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Geschäftsbericht und Jahresrechnung 2019


Inhaltsverzeichnis

0 Vorwort

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Gemeinsam auf den Weg

2 Projekteinblick Neues Schulverwaltungssystem Digitaler Baubewilligungsprozess IAM

8 –13

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Ein grosser Dank

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Bilanz 2019

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Erfolgsrechnung 2019 und Budget 2020

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6 Revisionsbericht

Geschäftsbericht und Jahresrechnung 2019

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Vorwort

Was die Schweizer Bevölkerung über die Digitalisierung denkt

Die digitale Verwaltung?

Geschätzte Leserinnen und Leser Die Digitalisierung kommt nicht, sie ist bereits da. Längst können wir uns einen Alltag ohne Smartphone, GoogleMaps, Wikipedia und online Geschäftsabwicklung kaum mehr vorstellen. Big Data wird uns auch helfen, die Corona-Krise besser zu meistern. All diese Entwicklungen sind fundamental. Wir müssen noch besser die Chancen nutzen, aber auch verstehen, wie wir mit den Risiken umgehen.

25 %

wünschen sich eVoting

70 %

sehen die Digitalisierung als Chance

35 %

vertrauen einer elektronischen Unterschrift

60 %

finden ein elektronisches Patientendossier als empfehlenswert

45 %

befürchten, dass durch die Digitalisierung Arbeitsplätze verloren gehen

50 %

stehen einer e-Identität skeptisch gegenüber

Wie kann da die Verwaltung mithalten? Wie schnell soll und darf Digita­­ lisierung in der Verwaltung voranschreiten? Der Grundsatz muss immer heissen: Die Sicherheit zum Schutz der Daten von Bürgerinnen und Bürgern muss stets gewährleistet sein. Übermitteln von eigenen Steuer­ daten, Abstimmungsantworten oder persönlichen Daten sollen stets sicher sein. Das Vertrauen in das demokratische System und dessen Verwaltungsebenen Gemeinden, Kanton und Bund ist das höchste Gut – dieses gilt es zu schützen. Dafür braucht es eine Struktur, eine Gover­ nance, die in der Lage ist, Verbindlichkeiten und Standards für digitale Lösungen zu setzen. Im Wissen um diese Grundvoraussetzungen müssen nun Werte und Prin­zipien, welche für die analoge Verwaltungswelt gelten, in das digitale Zeitalter transportiert werden. Verschiedene institutionelle und rechtliche Grundlagen sind nötig, damit Projektideen schlussendlich realisiert werden können. Eine solide und frühzeitige Abstimmung zwischen der Verwaltung und den Anspruchsgruppen bringt ziel- und nutzerorientierte Lösungen hervor. Dabei ist die horizontale, interdepartementale Zusammenarbeit genauso wichtig wie die vertikale staatsebenenübergreifende Vernetzung. Mit der Gründung der Anstalt eGovernment St.Gallen digital. konnten wir einen weiteren wichtigen Schritt machen, um gemeinsam die erwähnten Standards zu setzen und neue Lösungen zu erarbeiten. Ebenfalls ermöglicht uns diese Organisationsform, Verbindlichkeiten für Kanton und Gemeinden gleichermassen zu schaffen. Denn nur wenn es uns gelingt, Ressourcen zu bündeln und gemeinsam in eine Richtung zu gehen, werden wir die Chancen der Digitalisierung nutzen. Den richtigen Hebel­ effekt haben wir erst dann, wenn alle an Bord und wir gut vernetzt sind. In diesem Sinne sehe ich einer zunehmend digitalen Verwaltung der Zukunft mit verschiedenen direkten und medienbruchfreien Interaktionen zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Staat positiv entgegen. Benedikt Würth St. Gallen, April 2020

Quelle: Im Auftrag von ICTswitzerland, ausgeführt vom Forschungsinstitut gfs.bern, repräsentative Bevölkerungsumfrage «Pragmatische Internetnutzung – Sensibilisierung für Datenmissbrauch» 2017

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Geschäftsbericht und Jahresrechnung 2019

Regierungsrat und Vorsitzender Kooperationsgremium eGovernment St.Gallen digital.

