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September/Oktober 2011 . www.missio.at

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MAGAZIN DER PĂ„PSTLICHEN MISSIONSWERKE

Hungerkatastrophe in Somalia Wie die Kirche hilft Berufen, Missionare zu sein Nicaragua: Beispielland zum Weltmissions-Sonntag Die Liebe mit allen teilen Ausbildung in Nigeria

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ist ... ... eine päpstliche Einrichtung, die unter dem Namen „Päpstliche Missionswerke“ in mehr als 150 Ländern vertreten ist. Missio – die Päpstlichen Missionswerke in Österreich wollen Menschen im christlichen Geist bilden. Sie helfen in den ärmsten Ländern der Welt mit Nahrung, Zugang zu Bildung und mit Gottes Wort.

  

Missio. Menschen dienen, Gott geben

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missio lebt und arbeitet mit den katholischen Ortskirchen in Afrika, Lateinamerika und Asien. missio unterstützt die Kirche bei der Verkündigung der Frohen Botschaft und bei ihrem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. missio lädt ein zu einem Leben des Gebetes, des Teilens und der Solidarität.

Der größte Teil der Christen lebt heute in den sogenannten „Ländern des Südens“. Missio ist eine materielle und spirituelle Brücke zwischen Nord und Süd: Zahlreiche Veranstaltungen und Publikationen wecken das Interesse am Leben unserer Schwestern und Brüder in aller Welt und das Bewusstsein unserer gegenseitigen Verantwortung. Den Christen in den Ländern des Südens fehlen vor allem finanzielle Mittel für ihre pastoralen und sozialen Aufgaben. Mit der jährlichen weltweiten Kirchensammlung am Weltmissions-Sonntag im Oktober werden die 1.100 ärmsten Diözesen der Welt unterstützt. Die Päpstlichen Missionswerke gewährleisten in internationaler Absprache eine gerechte Verteilung der Mittel. Eine weitere Kirchensammlung „Für Priester aus allen Völkern“ am 6. Jänner ermöglicht die Ausbildung von Priestern in den Ländern des Südens. Darüber hinaus unterstützt Missio jährlich eine Vielzahl an Projekten in Afrika, Lateinamerika und Asien.

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Editorial ✜ 5/2011

September/Oktober 2011 . www.missio.at

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MAGAZIN DER PĂ„PSTLICHEN MISSIONSWERKE

Hungerkatastrophe in Somalia Wie die Kirche hilft Berufen, Missionare zu sein Nicaragua: Beispielland zum Weltmissions-Sonntag

Fotos: Š Hartley/Gonzalo Guajardo-Fajardo (Cover), Missio

Die Liebe mit allen teilen Ausbildung in Nigeria

Wasser fĂźr das kleine Geschwisterchen: In Gode, Ă„thiopien, kommt die Hilfe an.

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Monsignore Dr. Leo-M. Maasburg Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke

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Inhalt ✜ 5/2011 38 TAGEBUCH Ein Marienwallfahrtsort nahe Beirut ist Treffpunkt für Christen und Muslime.

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Warum das Gericht „Gallo Pinto“ heißt (dt.: bunter Hahn), muss offen bleiben. Statt Huhn befinden sich in der Hausmannskost aus Nicaragua lediglich Bohnen.

24 14 14 NICARAGUA Das diesjährige Missio-Beispielland Nicaragua: Zum Weltmissions-Sonntag holt „alle welt“ Kirche, Land und Gesellschaft des „Landes der tausend Vulkane“ vor den Vorhang.

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32 NIGERIA Der Vorarlberger Hugo Ölz engagiert sich in seiner Pension für die kirchliche Aufbauarbeit in Nigeria. Dort hilft er jungen Menschen eine Existenz aufzubauen.

28 ABENTEUER MISSION In einem von Bürgerkrieg und Diktatur zerstörten Land bemüht sich Theresia OrsiniRosenberg um die Rehabilitation physisch beeinträchtigter Menschen in Kambodscha.

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03 Editorial 04–05 Inhalt 42–43 Leserbriefe Impressum Rätsel

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06–07 Ein Augenblick

26–27 Gehört – Gesehen

Die Dürrekatastrophe im Horn von Afrika spitzt sich zu. Durch die Kirche vor Ort kommt die Hilfe bei den Menschen an und Freude stellt sich ein.

08–09 Kontinente Neuigkeiten aus der Weltkirche: Somalia, Nicaragua und China

10–11 Gedankensplitter Der bekannte Bestsellerautor Matthias Matussek erzählt von seiner Begegnung mit der Muttergottes in Rio de Janeiro.

12–13 Mission Österreich Spannendes zum Thema Weltmissions-Sonntag.

14–21 Das Thema: Nicaragua Eines der ärmsten Länder Lateinamerikas blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und steht heute vor neuen Herausforderungen. Begleiten Sie Padre Rodolfo in die Miskito-Region, wo die Kirche tatkräftig hilft.

22–23 Kraft der Stille Beten verändert die Welt, heißt es. Und schafft Ruhe im Alltagstress.

24–25 Gusto Das köstliche Nationalgericht mit Reis und roten Bohnen gehört zum Standardrepertoire in jeder nicaraguanischen Küche.

38 Bücher- und DVD-Tipps, aktuelle Ausstellungen.

28–29 Abenteuer Mission Eine junge Physiotherapeutin aus Österreich lebt seit zwei Jahren in Kambodscha. Sie berichtet von ihren Therapieerfolgen in Siem Reap.

30–31 Interview Missio-Projektpartner Father Hartley erklärt, wie die Kirche in Ostafrika den Hunger Tausender stillt. Der Missionar in der äthiopischen SomaliRegion ist dabei an vorderster Front.

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32–37 Reportage Weltkirche Ein Team von Fachleuten aus Vorarlberg haben in Nigeria ein großartiges Projekt aufgebaut: In einem Berufsausbildungszentrum werden junge Nigerianer zu Schlossern und Elektrikern ausgebildet.

38–39 Tagebuch Harissa, ein Marienwallfahrtsort nördlich von Beirut zieht viele Menschen an, darunter auch immer mehr Muslime.

40–41 Serie: Steirer auf Mission Pater Johannes Lechner erzählt im zweiten Teil der „alle welt“Serie über seine missionarischen Erfahrungen im Südkaukasus. alle welt

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Foto: Gonzalo Guajardo-Fajardo

Ein â&#x153;&#x153; Augenblick

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Hilfe, die ankommt

Aufwachsen in einer Hütte aus Holzstäben. Ein Leben inmitten von Dreck und Müll. Hunger und Durst als ständige Wegbegleiter. Für die Kinder aus dem Flüchtlingslager in der äthiopischen Somali-Region ist dies trauriger Alltag. Doch Freude stellt sich ein, wenn Father Christopher Hartley, langjähriger MissioPartner, die Kinder vor Ort besucht und ihnen regelmäßig Hilfe zukommen lässt. Die Dürrekatastrophe in Ostafrika ist eine der schlimmsten der letzten Jahrzehnte. Mehrere Ernten blieben durch die extreme Trockenheit aus. Mehr als zehn Millionen

Menschen hungern, unter ihnen auch unzählige Kinder, Der andauernde Bürgerkrieg in Somalia verschlimmert die Situation zunehmend. Hilfe von außerhalb kommt auch deshalb nur eingeschränkt durch. Father Hartley beteiligt sich am Kampf gegen den Hunger und baut in seiner Pfarre in Gode eine Ernährungsstation auf: „Wir stellen sicher, dass kein Kind in unserer Umgebung hungern muss. Die Kirche ist eine der wenigen Organisationen, die dafür die geeignete Infrastruktur vor Ort hat. Aber wir brauchen dringend weitere Unterstützung.“ ✜

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✜ Kontinente Ostafrika

Hungerkatastrophe am Horn von Afrika Hilfesaktionen für leidende Menschen in der Dürreregion laufen bereits an

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mittlerweile in eine reine Wüstenlandschaft verwandelt, zahlreiche Viehnomaden haben einen Großteil ihrer Herden verloren und Trinkwasser wird knapp. Inzwischen sind bereits die Hilfen für die leidenden Menschen angelaufen, die Luftbrücke steht und die Hilfsgüter erreichen schon viele Menschen, wenn sich die Versorgung im Süden des Landes auch nach wie vor schwierig gestaltet. Neben der Nothilfe braucht es auch langfristige Unterstützung für die gesamte Region. Papst Benedikt XVI. hat deshalb zur Solidarität mit den Opfern von Hunger und Dürre in Ostafrika aufgerufen. Durch Krieg und das Fehlen von soliden Institutionen und Strukturen werde die tragische Situation in Somalia und den angrenzenden Regionen noch erschwert, erklärte der Papst. Das Mitgefühl und die Hilfeleistung für Menschen, die in materieller Not sind, sei ein wichtiger Bestandteil christlicher Nächstenliebe, doch müsse stets auch die Verbundenheit mit Christus zum Ausdruck kommen, der das „Brot des Himmels“, das Brot des lebendigen Gottes ist. Der Apostolische Administrator in Mogadischu, Bischof Giorgio Bertin, hofft, dass der Papst-Appell auch weiterhin ernst genommen wird. Das Problem der Wüstenbildung und Wasserknappheit

muss langfristig angegangen werden. „Die Lage ist ziemlich schlimm. Es sind bereits 31 Menschen im Juni an Unterernährung oder Schwächekrankheiten gestorben. Besonders trifft es die Alten, Kranken und natürlich die Kinder. In den Flüchtlingslagern kommen jeden Tag rund 2.000 Menschen neu an,“ erklärt dazu Missio-Projektpartner Father Christopher Hartley, der an vorderster Front mitten im Dürregebiet unweit der Grenze zu Somalia tätig ist. Er baut gerade ein Ernährungszentrum mit einer angegliederten Schule und denkt dabei an die Zeit, wenn die NGOs das Krisengebiet wieder verlassen werden. Missio unterstützt dieses zukunftsträchtige Projekt von Father Hartley. Lesen Sie dazu das Interview auf Seite 30 mit unserem Projektpartner vor Ort und bitte helfen auch Sie, damit die Kirche vor Ort helfen kann. ✜ Rasche Hilfe per SMS: Kennwort „Duerre“ mit Betrag von 1-70 Euro an 0676 8 007 007.

Fotos: Gonzalo Guajardo-Fajardo

eit Monaten leiden die Menschen am Horn von Afrika unter einer der schlimmsten Dürrekatastrophen seit 60 Jahren. Rund zehn Millionen Menschen, darunter allein mehr als eine Million Kinder, sind vom Hungertod bedroht und bereits Hunderttausende Menschen auf der Flucht. Das Dürregebiet in großen Teilen Somalias, im Norden von Kenia und im südlichen Äthiopien hat sich

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Nicaragua

Streit zwischen Bischöfen und Präsident

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n Nicaragua droht der Streit zwischen den katholischen Bischöfen und Präsident Daniel Ortega wegen der im November anstehenden Präsidentschaftswahl zu eskalieren. Hintergrund hierfür ist die Kritik der Bischöfe an der ihrer Ansicht nach illegalen Wiederkandidatur Ortegas. Laut Verfassung dürfte der seit 2007 amtierende Präsident und Sandinist nicht mehr antreten, doch mit Hilfe der Gerichte setzte er, am Parlament vorbei, seine Kandidatur für eine Wiederwahl durch. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Nicaragua, Erzbischof Leo-

poldo Bernes, kritisierte die Wahlkommission und das Oberste Gericht: „Wenn die Institutionen sich an die Richtlinien der Verfassung hielten, würden sie diese illegale Kandidatur nicht decken.“ Allerdings hat der Präsident auch wichtige Befürworter innerhalb der katholischen Kirche: Kardinal Miguel Obando Bravo, emeritierter Erzbischof von Managua, lobte zuletzt demonstrativ die Erfolge der Regierung im sozialen Bereich. Die Streitigkeiten rund um die Kandidatur Ortegas sind bereits zum entscheidenden Wahlkampfthema geworden. ✜

Foto: picturedesk.com

Konflikt um erneute Kandidatur Ortegas verschärft sich

China

Erneut illegale Bischofsweihe Vatikan zeigt sich besorgt

n China ist erneut ein Bischof ohne päpstliche Zustimmung geweiht worden. Auf Geheiß der staatlichen Behörden hin wurde Joseph Huang Bingzhang zum Bischof von Shantou in der südchinesischen Provinz Guangdong ordiniert. Dies war bereits die dritte illegale Weihe innerhalb weniger Wochen. Der Vatikan hatte bereits vor der Weihe deutlich gemacht, dass Bingzhang und mit ihm alle un-

KURZ NOTIERT Neuer Abt für die Dormitio Gregory Collins aus Nordirland ist zum neuen Abt der Dormitio-Abtei in Jerusalem gewählt worden. Der für acht Jahre gewählte Nachfolger des bisherigen Abts Benedikt Lindemann will die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen im Heiligen Land weiter vorantreiben. Collins möchte sich für eine

Foto: Missio/Thonhauser

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Ökumene stark machen, die sich für das Evangelium einsetzt. Die deutschsprachige Benediktinerabtei unterstütze die christlichen Kirchen im Land schon seit vielen Jahren – „das ist unser Auftrag, der fortgeführt werden muss“, so Collins.

Solidaritätsbekundung zum Fastenmonat Ramadan Anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan hat der Vatikan Muslimen in der arabischen Welt seine Solidari-

rechtmäßigen geweihten Bischöfe durch Exkommunikation bestraft werden. Die Bischöfe, die sich einer Teilnahme an den Bischöfsweihen widersetzt hatten oder nur durch Zwang dazu gebracht worden waren, wurden hingegen ausdrücklich gelobt. Gegen die chinesische Untergrundkirche, die in Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl steht, ist es in jüngerer Zeit immer häufiger zu Sanktionen gekommen. ✜

tät und Nähe versichert. Angesprochen auf den arabischen Frühling sagte Erzbischof Pier Luigi Celata, Sekretär des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, gegenüber Radio Vatikan: „Wir wissen, dass die christlichen Gemeinschaften in der arabischen Welt voll und ganz die Wünsche, Sorgen und den Einsatz der Bürger dieser Länder teilen.“ Zugleich verbänden sich auch für die Christen mit dem arabischen Frühling

große Hoffnungen auf eine wirkliche Religionsfreiheit.

Papstempfehlung zur Freizeit Papst Benedikt XVI. empfiehlt allen Gläubigen, die Heilige Schrift in den Urlaub mitzunehmen. Die Urlaubszeit sei „wichtig, um neue Kraft zu schöpfen.“ Der Mensch brauche innere Kraftquellen, um sich wirklich erholen zu können. Das Lesen der Bibel bereichere den Urlaub und ermögliche eine „wirkliche Erholung“.✜

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✜ Gedankensplitter

Ein Denkanstoß von MATTHIAS MATUSSEK

DIE MISSION DER MADONNA Der ehemalige Kulturchef des „Spiegel“ und Bestsellerautor Matthias Matussek zum Thema „Mission heute“: Wie wesentlich der katholische Glaube für die Entrechteten Brasiliens ist und warum der Autor eine Muttergottes-Statue stehlen musste.

