Page 1

alnatura.de N O V E M B E R 2 0 16 I S S N   16 12 - 715 3

Rezeptideen für die  Weihnachtsbäckerei


ANZEIGE


November 2016 LIEBE KUNDINNEN, LIEBE KUNDEN, am 25. November wird in Düsseldorf der Deutsche Nachhaltigkeitspreis verliehen. Alnatura ist mit vier anderen Unternehmen für diesen Preis in der Kategorie »Deutschlands nachhaltigstes Unternehmen« unter den »mittelgroßen Unter­ nehmen« dabei, als Finalist von insgesamt über 800 Bewerbern. Für die Arbeitsgemeinschaft ­Alnatura ist diese bereits vierte Nominierung eine besondere Freude. Seit der Gründung von ­Alnatura vor 32 Jahren ist unsere Unternehmensinitiative darauf ausgerichtet, konsequent nachhaltig zu denken und zu handeln. Nachhaltig denken bedeutet, dass wir den Menschen in den Mittelpunkt ­aller Aktivitäten stellen. Wirtschaften für Menschen ist das wesentliche Unternehmensziel von Alnatura. Nach­ haltiges Handeln führt zu einem fairen Verhalten gegenüber Menschen, allen Lebewesen und der Erde. Schließlich achten wir darauf, dass wir ökonomisch gesund bleiben, um die Zukunft von Alnatura wirtschaftlich zu ermög­ lichen. In dem im September 2016 erschienenen Bericht an den Club of Rome »Ein Prozent ist genug …« machen die Autoren deutlich, dass ein »Weiter so« in Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr zu verkraften ist. Helfen Sie bitte mit und werben Sie als Botschafterin und Botschafter für eine neue, nachhaltige Wirtschaftsweise. Nur wenn wir neu denken und sinnvoll handeln, schaffen wir die Wende! Mit herzlichen Grüßen

Prof. Dr. Götz E. Rehn, Gründer und Geschäfts­­führer Alnatura

18

PANORAMA 4

Kochen & Genießen

WARENKUNDE Bananen 6 REZEPTIDEEN Bananen-Petersilien-Waffeln mit Blaubeeren / 8

Quinoa-Reis-Kartoffel-Suppe / Porträt: Christoph Mezger KLEINE WEINSCHULE Was passiert im Keller?

12

Im Super Natur Markt

8

MARKENSEITEN 14, 32 HERSTELLER-EMPFEHLUNGEN 16, 36 VEGANE KOLUMNE Eine Frage der Etikette 17 HERSTELLER-REPORTAGE Käserei Baldauf 18 Titel ALNATURA MARKENPRODUKTE Das wird ein Fest! 22 ALNATURA BIO-BAUERN-INITIATIVE 24

Jorin und ­Joachim Handtmann HERSTELLER-REPORTAGE Kräutergarten Pommerland 26 ALNATURA EINBLICKE Verwendung statt Verschwendung 28 HERSTELLER-REPORTAGE Bio Planète 30 NATURDROGERIE Bei Wind und Wetter  34

Kultur & Wissen

GESELLSCHAFT Afrikas Zukunft liegt in der

38

38

ökologischen Landwirtschaft NACHHALTIG LEBEN Die Welt FAIRwandeln! 40 ZEIT LEO Mach mit, lach mit! 42 ERGÄNZENDE THERAPIEN Ayurveda 44 ASPEKTE DES BIO-LANDBAUS Bio-Kontrollen im Ausland 46 PUNKTE SPENDEN – GUTES TUN 48 Bildung für junge Flüchtlinge VORSCHAU, FILIALEN, IMPRESSUM

50

Alnatura Magazin 11.2016

3


A L N AT U R A

P   anorama  K U R Z U N D K N A C K I G

»Löse   das Problem, nicht die Schuldfrage.« Aus China

Alnatura erneut als nachhaltigstes Unternehmen nominiert

Alnatura Produkte bei Müller

Seit Oktober ist fast das komplette Alnatura Sortiment in allen 530 Filialen der Drogeriekette Müller erhältlich. Ausgenommen sind lediglich die Frischeprodukte. Zusätzlich werden Alnatura Pro­ dukte auch in Spanien, Ungarn und Slowenien in das Sortiment der Müller-Märkte aufgenommen.

Neue Alnatura Filialen: Lübeck (erste Filiale, ab 22. November) Regensburg (ab 24. November)

Alle Filialen: alnatura.de/filialen 4 Alnatura Magazin 11.2016

Zum Genießen und Verschenken – das Alnatura Weihnachtssortiment ist wieder da; ergänzt um ein neues Produkt für den festlichen Gebäckteller: Dinkel-Mandel-Spekulatius.

Denkanstoß

Allerorten ist Transformation Thema. Unsere Landwirtschaftspolitik bedarf einer ­»grünen Transformation«. Wie kann man Anreize setzen, dass im konventionellen Anbau weniger Gift in die Natur ausgebracht wird? Wie kann man in der konventionellen Landwirtschaft artgerechte For­ men der Nutztierhaltung erreichen, die immer mehr ­Menschen fordern? Wie lassen sich sensible Natur­ räume einerseits nutzen, andererseits wirksam schützen? – Zum Beispiel durch eine Abgabe auf Pestizide. Oder durch eine Stickstoffsteuer, die den wesentlichen Dünger der konventionellen Landwirtschaft spür-­ bar verteuert und so zu sparsamerem Gebrauch anregt. Durch mehr Spielraum für die nationale Gestaltung der Agrarpolitik, wie ihn unter anderem die Grünen fordern. Durch Beschränken der Lobbymacht des Deutschen Bauernverbands, wie es der Sachverstän­ digenrat für Umweltfragen (umweltrat.de) anregt. Es gibt Ideen! MH

Illustration Denkblasen: Thinkstock / Leysan

Über 800 Unternehmen haben sich um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2016 bewor­ ben – Alnatura schafft es erneut in die letzte Runde und ist damit bereits zum vierten Mal für die Auszeichnung nomi­ niert. Die Preisverleihung findet am 25. November im Rah­ men des neunten Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düssel­ dorf statt. Der Preis zeichnet Unternehmen aus, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen besonders erfolgreich ökolo­ gischen und sozialen Herausforderungen ­begegnen und Nach­ haltigkeit als wirtschaftliche Chance nutzen. Götz Rehn, Gründer und Geschäftsführer von ­Alnatura, freut sich sehr über die Nominierung: »Der Dank hierfür ­gebührt unseren Mitarbeitern, unseren Partnern, ­unseren Bio-Bauern – vor allem aber unseren Kundinnen und Kunden, die es uns ermög­ lichen, sinnvoll tätig zu sein.«


NEU!

Alnatura Moringa-Tee mit grünem Rooibos

Eine Bio-Kräuterteemischung auf der Basis von klein geschnittenen Moringa-Blättern und g­ rünem Rooibos; fein abgeschmeckt mit Orangenminze und Ceylon-Zimt. Für aromatischen Teegenuss mit angenehm süßlicher Note. 20 Aufgussbeutel pro Packung.

Gentechnik – Nein danke!

Alles wird bunt

Johannes Stankowski hat mit der CD »Alles wird bunt« eine tolle familientaugliche Alternative für das Musikhören zu Hause oder während langer Auto­ fahrten geschaffen. Zehn Kinderlieder, die nicht nur den Nachwuchs b ­ egeistern, sondern durch schlaue Texte mit engem Bezug zu Umwelt und Natur s­ owie abwechslungs­ reiche M ­ elodien auch den Eltern im Gedächtnis bleiben. Mit dabei: ein schön i­llustriertes begleitendes Bilder-Liederbuch. Wirklich empfehlenswert!

Die CRISPR-Technik erlaubt es, einzelne Gene des Genoms »auszuschalten«, ohne dass dies im Labor nachweisbar ist. Inzwischen werden damit auch Waldbäume gentechnisch verändert. Die Freisetzung solcher in ihrer Gen-Ausstattung veränderten Pappeln wird aktuell in Schweden geprüft. Der konkrete Nutzen der Erbgutveränderung ist nicht bekannt. Folgen für das Ökosystem sind zu erwarten. Denn Waldbäume stehen durch ihr sehr ausgeprägt vernetztes Wurzelsystem in überaus vielfältigen Wechselwirkungen mit ihrer Umwelt. Sie verbreiten sich ihr ganzes, sehr viele Jahre dauerndes Leben lang über Pollen, Samen und Sprösslinge. Es bedarf dringend neuer Gesetze, welche die biologische Vielfalt vor den neuen, nicht mehr nachweisbaren Gentechnik-Verfahren schützen (testbiotech.de, 17. 8. 2016). MH

30 Jahre gemeinsam für mehr Bio Blog-Liebling des Monats schmecktwohl.de

Im Westfälischen und in der Osnabrücker Heimat von Foodbloggerin, Journalistin und Kochbuchautorin Stefanie Hiekmann sagt man »schmeckt wohl«, wenn es richtig ­lecker schmeckt. Und genau darum geht es auf ihrem Blog: »Lasst es euch schmecken und habt Spaß beim Kochen und beim Stöbern auf diesem Blog!« Das sollte ein Leichtes sein: Burger mit Spinat, Roter Bete und Karotten, Butter­ nut-Kürbis mit Knoblauch, Zitronengras und Rosmarin, Schokoladenkuchen mit Cheesecake-Füllung … Und oben­ drauf kurzweilige Hintergrundgeschichten aus Stefanies journalistischen Restaurantstreifzügen. Wir finden: der ideale Regenwetter-Herbstspaziergang auf dem Sofa!

Alnatura und Bioland blicken auf 30 Jahre erfolg­ reiche Zusammenarbeit zurück – und haben in der Zukunft noch viel vor. Gemeinsames Ziel ist, die biologische Landwirtschaft und Lebensmittelher­ stellung in Deutschland weiter auszubauen. Aktuell sind 121 Alnatura Produkte Bioland-zertifiziert, ­weitere sind in Vorbereitung. Alnatura und der öko­ logische Anbauverband engagieren sich bereits ge­ meinsam in mehreren Initiativen wie »Faire Preise für unsere Milchbauern« und der Alnatura Bio-Bauern-Initiative.

Alnatura Magazin 11.2016

5


Die Bananen im Alnatura Super Natur Markt stammen aus der Milagros-Kooperative, einem Projekt mit zwÜlf Bananen-Kleinbauern in der Dominikanischen Republik. Der Bio-Anbau, langfristige partnerschaftliche Liefer­ beziehungen und letztlich auch die Investitionen in Infrastruktur und Schulbildung bieten den Menschen vor Ort eine Zukunftsperspektive.


KOCHEN & GENIESSEN

WA R E N K U N D E

Bananen W  

OHLSTANDSSYMBOL, GRUNDNAHRUNGS­ MITTEL UND GEGENSTAND MANCH KRUMMER GESCHÄFTE: Über die Banane gibt es viel Span­

nendes zu berichten. Ihr Ursprung wird in Südostasien vermutet; in Indonesien, Malaysia oder auch auf den Philippinen zählten wilde Bananen schon in vorgeschichtlicher Zeit zu den Grundnahrungsmit­ teln. Über Madagaskar kam die exotische Frucht auf den afri­ kanischen Kontinent, um später auch in Peru und anderen südamerikanischen Ländern Einzug zu halten. Überall dort findet die Bananenstaude das für sie passende Klima: viel Sonne und Wärme, bei reichlich Niederschlag und Schatten – die Banane ist ursprünglich eine tropische Waldpflanze. BOTANIK, SORTEN UND VERWENDUNG Wer Bananen l­ediglich aus dem Supermarkt kennt, wird es kaum glauben: Man zählt viele Hundert verschiedene Sorten. Sie unter­ scheiden sich in Größe, Farbe, Form und Geschmack. Von der kleinen Babybanane über das bis zu 50 Zentimeter lange Exemplar; in Rot, Braun und gestreift; hocharomatisch und süß; weich, aber auch mehlig und fest. Sie alle stammen ver­ mutlich von zwei Wildarten ab und gelten botanisch als Beere. Die Bananenpflanze (Musa × paradisiaca) ist eine Staude – ­je nach Sorte drei bis sechs Meter hoch, schnell wachsend und nur einmal Früchte tragend. Dafür sind es bis zu 300 Bananen, die sich pro Blütenstand entwickeln können. Bei einem Ge­ samtgewicht von 35 bis 50 Kilogramm kein Wunder, dass sich das Bündel nach unten biegt und für die typische Krümmung der Früchte sorgt. Sind diese reif, stirbt die Mutterpflanze. Nicht ohne zuvor Schösslinge hervorgebracht zu haben, aus denen neue Pflanzen wachsen. Hierzulande findet man fast ausschließlich gelbe Dessert­ bananen im Handel. Sie sind – gleich nach dem Apfel – das zweitliebste Obst der Deutschen. Die Hauptverwendung: Frisch­ verzehr. Ganz anders in den Ursprungsländern, wo es die große Sortenvielfalt gibt und Bananen oft ein Hauptnahrungsmittel sind: gekocht, frittiert oder zu Mehl verarbeitet. Auch Ge­ tränke werden aus der krummen Frucht gebraut; beispiels­ weise das in Afrika so beliebte Bananenbier. Die großen Blät­ ter der Staude dienen als Baumaterial und Schattenspender. ANBAU – KONVENTIONELL UND BIOLOGISCH Jahrhun­ dertelang blieb die Banane fast ausschließlich in ihren Anbau­ ländern; zu kompliziert war ein Transport der empfindlichen

Frucht. Erst im ausgehenden 19. Jahrhundert begannen ame­ rikanische Unternehmen den internationalen Handel aufzu­ nehmen. Der Beginn einer großen Karriere, die Wohlstand und gleichzeitig Armut brachte. Noch heute teilen sich wenige Weltkonzerne den Großteil des Marktes – mit zum Teil ver­ heerenden Folgen für Mensch und Umwelt. Denn konventio­ neller Bananenanbau ist intensiv: Monokultur auf großen Plantagen, enormer Wasser- und Düngebedarf, verbunden mit hohem Pestizideinsatz. Und immer wieder in den Schlagzeilen sind Niedriglohn und Arbeitsbedingungen für die Plantagen­ arbeiter, die letztlich von den Pestizid-Nebenwirkungen direkt betroffen sind. Glücklicherweise steigt die Nachfrage nach Bio-Bananen stetig. Hier wird oft in Mischkultur angebaut, sprich im Wechsel und in direkter Nachbarschaft zu anderen Obst- und Gemüsesorten. So wird der Boden nicht einseitig ausgelaugt; eine ausschließlich organische Düngung genügt, um ihn mit Nährstoffen zu versorgen. Auch fehlt vielen Schädlingen, bei­ spielsweise dem gefürchteten schwarzen Sigatoka-Pilz, die ­nötige Pflanzendichte und intensive Sonne für ihr Wachstum. Denn die Mischkultur sieht auch Schattenspender vor, Kokos­ palmen beispielsweise. Ganz nebenbei, aber keinesfalls uner­ heblich, haben die Plantagenbesitzer so auch eine weitere Ein­ nahmequelle und sind nicht ausschließlich von der Banane abhängig. Den Einsatz von Pestiziden untersagen die BioRichtlinien. POLITISCHE BEDEUTUNG Wie schon erwähnt, konnte die Banane erst mit der Entwicklung von Frachtkühlung im großen Umfang nach Europa und damit nach Deutschland kommen. Schnell wurde sie zu einem begehrten Gut und Symbol für Wohlstand. Das war in Nazideutschland so und auch in den sich anschließenden beiden deutschen Staaten. So setzte Konrad Adenauer 1957 gegenüber der Europäischen Wirtschaftsge­ meinschaft eine zollfreie Bananen-Einfuhr durch. Auch die DDRRegierung erklärte die Banane zur Chefsache, allerdings mit weitaus weniger Erfolg. Die exotische Frucht war in ostdeut­ schen Obst- und Gemüseläden eine Rarität und wurde zum Symbol des Mangels, nicht des Wohlstands. So war es eine nett gemeinte Geste vieler BRD-Bürger, ihre ostdeutschen Nach­ barn nach der Grenzöffnung mit Bananen zu begrüßen. Mitt­ lerweile hat sich der Bananen-Konsum zwischen Ost und West weitgehend angeglichen: auf etwa zwölf Kilogramm pro Kopf und Jahr. AW

Alnatura Magazin 11.2016

7


REZEPTIDEEN

tersilienB a na nen-PeBlaubeeren Waffeln mit

• sa ft ig - sü ß in sz ei t ca .  3 0  m •  Z ub erei tu ng pr o P erso n •  N ä hr w erte  g, kcal, Eiweiß 16 Energie 1 05 5   g 5 5 t et te 9 8  g , F K oh le n­h yd ra


KOCHEN & GENIESSEN

Stefanie Twittenhoff arbeitet bei Alnatura im Qualitätsmanagement.

Bananen-PetersilienWaffeln mit Blaubeeren Für 4 Personen Teig (je nach Waffeleisen für ca. 12 Waffeln):

250 g Mehl / Meersalz / 1 TL Backpulver / 200 g überreife Banane / 25 g glatte Petersilie / 215 ml Milch / 2 Eier, Größe L / 70 g Zucker / 1 Pck. Vanillezucker / 100 ml Öl / 75 g Naturjoghurt / Butterschmalz oder Pflanzenöl zum Einfetten / Topping: 300 ml Sahne / ½ Vanilleschote / 2,5 EL Puderzucker / 500 g Blaubeeren / 1 EL Puderzucker / 100 ml braunen Rum (alternativ weißer Traubensaft) Zubereitung Teig Mehl, 1 Pr. Salz und Backpulver in einer Schüssel ver­

mischen und beiseitestellen. Bananen und Petersilie mit 100 ml Milch zu einem feinen Mus pürieren. B ­ eiseitestellen. Eier trennen. Eigelb mit 20 g Zucker, Vanillezucker, Öl und Bananenmus glatt rühren. Mehlmischung, übrige Milch und Joghurt mit einem Schneebesen unterrühren. Eiweiß mit 1 Pr. Salz und übrigem Zucker steif ­schlagen. Eischnee unter den Teig heben. Zubereitung Topping Sahne mit dem Mark der Vanilleschote und 1,5 EL

Puderzucker cremig aufschlagen, nicht zu steif! Kalt stellen. Eine große Pfanne erhitzen, 1 EL Puderzucker zu­ fügen und leicht karamellisieren, Blaubeeren dazuge­ ben und kurz durchschwenken, mit Rum ablöschen ­ und kurz einkochen lassen. Waffeleisen vorheizen und Butterschmalz zerlassen. Das Waffeleisen mit etwas Butterschmalz einpinseln, Teig mit einer Kelle portionsweise hineingeben und goldbraun backen. Mit dem Topping servieren.

