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Bio-Wohlfühlküche Bio-Wohlf ühlk üche

Neue Serie:

#KunstKochen


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Warm frühstücken … und der Tag ist Dein Freund Mit viel Liebe, Erfahrung und Sorgfalt stellen wir die Guten Morgen Frühstücksbreie nach fein abgestimmten Rezepturen in unserem Hause her. Sie sättigen und sorgen für ein wohliges Gefühl im Bauch!

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Wir machen Bio aus Liebe.


Liebe Kundinnen, liebe Kunden, immer mehr Menschen, so beobachte ich, ­beklagen den Stress, die zu­ nehmende Komplexität zu verstehen, und erleben Hilflosigkeit, die Zusammenhänge zu durchschauen. Die Liste ­der »Stress-Phänomene« ist lang. Die ­Ursachen für diese beklagten Zustände sind alles Folgen menschlicher Taten. Ist also der Mensch der größte Feind des Menschen? Und wenn das so ist, warum erhöhen wir weiter das Tempo und bauen ständig alles um? Wir haben zumeist die Einsicht in den Gesamt­ zusammenhang verloren und folgen oft unreflektiert dem Mainstream. Doch wenn wir eine andere Welt wollen, dann müssen wir durch Handlungen dem Menschen und der Erde dienen und eine andere Welt gestalten. Wir alle haben vielfältige Möglichkeiten, im Kleinen wie im Großen nach dem »Warum« und dem Sinn unserer Tat zu ­fragen und entsprechend zu handeln. Wir sind der Gestalter unserer Rahmenbedingungen in der Zukunft: Wenn wir zum Beispiel die ­weitere ­Erwärmung unserer Erde stoppen wollen, müssen wir den bio­ logischen Landbau fördern. Dies tun wir, indem wir konsequent ­ Bio kaufen. N ­ utzen wir unsere Chancen und handeln aus Einsicht! Mit herzlichen Grüßen Prof. Dr. Götz E. Rehn, Gründer und Geschäfts­­führer Alnatura

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Januar 2017 4 PANORAMA 6 WARENKUNDE 8 REZEPTIDEEN 10 NEU! ZWEI, DIE SICH MÖGEN 15 VEGANE KOLUMNE 16 HERSTELLER-REPORTAGE St. Leonhards 20 Titel  BIO-WOHLFÜHLKÜCHE 22 HERSTELLER-REPORTAGE Rose 24 ALNATURA EINBLICKE 26 HERSTELLER-REPORTAGE Pukka 30 NATURTEXTILIEN 34 GESELLSCHAFT 36 NACHHALTIG LEBEN 38 ZEIT LEO 40 NEU! #KUNSTKOCHEN 42 NEU! ÜBER DEN TELLERRAND KOCHEN 44 NEU! LEITBILD LANDWIRTSCHAFT 46 NEU! KLEINES IMKER-TAGEBUCH 48 PUNKTE SPENDEN – GUTES TUN 50 VORSCHAU, FILIALEN, IMPRESSUM

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Panorama  K U R Z U N D K N A C K I G

 »Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.« Alexander von Humboldt, 1769–1859

»Bio schmeckt nicht!«

Fragen Sie sich manchmal, was Sie antworten sollen, wenn jemand sagt, dass ihm Bio-Produkte nicht schmecken? Geschmack hat viel mit Gewöhnung zu tun und jeder erlebt ihn anders. Darüber lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Doch worauf könnte man sich verständigen in einem Gespräch, das nicht nur emotional und mit Pauschalaussagen geführt werden soll? Bio-Produkte sind nicht künstlich aromatisiert, sondern allenfalls mit Extrakten. Insofern schmecken die BioVarianten zum Beispiel von Fruchtjoghurts, Süßigkeiten oder manchen Getränken in der Tat weniger intensiv. Eine Zunge, die nicht an künstlich aromatisierte Speisen gewöhnt ist, empfindet einen solchen milden Geschmack oft als echter und ausgewogener. Bei Obst und Gemüse freuen sich dagegen viele Menschen über den als ursprünglicher erlebten Geschmack der Bio-Ware. Ich kenne verschiedene Bio-Skeptiker, die den Geschmack von Bio-Kartoffeln loben. Also: Probieren geht über Studieren! MH

Extra-Punkte zum Jahresstart

Vom 5. bis 21. Januar lohnt sich Payback ­besonders. Wer sich am Alnatura Service-Punkt einen Einkaufsgutschein ausdruckt, erhält zehn Prozent der eingelösten Punkte wieder auf sein persönliches Punktekonto gutgeschrieben. Alle, die sich neu zu Payback anmelden, erhalten 150 Extra-Punkte geschenkt. Im selben Zeitraum laufen in ausgewählten Filialen außerdem noch weitere Payback-Aktionen. Sie sind herzlich eingeladen mitzumachen!

4 Alnatura Magazin 01.2017

Buch-Tipp zur Vollwertküche

Amy Chaplin: »Celebrating Whole Food«, Uni­ medica im Narayana Verlag, Kandern 2016, ISBN 978-3-946566-01-4, 34 Euro. Natürlich, frisch und voller Ideen – so lautet das Motto unserer Bio-Wohlfühlküche, über die wir auf den Seiten 20 / 21 berichten. Passend dazu stellen wir Ihnen »Celebrating Whole Food« von Amy Chaplin vor. Die Köchin aus New York teilt darin mit dem Leser ihre 20-jährige ­Erfahrung als Küchenchefin vieler vegetarischer Restaurants. Empfehlenswert für alle, die sich gerne pflanzlich, möglichst naturbelassen und vollwertig ernähren. Mit über 150 überwiegend veganen Rezepten, interessanten Warenkunden und vielen wertvollen Tipps rund um die bunte und reichhaltige Vollwertküche.


Alnatura als nachhaltigstes Unternehmen Deutschlands ausgezeichnet

Alnatura Lehrlingsfilialen

Zwei Wochen lang erhalten Lernende bei Alnatura im zweiten und dritten Lehrjahr aus ganz Deutschland die Gelegenheit, drei Alnatura Super Natur Märkte eigenständig zu führen. Dabei haben sie die Mög­ lichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen und ohne die Unterstützung erfahrener Kolleginnen und Kollegen als Abteilungsverantwortliche, Lagerverantwort­ liche oder Filialleiter Verantwortung zu übernehmen. Lehrlingsfilialen in diesem Jahr: München: Sonnenstraße 23 (23. Januar bis 4. Februar), Frankfurt-Sach­ senhausen: Hedderichstraße 47–49 (30. Januar bis 11. Februar), Berlin-Schöneberg: Else-Lasker-SchülerStraße 18–22 (13. bis 25. Februar)

NEU!

Alnatura Birkenwasser Milder Eigengeschmack und dezent-frische Note: Das Alnatura Birkenwasser wird im Frühjahr aus Birken gezapft, je nach Sorte mit ­Ingwer- und Limettensaft oder Holunderblütenwasser verfeinert und in einen wiederverschließ­ baren Getränkekarton abgefüllt. Beide Sorten sind kalorienarm, vegan und schmecken gut gekühlt am besten.

Am 25. November 2016 wurde Alnatura im Beisein von Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und bis heute aktiver Kämpfer für eine verbesserte Nachhaltig­ keit, nach 2011 zum zweiten Mal mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie der mittelgroßen Unternehmen ausgezeichnet. Damit würdigte die Jury die konsequente und jahrzehntelange Vorreiterrolle von Alnatura für Nachhaltigkeit in der Lebensmittelbranche. Alnatura setzt seit jeher wichtige neue Impulse für eine nachhaltige Bio-Landwirtschaft. Aktuelle Beispiele sind die Alnatura Bruderküken-Initiative, bei der die männlichen Küken als Masthähnchen aufgezogen werden, oder die Alnatura Bio-Bauern-Initiative, die den ­A usbau des ökologischen Landbaus in Deutschland fördert. »Dass wir auf dem richtigen Weg sind, zeigt nicht nur diese Auszeichnung, sondern auch der positive Zuspruch unserer Kundinnen und Kunden. Erst sie ermöglichen es uns, gemeinsam mit unserem stetig wachsenden Netzwerk aus Bio-­ Bauern, Hersteller- und Handelspartnern seit über 30 Jahren täglich ›Sinnvolles für Mensch und Erde‹ zu gestalten«, ­ sagte Götz Rehn, Gründer und Geschäftsführer von Alnatura.

Gentechnik – Nein Danke! In den USA sind mehr als 90 Prozent des angebauten Maises und der Soja gentechnisch verändert. Bei Soja erhalten die Pflanzen mittels Gentechnik eine Herbizidresistenz, bei Mais eine Insekten- und Herbizidresistenz. Der Einsatz von insektiziden Pflanzenschutzmitteln nimmt bei gentechnisch veränderten (GV) Sorten tendenziell ab, der Herbizideinsatz jedoch steigt (transGEN, 19. 9. 2016). ••• Das Europäische Parlament (EP) hat sich gegen die Zulassung von drei GV-Mais­ sorten und einer GV-Baumwollsorte ausgesprochen, weil die Risiken unzureichend geprüft seien. Die vier Pflanzensorten setzen Gifte gegen Schädlinge frei. Der Umweltausschuss des EP hält ihre Zulassung für mit dem Vorsor­geprinzip nicht vereinbar (Informationsdienst Gentechnik, 6. 10. 2016). ••• Die deutsche Regierung hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Anbietern von GV-Pflanzen verbietet, sie in Deutschland anzubauen (FAZ 3. 11. 2016). MH

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Mehr zum Thema Bienen und Honig lesen Sie im ÂťKleinen Imker-TagebuchÂŤ auf Seite 46.


WA R E N K U N D E

Honig H  

onig ist ein uraltes Süßungsmittel, genauer gesagt war es Jahrtausende das einzige mit solch einer Süßkraft. Die Alternativen aus Zuckerrohr, -rübe oder dem Ahornbaum kennt der Mensch bei Weitem noch nicht so lange. Ähnlich sieht es mit dem Vorgänger des elektrischen Lichts aus – nur Bienenwachskerzen erlaubten eine behagliche Atmosphäre an langen Winterabenden und Sicht bei Kirchbesuchen oder den Gang durch dunkle Gassen. Auch verwendet der Mensch schon lange Propolis, Gelee royale oder Blüten­ pollen. Kein Wunder also, dass die Biene seit Menschengedenken verehrt wird. Grund genug, nicht nur das süße Gold, ­sondern auch seine fleißigen Produzenten vorzustellen: die westliche Honigbiene Apis mellifera. Das Bienenvolk Eine Biene allein ist nicht überlebensfähig, sie braucht die Einheit aus Königin, Drohnen und Arbeiterinnen. Letztere sind mengenmäßig in der Überzahl – mehrere 10 000 können es im Sommer sein. Die meisten von ihnen sind zu ­ dem Zeitpunkt fleißig auf Nahrungssuche. Andere Arbeitsbienen pflegen die Brut, bauen Waben, verteidigen den Stock gegen ­Eindringlinge und – ganz wichtig – umsorgen die Königin. Denn ohne sie kann ein Bienenvolk nicht sein. Ihre Hauptaufgabe ist ­ das Legen von Eiern und damit eine Sicherstellung der Nachzucht. Eine gigantische Leistung, legt sie in der Hoch­saison doch am Tag bis zu 2 000 dieser kleinen weißen Stifte – das tägliche Legegewicht entspricht damit in etwa ihrem e­ igenen Körpergewicht. Um an die nötigen Spermien zu kommen, begibt sich die Königin im ersten Frühling ihres Lebens auf Hochzeitsflug. An ihrer Seite die männlichen Bienen, Drohnen genannt. Nur einige von ihnen begatten die Königin; sie sterben danach. Noch heute streitet die Wissenschaft über weitere Funktionen der Drohnen, von denen es im Volk mehrere Hundert gibt. Zumindest in den Sommer­ monaten, denn ab August werden die Drohnen des Stockes verwiesen. Gnadenlos, doch Pflege und Fütterung durch die Arbeiterinnen ist i­m Winter nicht wirtschaftlich. Wie Honig entsteht Es ist süßer Saft, den die Bienen suchen – bei blühenden Pflanzen und in grünen Wäldern. Diesen nehmen sie mit ihrem kleinen Rüssel in den Magen auf, reichern ihn mit eigenen Stoffen an, um ihn dann in den Waben abzulegen. Dort reift das Ganze, fermentiert und verliert an Wasser. Liegt der Wassergehalt bei etwa 20 Prozent, wird die Wabe ver­ deckelt und dient den Bienen – ganz naturgemäß – als Winter­ vorrat. Wären da nicht Mensch, Bär und anderes Getier, die

ebenfalls ein großes Interesse am süßen Gold haben. Für einen Imker ist die verdeckelte Wabe das Zeichen für Reife – Zeit, den Honig aus der Wabe zu schleudern. Dabei darf die Bienen­stocktemperatur nicht überschritten werden, die Wabe würde sonst schmelzen. Auch bei der Abfüllung, weiteren Verarbeitung und Verwendung zu Hause muss auf die Temperatur geachtet werden. Denn Honig enthält, neben rund 80 Prozent Zucker, auch Aminosäuren und Enzyme – beide sind wertvoll, aber auch hitzeempfindlich. Das Hausmittel »heiße Milch mit Honig« sollte daher nicht mehr als 40 Grad Celsius warm sein. Sortenhonig Bienen sind blütenstet, sprich: Ein Volk ist bestrebt, zunächst den Nektar lediglich einer Pflanzenart zu ­sammeln – das ist die Grundlage für Sortenhonige wie Raps, Linde oder Akazie. Die Leitsätze für Honig beschreiben detailliert, welche Anforderungen an Geschmack, Farbe, Geruch, aber auch an das mikroskopisch noch immer nachweisbare Pollenspektrum gestellt werden. Beim Waldhonig übrigens sucht die Biene keine Blüten, sondern sammelt die zuckerhaltigen Ausscheidungen von Insekten, die an Blatt und Baum nagen. Der weitere Werdegang in Biene und Wabe ist der gleiche wie beim Blütenhonig. Was Bio-Honig ausmacht Man kann der Biene ihre Flugrichtung nicht vorschreiben, wohl aber ein bienenfreundliches Umfeld schaffen. Daher schreibt die EG-Öko-Verordnung vor, dass die Bienenweide in den umliegenden drei Kilometern im Wesentlichen aus Pflanzen des biologischen Anbaus und / oder Wildpflanzen besteht. Schadstoffausstoßende Industrie, Autobahnen oder Müllverbrennungsanlagen sind verboten. Die Bienenbehausung muss aus natürlichen Rohstoffen wie Holz, Lehm und Stroh bestehen. Sie darf nur von außen und nur mit schadstoff- und pestizidfreien Farben gestrichen werden. Ist eine Winterfütterung nötig, muss sie mit Bio-Honig oder BioZucker erfolgen. Auch regelt die Verordnung, welche Substanzen zulässig sind, um die Varroamilbe zu bekämpfen. Dieser erst in den siebziger Jahren aus Asien eingeschleppte Parasit kann ein westliches Bienenvolk so stark schwächen, dass es zugrunde geht. Den asiatischen Bienen hingegen gab die Evolution Zeit, sich anzupassen. Hierzulande ist jedes Bienenvolk der Milbe unterlegen, ohne unsere Hilfe ist es nicht mehr überlebensfähig. Und das, obwohl Bienen schon lange vor dem Menschen die Erde besiedelten. AW

