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Allitera Verlag Krimi


Billie Rubin ist das Krimipseudonym der Münchner Autorin Ute Hacker (Jahrgang 1958), die bereits vier Kriminalromane veröffentlicht hat, darunter »Foules Spiel. Ein Nürnberger Fußballkrimi« und »Dunkle Rache. Ein Nürnberg-Krimi«. Sie schreibt deutsch und englisch, ist Gründungsmitglied der internationalen Online-Gruppe IOWG sowie aktives Mitglied der Autorinnenvereinigung. Billie Rubin ist Herausgeberin diverser Krimianthologien, unter anderem von »High Noon in München«, wo ihre besten Kurzgeschichten versammelt sind. Mehr Infos gibt es auf www.billierubin.eu


Billie Rubin

Kaltes Dorf Ein Franken-Krimi

Allitera Verlag Krimi


Weitere Informationen über den Verlag und sein Programm unter: www.allitera.de

Dieser Kriminalroman basiert auf einer wahren Begebenheit. Diese ist zwar nicht im Knoblauchsland passiert, dennoch habe ich mich dazu entschlossen, mit Steindorf und Viehof zwei fiktive Orte zu erschaffen. Selbstverständlich sind auch alle Figuren in diesem Roman reine Erfindung. Jede Ähnlichkeit mit real existierenden Personen ist Zufall. Billie Rubin

November 2013 Allitera Verlag Ein Verlag der Buch&media GmbH, München © 2013 Buch&media GmbH, München Umschlaggestaltung: Alexander Strathern, München, unter Verwendung einer Fotografie von Udo Prokisch Printed in Europe · ISBN 978-3-86906-481-9


In memoriam Hans-Jßrgen Hacker (1930–2013)


Dienstag, 31. Juli


I

J

etzt!« Rebecca zögerte für den Bruchteil einer Sekunde, dann hob sie ihr Bein und brachte den Typen zu Fall. Das Tablett flog in hohem Bogen durch den Raum, Teller und Gläser zerbrachen klirrend auf dem Boden. »Verdammte Scheiße!«, fauchte der Dicke. Er ruderte mit den Armen, um sein Gleichgewicht zu halten, aber vergeblich – er ging in die Knie. Charlotte ging kein Risiko ein; noch bevor er sich wieder aufrappeln konnte, gab sie ihm einen Fußtritt in die Seite, was ihn vollends zu Boden brachte. Mit einem gezielten Kinnhaken setzte sie ihn außer Gefecht. »Nummer eins«, sagte sie und schaute triumphierend zu Rebecca. Die bemühte sich um ein Lächeln, aber die Angst stand ihr ins Gesicht geschrieben. »Wir schaffen das«, versicherte Charlotte. Sie kniete sich neben den Mann und zog ihm die Strumpfmaske vom Kopf. Er sagte ihr rein gar nichts. Zum Glück war der Dicke mit dem Essen gekommen; sie hatte ihn als weniger durchtrainiert eingeschätzt. Und natürlich war das Überraschungsmoment auf ihrer Seite gewesen. Der zweite Entführer würde sich nicht so leicht überrumpeln lassen – vor allem, weil er gewarnt war, wenn der erste nicht mehr zurückkam. »Alles klar?«, fragte sie Rebecca, die mit einer Mischung aus Ekel, Angst und Faszination auf den Mann starrte. Das Mädchen nickte. »Hast du gut gemacht«, lobte Charlotte, stand auf und rieb sich die Hand. »Der andere wird bald kommen.« Sie schaute Rebecca an. »Bist du bereit?« Erneutes Nicken, wenn auch zögernder. Charlotte gab ihr einen kurzen Klaps auf die Schulter und wiederholte: »Hey, wir schaffen das, okay? Der hier war doch ein Klacks.« Schritte erklangen. Charlotte legte den Finger an die Lippen und deutete mit der Hand neben die Tür, wo Rebecca erneut Stellung beziehen sollte. Ob es ein Vorteil war, dass der Dicke von der Treppe aus gesehen werden konnte, würde sich gleich herausstellen. »Was zur Hölle ist denn hier …?« Weiter kam der zweite Entführer nicht, denn Rebecca hatte auch ihn mit ihrem Bein zum Stolpern gebracht. Charlotte stürzte sich sofort auf ihn und traktierte ihn mit Schlägen und Tritten. 9


