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Die Cantine Fontezoppa Für jede Sorte das richtige Terroir

Der neue Charme der Vernaccia Nera

«Die Ernte dauert vier Monate»

Alte Sorten erzählen spannende Geschichten

Frauen am Herd

Unterwegs im Weinland Marken


Für jede Sorte das richtige Terroir

Die Cantine Fontezoppa

sich der Blick auf das mittelalterliche Civitanova. Im Osten schimmert schon das blaue Meer, während im Westen das friedlich anmutende, überraschend grüne, Hügelland einsetzt. Wenn die Gäste hier mit einem erfrischenden Maceratino im Glas auf die frisch zubereiteten Kartoffelgniocchi von Maria, der Hausköchin von Fontezoppa, warten, wird ihnen klar, was für ein gesegnetes Land die Marken doch sind…. Adresse Weingut: Cantine Fontezoppa Contrada da San Domenico 38 I-62012 Civitanova Marche (MC) Tel. +39 0733 790 504 Fax +39 0733 790 203 www.cantinefontezoppa.com Adresse Hotel: Locanda Fontezoppa Contrada da San Domenico 38 I-62012 Civitanova Marche (MC) Tel. +39 0733 801 551 Fax +39 0733 893 845 www.locandafontezoppa.com

Für jede Sorte das richtige Terroir

Schon mal was von «Maceratino» und «Vernaccia Nera» gehört? Aus alteingesessenen Sorten wie diesen produzieren die Cantine Fontezoppa mineralische, im besten Sinne beschwingte Weine. Aber auch Sangiovese und Cabernet fühlen sich in den Apenninhügeln an der Adria pudelwohl. Das Spektrum an hochstehenden Crus aus der Weinregion Marken war noch nie so gross wie heute: Die FontezoppaWeine sind der beste Beweis dafür.

weiss) oder der roten Vernaccia Nera setzt Fontezoppa dabei auch auf französische Gewächse. Für Kellermeister Giovanni Basso ist entscheidend, dass auch diese internationalen Sorten nicht neu in der Region, sondern schon seit über 150 Jahren hier heimisch sind und sich in dieser Zeit gut an das Terroir angepasst haben. Nachdem Napoleon die Marken im Jahr 1808 in sein Königreich Italien integriert hatte, besass die Familie Bonaparte hier zeitweise über 100 Landgüter. Und die Franzosen führten nicht nur neue Verwaltungsstrukturen und eine neue Rechtsprechung in den Marken ein, sondern brachten auch neue Rebsorten wie Pinot Noir, Merlot und Cabernet Sauvignon mit in den Süden.

Am Anfang waren Schuhe. Die Handwerker von Civitanova Marche wussten schon im 19. Jahrhundert besser als andere, wie man Leder zu elegantem Schuhwerk verarbeitet. Noch heute gilt das wohlhabende Städtchen, das stolz auf einem Hügel mit freier Sicht aufs adriatische Meer thront, als Zentrum der italienischen Schuhherstellung. Schon viel länger freilich, wird hier Rebbau betrieben. Den überaus finessenreichen Wein aus der weissen Maceratino-Traube (die hier auch «Ribona» genannt wird), genossen schon die alten Römer gerne und reichlich. Diese reiche, weinkulturelle Vergangenheit bewog in den 90er Jahren vier einheimische Geschäftsfreunde aus der Schuh- und Modeindustrie, ein ehrgeiziges Projekt zu starten. Ihr gemeinsames Weingut Fontezoppa sollte exemplarisch aufzeigen, was für ein breites Spektrum an Spitzenweinen die besten Sorten und Terroirs der Marken hervorbringen können.

Langeweile kennt Fontezoppa-Kellermeister Giovanni Basso nicht. Aus annähernd 20 verschiedenen Rebsorten, die in zwei höchst verschiedenen Sub-Regionen, nämlich im bergigen Landesinnern oder aber an der milden Adriaküste reifen, keltert er 15 verschiedene Weine. Beim Degustieren zeigt sich: Jeder einzelne dieser Weine verkörpert eine klare Idee und ein ausdrucksstarkes Terroir. Mit diesem Konzept konnte sich Fontezoppa innert weniger Jahre unter den führenden Kellereien der Region Marken etablieren. Der moderne, im Jahr 2005 fertiggestellte Keller ist so konzipiert, dass der eigenständige Charakter der verschiedenen Sorten und Lagen optimal herausgearbeitet und in die Flasche gebracht werden kann. Der Schlüssel dazu sind die vielen kleinen Stahltanks und 225 Liter-Barriques. Nur so ist es möglich, die Trauben minuziös zu selektionieren und separat auszubauen.