Matthias Matussek:

Das katholische Abenteuer DVA, 368 Seiten, 19,99 Euro

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Der Tag, an dem ich die Jungfrau Maria stahl, war heiter und warm, und unter dem ewig blauen Himmel sangen die Vögel zur Ehre Gottes. Die Messe war aus, soeben hatte der Pfarrer in unserer kleinen Kirche „Nossa Senhora da Luz“ auf der Anhöhe über der Favela den Schlusssegen gesprochen, und ich nahm den Weg zur Sakristei. Dort standen mehrere Madonnen. Ich griff nach einer. Nach der falschen, wie sich herausstellte. Diejenige, die zur Woche der Marienverehrung durch die Haushalte gereicht werden sollte – nach einem sorgfältigen Plan, auf dem man sich einzutragen hatte –, war kleiner und leichter und zugegebenermaßen weniger schön. Ich stand an erster Stelle und sollte mir die Madonna in der Sakristei abholen, die allerdings menschenleer war, als ich ankam. Meine Madonna hatte ein ziemliches Gewicht. Sie war groß wie ein Baby. Als ich sie nach Hause brachte, staunten alle, die Köchin, der Sicherheitsmann, der Rest der Familie. Wir stellten sie auf einen Ehrenplatz in eine erleuchtete Muschelnische im Esssalon. Die Inka-Keramik-Göttin aus Peru musste dafür weichen. Kurze Zeit darauf jedoch kamen zwei Schwestern aus der Ge-

meinde vorgefahren. Sie waren verlegen. Sie sagten, ich sei beobachtet worden, wie ich die Gemeinde-Madonna in mein Auto verfrachtet hätte. Ihnen war das peinlich, mir war es peinlich. Die werden sich gedacht haben, da geht dieser Kerl Sonntag für Sonntag in die Kirche und tut unschuldig, und plötzlich stiehlt er unsere Mutter Gottes. Was ist das denn für ein Typ! Nachdem ich das Missverständnis aufgeklärt hatte, „Ein Versehen, Senhoras!“, strahlten sie erleichtert, wir beteten noch ein Ave Maria vor der erleuchteten Nische, dann durfte die Inka-Göttin zurück an ihren Platz. Unsere Kirche war klein, umgeben von Palmen und Blumen, betreut von Schwestern eines nahen Stiftes, das auch eine Mädchenschule unterhielt. Mein Sohn ging hier zur Erstkommunion. Wir sammelten Weihnachten für die Favela am Fuße des Hügels, Maniok und Schulhefte und Reis. Mit Geldüberweisungen kam man hier nicht weiter. Gemeindeleben hieß tätige Mithilfe. Die Gottesdienste setzten Gefühle frei, das sind in erster Linie, Trauer und Freude und Verzweiflung und Jubel. Heiratsversprechen wurden erneuert, verlorene Gemeindemitglieder neu aufgenommen, in den Predigten wurde von Söhnen erzählt, die erschossen worden waren, und dann wurde der Zorn Gottes auf die Täter herabbeschworen, und im Friedensgruß nach dem „Vater unser“ fiel man sich um den Hals. Doch auch das: Eines Tages war der Küster tot aufgefunden

worden. Er war von Drogengangstern gefoltert und ermordet worden. Der Pfarrer blieb weg, aus Angst. Sein Ersatz war ein Hüne, ein Militärpfarrer, der mit volltönendem Bass vor der Gemeinde stand wie der sprichwörtliche Fels. Vor dem Seitenaltar mit der Madonna waren die meisten Kerzen aufgestellt. An die Gottesmutter wandten sich alle. Sie hatte das Ohr des Herrn. Madonnen sind wichtig im figurenreichen, üppig schwellenden Katholizismus Lateinamerikas. Marienprozessionen können zur Staatsaktion werden. Eine der berühmtesten ist die der „Cirio de Nazaree“ in Belem an der Amazonas-Mündung, ein 15-tägiges Festival mit rund zwei Millionen Besuchern und Mitwirkenden und Frommen aus aller Welt. Es beginnt mit der feierlichen Zur-Schau-Stellung eines wunderwirkenden MadonnenBildnisses, das ein Jäger 1700 im Wald gefunden hat. In einer prächtig geschmückten Barke wird es flussabwärts geführt, flankiert von Schiffen der Kriegsmarine, des Gouverneurs und anderer Honoratioren sowie von Hunderten von Fischerbooten. Sodann wird es unter Gebeten und Gesängen durch die Stadt getragen, wobei alle versuchen, das Tau zu erhaschen, das an den rollenden Altar mit der Madonna gebunden ist. Stundenlang windet sich dieser vielköpfige Lindwurm durch Straßen und Gassen und Uferwege, durch die schwüle tropische Nacht, das armdicke Tau ist durchtränkt von Schweiß und

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Fotos: Wagener, Matussek privat

✜ Gedankensplitter

Hingabe und Hoffnungen und Wünschen. Es ist tatsächlich tropfend schwer von Frömmigkeit. Im Volksglauben spielt Maria eine eminent wichtige Rolle für die Lateinamerikaner. Die größte Marienprozession der Anden habe ich im bolivianischen Cochabamba erlebt, und dort war sie eine Mischung aus Volksfest, Voodoo und politischem Staatsakt. Der Katholizismus in Lateinamerika hat eine düstere und eine glühende Tradition. Er kam mit den Conquistadoren, und seine Wurzeln schließen sich um den vorgefundenen animistischen Glauben der Indios. Gleichzeitig richteten die Patres Missionsschulen ein und Krankenstationen, sie brachten mit der Medizin und der christlichen Botschaft humanisierende Elemente in die Kolonialgeschichte. Besonders die Jesuiten kümmerten sich um Erhaltung von Kultur und lokalen Sprachen. Sie errichteten in Paraguay eine Art Urkommunismus und Gottesstaat, sie halfen den dort ansässigen Guaranís mit autarker Verwaltung und kollektiver Bewirtschaftung. Auf meinen Amazonasreisen habe ich die wunderlichsten synkretistischen Vermischungen erlebt aus Katholizismus und Waldglauben, aus Cadomblé und liturgischem Kalender. Heilige wurden zu Dschungelgöttern, selbst eine anverwandelte Jungfrau Maria gab es. Eines habe ich immer gespürt: wie wesentlich der Katholizismus für die Entrechteten war. Egal, ob es sich um die Kirche der Gummipflan-

zer handelte oder die Indio-Station am oberen Amazonas, wo Jesuiten die Schule führten und von dort aus mit ihren Sanitätsbooten stromaufwärts zu den Stämmen fuhren. Jesuiten, die Soldaten Gottes. Sie waren überall in Lateinamerika aktiv, auf Seiten der Schwachen. Viele von ihnen ließen ihr Leben, als sie in Guatemala auf der Seite der Indios kämpften gegen die Milizionäre und CIA-Killer. Ich habe dort Folterkammern mit Fleischerhaken gesehen, ich war dabei, als Skelette und Kleidungsstücke ausgebuddelt wurden. Die aus den USA oft im Schutz der CIA eingesickerten Evangelikalen mit ihrem Wohlstandsevangelium („Streng dich an, du bist deines Glückes Schmied“) waren prinzipiell staatstreu. Die Katholiken prinzipiell aufsässig. Aufsässiger, als es Rom lieb sein konnte. Manche hatten den Marxismus mit der Bibel verwechselt und über dem Kampf für Gerechtigkeit und das Paradies auf Erden ihre seelsorgerischen Aufgaben vergessen, weshalb sich die Kirche in den 1970er Jahren von der Befreiungstheologie distanzierte. Unser Alltag in Rio de Janeiro war katholisch, und ständig wurden wir daran erinnert. In den Favelas waren oft die katholischen Priester meine Kontaktpersonen und Ansprechpartner. Sie waren es, die sich den Drogengangstern in den Weg stellten, die ihre Gottesdienste und ihre Kindergärten und Sozialstationen gegen das Elend ringsum verteidigten und für Inseln der Hoffnung und Gerechtigkeit sorgten.

Katholisch war die Luft, die wir atmeten. Wie anders auch in einer Stadt, über der sich auf dem 710 Meter hohen Corcovado-Felsen die Figur des Christo Redentor erhebt, von Christus, dem Retter, der mit seinen ausgebreiteten Armen diesen wilden, diesen liebenden und mordenden und tanzenden und trauernden Lebensdschungel zu seinen Fußen zu schützen und zu segnen schien. Und natürlich Maria mit ihrem blauen Sternenmantel, die wohl für jeden einzelnen dieser leidenschaftlichen und sündigen Menschenschar, der sich an sie Die Langfassung dieses wandte, gute Worte einlegte. Beitrages ist im aktuellen Auch für mich. ✜ Buch des Autors erschienen. alle welt

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Mission ✜ Österreich

REICHISC ER

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Foto: Wagener

SAMMLUNG

WELT MISSIO

NS SONNTAG

am 23. Oktobe r 2011 Menschen dienen, Gott geben

Foto: © Kindermissionswerk Die Sternsinger/ Wagener

www.missio.at

Die größte Solidaritätsaktion der Welt

In eigener Sache

Menschen dienen, Gott geben

DIE MISSIO-GÄSTE IN IHRER DIÖZESE

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ildung spielt eine große Rolle in einem Land wie Nicaragua, in dem sich die Analphabetenrate auf 32,5 % beläuft. Deshalb setzt sich die katholische Kirche in Nicaragua vor allem für Bildungsprojekte ein, sowohl im Bereich der Erwachsenenbildung als auch bei der Schulerziehung von Kindern. Nicaragua ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas und steht vor großen Herausforderungen: viele wandern aus, entweder in die USA oder nach Costa Rica, weil es in ihrer Heimat kaum Arbeit für sie gibt. Das im Ausland verdiente Geld schicken sie an ihre Familien, die zu Hause geblieben sind. Auf diese Weise können sie ihren Familienangehörigen eine Grundversorgung ermöglichen. Ein Priester ist statistisch gesehen in einem Gebiet von 220 Quadratkilometern für etwa 8.563 Gläubige zuständig. Durch mangelnde Infrastruktur sind die Gemeinden nur schwer zu erreichen, wie in etwa das Apostolische Vikariat Bluefields, in das man nur per Boot oder per Flugzeug gelangt. Ohne das aufopfernde Engagement von Priestern, Ordensleuten und Laien könnte die Kirche in Nicaragua ihren pastoralen und sozialen Aufga-

GRAZ-SECKAU 23.9. – 26.9. / 08.10. – 11.10. SALZBURG 27.9. – 30.9. / 17.10. – 22. 10. VORARLBERG 27.9. – 30.9. LINZ / ST. PÖLTEN 04.10. – 07.10. / 04.10. – 07.10. GURK-KLAGENFURT 10.10. – 14.10. INNSBRUCK 17.10. – 22.10. Weitere Infos erhalten Sie in Ihrer Missio-Diözesanstelle (Kontakt: siehe Seite 42)

lidaritätsfonds, der die Grundversorgung der Kirche vor Ort sicher stellt. Aufgrund dieser Mobilmachung wird die segensreiche kirchliche Arbeit in Ländern wie Nicaragua überhaupt erst möglich. Nicht nur materielle Hilfe zählt, sondern vor allem auch das Gebet für die Mission. Die missionarische Dimension gehört zum eigentlichen Wesen der Kirche. Daran erinnert auch Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft zum diesjährigen Weltmissions-Sonntag. Es sei daher wichtig, dass die getauften Christen nicht nur „sporadisch und gelegentlich, sondern ständig an der Mission interessiert sind“. Dass dieses Anliegen aktueller denn je ist, darin lässt der Heilige Vater keinen Zweifel: „Die weltweite Sendung bezieht stets alle und alles ein. Das Evangelium ist kein Gut, das nur dem gehört, der es empfangen hat, sondern es ist ein Geschenk, das miteinander geteilt werden muss, eine gute Nachricht, die es mitzuteilen gilt.“ ✜ Unterstützen Sie unsere Arbeit:

ben nicht nachkommen. Deshalb dient Nicaragua dieses Jahr als Beispielland für den Weltmissions-Sonntag, der am 23. Oktober 2011 in allen Pfarren der Welt gefeiert wird. Es handelt sich dabei um die größte Solidaritätsaktion der Welt, bei der für die 1.100 ärmsten Diözesen in Afrika, Asien und Lateinamerika gesammelt wird. Damit die notwendige Hilfe in den ärmsten Ländern der Welt auch in Zukunft gewährleistet werden kann, fließt diese Kollekte in einen weltumspannenden So-

Verlinken Sie sich mit Missio auf FACEBOOK:

facebook.com/missio.at

Foto: Missio/Lobnig

Foto: Missio/Lobnig

Am 23. Oktober bittet Missio in allen Pfarren Österreichs um Ihre Unterstützung

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Missio in der Schule Mit Schulklassen und Pfarrgruppen das Beispielland zum Weltmissions-Sonntag erarbeiten

icaragua steht diesmal auch im Mittelpunkt von „Missiothek“, dem Missio-Magazin für Schule und Pfarre, das eine Fülle an Arbeitsmaterial, Informationstipps und Hintergrundinformationen für den Unterricht zur Verfügung stellt. Das Praxisheft und die online-Version auf www.missiothek.at eignen sich nicht nur für die Schule, sondern auch für die Arbeit in den Pfarreien. In der aktuellen Ausgabe finden Sie neben einem Expertentext über die Situation der Kirche in Nicaragua während der sandinistischen Revolution und einigen

interessanten Büchertipps auch ein Interview mit Msgr. Pablo Schmitz, dem Kapuziner-Bischof von Bluefields, der über die großen Herausforderungen in seiner Diözese spricht. Er lobt den Einsatz vieler engagierter Laien, die den Glauben der Kirche in einer Zeit des Priestermangels in Nicaragua am Leben erhielten. Die „Missiothek“ stellt den Servicecharakter in den Vordergrund und bietet online noch mehr Arbeitsblätter für den Unterricht. Gratisprobeexemplar bestellen unter: bestellung@missio.at ✜ Missio-Gäste

Nicaragua erleben

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Foto: Missio/Lobnig

Missiothek

Tour durch ganz Österreich Fotos: Missio Schweiz/Bernet

ie diesjährigen Missio-Gäste aus dem Beispielland zum Weltmissions-Sonntag wollen einen besseren Eindruck der Kirche und ihrer Arbeit vor Ort vermitteln. Padre Rodolfo French und Sara Ingram aus Nicaragua touren dieses Jahr quer durch Österreich. Sie gewähren Einblicke in die Arbeit in den Gemeinden ihres Landes und erzählen über die Herausforderungen in der Gesellschaft und der Kirche vor Ort. Padre Rodolfo gehört dem indigenen Stamm der Miskitos an. Er wurde 1966 im nicaraguanischen San Carlos Río Coco geboren. Padre Rodolfo ist nicht nur der

GUT ZU WISSEN Wallfahrt der Weltkirche Zum Auftakt des Monats der Weltmission lädt Missio Steiermark am 24. September zu einer Fußwallfahrt von Köfl ach zum Heiligen Berg nach Bärnbach ein. Als Gast aus der Weltkirche begleitet der National-

direktor der Päpstlichen Missionswerke in Nicaragua, P. Rodolfo French die bereits traditionelle Wallfahrt. Das Pilgern ist eine ganz besondere Form des Gebetes für die Weltkirche und die Menschen in den Ländern des Südens. Mehr Informationen: Tel: 0316/382231 steiermark@missio.at ✜

erste Miskito-Priester, sondern auch Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Nicaragua. Er engagiert sich unermüdlich für seine Mitmenschen. Sara Ingram kommt hingegen aus Bluefields, einer Stadt an der Karibikküste. Sie stammt von einer katholischen Mutter und einem Vater ab, der der Herrnhutergemeinde angehörte. Nach einer Lebenskrise entschied sie sich für den katholischen Glauben. Die Beichte veränderte ihr Leben. Von da an wurde sie als Katechistin tätig und besucht seither regelmäßig alte und kranke Menschen. Sie dient auch als Mesnerin in ihrer Pfarre. ✜

Gloria-Messe in St. Pölten Rund 100 Firmen werden vom 13. bis 15. Oktober wieder auf der GLORIAmesse ihre liturgischen Exponate ausstellen. GLORIA ist mittlerweile ökumenischer Treffpunkt und wichtigste Kirchen-Messe. Auch Missio wird vor Ort wieder anwesend sein. ✜

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Foto: Missio/Zerche

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Das Thema ✜ Weltmission

Hunderte sind gekommen, um zu beten: In der Diözese Bluefields sind Gebetsabende populär. Die Gläubigen nehmen stundenlange Märsche durch den Dschungel auf sich, um gemeinsam ihren Glauben zu feiern.