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REZEPTIDEEN

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Birnen-Lauch-Gemüse mit Ziegenkäse und Honig-Vinaigrette Zutaten für 4 Portionen als Vorspeise oder 2 Portionen als Hauptgang 50 g Walnüsse / 8–10 Zweige Thymian (alternativ 2 TL getrockneter, gerebelter Thymian) / 4 EL Apfelessig / 3–4 EL Wasser / 2 EL Honig / 8 EL Olivenöl / 4 EL Rapsöl / 1 kl. Bund Schnittlauch / Meersalz / Pfeffer / 2 Stangen Lauch / 3–4 feste Birnen (z.B. Gute Luise) / Puderzucker zum Bestäuben / Saft von einer halben Zitrone / 2 EL Butter / 80–100 g Ziegenfrischkäse Zubereitung Walnüsse bei 160 °C (Ober- und Unterhitze) für ca.10 min im Backofen trocken anrösten. Anschließend abkühlen lassen und grob hacken. Thymianblättchen von Stielen zupfen, beiseitelegen. Für die Vinaigrette Essig, Wasser und Honig mit einem kleinen Schneebesen verquirlen, bis sich der Honig vollständig aufgelöst hat. 6 EL Olivenöl abmessen und mit dem Rapsöl faden­weise unter konstantem Rühren zugeben, bis eine h ­ omogene Vinaigrette entstanden ist. Bei Bedarf etwas Wasser zum Verdünnen zugeben. Schnittlauch in ­feine Röllchen schneiden und unter die Vinaigrette heben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Lauch putzen und schräg in ca. 1–1,5 cm breite Scheiben schneiden. In ein grobes Sieb geben und unter ­kaltem fließenden Wasser gründlich abwaschen, gut abtropfen lassen. Birnen waschen, trocken reiben und je nach Größe in Viertel oder Achtel schneiden. Stielansatz und Kerngehäuse herausschneiden. Eine große Pfanne erhitzen, 2 EL Olivenöl zugeben und heiß werden lassen. Birnen hinzufügen, für ca. 3–4 min anbraten, dabei mit etwas Puderzucker bestäuben und leicht karamellisieren lassen, mit Zitronensaft ablöschen. Birnen in eine Schüssel geben. Pfanne auswischen, erneut aufstellen, Butter zugeben und darin zerlassen. Lauch in die Pfanne geben und für 2–3 min unter gelegentlichem Schwenken anbraten, dabei die Thymianblättchen zugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Lauch zu den Birnen in die Schüssel geben, 2/3 der Vinaigrette und gehackte Nüsse zugeben, alles vorsichtig unterheben. Salat auf Tellern anrichten, Ziegenfrischkäse darüberzupfen und mit der übrigen Vinaigrette beträufeln. Zubereitungszeit: ca. 30 min • Nährwerte pro Portion (als Vorspeise): Energie 679 kcal, Eiweiß 7 g, Kohlen­hydrate 26 g, Fett 59 g

Blogger-Rezept des Monats von Laura Weszkalnys unterdempflaumenbaum.de

Karotten-Cupcakes mit Honig-Frosting Ich backe seit meiner Kindheit leidenschaftlich gern und bin stark beeinflusst durch alte Familienrezepte. Mir ist es wichtig, saisonale und vor­ wiegend ­regionale Produkte zu verwenden. Auf meinem Blog verbinde ich seit über zwei Jahren meine Leidenschaft fürs Backen mit meiner überzeugten Haltung zur saisonalen Küche und teile traditionelle und neu entwickelte Rezepte mit meinen treuen Lesern. Zutaten für 12 Cupcakes Teig: 50 g ganze Mandeln / 150 g Rohrohrzucker / 2 Eier / 125 ml Pflanzenöl / 150 g Mehl / ½ TL Backpulver / ½ TL Natron / ½ TL Salz / ½ TL Zimt / ½ TL Ingwer, gemahlen / 150 g Karotten, fein geraspelt / Frosting: 85 g Butter (zimmerwarm) / 45 g Puderzucker, gesiebt / 340 g Frischkäse (zimmerwarm) / 85 g Honig / 50 g ganze Mandeln / 1 TL Honig Zubereitung Backofen auf 175 °C (Ober- und Unterhitze) vorheizen und ein Muffinblech mit Papierförmchen bestücken. Mandeln für den Teig in einer Pfanne ohne Öl anrösten, danach grob hacken. Für die Cupcakes Zucker mit Eiern schaumig aufschlagen und langsam unter Rühren Öl dazugießen. Mehl mit Backpulver, Natron, Salz, Zimt und Ingwer auf die Eiermischung sieben und langsam, aber gründlich unterrühren. Karottenraspel sowie geröstete Mandelstücke dazugeben, v­ errühren. Teig gleichmäßig auf die Muffinförmchen verteilen und auf der mittleren Schiene des Ofens etwa 20 min backen. Cupcakes auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Für das Frosting Butter mit Puderzucker schaumig schlagen. Frisch-­ käse und Honig hinzufügen und zu einer glatten Creme verrühren. Für ca. 15 min in den Kühlschrank stellen. Mandeln in einer Pfanne ohne Öl vorsichtig anrösten. Honig dazugeben und gründlich durchschwenken. Alles auf einem Stück Backpapier ver­ teilen und abkühlen lassen. Danach Mandeln grob hacken. Gekühltes Frosting kurz durchrühren, dann in eine Spritztüte mit Sterntülle füllen. Cupcakes mit Frosting verzieren und darüber die gehackten Honigmandeln streuen. Zubereitungszeit: ca. 20 min + ca. 20 min Backzeit + ca. 15 min Kühlzeit • Nährwerte pro Stück: Energie 300 kcal, Eiweiß 8 g, Kohlen­hydrate 33 g, Fett 10 g Alnatura Magazin 01.2017 9


ZWEI, DIE SICH MÖGEN

Ananas Sinnt man darüber nach, warum zwei Menschen gut zuein­ander passen, sich gar lieben und ein harmonisches Paar bilden, hört man Erklärungen wie: Gegensätze zie­ hen sich an. Oder: Gleich und gleich gesellt sich gern. Wie dem auch sei, die kulinarische Pärchenbildung ist ebenso vielfältig wie überraschend und auf keinen Fall monogam. Kombiniert man Speisen, Gewürze und Getränke mitein­ ander, gibt es immer noch einen dritten, vierten oder noch mehr Partner, die mindestens genauso gut passen. Lassen Sie sich inspirieren und probieren Sie es einfach aus.

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a, zugegeben, eine Ananas frisch geerntet und in ­deren tropischer Heimat – egal ob Südostasien oder Lateinamerika – sofort verspeist, schmeckt so viel ­aromatischer als die Früchte, die früher geerntet wurden und eine weite Schiffsreise hinter sich haben. Trotzdem ist diese wertvolle Frucht eine Köstlichkeit, auf die wir auch hier nicht verzichten möchten. Zumal im Winter, wenn dringend Vitamin-C-Nachschub gebraucht wird und in unseren Breitengraden keine Früchte mehr gedeihen. Zur Süßspeise verarbeitet, mit Kokos, Schokopudding oder Vanilleeis oder im Smoothie vermixt mit Mango und Orange, ist sie vielfältig einsetzbar. Auch für den 50er-Jahre-Partyklassiker »Toast Hawaii« soll es noch Anhänger geben, die längst aus dem Kindesalter raus sind. Sie stapeln eine Scheibe Dosenananas mit Schinken auf Toastbrot und überbacken es mit Käse im Ofen. Nun kommen wir zu einer interessanteren Kombination, die Sie vielleicht noch nicht gewagt haben, die aber in karibischen oder südostasiatischen Ländern durchaus üblich ist: ­frisches Koriandergrün mit Ananas. Versuchen Sie es als puren Salat mit Salz, etwas Zucker und, wer es gerne scharf mag, mit ein paar feinen Scheiben Thai-Chili oder Peperoni. Aber Achtung: Kerne weglassen! Wie kann man den Geschmack von Koriandergrün beschreiben? Es gibt Menschen, die mögen frischen Koriander nicht im Essen, weil sie ihn als parfümiert und seifig empfinden, zumal, wenn man eine zu große Dosis des aromatischen Grüns verwendet hat. Generell kann man sein Aroma als erdig bezeichnen, mit ätherischen Noten, die an Zitronenzesten erinnern. Sie kennen die Kombination vom Thai-Restaurant

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 Koriander um die Ecke: Huhn oder Schwein in Currysauce mit frischen Korianderblättern. Übrigens enthält die Currysauce selbst auch ­immer einen Anteil gemahlener Koriandersamen. Fügt man kleingeschnittene Ananas zum Fleisch oder zum Tofu in die Currysauce, verstärken sich die einzelnen Aromabestandteile des Gerichts durch die frische Fruchtigkeit der Ananas. Was lernen wir daraus: Trauen Sie sich ruhig, Ananas in scharfen Gerichten einzusetzen – und unbedingt in Kombination mit Koriandergrün. Was allerdings den Menschen aus Lateinamerika oder Asien nie in den Sinn kommen würde, ist die Kombination von Sauer­ kraut mit Ananas. Der fermentierte Weißkohl in Form von Sauerkraut ist eine durch und durch deutsche oder zumindest mittel- und osteuropäische Angelegenheit. Nicht umsonst existiert der Spitzname »Krauts« für die Deutschen. Aber ­warum immer Würstchen, Kassler oder Braten zur beliebten Beilage? Frisches Sauerkraut enthält wesentlich mehr Vitamine als stundenlang gekochtes und schmeckt vermischt mit Ananas und Koriander ausgezeichnet. Ein perfekter Wintersalat, zumal nach den kalorienreichen Festtagen, der bei Ihren Gästen als Vitaminbombe einschlägt. SUS

REZEPT

Sauerkraut-Salat mit Ananas und Koriander Zutaten für 4 Portionen 700 g Sauerkraut / 1/2 frische Ananas / Meersalz / Pfeffer / Rohrohrzucker / 1–2 rote Peperoni (je nach G ­ eschmack) / 1 gr. Bund Koriander / 3–4 EL Olivenöl / 2–3 EL Kokosblütensirup Zubereitung Sauerkraut über einem Sieb abgießen, leicht ausdrücken und bis zur Verwendung abtropfen lassen. Ananas schälen, senkrecht achteln und das feste Kerngehäuse herausschneiden. Das Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden, in eine Schüssel geben, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen und für 10 min beiseitestellen.


Tipp: Salat am Vortag zubereiten,

gut durchziehen lassen und am besten bei Raumtemperatur genießen. Für einen kleinen extra »Crunch« mit gerösteten, gehackten Cashewkernen bestreuen.

HERSTELLEREMPFEHLUNG*

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Peperoni längs halbieren, Stiel und Kerne entfernen. In feine Streifen schneiden. Korianderblätter von den Stielen zupfen. Stiele fein schneiden und mit den geschnittenen Peperoni zur Ananas geben. ­Blätter grob hacken und beiseitestellen. Sauerkraut grob schneiden und in eine Schüssel geben. ­Ananas zugeben, mit Olivenöl und Kokosblütensirup marinieren und gut vermengen. Korianderblätter unterheben. Salat bei Bedarf erneut abschmecken. Zubereitungszeit: ca. 20 min • Nährwerte pro Portion: Energie 203 kcal, Eiweiß 7 g, Kohlen­hydrate 13 g, Fett 13 g

VOELKEL BIOZISCH GURKE • mit erntefrischen Gurken und spritziger Zitrone, abgerundet mit einem Hauch an Traubensüße • am besten eisgekühlt genießen • ideal auch als Grundlage für Longdrinks • das prickelnde BioZisch-Sortiment umfasst noch 16 weitere köstliche Sorten

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BIO-SHOYU Die natürlich im Zedernholzfass fermentierte Sojasauce aus Sojabohnen und Weizen ist ein vielseitiges Würzmittel für die asiatische und europäische Küche. 250 ml 3,99 € (100 ml = 1,60 €)

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Sonntagmorgen ist Frühstückszeit: Zu Kaffee, Saft und Co. passen frisch aufgebackene Mehrkornbrötchen mit Dinkel, Sonnen­ blumenkernen und Leinsamen. ALNATURA BIO-MEHRKORNBRÖTCHEN vegan • mit 13 % Dinkel • 4 Stück im praktischen 2 × 2-Pack • mit Natursauerteig hergestellt • ohne Zusatz von Stabilisatoren, Zucker und Säuerungsmittel • ohne Aufbacken genauso ein Genuss wie frisch getoastet

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Glutenfreie Nudeln mal anders! Die Buchweizen Spaghetti und Naturreis Penne setzen Akzente ­ auf dem Teller und überzeugen mit ihrem nussigen ­G eschmack sowie erst­ klassiger Kochstabilität.


VEGANE KOLUMNE

Schluss mit vegan! Zeit zum Umdenken

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eim Mittagessen vor ein paar Tagen unterhielt ich mich mit Kollegen über vegane Cafés und Restaurants in Frankfurt. »Was mich nervt«, sagte eine Kollegin am Tisch, »ist, dass vegan immer sofort zum Thema wird. Warum muss man in ein rein veganes Café gehen und nicht in ein ›ganz normales‹, wo jeder bestellt, was er oder sie möchte? Veganer etwas Veganes, Omnis etwas anderes. Wenn ich mit Freunden in ein veganes Café gehe, ist es sofort ein großes Ding, wir sprechen zwingend darüber. Man kann nicht einfach nur einen Kaffee trinken, ohne darüber reden zu müssen.« Stimmt schon. Vegan wird oft und schnell zum Thema. ­Dabei haben die meisten Veganer eigentlich selbst keine Lust darauf. Abgesehen davon, dass viele Omnivoren selbst die ­Diskussion beginnen, wenn ein Veganer den Raum betritt: Für viele von uns wäre es akzeptabel, wenn wir mit unseren Freunden einfach in irgendein Café gehen könnten, die nichtveganen Freunde geben ihre Wünsche auf und wir unsere. Das würde aber voraussetzen, dass es Optionen auf der Karte für uns gäbe. Eine Milchalternative aus Soja mag mittlerweile vielerorts verfügbar sein, aber stellen Sie sich mal vor, Sie ­wären kein Veganer, gingen in ein Café und da gäbe es nur ­einen einzigen Kuchen zur Auswahl. Oder gar keinen! Kaffee nur schwarz, Cappuccino nur für andere, nicht für Sie. Wahrscheinlich würden Sie auch lieber um die Ecke ins Café des Vertrauens gehen, von dem Sie wissen, dass es dort etwas mehr Vielfalt gibt. Wir sind momentan noch in der Phase, wo Veganismus zwar den Sprung ins Bewusstsein der Menschen geschafft hat, die Idee aber noch so abstrakt zu sein scheint, dass wir meist entweder verspottet oder verachtet, mindestens aber mit Unverständnis gestraft werden und Optionen immer noch rar sind. Es wird interessant, wenn der Hype erst mal abgenom-

men hat, genug über die verrückten Pflanzenfresser gelacht wurde und es eine Selbstverständlichkeit geworden ist, keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren. Schauen wir doch einmal aus der Perspektive des Jahres 2070 auf die Dinge: Den Begriff »vegan« gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch den normalen Standard, der selbstverständlich rein pflanzlich ist. Ganz vereinzelt und nur in den Metropolen gibt es noch Cafés, wo man seinen Latte Macchiato gegen einen deutlichen Aufpreis auch mit Kuhmilch bekommt. Wenn sie denn verfügbar ist! Denn Massentierhaltung gibt es nicht mehr und die Kühe, die natürlicherweise einen Überschuss an Milch haben, den ihr Kälbchen nicht braucht, sind selten. Es ist hinreichend bewiesen, dass Fleisch und Milch im Vergleich zu pflanzlichen Alternativen weniger nachhaltig sind und ­Dekadenz ist schon lange nicht mehr angesagt. Die Generation der Großeltern erzählt manchmal noch, wie das früher so war, als man tatsächlich noch echtes Fleisch gegessen hat. Ich sitze mit Freunden im Café und bestelle: »Ein Stück Apfel­kuchen mit Streuseln, dazu einen Cappuccino, bitte.« Die hausgemachte Cashew-Macadamia-Dattel-Milch ist ein Gedicht und passt perfekt zum Bio-Espresso. So einfach ist das. Ganz normal, ohne Extras, ohne Erklärung. Schöne neue Welt. ››› Julian Stock, 34, ist Sortimentsmanager bei Alnatura. Er ­befasst sich mit den Entwicklungen und Trends bei den Ernährungsgewohnheiten und setzt sich für eine nachhaltige ­Lebensweise ein. Schreiben Sie ihm, wenn Sie möchten: julian.stock@alnatura.de

Blick ins Jahr 2070 –

vielleicht ist vegan dann so selbstverständlich, dass der Bezug zwischen Kuh und Milch nur noch Geschichte ist?

