Page 1

Allgäuer

Oktober 2009

4,90 €

Wirtschaftsmagazin

• Wirtschaft • Branchen-News • Sport und Freizeit


Alles was gut schmeckt aus unserer Heimat.

Biologisches aus unserer Region Nur bei FENEBERG und im KAUFMARKT bekommen Sie VonHier, die Marke für kontrolliert ökologische Lebensmittel aus unserer Region*. Hergestellt von über 450 Vertrags-Biobauern und mehr als 25 zertifizierten, einheimischen Nahrungsmittelbetrieben. Es gibt VonHier Obst und Gemüse, Bier, Apfelsaft, Obstler, Käse, Eier, Molkereiprodukte, Fleisch, Wurst, Geflügel, Backwaren, Mehle, Speiseöle und vieles, vieles mehr. Eben das Beste aus unserer Heimat.

*) VonHier Region = 100 km um Kempten.


Allgäuer Wirtschaftsmagazin

TITEL  GROSSES BILD: WEIXLER, KLEINE BILDER V. LI. N. RE.: FISCHER, WESTERMAYER, LUTZENBERGER. EDITORIAL  BILD: WEIXLER

Liebe Leserinnen, liebe Leser, vor Ihnen liegt die Herbstausgabe des Allgäuer Wirtschaftsmagazins. Mit vielen Beispielen, die beweisen, dass die Wirtschaft im Allgäu noch immer sehr viel zu bieten hat. Trotz der vielzitierten Wirtschaftskrise, die besonders im Wahlkampf das wohl meistbenutzte Wort in den Medien war. Wer sich jedoch aufmerksam durch unser Heft blättert, wird nicht das Gefühl haben, dass wir einen wirtschaftlichen Herbst erleben. Natürlich, wir hatten schon bessere Zeiten. Und auch viele Allgäuer Firmen haben in den vergangenen Monaten Federn lassen müssen. Aber dank der viel zitierten Bauernschläue der Allgäuer und ihrem immensen Ideenreichtum haben sie immer wieder Wege aus den Talsohlen herausgefunden, was eindrucksvolle Beispiele, von denen wir auch berichten, belegen. Man darf eben nicht aufgeben, auch wenn man den Gürtel mal enger schnallen muss. Und ehrlich: Manchmal ist das ja auch gar nicht verkehrt, wenn man ab und an alles auf den Prüfstand stellt. Das macht vielleicht sogar stärker und sicherlich auch gewappneter für die Zukunft. Und selbst manche Insolvenz macht Sinn. Wenn etwas in guten Zeiten nur noch gerade so funktioniert, dann läuft ohnehin längst etwas verkehrt. Da trennt sich die sprichwörtliche Spreu vom Weizen. Der Volksmund sagt: Geht irgendwo eine Tür zu, geht anderswo wieder ein Fenster auf. Und man sagt ebenso: Aus einer Krise erwachsen auch Chancen. Und während der Winter vieles schneebedeckt, kommt garantiert auch wieder der Frühling und ebenso sicher der Sommer. Schauen wir also weiterhin optimistisch in die Zukunft. Und nehmen wir uns ein Beispiel an Unternehmerinnen und Unternehmern, die erfolgreich der Krise trotzen. Die gibt es übrigens in allen Branchen. Diese vorzustellen, haben wir uns zur Aufgabe gemacht, ohne den Blick auf Probleme zu verlieren. Denn auch davon darf ruhig die Rede sein, denn nicht immer liegt es an den Firmen, wenn irgendwann nichts mehr geht. Bankenkrise, Fehlentscheidungen hochdotierter Manager, Politiker ohne echten Willen, etwas zu verändern und nur zu Zeiten des Wahlkampfes engagiert agieren, haben vieles mitverschuldet. Wir wünschen Ihnen einen guten Herbst mit viel Sonne, die natürlich insbesondere auch über Ihren Betrieben scheinen soll.

Ihre Maria Anna Weixler-Schürger 3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 3


Inhalt

Ausgabe Oktober 2009

Wirtschaft im Allgäu

34

Schaber

Mit allgaeu-sachen.de präsentiert das Trachtenhaus Schaber zusammen mit der Allgäu Marketing GmbH erstmalig eine neue Linie – die allgäu-kollektion.

38

Stiftung LandZunge

Sieben Unternehmen haben das vor sieben Jahren gegründete Projekt LandZunge weiterentwickelt und die Stiftung LandZunge gegründet.

42

Rosenau

15 Jahre lag das Areal Rosenau in Kempten brach. Nun lässt die Firma Projektbau ROI dort Wohnungen sowie Doppel- und Reihenhäuser entstehen.

53

Herzaktion

Allgäuer Landräte und Bürgermeister gaben den Startschuss ür die Aktion »HERZlich ürs Allgäu«. Künstler gestalteten Bilder zum Thema »HERZ«.

4 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

68

Kunstverlag Schweineberg

Der Kunstverlag Schweineberg versteht sich als Allgäu-Botschafter. Verlagsleiterin Gerlinde Hagelmüller will die Allgäuer Identität einfangen.

72

Secum

Man muss Menschen begeistern und motivieren, vor allem in der Arbeitswelt. Ein wichtiger Punkt in der Personalstrategie, die die Firma Secum anbietet.

76

Präg

Präg hat sich in seiner Geschichte immer auf die verändernden Anforderungen des Marktes eingestellt und die Kundenbedürfnisse berücksichtigt.

80

RPG Guilliard

Der Unternehmer hat bei einer Firma in Heilbronn erstmals seine Nase in Beton gesteckt. Dann hatte er den richtigen Riecher und ist nun selbstständig.

88

Intersky

Vom Check-In bis zum Gate sind es am BodenseeAirport in Friedrichshafen gerademal ein paar Schritte.

90

Kraus

Thomas Kraus bietet in seinem Geschäft in Kempten PC und Multimedia, Telekommunikation, Zubehör und natürlich auch Service an.

102 Victoria Versicherungen Das Versicherungsbüro von Hans Joachim Paffrath bietet alle Versicherungsprodukte ür Privatkunden bis hin zur Industriepolice ür Großunternehmen.

106 ifi-Institut Wolfgang Ettling, Inhaber des ifi-Instituts in Kempten, vermittelt seit über 25 Jahren Kapitalanlagen, hauptsächlich in Form von Steuerimmobilien.


Gesünder leben

7

Synton

Wenn im Energiefeld Farbe fehlt, dann kann das mit den Synton Flächengeräten ausgeglichen werden

28

Cambo Mare

Das Cambo Mare bietet nicht nur Spaß ür die ganze Familie, in Firmenkooperationen bekommen Mitarbeiter Bonuskarten mit 15 Prozent Ermäßigung.

98

Herz & Lang

Passivhäuser sind die Leidenschaft der Fachplaner von Herz & Lang. Die Weitnauer Firma plante und plant zahlreiche internationale Projekte.

10

Alpenhotel Oberjoch

Natur pur, das empängt die Gäste des Alpenhotels in Oberjoch. Auf 1 200 Meter Höhe gibt es im Sommer Sonne satt und im Winter Schnee ohne Ende.

58

Bader Obermaiselstein

Bei den Bader-Mädels gibt es freche Mode, bodenständige Dirndl und die hippsten skandinavischen Labels.

14

Juwelier Hollfelder

Juwelier Hollfelder ist nicht nur irgendein Juwelier. Er ist feinste Adresse, wenn es darum geht, edelsten Schmuck oder Uhren zu erstehen.

Balance Resort Ifenblick

Durchatmen und das Leben genießen, das gelingt im Balance Resort Ifenblick im Oberallgäuer Balderschwang auf 1 100 Meter Höhe.

62

20

Schöner leben

Lutzi’s Allgäuer Spezialitäten

Das Besondere bei Lutzi’s sind die liebevoll arrangierten Geschenkkörbe, die jedes Geschenk aus dem Urlaub zu etwas Einmaligem machen.

48

Besser leben

84

Walzer Optik

Brillen unterstreichen in erster Linie die Persönlichkeit des Menschen, der sie trägt.

94

Martin Westermayer

Seit 1888 hat Uhrmacherkunst in Bad Wurzach einen Namen – Westermayer. Bereits in vierter Generation reparieren und restaurieren hier Uhrmachermeister Zeitmesser mit Leidenschaft und Hingabe.

AG Passivhaus

Ziel des Kompetenzzentrums ist das Planen und Erstellen von Passivhäusern mit einem Höchstmaß an Energieeffizienz.

24

Es gibt nicht nur in Großstädten gefragte Künstler, auch im Allgäu gibt es eine rührige Kunstszene.

46

112 Recht

…noch was

Feuermeile

Die Feuermeile ist nicht der »Highway to hell« in Kempten, sondern ein Innenarchitekturbüro, das atmosphärische Knotenpunkte durch den Einsatz von innovativer Feuerstellen erschafft.

54 Wie man mit Vermögensdelikten in Unternehmen umgeht.

Wolf Maurer

Business Casting

Seit der Wirtschaftskrise ist die Personal-Shopperin Sonja Grau mehr denn je mit dem Geschäftsoutfit ür Mann und Frau zu Gange.

52

Gewinnen Sie …

… ein »Herbstliches Verwöhnwochenende« im Balance Resort Ifenblick und genießen Sie die letzen warmen Sonnenstrahlen in herbstlicher Ruhe.

122

Impressum

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 5


Aller Anfang ist das

Licht

»Jeder Mensch hat eine eigene Farbmatrix – die Aura. Durch Stress und Alltag kann die Aura disharmoniert werden«, sagt Ulrich Baack, Geschäftsführer der Synton GmbH, Forschung-Entwicklung-Vertrieb in Legau. »Wenn im Energiefeld und in unserer Zelle Licht und Farbe fehlt, dann können wir sie mit unseren Farbstrahlgeräten ausgleichen«, sagt Baack. 6 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


D »Es gibt eine große Bandbreite psychischer und physischer Krankheiten, die innerhalb kürzester Zeit harmonisiert und gelindert werden können. Dazu gehört auch das Burn-out-Syndrom«, sagt Baack.

ie Farbtherapie hatte in manchen frühen Hochkulturen einen festen Platz im Bereich der Medizin. Heute ist Licht vor allem bekannt als positive Energie für die Seele. Wer kennt nicht die düsteren Tage, wenn der Sommer sich verabschiedet hat, der Winter aber auch noch nicht in Sicht ist. Diese Trübsal überträgt sich auf die menschliche Stimmung, drückt auf das Gemüt, auch Winterdepression genannt. Das ganze Wohlbefinden und auch die Leistungsfähigkeit hängen letztendlich vom Licht ab. Seit Urzeiten wussten die Menschen, dass Licht und Farben Lebensspender sind. Die Therapie mit Farben ist ein sanftes, natürliches Heilmittel ohne schädliche Nebenwirkungen, beeinflusst den Körper und wirkt in allen Bereichen, auch auf Geist und Seele. Gab es in der Vergangenheit Leuchten, Farbstrahler und Geräte zur partiellen Farbbestrahlung, hat das deutsche Entwicklungsteam von Synton ein weltweit einzigartiges Farblichtgerät entwickelt, das auf den ganzen Körper wirkt. Dem Forschungsteam ist es gelungen, parallel mit der Entwicklung neuer LED und SMDLichttechnik eine neue Generation von Farbgeräten mit deutlich mehr Anwendungsvorteilen und intensiverer, verbesserter Farbqualität herzustellen. Nun stehen verschiedene Synton Farbstrahler für unterschiedliche Einsatzbereiche zur Auswahl. Der Naturheilararzt, der Heilpraktiker und Physiotherapeut, die Kosmetikerin, der gesamte Wellnessbereich und vor allem der Privatanwender haben die Möglichkeit, das passende Gerät auszuwählen und anzuwenden. Gerade der Privatanwender profitiert von den Lichtgeräten enorm. Viele fliegen für teures Geld in den Urlaub, tanken Sonne und sind verblüfft, wie schnell die Wirkung nachlässt. »Eine Investition in einen Ganzkörperfarbstrahler wäre oft sinnvoller und auch langfristig wertvoller«, sagt Ulrich Baack. 3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 7


Eigenes Farbprogramm »Für die Medizin und die Heilpraktiker gibt es ein eigenes geschriebenes Farbprogramm. Entwickelt wurde dieses im Institut Shimoda in Essen« so Ulrich Baack. Die Intensität der neuen Flächenfarbstrahler zeigt oft in wenigen Minuten posititve Veränderungen beim Anwender, weil die entsprechende Farbe sofort auf Körper, Seele und Geist wirke. »Es gibt eine große Bandbreite psychischer und physischer Krankheiten, die innerhalb kürzester Zeit gelindert werden können. Dazu gehört auch das Burn-out-Syndrom«, sagt Baack. Außerdem werde das Immunsystem durch die Behandlung gestärkt. Krankheiten vorbeugen »Licht, Magnetismus, Sauerstoff und auch positive Gedanken sind mit die wichtigsten Dinge«, so der Geschäftsführer von Synton. Mit der Farbbestrahlung könne Krankheiten vorgebeugt werden und bei Krankheiten unterstützend wirken. Die Farbtherapie biete schnelle, unkomplizierte Hilfe. Ulrich Baack beschreibt sich selbst als sehr feinfühlig. Durch diese Sensibilität sei er darauf gekommen, dass Licht elementarer Bestandteil des Wohlbefindens ist. So hat er vor 15 Jahren eine fertige Farblichtentwicklung gekauft, das waren mit die ersten Farblichtlampen auf dem Markt. Baack erkannte, dass die Lampen praktisch und für die Breite zugänglich sein müssen. Ge-

8 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

rade die Handfarbgeräte sind für den Privatanwender wie eine Apotheke des Lichts zu Hause. Auch sind die Lampen äußerst langlebig – die Dioden halten zwischen 20 000 und 30 000 Betriebsstunden. Der gebürtige Lautracher lebt schon lange sehr bewusst. »Das ist heute das A und O. Wir müssen für uns und unseren Körper Verantwortung übernehmen«, so der 63-Jährige. Dass Baack für sich diese Verantwortung übernimmt ist nicht zu übersehen, man schätzt ihn gerne acht bis zehn Jahre jünger ein. Wann er zuletzt krank war, kann er nicht sagen. Das müsse über 20 Jahre zurück liegen. Seit 25 Jahren beschäftigt sich Ulrich Baack mit ganzheitlicher Lebensweise, und damit, was der Mensch selbst tun kann, damit es Körper, Seele und Geist gut geht. »Ich will der Menschheit dienen«, so Ulrich Baack. Und er möchte zu einem Glücksgefühl verhelfen, das viele Menschen vorher lange nicht mehr hatten. Farbkreis mit sieben Farben Auf den wissenschaftlichen Entdeckungen des Physikers, Mathematikers und Astronomen Sir Isaac Newton (1643 – 1727) basiert auch heute noch das Grundwissen, dass sichtbare Farben nichts anderes sind als aufgespaltenes, zerlegtes Licht mit unterschiedlicher Schwingungsqualität, sprich Wellenlänge. In der heutigen Farblehre gibt es einen Farbkreis mit sieben Far-

ben. Diese sieben Farben korrespondieren laut neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen mit den sieben Hauptdrüsen des Körpers und ihren ebenfalls sieben Energiezentren, den sogenannten Chakren. Rechtsdrehendes Prinzip Die neu gesteuerte Farbtechnik ermöglicht jetzt die Wiedergabe aller gewünschten Farbnuancen aus dem Sonnenfarbspektrum. Es produziert keine Wärmewirkung auf der Haut. Die neue LED-SMD-Technik mit von Synton entwickelter Steuerung arbeitet nach dem rechtsdrehenden Prinzip, damit werden vollflächige Farben ohne Störfrequenz erzeugt. Denn alles in der Natur arbeitet nach dem rechts drehenden Prinzip. Die Synton-Farbstrahler erzeugen reines, lineares und wohltuendes Licht. Jede Farbe und Funktion ist einfach zu schalten, mit Infrarot-Fernbedienung als auch manuell. Wenn das ausgesandte Licht, etwa der Sonne oder der Farbstrahler, von einer Pflanze oder dem Mensch über Haut und Augen aufgenommen wird, um sich in heildende Prozesse umzuwandeln, dann verhält sich das Licht als Teilchen oder Photon und breitet sich wie eine Welle im Organismus aus. Das Licht in unserer Zelle wird sehr schnell aufgenommen oder auch wieder abgebaut. Lichtmangel führt demzufolge zu körperlichen und psychischen Disharmonien.


Bedeutung und Wirkung der Farben (Auszug)

Sabine Fischer

Buchtipp zur Farbtherapie: Christa Muths, »Farbtherapie – Mit Farben heilen – der sanfte Weg zur Gesundheit«, Heyne Verlag.

BILDER: SYNTON, BILD BAACK: FISCHER

Blau steht für die Weisheit des Universums, Gelb dafür, dass alles im Fluss ist, Grün verspricht Harmonie und Ausgleich, Orange steht für Leichtigkeit, Lebensfreude und Kreativität, Rot für Lebensfreude, Energie und Dynamik, Türkis für die Weite des Ozeans, Offenheit und Kommunikation und Violett für Spiritualität, Transformation und Bewusstsein.

Erfahrungsberichte Kosmetikerin Liane G.: Sie setzt die Farblicht-Therapiegeräte überwiegend im Kopf- und Dekolteébereich ein. Behandelt werden damit Akne, Faltenbildung, reife Haut und dient zur Entspannung. Die Farbe Blau kühlt und beruhigt, Rot hilft bei Entzündungen der Haut, Gelb verbessert die Stimmung und sorgt bei reiferer Haut für Entspannung. Patient Holger P., Diagnose: Erschöpfungszustände nach grippalem Infekt. Holgers besorgte Mutter kam mit ihrem Sohn in die Praxis. Holger hatte keinen Appetit, konnte in der Schule nicht aufmerksam sein und war blass und kränkelnd. Er litt unter Einschlafstörungen sowie Bauchschmerzen. Holger wurde zwei Mal mit verschiedenen Farben behandelt. Schon nach der ersten Sitzung drei Stunden später rief Holgers Mutter an und berichtete, dass ihr Sohn großen Appetit habe. Die Bauchschmerzen seien nicht mehr aufgetreten. Zwei Tage später bekam Holger die zweite Farb-Lichtbehandlung. Die Symptome traten danach nicht wieder auf. Holger spielt wieder Fußball. Heilpraktikerin Maria G.: Die uns von Ihnen zu Testzwecken überlassenen Farblicht-Therapiegeräte in den Farben rot, blau, grün, gelb und orange wurden in unserer Praxis über einen längeren Zeitraum bei verschiedenen Indikationen angewendet. Unseren Erfahrungen zufolge können wir bestätigen, dass sich akute Erkrankungen wie beginnender Schnupfen und Halsschmerzen sehr gut damit therapieren lassen, besonders bei Kindern. Jürgen S: Physischer und psychischer Zustand vor der Farblichtbehandlung – Schlaflosigkeit, Heiserkeit, Atemnot aufgrund hartnäckiger Bronchialbeschwerden, leichte Depression, Antriebsschwäche, starker Hustenreiz. Behandelt wurden der Brust- und Stirnbereich an drei Tagen in Intervallen mit der Farbe grün. Nach der Behandlung waren die Bronchialbeschwerden restlos verschwunden, Besserung der Depression, die Bronchialbeschwerden sind bis heute nicht wieder aufgetaucht, Husten verschwunden. Ulrich Baack, Geschäftsführer von Synton.

Synton GmbH Ehrensberg 82 87764 Legau Telefon (08330) 926-0 Telefax (08330) 92550 www.synton.de info@synton.de 3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 9


Auf geht es Natur pur, das empfängt die Gäste des Alpenhotels in Oberjoch. Auf 1200 Meter Höhe gibt es im Sommer Sonne satt und im Winter Schnee ohne Ende. Auch gibt es in dieser Höhe nichts, was Allergiker beunruhigen könnte.

Tagen und I

m Sommer wie im Winter bietet das Alpenhotel Oberjoch alles, was für einen Urlaub oder eine Tagung wichtig ist. Direkt vor der Haustüre gibt es 32 Kilometer abwechslungsreiche Skipisten, zehn Schlepplifte und eine 6er-Sesselbahn. Langläufer können sich auf 100 Kilometer langen Loipen austoben. Wem das nicht reicht, der kann von dort auch zu den Loipen des Tannheimer Tals gelangen. Die drei Naturrodelbahnen ziehen nicht nur Kinder in ihren Bann und auf den weitläufigen Wanderwegen gibt es auch im Winter einiges zu entdecken. Wer die Natur liebt, der ist im Alpenhotel Oberjoch an der richtigen Adresse.

Tagen in luftiger Höhe Wo kann man besser durchatmen und einen klaren Kopf bewahren, als auf 1200 Meter Höhe. Das wissen auch Unternehmen, die die Tagungs- und Seminarräume im Alpenhotel Oberjoch zu schätzen wissen, ausgestattet mit allen technischen Finessen. Insgesamt gibt es sieben Tagungsräume, im größten Raum »Hochvogel« haben bis zu 150 Personen Platz. Im Raum »Ornach« können 70 Personen tagen und im Raum »Iseler« finden 30 Tagungsgäste Platz. Egal, ob Schulung, Fortbildung, Workshop oder Seminar, die Teilnehmer werden sich in luftiger Atmosphäre wie im Urlaub fühlen. In Oberjoch finden Semi-

10 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

narteilnehmer ideale Verhältnisse zum Teambuilding, etwa bei gemeinsamen Wanderungen, bei Canyoning und Rafting. Das Hotel bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich in freier Natur in Schwung zu bringen. Dazu gehört im Winter eine Schneeschuhwanderung durch das tief verschneite Hochtal oder eine nächtliche Fahrt mit den Pistenbully’s durchs Skigebiet. Dazu gibt es einen Glühweinempfang in der urigen Hütte mit Kässpatzen, Musik und Gaudi. Eine Fackelwanderung führt die Teilnehmer zurück ins Hotel.

Atmosphäre eines Familienbetriebs Das Alpenhotel Oberjoch bietet den Service eines großen Hauses mit der Atmosphäre eines Familienbetriebs. Denn die Menschen, die dort arbeiten, fühlen sich fast so, als seien sie selbst Gäste. Fernab von jedem Lärm bieten die 202 Zimmer, davon 66 Einzelzimmer, 76 Doppelzimmer, 40 2-Raum-Familienzimmer und 20 Suiten die Ruhe, die man im Urlaub sucht. Familienfreundlichkeit steht im Alpenhotel Oberjoch an erster Stelle. Kinder sind im Haus immer »all inclusive«. In dem


zum

Gipfeltreffen Die Panorama-Bade- und Saunalandschaft und der Beauty- und Wellnessbereich des Alpenhotels Oberjoch steht nicht nur den Hotelgästen zur Verfügung. Wer möchte, bucht das Angebot »Mein perfekter Tag« und taucht ein in Entspannung pur.

Entspannen Familienrestaurant stehen den ganzen Tag erfrischende Getränke für die Kleinen zur Verfügung, zu den Mahlzeiten gibt es mittags einen Kinderteller und am Abend ein spezielles Kinder-Buffet. Natürlich steht auch gesunde Babynahrung zur Verfügung. Dass Kinder beim Essen gerne spielen und meistens früher als die Erwachsenen fertig sind, dem hat das Alpenhotel Rechnung getragen und ein Spielzimmer neben dem Restaurant eingerichtet, in dem die Kinder toben können, während die Eltern in Ruhe ihr Mahl beenden.

Selbstverständlich gibt es im Garten einen großen Spielplatz und im hauseigenen Gehege dürfen die Enten gefüttert werden. Sieben Spielzimmer Das Hotel bietet für die Kleinen sieben verschiedene Spielzimmer auf 200 Quadratmeter an, die altersgerecht für jede Menge Spaß sorgen. Das Team vom Kids-Club bietet für jedes Kind individuell zahlreiche Aktivitäten für drinnen und draußen an. Aber auch die Jugendlichen kommen im Alpenhotel Oberjoch nicht zu kurz. Zahl-

reiche Outdoor-Aktivitäten locken garantiert jeden Jugendlichen hinter dem Ofen hervor. Es stehen Kicker bereit, Air Hockey und Tischtennis und in einem Playstation-Raum können sich die Teenies virtuell austoben. Wer Lust auf Filme hat, geht in den Kino-Raum und auch die KinderDisco kommt bestens an. Wellness pur Aber nicht nur für Kinder und Jugendliche ist im Alpenhotel Oberjoch gesorgt, auch die Erwachsenen kommen ganz auf ihre Kosten. Herrlich entspannen lässt es sich in der Badelandschaft mit herrlichem Panoramablick oder im 36 Grad warmen Whirlpool. Wer es gern sportlicher mag, der tobt sich vorher im Fitnessraum aus, um hinterher zu saunieren. Die Sauna im Alpenhotel Oberjoch bietet dabei etwas Besonderes: einen bezaubernden Blick über das Bergpanorama. Außerdem gibt es in der Saunalandschaft ein Dampfbad und auch Solarien. Verwöhnung pur heißt es im Wellness-Bereich. Frauen wie Männer werden verwöhnt mit klassischen Gesichtsbehandlungen, mit Körpermodellagen, Ayurveda- und Stone-Therapien, mit speziellen Bädern und vielem mehr. Sabine Fischer 3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 11


Interview

mit Volker Küchler, Hoteldirektor

Seit wann gibt es das Hotel? Volker Küchler: Das Hotel wurde 1992, damals noch als Kurklinik und 4-SterneHotel Kombination, eröffnet. Es entstand durch einen großen Um- und Anbau aus dem damaligen Haus Ingeburg. Ende 2005 wurde das Gesamtkonzept geändert. Seitdem stützt sich das Alpenhotel Oberjoch auf drei Säulen: Tagung, Familie und Wellness. Ist das Haus ein Familienbetrieb? Volker Küchler: Nein, auch wenn uns häufig Gäste berichten, dass es sich so »anfühlt«. Das Hotel wird seit Januar 2006 durch die Bierwirth & Partner Hotel Gruppe geführt. Seitdem ist das Hotel ebenfalls der Kooperation Familotel angeschlossen. Wir können auf eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit in den letzten Jahren zurückblicken. Wie viele Tagungsgäste und Freizeitgäste kommen und woher? Volker Küchler: Der Hauptanteil unserer Gäste kommt aus dem mittleren und südli-

chen Deutschland. Das Tagungsgeschäft macht etwa 25 Prozent unserer Gäste aus. Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass immer mehr regionale Allgäuer Betriebe das Alpenhotel Oberjoch für Tagungen und Events entdeckt haben und die optimalen Möglichkeiten bei kurzer Anfahrt schätzen. Wie viele Mitarbeiter haben Sie? Volker Küchler: Das Alpenhotel Oberjoch beschäftigt zur Zeit etwa 100 Mitarbeiter, so konnten im reinen Hotelbereich in den letzten drei Jahren zusätzliche 40 Arbeitsplätze geschaffen werden. Was ist das Besondere an Ihrem Hotel? Volker Küchler: Die Lage des Alpenhotel Oberjoch mit dem einzigartigen Panoramablick auf der Sonnenseite der Hochtallage ist sicher unvergleichlich. Die Luftqualität ist in Deutschland einzigartig, sie ist hausstaubmilbenfrei und pollenarm. Von fast allen Räumlichkeiten können die Gäste das Bergpanorama genießen oder auch

während der Tagungspausenzeiten von den Terrassen. Die Großzügigkeit und Eleganz der Bereiche sowie des großen Wellnessbereichs mit der Panorama-Bade- und Saunalandschaft bildet den perfekten Rahmen sowohl für den Tagungs- als auch für den Freizeitgast. Waren die Gäste schon einmal eingeschneit? Volker Küchler: Auch wenn wir hier in schneesicherer Gegend sind und Oberjoch das höchste Bergdorf Deutschlands ist ˆ eingeschneit waren wir noch nie. Eine gute Straßenräumung ist immer gewährleistet. Wir haben da Übung drin. Unseren Gästen stehen über 150 Tiefgaragenplätze zur Verfügung, wer nicht unbedingt Spaß dran hat, muss auch sein Auto nicht ausgraben. Was schätzen die Gäste besonders bei Ihnen? Volker Küchler: Die natürliche Freundlichkeit und Herzlichkeit und die große Servicebereitschaft des gesamten Teams

»Die Luftqualtität ist in Deutschland einzigartig, sie ist hausstaubmilbenfrei und pollenarm.«

12 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


Was ist die Philosophie des Hauses? Volker Küchler: Dass unsere Produkte und Dienstleistungen geeignet sind, die Anforderungen und Erwartungen unserer Kunden und Gäste zu erfüllen und zu übertreffen. Aus welchem Grund ist das Alpenhotel Oberjoch für Tagungsgäste besonders geeignet? Volker Küchler: Im Veranstaltungsbereich bieten wir sieben moderne Tagungsräume für bis zu 150 Personen, alle mit Tageslicht und Bergblick. Das Alpenhotel Oberjoch bietet die perfekte Kombination zur Entwicklung neuer Ideen an einem ausgefallenen Ort. In Oberjoch finden die Gäste unvergessliche Momente und das ganz persönliche Gipfelglück-Feeling. Das bleibt lange in Erinnerung.

Der große Familien- und Wellnessbereich lässt bei Groß und Klein keine Wünsche offen. Der Kids-Club mit siebentägiger Kinderbetreuung, das Kids-All-Inclusive-Programm, der Beauty- und Massagebereich mit außergewöhnlichen Angeboten begeistern nicht nur Familien. Übrigens ˆ das Konzept ist sehr erfolgreich. Viele Tagungsgäste kommen mit der Familie und viele Eltern kommen mit Kollegen wieder zurück ins Alpenhotel Oberjoch. Haben Sie viele Stammgäste? Volker Küchler: Die Zahl der Wiederkehrer und Stammgäste wächst erfreulicherweise ständig. Das ist das beste Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und ist Ansporn, uns in dieser Richtung stets weiter zu verbessern. Besonders im Veranstaltungsbereich gibt es inzwischen viele namhafte Firmen, bei denen eine Tagung oder ein Event im Alpenhotel Oberjoch zur festen Jahresplanung gehört. Das liegt sicher auch an einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die uns sehr wichtig ist.

Sehr stolz bin ich darauf, dass das Alpenhotel Oberjoch Team zum Großteil aus langjährigen Mitarbeitern besteht, das schätzen Stammgäste besonders und bringt trotz der Größe des Hauses eine familiäre und persönliche Atmosphäre.

BILDER: ALPENHOTEL OBERJOCH

machen einen Großteil unseres Erfolges aus. Die modernen und stilvollen Einrichtungen im ganzen Haus werden sehr geschätzt, dazu die sportlich-unkomplizierte Atmosphäre.

Volker Küchler, Direktor im Alpenhotel Oberjoch.

Alpenhotel Oberjoch

»Das Alpenhotel Oberjoch bietet die perfekte Kombination zur Entwicklung neuer Ideen an einem ausgefallenen Ort.«

Familotel Allgäuer Alpen Am Prinzenwald 3 87541 Bad Hindelang/Oberjoch Telefon (08324) 709-0 Telefax (08324) 709-200 www.alpenhotel-oberjoch.de info@alpenhotel-oberjoch.de Kostenlose Reservierungshotline (0800) 2573646

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 13


Feinste Adresse Auf dem Tisch liegen ein gefasster Rhodolit, ein schwarzer Opal, ein Sternsafir und ein Mondstein und jeder Ring funkelt in einer anderen Farbe – in wunderschönem grün, orange, rot und zartem lila. Wenn Frau sich nicht entscheiden kann und 60000 Euro übrig hat, muss sie sich nicht zwischen fünf Unikaten entscheiden, sie kann sich alle fünf Ringe auf einmal leisten. Oder könnte sich einen neuen gehobenen Mittelklassewagen kaufen. Der aber niemals die Klasse und Ausstrahlung dieser kleinen Meisterwerke hätte.

14 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


für edelsten Schmuck und Uhren J

uwelier Hollfelder ist nicht nur irgendein Juwelier. Er ist feinste Adresse, wenn es darum geht, Schmuck oder Uhren zu erstehen. Hier gibt es seltene Edelsteine, teils Unikate, Farbsteine und lupenreine Diamanten – dieses Angebot dürfte im Allgäu einmalig sein. Hollfelders sind immer bestrebt, ihren Kunden Besonderes zu bieten.

