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H E R S T E L L E R - R E P O R TA G E

Ein Planet, der sich um Saaten dreht Statt gegen Windmühlen kämpft man bei Bio Planète mit der Ölmühle. Und zwar »Gemeinsam für mehr Bio-Landwirtschaft in Deutschland«. Das Alnatura Magazin zu Besuch bei der Ölmühle Moog.

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CH ALLEINE ERREICHE GAR NICHTS«, STELLT J­ UDITH MOOG, GESCHÄFTSFÜHRERIN VON BIO PLANÈTE, ÖLMÜHLE MOOG, SACHLICH FEST. Ihr Ziel ist es, die

Bio-Landwirtschaft in Deutschland zu stärken. In der gegen­ wärtigen Situation kein einfaches Unterfangen. Heute werden 80 Prozent der Ölsaaten in Deutschland importiert – darunter viele, die in Deutschland wachsen würden. Und nicht einmal zehn Prozent der gesamten deutschen Agrarnutzfläche werden heute ökologisch bewirtschaftet. Woran liegt das? »Zum ­Beispiel an einer politischen Entscheidung wie der Förderung der Biogasanlagen, die meiner Meinung nach nicht zu Ende gedacht ist. Sie ist ausschlaggebend dafür, dass Pachtpreise für Land kaum noch bezahlbar sind. E ­ igentümer verpachten lie­ ber an Maisanbauer, die mit ihrer Ernte Biogas erzeugen, als an Bio-Bauern. Und auch die globale wirtschaftspolitische Ent­ wicklung, Land als Geldanlage zu nutzen, treibt Pachtpreise nach oben«, erklärt Moog. Es ist nicht die einzige ­politische Entscheidung, die Moog infrage stellt. Auch die Zu­lassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels G ­ lyphosat1 durch die EU-Kommission hält sie für äußerst bedenklich. »Als ob der Mensch aus DDT2 nichts gelernt hätte! Man schädigt nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern auch Pflanzen und Tiere. Das Bienensterben, das für uns alle fatale Folgen hat, ist eindeutig auf den Einsatz von Pestiziden zurückzu­ führen«, warnt die nebenberufliche Landwirtin. Was also tun? Für die Geschäftsführerin von Bio Planète steht fest: »Nur mit unserer fundierten Überzeugungskraft können wir aushebeln, was gerade geschieht. Und ich hoffe außerdem, dass die Politik stärker eingreift und aktiv wird.« Doch Judith Moog will darauf nicht warten und entwarf mit

Bio Planète kurz gefasst Die älteste Bio-Ölmühle Europas produziert über 70 verschiedene Öle, darunter Classic-Öle, GourmetÖle, Vital-Öle und die jüngsten Heimischen Öle Gründung 1984 im südfranzösischen Bram 2004 Eröffnung des deutschen Vertriebsbüros in Lommatzsch-Klappendorf 2011 Gründung der Tochterfirma Ölmühle Moog Mitarbeiter 40

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der Bio-Öl-Serie »Aus unserer Heimat« ein Konzept, das 2015 erstmals auf der weltgrößten Bio-Fachmesse vorgestellt wurde. Grundgedanke der Initiative ist es, mithilfe eines Netzwerks aus Landwirten und Verarbeitern gemeinsam BioLandwirtschaft in Deutschland zu fördern. Und zwar nicht nur den Bio-Anbau von Ölsaaten. Konkret sollen faire Preise und langfristige Verträge mit den Bauern eine wirtschaftliche Grundlage schaffen, die nachhaltigen ­Anbau ermöglicht. Fachlicher Austausch ist von zentraler Bedeutung. Er findet beispielsweise auf Initiative der Ölmühle Moog GmbH und der Vereinigung ökologischer Landbau Gäa e.V. seit drei Jah­ ren im Rahmen des Sächsischen Fachtags zum ökologischen Ölpflanzenanbau statt. Hier lernte Moog auch den ersten Landwirt kennen, der Saaten für die Heimischen Öle lieferte. Von Eckhard Voigt aus Leisnig stammte die erste Leinsaat für das Bio-PlanèteLeinöl. Sein Gesicht ist auf der Flasche abgebildet, denn um Bio-Landwirtschaft zu stärken, sind Transparenz und Aufklä­ rung entscheidend. Der Landwirt wird aus der Anonymität geholt, durch das Wissen um die Herkunft baut sich eine Ver­ bindung zwischen Verbraucher und Erzeuger auf. Das Prinzip wird konsequent befolgt: Auf jeder Flasche findet sich exakt der Bio-Bauer wieder, der den Rohstoff für das Öl produziert hat. Heute sind es 16 Landwirte, die Saaten für 8 Ölsorten pro­duzieren. Unter den ersten waren Klassiker wie Lein-, Raps- und Sonnenblumenöl.

Alnatura Magazin - November 2016  

Kostenloses, monatliches Kundenmagazin der Alnatura Super Natur Märkte.

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