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»Unser Ziel ist es, für jeden Menschen das richtige Wasser anbieten zu können.« Martin Abfalter, Geschäftsführer St. Leonhards-Vertriebs GmbH & Co. KG

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H E R S T E L L E R - R E P O R TA G E

Klare Geschmackssache

Von Rosenheim führt ein verschlungener Weg in die entlegene Idylle namens Bad Leonhardspfunzen, zu den Quellen von St. Leonhards. Alnatura begab sich auf die Spuren einer geschichtsträchtigen Vergangenheit.

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chon die Römer siedelten in der Region um die St. Leonhardsquelle. Die ungewöhnliche Endung des Ortsnamens »Pfunzen« weist darauf hin – sie bildete sich aus dem Namen des römischen Brunnengotts Fontinalis, der als Schutzheiliger im diesem Landstrich verehrt wurde. Wiederentdeckt wurde die Quelle 1734 von Christoph Riel, ­einem Fischer oder Schiffer, dem der heilige Leonhard im Schlaf erschienen sein soll. In seinem Traum riet der Heilige ihm, g ­ egen seine Leiden das Wasser zu trinken, welches an der Stelle der heutigen St. Leonhardskapelle, die Riel zum Dank für seine Genesung gebaut hat, zu finden sei. Riel grub am nächsten Tag an g ­ enannter Stelle und stieß auf die Quelle, er trank und wurde geheilt. Das Wunder sprach sich herum und so wurden Quelle und Kapelle zum Wallfahrtsort. Votivtafeln, Wachsmodelle und uralte Holzkrücken zeugen noch heute von der ehemals bedeutenden Wallfahrt, die Heilung bei Knochenbrüchen und Gelenkbeschwerden bringen sollte. Der heilige Leonhard lebte im sechsten Jahrhundert und kümmerte sich als Diakon um Kranke und Inhaftierte. In der bildenden Kunst wurde er mit Ketten abgebildet, im Laufe der Jahrhunderte wurde dieses Attribut als Viehkette umgedeutet und er zum Schutzheiligen der Tiere. Verständlich, denn hier gab es Bedarf: Vieh war für die Bauern überlebenswichtig, sie sehnten sich nach göttlicher Hilfe und Schutz. Die Geschichte der St. Leonhards beginnt 1996. Damals erwarb Johann Abfalter, der ursprünglich aus der Immobilienbranche kam, das Grundstück mit der Quelle. Eigentlich wurde es ihm zum Bau eines Kurhauses angeboten. Ein solches Gebäude interessierte ihn nicht, das Wasser hingegen sehr. Dieses ließ er von seinem Nachbarn testen, einem Eisenbahner, der in seiner Freizeit mit alternativen Heilmethoden zum inoffiziellen Dorfarzt avanciert war. Seine Empfehlung an den schulter- und gelenkschmerzgeplagten J­ ohann Abfalter war, von nun an nur noch ebendieses Wasser zu trinken. Damit war für Johann Abfalter die Entscheidung gefallen, das Grundstück mit der Quelle zu kaufen. Und tatsächlich verspürte er positive Veränderungen. Wissenschaftlich belegt ist der Zusammenhang zwischen Wasser und Genesung zwar nicht, Seniorchef Abfalter war aber von da an von dem Wasser überzeugt.

Diese Überzeugung teilt sein Sohn und heutiger Geschäfts­ führer Martin Abfalter. Auf die Frage, was denn das Besondere an den Quellen von St. Leonhards sei, antwortet Abfalter: ­ »Es ist ein lebendiges Wasser und lebendiges Wasser bedeutet Ursprünglichkeit. Wir wollen das Wasser möglichst schonend in die Flasche bringen.« Das beginnt schon bei der Wahl der Quelle. Für Abfalter kommen nur artesische Quellen in Frage, die Wasser infolge eines Überdrucks des Tiefenwassers nach oben befördern. Der Weg des Wassers durch die jeweiligen Erd- und Gesteinsschichten, die Länge und Zeit dafür, entscheidet über seinen Charakter. Wasser, das aus artesischen Quellen von selbst an die Oberfläche kommt, wird von Abfalter als »reifes« Wasser bezeichnet. Kurz: Der menschliche Eingriff ­ist hier minimal. Die vier Quellen der St. Leonhardsquellen Vertriebs GmbH in Leonhardspfunzen sind Mondquelle, Licht­ quelle, S­ onnen­q uelle, St. Leonhards sowie zwei weitere in Ruhpolding.

Hier gibt es das Wasser sogar umsonst: der Brunnen neben der St. Leonhardskapelle in Leonhards­ pfunzen.

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»Der Effekt, den das Wasser auf den Menschen hat, ist uns besonders wichtig.« Martin Abfalter, Geschäftsführer St. LeonhardsVertriebs GmbH & Co. KG

Die Namen der Quellen gehen auf die Annahme zurück, dass die Mondquelle besonders stark auf den Einfluss des Mondstandes reagiere und das Wasser der Sonnenquelle ein sehr sonnendurchflutetes sei. Ein biophysikalisches Gutachten habe dies bestätigt. Überzeugt von alternativen Herangehensweisen arbeitet das Unternehmen mit verschiedenen Heilpraktikern zusammen. Und auch mit Pendlern. »Die Quellen haben wir mit ihrer Hilfe gefunden. Manchmal sind es vier, fünf Pendler, die nach dem Wasser suchen und anschließend sagen, wo und wie tief sich das Wasser befindet. Dann wissen wir, wo wir bohren müssen. Die Bohrung geht durch 15 bis 30 Meter tiefe Lehmschichten, das dauert etwa eine Woche. Das Wasser drückt dann schon hinauf, aber man muss das Wasser ganz unten fassen«, erklärt Abfalter, wie sie die Quellen erschlossen haben. Das Wasser werde direkt abgefüllt, so Abfalter, man müsse so nah wie möglich an der Quelle arbeiten und möglichst wenig pumpen, damit sich kein Druck aufbaut. Er fügt hinzu: »Lebendiges Wasser ist so natürlich und schonend wie möglich abgefüllt. Wir verwenden keine Sterilfilter oder langen Leitungen. Das Wasser durchläuft Quarzfilter, wird in Tanks gesammelt und dann in eigens entwickelte Leichtglasflaschen abgefüllt. Sie sind mit 530 Gramm etwas leichter als gängige Glasflaschen. Plastikflaschen lehnen wir grundsätzlich ab. Die Qualität und der Geschmack des Wassers bleiben in Glasflaschen optimal erhalten«, erläutert Abfalter. Wie unterschiedlich der Geschmack von Wasser sein kann, lässt sich bei einem Sensorik-Test herausfinden. Der Begriff »Sensorik« leitet sich vom lateinischen »sentire« ab und heißt übersetzt »fühlen« oder »empfinden«. Und genau darum geht es nun, man soll die Eigenschaften des Wassers sinnlich

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wahrnehmen. Es gibt kein Richtig oder Falsch, allein das subjektive Empfinden ist entscheidend. Abfalter ist überzeugt: »Es gibt für jeden das richtige Wasser.« Und richtig ist, was als am weichesten und angenehmsten empfunden wird. Die Formel lautet: Je weicher, umso besser und leichter trinkbar. Vor dem Test sollte man auf Kaffee, Kaugummi oder gewürzte Speisen verzichten und nicht durstig sein. Alle Wässer, die probiert werden, sollten still sein, Raumtemperatur haben und aus Gläsern getrunken werden. Dann heißt es: Konzentration. Bei jedem kleinen Schluck behält man das Wasser zunächst ein wenig im Mund und achtet sehr bewusst auf den Geschmack, aber auch auf das Gefühl, das man auf der Zunge und beim Schlucken hat. Ist es besonders leicht, angenehm und weich? Dann hat das Wasser gute Chancen, das richtige zu werden. Es sollte sich wie von allein trinken. Sollte es hingegen hart, bitter, salzig oder in einer anderen Form unangenehm sein, passt es nicht. Laut Abfalter kann man sich hier vollkommen auf den eigenen Körper und die eigene Wahrnehmung verlassen. Man müsse in sich hineinspüren. Und zwar immer wieder, denn die Vorliebe für Wasser sei ständig im Fluss. GS


St. Leonhards kurz gefasst • Abfüllung und Vertrieb von Mineralwasser aus 6 artesischen Quellen • Marktführer im Segment »Mineralwasser« im Naturkosthandel • außerdem: landwirtschaftliche Betriebe, die Naturkäserei St. Georg (Stutenmilchprodukte), das Bio-Vitalhotel Falkenhof in Bad Füssing sowie das Landhotel Mauthäusl • Gründung der St. Leonhards-Vertriebs GmbH & Co. KG 1996 in Leonhardspfunzen • Mitarbeiter 45

In der modernen Abfüllanlage (oben rechts) wurden anfangs 120 000 Liter Wasser pro Jahr abgefüllt, heute sind es 40 Millionen. Welches ist das richtige Wasser für mich? Einfach testen! Vorher besser keinen Kaffee, Kaugummi und keine stark gewürzten Speisen zu sich nehmen, die stillen Wässer bei Raumtemperatur verkosten, dabei das Wasser vor dem Schlucken etwas im Mund behalten, auf Geschmack achten, auf das Gefühl im Mund und beim Schlucken. Ist es leicht, angenehm und weich? Dann ist es das richtige (oben). Auswahl aus dem Sortiment: lebendige Wässer aus eigenständigen artesichen Quellen (rechts).

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MARKENPRODUKTE

Natürlich, frisch und voller Ideen: Die neue Bio-Wohlfühlküche So verstehen wir »Clean Eating«

Das Ernährungskonzept »Clean Eating« ist mo­ mentan in aller Munde. Wörtlich bedeutet es »sauberes, reines Essen«. Dabei ist mit »sauber« die Natürlichkeit und Frische der Lebensmittel ­gemeint. Eigentlich vom Ansatz her sehr nah an der altbekannten Vollwert-Ernährung, die durch diesen Trend einen modernen Anstrich erhält. Weil Vollwert-Ernährung und der Bio-Grund­ gedanke schon immer eng miteinander verzahnt sind, haben wir Rezepte kreiert, die zu dieser »neuen alten« Bio-Wohlfühlküche passen. Das Schöne am Clean-Eating-Konzept: Alles ist erlaubt, auch Kohlenhydrate und Fleisch. Wichtigste Regel: Das Essen soll naturbelassen sein – unverarbeitete ­natürliche Rohstoffe wie Gemüse, Obst, Salat, Fleisch, Fisch und Vollkornprodukte stehen im Vordergrund. Bei verarbeiteten Lebensmitteln gilt: je kürzer die ­Zutatenliste, desto besser. An dieser Maxime orientieren wir uns auch bei ­Alnatura. Viele unserer Produkte sind seit vielen Jahren genau das, was »Clean Eating« jetzt benennt. Ob ­basale Getreidesorten oder Trendgetränke, alte Bekannte oder neue Lieblinge wie Quinoa, Amaranth, Chia, Cocodrink oder Matcha: »Clean« ist keinesfalls mit einem Weniger an Genuss gleichzusetzen. Im Gegenteil: Diese Küche steckt voller Ideen!

Das Alnatura Markensortiment • 100 % Bio-Lebensmittel – seit 1984 • über 1 200 Alnatura Markenprodukte – für jeden Tag und für den besonderen Genuss • transparente Qualität – von unabhängigen Fachleuten geprüft • ganzheitlich und nachhaltig verarbeitet – von der Herkunft der Zutaten bis zur Verpackung • erhältlich im Alnatura Super Natur Markt, bei ausgewählten Handelspartnern und im Alnatura Onlineshop unter alnatura-shop.de Schauen Sie doch mal rein!

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REZEPT

Frühstückssalat Zutaten für 4 Gläser à 250 ml je 150 g Blaubeeren, Himbeeren und Erdbeeren, tief­ gekühlt / Saft von 1 Zitrone / 1 EL Akazienhonig / 3 Zweige Minze / je 50 g Paranuss- und Walnusskerne / 300 g Cocodrink Natur oder Mango / 60 g Chiasamen / 100 g Cashewmus (fertig oder selbst gemacht) / 4 EL Agavendicksaft Viele Produkte sind als Alnatura Markenprodukt erhältlich. Zubereitung Tiefgekühlte Beeren am Abend zuvor in einer Schale mit Zitronensaft, Honig und Minze mischen und im Kühlschrank auftauen lassen. Am nächsten Morgen Nüsse hacken. Cocodrink mit Chiasamen, Cashewmus und Agaven­dicksaft verrühren und in Gläser füllen. Nach ca. 15 min die Beeren auf den ­Chiapudding geben und mit gehackten Nüssen garnieren.


Körniger Frischkäse, Avocado und Leinsamen

Feta, Cocktailtomaten, KalamonOliven und Basilikum

Cashewcreme, Cranberrys und geröstete Mandeln Cashewquark, Blaubeeren, Pistazien und Chia

REZEPT

Knusprige Süßkartoffel-Toasts Zutaten für 4 Portionen 4 Süßkartoffeln Zubereitung Backofen auf Grillfunktion stellen und auf 175 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Süßkartoffeln waschen und in gleichmäßige Scheiben von ca. 1 cm schneiden. Süßkartoffelscheiben auf das Blech geben und unter dem Grill ca. 15 min grillen. Dabei mehrmals wenden, bis sie gar sind. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Viererlei Toppings

Entdecken Sie die Kurzrezepte zu allen Toppings (siehe oben) sowie unsere neuen Rezeptvideos auf alnatura.de/saison

Selber machen oder fertig von Alnatura genießen Selbermachen ist Trumpf: Sich von einem Rezept inspirieren lassen, die Zutaten selber kaufen, die Zubereitung selbst übernehmen – und dann, nach getaner Arbeit und mit einer gehörigen Portion Stolz, genießen. Unvergleichlich! Und für den Fall, dass Sie sich für den passiven Genussweg ent­ scheiden, empfehlen wir etwas aus unseren Reihen. Zum Beispiel das Alnatura Cashewmus. Fein-nussig im ­Geschmack und vielseitig einsetzbar: als Brotaufstrich, zum Naschen oder zum Verfeinern von hellen Saucen, Desserts und Gebäck. Sehr begehrt auch als veganer Sahneund Käse­ersatz.

Cashewcreme selber machen: Das Rezept gibt‘s unter alnatura.de/saison Alnatura Magazin 01.2017 21


H E R S T E L L E R - R E P O R TA G E

Suppe nova

Auf der Schwäbischen Alb, bei der Bio-Manufaktur Rose, kocht man sein eigenes Süppchen. Hinein kommen Familiensinn, Zutaten in Demeter-Qualität und Kreativität. Alnatura zu Besuch in einer Suppenküche der besonderen Art.