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1 Gemeinsam auf den Weg

«Ich schaue positiv in die d ­ igitale Verwaltungszukunft und einem weiteren ge­mein­samen Auf- und Ausbau von E-Government­­ St.Gallen digital. entgegen. Die Zukunft ist digital und wir sind bereit, diesen Weg mit der Verwaltung zu gehen.»

Die Digitalisierung ist in der Privatwirtschaft in vollem Gange und führt zu Veränderungen in vielen Branchen. Netflix ist der grösste Kinobetrieb, Uber das grösste Taxiunternehmen. Länder wie Estland haben die Chance gepackt und voll auf die Digitalisierung gesetzt. Auch die Schweizer Verwaltung muss sich «neu erfinden» und den Schritt in die Digitali­sierung machen. Verschiedene Verwaltungsgeschäfte werden zukünftig digital erledigt und die Art und Weise der Kundeninteraktion wird sich grund­le­ gend ändern. Mit Weitsicht und für die Schweiz pionierhaft wurde am 1. Januar 2019 eGovernment St.Gallen digital. gegründet. Das von Kanton und Gemeinden getragene Unternehmen soll die digitale Verwaltung vorantreiben. In der E-Government Strategie wurden wichtige Säulen definiert und verschiedene Stossrichtungen formuliert, die das gemeinsame Ziel verfolgen, einfache und digitale Prozesse für Dienstleistungen zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und der Verwaltung zu schaffen. Als Grundlage dafür wird im neuen Gesetz über E-Government ­(sGS 142.3) ein aktueller Katalog über die relevanten Daten im Kanton und den poli­tischen Gemeinden verlangt. Momentan erarbeiten wir in Zusammenarbeit mit Kanton und Gemeinden das Grundgerüst dieses Datenkatalogs und definieren, wer an den Daten partizipiert, welche Schnittstellen nötig sind und wo die Datenhoheit liegt. Schlussendlich bietet der Katalog die Basis für eine umfassende digitale Selbstbestimmung unserer Kunden: Die Bevölkerung und die Wirtschaft werden ihre Daten und Prozesse selbständig online verwalten.

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Wegweisende Projekte gestartet Dank dem Gesetz ist es möglich, gewisse Standards und E-Government-­ Services verbindlich für Kanton und alle St. Galler Gemeinden einzuführen. Dies bildet die Grundlage, dass bei strategischen Vorhaben die Gemeinden und der Kanton gemeinsam eine einheitliche Lösung erarbeiten und nutzen müssen. 2019 wurde bereits ein strategischer E-Government-­ Service «Amt für Volksschule / Schulträger» (detaillierter Projektbeschrieb Seite 8 / 9) und ein technischer E-Government-Standard «E-Mail Relay – Sandbox Service» verabschiedet. Weiter hat sich im ersten Betriebsjahr von eGovernment St.Gallen digital. das Projekt «Beschaffung Geoportal» gut weiterentwickelt. Nach der Verabschiedung und Inkraftsetzung der Geoinformationsverordnung (sGS 760.11) kann das Projekt nun durchstarten. Der Initialisierungsauftrag zur Strategieerarbeitung für «Digitale Baugesuchs- und Planbewil­ ligungs­verfahren» (detaillierter Projektbeschrieb Seite 10 / 11) wird ebenfalls als Meilenstein für die digitale Verwaltung bewertet. 2020 zeichnen sich im Bereich Einwohnerlösung und im Personenregister erste Veränderungen, eventuell weitere strategische E-Government-­ Services, ab. Das E-Government Portal für Bevölkerung und Wirtschaft – kurz ePotal – wird technologisch fit gemacht, damit rasch weitere ­Services aufgenommen werden können. Dafür treten wir dem Verein iGovPortal.ch bei.