Das Projekt Fontezoppa startete im Jahr 1997. Bis heute wurden rund 50 Hektar mit Reben bepflanzt. Nebst den alteingesessenen Sorten wie Maceratino, Verdicchio (beide

Gleich hinter der Kellerei befindet sich das kleine, schlichtmodern eingerichtete Gästehaus von Fontezoppa mit fünf Zimmern und dem Restaurant. Von der Terrasse aus öffnet

Cantine Fontezoppa: Mit der Frische des Südens

Marche Rosso

Sehr gut konzipierte Assemblage aus Sangiovese (50%), Cabernet Sauvignon und Merlot. Rote, aber auch dunkle Beeren sowie Gewürze in der Nase, im Gaumen kernig und saftig. Wein mit viel Charakter.

«Manche Besucher meinen, wir seien verrückt, weil wir nicht weniger als zwanzig verschiedene Sorten anbauen. Doch der Reichtum an verschiedenen Bodentypen und Mikroklimas gibt uns nun mal die Chance dazu», sagt Giovanni Basso, der Kellermeister. Tatsächlich gibt es wohl nur wenige Kellereien in Italien, die aus so grundverschiedenen Sorten so eigenständige Spitzenweine in die Flaschen bringen wie Fontezoppa. Der weisse, im Stahltank vinifizierte «Ribona» (ein reinsortiger Maceratino) erinnert mit seiner Frische und Mineralität an einen deutschen Riesling. Aber auch der Pinot Noir, der tief im Landesinnern nahe dem Städtchen Serrapetrona in einer Höhenlage von 500 Meter über Meer in Kalksandsteinböden wurzelt, zeigt eine Finesse, wie man sie sehr wohl im Burgund, aber kaum in Mittelitalien erwarten würde. Es sind der kühle Wind und die grossen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die diesem Pinot seine Frische verleihen. Im milden Adria-Klima an der Küste, auf mittelschweren aber kalkhaltigen Böden, nur gerade 150 Meter über Meer, reifen dagegen auch die Bordeaux-Sorten voll aus. So überzeugt der «Carapetto», ein reinsortiger Cabernet Sauvignon mit eleganter dunkler Beerenfrucht, einer belebenden Spur von schwarzem Pfeffer und einer guten Fülle im Gaumen. Eine echte Entdeckung ist der würzige, von einer saftigen Säure getragene «Marinè», zu 100 Prozent aus Sangiovese-Trauben gekeltert, die ebenfalls in Blickweite der Adria-Küste reifen. Fontezoppa bringt seine Weine unter verschiedenen Ursprungsbezeichnungen auf den Markt. Während die alteingesessenen weissen Sorten wie Maceratino und Verdicchio, aber auch der rote Vernaccia Nera in Serrapetrona zu DOC-Weinen verarbeitet werden, kommen die Spitzencrus aus Cabernet Sauvignon, Sangioves und Pinot Noir als IGT-Gewächse («Indicazione Geografica Tipica» auf den Markt.

Piccinì

Aromen von Rosen, roten Beeren und Kräutern. Im Gaumen kernig frisch, ausgewogen und trocken. Endlich wieder mal ein Rosé mit Charakter.


Für jede Sorte das richtige Terroir

Die Cantine Fontezoppa

sich der Blick auf das mittelalterliche Civitanova. Im Osten schimmert schon das blaue Meer, während im Westen das friedlich anmutende, überraschend grüne, Hügelland einsetzt. Wenn die Gäste hier mit einem erfrischenden Maceratino im Glas auf die frisch zubereiteten Kartoffelgniocchi von Maria, der Hausköchin von Fontezoppa, warten, wird ihnen klar, was für ein gesegnetes Land die Marken doch sind…. Adresse Weingut: Cantine Fontezoppa Contrada da San Domenico 38 I-62012 Civitanova Marche (MC) Tel. +39 0733 790 504 Fax +39 0733 790 203 www.cantinefontezoppa.com Adresse Hotel: Locanda Fontezoppa Contrada da San Domenico 38 I-62012 Civitanova Marche (MC) Tel. +39 0733 801 551 Fax +39 0733 893 845 www.locandafontezoppa.com

