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Februar 2014 . www.missio.at

SCHLAFPLATZ: Im Wallfahrtsort Kibeho können arme Pilger nicht übernachten JUGENDLAGER: In Myanmar sollen Sommer-Camps die Bildung fördern SCHULE: In Indien werden verstoßene Kinder in der „Little Flower“-Schule betreut FLÜCHTLINGSHILFE: Die Schwestern vom Guten Hirten helfen Familien in Syrien PROJEKT ABGESCHLOSSEN! Das Haus für Missionarinnen des Friedens ist fertig!

projekt missio

Einrichtung für Waisenhaus Als Haiti im Jahr 2010 vom schlimmsten Erdbeben in der Geschichte Lateinamerikas erschüttert wurde, flohen viele obdachlose Kinder in die Bergstadt Pilate, die von den Nachbeben verschont blieb. Dank der Hilfe von Missio konnte dort ein Waisenhaus errichtet werden. Nun fehlen noch Betten, Schränke und eine Sanitätseinrichtung.

„Die Verwandten vieler Waisenkinder haben kein Geld, um sie in die Schule zu schicken.“ Father Snell Nord, Haiti


Fotos: Missio/Becker

Nur wenige Kinder kennen die Freude einer täglichen Mahlzeit. Immer wieder müssen sie mit leerem Magen in die Schule gehen.

Projekt: Projektort: Projektleiter:

Möbel und gesunde Ernähurung für Kinder Pilate, Diözese Cap-Haitien / Haiti Fr. Snell Nord

Projektsumme: 25.823,- Euro PM 376 Kennzahl:

Ein Zuhause für obdachlose Kinder

Warme Mahlzeiten und ein eigenes Bett für die Waisenkinder von Pilate

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ather Snell Nord ist Pfarrer der 50.000 Einwohner zählenden Stadt Pilate in den Bergen Haitis, dem ärmsten Land Lateinamerikas, und ein langjähriger Projektpartner von Missio: Er hat bereits eine CholeraAmbulanz in der Gesundheitsstation seiner Pfarre eingerichtet, die von Ordensschwestern geführt wird. Hunderte Menschen konnten dadurch gerettet werden. Daneben betreut Fr. Snell auch noch ein Heim für Waisenkinder. Als im Jahr 2010 das schlimmste Erdbeben in der Geschichte Lateinamerikas über Haiti hereinbrach und mehr als 290.000 Menschen ums Leben kamen, blieb das kleine Dorf von den weiteren Erschütterungen verschont. Doch dann kamen die ersten Flüchtlinge, darunter viele obdachlose Kinder, aus den umliegenden Bergen und aus Port-au-Prince, die in

„Kinder brauchen Liebe und Geborgenheit.“ Fr. Snell Nord

dem abgelegenen Ort Zuflucht suchten. Father Snell richtete rasch einen Notschlafplatz für die Kinder ein, die zuvor in den umliegenden Wäldern genächtigt hatten und ermöglichte ihnen, in Pilate die Schule zu besuchen, die von der Kirche betrieben wird. Mit Hilfe von Missio konnte Father Snell in den vergangenen zwei Jahren das Waisenhaus aufbauen. Er ließ das Heim bewusst auf dem Gelände der Schule errichten, damit die Waisenkinder nicht von den anderen Schülern des Ortes ausgegrenzt werden. Unter den Waisenkindern ist der

zwölfjährige Pierre. Seine Eltern starben vor Jahren, er lebte bei Verwandten in einem kleinen Bergdorf. Nachdem seine Tante ihn nicht mehr versorgen konnte, schlug er sich bis nach Pilate durch. Hier schlief er unter einem Baum, außerhalb der Stadt. Ein Katechist erzählte Father Snell von Pierre. „Komm mit“, sagte Snell zu Pierre, „ich habe einen Platz für dich“. Straßenkinder wie Pierre leiden besonders unter den zahlreichen Umweltkatastrophen, die über Haiti hereinbrechen. Zwei Jahre nach dem Erdbeben fegte Hurrikan Sandy über die Karibik-Insel hinweg. Tausende Menschen verloren wiederum ihr Zuhause, große Teile der Ernte wurden zerstört, abermals brach eine Hungersnot aus. Jedes Jahr verwandeln sintflutartige Regengüsse die Straßen in reißende Flüsse und überschwemmen die Landschaft. Überall liegt Müll herum, die Flüsse sind stark verschmutzt. Wegen der verunreinigten Flüsse sterben viele Menschen an den Folgen der Cholera. Jetzt braucht Fr. Snell wieder Hilfe, um sein Kinderheim in Pilate fertig einrichten zu können. Es fehlen noch einige Betten, Tische, Schränke und eine Sanitätseinrichtung. Nach wie vor erhalten die Kinder keine regelmäßigen Mahlzeiten. Eine gesunde Ernährung ist für Kinder im Entwicklungsalter besonders wichtig. Doch immer wieder gibt es leider auch Tage, an denen die Kinder an Unterernährung leiden und sich nicht auf den Unterricht konzentrieren können. Bitte helfen Sie mit, damit die Ernährung der bedürftigen Kinder im Heim gesichert und die Einrichtung des Waisenhauses vervollständigt werden kann. <


