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© Michael Schmuck

GEDENKEN, ERINNERN, HANDELN

Das Team von Kontra.Punkt

entgegenzusetzen. Umso mehr Klassen das Workshopangebot annahmen, umso deutlicher wurde, wie notwendig Aufklärung in diesem Bereich ist und wie wirksam der Austausch zu diesen Themen sein kann. Dem zweiten Anspruch, nach einer kritischen Form des Vermittelns, versuchen wir durch den Aufbau unseres Workshops gerecht zu werden. Mittels fundierter Daten werden Begriffe, Rechtslagen sowie sozioökonomische Kontexte diskutiert und so das Phänomen Flucht und dessen Ursachen in einem gesamt-

gesellschaftlichen Kontext systemkritisch diskutiert. Danach wird anhand eines spielerischen, sozialpsychologischen Experiments, zusammen mit den Jugendlichen, das Entstehen und Funktionieren von Stereotypen und Gerüchten erläutert, bzw. aufgezeigt. Zusätzlich werden in diesem Abschnitt die Themen „Fake News“ und Internethetze besprochen. Abschließend wird anhand des Einzelschicksals einer Person mit persönlicher Fluchterfahrung besprochen, wie sich die damalige und jetzige Situation in dem jeweiligen Herkunftsland gestaltet, was der Fluchtgrund war, wie

die Fluchtroute verlief und welche emotionalen und psychischen Aspekte eine Flucht und das Ankommen in einem neuen Land mit sich bringen. Obgleich die Jugendlichen über den ganzen Workshop hinweg ermutigt werden Fragen zu stellen und ihre Meinung kundzutun, sollen vor allem am Ende noch Unklarheiten diskutiert werden. Dabei wird explizit aufgefordert, in aller Unverblümtheit und Ehrlichkeit Ängsten, Sorgen und Gedanken Raum zu geben und jede Frage mit sachlichen Argumenten zu diskutieren. Die inhaltliche Fülle und Schwere versuchen wir durch einen humorvollen und lockeren Stil zugänglicher zu gestalten. Realitäten kritischer Bildungsarbeit Nach sechs Jahren Erfahrung des Organisierens, Konzipierens und Abhaltens von Workshops, können einige Schlüsse gezogen werden. Schlüsse, die über das emanzipative Potential kritischer Bildung informieren können. Nachdem wir in den ersten Jahren kein Geld für unsere Workshops verlangten, wurde uns bald klar, dass das ehrenamtliche Engagement einige Schwierigkeiten mit sich bringt. Zuvorderst mussten wir erkennen, dass soziales Engagement ein Privileg ist. Dem Ideal des Ehrenamts wollten wir auch deshalb nicht länger nachgehen, da soziale Arbeit einen monetären Wert in der Gesellschaft haben sollte und dieser dementsprechend eingefordert werden muss, da

Dieser Schriftzug ist zwar durchaus in einer dir möglicherweise unbekannten Schriftart geschrieben, jedoch nicht in einer dir unverständlichen – genauer hinschauen lohnt sich! © Verein Kontra.Punkt

Alpendistel

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Alpendistel #2 (K)eine Welt von Gestern. Der herausfordernde Umgang mit Erinnerungen  

Alpendistel #2 (K)eine Welt von Gestern. Der herausfordernde Umgang mit Erinnerungen  

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