Auf einen Blick Rechtsform Selbstständige öffentlich-­ rechtliche Anstalt Gründung 01.01.2019 Träger der Anstalt Kanton und Gemeinden Vollzeitstellen 2.6 Jahresbudget 2019 1.5 Millionen Projektbudget 2019 850’000 Franken Geplante Projekte bis 2022 12 Projekte Ivo Toman Leiter Geschäftsstelle eGovernment St.Gallen digital.

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2 Projekteinblick Neues Schulverwaltungssystem

Mit dem Projekt «Umsetzung IT-Strategie 2022 AVS / Volksschule» sollen staatsebenenübergreifende Prozesse optimiert und harmonisiert werden. Dazu wurde in einem ersten Schritt eine Bestandesaufnahme und Bewertung der aktuellen Situation in der staatsebenenübergreifenden Zusammenarbeit hinsichtlich der eingesetzten Fachapplikationen, der Kosten und des Nutzens durchgeführt. Daraus haben sich Impulse für eine ebenenübergreifende Informatik-Strategie ergeben.

Fakten zum Projekt • Strategischer eGovernment-Service • Fachanwendung für die Volksschule • Schrittweise Einführung geplant ab 2022 / 2023 • 92 Schulträger: 23 Primarschul-, 10 Oberstufen-, 4 Gesamtschul- und 55 Einheitsgemeinden • Ca. 7’000 Endnutzer: Schulverwaltungen, Schulleitungen, Lehrpersonen, Mitarbeitende im Amt für Volksschule • Projektstatus: Prozesserhebung und Ausarbeitung der Ausschreibung

Ziel ist es nun, einen eGovernment-Service im Bereich der Volksschule aufzubauen. Die daraus resultierende Fachanwendung wird dem Amt für Volksschule und den Schulträgern dienen und Synergieeffekte mit sich bringen. Marc Hänggi Projektleiter Bildungsdepartement Dienst für Finanzen und Informatik

Das Amt für Volksschule (AVS) des Kantons St. Gallen unterstützt die Aufgaben der Schulverwaltung sowie die Zusammenarbeit von Bund, Kantonen und Gemeinden im Bereich der Volksschule im Kanton St. Gallen. Die heutige IT-Architektur ist sehr heterogen gewachsen und hat einen hohen Komplexitätsgrad erreicht. Dies wird sichtbar in der grossen Anzahl an Hilfsmitteln und Einzelanwendungen, die im entsprechenden Bereich in den letzten Jahren stetig angestiegen sind. Dieser Umstand behindert die Arbeitsprozesse im AVS wie auch bei den Schulträgern je länger je mehr.

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Was bringt die neue Lösung? Der strategische eGovernment-Service Amt für Volksschule / Schulträger stellt eine gemeinsam genutzte Applikationslandschaft, Datenhaltung (Once Only Prinzip) und standardisierte Schnittstellen rund um die Prozesse der Volksschule zur Verfügung. Die Applikationen unterstützen administrative Prozesse der Schuladministration und des Amtes für Volksschule sowie administrative Prozesse aus dem Unterricht. Zudem bildet der Service das Fundament, um langfristig weitere Funktionen für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrpersonen und Partnerorganisationen aufzubauen (z. B. auf dem eGov ePortal). Durch die gemeinsame Nutzung einer modernen und stark integrierten Applikationslandschaft wird die Zusammenarbeit zwischen den Schulträgern und dem Amt für Volksschule effizienter organisiert.

Petra Hollenstein NetzSG Leitung Ressort Schule, Leiterin Schulverwaltung Degersheim

Aktuelle Situation Unsere IT-Architektur ist heterogen gewachsen. Viele Excel-Hilfsmittel und Einzelanwendungen sind im Einsatz. Das hat zur Folge, dass unsere Arbeitsprozesse nicht mehr zeitgemäss unterstützt werden. Schnittstellen zwischen den Anwendungen führen zu Mehrarbeit und der Datenaustausch zwischen den Schulträgern sowie dem Amt für Volksschule ist nicht optimal.