Wie befürchtet, war er wesentlich durchtrainierter als sein Kumpan. Charlotte bekam einige Schläge ab, bevor sie endlich auch ihn k.o. schlug. Schwer schnaufend ließ sie sich zu Boden sinken. »Du blutest!«, rief Rebecca. Vorsichtig betastete Charlotte ihr Gesicht und fühlte Feuchtigkeit über der linken Augenbraue. »Ist nicht so schlimm«, sagte sie und versuchte ein Lächeln. »Das ist meine Trophäe.« Sie suchte ein sauberes Taschentuch und tupfte behutsam um das Auge herum. Es tat höllisch weh. Die nächsten Tage würde sie wieder einmal mit zahllosen blauen Flecken übersät sein und jede Bewegung würde schmerzen. Als der Dicke laut stöhnte, rappelte sie sich auf. »Wir müssen uns beeilen«, sagte sie. »Durchsuch ihn, ob er ein Handy hat.« Als Rebecca zögerte, schob sie nach: »Keine Bange, er ist immer noch weggetreten.« Sie selbst nahm sich den Dünneren vor. Sie fand einen Schlagring, eine kleine Pistole, ein Handy und Handschellen. »Die hättest du mir besser mal angelegt«, murmelte sie. Sie nahm alles an sich und schaute sich nach dem Mädchen um. Neben dem Dicken lagen ebenfalls ein Schlagring und ein Handy. »Hast du eine Waffe gefunden?«, fragte Charlotte. »Also so was?« Sie hielt die Pistole hoch. Rebecca schüttelte den Kopf. »Okay, lass den Rest, die Handys sind am wichtigsten.« Sie überprüfte, ob die Waffe entsichert war, und steckte sie in ihren Hosenbund, die Handschellen und den Schlagring schob sie mit dem Fuß nach draußen. Als ihr Blick auf die Tür fiel, sagte sie: »Schlüssel. Der Dicke muss die Schlüssel haben.« Doch Rebecca schien Angst zu haben, den Mann noch einmal anzufassen. Charlotte kniete sich neben ihn und durchsuchte seine Hosentaschen. Keine Schlüssel. Verdammt! »Such den Boden ab«, befahl sie Rebecca und versuchte, sich die aufkommende Panik nicht anmerken zu lassen. Natürlich könnten sie auch fliehen, ohne die beiden Typen einzuschließen, aber Charlotte hatte eine Ahnung, dass es besser wäre, wenn sie der Polizei – und Rebeccas Vater – die Übeltäter präsentieren konnte. »Ich hab sie!«, rief Rebecca und hielt einen Schlüsselbund hoch. »Super! Komm jetzt.« Charlotte nahm das Mädchen an der Hand und zog es aus dem Raum. Ein letzter prüfender Blick, dann schloss sie die Tür und suchte nach dem passenden Schlüssel. Zum Glück gab es nur zwei, die zum Schloss passten, und der erste war gleich der richtige. »Okay, hier entlang«, flüsterte Charlotte. Obwohl sie überzeugt war, dass 10