Mein Lieblingsrezept

Quinoa-Reis-Kartoffel-Suppe »Ich habe meine Masterarbeit im Rahmen meines agrarwissenschaft­ lichen Studiums über den Quinoa-Anbau in Mitteleuropa geschrie­ ben. Im Zuge dessen ist dieses interessante glutenfreie Pseudogetreide aus Südamerika mehr und mehr auch in meinen Ernährungsfokus ­gerückt. Ich habe verschiedene Rezepte ausprobiert und diese Suppe ist mein absoluter Favorit! Ich habe damit auch schon einige Freunde bekocht und sie waren ebenfalls total begeistert.« Für 4 Personen

200 g Kartoffeln / 1 Zwiebel / ½ –1 Knoblauchzehen / Öl zum An­­ dünsten / ½ Tasse Reis / 150 ml Weißwein / 170 g Quinoa / 100 ml Wasser / 2 Eier / Milch oder Reisdrink  / geriebener Käse oder Hefeflo­ cken / Chili nach Geschmack / Meersalz / Pfeffer Zubereitung Kartoffeln schälen, in kleine Stücke schneiden und in Wasser ein

wenig vorkochen. Zwiebel und Knoblauch klein schneiden und in etwas Öl andünsten.

Reis hinzugeben und ebenfalls ein wenig andünsten. Vorgekochte Kartoffeln dazugeben und das Ganze mit etwas Weißwein auffüllen, damit es garen kann. Quinoa zunächst mit heißem Wasser waschen, damit sich die Bitter­ stoffe lösen, dann ebenfalls mit 100 ml Wasser zu Kartoffeln und Reis geben. Das Ganze köcheln lassen, bis alle Zutaten gar sind. Eier gegen Ende der Garzeit hineingeben, bis das Eiweiß fest wird. ­Etwas Milch oder Reisdrink zufügen und mit geriebenem Käse oder Hefeflocken würzen. Man kann für den Geschmack ebenfalls noch ein bisschen Weißwein oder auch ein bisschen Chili zum Schärfen hinzugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Alnatura Magazin 11.2016

9


P O R T R ÄT

Der Experimentierfreudige Christoph Mezger, Koch des vegetarischen Restaurants Tian in München, sammelte bereits in zahlreichen Sternerestaurants Erfahrung, beispielsweise in der Villa Hammerschmiede bei Karlsruhe und zuletzt in Schuhbecks Südtiroler Stuben. Davor waren unter anderem das Panoramahotel Waldenburg sowie das Swissotel Berlin seine Stationen. Experimentierfreude und der Wunsch nach Perfektion machen den 34-Jährigen aus. Für seine raffinierten Kreationen kombiniert er regionale und internationale Einflüsse und erschafft kulinarische Gesamtkunstwerke mit intensiven Aromen. Für die Gerichte verwendet er nur biologisch und nachhaltig produzierte Zutaten. Wann immer möglich, kommen Obst und Gemüse von lokalen Händlern. Hinter dem Tian steht Christian Halper. Seine Vision von nachhaltiger Gastronomie und Hotellerie mit Fokus auf biologischen und vegetarischen Prinzipien, die er schon mit dem Tian Wien (eines von vier vegetarischen Restaurants mit Michelin-Stern weltweit) erfolgreich umsetzte, ist auch im Tian München spürbar. Der Name Tian stammt aus dem Chinesischen und bedeutet Himmel. Passend auch zu den himmlischen vegetarischen Genüssen von Christoph Mezger, auf die sich Besucher des Tian freuen können.

Wie beginnen Sie Ihren Tag? Mit einer guten Tasse Kaffee, einem kurzen Blick in die Online-Zeitung und dann geht’s los ins Tian. Gibt es ein Essen aus der Kindheit, das Sie besonders geprägt hat? Grießschnitten mit Zimt und Zucker,

den Geruch habe ich heute noch in der Nase. Haben Sie heute ein Lieblingsgericht? Das habe ich Gott sei Dank nicht. Ich freue mich immer, wenn ­Gerichte richtig und handwerklich gut gemacht sind. Was ist Ihr favorisiertes Getränk? Tagsüber trinke ich nur Wasser, nach dem Dienst dann gerne auch mal ein Glas Weißwein. Mein Favorit: El Lebrero 2012. Welche Gewürze setzen Sie am häufigsten ein?

Grüner Kardamom, Anissamen, Langer Pfeffer, ­Zimtblüten. Was war bisher Ihr größter Koch-Flop? Ein grünes Spargeleis, das braucht wirklich kein Mensch. Gibt es eine Geschmackskombination, die für Sie eine völlig neue, überraschende Erfahrung war?

Ja, die gibt es: Blumenkohl, Passionsfrucht, Schnitt­ lauch und weiße Schokolade hört sich komisch an, passt aber sehr gut, wenn das Verhältnis stimmt.

Blumenkohl mit Pa frucht, wi ld em B rossions­ und Pfifferlin gen kk ol i

• he rb stl ich • Z ub ereitun gs ze it ca . 4 5 m in  • N äh rw erte pr o Pe rso n Energie 43 8 kcal, Ei weiß 12  g, Ko hl en h­ yd ra te 14  g, Fe tt 36  g


Für 4 Personen Blumenkohl: 1 Blumenkohl / Meersalz / 1 EL Olivenöl /

Agavendicksaft / 100 ml Sahne / 20 g Butter / 30 g weiße Schokolade / Meersalz / Langer Pfeffer / Brokkoli: 300 g wilder Brokkoli (alternativ KulturBrokkoli) / 10 ml Haselnussöl / 30 g Blattpetersilie / Meersalz / Pfeffer / Pfifferlinge: 30 ml Rapsöl / 800 g Pfifferlinge, geputzt / 40 g Schalotten, in Würfel geschnitten / 10 g Lieb­stöckel / 20 g Schnittlauch / 25 g Butter / Meersalz / Pfeffer / Passionsfrüchte: 2 Passionsfrüchte / 10 ml Hasel­nussöl / 10 ml Olivenöl / Meersalz Zubereitung Blumenkohl inklusive Strunk in 4 Scheiben schneiden.

Die Blumenkohlscheiben in Salzwasser weich kochen, abgießen, 5 min ausdampfen lassen und beiseitelegen. Die Scheiben mit Salz würzen und kurz stehen lassen. Dann in der Pfanne mit etwas Olivenöl langsam an­ braten. Am Ende mit etwas Agavendicksaft abglänzen. Den Rest des Blumenkohls in Salzwasser weichkochen, abgießen und 5 min ausdampfen lassen. Dann Sahne, Butter und Schokolade zugeben und aufkochen, ­ ca. 5 min köcheln lassen. Nun alles in einen Mixer ge­ ben und zu einer feinen Creme verarbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Brokkoli kurz blanchieren und gut abtropfen lassen. Haselnussöl langsam erhitzen, Brokkoli dazugeben. Blattpetersilie in Streifen schneiden, zufügen und mit Salz und ­Pfeffer würzen. Für die Pfifferlinge Rapsöl in einer Pfanne erhitzen. Pfifferlinge, Schalottenwürfel und Kräuter zugeben. Einmal kurz schwenken, dann die Butter dazu und kurz mitbraten. Alles auf ein Tuch geben und mit ­Salz und Pfeffer würzen. Passionsfrüchte auskratzen und die Kerne mit den Ölen und dem Salz mischen. Anrichten Blumenkohlpüree auf den Teller spritzen, den gebratenen Blumenkohl auflegen. Passionsfrüchte und Pfifferlinge anlegen und zum Schluss den Brok­ koli aufsetzen.

KOCHEN & GENIESSEN

Blumenkohl mit Passionsfrucht, wildem Brokkoli und Pfifferlingen

Masca rp one mit St npilzen, Fichtensprosseei n und Pumpernickel

• au sg efa lle n • Z ub ereitun gs ze it ca . 1  h  +  12  h Kü hl ze it • N äh rw erte pr o Pe rso n Energie 51 7 kcal, Ei weiß 14  g, Ko hl en h­ yd ra te 33  g, Fe tt 34  g

Mascarpone mit Stein­pilzen, Fichtensprossen und Pumpernickel

Für 4 Personen Mascarpone: 200 g Steinpilzwürfel / Olivenöl zum Anbraten /

100 ml Ziegenmilch / 50 ml Zitronensaft / 3 g Zitronenabrieb  / 2  g Agar-Agar / 300 g Mascarpone / 4 g Meersalz / 15 ml Ahorn­ sirup / Fichtensprossen: 50 ml Fichtensprossensirup (alter­nativ Holunderblütensirup) / 200 ml trockener Weißwein / 2 g Agar-Agar / Pumpernickel: 150 g Pumpernickel / 10 g Zitronenthymian / 2 g Meersalz / 3 g Steinpilzpulver / Schnittlauch zum Garnieren / Steinpilze: 400 g Steinpilze / Rapsöl zum Anbraten / 1 Knob­ lauchzehe / 15 g Thymian / Meersalz / Butter / 20 g Schnittlauch Zubereitung Für den Mascarpone Steinpilzwürfel in Olivenöl scharf an­braten

und auf ein Tuch geben. Ziegenmilch, Zitronensaft und -abrieb und Agar-Agar aufkochen, Mascarpone und Steinpilzwürfel unter­heben. Mit Meersalz und Ahornsirup abschmecken. In die gewünschten Formen füllen und für 12 h kalt stellen. Fichtensprossensirup, Wein und Agar-Agar zusammen aufkochen, kalt stellen. Wenn die Masse fest ist, mit einem Mixer pürieren. Pumpernickel grob brechen, Thymian, Salz und Steinpilz­pulver dazugeben und in einem Küchenmixer zerkleinern, bis eine feuchte Erde entsteht. Steinpilze halbieren und in einer Pfanne in Rapsöl scharf an­ braten. ­Anschließend Knoblauch, Thymian, Meersalz und etwas ­frische Butter mit in die Pfanne geben. Zum Schluss etwas Schnittlauch zugeben. Anrichten Mascarpone in der Mitte des Tellers platzieren, Fichten­ sprossen-Püree in kleinen Tropfen daraufgeben, Steinpilze anlegen, mit Pumpernickel und Schnittlauch garnieren. Lauwarm servieren.

Im nächsten Monat:

Weihnachtsmenü: Europa an einem Tisch

Alnatura Magazin 11.2016

11


KLEINE WEINSCHULE

Was passiert im Keller?

E 

schlossen und die Trauben gären gepresst als Saft (für Weiß­ wein) oder mit ihren Häuten (für Rotwein) in den von den Kellermeistern ausgewählten Gefäßen. Das sind zum großen Teil moderne Stahltanks mit bis zu mehreren zehntausend ­Litern Inhalt. Unter Ausschluss von Sauerstoff und bei tempe­ raturregulierter Gärführung können darin frische, fruchtbe­ tonte Weine hergestellt werden, die man Anfang des darauf­ folgenden Jahres in Flaschen füllt und auf den Markt bringt. Winzer und Kellermeister – bei kleinen Weingütern ist das oft ein und dieselbe Person – entscheiden je nach Qualität des Traubenmaterials, was weiter passieren soll. Baut man die konzentrierteren und komplexeren Jungweine im Barrique oder in großen Holzfässern aus oder lässt man ihnen mehr Zeit, im Stahltank auf der Hefe liegend? Egal, welcher Weg ge­ wählt wird, der Gärvorgang bleibt immer gleich: Mithilfe von Hefekulturen wird der im Most enthaltene Zucker in Alkohol (Ethanol) umgewandelt. Dabei entsteht unter anderem Kohlen­ dioxid, welches für das Blubbern verantwortlich ist und dank moderner Technik den Kellermeistern nicht mehr gefährlich werden kann. Früher zündeten sie noch Kerzen an als Indikator. Erlosch die Flamme, war die Kohlendioxidkonzentration ­lebensgefährlich hoch. Heute leiten Entlüftungssysteme die Gärgase ab. Vorsicht ist dennoch geboten in den Kellern.

Keller zu gären beginnt. Der Kellermeister prüft lediglich die Temperatur und kontrolliert den Gärvorgang. Entscheidet sich der Winzer / Kellermeister für einen trockenen Wein, muss der Most komplett durchgären. Das heißt, die Hefen fressen den gesamten Zucker des Mosts, im fertig vergorenen Wein ist keine Süße mehr schmeckbar. Dann folgt der weitere Aus­ bau des Weins. Gemeint ist damit, in welche Behältnisse der Winzer den Jungwein nach dem Abstich, also nach der Tren­ nung von der Hefe, umfüllt. Bleibt der Wein vor der Flaschenabfüllung im Stahltank, will der Winzer die Frucht und Frische erhalten. Entscheidet er sich für ein großes Holzfass, zum Beispiel ein Fuder mit 1 000 Litern oder ein Halbstück mit 500 Litern oder ein Bar­ rique mit 225 Litern Fassungsvermögen, möchte er dem Wein zusätzliche Tannine und eine besondere Aromenstruktur ­verleihen. Das kleine Fass ergänzt den Wein mit zusätzlichen Tanninen, macht ihn dichter und strukturierter, geeignet für eine mehrjährige Lagerung und Reifung. Der Kellermeister bestimmt außerdem, wie viel Zeit er dem Wein lässt, um sich zu entwickeln, bevor er in den Verkauf geht. Bis zu diesem Schritt vergehen mindestens drei Monate, bei hochwertigen Weinen und je nach Philosophie des Winzers auch drei Jahre oder mehr. Viel Erfahrung und einen guten Gaumen benötigen die Winzer, um verschieden ausgebaute Weine aus unter­ schiedlichen Rebsorten oder Lagen miteinander zu verschnei­ den, damit die Cuvée wie gewünscht mundet.

EINGELEITET WIRD DIE GÄRUNG bei den meisten Weinen

ZURÜCK ZUM ANFANG: Sind die Trauben gesund, ist das

mit Reinzuchthefe, es sei denn, der Winzer entscheidet sich für die sogenannte Spontanvergärung. Hier bestimmt der Most selbst, wann er mithilfe der eigenen Hefen aus Weinberg und

Lesematerial in unversehrtem Zustand und haben die Beeren die optimale physiologische Reife erreicht, hat der Kellermeis­ ter weniger Arbeit, aus dem Traubensaft einen guten Wein zu keltern. Anders hingegen sieht es aus, wenn im Weinberg ­aufgrund von Wetterkapriolen und Pilzkrankheiten oder an­ deren Schädlingen einiges schiefläuft. Dann gilt es, die Ernte eines ganzen Jahres zu retten. Mit verschiedenen Filtertechni­ ken, Entsäuerungsmethoden oder Chaptalisation, also dem ­Hinzufügen von Zucker vor der Gärung, s­ oll die gewohnte ­Qualität, die der Weintrinker erwartet, auch e­ rreicht werden. Eine Regel lautet: Für möglichst wenig Aufwand im Keller müssen umso mehr Arbeitsstunden im Weinberg investiert werden. Das Verständnis für und die Arbeit mit der Natur lohnt sich für den Bio-Winzer also ­auf jeden Fall. SUS

S BLUBBERT UND GLUCKST IM KELLER DES ­WINZERS – EIN KLASSISCHES HERBSTGERÄUSCH IN UNSEREN BREITENGRADEN. Die Lese ist abge­

Was ist bei der ökologischen Weinbereitung anders? Die Öko-Verbände Demeter, Ecovin und Bioland legen den Schwerpunkt auf die Steigerung der Traubengesundheit, also auf vorbeugende Maßnahmen im Weinberg. Der Faktor Zeit ist physikalischen und chemischen Eingriffen bei der Weinbereitung vorzuziehen. Nicht erlaubt sind u. a.: Konzentration durch Kälte, physikalische Entschwefelung, partielle Entalkoholisierung, Behandlung mit Kat­ ionenaustausch oder Elektrodialyse, Nanofiltration, Verwen­ dung von Sorbinsäure, Lysozyme, Kaliumhexacyanoferrat und der Einsatz von gentechnisch veränderten Hefen.

Im nächsten Alnatura Magazin

Welche Weine passen zu welchen Speisen? 12 Alnatura Magazin 11.2016


der Stahltanks und Fässer ist die Grundvoraussetzung für fehlerfreie Weine.

KOCHEN & GENIESSEN

GRÜNDLICHE REINIGUNG

HERSTELLEREMPFEHLUNG*

Beerig mit zarten Röst­ aromen und geschmeidiger Textur – ein klassischer Spätburgunder, der Licht und Wärme in den ­N ovember bringt. VON DER MARK BIO-SPÄTBURGUNDER QBA**

vegan

• trockener Rotwein aus SpätburgunderTrauben vom Tuniberg aus Baden • vom »Master of Wine« Jürgen von der Mark • gekonnt in gebrauchten Barriques ausgebaut • mit eleganten Frucht- und Räuchernoten • empfohlene Trinktemperatur: 14–16 °C • passt zu: klassischem Rinderbraten, ­Räuchertofu, Hartkäsen, Maultaschen und Käsespätzle 0,75 l 9,49 € (1 l = 12,65 €)

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. ** Nicht in allen Filialen erhältlich.


MARKENSEITE*

100 Jahre Salus

Seit 1916 fertigt der Naturarzneimittel-Hersteller Salus aus Kräutern wohltuende Tees, Tonika, Tropfen, Tabletten und vieles mehr. Schoenenberger ist Teil der Salus-Gruppe und der bedeutendste Hersteller von Frischpflanzen-Presssäften in Deutschland. Das bewährte Erfolgsrezept basiert auf der Kombination aus Natur, Innovation und Qualität. Bei Salus werden die Heilkräuter sorgfältig ausgewählt. Alle Kräuter stammen, wann immer möglich, aus kontrolliert biologischem Anbau. Es kommen keine Zutaten aus agro-gentechnischer Herkunft zum Einsatz. Auf Konservierungsstoffe, künstliche oder natur­identische Aromen wird verzichtet. Bei Salus gilt seit ­jeher das Motto: Der Natur verbunden – der Gesundheit ­verpflichtet!