Geschäftsbericht und Jahresrechnung 2019

Irène Schmid Amt für Volksschule, Aufsicht und Schulqualität

Herausforderungen und Hürden Mit der Umsetzung soll eine zukunftsgerichtete Fachapplikation mit möglichst wenig Schnittstellen und ohne Redundanzen geschaffen werden. Eine der grossen Herausforderungen in diesem Projekt wird sein, sowohl den Bedürfnissen der kleinen als auch der grossen Schulträger sowie des Amtes für Volksschule gerecht zu werden. Deshalb ist es wichtig, dass bereits bei den Prozesserhebungen alle Anspruchsgruppen eingebunden und laufend über den Projektstand informiert werden.

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2 P  rojekteinblick Digitaler Baubewilligungsprozess

Die Bearbeitung von Baugesuchen und Plangenehmigungen gehört zu den Kernaufgaben von Kanton und Gemeinden. Jährlich werden etwa 13’000 Bau­ gesuche und Plangenehmigungsverfahren bei den St. Galler Gemeinden eingereicht. Etwa 6’000 davon landen bei kantonalen Fachstellen, wie beispielsweise dem Amt für Wasser und Energie, dem Amt für Feuerschutz, dem Amt für Raumplanung und Geoinforma­ tion oder dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei. Meist benötigt jede Stelle für ihre Beurteilung ein eigenes Baugesuchdossier. Bei grossen und komplexen Fällen kann es vorkommen, dass ein Gesuchsteller mehr als zehn Dossiers einreichen muss – in Papierform und unterschrieben.

Marc Mächler Regierungsrat und Vorsteher Baudepartement

Aktuelle Situation Die physische Handhabung der Baubewilligungs­ anträge ist nicht mehr zeitgemäss. Gesuchsteller und Kunden erwarten, ihre Unterlagen für ein Baugesuch vollständig elektronisch einreichen zu können. Eine digitale Plattform ist nötig, auf welcher alle beteiligten Stellen die Dokumente orts- und zeitunabhängig bearbeiten können. Die Ansprüche der Gesuchsteller und Kunden gegenüber den Behörden sind gestiegen. Eine digitale Plattform, ähnlich wie ein Webshop, fehlt. Bauherrinnen, Mitarbeitende von Gemeinden oder Fachstellen des Kantons können ihre Daten auf keiner gemeinsamen Plattform teilen und bearbeiten. Zudem ist das Bewilligungsverfahren wenig trans­ parent. Gesuchsteller können nicht nachverfolgen, welche Stelle das Gesuch aktuell bearbeitet und wie die nächsten Schritte aussehen.

Carlos Martinez Sandro Parissenti Gemeindepräsident Berg SG

Was bringt die neue Lösung? In Zukunft sollen Bevölkerung, Wirtschaft, Gemeinden und Kanton bei Baubewilligungsverfahren Hand in Hand über einen gemeinsamen digitalen Kanal zusammenarbeiten können. Der neue digitale Prozess eröffnet die Chance, die Baubewilligungsprozesse im Kanton St. Gallen für die zukünftigen Ansprüche und Trends rund um das Thema Bauen fit zu machen. Das ePortal des Kantons St. Gallen und der St. Galler Gemeinden bietet bereits heute elektronische Dienstleistungen zu den Themen Steuern, Umzug und Bildung an. Mit eBaubewilligungSG werden Kunden einen weiteren eService erhalten, um unabhängig von Ort und Zeit ihr Baugesuch einfach einreichen zu können. Und dieses dann durch die Behörden ohne unnötige Medienbrüche bis zur Baubewilligung bewirtschaftet werden kann. Zudem unterstützt eine gute Nutzerführung in der Anwendung, dass Baugesuche zukünftig grösstenteils vollständig eingereicht werden.

