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schwimmen

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Swimmer’s High Zugegeben: Von einem Endor­ phin­­­­rausch im Wasser ist in den Trainings­ratgebern bislang wenig zu lesen. Doch Sie müssen nicht bis nach Hawaii reisen, um die Freude am Schwimmen zu entdecken. von Holger Lüning

N

icht nur für die Zuschauer ist ein Mas­ senschwimmstart im Triathlon einer der faszinierendsten und atmosphärischsten Augenblicke, die der Ausdauersport zu bieten hat. Jeder, der diese Situation schon einmal selbst er­ lebt hat, wird das Gänsehautgefühl der letzten Se­ kunden vor dem Start niemals vergessen. Dann geht es los – und innerhalb von Sekunden ver­ wandelt sich die sanfte Wasseroberfläche in ein tobendes Wildwasser. Für den Wettkämpfer ist die Auftaktdisziplin des Triathlons auch ein Taktgeber für das gesam­ te Rennen – immer verbunden mit einer Por­tion Hoffen und Bangen. Wie komme ich aus dem Startgewühl? Erwische ich eine gute Gruppe? Klappt es mit der Orientierung? Werde ich mei­ nen Rhythmus finden? Zu keinem anderen Zeit­ punkt des Rennens sind alle Teilnehmer so dicht beieinander wie beim Schwimmstart. Eine Situa­ tion, die kein Training simulieren kann. Und ge­ rade deshalb gilt es, sich bestmöglich auf diesen ersten Teil des Ausdauerdreikampfs vorzuberei­ ten. Was also ist zu tun, um im Sommer gut ge­ wappnet in den Wettkampf zu gehen? Je nach Leistungsstand und Erfahrung bilden sich im Training unterschiedliche Schwerpunkte heraus. Haben Sie eine schwimmsportliche Ver­ gangenheit, so werden Sie Ihr früheres Leistungs­ vermögen mit wenigen Trainingseinheiten­ special 1/2009  www.tri-mag.de

Fotos: Frank Wechsel

Projekt Schwimmen


schwimmen  einleitung verhältnismäßig gut konservieren kön­ nen. Sind Sie dagegen ein Neueinsteiger, liest sich die Liste Ihrer Aufgaben wie eine Projektarbeit. Und genauso sollten Sie die Sache auch angehen: nicht alles auf ein­ mal wollen, sondern Stück für Stück an der Aufgabe arbeiten. Sicherlich, die Heraus­ forderung der im Rennen zu bewältigen­ den Distanz flößt oftmals so viel Respekt ein, dass Sie zur Beruhigung die Strecke wahrscheinlich am liebsten immer und im­ mer wieder am Stück schwimmen wollen. Das bringt zwar Sicherheit, aber keinen ef­ fektiven Leistungsgewinn. Und nachhaltig wirkt diese Methode ebenfalls nicht. Also zurück zum Projekt. Und das beginnt im­ mer am Anfang, wo beim Schwimmen das Erlernen der korrekten Technik steht. Die technische Komponente ist beim Schwimmen deutlich höher zu bewerten als beim Radfahren oder Laufen, das Sie fast alltäglich ausüben und bereits sehr früh im Leben erlernt haben. Die unge­ wohnten Umgebungsbedingungen im Wasser, auch in Gestalt der sehr hohen Wi­ derstände, erschweren die Fortbewegung zusätzlich. Der Weg, diese Widerstände geschickt zu reduzieren (also eine strö­ mungsgünstige Wasserlage einzunehmen) ist folgerichtig eine wesentliche Grund­lage des Techniktrainings. Die Kraulschwimmtechnik hat sich seit je­ her als die schnellste Schwimmart durch­ gesetzt. Nicht nur im Sprintbereich mit der höchsten Geschwindigkeit, sondern auch im Langstreckenbereich. Der opti­ male Wechsel von Anspannung und Ent­

spannung sorgt sowohl für eine hohe Antriebswirkung als auch für eine aus­ reichende Erholung zwischen den Zü­ gen. Es führt daher kein Weg am Erler­ nen dieser Schwimmart vorbei, wenn Sie die erste Triathlondisziplin ökonomisch und schnellstmöglich zurücklegen wol­ len. Und mal ehrlich – es sieht doch auch am besten aus.