Für jede Sorte das richtige Terroir

Schon mal was von «Maceratino» und «Vernaccia Nera» gehört? Aus alteingesessenen Sorten wie diesen produzieren die Cantine Fontezoppa mineralische, im besten Sinne beschwingte Weine. Aber auch Sangiovese und Cabernet fühlen sich in den Apenninhügeln an der Adria pudelwohl. Das Spektrum an hochstehenden Crus aus der Weinregion Marken war noch nie so gross wie heute: Die FontezoppaWeine sind der beste Beweis dafür.

weiss) oder der roten Vernaccia Nera setzt Fontezoppa dabei auch auf französische Gewächse. Für Kellermeister Giovanni Basso ist entscheidend, dass auch diese internationalen Sorten nicht neu in der Region, sondern schon seit über 150 Jahren hier heimisch sind und sich in dieser Zeit gut an das Terroir angepasst haben. Nachdem Napoleon die Marken im Jahr 1808 in sein Königreich Italien integriert hatte, besass die Familie Bonaparte hier zeitweise über 100 Landgüter. Und die Franzosen führten nicht nur neue Verwaltungsstrukturen und eine neue Rechtsprechung in den Marken ein, sondern brachten auch neue Rebsorten wie Pinot Noir, Merlot und Cabernet Sauvignon mit in den Süden.

Am Anfang waren Schuhe. Die Handwerker von Civitanova Marche wussten schon im 19. Jahrhundert besser als andere, wie man Leder zu elegantem Schuhwerk verarbeitet. Noch heute gilt das wohlhabende Städtchen, das stolz auf einem Hügel mit freier Sicht aufs adriatische Meer thront, als Zentrum der italienischen Schuhherstellung. Schon viel länger freilich, wird hier Rebbau betrieben. Den überaus finessenreichen Wein aus der weissen Maceratino-Traube (die hier auch «Ribona» genannt wird), genossen schon die alten Römer gerne und reichlich. Diese reiche, weinkulturelle Vergangenheit bewog in den 90er Jahren vier einheimische Geschäftsfreunde aus der Schuh- und Modeindustrie, ein ehrgeiziges Projekt zu starten. Ihr gemeinsames Weingut Fontezoppa sollte exemplarisch aufzeigen, was für ein breites Spektrum an Spitzenweinen die besten Sorten und Terroirs der Marken hervorbringen können.

Langeweile kennt Fontezoppa-Kellermeister Giovanni Basso nicht. Aus annähernd 20 verschiedenen Rebsorten, die in zwei höchst verschiedenen Sub-Regionen, nämlich im bergigen Landesinnern oder aber an der milden Adriaküste reifen, keltert er 15 verschiedene Weine. Beim Degustieren zeigt sich: Jeder einzelne dieser Weine verkörpert eine klare Idee und ein ausdrucksstarkes Terroir. Mit diesem Konzept konnte sich Fontezoppa innert weniger Jahre unter den führenden Kellereien der Region Marken etablieren. Der moderne, im Jahr 2005 fertiggestellte Keller ist so konzipiert, dass der eigenständige Charakter der verschiedenen Sorten und Lagen optimal herausgearbeitet und in die Flasche gebracht werden kann. Der Schlüssel dazu sind die vielen kleinen Stahltanks und 225 Liter-Barriques. Nur so ist es möglich, die Trauben minuziös zu selektionieren und separat auszubauen.

Das Projekt Fontezoppa startete im Jahr 1997. Bis heute wurden rund 50 Hektar mit Reben bepflanzt. Nebst den alteingesessenen Sorten wie Maceratino, Verdicchio (beide

Gleich hinter der Kellerei befindet sich das kleine, schlichtmodern eingerichtete Gästehaus von Fontezoppa mit fünf Zimmern und dem Restaurant. Von der Terrasse aus öffnet

Cantine Fontezoppa: Mit der Frische des Südens

Marche Rosso

Sehr gut konzipierte Assemblage aus Sangiovese (50%), Cabernet Sauvignon und Merlot. Rote, aber auch dunkle Beeren sowie Gewürze in der Nase, im Gaumen kernig und saftig. Wein mit viel Charakter.

