musikschul-Komitee und der Kulturrat reichten unabhängig voneinander dem Landesschulrat ihre Vorstellungen für eine künftige februar 2013

Musikschule ein. Auf Anregung von Regierung Gerard Batliner erfolgte ein Zusammenschluss der beiden Ideen, was schon am 19. November 1962 zu einem Bericht der Regierung an den Landtag führte. Mit der Eröffnung der Musikschule ging ein langgehegter Wunsch von Musikfreunden in Erfüllung. Am 20. April 1963 fand im Rathaussaal in Vaduz ein Eröffnungskonzert statt und zwei Tage später nahm die Musikschule den Unterricht auf: In Ermangelung eines eigenen Hauses in verschiedenen Schulzimmern an Schulen im Unterland und Oberland – und mit der erstaunlich hohen Zahl von 345 Schülerinnen und Schülern. Die Musikschule kann dieses Jahr auf ein halbes Jahrhundert erfolgreichen Wirkens für die Musik zurückblicken. Allerdings ist sie nicht die erste Schule in Liechtenstein, an der Musik unterrichtet wurde. Schon im Jahr 1951 stellte die Gemeinde Schaan in der Volksschule einige Unterrichtsräume zur Verfügung, damit eine Musikschule mit Lehrern aus Liechtenstein, der Schweiz und Österreich den Schülern Musikunterricht erteilen konnte. Die Schaaner Musikschule bestand aber nur etwa zwei Jahre und wurde wegen Meinungsverschiedenheiten über die Führung der Schule schon 1953 wieder geschlossen. Seit 1968 hat die Musikschule ihren Sitz im Geburtshaus des Komponisten Josef Gabriel Rheinberger, das speziell für die Musikschule renoviert und umgebaut wurde. Die Musikschule hat für das Musikleben in Liechtenstein in den vergangenen fünf Jahrzehnten unschätzbare Dienste geleistet. Eine grosse Zahl von Schülerinnen und Schülern hat an der Musikschule den ersten Musikunterricht genossen, eine Reihe von Musikformationen unterschiedlicher Richtungen ist aus der Musikschule entstanden. Ausserdem hat sich die Musikschule mit der Gründung der Meisterkurse in der Musikwelt rund um den Erdball einen ausgezeichneten Namen geschaffen. Josef Frommelt gründete die Internationalen Meisterkurse im Jahr 1970, die seither jedes Jahr angehende Berufsmusiker mit anerkannten Musik| professoren aus aller Welt zusammenführt. 


AUSSTELLLUNG

Tuchfühlung mit Armut Moderne Hungertücher 27

Schaubilder des Glaubens Hungertücher gehen zurück auf einen kirchlichen Brauch um etwa 1000 nach Christus. Die Tücher, die das heilige Geschehen am Altar verdeckten, zeigten Bildmotive der Heilsgeschichte des Alten und Neuen Testaments und dienten so als «Bibel der Armen». In Liechtenstein bekannt ist das Benderer Fastentuch von 1612. 1976 wurde dieser Brauch vom bischöflichen Hilfswerk Misereor in Aachen neu belebt. Seither gestalten Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt alle zwei Jahre ein neues Bild, das uns Einsichten in Leben und Glauben von Menschen fremder Kulturen ermöglicht. Die seither entstandenen Tücher verbinden Religion, Kultur und Entwicklungszusammenarbeit auf eindrückliche Weise. Sie hängen in Kirchen, Wohnungen und Schulen weltweit. In vielfältiger, farbenprächtiger Bildsprache geben diese Hungertücher Zeugnis von der Solidarität mit Armen, Schwachen und Ausgegrenzten. Die Ausstellung im Alten Pfarrhof zeigt eine umfassende Auswahl moderner Hungertücher und lädt ein zum Innehalten und zur Betrachtung. Sie ruft auf zu Solidarität und Mitgefühl – nicht nur während der Fastenzeit.

ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und wurden zufällig 1979 auf der Burg Gutenberg entdeckt. Die Tücher wurden aller Wahrscheinlichkeit nach für die Altäre der Mariahilf-Kapelle gefertigt. In der Fastenzeit 2013 werden sie nach langer Zeit wieder einmal der Öffentlichkeit präsentiert.

Ausstellungseröffnung

Die Ausstellung wird am Aschermittwoch, 13. Februar 2013, um 18.30 Uhr, eröffnet. Als Gastreferent konnte Dr. theol. Anton BernetStrahm gewonnen werden. Er war von 1981 bis 2000 Mitglied der Geschäftsleitung von Fastenopfer Schweiz und leitete dabei die Bereiche Kommunikation und Bildung. In dieser Funktion war er unter anderem für die Hungertücher verantwortlich und half bei der Planung und Herausgabe dieser neuen Hungertücher der Hilfswerke Misereor und Fastenopfer Schweiz mit. In seinem Referat wird Bernet nicht nur über die Gründe reden, weshalb christliche Hilfswerke die alte Tradition der Hungertücher wieAusschnitt aus dem Misereorder aufgenommen und aktualiHungertuch aus Haiti von 1982 siert haben, sondern er wird auch des Künstlers Jacques Chéry von interessanten Details berichten, die er bei der Entstehung einzelner Hungertücher miter| lebte. Foto: Alter Pfarrhof Balzers