VITAMIN-B-KOMPLEX-KAPSELN** Mit Vitamin B1, B2, Niacin (B3), ­Pantothensäure, B6, Biotin und B12. 60 Stück à 0,38 g = 22,8 g 9,99 € (100 g = 43,82 €)

14 Alnatura Magazin 11.2016

BIO-TEE CISTUS GRANATAPFEL** Feiner Früchte-Kräutertee mit Cistuskraut, Granatapfel und natürlichem Vitamin C als Beitrag zur normalen Funktion des Immunsystems. 15 × 2 g = 30 g 3,49 € (100 g = 11,63 €)

BIO-MULTI-VITAMINENERGETIKUM** Mit natürlichem Vitamin C, ­Vitamin D3, Vitamin B6 und 5 weiteren Vitaminen sowie 13 verschiedenen Bio-Früchten und Bio-Kräutern. 250 ml 14,49 € (100 ml = 5,80 €)


I M S U P E R N AT U R M A R K T Die hier abgebildeten Bio-Produkte und Produkte aus Wildsammlung finden Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt auf dem Markentisch und im Regal.

NATURREINER HEILPFLANZENSAFT BIRKE** 1 Wirkst.: Birkenblätter-Presssaft, Anw.: Unterstützende Behandlung rheumatischer Beschwerden; Durch­ spülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß. 200 ml 7,79 € (100 ml = 3,90 €)

NATURREINER HEILPFLANZENSAFT ZINNKRAUT** 1 Wirkst.: Schachtelhalmkraut-Presssaft, Anw.: Traditionelles pflanz­liches Arzneimittel zur Durchspülung der ableitenden Harnwege unterstützend bei leichten Beschwerden im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege ausschließlich aufgrund langjähriger Anwendung. 200 ml 7,89 € (100 ml = 3,95 €)

1 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

* Bei den Markenseiten-Produkten handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. / ** Nicht in allen Filialen erhältlich.

Der Markentisch des Monats


HERSTELLER-EMPFEHLUNG*

Der besondere Honig! Manuka stammt aus Neeseeland und wird von den Ureinwohnern, den Maori, aufgrund seines individuellen Charakters vielfältig verwendet. WALTER LANG BIO-MANUKAHONIG • unverwechselbarer Charakter • kräftig-aromatisch im Geschmack • malzig, leicht harzige Note • aus dem Nektar der Manukablüten

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. / ** Nicht in allen Filialen erhältlich.

275 g 33,99 € (1 kg = 123,60 €)

Goldene Momente für daheim – die goldgelbe Bio-Teemischung von Pukka kombiniert Kurkuma mit frischer Zitrone, aromatischem Kardamom und feinstem Grüntee. PUKKA BIO-TEE »GOLDENE KURKUMA« • elegante Mischung mit angenehm würzigem Geschmack • aus indischen Kurkuma-Wurzeln • Kurkuma wird auch Gelbwurz, Goldene Göttin oder indischer Safran genannt • T ipp: mit aufgeschäumter Milch als Kurkuma-Latte genießen 36 g 3,99 € (100 g = 11,08 €)

16 Alnatura Magazin 11.2016

ÖMA ALLGÄUER BERGKÄSE G.U. • Bio-Hartkäse aus dem Allgäu • aus frischer Demeter-Heumilch von Hörner tragenden Kühen • mit mikrobiellem Lab, mind. 4 Monate gereift • T ipp: ideale Begleitung für gehaltvolle Rotweine oder zum Überbacken je 100 g 1,99 €

Ein Muss für jeden Käsefan! Der Allgäuer Bergkäse mit geschützter Ursprungsbezeichnung ist ein Klassiker im Geschmack: angenehm würzig mit feinem Schmelz, der förmlich auf der Zunge zergeht.

ARCHE NATURKÜCHE BIO-MEERESALGEN DULSE** vegan, MEERESSPAGHETTI** vegan ODER MEERESSALAT** vegan • Dulse: rote Meeresalgen, würzige Bereicherung für Suppen und Fischgerichte oder als Bacon-Ersatz • Meeresspaghetti: braune Meeresalgen, passen zu Nudelund Gemüsegerichten • Meeressalat: Mischung aus Dulse- und Meerlattich-Flocken, ideal zu Salaten und Pfannengerichten Dulse 40 g 5,49 € (100 g = 13,73 €) Meeresspaghetti 50 g 4,49 € (100 g = 8,98 €) Meeressalat 40 g 6,49 € (100 g = 16,23 €)

Der Trend aus dem Meer: Die getrockneten Meeresalgen in Naturland-Qualität stammen aus Frankreich und ­v erleihen Speisen eine köstlich-aromatische Meeresnote.


I M S U P E R N AT U R M A R K T

VEGANE KOLUMNE

Eine Frage der Etikette Die mitunter zweifelhafte Verwendung von Vegan-Labels

?

?? ?

? ?

??

?

??

?

D  

IE VEGANE ERNÄHRUNG IST EINDEUTIG IM MAINSTREAM ANGEKOMMEN. Es gibt mittler­

weile an fast jeder Ecke Optionen, sich tier­ frei zu verpflegen. Für die meisten Lebens­ mittel mit tierischen Bestandteilen gibt es pas­ sende Ersatzprodukte und man muss eigentlich nur ein paar Dinge beachten, um die Ernährung problemlos umstellen zu können. Ganz abgesehen davon, dass Obst, Gemüse, Nüsse und Saaten ohnehin vegane Lebensmittel sind. Trotz des gesteigerten Interesses am Veganismus ist das Thema aber noch immer für viele neu und fremd. Befasst man sich erstmals damit, ist ein wenig Unterstützung von außen sehr hilfreich. Also sucht man nach eindeutigen Zeichen auf den Ver­ packungen und Schildern, die rein pflanzliche Produkte als solche kennzeichnen. Hier gibt es offizielle Labels von ­Verbänden wie zum Beispiel die Vegan-Blume der britischen Vegan Society oder das V-Label der Europäischen VegetarierUnion, aber auch eigene Lösungen der Hersteller, die verdeut­ lichen, dass man guten Gewissens zugreifen kann. Aber kann man das wirklich? In meinen Augen steht ­Veganismus für mehr als das Weglassen tierischer Bestandteile in einem bestimmten Produkt. Veganismus hat verschiedene Wirkungsrichtungen: In erster Linie geht es um die Vermeidung von Tierleid, das stimmt. Aber es geht auch um Umweltschutz und den Schutz der Menschen, gesundheitlich wie sozial. Sinnvoll für Mensch und Erde, sozusagen! Daher geht Vega­ nismus für mich immer einher mit ökologischem Anbau der Zutaten und fairen Bedingungen. Auf der einen Seite ist es schön zu sehen, dass selbst die größten konventionellen Fleischverarbeiter Deutschlands nun auch vegane Produkte anbieten. Allerdings ist wichtig zu

wissen, dass diese Unternehmen durch die Erschließung des Boom-Markts ­»Vegan« und damit verbundene Gewinne nicht etwa die Anzahl der geschlachteten Tiere verringern, sondern sich lediglich ein weiteres Geschäftsfeld zunutze machen. Ich unterstelle, dass es hier kein Bewusstsein für die Verringerung von Tierleid gibt oder empfohlen wird, ­weniger Fleisch zu essen. Es geht nur um Profit, der auch die Massentierhaltung wieder unterstützt. Daher halte ich es für zweifelhaft, dass diese Hersteller nun Labels von renommierten und vertrauten Verbänden tragen, obwohl der vegane Gedanke damit ad absurdum ge­ führt wird. Dass jeder sein pflanzliches Produkt als vegan kennzeichnen darf, ist eine Sache. Dass die konventionelle Industrie aber ein offizielles, aus Verbrauchersicht wie ein Gütesiegel wirkendes Kennzeichen tragen darf, ist für mich der blanke Hohn. Und wozu wird es führen? Dass der unwissende Verbrau­ cher, dem es vielleicht doch nicht nur um die eigene Ernäh­ rung, sondern auch um ethische Aspekte geht, nun denkt, dass er beim Griff ins Regal richtig handelt. Ich werde nicht müde, es zu sagen: Vegan ist nur fair gehandelt und in BioQualität vegan. Alles andere ist das Ausnutzen von Wissens­ lücken und eine Verwässerung des ursprünglichen veganen Gedankens: Mitgefühl und Gewaltlosigkeit für die Tiere, die Umwelt und den Menschen.

Julian Stock, 34, ist Sortimentsmanager bei Alnatura. Er befasst sich mit den Entwicklungen und Trends bei den Ernährungsgewohnheiten und setzt sich für eine nachhaltige Lebensweise ein. Schreiben Sie ihm, wenn Sie möchten: julian.stock@alnatura.de Alnatura Magazin 11.2016

17


»Die aktuelle Milchkrise ist bei uns nicht angekommen. Baldauf zahlt uns nach wie vor den zugesagten Preis pro Liter, der sich nicht nach dem gängigen, immer weiter sinkenden Marktwert richtet.« Bio-Bauer Rudi Seitz neben seinem Allgäuer Braunvieh

18 Alnatura Magazin 11.2016


Handwerk und Innovation Das Alnatura Magazin zu Besuch bei Baldauf im Allgäu – der ältesten familiengeführten Käserei Deutschlands

G  

IGI HEISST DIE LIEBLINGSKUH VON MARGA­ RETHE SEITZ, ALMRAUSCH DIE VON IHREM MANN RUDI. Nach dem Melken zwischen sechs und

acht Uhr morgens treiben sie ihre Milchkühe, allesamt All­ gäuer Braunvieh, wieder auf die Weide. Ihre Hörner dürfen alle 27 Tiere behalten, da Familie Seitz ihren schönen braunen Kühen mit den treuherzigen großen Augen und den langen Wimpern schließlich keinen Schmerz zufügen möchte. Seit vie­ len Jahrzehnten bewirtschaften die Bauern den Bioland-zerti­ fizierten Hof in Motzgatsried, der schon über 200 Jahre auf dem ­Buckel hat. Die beiden h ­ aben fünf Buben, die bereits alle einen soliden Beruf erlernt haben. Und einer wird zum Glück den Hof übernehmen. Das ist ­keine Selbstverständlichkeit in einer von großer Unsicherheit geprägten Milchwirtschaft. Aber die Käserei Baldauf bietet dem Hof gute Zukunfts­ aussichten und Planungssicherheit, die man als kleiner BioHof dringend benötigt. Seit 1972 liefern die Seitz’ ihre Milch an die Käserei der Familie Baldauf aus dem Nachbardorf. »Die aktuelle Milchkrise ist bei uns nicht angekommen. Bald­ auf zahlt uns nach wie vor den zugesagten Preis pro Liter, der sich nicht nach dem gängigen, immer weiter sinkenden Marktwert richtet«, erzählt Rudi Seitz zufrieden. Die Seitz’ sowie weitere 45 Allgäuer Heumilchbauern, die an die drei Sennereien von Baldauf ihre Milch liefern, leisten mehr als ein normaler Milchlieferant. Sie pflegen die reizvolle Kulturland­ schaft des Allgäus, die größtenteils aus sanften Voralpenhügeln mit saftigen grünen Wiesen besteht. 15 der 46 Heumilchbau­ ern sind Bioland-zertifiziert. Das heißt, diese Kühe bekommen im Sommer ausschließlich frisches Gras und im Winter Heu zu fressen. Silage-Futter ist tabu – auch bei den Konventionel­ len – und irgendwelche Kunstdünger auf der Wiese sowieso.

DIE SEITZ’ SIND GOTTESFÜRCHTIGE BAUERN und halten nichts davon, dem Herrgott ins Handwerk zu pfuschen. Ob­ wohl der Sommer verregnet war und das Heu schlecht trock­ nete, beklagen sie sich nicht. Man muss eben abwarten, das Wetter kann man eh nicht bestimmen, dann regnet es eben. Ein Allgäuer Sprichwort lautet: »Wenn d’r obige it will, isch d’r untere reacht schtill.« Übersetzt heißt das ungefähr: Wenn der da oben nicht will, ist der unten recht still. Und der liebe Gott wird es an anderer Stelle schon wieder richten. Auf die Wissenschaft hingegen, genauer gesagt auf die ­Mikrobiologie, setzt Georg Baldauf, der in der fünften Gene­ ration die Käserei führt. Seine Überzeu­gung: Der besondere Geschmack und die Qualität eines Käses werden bestimmt durch die natürliche Flora in der Rohmilch. Sie ist die ursprüng­ lichste Quelle von milchsäurebildenden Bakterien zur Her­ stellung der Milchkulturen und sollte naturbelassen verarbei­ tet werden. »Früher hatte jede Sennerei in den jeweiligen

Georg Baldauf führt seit 2011 in der fünften Generation die Käserei.

I M S U P E R N AT U R M A R K T

H E R S T E L L E R - R E P O R TA G E


Technik , Innovation und Tradition: Mit dieser Kombination möchte die Käserei Baldauf das Überleben auch kleiner Sennereien sichern. Dörfern im All­gäu ihre eigenen Kulturen gezogen, die den Käsen ihren un­verwechselbaren Geschmack gaben. Das ist im Laufe der Zeit und mit dem Siegeszug der industriell herge­stellten Milchkulturen leider verloren gegangen«, bedauert er. Um diese Tradition wieder aufleben zu lassen, hat Georg Baldauf, der 2011 den Betrieb übernahm, seinen Großcousin Klaus Gutser einge­stellt. Er ging bei Baldauf als Käser in die Lehre, danach hat er in Weihenstephan Milchwirtschaft ­studiert und promoviert. Als Spezialist für Mikrobio­ logie erforscht Gutser mit Leidenschaft die Geheim­ nisse der Milch. Sein Ansatz ist es, die traditionellen vorindustriellen Verfahren zur Käseherstellung zu durchleuchten und aus diesen neues Wissen abzulei­ ten. Die Erkenntnisse aus seiner Arbeit finden bei Baldauf im gesamten Herstellungsprozess, angefangen von der Milcherzeugung beim Milchbauern über die Verarbeitung in den Sennereien bis zur Reifung des Käses, Anwendung.

IN DER SENNEREI GRÜNENBACH wird ausschließlich

Bio-Milch angeliefert und zu Baldauf-Käse verarbeitet (links oben und Mitte). BEIM WILDBLUMENKÄSE (unten) wird der acht Wochen gereifte Bauernkäse von einer Gewürzmischung mit Korn- und Ringelblumen umhüllt, die nicht nur hübsch aussieht, sondern dem Schnittkäse eine zusätzliche Würznote verleiht.

Der Baldauf Bio-Wildblumenkäse (links) aus dem Sechs-Kilo-Laib sowie der Bio-Bauernkäse sind im Alnatura Super Natur Markt erhältlich.

20 Alnatura Magazin 11.2016


I M S U P E R N AT U R M A R K T

DER REIFEKELLER ist der ganze Stolz von Georg

Baldauf. Der Alpkäse von Baldauf, ein Allgäuer Bergkäse, reift in einem Erdkeller, der Platz für 7 500 Käse-Laibe mit einem Gewicht von 28 Kilogramm bietet. 32 000 Sechs-Kilo-Laibe des Baldauf Bauernkäses, ein Schnittkäse, finden in einer 2014 neu erbauten Reifelage Platz.

Das Unternehmen Gebr. Baldauf GmbH & Co. KG kurz gefasst Gründung 1862 von Martin Baldauf, ­Geschäftsführer seit 2011 Georg Baldauf Unternehmenssitz Goßholz, ­ Lindenberg im Allgäu Dazu gehören drei Sennereien in Hopfen, Grünenbach und Gestratz, die von 46 Allgäuer Bauern mit Milch beliefert werden.

UM EINE VERLÄSSLICHE QUALITÄT FÜR DEN VERBRAU­ CHER ZU GEWÄHRLEISTEN wurden neben den von der EU

geforderten Hygienestandards firmeneigne Untersuchungsme­ thoden entwickelt, um die speziellen Anforderungen der Rohmilchkäserei zu erfüllen, »Uns genügt aber nicht nur die Erfassung der Quantität der gesetzlich zu­gelassenen Anzahl der Bakterien, sondern wir möchten genau wissen, welche Bakterien es sind und welchen Einfluss diese auf die Qualität unserer Produkte haben. Nur so kann es gelingen mit der ­natürlichen Mikroflora zu arbeiten um das Beste aus der Milch herauszuholen«, erklärt der technikbegeisterte Chef. Dabei geht es Baldauf nicht um die Technik per se, sondern um einen optimalen Käsegeschmack, der die Region, insbesondere den ursprünglichen Geschmack der Allgäuer Sennalpen, wider­

spiegelt. Es geht ihm auch um das Weiterbestehen der kleinen Bauern und der Allgäuer Dorfsennereien. Zu dem 1862 ge­ gründeten Käseunternehmen Baldauf gehörten Anfang des 20. Jahrhunderts noch 27 Sennereien. Inzwischen sind es nur mehr drei. In der Sennerei in Grünenbach wird ausschließlich Bio-Heumilch verarbeitet. Nach dem Salzbad kommen die Laibe für die Reifung nach Goßholz, wo sich der Firmen­ hauptsitz und zwei Reifungslager für Schnitt- und Hartkäse befinden. Dort werden die Käse auch weiter, beispielsweise zur Baldauf’s Bio Wildblume, affiniert. Herbert Baldauf, der Vater von Georg, war der Erste im Allgäu, der für die Pflege der bis zu 30 Kilo­gramm schweren Laibe einen Roboter aus der Schweiz gekauft hat. Das Faible für Innovationen hat der Junior von ihm übernommen: Es gilt die Tradition zu verstehen und in die moderne Zeit zu über­ führen, um die traditionelle handwerkliche Käseher­stellung im Allgäu langfristig zu sichern. Und das garantiert wiederum die Existenz von Milchbauern wie der Familie Seitz, die mit ihrer Weideviehhaltung eine wunderschöne Kul­turlandschaft pflegen und für uns alle erhalten. SUS

Alnatura Magazin 11.2016

21


A L N AT U R A M A R K E N P R O D U K T E

Mini-Stollen im Glas

Das wird ein Fest! Inspirationen für Ihre Weihnachtsbäckerei

Stimmungsvolle Tage stehen bevor: Die Weihnachtszeit beginnt. Ein Fest für die Sinne soll es werden; mit ruhigen Momenten, kleinen Geschenken und festlichem Essen. Mit dem Backen von Plätzchen kann man getrost schon jetzt beginnen. Schließlich gibt es nichts Schöneres, als sich durch den Duft von Vanillekipferl, Zimtstern und Co. auf das weihnachtliche Fest einzustimmen. Für alle, die neben bekannten Klassikern auch neue Kreationen auf den Plätzchenteller legen möchten, haben wir eigens Rezepte entwickelt. Lassen Sie sich inspirieren von unseren Mini-Stollen, Quinoa-Parmesan-Sternen und anderen weihnachtlichen Köstlichkeiten. Nicht zu aufwendig, aber ausgefallen und vor allem eines: festlich. Und wer sagt, dass Plätzchen oder selbst gemachte Schokolade nicht auch ein Geschenk sein können? Liebevoll verpackt sind sie ein gern gesehenes Mitbringsel – für die Familie, Freunde und Bekannte.