„Father Snell und die anderen Kinder sind meine Familie.“ Pierre

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Nach der heiligen Messe wird das Frühstück zubereitet.

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

Auch dort, wo Hass und Gewalt ein unvorstellbares Ausmaß annehmen, kommt Gott den Menschen mit seiner Gnade entgegen. Im Wallfahrtsort Kibeho in Ruanda erschien in den 80er Jahren die Jungfrau Maria drei Schülerinnen und rief acht Jahre lang zu Umkehr, Buße und Versöhnung auf. Im Jahr 2001 wurden die Marienerscheinungen von der Kirche anerkannt. Eine dramatische Vision zeigte die Muttergottes den Frauen im Jahr 1982: Die Mädchen sahen einen Strom von Blut, Menschen, die einander töteten, zahllose zurückgelassene Leichen, abgetrennte Köpfe. Nur ein Jahrzehnt später sollte diese schreckliche Vision im Bürgerkrieg von Ruanda grausame Wirklichkeit werden. Bei der Einweihung des Marienheiligtums erklärte Kardinal Crescenzio Sepe, aus Kibeho soll „ein im Glauben erneuertes ruandisches Volk hervorgehen, das nach Liebe zu Gott dürstet, und die traurige Vergangenheit des Bruderkrieges vergessen will, dessen schreckliche Zeichen überall und ganz besonders an diesem Ort sichtbar sind“. Kibeho ist auch ein Mahnmal geworden, an dem der Opfer gedacht wird. Mittlerweile pilgern Gläubige von weither nach Kibeho – und nächtigen unter freiem Himmel. Sie schlafen auf der Erde im Gras. Nichts schützt sie vor Regen und Wind. Das soll sich nun ändern. Mit Hilfe von Missio soll neben der Kirche ein überdachter Schlafplatz für die Pilger entstehen. Herzlichst, Ihr

Monsignore Dr. Leo-M. Maasburg Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke

SPENDENINFORMATION: Ihre Spende ist steuerlich absetzbar! Informationen unter: www.spendenrechner.at „Projekt Missio“ möchte Projekte vorstellen und Ihnen die Möglichkeit zur Unterstützung geben. Missio übernimmt die Garantie dafür, dass Ihr Geld auch ankommt. Bitte beachten Sie: Bei der Überweisung sollte unbedingt die Kennzahl angegeben werden, damit die Spende für das von Ihnen ausgewählte Projekt verwendet werden kann. Sollten für ein Projekt mehr Spenden als benötigt eingehen, werden die Überschüsse für ähnliche Projekte benutzt. Wenn Sie an zusätzlichen Informationen zu einem Projekt interessiert sind oder Fragen haben, schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an!

Missio – Päpstliche Missionswerke Seilerstätte 12/1 . 1010 Wien Fax (01) 513 77 37 Tel (01) 513 77 22 E-Mail: projekte@missio.at


Projekt:

Schlafplatz für arme Pilger beim Marienheiligtum Kibeho

Projektort:

Kibeho, Diözese Butare/ Ruanda

Projektleiter:

P. Zbigniew Pawlowski SAC

Projektsumme: 27.150,- Euro Kennzahl:

PM 377

Übernachtung in Kibeho

Der bekannte Wallfahrtsort in Ruanda zieht immer mehr Pilger an

Der Völkermord von 1994 hat in Ruanda tiefe Wunden hinterlassen. Doch in diesem von großem Leid geprüften Land entsteht heute viel Gutes. Viele Menschen pilgern nach Kibeho und erfahren dort die Gnade der Versöhnung.