Kontakte zur Diamanenbörse Alexander und Winfried Hollfelder sind in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten und haben den Betrieb 2001 übernommen. Der 43-jährige Alexander Hollfelder ist Goldschmiede- und Uhrmachermeister. Sein 48-jähriger Bruder ist ebenfalls Goldschmied, Farbsteinexperte, Gemmologe und gilt in der Branche als einer der besten Edelsteinexperten Süddeutschlands. Winfried Hollfelder pflegt permanente Kontakte zur Diamantenbörse in Antwerpen und kauft weltweit ein. »Lose Steine werden nicht gleich verarbeitet. Die Kunden möchten die Steine auf der Haut spüren«, sagt Thomas Lehner, der seit 22 Jahren bei Hollfelder für den Verkauf und Einkauf zuständig ist. Die Goldschmiede, sechs an der Zahl, skizzieren nach Kundenwünschen ein Schmuckstück, und wenn der Kunde zufrieden ist, werden sie in der Goldwerkstatt tätig. Goldschmiede, Edelsteinfaser, Graveure und Politeure arbeiten perfekt Hand in Hand. Jedes so entstandene Schmuckstück ist ein Unikat und so einzigartig wie seine Trägerin selbst. So werden die Kreationen von Hollfelder zu Businesskleidung, zur Abendgarderobe und in der Freizeit getragen. Nicht selten blitzt ein edler Diamant beim Dinner im Schein der Kerzen und wir erinnern uns gerne daran, dass ein Diamant unvergänglich ist. 3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 15


Goldschmiedemeister Jürgen Budig. Blick ins Hollfelder-Goldschmiedeatelier.

16 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

Eröffnung vor 50 Jahren Gründungsort der Firma Hollfelder ist Immenstadt im Allgäu. Der Optiker- und Uhrmachermeister Helmut Hollfelder eröffnete dort vor über 50 Jahren sein erstes Geschäft. Dort ist bis heute das Goldschmiede-Atelier angesiedelt mit sechs Goldschmieden, davon zwei Meister und zwei Azubis. »Das sind sehr begehrte Ausbildungssplätze«, weiß Winfried Hollfelder. Das zweite Haus wurde 1958 in Oberstaufen eröffnet. Weitere Geschäfte gibt es

in Oberstdorf, Riezlern-Kleinwalsertal, Bad Hindelang und Bad Wörishofen mit insgesamt 45 Mitarbeitern. Wenn Winfried Hollfelder über Steine spricht, kommt er ins Schwärmen. Einen Mandaringranat gibt es zum Beispiel nur in Namibia. Dieser Granat besitzt eine besondere Leuchtkraft, die so stark ist, dass er auch noch im Schatten funkelt. Dabei ist er hart und widerstandsfähig. Oder ein Demantoid in giftigem Grün. Dieser Stein wird äußerst selten gefunden und wird


»Die Freude des Besitzers und die Komplimente der Betrachter sind unser Ansporn, kostbare Unikate zu schaffen«,

GROSSES BILD S. 16: ROLEX, STANDUHR: SATTLER, WEITERE BILDER: HOLLFELDER

so Winfried Hollfelder.

auch Stein des Zaren genannt. Er besitzt einen markanten Einschluss, Steine mit 0,5 Karat sind aufgrund der Größe der Kristalle bereits Raritäten. 1993 wurden Vorkommen in Namibia gefunden, diese leuchten jedoch nicht so intensiv grün wie die russischen. »Es ist etwas ganz besonderes, diese Steine zu besitzen«, schwärmt der Gemmologe. Gemmologen sind Edelsteinkundler oder -experten, die Diamanten, Farbsteine und organische Substanzen wie Perlen begutachten. Sie prüfen Gewicht, Reinheit, Echtheit, den Schliff und die Farbe und erstellen Expertisen. Gemmologen erkennen die Fundorte und die Marktsituation und unterscheiden Edelsteine von Nachahmungen. Uhren vom Feinsten Neben Schmuck bieten Hollfelders in ihren Geschäften auch Uhren an. Selbstverständlich Luxusuhren, die zu den erlesenen Schmuckstücken passen. Im Sortiment ist fast alles vertreten, was im internationalen Luxusuhrensegment Rang und Namen hat – Rolex, Bulgari, Cartier, Breitling, Patek Philippe, IWC, Zenith, Audemars Piquet, Breguet, Jaeger-Le Coultre, Glashütte original, Hublot und Lang &

Heyne. Zu den Stammkunden bei Uhrenmeister Hollfelder zählen viele Sammler, die im Laufe der Jahre bereits beachtliche Sammlungen aufgebaut haben. Dazu gehören auch Sondereditionen und limitierte Modelle. Aber auch die mechanischen Designuhren der aufstrebenden Deutschen Uhrenbauer Nomos, Max Bill und Meistersinger begeistern eine immer größere Anzahl an Uhrenliebhabern. Außergewöhnliches Ambiente Das Geschäft in Oberstaufen wurde im Jahr 2002 und das Geschäft in Oberstdorf im Jahr 2005 umgebaut. Heute werden die exklusiven Schmuckstücke in einem außergewöhnlichen, schmucken Ambiente präsentiert. In Immenstadt werden die Serviceleistungen der eigenen Werkstatt auf 80 Quadratmetern professionell umgesetzt. Für Aufarbeitungen und Reparaturen werden die Schmuckstücke und Uhren selten außer Haus gegeben. Auf Lager sind viele Originalersatzteile. In den Geschäften in Oberstdorf, Bad Wörishofen, Immenstadt, Hindelang, Riezlern und Oberstaufen bleiben auch bei anspruchvollsten Kunden keine Wünsche mehr offen. Sabine Fischer

Im Sortiment ist alles vertreten, was im internationalen Luxusuhrensegment Rang und Namen hat.

Juwelier Hollfelder Hugo-von-Königsegg-Straße 5 87534 Oberstaufen Telefon (08386) 7763 Telefax (08386) 7837 info@hollfelder.de www.hollfelder.de Alexander Hollfelder (links) mit Karin und Winfried Hollfelder vor dem Geschäft in Oberstaufen.

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 17


Raffinierte

Zeitmaschinen weisen die

Zukunft Offiziersuhren nehmen bei Patek Philippe Uhren seit jeher eine Sonderstellung ein. Es ist deshalb Ehrensache, dass Patek Philippe mit der neuen Calatrava Offiziersuhr Ref. 5153 eine vornehme Interpretation dieser Tradition präsentiert, die bis in die Gründerjahre von Patek Philippe zurückgeht.

18 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


Höchste Handwerkskunst Die Calatrava Ref. 5153 in 18 Karat Gelbgold unterscheidet sich wie alle OffiziersArmbanduhren durch ihr Gehäuse, das durch seine Ausstattung mit einem Scharnierdeckel über dem Gehäuseboden zu den aufwändigsten Konstruktionen gehört, die heute überhaupt gebaut werden. Von vorn zeigt es die klassische Schlichtheit einer Calatrava mit glanzpolierter konvex gerundeter Lünette und zeigt nur anhand einiger Details, dass es sich um ein Offiziersgehäuse handelt. Dies sind die gerade abstehenden Anstöße mit den verschraubten Armbandstegen, die gerändelte Turbankrone und die kleine Gehäuseausbuchtung bei der Krone. Sie hält das Scharnier für den Klappboden, der sich auf der Rückseite über dem verschraubten

Patek Philippe – Die älteste unabhängige Genfer Uhrenmanufaktur in Familienbesitz

fekt zu justieren und den Scharnierboden auf den Hundertstelmillimeter genau an die Gehäusekontur anzupassen, damit er beim Schließen mit den richtigen Geräusch und dem extrem feinen regelmäßigen Spaltmaß einschnappt. Diese Arbeit verlangt neben der handwerklichen Perfektion auch viel Geduld und kann den Gehäusebauer und den Polisseur gut und gerne an die zwei Tage lang beschäftigen. Unaufdringliche Eleganz Der Kenner bemerkt schon auf den ersten Blick, dass die Ref. 5153 gegenüber dem Vorgängermodell (Ref. 5053) an Größe zugelegt hat. Mit dem Durchmesser von 38 Millimeter ist sie um 2,4 mm gewachsen. Sie bleibt jedoch mit dieser Abmessung noch deutlich in jenem Bereich unaufdringlicher Eleganz, die für Patek Philippe eine Voraussetzung für die Zeitlosigkeit ist, die jede Uhr der Manufaktur charakterisiert.

Klassische Schönheit Hinter diesem Aufwand Seit 1839 repräsentiert Patek Philippe darf das Gesicht der Uhr ohne Unterbrechung die Spitze der nicht zurückstehen. Wie traditionellen Genfer Uhrmacherkunst. alle Offiziersuhren der Gründer: Antoine Norbert de Patek (1839) Manufaktur ist die Calaund Adrien Philippe (1845), trava Ref. 5153 mit einem Direktorium: Präsident Philippe Stern, besonders aufwändig geVizepräsident: Thierry Stern, staltetet Zifferblatt ausgeGeneraldirektor: Claude Peny, stattet. Es zeigt einen opaAnzahl Beschäftigte: etwa 1 300, len-silbernen Farbton Anzahl qualifizierter Uhrmacher: 200, und trägt in seinem ZenVertrieb: über 500 ausgewählte Fachgeschäfte trum ein handguillochierin mehr als 70 Ländern. tes Strahlenmuster. An den Rand des Zentrums schmiegt sich eine kleine Sichtboden mit Saphirglaseinsatz schließt. Kartusche, die in Schwarz den gewölbten Hier zeigt sich am deutlichsten, mit welSchriftzug »PATEK PHILIPPE GENEVE« cher Präzision, welcher Sorgfalt und welträgt. Den äußeren Zifferblattrand schmüchem Können die Uhrgehäuse der Manucken kleine vergoldete Minutenperlen. faktur gefertigt werden. Ist der ScharnierDie Stundenindexe sind als facettierte boden zugeklappt, verraten nur eine feine pfeilförmige Goldappliken ausgeführt. Das Fuge und natürlich das kleine Deckelohr, große Datumsfenster bei 3 Uhr steht in eidass es sich um einen Klappboden handelt. nem Rahmen aus poliertem Gold. Vor dieAm winzigen Deckelohr kann der Boden ser Zeitkulisse drehen sich zwei scharf famit Hilfe des Fingernagels geöffnet wercettierte Dauphine-Zeiger für die Stunden den, die Fuge muss auf dem gesamten und Minuten sowie ein schlanker großer Kreisbogen dasselbe Spaltmaß aufweisen. Sekundenzeiger, der bis ganz zum äußeren Und nicht zuletzt muss beim Zudrücken Rand des Zifferblatts reicht und an seinem des Scharnierbodens jenes saubere solide kurzen Ende ein entsprechend breites GeKlicken zu hören sein, das ein festes Eingengewicht trägt. schnappen ohne das geringste Spiel signaFür die präzise gleichförmige Bewelisiert. gung der Zeiger sorgt ein Patek Philippe Es bedarf der höchsten Kunstfertigkeit Manufakturkaliber 324 S C mit automatides Gehäusebauers, um das Scharnier perschem Aufzug. Es besitzt einen einseitig

aufziehenden Zentralrotor aus 21 Karat Gold, der durch seine große Masse für einen zuverlässigen schnellen Aufzug sorgt. Die Frequenz von 28 800 Halbschwingungen (4 Hz) und eine große Amplitude garantieren den regelmäßigen Gang, der sich für alle Mechanikwerke von Patek Philippe im Bereich von – 3 und + 2 Sekunden pro Tag bewegen muss. Und wie alle anderen Patek Philippe Uhrwerke ist auch das Kaliber 324 S C eine wahre Schönheit, die mit handanglierten Stahlteilen, den Genfer Streifen auf Brücken und Kloben, dem Perlschliff, gravierten Goldrotor usw. jeden Uhrenliebhaber begeistert. Es präsentiert sich bei geöffnetem Scharnierboden durch den verschraubten Sichtboden mit Saphirglaseinsatz. Große Tradition Offiziersuhren haben bei Patek Philippe eine große Tradition. Kein Wunder, war doch der Manufakturgründer Graf Antoine Norbert de Patek ein ehemaliger polnischer Offizier, der nach dem gescheiterten Befreiungskampf in den 1830er Jahren seine Heimat verlassen musste und sich in der Folge im Genfer Exil niederließ. Als im 1. Weltkrieg kleine Taschenuhren mit Scharnierboden für die Offiziere zu praktischen Armbanduhren umgebaut wurden, war das Design der so genannten Offiziersuhr geboren. Seit dieser Zeit hat Patek Philippe diese Gehäuseform in unregelmäßigen Zeitabständen immer wieder für ausgesprochen traditionsbewusste Zeitmesser benützt. Ihre neuste Repräsentantin ist die Calatrava Offiziersuhr Ref. 5153 in 18 Karat Gelbgold, die an der Baselworld 2009 ihr Debüt erlebt. nu

Patek Philippe Uhren im Allgäu exklusiv bei: Uhrmachermeister Hollfelder Oberstaufen und Oberstdorf

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 19


Wir bauen

Zukunft »Das Passiv-Haus ist das Haus der Zukunft«, sagt Dieter Herz, einer der Geschäftsführer der Herz&Lang GmbH – Die Fachplaner für energieeffizientes Bauen mit Firmensitz in Weitnau. In zehn bis 20 Jahren werde es kaum etwas besseres geben. Bis auf das Haus, das seine Energie selbst erzeugt. Das ist keine Zukunftsvision – die EU will, dass alle Gebäude die nach dem Jahr 2018 gebaut werden, ihre eigene Energie produzieren, um den Klimawandel nachhaltig zu bekämpfen.

E

in paar Sonnenkollektoren auf dem Dach, gut isolierte Wände und Fenster und fertig ist das Passivhaus, denkt so mancher Laie. Doch weit gefehlt. Ein Passivhaus muss höchste energetische Anforderungen erfüllen. Neben dem Einsatz von hochqualifizierter Fenster, der Nutzung von Sonneneinstrahlung und vieles mehr, definiert der Passivhaus-Fachmann noch eine Vielzahl weiterer Faktoren.

Internationale Projekte So ein Passivhaus-Fachmann ist Dieter Herz. Herz&Lang planten und planen zahlreiche internationale Projekte. Beispielsweise in Innsbruck das weltgrößte zertifizierte Passivhaus als Wohngebäude und ein olympischses Dorf, teils in Holzbausystem. In Wien bekommen die Gefängnisinsassen und die Staatsanwalt-

20 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

schaft Passivhäuser. Im Allgäu entstehen unter der Planung von Herz&Lang zwei neue Passivhäuser mit 60 Mitarbeiterwohnungen für das 5-Sterne-Hotel Sonnenalp in Ofterschwang. Dabei handelt es sich um

»Gerade im Hotelbereich könnten durch Passivbauweise und Sanierung massive Einsparungen erzielt werden«, so Dieter Herz.

das erste zertifizierte Passivhaus-Projekt im deutschen Hotelgewerbe. Familie Fäßler wollte zukunftsweisend bauen. Denn man habe eine Verpflichtung, beispielhaft vorzugehen. Baubeginn war Ende 2008,

bezugsfertig sollen die Mitarbeiterwohnungen im Herbst sein. Gerade im Hotelbereich könnten durch Passivbauweise und Sanierung massive Einsparungen erzielt werden. »Im Bestand (Altbau) gibt die KFW-Bank hohe Förderungen«, weiß Herz. Ein Hotel lebt vom Komfort, das es den Gästen bietet. Und es gebe ganz wenige, die diesen Passiv-Standard annähernd bieten. Dort gebe es noch viel Potenzial. 80 Prozent Energie einsparen »Das Passivhaus ist die wirtschaftlichste Art zu bauen«, sagt Dieter Herz. Damit kann man 80 Prozent Energie einsparen. Wichtig ist, dass sich der Bauherr bewusst für diese Bauweise entscheidet. Dass ein Passivhaus zwischen fünf und 15 Prozent mehr kostet als ein normales


»Ob neu oder saniert, wir gehen in die Zukunft, das hat wenig mit Verangenheit oder Gegenwart im Bauen zu tun«,

BILD HERZ: FISCHER

so Dieter Herz.

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 21


BILDER: MÜLLER

Unter der Betreuung von Herz&Lang entstehen zwei neue Passivhäuser mit 60 Mitarbeiterwohnungen für das 5-Sterne-Hotel Sonnenalp in Ofterschwang.

Haus, daraus macht Herz keinen Hehl. Er weiß, dass beim Hausbau auf jeden Cent geachtet wird, »doch langfristig macht sich die Investition bezahlt«, so Dieter Herz. »Alle Bauherren, die sich von uns ein Passivhaus haben planen lassen, reden nicht mehr von Energieeinsparung, das ist selbstverständlich«, sagt der Planer. Geredet wird auch nicht über die Mehrkosten. Alle reden nur noch von dem Komfort und der guten Luft. »Das Passivhaus ist mit Ängsten belegt, weil man die Fenster durch die Komfortlüftung nicht öffnen muss. Am Ende sind dann alle Negativargumente aufgelöst und gegen ein anderes Wohngefühl eingetauscht«, weiß Herz aus Erfahrung.

Dieter Herz Herz&Lang GmbH Die Fachplaner für energieeffizientes Bauen Ritzensonnenhalb 5A 87480 Weitnau Telefon (08375) 921133-10 Telefax (08375) 921133-11 dieter.herz@herz-lang.de www.herz-lang.com Geschäfstführer: Dieter Herz Weitnau, Florian Lang Schongau

Hotel Resort Sonnenalp Schweineberg 10 87527 Ofterschwang Telefon (08321) 2720 Telefax (08321) 272242 info@sonnenalp.de www.sonnenalp.de Besitzer und Leitung: Familie Fäßler

22 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

Strengste Qualitätsprüfungen Alle technischen Geräte und erforderlichen Bauteile für ein Passivhaus werden strengsten Qualitätsprüfungen unterzogen und jedes Teil wird auf seine energetischen Eigenschaften untersucht. Nur Produkte, die allen Passivhaus-Anforderungen entsprechen, werden vom PassivhausInstitut in Darmstadt zertifiziert. »Der Begriff Passivhaus muss ein Qualitätsmerkmal sein und das wird nur über Zertifizierung erreicht«, sagt Dieter Herz. Das Planungsbüro Herz&Lang ist in der Energieeffizienzberatungsliste aufgeführt und gehört zu den autorisierten Betriebsberatern für kleine und mittlere Unternehmen. Bei Herz&Lang gibt es drei Linien. Erstens die Gesamtplanung, zweitens das Consulting, in dem Know-how in Großprojekten, mit bestehenden Planungsteams ergänzt wird und drittens die Zertifizierung und Qualitätssicherung. Zum Bau eines Passiv-

Hohe Behaglichkeit Aber was genau ist denn ein Passivhaus? Vereinfacht erklärt ist ein Passivhaus ein Gebäude, in dem fast ohne Heizungssystem im Winter und ohne Klimaanlage im Sommer eine hohe Behaglichkeit erreicht werden kann. Das Haus heizt und kühlt sich passiv. Meist kann bei Wohngebäuden Ein Passivhaus ist ein Gebäude, auf ein konventionelles Heiin dem fast ohne Heizungssystem zungssystem verzichtet werden, im Winter und ohne Klimaanlage da die Wärmeverluste des Bauim Sommer eine hohe Behaglichkeit werks durch eine optimierte Geerreicht werden kann. bäudehülle bis zu 90 Prozent minimiert werden. Die Gebäudehülle des Hauses ist winddicht und extrem wärmegedämmt hauses gehören eine gute, durchgängige und sorgt in Verbindung mit der KomfortPlanung und Qualitätsmanagement, lüftung dafür, dass es im Haus behaglich passivhaustaugliche Produkte und qualifiwarm ist. Dreischeibenverglasungen mit zierte Handwerker. niedrigen Wärmedurchgangskoeffizien»Wir bauen im Neubau nur Passivhäuten tragen ebenfalls zu Wärmeverlusten ser und sanieren mit Passivhaustechnik«, bei. Durch ihren hohen Energiedurchlasssagt Herz. Die Philosophie des Hauses ist grad haben sie die Eigenschaft, kostbare »Wir bauen Zukunft«. Ob neu oder saniert, Sonnenenergie einzufangen und in den wir gehen in die Zukunft, das hat wenig Wänden und Räumen zu speichern. Diese mit Vergangenheit oder Gegenwart im Fenster liefern auch im Winter solare GeBauen zu tun, so Dieter Herz. winne und können in die Heizwärmeberechnung mit einbezogen werden. Sabine Fischer


Reflectin g on Time A mark of true design

Multifort Automatik Veredeltes Automatikwerk. Edelstahlgehäuse mit Sichtboden, Saphirglas, verschraubtem Boden und Krone. Wasserdicht bis zu einem Druck von 10 bar (100 m). Unverbindliche Preisempfehlung € 1290.–

Informationen unter www.mido.ch oder Tel. 0 6173 60 60


Die Reduktion auf das Kunst und Kommerz schließen sich nicht aus, im Gegenteil. Teilweise gehen sie reizvolle Liaisonen ein. Es gibt nicht nur in Großstädten gefragte Künstler, auch im Allgäu gibt es eine rührige Kunstszene. Ab sofort stellen wir in jeder Ausgabe einen Künstler aus der Region vor. Den Anfang macht Wolf Maurer aus Füssen.

24 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

L

echhalde 3, so lautet die Adresse mitten in der Füssener Innenstadt. Das Gebäude ist jedoch das Museum der Stadt Füssen im ehemaligen Kloster St. Mang. Der Besucher sucht etwas ratlos den Innenhof nach eventuellen Türen ab, die aussehen, als könnten sie zu einer Wohnung führen. Fehlanzeige. Das ist spannend, denn einen Künstler, den man vor dem Besuch suchen muss gibt es nicht bei jedem Termin. Die einzige Tür an der man klingeln kann ist die an der Hausmeister steht. Also geklingelt, Hausmeister wissen in der Regel alles, was sich in dem von ihnen zu betreuenden Gebäuden ab-


Wesentliche spielt. Eine nette Dame öffnet, lacht, als sie das Anliegen hört. »Ja, ja, das ist hier alles etwas verrückt«, sagt sie. Man müsse in das Museum gehen und am Kartenschalter sagen, dass man Wolf Maurer besuchen möchte, sonst müsste man Eintritt bezahlen. Atelierräume gesucht Gibt es für einen Künstler ein stilvolleres Wohnen als in einem Museum? Wohl kaum. Deshalb wohnt Wolf Maurer mit seiner Frau Christl seit 13 Jahren in einem Teil der hinteren Räume des Museums. Sein Atelier hatte Wolf Maurer bis vor ei-

nem halben Jahr im Comedy-Raum des Natürlich hängen bei Maurers unter anderem auch einige Maurer an den Wänehemaligen Klosters. »Aber seit einem halben Jahr wird dort renoviert für die Landen. Großformatige, teils in dunklen Tönen gehaltene Bilder, die den Betrachter in desausstellung 2010. Seitdem suche ich nach bezahlbaren Atelierräumen«, sagt Wolf Maurer. Das gestalte sich sehr schwierig, denn Selbstständige Organismen es muss finanzierbar sein. So aus Linien, Farbe und Fläche. kann Wolf Maurer seit einem halben Jahr keine großformatigen Bilder mehr malen, denn dazu den Bann ziehen. Die Basis seines Schafbraucht er Platz. Den hat er in seiner Wohfens sind gegenstandslose, bildnerische Asnung im Museum aber nicht. Er musste sopekte, wie Linie, Fläche, Grund und kongar deswegen eine Ausstellung absagen, weil er keine neuen Bilder hat. struktivistische Tektonik. 3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 25


Die Arbeiten sind keine Abbildungen von Dingen oder Wesen, sondern selbstständige Organismen aus Linie, Farbe und Fläche. »Bilder von Erinnerungen können mit einfließen, Es geht um Dualität und Polarität, so dass sich durchPrinzipien wie unter anderem Vertikal aus Assoziationen zu Landschaften erund Horizontal, Struktur und geben könnten«, Oberflächenphänomene und deren sagt der Künstler. Es Gegenüberstellung. geht um Dualität und Polarität, Prinzipien wie unter anderem Vertikal und Horizontal, Struktur und Oberflächenphänomene und deren Gegenüberstellung. Malen ist Abenteuer »Ich wechsle oft von großen Formaten auf kleine. Es ist spannend, wie sich das Kleine gegen das Große behauptet«, so Wolf Maurer. Malen sei immer ein gewisses Abenteuer. Oft sei es ungewiss, wohin es geht.

26 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

Vorwiegend arbeitet der Künstler mit Materie, wie Sand oder Pigmenten, die er mit Acrylfarbe vermischt. So kommt er immer wieder auf tryptichon-artige (Anm.d. Red. Tryptichon ist ein dreiteiliges Altarbild) Kompositionen zurück, die bei Maurer aber auch zweiteilig sein können. So ein Bild, auf dem auf der einen Seite eine Mischung aus Materie vom Forgensee und Acrylfarbe eine ockerfarbene Grundlage bilden. Die andere Seite ist in tiefen Blautönen gehalten. Erst diese Farbgegensätze bringen den ockerfarbenen Ton zum Leuchten. Maurers Bilder tragen keine Namen. »Der Betrachter soll sich überlegen, wie das Bild auf ihn wirkt«, so der 68-Jährige, dessen fester Händedruck auch noch nach einer Stunde zu spüren ist. Die Reduktion sei ein wesentlicher Aspekt seiner Arbeit. Mit einer nicht sichtbaren Wirklichkeit, mache er Bilder autonom. »Das war schon immer mein Stil«, sagt der Füssener. Seine Inspiration sind hauptsächlich optische Eindrücke, meistens etwas visuel-


BILDER: FISCHER

Wolf Maurer in seinem Arbeitszimmer.

les oder flächiges. »Ich habe mich schon immer mit Materie beschäftigt, in der Praxis und auch in der Theorie«, so Wolf Maurer. Seine Arbeitswerkzeuge sind Pinsel, Spachtel, Walzen. Die Acrylfarbe lässt verschiedene Techniken zu. Häufig benutzt der Künstler verschiedene Rottöne, Erdtöne, viel Grau und Schwarz. »Dabei ist Rot manchmal dominant«, sagt Wolf Maurer. Pastellige Töne kommen dem Künstler nicht auf die Leinwand. Wolf Maurer studierte von 1961 bis 1966 an der Akademie der Bildenden Künste in München. »Ich habe eine Ausbildung zum freien Künstler und klassischen Maler gemacht«, so Maurer. Erst zwei Jahre vor dem Abschluss hat er sich für ein Studium der Kunsterziehung entschieden, das er 1968 mit dem Staatsexamen abschloss. Bis vor Kurzem unterrichtete Maurer im Gymnasium Hohenschwangau. Seit 1972 stellt der Künstler seine Werke aus, sei es in Einzelausstellungen oder er beteiligt sich an Gruppen- und

Gemeinschaftsausstellungen. Den Kunstpreis der Stadt Kempten bekam Maurer 1989. Ein Teil seiner Werke ist im öffentlichen Besitz, unter anderem in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung, der Städti- Rot ist manchmal dominant, schen Kunstsammlunpastellige Töne kommen dem Künstler gen Augsburg, im Museum der Stadt Kemp- nicht auf die Leinwand. ten und im Museum der Stadt Füssen. Seit 20 Jahren organisiert Christel Maurer regelmäßig wechselnde Ausstellungen mit renommierten, überregionalen Künstlern der gehobenen Kategorie, die längst über Füssen hinaus bekannt sind. Bevor Maurers in das Museum gezogen sind, hat Christel Maurer die Kunstraum Maurer Ausstellungen in einer Galerie in einer eheLechhalde 3 maligen Steinmetzwerkstatt organisiert. 87629 Füssen Seit dem Umzug vor 13 Jahren finden die Telefon (08362) 1875 Ausstellungen im Kreuzganggewölbe der Wohnung statt. Sabine Fischer 3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 27


Überall gibt es

typische Geschenke und Spezialitäten – so nun auch im

BILDER S. 28, 30, 31, 32 OBEN: TÄNZEL, S. 29, 32, 33: LUTZENBERGER

Allgäu.

28 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


Das Allgäu

präsentiert sich der

Welt

Wer einmal bei »Lutzi’s« einen Apfelquark gekostet hat, wird nur noch dort einen Apfelquark essen. Fein angerichtet mit geraspelten Äpfeln, einem Schuss Leinöl und einem Hauch von Zimt. Der Apfelquark ist nur eine Spezialität des Hauses. Das Besondere an »Lutzi’s« Allgäuer Spezialitäten sind die liebevoll arrangierten Geschenkkörbe, die jedes Geschenk oder Mitbringsel aus dem Urlaub zu etwas Einmaligem machen.

D

ie ursprüngliche Idee entstand vor über zwölf Jahren, als ich fest stellte, dass es keine netten Geschenke gibt, die man aus dem Allgäu mitbringen kann«, sagt Andrea Lutzenberger. »Überall gibt es typische Geschenke und Spezialitäten. Nur im Allgäu gab es nichts typisches«. Dieses Problem hat die 45-Jährige damals so gelöst, dass sie einen Spätzleshobel und ein kleines Büchlein mit verschiedenen

Spätzlesrezepten mit einem Nickituch als nettes Arrangement verbunden hat. Geboren war ein typisch allgäuerisches Souvenier. Selbst ist die Frau »Das Folgeprojekt waren Mondkalender, die Andrea Lutzenberger noch heute mit großem Erfolg im bundesdeutschen Buchhandel, sowie in Österreich und der

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 29


Ein typischer

»Allgäu-Laden«. 30 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


Schweiz vertreibt. In ihrem Laden werden die Mondkalender natürlich auch angeboten. »Es gab nie das, was ich mit vorstellte«, so Lutzenberger. Aber selbst ist die Frau, vor allem eine wie die Betzigauerin. Was lag da näher, als einen typischen »AllgäuLaden« zu eröffnen. Mit diesem Geschäft ist Andrea Lutzenberger im August in die Bahnhofstraße 13 gezogen und teilt sich den Laden mit der Geschäftsstelle der Allgäuer Zeitung. In ihrem Geschäft gibt es nun genau das, was Lutzenberger sich vorstellt und vieles andere auch. Seien es Kemptener, die gerne etwas typisches aus der Region verschenken möchten oder Touristen, die etwas typisches aus der Region mit nach Hause nehmen möchten.

Individuelle Geschenkkörbe Die Geschenkkörbe stellt Andrea Lutzenberger nach dem Gusto des Auftraggebers liebevoll zusammen. In der Praxis sieht das so aus, dass der Kunde in den Laden kommt, sich Vorschläge für einen speziellen Korb machen lässt und einen Auftrag erteilt. Nicht nur Privatkunden sind das Klientel für die Geschenkkörbe, sondern vor allem Geschäftsleute, die ihre Kunden oder Mitarbeiter mit etwas individuellem – beispielsweise zu Weihnachten – aus der Region überraschen möchten. Selbstverständlich bietet Andrea Lutzenberger auch einen Versandservice an. Gefüllt werden können die Körbe etwa mit einer Packung Tee, einem Glas Honig und oder selbstgemachte Marmelade, einer kleinen Flasche Schnaps oder Eierlikör und einem guten Stück Allgäuer »Käs«, Holzfiguren und einem Spätzlehobel. Jeder Kunde kann selbst entscheiden, mit welchen Leckereien der Korb gefüllt werden soll. Beigelegt wird jedem Korb eine handgeschriebene Karte mit individuellen Wünschen. »Es ist wichtig, dass die Körbe schön aussehen und der Inhalt gut schmeckt und praktisch ist«, sagt Lutzenberger.

Kaffee, wie zu Zeiten, als es noch keine Kaffeemaschine gab.

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 31


Platz nehmen, Essa gibt’s Wer sofort Appetit auf etwas typisches aus dem Allgäu bekommt, nimmt einfach an einem der urigen Holztische Platz und bestellt besagten Apfelquark oder ein »Klois Morgeessa«, ein »Lutzi’s g’sund’s Morgeessa«, ein Wurstoder Käsebrot oder selbst gemachten Kuchen. Mitarbeiterin Uschi Hammer bereidass die Körbe schön aussehen, tet die Speisen liebevoll zu der Inhalt gut schmeckt und praktisch ist«, und für ganz Verwöhnte so Lutzenberger. brüht Uschi Hammer frisch gefilterten Kaffee auf. Genau so, wie zu Zeiten, als es noch keine Kaffeemaschine gab. 20 Gäste finden bei »Lutzi’s« Platz. Und so mancher Gast wird nicht schlecht staunen über die zwei Hocker mit handgeschnitzten Beinen. Einer ist mit einer zünftigen Lederhose bestückt, der andere mit einem Dirndlrock. Im Regal neben der großzügigen Theke findet jeder ein passendes Geschenk oder Mitbringsel. Etwa Glogs mit Kuhfell, ein »Allgäuerle« – ein Krügle aus Steinzeug,

»Es ist wichtig,

32 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


Allgäuer Käse, geschnitzte Holztiere, Allgäu-Shirts und Taschen von Trachten Schaber, Tees, Honig, Marmeladen und noch vieles mehr. Zwar ist nicht alles hundert Prozent Bio, aber in jedem Fall im Allgäu produziert. Eine große Auswahl an Schnäpsen, wie Enzian, Gletscherwasser,Heu-Schnaps oder Allgäu-Kräuter runden das Angebot ab. »So wird das Allgäu in der Welt präsentiert«, sagt Andrea Lutzenberger. Und ihr Konzept geht auf, die Kunden und Gäste sind begeistert von dem Angebot und netten, persönlichen Atmosphäre. »Ich finde das Geschäft sehr ansprechend und gemütlich. Das Besondere ist der frisch aufgebrühte Filterkaffee, den ich zu Hause auch so zubereite«, sagt Claudia Krotz aus dem Stuttgarter Raum, die Andrea Lutzenberger vor vielen Jahren während eines Urlaubs kennen gelernt hat. »Mir gefällt das Geschäft von der Optik her sehr gut«, sagt Doris Schmidmeier aus Kempten bei ihrem ersten Besuch bei »Lutzi’s«.