Text MARIA-TERESA POLLAK Fotos STEFAN LOBNIG (11), HANS GATTRINGER (4), MARTIN BERNET (4), WAGENER (1)

„Berufen, Missionare zu sein“ Geprägt von blutigen Revolutionen und heimgesucht von Naturkatastrophen ist das diesjährige Beispielland zum Weltmissions-Sonntag, einer der ärmsten Staaten Mittelamerikas: Nicaragua. Die Kirche des Landes steht den Menschen bei und zeigt missionarisches Engagement. alle welt

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Das Thema ✜ Weltmission

„Wir bemühen uns, ein missionarisches Bewusstsein bei den Menschen zu schaffen.“

Padre Rodolfo French Naar

Die Fahrt ist holprig. Der Weg führt durch eine eintönige Landschaft: braun-grüne Grasflächen unterbrochen von jungen Bäumen, die in Reih und Glied gepflanzt wurden. Die Sonne brennt heiß auf die Ladefläche des weißen Pick-ups. Der Staub der unbefestigten

Straße klebt an Kleidung und Haut. Mit Vollgas geht es über die mit Schlaglöchern übersäte Sandpiste. Endlich sind in der Ferne einige Häuser und eine Kirche zu erkennen: Santa Marta, ein kleines Dorf im Nordosten Nicaraguas, das vorwiegend aus Holzhütten be-

steht. In der Mitte der Siedlung befindet sich eine Kirche – oder zumindest das, was von ihr übrig blieb. Hurrikan „Felix“ wütete hier im Jahr 2007. Zerstörtes Land

Er entwurzelte die für die Landwirtschaft so wichtigen Schatten spendenden Bäume und hinterließ ein zerstörtes Land. Wie durch ein Wunder kam in Santa Marta durch diese Katastrophe niemand ums Leben. 16 alle welt

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Zentrum. In dem an die Kirche angrenzenden Haus hielt man regelmäßig Schulungen für Katechisten. Rund 200 Personen fanden in den Schlafsälen Platz. Die Dorfbewohner verköstigten und beherbergten die Auszubildenden. Ein regelmäßiges Einkommen war ihnen dadurch sicher. Die Erträge der mühsamen Arbeit auf dem Feld hingegen sind gering. Gut ausgebildete Laien

„Wir sind auf die Arbeit von gut ausgebildeten Katechisten angewiesen“, erklärt Missio-Nationaldirektor Padre Rodolfo French-Naar. Er selbst war lange Zeit Pfarrer in der nicht weit von Santa Marta entfernten Stadt Puerto Cabezas. In dieser Zeit lernte Padre Rodolfo, dass er seine Aufgaben nur in Gemeinschaft mit vielen bewältigen kann: Katechese, Seelsorge, Bildung und

Hurrikan Felix Am 4. September 2007 traf Hurrikan Felix auf die so genannte Miskito-Küste – die Grenze Nicaraguas zu Honduras. Er traf die Region mit mehr als 260 km/h und richtete verheerende Schäden an, zerstörte Häuser und Autobahnen, verursachte Überflutungen und Schlammlawinen. Durch den Hurrikan kamen 133 Menschen ums Leben. Die nördliche Küste Nicaraguas wurde zum Katastrophengebiet erklärt. Durch Spendenaufrufe im In- und Ausland sowie internationale Hilfslieferungen konnte ein Großteil der Region wieder aufgebaut werden. Manche Dörfer sind noch immer verwüstet.

Doch die Bewohner verloren ihr gesamtes Hab und Gut. Die Schule und das Krankenhaus wurden mittlerweile durch internationale Spendengelder wieder aufgebaut, die einzigen Ziegelgebäude in Sichtweite. Für den Aufbau der Kirche reichten die finanziellen Mittel nicht. Das hat für die Einwohner einschneidende Folgen: Vor dem Wirbelsturm war Santa Marta ein blühendes Dorf mit einem lebendigen spirituellen

Mission. Vor allem Jugendliche wusste er dafür zu begeistern. Besonders engagierten sie sich beim Aufbau des pfarreigenen Radios, das Padre Rodolfo noch immer am Herzen liegt. Gerne kommt er zurück in seine alte Heimat und besucht Puerto Cabezas. Auch beim Radio schaut er dann immer vorbei. So wie heute: Der 16-jährige Homer Lopez sitzt gerade hinter dem alten, rostigen Mischpult und moderiert alle welt

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den nächsten Song an – ein spanischsprachiges Pop-Lied von Jaci Velasquez über ihre Liebe zu Jesus. Homer sitzt hinter einer rosafarbenen Plexiglasscheibe. Gekonnt bedient er die Technik. „San Pedro ist eine sehr große, dünn besiedelte Gemeinde. Das Radio ist ein Medium, das selbst in die entlegensten Gebiete reicht. So rückt die Pfarre in die Nähe der Menschen“, erklärt Padre Rodolfo, während er dem Moderator durch die Scheibe zuwinkt. Ein Radio, das evangelisiert

Der Pfarrer gründete die Radiostation mit dem Ziel, allen Menschen den Glauben zu verkünden sowie Kultur und Werte zu verbreiten. Um das Radio aufzubauen, half die ganze Gemeinde mit, selbst die Kinder. Unter dem Motto „Ein

Aber das Team des Radios ist erfinderisch. Immer wieder veranstalten die Mitarbeiter sogenannte „Hablatóns“: Aktionen, um Spenden für das Radio zu sammeln. Dabei gehen die Jugendlichen mit Blechdosen durch die Straßen und bitten um Spenden. Und zwar so lange, bis genügend Geld vorhan-

umgesiedelt. Rodolfos Mutter war gerade schwanger, sodass sie mit dem Hubschrauber in das Lager gebracht wurde. Barfuß über Bambusspitzen

Der damals 14-Jährige musste mit seinen fünf Geschwistern einen achttägigen Fußmarsch durch den Dschun-

Radiostation der Pfarre San Pedro in Puerto Cabezas (o.): Vor allem Jugendliche engagieren sich in der kirchlichen Arbeit (r.).

Miskitos Die Miskitos sind die größte indigene Gruppe Nicaraguas. Sie leben im Nordosten des Landes. Diese Region wird heute auch als Miskito-Küste bezeichnet. Während der Westen Nicaraguas von Spanien erobert wurde, erhob England Ansprüche auf die Ostküste. Die Engländer ließen den Miskitos weitgehende Selbstständigkeit. 1864 begann die Herrnhuter Brüdergemeinde ihre Missionstätigkeit. Da sie weder Spanier noch Engländer – also keine Kolonialmacht – waren, akzeptierten die Miskitos die Missionare. Immer wieder gab es Bestrebungen, die West- und die Ostküste zu einen – ohne Erfolg. Die Ostküste ist heute ein Autonomiegebiet und gliedert sich in Átlantico Norte und Átlantico Sur.

Sandkorn für die Evangelisierung, ein Sandkorn für Radio San Pedro“ boten sie Sandsäckchen gegen eine kleine Spende an. Im Radio erwähnte dann der Moderator die Namen der Kinder, die für das Radio gesammelt haben. „Als die Kleinen ihren Namen hörten, freuten sie sich riesig“, erinnert sich der Priester. Doch es war nicht nur eine Herausforderung die Station zu bauen. Ebenso mühsam sei es, sie zu erhalten. 18

den ist, um weiterzusenden. Dieses Durchhaltevermögen dürften sie sich von ihrem ehemaligen Pfarrer abgeschaut haben: Padre Rodolfo gehört nämlich dem Volk der Miskitos an, der größten indigenen Gruppe Nicaraguas. 1981, während des sogenannten Contra-Krieges wurde sein Vater von den Sandinisten verschleppt und seine Familie – sowie alle Miskitos aus seinem Dorf – in ein Camp

gel zurücklegen. Eines Nachts durchquerten sie ein Bambusfeld. Die abgebrochenen Zweige des Bambus sind sehr spitz und äußerst schmerzhaft, wenn man darauf tritt. „Ich ging barfuß“, erinnert sich Padre Rodolfo. „Es war stockfinster. Wir wussten nicht, wohin wir traten. Doch wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.“ Im Lager nahm sich der amerikanische Missionsbischof Salvador Schlaefer ihrer an. „Die

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Das Thema ✜ Weltmission

„Es macht mir Freude, Sendungen für das Radio San Pedro zu gestalten und zu moderieren.“ Homer Lopez

Interview mit Bischof Pablo Schmitz aus Nicaragua

Welchen Herausforderungen stellt sich die Kirche in Nicaragua? Wir haben einen Priestermangel. Wir sollten in den abgelegenen Orten wenigstens einmal im Monat eine heilige Messe gewährleisten können. Eine weitere Herausforderung besteht darin, die Laien auszubilden. Das heißt, wir müssen immer „up to date“ sein, damit wir den Menschen eine wirklich gute Ausbildung geben können. Die Päpstlichen Missionswerke unterstützen unsere Arbeit. Sie sind sehr hilfreich. Wie funktioniert Mission in Ihrem Land? Die Kirche in Nicaragua lebt vom Einsatz der Laien. Wenn wir keine aktiven Laien hätten, dann hätten wir auch in den entlegensten Orten Nicaraguas keine Kirche mehr. Seit dem Jahre 1968 wurden mit Hilfe von Laien mehr als 1.000 Kirchen in unserem Land errichtet. Die Laien haben die Kirche wirklich am Leben gehalten, nicht nur Männer, sondern auch Frauen. Wie feiern Sie den „Weltmissions-Sonntag“ hier in Nicaragua? Wir feiern ihn normalerweise in allen Pfarreien und bewerben ihn in allen Kirchen. Es geht uns nicht nur um die Kollekte. Der Weltmissions-Sonntag hilft den

Menschen, sich bewusst zu werden, dass sie ein Teil einer größeren Gemeinde sind, ein Teil der Kirche Nicaraguas, ein Teil der universalen Weltkirche. Es ist wichtig, zu erkennen, was es heißt, ein Teil der Kirche und katholisch im Sinne von allumfassend zu sein. Wie hat sich die Vollversammlung der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz in Aparecida auf Nicaragua ausgewirkt? Aparecida hat zu einem spirituellen Erwachen geführt. Wir haben neu erkannt, dass unsere kirchliche Identität missionarisch ist. Es findet ein spirituelles Erwachen statt: Wir realisieren, dass wir alle zu Missionaren berufen sind, schon allein durch die Taufe. Durch die Firmung sendet uns der Heilige Geist, Missionare für Christus zu sein. Ist das eine Antwort auf den starken Anstieg von Pfingstgemeinden in Lateinamerika? Ja, das ist es zum Teil. Wenn wir nicht von Tür zu Tür gehen und uns um die Menschen kümmern, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass die Pfingstgemeinden und andere evangelikale Gemeinschaften dies tun. Sie geben ja tatsächlich eine Antwort auf die Fragen der Menschen. Dazu sind auch wir berufen. ✜

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Das Thema ✜ Weltmission

„Wir Priester müssen zu den Menschen gehen.“ Padre Rodolfo French Naar

Padre Rodolfo betet mit den Menschen in Puerto Cabezas (alle Bilder).

Zeit im Camp hat mich die Schwere des Lebens spüren lassen, aber Dank des Beispiels von Bischof Salvador konnte ich Jesus in den Mittelpunkt meines Lebens stellen“, erinnert sich Padre Rodolfo heute. Ungerechtigkeit anprangern

Er bewundere Bischof Salvador für seinen Mut, die Ungerechtigkeiten anzuprangern, die gegen das Miskito-Volk begangen wurden. In diesem Camp spürte Rodolfo auch zum ersten Mal seine geistliche Berufung. 14 Jahre später sollte er zum ersten Priester aus dem

Volk der Miskito geweiht werden. Heute ist Padre Rodolfo der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Nicaragua. Als solcher möchte er das missionarische Bewusstsein fördern. Deshalb ist er viel unterwegs: Jedes Wochenende besucht er eine andere Pfarre, um mit den Gläubigen zu beten und ihnen vor Augen zu führen, wie wichtig die authentische Weitergabe des Glaubens ist. Das Angebot wird gerne angenommen: An diesem Abend sind mehr als 1.000 Gläubige gekommen. Laute Musik erfüllt den Platz

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und das gesamte Dorf. Die Menschen tanzen zu stimmungsvollen Liedern. Viele singen lauthals mit: „Wenn mein Glaube so groß wie ein Senfkorn wäre.“ Ansteckender Eifer

Dann ergreift Padre Rodolfo das Wort. Es wird still. „Habt Mut, wie die Apostel hinauszugehen und das Evangelium zu verkünden“, predigt er. Die Zuhörer lassen sich anstecken von seinem Eifer für die Mission und applaudieren kräftig. Nach seinem Vortrag feiert er die heilige Messe. Viele nützen die Gelegenheit zur Beichte und zur Aussprache mit anderen anwesenden Priestern. Währenddessen spielt die Musik, und Padre Rodolfo spricht ein „oración fuerte“ – ein „starkes“, charismatisches Gebet. Die Menschen lassen sich berühren. Niemand will den Ort des Gebetes verlassen. Die Feier dauert bis in die frühen Morgenstunden. Danach macht

man sich auf den Heimweg – für manche bedeutet dies einen zweistündigen Fußmarsch. Padre Rodolfos Art zu beten und die Liturgie zu feiern ähnelt jener charismatischen Spiritualität, die auch die sogenannten „sectas“ in Nicaragua so anziehend macht: Flotte, moderne Musik und gefühlvolle Predigten. Man wird bei den Gottesdiensten persönlich begrüßt und willkommen geheißen. Und es kommen viele neue Leute zu den „sectas“. Sie gehen von Haus zu Haus, um zu Gottesdiensten einzuladen. Umdenken in der Pastoral

Dieses Hinausgehen zu den Menschen wird auch von der katholischen Kirche Nicaraguas immer mehr in den Vordergrund der pastoralen Tätigkeit gestellt. Wegweisend dabei war die Vollversammlung der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen 2007 in Aparecida. Die Versammlung ermutigte dazu, unter anderem