D

as Marienheiligtum Kibeho in Ruanda erfreut sich wachsender Beliebtheit. Immer mehr Menschen pilgern aus ganz Afrika zu dem bekannten Gnadenort in der Diözese von Butare. An großen Marienfesten kommen dort bis zu 30.000 Menschen zusammen, um sich im Gebet an die „Mutter des Wortes“ zu wenden. Unter diesem Titel ist von 1981 bis 1989 die Mutter Gottes den drei jungen Seherinnen Alphonsine, Nathalie und Marie Claire, erschienen und beauftragte sie, für Umkehr und Versöhnung in ihrem Land zu beten. Damals hatten in Ruanda bereits die Spannungen zwischen den beiden Ethnien, den Hutus und den Tutsis, begonnen. Der Konflikt fand seinen traurigen Höhepunkt im Jahr 1994, als etwa eine Million Menschen auf brutalste Weise ermordet wurden. In nur 100 Tagen wurden etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie Hutus, die sich nicht am Völkermord beteiligen wollten, getötet. Auch in Kibeho wurde damals in einer katholischen Mädchenschule ein Massaker verübt, bei dem hunderte junge Frauen starben. Dieser

schreckliche Genozid hat tiefe Wunden in der ruandesischen Bevölkerung hinterlassen, die nur sehr langsam verheilen. Doch es gibt immer mehr Menschen, denen es gelingt – gestärkt durch die Botschaft von Kibeho – den Mördern ihrer Angehörigen zu verzeihen. Im Jahr 2001 wurden die Erscheinungen von Kibeho kirchlich anerkannt. Sie gelten als die ersten offiziell bestätigten Marienerscheinungen in Afrika. Im Jahr 2003 entstand unweit einer Schule, in der ein Massaker verübt wurde, eine Wallfahrtskirche. „Heute ist Kibeho ein wichtiger Ort der Versöhnung, der immer mehr Menschen anzieht“, erklärt P. Zbigniew Pawlowski, der Rektor des Marienheiligtums, der sich über den Zustrom der Pilger freut. Doch viele Pilger gehören sehr armen Bevölkerungsschichten an. Sie sind oft vier bis fünf Tage zu Fuß unterwegs und müssen auch in Kibeho im Freien übernachten, weil es noch kaum Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Doch das soll sich nun ändern. Mit der Hilfe von Missio soll neben der Kirche ein überdachter Schlafplatz für die ermüdeten Pilger entstehen, der sie vor Wind und Wetter schützt. <

„Kibeho ist zu einem wichtigen Instrument der Versöhnung geworden.“

Fotos: Missio / Projektpartner

P. Zbigniew Pawlowski

Nach dem langen gemeinsamen Gebet schlafen viele Pilger auf den umliegenden Feldern ein.


Projekt:

Ausbildungsprogramm für Jugendliche

Projektort:

Kamayut, Erzdiözese Yangun, Burma/Myanmar

Projektleiter:

Fr. James Tin Maung Htwe

Projektsumme: 33.310,- Euro Kennzahl: PM 378

Mit Bildung gegen Armut

Die ländlichen Bevölkerung in Myanmar (Burma) braucht vor allem Bildung

Zu den Pionierleistungen der Kirche Myanmars gehört die Vermittlung von Bildung an die heranwachsende Generation, die den staatlichen, oft ungenügenden Schulunterricht noch ergänzt.

D

ie Jugendarbeit in ländlichen und suburbanen Regionen gehört zum Herzstück der kirchlichen Seelsorge in Myanmar. Das liegt zum einen daran, dass die Kirche in Zeiten der Militärdiktatur primär in den Dörfern ihre Seelsorge fortsetzen konnte. Zum anderen ist die materielle Not gerade im ländlichen Bereich besonders groß: Nach wie vor fehlt es an Bildung und am Geld dafür. Viele Jugendliche haben große Probleme, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Bis heute darf die Kirche in Myanmar keine Schulen leiten. Zur wichtigsten Möglichkeit für sie, den Jugendlichen eine umfassende Bildung zu vermitteln, wurden die Jugendlager in den Sommerferien. Auf ihnen liegt ein Schwerpunkt der pastoralen Aktivitäten der Erzdiözese von Yangon. Zwischen 300 und 350 Jugendliche nehmen an jedem Jugendlager teil. Parallel dazu besuchen die Jungscharführer der Pfarreien in kleineren Gruppen eigene Ausbildungsseminare. Die Kirche hat einen ganzheitlichen Zugang zum Menschen und versucht, bei der Bildung alle Lebensbereiche zu berücksichtigen. Erstklassig