Das Alnatura Markensortiment • 100 % Bio-Lebensmittel – seit 1984 • über 1 200 Alnatura Markenprodukte – für jeden Tag und für den besonderen Genuss • transparente Qualität – von unabhängigen Fachleuten geprüft • ganzheitlich und nachhaltig verarbeitet – von der Herkunft der Zutaten bis zur Verpackung • erhältlich im Alnatura Super Natur Markt, bei ausgewählten Handelspartnern und im Alnatura Onlineshop unter alnatura-shop.de

KEIN STOLLEN OHNE ORANGEAT UND ­ZITRONAT. Die kandierten

Schalen von Orangen und Zitronen ­bringen Frische und Saftigkeit in so manch weihnachtliches Bio-Gebäck, schme­ cken aber auch als fruchtiges Topping im Müsli oder Joghurt.

* Nur solange der Vorrat reicht.

Das Alnatura Rezept­b üchlein liegt ab sofort im Super Natur Markt für Sie bereit – kostenlos, zum Mitnehmen und Verschenken*.


i­ntensiv roten Gojibeeren passen mit ihrem süßsauren ­Geschmack perfekt ins Müsli und in herzhafte Salate und überraschen ebenso in der Bio-­Weihnachtsbäckerei.

I M S U P E R N AT U R M A R K T

FÜR EINE FRUCHTIGE NOTE. Die kleinen

QuinoaParmesanSterne

BUNT UND SEHR AROMATISCH. Diese

kleinen Bio-Quinoakörner schmecken nicht nur als Beilage oder nussige Zutat in ­pikanten Gerichten, sondern passen auch ins weihnachtliche Gebäck.

Weihnachtskonfekt

REZEPT

Dreierlei Weihnachtskonfekt Für je 15–20 Kugeln Apfel-Zimt-Konfekt: 100 g Apfelringe / 75 g Datteln

Zubereitung (für alle drei Sorten gleich) Trockenfrüchte im Mixer zerkleinern und in eine Schüssel

entsteint, getrocknet / 20 g Rosinen / 50 g Mandeln blanchiert / ½ TL Ceylon-Zimt / 1 Msp. Bourbon­ vanille gemahlen / Spicy Goji-Mango-Konfekt: 100 g Mango­stücke getrocknet / 50 g Ingwerwürfel kandiert / 30 g Gojibeeren getrocknet / 40 g Cashewkerne / Ananas-Kokos-Konfekt: 100 g Ananasstücke getrock­ net / 50 g Cranberrys getrocknet / 50 g Paranusskerne / 2 EL Kokosblütensirup / 5 EL Kokos geraspelt

umfüllen. Nüsse im Mixer mahlen und zu den Trockenfrüch­ ten geben. Je nach Sorte würzen bzw. mit Kokosblütensirup süßen und alles mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Mit einem Teelöffel in 15–20 Portionen teilen und zu Kugeln formen. Ananas-Kokos-Konfekt in Kokosraspeln wälzen. Das Konfekt ist im Kühlschrank rund 1 Woche haltbar. Zubereitungszeit: je ca. 10 min

Eine vierte Konfektidee sowie all unsere Weihnachtsrezepte gibt es unter alnatura.de/weihnachten – auch als Video. Alnatura Magazin 11.2016

23


A L N AT U R A B I O - B A U E R N - I N I T I AT I V E

Bio-Schafe im Rundlingsdorf 25 Höfe stellen aktuell mit Unterstützung der Alnatura ­Bio-Bauern-Initiative auf den Bio-Landbau um. Im Alnatura Magazin lernen Sie jeden Monat eine der Bio-Bauern­familien kennen.

HIER ALSO, WO ALTEINGESESSENE LANDWIRTSCHAFT UND ALTERNATIVKULTUR AUFEINANDERGEPRALLT

I 

M WENDLAND SIND SIE ANGEKOMMEN. Jorin und J­ oachim Handtmann, zwei Brüder, 34 und 28 Jahre jung, die ersten Landwirte ihrer Akademikerfamilie, Querein­ steiger also. »Öko« waren sie gefühlt schon immer, die land­ wirtschaftliche Lehre haben beide auf Bio-Betrieben gemacht, natürlich, danach die Fachschule für Agrarwirtschaft. Und all die Jahre begleitet sie der Traum vom eigenen Hof. In ganz Deutschland haben die jungen Landwirte gesucht, im Wend­ land sind sie fündig geworden. Ausgerechnet hier, in dieser lange Jahrzehnte vergessenen Ecke Deutschlands, südöstlich von Hamburg an der Elbe gelegen, politisch durch Gorleben geprägt. Heute, über 30 Jahre nach Beginn der Anti-AKW-Be­ wegung, ist das Wendland immer noch vom Geist der damali­ gen Idee durchzogen. Die Brüder leben in Güstritz und Ne­ ritz, in typischen Rundlingsdörfern, unwillkürlich denkt man an die unbeugsamen Gallier. Vor rund 1 000 Jahren ist diese slawische Siedlungsform entstanden, bei der die H ­ äuser keil­ förmig um den großen Dorfplatz gruppiert sind.

und inzwischen zusammengewachsen sind, haben die Handt­ manns ihren Hof, eine konven­tionell arbeitende Schäferei, entdeckt. Die Brüder sind sich schnell über das künftige BioKonzept einig. Raus aus der bisherigen Fleischgewinnung und rein in die Milchverarbeitung. Die Bio-Hofmeierei Jeetzel ist geboren, benannt nach dem Rundlingsdorf, an dessen Rand der neue Betrieb steht. Schafsmilch, -joghurt und -frischkäse, auch Bio-Honig von den ­eigenen 15 Bienenvölkern, alles in Bioland-Qualität, stellen die Brüder seit Januar 2016 her. Bis nach Hamburg vermarkten sie die Produkte, alle aus der Milch der aktuell 130 Schafe gewonnen. Die Tiere grasen auf den ausgedehnten Feuchtwiesen entlang der Jeetzel, einem Neben­ fluss der Elbe. »Milchkühe sind für diesen Boden viel zu schwer«, sagt Jorin Handtmann. »Wir betreiben eine stand­ ortangepasste Landwirtschaft, mit unseren Schafen schützen wir die für diese Gegend typischen Feuchtwiesen.« Und wie kamen die beiden auf Alnatura? »Wir haben nach Förder­ möglichkeiten gesucht. Die Alnatura Bio-Bauern-Initiative hat unser Bio-Konzept für gut befunden und uns sehr schnell und vor allem unbürokratisch geholfen. Das war extrem hilfreich.« Die Brüder hatten am Anfang ledig­lich einen Stall übernom­ men; Melkstand, Hofmolkerei und ein kleines Bürogebäude mussten erst noch errichtet werden. Jetzt, nach drei Jahren im Wendland: Ist dieser Platz schon so etwas wie eine neue Heimat? »Ja«, sagt Jorin Handtmann, »denn hier finden wir alles, was unser Herz höher schlagen lässt: eine schöne Kulturlandschaft, viel Bio-Landwirtschaft und Mitarbeiter, mit denen wir unse­ re Ideale teilen können.« ››› Volker Laengenfelder


I M S U P E R N AT U R M A R K T

Die Alnatura Bio-Bauern-Initiative (ABBI) Aktuell wächst die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln in Deutschland stärker als die Bio-Anbaufläche. Zu wenige Bauern stellen auf Bio-Landbau um; einige entscheiden sich sogar für die Rückumstellung von Bio auf konventionell. Die Gründe sind vielfältig, die Folgen eindeutig: ­Immer mehr Bio-Rohstoffe müssen importiert werden. ­Alnatura will Bauern in Deutschland langfristig für den Bio-Landbau motivieren und hat deshalb die Alnatura BioBauern-Initiative ins Leben gerufen. Die Initiative spendet für das Projekt »Gemeinsam Boden gut machen« des ­NABU, das Bauern gezielt bei der Umstellung auf den ­Bio-Landbau unterstützt. alnatura.de/ABBI

DERZEIT GRASEN 130 BIO-SCHAFE der Handtmann-Brüder auf

den Feuchtwiesen entlang des Flüsschens Jeetzel im Wendland. Wenn sich die Bio-Hofmeierei weiterhin gut entwickelt, sollen es bald 400 Schafe sein.

Alnatura Magazin 11.2016

25


H E R S T E L L E R - R E P O R TA G E

Kräutersieg gegen Herbizid Unweit der Sonneninsel Usedom im Lassaner Winkel liegt in Pulow eine kleine ­Teemanufaktur. Alnatura besuchte Kräutergarten Pommerland und erfuhr, welch anregende Wirkung Kräutertee auch auf die Natur und Entwicklung einer Region entfalten kann.

W  

ER RUHE SUCHT, FINDET SIE IN PULOW: Lange

Alleen ziehen sich durch eine sonnenverwöhnte Landschaft aus Feldern und Seen, die wenigen Ein­ wohner des Lassaner Winkels am Peenestrom im nordöstlichs­ ten Mecklenburg-Vorpommern leben in kleinen Dörfern, die dem Besucher auf den ersten Blick beschaulich vorkommen. Es ist eine Region, die trotz ihrer Schönheit viele Menschen nicht halten konnte. Nach der Wende herrschte in dem landwirtschaftlich geprägten Raum zeitweise eine Arbeitslosigkeit von 80 Prozent, die fehlenden Zukunftsper­spektiven trieben vor allem die Jünge­ ren und die Frauen fort. In dieser bedrückenden Lage entschied sich eine Handvoll mutiger Idealistinnen dazu, nicht mehr abzuwarten und Tee zu trinken, sondern einfach Tee zu machen. Das war vor 15 Jah­ ren. Entstanden ist die Teemanufaktur aus dem Verein Mirabell e. V., der in den 1990er-Jahren einen Bio-Kräutergarten anlegte und mit ihm neue Arbeitsplätze schuf. Und das auf einer alten

Kräutergarten Pommerland kurz gefasst Gründung 2001 von 8 Mitgliedern Standort Pulow, Lassaner Winkel in Mecklenburg-Vorpommern Mitarbeiterinnen 9 Mitglieder 103 Teesorten 24

26 Alnatura Magazin 11.2016

Anlage der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG), die zuvor zehn Jahre lang brach gelegen hatte: Schutt und Asche gaben viel zu tun. 2001 entstand dann die Genos­ senschaft Kräutergarten Pommerland, die heute über 100 Mit­ glieder hat. Die Gründung der Teemanufaktur hat dazu beigetragen, den beunruhigenden Trend der Abwanderung abzumildern. Auch andere Unternehmen haben sich in der Nachbarschaft auf dem alten LPG-Gelände niedergelassen, wie zum Beispiel Sona und feeltone, Hersteller für Gongs und weitere Instrumente und Klangkörper. Es entstanden stabile Arbeitsplätze, in den letzten zwei Jahren durfte sich die Region um Pulow über mehr als 40 neue Einwohner und Einwohnerinnen, darunter viele Kinder, freuen. Junge Leute gründeten eine Wohnungsbaugenos­ senschaft, um dem Mangel an Wohnraum gegenzusteuern. Ein Bebauungsplan für die nächsten 20 Jahre wurde gerade angesto­ ßen, so sollen hier beispielsweise neue Wohnungen entstehen.


I M S U P E R N AT U R M A R K T

»Die Blattteile unserer Tees sind sehr groß.

Aus unserer Sicht die beste Methode, Kräuter zu konservieren. Das Aroma entfaltet sich so hervorragend.« Christiane Icke (rechts), Gründungsmitglied und im Vorstand von Kräutergarten Pommerland

11 TONNEN 70 UNTERSCHIEDLICHER KRÄUTER werden verarbeitet.

Ein kleiner Teil der Kräuter wird selbst angebaut, vor Ort geerntet (unten links), getrocknet und direkt verarbeitet und abgefüllt – bis zu 1 500 Tüten pro Tag (unten rechts). BEI DER TEE-ENTWICKLUNG wird zunächst ­festgelegt, welches Thema, Ziel und wie viele Bestandteile der Tee haben soll. Und schließlich wird wochenlang probiert (rechts) …

SEIT DER GRÜNDUNG VOR 15 JAHREN hat sich hier viel entwi­

ckelt: 2004 wurden die Schweineställe der alten LPG-Anlage gekauft, 2008 konnten die ersten Investitionen getätigt werden, 2009 bis 2011 entstand der Verbindungsbau zwischen zwei Ställen, in dem heute die Kräuterverarbeitung zu finden ist, und im zweiten Stall die Teepro­ duktion sowie Büroräume. 2013 investierte Pommerland in eine große Fotovoltaikanlage. Und der Aufschwung nimmt stetig Fahrt auf, die Teemanufaktur freut sich über eine 20-prozentige Umsatzsteigerung. Das bedeutet gleichzeitig einen erhöhten Arbeitsbedarf, der in Zusam­ menarbeit mit dem Diakoniewerk Bethanien durch Menschen in ­betreuten Werkstätten gedeckt wird. Maschinell erfordert der höhere Umsatz zeitnah eine neue Mischanlage. Doch es gab auch schwierige Zeiten. »2001, gleich nach Firmen­ gründung, gab es einen Abdriftschaden: Das heißt, ein Herbizid vom konventionellen Nachbarn lief aus dem Ruder und gelangte durch zu hohe Temperaturen und zu viel Wind auf unsere Felder. Die Kräuter waren kontaminiert, unsere Zitronenmelisse war weiß und gelb«, berichtet Geschäftsführerin Christiane Wilkening. Nach­ dem Verband, Kontrollstelle, Pflanzenschutzamt, Umweltpolizei und Presse alarmiert waren, hieß es, solche Vor­fälle seien bekannt: Wird der Raps ausgebracht, wird kurz darauf ein Mittel mit dem Wirkstoff Clomazone gespritzt, das die Pflanzen an der Bildung von Chlorophyll hindert. Denn Beikräuter wachsen schneller als Raps, das Mittel vernichtet sie vorher. Es fehlt jedoch an Untersuchungen, wie sich ­diese Mittel auf den Menschen auswirken. Seitdem kämpft Pommerland gemeinsam mit der Bürgerinitiative Landwende ­hartnäckig gegen den Einsatz von Ackergiften – und für Land für den Bio-Anbau. »Im Landwirtschaftsministerium konnten wir jemanden mit ­u nserer Idee erreichen: Gemeinsam mit anderen Bio-Landwirten legten wir ein Konzept vor, dessen Kern eine ökologische Wirt­ schaftsweise ist. 50 Hektar Land konnten so für den Bio-Anbau im Lassaner Winkel getauscht werden, und jetzt soll uns ein »grüner Gürtel« von Bio-Flächen vor Ackergiften schützen, die in konven­ tionell betriebenen Getreidefeldern zum Einsatz kommen«, so Wilkening. »Noch ­immer bedroht der ungehinderte Einsatz von Glyphosat, dessen krebserregende Wirkung nicht ausgeschlossen werden kann, Pflanzen, Tiere und Menschen. Aber wir sind froh, dass wir hier zusammen einen kleinen Erfolg erringen und damit einen Bei­t rag zur Veränderung leisten konnten«, erklärt sie. Und trinkt ­lächelnd einen Schluck Tee. GS

BLÜTEN FÜR DEN KÖRPER TriniTea wurde in Zusammenarbeit

mit Heilpraktikerin Patricia von Estorff nach der Lehre von Paracelsus entwickelt. Das Teekonzept greift die Dreigliedrigkeit des Menschen auf: ein Tee für den Geist, einer für den K ­ örper, einer für die Seele. Die Blüten entsprechen zum Beispiel dem Körper.


A L N AT U R A E I N B L I C K E

Verwendung statt Verschwendung 15 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland pro Jahr ­weggeworfen. Wie Alnatura Lebensmittelverschwendung vermeidet und wie Sie mithelfen können.

D  

IE ARBEITSERZEUGNISSE EINES MENSCHEN WEGZUWERFEN, GILT ALS EIN STARKER AFFRONT.

In diesem Fall geht es aber weit über eine Respektlo­ sigkeit hinaus. Angesichts der immer geringer werdenden fruchtbaren Ackerböden und eines erwarteten Bevölkerungs­ zuwachses auf neun Milliarden bis zum Jahr 2050 ist das achtlose Wegwerfen von Nahrung ein selbstzerstörerischer Akt. Lebensmittelverschwendung wird lebensgefährlich. Die gedankenlose Verschwendung von Nahrungsmitteln steht im Gegensatz zu der Vision, die Alnatura seit Unterneh­ mensgründung verbindliche Handlungsmaxime ist: sinnvoll für Mensch und Erde zu agieren. Wir stehen im engen Aus­ tausch mit allen Erzeugern unseres Bio-Sortiments. Und da­ her wissen wir sehr genau, wie viel Anstrengung, Expertise und Zeit zur Herstellung von Lebensmitteln notwendig sind. Es ist eine Arbeit, die wir wertschätzen, und daher gehen wir ver­antwortungsvoll und achtsam mit den Gütern um, die uns für den Handel anvertraut werden.