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arotten & Ingwer Suppe«, »Rotes Curry mit Bulgur«, »Kartoffel & Mango Suppe« – die Suppen und Fer­ tiggerichte aus der Bio-Manufaktur Rose sind keine typischen Fertigprodukte. Vor allem deswegen, weil nur ­Zutaten in Demeter-Qualität in den Topf kommen und Simon Tress die Rezepturen mitentwickelt. Der Koch bringt gerade sein fünftes Kochbuch heraus und teilt sein Wissen gern, zum Beispiel als Fernsehkoch im ARD-Buffet oder bei Kochkursen im eigenen Bio-Restaurant Rose. Die Familie Tress führt neben der Bio-Manufaktur Rose und dem Bio-Restaurant Rose auch ein Bio-Hotel, einen Bio-Gasthof an der Wimsener Mühle sowie einen Bio-Catering-Service. Mutter Inge und ihre vier Söhne Simon, Daniel, Christian und Dominik sind ein eingeschworenes Team, das Familientradition aus Überzeugung und mit Herzblut lebt. Obwohl jedes Familienmitglied seine Aufgaben und Schwerpunkte hat, arbeiten sie stets eng zusammen. ­D ominik Tress, der jüngste Sohn, ist als Betriebswirt für die Bio-Manufaktur Rose verantwortlich. Seit Generationen ist ­ die ­Familie vom Demeter-Anbau genauso überzeugt wie sein Großvater Johannes Tress senior, sagt er. Dieser begann schon 1950 mit biodynamischer Landwirtschaft in Hayingen-Ehestetten. Damals hatte er ein Buch von Rudolf Steiner gelesen, anschließend war er glühender Demeter-Anhänger und setzte seine Überzeugung direkt in Taten um. Im Dorf wurde er dafür belächelt, sie nannten ihn Mondscheinbauer. Die Idee, im Einklang mit den Rhythmen der Natur zu arbeiten, fanden sie abwegig. Stark verbreitet war die Ansicht, das Wirtschaftswunder solle auch im Boden stattfinden. Dass die Natur möglicherweise anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, war für die meisten nicht denkbar. Welche Pionierleistung hinter der Entscheidung von Johannes Tress senior steckt, wird mit dem Gründungsjahr des Demeter-Verbandes in Baden-Württemberg deutlich: 1960, also erst zehn Jahre später. Die Hinwendung zur biodynamischen Wirtschaftsweise auf 15 Hektar Land legte den Grundstein für das Unternehmen Rose. Der Name stammt von dem Gasthof Rose, der im 18. Jahr­ hundert an gleicher Stelle gebaut worden war. Langsam und stetig entwickelte sich das Unternehmen, in dem Johannes Tress senior sich anfangs um die Rohwaren kümmerte und s­ eine

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Frau sie verarbeitete. In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde das Restaurant weiter ausgebaut. Lange vor dem bundesweiten Gesetz zum Nichtraucherschutz machte Johannes Tress junior das Lokal rauchfrei, auch Cola und Limonaden mit Farb- und Aromastoffen strich er von der Karte. Den Grundstein für die Convenience-Linie legte er schon sehr früh, Selbstgemachtes stand im Kühlschrank zum Mitnehmen für zu Hause bereit. Nach dem Tod von Johannes Tress junior im Jahr 2008 entschied sich die Familie, die Landwirtschaft zurückzufahren. Heute bewirtschaftet F­ amilie König die 15 Hektar Land, natürlich weiterhin biodynamisch und in enger Zusammenarbeit mit der Familie Tress. Die Ernte wird überwiegend im Restaurant verarbeitet. 2009 startete das Familienunternehmen die Produktion von Suppen im Rahmen seines Caterings, später dann auch für den Bio-Handel. Die Rezepturen werden von Produktions- und Entwicklungs­ leiter Franz Binder mit Dominik und Simon Tress entwickelt. Alle Suppen kommen zunächst auf die Speisekarte des hauseigenen Restaurants, die Gäste sind also die ersten Tester. Und wenn sie zufrieden sind, schaffen es die Gerichte von der Restaurantküche über das Kühlregal des Handels auf die Esstische zu Hause. GS

Rose Bio-Manufaktur kurz gefasst • Hersteller von 20 veganen Convenience-Produkten in Demeter- und Restaurantqualität mit Schwerpunkt Suppen • Rose Bio-Manufaktur gehört zum Familienunternehmen Tress, das außerdem ein Bio-Restaurant, -Hotel und -Catering betreibt • Unternehmensgründung 2009 (Familienunternehmen 1950 gegründet) • Unternehmenssitz Hayingen-Ehestetten auf der Schwäbischen Alb • Mitarbeiter 22 (zzgl. Gastronomie 60) • Genussbotschafter des Landes Baden-Württemberg, Mitglied bei Slow Food Deutschland • Restaurant war das erste zertifizierte Bio-Hotel und BioRestaurant in Baden-Württemberg tress-gastronomie.de


»Wer keine Zeit zum Kochen hat, muss nicht auf Qualität verzichten.« Dominik Tress, Geschäftsführer Rose Bio-Manufaktur

Die 15 Hektar, auf denen Johannes Tress ­senior 1950 mit biodynamischer Landwirtschaft begann, werden heute von der Familie König bewirtschaftet und sind natürlich nach wie vor biodynamisch (links). Eine Familie, ein Unternehmen (v. l. n. r.): Daniel, Inge, Dominik, Christian und Simon Tress (unten). Die frischen Rohwaren werden nach Lieferung direkt im großen Köcher zerkleinert, ­püriert und erhitzt. Nach zwei Stunden ist die Suppe fertig – und kann gekostet werden (links unten)!

Den Grundstein für das Familienunternehmen legte Johannes Tress senior mit biodynamischer Landwirtschaft bereits in den 1950er-Jahren.


A L N AT U R A E I N B L I C K E

Von Kopftüchern und Tattoos

Auf Diskriminierung, noch dazu in einer Alnatura Filiale, muss man deutlich antworten, meinen Joachim Schledt, Leiter Mitarbeiterservice und -entwicklung, und Didem Evisen, Filialleiterin in Viernheim, beide bei Alnatura.

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edaktion: Frau Evisen, Herr Schledt, was ist der ­Anlass für dieses Gespräch? Joachim Schledt (JS): Kürzlich wurde eine unserer Mitarbeiterinnen von einem Kunden mit harschen Worten angesprochen, sie habe mit Kopftuch nichts in einer Alnatura Filiale zu suchen. Ich war erschüttert und zutiefst irritiert, so wie viele Kolleginnen und Kollegen auch. Alle, mit denen ich gesprochen habe, wollen so ein Verhalten nicht hinnehmen. Didem Evisen (DE): Ich weiß, wie es ist, mit diskriminierenden Äußerungen konfrontiert zu werden. Zum Glück ist mir das bei Alnatura nicht widerfahren, zumal ich unsere Kundinnen und Kunden als weltoffen erlebe. Umso mehr hat mich dieser Vorfall überrascht. Wenn der Vorfall in Ihrer Filiale geschehen wäre: Wie ­hätten Sie reagiert? DE: Ich hätte mich vor die Kollegin gestellt und den Kunden ruhig und sachlich in seine Schranken verwiesen, auch wenn ich innerlich gekocht hätte. Man darf in so einer Situation nicht persönlich werden. Ich kann sehr gut mit unterschied­ lichen Ansichten umgehen. Durch die eigene Brille betrachtet, meint ja auch jeder die richtige Meinung zu haben. JS: Ich stimme Ihnen zu. Doch es geht ja nicht um richtig oder falsch. Es geht darum, die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und dann seine Meinung äußern zu

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­ ürfen – innerhalb gewisser Grenzen. Immanuel Kant wird der d Satz zugeschrieben: »Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.« Dieser Gedanke bringt es auf den Punkt. DE: Und die Grenze der Freiheit ist überschritten, wenn man jemanden auf der persönlichen Ebene mit Worten angreift, wie hier beim Kopftuch. Dann ist es als Führungskraft meine Pflicht, auch gegenüber einem Kunden deutlich zu werden. Eine klare Haltung zu haben, passt ja auch zum Alnatura Grundsatz der Kundenorientierung. Diesem Prinzip folge ich gern, weil es Freude macht, mit unseren Bio-Lebensmitteln ­zufriedene und oft auch begeisterte Kunden und somit Erfolg zu haben. Das heißt jedoch nicht, als Mitarbeiter seine Rechte aufgeben zu müssen. JS: Nicht alles hinnehmen zu müssen, sondern sich sachlich auseinanderzusetzen, ist auch ein Beitrag zur Alnatura Unternehmenskultur. Also nicht in Schwarz oder Weiß zu denken, sondern die bunte Vielfalt zuzulassen. Denn nur durch Vielfalt entwickeln wir uns.

»Wir wären für unsere Kunden nur ­bedingt glaubwürdig, würden wir ­einerseits Bio verkaufen, andererseits Vielfalt in unserem Unternehmen nicht aktiv leben.« Joachim Schledt


Wie erleben Sie Vielfalt bei Alnatura? DE: Die Vielfalt fängt schon bei unseren Kunden an. Wir haben Kunden, die tätowiert oder gepierct sind, die Kopftücher t­ ragen, Menschen aus vielen Nationen, Alte und Junge. Ich erinnere mich, dass wir vor der aktuellen Kopftuchdebatte ähn­liche Diskussionen zum Thema Tätowierungen hatten. Heute interessiert es kaum noch jemanden, wenn ein Kassierer ein Tattoo trägt. Unsere Kunden sind unterschiedlich und wünschen sich Vielfalt in unserem Angebot. Wer jedoch Hülsenfrüchte aus der Türkei, Oliven aus Griechenland und Tee aus Indien erwartet, gleichzeitig aber die Menschen aus diesen Kulturkreisen ablehnt, lebt im Widerspruch. JS: Die Vielfalt geht bei unseren Mitarbeitern weiter. Bei Bewerbern richten sich unsere Erwartungen an ­deren Kompetenzen, zum Beispiel die Fähigkeit zur Kundenorientierung oder Eigenverantwortung, nicht an bestimmte politische, religiöse, sexuelle oder an­ dere Ausrichtungen. Hat Alnatura somit ein aktives Diversity (Vielfalt)Management? JS: Nein, denn wenn man im Sinne der Mitarbeiterentwicklung bewusst steuernd eingreifen muss, dann liegt in der Regel ein Defizit vor. Bei Alnatura müssen wir Vielfalt nicht thematisieren, weil sie ganz selbstverständlich zu uns gehört. Vielfalt ist ein wesentliches Merkmal von Bio. Wir wären für unsere Kunden nur bedingt glaubwürdig, würden wir einerseits Bio verkaufen, andererseits Vielfalt in unserem Unternehmen nicht aktiv leben. Dennoch ist der Anteil an Frauen in Führungs­ positionen nicht gleichgewichtig … JS: Das stimmt und auch nicht. Bei unseren Team- und Abteilungsverantwortlichen haben wir ein einiger­ maßen ausgeglichenes Verhältnis, vor allem bei den Bereichsverantwortlichen haben wir jedoch einen viel zu geringen Frauenanteil. Hier müssen wir handeln. Deshalb untersuchen seit Kurzem zwei meiner Kolleginnen die Frage, ob es bei Alnatura kulturelle oder strukturelle Aspekte gibt, die es Frauen schwerer ­machen, in die oberste Hierarchie zu gelangen. Wenn dies so sein sollte, werden wir das ändern. Schulen Sie Mitarbeiter im Umgang mit Diskri­ minierungen? DE: Wenn wir so weit wären, dass man Mitarbeiter schulen muss, dann hätten nicht unsere Kollegen ein Defizit, sondern die Gesellschaft! Insofern bin ich froh, dass wir uns bei Alnatura auf ein faires, offenes Miteinander verlassen können. JS: Wir sprechen bei Alnatura ja bewusst von einer Arbeitsgemeinschaft, weil wir ein gemeinsames Ziel haben, nämlich mehr Bio in die Welt zu bringen. Der Gemeinschaftsgedanke zeigt sich auch im aktuellen Fall. Unsere Botschaft ist: Wir stehen hinter unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und lassen Diskriminierungen, gleich welcher Art, nicht zu. ››› Das Gespräch moderierte Volker Laengenfelder.

A L N AT U R A B I O - B A U E R N - I N I T I AT I V E

Bio am Salzigen See 25 Höfe stellen aktuell mit Unterstützung der Alnatura BioBauern-Initiative (ABBI) auf den Bio-Landbau um. Die Initiative spendet für das Projekt »Gemeinsam Boden gut machen« des NABU, das Bauern gezielt bei der Umstellung auf Bio-Landbau fördert. Alnatura Kunden unterstützen das Projekt, indem sie ABBI-Produkte mit dem Hinweis »Gemeinsam Boden gut machen« kaufen: Jeweils ein Cent geht an ABBI. Im Alnatura Magazin lernen Sie jeden Monat eine der Bio-Bauern­familien kennen. Einst war er Mitteldeutschlands größtes Binnengewässer, im 19. Jahrhundert wurde er – als Tribut für den Bergbau – fast ­trockengelegt und heute ist er das Herz eines weitläufigen Natur­ schutz­­gebietes mit 126 Vogelarten: der Salzige See in Sachsen-­ Anhalt. Mitten in diesem von der NABU-Stiftung betreuten FloraFauna-­Habitat bewirtschaftet Volker Stens seine Ackerflächen. Vor rund 18 Monaten hat der 49-jährige Bauer mit der Umstellung seines ehemals konventionellen Hofes nach Bioland-Kriterien begonnen. Woher kam der Sinneswandel? »Über 20 Jahre lang habe ich Pestizide gespritzt. Immer häufiger habe ich mich dabei gefragt, ob es nicht auch umwelt- und gesundheitsschonende Alternativen gibt. So bin ich beim Bio-Anbau gelandet.« Und bei der Alnatura Bio-Bauern-Initiative (ABBI). Denn die Umstellung eines Hofes verursacht auch Kosten. Hier springt ABBI ein und bietet Landwirten finanzielle Unterstützung an. Auch Volker Stens wurde die Starthilfe gewährt. »Mich freut, dass wir jetzt mit unserem BioAnbau von Kleegras, Ackerbohnen und Dinkel einen Beitrag zum Schutz dieser artenreichen Landschaft leisten. Vor a­ llem aber, dass ich meinem Sohn einen zukunftsweisenden Weg vermitteln kann.« Demnächst beginnt Sebastian Stens eine landwirtschaftliche Ausbildung und bereitet sich so auf die Übernahme des elterlichen ­Hofes vor. Und wie bewertet Volker Stens seine E­ ntscheidung zur Umstellung? Ohne zu zögern antwortet er: »Die Zeit bisher war überraschend gut. Es war der richtige Schritt.« ››› Volker Laengenfelder alnatura.de/ABBI


H E R S T E L L E R - R E P O R TA G E

Two for Tea

2002 gründeten Tim Westwell und Sebastian Pole in Bristol die Tee- und Kräutermanufaktur Pukka. Ihre Vision ist es, Menschen, Pflanzen und die Erde zu verbinden. Ein Gespräch mit Tim Westwell über eine der wichtigsten Zutaten in den Pukka-Tees: Nachhaltigkeit.

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edaktion: Herr Westwell, welche Rolle spielt ­Nachhaltigkeit für Sie und Ihr Unternehmen? Wie würden Sie Nachhaltigkeit definieren? Tim Westwell: Wir glauben, dass die Gesundheit des Planeten mit unserer eigenen eng verbunden ist. Das ist einfach von­ einander abhängig und auch der Grund, weshalb Umweltschutz bei der Herstellung unserer Tees schon immer eine Herzens­ angelegenheit ist. Die Entscheidung für hundertprozentige Bio-Qualität nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Unsere Mission ist es, jedem eine Inspiration für ein bewusstes Leben zu sein. Ein Leben, das schließlich für Menschen, Pflanzen und die Welt eine Bereicherung ist. Diese Philosophie findet ihren ­Höhepunkt in fair gehandelten Tees, die wir auf der ganzen Welt verkaufen. So können wir mithilfe des Handels etwas Gutes tun. Welche Projekte werden von Pukka unterstützt? Und ­welche Ziele verfolgen die Projekte? Unsere Tees werden alle nach einem neuen Fair-Trade-Programm namens »Fair

Pukka kurz gefasst Hersteller von über 40 Kräutertees und biologischen Nahrungsergänzungsmitteln, Export in mehr als 40 Länder Unternehmensgründung 2002 in Bristol / Großbritannien von Tim Westwell und Sebastian Pole Mitarbeiter 93 Auszeichnungen 2 degrees – Sustainable Business Champions Awards 2015, Natural & Organic ­Product Awards – Outstanding Achievement Award 2015, »Biomarke des Jahres 2015«, NOPE-Award 2016 für Goldene Kurkuma in der ­Kategorie »Bestes neues Getränkeprodukt«, ­Ginseng Matcha Green und Goldene Kurkuma ­unter den Finalisten für die »eathealthy Awards«

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for Life« zertifiziert. Diese Fair-Trade-Zertifizierung halte ich für die gerechteste und transparenteste, die es heute auf der Welt gibt. Das Zertifikat garantiert, dass jeder Mitarbeiter in der gesamten Pukka-Produktionskette fair behandelt wird. Pukka unterstützt außerdem das FairWild-Zertifizierungssystem. Mehr als 50 Prozent aller Kräuter für kommerzielle Zwecke werden wild geerntet. Das FairWild-Zertifikat schützt Wildkräuter vor dem Aussterben, indem die Kräuter auf nachhal­ tige Weise geerntet werden und garantiert einen fairen Lohn für die Sammler.. Zu Beginn des Jahres 2016 wurde Pukka Mitglied von »1% for the planet«, einer Initiative, die Unternehmen, Non-ProfitOrganisationen und Einzelpersonen verbindet, um gemeinsam für einen gesunden Planeten zu kämpfen. Wir spenden ein Prozent unseres Gewinns für umweltfreundliche Projekte. Schließlich wurden wir im Oktober 2016 eines der ersten und größten Benefit Corporations in Großbritannien und ­damit Teil eines globalen Netzwerkes, das sich mit über 1 800 Unternehmen aus 50 Ländern zusammengeschlossen hat, mit dem Ziel, Gemeinwohl und privatwirtschaftliche Interessen vereinbar zu machen. Weltweit haben Benefit Corporations die Umsätze eines mittelgroßen Landes (über 29 Milliarden Pfund) erwirtschaftet. Es ist ein sehr leistungsfähiges Netzwerk, das positive Veränderungen verspricht. Die monumentale Aufgabe, wieder ein gesundes Gleich­ gewicht auf dem Planeten herzustellen, erfordert kollektives Handeln. Welche Ziele wollen Sie in puncto umweltfreundliche Herstellung von Bio-Tee erreichen? Der Klimawandel ist die größte Herausforderung in unserer Produktionskette und in der Welt – man kann keine Heilkräuter auf einem kranken Planeten wachsen lassen. Pukka ist CO2-neutral und wir verpflichten uns, bis 2045 in der gesamten Lieferkette von der Ernte bis ins Regal CO2-neutral zu werden. Wir suchen mit unseren Bio-Kräuterlieferanten nach Wegen, den Klimawandel aufzuhalten, und zwar durch bessere Kompostierung und ­Agroforstwirtschaft, also die Kombination landwirtschaftlicher Nutzpflanzen mit Baumbestand.