Neu sind Adventskalender Neben Mond- und Geburtstagskalender gibt es in diesem Jahr erstmalig einen Adventskalender in der Größe 91,5 mal 17,5 Zentimeter, gefüllt mit 22 Allgäu-Trüffeln, Pralinen vom Konditor. Der Adventskalender ist außerdem mit Streichhölzern bestückt, einem Einkaufschip und zwei handgestrickten Socken. »Ehrenamtliche Strickerinnen stellen die Socken her und unterstützen so das Waisenhausrojekt Nice View in Kenia«,

sagt Andrea Lutzenberger. »Außerdem haben wir einen Tee-Adventskalender mit 24 verschiedenen Teebeutelchen aus biologisch angebautem Tee. Die Adventskalender sind ab Mitte Oktober erhältlich, im Laden, im Buchhandel und bei Lutzi-Verlag Allgäu unter www.lutzis-mondkalender.de. Die Geschenkkörbe können ab 25 Euro bestellt werden und wer auf der Suche nach einem passenden Geschenk ist, wird auch gerne telefonisch dazu beraten. Sabine Fischer

Jeder Kunde

kann selbst entscheiden, mit welchen Leckereien der Korb gefüllt werden soll.

Lutzi’s Allgäuer Spezialitäten Bahnhofstraße 13 87435 Kempten Telefon (0831) 512599-0 lutzi@lutzi-verlag-allgaeu.de www.lutzi-mondkalender.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 33


allgäu-

Mit allgaeu-sachen.de präsentierte das bekannte Trachtenhaus Schaber aus Immenstadt zusammen mit der Allgäu Marketing GmbH auf der Festwoche erstmalig eine neue Kollektion – die AllgäuKollektion. Mit Trachten hat die Kollektion nichts am Hut, präsentiert wurden freche, witzige und sportive T-Shirts, Polos, Sweatshirts, Taschen und Gürtel. Die Produkte sollen die junge Marke Allgäu und deren Bekanntheitsgrad in Tourismus und Wirtschaft weiter stärken und aufbauen.

34 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


Eine Region steigt zur Marke auf »Sechs Jahre habe ich die Idee mit mir herum getragen«, sagt Anselm Schaber, Geschäftsführer von allgaeu-sachen.de. In Abstimmung mit Bernhard Joachim, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Allgäu Bayerisch Schwaben e.V. wurde ein spezielles Allgäu-Logo entwickelt, das dezent auf einem blauem Quadrat und weißem Allgäu-Schriftzug an den Ärmeln der Shirts für Identifikation mit dem Allgäu sorgen soll.

Über die Zusammenarbeit mit Schaber sei man froh, denn der Name sei allgäuweit bekannt und vermittle Qualität. Der Anspruch war von vorne herein qualitativ hochwertige Produkte herzustellen. »Die Kollektion sollte stimmig sein«, so Joachim. Auch das Logo auf den Ärmeln sollte feine Eleganz ausstrahlen

und »einem nicht ins Gesicht springen«. Außerdem soll die Kollektion identitätsstiftend sein. »Wir haben enge, strenge Regeln, wie das Logo zur Werbung angewendet

Textile Visionen Die Designs der Kollektion lehnen sich an Motive auf den Internetseiten von Allgäu Marketing an. Textil umgesetzt hat dies Designer Andi aus Salzburg. »Der Versuch ein kreatives Design von null aufzuziehen war anfangs schwer, und Visionen textil umzusetzen sind nicht einfach«, sagt Anselm Schaber. »Der Gedanke mit einer Allgäu-Kollektion ist auch in unseren Köpfen herum geschwirrt«, so Bernhard Joachim.

sachen

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 35


allgäu-

BILDER: SCHABER

sachen

36 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


wird«, sagt der Geschäftsführer des Tourismusverbandes. Dynamischer Schriftzug Die lässigen T-Shirts tragen einen dynamischen »Allgäu«-Schriftzug, die Polo-Shirts sind klassisch geschnitten mit goldenem »Allgäu«-Schriftzug. Die Ledergürtel gibt es in den Farben rot, braun-antik und schwarz, jeweils mit einer großen Schnalle und erhabenem »Allgäu«-Schriftzug. Andere Shirts tragen Retro-Motive von alten Plakaten, die dem Allgäu Stadtmarketing gehören. Die Umhängetaschen für Laptop und Ordner gibt es in Lack. Die Überschlagseite der Tasche ist in rotem, grünem und schwarzem Loden gehalten, jeweils mit großem weißem »Allgäu«-Schriftzug. Dieses ältere Logo ist nicht geschützt, der neue Schrift-

zug ist dagegen eine geschützte Marke. »Denn Gutes wird gekupfert«, weiß Schaber aus Erfahrung. »Gefertigt sind die Shirts und Polos aus Baumwolle mit Elasthan und sind sehr gut verarbeitet«,sagt Schaber. Genäht werden die allgaeu-sachen in Österreich. »Uns war die Professionalität der

Firma wichtig«, sagt Anselm Schaber. Die Taschen sind made in Germany. »Die Marke Allgäu steht vorne auf den Shirts und nicht hinten, das war uns wichtig«, sagt Bernhard Joachim. Dabei lobt er die konstruktive Zusammenarbeit mit Schaber. »Wir haben den Auftrag das Allgäu zu vermarkten«, so Joachim. Ihm ist es wichtig, den Wildwuchs diverser Logos im Allgäu einzudämmen. Neue Kollektion Eine spezielle Kollektion wird es ab Mitte November geben, die die jetzige Kollektion abrunden wird. Alle Teile der Kollektion allgaeu-sachen-de können im Internet bestellt werden. Angeboten wird die Kollektion direkt bei Schaber Trachtenmoden in Immenstadt und in der Verkaufsstelle in Kempten im AZ Service-Center. Der nächste Schritt ist, dass die allgaeu-sachen in Sportgeschäften im ganzen Allgäu vertrieben werden. Angedacht ist, dass bei Online-Bestellungen Allgäu-Prospekte mit geschickt werden. »So lassen sich Synergie-Effekte schaffen«, ist sich Anselm Schaber sicher. Auf der Festwoche sind die allgaeu-sachen jedenfalls hervorragend angekommen, es habe 95 Prozent positive Resonanz gegeben, so Anselm Schaber. Sabine Fischer

BILD: TAENZEL

Bernhard Joachim (Mitte) vom Tourismusverband Allgäu Bayerisch Schwaben e.V. und Anselm Schaber von Schaber GmbH, präsentieren auf der Allgäuer Festwoche die neue Kollektion. Links im Bild AWM-Redakteurin Sabine Fischer.

Weitere Infos: www. allgaeu-sachen.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 37


Von spinnigen

IDEEN und Auf Initiative von Dr. Rudi Holzberger ist vor sieben Jahren das Projekt LandZunge entstanden. Sieben namhafte regionale Unternehmen aus der Lebensmittelbranche haben sich nun Mitte August entschlossen, die Weichen für eine langfristige Weiterentwicklung des Projekts zu stellen und haben die Stiftung LandZunge gegründet. Diese Stiftung verfolgt ausschließlich gemeinnützige Ziele und hält künftig die Markenrechte an der LandZunge und auch an der Schwesternmarke VitalZunge, unter deren Dach die Vermarktung heimischer Produkte in Großküchen und öffentlichen Einrichtungen vorangetrieben werden soll. Die Einlage der Stiftung ist ein »hoher fünfstelliger Betrag«, so Gottfried Härle, einer der Stiftungsgründer.

Altlandrat Hermann Haisch spielt für die Gäste mit seinem Alphorn auf.

38 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


STIFTUNGEN U

nter dem Motto »Das Beste aus der Region: Denn das Gute liegt so nah« hat Rudi Holzberger 2002 die LandZunge gegründet. Inzwischen haben sich unter diesem Dach fast 80 Landgasthöfe vereint und mit ihrem Bekenntnis eine starke Marke geschaffen. Längst erkennen die Genießer der Region die Gasthöfe an dem LandZunge-Schild. Dieses verheißt gutes Essen aus der Region zu fairen Preisen. Doch das Bekenntnis verpflichtet die Wirte und Köche, möglichst viele Produkte der Region auf den Tisch zu bringen und die regionale Küche zu pflegen.

Gemeinnützigkeit ist wichtig »Das ist der schönste Erfolg als Initiator«, sagte Rudi Holzberger bei der Stiftungsgründung im Gasthaus »Rössle Haselburg« in Haselburg zwischen Leutkirch und Isny gelegen. Wichtig ist Holzberger der Gedanke der Gemeinnützigkeit und dass für die Landschaft etwas getan wird. »Das wird nun eine richtige Institution«, so Holzberger. Die Idee zur Stiftung stammt von Gottfried Härle, Inhaber der Brauerei Clemens Härle in Leutkirch, der auch zu den Gründungsstiftern gehört. Weitere Stiftungsgründer sind Metzgerei Buchmann aus Grünkraut, Edelweißbrauerei Farny aus Dürren, Firma Feneberg aus Kempten, Früchte York aus Isny, Brauerei Max Leibinger aus Ravensburg und Meckatzer Löwenbräu. Der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums ist Altlandrat Dr. Hermann Haisch, der von der ersten Stunde an das Projekt LandZunge leidenschaftlich unterstützte. Haisch ist der Wunschkandidat als Vorsitzender aller Stiftungsgründer gewesen. »Ich erhoffe mir nicht zu viel Arbeit, eher lukullische Genüsse«, sagte der Altlandrat schelmisch. »Von der ersten Minute an bin ich hinter dem Projekt gestanden«, so Haisch. Ein starker Partner sei auch die Stiftung der Kreissparkasse Biberach probono, unter deren Dach die Stiftung gegründet wurde.

Dr. Georg Strickel von der Stiftung probono übergibt Hermann Haisch die Stiftungsurkunde.

Meilenstein ist gelegt »Ohne LandZunge hätte es keine Stiftung gegeben«, sagte Gottfried Härle. »Mit der Gründung ist ein wichtiger Meilenstein gelegt worden«, so der Brauereibesitzer. Die Stiftung soll das Projekt weiter tragen und die Markerechte an LandZunge und VitalZunge werden von der Stiftung übernommen. Starke Partner an der Seite »Ich gebe mein Kind in eine neue Obhut. Eigentlich verliere ich gleich zwei Kinder: die LandZunge und meinen Sohn, der gerade am Ausziehen ist«, sagte Rudi Holz-

berger. »Dass aus einer anfangs spinnigen Idee nun eine Stiftung geworden ist, empfinde ich als eine Art Ritterschlag«, sagte Holzberger. »Ich freue mich, dass das Projekt in andere Strukturen kommt. Wichtig ist mir, dass es nicht von Einzelinteressen abhängig wird«, so der 56-Jährige. Wichtig sei auch, dass die Gastronomen merken, da stehen starke Partner auf Dauer dahinter. »Ich hoffe, durch die Stiftung ändert sich nicht viel«, sagte Gottfried Härle. Unter dem Dach der Stiftung steht die LandZunge GbR, die erstens die Gastronomie kontrolliert, zweitens für Öffentlichkeits3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 39


BILDER: FISCHER

Gutes ESSEN aus der

arbeit zuständig ist und drittens für die Ausgabe des Magazins »LandZunge« sorgt, das zwei Mal im Jahr unter der Feder Rudi Holzbergers erscheint. Durch die Stiftung soll das Projekt weiter geführt werden und ein Garant dafür bleiben, dass die LandZunge ein gemeinnütziges Projekt bleibt und sich die Gastronomie und Landwirtschaft nachhaltig entwickeln. »Natürlich sollen auch die Gastronomen davon profitieren«, so Härle. Fünf Biere auf einen Streich Die Stiftungsgründung war die erste öffentliche Veranstaltung im Gasthaus Rössle Haselburg. Betreiber des Gasthauses ist

das Ehepaar Pferdt, »Bilderbuchwirte«, laut Härle, die seit vielen Jahren den Brauereigasthof »Mohren« in Leutkirch betreiben. Die Gäste erwartet im Rössle-Haselburg etwas Besonderes: es werden alle Biere, der fünf Partnerbrauereien ausgeschenkt. Das gibt es sonst nirgendwo. Konzept LandZunge Dr. Rudi Holzberger hob das Projekt LandZunge im Frühjahr 2002 aus der Taufe. Unter dem Motto »Das Beste aus der Region« sollten nicht nur Landgasthöfe in Oberschwaben und im Allgäu ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden, sondern gleichzeitig hochwertige heimische Pro-

Die

GRÜNDER Die sieben Stiftungsgründer auf einen Blick: Sie Idee zur Stiftung stammt von Gottfried Härle, Inhaber der Brauerei Clemens Härle in Leutkirch, der auch zu den Stiftungsgründern gehört. Weitere Stiftungsgründer sind Metzgerei Buchmann (Grünkraut), Edelweißbrauerei Farny (Dürren), Firma Feneberg (Kempten), Früchte York (Isny), Brauerei Max Leibinger (Ravensburg) und Meckatzer Löwenbräu.

40 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

REGION

Auch bei einer Stiftungsgründung gibt es viel Papierkram zu erledigen.

dukte ihren Weg auf die Tische und Teller dieser Gasthäuser finden. Die LandZunge hat sich inzwischen zu einem der erfolgreichsten Vermarktungsprojekte für regionale Lebensmittel in der Gastronomie entwickelt. Fast 80 Gasthäuser aus ganz Oberschwaben und dem Allgäu beteiligen sich als Partner an der Aktion. Darunter sind urige Hof- und Besenwirtschaften, Traditionsgasthöfe, Landgasthäuser und Restaurants mit einem kulinarischen Spitzenangebot. Allen gemein ist das Bestreben, ihren Gästen möglichst viele Gerichte aus heimischen Zutaten anzubieten. Im Zentrum der Produktpalette stehen Rind- und Schweinefleisch sowie Käsespezialitäten


aus Oberschwaben und dem Allgäu, aus denen die LandZunge-Gastronomen ihre Gerichte zubereiten. Dabei gelten für Herkunft, Haltung und Fütterung der Tiere strenge Richtlinien. Die LandZunge Rinder verbringen den Sommer auf der Grünlandweide, Schweine müssen artgerecht gehalten und ausschließlich mit gentechnikfreiem Futter gemästet werden. Dabei stammen alle LandZunge-Produkte aus der Region Allgäu-Oberschwaben, die acht Landkreise umfasst. Die LandZunge wurde in den Anfangsjahren von PLENUM und LEADER, zwei öffentlich finanzierte Projekte in BadenWürttemberg und in Bayern zum Aufbau und Stärkung der Vermarktung heimischer Produkte in den jeweiligen Regionen, unterstützt. Das zentrale Kommunikationsmedium der Aktion ist das LandZunge-Magazin, das zwei Mal pro Jahr erscheint und von Dr. Rudi Holzberger konzipiert und journalistisch betreut wird. Die Landräte der Region und viele Regional- und Lokalpolitiker bekennen sich bewusst zur Aktion LandZunge. Die Kreis-

sparkassen Biberach und Ravensburg fördern die Aktion in Oberschwaben und ebenso ihre bayerischen Kollegen von der Sparkasse Allgäu und der Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim. Eine Reihe von Firmen ist nicht nur im Netzwerk LandZunge engagiert, sondern leistet auch enorme finanzielle Hilfe, wie Feneberg-Lebensmittel und die Kälber-EG Allgäu, Allgäuland-Käsereien, Früchte York und CityLogistik York, Meckatzer Löwenbräu, Adlerbrauerei Zötler, Edelweissbrauerei Farny, Brauerei Clemens Härle, Fruchtsaftkelterei Stiefel, Metzgerei Buchmann GmbH, Waldburger Schinken, Walter Boos GmbH, Mineralbrunnen AG, Südpack Verpackungen, NTA Isny-Prof. Dr. Grübler, Leibinger Brauerei Ravensburg und inallermunde kreativhaus. Das Projekt »Haselburg« Im Gasthaus Rössle Haselburg soll künftig vor allem die LandZunge-Bewegung ihren Raum bekommen. Der Neubau wird einen Regionalladen beherbergen, in dem die Partner der LandZunge ihre Produkte an-

bieten können. Das Konzept sieht vor, dass darin auch eine »Akademie des Geschmacks« eingerichtet wird. Die LandZunge-Partner können sich dort künftig vorstellen, ihre Produkte zum Verkosten anbieten und diese inszenieren. Der Gasthof war einst die legendäre Bauernwirtschaft »Zur Schwarzen Marie« und ist zehn Jahre leer gestanden. Manfred und Christine Pferdt führen zusammen mit Pferdts Bruder und Schwester den LandZunge-Mustergasthof. Dazu haben sie die Mootz-Pferdt GbR gegründet. Die LandZunge-Produkte soll es nicht nur im angegliederten Regionalladen geben, sondern auch auf der Speise- und Getränkekarte. Der Gasthof soll die Bühne der LandZunge sein, die Küche ist einfach, ländlich, gut und streng regional. Die neue Haselburg ist als Mustergasthof der Aktion LandZunge ein Projekt von Manfred Pferdt und Geschwistern. Manfred Pferdt betreibt seit Jahren erfolgreich den Brauerei-Gasthof Mohren in Leutkirch. Der Gastronom zählt zudem zu den Aushängeschildern der Aktion LandZunge. Sabine Fischer

Der GASTHOF soll die BÜHNE der LandZunge sein

Stiftungsvorsitzender Hermann Haisch (links) mit Gottfried Härle, Stiftungsmitbegründer.

Rudi Holzberger gibt mit einem lachenden und einem weinenden Auge sein »Kind« an die Stiftung ab. 3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 41


ROI

Über alle Hürden zum Ziel Viele Jahre lag das Areal der Spinnerei und Weberei an der Füssener Straße in Kempten brach. Bis die Firma ROI Projektbau aus Villingen-Schwenningen 2001 das 56000 Quadratmeter große Grundstück mitsamt den denkmalgeschützten Häusern der ehemaligen Spinnerei und Weberei gekauft hat. Nun entstehen auf dem Gelände 122 denkmalgeschützte Wohneinheiten und 20 Doppel- und Reihenhäuser direkt an der Iller, sowie 14 Terrassenhäuser an der Füssener Straße.

as ist bereits das fünfte große Objekt, dem sich die ROI Projektbau widmet. »Wir machen es uns zur Vorgabe, Unikate zu bauen«, sagt Helge Pietrek von ROI Projektbau. Visionäre Wohnkonzepte weitläufiger Stadtbebauung wurden bereits in Stuttgart, Esslingen, Freising bei München und Breisach bei Freiburg realisiert. Nun werden auch auf dem Areal Rosenau Wohnunikate geschaffen. Dass seit dem Kauf des Areals nicht immer alles rund gelaufen ist, bestreitet Helge Pietrek nicht. Auch nicht, dass das Projekt bei den Kemptenern teilweise umstritten ist/war. »Es ist eine Baugeschichte wie ein Hürdenlauf, aber wir haben das Ziel direkt vor Augen«, so Pietrek. Verzögerungen haben sich unter anderem durch die unerwartete hohe Komplexität der Genehmigungsverfahren ergeben. Der vor diesem Hintergrund zu früh angelegte Verkaufsstart war die erste Hürde. Das Wasserwirtschaftsamt, das Bauamt, das Umweltamt, alle mussten gehört und berücksichtigt werden. Auch die Fischer haben ein Mitspracherecht und nicht zuletzt das Denk-

D

42 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

malamt, das mitbestimmt, wie die Häuser umgebaut werden dürfen. Kaum hatte man eine Hürde überwunden erschien die nächste. Gebremste Bauaktivität gab es letztmalig von März 2009 bis Juni 2009, vor der Trennung vom damaligen Bauunternehmer. Es gibt neue Ausschreibungen und die Arbeiten sind nun in Einzelvergabe durch verschiedene Bauunternehmen in Gang. An Aufgeben habe nie jemand gedacht. »Einer wie Willi Schmeh (Geschäftsführer von ROI) hält durch«, sagt Helge Pietrek. Nach einer Reihe von überwundenen Hürden läuft es jetzt, wie es sein soll. Die Planung sieht vor, dass das Gesamtprojekt im Jahr 2011 fertig gestellt sein soll. Fertig sind bereits umfangreiche Vorarbeiten auf dem Areal und in den historischen Gebäuden, die Hochwasserschutzmauer im Bereich der Neubauten und die Iller-Brücke, die vom Areal in die Innenstadt führt. Die letzte Hürde sieht Pietrek in der Wiedererlangung des Vertrauens der Kemptener. Mit dem potenten Hauptinvestor Pfersee Kolbermoor, der seit kurzem nicht nur als Bauträgerfinanzierer auftritt, sondern


Vorderes Spinnereigebäude verkauft Das vordere Spinnereigebäude ist bereits ausverkauft und Pietrek ist sich sicher, dass Käufer bald auch für die restlichen ca. 50 Wohnungen im südlichen Spinnereigebäude gefunden werden. Denn Käufer, die in denkmalgeschützte Gebäude investieren, bekommen eine »gewaltige Förderung vom Staat«, so Pietrek. Innerhalb von zehn Jahren könne die Investitionssumme zu 65% (alle Sanierungskosten) steuerlich abgeschrieben werden. »So hat der Kapitalanleger nach zehn Jahren bereits einen ansehnlichen Teil seiner Investition zurück«, sagt Helge Pietrek. Der Clou der Denkmalförderung ist – die gleiche Förderung gilt auch für Selbstnutzer. An dieser Stelle gibt es durch die Verzögerungen sogar einen gravierenden Vorteil für alle Käufer. Es gilt durch den frühen Bauantrag noch die letzte günstigere 10X10 AfA Regelung, was so ziemlich einmalig in Deutschland sein dürfte. Wohnlandschaft entsteht Was genau soll nun auf dem riesigen Areal entstehen? Vereinfacht ausgedrückt eine licht bebaute Wohnlandschaft in zentraler Lage mit öffentlichen und privaten Wegen,

BILDER BAUSTELLE: FISCHER

auch selbst über eigene Vertriebskanäle direkt am Verkauf beteiligt ist, würden rasche Fortschritte bei der Überwindung der letzten Hürde eintreten. Interessierten Bürgern steht unter (08 31) 5 90 95 39 eine kompetent besetzte »Hotline« mit aktuellen Rosenau-Informationen zur Verfügung.

ROI

ROI

Die Sanierungsmaßnahmen auf der Rosenau auf einen Blick: • umfassende Dach- und Fassadensanierung • Neubau und Begrünung einer Tiefgarage mit direktem Zugang zum Hauptgebäude • neues Elektro- und Rohrleitungssystem • Schaffung neuer Treppenhäuser • Einbau von Aufzügen • Anbau von Balkonen und Wintergärten • Schaffung von großzügigen Abstellräumen • Bäder mit hochwertiger Ausstattung • Video-Klingelanlage • Parkettböden • Herrichten der alten Parklandschaft sowie Anlage von neuen Grünflächen • Schaffung von abwechslungsreichen Aktionsflächen für Kinder und Erwachsene • Schaffung eines Service-Centers im alten Baumwolllager Alle Informationen verfügbar auf einer Projekthomepage: www.rosenau-kempten.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 43


Geschichte der Rosenau • In Höhe der Illerbrücke befand sich im 8. Jahrhundert eine Burg. 1604 wurde an dieser Stelle ein Schlösschen errichtet. Der Keller des Schlösschens ist unter einem 1974 erbauten Wohnhaus bis heute erhalten. • In vorindustrieller Zeit residierten die begüterten Bürgerfamilien Kemptens in dieser romantischen Flusslandschaft. • Unter dem Namen Neubronner’sches Schlossgut wurde dieses Land später von der Baumwoll-Spinn- und Weberei nebst einem Landwirtschaftsgebäude und einem kleinen Schlösschen erworben, das bis 1900 den Direktoren der Fabrik als Wohnsitz diente. • Die wirtschaftlichen Verhältnisse lenkten die Aufmerksamkeit mehrerer Kemptener Herren auf die schönen Wasserkräfte der Iller zur Errichtung einer mechanischen Baumwoll-Spinnerei und Weberei. Zu dieser Zeit gehörte der Grund und Boden an der Iller dem Fabrikanten Johann Carl Ebbecke, der dort ein Sägewerk, eine Papiermühle und eine Weberei betrieb. • Das große Spinn- und Webereigebäude wurde 1853 fertig gestellt. Die neuzeitliche Fabrikanlage war über die Grenzen der Stadt hinaus so bemerkenswert, dass König Max II. von Bayern die Anlage besichtigte. • Bereits im Jahr 1857 entstand auf dem Fabrikgelände die erste Werksfeuerwehr Deutschlands. • Nachdem die Spinnerei & Weberei fast alle Krisen des 19. und 20. Jahrhunderts bewältigte, kam Anfang der 90er Jahre das Aus für die Fabrikanlage. 1991 wurde zuerst die Spinnerei, ein Jahr später auch die Weberei stillgelegt. • Von der industriellen Nutzung bleiben allein die schönen Wasserkräfte. Mit der neuen außergewöhnlich attraktiv gestalteten AÜW Anlage eine Aussage im wahrsten Sinne des Wortes.

44 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


die naturnah und unter sorgfältiger Beobachtung des alten Baumbestands angelegt werden. Die Rosenau soll ein neuer Stadtteil werden, attraktiv für Familien, für Senioren und auch für Singles und Paare. Die Rosenau ist eines der letzten Grundstücke am innerstädtischen Illerufer und eine besondere Rarität. Die alten Manufakturgebäude der Spinnerei und Weberei werden restauriert und in großzügige Wohnungen verwandelt. Nach der Renovierung sollen das Spinnereikontor und die Direktorenvillen repräsentative Wohnräume und Gewerbeflächen bieten. Daneben entstehen neue einzigartige Reihen- und Doppelhäuser im Park am Ufer der Iller. Ein Naturspielplatz soll im angrenzenden Landschaftsschutzgebiet auf dem südlichen Gelände der Rosenau entstehen. Auf dem Privatgelände wird es weitere Spielräume für Bewohner aller Altersstufen geben. Der im Landschaftsschutzgebiet liegende Tennisplatz wird neu hergerichtet und gleich daneben entsteht das fast zwei Tennisplätze

große Fechtbiotop als Ruhe und Erholung stiftender Naturteich. Ein Barfuß-Erlebnispfad ist ebenfalls geplant, wo die verschiedenen Bodenmaterialien alle Reflexe der Fußsohlen anregen. Ein Fußweg über die neue Illerbrücke verbindet die Rosenau direkt mit der Innenstadt. Geplant ist eventuell im Südteil des Spinnerei-Gebäudes ein öffentliches Wellness- oder Gesundheitszentrum zu errichten.

annehmen und verteilen, einen Ausschank mit Kaffee und Kuchen oder zahlreiche andere Dienstleistungen anbieten, in Abstimmung mit den Bewohnern. »Da gibt es ganz vielfältige Möglichkeiten«, ist sich Pietrek sicher. Zusätzlich verfügt dieses Service-Center über einen großen Mehrzweckraum mit Küche und Toilettenanlagen, den die Bewohner der Rosenau für besondere Anlässe anmieten können. Dazu passend steht künftig noch ein Gästeappartement im selben Gebäude bereit.

Spezielles Service-Konzept Vorbereitet ist ein spezielles Service-Konzept für die Bewohner der Rosenau. Ein Service-Center soll nach den Visionen der Projektplaner den üblichen Hausmeisterdienst übersteigen. »Das Service-Center in dem speziell hergerichteten Gebäude im Zentrum der Anlage könnte einen umfassenden Einkaufs- und Zustelldienst anbieten, gerade auch für Senioren könnte dieses Angebot attraktiv sein«, sagt Helge Pietrek. Der Hausmeister könnte auch Pakete

Sabine Fischer

Ein Fußweg über die neue Illerbrücke verbindet die Rosenau direkt mit der Innenstadt.

Bauträger Fünfte Eptagon ImmobilienGmbH & Co. KG, Villingen-Schwenningen

Hauptinvestor Pfersee Kolbermoor GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main

Koordination und Verkauf ROI Projektbau Holding GmbH & Co. KG Gerberstraße 72, 78050 Villingen Schwenningen Telefon (07721) 9182-0, Telefax (07721) 9182-17 office@roi-projektbau.de, www.roi-projektbau.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 45


Feuer

spielt

Die Feuermeile in Kempten ist mitnichten der Highway to hell, sondern ein Innenarchitekurbüro, das atmosphärische Knotenpunkte durch den Einsatz von innovativen Feuerstellen erschafft. Dass hier jemand mit Stil am Werk ist, wird klar, wenn man das Geschäft am Rathausplatz 2 betritt. Weiße, futuristisch anmutende Möbel, ein schwarzer Lüster mit moderner Verpackung und ein Geschäftsinhaber, der schon immer gerne mit dem Feuer »gespielt« hat.

SKAGERAK

Der mit dem


Feuerobjekte in jeder Größe Im Shop bietet Simon Habel von der klassischen Öllampe, über moderne Bioethanolbrenner, bis hin zu komplexen freistehenden Feuerobjekten an. Die Produkte sind vorrätig und innerhalb kürzester Zeit lieferbar. Ohne handwerkliche Vorkennt-

Vermittlung zwischen Realität und Imagination

ARISTO1

Rund ums Thema Feuer Der Inhaber der Feuermeile hat sich auf das Thema Feuer im Objekt- und Einrichtungsbereich spezialisiert und der Kunde kann aus einem vielfältigen und exklusiven Angebot wählen und sich fachkundig beraten lassen. Hier gibt es ganzheitliche und komplexe Planung, zudem erhält der Kunde einen Allround-Service und versorgt dabei die Kunden langfristig mit den verschiedensten Betriebsstoffen. Der Fachplaner steht auch Architekturbüros und Planern zur Seite und unterstützt diese zur Umsetzung ihrer Ziele. Außerdem steht die Feuermeile mit den ansässigen Ofenbauern in Kontakt, da das Planungsbüro Handwerker sucht, die die Entwürfe fachgerecht umsetzen. Im elektrotechnischen Bereich hat die Feuermeile zur Unterstützung einen hochqualifizierten Elektrofachbetrieb zur Seite. Sabine Fischer

PLANIKA

Entwerfen, Planen, Umsetzen Der Dipl. Ing. Innenarchitektur und staatlich geprüfter Schauwerbegestalter (Dekorateur) hat sich seit seiner Jugend mit der ganzheitlichen Gestaltung und Planung von Räumen beschäftigt, »dabei hat mich das Element Feuer schon immer in den Bann gezogen«, sagt der 31-Jährige. Nach seinem Studium war Habel Mitarbeiter eines Architekturbüros in Tirol, wo er an dem Bau eines Museums auf der Zugspitze beteiligt war. Bevor er sich selbstständig machte, arbeitete Habel in einem Architekturbüro in Sonthofen und war zuständig für Entwurf, Planung und Umsetzung von Um- und Erweiterungsbauten in der gehobenen Allgäuer Hotellerie.

PLANIKA

Drei Geschäftsbereiche unter einem Dach Die Feuermeile bietet drei Geschäftsbereiche ˆ zum einen das Planungsbüro, den Shop und den Verleih. Als Planungsbüro greift die Feuermeile das Element Feuer auf und setzt es gezielt für Blickfänge ein, um die Atmosphäre zu erzeugen, die der Kunde wünscht. Das erreicht Habel mit qualitativ hochwertigen Feuerstellen mit extravagentem Design. Angesprochen sind Privatpersonen, die ihren Wohnraum individuell und modern mit einer Feuerstelle ausstatten möchten. Aber auch Unternehmen, wie aus demHotellerie- oder Gastronomiebereich, die sich durch eine innovative Feuerstelle von der Konkurrenz abheben möchten. Dafür bietet der Ingenieur alles aus einer Hand an. Angefangen bei der fachlichen Beratung über die Auswahl des passenden Feuerobjektes und die Auswahl erfahrener Handwerksbetriebe aus der Umgebung.

nisse und ohne fremde Hilfe kann der Kunde sein Feuerobjekt aufstellen und in Betrieb nehmen. Aber es wird auch ein Aufbauservice geboten. Außerdem bietet die Feuermeile den Service Veranstaltungen und Feste mit Feuerobjekten auszustatten. Verliehen werden Objekte etwa bei Stadtfesten, Hochzeiten, Open-Air-Events oder bei Einweihungen.

PLANIKA

S

imon Habel, Dipl. Ing. (FH) Innenarchitektur möchte mit der Feuermeile das Medium Feuer als immateriellen Vermittler zwischen Realität und Imagination nutzen, um Gebäude, Außenanlagen und Räume neu in Szene zu setzten. Feuer hat die Menschen schon seit Jahrtausenden fasziniert und diese Faszination ist ungebrochen. Ein Feuer vermittelt Wärme, Geborgenheit, Sicherheit, kann aber auch mystisch und unheimlich wirken. Je nach Einsatzweise des Elements. Für Simon Habel soll das Feuer der atmosphärische Knotenpunkt des Raumes und seiner Umgebung sein und eine neue Aufmerksamkeitshierarchie erzeugen, quasi Feuer als ein Bestandteil der Architektur.