WIR SETZEN ALLES DARAN, LEBENSMITTEL VOR DER TONNE ZU SCHÜTZEN. UNSERE MASSNAHMEN:

Mithilfe eines durchdachten Warenbestellsystems kön­ nen die Super Natur Markt Filialen exakt die individu­ ell erforderlichen Warenmengen bestellen. Viele Kri­ terien fließen in die Berechnung mit ein: Das sind zum Beispiel meteorologische Aspekte für einzelne Sortimente, statistische Werte wie Wochentage mit höhe­rer Kundenfrequenz, individuelle Erfahrungswerte der Filialen, Veranstaltungen, Feiertage und Ferienzeiten. So ist die Balance zwischen Bestell- und Verkaufsmenge gesichert.

28 Alnatura Magazin 11.2016

Und falls doch einmal zu viel bestellt wurde? Dann bieten wir die Produkte zu einem reduzierten Preis an. Waren, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreicht ist, werden um 15, 25 oder 50 Prozent heruntergesetzt. Alle Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, aber noch essbar sind, werden an die Tafeln der jewei­ligen Städte oder andere gemeinnützige Initiativen wie Foodsharing oder Obdachlosenheime abgegeben. Bevor die Tafeln die ge­ packten Paletten abholen, wird am Vortag besprochen, was und wie viel sich auf den im Durchschnitt ein bis vier ­Paletten be­ findet. Sollte es einmal zu viel Ware für eine Tafel sein, werden auch andere informiert, um die Lebensmittel aufzuteilen.


weggeworfene Lebensmittel pro Jahr in Deutschland. Das entspricht einer umsonst bewirtschafteten Fläche, die größer ist als Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland zusammen:

26.000 km² Was können Sie tun? Wir wissen, dass unsere Kunden zu den Menschen gehören, die Lebensmittel wertschätzen und achtsam mit ihnen umgehen. Deshalb haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt, wie wir gemeinsam Lebensmittel retten können. Vielleicht ist Ihnen die eine oder andere Idee eine Anregung? Bewusst einkaufen Schon vor dem Einkauf planen, was gekocht wird, und immer mit einem Einkaufszettel (oder einem sehr guten Gedächtnis) und gesättigt einkaufen gehen. Mindesthaltbarkeitsdatum wörtlich nehmen Das Datum zeigt an, wie lange das Produkt garantiert haltbar ist – aber oft kann es noch danach gegessen werden. Nur Fisch und Fleisch entsorgen Sie bitte sofort, wenn das Datum abgelaufen ist.

• • • •

Richtig lagern Mit der richtigen Lagerung halten sich Lebensmittel länger. heimisches Gemüse (Kohl, Möhren, Spinat): Kühlschrank leicht verderbliches Gemüse (Pilze): Kühlschrank, locker lagern mediterranes Gemüse, exotische Früchte: schattig, gut belüftet, 13–16 °C Kartoffeln, Wurzelgemüse und Kürbisse: dunkle, gut belüftete Orte, nicht in Folie lagern und mit Papier abdecken (verhindert Schrumpeln und grüne Stellen) Tomaten und Äpfel jeweils getrennt aufbewahren (Reifegase beschleunigen Reifung anderer Obst- und Gemüsesorten) Weitere Tipps zur Lagerung unter alnatura.de/kochen-undgeniessen/warenkunde/l/lagerung-von-obst-und-gemuese

UNSERE MASSNAHMEN HABEN SICH GUT ­BEWÄHRT, wir freuen uns, dass es uns weitgehend

gut gelingt, Lebensmittel vor dem Abfall zu retten. Es ist der Beitrag, den wir im Kampf gegen die Lebens­ mittelverschwendung leisten können. Doch natürlich sind auch viele weitere Akteure in der Verantwortung. Ein Umdenken findet statt. Frankreich, Italien und bald auch Finnland haben Gesetze gegen Lebensmit­ telverschwendung erlassen, in Deutschland setzt man mit der staatlichen Kampagne »Zu gut für die Ton­ ne« auf Aufklärung und auch Slowfood engagiert sich mit seiner Kampagne »Teller statt Tonne« und »Schnippeldisko-Aktionen« gegen das achtlose Wegwerfen von Nahrungsmitteln (mehr dazu unter slowfood.de/slow_themen/lebensmittel_verschwendung). Foodsharing-Initiativen und Tafeln helfen mit nicht mehr verkäuflichen Lebensmitteln bedürftigen Men­ schen, Restaurants wie »Restlos glücklich« in Berlin oder »Rub & Stub« in Kopenhagen haben nur ­Gerichte aus Resten auf der Karte – und natürlich können Sie als Verbraucher dazu beitragen, Lebens­ mittelverschwendung zu vermeiden. GS

Restaurant-Reste retten Mit der App »Too good to go« kann man retten, was zu schade zum Wegwerfen ist. Restaurants stellen überschüssiges Essen kurz vor Ladenschluss ein, per App kann man es zu einem kleinen Preis reservieren und abholen. Teilen statt Tonne Wenn Reste nicht eingefroren oder anders weiterverwendet werden können, haben vielleicht Nachbarn oder Freunde Interesse an ­Ihrem Kühlschrankinhalt? Alternativ können Sie auf der Plattform foodsharing.de Essen anbieten oder bekommen. Alnatura Magazin 11.2016

29

I M S U P E R N AT U R M A R K T

1   5 000 000 t


H E R S T E L L E R - R E P O R TA G E

Ein Planet, der sich um Saaten dreht Statt gegen Windmühlen kämpft man bei Bio Planète mit der Ölmühle. Und zwar »Gemeinsam für mehr Bio-Landwirtschaft in Deutschland«. Das Alnatura Magazin zu Besuch bei der Ölmühle Moog.

I 

CH ALLEINE ERREICHE GAR NICHTS«, STELLT J­ UDITH MOOG, GESCHÄFTSFÜHRERIN VON BIO PLANÈTE, ÖLMÜHLE MOOG, SACHLICH FEST. Ihr Ziel ist es, die

Bio-Landwirtschaft in Deutschland zu stärken. In der gegen­ wärtigen Situation kein einfaches Unterfangen. Heute werden 80 Prozent der Ölsaaten in Deutschland importiert – darunter viele, die in Deutschland wachsen würden. Und nicht einmal zehn Prozent der gesamten deutschen Agrarnutzfläche werden heute ökologisch bewirtschaftet. Woran liegt das? »Zum ­Beispiel an einer politischen Entscheidung wie der Förderung der Biogasanlagen, die meiner Meinung nach nicht zu Ende gedacht ist. Sie ist ausschlaggebend dafür, dass Pachtpreise für Land kaum noch bezahlbar sind. E ­ igentümer verpachten lie­ ber an Maisanbauer, die mit ihrer Ernte Biogas erzeugen, als an Bio-Bauern. Und auch die globale wirtschaftspolitische Ent­ wicklung, Land als Geldanlage zu nutzen, treibt Pachtpreise nach oben«, erklärt Moog. Es ist nicht die einzige ­politische Entscheidung, die Moog infrage stellt. Auch die Zu­lassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels G ­ lyphosat1 durch die EU-Kommission hält sie für äußerst bedenklich. »Als ob der Mensch aus DDT2 nichts gelernt hätte! Man schädigt nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern auch Pflanzen und Tiere. Das Bienensterben, das für uns alle fatale Folgen hat, ist eindeutig auf den Einsatz von Pestiziden zurückzu­ führen«, warnt die nebenberufliche Landwirtin. Was also tun? Für die Geschäftsführerin von Bio Planète steht fest: »Nur mit unserer fundierten Überzeugungskraft können wir aushebeln, was gerade geschieht. Und ich hoffe außerdem, dass die Politik stärker eingreift und aktiv wird.« Doch Judith Moog will darauf nicht warten und entwarf mit

Bio Planète kurz gefasst Die älteste Bio-Ölmühle Europas produziert über 70 verschiedene Öle, darunter Classic-Öle, GourmetÖle, Vital-Öle und die jüngsten Heimischen Öle Gründung 1984 im südfranzösischen Bram 2004 Eröffnung des deutschen Vertriebsbüros in Lommatzsch-Klappendorf 2011 Gründung der Tochterfirma Ölmühle Moog Mitarbeiter 40

30 Alnatura Magazin 11.2016

der Bio-Öl-Serie »Aus unserer Heimat« ein Konzept, das 2015 erstmals auf der weltgrößten Bio-Fachmesse vorgestellt wurde. Grundgedanke der Initiative ist es, mithilfe eines Netzwerks aus Landwirten und Verarbeitern gemeinsam BioLandwirtschaft in Deutschland zu fördern. Und zwar nicht nur den Bio-Anbau von Ölsaaten. Konkret sollen faire Preise und langfristige Verträge mit den Bauern eine wirtschaftliche Grundlage schaffen, die nachhaltigen ­Anbau ermöglicht. Fachlicher Austausch ist von zentraler Bedeutung. Er findet beispielsweise auf Initiative der Ölmühle Moog GmbH und der Vereinigung ökologischer Landbau Gäa e.V. seit drei Jah­ ren im Rahmen des Sächsischen Fachtags zum ökologischen Ölpflanzenanbau statt. Hier lernte Moog auch den ersten Landwirt kennen, der Saaten für die Heimischen Öle lieferte. Von Eckhard Voigt aus Leisnig stammte die erste Leinsaat für das Bio-PlanèteLeinöl. Sein Gesicht ist auf der Flasche abgebildet, denn um Bio-Landwirtschaft zu stärken, sind Transparenz und Aufklä­ rung entscheidend. Der Landwirt wird aus der Anonymität geholt, durch das Wissen um die Herkunft baut sich eine Ver­ bindung zwischen Verbraucher und Erzeuger auf. Das Prinzip wird konsequent befolgt: Auf jeder Flasche findet sich exakt der Bio-Bauer wieder, der den Rohstoff für das Öl produziert hat. Heute sind es 16 Landwirte, die Saaten für 8 Ölsorten pro­duzieren. Unter den ersten waren Klassiker wie Lein-, Raps- und Sonnenblumenöl.


I M S U P E R N AT U R M A R K T

»Voraussetzung für ein gutes Öl ist die hohe Qualität der Saat.« Judith Moog, Geschäftsführerin von Bio Planète, Ölmühle Moog

JUDITH MOOG UND VERTRIEBSLEITER PHILIPP PLÜSCHKE bei der Ölverko-

stung (links unten): Das Öl sollte Raumtemperatur haben, es wird aus flachen blauen Gläsern probiert (blau, damit die Farbe nicht vom Geschmack ablenkt). Nach einer Duftprobe saugt man beim Probieren Luft mit ein, damit sich das ­Aroma komplett entfaltet. ÖLE AUS DER SERIE »AUS UNSERER HEIMAT«: für alle, denen es wichtig ist, Bio-Landwirtschaft vor Ort zu unter­stützen (rechts).

MIT DEM SONNENBLUMENÖL SCHLIESST SICH EIN KREIS in der

­ nternehmensgeschichte von Bio Planète, es war das erste Öl, das dort U 1984 gepresst worden ist. 1983 kaufte Judith Moogs Vater, Agraringenieur und zuvor in der Entwicklungshilfe tätig, einen Bauernhof im südfranzö­ sischen Bram. Judith Moog arbeitete ein Jahr in der Ölmühle, bevor sie ihr Studium der Ernährungswissenschaften aufnahm. 1989 starb ihr Vater und noch während des Studiums übernahm sie im Alter von 21 Jahren die Geschäftsführung. Zum französischen Standort ist 2004 der deutsche im sächsischen Lommatzsch-Klappendorf hinzugekommen. Hier werden neue Produkte entwickelt. Moog freut sich über die Leidenschaft, die ihr Team dabei an den Tag legt. Lächelnd zitiert sie eine Mitarbeiterin, die geschwärmt habe, sie liebe einfach Fettsäuren. Und Moog fügt zwin­ kernd hinzu: »Das geht natürlich runter wie Öl.« GS

Tipps zu Lagerung und Verwendung • Öle mit Omega-3-Fettsäuren wie Lein-, Lein­ dotter- und Walnussöl sollten im Kühlschrank gelagert werden, alle anderen bei Raum­ temperatur. • Kokos- und Olivenöl eignen sich gut zum ­Braten – aber Vorsicht: nicht über den Rauchpunkt erhitzen! (Kokosöl: 194 °C, kalt gepresstes Olivenöl: 130–175 °C) • Lein- oder Rapsöl eignet sich besser für die kalte Küche.

1 2015 stufte die Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als »wahrscheinlich krebserregend« ein, darauf folgte eine Studie der Europäischen Behörde für ­Lebensmittelsicherheit, die das Pestizid als ungefährlich einstufte, am 29. 6. 2016 verlängerte die EUKommission die Glyphosat-Zulassung um 18 Monate. 2 Das Insektizid kam in den 1950er-Jahren auf den Markt und ­stellte sich als hochschädlich für Umwelt und Mensch heraus. Die hormonähnliche Substanz wurde 1972 verboten. Bis heute ist sie im Boden und in Gewässern nachweisbar.

Alnatura Magazin 11.2016

31


MARKENSEITE*

Natürlich erfolgreich

Die Erfolgsgeschichte der Marke Kneipp begann vor 125 Jahren, als der berühmte Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp zusammen mit dem Würzburger Apotheker Leonhard Oberhäußer den Grundstein legte. Auf Basis natürlicher Pflanzenessenzen schufen beide jene Re­ zepturen, die bis heute richtungsweisend für Kneipp sind. Mit strengen Qualitätsrichtlinien und einer nachhaltigen Unternehmensphilosophie setzt das Würz­burger Unternehmen die Tradition seines Namens­­ gebers fort, ohne dabei Trends und neueste wissen­ schaftliche Erkenntnisse außer Acht zu lassen. So ­basiert die zertifizierte Serie »Regeneration durch Naturkraft« beispielsweise auf einer einzigartigen, patentierten Inhaltsstoffkombination.

REGENERATION »24 H GESICHTSCREME«** Mit Taublattextrakt, ideal als Tagesund Nachtpflege. Schützt die Haut vor licht­bedingter Hautalterung und freien Radi­kalen. 50 ml 13,95 € (100 ml = 27,90 €)

REGENERATION INTENSIV-SERUM** Das Intensiv-Serum strafft die Haut spürbar und spendet lang anhaltend Feuchtigkeit. 30 ml 12,95 € (100 ml = 43,17 €)

REGENERATION AUGENCREME** Mildert Fältchen, glättet die feine Haut um die Augen und schützt sie vor schädigenden Umwelteinflüssen. 15 ml 9,95 € (100 ml = 66,33 €)


I M S U P E R N AT U R M A R K T * Bei den Markenseiten-Produkten handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. / ** Nicht in allen Filialen erhältlich.

Der Markentisch des Monats Die hier abgebildeten NaturkosmetikProdukte finden Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt auf dem Markentisch und im Regal.

PFLEGEÖLBAD JASMIN & ARGAN** Wertvolles Arganöl verleiht der Haut Geschmeidigkeit für ein intensiv gepflegtes Hautgefühl. 100 ml 8,95 €

BADEKRISTALLE JASMIN & ARGAN** Die aromakologische Wirkung der ätherischen Öle harmonisiert Körper und Geist. 60 g 1,95 € (100 g = 3,25 €)

Alnatura Magazin 11.2016

33


N AT U R D R O G E R I E

Bei Wind und Wetter Erkältungen trotzen und die kalte Jahreszeit genießen

E  

RSTAUNLICH, DASS NOCH KEIN KOSMETIKKONZERN DIE »ANTI-SNIFFLES-AND-COLD«-CREME GEGEN SCHNUPFEN UND ERKÄLTUNG ERFUNDEN HAT.

Sollte es uns doch mal wieder erwischen, müssen wir also mehr oder weniger durch. Es gibt nämlich durchaus Mittel und Methoden, die bei Erkältungssymptomen Linderung ver­ schaffen. Genauso können wir vorsorgen und uns mit ange­ passter Kleidung, guter Ernährung und Bewegung an frischer Luft auf frostige Zeiten vorbereiten. Während ersteres (mög­ lichst samt Mütze) den Körper vor zu starker Auskühlung schützt, steht bei Punkt zwei und drei eine Kräftigung des körpereigenen Immunsystems im Vordergrund. Angesagt sind Lebensmittel, die von Natur aus reichlich Vitamine (vor allem Vitamin C, gefolgt von Vitamin A und D) und Mineralstoffe (etwa Zink) enthalten. Und davon gibt es das ganze Jahr über jede Menge: Die Auswahl an Vitamin-C-reichen Lebensmit­ teln reicht zum Beispiel von saftigen Bio-Zitrusfrüchten und roten oder orangefarbenen Beeren (Sanddorn, Acerola, Aro­ nia …) bis hin zu Gemüse. Heimisches Wintergemüse wie Grün- oder Rosenkohl und frisches Sauerkraut schneiden ­dabei übrigens besonders gut ab. Trotzdem kann es natürlich zu einem Infekt kommen – mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit und allgemeinem Mattsein. Dem bekannten Rat, jetzt den Hals durch viel Trinken feucht zu halten, lässt sich mit den vielen aromatischen Bio-Kräuter­ tees leicht folgen. Nicht zu vergessen sind daneben einerseits Heißgetränke, zum Beispiel fertige »Punsch«-Mischungen oder selbst gemachte mit Zitrone, Holunderbeeren und Ing­ wer. Zum anderen bietet sich auch die traditionelle heiße Milch mit Honig an, wobei dieser von guter Qualität und

34 Alnatura Magazin 11.2016

möglichst nicht zu alt sein sollte. Mit speziellen Elixieren, Muttersäften und Ähnlichem ergänzt eine weitere Alternative die Auswahl. Oft nehmen die Hersteller dabei Erfahrungen aus der traditio­nellen Phytotherapie als Grundlage für die Rezepturen. Vor allem für unterwegs bieten sich ansonsten Lutschdragees an. Zu den »Rennern« gehören hier Salbeidra­ gees mit oder ohne Propolis, Acerola-Lutschtabletten oder Echinacea-Kräuterbonbons. Als bewährte Rezepte bei ver­ stopfter Nase und Co. seien abschließend noch das Inhalieren von heißen Teedämpfen und Sole-Nasenspülungen genannt. ZURÜCK ZUR ZAUBERCREME VOM ANFANG UND DAMIT ZU EIN PAAR KOSMETISCHEN WINTERTIPPS. Es gibt

t­ atsächlich Coldcreams. Allerdings bezeichnet man damit all­ gemein Creme-Rezepturen mit Bienenwachs und einem be­ sonders hohen Fettanteil, die vor Umwelteinflüssen schützen und einen hautkühlenden Effekt haben sollen. Unabhängig davon gilt, dass die Haut im Winter generell eine reichhaltige­ re Pflege verträgt. Um den Lipidmantel der Gesichtshaut zu

Erkältungsbad selbst mischen Was gehört neben Niesen und Schniefen noch zu den typischen Erkältungsmerkmalen? Klar, wir frösteln und das sogar in der warmen Stube. Als äußerst wohltuend erweist sich in solchen Fällen ein heißes Ölbad mit ausgewählten ätherischen Ölen. Zu den Klassikern gehören Bäder mit intensiv duftendem Tannen-, Fichtennadel- oder Eukalyptusöl. Alternativ lässt sich ein Erkältungsbad mit ein paar Tropfen der entsprechenden reinen Bio-Öle selbst mischen (in 50 ml Sahne einrühren und ins Badewasser geben). Und wo keine Wanne im Badezimmer steht, sorgt ein aufsteigendes Fußbad mit Badesalz für wohlige Wärme. Beides macht jedenfalls meist zugleich müde und Schlaf hilft bei Erkältungen allemal besonders gut.