Sonntag der Weltmission Nicaragua steht dieses Jahr im Mittelpunkt des WeltmissionsSonntages. Die Päpstlichen Missionswerke werden am 23. Oktober 2011 in allen Pfarren Österreichs die größte Solidaritätsaktion der Welt starten, um den in Not geratenen Menschen in den ärmsten Diözesen der Welt zu helfen. Mit der diesjährigen Kollekte wird auch der Aufbau der Kirche in Nicaragua unterstützt. Es zählt zu den

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Die Bildungsarbeit in Österreich ist ein wichtiger Auftrag von Missio. Unterlagen zur Gestaltung von Schul- und Gruppenstunden zum Weltmissions-Sonntag finden Sie kostenlos zum Download unter:

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in der Pastoral umzudenken. Es reicht als Priester nicht, die Sakramente zu spenden und Büroarbeit zu erledigen. Der Priester muss die Menschen begleiten, Hausbesuche machen und Kranke besuchen. Seine Mitarbeiter – die Katechisten – helfen dabei. Um ihre Arbeit gut erfüllen zu können, müssen sie gut ausgebildet sein. Keine leichte Aufgabe, da das Katechistenzentrum in Santa Marta noch immer nicht renoviert werden konnte. „Aber wir hoffen, dass wir Santa Marta schon bald mit den Spenden vom Weltmissions-Sonntag neu errichten können“, gibt sich Padre Rodolfo zuversichtlich. ✜

ärmsten Ländern Lateinamerikas. Der nicaraguanische MissioNationaldirektor Pater Rodolfo French wird aus diesem Grund in Österreich auf der WMS-Tour über die schwierigen Herausforderungen seines Landes berichten und über den wichtigen Dienst, den kirchliche Mitarbeiter vor Ort leisten, sei es im Bereich der Bildung, des Gesundheitswesen oder auch in der Seelsorge. Mit dieser Sammlung kann Missio die Grundversorgung der Menschen in den ärmsten Ortskirchen gewährleisten, die am Rand der Gesellschaft leben. Ein wichtiger

Beitrag ist das Gebet für die Mission, das sich gerade am Weltmissions-Sonntag wie eine „spirituelle Allianz“ über alle Kontinente hinweg ausbreiten und die Missionare in ihrer Tätigkeit der Verbreitung des christlichen Glaubens beflügeln soll. Jedes Jahr entstehen zehn neue Diözesen in der Welt. Die Kirche wächst weiter und braucht Unterstützung, vor allem dort, wo der Same des Glaubens noch jung ist. Eine Milliarde Katholiken, die an diesem Tag die Allerärmsten durch Gebet und Spenden unterstützen, setzen so ein Zeichen, das Leben verändert. ✜

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Foto: Guido Fitz MI05_22_23_Kraft_Stille.indd 22

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Kraft ✜ der Stille

Liebe erfahren Wir wissen, Herr, dass es auf jedem Kontinent viele Nöte und viel Armut gibt. Doch am größten ist die Armut, dich nicht als Freund zu kennen. Heute möchten wir uns in deinen Dienst stellen, damit durch uns viele Menschen deine Liebe erfahren. Vorbereitungsgebet zum Weltmissions-Sonntag vorgeschlagen vom Kindermissionswerk Nicaragua (aus Trigo Maduro Avanzado I)

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Gebratene rote Bohnen mit Reis und Rührei

ZUTATEN 4 Portionen 250 g getrocknete rote Bohnen Salz 1 Zwiebel 1 rote Paprikaschote 1 grüne Paprikaschote 3 EL Öl 250 g gekochter Reis frisch gemahlener Pfeffer Worcestersauce 1 EL fein gehackter Koriander 6 Eier 1 EL Butter

1. Die Bohnen über Nacht mit Wasser bedeckt quellen lassen. Am nächsten Tag mit dem Einweichwasser zum Kochen bringen und bei kleiner Hitze zugedeckt ca. 1 Stunde garen. Kurz vor Ende der Garzeit salzen. 2. Die Zwiebel schälen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Paprikaschoten halbieren, entkernen und in möglichst kleine Würfel schneiden. 3. Das Öl in einer tiefen Pfanne erhitzen. Zwiebel und Paprikaschoten darin andünsten. Den Reis untermischen und anbraten. Die gekochten Bohnen mit etwas Kochsud zufügen und bei großer Hitze scharf anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Worcestersauce abschmecken und vom Herd nehmen. In eine Schüssel füllen und mit dem Koriander bestreuen. 4. Die Butter in einer Pfanne zerlassen und die verquirlten Eier hineingeben. Bei kleiner Hitze stocken lassen, dabei gelegentlich mit einem Holzlöffel umrühren. Eier mit Salz und Pfeffer würzen und in eine Servierschüssel umfüllen.

Foto: © 2010 „Das Weltrezepte Handbuch. Nordamerika, Karibik, Lateinamerika, Ozeanien“, h.f.ullmann / TLC Fotostudio

GALLO PINTO

Rezept und Foto entnommen aus:

Das Weltrezepte Handbuch Nordamerika, Karibik, Lateinamerika, Ozeanien h.f.ullmann publishing 685 Seiten, Hardcover, 10,30 Euro

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Fotos: istockphoto

Das nicaraguanische Nationalgericht wird bereits als FrĂźhstĂźck gegessen.

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Paprika, der oder die Das Verb paprizieren wird in Ă&#x2013;sterreich fĂźr das WĂźrzen mit Paprikapulver verwendet.

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Gehört ✜ Gesehen

Asfa-Wossen Asserate

AFRIKA ENTDECKEN Asfa-Wossen Asserate, promovierter Historiker und Großneffe des letzten Kaisers von Äthiopien, beantwortet in diesem Buch Fragen, die sich mit den Menschen, der Geschichte, der Politik, der Wirtschaft, Kultur und Religion des afrikanischen Kontinents befassen und korrigiert dabei einige Irrtümer. Es geht u. a. um die Fragen: Weshalb sind wir alle Afrikaner? Weshalb wurde Afrika kolonialisiert? Seit wann gibt es das Christentum in Afrika? Asfa-Wossen Asserate: Afrika - Die 101 wichtigsten Fragen und Antworten. C.H. Beck Verlag 2010, Preis: Euro 14,95. ✜ Mutter Teresa

DIMENSIONEN DER LIEBE Dieses neu erschienene Werk basiert auf persönlichen Aufzeichnungen, Ansprachen und Anekdoten Mutter Teresas, die sie in erster Linie an ihre Schwesterngemeinschaft gerichtet hat. Die vom Herausgeber des Buches, Brian Kolodiejchuk MC, zusammengetragenen Gedanken der Seligen von Kalkutta sind als kurze Impulse gedacht, die Einblick gewähren in ein anspruchsvolles und erfüllendes Leben im Dienst für Gott und für den Nächsten: „Wahre Liebe ist eine Gabe, und sie gibt sich selbst, bis es weh tut.“ Mutter Teresa: Wo die Liebe ist, da ist Gott: Aufzeichnungen der Heiligen von Kalkutta, Pattloch Verlag 2010, Preis: Euro 19,90. ✜ Missio-Kinderjahrbuch

„DAS LAND DER VULKANE“ Nicaragua ist das neue Reiseziel der vier wagemugiten Comic-Kids von ON MISSION, dem Kinderjahrbuch von Missio. Die lustigen Comic-Charaktere entdecken auf 52 Seiten das lateinamerikanische „Land der Vulkane“. Das Kindermagazin ist für Schulkinder von neun bis zwölf Jahre abgestimmt und vermittelt auf eine spielerische Weise, wie Kinder in Nicaragua leben, ihre Herausforderungen meistern und wie die Kirche vor Ort hilft. Bernhard Rindt: On Mission. Zu bestellen bei Missio, Seilerstätte 12, 1010 Wien. Tel: (01)513 77 22; bestellung@missio.at. Euro 2,50. ✜

Nicaragua: Nicaragua: Kinder Kinder fordern fordern ihre ihre Rechte! Rechte! EIN FILM VON ARMIN MAIWALD EIN FILM VON ARMIN MAIWALD

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Missio DVD

KINDER ENGAGIEREN SICH FÜR IHR LAND Armin Maiwald, der Erfinder der „Sendung mit der Maus“, zeigt in seinem Film, wie Kinder oft unter schwierigen Bedingungen ihren Alltag in Nicaragua meistern. Viele Kinder in Nicaragua wissen um ihre Rechte und fordern sie ein. Das Thema Gewalt wird im Film sensibel behandelt und schildert unterschiedliche Situationen, in denen Kindern leicht zu Opfern von Erwachsenen werden. Der Film ist primär für den Unterricht und die Pfarrarbeit gedacht. Dennoch sollten Sie den Film erst alleine ansehen, bevor sie ihn Kindern zeigen und erwägen, welche Kapitel sich für ihre Gruppen eignen. DVD: Nicaragua: Kinder fordern ihre Rechte!, ein Film von Armin Maiwald, Spieldauer 26 Minuten, Preis: Euro 15,00. ✜

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Gehört ✜ Gesehen

INTERESSANTE TERMINE:

FACHTAGUNG RPP 2011 Das Institut für Religiösität in Psychiatrie und Psychotherapie veranstaltet eine Tagung zum Thema „Zölibat & Beziehung“, bei der bekannte Referenten, wie u.a. die Philosophin Hanna Barbara Gerl-Falkovitz, die Psychotherapeutin Rotraut Perner und P. Johannes Lechner zu Wort kommen werden. 15. Oktober 2011 Stift Heiligenkreuz bei Wien Informationen bei Frau Traude Kaufmann: 0664/476 12 22 Anmeldung unter: sekretariat@rpp-institut.org

AUSSTELLUNG IM DOMMUSEUM: DANTES VISION INGRID HENZLER

Faszination des Göttlichen Wieso entscheiden sich immer wieder Menschen für den radikalen Weg eines Franz von Assisi und folgen dieser Berufung nach den göttlichen Räten der Armut, Keuschheit und des Gehorsams? Ingrid Henzler, die seit 1999 in Assisi lebt, hat zwölf Franziskanern und Klarissinnen ganz persönliche Fragen über ihre Berufung gestellt und sich von der Offenheit dieser Gottsucher tief berühren lassen. Die Autorin will wissen, was die Ordensleute bewegt, wie sie in etwa mit Krisen umgehen oder auch mit ihrer Sexualität. Die Antworten, die sie erhält, sind oft verblüffend ehrlich und überzeugen gerade durch ihre authentische Direktheit. Die zwölf Interviewpartner geben bereitwillig Auskunft und erzählen oft mit bewegenden Worten von ihrem Leben in der Nachfolge des Heiligen Franziskus. Dabei überwiegt bei jedem Einzelnen die Freude darüber, diesen Weg gewählt zu haben, auch wenn ihnen das Leid und die Schwierigkeiten nicht erspart bleiben. Ingrid Henzler: Gottsucher. Leben wie Franz von Assisi, St. Ulrich Verlag 2011, Preis: 18,50 Euro. ✜

Das Dommuseum in Wien präsentiert künstlerische Arbeiten aus dem 20. und 21. Jahrhundert, die sich auf das berühmte Werk „Die Göttliche Komödie“ („La Divina Comedia“) des Florentiner Schriftstellers Dante Alighieri (1265-1321) beziehen. Dommuseum Wien Stephansplatz 6 (Durchgang Wollzeile) Mi-Sa 10-18 Uhr, Di 10-20 Uhr Informationen unter www.dommuseum.at

MUTTER TERESA AUSSTELLUNG Die Original-Ausstellung „Mutter Teresa - Missionarin der grenzenlosen Liebe“ ist weiter auf Wanderschaft und auf folgenden Stationen noch zu sehen: 4. bis 24. August 2011 im Landeskrankenhaus Feldkirch 31. August bis 18. September 2011 im Klinikum Wels-Grieskirchen 21. September bis 23. Oktober 2011 Dom zu Klagenfurt (Empore) alle Informationen auf www.missio.at alle welt

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Abenteuer ✜ Mission

Fotos: Cornelia Hofbauer

In Kambodscha, dem Missio-Beispielland 2010, sind die Folgen des schrecklichen Krieges immer noch zu spüren. Die Armut ist groß. Theresia Orsini-Rosenberg berichtet aus Siem Reap von ihrem zweijährigen Einsatz als Physiotherapeutin, die Einheimische ausbildet:

Die Folgen des Krieges sind auch noch in der jüngsten Generation spürbar (r.).

Theresia behandelt ein krankes Kind in der Station für Physiotherapie (u.).

Theresia OrsiniRosenberg mit ihren Kolleginnen im Krankenhaus von Siem Reap (o.).

Theresia besucht eine Familie und trainiert mit dem behinderten Sohn (l.).

Kambodschanische Kinder haben einen besonderen Ausdruck in ihren Augen.

„Ein besonderer Ausdruck in ihren Augen“ Theresia Orsini-Rosenberg

Abenteuer Mission Gläubige Menschen erzählen hier von ihren Erlebnissen in der Mission, die sie in die entlegensten Winkel der Welt führt.

Oft denke ich an Navy, eine 11-jährige HIV-Patientin, die im vergangenen Jahr an einer schweren Gehirnhautentzündung erkrankte. Sie war nicht ansprechbar, konnte nicht essen, nicht sitzen oder irgendetwas anderes tun. Auf Schmerz reagierte sie regelmäßig mit Krampfanfällen. Navy war vier Monate bei uns auf der Station, bis wir sie nach Hause entlassen konnten, obwohl sie noch immer nicht ansprechbar war und nicht sitzen konnte. Ich besuchte sie einmal wöchentlich, um mit ihr zu trainieren. Viel Hoffnung hatten wir nicht. Nach sieben Monaten konnte das Mädchen aufstehen und fing an, herumzugehen. Navy kann sich jetzt sogar in kurzen Sätzen mitteilen. Sprachlich muss sie noch ein wenig aufholen, aber körperlich ist sie bereits unsere beste Turnerin. Ich bin sehr stolz auf sie. Schon während meiner Ausbildung war es mein großer Wunsch einmal einen freiwilligen Dienst in einem Entwicklungsland zu leisten. Ich dachte immer, Physiotherapie wäre der perfekte Beruf, weil man dazu nicht viel mehr als eine

Matte und seine Hände braucht. Nach der Erlangung meines Diploms arbeitete ich erst einmal für zweieinhalb Jahre in Wien. Mein Wunsch, ins Ausland zu gehen, ging mir jedoch nicht aus dem Kopf. Auf Grund einer Job-Annonce schrieb ich an den Verein „Angkors Kinder“. Davon hatte ich mir nicht viel erhofft. Meine Hartnäckigkeit überzeugte jedoch die Verantwortlichen des Vereins in Deutschland. So wurde ich schließlich als Physiotherapeutin nach Siem Reap geschickt. Die Herausforderung, einheimische Therapeuten in Kambodscha zu schulen, fand ich sinnvoller und spannender, als anderswo als Physiotherapeutin zu arbeiten. Ich wusste von Anfang an, dass ich länger als sechs Monate bleiben würde, aber ich informierte meine Familie erst spät, um sie nicht ganz vor den Kopf zu stoßen. Mein Arbeitstag im Krankenhaus von Siem Reap beginnt um 7.30 Uhr. An manchen Tagen fahre ich in die 45 Minuten entfernte Satellite Clinic, wo ich für die Physiotherapie-Patienten verantwortlich bin. Am Nachmittag besuche ich entweder Familien mit behinderten Kindern, oder