Feuermeile Rathausplatz 2 87435 Kempten Telefon (0831) 580966-33 Telefax (0831) 580966-34 info@feuermeile.de www.feuermeile.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 47


Innere Balance

neu entdecken Zu sich selbst finden, wieder zur Ruhe kommen, durchatmen, sich frei fühlen – das können die Gäste des Balance Resorts Ifenblick, idyllisch auf 1100 Meter Höhe gelegen, grenznah zu Österreich und umgeben von Natur pur.

48 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


D

as Hotel Ifenblick wird von Familie Meyer bereits in der dritten Generation geführt. Vor zwei Jahren hatte Bernd Meyer eine Vision. Davon, dass der Mensch in der heutigen Zeit Ausgleich zu seinem Alltag braucht, so dass Körper, Geist und Seele wieder ins Gleichgewicht kommen. Es entstand die Idee des Balance Resorts Ifenblick. Gemeinsam mit seiner Frau und zwei Töchtern hat der Hotelier, Koch und Rennradfahrer mit der Planung begonnen und diesen Sommer wurde das Resort eröffnet. Dabei sorgte das Architektenduo Noichl & Blüml aus Oberstdorf für erstaunliche Perspektiven, die sich dem Besucher im Restaurant und dem Wellness-Bereich »Beso« bieten. Der Gast fühlt sich als Teil der Natur. Im Restaurant verblüfft die offene Küche. Denn nach Meyers Philosophie ist auch beim Essen der Mensch Teil des ganzen. Er sieht, wie engagiert für ihn gekocht wird. Die Gäste sitzen wie um eine Feuerstelle in dem von Licht durchfluteten Restaurant und dürfen gerne beim Kochen zusehen, »weil ich ehr-

lich koche – ohne Geschmacksverstärker und Fertigprodukte – mit Herz und Handwerkskunst«, sagt Bernd Meyer. Eingekauft wird aus der Region, zum Teil direkt vom Bauern aus dem Dorf. Fleisch wird ausschließlich von heimischen, in freier Natur aufgewachsenen Tieren angeboten. Die Zutaten selbst wählen Vom Buffet kann der Gast selbst wählen und dazu Tipps für seine Ernährung erhalten. »Wir bieten ein Portfolio an Möglichkeiten, welche der Gast davon nutzt, darf er für sich entscheiden«, so Meyer. Eine Möglichkeit ist »metabolic balance«. Metabolic balance basiert auf einem individuellen Ernährungsplan. Dieser wird an Hand der eigenen Blutwerte erstellt. Durch falsche Ernährung, Stress, wenig Bewegung im Alltag kommt der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht. Hier setzt »metabolic balance« an. Mit Hilfe einer gezielten Ernährung wird der Körper und seine Funktionen wieder ins Gleichgewicht gebracht. So werden mit den

»Sanfte« Bewegungsangebote stärken neben dem körperlichen auch das seelische Wohlbefinden. 3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 49


Der Gast soll über die Natur wieder zu sich selbst finden, soll sich wieder lieben lernen und sich selbst wichtig nehmen.

50 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


natürlichen Lebensmitteln, Gewürzen und Kräutern auch Allergiker, Vegetarier und alle anderen Genießer verwöhnt. Sich selbst wieder wichtig nehmen Neben Mountainbiken, Wandern, Bergsteigen im Sommer und Langlaufen, Skifahren und Schneeschuhwandern im Winter, gibt es eine Reihe an »sanften« Bewegungsangeboten, die neben dem körperlichen auch das seelische Wohlbefinden stärken. Im Balance Resort gibt DiplomSportwissenschaftler Walter Kienle und begleitet das Aktivprogramm. Ein umfangreiches Angebot gibt es auch für das seelische Wohlbefinden. Etwa die Fünf Tibeter, Sinneswanderung und Entspannung nach Jacobsen. So wird den Gästen die Natur wieder näher gebracht. Man zeigt ihnen, wie bedeutsam diese für das persönliche Gleichgewicht ist. Der Gast

Entschleunigung des Alltags und Entdeckung der Langsamkeit.

soll über die Natur wieder zu sich selbst finden, soll sich wieder lieben lernen und sich selbst wichtig nehmen. »Die Gäste im Balance Resort Ifenblick sollen erspüren, wie sie zu mehr Freude und Wohlbefinden in ihrem Leben finden. »Dazu gehört auch das richtige Essen«, sagt Bernd Meyer. So verweist der Küchenchef auch auf das Wort Lebensmittel, in dem das Wort Mitte wieder auftaucht und auch das Vermitteln eine Rolle spielt. Der ausgeglichene Mensch braucht von allem etwas und von nichts zu viel – Bewegung und Ruhe, Wärme und Kälte, Fürsorge und für sich sein. Dazu gehört auch die Entschleunigung des Alltags und die Entdeckung der Langsamkeit. Entschleunigen und sich entspannen können die Gäste allein, zu zweit oder in der Gruppe beim Wandern, Meditieren, Schwimmen, Saunieren oder Schneeschuh wandern. Der Mensch braucht zur Balance neben den Sonnen- auch die Regentage, deshalb findet das frei wählbare Angebot unabhängig von der Witterung statt. nu

BILDER: FILI CONCEPT

Balance Resort Ifenblick Gschwend 87538 Balderschwang Telefon (08328) 9247-0 Telefax (08328) 9247-200 www.balance-resort-ifenblick.de balance-resort@ifenblick.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 51


BILD: PIXELIO / ANDREA STEFFEN

Gewinnen Sie ein

Herbstliches Verwöhnwochenende Das Balance Resort Ifenblick verlost zwei Gutscheine für je zwei Personen für ein herbstliches Verwöhnwochenende. Die Gewinner genießen die herbstliche Ruhe und letzten warmen Sonnenstrahlen im gold-braun gefärbtem Tal. Zu gewinnen gibt es drei Übernachtungen im Doppel-

zimmer mit Balkon, inklusive Genusspension (Frühstücksbuffet, Mittagsimbiss, Dinnerbuffet und allen alkoholfrreien Getränken), dazu ein Aromabad, eine Sinneswanderung, ein Mal Nordic Walking und einen Sonntagsbrunch mit Spätabreise bis 14 Uhr. Wer am Gewinnspiel teilnehmen möchte, sendet einfach eine Postkarte mit dem Vermerk »Gewinnspiel Verwöhnwochenende« und schickt diese an den TT Verlag, St.-Mang-Platz 23, 87435 Kempten.

52 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


HERZlich fürs Allgäu –

Kunst kann helfen Die Allgäuer Landräte und Oberbürgermeister gaben in der Abtei Ottobeuren den Startschuss für die Aktion »HERZlich fürs Allgäu«. Bis August konnten möglichst viele Allgäuer Profi- und Hobbykünstler sowie Schulklassen mit Leistungskurs Kunst Bilder zum Motivthema »HERZ« gestalten oder in ihrer jeweiligen Technik herstellen.

D

er Fantasie und künstlerischen Freiheit waren keinerlei Grenzen gesetzt. Es werden um die 500 Werke erwartet. Bei einem großen HerzFestival werden am 10.Oktober von einem Fachjury 50 ausgewählte Werke im Festspielhaus Füssen durch Fernsehrichter Alexander Hold und Sternekoch Christian Henze versteigert. Der Erlös dieser Versteigerung, sowie die Erlöse einer parallelen Versteigerung weiterer Herzbilder im Internet, sollen dem Allgäuer Hilfsfonds e.V.

(www.allgaeuer-hilfsfonds.de) zur Verfügung gestellt werden. Dieser Hilfsfonds mit Landrat Gebhard Kaiser als Vorsitzenden unterstützt schnell und unbürokratisch Menschen in der Region, die unverschuldet in Not geraten sind, mit einer schweren Erkrankung kämpfen oder auf andere Weise von einem Schicksal getroffen wurden, das sie aus eigener Kraft nicht bewältigen können. Organisiert wird diese Aktion durch Andrea Lutzenberger vom Lutzi Verlag Allgäu, die auch die Idee ins Rollen gebracht hat, ein verstärktes Miteinander im gesamten Allgäu zu erreichen. Als Herz-Paten-Künstler für dieses Projekt konnte sie Friedrich Hechelmann, Kilian Lipp, Werner Specht, Menni Bachauer und Alexandra Vogt gewinnen. Ziel ist es, neben der Unterstützung des Allgäuer Hilfsfonds e.V. die Landkreise und kreisfreien Städte in einem gemeinsamen Projekt zu vereinen. Die Kunst überwindet viele Grenzen. In diesem Sinn wurde das Herz als Symbol erkoren, das einfach ist und dennoch etwas Besonderes ausstrahlt. Das ansprechende Logo-Zeichen »HERZlich fürs Allgäu« wurde von dem Sargmahler Alfred Opiolka aus Kempten geschaffen. nu

Einige der bereits eingegangenen Bilder für die Aktion »HERZlich fürs Allgäu«.

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 53


Spieglein, Spieglein

BILDER: SONJA GRAU

Casting-Shows im Fernsehen sind meistens albern und dienen nur der Eischaltquote des Senders. Das Projekt Business-Casting, das die aus Zeitung und Fernsehen bekannte PersonalShopperin Sonja Grau in Zusammenarbeit mit der Firma EuroCon seit kurzem anbietet, dient jedoch allen Menschen, die sich beruflich verändern wollen, müssen oder in der Karriereleiter ein Treppchen nach oben rücken möchten.

D

ie Idee zu dem Business-Casting entstand während eines Gesprächs zwischen Sonja Grau und Hubert Ober, Geschäftsführer von EuroCon. Seit der Wirtschaftskrise ist die Personal-Shopperin mehr denn je mit dem Geschäftsoutfit für Mann und Frau zu Gange. »Es hat noch einen wichtigeren

54 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

Stellenwert in der Gesellschaft eingenommen, da gerade heute der erster Eindruck mehr denn je zählt. Auch trifft das Thema den Zeitgeist«, so Sonja Grau. Keine Eigenidentifikation »Durch zahlreiche Musik- und Model-Castinshows sind wir zu wahren Castingfreaks


an der Wand…

geworden. Da dort nur Ausnahmetalente teilnehmen können, schaffen diese Shows zwar nette Unterhaltung, aber keinerlei Eigenidentifikation oder Eigennutzen im Leben des Zuschauers«, so die PersonalShopperin. Auch in der Wirtschaft herrsche ein unerbittlicher Kampf um Talente und Menschen mit großem Potenzial. So

hat EuroCon dem Thema Mitarbeitergewinnung einen ganz neuen Namen gegeben: Business-Casting. In einem aktuell schwierigen wirtschaftlichen Umfeld werden viele Menschen großes Interesse haben (müssen), sich in einer bevorstehenden Bewerbungssituation optimal zu präsentieren. In Firmen, in welchen sich Än-

derungen ergeben, die der einzelne Mitarbeiter für sich noch nicht abschätzen kann oder die sich ihre weitere berufliche Zukunft überlegen, aber dennoch nicht den Sprung schaffen, sich irgendwo anders zu bewerben. Da sie bereits 15 oder 20 Jahre in ihrer Position arbeiten, wissen sie gar nicht mehr, wie sie sich überhaupt bewerben sollen. Das wirft zahlreiche Fragen auf. Zum Beispiel, wie soll ich mich kleiden? Auf was habe ich bei meiner Kleidung zu achten? Wie muss ich mich geben? Diese und viele andere Fragen können während des Business-Castings beantwortet werden. Optimale Präsentation Deshalb ist die Zeit reif für eine Castingshow der besonderen Art. Eine Castingshow, die jeden etwas angeht, das Business3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 55


casting, sind sich Sonja Grau und Hubert Ober einig. »Wie präsentiere ich mich als Bewerber optimal?« ist der Kern des Formates. Aus einer Mischung von »VorherNachher-Show« und »Meistern spontaner Situationen« kann so der beste »Verkäufer« oder »Young High Potentials« gesucht werden. Im Prinzip betrifft es aber alle Branchen, so Sonja Grau. Das BusinessCasting ist für jeden, Mann oder Frau, jung oder alt ein interessantes und spannendes Thema.

Das Business-Casting ist für jeden, Mann oder Frau, jung oder alt, ein interessantes und spannendes Thema.

56 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

Augenmerk liegt auf der Kleidung Die Personal-Shopperin richtet ihr Augenmerk unter anderem darauf, ob der Anzug am Träger liegt und nicht hängt. So muss etwa die Hose am Gesäß perfekt sitzen. Die Länge des Sakkos hängt von der Körpergröße und der Statur des Trägers ab. Je nachdem sollte die Wahl auf einen Einknopf, Zweiknopf, Einreiher oder Zweireiher, hoch geschlossenes Revers, tief geschlossenes Revers fallen, er muss eins zu eins auf den Träger zugeschnitten sein. Eine ärmellose Weste muss von der Länge ebenfalls auf den Träger abgestellt sein, auch hier ist die Knopfleiste zu beachten. Der Hemdkragen muss den Gesichtskonturen und die Krawatte muss auf die Statur


des Trägers angepasst sein, darf also nicht zu kurz, zu lang, zu dick oder zu dünn sein. Die Hosenlänge sollte an der Ferse über den oberen Schuhrand hinaus reichen, am besten am Schuhrand abschließen. Vorn ist die Länge dann perfekt, wenn die Hose mit einem leichten Knick fällt. Sonja Grau empfiehlt Kniestrümpfe anstelle Socken, da jeder Stil im Handumdrehen zunichte gemacht wird, wenn das Hosenbein nach oben rutscht und das nackte Bein zum Vorschein kommt. Außerdem sollten Schuhe, Gürtel und schließe ein harmonisches Zusammenspiel zum gesamten Outfit abgeben. Farben müssen nicht, können aber eingesetzt werden,ˆ sollen aber der Persönlichkeit des Trägers schmeicheln und sie damit unterstreichen. Accessoires sollten gezielt am Schluss eingesetzt werden. Bei der Business-Castingshow werden nicht nur Kleiderfragen geklärt, es werden auch mögliche zu meisternde Fallsituationen in einem Bewerbungsgespräch durchgegangen. Zum Beispiel Spontanrhetorik, Reklamationsgespräch, Mitarbeitergespräch, Ernährung, Outfit und die Wirkung, Loyalität, Stressbewältigung und vieles mehr. Am Ende des Castings wird mit einem Voting die Ausscheidung getroffen. Mögliche Gewinne könnten unter an-

In der Business-Castingshow werden nicht nur Kleiderfragen geklärt, es werden auch mögliche zu meisternde Fallsituationen in einem Bewerbungsgespräch durchgegangen.

derem etwa ein »Anstellungs-Managementvertrag«, ein Management-Verkaufsseminar oder eine Business-Shopping-Begleitung sein. Der Finanzdienstleister EuroCon hat seinen Hauptsitz in Prien am Chiemsee und bietet seinen Kunden Datenerfassung, Expertise, Entwicklung des Finanzkonzeptes und professionellen Beratung. Zudem bietet die anerkannte EuroCon-BusinessAkademie ein umfangreiches Seminarund Coaching-Programm, bis hin zum IHK-Abschluss. Weitere Infos zum Business-Casting gibt es unter www.business(nu) casting.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 57


Lässig, frech und individuell

58 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


Freche Mode, bodenständige Tracht, lässige Jeans und witzige Accessoires gibt es bei Bader Obermaiselstein in gleichnamigem Ort. Bei den Stammkunden hat das Geschäft längst Kultstatus erreicht, denn die Bader-Mädels verkaufen Mode, die es sonst nur in Metropolen gibt.

baut und auf 150 Quadratmeter erweitert. Mit dem Umbau hat sich auch das Sortiment verändert. »Sportartikel gibt es nun keine mehr«, sagt Susi Hartung. Dafür originelle Mode, Schuhe und Accessoires und auch Skibekleidung im Winter. Die Trachten sind im Angebot geblieben, aber nur »bodenständige, traditionelle«, darauf legen die Bader Mädels wert. Bekannt sind die Geschäftsführerinnen für ihren frechen Stil. Gerne kombinieren sie Jeans mit Tracht und heraus kommt eine individuelle und junge Variation, die Frauen wie

Männer tragen können und alles andere als bieder aussieht. Skandinavische Labels Bei Bader Obermaiselstein finden die Kunden viele skandinavische Labels. Wie etwa Odd Molly, eine junge Marke, gegründet 2002 von Per Holknekt und Karin JimfeltGhatan. Die Mode strahlt sehr viel Lebenslust aus und ist oft im Vintage-Stil gehalten und mit zahlreichen Applikationen versehen. Peak Performance ist Skandinaviens größtes Mode Label auf dem funktionalen

originell, bodenständig, traditionell,

V

D

ie Kunden sind oft verwundert, dass sie bei uns so ausgefallene Mode finden, die sie sonst nur in Großstädten vermuten«, sagt Susi Hartung, die zusammen mit ihrer Zwillingsschwster Nici Fügenschuh und ihrer älteren Schwester Andie Fuchs den Laden führt. Adolf und Anneliese Bader haben zusammen mit Andie Fuchs 1981 das Geschäft eröffnet und verkaufte zunächst Sportmode, Trachten und auch Sportartikel. 1999 wurde die Verkaufsfläche umge-

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 59


frech, sportiv, klassisch,

60 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


BILDER: FISCHER SKIJACKE, SCHUHE, CAFE, WEITERE BILDER: BADER

Sektor und bietet aber neben sportiver Mode auch Casual an. Die Marke Napapijri aus Italien mit der Norwegischen Flagge ist mit seiner Freizeit-, Sportswear- und Performancekollektionen weltweit in 2 500 Shops erhältlich, darunter auch bei Bader Obermaiselstein. Bekannter sind die Marken Replay, Marc O’Polo und Freeman T. Porter, die für freche, sportive und junge Mode stehen. Aber auch im klassischen Bereich können die Kunden unter zahlreichen Labels wählen. Ausruhen an der Kaffee-Bar Wer die Wahl hat, hat die Qual. Damit sich die Kunden beim Auswählen leichter tun, dürfen sie gerne an einem der Barhocker der Kaffee-Bar im hinteren Bereich des Geschäftes Platz nehmen und sich bei einem leckeren Cappuccino oder Espresso, natürlich auf Kosten des Hauses, überlegen, welches Kleidungsstück demnächst in ihrem Kleiderschrank hängen wird.

Stammkunden schätzen Vielfalt Die Vielfalt der Marken und der Accessoires werden von den Kunden, davon viele Stammkunden, die aus dem ganzen Allgäu anreisen, geschätzt. »Die Händler sind immer wieder überrascht, nach welchem Prinzip wir einkaufen und sagen, wir haben einen außergewöhnlichen, atypiso Andie Fuchs schen Kaufstil«, sagt Susi Hartung. »Wir haben ein Markensortiment ausgesucht, das es nicht überall gibt«, sagt auch Andie Fuchs. Atypisch für die Bader Mädels ist auch, dass sie keine Homepage im Internet haben. »Wir sind eben speziell. Eine unserer Stärken ist die individuelle Beratung. Uns gibt es nur live«, so Andie Fuchs.

»Wir sind eben speziell. Uns gibt’s nur live«,

Sabine Fischer

außergewöhnlich… Bader Obermaiselstein Am Scheid 12 87538 Obermaiselstein Telefon (08326) 1616 bader.obermaiselstein@web.de

Öffnungszeiten Mo bis Fr von 9 bis 12.30 und von 14.30 bis 18 Uhr Sa von 9 bis 12.30 Uhr Mi Nachmittag geschlossen

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 61


Maximale Wirkung bei minimaler Investition

BADBILDER: CAMBOMARE, BILD DENGEL: FISCHER

Das Freizeitbad CamboMare in Kempten bietet auf 60000 Quadratmetern Erholung und Entspannung für die ganze Familie im Sommer wie im Winter. Auch die Unternehmen der Region nutzen im Rahmen von Kooperationsverträgen aktiv die vielfältigen Angebote des CamboMare. Die Mitarbeiter der jeweiligen Kooperationsparner profitieren durch die Großabnahme-Konditionen. Sie erhalten bis zu 15Prozent Ermäßigung auf alle regulären Tarife bei Vorlage eines mit Foto personalisierten Firmenausweises. Wissenschaftliche Studien belegen, dass durch regelmäßigen Sport und Saunieren das Immunsystem gestärkt wird. Somit bewirken Firmenchefs mit dem Abschluss einer Kooperationsvereinbarung eine win-win-Situation für das Unternehmen und die Mitarbeiter.

62 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


Ideale Bedingungen auch für sportliche Schwimmer.

U

nternehmen können mit einem aktiven Gesundheitsmanagement mittelfristig die Anzahl ihrer Krankheitstage senken, ihre Produktivität verbessern, die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen stärken, soziale Kontakte der Mitarbeiter untereinander fördern und auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Diese nachhaltigen Synergieeffekte nutzen derzeit mehrere der größten Firmen aus der Region. »Dabei entstehen für die Firmen keine Kosten und nur einmaliger minimaler Verwaltungsaufwand« sagt Bernhard Dengel, der seit über vier Jahren Betriebsleiter des CamboMare ist und diesen Business to Business Bereich entwickelte. Das Firmenangebot gilt für alle Bereiche des CamboMare zu den regulären Öffnungszeiten und Tarifen.Wer selbst schon eine Bonuskarte besitzt, muss diese erst verbrauchen und kann erst danach vom Firmentarif profitieren. Eine doppelte Rabattierung ist nicht zulässig.

Auch die Mitarbeiter profitieren Die Mitarbeiter profitieren nicht nur von der Ermäßigung durch den Kooperationsvertrag, sondern können sich auch außerhalb der Firma besser kennen lernen. Das gemeinsame Erlebnis in der Bade- oder Saunawelt stärkt das Wir-Gefühl und motiviert auch am Arbeitsplatz, im Team besser voran zu kommen. Firmen- oder Abteilungsausflüge in das Kemptener Bad sind daher keine Seltenheit. Auf Anfrage werden in der CamboMare-Sauna zudem Grillabende veranstaltet, auf Wunsch auch mit musikalischer Umrahmung. Anlässe dafür können Geburtstagspräsente für langjährige Mitarbeiter und Jubilare oder natürlich auch Geschenke für Stammkunden sein.

Fitness 3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 63


Firmen-Fitness-Programme haben sich schon seit Jahren als Mittel zur Förderung und Erhalt der Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern etabliert. Regelmäßiges, auch leichtes Training, steigert die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.

64 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


»Besser drauf« mit Bewegung Dass regelmäßige Bewegung Körper und Geist fit hält, ist schon lange bekannt. Als körperliches und geistiges Wohlbefinden wird Fitness an und für sich verstanden und erhöht die Resistenz gegen Stress im Alltag und im Arbeitsleben. »Fitness« wurde in den letzten Jahren ein eigenständiger Begriff. Der Beginn der sogenannten Fitness-Bewegung liegt im 19. Jahrhundert. Als Folge der Anforderungen der modernen Welt wurde Bewegung in der freien Umgebung als Kehrseite des Arbeitslebens angesehen. Firmen-Fitness-Programme haben sich schon seit Jahren als Mittel zur Förderung und Erhalt der Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern etabliert. Regelmäßiges, auch leichtes Training, steigert die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Angestellte, die Sport treiben sind auch eher gegen das Burn-out-Syndrom gefeit, sind einfach »besser drauf«. Dabei geht es nicht darum, seinen Körper für wettkampfmäßige Höchstleistungen zu trainieren. Es soll eine allgemeine Fitness erreicht werden, mit der sich die vielfältigen Belastungen des beruflichen und privaten Alltags problemlos bewältigen lassen. Wer sich fit hält, erreicht eine gute Gesamtverfassung seines Organismus, genügend Leistungsfähigkeit und psychische Belastbarkeit.

Bewegung

Fitness mit Spaßfaktor Sich fit halten ist im CamboMare kein Problem. In der Schwimmlagune mit 253 Quadratmetern Wasserfläche kann man herrlich schwimmen und so ganz nebenbei auch Muskeln aufbauen. Sportliche Schwimmer kommen im CamboMare auch nicht zu kurz. Sie finden ideale Bedingungen im 25 Meter langen 6-BahnenBecken mit Startblöcken. Das Freibad ist von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet. Dort gibt es insgesamt 3 000 Quadratmeter Wasserfläche und zwei 50 Meter Sportbecken. Wer möchte, kann Volleyball, Tischtennis oder Fußball spielen. Zum Entspannen lädt die Saunawelt mit elf verschiedenen Saunen ein. Der Außen3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 65


Entspannung 66 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


»Mit einer Kooperationsvereinbarung können Entscheider bei minimalem Aufwand eine maximale Wirkung erzielen«, so Bernhard Dengel, Betriebsleiter des CamboMare.

Gemütlich beisammen sitzen, plaudern und sich besser kennen lernen.

bereich ist mit einem Außenschwimmbecken mit Massagedüsen, einem Naturschwimmteich, einem großzügigen Saunagarten, einer Kräutersudsauna, Rauchsauna, Erdsauna und einer Hügelsauna ausgestattet. Außerdem gibt es ein großes Saunahaus in Keloblockbauweise mit 50 Sitzplätzen. An der offenen Feuerstelle können die Saunagäste gemütlich beisammen sitzen, plaudern und sich besser kennen lernen. Falsche Haltung am Arbeitsplatz ist ein Hauptauslöser für Rückenschmerzen. Wirksame Behandlungsmöglichkeiten gegen Rückenschmerzen sind die im CamboMare angebotenen Massagen und vielfältigen Kursprogramme. Im klassischen Massagebereich gibt es unter anderem die Rücken-, Ganzkörper- oder CamboVitalMassage. Im ayurvedischen Bereich erlebt man entspannende Massage mit speziellen Ölen, Säckchen oder heißen Steinen. Eine Kombination aus beiden Massagen ist ebenfalls möglich. Egal, wofür sich die Gäste oder Mitarbeiter entscheiden, sie entscheiden sich garantiert für ihr Wohlbefinden. Sabine Fischer

CamboMare Aybühlweg 58 87439 Kempten Telefon (0831) 58121-0 Telefax (0831) 58121-22 info@cambomare.de www.cambomare.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 67


Botschafter des Allgäus –

»Das Beste oder

Allgäuer Wirtschaftsmagazin: Frau Hagelmüller, was hat ein Kunstverlag mit Firmenmarketing zu tun? Hohe Kunst und Werbemittel, das passt doch nicht ... Gerlinde Hagelmüller: Doch! Kunst berührt, sie ist etwas sehr Intensives und sie bewegt uns. Viele Unternehmen investieren in Werbemittel, die überhaupt nichts bewegen, weil sie oberflächlich sind. Dabei möchten die Firmen doch Botschaften übermitteln! Werbegeschenke transportieren Identität: Sie sollten wie jedes Geschenk den Nerv des Gegenüber treffen, aber genauso muss das eigene Wesen darin stecken. Ich schenke nur, was mir selbst wertvoll ist. – Warum sollte das beim Firmenmarketing aufhören? Es geht hier nicht um das Wuchtige, sondern um das Wesentliche. Und hier kommt die Kunst ins Spiel, sie greift die Essenz, das Wichtige, das, was wirklich ist. AW: Und wozu braucht es den Bezug zur Region? Gerlinde Hagelmüller: Weil ich Unternehmen aus der Region anspreche. Wenn ein Allgäuer Unternehmen für sich wirbt, wirbt es doch automatisch auch für die Region. »Hier habe ich meine Wurzeln, hier

68 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

BILDER: ARNO PÜRSCHEL

Der Kunstverlag Schweineberg in Ofterschwang versteht sich als Allgäu-Botschafter. Mit den Produkten des Verlags möchte die Verlagsleiterin Gerlinde Hagelmüller die Allgäuer Identität einfangen und den Unternehmen in der Region starke Marketingmittel an die Hand geben.

bin ich stark geworden.« – Diese Botschaft schwingt immer mit, wenn eine Firma auf sich aufmerksam macht. Wenn sie dabei nicht mit einem beliebigen Werbemittel kommuniziert, sondern mit einem markanten Allgäuer Produkt, verstärkt das nicht nur ihre Botschaft. Es färbt auch wieder auf die Region ab. Je stärker das Unternehmen zum Allgäu steht, desto stärker ist wiederum das Allgäu. Ein Effekt, von dem alle etwas haben. Deshalb entwickele ich Werbemittel, die Brücken schlagen: vom Unternehmen zu seinem Standort, der Region, und zu den gemeinsamen Stärken.

AW: Hat der Namen ihres Verlages auch mit Heimat und Wurzeln zu tun? Gerlinde Hagelmüller: Absolut. Der Schweineberg hier in Ofterschwang, das ist meine Heimat. Hier bin ich aufgewachsen, hier habe ich Wurzeln geschlagen. Wenn ich vor dem Verlag stehe und auf die Allgäuer Wiesen vor der Haustür und die Bergketten am Horizont blicke, durchströmt mich jedes Mal ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Ich bin gern in der Welt unterwegs, aber hier ist der Ort, wo ich hingehöre. Deshalb habe ich meinen Verlag danach benannt!


Nichts« das aus? Da ist von allem reichlich vorhanden, deshalb ist es so wichtig, gezielt auszuwählen. Das ist ein Entwicklungsprozess und für mich ist es immer wieder eine faszinierende Aufgabe, die Unternehmen dabei zu begleiten. AW: Bei so hohen Ansprüchen ist es sicher schwer, Themen und geeignete Produkte zu entwickeln? Gerlinde Hagelmüller: Ja und nein. Einerseits müssen wir ja das Rad nicht neu erfinden: Das Allgäu hat viele schöne Produkte, die sich als Werbegeschenke eignen. Hier geht es nur darum, das passende zu finden, es pfiffig zu verpacken und zu einem individuellen Werbemittel zu machen. Andererseits gilt genau dieser Individualität meine besondere Aufmerksamkeit: Das Zusammenspiel zwischen den regionalen Stärken und dem Selbstverständnis der Firma verflechte ich sehr behutsam, damit ein wirklich unverwechselbarer Firmenauftritt entsteht.

AW: Sie zitieren gern den italienischen Spruch »Il meglio o niente«, »Das Beste oder nichts«. Aber im Firmenalltag, gerade im Marketing, gehören doch Kompromisse einfach dazu? Gerlinde Hagelmüller: Natürlich, das steht außer Frage, aber das Bestreben sollte immer sein, das Bestmögliche zu erreichen. Wer sich keine hohen Ideale setzt und danach strebt, wie will er denn zielstrebig und passend nach Kompromissen suchen? Wichtig ist es, die Essenz zu finden. Für ein Unternehmen heißt das: Wer bin ich, was will ich sagen, wie drücke ich

AW: War das auch so bei ihrem neuesten Projekt, dem Golf-Kalender? Gerlinde Hagelmüller: Das war eine echte Herausforderung! Es galt, zwölf Allgäuer Golfplätze, aus den verschiedensten Ecken der Region, von Oberstdorf bis Memmingen, zu einem gemeinsamen Auftritt zu bewegen. Wir haben ein Marketinginstrument geschaffen, in dem jeder Golfplatz mit seinen eigenen Stärken wirbt. Alle gemeinsam stehen sie für die Golfregion Allgäu ein: mit ihrer Vielfalt, ihrer landschaftlichen Schönheit und ihrem Selbstverständnis. Das Gemeinsame und die Schwingung, die ich als Kunstverlag reinbringen will, wird auch durch die Landkarte deutlich, die die Allgäuer Künstlerin Magdalena Willems-Pisarek gestaltet hat. Alle Texte haben wir in Deutsch und Englisch verfasst. Der Kalender spricht also international Allgäu- und Golffans, Neugierige und Besucher an.

Projekte von Gerlinde Hagelmüller, Verlegerin und Objektdesignerin:

2005 Kunstkalender mit Kilian Lipp zur Nordischen Ski-WM 2006 »Märchenwelten« mit der Oberstdorfer Künstlerin Regine Schirmer 2007 Gestaltung Kinderbereich Familienhotel »Allgäuer Berghof« mit heimischen Kunsthandwerkern nach eigenen Entwürfen 2008 »Allgäuer Impressionen« mit der Weltfotografin Lala Aufsberg, ausgestellt in zahlreichen Museen im Allgäu – Eröffnungsausstellung »Allgäu-Airport« mit »lebendigem« Huinzenbild von Lala Aufsberg – Sparkassenkalender 2007 in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Allgäu »Lala Aufsberg Jahr« 2009 Rettung »Kurplatzapotheke Oberstdorf« mit der in Deutschland und Europa einzig erhaltenen Apothekeneinrichtung des bekannten Allgäuer Architekten Andor Akos (Ideengeber Allgäuer Landhausstil). Konzeption und Nutzungsänderung des ehemaligen Apothekenbetriebes zu einem Kulturcafé mit Spezerei. 2010 Hochwertige Fotokalender mit Infokarten/Golfplatz »Allgäuer Golfplätze mit Bregenzerwald«. Heraustrennbare Infokarten für jeden Golfplatz. Sparkassenkalender: »Wandern mit der Sparkasse Allgäu«. Allgäuer Käsepräsent: Käsegruß mit Möglichkeit der individuellen Firmenwerbung.