ausgebildete Jugendarbeiter, die mit modernen pädagogischen Methoden vertraut sind, vermitteln den Kindern neben Englisch-Kenntnissen auch Führungsqualitäten, sowie soziale Kompetenz und kommunikative Fähigkeiten, um sie bestmöglich auf das Berufsleben vorzubereiten. Schwierige, aber aktuelle Themen wie Drogen, Alkohol und Menschenhandel werden in Workshops behandelt. Zentral ist auch die Vertiefung des Verantwortungsbewusstseins und des Glaubens durch gemeinsame Gebete, Bibelstudium, Exerzitien und Zeugnisse gelebten christlichen Lebens. Daneben kommen sportliche Aktivitäten nicht zu kurz. Für die Jugendlichen sind die Jugendlager eine tolle Gelegenheit, Werte und eine moderne Bildung, die im veralteten Schulsystem Myanmars fehlt, in fröhlicher Atmosphäre zu erwerben. Fr. James Tin Maung Htwe, der Projektleiter, studierte in den USA und ist seit 2004 Jugenddirektor in der Erzdiözese Yangon. Mit Hilfe Ihrer Unterstützung wird die Kirche von Myanmar auch in den Jahren 2014 bis 2016 ihre Pionierarbeit im Bildungsbereich fortsetzen können. <

Fotos: MIssio/Projektpartner

In ausgelassener, fröhlicher Stimmung erwerben die Kinder eine moderne Bildung, die sie optimal auf das Berufsleben vorbereitet.

„Wir müssen die Jugendlichen auf ein verantwortungsvolles Leben in Freiheit vorbereiten.” Fr. James Tin Maung Htwe


Fotos: Missio/Czernin

In der Pfarrei von Rio das Pedras werden Kinder und Jugendliche im Katechismus unterrichtet. Das Sozialzentrum in der Favela ist renovierungsbedürftig (r.).

Projekt: Projektort: Projektleiter: Projektsumme: Kennzahl:

Der Andrang an der Schule nimmt zu. Pater Leonard möchte mehr Platz für die Schulkinder schaffen.

Grundschule für die Kleinen Tiruchirappali, Tamil Nadu/Indien Pater Leonard Fernandes ORC 40.000,- Euro PM 379

Kreativer Unterricht

Die „Little Flower“-Schule bekommt Zuwachs

In Indien ist die Anzahl der verstoßenen und misshandelten Kindern vor allem in den ländlichen Regionen auf dramatische Weise gestiegen. Seit mehr als zehn Jahren kümmert sich Pater Leonard Fernandes um diese Kinder aus der Kaste der „Unberührbaren“ und bietet ihnen eine Ausbildung in einem kreativen Umfeld an.

U

nzählige Kinder wachsen in Indien in bitterer Armut auf. Vor allem jene Minderjährigen, die zu der untersten Kaste, zu den „Unberührbaren“ gehören, haben oft keine Chance auf ein besseres Leben. Etwa 20 Millionen Kinder leben auf der Straße, entweder in den riesigen Slums der indischen Großstädte oder in den bitterarmen ländlichen Regionen. Frauen werden in der indischen Gesellschaft besonders stark benachteiligt. Die Gewalt gegen Frauen und junge Mädchen hat in jüngster

„Die Kinder von Vellaculam sind unsere große Freude.“ P. Leonard Fernandes

Zeit ein erschreckendes Ausmaß erreicht. Ein dramatischer Anstieg von Vergewaltigungen wurde in den vergangenen Jahren registriert. Laut einer Studie erleidet jede zehnte verheiratete Frau in Indien sexuelle Gewalt. Jedes Jahr werden etwa 25.000 neugeborene Mädchen von ihren Familien ausgesetzt oder getötet, weil sich die Eltern einen Sohn wünschen. Pater Leonard Fernandes, langjähriger Projektpartner von Missio, kümmert sich vor allem um diese verstoßenen jungen Frauen und Mädchen. In seinem „Garten der Heiterkeit“ im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu haben sie ein neues Zuhause und wirkliche Geborgenheit ge-