Welche gesellschaftlichen Veränderungen wünschen Sie sich? Um nachhaltiger leben zu können, müssen wir achtsamer und bewusster leben. Nehmen Sie sich Zeit zum Entspannen und Meditieren. Es wird dazu beitragen, grenzenlose Weite und mehr Energie in Ihr Leben zu bringen. Es wird Ihnen dabei helfen, wichtige Entscheidungen richtig zu treffen. Essen, t­ rinken und tragen Sie mehr Bio – davon profitieren alle. Essen Sie weniger Fleisch und mehr Gemüse, denn Vieh verbraucht sehr viele natürliche Ressourcen. Treffen Sie mit Ihrem Geld eine Wahl, ändern Sie Ihr Leben und damit die Welt. ››› Das Gespräch führte Gabriele Storm. Verbindet nicht nur die Liebe zum Tee: Umweltfreundliche und soziale Werte sind für die Pukka-Gründer Tim Westwell (rechts) und Sebastian Pole in jedem Tee die Basiszutat.

Die neuen Tees von Pukka: Goldgelbe Kurkuma und hochwertiger Matcha mit Ginseng.


MARKENSEITE*

Saubere Wäsche ohne Umweltbelastung Sodasan steht seit über 30 Jahren für umweltschonendes Waschen, Putzen und Reinigen. Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen sollen bei der Herstellung, Anwendung und Entsorgung die Umwelt so wenig wie möglich belasten. Die Produkte werden aus pflanzlichen Rohstoffen des Bio-Anbaus (soweit erhält­lich) ohne Enzyme, ohne Inhaltsstoffe aus der organischen Chlorchemie und ohne synthetische Duft- und Konservierungsstoffe hergestellt. Zertifizierte Qualität durch Ecogarantie und Ecocert gehört für Sodasan zum hohen Standard, der durch konsequentes Handeln beim Einkauf, bei der Verarbeitung und Herstellung immer wieder unter Beweis gestellt wird. Sodasan produziert im ei­genen ­Betrieb mit grünem Strom und CO2-neutral.

Der Markentisch des Monats

DUFT- & PFLEGESPÜLUNG** Bio-Aloe-vera und Sojalecithin ­pflegen die Fasern besonders hautfreundlich. Die Wäsche duftet nach Magnolia und bietet ein angenehmes Tragegefühl. 750 ml 3,49 € (1 l = 4,65 €)

ACTIVE SPORTWASCHMITTEL** Das Spezialwaschmittel für alle Sport- und Freizeitbekleidungen ­neutralisiert Gerüche und erhält gleichzeitig ihre Wasser- und ­W inddichtheit. 750 ml 6,99 € (1 l = 9,32 €)

Preis pro Waschgang: 0,17 €

Preis pro Waschgang: 0,35 €

Die hier abgebildeten NaturdrogerieProdukte finden Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt auf dem Markentisch und im Regal.


* Bei den Markenseiten-Produkten handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. / ** Nicht in allen Filialen erhältlich.

WOLL- UND FEINWASCHMITTEL** Alkalifreies Waschmittel für alle empfindlichen Fasern wie Wolle, Seide, Alpaka und Daunen. 500 ml 3,69 € (1 l = 7,38 €) Preis pro Waschgang: 0,26 €

COLOR SENSITIVE WASCHMITTEL** Das universell einsetzbare Flüssigwaschmittel ist besonders geeignet für Menschen mit empfindlicher Haut. Ohne Duftstoffe. 1,5 l 5,99 € (1 l = 3,99 €)

COLOR WASCHMITTEL** Das Flüssigwaschmittel ist für alle F­ aserarten außer Wolle und Seide ­geeignet und verwöhnt mit einem Duft aus natürlichen Parfümölen. 1,5 l 5,49 € (1 l = 3,66 €)

Preis pro Waschgang: 0,30 €

Preis pro Waschgang: 0,27 €

Alnatura Magazin 01.2017 29


N AT U R T E X T I L I E N

Manomama –  fair zu Mensch und Natur Manomama ist eine Textilfirma – aber eine ganz besondere: Seit 2010 produziert Sina Trinkwalder mit ihrem Mode­ label nach öko-fairen Maßstäben Bekleidung und Taschen. Angefangen mit einer Handvoll Freunden und Mitarbei­ tern, haben heute 150 Menschen in der Augsburger Firma einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz gefunden. Das ­Alnatura Magazin sprach mit Gründerin Sina Trinkwalder über ihre Ideen und Visionen.

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edaktion: Frau Trinkwalder, welche Idee steckt ­hinter Manomama? Sina Trinkwalder: Normalerweise gründet man eine Firma, weil man eine Idee für ein Produkt oder eine Dienst­leis­ tung hat. Bei mir stand aber von Anfang an der Mensch im Mittelpunkt. Ich wollte einen Raum schaffen, wo sich jeder – unabhängig von seinem Lebenslauf, Alter und den bisherigen Be­rufs­erfahrungen – seinen Lebensunterhalt selbst erwirtschaften kann. Wieso gerade mit Textilien? Textilien haben den Vorteil, dass sie tatsächlich greifbar sind, von Menschen »gemacht« wurden. Zugleich lässt sich der Produktionsprozess in viele kleine Arbeitsschritte zerlegen. So findet jeder Einzelne, auch der mit geringen Fähigkeiten, seinen Platz.

Nicht umsonst heißt Ihr Unternehmen Manomama? Genau. Der Begriff ist nicht nur der Ausruf meines kleinen Sohnes an mich, wenn er sich beschwert. Sondern es handelt sich um eine Wortschöpfung aus Mano, angelehnt an das lateinische per manus für »mit den Händen« und Mama für Mutter. Denn anfangs hatte ich vor allem Mütter und Frauen über 50 im Blick. Sie bekommen heutzutage kaum noch einen Chance auf einen Arbeitsplatz. Nicht wenige meiner Mitarbeiterinnen haben übrigens in der Bekleidungsbranche angefangen, denn Augsburg war lange Zeit ein wichtiges Zentrum der Textilindustrie. So lange, bis die Produktion in sogenannte Billiglohnländer verlegt ­w urde und die hiesigen Firmen dichtmachen mussten. Wie gestaltet sich Ihr Sortiment? Die Auswahl reicht in­ zwischen von einfachen Stofftaschen aus Bio-Baumwolle bis zu Bekleidung wie individuellen Sweatshirts oder Berufsbe­ kleidung. Taschen haben dabei unter anderem den Vorteil, dass hinter der Fertigung einfache Handgriffe stehen. Menschen mit wenig Näherfahrung können daran lernen und sie tun das hier immer wieder mit liebevoller Hingabe. Vielleicht können Sie in diesem Zusammenhang noch ­einmal erläutern, was für Sie Fairness bedeutet? Fair ist ­ es zunächst einmal, wenn wir respektvoll miteinander um­ gehen und nur so viel Freiheit ausleben, dass die Freiheit anderer dadurch nicht eingeschränkt wird. Ein anderer Punkt betrifft ­d as Arbeitsverhältnis. Meiner Ansicht nach braucht der Mensch Wertschätzung, Sinn – und auch Sicherheit. Es bringt nicht viel, wenn jemand befristet oder als Leiharbeiter, quasi als Mensch zweiter Klasse, arbeiten soll. Ich habe daher nur Festangestellte mit unbefristeten Arbeitsverträgen und einem Stundenlohn von zehn Euro. Wenn ich Verantwortung für einen Menschen übernehme, dann ganz und ohne Hintertür. Ich kann nicht mit den Menschen »spielen«!

»Bio ist für mich kein Marketing­instrument, sondern Grundvoraussetzung für einen gesunden Arbeitsplatz.« Sina Trinkwalder, Gründerin Manomama


HERSTELLER-EMPFEHLUNG*

Welche Rolle spielt Bio dabei? Bio heißt, keinen Raubbau an der Natur zu betreiben. Dass zum Beispiel beim Anbau keine Pestizide angewendet werden und dass in der Wertschöpfungs­kette petrochemische Produkte und schädliche Chemikalien wo immer möglich zu vermeiden sind. Letztendlich sollen auch meine Mitarbeiter keine belasteten Stoffe in den Händen halten müssen. Seit drei Jahren haben Sie eine strategische Partner­ schaft mit dem Bioland-Verband. Was verbindet Sie? Auch wenn Bioland tatsächlich primär ein klassischer deutscher Bauernverband ist, beschäftigt er sich seit ein paar Jahren mit Textilien. Was uns hauptsächlich verbindet, ist aber der Wunsch nach regionaler Wertschöpfung und Wertschätzung. Die Bio-Baumwolle müssen wir naturbedingt einführen. Genauer gesagt stammt sie aus Tansania, wo die Rohbaumwolle gleich zu Fasern verarbeitet wird. Weil ich wissen will, wo meine Rohstoffe herkommen, fahre ich übrigens jedes Jahr für ein paar Wochen hin. Die angelieferten Baumwollballen werden dann in Nordrhein-Westfalen zu Stoffen verwoben, verstrickt und ­gefärbt. Andere Materialen beziehen wir aber regional, etwa die Wolle von Augsburger Schäfern, den Hanf aus dem Taubertal oder Leder über einen Erlanger Schlachthof. ››› Das Gespräch führte Bettina Pabel.

Sanft zur Haut, aber stark gegen Schmutz! Mit dem Geschirrspülmittel Calendula von Sonett wird lästiges Abwaschen zu einem Fest für die Sinne  – dank ätherischer Öle und dem warmen Duft nach Süßorange. Die milde Formel trocknet die Haut nicht aus. SONETT GESCHIRRSPÜLMITTEL CALENDULA • mit Ringelblumenessenz aus feinen ätherischen Ölen in Bio-Qualität • die rein pflanzlichen Tenside sind zu 100 % biologisch abbaubar und schonen die Umwelt • hohe Fettlösekraft und sehr gute Hautverträglichkeit • sehr ergiebig im Gebrauch • in verschiedenen Größen erhältlich

300 ml 1,99 €

(1 l = 6,63 €)

Alnatura Magazin 01.2017 31

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.

Was hat Fairness dann mit Umwelt zu tun? Für mich steht dahinter die klassische Definition für Nachhaltigkeit – nur so viele Ressourcen zu verbrauchen, wie wieder nachwachsen können. Dass wir den Platz, wo wir leben, mindestens so verlassen, wie wir ihn vorgefunden haben. Lieber aber, dass wir ihn besser machen. Das ist fair.


HERSTELLER-EMPFEHLUNGEN*

FITNE MAGNESIUM + VITAMIN E KAPSELN** vegan • Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei • Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel sowie zu einer normalen Muskelfunktion bei • V itamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen

60 Stück à 666,67 mg = 40 g 9,99 €

(100 g = 24,98 €)

Besonders bei körperlicher Belastung (z. B. Sportler) oder in Stress-Situationen könnte der Bedarf an Magnesium erhöht sein. Die hoch dosierten Kapseln versorgen den Körper mit 300 Milligramm des wichtigen Minerals.

Das Multi-VitaminEnergetikum ­ enthält das Gute aus 13 ver­schie­d enen BioFrüchten und BioKräutern – ideal für die Herbstund ­W intermonate. SALUS BIO-MULTI-VITAMIN-ENERGETIKUM** • mit den Vitaminen A, B1, B2, Niacin, B6, E, D3 sowie natürlichem Vitamin C aus der Acerolakirsche • mit Früchten und Kräutern wie Orange, Aprikose, Spinat und Brennnessel • für Kinder ab 3 Jahren, Jugendliche und Erwachsene

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32 Alnatura Magazin 01.2017

SANATUR BIO-SANDDORN-PULVER** vegan ODER BIO-KURKUMA-WURZELPULVER** vegan • Bio-Sanddorn-Pulver: 100 % pur, das grob gemahlene Pulver als Topping über Müsli oder Joghurt streuen oder mit Honig v­ ermischt in Quark oder Müsli rühren • Bio-Kurkuma-Wurzelpulver: fein gemahlen, kräftig in Farbe und Aroma, ideales Gewürz für ­aromatische und süße Speisen

Bio-Sanddorn-Pulver 100 g 19,99 € Bio-Kurkuma 160 g 11,99 € (100 g = 7,49 €)

Darf es ein bisschen pi­k anter sein? Fruchtiges Sanddorn-Pulver und kraftvolles Kurkuma-­ Wurzelpulver sorgen für würzigen ­G eschmack und veredeln viele ­G erichte.


Orientalischer BuchweizenAprikosen-Salat mit Ingwerdressing: Das Rezept finden Sie hier oder unter alnatura.de/buchweizensalat ALNAVIT BIO-INGWER-SAFT • naturtrüber Direktsaft mit 95 % Ingwer • intensive Frische und ausgewogene Schärfe • perfekt dosierbar • T ipp: ideal zum Verfeinern und Würzen von asiatischen Gerichten, Tees, Säften und Misch­ getränken

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Schöne Haare und eine gesunde Kopfhaut – das Weizen-SchuppenShampoo pflegt mit ­W eizenkeimöl und wert­ vollen Auszügen aus ­M äusedorn, Stiefmütterchen und Salbei. WELEDA WEIZEN-SCHUPPEN-SHAMPOO • reduziert Schuppen und mindert die Neubildung • Rosmarin und Copaiba-Öl verleihen dem Shampoo seinen belebenden Duft • reinigt mild und pflegt, ohne zu beschweren • frei von Silikonen und sulfathaltigen Tensiden

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ALVIANA HANDCREME Q10 • Anti-Aging-Pflege mit Q10 und Extrakten aus Bio-Acai • unterstützt die Regenerationsfunktion der Haut • die mild duftende Textur zieht schnell ein • perfekt für jeden Tag und Hauttyp

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Lust auf ein feuriges Getränk? Der Bio-Ingwer-Saft überzeugt mit seiner natürlichen Schärfe. Einfach in den Tee, Smoothie oder Saft mischen und genießen!


GESELLSCHAFT

»Huu-hu-huhuhuhuu« Gestatten: Waldkauz, Vogel des Jahres 2017.

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Scharfsinniger Jäger – Das Wort »Kauz« gibt es nur im deutschen Sprachraum, es bezeichnet Eulen mit rundem Kopf ohne Federohren – wie den Waldkauz. Auch kaum ornithologisch bewanderte Menschen erkennen ihn gut an seinen ­großen runden »Knopfaugen«, welche der circa 40 Zentimeter großen Eule ein freundliches Aussehen verleihen. Sie erfassen besonders viel Licht, sodass Waldkäuze auch im Dunkeln ausgezeichnet sehen. Wie alle Eulen haben sie besonders feine Sinne und sind damit perfekt an das Nachtleben angepasst. In schwarzer Nacht verlassen sich Waldkäuze ausschließlich auf ihr feines Gehör: Noch in hundert Meter Entfernung nehmen sie eine ­raschelnde Maus im Gehölz wahr.