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ich helfe im Krankenhaus aus, falls einer der Kollegen frei hat. Manchmal behandle ich auch die ambulanten Patienten, die spontan hereinkommen. Um 18 Uhr endet meistens mein Arbeitstag. Ich kann mich dann anderen Sachen widmen und meine Freunde auf einen Sunset Drink auf meine Terrasse einladen. Therapieerfolg in Siem Reap Am liebsten behandle ich etwas ältere Kinder, da ich mit ihnen schon etwas mehr kommunizieren und mein Khmer üben kann. Dadurch lerne ich sie besser kennen. Oft sieht man bei ihnen auch den besten Therapieerfolg. Bereits seit zwei Jahren lebe ich nun in einem buddhistischen Land, in einem nicht sehr christlichen Umfeld. Trotzdem könnte ich mir gar nichts Besseres vorstellen. Meine Erfahrungen hier haben meinen Horizont erweitert und mir gezeigt, dass Christen und Buddhisten ähnliche Ziele verfolgen. Ich versuche Christus in allem und jedem zu finden. Meine Gebete zu Jesus haben mir schon in vielen Situationen weitergeholfen und Kraft gegeben. Nächstenliebe und Hoffnung sind der Mittelpunkt meines Lebens, und das will ich den Menschen hier weitergeben. Die Kambodschaner haben in der Vergangenheit so viel Schreckliches durchgemacht. Trotzdem haben viele von ihnen einen ganz besonderen Ausdruck in ihren Augen, etwas, das ich in den Blicken zu Hause nur selten entdecken konnte. Dieser lebendige Ausdruck beinhaltet Liebe, Dankbarkeit und Hoffnung. Überall, wo ich hinkomme, kann ich die Nächstenliebe spüren, vor allem bei den Ärmsten. Das ist es, worauf es ankommt. Der Abschied von all diesen wunderbaren Menschen in Siem Reap am Ende dieses Jahres wird mir sehr schwer fallen. ✜

Theresia Orsini-Rosenberg Nähere Informationen unter: www.angkors-kinder.de

Was waren für dich berührende Momente in Kambodscha? „Besonders berührt hat mich eine 16-jährige Patientin, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Bei ihr zu Hause habe ich viele schöne, aber auch harte Nachmittage verbracht. Besonders traurig war ich, als mir bewusst wurde, dass das Kind guter Freunde behindert ist.“ ✜

Fotos: Missio/Lobnig, wikimedia

✜ Vorbilder

Große Schritte fallen leichter, wenn sie bereits gegangen wurden. Der heilige Thomas verkündete die Frohe Botschaft der indischen Bevölkerung.

Selige Maria Romero Gedenktag: 7. Juli

1902 - 1977

Die Don-Bosco-Schwester Maria Romero Meneses aus Nicaragua ist die erste Selige Mittelamerikas. Ihr Leben widmete sie den Armen und Bedürftigen in Costa Rica. Am 14. April 2002 wurde sie von Papst Johannes Paul II. in Rom selig gesprochen.

Maria Romero Meneses kam am 13. Jänner 1902 in der Stadt Granada, Nicaragua, auf die Welt. Sie wuchs in einer wohlhabenden Familie auf. Ihr Vater war Minister der republikanischen Regierung. Er hatte ein großes Herz für die benachteiligten Menschen in der Gesellschaft und war sehr großzügig. Seine Freigiebigkeit wurde jedoch immer wieder von Betrügern ausgenutzt, weshalb er in eine wirtschaftliche Notlage schlitterte. Maria Romero besuchte die Schule der Don-Bosco-Schwestern. Mit 12 Jahren wurde sie von einem schweren rheumatischen Fieber befallen. Sie betete zu Maria, Hilfe der Christen, und führte ihre wundersame Heilung auf die Fürbitte der Muttergottes zurück. Da beschloss sie selbst Don-Bosco-Schwester zu werden. Sie fühlte sich vom salesianischen Geist stark angezogen. Mit 18 Jahren trat sie in den Orden ein und legte 1929 die ewigen Gelübde ab. Zwei Jahre später wurde sie nach Costa Rica versetzt, um an einer Schule für wohlhabende Mädchen Kunst und Musik zu unterrichten. So wie ihr Ordensvater Don Bosco suchte auch Maria Romero vermehrt den Kontakt zu den benachteiligten Mädchen der Stadt. Sie kümmerte sich vor allem um diejenigen, die in den Oratorien als „Jüngerinnen“ wirkten und nannte sie liebevoll „les misioneritas“ – „die kleinen Missionarinnen“. Durch ihren Eifer und ihren unerschütterlichen Mut und Glauben erreichte sie, dass für die Ärmsten der Armen ein kleines Dorf gebaut wurde. Familien, die vorher unter Brücken hausen mussten, hatten nun ein Dach über dem Kopf. Ihr soziales Engagement erstaunte sogar die Regierung des Landes. Neben ihrem Einsatz für die Armen verfasste sie Zeit ihres Lebens mystische Schriften – die „Escritos Espirituales“. Diese „geistlichen Schriften wurden nach ihrem Tod veröffentlicht und in mehreren Bänden abgedruckt. Am 7. Juli 1977 starb Maria Romero an den Folgen eines Herzinfarktes. Die Regierung von Costa Rica erklärte sie zur Ehrenbürgerin der Nation. Ihr Leichnam wurde in San José de Costa Rica in jener Kirche beigesetzt, die sie für die Menschen der Stadt bauen ließ. ✜ alle welt

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Father Christopher Hartley steht an vorderster Front gegen den Hunger Seine Pfarre Gode gehört zur Somali-Region Äthiopiens und liegt mitten im Hungergebiet. Gemeinsam mit NGOs und kirchlichen Einrichtungen versucht er nun zu helfen.

✜ „Die Kirche baut hier auf, weil sie bei diesen Menschen sein will.“ Foto: Hartley/Gonzalo Guajardo-Fajardo

Father Christopher Hartley

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Fragen ✜ Antworten

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ie sind seit knapp drei Jahren in Gode. Seit wann ist die Ernährungssituation so dramatisch? Die Situation in unserer Region ist seit Jahren unglaublich schwierig. Wir sind 250 Kilometer von der somalischen Grenze entfernt und befinden uns mitten in der somalischen Großregion. 75 Prozent der Bevölkerung sind Nomaden. Sie kennen keine Grenzen. Ihr einziger Besitz ist das Vieh, das sie mit sich führen. Wenn der Regen ausbleibt, hat das Vieh nichts zu fressen und die Menschen nichts zu essen. Viele haben schon vor der großen Dürre gehungert, man schätzt rund 400.000 Menschen. Jetzt sind es allein in unserer Umgebung vier Millionen und in der gesamten Hungerregion rund zehn Millionen.

Region. Nicht weit von uns gibt es große Flüchtlingslager. Das sind plötzlich entstandene, riesige Ansammlungen von einfachen Hütten aus Ästen, Plastikplanen und Stofffetzen. Ihre Suche nach Nahrung brachte die Flüchtlinge hierher. Wie geht es diesen Menschen? Ihre Lage ist ziemlich schlimm. Es sind bereits 31 Menschen im Juni an Unterernährung oder Schwächekrankheiten gestorben. Besonders schlimm trifft es immer die Alten, Kranken und natürlich die Kinder. In den Flüchtlingslagern kommen jeden Tag rund

Denn hungern müssen die Menschen hier auch, wenn keine international bekannte Hungerkatastrophe herrscht. Warum dienen diese Ernährungszentren gerade Kindern? Das Problem ist, dass Kinder sich nicht wehren oder durchsetzen können. Manchmal kommt es vor – vor allem bei Waisen, die mit ihrem Clan hierher geflohen sind –, dass für sie nichts übrig bleibt. Korn und Weizen werden oft eher weiterverkauft oder an das Vieh verfüttert, als es den Kindern oder Alten und Kranken zu geben. Wir kochen den Reis und die anderen Nahrungsmittel

„Besonders schlimm trifft es immer die Alten, Kranken und natürlich die Kinder.“ Father Christopher Hartley

Wie reagieren Sie? Jetzt ist vor allem Akuthilfe notwendig. Hier ist die Kirche an vorderster Front mit dabei. Die UNO bringt gerade tonnenweise Nahrungsmittel in diese

Leben Christopher Hartley Geboren 1960, entschied sich Father Christopher mit 15 Jahren seiner Berufung zum Priester zu folgen. Viele Jahre arbeitete er mit Mutter Teresa und später als Pfarrer in New York City, wo er sich um lateinamerikanische Immigranten kümmerte. 1997 ging er als Missionar in die Dominikanische Republik. Dort setzte er sich für die Rechte haitianischer Zuckerrohrarbeiter ein, die wie Sklaven gehalten wurden. Mit Hilfe ausländischer Organisationen, wie etwa Missio, konnte er die Regierung zu Schutzgesetzen für die Gastarbeiter bewegen. Seit vier Jahren ist er nun als Missionar in Gode, der Hauptstadt der äthiopischen Somali-Region.

2.000 Menschen neu an. Viele haben keine Viehherde bei sich, wie es sonst oft üblich ist. Das heißt, sie können sich selbst nicht einmal mehr mit dem Notwendigsten versorgen. Aber in den Flüchtlingscamps bekommen sie Essen? Sie bekommen hier nährreiches Essen, allerdings nur in Rohform. Es werden Säcke mit Reis und Weizen und andere Grundnahrungsmittel verteilt. Die meisten können sich damit selbst versorgen. Momentan läuft gerade die internationale Hilfe an und die Versorgung funktioniert. Wir arbeiten allerdings daran, dass auch die Schwächsten ihre Nahrung erhalten. Das ist leider nicht selbstverständlich. Wie gewährleisten Sie das? Wir stellen gerade das erste Ernährungszentrum mit Hilfe aus Europa fertig. So etwas Ähnliches hatte ich auch für die versklavten Zuckerrohrarbeiter in der Dominikanischen Republik gebaut. Jetzt brauchen wir diese Infrastruktur für die Akuthilfe, vor allem für die Kinder. Wenn die Dürrekatastrophe erst überwunden sein wird, dann werden diese Einrichtungen der langfristigen Aufbauarbeit in dieser Region dienen.

und achten darauf, dass jeder Mund gefüllt wird. Nur so können wir eine gerechte Verteilung garantieren. Warum baut die Kirche solche Zentren, und nicht andere Organisationen? Hier baut nur die Kirche Infrastruktur auf. Wir sind gekommen, um zu bleiben. Die meisten Hilfsorganisationen sind nur so lange hier, so lange die Lage akut ist. Sobald das Schlimmste überstanden ist, sobald die mediale Aufmerksamkeit nachlässt, ziehen die meisten wieder weiter. Da ist lokale Infrastruktur nur verschwendetes Geld. Ich hingegen habe hier eine Kapelle gebaut, weil ich bleiben werde. Wenn das Schlimmste überstanden ist, werden wir in dem Ernährungszentrum 200 Kinder schulen. Sie bekommen Frühstück und Mittagessen und können Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Für die Älteren werden wir handwerkliche Kurse anbieten. Und die Kirche wächst in Gode? Die Kirche baut hier auf, weil sie bei diesen Menschen sein will. Wir werden hier dringend gebraucht. Momentan habe ich sechs Katholiken in meiner Pfarre. Ich bin mir sicher, Gott wird uns noch viele weitere schicken. alle welt

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Reportage ✜ Weltkirche

Schlossermeister Peter Ploner aus Vorarlberg bringt den Ausbildern des Berufsausbildungszentrums VTTC in Enugu das Arbeiten auf der Metall-Kreissäge bei.

Fotos HUGO ÖLZ Text MARIE CZERNIN

Die Liebe mit allen teilen Seit dem Jahr 2000 engagieren sich Hugo Ölz und sein Team von ehrenamtlichen Mitarbeitern für die technische Ausbildung junger Menschen in Enugu, im Südosten von Nigeria. Sie haben dabei Erstaunliches auf die Beine gestellt. alle welt

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Liwinus Ugwo dreht

konzentriert ein Ersatzteil in der Schlosserwerkstätte. Der gebürtige Vorarlberger Hugo Ölz und sein Freund und Schlossermeister Peter Ploner helfen ihm dabei. Geduldig zeigen sie dem jungen Nigerianer die einzelnen Schritte der anstrengenden Dreharbeit, bis allmählich ein kleines Kunstwerk daraus entsteht. Nach einem kurzen, aber heftigen Regenguss brennt die Sonne wieder auf die trockene Erde von Enugu herunter. Im Inneren der großen Schlosserwerkshalle des technischen Berufsausbildungszentrums VTTC (Vocational Technical Training Centre) ist es schwül, es riecht nach Schweiß vermischt mit dem feinen Staub von Eisenruß. Bei Tagestemperaturen bis zu 40° Celsius kommen nicht nur die aus Österreich angereisten Entwicklungshelfer ins Schwitzen. Auch Liwinus wischt sich die Schweißperlen von der Stirn. Strahlend zeigt er sein fertiges Werk seinem Mentor Hugo und dessen Freund Peter, die es

Liwinus Ugwo beim Drehen in der Werkstatthalle (o.); Kingsley und Jeremiah reparieren einen Stuhl (r.); die Metallwerkstätten (u.l.); Bischof Onaga besucht das VTTC. Mechanikermeister Ernst Tschermernjak erklärt ihm, wie die Drehmaschine funktioniert (u.r.)

aufmerksam betrachten und dem jungen Nigerianer zu seiner gelungenen Arbeit gratulieren. „Wir leisten hier eine harte Arbeit! Bei diesen Temperaturen sind die 30° Celsius am Morgen noch richtig kühl!“, stöhnt ein wenig der Schlossermeister Ploner, der Ölz bereits zum 13. Mal für drei Wochen nach Enugu begleitet hat. „Als ich im Jahre 2004 zum ersten Mal mit Hugo hierher gekommen bin, war meine Neugier groß, und deshalb habe ich mich auf diese Erfahrung eingelassen.“ Doch schon bald merkte Ploner, dass es bei einem einzigen Aufenthalt in Enugu nicht bleiben konnte. „Als ich die Verhältnisse und Kenntnisse der jungen Auszubildenden im VTTC sah, war mir klar, dass diese Aufgabe

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Reportage ✜ Weltkirche mit einem einmaligen Besuch nicht erledigt sein würde. Deshalb komme ich von diesem Projekt auch nicht mehr los.“ „Nigeria war für mich kein abstrakter Landfleck in Afrika“ Bereits 1988 reiste Hugo Ölz das erste Mal nach Nigeria. „Nigeria war für mich kein abstrakter Landfleck in Afrika. Wir kannten bereits seit Ende der 70er Jahre Monsignore Obiora Ike, den Caritas-Direktor des Bistums Enugu. Er studierte damals mit Hilfe eines Stipendiums von Missio in Innsbruck Theologie und feierte 1981 in unserer Pfarrgemeinde Sankt Karl in Hohenems seine Priesterweihe und Primiz.“ Bei seinem ersten Besuch in Enugu führte Obiora Ike Hugo Ölz zu einem riesigen, unfertigen Rohbau: „Dort sollte ein Berufsausbildungszentrum entstehen, aber jeder Versuch von einheimischen Handwerkern, dort junge Leute auszubilden, scheiterte“, erinnert sich Ölz an diese erste Begehung vor Ort. Es fehlte einfach

an der Grundausstattung und an fachkundigem Personal. „Als ich im Jahr 2000 in Pension ging, rief mich Obiora Ike an: ,Wir brauchen Dich ein halbes Jahr’.“ Hugo Ölz zögerte anfangs, aber seine Frau Marianne ermunterte ihn: „Hilf ihnen, du bist der richtige Fachmann, den sie brauchen.“ Als pensionierter Landesschulinspektor und früherer Be-