funden. In seinem Kinderheim in Vellaculam haben in den vergangenen Jahren schon mehr als 100 Waisen und benachteiligte Kinder Zuflucht gefunden. Mit Unterstützung von Missio konnte er für diese und für andere Kinder aus den umliegenden Dörfern eine Schule aufbauen, in der etwa 330 Kinder unterrichtet werden. Während in den meisten Schulen Indiens noch ein klassischer Frontalunterricht stattfindet, wird in der „Little Flower“-Schule von Pater Leonard eine moderne Lehrmethode angewendet, die es Kindern ermöglicht, sich aktiv und kreativ in den Unterricht einzubringen. Die vom indischen Monfort-Bruder Thuruthuvam entwickelte „konstruktive Pädagogik“ beruht auf der Erkenntnis, dass Kinder aus sich selbst heraus kreativ veranlagt sind. Dadurch lassen sie sich leichter zum Lernen motivieren. Diese Pädagogik knüpft an die Montessori-Methodik an und adaptiert sie für das indische kulturelle Umfeld. Der gute Ruf der Schule hat sich schnell in der Umgebung von Vellacualm verbreitet, sodass es nun wieder Bedarf an neuen Klassenräumen gibt. In den vergangenen zwei Jahren konnte Pater Leonard seine Schule aufstocken und im ersten Stockwerk eine Oberstufe einrichten. Nun sollen auf dem Schulgelände weitere Klassenzimmer errichtet werden. So wird in diesem inspirierenden Lernumfeld mehr Platz für wissbegierige Kinder geschaffen. <


Fotos: Missio/Projektpartner

Die Kinder sind die hilflosesten Opfer des Krieges.

„Der Bedarf an Hilfsgütern steigt täglich. Immer mehr Familien wenden sich an uns.“ Sr. Lolita Houssien

Projekt:

Hilfe für vom Krieg betroffene syrische Familien

Projektort: Projektleiter: Projektsumme: Kennzahl:

Diözese Damaskus / Syrien Sr. Lolita Houssien 30.000,- Euro PM 380

Flüchtlingshilfe Syrien

Die Schwestern vom Guten Hirten helfen 172 syrischen Familien

Der Krieg in Syrien hat zur schlimmsten Flüchtlingskrise seit dem Völkermord in Ruanda geführt. Inmitten der um sich greifenden Angst und Verarmung stehen die Schwestern vom Guten Hirten den Menschen bei.

E

in Besuch in Maalula gleicht einer Reise in die Frühzeit des Christentums: In diesem Ort, der 56 Kilometer von Damaskus entfernt ist, entstand eine der ersten christlichen Gemeinden der Welt. Bis heute sprechen die Bewohner Aramäisch – die Sprache Jesu. Wegen ihres Glaubens musste die Bevölkerung schon oft Verfolgung ertragen, von der Zeit der Römer bis heute. Deshalb entstand hier eine Vielzahl von Kirchen und Klöstern, die den Namen von Märtyrern tragen. Christen aller Konfessionen, aber auch zahlreiche Muslime pilgern nach Maalula. Seit Beginn des Aufstands gegen das syrische Regime im März 2011 hat ein beispielloses Blutvergießen das Land erschüttert. Mindestens 140.000 Menschen wurden bisher ermordet, rund 2,6 Millionen Syrer flohen ins Ausland und mehr als 6,5 Millionen sind innerhalb Syriens auf der Flucht. Maalula wurde mehrmals von bewaffneten Rebellen angegriffen. Viele Menschen

sind in die Umgebung geflohen. Die Kongregation der Schwestern vom Guten Hirten hat seit 1982 eine Niederlassung in Syrien. Die Schwestern haben in den vergangenen Jahren besonders den von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern geholfen und genießen das Vertrauen der Bevölkerung. In der aktuellen Situation tut die Ordensgemeinschaft ihr Bestes um den vom Krieg betroffenen Familien beizustehen. Die Schwestern besuchen die Menschen, unterstützen sie psychologisch und geben ihnen Haushaltswaren, Medizin, Milch für die Kinder und anderes mehr. Angesichts der um sich greifenden Verarmung steigt der Bedarf an Hilfsgütern täglich. Mit Ihrer Hilfe können die Schwestern in den nächsten Monaten 172 christliche Familien in der Umgebung von Damaskus, Zabadini, Yabrod und Homs versorgen! Nur so können die Christen in Syrien überleben und ihren Platz in der Gesellschaft bewahren. <