Inhaber und Geschäftsführer Carlos Martinez Architekten AG, Berneck

Herausforderungen und Hürden Ein Baubewilligungsverfahren ist sehr komplex. Die Nutzerfreundlichkeit und einfache Bedienelemente sind für einen digitalen Prozess zentral. Ebenfalls muss der Prozess ohne Medienunterbrüche möglich sein, denn nur dann bietet mir die neue digitale Lösung einen wirklichen Vorteil. Die rechtlichen Rahmenbedingungen stellen ebenfalls eine Hürde dar. So muss beispielsweise die digitale Unterschrift genauso funktionieren wie eine handschriftliche. Als Kunde möchte ich mich nicht mit Medienbrüchen auseinandersetzen müssen, ins­ besondere da ein Baubewilligungsverfahren mehrere Monate dauern kann und viele verschiedene Stake­ holder, auch auf Seiten des Gesuchstellenden, involviert sind. Ebenfalls erwarte ich für ein digitales Tool entsprechenden Support, der mir bei Systemunterbrüchen oder Eingabeproblemen schnell und unkompliziert weiterhilft.

Fakten zum Projekt • Initialisierungsauftrag wurde freigegeben • Projektinitianten sind das Baudepartement Kanton St. Gallen und die St. Galler Gemeinden • Optimierte Abläufe und gemeinsame digitale Lösung für alle Beteiligten in Baubewilligungs- und Plangenehmigungsverfahren • Strategieerarbeitung bis Ende 2021 geplant • Einführung und Umsetzung ab 2022 • Online-Plattform für sämtliche Baugesuche (rund 13’000 pro Jahr)

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Geschäftsbericht und Jahresrechnung 2019

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2 P  rojekteinblick IAM

IAM steht für Identity Access Management und verfolgt das Ziel, jeder Bürgerin und jedem Bürger eine Art «digitalen Fingerabdruck» zu geben. Diese eineindeu­ tige Identifikationsnummer, eine «eIdentität» stellt den Zugang zu sämtlichen Verwaltungsdienstleistungen sicher. Damit kann die Identifikations-Basis geschaffen werden, die für viele weitere Online-Services der Verwaltung nötig ist.

Daniel Egeter Projektleiter eGovernment St.Gallen digital.

Ziel der Studie ist die Darstellung der aktuellen Situa­ tion und der verschiedenen Möglichkeiten, um daraus eine bestmögliche Aussage zur zukünftigen Soll-­ Architektur mit den entsprechenden Richtlinien oder Definition zu machen. Die Studie wird durch das Projektteam, bestehend aus Vertretern verschiedener Ämter und einem externen Partner, erstellt und bildet die Grundlage für die Erarbeitung des konkreten Projektantrages. Aktuelle Situation Immer mehr Verwaltungsdienstleistungen werden zukünftig online abgewickelt. Dafür braucht es einen soliden Identifikationsmechanismus, der die Sicherheitsstandards erfüllt. Aktuell wird bei jedem Verwaltungsservice ein eigener Login-Stamm angelegt. Diese Zugangsdaten sind dann wiederum nur für diese eine Anwendung gültig. So muss der Benutzer eine Unzahl von Zugangsdaten, Passwörtern und Sicherheitsfunk­ tionen speichern und zu nutzen wissen. Nicht nur jeder User muss reihenweise Passwörter managen, auch die Organisationseinheiten müssen sich mit dem Prozess der Benutzeridentifikation auseinandersetzen. Dies bedeutet Mehrfachaufwände, die besser zentral und einheitlich gelöst werden sollten.