«Manche Besucher meinen, wir seien verrückt, weil wir nicht weniger als zwanzig verschiedene Sorten anbauen. Doch der Reichtum an verschiedenen Bodentypen und Mikroklimas gibt uns nun mal die Chance dazu», sagt Giovanni Basso, der Kellermeister. Tatsächlich gibt es wohl nur wenige Kellereien in Italien, die aus so grundverschiedenen Sorten so eigenständige Spitzenweine in die Flaschen bringen wie Fontezoppa. Der weisse, im Stahltank vinifizierte «Ribona» (ein reinsortiger Maceratino) erinnert mit seiner Frische und Mineralität an einen deutschen Riesling. Aber auch der Pinot Noir, der tief im Landesinnern nahe dem Städtchen Serrapetrona in einer Höhenlage von 500 Meter über Meer in Kalksandsteinböden wurzelt, zeigt eine Finesse, wie man sie sehr wohl im Burgund, aber kaum in Mittelitalien erwarten würde. Es sind der kühle Wind und die grossen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die diesem Pinot seine Frische verleihen. Im milden Adria-Klima an der Küste, auf mittelschweren aber kalkhaltigen Böden, nur gerade 150 Meter über Meer, reifen dagegen auch die Bordeaux-Sorten voll aus. So überzeugt der «Carapetto», ein reinsortiger Cabernet Sauvignon mit eleganter dunkler Beerenfrucht, einer belebenden Spur von schwarzem Pfeffer und einer guten Fülle im Gaumen. Eine echte Entdeckung ist der würzige, von einer saftigen Säure getragene «Marinè», zu 100 Prozent aus Sangiovese-Trauben gekeltert, die ebenfalls in Blickweite der Adria-Küste reifen. Fontezoppa bringt seine Weine unter verschiedenen Ursprungsbezeichnungen auf den Markt. Während die alteingesessenen weissen Sorten wie Maceratino und Verdicchio, aber auch der rote Vernaccia Nera in Serrapetrona zu DOC-Weinen verarbeitet werden, kommen die Spitzencrus aus Cabernet Sauvignon, Sangioves und Pinot Noir als IGT-Gewächse («Indicazione Geografica Tipica» auf den Markt.

Piccinì

Aromen von Rosen, roten Beeren und Kräutern. Im Gaumen kernig frisch, ausgewogen und trocken. Endlich wieder mal ein Rosé mit Charakter.


Italien ist eine Schatzkammer, prall gefüllt mit Spezialitäten, die oft nur in der näheren Umgebung bekannt sind. So kennt in den Marken jeder Weinliebhaber das Städtchen Serrapetrona. Mit seinen knapp 900 Einwohnern und einem empfehlenswerten Restaurant (Osteria dei Borgia)

eines DOCG-Weines. Es gibt ihn in den Versionen «secco» (trocken) und «dolce» (süss). In den Osterien, Bars und Cafés der Marken wird dieser rote Schäumer traditionell zwischen Weihnachten und Ostern getrunken. Die Cantine Fontezoppa besitzt heute in Serrapetrona rund 20 Hektar, die mit Vernaccia Nera bestockt sind. Im Gegensatz zur Tradition wird daraus aber kein Schaumwein gekeltert, sondern zwei hochwertige Rotweine namens «Falcotto» und «Morò». Dabei findet die Lese der Trauben extrem spät, meist erst Ende November oder anfangs Dezember statt. Die überaus eigenständigen und charaktervollen Weine, die in französischer Eiche reifen, zeigen dunkelbeerige Fruchtnoten und werden von einer reifen, saftigen Säure geprägt. Degustationsnotizen: Falcotto 2008 Dieser kraftvolle, von jugendlichem Temperament geprägte Wein zeigt eine faszinierende Aromenfülle mit schwarzen Johannisbeeren, aber auch Noten von Minze, Pfeffer und Gewürz. Im Gaumen kraftvoll, mit maskulinem Gerbstoff und erfrischender Säure. Morò 2006 Aromen von dunklen Waldbeeren und Pflaumen, dazu Gewürz, sowie mineralische und balsamische Noten. Im Gaumen vielschichtig, mit immer noch kernig-frischem Tannin und einer saftigen, präsenten Säure. Der 18 Monate in französischer Eiche gereifte, und unfiltriert abgefüllte Wein überzeugt mit seinem eigenständigen Charakter und ist ein perfekter Essensbegleiter.