Wear-­Organic-Outfit.***

Mit Yoga den Brustkorb mobilisieren: Zu den spirituellen Zielen des Yogas gehört auch ein »weiches Herz«, was anatomisch betrachtet, zugleich ein flexibles Rippengeflecht erfordert. Mit dem Drehsitz dehnen wir zugleich Wirbel und Hüften: Vom Schneidersitz ausgehend, den rechten Fuß an die Außenseite des linken Oberschenkels stellen. Die rechte Hand hinter das Gesäß setzen, sanft mit dem linken angewinkelten Arm gegen die Außenseite des rechten Knies drücken. Aufrichten und über die rechte Schulter schauen, die Drehung spüren, tief und bewusst atmen. Nach 5 Atem­zügen zur anderen Seite wechseln. nähren, stehen daher auch viele Naturkosmetikcremes zur Verfügung, wie stets auf Basis rein ­natürlicher wert­ voller Pflanzenöle und frei von Stoffen petrochemischen Ursprungs. Jeder findet dabei sicher s­ einen Favoriten! Für einen Spaziergang bei Wind und Wetter lohnt übri­ gens auch Ringelblumensalbe oder -creme (etwa mit Shea­ butter und Mandelöl) einen Versuch. Soweit es sich um Naturkosmetikqualität handelt, kann sich so eine Salbe zugleich für die Lippen eignen. Üblicher sind allerdings doch die praktischen Lippen­pflegestifte. Ebenso wie die zarten Lippen von einer Extrapflege profitieren, so bieten sich in der kalten Jahreszeit zum morgendlichen Eincremen Öle für den Körper an. Viel­ leicht eines mit einem warmen, einhüllenden Duft, der von natürlichen ätherischen Ölen herrührt?  Wer ansons­ ten einen winterblassen Teint oder rötliche Erkältungsfle­ cken kaschieren möchte, trägt ­einfach über der Tages­ creme einen leichten Puder auf beziehungsweise nimmt einen Abdeckstift zu Hilfe. Bei wunder Nase kann man auch ganz vorsichtig etwas Eukalyptus-Kräuter-­ Balsam, mit dem eigentlich R ­ ücken oder Brust eingerie­ ben werden, auftupfen. BP

HERSTELLER-EMPFEHLUNG*

Wunderbar gepflegt mit der Königin der Blumen – der Rosen Körperbalsam von Dr. Hauschka unterstützt das ­n atürliche Gleichgewicht der Haut mit ätherischem Rosenöl, Rosenwachs und Sheabutter. Das Ergebnis: reichhaltige Pflege und eine samtweiche, streichelzarte Haut! DR. HAUSCHKA ROSEN KÖRPERBALSAM** • harmonisierende Körperlotion • herrlicher Duft von Rosen auf einem Fond edler Hölzer • reichhaltige Textur • mit Sheabutter aus dem von Dr. Hauschka initiierten Bio-Wildsammelprojekt in Burkina Faso • neue Rezeptur mit Candelillawachs und Kakaobutter • T ipp: nach dem Duschen oder Baden fein auf der Haut verteilen, zieht schnell ein 145 ml 18,– € (100 ml = 12,41 €)

Alnatura Magazin 11.2016

35

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. / ** Nicht in allen Filialen erhältlich. / *** Die Yoga- und Relax-Kollektionen von People Wear Organic sind erhältlich in den meisten Alnatura Filialen und unter alnatura-shop.de

GOTS-zertifiziertes People-

IKM U LT S UUP R ER   &N  W AT I SUSRE N MARKT

URSULA KARVEN trägt ein


HERSTELLER-EMPFEHLUNGEN* PRIMAVERA EUKALYPTUS KIEFER BALSAM** ODER EUKALYPTUS CAJEPUT EINREIBUNG** • ideal für Einreibungen, Wickel oder Massagen • Eukalyptus Kiefer Balsam: unterstützend bei Erkältung und Husten, befreit die Atemwege • Eukalyptus Cajeput Einreibung: zur Massage bei Erkältungsbeschwerden und bei wunder und verstopfter Nase je 50 ml 13,99 € (100 ml = 27,98 €)

Aromatherapie für die ­H ausapotheke: Die Pflegeserie »Aroma Health Care« vereint langjährige Aromatherapie-Erfahrung und sorgfältig ausgewählte Naturessenzen.

Ankommen und zur Ruhe finden – die zarten Lavendelblüten sind wahre Entspannungskünstler! Das Bad mit echtem ätherischen Lavendelöl ­b eruhigt und entspannt. WELEDA LAVENDEL ENTSPANNUNGSBAD • das Bad entspannt und fördert so einen guten Schlaf • NATRUE-zertifiziert • Hautverträglichkeit dermatologisch getestet • frei von schäumenden Tensiden, synthetischen Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen sowie Rohstoffen auf Mineralölbasis 200 ml 11,95 € (100 ml = 5,98 €)

36 Alnatura Magazin 11.2016

SANTAVERDE »EXTRA RICH BEAUTY ELIXIER« vegan • intensiv pflegendes Beauty-Öl für strapazierte und trockene Haut • mit Samen-Ölen aus Aprikose, Mandel und Sesam • T ipp: 2–3 Tropfen sanft in die Haut von Gesicht, Hals und Dekolleté einmassieren 30 ml 33,90 € (100 ml = 113,– €)

Sich selbst oder anderen eine Freude machen – mit dem verwöhnenden »extra rich beauty elixier« in der Limited Edition Geschenkverpackung ­g elingt das bestimmt!


ALNAVIT BIO-ACEROLA MUTTERSAFT vegan ODER BIO-ARONIA MUTTERSAFT vegan • Direktsaft aus 100 % Frucht • B io-Acerola Muttersaft: ca. 2 EL (16 ml) des Saftes decken den Tagesbedarf an Vitamin C • Bio-Aronia Muttersaft: süß-säuerlicher, etwas herber ­Geschmack, ideal z. B. für Smoothies Bio-Acerola Muttersaft 0,33 l 3,99 € (1 l = 12,09 €) Bio-Aronia Muttersaft 0,33 l 2,99 € (1 l = 9,06 €)

Pflanzliche Bitter­s toffe aus sieben wertvollen Kräutern in der speziellen Mischung nach Bertrand Heidelberger.

I M S U P E R N AT U R M A R K T

HOYER BIO-PROPOLIS FORTE KAPSELN** • der Inhalt jeder Kapsel kommt aus 100 % kontrolliert biologischer Erzeugung • mit natürlichem Vitamin C zur Unterstützung der normalen Funktion des Immunsystems • vegetarisch, laktose- und glutenfrei 30 Stück á 0,36 g = 10,7 g 10,99 € (100 g = 102,71 €)

Das Schutzharz der Bienen: Bienen sammeln Pflanzenharze und veredeln sie zu Propolis. Dieses einzigartige Naturprodukt schützt das Bienenvolk vor Krankheiten.

SANATURA DARMFLORA RESTORE** vegan • gezielte Zufuhr von hoch dosierten Milchsäurebakterien • frei von Kuhmilch- und Hühnereiweiß, Milchzucker und Hefe • T ipp: in kalten Getränken wie Mineralwasser auflösen und trinken 200 g 17,99 € (100 g = 9,– €)

GESUND & LEBEN »BIO 7 KRÄUTER-PULVER«** vegan • pflanzliche Bitterstoffe tragen zu einer ausgewogenen Ernährung bei • 7 Kräuter mit Bitterstoffen aus Anis, Bibernelle, Fenchel, Kümmel, Wacholder, Wermut und Schafgarbe • alle Kräuter in Rohkostqualität • T ipp: morgens oder abends 1/2 TL Kräuter­pulver in den Mund nehmen und auf der Zunge zergehen lassen

Die Darmflora besteht aus nützlichen Bakterien und unterstützt die ­V erdauung. Darmflora Restore enthält Aktivkulturen von Milch­s äurebakterien zur diätetischen Behandlung von Durchfall bei Anti­b iotika-Einnahme.

75 g 7,99 € (100 g = 10,65 €)

Alnatura Magazin 11.2016

37

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. / ** Nicht in allen Filialen erhältlich.

Ob pur, in Cocktails oder zum Kochen: Die natur­ belassenen Muttersäfte aus Acerolakirschen oder Aroniabeeren sind ein fruch­t iges Geschmackserlebnis.


GESELLSCHAFT

Afrikas Zukunft liegt in der ökologischen Landwirtschaft Gerade an den verwundbarsten Orten der Welt zwingt uns der Klimawandel zum Umdenken

P  

RISCA MAYENDE IST EINE ENERGISCHE FRAU. Von

früh bis spät ist sie auf den Beinen, um auf ihrer 3,8 Hektar kleinen Farm alles am Laufen zu halten und das Auskommen für sich, ihren Mann und ihre neun Kinder zu si­ chern. Sie lebt in Bungoma County, dem tropischen Hochland von Kenia. Sie hat Glück, hier fallen immer noch 1 200 bis 1 800 Millimeter Niederschlag pro Jahr, es gibt noch weitaus trockenere Regionen als die ihre. Trotzdem bemerkt sie – wie viele andere Kleinbauern ihres Landes –, wie sich das Klima verändert. Wie die Regenzeiten kürzer und unvorhersehbarer werden und die Dürreperioden sich ausbreiten. Manchmal werden die Regenfälle aber auch heftiger und dann bringt das ersehnte Wasser mehr Schaden als Nutzen. Wie kann sich Prisca Mayende für den Klimawandel wappnen, wie sich und ihre Farm widerstandsfähiger aufstellen? In Graswurzel-Projekten und -Schulungen hat sie sich weiter­ gebildet und sich 2010 für eine ökologische Landwirtschaft entschieden. Ihre Felder sind Mischkulturen aus Mais und Maniok, durchsetzt mit lokalen Erbsen- und Bohnensorten, um den Boden bedeckt zu halten und Stickstoff zu binden. Das vermindert das Austrocknen, führt dem Boden Nährstof­ fe zu und schützt vor anderen Unkräutern. Außerdem baut sie Bananen, Tomaten und anderes Gemüse an. Zwischen den Nutzpflanzen stehen Bäume. Auch sie beschatten ihre Felder, binden Stickstoff und vermindern die Bodenerosion. Außer­ dem dienen die Blätter als Grünfutter für die Milchkuh. »Ich verzichte vollständig auf Unkrautvernichtungsmittel und andere chemische Gifte«, erklärt sie. »Denn der frucht­ bare Boden ist das kostbarste Gut, das ich habe. Ein gesundes Gleichgewicht im Boden ist wichtig für mich und meine Er­ träge.« Deswegen gräbt Prisca Mayende den Boden zum Bei­ spiel auch nicht um. Auch wenn es mühsamer ist, ihre Waffe gegen Unkräuter und für mehr Nährstoffe ist das Mulchen. Pflanzenreste und Blätter bedecken den Boden und halten ihn feucht. In der Dunkelheit darunter keimen Unkräuter nicht so leicht. Und die sich zersetzenden Pflanzenteile düngen den Boden, lockern seine Struktur auf und speichern Wassertrop­ fen. Mit diesen Methoden konnte sie ihre Erträge mehr als verdoppeln und die Kosten für Kunstdünger senken. WISSENSCHAFTLERN IST KLAR, dass Regionen wie Afrika,

die heute schon mit Wasserknappheit, Ackerbodenverlusten, Ernteausfällen und Hungersnöten zu kämpfen haben, am

38 Alnatura Magazin 11.2016

stärksten unter dem Klimawandel leiden werden. Umso wich­ tiger ist es, die Landwirtschaft dieser Regionen auf das, was kommt, vorzubereiten. In einer Studie fasst Greenpeace die Arbeit unzähliger Graswurzel-Projekte, wissenschaftlicher Untersuchungen und die Auswertung etlicher Förderpro­ gramme zusammen. Dabei zeigt sich deutlich: Afrika ist so ver­ wundbar, dass es sich die Fehler der hochindustrialisierten Landwirtschaft nicht erlauben darf. Kleinteiliger, den örtli­ chen Gegebenheiten angepasster und naturverträglicher Ackerbau ­hingegen kann die kommenden Herausforderungen am besten auffangen. Vier Schlüsselfunktionen gibt es, um die Bauern für die Herausforderungen des Klimawandels besser aufzustellen – die »Resilienz« ihrer Farmen zu stärken, wie es im Fachjar­ gon heißt. Drei davon beziehen sich auf die Stärkung der na­ türlichen Ressourcen Boden, Wasser und Vielfalt. Der vierte Stützpfeiler ist ein gesellschaftlicher. Die Kleinbauern müssen eng miteinander vernetzt werden, damit sie sich gegenseitig helfen und von ihren Erfahrungen lernen können. Die Böden Afrikas sind meist sehr alt und ausgelaugt. Deshalb ist es wichtig, ihnen Nährstoffe zuzuführen, ihre Struktur zu verbessern und durch organisches Material ihre Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen. Und das schafft eben nur Mulch, Dung und Mist – und kein Kunstdünger. Auch Wasser ist in Afrika knapp und wird es immer wei­ ter werden. Deswegen ist ein klein- und kleinstteiliges Wasser­ management von fundamentaler Wichtigkeit für die Siche­ rung der Erträge. Riesige Monokulturen können das nicht leisten. Aber Kleinbauern mit artenreichen Feldern und klein­ teiligem Feuchtigkeitsmanagement schon. Wenn dann jeder Farmer noch Speicher anlegt, um die Verfügbarkeit des Was­ sers über die Zeit zu verlängern, können Dürreperioden auch in ganzen Regionen besser ausgeglichen werden. Und als Drittes ist es wichtig, dass die Bauern eine Viel­ zahl unterschiedlicher Pflanzen anbauen. Breit aufgestellte Farmen, das zeigen alle Untersuchungen, überstehen Trocken­ zeiten viel besser, es kommt seltener zu totalen Ernteverlusten und die Erträge strecken sich über das ganze Jahr. Auch ist es wichtig, lokal verschiedene, den besonderen Gegebenheiten angepasste Pflanzenarten und -unterarten zu verwenden und vor Ort das Saatgut selbst zu züchten.


K U LT U R   &   W I S S E N

ANZEIGE

Aus Liebe zu dir selbst. Nahrungsergänzung der Spitzenklasse

»DER FRUCHTBARE BODEN ist mein kostbarstes Gut«, erklärt Farmerin Prisca

Mayende, warum sie lieber auf Mulch und Bodenlebewesen setzt als auf chemische Unkrautvernichtungsmittel. Wie viele Bauern in Afrika versucht sie, sich mit öko­ logischer Landwirtschaft für den drohenden Klimawandel zu wappnen.

AUCH WENN WIR MENSCHEN EINFACHE LÖSUNGEN BEVORZUGEN:

Die Anpassung an den Klimawandel wird vor allem eine Vielzahl kleinräu­ miger Antworten brauchen. Wichtig ist deshalb eine Politik, die das Klein­ räumige, Vielfältige fördert und nicht einige wenige, großtechnische – angeb­ lich heilsbringende – Ansätze. Deswegen fordert Greenpeace ein radikales Umdenken in der Landwirtschaft – nicht nur in Afrika. ››› Gastbeitrag Greenpeace e.V.

vegan www.ihlevital.de IHLEVITAL | Nelly-Sachs-Str. 31 D-40764 Langenfeld | produkte@ihlevital.de


N A C H H A LT I G L E B E N

Die Welt FAIRwandeln! Viele junge Menschen begreifen sich heute als Teil einer globalen Welt. Sie wollen ihr Leben so gestalten, dass es gerecht und sinnvoll gelebt werden kann, für Mensch und Natur weltweit. Auslandserfahrungen in einem Entwick­lungs- oder Schwellenland eröffnen ihnen neue Perspektiven auf die Eine Welt.

I 

MMER MEHR JUNGE MÄNNER UND FRAUEN VERBRINGEN NACH DEM ABITUR EINE ZEIT IM AUSLAND.