Fakten zum Projekt • Projektziel: Einheitlicher Identifikationsprozess für alle Verwaltungsdienstleistungen • Projektstatus: Projektinitiierung, Studienausarbeitung • Studienausarbeitung April bis Dezember 2020, Projektumsetzung bis 2022 • Endbenutzer sind alle St. Galler Bürgerinnen und Bürger, welche elektronische Verwaltungsservices nutzen

Zielsetzung Eine einheitliche Lösung wird nicht nur hohen Benutzerkomfort für den User mit sich bringen, sondern soll auch die nötigen Sicherheitsstandards gewährleisten. Das neue eGov-IAM SG wird unterschiedliche eGovernment-­ Dienste so miteinander verbinden, dass Benutzer und Benutzerinnen mit jeweils dem gleichen Login-Verfahren auf verschiedene kantonale und kommunale eGovernment-Dienstleistungen zugreifen können. Unter dem Stichwort Identitäts- und Authentisierung-Föderierung werden in einem weiteren Schritt die dafür nötigen or­ganisatorischen und technischen Massnahmen aufgebaut, sodass sich die einzelnen eGovernment-­Dienste ihrer­seits in der Zukunft nicht mehr selber um die Benutzerverwaltung kümmern müssen. Mit der neuen Lösung wird somit ein direkter Nutzen für die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Verwaltung gestiftet.

Herausforderungen und Hürden Heute ist derselbe Nutzer in der gesamten Verwaltung oft mehrfach registriert. Die Verwaltung von Benutzern und ihren Zugriffsrechten ist sehr zeitaufwendig, denn jeder einzelne Benutzer wird in der Praxis häufig mehrfach identifiziert und in verschiedenen Informations­ systemen geführt. Jedes einzelne Informationssystem, welches sensitive Daten bearbeitet, muss gemäss gesetzlichen Vorgaben vor Missbrauch geschützt werden. Eine Umstrukturierung und Zusammenführung verschiedener Informationssysteme bedarf sorgfältiger Planung, guter Abstimmung, Zusammenarbeit und ­Koordination verschiedener Systeme, damit schluss­ endlich eine einheitliche «eIdentifikation» systemübergreifend genutzt werden kann.

Klaus-W. Zakel ICT Enterprise Architect Kanton St. Gallen

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3 Ein grosser Dank

Was in 60 Sekunden weltweit im Netz passiert

3.8 Mio.

Suchanfragen auf Google

Digitalisieren bedeutet oft auch verändern. Dafür braucht es Mut, offene Denkweisen und neue Ansätze. Dahinter stecken Menschen, die mitund querdenken, die den vollbeladenen Wagen in die digitale Zukunft immer wieder von Neuem ins Rollen bringen. Diesen Personen möchten wir herzlich danken. Wir danken auch den Einwohnerinnen und Einwohnern in unserem Kanton, die sich positiv für die Digitalisierung aussprechen und diese neuen Möglichkeiten nutzen und weiterempfehlen, denn das ist für uns ein wichtiger Erfolgsfaktor. Nur gemeinsam können wir digitale Wege finden, die Services der Verwaltung zugunsten aller für die Zukunft fit zu machen.

46’200

neue Beiträge auf Instagram

St. Gallen, Mai 2020

1 Mio.

Geschäftsführer «Vereinigung St. Galler Gemeindepräsidenten» und Vorsitzender Planungs­ ausschuss eGovernment St.Gallen digital.

1 Mio.

Video-Streams auf verschiedenen Plattformen

Logins auf Facebook

2.1 Mio.

Bernhard Keller

4.5 Mio.

Snaps auf Snap-Chat erstellt

Video-Ansichten auf YouTube

188 Mio.

1.4 Mio.

gesendete E-Mails

Swipes auf Tinder

390’030

heruntergeladene Apps

41.6 Mio.

gesendete Nachrichten über WhatsApp oder iMassage

Geschätzte Ereignisse im Internet im Jahr 2019. Quelle: Statista, Visual Capitalist