Interview: Benni Maiglock 3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 69


Mit Lala Aufsberg

70 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

das Allgäu


entdecken

E

inen Augenblick nur, einen Moment innehalten in der Hektik des Alltags, im Strom der Zeit, das ist es, wozu Lala Aufsberg uns einlädt. Sie zeigt den Buben, der stolz seine Kranzkuh ins Tal führt, Hütten, die sich scheinbar verträumt in die Täler schmiegen, aber zugleich vom harten, kargen Leben ihrer Bewohner erzählen, und immer wieder die weite, rauhe und doch liebenswerte Allgäuer Landschaft. Die Bilder wirken wie Schnappschüsse, zufällige Glückstreffer, am Wegesrand eingefangen. Nur wer die Arbeitsweise der Luise Ida Aufsberg (1907-1976) kennt, weiß, mit wie viel Sorgfalt, Feingefühl und Aufwand ihre Aufnahmen entstanden sind. »Eine Sache ist dann gut, wenn niemand mehr sieht, welche Arbeit in ihr steckt«, sagt auch Gerlinde Hagelmüller. Die Aufnahmen der berühmten Sontho-

fener Kunstfotografin spiegeln die Philosophie der Verlegerin so gut wider, dass sie die Bilder aus dem vergangenen Jahrhundert auf keinen Fall dem Vergessen überlassen wollte. Sie entwickelte daraus eine Produktlinie, die ihren Anspruch an höchste Qualität, Originalität und die Stärkung von Allgäuer Identität vereint. So entstand ein zeitloser, großformatiger Kunstkalender, mit dem Firmen ganzjährig und individuell ihr Selbstverständnis nach Außen tragen können. Auch ein Werbeprodukt, das weit mehr als das Auge stimuliert, gehört zur Lala-Aufsberg-Serie: ein Käse, der mit Geruch, Geschmack und seiner Verpackung in Heu viel Allgäu transportiert. »Solche Ideen funktionieren nur in Zusammenarbeit mit starken Partnern«, unterstreicht die Entwicklerin, die sich seit Jahren auf das Know-How der Druckerei

Eberl Print GmbH aus Immenstadt und einer namhaften Allgäuer Sennerei verlässt. Besonders freue sie sich, wenn Firmen auf sie zukommen: »Viele haben gute Ideen und es macht Spaß, daraus rundum schöne Dinge zu entwickeln!« Benni Maiglock

Kunstverlag Schweineberg Gerlinde Hagelmüller Schweineberg 15 87527 Ofterschwang Telefon (08321) 805252 Telefax (08321) 6765155 www.kunstverlagschweineberg.de info@kunstverlagschweineberg.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 71


Man ist, wie man ist »Man muss Menschen begeistern und motivieren«, sagt Karl-Heinz Brunner, einer der Geschäftsführer von Secum in Kempten. Das gilt vor allem in der Arbeitswelt und ist ein wichtiger Punkt in dem Bereich Personalstrategie, das die Firma neben den Bereichen Arbeitsschutz und Managementsystemen anbietet. Leute suchen, vermitteln und beurteilen, wer für welchen Job geeignet ist – Karl-Heinz Brunner hat sich schon immer mit Personal beschäftigt. Um noch sensibler in diesem Bereich agieren zu können, hat Brunner von 2005 bis 2007 eine zweijährige Ausbildung zum Trainer und Personalcouch absolviert.

BILD: SECUM

W

72 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

enn in einem Betrieb die Kommunikation nicht mehr rund läuft, der Firmenchef merkt, die Krankheitsrate der Mitarbeiter ist hoch, das Team ist unzufrieden oder der Umsatz sinkt, dann ist das ein Fall für KarlHeinz Brunner, der sich auf dem Markt der Personalstrategen schon längst einen Namen geEs geht nicht darum, macht hat. Menschen zu entlassen, Zu Beginn seiner Tätigkeit in einem Unsondern gemäß ihren Fähigkeiten ternehmen als Personalan die richtige Position zu setzen. berater steht eine Mitarbeiterbefragung. Nach der Auswertung gibt es Gespräche mit den Führungskräften, um gemeinsam ein Konzept zu entwickeln. Bei einer Firma, in der sich Brunner seit drei Jahren um die Personalstrategie kümmert, ergab die Mitarbeiterbefragung, dass diese trotz vieler Arbeit nicht mehr bereit waren Überstunden zu machen und dass immer die Gleichen die Bereitschaft dazu hatten und trotzdem nicht mehr verdienten und sich somit ungerecht behandelt fühlten. Den Mitarbeitern fehlte einfach die Transparenz und Nachvollziehbarkeit.


Los gegangen sei das Problem in der Firma unter zwei Meistern. Das sei damals die Ausgangssituation gewesen, so Brunner. Zusammen mit dem Firmenchef entwickelte und führte Brunner ein Lohnsystem mit Grundlohngruppen ein. Dazu erstellte Brunner für alle Mitarbeitern im Vorfeld ein Stellenprofil. Zu dem Grundlohn gehört eine Leistungszulage, die sich durch eine Mitarbeiterbewertung ergibt. So wird einmal im Quartal die Quantität und Qualität der Arbeit bewertet und in den Gesprächen auf den derzeitigen Stand hingewiesen. Somit hat der Mitarbeiter die Möglichkeit, sich noch zu verbessern. Am Jahresende wird im Schlussgespräch die Gesamtsituation besprochen und die Leistungsbezahlung für das kommende Jahr festgelegt.

BILD: FISCHER

Auf Menschen speziell eingehen »Bei der Beratung zur Prozessoptimierung kommt oft heraus, dass die Abläufe gut or-

Werte und Motive lerne man von Jugend ganisiert und strukturiert sind, jedoch nicht immer das Personal«, sagt Karlan und bilden die Grundeinstellung des LeHeinz Brunner. »Jeder Mensch hat Fähigbens. In diesem Bereich gibt es auch Persönlichkeitsverhaltens-Schulungen und keiten, die nur gezielt im Betrieb eingesetzt Schulungen zur Menschenführung. werden müssen. Dann gibt es nur Gewinner«, so Brunner. Es geht nicht darum, Menschen zu entlassen, sondern gemäß ihren Fähigkeiten »Jeder Mensch hat Fähigkeiten, an die richtige Position die nur gezielt im Betrieb zu setzen und Teams zu eingesetzt werden müssen. bilden, die zusammen Dann gibt es nur Gewinner« passen und sich ergänzen. »Das ist meine AufKarl-Heinz Brunner gabe und mein Ziel«, so der Personalstratege. Dabei muss man auf die Menschen speziell eingehen, herausfinGanzheitlicher Einblick den, woher der Mensch kommt und welEin Chef hat es immer mit unterschiedliche Fähigkeiten er mitbringt. Dazu gibt es chen Menschen zu tun und sollte ein beverschiedene Persönlichkeitstools, nach stimmtes Basiswissen über seine Mitarbeidenen bewertet wird – das Verhalten, die ter haben. Wenn der Chef weiß, welches Werte/Motive und die Kompetenzen. Die Verhalten die Mitarbeiter an den Tag legen,

Albert Pfender, Geschäftsführer von MBK (li.) und Secum-Geschäftsführer Karl-Heinz Brunner vor einer Schweißmaschine für den Betonbau, die weltweit exportiert wird.

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 73


Interview … … mit Albert Pfender, Geschäftsführer von MBK Maschinenbau GmbH in Kisslegg, der Karl-Heinz Brunner vor drei Jahren beauftragt hat. MBK ist Weltmarktführer in dem Bereich Schweißmaschinen für Betonbau.

Was hat sich seit der Betreuung durch die Firma Secum in Ihrem Betrieb verändert? Albert Pfender: Vieles. Die Mitarbeiterzufriedenheit ist vor allem durch das neue Entlohnungsmodell gestiegen. Auch haben wir die Mitarbeiterzahl von 50 auf 80 erhöht. Es ist wieder Ruhe und Ausgeglichenheit eingekehrt und weniger Stresspotenzial vorhanden. Haben Sie Ihre Führungsmethoden umgestellt? Albert Pfender: Ja. Ich habe inzwischen viele Aufgaben delegiert, um mich den wesentlichen Dingen zu widmen. Alles ist viel strukturierter, und ich fühle mich nicht mehr für alles alleine verantwortlich. Die Aufgaben sind verteilter. Betrachten Sie Ihre Angestellten nun aus einem anderen Blickwinkel? Albert Pfender: Ich war schon immer außerordentlich sozial eingestellt und hatte immer eine persönliche Einstellung zu meinem Personal. Da musste kaum etwas geändert werden. Durch die Verantwortungsübertragung auf die mittlere Führungsebene habe ich Schwächen und Stärken der Mitarbeiter besser erkannt und

74 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

Maßnahmen entwickelt, besser damit umzugehen. Was war für Sie die einschneidenste Veränderung? Albert Pfender: Die Einführung des Entlohnungssystems und des Qualitätsmanagements, dazu der Ausbau auf Führungsebene. Vor allem habe ich gelernt, Aufgaben abzugeben und konnte endlich mal wieder Urlaub machen. Gibt es noch Problem? Wenn ja, wie können diese behoben werden? Albert Pfender: Derzeit gibt es keine Probleme. Wenn welche auftreten sollten, werden sie durch Secum behoben. Wie sind Sie auf die Firma Secum aufmerksam geworden? Albert Pfender: Zufällig bei einer Veranstaltung der Kreishandwerkerschaft 1994. In diesem Jahr begann die Zusammenarbeit in dem Bereich Arbeitssicherheit. Ab 2002 haben wir mit Qualitätsmanagementsystemen gearbeitet und 2007 mit der Personalstrategie begonnen, angefangen mit dem Personalentwicklungskonzept.


GRAFIK: SECUM

Analyse kann ich aus einem zerstrittenen Team ein Team machen, das an einem Strang zieht und ein ideales Arbeitsumfeld schaffen«, sagt der Geschäftsführer von Secum. »Man ist, wie man ist. Wenn das erkannt worden ist, ändert sich das Teamverhalten positiv«.

kann er darauf eingehen. So kann beispielsweise vermieden werden, dass Mitarbeiter, die nicht zusammen passen, ein Team bilden und dadurch unproduktiv arbeiten. Secum arbeitet mit den Insights-Entwicklungsinstrumenten, mit denen Firmenchefs eine sichere Entscheidungsbasis mit Kunden, Partnern und Dienstleister typgerechter und damit erfolgreicher kommunizieren können.

Mit den Insights-Analysen kommt jeder Mitarbeiter voran.

chen Antriebsysteme und erklären, wer sich warum in einer bestimmten Art und Weise verhält.

Man ist, wie man ist »Mit diesen Tools erkennt man, wann ein Mitarbeiter in seinem Job gut oder nicht so gut ist«, so Brunner. Es stellt sich die Frage, hat er die Fähigkeiten oder sind die Lücken so groß, dass auch keine Schulung hilft. »Es gibt nun mal Menschen, die sind nicht als Führungskräfte geeignet«, so der 52»Mit der Insights-Analyse Jährige. Dabei geht es kann ich aus einem zerstrittenen nicht um Fachwissen, Team ein Team machen, das sondern um Verhalten an einem Strang zieht…« und zu hinterfragen, welche Kompetenzen Karl-Heinz Brunner notwendig sind, um andere zu führen. Bei der Insights-Analyse sollen Die Tools bilden eine Grundlage für efdie Mitarbeiter und der Firmenchef 25 Frafiziente Personalauswahl und Integration gen zu Verhalten und Werte/Motive anvon Teammitgliedern und Führungskräfkreuzen. Dabei stehen fünf Antworten zur ten. So geben die Profile einen ganzheitliAuswahl, die mit eins bis fünf bewertet chen Einblick in die Komplexität menschwerden. »Sie sind gezwungen zu werten«, licher Entwicklungschancen und zeigen so Brunner. Das Ergebnis der Analyse stellt auf, wie sich Menschen in bestimmten Arfür das Unternehmen einen immensen beits- und Stresssituationen verhalten, wie Wert dar und der Firmenchef erhält eine sie im Team agieren und welche Rolle sie Checkliste für die Kommunikation, aus meinen, spielen zu müssen. Sie geben Einder hervorgeht, wie er mit den Mitarbeiblicke in die Wertekultur und persönlitern umgehen muss. »Mit der Insights-

Profil ohne Wertung Ein weiteres Tool ist die Assess-Analyse. Bei dem 350-seitigen Fragenkatalog geht es um Kompetenzen, ähnlich wie bei der Insights Analyse. Jeder Mensch besteht aus drei Kernkompetenzen, den Denk-, Arbeits- und Beziehungsstil. Am Ende der Analyse entsteht ein graphisches Profil ohne Wertung. Mit diesem erstellten Profil kann man die Mitarbeiter verschiedene Berufe durchlaufen lassen, um zu sehen, für was er geeignet ist. Über 1000 Menschen eingestellt Im Rahmen der Personalstrategie übernimmt Karl-Heinz Brunner die Rolle des Personalchef, erstellt Stellenprofile, setzt Anzeigen auf, führt Bewerbungsgespräche und sucht den passenden Bewerber für das Unternehmen aus. Selbstverständlich hat der Firmenchef bei der Einstellung das letzte Wort. Jedoch entscheiden sie sich meistens für Brunners Favoriten. »Inzwischen habe ich über 1 000 Menschen eingestellt«, sagt Brunner. Es sei ein gutes Gefühl, wenn Chefs nach Schulungen bei ihm anrufen, um zu sagen, dass nun alles funktioniert und besser läuft. »Es ist schön zu sehen, wie sich etwas positiv verändert und jemand sagt, seit sie da sind, ist alles viel schöner geworden«, so Karl-Heinz Brunner. Secum betreut derzeit 750 Betriebe im Allgäu. Sabine Fischer

secum gmbh Lindauer Straße 4 87439 Kempten Telefon (0831) 960394-0 Telefax (0831) 960394-99 info@secum.de www.secum.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 75


Energie Bei der Kemptener Präg Gruppe dreht sich seit mehr als 100 Jahren alles um das Thema Energie. Seit Jahren schon gehört man zu den Großen im deutschen Mineralölmittelstand. Mit Gründung der Präg Direct GmbH & Co. KG im Jahr 2004 wurden die Aktivitäten im Bereich der Direktbelieferung von gewerblichen und privaten Endverbrauchern verstärkt. Innerhalb von fünf Jahren hat sich das neue Unternehmen mit Niederlassungen in Kempten, Augsburg, Dresden, Leipzig und Weimar erfolgreich am Markt etabliert.

Kundennähe – bei Präg Direct eine Selbstverständlichkeit.

76 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


aus Leidenschaft P

räg hat sich in seiner Geschichte immer auf die verändernden Anforderungen des Marktes eingestellt und die Bedürfnisse der Kunden berücksichtigt. Während im Jahr 1904 zu Zeiten des Gründers der Kunde hauptsächlich Schmierstoffe und Leuchtpetroleum verlangte, sind die Ansprüche an die Produktqualität, an die Verfügbarkeit und Lieferfähigkeit über die Jahre deutlich gewachsen. Präg hat auf diese Anforderungen reagiert.

Heute hat die Gruppe mehrere Geschäftsfelder und dabei immer den Kunden im Visier. Mit annähernd 100 Tankstellen ist Präg einer der größten mittelständischen Tankstellennetz-Betreiber in Deutschland und beliefert annähernd 40 000 Kunden mit Heizöl. Großtankläger in Kempten, Augsburg und Dresden mit einer Gesamtkapazität von ca. 60 Mio. Litern sind ein weiteres Standbein und erfüllen eine wichtige Funk-

Immer ein offenes Ohr: Das freundliche Beratungsteam.

Anlieferung von Kraftstoffen durch einen Ganzzug ins Tanklager.

Befüllung eines Lasters am Tanklager.

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 77


tion in der regionalen Versorgung mit Heizöl und Kraftstoffen. Dank eigener Gleisanschlüsse erfolgt die Anlieferung direkt mit Hilfe von Kesselwagenganzzügen. So entfallen pro Jahr etwa 15 000 Fahrten zwischen Raffinerie und Kunden. Präg ist seit kurzem Mehrheitseigentümer der Augsburger Localbahn, ein Eisenbahnverkehrsunternehmen, das auf den regionalen Güterverkehr spezialisiert ist. Somit fördert Präg den Schienenverkehr auch direkt.

BILDER: PRÄG

Produkte und Leistungen Am 1. Januar 2004 wurde das jüngste Mitglied der Unternehmensfamilie gegründet. Mit der Präg Direct GmbH & Co. KG sind alle Geschäftsaktivitäten für Gewerbeund Industriekunden sowie private End-

verbraucher in einer Gesellschaft zusammengeführt. Das Produktportfolio umfasst »klassische« Mineralölprodukte wie Standard-Heizöl, Diesel- und Ottokraftstoffe. Aber auch innovative Produkte der neuesten Generation: Additivierte, schwefelarme Mineralöle, Pellets als regenerativer Energieträger oder der umweltfreundliche Abgasreiniger »AdBlue«. Der Vertrieb dieser Produkte erfolgt dabei durch ein Team von qualifizierten Kundenbetreuern. Präg Direct unterhält eigene Vertriebsbüros in Bayrisch-Schwaben, Sachsen und Thüringen. Umweltschutz und Betriebssicherheit Als Markenvertriebspartner legt man auch bei Präg Direct äußersten Wert auf Um-

Der Firmensitz in Kempten.

78 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


weltschutz und Sicherheit, und das im Großen wie im Kleinen. Auch die Großtankläger der Präg-Gruppe sind mit doppelwandigen Tanks oder Auffangwannen ausgestattet, damit kein Mineralöl im Havariefall ins Erdreich gelangen kann. In allen Bereichen, auf denen abgefüllt wird, wie Füllbühnen und Gleisanlagen sind flüssigkeitsdichte Flächen Standard. Optimalen Schutz im Notfall garantieren Vorratsbehälter für Löschwasser und automatische Berieselungs- und Beschäumungsanlagen. Energie aus Leidenschaft »Ohne unsere Mitarbeiter wäre diese rasante Entwicklung der letzten Jahre nicht möglich gewesen«, so Marc Deisenhofer, geschäftsführender Gesellschafter von

Präg. »Der erhöhten Anforderung an unsere Kundenbetreuer werden wir dadurch gerecht, dass wir noch stärker in Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen investieren«. Und der Erfolg gibt ihm recht. Zahlen, Daten, Fakten Die Adolf Präg GmbH & Co. KG mit Sitz in Kempten ist die Muttergesellschaft der zur Präg Unternehmensgruppe gehörenden Gesellschaften. Mit 73 Mitarbeitern wurde im Geschäftsjahr 2008 ein Umsatz von 577 Mio. Euro erzielt. Der Absatz an Heizöl und Kraftstoffen belief sich dabei erstmalig auf über 560 Mio. Liter. Ein weiterer Erfolgsfaktor war der Ausbau des Tankstellengeschäfts. Präg betreibt heute fast 100 Stationen, davon 28 unter der Eigenmarke PINOIL. Holger Jenes

Historie – Meilensteine 1904 – Firmengründung in Augsburg durch Adolf Präg 1930 – Eröffnung der Niederlassung in Kempten 1950 – Präg wächst dynamisch im noch jungen Tankstellenmarkt 1960 – Eintritt von Gerd Deisenhofer ins Unternehmen 1972 – Präg eröffnet in Lagerlechfeld die erste SB-Tankstelle der Marke Texaco in Europa 1984 – Neues Großtanklager und neuer Verwaltungssitz in Kempten 1986 – Eröffnung eines Großtanklagers in Augsburg

Marc Deisenhofer, Geschäftsführender Gesellschafter der Adolf Präg GmbH & Co. KG

1990 – Beginn der Geschäftstätigkeit in Sachsen 1998 – Eröffnung eines Großtanklagers in Dresden/Heidenau 2003 – Gründung der Präg Direct für das Endverbrauchergeschäft. Die Tankstellen-Eigenmarke PINOIL wird ins Leben gerufen 2004 – Präg feiert sein 100-jähriges Jubiläum 2005 – Marc Deisenhofer tritt ins Unternehmen ein 2006 – Eröffnung eines Präg Direct -Verkaufsbüros in Kempten 2007 – Markenpartnerschaft im Tankstellengeschäft mit ARAL 2008 – Eröffnung eines Präg Direct –Verkaufsbüros in Augsburg

Präg Direct GmbH & Co. KG Im Moos 2 87435 Kempten Telefon (0831) 54022-0 Telefax (0831) 54022-38 info@praeg-direct.de www.praeg-direct.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 79


Auch spätere

Könige fangen klein an

Er hat einen französischen Nachnamen, bezeichnet sich selber aber als »echten Schwob«. Des Namens wegen hat er extra französisch gelernt (»Ehrensache«); neben perfektem Schwäbisch spricht er aber auch noch einige andere Sprachen dieser Welt. Aber bekannt geworden ist Rolf-Peter Guilliard, der dieser Tage seinen 70. Geburtstag feiert, mit etwas ganz anderem: dem Glätten von Beton.

S

eine Nase erstmals in Beton gesteckt hat der rührige Unternehmer als Manager bei einer Firma in Heilbronn. Dann hatte er den richtigen Riecher und machte sich selbstständig. Mit einem bis dahin noch unbekannten Verfahren, das es ermöglichte, dass man das Korn nicht mehr sieht und der Beton wirklich glatt ist. Denn Glätten ist RPG, so sein Kürzel und zugleich der Name seiner Firma, sehr wichtig. Nach und nach hat er dafür sogar eigene Fugenschienen und eine spezielle Fugenschnitt- und Fugenverguss-Technik entwickelt. Und auch eine Veredelung von Betonböden durch chemische Nachverdichtung bietet Rolf-Peter Guilliard an. Sowie eine Reduktion von Schwindrissen durch RPG-Fasern.

80 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

Eine echte Marke: RPG Die Marke RPG wurde somit zusehends bekannter. Bis es richtig lief, vergingen jedoch Jahre, gesteht der Firmengründer. »Die ersten sechs, sieben Jahre waren hart.« Ausgebaut hat er sein Unternehmen schließlich aus der Not heraus, eine Familie ernähren zu müssen. Denn Nachwuchs hatte sich spontan angekündigt und »als gueter Schwob« wollte er für sich und die seinen auch ein »Häusle«. 32 Jahre ist Sohn Stefan heute, 38 Jahre ist es her, dass Guilliard mit dem Betonglätten angefangen hat. Den Traum vom Häuschen hat er sich schließlich in Weidet bei Hauerz (Gemeinde Bad Wurzach) erfüllt. »Das ist für mich heute der Nabel der Welt«, gesteht er, verhehlt aber auch nicht: »Ich hab schon run-


Die RPG Guilliard GmbH verfügt über 38 Jahre Erfahrung bei einschichtigen Betonböden. Neben Einbau und Glättung beitet sie auch an, Betonböden durch chemische Nachverdichtung zu veredeln. Und auf Wunsch werden auch Fugen geschnitten und vergossen.

de zehn Jahre gebraucht, bis das Gewerbe die Familie ernähren konnte.« Und auch das Häusle stand nicht sofort. »Eigentlich drehte sich 25 Jahre alles darum«, gibt der Unternehmer zu. Dafür hat er oft auch bis zu 80 Stunden in der Woche gearbeitet. Jeden Morgen um 7 am Telefon Heute ernährt sein Unternehmen circa 80 Menschen, die Familienmitglieder seiner derzeit 20 Subunternehmer eingerechnet. Sie bezahlt er mittlerweile »pro Tag und ordentlich«. Dafür sitzt Guilliard nach wie vor täglich ab 7 Uhr am Telefon. Denn meist muss es schnell gehen beim Betonglätten. Dafür hat er oft auch bis zu 80 Stunden in der Woche gearbeitet, in einem Ausnahmefall mit 40 Grad Fieber oder am Beerdigungstag seiner Großmutter. »Es muss während einer präzisen Aushärtezeit erfolgen.« Außerdem ist das Gewerbe sehr witterungsempfindlich. Aber auch wenns mal regnen sollte, weiß Guilliard Rat. Er hat sich auch für das wirtschaftliche Überschleifen verregneter Böden etwas Sinnvolles einfallen lassen. Aufträge kommen aus ganz Süddeutschland. »Im Sommer arbeiten wir dann wie Geisteskranke, keine Zeit zum 3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 81


»aber

Pinkeln und für Brotzeit.« Im Winter sind seine Leute schon mal bis zu 20 Stunden im Einsatz. Auch deshalb gilt Rolf-Peter Guilliard heute als der Glätter-König schlechthin. Er sei nicht der Billigste, »aber der Beste und Zuverlässigste«, sagt er Er sei nicht der Billigste, selbstbewusst. Wohl auch deshalb hat er der Beste und Zuverlässigste«, den bisher größten sagt Rolf-Peter Guilliard selbstbewusst. Auftrag in der Firmengeschichte erhalten: »Wir haben Europas größtes Parkhaus eingebaut und geglättet«, berichtet er stolz. Das der Allianz-Arena in München. Vierstöckig, 300 000 Quadratmeter, Bauzeit eineinhalb Jahre, Fläche für 12 000 Autos. »Die Auftraggeber sind

Rolf-Peter Guilliard heute, mit 70 Jahren.

Rolf-Peter Guilliard im Jahr 1975.

82 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

zu mir gekommen und haben gesagt: Sie sind nicht der Billigste, aber wir wollen Sie!«, freut sich Rolf-Peter Guilliard. 20 Millionen Quadratmeter Insgesamt haben seine Mitarbeiter bereits mehr als 20 Millionen Quadratmeter eingebaut und geglättet. Dafür arbeitete Guilliard für mehr als 3 500 Kunden, in mehr als 100 000 Objekten! Gerne nennt RolfPeter Guilliard auch noch eine andere Zahl: In 38 Jahren hat ein Auftrag nur dreimal nicht geklappt. »Auf diese Verlässlichkeitsquote bin ich stolz«, sagt er. »Verlässlichkeit, Sorgfalt, Terminbeweglichkeit und der Preis – das alles ist uns ganz wichtig.« Bis zu 20 Baustellen gleichzeitig kann Guilliard mit kompetentem Personal und


dem richtigen Gerät besetzen. Selbstbewusst sagt er seinen Kunden: »Nehmen Sie nur einen unerfahrenen Betonglätter, wenn Sie sich das leisten können.« Erlernt hat Rolf-Peter Guilliard ursprünglich den Beruf des Diplom-Kaufmanns. Unter anderem bei Procter & Gamble. Da hat er nicht nur das Rechnen gelernt. Sondern auch, dass Werbung wichtig ist. »Ich habe jede freie Mark in Werbung gesteckt. 10 bis 15 Prozent der Umsätze.« Seinen Subunternehmern zahlt er Dreiviertel der Auftragssumme sofort. Den Rest, wenn der Kunde gezahlt hat. Der Glätter-König lässt im Übrigen nicht nur andere für sich arbeiten. Er stand auch selbst auf vielen Tausend Quadratmetern Beton und hat mit angefasst. Mehr als

500 000 Quadratmeter hat der Chef zur Markteinführung seines Systems selbst geglättet. Durch gewissenhafte Ausführung hat er schließlich auch massiv zur Anerkennung des gesamten Bodensystems beigetragen. Heute kann er sich auf seinen Lorbeeren ausruhen, »Nehmen sie sich nur einen unerfahrenen was ihm wohl zu gönnen Betonglätter, wenn sie sich das leisten können. ist. Aber ans Aufhören denkt einer wie er freilich so Rolf-Peter Guiliard. noch immer nicht. Er hat ja Verantwortung für seine Mitarbeiter! Und sichtlichen Spaß am Betonglätten. Wohl auch, weil er damit so erfolgreich ist. Und dieses wiederum wohl auch, weil er eben weiß, wie’s draußen zugeht. Maria Anna Weixler-Schürger

RPG Guilliard GmbH 88410 Bad Wurzach Telefon 07568/1381 Fax 07568/1362 E-Mail: info@rpg-guilliard.de, www.rpg-guilliard.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 83


Brillen, die Charakter haben Brillen waren in der Vergangenheit eher nur ein Hilfsmittel – heute unterstreichen sie auch die Persönlichkeit des Menschen, der sie trägt. »Brille und Gesicht müssen eins sein«, sagt Rüdiger Walzer, Inhaber von Walzer Optik in Isny. Zusammen mit seiner Frau Sabine hat er vor zwölf Jahren ein besonderes Brillengeschäft eröffnet.

Hochwertige, individuelle Brillen, die es nicht an jeder Ecke gibt.

as Optik-Fachgeschäft befindet sich in der denkmalgeschützten und neu renovierten »Alten Post« im Zentrum von Isny. Das Ladenlokal besticht durch helle, hohe Räume über zwei Stockwerke, verbunden mit einer architektonisch stilvollen Treppe. Der Stahlträger für die Treppe ist eigens von einer Hamburger Schiffsbaufirma angefertigt worden. Auch die Einrichtung hebt sich durch moderne, stilvolle Möbel im Unterwie im Obergeschoss ab. In der oberen Etage kann der Kunde auf der Galerie in angenehmer, ruhiger Atmosphäre Brillen probieren und dabei einen Kaffee genießen. In der hauseigenen Optikerwerkstatt werden Brillen mit fachmännischer Sorgfalt angefertigt. Das Büro mit antiken Holzmöbeln befindet sich ebenfalls im Obergeschoss.

D

Von Hand gefertigte Fassungen Sabine und Rüdiger Walzer haben sich auf hochwertige und individuelle Brillen spezialisiert, »die es nicht an jeder Ecke gibt«, so Walzer. Brillen der Marke Lindberg etwa, die besonders leichte Gestelle aus Titan herstellen mit höchstem Anspruch an Komfort und Funktion. »Das ist Understatement pur. Diese Brillen werden von Papst Benedikt, Queen Elisabeth bis hin zu Günther Jauch getragen«, weiß Rüdiger Walzer. IC Berlin ist eine weitere spezielle Marke, die es bei Walzer Optik gibt. Diese Brillen zeichnen sich durch ein Stecksystem aus, das von drei Industriedesignern eigens entwickelt wurde. Die Fassungen werden aus einem Blech ausgeätzt und bekommen somit ein unverwechselbares funktionelles Design. Sie sind bei Künstlern und Kreativen sehr beliebt. Etwas Besonderes stellt die Firma Freudenhaus aus München her – Hornbrillen, angefertigt aus feinstem Rinderhorn. »Alle Fassungen werden von Hand gefertigt, sind sehr leicht und der Tragekomfort ist unheimlich angenehm«, sagt Walzer. Außerdem wird Horn nicht spröde und ist

84 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


auch für Allergiker bestens geeignet. »Dazu ist Horn ein absolut zeitloses Naturmaterial, und jede Hornbrille ist ein Unikat.« Persönlichkeit unterstreichen Brillen sind nicht nur ein Hilfsmittel, sondern ein schönes und edles Accessoire, das zudem die Persönlichkeit unterstreicht, ein Image hervorhebt und auch ein Lebensgefühl ausdrücken kann. »Ich trage gerne Brille – sie gibt mir Profil«, so Walzer. Qualitätsbewusstsein schärfen Durch die vielen Billig-Anbieter im Optikbereich gehe die Wertigkeit der Brille verloren. »Weil ich Bewusstsein für Qualität und Schönheit habe, werde ich keinen Ramsch anbieten«, sagt Rüdiger Walzer aus Überzeugung. »Oft wird vergessen, dass der erste Eindruck eines Menschen zählt«, so Walzer. Und als Brillenträger gehört zum berühmten ersten Eindruck eben die Fassung dazu. Außerdem ist die Brille täglicher Begleiter, und wenn sich der Träger damit wohl fühlt, strahlt er das auch aus. So wie gute Schuhe an die Füße, gehöre auch eine stimmige Brille ins Gesicht. »Unsere Spezialität sind Fassungen ausgewählter Desingerkollektionen, die weltweit von Menschen mit gutem Geschmack getragen werden«, sagt Walzer. Das Brillen-Abo Wer mal wieder einen neuen Durchblick möchte, für den kommt das Brillen-Abo gerade recht. Das funktioniert ganz einfach – bei Walzer Optik lässt sich der Kunde beraten und sucht sich schließlich seine neue Brille aus. »Das Abo ist ein modernes Zahlungsinstrument und wird gerne angenommen«, sagt der Geschäftsinhaber. Der

»Ich trage gerne Brille – sie gibt mir Profil«, so Rüdiger Walzer.