sich außer ihnen und den beiden Entführern niemand mehr in Rufweite befand, wollte sie auf Nummer sicher gehen. Sie hatte immer noch die Verantwortung für das Mädchen. Vorsichtig schlichen sie die Treppe nach oben und befanden sich im Eingang zu einer großen Lagerhalle. Ein paar Neonlampen brannten hoch oben an der Decke, durch schmale Oberlichter kam schwaches Licht herein. Charlotte scannte alle Ecken, konnte jedoch nichts Auffälliges entdecken. Bis auf einen Tisch und drei Stühle war die Halle leer. Auf dem Tisch stand eine Warmhaltebox – offensichtlich hatten die Entführer das Essen mitgebracht. Von einem Auto weit und breit keine Spur, vermutlich stand es vor der Halle oder es gab eine Garage. »Hallo?«, rief Charlotte und lauschte. Außer einem kaum wahrnehmbaren Hall war nichts zu hören. »Wo sind wir?«, fragte Rebecca. »Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Aber zum Glück gibt es GPS.« Charlotte zog das Handy des Entführers aus ihrer Hosentasche und drückte auf den Powerknopf. Es war ein modernes Smartphone, das Datum und Uhrzeit anzeigte. Sie rechnete nach – sie waren nicht einmal vierundzwanzig Stunden in der Gewalt der Entführer gewesen. Es hätte Charlotte zufrieden machen können, wäre da nicht Rebecca gewesen. Sie tippte auf die Notruftaste. Als sich am anderen Ende ein Mann meldete, schilderte sie in knappen Worten, was geschehen war: »Mein Name ist Charlotte Braun, ich arbeite als Bodyguard. Ich wurde gestern Nachmittag zusammen mit Rebecca Heydenreich entführt, Sie wissen sicher davon. Wir konnten die Entführer für den Moment ausschalten, haben aber keine Ahnung, wo wir sind. Können Sie uns über das GPS-Signal des Handys suchen?« »Wie viele Entführer sind es?«, fragte der Mann. »Hier sind zwei und wir hatten auch nur mit diesen beiden zu tun. Aber ich weiß nicht, wie viele es insgesamt sind. Es wäre also gut, wenn Sie sich beeilen.« »Gibt es Verletzte?« »Wie man’s nimmt«, sagte Charlotte und erlaubte sich ein Lächeln. »Ganz reibungslos haben sie nicht aufgegeben. Aber sie werden es überleben.« »Und das Mädchen?« »Alles bestens«, antwortete Charlotte knapp. Sie wollte nicht, dass Rebecca mitbekam, dass sie über sie redeten. »Gut. Wir kommen so schnell wie möglich.« Charlotte war versucht, den Mann zu bitten, Andi Bescheid zu sagen, entschied sich dann dagegen. Er würde es sicher erfahren. 11


Deshalb sagte sie nur »Danke« und legte auf. »Werden sie uns finden?«, fragte Rebecca, den Tränen nahe. Charlotte zog sie zu sich und nahm sie in den Arm. »Aber klar. Dank moderner Technik sind sie bald hier, wirst sehen.« Sie führte das Mädchen zu dem Tisch und drückte es sanft auf einen Stuhl. »Kann ich dich einen Moment hier allein lassen?«, fragte sie. »Ich will mich nur kurz umsehen, ich bleibe aber immer in Sichtweite, versprochen.« Rebecca wischte sich über das Gesicht. »Tut mir leid, ich wollte nicht weinen.« Charlotte umarmte sie. »Ach Mädel, wein, so viel du willst. Das ist doch völlig in Ordnung.« Ich würde es auch gerne, dachte sie. »Ich schau mich jetzt mal um, okay?« Sie strich Rebecca sanft über die Schulter und startete ihren Rundgang durch die Halle. Doch es gab nichts zu sehen. Was für einen Zweck sie auch immer erfüllt hatte – sie war gründlich geleert und gereinigt worden. Der Boden war sauber, es gab keine Spuren von Schienen oder Maschinen, keine Ölflecken, nur ein paar Kratzer und Abnutzungsspuren. Es gab einen Eingang – ein riesiges Schiebetor, das jedoch verschlossen war – und die Tür zum Keller, in dem sie gefangen gehalten worden waren. Charlotte lauschte an dem Tor, glaubte, entfernt das Rauschen von Straßenverkehr wahrnehmen zu können, war sich aber nicht sicher. Sie lauschte auch Richtung Keller, aber außer einem leisen Stöhnen war hier ebenfalls nichts zu hören. Sie hatte gerade ihre Runde beendet und neben Rebecca Platz genommen, als sie die Wagen hörte. Sie kamen ohne Martinshorn, aber mit Blaulicht, wie sie durch die Oberlichter sehen konnte. Es ging alles sehr schnell: Das Tor wurde aufgesprengt und ein Trupp maskierter Polizisten vom SEK stürmte mit Maschinenpistolen im Anschlag herein. »Charlotte Braun?«, rief einer. »Alles in Ordnung?« »Ja«, rief Charlotte zurück und zeigte Richtung Kellertür. Der Trupp setzte sich in Bewegung und verschwand hinter der Tür. Im Tor hingegen erschienen Leontin Cramer, Miriam Groß, Rebeccas Vater, zwei unbekannte Polizisten in Zivil und schließlich Andi. Charlotte war versucht, zu ihm zu laufen, schob stattdessen Rebecca vor. »Na geh schon«, sagte sie sanft. »Papa!« Rebecca fiel ihrem Vater um den Hals; er hob sie hoch und überhäufte sie mit Küssen. Charlotte schluckte und räusperte sich. Andi tauchte neben ihr auf, nahm ihre Hand. »Alles in Ordnung bei dir?« Sie lächelte ihn an, hoffte, er würde ihre Tränen nicht sehen, sagte: »Na klar. War doch ein Klacks.« 12