, n e k r ä st u z r e t k a ar „Ich lernte, deunndChdiszipliniert zu sein.“ pünktlich Kingsley, 25 Jahre rufsschuldirektor war er in der Tat der richtige Mann für dieses ehrgeizige Projekt. Wissen, Erfahrung und Können weitergeben Er nutzte seine Kontakte zu den Berufsschulen und Industriebetrieben in Vorarlberg, um gut ausgebildete Volontäre für ein ehrenamtliches Engagement vor Ort Kingsley Chiwetalu hat vor 5 Jahren seine Ausbildung am VTTC abgeschlossen (o.); Bischof Onaga begrüßt Ernst Tschermernjak, Peter Ploner und Werner Ilg (u.l.); Chinekwu Anidimma unterrichtet „Computeranwendung“ (l.); die neue Elektro-Lehrwerkstätte (u.r.)

zu gewinnen und die nötigen Werkzeuge, Maschinen und sonstigen Materialien für den Aufbau des Ausbildungszentrums sicherzustellen. „Ich konnte junge freiwillige Helfer und österreichische Pensionisten mit Berufserfahrung gewinnen, die bereit waren, ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr Können an die Nigerianer weiterzugeben.“

Eine große Hilfe waren für den erfahrenen Berufsschuldirektor die Entwicklungshelfer von FIDESCO International, einer christlichen NGO der katholischen Gemeinschaft Emmanuel, die sich bereit erklären, jeweils zwei Jahre bei einem ihrer Projekte vor Ort mitzuarbeiten. Seit dem Jahr 1987 ist Hugo Ölz mit seiner Frau selbst Mitglied der Gemeinalle welt

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Reportage ✜ Weltkirche

rbeit. A e t r a h e ll a r e i h „Wir leisten Morgen haben wir 30˚Grad.“ Schon am Peter Ploner

selben Vision, unterstützte sie von Anfang an ihren Mann und fing an, die Einsätze von FIDESCOVolontären in Enugu und auch in anderen Entwicklungsländern zu koordinieren. Mehr als 120 Afrikaner und Afrikanerinnen wurden bereits zu Schlossern, Schweißern oder Elektroinstallateuren ausgebildet. „Unser Ziel besteht darin, unsere Juliet Ewuzie ist interessiert und geschickt (o.); sie wird von Dominik Ozor und Peter Tschermernjak zum Schlosser ausgebildet (r.); Hugo Ölz erklärt Caritasdirektor Msgr. Dr. Obiora Ike die Produktion von Balkongeländern. Dahinter Projektleiter Samuel Odoh (u.r.).

schaft Emmanuel. „Wir sind durch die Gemeinschaft Emmanuel in die weltweite Kirche hinein gewachsen“, erzählt Marianne Ölz. „Durch die Hingabe an unseren Herrn Jesus Christus merken wir, dass seine Liebe allen gilt und dass wir teilen sollen, nicht nur materiell, sondern auch unser Wissen, unsere Erfahrung und unseren Glauben.“ Beseelt von der36

Absolventen zu befähigen, später einmal selbst eine Schlosserei oder einen Elektrobetrieb zu starten und das Gelernte weiterzugeben“, beteuert der pensionierte Schulinspektor. Inzwischen ist dieses Ziel für viele bereits Realität geworden und Liwinus hat sich bereits wie viele andere selbstständig gemacht. In Nigeria wird jedoch von

Seiten der Auftraggeber immer noch zu viel Wert auf Zertifikate anstatt auf die Erfahrung in der Praxis gelegt: „Anstatt zu fragen, ,Was kannst du?‘ stellt man die Frage: ,Welches Zertifikat hast du?‘“, erklärt dazu Pfarrer Ikechukwu Odigbo, Assistent von Monsignore Ike und präzisiert, dass es dabei egal sei, ob die betreffende Person die bescheinigten Fähigkeiten überhaupt besitzt oder nicht. Ölz und sein Team bieten hingegen den jungen Nigerianern eine ganzheitliche, praxisorientierte Ausbildung an und ermöglichen somit den Absolventen eine selbstständige Zukunft. „Die Schüler sollen praktizieren, was sie hier gelernt haben, nicht den Kopf bei den nächsten Diplomen haben“, so Pfarrer Odigbo. „Die Leute wissen das VTTC zu schätzen. Hier erhalten die Jugendlichen eine Ausbildung ohne Unterbrechung. Die Lehrer sind immer da. Es wird eine europäische Arbeitsmoral vermittelt. Deswegen ist das VTTC ein Geschenk Gottes für uns“, erläutert

Callistus Onaga, Bischof der Diözese Enugu, der dem VTTC gezielt Aufträge vermittelt. Die politische Lage in seinem Land sei schlecht, auch wenn sich einiges in letzter Zeit zum Besseren gewendet hat: „Früher ließ die Regierung alles verkommen, was die Demokratie eines Landes ausmacht“, klagt der Bischof. „Deshalb haben die Menschen noch

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Dominic und Liwinus warten eine Fräsmaschine (l.); Regina und Godwin verdrahten ein Schaltertableau für die neue Lehrwerkstätte (u.l.); Msgr. Obiora Ike im Gespräch mit Absolvent Michael, der jetzt bei einer großen Firma als Techniker arbeitet (u.r.)

immer mehr Vertrauen in die Kirche als in die Regierung. Wir stehen ihnen einfach näher. Sie wissen, dass wir nicht auf Macht und Selbstbereicherung Wert legen“, beteuert er und fügt hinzu: „Wir versuchen zu helfen, wo wir kön-

nen, und das gelingt nur mit der Hilfe aus Europa. Daher ist es wichtig, dass Hugo Ölz und FIDESCO nicht aufgeben, sondern weitermachen.“ Ölz verweist darauf, dass sich die lokale Regierung von Enugu neuerdings für das Projekt zu interessieren begann: „Vor kurzer Zeit

haben einige Vertreter der lokalen Regierung das VTTC genauer inspiziert und sind dabei zur Überzeugung gelangt, dass es sich hier um ein wichtiges Vorzeigemodell für die gesamte Region handelt.“ Darauf ist der gelernte Elektroingenieur und pensionierte Berufsschuldirektor Ölz sichtlich stolz. 

Nigeria Mit seiner Gesamtbevölkerung von rund 140 Millionen Einwohnern ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas und das siebt einwohnerstärkste Land der Erde. Mehr als die Hälfte der Einwohner sind Muslime, vor allem im Norden, während die rund 48 % Christen vor allem im Süden leben. Die übrigen Einwohner sind Anhänger verschiedener Naturreligionen. Seit dem Ende der Militärdiktatur 1999 haben sich im Land zahlreiche Milizen, Geheimbünde und Gangs gebildet, die teils ethnisch, teils religiös oder auch politisch motiviert sind und fanatische Tendenzen aufweisen.

In den zurückliegenden Jahren kann Nigeria jedoch auch auf einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufschwung zurückblicken, der mit dem Ölboom Anfang der 1970er Jahre begann, als Nigeria 1971 der OPEC beitrat. Nigeria wurde zum größten Erdölexporteur Afrikas. Vor allem die „Militärclique“ im Norden des Landes profitierte damals stark vom Anstieg der Ölpreise, jedoch zum Schaden der nigerianischen Bevölkerung. Eine fast 30 Jahre lang andauernde Epoche der Instabilität, in der eine korrupte Militärdiktatur die andere ablöste, schwächte das Land und Nigerias Wirtschaft

stark. Doch seit der Demokratisierung des Landes im Jahre 1999 geht es wirtschaftlich wieder rasch bergauf. Nigeria schrieb im Jahre 2006 Geschichte, als es als erstes afrikanisches Land seine Schulden komplett begleichen konnte. Die Kirche engagiert sich sehr auf allen Ebenen, auch im Bereich des interreligiösen Dialogs. Das kirchlich geförderte Berufsausbildungszentrum VTTC im Bundesstaat Enugu ist bereits zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor für das Land geworden und dient als Vorzeigemodell für die gesamte Region. 

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✜ Reisenotizen

Notiert von Marie Czernin

Harissa

, auf einem Plateau unweit von Beirut gelegen, ist der wichtigste Wallfahrtsort des Libanon. Eine gigantische Marienstatue auf einem Sockel ist Anziehungspunkt für libanesische Christen aus aller Welt. Von hier aus reicht der Blick von der antiken Stadt Byblos im Norden bis ins südlichere Beirut.

Factbox Libanon

Die Muttergottes breitet ihre Arme aus und blickt Richtung Beirut. Hunderte Pilger schlängeln sich täglich die schmale Rampe am Sockel hinauf zur Statue.

Bevölkerung: Der Libanon hat rund vier Millionen Einwohner. Die Abwanderung ist groß. Allein während des Bürgerkrieges (1975-1990) verließen über eine halbe Million Libanesen das Land. Fläche: Auf 10.452 km² leben die Libanesen verteilt – das sind 380 Einwohner pro km². Währung: Das libanesische Pfund (LBP), wobei 1 Euro in etwa 2,150 LBP entsprechen. Politik: Seit 1926 ist der Libanon eine parlamentarische Demokratie, in der die vier höchs ten Staatsämter Mitgliedern religiöser Gruppen vorbehalten sind: das Staatsoberhaupt muss Maronit sein und der Regierungschef ein Sunnit.

Die größte Stadt ist Beirut mit etwas mehr als zwei Millionen Einwohnern. Sie ist auch die Hauptstadt des Libanon und liegt in der Mitte des Landes an der Levanteküste des östlichen Mittelmeers.

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Was man immer dabeihaben sollte: Fernglas

Gaumenfreuden Die libanesische Küche bietet eine Vielfalt an arabischen Spezialitäten an. Neben Falafel und Dolma – mit Reis gefüllten Weinblättern – erfreuen auch Gerichte wie Kibbeh – Faschiertes aus Lamm und Kalbfleisch – und Humus den Gaumen von Feinschmeckern.

Der Blick vom Sockel der Marienstatue aus ist atemberaubend schön. Doch noch besser eröffnet sich dem Besucher dieses Wallfahrtsortes die hügelige Landschaft und das Mittelmeer, wenn man ein Fernglas dabei hat. Dann erst spiegelt sich das Licht auf den Wellen, und Schiffe in weiter Ferne werden sichtbar. ✜

Fotos: Missio/Czernin (3), Malteser Deutschland (1), istockphoto; Karte: Infochart Diehl

Beirut:

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TÜRKEI Hermel Herm T Tripoli

LIBANON MITTELMEER

Ba Batroun

ÄGYPTEN

L I B A N O N Harissa

Baalbek Baa

Beirut

Byblos. Die älteste Stadt der Welt, die Besiedlungsreste aus dem 5. Jahrtausend vor Chr. vorweist, war in der Antike Hauptumschlagplatz für Papyrus. Die Phönizier entwickelten die Stadt zu einem bedeutenden Hafen und betrieben Handel mit dem gesamten Orient.

Zahle

MITTELMEER

Damaskus Dschazzin

Kreuzfahrerburg in Byblos

SYRIEN

N 50 km

ISRAEL

e m i sl u M d n u n e ssa st i i r r h a C H le e i n v o v so , s n e ö t h got r e „Wie sc t t u M e i d nen e d “ , ! n n e e d e h i e r s F u n e z d r r e ü i f h eten b e ll a e i S . t e t u e Emigration. Das Hauptproblem, mit d e so viel b Kirchturm und Minarett. Im Libanon leben Christen und Muslime friedlich nebeneinander.

Kathedrale. Die griechisch-katholische Kathedrale der Melchiten leuchtet in der Abendsonne. Ihr Kirchturm ragt neben der Muttergottesstatue von Harissa fast gleich hoch in den Himmel. Die melchitischen Christen sind eine Minderheit im Land. Die Maroniten stellen hingegen mit rund 30 Prozent die größte christliche Gemeinschaft dar. Inzwischen sind die Muslime mit einem Anteil von rund 60 Prozent die Mehrheit im Libanon.

dem der Libanon kämpft, ist die Emigration. Die größte Auswanderungswelle begann mit dem Ausbruch des Bürgerkrieges im Jahr 1975, als bis 1991 mehr als 500.000 Libanesen das Land verließen. Diese Situation hält auch heute noch an. Sie betrifft alle Schichten und Religionsgruppen, vor allem aber die Christen, die in ihrer Heimat oft keine Zukunft sehen. In den letzten Jahrzehnten kam es zu einem regelrechten Aderlass der libanesischen Bildungsschicht, die verheerende Folgen für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Landes zeigen. Doch die meisten Emigranten halten Kontakt zu ihrer alten Heimat und unterstützen die daheim gebliebenen Familien finanziell.

Foto: Fe lix Löwen stein

SYRIE SYRIEN

Seit 1998 veranstaltet die Gemeinschaft junger Malteser jeden Sommer im Libanon ein zweimonatiges Ferienlager mit schwerbehinderten Jugendlichen. Bis zu 75 Jugendliche aus Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern nehmen daran teil.

„Um Gott und Christus streiten sich die Religionen, bei Maria hingegen begegnen sich der Islam und das Christentum.“ Dr. Edmond Farhat, Titularerzbischof von Byblos und ehemaliger Apostolischer Nuntius in Österreich alle welt

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✜ Serie

Kaukasus

M

Mission

EIN STEIRER AUF

Der ehemalige Prior des Klosters im niederösterreichischen Marchegg besucht seit 2007 im Auftrag seines Ordens die zahlreichen Niederlassungen der St. Johannesgemeinschaft auf allen Kontinenten. Für „alle welt“ erzählt

Pater Johannes Lechner in der neuen Serie „Ein Steirer auf Mission“ von Erlebnissen und Begegnungen eines einfachen Mönchs mit der Weltkirche.

Teil 2: Der Südkaukasus

einen Mitbrüdern im Südkaukasus sind drei Gemeinden anvertraut. Die Situation der Familien ist desaströs. Sie leiden an materieller und moralischer Armut. Viele Kinder sind sich selbst überlassen, sind verwahrlost, oder sie wachsen bei den Großeltern auf. Alkoholismus und Gewalt in der Familie sind weit verbreitet. So haben die Mitbrüder lange überlegt, was sie für die junge Generation tun könnten. Da es im Kaukasus eine lange Tradition der Pferdezucht gibt, kam ihnen die Idee, in der Pfarre ein Zentrum für Pferde zu eröffnen. So starteten sie eine Art Hippotherapie im Kaukasus. Vor allem die Kinder sind begeistert. Mit Hilfe der Pferde erreichen die Brüder nun die Menschen vor Ort, sprechen mit ihnen über Lebenssinn und Glauben und leben authentische christliche Nächstenliebe vor. Die Pfarre selbst ist eine echte Familie, in der man sich im Glauben stützt, aber auch finanziell weiterhilft.