Kunde zahlt seine Brille bequem in Monatsbeiträgen ohne Zusatzkosten. Kompetente Beratung Der Augenoptikermeister und seine Frau legen zusammen mit den Mitarbeiterinnen Angela Weiland und Marion Prim größten Wert auf kompetente Beratung. »Ständige Fort- und Weiterbildungen sind dafür unerlässlich und bei uns selbstverständlich«, so Walzer. Natürlich werden bei Walzer Optik auch Kontaktlinsen individuell angepasst. »Goldene Brille« gewonnen Die Walzers wurden von dem weltweit renommierten Fassungshersteller »Lindberg« mit der »Goldenen Brille« ausgezeichnet. In einem Journal, das in 14 Sprachen erschien, wurde ein großes Firmenportait von Walzer Optik veröffentlicht. Klare Identifikation zum Standort Isny »Fest verankert in unserem Leitbild ist aber auch die Verantwortung für unsere Mitarbeiter und unsere Heimat Isny. Durch vielfältige Unterstützung und Sponsoring in den Bereichen Sport und Kultur wollen wir dazu beitragen, die Gemeinschaft zu fördern und die Identität zu stärken«, so Rüdiger und Sabine Walzer. Sabine Fischer Sabine und Rüdiger Walzer.

Walzer Optik

BILDER: FISCHER

Wassertorstraße 23 88316 Isny im Allgäu Telefon (07562) 912360 www.walzeroptik.de Öffnungszeiten Mo bis Do 9 bis 13 Uhr und 14 bis 18Uhr Fr 9 bis 18 Uhr Sa 9 bis 14 Uhr Gerne werden Kunden auch außerhalb dieser Öffnungszeiten bedient.

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 85


Ein starkes Immunsystem schützt vor Erkältungskrankheiten

So wappnen Sie sich gegen Husten, Schnupfen & Co. Der Sommer ist noch in den Köpfen verankert, aber der Herbst steht bereits in den Startlöchern und mit ihm die Zeit der triefenden Nasen. Doch mit diesen leckeren Cocktails lässt sich der Sommer noch eine Weile konservieren. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass diese Vitaminbomben auch vor Erkältung wappnen.

Sanddorn-Joghurt Vitaminsky 150 g Joghurt (3,5 % Fett), 100 ml roter Traubensaft, 5 EL Sanddornsaft Joghurt mit Traubensaft und Sanddornsaft gut verrühren, kühl servieren.

Hyperdrive 150 g fettarmer Joghurt, 2 bis 3 EL feingewiegte Kräuter, 2 EL Artischockensaft Zitrone, Pfeffer, Kräutersalz Joghurt mit Kräutern und Artischockensaft verrühren. Mit Zitrone, Pfeffer und Salz pikant abschmecken.

BILDER UND REZEPTE: WWW.1000REZEPTE.DE

VMB-Cocktail

86 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

1 Aprikose 50 g Himbeeren ½ Banane 1 EL Kleie einige Tropfen Keimöl 100 ml fettarme Milch ½ TL Vanillezucker Aprikose und Himbeeren waschen bzw. eventuell auftauen lassen. Aprikose halbieren, vom Stein befreien und zusammen mit der Banane grob in Stücke schneiden. Die Obststücke mit dem Großteil der Himbeeren, Kleie und Keimöl an die Milch geben und alles mit einem Mixer gut verquirlen. Den Drink mit Vanillezucker süßen und in ein Cocktail-Glas geben. Mit den restlichen Himbeeren garnieren und kühl servieren. (Alle Rezeptangaben für 1 Person.)


Fit durchs Leben

Möhrensaft mit Dinkula, Joghurt, Weizenkeimen und Keimöl verquirlen und mit Salz und Pfeffer pikant abschmecken. Mit Schnittlauchröllchen garnieren.

BILD/REZEPT: WIRTHS PR

100 ml Möhrensaft 50 ml Dinkula (Reformhaus) 100 g Vollmilch-Joghurt 1 EL Weizenkeime einige Tropfen Keimöl Salz, Pfeffer, Schnittlauchröllchen zum Bestreuen

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 87


be n

LUFTBILD: PETEK

e am Bodensee-Airport h Ab

Vom Check-In bis zum Gate sind es nur ein paar Schritte am Bodensee-Airport Friedrichshafen. Flott geht es durch die Sicherheitskontrolle und zwischen Boarding und Abflug vergehen nur wenige Minuten. Zeitsparend und pünktlich, aber ohne Stress und Hektik – so kommt man mit der Bodensee-Airline InterSky bis zu drei Mal täglich zum Geschäftstermin nach Berlin, Köln, Hamburg, Dresden, Münster/Osnabrück, Wien oder Graz.

88 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

BILD: JÜRGEN RADSPIELER

Mit der Low-Fare-Airline InterSky auf Geschäftsreisen


und ist dort heute mit rund 180 000 Passagieren jährlich und vier stationierten Dash 8-Flugzeugen der größte Carrier. 2006 wurden die Geschäfte an den Sohn von Renate Moser, Claus Bernatzik, übergeben, der vorher bereits als Controller die Finanzen der Airline im Griff hatte.

urze Wege in Friedrichshafen und eine schon fast beispiellose Pünktlichkeit sind aber nur zwei von vielen Vorteilen beim Business-Fliegen. Mit Reisezeiten von etwa eineinhalb bis zwei Stunden lassen sich die wichtigsten Städte in Deutschland und Österreich erreichen und großzügige Sitzabstände und charmantes Personal machen den InterSky-Flug obendrein komfortabel. Tickets gibt es ab 69,99 Euro pro Strecke schon recht günstig. Pendler und Vielflieger können außerdem von speziellen Angeboten profitieren.

K

Eine Familiengeschichte Gegründet wurde die Bodensee-Airline bereits 2001 vom österreichischen Luftfahrtpionier Rolf Seewald und seiner Frau Renate Moser. Seit nunmehr sechs Jahren fliegt InterSky ab Friedrichshafen

Heimatverbunden Mir ihrer Heimat, der Bodenseeregion, ist InterSky eng verbunden. Zahlreiche große und kleine Kooperationen zeugen davon – teils sogar im und am Flugzeug. Nicht nur Sportvereine und Hotels, auch die Bregenzer Festspiele oder das Projekt T-City Friedrichshafen sind wichtige Partner der Airline geworden. Schon bald warten beispielsweise in Zusammenarbeit mit T-City neue technische und kulinarische Highlights an Bord. Maximale Flexibilität Für Firmen und Vielflieger, die mindestens 50 Mal im Jahr mit InterSky fliegen, gibt es bei InterSky eigene Tarife, die ein Höchstmaß an Flexibilität gewährleisten. Rund um die Uhr können solche Flüge kostenfrei online gebucht und gegen eine geringe Gebühr auch storniert werden. Dabei können kleine und mittlere Unternehmen wählen, welche Flugrouten sie im Firmentarif kombinieren möchten. Berufspendler können bei InterSky ebenso von Sonderpreisen profitieren.. nu

BILDER: INTERSKY

Bis zu drei Mal täglich zum Geschäftstermin.

InterSky Luftfahrt GmbH Bahnhofstraße 10 AT-6900 Bregenz Telefon +49 (0)7541 2869684 Mo bis Fr 8 bis 18 Uhr www.intersky.biz reservation@intersky.biz

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 89


BILDER: KRAUS

Full-Service

Vor zwei Jahren hat sich Thomas Kraus mit der Kraus GmbH selbstständig gemacht und bietet in seinem Geschäft in der Mozartstraße 31Unterhaltungselektronik, PC und Multimedia, Telekommunikation, Zubehör und natürlich auch Service an. Zum zweijährigen Bestehen gibt es ab dem 22. Oktober ganz besondere Angebote.

90 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


aus einer Hand N

ein Kunde trotz der reichlichen Auswahl vor Ort darüber hinaus noch Wünsche haben, kann jegliches Produkt bestellt werden. »Wir haben einen Wertigkeitsanspruch«, so Kraus, der mit seiner Frau Bettina das Geschäft führt.

»Wir haben einen Wertigkeitsanspruch«, so Thomas Kraus.

KRAUS

ach 24 Jahren als Angestellter wollte ich mich selbstständig machen«, sagt der gelernte Fachverkäufer Thomas Kraus. Und der Erfolg gibt ihm Recht – sein Betrieb ist von Anfang an hervorragend angelaufen. »Wir haben vom ersten Tag an Vollgas gegeben«, so Kraus. Sein Geschäft unterscheidet sich von den zahlreichen Anbietern dadurch, dass es neben ausgesuchten Produkten deutscher und internationaler Hersteller Top-Beratung inklusive Full-Service gibt. Das Fachgeschäft führt exklusiv die deutsche Premium-Marke Loewe in Kempten. Und, sollte

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 91


92 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

GROSSES BILD: KRAUS, KLEINE BILDER VON OBEN NACH UNTEN: TÄNZEL, KRAUS, TÄNZEL, KRAUS


»Wir nehmen uns für jeden Kunden so viel Zeit, wie er benötigt«, so Thomas Kraus.

Full-Service aus einer Hand Wert legt Thomas Kraus auf individuelle und persönliche Beratung in allen Bereichen wie Unterhaltungselektronik, Telekommunikation, LCD, Plasma-TV, Video, DVD, Multimedia. Bei der Telekommunikation erhält der Kunde von Festnetzverträgen über Handy bis zum Internet alles aus einer Hand, quasi das gesamte Paket. Im Hifi-Sektor werden Dolby-Surround Lösungen gefunden, sei es für Musik oder den Kino-Sound für zu Hause. Bei einem Neukauf werden im Gegenzug die alten Geräte entsorgt. Starker Partner Die Kraus GmbH hat einen starken Partner an der Seite – die Euronics Deutschland eG. Bei Euronics sind europaweit über 11 000 Fachgeschäfte angeschlossen. So profitiert der Kunde von der Größe und den attraktiven Preisen, erlebt jedoch auch den Service eines Fachgeschäftes. Ziel und

Zweck der Verbundgruppe ist die Zukunftssicherung der Mitglieder und die Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Dies erreicht Euronics durch Effizienz und Professionalität als wertvoller Partner von Mitgliedern, Lieferanten und Konsumenten. Die Euronics Deutschland eG hat rund 1900 Mitglieder in ganz Deutschland, diese Mitglieder beschäftigen etwa 12 000 Mitarbeiter in ihren Betrieben und erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2007/2008 einen Außenumsatz von 3,5 Milliarden Euro in Deutschland.

Euronics hat es sich zum Ziel gesetzt, die führende Handelskette für Elektrogeräte in Europa zu werden. »Ich habe mir mit dem Start in die Selbstständigkeit vor zwei Jahren das Ziel gesetzt, mich mit dem zu identifizieren, was ich mache. Nicht irgend ein Geschäft sollte es werden, sondern die konsequente Verwirklichung meiner Gedanken rund um das Thema Unterhaltungselektronik, gepaart mit einem FullService für unsere Kunden«, so der Geschäftsführer Thomas Kraus. Sabine Fischer

KRAUS

Zeit für jeden Kunden Großen Wert werde vor allem auf die Fachberatung gelegt, aber auch auf den Support. »Auf Wunsch des Kunden schauen wir vor Ort, welches Gerät wo aufgestellt werden kann und welche Größe für den Kunden passend ist«, sagt der 43-Jährige. Bei der Kraus GmbH kümmern sich Fachleute um die Lieferung, die fachgerechte Auf- und Einstellung bei den Kunden zu Hause, um die Einweisung und auch für den Service nach dem Kauf, etwa wenn Kunden Fragen zur Bedienung oder Einstellung eines Gerätes haben. Sollte mal etwas zu reparieren sein, dann kümmert sich der Techniker Klaus Ebert darum. »Und das schnell und unkompliziert«, so der Geschäftsführer. »Wir nehmen uns für jeden Kunden so viel Zeit, wie er benötigt«, sagt der Fachverkäufer, der seinen Beruf von der Pike auf gelernt hat. Nicht nur Thomas Kraus, sondern auch die beiden Mitarbeiter Adrian Nalichowski und Timo Scheffler sind kompetente Ansprechpartner in allen Kundenbelangen.

Das »Kraus«-Team (von links): Adrian Nalichowski, Bettina Kraus, Klaus Ebert, Thomas Kraus und Timo Scheffler.

KRAUS GMBH Mozartstraße 31 87435 Kempten Telefon (0831) 9605606 Telefax (0831) 9605607 www.euronics-kraus.de info@euronics-kraus.de Öffnungszeiten Mo bis Fr von 9 bis 18 Uhr Sa von 9 bis 13 Uhr

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 93


BILDER: WESTERMAYER

Der Uhrmacherkunst verschrieben in vierter Generation

Zeit geht nicht, Zeit kommt nicht – Zeit ist. Überall um uns herum, manchmal fühlbar, manchmal vergessen und doch messbar. Mit Zeitmessern, modern ausgedrückt mit Uhren. Der Uhrmacherkunst verschrieben ist die Familie Westermayer in vierter Generation, die fünfte steht schon in den Startlöchern. Das Uhren- und Schmuckgeschäft von Martin Westermayer gibt es seit 1888 in Bad Wurzach und dort werden bis heute Uhren aus Leidenschaft repariert.

D

er gelernte Uhrmacher- und Goldschmiedemeister Martin Westermayer übernahm 1995 den Betrieb in vierter Generation von seinen Eltern. Von Generation zu Generation wurde die Uhrmacherkunst weiter gegeben. Aus dem ganzen süddeutschen Raum kommen Kunden, um ihre Uhren bei Martin Westermayer reparieren oder warten zu lassen. Mit viel Liebe und Hingabe widmet sich der Firmeninhaber der Instandsetzung von teuren Sammleruhren, riesigen Turmuhren oder eingestaubten Regu-

94 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

latoren. Alle Uhren werden durch das Fingerspitzengefühl von Martin Westermayer wieder zu neuem Leben erweckt. Das hat ihm den Beinamen »Der Uhrenflüsterer« eingebracht. Uhrmacher aus Leidenschaft In der historischen Uhrmacherwerkstatt erklärt der Uhrmachermeister den Kunden gerne die Arbeitsweise des Uhrmachers um 1900. Anschaulich mit den Geräten des Urgroßvaters zeigt er die verschiedenen Arbeistsschritte jeden Mittwoch ab


16 Uhr. Auch in Uhren verschiedener Epochen und ihrer Funktionsweise gibt Westermayer einen kleinen Einblick. Seine Frau Monika Westermayer organisiert parallel zur Arbeit im Uhren- und Schmuckgeschäft die Teilnahme an Handwerkermärkten im süddeutschen Raum bis Kürnbach, Möhringen und auch im Bauernhofmuseum in Illerbeuren. »Der Uhrenflüsterer« tritt vor allem Dort präsentiert die Famidann auf, wenn andere das gute Stück lie die Uhrmacher-Handschon abgeschrieben haben. werkskunst mittels einer mobilen, historischen Uhrmacherwerkstatt. Über Generationen wurden die Werkzeuge und Arbeitsweisen weiter vermittelt und noch heute ist Martin Westermayer in der Lage, historische Uhren in diffiziler Handarbeit wieder in Gang zu bringen. Liebe zum Detail Martin Westermayer ist kein gewöhnlicher Uhrenverkäufer, seine Arbeit und Liebe zum Detail sind Leidenschaft. Der Tüftler tritt vor allem dann auf, wenn andere das gute Stück schon abgeschrieben haben. Selbst Hilferufe aus dem Ausland bleiben nicht unbeantwortet. Kurzerhand flog der »Uhrenflüsterer« nach Teneriffa, um dort eine Standuhr zu reparieren.

Martin Westermayer sammelt selbstverständlich auch Uhren aus Leidenschaft, ob historische Wanduhren, antike Drehbänke oder filigrane 250 Jahre alte Spindeltaschenuhren. Bei ihm kann man alles hautnah betrachten und selbst die Werkstatt und auch seine Arbeitsweise besichtigen. Zuverlässigkeit und hohes fachliches und handwerkliches Können sind für die Westermayers die Grundlagen des Erfolgs. Neben den Uhrreparaturen aller Art werden natürlich auch Schmuckstücke repariert oder umgearbeitet. Präzise Handarbeit »Wir fühlen uns in unserem unternehmerischen Handeln verpflichtet, den Verbrauchern ein uneingeschränktes Vertrauen in die Berufsethik, das fachliche Wissen und Können der Branche als Meisterbetrieb zu geben«, sagt Martin Westermayer. Dabei steht Beratung an erster Stelle. Bei der Pflege und Wartung der Uhr setzt das Familienunternehmen auf präzise Handarbeit. Durch das fachlich geschulte Denkvermögen und die langjährige Erfahrung im Umgang mit Uhrwerken bietet die Uhrmacherwerkstatt beste Qualität in allen Arbeiten. Sei es der Batteriewechsel, die Wartung, Reparatur oder die komplexe Restaurierung eines antiken Lieblingsstückes.

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 95


Entscheidende Eigenschaften eines Uhrmachers sind Perfektionismus und Geduld.

Mit Liebe und Leidenschaft Bis zum Uhrmachermeister ist es ein langer Weg. Während der dreijährigen Ausbildung lernen die angehenden Uhrmacher defekte Zeitmesser zu reparieren und zu warten, ebenso wie Restaurierungsarbeiten auszuführen. Wichtig ist, dass der Auszubildende entscheidende Eigenschaften eines Uhrmachers, wie Perfektionismus und Geduld lernt. Er muss die Liebe und die Leidenschaft mitbringen. Die Pflege und Wartung moderner und antiker Uhren ist den Westermayers ein großes Anliegen. Dafür bringen sie langjährige Er-

fahrung im Umgang mit Uhren, verbunden mit einem Höchstmaß an Wissen ein. Tradition verbindet Auch bei modernen Uhren vertraut die Firma Westermayer heute auf die mechanischen Zeitmesser von MIDO. Das PreisLeistungsverhältnis überzeugt auch den anspruchsvollsten Kunden. Eine entsprechend große Auswahl der neuesten MIDO-Kollektionen ist immer zu begutachten. Die Beratung ist bei Westermayer natürlich selbstverständlich. Sabine Fischer

Martin Westermayer Marktstraße 20 88410 Bad Wurzach Telefon (07564) 91157 Telefax (07564) 91158 www.uhrmacher-westermayer.de

96 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


BETTER PACKAGING Durch innovative und maßgeschneiderte Verpackungslösungen für Lebensmittel, medizinische Sterilprodukte sowie Industrie- und Konsumgüter trägt Multivac nachhaltig zum Erfolg seiner Kunden bei. Mit unserer umfassenden Verpackungskompetenz, unserer individuellen Beratung und unserem erstklassigen weltweiten Service setzen wir Maßstäbe. Dieses Engagement für Ihren Erfolg im Markt nennen wir BETTER PACKAGING. Wann darf Multivac zu Ihrem Erfolg beitragen?

www.multivac.com


Das Kompetenzzentrum

BILDER UWT: AMBROS, M.BERKMILLER

Wer auf die AG Passivhaus setzt, bekommt ein zukunftsweisendes Gebäudekonzept und die Umsetzung wie aus einem Guss – egal ob als Privatmann oder Firmenchef.

Das neue Passivhaus-Firmengebäude von UWT setzt in Sachen Energieeffizienz Maßstäbe.

98 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


für energieeffizientes Bauen

V

ier Jahre ist es jetzt her, dass sich Allgäuer Experten für energieeffizientes Bauen zusammengetan haben, um die AG Passivhaus zu gründen. Unternehmen aus dem übrigen Bayern und angrenzenden Baden-Württemberg schlossen sich dem Netzwerk an. Ziel des Kompetenzzentrums mit Sitz in Durach ist damals wie heute dasselbe. »Wir planen,

schafter, ließen sich schnell von den Arguerstellen oder modernisieren für unsere menten des AG Passivhaus-Teams überKunden Gebäude, die ein Höchstmaß an zeugen. rechenbarer Energieeffizienz und RaumUnter der Regie des Generalunternehqualität aufweisen«, fasst Geschäftsführer mers Anton Ambros GmbH (Hopferau), Wolfram Kroner die Firmenphilosophie ein AG Passivhaus-Partner der ersten zusammen. Stunde, entstand ein 2 600 m² großes GeWas sonst der Bauherr mühevoll selbst bäude, das mit einem Energiebedarf von zusammentragen müsse, erklärt Kroner, neun Kilowattstunden pro Quadratmeter biete die AG Passivhaus als beratender, beim Jahr sogar weit unter dem Niveau eines treuender und ausführender Partner bei Passivhauses liegt (15 kWH/m2a). »Es war Neubau, aber auch bei der Sanierung von die absolut richtige Entscheidung«, sagt Bestandsgebäuden als »Rundum-Paket« Uwe Niekrawietz neun Monate nach dem an. »Angefangen von der Energieberatung, Einzug in den Neubau. Mit einem solchen der Antragsstellung Fördermittel, über die Gebäudekonzept werde die PlanungssiProjektierung und den Bau bis hin zur cherheit erhöht. Dramatische PreissteigeÜberwachung der Arbeiten – wir bieten rungen für Gas und Öl wie im vergangeLösungen aus einem Guss an«, betont der nen Jahr treffen das Unternehmen in deutAG Passivhaus-Geschäftsführer. lich abgeschwächter Form. Nicht nur für Häuslebauer, sondern inDazu komme noch ein weiterer Pluszwischen auch für vorausschauende Firpunkt, erklärt AG Passivhaus-Geschäftsmenchefs, die die Vorteile einer energieefführer Wolfram Kroner. »Dank des Einfizienten Bauweise erkannt haben. Gerade bei Gewerbeimmobilien, so Kroner, müssen neben den Baukosten »Wie sich die Energiekosten weiterentwickeln, die Betriebskosten beweiß niemand. Umso wichtiger ist es, diese rücksichtigt werden. »Nur so ist die Kalkulatiunsichere Variable zu einer berechenbaren onssicherheit gegeben.« Konstanten zu machen«, rät Wolfram Kroner. Was insbesondere in unsicheren Zeiten wie diesen von unschätzbarem baus einer modernen Lüftungsanlage ist Wert sei. »Wie sich die Energiekosten weidas Raumklima in den Produktions- und terentwickeln werden, weiß niemand. UmBüroräumen bestens. Es herrschen ideale so wichtiger ist es, diese unsichere Variable Arbeitsbedingungen.« Niekrawietz kann zu einer berechenbaren Konstanten zu madas nur bestätigen. Die Mitarbeiter seien chen«, rät Kroner. »Und das geht nur, inbegeistert. Inzwischen, so Niekrawietz, dem man den Energieverbrauch auf ein stoße das Vorzeigeobjekt bei anderen FirMinimum reduziert.« Die Verantwortlichen des Betzigauer menchefs auf großes Interesse. »Viele Unternehmer denken bei der Planung neuer Unternehmens UWT haben das erkannt. Betriebsgebäude noch zu kurzfristig«, 120 Mitarbeiter beschäftigt Deutschlands meint Wolfram Kroner. »Aber die Zahl deMarktführer im Bereich der Entwicklung rer, die zukunftsorientiert handeln, steigt.« und Herstellung von FüllstandsmessgeräDie Solux GmbH zählt zu Letzteren. ten für Schüttgüter aller Art. Als das besteDas neue Firmengebäude im Kemptener hende Gebäude am Standort Betzigau zu Stadtteil Oberwang setzt Maßstäbe. Hier klein und ein Erweiterungsbau nötig wurwaren mit den Fachplanern Herz & Lang de, empfahlen die AG Passivhaus-Exper(Weitnau) ebenfalls Mitglieder aus dem ten der UWT-Firmenleitung, zukunftsweiExperten-Team der AG Passivhaus maßsend und daher energieeffizient zu bauen. geblich beteiligt. Entstanden ist Bayerns Peter Schopp und Uwe Niekrawietz, die erstes Gewerbepassivhaus mit Stromüberbeiden geschäftsführenden UWT-Gesell3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 99


Das erste Gewerbepassivhaus in Kempten wurde für die Firma Solux gebaut. Im Solux-Verkaufsraum wird die PassivhausTechnik anschaulich präsentiert.

Weitere Informationen www.ag-passivhaus.de

100 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

energieeffizientes Bauen für Planer und ausführende Handwerksbetriebe immer interessanter – mit teilweise negativen Folgen. »Auf dem wachsenden PassivhausMarkt tummeln sich Anbieter, die von der Materie wenig Ahnung und schon gar keine Erfahrung haben«, warnt Kroner. Dabei müssen beim Passivhausbau und energetischen Sanierungsmaßnahmen besonders hohe Qualitätsstandards sowohl bei der Planung als auch bei der Bauausführung erfüllt werden. Die AG Passivhaus-Partner haben die dafür nötige Kompetenz schon vielfach unter Beweis gestellt. Zahlreiche Auszeichnungen zeugen davon. »Mit einem AG Passivhaus«, versichert Wolfram Kroner, erhält jeder unserer Kunden ein einzigartiges Qualitätsprodukt, das besonders bei steigenden Energiepreisen zukunftssicher und werthaltig ist.« Roland Wiedemann

BILDER SOLUX: HERZ & LANG, R. RETZLAFF

BILD: KRONER

Wolfram Kroner, AG Passivhaus-Geschäftsführer.

schuss. Die Solarstromanlage auf dem Dach des Spezialisten für Solarstrom, Luftund Wärmetechnik sowie Naturbaustoffe deckt nicht nur den gesamten Energiebedarf für den Büro- und Ladenbetrieb von Solux ab, sondern erzeugt nochmals die gleiche Menge an Strom, die ins öffentliche Netz eingespeist wird. Als es darum ging ein neues Firmengebäude zu planen, hatten die Solux-Verantwortlichen von Anfang an eine innovative Lösung im Visier. »Wir haben ja nicht für die nächsten fünf oder zehn Jahre gebaut«, meint Michael Stamm, einer der beiden Solux-Geschäftsführer. »Das Gebäude muss auch noch in 30 oder 40 Jahren einem ökonomisch und ökologisch sinnvollen Gebäudekonzept entsprechen.« Eine Sichtweise, die laut AG Passivhaus-Geschäftsführer Wolfram Kroner Schule macht. Folglich wird das Thema


Ê Ê

Bildquelle: Fotolia

Fa x: +4

( 9

) 0

6 9 1 3 8

9 2 1 5 1 0

Allgäuer Wirtschaftsmagazin

Hiermit bestelle ich das Allgäuer Wirtschaftsmagazin ab der nächsten Ausgabe für 1 Jahr (6 Ausgaben) zum Preis von 27,90 €/Jahr inkl. MwSt. und Versand (Ausland: 38,40 €/Jahr inkl. Versand). Kündigungsfrist: 6 Wochen vor Ablauf des Abonnements.

Firma

Name, Vorname

Straße, Haus-Nr.

Stempel

P LZ / Ort

Ort, Datum

Bequem abbuchen von Konto Nr.

Unterschrift

BLZ / Bank


»Wir müssen alles können«

Das Versicherungsbüro von Hans Joachim Paffrath bietet alle Versicherungsprodukte für Privatkunden bis hin zur Industriepolice für Großunternehmen. »Eine Agentur ist so gut wie ihre Agentur-Mitarbeiter«, sagt Paffrath. »Wir müssen alles können«, so der 41-Jährige, aber man habe auch Spezialisten an der Hand. Spezialisiert hat sich das Versicherungsbüro unter anderem auf Betriebliche Altersvorsorge. Das reicht von der Pensionskasse über Unterstützungskasse bis zu Arbeitszeitkonten. »In dieser Sparte gehört die Victoria zu den Marktführern«, sagt der Versicherungskaufmann.

D

er Markt sei in den letzten Jahren härter geworden und die Produkte vielfältiger. Dabei seien die Kunden auch durch das Internet sensibler und möchten intensiver beraten werden.

Von links: Szabolcs Saam, Versicherungskaufmann, seit 3 Jahren mit im Team. Michaela Paffrath, Handelsfachwirtin, »schmeißt« das Büro, ist die gute Seele im Hintergrund. Hans Joachim Paffrath, Versicherungskaufmann, Generalagentur-Inhaber.

102 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

Bedarfsanalysen sind wichtig Wichtig sei es, Bedarfsanalysen zu erstellen und individuell auf den Kunden einzugehen. Zu den wichtigsten Versicherungen zählen für Hans Joachim Paffrath die private Haftpflichtversicherung, eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit und natürlich eine Krankenversicherung. Wichtig sei auch, die Versicherung je nach Alter zu variieren und anzupassen. »In jungen Jahren braucht man unbedingt eine Berufsunfähigkeitsversicherung«, sagt


Zu den langjährigen Kunden von Hans Joachim Paffrath zählt unter anderem die Firma Flexofol-Verpackungen in Kempten. Peter Alber, einer der beiden Geschäftsführer, sagt über die seit zehn Jahre währende Zusammenarbeit mit Victoria Versicherungen:

BILDER: TAENZEL 3, WEIXLERSCHUERGER 1

»Ich schätze Herrn Paffrath wegen seiner Kompetenz und seines Einsatzes für seine Kunden. Bei Victoria Versicherungen fühlen wir uns gut aufgehoben; die Versicherung hat ja auch einen guten Namen. Aber hauptsächlich bleiben wir dort wegen Herrn Paffrath. Es ist einfach gut, wenn man über Jahre hinweg den selben Ansprechpartner hat. Er ist immer da, wenn ich ihn brauche. Denn gerade in unserer Branche, wenn es um die Umwelt geht, ändert sich die Gesetzeslage ja ständig. Da sind dann natürlich auch die Versicherungen gefragt. Und da braucht man einen Versicherungs-Partner, der sich darauf einstellen kann und es auch tut. Das schätze ich an Herrn Paffrath. Wir haben in all den Jahren eine gute Vertrauensbasis geschaffen.«

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 103


Paffrath. Wer kurz vor der Rente steht, könne diese dann getrost umwandeln. »Es muss regelmäßig geprüft werden, ob sich die Lebenssituation geän»Es muss regelmäßig geprüft werden, ob sich dert hat und dann sollte die Versicherung entdie Lebenssituation geändert hat und dann sollte sprechend angepasst die Versicherung entsprechend angepasst werden«. werden«, so Hans Joachim Paffrath. 1990 hat Hans Joachim Paffrath seine Ausbildung bei den Victoria Versicherungen in Kempten begonnen. Danach war der gebürtige Aschaffenburger im Außendienst und seit 1994 ist Paf-

104 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

frath selbstständig. Seine Frau Michaela, Handelsfachwirtin, »schmeißt« den Laden drum herum. Seit drei Jahren ist Szabolcs Saam mit im Team in der Generalagentur Paffrath. Vertrauen Seine Kunden bekommt der Versicherungskaufmann nicht durch Fremdaquise, sondern auf Empfehlung. »Mein Kundenstamm ist auf einer Vertrauensbasis aufgebaut. Es muss auch ein Feedback da sein, dann kann gearbeitet werden«, sagt Paffrath. So vertrauen inzwischen 1200 Privatkunden und Firmen dem Service des Ver-


sicherungsbüros. Viele Kunden versuchen, sich im Internet über Versicherungen schlau zu machen. Dort bekomme man aber eher undurchsichtige Informationen und finde sich in dem Tarifdschungel nicht zurecht. »Eine persönliche Beratung ist in Sachen Versicherung unabdingbar und in jedem Fall erforderlich«, so Paffrath. Umzug nach 15 Jahren Nach 15 Jahren in der Dornierstraße ist Hans Joachim Paffrath mit seinem Büro Anfang des Jahres in den Schwabenweg 9 in Kempten gezogen. Das Büro in der Dor-

nierstraße »ist aus allen Nähten geplatzt«, sagt Paffrath. Auf 136 Quadratmeter verteilen sich nun zwei Büros, ein weiteres offenes Büro bildet »Eine persönliche Beratung den großzügigen ist in Sachen Versicherung unabdingbar Empfangsraum. Alles ist neu renoviert und in jedem Fall erforderlich«, und modern und lufso Hans Joachim Paffrath. tig eingerichtet. Im Empfangsraum stehen weiße quadratische Sessel und ein weißes Sofa und geben einen stilvollen Kontrast zu dem dunklen Laminatboden. Sabine Fischer

Hans Joachim Paffrath im Kundengespräch.

Hans Joachim Paffrath Versicherungskaufmann Generalagentur der Victoria Versicherungs-Gesellschaften Schwabenweg 9 87435 Kempten Telefon (0831) 540900-0 Telefax (0831) 540900-30 Mobil (0170) 2175212 joachim.paffrath@victoria.de www.victoria.de

Bürozeiten Endlich mehr Platz in den neuen, hellen Räumlichkeiten im Schwabenweg 9 in Kempten.

Mo bis Fr von 9 bis 12 Uhr Mi von 16 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 105


Immobil investieren – Wolfgang Ettling, Inhaber des ifi-Instituts in Kempten vermittelt seit über 25 Jahren Kapitalanlagen, hauptsächlich in Form von Steuerimmobilien. »Keine Investitionsmöglichkeit ist lukrativer und sicherer«, so Ettling. Was ist eine Steuerimmobilie, werden sich viele fragen. Wie das Wort schon sagt, eine Immobilie mit der sich Steuern sparen lässt. Und obendrein kann diese Kapitalanlage der Altersvorsorge dienlich sein.