Baumhöhlen dringend gesucht! Doch Eulen leben nach wie vor gefährlich. Zwar nagelt sie niemand mehr zum Schutz vor »bösen Geistern« lebendig an die Scheunenwand – ein abergläubischer Brauch noch bis ins 20. Jahrhundert hinein. Vielmehr schadet der Mensch den Tieren auf »moderne« Weise. Waldkäuze brüten in alten Bäumen mit schönen großen Höhlen. Das Finden eines passenden Zuhauses gleicht jedoch zunehmend einem Sechser im Lotto. Denn der Nutzungsdruck auf unsere Wälder steigt. Für billiges Brennholz verschwinden Altbäume und Totholz – mit weitreichenden Folgen für viele Wald- und Beutetiere.

Treue Seelen – Waldkäuze fliegen etwa 20 M ­ inuten nach Sonnenuntergang los auf Nahrungssuche. Von der Jagd erholen sie sich in ihren Tagesverstecken. Sie sind nicht gerade leicht zu beobachten, aber meist zuverlässig am gleichen Standort zu finden. Denn der Jahresvogel 2017 ist in jeder Hinsicht ein treuer Kauz: Wird er nicht gestört oder vertrieben, verbringt er oft ein Leben lang ganzjährig im 25 bis 30 Hektar großen Revier. Das hilft ihm, auch harte Winter zu überleben, kennt er doch lohnende Nahrungsquellen und Verstecke sehr genau. Waldkauzpaare bleiben für immer zusammen, wenn sie sich erst einmal gefunden haben. Ist das Nahrungsangebot ausreichend, brüten sie einmal im Jahr. Ab Februar legen Waldkauzweibchen ihre Eier und schon einen Monat später ist der Nachwuchs auf der Welt. Nach drei Monaten sind die Jungen ­flugfähig und beginnen ihr eigenes Leben, das in freier Natur bis zu 19 Jahre andauert. ››› Gastbeitrag Grit Schneider, Projektleiterin Kampagne ­»Vogel des Jahres« und Referentin Öffentlichkeitsarbeit NABU

2017 wird es kauzig – der 47. »Vogel des Jahres« ist ­ der nachtaktive Waldkauz. Seit 1971 wirbt der NABU jährlich mit einer ausgewählten Vogelart für den besseren Schutz der Natur. Im Waldkauz-Jahr startet der Naturschutzbund unter anderem die Aktion »NABU Nacht­n aTOUR« und ermöglicht Einblicke in das scheinbar verborgene Leben von Vögeln, Fleder­ mäusen und anderen »tierischen Nachtschwärmern«. iele von uns kennen den Waldkauz vom Hören. Soll eine Nachtszene in Kriminalfilmen besonders spannend wirken, erklingt sein typisches »Huu-hu-huhuhuhuu« oder das scharfe »Ku-witt«. Im wahren Leben balzen Waldkäuze mit diesen Rufen oder markieren ihre Reviere – vor allem im späten Herbst und Winter. Zahlreiche Mythen und Legenden ranken sich um die nachtaktiven Eulen: Galten sie im alten Griechenland als Inbegriff der Weisheit, kamen sie im Mittelalter als unheimliche Unglücksbringer in Verruf. Ganz anders in unserer Zeit. Spätes­ tens seit den Harry-Potter-Filmen haben Eulen eine riesen­ große Fangemeinde.

Flexibler Kauz – Noch ist der Waldkauz mit 43 000 bis 75 000 Brutpaaren die häufigste Eule Deutschlands, doch verdankt er das eher seiner Anpassungsfähigkeit als der Verbesserung ­seines Lebensraums. Längst bezieht er Quartier in städtischer Umgebung und lebt in Parks, Alleen oder auf Friedhöfen. Doch zu schnell fallen Altbäume hier einer übertriebenen Ordnungsliebe zum Opfer oder werden für Neubauten beseitigt. Auf Kauzens Speiseplan stehen neben Maulwürfen, Ratten oder Jungkaninchen bevorzugt Mäuse. Vor allem im Siedlungsbereich weichen Waldkäuze auf Vögel aus, wenn Kleinsäuger nicht verfügbar sind – keine Seltenheit bei zunehmendem Einsatz von Mäuse- und Umweltgiften.

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GEMEINSAM

Für Mensch und Natur

Seit 1899 setzt sich der NABU dafür ein, unsere Natur zu schützen und für zukünftige Generatio­nen zu sichern. Mit mehr als 600 000 Mitgliedern und Förderern ist er Deutschlands mitgliederstärkster Umweltverband. In den rund 2 000 NABU-Gruppen und 70 Infozentren in ganz Deutschland steht praktischer Naturschutz genauso auf dem Programm wie Lobbyarbeit, Umweltbildung, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit.


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Mehr Interesse?

Infomaterial zum Waldkauz gibt es unter NABU-shop.de

Mit unseren Superhelden easy durch den Winter. Nahrungsergänzung der Spitzenklasse

Nahezu lautlos fliegt der nächt­ liche Jäger seine Beute an, dank des besonders dichten und samt­ artigen Polsters auf der ­Oberseite seiner Flügel sowie ­spezieller »Schalldämpfer« (unten).

für das perfekte Gleichgewicht

Der Ruf des Waldkauzes? Scannen und anhören!

Schönheit von Innen

Auf geht ’s zur »NABU NachtnaTOUR« Nacht- und dämmerungsaktive Tiere wie der Waldkauz leben – scheinbar – im Verborgenen. Wer die Welt von Eulen, Fledermäusen & Co. kennenlernen möchte, kann mit dem NABU auf »NachtnaTOUR« gehen. Viele Ehrenamtliche in ganz Deutschland laden zu Exkursionen, Vorträgen oder anderen Veranstaltungen ein. Der NABU sucht ab Januar Komponisten für ein ganz besonderes »NachtnaTOUR«-Konzert. Wer dabei sein möchte, braucht nur nächtliche Tierstimmen oder Geräusche aufnehmen und bis 20. April per Mail an nachtkonzert@nabu.de schicken. Jede/r kann mit­ machen und zu einem einzigartigen Musikstück bei­ tragen, so v­ ielfältig wie die Natur. Weitere Informationen und Kontakt: NABU.de/waldkauz, nabu.de/nachtnatour E-Mail: nachtnatour@nabu.de

der schnelle Energieschub für die Familie

vegan

IHLEVITAL Nelly-Sachs-Str. 31 D-40764 Langenfeld produkte@ihlevital.de www.ihlevital.de


N A C H H A LT I G L E B E N

Was auf die Haut kommt Immer mehr Menschen möchten einen möglichst umwelt­ freundlichen und nachhaltigen Lebensstil umsetzen. Fahr­ rad statt Auto, beim Einkauf saisonale Bio-Lebensmittel ­in die wiederverwendbare Stofftasche, Naturkosmetik im Bad, Öko-Reiniger zum Putzen … Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft Kleidung und andere Textilien. Große Ket­ ten werben nicht umsonst (und erfolgreich) für ihre Mode »mit Bio-Baumwolle«. Aber reicht das?

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llein ein Viertel der weltweit eingesetzten Insekti­ zide sowie viele andere Pestizide werden auf Baumwollfeldern verspritzt, gefährden Bauern und Umwelt. Zugleich ist im konventionellen Landbau Gen-Baumwolle weit verbreitet. Schon allein angesichts dieser Punkte ­e rweist sich die Umstellung auf biologisch angebaute Baumwolle als äußerst wichtig und wertvoll. Immerhin hat Baumwolle einen Anteil von circa 27 Prozent an der gesamten Faser­ entstehung. Doch der Anbau ist nur ein Teil der komplexen textilen Kette bis zum fertigen Kleidungsstück: Die nach sechs Monaten l­anger Ackerpflege geerntete Rohbaumwolle wird entkernt und gereinigt, dann zu Garnen versponnen. Die nächsten Verarbeitungsstufen sind Weben beziehungsweise Stricken zu Stoffen, Färben oder Bedrucken. Oft folgen dann noch sogenannte Veredelungsschritte, etwa um sie pflegeleichter oder bügelfrei zu machen. Erst jetzt geht es ans Zuschneiden und Nähen. In der konventionellen Verarbeitungsindustrie werden sowohl bei Baumwolle als auch bei anderen textilen Rohstoffen wie Wolle oder Leinen immer noch umweltschädliche Chemikalien eingesetzt. Der andere Weg: People Wear Organic (PWO ) macht es anders und bietet echte Naturtextilien an. Das Sortiment des ­Bickenbacher Unternehmens umfasst Baby- und Kinderbekleidung, Yoga- und Relax-Wear für Damen, Heimtextilien sowie Berufsbekleidung und Merchandise-Ausstattung wie zum ­Beispiel Einkaufstaschen. Trotz der Sortimentsbreite sind alle Artikel GOTS 1-zertifiziert. Die vier Buchstaben stehen für den »Global Organic Textile Standard«. Seit seiner Einführung vor über zehn Jahren (2006) hat sich dieser als weltweit führendes, aber freiwilliges Öko-Textilsiegel etabliert. Nur wenn sämtliche Schritte innerhalb des Herstellungsprozesses definierte, strenge Kriterien erfüllen, dürfen die Textilien letztendlich das GOTS-Zeichen tragen. Dazu gehören zum einen öko-

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logische Aspekte zum Schutz der Umwelt (unter anderem das Verbot von üblichen Chemikalien, die nicht nur Fauna und ­Flora bedrohen, sondern auch beim Menschen zu Krebs oder Missbildungen führen können). Zum anderen spielen auch ­soziale Kriterien eine entscheidende Rolle. Vor allem müssen die Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO ) eingehalten werden. Das reicht vom Verbot von Kinderarbeit über definierte Arbeitsschutzmaßnahmen bis zu Ruhepausen und schriftlichen Arbeitsverträgen. Vergeben wird das Siegel von der international zusammengesetzten GOTS-Arbeitsgruppe anhand der Kontrollberichte, die unabhängige Prüfinstitute nach der Kontrolle erstellen. Die Gültigkeit beträgt jeweils nur ein Jahr. Ausruhen kann sich ein Unternehmen auf dem einmal Erreichten daher nicht.

Schon gewusst? • Baumwolle gehört zu den ältesten Kulturpflanzen und braucht zum Wachsen tropisches oder subtropisches Klima. Seinen Namen verdankt der Malvenstrauch den weißen, flauschig wirkenden Büscheln aus Samenhaaren. Diese sind es, die sich gut zu reißfesten Fäden spinnen und anfärben lassen. • Baumwollstoffe sind weich und angenehm auf der Haut. Dabei dürfte das Allergiepotenzial bei null liegen (allerdings nur, wenn es sich um die reine Naturfaser handelt). Zugleich zeichnen sich die Stoffe dadurch aus, dass sie atmungsaktiv und saugfähig (Feuchtigkeit, Schweiß) sind. Strapazierfähig und gut waschbar, spricht auch die Langlebigkeit als Nachhaltigkeitsplus für Baumwolle. • Pro Bio-Baumwolle: Im biologischen Baumwollanbau ist Gentechnik ebenso tabu wie Pestizide, synthetische Düngemittel oder Entlaubungsmittel. Öko-Farmen setzen zudem auf Mischkulturen und Fruchtfolgen, Kompost und Mist als Dünger sowie natürliche Fressfeinde. Dank einer dicken Humusschicht kann man bis zu 40 % an Bewässerung mit wertvollem Süßwasser einsparen. Geerntet wird von Hand. • Nicht mal 1 % der weltweiten Baumwollernte stammt aus Bio-Anbau. Trotzdem: Rund 194 000 Bauern bewirtschaften damit 350 000 Hektar Land, 2/3 davon in Indien.

Vorbeischauen unter peoplewearorganic.de


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Ursula Karven trägt ein GOTS-zertifiziertes2 PeopleWear-Organic-Outfit.

Der große Aufwand lohnt sich. Davon ist People Wear Organic überzeugt. PWO-Leiterin Nicole Pälicke ergänzt: » ­ Wir freuen uns, dass immer mehr Menschen das Thema Bio-Textilien erreicht – Bio ist jedoch nicht gleich Bio. Wir b ­ ieten daher ausschließlich ­Naturtextilien an, bei denen alle am Her­ stellungsprozess Beteiligten nachverfolgbar, transparent und verlässlich a­ rbeiten.« Ob ein weicher Strampler, ein bequemes Yoga-Shirt in langlebigem Design oder an­ deres – schaut man sich die diversen sauber verarbeiteten Produkte genauer an, findet man garantiert das weiße Hemdchen auf grünem runden Hintergrund plus der Lizenznummer von PWO! BP

SonderBeilage! Reis- und Quinoa-Neuheiten

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Die textile Kette bei People Wear Organic Der Weg von der Baumwollblüte bis zum fertigen Kleidungsstück 1. Anbauen und ernten Die Baumwolle wird öko­logisch angebaut und von Hand geerntet. Bio-Landbau achtet auf die Gesundheit der Böden, Tiere, Pflanzen und Menschen. Gentechnik ist tabu. 2. Entkernen und spinnen Beim Entkernen werden die Baumwollsamen aus dem »Wattebett« gelöst. Danach wird die Faser zu Garn versponnen. 3. Färben, stricken, ausrüsten Die g ­ roßen Garnballen kommen danach zum Färben und Stricken. Gemäß GOTS werden unbedenkliche, nicht ­allergisierende Färbemittel eingesetzt. 4. Zuschneiden und nähen Die fertigen Stoffe – bestickt, bedruckt oder geringelt – werden jetzt zugeschnitten und genäht. 5. Kontrollieren und verpacken Die fertig genähten Naturtextilien werden einer abschließenden Qualitätskontrolle u ­ nterzogen und verpackt. Alle Kartonagen werden aus Recycling-Material hergestellt oder aus ­Materialien aus nachhaltiger Forstwirtschaft. 6. Umweltschonend handeln Schiffstransporte sind die häufigste ­Lieferart für unsere Naturtextilien. 7. Anziehen und weitergeben Je länger Sie und Ihre Lieben Freude an den Naturtextilien haben, desto besser haben wir unser Ziel erreicht.

1 Beim GOTS »organic« müssen mindestens 95 Prozent der eingesetzten Fasern aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) oder kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen, beim Zusatz »made with« 70 Prozent. 2 Alle Artikel von People Wear Organic sind GOTS-zertifiziert, lizenziert durch IMO CH, Liz. Nr. 28697.

NEU

Ob bunte Mischungen im Kochbeutel oder Mini Basmatini Reis: Lecker kann so schnell und einfach sein. www.davert.de Vielfalt für die kreative Küche


ZEIT LEO

Mach mit, lach mit ! E

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Foto Markus Klingenhäger / Illustrationen Leo-Löwe: Maren Amini; »Denk ums Eckchen«: Eckstein / Weltretter-Tipp: Katja Bosse / Porträt-Text: Frauke König

Ein kniffliges Rätsel: Findest du die Antworten und – in den gelben Feldern – einen Senkrechtstarter mit Fernreiseplänen?

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38 Alnatura Magazin 01.2017

1 Mit Merkur, Venus und Erde fängt ihre Reihe an. 2 Ein himmlischer Nachbar, der bald Erdenmenschenbesuch kriegen soll. 3 Gehören in den Geschirrschrank – falls es nicht fliegende aus einem Weltraummärchen sind. 4 Beim … von Raketen wird immer rückwärts gezählt. 5 Ferne Sterne werden auch … genannt – obwohl wir uns in ihrem Schein nicht wärmen oder bräunen können. 6 Sie kommen in Fantasiegeschichten aus entfernten ­Weltraum-Ecken angereist. 7 Schon 47 Jahre her: Dabei gingen zwei Amerikaner auf außerirdischem Boden spazieren und hissten eine Flagge. 8 Ein Riese am Rand unseres Sonnensystems, der heißt wie der Meeresgott der Römer. 9 Er umkreist uns im All und überträgt zum Beispiel Fernsehsignale.