Sie lernen oder studieren in Übersee. Im Jahr 2015 ab­ solvierten beispielsweise 3 418 junge Deutsche einen Freiwil­ ligendienst im Rahmen des entwicklungspolitischen Frei­ willigenprogrammes weltwärts, 70 Prozent davon waren Frau­ en zwischen 18 und 28 Jahren. Im anderen sozialen und kulturellen Umfeld eines Landes im Globalen Süden werden Freiwillige mit Ungewohntem konfrontiert: Leben in der Großfamilie, strengen Geschlechterrollen, großer Gastfreund­ schaft, Verehrung der Natur, aber auch Umweltzerstörung, Armut und ausbeuterischer Lohnarbeit. Beim »Mitleben« in einfachen Verhältnissen wird jedes Lebensmittel von ihnen als kostbar wahrgenommen und ­Verschwendung erscheint absurd. Im Ausland werden sie da­ mit konfrontiert, wie und wo ihre Konsumgüter produziert werden. Menschen dort erdulden die Schattenseiten der Glo­ balisierung. Sie sind die Leidtragenden des Klimawandels, sie arbeiten in gesundheitsschädlichen Industrien, sie recyceln die Abfallberge auf Müllhalden, auf denen sich oft der Müll aus Industrieländern türmt. Statt auf der Schulbank lernen diese »Auswanderer auf Zeit« live, was Globalisierung ist. Es macht »klick« im Kopf und ihnen wird klar: Irgendetwas läuft falsch in unserer Welt. Mit anderen Sichtweisen kommen sie zurück nach Deutsch­ land. Sie nehmen Überfluss, Verschwendung und Ungerechtig­ keit stärker wahr als früher. Aus ihrer eigenen gesicherten ­Lebensrealität leiten sie eine Verantwortung für faire Änderung ab. Sie stellen das bisherige Konsumverhalten infrage. Statt im Discounter einzukaufen, retten sie Lebensmittel vor dem Müllcontainer, kaufen bio und regional, verzichten auf Fleisch, nutzen öffentliche Verkehrsmittel und decken ihren Klei­ dungsbedarf mit Secondhand oder aus fairer Produktion. Nicht wenige wagen sich aus dem Privaten in die Öffent­ lichkeit. Sie klären in Schule und Gemeinde über globale

MIT THEATER DEN HORIZONT ERWEITERN: Ehemalige Freiwillige

bringen ihrem Publikum die Vielfalt Indiens näher (oben). GEMEINSAME PROJEKTARBEIT: Neues von den Partnern in Indien

lernen (unten).

40 Alnatura Magazin 11.2016

­ ngereimtheiten auf, organisieren Workshops für Studierende U und Stände in der Fußgängerzone. Es ist ihnen ein Anliegen, Werte und Lebensweisen anderer Kulturen zu vermitteln und Vorurteile bewusst zu machen. Sie werden aktiv für einen nachhaltigen Lebensstil, für den sie versuchen, selbst Vorbild zu sein und andere ebenfalls begeistern wollen. In einer globa­ len Welt­gesellschaft wollen sie nicht andere durch ihr Ver­ halten zu Leidtragenden von Entwicklung machen. Sie setzen sich für faire Löhne und Sozialstandards ein oder machen mit Bildungs­aktionen auf globale Zusammenhänge aufmerksam. Hinter diesem ehrenamtlichen Engagement steht oft ein großer persönlicher Einsatz, meist im Spagat zwischen Ausbildung ­beziehungsweise Studium und Job für den Lebensunterhalt.


HERSTELLEREMPFEHLUNG*

• Preis für junge Menschen (19 bis 32 Jahre), die sich mit ihren Initiativen entwicklungspolitisch engagieren. • Ausschreibung: jährlich und bundesweit • Schirmherr: Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung • Alnatura und People Wear Organic sind Paten-Unternehmen: Mitarbeiterinnen und Mitar­beiter unterstützen junge Engagierte als ehrenamtliche Coaches

K U LT U R   &   W I S S E N

»FAIRWANDLER« kurz gefasst

Die Karl Kübel Stiftung sucht: • Patinnen und Paten, die junge Menschen eine Zeit lang mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung unterstützen • Unternehmen mit FAIRantwortung, die junge Initiativen fördern – sei es mit Patenschaften, Praktikumsmöglichkeiten oder Sponsoring Kontakt: Karl Kübel Stiftung, FAIRWANDLER-Preis Dr. Stephanie Himmel, s.himmel@kkstiftung.de fairwandler-preis.org kkstiftung.de (Karl Kübel Stiftung)

EINE INITIATIVE DER KARL KÜBEL STIFTUNG im südhessischen Bensheim hat sich nun zum Ziel gesetzt, dieses junge entwicklungspolitische Engagement sichtbar zu machen, zu fördern und auszuzeichnen. In Kooperation mit anderen Nichtre­ gierungsorganisationen hat sie den FAIRWANDLER-Preis ins Leben gerufen. Für die Auszeichnung können sich junge Menschen mit ihren Projekten bewerben, bei denen ein solcher »Klick im Kopf« nach einem mindestens dreimonatigen Aus­ landsaufenthalt den Anstoß zu entwicklungspolitischen Initiativen gegeben hat. Die Aktivitäten sollen sich vor allem auf eine Veränderung in Deutschland be­ ziehen, können aber auch gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern im Globalen Süden erfolgen. Sie können in neuen Medien wirken oder als Social Entrepreneur­ ship. Ebenso gibt es journalistisches Engagement, künstlerische Aktivitäten oder etwa Bildungsprojekte, die für Rassismus im Alltag sensibilisieren. »Diese kleinen, aber wirkungsvollen Initiativen wollen wir bestärken und unterstützen«, erklärt ­Stephanie Himmel, Koordinatorin des FAIRWANDLER-Preises. Dazu baut die Stiftung gerade ein bundesweites Unterstützer-Netzwerk auf. In diesem Monat wird der Preis erstmals in verschiedenen Kategorien vergeben. Die Ausgezeichneten erhalten für ihre Projekte eine finanzielle Förderung von 2 500 Euro. Ihnen werden darüber hinaus ehrenamtliche Patinnen und Paten zur Seite gestellt. Diese sollen dort beraten und unterstützen, wo die jungen Initiativen noch ausbaufähig sind: in der Vereinsgründung, der Öffentlichkeitsarbeit, dem Produkt-Design oder der pädagogischen Umsetzung von Workshops. Auch ­Alnatura ist Paten-Unter­nehmen. »Wir sind beeindruckt von den Persönlichkeiten und der Power dieser jungen Leute. Ihr Engagement ist wirklich enorm«, so Joachim Schledt, Personalleiter bei Alnatura. DIE KARL KÜBEL STIFTUNG setzt mit dem FAIRWANDLER-Preis ein Ver­ mächtnis ihres Gründers um, der schon in den 1990er-Jahren das Potenzial jun­ ger Menschen als Multiplikatoren für globale Verantwortung geschätzt und ­gefördert hat. Seit neun Jahren entsendet die Stiftung selbst im Rahmen des welt­ wärts-Programms junge Menschen für einen Lerndienst zu Partnerprojekten ­ in Indien und auf den Philippinen. Dort erhalten sie Einblicke in ökologischen Landbau mit Gewürz- und Teeproduktion und lernen Frauenförderung und ­Bildungsprogramme kennen. Dass ein solches Mit(er)leben den Anstoß für ver­ ändertes Denken und Handeln geben kann, erfahren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung immer wieder von ihren zurückgekehrten Freiwilligen. »Die Welt FAIRwandeln fängt bei mir an!« – diese Erkenntnis teilen alle. ››› Gastbeitrag von Renate Tietz und Stephanie Himmel, Referentinnen der Karl Kübel Stiftung, Bensheim

Regen, Kälte oder Heizungsluft – im Winter ist unser Immun­s ystem besonders gefordert. Das Vitamin C im Alpenkraft ® Bio-­I mmun-Tonikum trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. SALUS ALPENKRAFT® BIO-IMMUN-TONIKUM** • wertvolle Pflanzenauszüge aus Thymian, Salbei, Rosmarin, Pfefferminze, Fenchelfrüchten und Eukalyptus • mit Granatapfel, Aronia- und Holunderbeeren • angenehm fruchtiger Geschmack • 20 ml täglich versorgen den Körper mit 80 mg Vitamin C und decken den empfohlenen Tagesbedarf an Vitamin C ab • zu 100 % aus kontrolliert biologischem Anbau 250 ml 11,99 € (100 ml = 4,80 €)

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. ** Nicht in allen Filialen erhältlich.


ZEIT LEO

Mach mit, lach mit ! Denk ums Eckchen Findest Du die Antworten und – in den lilafarbenen Feldern – etwas, das jeder gerne bekommt?

Ä

Y

1

R

2

T

3

Ü

4

5

C

T

6

I

7

Foto Markus Klingenhäger / Illustrationen Leo-Löwe: Maren Amini; »Denk ums Eckchen«: Eckstein; »Was soll das sein?«: Star Worbs

8

N L

1 Eine Geburtstagsfeier ohne die … wäre ja wie ein Fußballspiel ohne Mannschaft. 2 Reimt sich auf Jubel und passt gut zum Feiern. 3 V iel … braucht das Geburtstagskind, denn alle rufen: »...!«, wenn die Torte mit den Kerzen kommt. 4 Wer Geburtstag hat, darf sich was …, und alle anderen … ihm Glück. 5 Den … isst man mit der kleineren Gabel, die nur drei Zinken hat. 6 Dreh die Buchstaben aus dem Wort FRAGENTEST zurecht: Bei schönem Wetter verlegt man die Feier gern nach draußen und macht daraus ein … 7 Ein englisches Mädchen und ein südamerikanisches Gebirge hängen aneinandergekettet auf der Fete rum. 8 Der Eingeladene sagt vorher: »Ich … …!« Der Gastgeber ruft, wenn er seinem Gast die Tür öffnet: »Herzlich …!«

Ha ha ha

tze Hier stehen die Lieblingswi von ZE IT- LE O -Lesern. bei? Vielleicht ist Deiner auch da

Kennst Du auch einen guten Witz? Schreib an DIE ZEIT / ZEIT LEO, 20079 Hamburg oder zeitleo@zeit.de

42 Alnatura Magazin 11.2016

W e r is t br h a t e in a u n u n d e h ä s s l ic he Handsc h r if t ? E in K r it z l ib ä r . › › ›  V o n Lara

Immer mehr Senioren verschwinden spurlos im Internet. Sie haben »Alt« und »Entfernen« gedrückt. ››› Von Sarah

W ie n en n t m a n ei n en u n en ts ch lo ss en en ja p a n is ch en K ri eg er ? N u n ja . ›› ›  in V on S ir i e t h Was mac ? o c is D r e B r o t in d n . Abrogge n a - M a r ia ›› ›  V o n J a


K U LT U R   &   W I S S E N

W ofü r se tz t D u D ich ei n ?

Zo ë, 12 Ja hre , spi elt mi t Flü ch tli ng ski nd ern : »Ic h pa sse jed en Mi ttw och für zw ei Stu nd en au f Flü ch tli ng ski nd er au f. Wä hre nd die ser Ze it ler ne n ihr e El ter n De uts ch un d kü mm ern sic h um w ­ ich tig en Pa pie rkr am . Mi r ma ch t es tot al Sp aß , mi t de n Kl ein en zu spi ele n, we il die sic h so da rüb er fre ue n! Wi r ge he n au f de n Sp iel pla tz, fah ren Bo bb yc ar od er ba ue n Sa ch en au s Le go . Ich he lfe ge rn, we il die Fa mi lie n ein e sch wi eri ge Ze it hin ter sic h ha be n, oft all ein sin d un d Un ter stü tzu ng gu t ge bra uc he n kö nn en .«

Was soll das sein? Dein Leseabenteuer startet jetzt! Die Rätsel und alle Texte dieser Seite kommen von ZEIT LEO, dem Kindermagazin der ZEIT für Jungen und Mädchen ab 8 Jahren. Spannende Geschichten, kniffelige Rätsel, lustige Comics und viele Ideen zum Selbermachen: Das alles steckt in ZEIT LEO! Jetzt überall im Handel erhältlich. Oder gemeinsam mit den Eltern eine ZEIT-LEOLeseprobe anfordern: Einfach den GutscheinCode ZL5992A11 unter zeit.de/leo-gutschein eingeben.

Nimm Teile dieser beiden Begriffe und füg sie zu einem knallenden Wort zusammen.

Ausgabe 5 2016

September/Oktober 2016

n für Kinder M a g a zi

Mach mit beim Weltretter Wettbewerb!

R

So geht es Fischen wie Dorie im Aquarium

Wer hat die Pokémon erfunden?

Wie man sie findet und behält

Lösungen Denk ums Eckchen: 1 PARTYGÄSTE, 2 TRUBEL, 3 PUSTE, 4 WÜNSCHEN, 5 KUCHEN, 6 GARTENFEST, 7 GIRLANDEN, 8 WILLKOMMEN, Lösungswort: GESCHENK Was soll das sein: FEUERWERK

4,90 € Österreich/Lu xemburg/Ital ien/Niederlan de Schweiz 8,90 CHF 5,70 €

Das Magazin für

Kinder

D

as


ERGÄNZENDE THERAPIEN

Ayurveda Immer mehr Menschen, die erkranken oder in eine ­Krise ­geraten, wollen ­wissen, was sie selbst für ihre Gesundheit tun können. In der Komplementärmedizin gibt es zahlreiche The­rapieverfahren, die ­ergänzend eingesetzt werden ­können, um die indi­viduellen Ressourcen eines Menschen zu fördern. Solche Therapie­verfahren stellen wir Ihnen in dieser Serie vor.


K U LT U R   &   W I S S E N

Serie konzipiert und redaktionell betreut von Manon Haccius.

Mehr Interesse?

D  

IE AYURVEDISCHE MEDIZIN HAT IHREN URSPRUNG IN INDIEN UND WIRD DORT TRADITIONELL SEIT JAHRTAUSENDEN PRAKTIZIERT.

Der sanskritische Begriff Ayurveda bedeutet »Das Wissen vom Leben« (ayus – Wissen; veda – Leben). Es ist eines der ältesten Naturheilsysteme der Menschheit und in den letzten Jahren auch in Europa bekannter geworden. Das Grundprinzip im Ayurveda ist die ganzheitliche Sicht­ weise auf den Menschen. Basierend darauf gilt es, die körper­ liche und geistige Balance des Menschen aufrechtzuerhalten. Im Falle von Krankheit (Imbalance) soll durch ayurvedische Therapieansätze die Balance wiederhergestellt werden. Wie in der ganzen Medizin ist auch in der ayurvedischen Medizin die Erhaltung und Förderung der Gesundheit ein entscheiden­ der Aspekt. Ayurveda berücksichtigt neben der Ernährungs­ lehre auch das Naturell des Patienten und die Rhythmen der T­ages-, Jahres- und Lebensphasen, um Probleme zu beurteilen.

DIE DREI DOSHAS

Grundlage des Ayurveda ist eine Fünf-Elemente-Lehre mit Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde. D ­ araus setzen sich die drei Lebenskräfte, die sogenannten Doshas Vata, Pitta und Kapha, zusammen. Die Doshas sind nach der ayurvedischen Lehre für die Funktionsweise des Organismus verantwortlich. In ihrer Balance stellen sie Gesundheit dar. In ihrem Ungleich­ gewicht wird die Ursache für Krankheit gesehen. Dieses sucht der ayurvedische Arzt zu ergründen. Prävention und Therapie im Ayurveda basieren auf dem Erhalten und Wiederherstellen der Balance der Doshas. Es geht um deren Ausgleich. Vata leitet sich von den Elementen Luft und Raum ab, den leichten Elementen. Vata ist leicht und beweglich, flexi­ bel, schnell, kreativ und lebendig. Störungen von Vata zeigen sich als innere Unruhe, gestörter Schlaf, Erkrankungen des Nervensystems. Pitta leitet sich vom heißen Element Feuer ab und hat ­Referenzen zum Wasserelement. Pitta ist heiß, scharfsinnig, dynamisch und zielgerichtet. Störungen von Pitta zeigen sich in Rötungen der Haut, Hitze im Körper und Entzün­ dungskrankheiten. Kapha leitet sich von den schweren Elementen Erde und Wasser ab. Daher ist Kapha schwer, träge, strukturiert und ausgeglichen. Störungen von Kapha sind geistige und körper­ liche Trägheit, Ansammlungen und Absonderungen von ­Wasser oder Schleim. Vata, Pitta und Kapha sind im Ayurveda elementare Regu­ lationsprinzipien, die die körperliche und geistige Natur des Menschen festlegen, seine Konstitution, also seine körperli­ chen und geistig-emotionalen Eigenschaften.

ayurveda.de Deutsche Gesellschaft für Ayurveda e. V. daegam.de Deutsche Ärztegesellschaft für Ayur­ veda-Medizin e. V. ayurveda-verband.eu Verband Europäischer Ayurveda-Mediziner und -Therapeuten e. V. Ernst Schrott und Wolfgang Schachinger (Hrsg.): »Ayurveda: Grundlagen und Anwendun­ gen«, Trias Verlag, Stuttgart, 3. Auflage 2016, ­Taschenbuch, ISBN 978-3-4321-0258-0, 34,99 Euro.

DAS SPEKTRUM DER AYURVEDISCHEN THERAPIEN IST VIELFÄLTIG. Die Ernährung ist eine tragende Säule. Das

­ esondere in der ayurvedischen Medizin ist die Abstimmung B der Ernährung in Bezug auf die Konstitution (auf Vata – Pitta – Kapha). In der Auswahl der Nahrungsmittel und Gewürze liegt die Behandlung. Zur Entgiftung und Ausleitung gibt es verschiedene milde Verfahren mit Diäten, Präparaten und ab­ führenden Maßnahmen. Zur Wahl stehen ayurvedische Präpa­ rate. Neben rein pflanzlichen Präparaten werden auch mine­ ralische und metallische Arzneimittel verwendet. Weiter zielt die ärztliche Beratung auf ein Verhalten ge­ mäß dem Biorhythmus. Yoga stellt mit seinen Aspekten von Körperübungen, Atmung und geistiger Ruhe und Klarheit eine Säule der indischen Gesunderhaltung dar. Als Marma­ therapie bezeichnet man eine Behandlung von energetischen Schlüsselpunkten. Diese Vitalpunkte werden nach genauer Befunderhebung und mit Bezug auf den Zustand des Patien­ ten gemäß uralter Erfahrung behandelt. Zur Erholung der Sinne in unserer sinnesüberlastenden Umwelt arbeitet man mit Aroma-, Klang- und Musiktherapie. Selbst in Kultur und Architektur verwirklichen sich ayurvedische Prinzipien, so in der vedischen Bauweise Sthapatya Veda, die die Baubiologie und die ökologischen Faktoren miteinbezieht. Der Mensch wird im Zusammenhang mit seiner Umwelt gesehen und entsprechend weitsichtig behandelt. Hierbei gilt es, die moderne westliche Medizin mit den Naturheilsystemen in Einklang zu bringen, damit sich beide ergänzen. Ziel des Ayurveda ist die Harmonie der Doshas im Menschen, die ihn in Balance mit seiner Umwelt und damit zum gesamten Uni­ versum stellt. ››› Gastbeitrag Dr. Mary Jasmin Blumenberg

Dr. med. Mary Jasmin Blumenberg ist Ärztin in der Kinderheilkunde an der Kinderklinik Minden und zertifizierte ­Ernährungsmedizinerin. Neben der schulmedizinischen Ausbildung absolvierte sie das Ayurveda-Diplom und ist Dozentin an der Deutschen Ayurveda Akademie in Regensburg. Sie ist Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda e. V.