B

eim Kauf einer Steuerimmobilie zur Vermietung gibt es drei Varianten. Es stehen drei Immobilientypen zur Auswahl, bei denen Dauer und Höhe der Abschreibung variieren. So können beispielsweise beim Kauf einer Denkmalschutzimmobilie zwölf Jahre lang die begünstigten Sanierungskosten zu hundert Prozent zur Senkung des zu versteuernden Einkommens eingesetzt werden. Dies gilt aber nur, wenn die Immobilie vor Sanierungsbeginn gekauft wird. »Gebrauchte Objekte müssen sich

»Die Lage, die Qualität und der Preis müssen stimmen«, so Wolfgang Ettling.

106 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009


finanziell mobil bleiben über die Miete rechnen«, so Wolfgang Ettling, der inzwischen über 2 000 Kunden betreut. Kapitalanleger finanzieren im denkmalgeschützten Bereich ausschließlich ohne Eigenkapital. »Dafür sind drei Dinge entscheidend. Die Lage, die Qualität und der Preis müssen stimmen«, so Ettling. Denn darauf achten die Banken bei der Finanzierung besonders. Jede Immobilie werde von einer Bank geprüft. Diese Bewertung basiere auf langjährige Erfahrung der Experten.

Mit der Inflation Geld verdienen Die denkmalgeschützten Objekte sollten innerstädtisch liegen und maximal 15 bis 20 Wohneinheiten haben. »In der heutigen Zeit gibt es eine Landflucht in die Stadt. Viele wollen nicht mehr auf das Auto angewiesen sein«, sagt der 51-Jährige. Hauptsächlich Kapitalanleger investierten in denkmalgschützte Objekte, die sich fast ausschließlich im Großraum München befinden, als langfristige Geldanlage. »So kann man mit der Inflation Geld verdienen«, sagt Ettling.

Nach mindestens 20 Jahren sei ein Objekt abbezahlt, dann könne der Investor überlegen, ob er die Immobilie steuerfrei kapitalisiert, oder mit den Mieteinnahmen die Rente aufbessert. »Hier setzen drei Hebel an. Der steuerliche, der Inflationsschutz auf den Wert bezogen und außerdem entwickle sich die Miete gemäß den Lebenshaltungskosten«, sagt der Inhaber des ifi-Instituts. Das sei zudem die einzige Möglichkeit in Deutschland, steuerbegünstigt Privatvermögen zu vermehren.

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 107


Der Käufer erwirbt einen Teil des Altbaus und einen Sanierungsvertrag.

108 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

Erfahrene Bauträger Kein Mensch würde auf eigenes Risiko ein denkmalgeschütztes Gebäude kaufen und anschließend sanieren, ist die Erfahrung von Wolfgang Ettling. »Wir warten bis sich je nach Wohnungseinheiten Käufer gefunden haben, die dann ein notarielles Kaufangebot abgeben, das erst nach vollständiger Objektbelegung angenommen wird. Das sichert den Käufer steuerlich und finanziell perfekt ab. Der Käufer erwirbt einen Teil des Altbaus und einen Sanierungsvertrag mit Festpreis, das schütze ihn vor bösen Überraschungen, die bei jeder

Sanierung auftreten könnten. Der Staat belohne den Investor für die Sanierung mit bis zu 75 Prozent Steuerersparnis auf den Kaufpreis. Saniert wird nach den Deutschen Regeln der Baukunst, einer im Baugewerbe geltenden DIN-Vorschrift. So entstehen derzeit in Hohenaschau im Castello zu Hohenauschau (Chiemssee) zu Füßen des Schlosses 17 exklusive Wohnungen in der ehemaligen Schlossbrauerei. Jede Wohnung verfügt über einen großzügigen Grundriss und erstklassige Ausstattungsdetails. Im Denkmalschutz arbeitet Ettling


seit 20 Jahren mit denselben Bauträgern zusammen. Denn das erfordere Spezialwissen. Vier Investitionsarten Die denkmalgeschützte Immobilie habe sich nach den Neuregelungen, die zum 1. Januar 2006 in Kraft getreten sind, als die lukrativste Steuersparmöglichkeit heraus kristallisiert. Nach dem neuen Gesetz werden Alt- und Neubauten gleich gestellt und stellten nach wie vor eine gute Kapitalanlagemöglichkeit dar, reichten aber aus steu-

erlicher Sicht nicht an die Denkmalschutzimmobilie heran. Es gebe vier Investitionsarten, um die staatlichen Förderungen zu nutzen. Einmal die Denkmalschutzsanierung, dann die Neubauwohnung, die »Second-Hand«-Wohnung und den Immobilienfonds. Wolfgang Ettling aquiriert seine Kunden selbst und verlangt kein Honorar. Er wird ausschließlich vom Bauträger bezahlt. Die Kunden empfehlen das ifi-Institut weiter und damit habe man in den letzten 20 Jahren die besten Erfahrungen gemacht, so Wolfgang Ettling.Sabine Fischer

Wolfgang Ettling aquiriert seine Kunden selbst und verlangt kein Honorar.

ifi-Institut Wolfgang Ettling Rathausplatz 14 87435 Kempten Telefon (0831) 15801 Telefax (0831) 12823 www.ifi-institut.de info@ifi-institut.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 109


Das neueste Hausmodell von Regiohaus heißt RUBIO. Zwei leicht voneinander verschobene und farblich akzentuierte Baukörper mit Pultdach geben dem Einfamilienhaus eine zeitgemäße, besondere Note. RUBIO verbindet, pfiffig geplant, moderne Architektur mit klassischen Werten. Sein ausgeklügelter Grundriss findet vor allem bei Familien Anklang. Überzeugend ist auch sein kostengünstiges und intelligentes Hauskonzept ohne Keller.

Pfiffiges Raumwunder für Familien hauptsächlich nach Süden ausgerichtete großen Fensterflächen lassen viel Sonne und Licht ins innere des Hauses und sorgen so für ein freundliches, angenehmes Wohnklima mit viel natürlicher Wärme. Das Raumkonzept im Erdgeschoss ist loftartig offen angelegt, dadurch entsteht ein großzügiges Wohnund Raumgefühl, das durch die bodentiefen Fenster und die Terrasse in den Garten noch verstärkt wird.

Die

Offen und modern An den geräumigen Wohn- und Essraum schließt eine offene und ebenso großzügig konzipierte Küche mit kleiner Speisekammer an. Offen und modern ist auch der Treppenaufgang mit Galerie und modernen Fensterschlitzen, die für angenehmen natürlichen Lichtfall sorgen. Nebst separater Speis ist im Erdgeschoss noch eine Gäste-Toilette und der Hauswirtschaftsund Technikraum angelegt. Ruhe und Privatshäre Der offenen Wohnkonzeption im Erdgeschoss gegenüber stehen die auf Ruhe und Privatspäre ausgerichteten Räume im Obergeschoss. Hier überzeugen drei

110 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

gleichwertige nach Süden geplante Kinderzimmer mit Dachschrägen, die durch das versetzte Pultdach je mit einer fünf bis sechs Quadratmeter großen Galerie, individuell erweitert werden können. Über diesen Zusatznutzen für persönliche ≥Räuberhöhlen«, Hochbetten oder Ministudios unter dem Dach werden sich besonders Kinder freuen. Das große Elternschlafzimmer sowie das Familienbad liegen der Nordseite zugewandt. Sie sind durch einen zentralen Mittelgang von den Kinderzimmern getrennt und runden das Raumangebot von RUBIO ab. Für das perfekte Wohlfühlklima sogt letztlich eine umwelt(nu) freundliche Wärmepumpe.

Weitere Informationen Regiohaus Bau GmbH Augsburger Straße 23 87700 Memmingen Telefon (08331) 49049-0 Telefax (08331) 49049-49 info@regiohaus.de www.regiohaus.de


„Houston, wir haben ein Problem”

Wenn Sie mit Ihren Druckerzeugnissen

Damit Sie kein Problem mit ihren

ein Problem haben, müssen Sie nicht

Druckwerken haben, liefert Holzer

gleich mit der NASA Kontakt aufnehmen.

Druck und Medien diese mit dem besonderen Plus-Service:

Sie können stattdessen bei Holzer Druck

+ eigene Reproabteilung für pro-

und Medien in Weiler im Allgäu anrufen.

fessionelle Bildbearbeitung

Dann erhalten Sie Ihre Druckprodukte so,

+ eigenes Korrektorat für fehler-

wie Sie sich das vorstellen. Idealerweise

freie Druckprodukte

erleben Sie somit eine Sternstunde und

+ große Lagerfläche

freuen sich über die bekannte Holzer-

+ Translation-Tools via Internet in

Qualität.

die ganze Welt vernetzt

Broschüren, Flyer, Kataloge, Geschäftsausstattung, Bücher und Mailings von Holzer Druck und Medien Druckerei und Zeitungsverlag GmbH + Co. KG Fridolin-Holzer-Straße 22+24 88171 Weiler-Simmerberg Tel.: 0 83 87 / 3 99 0 Fax: 0 83 87 / 3 99 33 www.druckerei-holzer.de


§

Führen geringwertige Vermögensdelikte immer zur Entlassung?

Vor 25 Jahren Bienenstich und heute Leergutbons Mit Urteil vom 17. Mai 1984 entschied das Bundesarbeitsgericht, dass der unberechtigte Verzehr eines Bienenstichs eine außerordentliche Kündigung rechtfertige. Eine in einem Warenhaus als Buffetkraft beschäftigte Arbeitnehmerin wurde beobachtet, wie sie ohne Bezahlung ein Stück Bienenstichkuchen aus dem Warenbestand nahm und hinter der Bedienungstheke verzehrte. Das BAG entschied seinerzeit, dass ein derartiger Verzehr eine rechtswidrige und schuldhafte Entwendung einer im Eigentum des Arbeitsgebers stehenden Sache sei und ungeachtet ihres geringen Wertes einen wichtigen Grund für eine außerordentliche Kündigung darstelle. Am 24. Februar 2009 erließ das LAG Berlin ein Urteil, wonach die außerordentliche Kündigung einer Kassiererin wegen Verwendung eines Leergutbons im Wert von 1,30 € zum eigenen Vorteil rechtens sei. Nach Überzeugung des LAG Berlin hatte die Kassiererin zwei ihr nicht gehörende Leergutbons beim Kauf eigener Ware an der Kasse vorgelegt und dadurch den für den Einkauf zu zahlenden Preis um 1,30 € reduziert. Dieser Fall erregte in der Öffentlichkeit großes Interesse, denn die Kassiererin war zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung 31 Jahre bei dem Arbeitgeber beschäftigt. Es wurde öffentlich die Frage gestellt, ob ein Vermögensdelikt über einen so geringen Wert schon ausreicht, die Kündigung eines langjährig beschäftigten Arbeitnehmers zu rechtfertigen.

Vermögensdelikte im Unternehmen

D

ie Überschrift des Beitrags könnte vielleicht den Eindruck erwecken, es handele sich bei den Beispielsfällen um zwar spektakuläre, aber seltene Vorgänge. In der Realität beschäftigt die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses wegen eines Vermögensdeliktes die Arbeitsgerichte seit Jahren. Hierbei hat sich eine eindeutige Rechtsprechungstendenz bei den Arbeitsgerichten herauskristallisiert. Diese Tendenz scheint aber nicht der öf-

112 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

§

fentlichen Meinung zu entsprechen, denn anders lässt sich das Medienecho gerade auf den vom LAG Berlin entschiedenen Fall nicht erklären. Aus diesem Grund lohnt es sich, die Rechtsprechungspraxis der Arbeitsgerichte einmal näher zu beleuchten.. Regelmäßiger Ausgangspunkt eines derartigen Rechtsstreits ist eine außerordentliche Kündigung des Arbeitgebers. Gegen diese Kündigung erhebt der Arbeit-


Nach § 626 Abs. 1 BGB kann ein Arbeitgeber eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund dann aussprechen, wenn ihm die Fortführung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der Frist für eine ordentliche Kündigung nicht zumutbar ist.

§

nehmer Kündigungsschutzklage. Das Arbeitsgericht prüft nun die Rechtmäßigkeit der Kündigung in zwei Schritten: Gab es einen wichtigen Grund für den Arbeitgeber, das Arbeitsverhältnis außerordentlich zu kündigen? Wenn ja, ist es dem Arbeitgeber deshalb unzumutbar, den Arbeitnehmer wenigstens bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfristen zu beschäftigen? Vorliegen eines wichtigen Grundes für eine außerordentliche Kündigung Erfährt ein Arbeitgeber von einem Vermögensdelikt seines Arbeitnehmers, dann wird er regelmäßig bestrebt sein, das Arbeitsverhältnis außerordentlich zu kündigen. Außerordentlich heißt in der Praxis fristlos. Will ein Arbeitgeber ein Arbeitsverhältnis außerordentlich kündigen, dann hat er zwingend die Voraussetzungen des § 626 BGB zu beachten. Nach § 626 Abs. 1 BGB kann ein Arbeitgeber eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund dann aussprechen, wenn ihm die Fortführung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der Frist für eine ordentliche Kündigung nicht zumutbar ist. Die Rechtmäßigkeit einer auf § 626 BGB gestützten außerordentlichen Kündigung ist nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts in zwei Stufen zu prüfen: In der ersten Stufe ist festzustellen, ob ein wichtiger Grund vorliegt, welcher geeignet ist, eine außerordentliche Kündigung zu rechtfertigen. Ist dies der Fall, so ist auf der zweiten Stufe eine umfassende Interessenabwägung vorzunehmen. Im Rahmen dieser Interessenabwägung ist zu entscheiden, ob trotz Vorliegens eines wichtigen Grundes das Bestandsinteresse des Arbeitnehmers gegenüber dem Beendigungsinteresse des Arbeitgebers überwiegt. Plakativ an Hand eines Beispiels ausgedrückt: Verzehrt ein Mitarbeiter einen Bienenstich, ist er aber schon über 20 Jahre

beim Arbeitgeber beschäftigt, überwiegt dann das Beendigungsinteresse oder das Bestandsinteresse? So sehr diese Frage nach einer Antwort drängt, in ihr lauert eine Gefahr. Da die Interessenabwägung bei jeder Kündigung vorzunehmen ist, könnte man nämlich geneigt sein, die Interessenabwägung von Anfang an mit dem wichtigen Grund zu vermengen. Das aber würde den Blick dafür verstellen, dass gerade durch die Bestimmung des wichtigen Grundes der Unwertgehalt eines Handelns festgestellt wird. Würde man die Interessenabwägung und den wichtigen Grund vermengen, würde dies beim Bienenstichfall zwangsläufig zu der Frage führen, ob der Unrechtsgehalt eines widerrechtlichen Verzehrs eines Bienenstichs von dessen ökonomischen Wertes abhängen soll. Es würde des weiteren gefragt, ob der Unrechtsgehalt ein anderer ist, nur weil ein Arbeitnehmer in einem Fall lange Jahre beim Arbeitgeber beschäftigt ist und im anderen nicht. Genau das aber darf nicht passieren. Das Bundesarbeitsgericht verlangt daher mit guten Gründen eine Zwei-Stufen-Prüfung. Auf der ersten Stufe der Prüfung wird daher nur geprüft, was an sich geeignet ist, einen wichtigen Grund darzustellen. Und hier vertritt das Bundesarbeitsgericht seit Jahrzehnten in Bezug auf Vermögensdelikte eine ganz klare Position. Vermögensund Eigentumsdelikte des Arbeitnehmers zum Nachteil des Arbeitgebers sind regelmäßig schon an sich geeignet, einen wichtigen Grund für eine außerordentliche Kündigung darzustellen. Sie sind aber auch dann geeignet, wenn die Vermögensdelikte sich nur auf geringwertige Sachen beziehen. So hat das BAG in seiner Bienenstichentscheidung klar zum Ausdruck gebracht, dass die rechtswidrige und schuldhafte Entwendung einer im Eigentum des Arbeitgebers stehenden Sache von geringem Wert durch den Arbeitnehmer an

sich geeignet ist, einen wichtigen Grund zur außerordentlichen Kündigung abzugeben. An dieser Linie hat das BAG bis heute festgehalten. Es hat die widerrechtliche Aneignung von 3 Kaffeebechern, 2 Schinkenpackungen und einem Liter Pflanzenöl (Gesamtwert: DM 19,97) genauso als wichtigen Grund für eine außerordentliche Kündigung angesehen (BAG Urteil vom 12.08.1999 – 2 AZR 923/98) wie die Mitnahme von 62 Minifläschchen Alkohol sowie 2 Rollen Küchenkrepp (BAG Urteil vom 11.12.2003- 2 AZR 36/03). Es ließen sich weitere Beispiele auflisten. Interessenabwägung Ist nun auf der ersten Stufe der Prüfung festgestellt worden, dass der Arbeitnehmer ein Vermögens- oder Eigentumsdelikt begangen hat, dann ist gleichwohl auf der zweiten Stufe eine umfassende Interessenabwägung vorzunehmen, Auf dieser Stufe wird geprüft, ob das Interesse des Arbeitgebers an einer fristlosen Beendigung des Arbeitsverhältnisses gegenüber dem Interesse des Arbeitnehmers an einer Fortführung des Arbeitsverhältnisses überwiegt. Die Interessenabwägung konkretisiert sich auf arbeitsvertraglich relevante Umstände.

Das BAG hat die widerrechtliche Aneignung von 3Kaffeebechern, 2Schinkenpackungen und einem Liter Pflanzenöl genauso als wichtigen Grund für eine außergewöhnlcihe Kündigung angesehen wie die Mitnahme von 62 Minifläschchen Alkohol sowie 2 Rollen Küchenkrepp.

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 113


Dabei ist auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit zu beachten. Letztlich läuft aber alles auf die Frage hinaus, ob es dem Arbeitgeber unzumutbar ist, den Arbeitnehmer weiter zu beschäftigen. Dabei muss der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz beachtet werden. Die Kündigung überhaupt und erst Recht die außerordentliche Kündigung dürfen nur die unausweichlich letzte Maßnahme sein. Es müssen daher nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls alle für den Arbeitgeber zumutbaren anderen Mittel, wie zum Beispiel Abmahnung,

der die Geringwertigkeit des Vermögensdelikts noch die lange Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers führen dazu, dem Arbeitgeber zuzumuten, den Arbeitnehmer weiter zu beschäftigen. Die fristlose Kündigung wird regelmäßig für rechtmäßig erklärt. Begründet wird dies insbesondere damit, dass durch das Vermögensdelikt das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zerstört wurde. Es wird zwar vom Bundesarbeitsgericht anerkannt, dass auch bei Handlungsweisen, die den sogenannten Vertrauensbereich berühren, eine Abmahnung nicht stets entbehrlich ist, sondern sogar notwendig. Handelt es sich aber bei Die lange Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers den Handlungen des tritt bei einer solchen Sachlage in den Hintergrund und Arbeitnehmers um führt sogar zu einer nachteiligen Wertung, da deshalb schwerwiegende Verein besonderes Vertrauensverhältnis unterstellt wird. stöße, deren Rechtswidrigkeit dem Arbeitnehmer ohne weiteres erkennbar ist und bei denen es offensichtlich ausgeschlossen ist, Versetzung, Änderungskündigung, ordass sie der Arbeitgeber hinnimmt, ist eine dentliche Kündigung erschöpft oder dem Abmahnung nicht erforderlich. In solchen Arbeitgeber nicht zumutbar sein. Danach Fällen kann eine Wiederherstellung des für lässt sich eine außerordentliche Kündidas Arbeitsverhältnis notwendigen Vergung nur auf Sachverhalte stützen, die sich trauens nicht erwartet werden. Und einen konkret nachteilig auf das Arbeitsverhältsolchen schwerwiegenden Verstoß nimmt nis auswirken. Der Zweck einer Kündidas Bundesarbeitsgericht auch dann an, gung besteht nämlich nicht darin, dass verwenn die Vermögenswerte gering sind. gangene Verhalten des Arbeitnehmers zu Die lange Betriebszugehörigkeit des Arsanktionieren. Vielmehr gilt das Prognosebeitnehmers tritt bei einer solchen Sachlaprinzip, wonach zu prüfen ist, ob Arbeitgege in den Hintergrund und führt sogar zu ber und Arbeitnehmer in Zukunft übereiner nachteiligen Wertung, da deshalb ein haupt noch miteinander arbeiten können. besonderes Vertrauensverhältnis unterGerade das Prognoseprinzip ist auf der stellt wird. zweiten Stufe der wesentliche Prüfungspunkt. Zu welchen Ergebnissen führt aber die auf der zweiten Stufe vorzunehmende Schlussbemerkung Prognose, wenn auf der ersten Stufe der Die Rechtsprechung des BundesarbeitsgePrüfung festgestellt wurde, dass der Arbeitrichts ist vielfach auf Kritik gestoßen. So nehmer ein Vermögens- oder Eigentumswird eingewandt, dass nach § 248 a StGB delikt zu Lasten des Arbeitgebers begander Diebstahl von geringwertigen Sachen gen hat? Man kann wohl mit Fug und (ca. € 50,-) nicht von Haus aus strafbar ist Recht sagen, dass sich seit der Bienenstichsondern nur auf Antrag verfolgt wird. Des entscheidung eine Null-Toleranz-Rechtweiteren weicht die Rechtsprechung des sprechung entwickelt hat. Regelmäßig Bundesarbeitsgerichts von der Rechtsprewird eine Weiterbeschäftigung des Arbeitchung anderer Gerichte ab. Die gleichen nehmers als unzumutbar angesehen. WeRechtsfragen stellen sich nämlich auch,

§

114 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

Rechtssanwalt Roland Stemke Residenzplatz 1 87435 Kempten Telefon (0831) 26991 Telefax (0831) 12359 www.stemke-hauber.de rastemke@t-online.de Zugelassen beim Amts- und Landgericht Kempten, OLG München und Bayer. Oberstes Landesgericht

wenn zum Beispiel ein Geschäftsführer oder ein Beamter ein Vermögens- und Eigentumsdelikt begehen. Im Falle des Geschäftsführers sind die ordentlichen Gerichte und im Falle des Beamten die Verwaltungsgerichte zuständig. Sowohl die ordentlichen Gerichte als auch die Verwaltungsgerichte scheinen hier eine deutlich höhere Schwelle anzusetzen als das Bundesarbeitsgericht. Das Bundesverwaltungsgericht nimmt jedenfalls wegen der geringen Höhe des Schadens eine Minderung des Unrechtsgehalts an und lehnte deshalb in seinem Urteil vom 11.06.2002 die Entfernung einer Beamtin aus dem Dienst ab. Diese unterschiedliche Behandlung an sich gleicher Sachverhalte überrascht. Welcher Standpunkt ist nun der richtige? Der des Bundesarbeitsgerichts oder der, der anderen Gerichte? In diesem Punkt gibt es keine richtige oder falsche Ansicht. Vielmehr geht es um Wertungen. Man kann eine Null-Toleranz Wertung mit guten Argumenten vertreten. Dann aber sollte sie für alle Gerichtszweige gelten. Es kann nicht sein, dass Geschäftsführer, Vorstände oder Beamte günstiger bei geringwertigen Vermögensdelikten zu Lasten ihrer Dienstherren wegkommen als Arbeitnehmer. Man wird abwarten müssen, ob das Bundesarbeitsgericht seine harte Linie beibehalten wird. Es wird sicherlich bald Gelegenheit haben, in einem Urteil hierzu Stellung zu beziehen.


WIE–WO–WAS–WANN–WER–WARUM–WIE–WO–WAS–WANN–WER–WARUM–WIE–WO–WAS

Wirtschafts-Meldungen in Kürze

Ottobeuren

OTTO MARTIN GMBH

kämpfer Deutschlands, der die Massenmedien dafür nutzt, um auf die Sorgen und Allgäuer Firmenchef kämpft Nöte der mittelständischen Unternehmen hierzulande aufmerksam zu machen. im TV für den Mittelstand »Wir Mittelständler müssen ohne staatliche Hilfen auskommen und uns selbst (jm) – Ein Allgäuer Unternehmer geht auf die Barrikaden und als Kämpfer für den durch die Krise manövrieren. Uns MittelMittelstand offensiv ins ständlern fehlt die Lobby und damit die AufFernsehen: Gleich zwei merksamkeit der Poliprominente TV-Auftrittik. Dabei stellt der Mitte nutzte Rolf-G. Krutelstand mehr als 99 Propezki, Geschäftsführer zent aller Unternehmen der Ottobeurer Otto in Deutschland, mehr Martin Maschinenbau als 70 Prozent aller BeGmbH & Co. KG, um schäftigten und mehr vor einem Millionenpuals 80 Prozent aller Ausblikum mit Nachdruck bildungsplätze. Aber Hilfen für den Mittelstand einzufordern. Der die Politik hat kein Konzept, wie uns geholfen Firmenchef des 140werden kann. Man lässt Mann-Unternehmens uns regelrecht hängen.« trat zunächst in der Rolf-G. Krupezki ZDF-Sendung »Fronweiß wovon er spricht, tal21« auf und gab kurz Geschäftsführer Rolf-G. Krupezki darauf in der RTL-Show streitet für den Mittelstand wenn er vor Millionen »2009: Wir wählen« keivon TV-Zuschauern nem Geringeren als SPD-Kanzlerkandidat über die derzeitige Wirtschaftskrise redet: Bei der Otto Martin Maschinenbau Frank-Walter Steinmeier mächtig Contra. GmbH & Co. KG stehen Maschinen im »Es kann nicht sein, dass der Staat Großunternehmen wie Arcandor oder Wert von mehreren Hunderttausend Euro zur Abholung bereit. Diese Maschinen Opel sofort zur Seite springt, und der Mittelstand komplett außen vor gelassen wird. wurden von Kunden bestellt, konnten aber bislang wegen fehlender Finanzierung – Wir Mittelständler sind doch der Motor bedingt durch die Wirtschaftskrise – noch der deutschen Wirtschaft. Dem hilft keiner«, meinte Krupezki in der von RTLnicht abgeholt werden. Das bedeutet totes Kapital, das für das Unternehmen den Chefredakteur Peter Klöppel moderierten Wahlshow und ließ auch nicht locker, als Ruin bedeuten könnte. »Das versuchen wir, mit allen Mitteln zu verhindern. Und Steinmeier bei den Antworten auf die von Krupezki gestellten Frage nach dem Kondazu gehört auch, dass den Menschen die Bedeutung des Mittelstandes für die Wirtzept für Mittelstand auswich. »Sie haben schaft in Deutschland endlich bewusst gemeine Frage damit nicht beantwortet«, musste sich der SPD-Kanzlerkandidat macht wird«, so Krupezki. vom Allgäuer Unternehmer sagen lassen. Mit seinen beiden TV-Auftritten und Über die Otto Martin Maschinenbau diversen Gastkommentaren in FachpubliGmbH & Co. KG kationen ist der Geschäftsführer der Otto Die Otto Martin Maschinenbau GmbH & Martin Maschinenbau GmbH & Co. KG Co. KG mit Sitz in Ottobeuren im Allgäu derzeit einer der aktivsten Mittelstandsist einer der traditionsreichsten Anbieter

von qualitativ hochwertigen Sägen, Fräsen und Hobelmaschinen. Das Familienunternehmen wurde 1922 von Otto Martin gegründet. Was damals mit einfachen, soliden Maschinen begann, wurde während der folgenden acht Jahrzehnte kontinuierlich zum Maßstab für Qualität und Funktionalität in der Branche ausgebaut. Bei der Produktentwicklung legt Martin von jeher höchsten Wert auf eine absolut hochwertige Verarbeitung sowie ein konsequent nutzerorientiertes Bedienkonzept, das dem Anwender das Arbeiten erleichtert. Die Otto Martin Maschinenbau GmbH & Co. KG setzt auf Qualität »made in Germany«. Derzeit beschäftigt das Traditionsunternehmen am Firmensitz in Ottobeuren ca. 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

BERLIN

Anzeichen stehen auf Stabilisierung Das Fazit aus dem neuen Konjunkturbericht des Bundeswirtschaftsministeriums ˆ die Anzeichen für eine konjunkturelle Stabilisierung mehren sich, das Risiko eines Rückschlags bleibt aber. Vor allem die Abwrackprämie hat bislang geholfen, die Flaute für Autohersteller abzumildern. Im Mai erhöhte sich die Gesamterzeugung im produzierenden Gewerbe preis- und saisonbereinigt um 3,7 Prozent. Vor allem belebte sich die Bestelltätigkeit in der Industrie. An den Finanzmärkten wird die Lage dem Bericht zufolge aber noch immer als problematisch beurteilt. »Die konjunkturellen Risiken bleiben daher hoch«, warnt das Wirtschaftsministerium. Während die Industrie um 5,1 Prozent zu legte, schwächte sich die Bauproduktion um 3,2 Prozent ab. Als Stütze der Konjunktur erweist sich derzeit der private Konsum.

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 115


»Tigital« bietet Facetten des Allgäus Kultur und Brauchtum, Seen, Tiere und Pflanzen – das Bildarchiv »Tigital« zeigt die verschiedenen Facetten des Allgäus unter www.tigital.de im Internet. Rund 50 Fotografen sind ständig im Allgäu unterwegs, laut Gründer und Geschäftsführer Titan Kastner, der für sein Archiv auch selbst fotografiert. Laut Kastner ist »Tigital« das bisher einzige digitale Bildarchiv mit Motiven rein aus dem Allgäu und richtet sich vor allem an Verlage und Medienagenturen als Kunden. Auch branchenfremde Klienten würden zunehmend auf das Bildarchiv zugreifen. Auf den persönlichen Kontakt der Kunden werde großer Wert gelegt.

WIESBADEN

reitet werden. Auf dem Lechfeld speist bereits seit einem Jahr eine Anlage Biogas ins Netz ein. Der Betrieb in Maihingen (Kreis Donau-Ries) startete Ende 2008. In der Region versorgt Erdgas Schwaben rund 70 000 Kunden.

RHÖN

Betrieb in schlechter Lage wird Trendsetter Wer einen Betrieb in schlechter Lage erbt, kann den Kopf in den Sand stecken oder etwas Besonderes daraus machen. Eine Neuerscheinung aus dem Bauer-Verlag in Thalhofen zeigt, wie aus einem Gasthaus ohne Profil ein unverwechselbares Erfolgsunternehmen wird. Das Buch »Von der Schnitzel-Wirtschaft zum Rhönschaf-Hotel« berichtet von einem Gastronomen, der seinen Betrieb in einer abgelegenen ecke der Rhön so umgekrempelt hat, dass dieser nicht nur wächst, sondern zum Trendsetter wird. Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Erfolgs geht Autor Georg Johannes Miller auch der Frage nach, ob Umweltschutz und erfolgreiche

Betriebsführung tatsächlich vereinbar sind. Schließlich lautet so eines der Ziele der UNESCO, die die Rhön 1991 als Biosphärenreservat anerkannt und in ihr eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung sieht. Was Miller aufzeigt, überrascht: Die Entscheidung des Betriebes, ganz auf die fast vergessenen Schätze der Region, RhönSchaf und Rhön-Apfel, zu setzen, brachte ihm sein Profil und bewirkte Impulse, die sich bis in die Region und ihre Entwicklung niederschlagen. Über ein Jahrzeht hat Georg Johannes Miller das Rhönschaf-Hotel begleitet und die Geschichte dokumentiert. Sein Buch zeigt, wie strategisches Marketing, starke Verwurzelung in der Region und pfiffige Ideen zu einem patenten Erfolgsrezept zusammen laufen. Es wendet sich nicht nur an Interessierte aus der Gastronomie, sondern an alle, die mehr über strategisches Marketing wissen wollen. Auch all jene, die sich mit Regionalentwicklung und Umweltschutz beschäftigen, werden in dem Buch eine spannende und ermutigende Lektüre sehen. »Von der Schnitzel-Wirtschaft zum Rhönschaf-Hotel – So gelingt Erfolg von Georg Johannes Miller, 176 Seiten, Bauer-Verlag Thalhofen, ISBN: 9783941013162, 29 Euro.

Durststrecke für Brauereien In den ersten sechs Monaten 2009 sank der Bierabsatz auf den niedrigsten Stand seit der Wiederveinigung, laut dem Statistischen Bundesamt. Die Brauereien setzten 49,3 Millionen Hektoliter Bier ab, das waren 4,5 Prozent weniger als im vorangegangenen Jahr. Der rückläufige Trend setzt sich damit fort. Die Wettereinflüsse seien der wesentliche Grund für den Rückgang des Bierdurstes, so die Statistiker. Lange Winter und verregnete Frühsommer haben den Deutschen wohl die Lust auf Bier verhagelt. Noch weniger als Bier schmeckten den Deutschen im ersten Halbjahr 2009 Biermischgetränke. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Absatz um 7,4 Prozent auf 2,1 Millionen Hektoliter.