Zw ei M än ne r sit ze n im Zu g. De r ei ne sie ht , wi e de r an de re Ap fe lke rn e iss t. Ve rw un de rt fr ag t er : »W ar um es se n Si e de nn Ap fe lk er ne ?« – »D am it ic h kl üg er we rd e! « – »K an n ic h au ch ei n pa ar Ke rn e ha be n? « – »J a, fü r ei ne n Eu ro pr o Ke rn !« De r er st e M an n za hl t un d fä ng t an zu ka ue n. Pl öt zl ic h sa gt er : »F ür da s Ge ld hä tte ic h ja m in de st en s zw ei Ki lo Äp fe l ka uf en können!« – »Sehen Sie? Es wirkt scho n! « ›››  vo n Le a un d M ila

n n, grü st klei kig? i s a W reiec ieck. und d grünes Dre d eines au un Ein kl st klein, gr i kig? Was dreiec om kleinen nv chatte reieck! S r e D nD grüne n Lena  v ››› o

Kennst du auch einen guten Witz? Schreib an DIE ZEIT / ZEIT LEO, 20079 Hamburg oder zeitleo@zeit.de


e in ? h ic d u d t z t e s r W ofü N ot hi lf t: an M en sc he n in

le rn t, w ie m im m er fü r Ja n, 14 Ja hr e, lt e m ic h sc ho n ol w d un k ni inhalb Jahren »I ch m ag Te ch bin ich vor eine lb ha es D . en er il fs w er ks ei n­ ­andere engagi Te ch ni sc he n H es d pe up d le rn en , gr fe n w ir un s un in d ie Ju ge nd ef tr at on M m al im en , w ie m an ge tr et en . Fü nf lf en . W ir er fa hr he w ie zu ot N in st en he bt un d M en sc he n an sc hw er e La m zu ie h w ic t, e rg nd bi s to ll fi ­V er le tz te re n. B es on d er ie ft on ra ti K nk ig fu en te w m it Fu nk ge rä ch Te ch ni k au ch ur d an m s as se he n, d w eg en ka nn .« ei ne M en ge be

Mach was draus! Aus Dingen, die im Abfall landen, kann man noch eine ganze Menge machen. Zum Beispiel Kunst:

Dein Leseabenteuer startet jetzt … …mit ZEIT LEO, dem Kindermagazin der ZEIT für Jungen und Mädchen ab 8 Jahren. Daraus stammen alle Rätsel und Texte dieser Seite. Jetzt überall im Handel erhältlich. Oder gemeinsam mit den Eltern eine ZEIT-LEOLeseprobe anfordern: Einfach den GutscheinCode ZL5992A01 unter zeit.de/leo-gutschein eingeben.

Tetrapak-Vasen zum Verschenken Dafür brauchst du: 1 leere Milch- oder Saftpackung, 1 Bastel­ schere, 1 Maßband, doppelseitiges Klebeband, Stoffreste, 1 Glas, frische Blumen So geht’s: Spül die Milch- oder Saftpackung aus. Schneid oben ein Stück gerade ab, sodass sie die Form einer Vase bekommt. Leg ein Maßband an der oberen Kante an und miss einmal um die Packung herum. So breit muss dein Stoffstück sein. Dann miss einmal von oben nach unten. So lang muss dein Stoffstück sein. Schneid es gleich aus. Kleb oben, unten und in der Mitte ein doppelseitiges Klebeband rund um die Vase. Dann kleb den Stoff daran an. Stell ein Glas mit Wasser in die Vase. Dann kannst du die Blumen hineinstellen. Fertig! Der ZEIT-LEO-Weltretter-Wettbewerb ruft jedes Jahr Schülerinnen und Schüler der Klassen drei bis sechs dazu auf, mit einem Projekt aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik – kurz MINT – ihre Welt zu verbessern. Zu gewinnen gibt es eine Klassenfahrt! Weitere Infor­mationen unter: weltretter-wettbewerb.de

Noch mehr spannende Themen für Kinder findest du auch jede Woche auf der ZEIT-LEO-Seite in der ZEIT. Lösung 1 Planeten, 2 Mars, 3 Untertassen, 4 Start, 5 Sonnen, 6 Aliens, 7 Mondlandung, 8 Neptun, 9 Satellit, Lösungswort: ASTRONAUT


SERIE

#KunstKochen Ein Pinselstrich, eine Komposition, eine Far­ be, ein Motiv: All das kann kulinarisch inspi­ rieren. Mit #KunstKochen begeben wir uns auf einen Streifzug durch die 700 Jahre Kunst umfassende Sammlung des Städel Museums und lassen uns zu außergewöhnlichen Re­ zeptideen anregen. Hier trifft die Begeiste­ rung für Kunst auf die Freude am Kochen.

Rotklang Rot-, Orange- und Gelbtöne dominieren Ernst Wilhelm Nays abstrakte Komposition von 1962. Scheibenförmige, sich überschneidende Farbflächen in unterschiedlichen Größen füllen das gesamte Bild aus. Auf der Leinwand scheinen sich die kleinen und großen Scheiben hin- und herzubewegen, fast als würden sie mitein­ ander tanzen. Diese Wirkung entfaltet sich über das Mit- und Nebeneinander der Farbkomposition. Welch ein interessanter Zufall, dass auf Nays Werk die drei Farben überwiegen, denen die Farbpsychologie eine appetitanregende Wir­ kung zuspricht! Mag es auf den ersten Blick auch den Anschein haben, dass es sich um einen Akt spontanen Ausdrucks handelt: Ernst Wilhelm Nay hat die Bilder seiner Werkgruppe »Scheibenbilder«, zu der auch »Rotklang« gehört, wohl komponiert. Zwischen 1954 und 1962 suchte der Künst­ler nach der Urform seiner Gestaltung und sagte sich los von allen eckig-kantigen Formen. Nay lebte von 1902 bis 1968 und gehört zu den wichtigsten Vertretern der abstrak­ten Kunst im Nachkriegsdeutschland. Ernst Wilhelm Nay (1902–1968) »Rotklang«, 1962 Öl auf Leinwand, 240 × 190 cm Städel Museum, Frankfurt am Main

Städel Museum

Im Jahr 1815 von dem Bankier und Kaufmann Johann Friedrich Städel begründet, ist das Städel Museum heute die älteste und bedeutendste Museumsstiftung Deutschlands. Die inter­national renommierte Sammlung umfasst rund 3 100 Gemälde, 660 Skulpturen, über 4 600 Fotografien und über 100 000 Zeichnungen und Grafiken – darunter Meisterwerke von Rembrandt van Rijn, Claude Monet und Gerhard Richter. staedelmuseum.de


REZEPT

Buntes Wurzelgemüse aus dem Ofen Zutaten für 4 Portionen 8–10 Zweige frischer Thymian (alternativ 2 TL getrockneter, gerebelter ­Thymian) / 1,5 kg gemischtes Wurzelgemüse (z. B. Rote, Gelbe und Orange Bete, junger Knollensellerie mit ca. 9 cm Ø, junge Bundmöhren, Petersilienwurzel) / 2–3 kleine Zwiebeln / 100 ml Olivenöl / M ­ eersalz / Rohrohrzucker / schwarzer Pfeffer aus der Mühle Zubereitung Backofen auf 200 °C (Ober- und ­Unterhitze) vorheizen. Thymianblättchen von den Stielen zupfen und beiseitelegen. Beten waschen, ggf. b ­ ürsten und in ca. 1–1,5 cm dicke Scheiben schneiden. Sellerie dünn schälen, ebenfalls in ca. 1–1,5 cm dicke Scheiben ­schneiden. Bundmöhren und Peter­ silienwurzel waschen, ggf. bürsten und längs halbieren. Zwiebeln schälen und in breite Ringe schneiden. Gemüse in einer Schüssel mit Olivenöl, Salz, 2–3 Prisen Zucker und Pfeffer sowie dem Thymian würzen. Mariniertes Gemüse flächig auf einem Backblech verteilen und für ca. 35–40 min (zweite Schiene von unten) rösten. Bei Bedarf ­nachwürzen und warm servieren. • Zubereitungszeit: ca. 20 min + ca. 40  min Backzeit • Nährwerte pro Portion: Energie 313 kcal, Eiweiß 4 g, Kohlen­hydrate 18 g, Fett 24 g

Tipp: Das Ofengemüse ­puristisch mit Rucola-Salat, gerösteten Pinienkernen und gereiftem BalsamicoEssig servieren. Weitere Infos unter kunstkochen.de

Alnatura Magazin 01.2017 41


ÜBER DEN TELLERRAND KOCHEN

Kichererbsen zum Frühstück Was haben wir Menschen auf der Erde gemeinsam, egal welcher Religion, Kultur oder Nation wir angehören? Wir müssen essen und trinken. Was uns schmeckt und wie wir es zubereiten, unterscheidet uns, aber es kann uns auch verbinden, wenn wir miteinander teilen. Im Alnatura Magazin zeigen wir jeden Monat ein Rezept von geflüch­ teten Menschen, das sie gemeinsam mit ihren deutschen Freunden für uns kochen.

W

ir treffen uns gleich morgens zum Einkaufen im Alnatura Super Natur Markt in Berlin-Kreuzberg. Spezielle arabische oder syrische Zutaten, die es bei Alnatura nicht gibt, sollen durch Alternativen ersetzt werden. Syrerin Alaa zeigt sich sehr zufrieden mit der Auswahl, nur das arabische Fladenbrot fehlt ihr. Wir einigen uns darauf, stattdessen die Weizentortilla und die Pita mitzunehmen und zu testen, ob es damit auch funktioniert. Vorerst erfahre ich nur den mir unbekannten Namen des Gerichtes, das Alaa und ihre deutsche Freundin Lotta zubereiten wollen: Fatteh. Noch nie gehört. Als ich einen Blick auf die Zutatenliste werfe, bin ich doch ein wenig skeptisch: Kichererbsen  

(Hummus Hab) mit Kichererbsenmus (Hummus). Hm, klingt ungefähr so spannend wie Brot mit Mehl. Aber abwarten. Meine unersättliche kulinarische Neugier erwacht, als es nach frisch frittierten hauchdünnen Fladenbrot-Fetzen riecht und die Sauce aus Joghurt, Sesammus, Knoblauch, Cumin (Kreuzkümmel), Paprika und Zitronensaft cremig zusammengerührt wird. Ich frage erstaunt: »Ohne Salz?« Alaa antwortet, ja, Salz brauche man nicht. Weil so viele andere Geschmäcker das Salz ersetzten. Wir unterhalten uns in einem deutsch-englischen Sprachenmischmasch. Alaa ist gemeinsam mit ihrem Bruder aus Aleppo geflohen und hat erst jetzt, ein Jahr nach ihrer A ­ nkunft in Berlin, ihren Asylantrag bewilligt bekommen. Ab sofort darf sie die Sprachkurse des Integrationsprogramms besuchen. In Syrien hat sie Türkisch studiert, hier möchte sie gern nach der bestandenen Sprachprüfung eine Ausbildung zur Visagistin beginnen. Erst jetzt fällt mir auf, dass Alaa perfekt geschminkt ist. Auch ihre deutsche Freundin Lotta ist hübsch zurechtgemacht. Aber warum eigentlich nicht? Ich nehme mir vor, bei der nächsten Kochaktion mit Freunden meine alte Jogginghose durch ein schickes Koch-Outfit zu ersetzen und wenigstens Lippenstift aufzulegen.

Alaa (24) aus Syrien und Lotta (23) aus Esslingen leben erst seit einem Jahr in Berlin und haben sich über die Girls-Night-Veranstaltung bei »Über den Tellerrand kochen« kennengelernt.


REZEPT

Fatteh Syrisches Frühstück

Zutaten für 8 Portionen 4 Gläser Kirchererbsen à 250 g / 0,5 l Wasser / 100 ml Kicher­ erbsen-Kochsud / 1 kg Joghurt (mind. 3,5 g Fett) / 500 g Tahin (ungesalzen) / 30–40 ml Zitronensaft / 2 TL Paprikapulver süß / 2 TL Cuminpulver / 4 Knoblauchzehen / 3 kg ara­bisches Brot (alternativ Pita oder Wrap / Tortilla-Weizenbrot) / 200–300 ml Sonnenblumen­öl / 4 Becher Hummus à 150 g / 40 g Pinienkerne / 100 ml Olivenöl / 2–3 gr. Tomaten / 1 kl. Bund Petersilie

Nun wieder zu den frittierten Brotchips und der geschmack­ lich unfassbar ausgewogenen Joghurt-Tahin-Sauce. Ich ver­ gesse meine Interviewfragen und nasche ausdauernd frittiertes Brot, eingetunkt in die Sauce, so lange, bis mir der Zugriff verwehrt wird und alles in der Auflaufform verschwindet. Ein gewisses Sättigungsgefühl lässt sich nicht leugnen bei den ­gehaltvollen Zutaten. »Zu welchem Anlass wird Fatteh eigentlich in Syrien zubereitet?«, will ich zufrieden kauend wissen. »Zum Frühstück«, antwortet Alaa ganz nebenbei. Was? Zum Frühstück? Mir ist die Verwirrung anzusehen. »So ein üppiger Start in den Tag? Und so viel Arbeit und Mühe für ein Frühstücksgericht?« – »Ein Frühstück für den Freitag«, präzisiert Alaa. »Freitag ist wie bei euch der Sonntag. Da haben wir frei. Und nach Fatteh muss man sich erst mal ausruhen.« Recht hat sie. Nach zwei großen Löffeln des syrischen Früh­ stücks bin ich ziemlich satt und erschöpft. Den Jungs aus dem Fahrradladen gegenüber bringt Lotta auch Fatteh vorbei. »Wir versorgen sie mit Essen und sie reparieren dafür ­unsere Fahrräder«, freut sich die Soziologin und Kultur­ wissenschaftlerin. Inzwischen ist noch Maher vorbeigekommen. Auch er ist Syrer, ein Agraringenieur, der seit einem Jahr in Deutschland lebt. ­Maher zeigt sich erfreut über das bekannte Essen: »Ah, Fatteh! Aber es ist doch schon Nachmittag.« SUS

Mitmachen!

Sie möchten auch gemeinsam Über den Tellerrand kochen und voneinander lernen? In Dresden freut sich die Orga­ nisation noch über Unterstützung. Anmeldung unter Satellit@ueberdentellerrand.org

Zubereitung Kichererbsen mit Sud kurz in 500 ml Wasser aufkochen und aus dem Kochwasser nehmen. Kochwasser aufbewahren. Für die Sauce Joghurt mit Tahin, heißem Kichererbsensud, Zitronen­ saft, Gewürzen und zerdrücktem Knoblauch cremig rühren. Brot in kleine Stücke zerpflücken und etappenweise in sehr heißem Sonnenblumenöl kurz frittieren, bis es braun und knusprig ist. Dann mit einem Schaumlöffel herausnehmen. Alle frittierten Brotstücke als unterste Schicht in eine große Auflaufform legen und nach unten drücken, sodass noch andere Schichten in die Auflaufform passen. Gekochte Kichererbsen auf das Brot schichten und mit der Joghurt-Tahin-Sauce großflächig übergießen. Als oberste Schicht das Hummus gleichmäßig verteilen. Pinienkerne in Olivenöl anrösten. Öl mit Pinienkernen über die Hummusschicht träufeln. Auflauf mit klein geschnittener Tomate und Petersilie garnieren. Sofort servieren. »Saha Ohana!« – das heißt »Guten Appetit« auf Arabisch. Zubereitungszeit: 45 min • Nährwerte pro Portion: Energie 2 437 kcal, Eiweiß 65 g, Kohlen­hydrate 303 g, Fett 102 g

Über den Tellerrand wurde im Oktober 2013 gegründet im Glauben an eine Welt, die bestimmt wird von sozialem Zusammenhalt, gegenseitigem Respekt und Offenheit gegenüber Vielfalt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Mit­ einander zu ermöglichen. Wie wir das tun? In erster Linie mit gemeinsamem Kochen und Begegnungen auf Augen­ höhe. Wir schärfen bei Menschen mit und ohne Flucht­ erfahrung das Bewusstsein für Gestaltungsmöglichkeiten in der Gesellschaft, greifen beim Aufbau interkultureller Communities unter die Arme und schaffen belastbare, nachhaltige Netzwerke zwischen Engagierten. Inzwischen umfasst unser Netzwerk ca. 1 500 engagierte Menschen in 25 Städten. ueberdentellerrandkochen.de

Alnatura Magazin 01.2017 43


L EI T B I L D L A N DW I RT SCH A F T

Nachhaltig essen in einer urbanen Welt

Wo wird es hingehen mit der Landwirtschaft? In dieser Serie äußern sich namhafte Experten zum Thema und stellen ihre Thesen vor.