Während der diesjährigen Fastenzeit zeigt «Wir teilen: Fastenopfer Liechtenstein» in Kooperation mit dem Alten Pfarrhof Balzers eine besondere Ausstellung: Erstmals wird in Liechtenstein und in der Schweiz ein Querschnitt der seit 1976 entstandenen modernen Hungertücher der christlichen Hilfswerke Misereor und Fastenopfer Schweiz, die auch in Liechtenstein Verwendung finden, der Öffentlichkeit präsentiert.

Ausstellung «Auf Tuchfühlung mit Hunger und Armut – Moderne Hungertücher aus aller Welt». Ausstellung im Alten Pfarrhof Balzers vom 13. Feb-

Historische Fastentücher aus Balzers

Zeitgleich zur Ausstellung im Alten Pfarrhof werden in der Mariahilf-Kapelle in Balzers drei Fastentücher gezeigt, welche bis anhin kaum bekannt waren. Die Tücher stammen aus der

ruar bis 1. April 2013 Öffnungszeiten: Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr. Eintritt frei. Führungen von Gruppen und Schulklassen auf Anfrage. Tel. 00423 / 384 40 01. alterpfarrhof@balzers.li / www.balzers.li

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Februar 2013 Ausstellungen Kiki Smith, Seton Smith, Tony Smith 8. Februar bis 28. April 2013 Führung Donnerstag, 28. Februar 2013, 12.30 Uhr Prostor Oblik Abstrakte Kunst aus den Sammlungen der Nationalgalerie Bosnien-Herzegowina bis 17. Februar 2013 Führung Donnerstag, 14. Februar 2013, 18.00 Uhr Aus der Sammlung: «The Importance of Being Earnest» bis 17. Februar 2013

Veranstaltungen

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Sonntag, 3. Februar 2013, 11.00 Uhr Eine Stunde Backstage. Hinter den Kulissen des Museumbetriebs mit Christina Jacoby Donnerstag, 21. Februar 2013, 18.00 Uhr Vortrag Die Geburt der Minimal Art aus dem Geist der Architektur von Philip Ursprung In Kooperation mit der Liechtensteinischen Kunstgesellschaft und dem Institut für Architektur & Raumentwicklung der Universität Liechtenstein. Donnerstag, 21. Februar 2013, 20.00 Uhr Filmclub im Kunstmuseum Frank Lloyd Wright von Ken Burns & Lynn Novick, USA, 1998, 146’

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Für innovative Ideen Businessplan-Wettbewerb 2013

Foto: KMU-Zentrum

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Der Businessplan-Wettbewerb för-

Liechtenstein – ein attraktiver dert das Unternehmertum in der Wirtschaftsstandort mit PerspekRegion Liechtenstein – Rheintal. tiven. Das Rheintal – ein Chancental mit einem traditionell grossen unternehmerischen Potenzial. Beide Wirtschaftsräume liegen im Fokus des BusinessplanWettbewerbs, der helfen soll, innovative Ideen in der Produktion oder als Dienstleistungen umzusetzen und neuen Geschäftsideen zum Durchbruch zu verhelfen. Der Businessplan-Wettbewerb LiechtensteinRheintal 2013 bietet jungen Start-ups die Chance, einen Businessplan unter professioneller Anleitung zu erstellen und sich mit der eigenen Idee bereits in einer frühen Phase einem kritischen Feedback zu stellen. Der Wettbewerb zielt damit auch auf die Mobilisierung von Geschäftsideen in einer Region mit einer langen Tradition unternehmerischen Denkens und Handelns. Besonders junge Unternehmerinnen und Unternehmer, die eine interessante Geschäftsidee verwirklichen und auf den Markt bringen wollen, werden seit der ersten Durchführung 2004 angesprochen. Schon die ersten Businessplan-Wettbewerbe zeigten, dass in Liechtenstein und im Rheintal ein hohes Mass an unternehmerischem Potenzial vorhanden ist. Zu den grundsätzlichen Zielen des Businessplan-Wettbewerbs gehören, neben der Förderung von jungen Unternehmern, die Diversifikation der liechtensteinischen und regionalen Wirtfebruar 2013