AUGSBURG

Gasversorger setzt auf Bio-Energie Erdgas Schwaben, der wichtigste Gasversorger der Region, hat mit dem Bau seiner dritten Biogas-Anlage begonnen. Ab Herbst soll umweltschonendes Biogas für etwa 15 000 Haushalte in Altenstadt (Kreis Weilheim-Schongau) erzeugt und aufbe-

116 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

WIESBADEN

Wirtschaft wächst wieder Die Ausgaben des Staates und die Kauflust der Verbraucher haben die deutsche Wirtschaft im Frühjahr aus der Rezession gerettet. Im zweiten Quartal legte die Wirtschaft real um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu und wuchs zum ersten Mal seit einem Jahr wieder, laut dem Statistischen Bundesamt. Dank der Frühjahrsbelebung und der staatlichen Konjunkturprogramme zum Ausbau der Infrastruktur hatte auch die Bauindustrie mehr zu tun. Damit ist aber längst nicht alles ausgestanden, die Folgen der Finanzkrise belasten die Unternehmen immer noch massiv. Die Wirtschaftsleistung wird 2009 wegen des schlechten Jahresauftaktes so stark sinken wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik.

TASCHENBILD: PIXELIO/S.HOFSCHLAEGER

Wirtschafts-Meldungen

KEMPTEN


Einer Allensbach-Umfrage zufolge sind mehr als zwei Drittel der Deutschen gegen Staatshilfen für Kaufhausketten oder Versandhäuser. 67 Prozent der Bundesbürger meinten, finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand habe wenig Sinn. 19 Prozent vertragen die Ansicht, der Staat solle helfen. Der Bund sowie die Länder Bayern und Sachsen haben dem angeschlagenen Versandhaus Quelle, Tochter des ebenfalls insolventen Handelsunternehmens Arcandor, einen Massekredit von 50 Millionen Euro eingeräumt. Der Zweifel am Sinn staatlicher Stützungsaktionen ist in Ostdeutschland am ausgeprägtesten. 71 Prozent lehnen Staatsgeld für in Schwierigkeiten steckende Unternehmen dieser Art ab. In Westdeutschland sind es 66 Prozent. Die Befragten begründeten ihre ablehnende Haltung damit, dass sie zu 79 Prozent nur noch gelegentlich oder selten in Kaufhäuser gehen. 40 Prozent betonten, auch wenn sie ab und zu noch ein Kaufhaus aufsuchten, dass sie eigentlich lieber woanders einkauften.

KEMPTEN

Broschüre ist neu aufgelegt In der Broschüre der Stadt »Zahlen. Daten. Fakten« gigt es Informationen über die aktuellen Zahlen zu Wirtschaft, Bevölkerung und Infrastruktur. Diese Broschüre ist vom Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung neu aufgelegt und die Kommune möchte damit Unternehmen, Institutionen und private Personen in Kurzform mit den wichtigsten Kennzahlen am Standort vertraut machen. Die Broschüre gibt es bei der Stadt Kempten, beim Amt für Wirschaftsförderung, Kronenstraße 16, Telefon (08 31) 25 25, Fax (08 31) 25 25-500 oder per Mail wifoe@kempten.de.

ISNY

B12-Umfahrung ist freigegeben Offiziell für den Verkehr frei gegeben ist inzwischen die B12-Umfahrung von Isny (Landkreis Ravensburg). Nach vierjähriger

dabei standen Pläne zum Bau einer Umgehung von Isny schon länger im Raum. Vor 50 Jahren kam die Idee erstmals auf. Die ersten Pläne entstanden 1996 und am 15. Juli 2005 ging es los. Involviert in das Projekt waren Behörden aus Bayern und Baden-Württemberg, da drei Kilometer der neuen Bundesstraße auf baden-württembergischen Grund, einer auf bayerischem. Die Umfahrung hat insgesamt 32 Millionen Euro gekostet, davon wurden 20 Millionen für den Tunnelbau verwendet.

SONTHOFEN

Deutschland zeigt Interesse an Sonthofener Bewertungsportal An dem von der Werbe- und Kommunikationsagentur FILI CONCEPT für die Leistungsgemeinschaft ASS (Attraktive Stadt Sonthofen) entwickeltem Online Qualitätsprogramm wird auch über die Grenzen von Sonthofen starkes Interesse gezeigt. Die BCSD (Bundesvereinigung City und Stadtmarketing Deutschland e.V.) veranstaltet eine ERFA-Tagung in Bremerhaven, bei der neue Medien und Netzwerke im Stadtmarketing im Mittelpunkt stehen. Dafür wurde das Sonthofener Online-Portal jetzt vom BCSD ausgewählt. Das Online-Portal, in welchem Kunden mittels Bewertung lokalen Unternehmen ehrlich und anonym ein Feedback erteilen können wurde zudem für den bayerischen Stadtmarketingpreis vorgeschlagen. Das Portal funktioniert ganz einfach. Bei ihrem Einkauf erhalten sie eine Bewertungsnummer, die es ihnen ermöglicht, das jeweilige Geschäft im Internet zu beurteilen. Diese Art von Bewertung könnte anonyme Testkäufe, sogenannte »Mystery Checks«, ablösen, da sie weitaus billiger und einfacher zu handhaben ist. Für die Geschäfte bietet dies außerdem den Vorteil, Rückmeldungen über ihre Wirkung gegenüber Kunden zu bekommen und entsprechend zu reagieren. Weitere Informationen und die Anmeldung für Käufer und Verkäufer unter www.service.ass-sonthofen.de.

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 117

Wirtschafts-Meldungen

Bürger zweifeln am Erfolg von Krediten

Bauzeit soll der vier Kilometer lange Bundesstraßenabschnitt mit dem Felderhaldetunnel nun die Innenstadt des Ortes entalsten. Die alte Bundesstraße durch das Zentrum bleibe erhalten, sagte Dr. Oliver Knörr vom Regierungspräsidium Tübingen. Allerdings werde die Strecke verkehrsberuhigt. Genutzt werden soll sie aber weiterhin als Umleitungsstrecke. Die Umgehung soll die Innenstadt bis zu 65 Prozent vom Durchgangsverkehr entlasten, hoffen die Behörden. Vom ersten Spatenstich bis zum Bauende hat es vier Jahre gedauert,

BILDER: FILI CONCEPT

ALLENSBACH


Die Bregenzer haben allerdings auch nie ein umfangreicheres Programm aufgelegt. So konnten etwa 100 Mal die Kulturfreunde Opern, Operetten, Schauspiele, Tanztheater, Konzerte und Performances erleben. Das Gesamtangebot war zu 98 Prozent verkauft.

Drei Streifen feiern Geburtstag Mit der Eintragung ins Fürther Handelsregister am 18. August 1949 war die Firma Adidas offiziell geboren. Schon Jahre zuvor hatte der Sohn eines Schuhmachers Athleten zur Gold-Medaille verholfen. Zu Beginn noch mit seinem Bruder Rudolf, aber Ende der 40er Jahre trennten sie sich. Adi Dassler nannte seine Firma Adidas und Rudolf seine Puma. Sport ist heute ein Milliardengeschäft. Wissenschaftler arbeiten in Hightech-Labors daran, Materialien noch leichter und schneller zu machen. Mit seinen Tüfteleien hat Dassler die Sportwelt immer wieder revolutioniert. Dassler bediente sich dabei um unkonventionelle Methoden, so testete er etwa die Rutschfestigkeit von Schuhen hinter dem Haus mit einer Gummimatte, die er mit Spülmittel und Wasser präparierte. Die Brüder Dassler haben nach der ihrer Trennung einen MarketingWettlauf um die bekanntesten Stars der Welt gestartet, der bis heute andauert, obwohl der Puma-Gründer und der AdidasGründer schon lange tot sind.

KEMPTEN

Neues Holzzentrum ist eröffnet Die Firma Habisreutinger hat in Kempten ein neues Holzzentrum eröffnet. Der Hauptsitz der Firma ist in Weingartgen. Der Bau in der Heisinger Straße im Gewerbegebiet Leubas hat laut Geschäftsführer Hugo Habisreutinger rund drei Millionen Euro gekostet. Es ist die siebte Niederlassung der Firma, die Holzprodukte für Anwender und Handwerker anbietet. Hugo Habisreutinger führt die Firma mit seinem Cousin Wolfgang Habisreutinger. Juniorchefs sind deren Söhne Max und Felix. Der Architekt Klaus Habisreutinger, der das Gebäude in Kempten entwickelt hat, gehört ebenfalls zur Familie. Er ist ein weiterer Cousin des Geschäftsführers. Im Kemptener Holzzentrum werden acht Angestellte arbeiten. Die Firmengruppe hat zusammen mit ihrer Tochterfirma Messner insgesamt 250 Mitarbeiter.

118 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

FRANKFURT

Lufthansa übernimmt Austrian Airlines KARLSRUHE

Künftig alle Kosten berücksichtigen Mit Preissuchmaschinen im Internet lässt sich schnell das günstigste Angebot suchen. Ärgerlich ist es dann, wenn sich das vermeintliche Schnäppchen beim Blick auf die Versandkosten als Mogelpackung erweist. Mit einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) ist damit Schluss: Der Verbraucher muss sofort erkennen können, ob der Preis Versandkosten enthält oder nicht. Die Aussagekraft des Preisvergleichs hänge von dieser Information ab, befand das Gericht. Aus Sicht des BHGWettbewerbssenats reicht es nicht aus, dass der Verbraucher erst dann über die Zusatzkosten informiert wird, wenn er auf das Angebot klickt. Für den Rang innerhalb der Liste sei der Preis maßgeblich, so dass die teils erheblichen Versandkosten aus Verbrauchersicht wichtig sind. Konsequenz des Urteils ist aber nicht, dass bereits auf den Ranglisten die genaue Höhe der Versandkosten ausgewiesen werden muss. Nach einem BGH-Urteil vom Oktober 2007 reicht es, wenn die Details der Auslieferung leicht erkennbar auf einer weiteren Seite angegeben sind, die der Kunde bei näherer Befassung mit dem Angebot anklickt. Ausgesprochen kundenfreundlich nannte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg das Urteil.

BREGENZ

250000 Besucher bei Bregenzer Festspielen Noch nie zählten die Festspiele in Bregenz so viele Besucher wie in diesem Jahr. Es waren bei allen Veranstaltungen insgesamt über 250 000, im Vorjahr waren es 183 000.

Die Deutsche Lufthansa steigt in der schwersten Luftfahrkrise der Nachkriegsgeschichte auf Rekordhöhe. Der von Brüssel genehmigte Zukauf der Austrian Airlines (AUA) in Österreich macht die Gruppe zur mit Abstand größten Fluggesellschaft Europas. Rund 100 Millionen Passagiere zählten die künftig mehrheitlich zum Lufthansa-Konzern gehörenden Airlines im vergangenen Jahr. Damit hat LufhansaVorstandchef Wolfgang Mayrhuber innerhalb von wenigen Jahren einen Konzern geschaffen, der mit vielen Marken eine dominante Stellung in zahlreichen Ländern hat. Mehr als 100 000 Menschen arbeiten schon heute für den Konzern. Mit seinen zahlreichen Zukäufen will Mayrhuber Vorteile etwa beim Einkauf von Flugzeugen oder Kerosin nutzen und der Kundschaft ein breites Angebot aus einer Hand bieten. Doch rosig ist auch die Welt der Lufthansa nicht. Bei AUA steht zunächst ein harter Sanierungskurs an.

GRÖNENBACH/OBERSTAUFEN

Kliniken strukturieren Regionen neu Zum Jahreswechsel 2009/2010 strukturieren die Helios-Kliniken ihre Regionen neu. Das bedeutet für die Allgäuer Standorte, dass die Helios-Kliniken in Bad Grönenbach (Unterallgäu) und Oberstaufen (Oberallgäu)der Region Süd zugeordnet werden. Mit der Umstrukturierung werde künftig in der Regionen Sektor übergreifende Versorgung ermöglicht. Auch werde die bereits integrierte Versorgungsstrukur weiter gestärkt.

PAKETBILD: PIXELIO/S.HOFSCHLAEGER

Wirtschafts-Meldungen

HERZOGENAURACH


Verein behält Lebensmittel im Blick Der neue Verein »Lebensmittel- und Verpackungstechnologie e.V.« will sich der Förderung dieser Branchen widmen, die im Allgäu stark vertreten sind. Der Verein soll zur Stärkung der Standorte in der Region beitragen. Gründungsmitglieder sind unter anderem die Hochschule Kempten, die Milchwirtschaftliche Untersuchungs- und Versuchsanstalt (MUVA), die Industrie- und Handelskammer, das Frauenhofer-Institut, Kommunen und Firmen.

ULM

20 Jahre organisierter Datenschutz in Deutschland (jm) – Die Datenschutzhochburg Ulm stand am 10. und 11. September wieder im Fokus der Öffentlichkeit: Mit einem zweitägigen Fachkongress feiert der Bundesverband der Datenschutzbeauftragten (BvD) sein Jubiläum zum 20-jährigen Bestehen im Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm. Der gemeinsame Erfahrungsaustausch war Schwerpunkt der Veranstaltung. So lautete dann auch der Titel der hochkarätig besetzten Veranstaltung folgerichtig: »Erfahrung trifft Zukunft«. Datenschutzexperten aus Wirtschaft, Verwaltung und Aufsichtsbehörden zogen gemeinsam Bilanz. Unter den Referenten fanden sich Peter Schaar, Bundesbeauftragter für Datenschutz und Informationssicherheit, Thomas Spaeing, Vorsitzender des BvD, und Dr. Thomas Petri, Landesbeauftragter für Datenschutz in Bayern. Im Rahmen des Kongresses wurden aktuelle Fälle vorgestellt und diskutiert. Etwa: Die Novellierung des BDSG oder der Gesetzgebungsbedarf beim Arbeitnehmerdatenschutz. Die renommierten Referenten beleuchteten die Themen und diskutieren im Kreis der Fachkollegen.

Standorten auch in Sonthofen (Oberallgäu) und Bad Wörishofen (Unterallgäu) schließen ihre Betriebe in Augsburg, Dettingen (Landkreis Biberach) und Tübingen (Baden-Württemberg). An den Standorten Riedlingen und Sonthofen sollen dafür zusätzliche Investitionen in neue, ertragsstarke Produkte vorgenommen werden. Es ist daran gedacht, in Sonthofen eine gentechnikfreie Bergbauernmilch zu produzieren.

AUGSBURG

US-Aufträge brechen weg Die Exporte der deutschen Wirtschaft sind innerhalb eines Jahres um 29 Prozent gesunken. Auch die schwäbischen Unternehmen bilden da keine Ausnahme. In einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben gaben die meisten der befragten 350 Firmen an, dass ihr USAUmsatz rückläufig sei. Im Vergleich zu den letzen zwölf Monaten mussten sie Einbrü-

che zwischen 25 und 50 Prozent verkraften. Der USA-Umsatz der schwäbischen Unternehmen ist mit einem Anteil von maximal 20 Prozent allerdings relativ gering. Das erweist sich nun als positiv. Es gibt auch Unternehmen, auf deren USA-Umsätze sich die Krise nicht ausgewirkt habe und die unverändert gute Absatzzahlen vorweisen können. Ein Mangel an Aufträgen sei die Hauptursache für den Umsatzeinbruch und nicht die Dollarschwäche, laut der Umfrage. An dieser Situation wird sich nach Einschätzung der schwäbischen Unternehmer wohl auch nicht so schnell etwas ändern. Obwohl Amerika einer OECD-Studie zufolge schon zum Jahresende die Rezession hinter sich lassen soll, glauben sie nicht an eine baldige Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in den USA. Die Unternehmer schätzen die Chancen indessen optimistischer ein, vom US-Konjunkturpaket zu profitieren. Dieses sieht allein 17 Milliarden Dollar für Energieeffizenz und erneuerbare Energien vor.

UNSERE KUNDEN SIND ALLE GLEICH. JEDER WILL EIN INDIVIDUELLES HAUS.

CARLA Euro 248.300,– bezugsfertig, inkl. Keller

WANGEN/SONTHOFEN

Milchverarbeiter investiert in Sonthofen Die Betriebe der Allgäuland Käsereien in Wangen (württembergisches Allgäu) mit

Hausideen-Mappe anfordern:

Tel. 08331 490 49 0 www.regiohaus.de

3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 119

Wirtschafts-Meldungen

KEMPTEN


Tobias Eisele wird Küchenchef in Maximilians Restaurant Gut lachen haben Patron Ludger Fetz und Sternekoch Tobias Eisele, denn sie machen Im Landhaus Freiberg & Maximilians Restaurant in Oberstdorf ab sofort gemeinsame Sache. Tobias Eisele, dessen Weg durch erstklassige Häuser wie Brogsitter‚s St. Peter, Waldhorn Tübingen Bebenhausen, Landhaus Feckl und Burg Staufeneck führte, erkochte zuletzt für Schreieggs Post in Thannhausen den begehrten Michelinstern ˆ dort wurden jedoch Ende Mai wegen der Wirtschaftskrise die Tore geschlossen. Patron Ludger Fetz, zweimal Hoffnungsträger bei Michelin, 2 Hauben/15 Punkte im Gault Millau, freut sich über die Zusammenarbeit mit Eisele. Als Inhaber von Deutschlands kleinstem 4-Sterne-Hotel sieht er in Eisele nicht nur einen Ge-

winn für die Region, auch sein Hotel und Restaurant will er kulinarisch weiter bringen. Beide teilen die Leidenschaft fürs Kochen und ihre gemeinsame Passion ist es, traditionelle, regionale Gerichte neu zu interpretieren und durch weltoffene, kreative Kreationen im Wechsel der Jahreszeiten zu bereichern.

KEMPTEN

Europäische Union fördert Hochwasserschutz Über 29 Millionen Euro hat der Europaabgeordnete Markus Ferber an Fördermitteln der EU für den Hochwasser-Schutz ins Oberallgäu geholt. »Nur durch die Co-Finanzierung durch die EU konnten wir innerhalb dieses Zeitrahmens bauen«, sagte

Karl Schindele, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Kempten. Voraussichtlich Ende September sind die letzten Maßnahmen bei Fischen abgeschlossen. Auslöser für die Planungen war das Jahrhunderthochwasser im Jahr 1999, das auch bei vielen Bürgern im Allgäu verheerende Schäden anrichtete. Als Folge des Hochwasserschutzkonzeptes wurde auch die Idee für den Neubau der Bundesstraße 19 zwischen Immenstadt und Kempten vorangetrieben. Rund 101 Millionen Euro werden die Hochwasserschutzmaßnahmen nach Auskunft von Karl Schindele kosten. Dank des Engagements des schwäbischen Europaabgeordneten Markus Ferber steuert die EU eine Fördersumme von 29 Millionen Euro bei, was knapp einem Drittel der Investitionssumme entspricht und so maßgeblich zu der zeitnahen Realisierung beitrug.

WIESBADEN

Handel muss Umsatzrückgang verkraften FRIEDRICHSHAFEN

Messe verzeichnet 2008 Spitzenergebnis Das bisher beste Messejahr seit dem Bestehen der Messe Friedrichshafen war das Jahr 2008, laut Andreas Brand, Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen und Aufsichtsratsvorsitzender der Messe Friedrichshafen GmbH. Die Messe habe 2008 mit einem enormen Zuwachs um rund sechs Millionen Euro 27,4 Millionen Euro Umsatz erreicht. (zum Vergleich 2007: 21,5 Millionen Euro). Das sei ein neues Rekordergebnis, bei dem unterm Strich 763 000 Euro Jahresgewinn stehen. Die Belegung der neuen Messehalle A7 bei der »Outdoor« und bei der »Eurobike« sowie bei der »Fakuma« seien unter anderem für den Zuwachs im Jahr 2008 verantwortlich. Der positive Trend sei auch im Messe- und Geschäftsjahr 2009 spürbar. Messen wie »Tuning World Bodensee«, die Luftfahrtmesse »Aero« und die »Klassikwelt Bodensee« erreichten deutliche Besucherzuwächse. Lediglich die »Interboot« sei ein Sorgenkind, weil die Wassersport-Branche schon seit Längerem zu kämpfen habe.

120 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

Der deutsche Einzelhandel hat erneut einen Umsatzrückgang verkraften müssen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mitteilte, lagen die Erlöse im Juli ein Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Verglichen mit dem Juni 2009 sind die Umsätze preis- und saisonbereinigt jedoch um 0,7 Prozent leicht gestiegen. Im Mai und Juni waren die Umsätze im Vergleich zu den jeweiligen Vormonaten deutlich gefallen. Zu den Gewinnern im Juli gehören Geschäfte, die Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren anbieten. Sie setzten 0,1 Prozent mehr um als um Juli des Vorjahres. Besonders profitierten von dieser Entwicklung Supermärkte, SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte.

BILD: PIXELIO/ERNST ROSE

Wirtschafts-Meldungen

OBERSTDORF


DÜSSELDORF/MÜNCHEN

Bäcker klagen über EU-Vorschriften

MÜNCHEN/BERLIN

Pleitegeier kreist über Bayern Im ersten Halbjahr dieses Jahres gingen in Bayern als Folge der Wirtschaftskrise 38 Prozent mehr Unternehmen Pleite als im Vorjahreszeitraum, wie das Amtsgericht München gegenüber dem »Bayernkurier« bekannt gab. Problematisch ist demnach auch, dass nach der Insolvenz einer Firma häufig auch deren Lieferanten, Handwerker und Dienstleister in Schwierigkeiten geraten. Ebenfalls hart getroffen hat die Wirtschaftskrise auch die Nahrungsmittelindustrie. Dort stellten im ersten Halbjahr 2009 rund 20 Prozent mehr Firmen einen Antrag auf Insolvenz als im Vorjahreszeitraum, laut der Vereinigung der deutschen Ernährungsindustrie. Der Grund: die Nachfrage aus dem Ausland, die bislang das Wachstum dieses Industriezweigs beflügelt hatte, brach im ersten Halbjahr dieses Jahres um 6,1 Prozent ein. Weitere Probleme verursachten die fallenden Preise im Einzelhandel. Die Branche rechnet damit, dass die Preise im Handel weiter fallen. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist der Preiskampf bei den Lebensmitteln in Deutschland besonders stark. Deren Produktions- und Absatzzahlen blieben von der Wirtschaftskrise weitgehend unberührt.

In Deutschland gibt es 50000 Geschädigte In Deutschland hat die Pleite der USBank Lehman Brothers einer Studie zufolge vor allem bei älteren Kapitalanlegern für massive Verluste gesorgt. Die Deutsche Schutzvereinigung für Werpapierbesitz (DSW) teilte mit, dass das Durchschnittsalter der Geschädigten bei 60 Jahren liege. Anlegeranwälte rieten Betroffenen, aktiv zu werden, um noch vom Lehman-Insolvenzverfahren in den USA zu profitieren. Laut DSW waren auch auch zahlreiche Anleger über 75 Jahren betroffen. Daneben hätten ebenso viele Familien Lehman-Zertifikate gekauft. Insgesamt schätzt die DSW die Zahl der Geschädigten in Deutschland auf 50 000. Für die Studie hat die Vereinigung 800 Einzelfälle ausgewertet. An mehreren deutschen Gerichten klagen derzeit Anleger, weil sie sich von ihren Banken und Sparkassen nicht ausreichend über die Risiken der Lehman-Zertifikate informiert fühlten. Auch das Debakel bei der Immobilienbank Hypo Real Estate zieht eine Flut von Schadenersatzklagen verärgerter Aktionäre nach sich.

PIXELIO/RAINER STURM

Über die zunehmende Regelungswut aus Brüssel klagen Bayerns Bäcker. Den Betrieben mache neben den Folgen der Wirtschaftskrise auch eine Vielzahl von Richtlinien, Verordnungen und Zulassungspflichten zu schaffen, so der Landesinnungsmeister des Bayerischen Bächerhandwerks Heinrich Traublinger. Brüssel mische sich immer wieder in Dinge des täglichen Bedarfs ein. Als Beispiele nannte er den Streit um den Salzgehalt im Brot und die Pläne für die Ampel-Kennzeichnung, mit der Lebensmittel anhand von Nähr-

werten, Fett und Zucker mit Farben bewerten sollen. Eine Diskriminierung vieler Produkte sei zu befürchten. Gerade handwerklichen Bäckern bleibe schon jetzt nur die Möglichkeit, ihre Sortimentvielfalt einzuschränken, um übermäßige Belastungen zu vermeiden. In diesem Jahr dürfte die Wirtschaftskrise bei den Bäckern ankommen. Die Verlagerung des Kundengeschäfts aus Wohngebieten und Innenstadtlagen hin zu Discountern und großen Supermärkten auf der grünen Wiese, die zu Lasten handwerklicher Betriebe gehe, bereitet Traublinger Sorgen. Ein Umsatzplus von 2,8 Prozent auf 2,31 Milliarden Euro wie im vergangenen Jahr lasse sich 2009 wohl nicht mehr erreichen.

KEMPTEN

Elektromobilität »ist die Zukunft« Wer sich über die hohe Spritpreise ärgert und an den Klimaschutz denkt, sollte die Zapfsäule gegen eine Steckdose austauschen. »Das ist Zukunft«, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer beim Besuch des AllgäuStrom Standes auf der Kemptener Festwoche. Alternativen zum herkömmlichen Motor sind gefragt, auch weil fossile Brennstoffe immer knapper werden. Da sind Alternativen gefragt und eine davon ist der Elektro-Motor. Als »das Zukunftsthema« bezeichnete Horst Seehofer das Thema beim Besuch der Festwoche. Michael Lucke, Geschäftsführer des Allgäuer Überlandwerks hebt die Bedeutung des Zukunftsthemas hervor: »Ein Elektro-Auto fährt klimaschondend, wenn der Strom nachhaltig erzeugt wird«. Die Betriebskosten seien aufgrund langer Motor-Lebensdauer geringer, auch

die Wartungs- und Energiekosten fallen niedriger aus. Für einen Energieversorger seien Elektrofahrzeuge jedoch wichtige Energiespeicher der Zukunft. Wie diese Energiespeiche der Zukunft im Allgäu genutzt werden können und wie ein nachhaltiges Mobilitätssystem für den Verkehr aussehen könnte, entwickelt das Allgäuer Überlandwerk, Partner von AllgäuStrom, im Rahmen des von der EU geförderten Projektes CO2 NeuTrAlp (CO2 -Neutraler Transport im Alpenraum). Schwerpunkt sind alternative Antriebstechnologien auf Basis erneuerbarer Energien. Gefördert werden die Vorhaben zu 76 Prozent im Programm Interreg IVB (Alpine Space). Das Bayerische Staatsministerium fürUmwelt und Gesundheit stellt einen Teil der Finanzierung des Projektes. 3–2009 ––– Allgäuer Wirtschaftsmagazin ––– 121

Wirtschafts-Meldungen

MÜNCHEN


Portal für Kemptener Hotels Die Kemptener Stadthotels haben ein eigenes Hotelbuchungsportal für das Internet gekauft. Nun sind alle Kemptener Stadthotels, die zu dem Verbund gehören, auf einer Seite unter www.hotels-kempten.de buchbar. Wer das Datum der gewünschten Übernachtung eingibt, erhält eine Liste der Hotels, die zum angefragten Termin noch Zimmer frei haben. Sollte das ge-

wünschte Hotel kein Zimmer frei haben, greift die Rezeption auf das Onlinebuchungsportal zu und stellt dem Gast die Liste der Hotels mit freien Zimmern zur Verfügung. Das Portal bietet viele Extras für Direktbucher, wie freie Getränke aus der Minibar, Bestpreisgarantie oder ein Eis für die Kleinen. Die Kemptener Hoteliers versuchen so, den sinkenden Belegungszahlen und den hohen Buchungsprovisionen der Internetplattformen entgegenzuwirken.

Allgäuer Wirtschaftsmagazin

IMPRESSUM

3_ 2009

Verlag TT VERLAG GmbH St.-Mang-Platz 23 87435 Kempten Telefon (08 31) 96 01 51-0 Telefax (08 31) 96 01 51-29 info@tt-verlag.de www.tt-verlag.de Geschäftsführer (gesamtverantwortlich) Thomas Tänzel

ALLGÄU

Weltläden verzeichnen Zuwächse Im Allgäu gibt es seit etwa 30 Jahren Weltläden, die fair gehandelte Produkte aus Dritte Welt Ländern verkaufen. Die Geschäfte verzeichnen Zuwächse, besonders in den vergangenen Jahren. In der Region gibt es 16 Geschäfte dieser Art. Kleine Aktionsgruppen und die Allgäuer Weltläden verzeichneten im Jahr 2008 ein Umsatzvolumen von rund 1,5 Millionen Euro, erwirtschaftet mit fast nur ehrenamtlicher Arbeit. 30 Ehrenamtliche sind durchschnittlich in einem Weltladen beschäftigt. 75 Mitarbeiter gibt es in den Weltläden Oberallgäu, dazu kommt eine Halbtageskraft, die sich um die Geschäftsleitung kümmert. Im Fairen Handel geht es jedoch nicht im Profit, sondern um Dialog mit den Bauern und Produzenten in den Entwicklungsländern, um gerechte Preise für ihre Produkte und auch darum, dass die Kinder zur Schule gehen können, sauberes Trinkwasser vorhanden ist und um die medizinische Versorgung. Einer Studie des Forums Fairer Handel zufolge gaben 44 Prozent der Deutschen an, zumindest gelegentlich fair gehandelte Waren zu kaufen. Im Januar wurde auch in der Bundesrepublik die weltweite Aktion »Fairtrade Stadt« ins Leben gerufen, um den Fairen Handel einer breiten Bevölkerungsschicht näher zu bringen. Die erste Stadt im Allgäu ist Sonthofen, die die dafür erforderlichen fünf Kriterien erfüllt. Zum Beispiel müssen dort Fairtrade-Produkte verfügbar sein, auch müssen in öffentlichen Einrichtungen und bei öffentlichen Sitzungen nur solche verwendet werden.

Redaktion Maria Anna Weixler-Schürger (08 31) 96 01 51-0 Sabine Fischer (08 31) 96 01 51-12 Medienberatung Thomas Tänzel (08 31) 96 01 51-10 Michael Müller (08 31) 96 01 51-11 Günter Wastl (08 31) 96 01 51-12 Druckvorstufe und Druck Holzer Druck und Medien Fridolin-Holzer-Straße 22-24 88171 Weiler im Allgäu Telefon 08387-399-0 Telefax 08387-399-33 E-Mail info@druckerei-holzer.de Magazin-Layout Brigitte Weixler Anzeigen-Layout Composizione Katrin Rampp Bankverbindung Sparkasse Allgäu Konto-Nr. 514 269 406 BLZ 733 500 00 Bezugspreis/Abonnement Einzelheft 4,90 Euro »Allgäuer Wirtschaftsmagazin« im Einzelabonnement bei 6 Ausgaben Inland: 27,90 Euro inkl. Versand Ausland: 38,40 Euro inkl. Versand

Neuer Mitarbeiter beim Allgäuer Wirtschaftsmagazin

ISSN 1868-3789 Alle Rechte vorbehalten. © für Layout und Konzept: Maria Anna Weixler-Schürger

Günter Wastl

MÜLLER

Wirtschafts-Meldungen

KEMPTEN

122 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009

(im Bild links) unterstützt seit September das Team des Allgäuer Wirtschaftsmagazin. Haben Sie Fragen, Ideen, Anregungen, rufen Sie ihn an unter (08 31) 96 01 51-12.

Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit Genehmigung des Verlages. Jahresabbonnements können nur bei Einhaltung der Frist (drei Monate vor Ablauf des Bezugszeitraumes) schriftlich beim Verlag gekündigt werden. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge kennzeichnen nicht die Ansicht der Redaktion.


Maxi macht Sinn: privat wie geschäftlich Privat schnell surfen und günstig telefonieren.

Niederlassung Kempten Wartenseestr. 5 87435 Kempten allgaeu@m-net.de Tel.: 0831/9600 - 0

Die professionelle Lösung für Telefonie, Internet und Vernetzung.

Ihr Telekommunikationsanbieter in und um Bayern. www.m-net.de


CHRONOMAT B01

Breitling kreiert den Chronografen par excellence Perfekte Formgebung, Ausnahmemotor: Breitling startet mit einem hochexklusiven Instrument zum Höhenflug, das unter den mechanischen Chronografen neue Maßstäbe setzt. Ein markantes Design, einzigartig, aufs Wesentliche reduziert. Eine brillante Präsenz am Handgelenk, ein gelungener Mix von Performance und Eleganz. Ein authentisches, mit aufwändigster Detailpflege fabriziertes und endgefertigtes Paradestück. Die Chronomat B01 ist auf maximale Robustheit, Funktionalität, Effizienz und Glanzleistung getrimmt, geschaffen von bestausgewiesenen Könnern für Kenner hochkarätiger Mechanik.

Im durchtrainierten Zeitmesser tickt das Kaliber B01, ein automatisches, vollumfänglich in den Breitling Werkstätten entwickeltes und gefertigtes Chronografenwerk. Dieser architektonisch innovative Originalmotor ist zuverlässig, präzis, leistungsstark und wie alle Breitling Werke Chronometerzertifiziert. Raffi nierte Ästhetik, Performance pur: Mit der Chronomat B01 interpretiert Breitling den mechanischen Chronografen neu.

WWW.BREITLING .COM

AWM03_09  

Allgäuer Wirtschaftsmagazin Oktober