2  

050 wird es weder eine konventionelle Landwirt­ schaft im heutigen Sinne noch einen Bio-Landbau nach den heutigen Regeln geben. Was dann? 2009 zeigten der Weltagrarbericht und die Arbeiten des schwe­ dischen Forschers Johan Rockström schonungslos den Handlungsbedarf der Landwirtschaft auf: Noch nie wurden so viele Lebensmittel pro Kopf produziert und dennoch leiden Millionen Menschen Hunger. Eine Milliarde Menschen sind übergewichtig, andere sind von einem eklatanten Vitaminmangel betroffen. Hinzu kommen die Veränderungen durch den Klimawandel. Hat der Bio-Landbau dafür die richtigen Antworten oder bleibt er einer elitären Klientel vorbehalten? Mit guten Wachstums­ aussichten zwar, aber als Nische wenig relevant für Klimawandel, Umweltschutz und Ernährungssouveränität? Oder ist der BioLandbau eine Nachhaltigkeitsstrategie für alle, wie es die BioOrganisationen der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen (IFOAM ) mit dem 50-Prozent-Ziel in der EU anstreben? Um ein Leitbild für die Landwirtschaft zu entwickeln, muss man bei den größten Veränderungen ansetzen: Bis 2050 werden drei Viertel der Menschen in urbanen Megazentren wohnen, prognostiziert die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO ). Die Versorgung von 7,5 bis 8,5 Milliarden Städtern ist vor allem eins: Logistik der Waren, Logis­ tik der Nährstoff- und Abfallflüsse, Logistik der Informationen, des Vertrauens und der Sicherheit. Diese Entwicklung ist nicht umkehrbar, obwohl die Bio-Bewegung das Landleben gerne verklärt. Denn viele Pioniere des Bio-Landbaus sind von der Stadt aufs Land gezogen und haben dort ihre Verwirklichung gefunden. Doch ist das schlimm? Vielleicht sind die zukünftigen Bäuerinnen die urbanen Gärtner, die Familien, die sich mit Arbeit und Kapital solidarisch an Bauernhöfen beteiligen, oder die Angestellten, Bankiers oder Kreativen, die eine Auszeit auf dem Bauernhof suchen. Stadtferne Kleinbauern werden als isolierte Zellen der Land­ wirtschaft nur in kooperativen Organisationsformen am wachsenden Handel teilhaben können. Erfolgreich wird diejenige Landwirtschaft sein, welche das Naturkapital (wie den Bio-Land­ bau), das Sozialkapital (wie kooperative Wirtschaftsformen) und das Humankapital (wie gut ausgebildete, informierte und an der Welt teilhabende Bauernfamilien) optimal einsetzt.

44 Alnatura Magazin 01.2017

Fest steht: Der Bio-Landbau suchte Alter­na­ tiven für die Probleme des 20. Jahrhunderts. Aber die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sind noch zu wenig angesprochen. Bäuerliches Wissen wird zwar wichtig sein, weil nachhaltige Wirtschaftsweise nur lokal angepasst funktioniert. Die »neuen« Bauern und Bäuerinnen, die oft nur auf Zeit oder in Kooperation mit anderen in der Landwirtschaft tätig sind, werden sich auf moderne Expertensysteme stützen, die traditionelles Wissen weitergeben und neues Wissen integrieren. Die Technologien dafür sind netzunabhängige Kommunikation, Daten-Wolken, kleinsträumige Wetterprognosen, geografische Informationssysteme (das räumliche Gedächtnis der Ökologie), feinauflösende Kameras in der Fern­ erkundung und Algorithmen für Wissen und Informationen. Große, von Unternehmen oder Kooperativen geführte Betriebe können dank der Präzisionslandwirtschaft vielfältig, bodenschonend, im Mischanbau, mit Fruchtfolgen und in Harmonie mit der Landschaft bewirtschaftet werden. Der Umweltschützer Douglas Tompkins machte es auf seiner 3 000-Hektar-Farm »Laguna Blanca« in Argentinien vor. Viele repe­titive, schwere körperliche Arbeiten werden automatisiert, Maschinen und Roboter werden kleiner, kostengünstiger und selbstlernend. Die wuchernden Städte werden städteplanerisch auf die Integration von Gärten, Gemüsetürmen und ganzen Landwirtschaftsbetrieben hin optimiert. In und um Städte wird der ökologische Anbau aufblühen, da es genügend Nährstoffe und organische Substanz gibt und Pestizide nur Probleme verursachen würden. Um die Abfälle besser zu nutzen, wird es neue Produktionsformen wie Aquaponik (kombinierte Zucht von Fischen und Pflanzen), Insektenfarmen und vertikalen Anbau geben, nachhaltig und energiesparend, aber nicht

Prof. Dr. Urs Niggli ist seit 26 Jahren Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in Frick, Schweiz. Er lehrt an der Universität Kassel-Witzenhausen über den Bio-Landbau in der EU (Forschung, Politik, Gesetzgebung). Außerdem ist er Mitglied in zahlreichen Expertengruppen und Beiräten in Deutschland, der Schweiz und der IFOAM. urs.niggli@fibl.org


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Serie konzipiert und redaktionell betreut von Manon Haccius.

Alnatura Magazin 01.2017 45

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.

bio. Hauswände in Quartieren werden zur grünen Lunge und Salatköpfe wachsen dort. Viele Erzeugerbetriebe im stadtnahen Raum werden direkte Verbindung zu Städtern haben, die dort arbeiten, konsumieren und lernen. Die Tiere werden so gehalten, dass ihr Wohlbefinden erlebbar ist. Stadtferne Betriebe werden noch größer sein. Sowohl Unternehmen wie auch kooperative Formen (zum Beispiel eine moderne Gewannebewirtschaftung) werden dank »Acker 4.0« (agrar-)ökologisch bewirtschaftet. Modernste Systeme der Tierüberwachung ermöglichen eine Kombination von Herdenbetreuung und Einzeltierbeobachtung. Die moderne Kuh wird also ein »iHalfter« oder einen »iChip« tragen. Allgemein werden die Informationen über die gemessene nachhaltige Bewirtschaftung und andere betriebliche Maßnahmen dank QR-Codes entlang der Wert­schöpfungskette fließen und Vertrauen schaffen. Die Idee der Bio-Pioniere – geprägt von JeanJacques Rousseaus Einklang mit der Natur – wird durch das moder­ne Leitbild des Bio-Landbaus ­»Natur, Mensch und verantwortungsvolle Technik« abgelöst. Bäuerinnen und Bauern werden mehr Zeit haben, sich als Experten für eine nachhaltige Gesellschaft weiterzubilden und entsprechende Dienstleistungen anzubieten. ››› Gastbeitrag Urs Niggli


K L E I N E S I M K E R - TA G E B U C H

Januar

Buchempfehlung »Kleine Biene ­ onnenstrahl«: Dass jede Biene wichS tig ist, sie nur mit ihrem Volk über­ leben kann und welche überragende Rolle eine Königin spielt – all das kann man Kindern er­klären oder aber »Kleine Biene Sonnenstrahl« vorlesen. Ein wunderbares Bienenmärchen von Jakob Streit – für Groß und Klein. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-7725-0688-8, 13,90 Euro.

46 Alnatura Magazin 01.2017

Voller Erwartung lauschte also auch ich – mit mehr als hundert Gleichgesinnten – an einigen Wochenenden den Altimkern. Man spürte die große Erfahrung und Begeisterung, aber auch das Unvermögen, sich vorzustellen, dass jemand mit Begriffen wie Beute, Trennschied, Bienenflucht, Absperrgitter und so weiter nichts anzufangen weiß. Also doch nachlesen, nachfragen und sich zumindest schon einmal theoretisch vom Fleiß und Wesen der Bienen beflügeln lassen. Glücklicherweise gingen bis zum Saisonbeginn noch ein paar Monate ins Land. Und eine frohe Nachricht schon mal vorneweg: Im vergangenen Sommer sind wieder zwei Bienenschwärme in das alte leerstehende Bienenhaus des Urgroßvaters eingezogen. Einfach so. Sie scheinen gespürt zu haben, dass sie hier willkommen sind – und dass sich jemand mit ihnen auskennt. ››› Anja Waldmann, Ernährungswissenschaftlerin, arbeitet schon über 17 Jahre für Alnatura. Seit vergangenem Jahr steht ein Bienenvolk in ihrem kleinen Garten. Jeden Monat lässt sie uns an ihren Imker-Erfahrungen teilhaben.

Dieses bunte Häuschen steht im Garten des Deutschen Bienen­ museums in Weimar. Ein idyllischer Ort, an dem etwa 1 500 historische Exponate rund um Biene und Imkerei bestaunt werden können.

Foto Biene: istockphoto / defun

A  

lles begann mit der un­ gewöhnlichen Stille im Bie­ nenhaus. Und das im Frühjahr, wo hier sonst emsiges Treiben und munteres Summen herrscht. Keines der sechs Völker war über den Winter gekommen. Für den 90-jährigen Besitzer – Imker seit mehr als 60 Jahren – ein Rätsel. Zu wenig Futter, die Eintönigkeit der benachbarten Felder, Pestizide oder vielleicht doch eine Krankheit als Ursache? Der alte Mann konnte sich das Bienensterben nicht erklären und beschloss, auch aus Altersgründen, die Imkerei aufzugeben. Seine Urenkel – meine drei Kinder – waren darüber sehr betrübt. »Bienenopas« Honig gehört auf unseren Frühstückstisch wie Butter und Brot. Was tun? Selber imkern? Der Entschluss, in die Fußstapfen des Urgroßvaters zu treten, war schnell gefasst. Der Altimker wohnt zwar leider weit weg, doch Ratgeber gibt es genug – im Buchhandel wie auch im Freundes- und Bekanntenkreis. Zum Glück war mir der Spruch »Fragst du zwei Imker um Rat, so bekommst du mindestens drei Antworten« damals noch völlig unbekannt. Doch schon nach ein wenig Lektüre und Gesprächen war klar: So wird das nichts. Jeder macht es anders, jeder weiß es besser. Auch hat man es mit Lebewesen zu tun, im besten Fall mit mehreren Zehntausend. Für mich die logische Konsequenz: Anmeldung zum Imkerkurs. Einen solchen bieten Landesverband, Vereine und auch so manche Imkerei an, meist starten sie jetzt – im Januar.


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Jeden Abend zwischen 20 und 24 Uhr bringt der Mitternachts­ bus der Diakonie Hamburg Kaffee, Tee, Kakao, Brühe, Brötchen, Kuchen, Decken und Schlafsäcke zu den Obdachlosen der Stadt. Bis zu 180 Menschen versorgt das Team aus ehrenamtlichen Helfern so bei einer Tour. Vor allem bringen sie aber auch Anteilnahme und menschliche Wärme zu ihnen. Seit dem Start des Projektes vor 20 Jahren prägt damals wie heute der Leitgedanke »Kein Mensch soll auf Hamburgs Straßen ­erfrieren« ihre Arbeit. Über 2 000 Menschen leben nach Schätzung der Diakonie als Obdachlose auf Hamburgs Straßen. Dem Team des Mitternachtsbusses geht es nicht nur um die materielle Grundversorgung, sondern auch darum, sich den Menschen zuzuwenden, mit denen sonst niemand spricht. Bei Bedarf können sich die Obdachlosen auch an weitere Beratungsstellen wenden, wie an das Diakonie-Zentrum für Wohnungslose in Eimsbüttel. Dort gibt es auch eine ärztliche Sprechstunde, Duschen, Waschmaschinen und ein warmes Mittagessen. Aktuell engagieren sich 140 Menschen aus vielen Berufs- und Altersgruppen beim Mitternachtsbus, teilweise schon seit 20 Jahren. Das Projekt finanziert sich seit Beginn zu hundert Prozent aus Spenden. Auch Alnatura Kunden können den Hamburger Mitternachtsbus unterstützen, indem sie ihre Payback-Punkte spenden. payback.de/spendenwelt

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Alnatura Kunden können ihre Payback-Punkte spenden und damit zahlreiche Initiativen unterstützen. payback.de/spendenwelt Nahrungsergänzungsmittel mit Pflanzenextrakten. * Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.


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VORSCHAU

IMPRESSUM

Freuen Sie sich auf das Alnatura Magazin im Februar:

Georg Herold, »Schal ohne Arafat« 1990, Kaviar und Lack auf Leinwand, 102 x 80 cm Städel Museum,Frankfurt am Main

Hersteller-Reportage

Sojabohnen aus Deutschland? Der Tofuhersteller Taifun treibt seit vielen Jahren den Anbau auf europäischem Boden voran.

#KunstKochen

Seien Sie gespannt, zu welchem Rezept uns das Kunstwerk »Schal ohne Arafat« von Georg Herold aus dem Städel Museum inspiriert hat.

Herausgeber Alnatura Produktions- und ­Han­dels GmbH, Darmstädter ­Straße 63, 64404 Bi­cken­­bach, Tel. 06257 9322-0, alnatura.de Gründer u. Geschäftsführer von Alnatura Prof. Dr. Götz E. Rehn Redaktions­leitung Susanne Salzgeber (SUS), Darmstädter ­Straße  63, 64404 Bi­cken­­bach, susanne.salzgeber@alnatura.de Anzeigen Daniel Fehling, Darmstädter ­Straße 63, 64404 Bi­cken­­bach Redaktion Sabrina Behnke, Jana Benke, Matthias Fuchs, Dr. Manon ­Haccius (MH), Anke Helène, Constanze ­Klengel, Dr. Maren Kratz, Stefanie Neumann, Bet­tina Pabel (BP), Lisa Rhein, Dorina Sandau, Rena Schäfges, Tina Schneyer, Julian Stock, Gabriele Storm (GS), Anja Waldmann (AW), Bianca Weis, Eva Wohlgemuth Verlag mfk corporate pub­lishing GmbH, PrinzChris­tians-Weg 1, 64287 Darmstadt, Tel. 06151 96960 - 00 Fotos Alnatura: 3 Porträt Rehn; Alnavit: 33 Rezept; Maren Amini: 38 Illustration Leo-Löwe; Bernward Betram: 23; Oliver Brachat: 6, 8 , 11, 41, Marc Doradzillo: 4 / 5 Lehrling, 16–19, 25, 42 / 43, 46 Porträt, 50 Reportage; Eckstein: 38 Illustration »Denk ums Eckchen«; Fotolia / Eric Isselée: 15 Kuh / nuttapongg: 15 Milch / Arthur Hidden: 32; istockphoto / defun: 46 Biene; Markus Klingenhäger: 39 Foto; Volker Laengenfelder: 24; NABU / Peter Kühn: 35 großes Bild / Dietmar Nill: 35 Nachtbild; People Wear Organic GmbH / Esther Haase: 37; Privat: 15 Porträt, 44 Porträt; Rose Bio-Manufaktur: 23 historisches Bild; Manomama: 30 / 31; Markus Scholz: 48; Robert Seegler: Illustrationen 4 Mais, 10 Herz, 44 / 45; unterdem­ pflaumenbaum.de: 9; VG Bild-Kunst, 2017: 40 (Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e. V.); VISCOM Fotografie: 12 / 13, 23: Familie Tress, 28 / 29; Robert Waldmann: 46 Bienenhaus; Frank Weinert: Titel, 3 Mitte, 20 / 21; VG Bild-Kunst, 2017: 50 Kunstwerk (Eigentum des Städelschen Museums-­Vereins e. V.); Pukkla Herbs: 27 Gestaltung usus.kommu­nikation, Berlin, ususdesign.de Druck alpha print medien AG, Kleyerstraße 3, 64295 Darmstadt, gedruckt auf 100 % Recyclingpapier, ausgezeichnet mit dem Blauen Engel Gastbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder – sie sind aus der ­Perspektive des Verfassers geschrieben. Nachdruck, Aufnahme in Online-Dienste und Internet und Vervielfältigung auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM etc. nur nach vorheriger schrift­licher Zustim­mung des Verlags. Für unverlangte Einsendungen keine Gewähr. Irrtümer und Druckfehler vorbehalten.

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