«Die Ernte dauert vier Monate» Kellermeister Giovanni Basso vergleicht die Ernte bei Fontezoppa mit einem Marathonlauf. Nur so kann jede Sorte im optimalen Zeitpunkt gelesen werden. Die Fontezoppa-Weine wirken trotz ihrer Fülle stets elegant und ausgewogen. Wie erreichen sie diese Balance? Indem wir alles daran setzen, jede Sorte zum perfekten Zeitpunkt zu ernten. Das ist bestimmt nicht ganz einfach, angesichts der rund 20 Sorten, die bei Fontezoppa angebaut werden…

«Alte Sorten erzählen spannende Geschichten» Fontezoppa setzt gleichermassen auf alteingesessene wie internationale Sorten. Für Vincenza Alboini, die Direktorin des Weingutes, eine ideale Kombination. Ist es nicht schwieriger, dem Konsumenten einen unbekannten Vernaccia Nera schmackhaft zu machen, als einen Cabernet Sauvignon?

Ja, früher wurde in den Marken generell im Oktober geerntet. Das war gewissermassen eine Regel. Heute beginnt bei uns die Lese Ende August mit der weissen Sorte Incrocio Bruni und dem Pinot Noir und endet Anfangs Dezember mit der Vernaccia Nera. Das heisst, wir sind vier Monate am Ernten. Das bedeutet auch vier Monate Stress.

Autochthone Sorten sind auf jeden Fall erklärungsbedürftiger. Der Cabernet Sauvignon funktioniert dagegen ähnlich wie eine international eingeführte Marke. Das verkauft sich einfacher.

Nach welchen Kriterien beurteilen Sie die Qualität einer Sorte?

Nicht nur. Ich sehe die internationalen Sorten als Türöffner. Wenn einem Weinliebhaber unser Cabernet Sauvignon oder unser Pinot Noir zusagt, ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass er auch mal einen Maceratino oder einen Vernaccia Nera versucht.

Das Erreichen des richtigen Zuckergehaltes ist im Gegensatz zu früher kein Problem mehr. Entscheidend ist heute, dass die Trauben auch bei voller Reife genügend Säure bewahren. Wie wirkt sich die Klimaerwärmung auf die Fontezoppa-Weine aus? Die Veränderungen der letzten Jahre und Jahrzehnte hat uns in den Marken eher Vorteile gebracht. Wir sind heute in

Falcotto / Morò

Beide Weine beweisen, dass die einheimische Sorte Vernaccia Nera hervorragende rote Tafelweine hervorbringen kann. Während der Falcotto mit rotbeeriger Frucht und einer Spur von Rauch und Kräutern gefällt, fasziniert der komplexere Moro mit feinen Würznoten und edlem Schmelz.

der glücklichen Situation, dass wir unsere Weine in Bezug auf Säure und Zuckergehalt nicht korrigieren müssen. Die Natur sorgt ganz allein für die richtige Balance.

Giovanni Basso

Also setzen sie im Export auf die internationalen Sorten?

Wie sehen sie die langfristige Entwicklung des Marktes? Da sehe ich viel Potential für autochthone Sorten. Gerade der anspruchsvolle Weinkonsument sucht vermehrt

Carapetto

Ein reinsortiger Cabernet mit Aromen von reifen roten Beeren und schwarzem Pfeffer. Konzentriert, aber auch kernig und ausgewogen. Perfekter Essensbegleiter.

spannende Geschichten

Die Vernaccia Nera

Der neue Charme der Vernaccia Nera

unterscheidet es sich kaum von anderen Kleinstädtchen im Hinterland der Adria. Doch in Serrapetrone wird zwischen 400 und 600 Meter über Meer noch immer die rare Rebsorte Vernaccia Nera angebaut. Sie ist übrigens nicht mit dem Vernatsch im Südtirol verwandt. Die Rebfläche beträgt gerade mal 100 Hektar. Aus den Trauben wird seit dem 15. Jahrhundert ein roter Schaumwein produziert. Dieser «Vernaccia di Serrapetrona» geniesst seit 2003 den Status