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4 Bilanz 2019

5 Erfolgsrechnung 2019 und Budget 2020

Alle Beträge in Schweizer Franken

Aktiven Forderungen Kontokorrentguthaben

Umlaufvermögen

Finanzanlagen

Alle Beträge in Schweizer Franken

2019 41’152.05 804’949.75

Rechnung 2019

Budget 2020

Beiträge von Kantonen

750’000.00

750’000.00

Beiträge von Gemeinden

750’000.05

750’000.00

Übrige Erträge

49’700.00*

70’000.00**

Total Ertrag

1’549’700.05

1’570’000.00

–415’114.65

–472’000.00

–6’196.65

–10’000.00

–14’180.93

–20’000.00

–5’311.15

–7’000.00

Verwaltungskosten

–38’787.42

–50’000.00

Projektkosten

–53’057.95

–806’000.00

–68’450.05

–50’000.00

–1’137.05

–5’000.00

Sachaufwand

–187’121.20

–948’000.00

Beiträge an Bund

–149’525.00

–150’000.00

797’939.20

0.00

846’101.80

300.00

Personalaufwand Anlagevermögen

300.00 Informatikinvestitionen

Total Aktiven

846’401.80

Informatik-Betriebsaufwand Spesenentschädigungen

Passiven Laufende Verbindlichkeiten

42’225.30

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

3’455.85

Aufträge an Dritte

Passive Rechnungsabgrenzungen

2’781.45

Verschiedene Ausgaben

Fremdkapital

Rücklagen für bereits freigegebene Projekte

48’462.60

747’500.00

Rücklagen für kommende Projekte

50’439.20

Zweckgebundene Rücklagen

797’939.20

Total Passiven

Jahresergebnis vor Veränderung Rücklagen

Zuweisung Rücklagen Projekte

–797’939.20

Entnahme Rücklagen Projekte

0.00

846’401.80 Jahresergebnis nach Veränderung Rücklagen

0.00

*  Rückerstattung Serafe AG, Betrag fliesst vollumfänglich in die Projektrückstellungen. **  Förderbeitrag von eGovernment Schweiz aus dem Fonds Innovations- und Partizipationsprojekte.

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6 Revisionsbericht

Bericht der Revisionsstelle zur eingeschränkten Revision der Jahresrechnung 2019 An das Kooperationsgremium der eGovernment St.Gallen digital. St. Gallen Als Revisionsstelle haben wir die Jahresrechnung (Bilanz und Erfolgsrechnung) der eGovernment St.Gallen digital. für das am 31. Dezember 2019 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. Für die Jahresrechnung ist das Kooperationsgremium verantwortlich, während unsere Aufgabe darin besteht, die Jahresrechnung zu prüfen. Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Zulassung und Unabhängigkeit erfüllen. Unsere Revision erfolgte nach dem Schweizer Standard zur Eingeschränkten Revision. Danach ist diese Revision so zu planen und durchzuführen, dass wesentliche Fehlaussagen in der Jahresrechnung erkannt werden. Eine eingeschränkte Revision umfasst hauptsächlich Befragungen und analytische Prüfungshandlungen sowie den Umständen angemessene Detailprüfungen der beim geprüften Unternehmen vorhandenen Unter­ lagen. Dagegen sind Prüfungen der betrieblichen Abläufe und des inter­nen Kontrollsystems sowie Befragungen und weitere Prüfungshandlungen zur Aufdeckung deliktischer Handlungen oder anderer Gesetzesverstösse nicht Bestandteil dieser Revision. Bei unserer Revision sind wir nicht auf Sachverhalte gestossen, aus denen wir schliessen müssten, dass die Jahresrechnung nicht Gesetz und Statuten entspricht. Finanzkontrolle des Kantons St. Gallen

Ralf Zwick

Andreas Bühler

Zugelassener Revisionsexperte

Leitender Revisor

St. Gallen, 14. April 2020

Impressum Herausgeber

eGovernment St.Gallen digital. Öffentlich-rechtliche Anstalt vom Kanton St. Gallen und den St. Galler Gemeinden Rosenbergstrasse 38 9000 St. Gallen

www.egov.sg.ch +41 58 229 10 00 info@egov.sg.ch 18


eGovernment St.Gallen digital. Geschäftsbericht und Jahresrechnung 2019.

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