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AUS DEM VEREIN

KIELCE Im Pogrom von Kielce wurden am 4. Juli 1946 über 40 polnische Jüdinnen*Juden ermordet. Dieses Pogrom gilt als einer der Auslöser der jüdischen Fluchtbewegungen aus Osteuropa, die in weiterer Folge für manche der Flüchtenden auch über den Krimmler Tauern führen sollte.

SAALFELDEN

MERANO Nachdem sie die Tauernhöhe erreicht hatten, ging es für die Flüchtenden hinab in Richtung Kasern im italienischen Ahrntal. Die italienischen Grenzbehörden kontrollierten hier nur sehr selten und eher pro forma. Nur vereinzelt wurden Flüchtende an dieser Grenzpassage zurückgewiesen. In Kasern angekommen, wurde die Mehrzahl der Jüdinnen*Juden von der Bricha mit RotKreuz-Fahrzeugen weiter nach Merano oder auch Mailand gebracht.

Das im Sommer 1946 eröffnete jüdische Transitlager Givat Avoda („Hügel der Arbeit“) in Saalfelden (am Standort der heutigen Anton-Wallner-Kaserne) nahm eine zentrale Knotenfunktion auf der Fluchtroute ein. Das Lager selbst stand zwar unter US-amerikanischer Verwaltung, verfügte aber darüber hinaus über eine eigene Lagerleitung, deren Mitglieder Teil der Bricha waren und regelmäßige Überquerungen des Krimmler Tauern organisierten.

GENUA Von den italienischen Häfen wurden die Flüchtenden in weiterer Folge per Schiff in Richtung Palästina geschleust. In der italienischen Hafenstadt Genua schifften sich viele der Flüchtenden ein, um die – wie sie hofften – letzte Etappe ihrer Flucht anzutreten.

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Alpendistel

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Alpendistel #2 (K)eine Welt von Gestern. Der herausfordernde Umgang mit Erinnerungen  

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