Er gab ihr einen Kuss und flüsterte: »Es ist bald vorbei.« Dankbar drückte sie seine Hand. Von Weitem sah sie, wie Rebecca und ihr Vater über etwas zu streiten schienen. Sie zog ihn an der Hand Richtung Charlotte und Andi, er weigerte sich zunächst, kam dann aber doch. »Wenn Charly nicht gewesen wäre, säße ich noch da unten in dem Loch!«, rief Rebecca aufgebracht. »Wenn Frau Braun ihren Job ordentlich gemacht hätte, wärst du nie in dieses Loch gekommen.« Ihr Vater schaute Charlotte drohend an. »Eines kann ich Ihnen sagen: Das wird ein Nachspiel haben! Sie sollten auf meine Tochter aufpassen, nicht sich zusammen mit ihr entführen lassen.« »Ich …«, begann Charlotte, aber sie war zu erschöpft zum Streiten. Jeder Knochen tat ihr weh, das Gesicht schmerzte, ihre Beine zitterten. »Sie hören von meinem Anwalt!«, schleuderte Herr Heydenreich ihr noch entgegen, dann wandte er sich ab und zog seine widerstrebende Tochter mit sich. Doch Rebecca riss sich los und rannte zu Charlotte zurück. Sie umarmte sie und sagte laut genug, dass es auch ihr Vater hören konnte: »Ich weiß, dass du nichts dafür kannst. Ich werd’s ihm auch sagen. Danke für alles.« »Gern geschehen«, sagte Charlotte. »Und denk dran, was wir besprochen haben. Lass dich nicht unterkriegen, ja?« Zweifelnd schaute Rebecca zu ihrem Vater. »Er wird es niemals zulassen.« »Doch. Wenn du ihm zeigst, dass du es ernst meinst, wird er sich überzeugen lassen. Vertrau mir.« Charlotte gab dem Mädchen einen Kuss auf die Stirn und schob sie weg. »Nun lauf schon, sonst frisst er uns noch alle auf.« Rebecca kicherte und umarmte Charlotte ein letztes Mal. »Danke.« Dann lief sie zu ihrem Vater, der noch einmal eine drohende Geste Richtung Charlotte schickte. »Was für ein Arschloch«, sagte sie leise. »Lassen Sie das nicht den gegnerischen Anwalt hören.« Leo Cramer war zu ihnen getreten und reichte Charlotte die Hand. »Mal wieder Lara Croft gespielt?«, fragte er schmunzelnd und besah sich Charlottes Verletzung über dem Auge. »Sollten Sie nähen lassen.« In diesem Moment kamen die Männer vom SEK mit den beiden Entführern aus dem Keller. Der Dicke hing schlapp zwischen den immer noch maskierten Polizisten, der Dünnere war schon wieder einigermaßen fit und fluchte in einer Tour vor sich hin. »Nette Gesellschaft«, kommentierte Cramer die Szene. Er wandte sich Charlotte zu. »Sie haben nicht zufälligerweise ein paar Hinweise für uns?« 13