Alnatura Magazin 11.2016

45


ASPEKTE DES BIO-LANDBAUS

Bio-Kontrollen im Ausland »Wir wühlen auch mal im Müll.«

Feld. Wir überprüfen, ob ein Bauer die gelieferten Mengen auch wirklich produzieren konnte. Bei Kaffee sind die Wege oft sehr verschlungen, einer baut an, gibt die Bohnen dann weiter, ein anderer schält sie.

 In der EU müssen sich alle Bio-Bauern an die EG-Öko-Verordnung halten. Die garantiert Mindeststandards. Aber im Bio-Laden findet man auch jede Menge Lebensmittel aus Übersee – Reis oder Kaffee etwa, Schokolade oder Tee. BioKontrolleur Tobias Fischer erklärt, warum wir auch diesen Produkten trauen dürfen – meistens jedenfalls.

Eine Kontrolle kann ja dann ein richtiges Abenteuer werden?

 T

international tätigen Bio-Kontrollstelle Kiwa BCS Öko-Garantie mit Hauptsitz in Nürnberg. Er war be­ reits in mehr als 15 Ländern als Kontrolleur unterwegs.

Es gibt Betriebe, die nur mit Esel oder zu Fuß zu erreichen sind. Sehr abgelegene Gegenden sind für uns Kontrolleure ­unpraktisch, aber vorteilhaft für die Bio-Produktion, weil sie ­naturbelassen sind und die Bauern sich nicht mal eben einen Sack Kunstdünger kaufen können.

Herr Fischer, an welche Regeln müssen sich Bio-Bauern in Übersee halten? Einige Länder haben Produktionsstandards,

Mit der Zeit entwickelt man sicher einen Riecher für Betrü­ge­reien. Wann sind Sie alarmiert? Ich fühle dem Bauern

die die EU als gleichwertig anerkennt. Die Schweiz, Israel oder Argentinien etwa dürfen Bio-Produkte mit ihren natio­ nalen Bio-Zertifikaten frei in die EU exportieren. Woanders kommt ein von Brüssel anerkannter Bio-Kontrolleur vorbei.

immer auf den Zahn. Ich frage, was er über bio weiß und was seine Beweggründe für bio sind, bevor wir aufs Feld gehen. Für den Dünger hat er vielleicht keinen Kaufbeleg mehr, kann mir aber noch einen halben Sack zeigen. Und ich prüfe, ob ich im Boden Rückstände vom pflanzlichen Dünger finde, den er verwendet haben will. Wir wühlen auch gerne mal im Müll. Da hab ich schon leere Flaschen mit Pflanzenschutzmit­ teln gefunden.

OBIAS FISCHER ist Inspektor und Zertifizierer bei der

Für den Bio-Bauern in Ecuador gelten dieselben Regeln wie für den bayerischen Bio-Bauern? Im Wesentlichen ja. Aller­

dings ist nicht alles überall eins zu eins umsetzbar, weil die ÖkoVerordnung für europäische Verhältnisse geschrieben wurde. Wo gibt es denn Probleme? Bio-Bauern in der EU dürfen zum

Beispiel nur dann konventionell erzeugtes, unbehandeltes Saatgut anstatt Bio-Saatgut nehmen, wenn sie eine Genehmi­ gung beantragen und in der europäischen Bio-Saatgutdaten­ bank kein Bio-Saatgut zur Verfügung steht. Ein Gemüsebauer in Ecuador kann aber mit dieser Datenbank nichts anfangen. Kleinbauern in Übersee schließen sich oft zu Kooperativen zusammen. Wie kontrolliert man eine Kaffeekooperative in Südamerika? Klappern Sie jeden einzelnen Kaffeebauern ab? Die Kooperative hat von uns geschulte interne Kontrol­

leure. Wir schauen uns bei unserem Besuch die Unterlagen zu den einzelnen Mitgliedern an und machen stichprobenartige Kontrollen, meistens bei zehn Prozent der Betriebe. Wenn wir feststellen, dass etwas schiefgelaufen ist, überprüfen wir alle. Und worauf achten Sie beim Kaffee? Kaffee ist eine recht

anspruchslose und damit risikoarme Kultur, vor allem, wenn sie in Mischkulturen angebaut wird. Die Gefahr, dass illegal Pestizide eingesetzt werden, ist also nicht so groß wie bei ­anderen Pflanzen. Wichtig ist die Rückverfolgbarkeit bis aufs

46 Alnatura Magazin 11.2016

In etwa 20 Prozent der chinesischen Bio-Teeproben finden sich Pestizidrückstände. Daran sind nicht immer die Bio-Bauern schuld. Pestizide können von konventionellen Feldern herüberwehen.


Jahren extrem im medialen Fokus, ist aber nicht das einzige problematische Land. Weil es immer wie­ der zu Betrügereien kommt, haben wir unsere Kon­ trollen verschärft. Aber Sie finden immer noch in 20 Prozent der chi­ nesischen Bio-Teeproben Pestizidrückstände. Daran

HERSTELLER-EMPFEHLUNG* K U LT U R   &   W I S S E N

In China ist das Risiko für Bio-Betrug besonders hoch. Immer wieder werden Chemikalien in Bio-­ Lebensmitteln gefunden. Würden Sie generell von China-Produkten abraten? China steht seit ein paar

sind nicht immer die Bio-Bauern schuld. Man muss sich klarmachen, dass bio nicht in einem hermetisch abgeriegelten Gewächshaus stattfindet. Pestizide kön­ nen von konventionellen Feldern herüberwehen. Was machen Sie, wenn Sie Rückstände finden?

Wenn wir die Ursache nicht eindeutig klären können, müssen wir davon ausgehen, dass der Bauer selbst Pestizide verwendet hat, und wir stellen ihm kein BioZertifikat für Europa aus. Ist er dann für immer gesperrt? Theoretisch kann er

Noch einmal: Ist Auslandsware so sicher wie heimische Bio-Lebensmittel? Bio-Auslandsware wird gut

kontrolliert. Trotzdem wäre es schöner, wenn es mehr regionale Bio-Lebensmittel gäbe. ››› Die Fragen stellte Julia Romlewski, Bioland e.V.

N u r fü r e i t ! kurze Z

Verschenken Sie entspannende Verwöhnmomente mit dem Granat­ apfel-Geschenkset von LOGONA! Das Schönheitsgeheimnis der Granatapfel-Serie ist die Kombination von Q10 mit dem effektiv wirksamen Dreifach-Bio-Granatapfel-Komplex. LOGONA GESCHENKSET GRANATAPFEL** • straffende Körperlotion und pflegende Duschcreme in einem Set • Körperlotion: Mit Bio-Granatapfel und Q10. Regt die Zellerneuerung an und verbessert den Feuchtigkeitshaushalt sowie die Hautfestigkeit. • Duschcreme: Mit Bio-Granatapfel und Traubenkernöl. Pflegt die Haut streichelzart. Wertvolle Zuckertenside reinigen besonders mild und bewahren vorm Austrocknen. Stück 13,95 €

Alnatura Magazin 11.2016

47

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. / ** Nicht in allen Filialen erhältlich.

noch einmal die Umstellungszeit auf bio durchlaufen. Aber wenn wir kein Vertrauen mehr in einen Betrieb haben, zertifizieren wir ihn auch nicht mehr. Das ­melden wir auch nach Brüssel. Die Kontrollstellen tauschen sich untereinander über die Vorgeschichte eines Betriebes aus.


ANZEIGE

Natürliche Schönheit braucht keine künstlichen Zusätze.

P U N K T E S P E N D E N   –  G U T E S T U N

Bildung für junge Flüchtlinge

Wirkt für mich. Wirkt auf andere. Natürliche Pflege für die Haut mit wertvollen Bio-Inhaltsstoffen. Wirkt feuchtigkeitsspendend und glättet Falten spürbar. Für natürlich schöne und strahlende Haut.

Der Verein Trägerkreis Junge Flüchtlinge e. V. aus München unterstützt unbegleitete minderjährige und junge Geflüchtete darin, ihr Menschenrecht auf Bildung und Schule wahrzu­ nehmen. Im Jahr 2000 wurde daher das SchlaU-Projekt ge­ startet (schlau-schule.de). Der Verein versteht Schule als Raum des gemeinsamen Lernens, der Persönlichkeitsentwick­ lung, Förderung des individuellen Potenzials, Eröffnung von Zukunftschancen und eine Qualifikation für das Berufsleben ermöglicht. Aktuell werden 300 Schülerinnen und Schüler in 19 Klassen unterrichtet, damit sie einen allgemeinbilden­ den Abschluss erwerben können. Außerdem unterstützt das SchlaU-Projekt sie bei der Vorbereitung auf den Übergang von der Schule in den Beruf bis hin zum Berufsabschluss. Auf anregende Lernumgebung und intensive, vertrauensvolle Betreuung durch die Lehrenden legt der Verein großen Wert. Das Wiedererleben von verlässlichen Beziehungen und sozia­ len Kodizes ist Grundlage für die psychosoziale Stabilisierung der Flüchtlinge und damit auch ihre Lernentwicklung. Kleine Klassen von höchstens 16 Schülern mit möglichst wenig ver­ schiedenen Lehrkräften ermöglichen vertraute Lernräume und ein stabiles Bezugspersonensystem. Der ganzheitliche Ansatz von SchlaU reicht weit über die reine Vermittlung schulischen Wissens hinaus. Alnatura Kunden können das Schulprojekt unterstützen, indem sie ihre Payback-Punkte spenden. payback.de/spendenwelt

100 % zertifizierte Naturkosmetik Dafür steht lavera Naturkosmetik – seit über 25 Jahren. Mit der 10-fach Qualitätsgarantie. Mehr unter lavera.de/natuerliche-pflege

lavera. wirkt natürlich schön. lavera.de

Alnatura Kunden können ihre Payback-Punkte spenden und damit zahlreiche Initiativen unterstützen. payback.de/spendenwelt


ANZEIGE

Besonders wirksam im Pflege Duo Kraftvolle Vitalität und reiche Pflege für ein spürbar straffes und glattes Hautgefühl

Die NATRUE-/BDIH-zertifizierte Natur- bzw. Biokosmetik von Dr. Hauschka ist erhältlich bei allen Dr. Hauschka Vertriebspartnern www.dr.hauschka.com


VORSCHAU

IMPRESSUM Herausgeber Alnatura Produktions- und ­Han­dels GmbH, Darmstädter ­Straße 63, 64404 Bi­cken­­bach, Tel. 06257 9322-0, alnatura.de Gründer u. Geschäftsführer von Alnatura Prof. Dr. Götz E. Rehn Redaktions­leitung Susanne Salzgeber (SUS), Darmstädter ­Straße 63, 64404 Bi­cken­­ bach, susanne.salzgeber@alnatura.de Anzeigen Daniel Fehling, Darmstädter ­Straße 63, 64404 Bi­cken­­bach Redaktion Matthias Fuchs, Dr. Manon Haccius (MH), Anke Helène, Constanze ­Klengel, Dr. Maren Kratz, Bettina Pabel (BP), Lisa Rhein, Dorina Sandau, Rena Schäfges, Tina Schneyer, Julian Stock, Gabriele Storm (GS), Anja Waldmann (AW), Bianca Weis, Eva Wohlgemuth Verlag mfk corporate ­publishing GmbH, Prinz-Chris­tiansWeg 1, 64287 Darmstadt, Tel. 06151 96960 - 00 Bilder Maren Amini: 42 Illustration Leo-Löwe; Oliver Brachat: 6, 8 / 9 Rezepte, 50 Kohl; deutscheweine.de: 13 oben; Marc Doradzillo: 3 Baldauf-Reportage, 18–21, 24–27, 30 –31; Eckstein: 42 »Denk ums Eckchen«; Fotolia / blende40: 34 Mütze / Scisetti Alfio: 34 Eukalyptus / luna: 36 / njr 2011: 46/47 /  highwaystarz: 28 /  VRD: 50 Fähnchen; Greenpeace /  Cheryl-Samantha Owen: 39; Karl Kübel Stiftung: 40; Markus Klingenhäger: 43 Foto; People Wear Organic GmbH / Esther Haase: 35; Privat: 9 Porträt, 17 Porträt, 45 Porträt; Susanne Salzgeber: 13 unten; Daniel Schvarcz: 10–11; Robert Seegler: Illustrationen 5 Mais, 17, 44; Star Worbs: 43 »Was soll das sein?«; Thinkstock /  Leysan: 4 Denkblase; Trägerkreis Junge Flüchtlinge e.V. / schlau-schule.de: 48; VISCOM Fotografie: 14 / 15, 32 / 33; Frank Weinert: Titel, 4 / 5 Weihnachtssortiment, 22 – 23, 50 Rezept; Gestaltung usus.kommu­nikation, Berlin, usus-design.de Druck alpha print medien AG, Kleyerstraße 3, 64295 Darmstadt, gedruckt auf 100 % Recyclingpapier, ausgezeichnet mit dem Blauen Engel

Freuen Sie sich auf das Alnatura Magazin im Dezember:

Warenkunde

ROTKOHL UND ROSENKOHL – mit Rezept für einen Rosenkohl-Maronen-Auflauf

Rezepte zum Fest

Weihnachtsmenü

EUROPA AN EINEM TISCH

Gastbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder – sie sind aus der ­Perspektive des Verfassers geschrieben. Nachdruck, Aufnahme in Online-Dienste und Internet und Vervielfältigung auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM etc. nur nach vorheriger schrift­licher Zustim­mung des Verlags. Für unverlangte Einsendungen keine Gewähr. Irrtümer und Druckfehler vorbehalten.

KLASSIKER NEU INTERPRETIERT – zum Bei­

spiel Lebkuchencreme

Mehr als 100 Alnatura Filialen, auch in Ihrer Nähe AACHEN (2×)

HAMBURG (6× )

MÜNCHEN (12×)

ALSBACH-HÄHNLEIN

HAN­N OVER (3× ) 

NEUSÄSS

ASCHHEIM

HEIDELBERG (2×)

NORDERSTEDT

BAD SÄCKINGEN

INGOLSTADT

PFORZHEIM

BENSHEIM

KAISERS­­L AU­T ERN

RAVENSBURG

BERGISCH GLADBACH

KARLSRUHE (3×)

REGENSBURG (2×) AB 24.11.

KOBLENZ

Donaustaufer Str. 128

BERLIN (14×)

KÖLN (4×)

STADTBERGEN

BONN (2×)

KÖNIGSTEIN

STUTTGART (3×)

BREMEN (2×)

KONSTANZ

TÜBIN­G EN (2×)

DARMSTADT (3×)

KRIFTEL

ULM (2×)

DRESDEN

LANDSBERG AM LECH  

UNTERHACHING

DÜSSELDORF

LÜBECK AB 22.11.

VIERNHEIM

ESSLINGEN

Alexander-Fleming Str. 1

WEIL AM RHEIN

ETTLINGEN

LUDWIGSBURG

WIESBADEN (2×)

FILDERSTADT

MAINZ

WITTEN

FRANK­F URT A.  M. (6×)

MANNHEIM

–› alnatura.de/filialen

FREIBURG (4×)

MEERBUSCH NEU

GÖTTINGEN (2×)

Düsseldorfer Str. 81–85

GRENZACH-­W YHLEN

MÖNCHENGLADBACH

NEU Kürtener Str. 1–13

50 Alnatura Magazin 11.2016

24 Stunden geöffnet alnatura-shop.de

Großes Alnatura Markensortiment, attraktive Bio-Marken und Naturkosmetik. Ab 49 Euro bundesweit versandkostenfrei, Versand in viele EU-Länder.

Erfahren Sie mehr: alnatura.de/filialen

facebook.de/alnatura

alnatura.de/angebote

twitter.com/alnatura

alnatura.de/newsletter

pinterest.com/alnatura

alnatura.de/payback

instagram.com/alnatura youtube.com/alnatura

Die Alnatura Super Natur Märkte sind zertifizierte Naturkost ­Fachgeschäfte und nutzen bis auf eine Ausnahme zu 100 Prozent Öko-Strom.


ANZEIGE

„Das Schöne an natürlicher Haarpflege? Die vielen Glückssträhnen.“

NEU

!W U MT SCHÄ

IRK T!

DUFT

Wirkt für mich. Wirkt auf andere. Natürliche und intensive Pflege für die Haare mit wertvollen Bio-Inhaltsstoffen. Optimal abgestimmt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von trockenem, coloriertem, strapaziertem und anspruchsvollem Haar. Stärkt die Haarstruktur, reinigt und repariert gezielt für natürlich schönes Haar.

100 % zertifizierte Naturkosmetik Dafür steht lavera Naturkosmetik – seit über 25 Jahren. Mit der 10-fach Qualitätsgarantie. Mehr unter lavera.de/natuerliche-pflege

lavera. wirkt natürlich schön.

lavera.de

E T!


NE U

ANZEIGE

seit 19

78

HAAR

EXPEPFRLEGE TE 38 Jah

re

Natürlich schönes Haar für jeden Anspruch die richtige Pflege

* Die meistgekaufte Haarpflege-Marke im Bio-Fachhandel (biovista 2016)

1

No.

HAARPFLEGE

im Bio-Fachhandel*

100 % zertifizierte NATURKOSMETIK

KONTROLLIERTE NATURKOSMETIK www.logona.de

Alnatura Magazin - November 2016  

Kostenloses, monatliches Kundenmagazin der Alnatura Super Natur Märkte.

Advertisement