Fotos: Johannes Lechner

Ein Leben in der Diaspora Das Leben in der Diaspora ist nicht einfach. Ein lokaler Priester erzählte mir: „Die Kirche hier ist wie ein Autobus. Ein ständiges Einsteigen und Aussteigen, es ist schwierig eine Gemeinde zu sammeln, wo die Menschen solidarisch Seite an Seite

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In der nächsten Ausgabe lesen Sie Teil 3 der neuen Serie von Pater Johannes Lechner aus Togo in Afrika: „Aufbau einer Studentengemeinde in Lomé“

stehen und sich dauerhaft engagieren.“ Es braucht viel Geduld. Gemeindearbeit ist ein langatmiges Unterfangen. Jeder hat hier seine eigene abenteuerliche Geschichte. Die Menschen haben unendlich viel gelitten.

Vertrieben und verhört Helena zum Beispiel ist eine schlichte, altehrwürdige und mutige Dame unserer Pfarre in Naltchik. Sie erzählte mir von ihrem Leben zur Zeit der Sowjetunion. Sie musste mit ihren Kindern ums Überleben kämpfen. Sie wurde regelmäßig verhört, geschlagen, verlor ihre Arbeit, wurde aus ihrem Haus vertrieben, und zweimal versuchte man, sie mit einem Auto niederzufahren. Aber sie überlebte. Der Grund für diese Behandlung lag in ihrem Glauben an Jesus Christus. Ein Umstand, den die sowjetischen Behörden eisern ahndeten. Mir beschrieb sie ein Verhör, das ein Major mit ihr führte: „Gott existiert nicht“, sagte er. Sie konterte: „Wenn Gott nicht existiert, warum verbringt ihr dann eure ganze Zeit damit, jemand zu verjagen, den es nicht gibt? Warum wollt ihr jemanden verschwinden lassen, der nicht existiert?“ All diese Jahre hindurch bewahrte sie den Glauben. Oder war es der Glaube, der sie bewahrte? Zehn Jahre später setzte sich ein Herr während eines Gottesdienstes neben sie: „Erkennst du mich?“ Sie schüttelte ihren Kopf. „Ich bin der Major, der dich einst verhörte. Ich konnte deine Worte nicht mehr vergessen, die du an jenem Abend zu mir sagtest. Jetzt bin auch ich gläubig geworden.“ Sie fragte ihn,



ob er bereits gebeichtet hätte. Er nickte war der Gekreuzigte am Kreuz in den still. Und die beiden söhnten sich aus. Gliedern seines mystischen Leibes. Die russische Erde verschlang das Blut der christlichen Märtyrer aller Suchende Katechumenen Bekenntnisse: Priester, Mönche, Oder Vladimir: Er stammt aus Kasachstan und zog mit seiner ganzen Ordensschwestern, Laien. Heute befindet sich die katholische Kirche Familie nach Naltchik. Sein ältester Russlands noch immer in diesem Sohn war ein Suchender. Er bekam mystischen Karsamstag, jenem Tag, ein Neues Testament in die Hand an dem die Hoffnung schweigt. und begann darin zu lesen. Er war so fasziniert, dass er anfing, nach anderen Doch gerade an diesem Sabbattag dürfen wir der Hoffnung unsere Christen zu suchen. Schließlich fand Stimme leihen. Das Wachstum der er in die kleine katholische Gemeinde Kirche hängt nicht von uns Menschen Naltchiks, wo er sein Katechumenat ab, sondern vom himmlischen Vater. begann. Ein Jahr später empfing er Der große Karsamstag kann unsere voll Freude die Taufe. Er riss seine illusorischen Träume vernichten, Eltern und seine Schwester in seiner aber nicht unseren Weg zum Leben. Wahrheitssuche mit. Nur ein Jahr später folgten diese seinem Beispiel und ließen sich ebenso taufen. Sie sind Die Sprache der Hoffnung Unser Ziel besteht nicht in einem heute Säulen der kleinen Gemeinde, irdischen Sieg, sondern darin, jenes neue Augen, die die Frische des Wort aus dem „Vaterunser“ wahrhaft Evangeliums entdecken. Jesusbegegnung heute. Evangelium am Ursprung. zu leben: „Dein Wille geschehe.“ Wir dürfen uns nicht eine triumphierende Das Geheimnis des Karsamstags katholische Kirche wünschen, sondern müssen verkünden: „Dein Reich Hier ist eben alles anders. Die Oberen komme.“ Wir bilden uns nicht ein, der Superiorenkonferenz Russlands besser zu sein als die anderen, sondern haben die Situation so diagnostiziert: beten: „Dein Name werde geheiligt.“ Die Kirche Russlands lebt zurzeit Wir wollen die Sprache der Hoffnung das Geheimnis des Karsamstags. „Es sprechen, die Sprache des Gebetes, scheint uns, dass wir heute mehr das zu Gott ruft, auch wenn man den denn je ein Wort der Hoffnung geben müssen.“ Die göttliche Hoffnung blickt Eindruck seiner Abwesenheit verspürt. auf die Zukunft nicht wie Futurologen Die Sprache des Vertrauens, die den Glauben nicht verliert, sondern mutig es tun. Wir leben und dienen in nach vorne geht. Die Sprache der Russland, wo der Glaube, dass Gott Barmherzigkeit als Mitleiden mit den nicht existiere, die Gesellschaft dahin Schwächsten und Leidenden. Die leitete, zu vergessen, welche Leiden Spra che des ökumenischen Dialogs, auf russischem Boden passiert sind. ver ständlich für alle und als Die Kirche ging durch schreckliche Hoffnungsträger für die Welt.“  Momente der Verfolgung. Die Kirche

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Impressum ✜ Leserbriefe Einsatz

Ausgabe 5/2011 Tel. (01)513 77 22 . Fax (01)513 77 37 www.missio.at Nationaldirektor Monsignore Dr. Leo-M. Maasburg Seilerstätte 12, 1015 Wien DIÖZESANSTELLEN Missio Burgenland Pfarrer KR Mathias Reiner, St.-Rochus-Straße 21, 7000 Eisenstadt, (0 26 82)777-324, Fax -259 Missio Tirol Cons. Erich Daxerer, Heiliggeiststr. 16, 6020 Innsbruck, (0 51 2)72 70-69, Fax -60 Missio Kärnten P. Hanzej Rosenzopf SDB, Tarviser Str. 30, 9020 Klagenfurt, (0 46 3)58 77-2620, Fax -2399 Missio Oberösterreich GR Mag. Heinz Purrer, Herrenstra ße 19, 4020 Linz, (0 73 2)77 26 76-1145, Fax (0 73 2)77 26 76-1137 Missio Salzburg Prälat Martin Walchhofer, Kapitelplatz 6, 5020 Salzburg, Tel. und Fax (0 66 2)80 47-77 10 Missio Steiermark Mag. Wolfgang Schwarz, Autalerstraße 5, 8042 Graz, (0 31 6)38 22 31, Fax -3 Missio St. Pölten Mag. P. Clemens M. Reischl OSB, Klostergasse 10, 3100 St. Pölten, Tel. und Fax (0 27 42)47 019 Missio Vorarlberg Mag. Edwin Matt, Weidachstraße 1, 6900 Bregenz, (0 55 74)71 7 42, Fax (0 55 74)62 3 88 Missio Wien Herbert Leuthner, Seilerstätte 12, 1010 Wien (01)513 77 22 DW 62, Fax (01)513 77 37 IMPRESSUM: Alleineigentümer, Herausgeber und Medieninhaber: Missio-Päpstliche Missionswer ke in Österreich, Seilerstätte 12, 1015 Wien, Tel. (01)513 77 22, Fax (01)513 77 37, E-Mail: allewelt@missio.at Redaktion: Mag. Andreas Thonhauser, Mag. Maria-Teresa Pollak, Mag. Marie Czernin, Bernhard Rindt (Globi). Ständige Mitarbeiter: Mag. Monika Schwarzer, Mag. Eugen Waldstein Art Direktion und Grafik: Petra Kuchenbecker Illustrationen Globi: Mirek Kolar Hersteller: Berger (Druck), m2p medienfabrik (Repro). „alle welt“ wird auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. Bestellungen: Seilerstätte 12, 1015 Wien Offenlegung im Sinne des Mediengesetzes: „alle welt“ erscheint zweimonatlich, und zwar im Jänner, März, Mai, Juli, September, November. „alle welt“ ist das Magazin des Päpstlichen Werkes der Glaubensverbreitung und informiert über Weltkirche, Religionen und Kulturen in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika. Der Jahresbeitrag im Päpstlichen Werk der Glaubensverbreitung für das Missio-Magazin „alle welt“ beträgt 10,- Euro (Ausland 15,- Euro). Bankverbindung: Postscheckkonto Nr. 7015.500

Ich freue mich immer, wenn die „alle welt“ ins Haus kommt. Sie gefällt mir sehr gut. Gute Beiträge und Informationen über unseren Kirchturm hinaus. Ich bin manchmal sehr betroffen, freue mich aber auch über die positiven Berichte und Einsätze von jungen Menschen. Herzliche Lisi Obwaller, 6306 Söll Grüße!

Spendenhandhabung Ich bin seit vielen Jahren begeisterter Leser von „alle welt“ und besonders die Länderberichte finde ich ganz hervorragend und informativ. Leider bin ich mit der seit einiger Zeit gehandhabten Vorgangsweise, die Spenden nur für Priesterseminaristen, die natürlich sehr wichtig

sind, zu verwenden, nicht einverstanden. Früher waren in „alle welt“ Projekte mit einer Projektnummer und man konnte sich dann entscheiden, für welche Projekte man spenden will. (gekürzt) Mag. Gerhard Schönig, per E-mail

Anmerkung der Redaktion

„alle welt“ stellt in jedem Spendeneinleger neue Projekte vor. Eine Auswahl und Übersicht dazu finden Sie auf unserer Spendenseite missio.at/spenden ✜ Ihre Meinung ist uns wichtig! Wir freuen uns, wenn Sie uns schreiben. Schicken Sie Ihren Leserbrief entweder per Post (Redaktion „alle welt“, Seilerstätte 12, 1015 Wien), per Fax (01/513 77 37) oder per E-Mail (allewelt@missio.at).

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Foto: Missio

er gesuchte Heilige lebte von ca. 200 bis 258 nach Christus. Er wurde als Thascius geboren und entstammte einer aristokratischen Familie. Durch seinen Freund Bischof Caecilianus lernte er das Christentum kennen. 246 ließ er sich taufen und verschenkte seinen Besitz. 248 wurde er zum Bischof von Karthago geweiht. Als 250 die Christenverfolgung durch Kaiser Decius begann, floh Thascius ins Ausland. Seine Gemeinde leitete er durch Briefe aus seinem Exil. Nach Ende der Verfolgungen kehrte er zurück. Er ließ Milde gegenüber den vom Christentum Abgefallenen walten. Bei einer erneuten Verfolgungswelle durch Kaiser Valerian stellte er sich seinem Schicksal. Er wurde gefangen genommen, verurteilt und öffentlich enthauptet. Er gilt als Patron gegen die Pest und ist einer der 24 Kanonheiligen. Seinen Gedenktag feiern wir am 16. September. ✜

Von welchem Heiligen ist hier die Rede?

Diesmal können Sie gewinnen: 1

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1. PREIS: VASE Nicaragua und Österreich reichen sich die Hände.

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Grundnahrungsmittel der afrikanischen Küche

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Musikinstrument 2

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lat. für „Anhänger des Papstes“

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Monat der Weltmission span. für Gott

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einer der Zwölf Apostel Stadt in Nicaragua

2. PREIS: Dunkelblauer Elefant mit hellen Muster als SPARDOSE 3. PREIS: Roter SCHAL aus Indien, mit liebevollem Stickmuster 4. BIS 25. PREIS: Bücher aus aller Welt

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Anschrift: Schreiben Sie die Lösung einfach auf eine Postkarte und schicken Sie diese bis spätestens 30. September 2011 an: Redaktion „alle welt“, Seilerstätte 12, 1015 Wien, Fax (01)513 77 37, E-Mail raetsel@missio.at Die richtige Lösung des Preisrätsels aus der Juli/August-Nummer lautet:

Die drei Hauptpreise gehen an: 1. Preis (Ledertasche): Maria Stauber, Ottenschlag 2. Preis (Geldbörse): Antonia Wechselberger, Mayrhofen 3. Preis (Würfelpokerset): Stefan Schneglberger, Lambrechten

Wir gratulieren herzlich!

Miskito alle welt

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Sollte sich Ihre Adresse geändert haben oder unvollständig sein, dann teilen Sie uns dies bitte telefonisch, per Fax, E-Mail oder auf dem Postweg mit, damit wir Sie auch in Zukunft erreichen können!

Empfänger:

1. Seidenstola Durch die kambodschanische Wildseide wird das Tragen dieses modischen Schals zu einem Erlebnis. Plus 6 x „alle welt“ zum Missio-Sonderpreis um 34,- Euro.

2. Teekanne blaue Fische

Gute Lektüre. Gute Tat: handgefertigte Fair-Trade-Produkte und „alle welt��� im Kombi-Abo.

P.b.b 10Z038752 M 1010 Wien 9

Frech verspielt. Die bauchige Teekanne mit den blauen Fischen wird in Vietnam hergestellt. Plus 6 x „alle welt“ zum Missio-Sonderpreis um 26,- Euro.

3. Olivenholzkreuz



JA,

Ein sinnvolles Geschenk: Dieses Kreuz wurde aus Olivenholz aus dem Heiligen Land gefertigt. Plus 6 x „alle welt“ zum MissioSonderpreis um 13,- Euro.

ich möchte „alle welt“ für mich selbst oder als Geschenksabo bestellen. Als Prämie wähle ich folgendes günstiges Fair-Trade-Produkt dazu aus: 1. 2. 3.

Seidenstola (34,-) Teekanne (26,-) Olivenholzkreuz (13,-)

4. 5. 6.

Teelichthalter (20,-) Blumentopf (23,-) Nur Abo (10,-)

4. Teelichthalter türkis

Mein Name

Wenn die Tage kürzer werden, verschafft Kerzenschein wohlige Atmosphäre. Der türkis-blaue Teelichthalter aus Speckstein (Höhe 10 cm) unterstreicht dies. Plus 6 x „alle welt“ zum MissioSonderpreis um 20,- Euro.

Straße, Nr. PLZ und Ort Telefon (für Rückfragen)

Ort, Datum

Unterschrift

Ich möchte mit Erlagschein zahlen, den mir Missio in den nächsten Wochen zusenden wird. Die Prämie soll an meine Adresse geschickt werden Die Prämie soll an die Adresse des neuen Abonnenten geschickt werden

5. Bambus-Blumentopf Jetzt schon für die kalte Jahreszeit vorbereiten: Der Blumentopf aus Bambus (15 x 13 cm) eignet sich bestens für Grünpflanzen. Plus 6 x „alle welt“ zum MissioSonderpreis um 23,- Euro.