»Sind Sie jetzt auch für Entführungen zuständig?« »Eigentlich nein.« Cramer zeigte nach hinten auf die beiden Männer in Zivil. »Das sind diese Kollegen, Weber und Marquardt. Aber nachdem Sie verwickelt sind, haben sie uns hinzugezogen …« »Verstehe. – Sie waren sehr professionell: keine Namen, keine sonstigen Anhaltspunkte. Dennoch –«, Charlotte zögerte, fuhr dann aber fort: »Ich will niemanden anschwärzen und vor allem Rebecca nicht in eine Zwickmühle bringen, aber ich hatte und habe immer noch den Eindruck, dass es ein Insiderjob war.« Cramer sah sie nur fragend an und Charlotte war ihm dankbar dafür. Sie hatte ihre Querelen mit Andis Chef gehabt, doch inzwischen schätzte er ihre Fähigkeiten so sehr, dass er immer mal wieder anfragte, ob sie nicht doch wieder zur Mordkommission wechseln wolle. Sie zuckte mit den Schultern. »Ich habe nichts Konkretes. Aber sie wussten einfach zu viel, waren vor allem im Haus bestens informiert.« »Ich geb’s an die Kollegen weiter«, sagte Cramer. »Sie werden aber sicher selbst mit Ihnen reden wollen.« »Klar, kein Problem.« »Ich fürchte, Sie müssen gleich mit ins Präsidium. Sie wissen, dass es eine Ermittlung gegen Sie geben wird?« »Ja, ist mir klar.« Charlotte verzog das Gesicht. »Ich freu mich schon auf das Gespräch mit Miller.« Cramer lächelte. »Wenn er Zicken macht, sagen Sie Bescheid. Dann knöpf ich ihn mir vor.« Er wandte sich ab, drehte sich aber noch einmal um und sagte: »Andi kann Sie ins Präsidium bringen, dann habt ihr ein paar Minuten für euch.« Charlotte war zu verblüfft, um Danke zu sagen. Als Cramer außer Hörweite war, fragte sie Andi: »Was ist los mit ihm? Seit wann hat er eine menschliche Seite?« Andi grinste. »Keine Ahnung. Zu mir ist er nie so.« Er schob sie von sich weg und schaute sie ernst an. »Muss ich mir deswegen Gedanken machen?« Charlotte prustete laut los. »Dass ich nicht lache! Cramer und ich? Ha! Und überhaupt hätte vermutlich seine Frau was dagegen.« »Da bin ich mir nicht so sicher«, warf Andi ein. »Es gibt jede Menge Gerüchte im Präsidium.« »Seit wann gibst du etwas auf Gerüchte?« »Seit sie auch darum gehen, dass er in Kürze in den Ruhestand gehen will.« »Ist nicht dein Ernst! Gibt es einen Grund dafür?« Sie schaute Cramer 14


nach, der gerade mit den beiden Zivilkollegen sprach. »Und ich dachte immer, er wird so lange arbeiten, bis er tot umfällt.« »Hängt vermutlich mit den anderen Gerüchten zusammen.« »Und die sagen was?« »Dass Raffaela ihn verlassen will – oder bereits verlassen hat.« Charlotte stieß einen leisen Pfiff aus. Doch bevor sie noch etwas sagen konnte, näherten sich Weber und Marquardt. »Frau Braun, können wir gehen?«, fragte der eine. Andi antwortete für sie: »Ich bringe Frau Braun zum Präsidium, in Ordnung?« Charlotte sah, dass es nicht in Ordnung war, aber die beiden Männer schwiegen. Cramer hatte offensichtlich deutliche Order hinterlassen. »Wir fahren schon mal vor«, sagte einer der beiden.

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