Graue Theorie?

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ – schon Erich Kästner scheint gewusst zu haben, wie man das Schwimmen am effektivsten erlernt. Zwar können Sie sich durch die Lektüre von Lehrmaterialien ein gutes theoretisches Wissen aneignen, als Einsteiger sind Sie aber am besten bera­ ten, wenn Sie sich zusätzlich in die Hän­ de eines erfahrenen Trainers begeben oder ein Schwimmseminar buchen. Der Haupt­ grund dafür liegt im sehr individuellen Bewegungsempfinden. Oftmals werden Sie Ihre eigenen Bewegungen, Beugegra­ de und Handstellungen ganz anders ein­ schätzen, als sie tatsächlich sind. Direkte Rückmeldungen durch Trainer oder mit­ tels Videoanalysen geben Ihnen ein wich­ tiges Feedback, um auf der Grundlage die­ ser Informationen Ihre eigene Bewegung noch besser spüren und selbst korrigieren zu können. Regelmäßige Trainingseinhei­ ten zur Überprüfung des Erlernten sorgen zudem für die notwendige Sicherheit, dass die neuen Bewegungsmuster ihren Weg in Ihr Bewegungsgedächtnis gefunden ha­ ben. Eine Investition, die langfristig min­ destens so wertvoll ist, wie ein Satz hoch­ wertiger Laufräder.

Der Trainer wird Ihnen dann vielleicht auch mal etwas sagen, das Sie gar nicht erwartet hätten. Nämlich, dass ein Dreier­ zug möglicherweise gar nicht das Richtige für Sie ist oder dass Sie das Wasser eben nicht wie Ian Thorpe mit einem extrem hohen Ellenbogen greifen können, weil Ihnen die hundert Trainingskilometer im Wasser (pro Woche!) dafür fehlen – und damit auch die spezifische Kraft. Es gibt für das Schwimmen zwar ein anerkann­ tes biomechanisches Grundschema, dar­ in ist aber Platz für viele individuelle Aus­ prägungen, wie in jeder anderen Sportart auch. Die Aufgabe ist es, jene antriebs­ wirksamen Mechanismen zu finden, die Sie selbst umzusetzen in der Lage sind. Die Konzentration auf das Wesentliche. Das ist am Anfang vielleicht eher müh­ sam, verbessert sich aber mit der Häufig­ keit des Trainings und dem Zugewinn an technischem Können. Wenn Sie einen messbaren Erfolg erzielen möchten, sollten Sie mindestens zweimal in der Woche ein Schwimmbad aufsu­ chen. Dabei sollte es dann weniger darum gehen, lange Ausdauereinheiten abzuspu­ len, sondern die knapp bemessene Zeit intelligent zu nutzen. Der Trainingsplan sollte daher im Idealfall immer wieder Variationen und klar definierte Schwer­ punkte enthalten.

Rhythmus im Blut

Wenn sich die Bewegungsmuster erst einmal verfestigt haben, werden Sie ganz schnell spüren, wie rhythmisch diese Sportart sein kann. Wenn Atmung und Armbewegung miteinan­ Wichtiges Feedback: der harmonieren, ein Be­ Regelmäßig in eine wegungsfluss entsteht und Trainingsstunde zu Sie fast schwerelos durch investieren, ist langfristig das Wasser gleiten, wird genauso wertvoll wie ein Schwimmen auf einmal Satz neuer Laufräder ökonomisch, flüssig und leicht. Ganz gleich, mit welcher Geschwindigkeit und auf welcher Leistungs­ stufe Sie unterwegs sind. Und wenn die meditative Monotonie der Bewegung schließlich dazu führt, dass sich Ihre konzentrierten Ge­ danken an die korrekte Armführung, den richtigen Druck zur rechten Zeit und die richtige Kopfhaltung wie in Luft auflösen, dann können Sie es vielleicht doch einmal spüren: das „Swimmer’s High“.

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