Name Abonnent Straße, Nr. PLZ und Ort

Wählen Sie Ihr günstiges Fair-Trade-Produkt aus und senden Sie den Coupon an: Missio, Seilerstätte 12, 1015 Wien Oder faxen Sie uns den Coupon: Fax (01) 513 77 22 60 Oder bestellen Sie per E-Mail: bestellung@missio.at

Den Bezug von „alle welt“ können Sie jederzeit – auch formlos (z. B. per Telefon 01 / 513 77 22) – beenden. Das Abo verlängert sich automatisch am Ende eines Jahres, um ein weiteres Jahr. Hier angeführte Preise verstehen sich inklusive 20% MwSt. und Versand. Angebot gültig bis 31. 10. 2011.

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ON MISSION Ihr seid heuer als ON MISSION-Team für die Nicaragua-Reise ausgesucht worden. Da Globi in der Mission auf Fidji arbeitet und nicht mitkommen kann, dürft Ihr euch ein neues Teammitglied aussuchen. Die Bewerber sitzen schon im Vorzimmer.

Ich bi n exper der Swens o t und lu e. Jonas k n und bin a P s k l a t s c tig mit se nn Ski fahr olarin e h unter en ... wen en Flügeln n n w sollte egs traurig es mal . sein

echter n i e t s i ver rlieb. Mein Xand und kinde lesen, Spürhu n gut Karten s Ich kan ieren und da organisund Helfen Beten n mir Spaß ache Ähm, m rigens, ich s Üb anna. an so wa r H e ß i e h en wir ga

NICARAG

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Mann nenn und sollten t mich Paul, Paul der Goldgrä wir mit ausgraben, Pauli in Nicaragua Go ber, versproche kriegen alle Eis von m ld in Teo e m d n u ir, n! Barbara nte in Ich heiße nzösisch und kön chen. ts ra spricht F gua super dolme e Nicara Das nennoßich Groo . zügigkeit

Ob die n Papageie a u g in Nicara isch Französ n ? spreche

Ausgabe 5/2011

Ich bin die Gertrud von Katzenstein, bin sehr musikalisch und könnte den armen Kindern zum Beispiel Rhythmus und Tanzen beibringen.

Kinder a ! u a n ik Ge elameren t t i M in er en uns h c u a r b mus, Rhyth i. hi, h

Ob er Flöhe hat?

hab dacht. nicht ge MI05_01_04_om_0511.indd 3

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Wir fragen am besten Pater Rodolfo in Nicaragua nach seiner Meinung!

Und so unterschiedlich! Für wen sollen wir uns entscheiden???

iele Sooo vber... Bewer

An meinen Engel Mein Schutzengel, mein sanfter Begleiter, lass mich nie allein, weder in der Nacht noch bei Tag, bis ich mich verbergen kann in den Armen der Jungfrau Maria. Amen.

Nicaragua

Ein Kindergebet

r Wen würdet ih nehmen? espräch Nach einem G lfo fiel o mit Pater Rod eidung h uns die Entsc r dann leichte n e Wenn ihr wiss ns u wollt, wer mit ann ,d kommen wird das bestellt euch ON MISSION ch Expeditionsbu Nicaragua! Bestellungen bei Kindermissio, Seilerstätte 12, 1015 Wien oder per E-Mail an kindermissio@missio.at

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Pater Rodolfo:

Hol

rrei e t s Ö h c a na

ch!

Hallo Pia und Andi! Da habt ihr ja eine tolle Auwahl an Leuten. Jonas und seinem Pinguin dürfte es wohl ein wenig heiß werden, nicht? Aber egal, für wen ihr euch entscheidet, ich freue mich schon sehr, euch hier in meiner Heimat begrüßen zu können. Nicaragua nennt man das „Land der tausend Vulkane“ und dementsprechend heiß geht es bei uns fast jeden Tag zu. Wenn ihr da seid, zeige ich euch auch einen echten „feuerspeienden“ Berg. Wir machen eine Fahrt durch den Dschungel und besuchen Schulen, Geburtstagsfeiern und lernen, wie man Tortillas richtig macht. Ich verspreche euch, das wird ein großartiges Abenteuer. Alle, die nicht von euch als Team-Mitglied gewählt werden, können ja unsere Reise im ON MISSIONMagazin nachlesen. Ich bin schon sehr gespannt, wen ihr euch von den aussucht. Auf bald in Nicaragua! 

Fotos: picturedesk.com, istockphoto, Missio Schweiz/Bernet ; Illustrationen: Miroslav Kolar; Rätsel- und Bastelillustration: Missio

aus Nicaragua

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✜ Missio für Kinder

Für das Baseball-Lesezeichen brauchst du folgende Materialien: • braunes Papier • weißes Papier • gelbes Papier • roter Filzstift • rote Schnur oder Band • Klebstoff • eventuell Foliergerät

Globis Basteltipp Und so wird´s gemacht:

1. Zeichne einen Baseballschläger

auf das braune Papier und schneide ihn aus.

Fotos: picturedesk.com, istockphoto, Missio Schweiz/Bernet ; Illustrationen: Miroslav Kolar; Rätsel und Bastelillustration: Missio

2.

Aus dem gelben Papier schneidest du die Buchstaben deines Namens aus und klebst sie auf den Baseballschläger.

3. Aus dem weißen Papier schnei-

dest du einen Ball aus und zeichnest mit dem roten Filzstift die Nähte ein, wie bei einem echten Baseball.

4.

Baseball Lesezeichen

Jetzt steht deinem nächsten Leseabenteuer nichts mehr im Wege!

Klebe das eine Ende der roten Schnur an dem Schläger und das andere Ende an dem Ball fest.

5.

Wenn du möchtest, kannst du den Ball und den Schläger folieren, bevor du sie mit der Schnur zusammenklebst.

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✜ Missio für Kinder

?

Globis schlaue Frage-Ecke

Lieber Globi!

Wie kann ich bei der Kinderaktion mitmachen?

Im Mittelpunkt der Missio-Kinderaktion 2011/12 stehen die Kinder Nicaraguas. Das ist das aktuelle Beispielland zum Weltmissions-Sonntag. Gemeinsam mit Kindern in Österreich unterstützen wir durch Gebet und Spenden folgende Projekte: die Schulbildung bedürftiger Kinder und kirchliche Kinderradio-Stationen, in denen junge Menschen Programm für Gleichaltrige gestalten. Mit deiner Schulklasse oder Pfarrgruppe könntest du Aktionen für die Kinder Nicaraguas starten. Tipps dazu gibt es im ON MISSION-Magazin und auf www.missio.at, wo du auch unser Magazin bestellen kannst. Hier einige Ideen: Tortillas und glacierte Äpfel beim Elternsprechtag verkaufen, Autos oder Schuhe für Nicaraguas bedürftige Kinder putzen. Viel Spaß beim Helfen! Dein Globi

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EIN FILM VON ARMIN MA IWALD

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missio Kinderfilm

Zusammen mit Armin Maiwald, dem Erfinder der „Sendung mit der Maus“, hat Missio einen tollen Film für Schulklassen, Pfarrgruppen und Familien produziert. Er zeigt, wie Kinder oft unter schwierigen Bedingungen ihren Alltag in Nicaragua meistern müssen. Der Film schildert unterschiedliche Lebenssituationen in einem der ärmsten Länder Lateinamerikas. Die lebensnahe Darstellung der Situation ist vor allem für ältere Kinder geeignet. Vielleicht kann ja dein Lehrer oder Gruppenleiter die DVD bei Missio bestellen und mit euch gemeinsam ansehen? Das wäre eine tolle Gelegenheit mehr zu dem spannenden Land Nicaragua zu erfahren.

ihre Rechte !

Hast auch du eine brennende Frage für Globis schlaue Frage-Ecke? Dann schicke einen Brief oder ein E-Mail an die Adresse am Ende dieser Seite!

Foto : © M

M ag . Si eg

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Wenn du dich mit deiner Klasse oder in deiner Pfarre aktiv für die Kinder in Afrika, Asien oder Südamerika einsetzt (Projekt, Veranstaltung, …), dann schreib mir doch und schick ein Foto mit!

„Un d i e d noch Fr w neu au des a s ! “, s „Wi en Hau Hau se a gt r fr sz sh Mo ü h s t ü c a l t s h i l f u r rden ü r W k e. g ! e „Gu e n rer n t ! “, n u m 8 jeden rr Leh jemande r e H m „ m U ein hr äd Paul: igentlich en, was e ich chen. t d a s H ! “ Sie e s bestraf hat?“ n „ a U i c da n ht da nd w u s s ht wa enn n fa für et ht gemac nicht! Da sein s n h c ho g s nic türlic echt!“ n o h e n S i e o l l t e, r: „Na er ne m ruhi Lehre re ja ung g ich wä eine an !“ lich m cht!“ m ä n abe ht gema ic „Ich h Paul: fgaben n au Haus

Total witzig Kennst auch du einen tollen Witz? Dann schreibe uns deinen Lieblingswitz an die unten angegebene Adresse!

kindermissio office:

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kindermissio, Seilerstätte 12, 1015 Wien Oder auch gerne ein E-Mail an: kindermissio@missio.at

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AUFTRAGSBESTÄTIGUNG - EURO

Betrag

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Kontonummer EmpfängerIn BLZ Empfängerbank

EmpfängerIn

Missio – Päpstliche Missionswerke

Verwendungszweck

Danke für Ihre Spende zum Weltmissions-Sonntag. AW1005

Kontonummer AuftraggeberIn

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AuftraggeberIn/EinzahlerIn - Name und Anschrift

Missio ✜ Spendensammlung

Nachdruck verboten!

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Reg.Nr. 30 05130 30 05130 30 05130

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Papst Benedikt XVI.

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Meine Spende unterstützt

Verwendungszweck

die Menschen in den 1.100

ärmsten Diözesen der Welt.

Blauen Abschnitt

für steuerliche

ERLAGSCHEIN - INLAND

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BLZ Empfängerbank

„Dadurch, dass sich der christliche Gläubige an der Mission der Kirche beteiligt, wird er zum Baumeister der Gemeinschaft, des Friedens und der Solidarität.“

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ie größte Solidaritätsaktion: Am 23. Oktober 2011 wird der Weltmissions-Sonntag in jeder Pfarre gefeiert. Er ruft uns ins Bewusstsein, dass die Kirche eine globale Gemeinschaft ist. In aller Welt soll sie Zeichen und Werkzeug für das Reich Gottes sein. Gleichzeitig lädt dieser Tag ein, mit den ärmsten Schwestern und Brüdern zu teilen und füreinander zu beten. Die Missio-Sammlung zum WeltmissionsSonntag ermöglicht die pastorale und soziale Arbeit der Kirche, indem sie den ärmsten Ortskirchen

ein „Existenzminimum“ und damit die Grundversorgung zusichert. Mehr als eine Milliarde Katholiken unterstützen gemeinsam die Allerärmsten durch Gebet und Spenden. So hilft die Kirche vor Ort an Leib und Seele. Das ist dringend notwendig, wie es sich auch im diesjährigen Beispielland zum Weltmissions-Sonntag zeigt: Nicaragua ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Da es kaum Arbeit gibt, wandern viele Nicaraguaner aus. Vor allem Männer lassen oft Frauen und Kinder

SAMMLUNG

WELT

MISSIONS SONNTAG am

Foto: © Kindermissionswerk Die Sternsinger/ Wagener

7015500

Missio – Päpstliche Missionswerke

Kontonummer EmpfängerIn

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Unterschrift AuftraggeberIn - bei Verwendung als Überweisungsauftrag Kontonummer AuftraggeberIn BLZ- Auftragg./Bankverm.

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Absetzbarkeit aufheben

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Reg.-Nr. (SO1332)

00007015500+ 00060000> 00123456789+ 00030000>

Bitte dieses Feld nicht beschriften und nicht bestempeln! Die gesamte Rückseite ist von Bedruckung oder Beschriftung freizuhalten!

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REICHISC ER

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05130 W 051 W. S. OSG

www.missio.at

23. Oktober 2011

Menschen dienen, Gott geben

zurück, die dann alleine ein Auskommen finden müssen. Die Kirche versucht neben der seelsorglichen Tätigkeit vor allem über Bildung zu helfen. Immerhin sind knapp ein Drittel der Bevölkerung Analphabeten. Bitte helfen auch Sie am Weltmissions-Sonntag mit, damit die Kirche helfen kann. ✜

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Schon kleine Beträge zeigen große Wirkung! Danke.

✜ 1 Bibel für Katechisten in Ecuador: ✜ 1 Rollstuhl in Kambodscha: ✜ Kirchenbau in Tansania:

Liebe Leserinnen und Leser, Menschen dienen, Gott geben: Zum Weltmissions-Sonntag bitten die Päpstlichen Missionswerke, dass Sie Ihr Herz öffnen. Sehen Sie angesichts des Elends der Welt nicht weg, sondern helfen Sie. Wir garantieren eine weltweit gerechte Verteilung Ihrer Gabe. Sie kommt dem Aufbau der Kirche in den Ländern des Südens zu Gute. Nicht nur im diesjährigen Beispielland Nicaragua setzt sich die Kirche für die Armen ein und hilft an Leib und Seele. Wir nehmen den Auftrag Jesu ernst: Für Priester, Laien und Ordensleute in den 1.100 ärmsten Diözesen der Welt ist das Vermitteln von Glaube, Liebe und Hoffnung ein zentraler Auftrag, der von manchen sogar mit dem Leben bezahlt wird. Um diese Arbeit zu ermöglichen, bitte ich Sie um Ihre Unterstützung. Ihr

9,50 €

✜ Die größte Solidaritätsaktion der Welt: Mehr als eine Milliarde Katholiken sammelt für die Allerärmsten ✜ Die Strukturen der Kirche vor Ort sorgen für nachhaltige und menschliche Hilfe in den Ländern des Südens.

70,-

✜ Von wichtigen Renovierungen bis zu lebensrettender Medizin: Ihre Spende wirkt!

17.000,-

✜ Gerechte Verteilung der Mittel: Viele Diözesen in den Ländern des Südens sind auf Ihre Gabe angewiesen.

Monsignore Dr. Leo-M. Maasburg Nationaldirektor von Missio - Päpstliche Missionswerke

PS: Übrigens, Sie können jetzt auch per SMS spenden! Einfach einen Betrag zwischen 1 bis 70 Euro und Kennwort WMS an 0676 8 007 007 senden (z.B. 10 WMS).

Im diesjährigen Beispielland Nicaragua (alle Bilder) emöglicht Missio Bildung für die Ärmsten und hilft der Kirche vor Ort bei der Verkündigung der frohen Botschaft Jesu.



Ja, ich möchte ein aktiver Teil der weltkirchlichen Familie sein und mit „alle welt“ gute Lektüre genießen und eine gute Tat setzen. Name: Ich abonniere das Weltkirche-Magazin der Päpstlichen Missionswerke und schließe mich dem Kreis der Missio-Unterstützer an. Straße: Den Jahresbeitrag von 10,- Euro, wovon ein Teil bereits Menschen in den 1.100 ärmsten Diözesen der Welt zugute kommt, zahle ich mittels Erlagschein, den mir Missio in den nächsten Wochen zusenden wird. Bitte abtrennen und einsenden oder faxen an:

Seilerstätte 12 . 1015 Wien Fax (01) 513 77 37 Info (01) 513 77 22 MI05_Spendeneinleger_Wien_0511.indd 2

PLZ und Ort:

Ort, Datum

Unterschrift

Sollte mir „alle welt“ nicht zusagen, kann ich sie jederzeit wieder abbestellen.

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alle welt September/Oktober 2011