Bitte unterstützen Sie unsere Projekte: Missio, Seilerstätte 12/1, 1010 Wien

IMPRESSUM: Projekt Missio, Ausgabe 1401 Medieninhaber und Herausgeber: Missio – Päpstliche Missionswerke in Österreich; Redaktion: Medienabteilung Missio, Seilerstätte 12/1, 1010 Wien, Tel.: (01) 513 77 22, E-mail: medien@missio.at, www.missio.at Design: Petra Kuchenbecker, komma2, Herstellung: PrintOn – Johann Seiberl, A-3382 Loosdorf, www.print-on.at, Herstellungsort: Wien, Verlagsort: Wien, Erscheinungsweise: viermal jährlich. Projekt Missio informiert über die zahlreichen Projektinitiativen der Päpstlichen Missionswerke in Österreich und lädt ein, die Arbeit der Kirche in den Ländern des Südens zu unterstützen.

Rufen Sie uns an: (01) 513 77 22-32 Faxen Sie uns: Fax (01) 513 77 22 60 Schreiben Sie ein E-Mail: missio@missio.at


PROJEKTERFOLG LIEBE UNTERSTÜTZERINNEN UND UNTERSTÜTZER, ich möchte ihnen als erstes meinen ganz besonderen Dank aussprechen für Ihre Unterstützung der Friedensarbeit in Ruanda. Ich war persönlich vor Ort und konnte die große Liebe spüren, mit der die jungen Novizen und Novizinnen anderen Menschen begegnen und Ihnen Türen zur Versöhnung öffnen. Beten wir, dass Gott uns noch mehr Menschen schenkt, die einander die Hand reichen für einen Weg zu Frieden und Versöhnung. Herzlichst, Ihre Jutta Becker, Abteilungsleiterin Projekte

Fotos: Jutta Backer

Die Wunden des Kriegs sind in Ruanda noch lange nicht verheilt. Die Missionarinnen des Friedens schenken den Menschen Hoffnung und helfen ihnen auf dem Weg der Versöhnung.

DANKE

! R E D N E P S AN ALLE

Projekt: Projektort: Projektleiter:

APAX Zentrum für Friedenarbeit Rango, Diözese Butare/Ruanda Sr. Marie Spéciose Donata Uwimanimpaye

Projektsumme: 67.722.32,- Euro

PROJEKT ERFOLGREICH ABGESCHLOSSEN

Versöhnung wird gelebt

Der erste Teil des Missionshauses in Ruanda wurde fertig gestellt

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ank Ihrer Unterstützung konnte der erste große Teil des Missionshauses – ein Noviziat für Mädchen – für die Friedensarbeit in Ruanda erfolgreich fertig gestellt werden. Sr. Donata Uwimanimpaye und ihre MissionarInnen in Rango unterstützten Father Ubald Rugirangoga bei seiner Versöhnungsarbeit, organisieren gemeinsam Exerzitien im neu initiierten Friedenszentrum und bilden vor allem junge Menschen zu neuen Missionaren aus. Father Ubald, der 1984 zum Priester geweiht wurde, ist für seine Exerzitien und seinen Einsatz

„Als Priester stehe ich, im Dienst der Versöhnung.“ Father Ubald Rugirangoga

für Versöhnung in Ruanda weltweit bekannt. Er predigt auch in Deutschland, den USA und Österreich. Fast seine gesamte Familie wurde im Jahr 1994 im Genozid ermordet. Seine Rettung verdankt Father Ubald auch seiner Missio-Patenschaft, die ihm das Theologiestudium ermöglicht hat. Wegen der guten Beziehung zu seinem „Paten“ in einer Grazer Pfarre konnte er nach seiner Flucht aus dem Kongo in Österreich bleiben. Seit seiner Rückkehr nach Ruanda setzt sich Father Ubald für den Frieden ein. So unterstützt er etwa die Kinder des Mörders seiner Familie in ihrem Studium. „Oft begleite ich einen Täter zur Familie seines Opfers, damit er um Verzeihung bitten kann“, sagt er. „Wir haben nur eine Chance auf ein friedliches Zusammenleben, wenn wir es schaffen, einander von Herzen zu verzeihen.“ <

Österreichische Post AG/Sponsoring Post GZ 02Z030162S 2/14

November 2013:

Projekt Missio Februar 2014  

"Projekt Missio" informiert über Aktionen, Initiativen und innovative Projekte in aller Welt.

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