schaft, die Stärkung der einheimischen Wirtschaftsstruktur und das Wachstum bestehender Unternehmen. Was in diesem Wirtschaftsraum, der nach einer Umfrage zu den interessantesten Regionen in Europa zählt, an Unternehmen aufgebaut wurde, lässt auf ein hohes Mass an Unternehmergeist schliessen. Verschiedene international tätige Firmen, die teilweise zu Marktführern oder zu gefragten Nischenanbietern gehören, haben ihren Ursprung bei innovativen Firmengründern, die mit Unternehmergeist, Optimismus und viel unternehmerischem Mut den lokalen Grundstein für eine internationale Ausrichtung legten. Mit der Ausschreibung eines BusinessplanWettbewerbs wollte das KMU-Zentrum an diese Unternehmertradition anknüpfen und eine Plattform schaffen, um junge Unternehmerinnen und Unternehmer zur Umsetzung von innovativen Geschäftsideen in einem eigenen Betrieb zu gewinnen. Das KMU-Zentrum an der Universität Liechtenstein möchte nicht einfach die junge Unternehmerschaft fördern, sondern junge Unternehmerinnen und Unternehmer dazu anleiten, mit einem Businessplan ein Arbeitspapier zu erarbeiten, das die Ziele und Strategien eines Unternehmens mit den grundsätzlichen Voraussetzungen, Vorhaben und Massnahmen für einen bestimmten Zeitrahmen umfasst. Mit einem Businessplan sollen potenzielle Geldgeber überzeugt werden, als Investoren bei einem Unternehmen einzusteigen. Die Startveranstaltung für den Businessplan-Wettbewerb 2013 hat am 15. Januar an der Universität Liechtenstein und am 16. Januar an der NTB Hochschule für Technik Buchs stattgefunden. Im Februar werden Trainings zur professionellen Entwicklung eines Businessplans zu Themen wie Marketing und Vertrieb oder Finanz- und Investitionsplanung durchgeführt. Zwei Frühstück-Circles im März und April bieten eine Plattform für den direkten Erfahrungsaustausch. Die Businesspläne sind bis am 14. Mai 2013 einzureichen und am 4. Juni auf einem «Pitch-Tag» vor einer sechsköpfigen Jury zu präsentieren. Die Preisverleihung für die drei besten Geschäftsideen findet am 11. Juni 2013 an der Universität Liechtenstein statt. www.businessplan.li  |


Schlusspunkt

Wolfgang Ender Sport ist Lebensschule Die Ski-WM 2013 in Schladming zieht viele von uns wieder in Bann, auch wenn die Erwartungen an unsere Athletinnen und Athleten nicht mehr so hoch gesteckt sind. Liechtenstein ist ein kleines Land, für jede WM oder Olympiade eine Mannschaft zu formen, die in allen Disziplinen um Medaillen Sport ist für die Jugend eine Lebensschule: fahren kann, ist nicht möglich. Wenn ich zurückblicke auf meine Selbstdisziplin, Selbstbeherrschung, Teamfähigkeit Aktivzeit als Skirennfahrer, beispielsweise auf die Olymiade 1968 in Grenoble, vor gerade 45 Jahren, so gehörten wir damals auch nicht zum Kreis der Favoriten. Aber wir waren dabei, wir wollten im Sport und mit Sport etwas erreichen. Unsere hoffnungsvollen Talente machen das heute genauso. Zwischen damals und heute liegen Welten im Skirennsport. Bei den Rennen, beim Training, bei der Ausrüstung, bei der Sicherheit. Heute ist alles professioneller, was schon bei der Jugendförderung beobachtet werden kann. Nicht stark verändert hat sich hingegen die Einstellung von uns Jungen damals und dem Ski-Nachwuchs von heute: Der Leistungssport faszinierte uns, Training und Wettkämpfe waren eine stete Herausforderung, unsere Ziele hatten wir anspruchsvoll formuliert. Wolfgang Ender Sport ist eine Lebensschule. Da kommt vieles zusammen, was man im Ex-Skirennfahrer Leben braucht: Selbstdisziplin, Selbstbeherrschung, Teamfähigkeit, leistungsorientiertes Arbeiten. Heute werden mit der Jugendförderung die jungen Talente früher erfasst als zu meiner Aktivzeit, und damit lernen sie schon in jungen Jahren, sich einzufügen in ein Team, sich anzupassen an Regeln und schwierige Situationen selbst zu meistern. Das sind Erfahrungen, die können einen Sportler das ganze Leben begleiten. Einschränkend möchte ich hinzufügen, dass Sport dennoch keine Garantie ist, es gibt nämlich viele andere auch, die ohne Sport das Leben ausgezeichnet gemeistert haben. Eine Sportkarriere finde ich aber auch deshalb wertvoll, weil die Jugendlichen stark gefordert sind und deshalb wenig oder keine Zeit haben, um herumzuhängen. Die Sportler haben ein Ziel, das sie heute mit guter Förderung und Betreuung erreichen können. Auch wenn die Sportkarriere zugunsten einer Berufsausbildung oder eines Studiums vorzeitig abgebrochen wird, sind doch Eigenschaften entwickelt worden, die positiv im Berufsleben eingesetzt werden können. Liechtenstein hat im Sport vieles erreicht, im Verhältnis vielleicht mehr als grössere Staaten. Wir hatten im Skisport eine Traumepoche, die sich nicht so schnell wieder einstellt. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir – der Kleinheit unseres | Landes entsprechend – auch in Zukunft mitmischen können.  februar 2013

Foto: Günther Meier

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Der Monat | Februar 2013