Italien ist eine Schatzkammer, prall gefüllt mit Spezialitäten, die oft nur in der näheren Umgebung bekannt sind. So kennt in den Marken jeder Weinliebhaber das Städtchen Serrapetrona. Mit seinen knapp 900 Einwohnern und einem empfehlenswerten Restaurant (Osteria dei Borgia)

eines DOCG-Weines. Es gibt ihn in den Versionen «secco» (trocken) und «dolce» (süss). In den Osterien, Bars und Cafés der Marken wird dieser rote Schäumer traditionell zwischen Weihnachten und Ostern getrunken. Die Cantine Fontezoppa besitzt heute in Serrapetrona rund 20 Hektar, die mit Vernaccia Nera bestockt sind. Im Gegensatz zur Tradition wird daraus aber kein Schaumwein gekeltert, sondern zwei hochwertige Rotweine namens «Falcotto» und «Morò». Dabei findet die Lese der Trauben extrem spät, meist erst Ende November oder anfangs Dezember statt. Die überaus eigenständigen und charaktervollen Weine, die in französischer Eiche reifen, zeigen dunkelbeerige Fruchtnoten und werden von einer reifen, saftigen Säure geprägt. Degustationsnotizen: Falcotto 2008 Dieser kraftvolle, von jugendlichem Temperament geprägte Wein zeigt eine faszinierende Aromenfülle mit schwarzen Johannisbeeren, aber auch Noten von Minze, Pfeffer und Gewürz. Im Gaumen kraftvoll, mit maskulinem Gerbstoff und erfrischender Säure. Morò 2006 Aromen von dunklen Waldbeeren und Pflaumen, dazu Gewürz, sowie mineralische und balsamische Noten. Im Gaumen vielschichtig, mit immer noch kernig-frischem Tannin und einer saftigen, präsenten Säure. Der 18 Monate in französischer Eiche gereifte, und unfiltriert abgefüllte Wein überzeugt mit seinem eigenständigen Charakter und ist ein perfekter Essensbegleiter.

«Die Ernte dauert vier Monate» Kellermeister Giovanni Basso vergleicht die Ernte bei Fontezoppa mit einem Marathonlauf. Nur so kann jede Sorte im optimalen Zeitpunkt gelesen werden. Die Fontezoppa-Weine wirken trotz ihrer Fülle stets elegant und ausgewogen. Wie erreichen sie diese Balance? Indem wir alles daran setzen, jede Sorte zum perfekten Zeitpunkt zu ernten. Das ist bestimmt nicht ganz einfach, angesichts der rund 20 Sorten, die bei Fontezoppa angebaut werden…

«Alte Sorten erzählen spannende Geschichten» Fontezoppa setzt gleichermassen auf alteingesessene wie internationale Sorten. Für Vincenza Alboini, die Direktorin des Weingutes, eine ideale Kombination. Ist es nicht schwieriger, dem Konsumenten einen unbekannten Vernaccia Nera schmackhaft zu machen, als einen Cabernet Sauvignon?

Ja, früher wurde in den Marken generell im Oktober geerntet. Das war gewissermassen eine Regel. Heute beginnt bei uns die Lese Ende August mit der weissen Sorte Incrocio Bruni und dem Pinot Noir und endet Anfangs Dezember mit der Vernaccia Nera. Das heisst, wir sind vier Monate am Ernten. Das bedeutet auch vier Monate Stress.

Autochthone Sorten sind auf jeden Fall erklärungsbedürftiger. Der Cabernet Sauvignon funktioniert dagegen ähnlich wie eine international eingeführte Marke. Das verkauft sich einfacher.

Nach welchen Kriterien beurteilen Sie die Qualität einer Sorte?

Nicht nur. Ich sehe die internationalen Sorten als Türöffner. Wenn einem Weinliebhaber unser Cabernet Sauvignon oder unser Pinot Noir zusagt, ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass er auch mal einen Maceratino oder einen Vernaccia Nera versucht.

Das Erreichen des richtigen Zuckergehaltes ist im Gegensatz zu früher kein Problem mehr. Entscheidend ist heute, dass die Trauben auch bei voller Reife genügend Säure bewahren. Wie wirkt sich die Klimaerwärmung auf die Fontezoppa-Weine aus? Die Veränderungen der letzten Jahre und Jahrzehnte hat uns in den Marken eher Vorteile gebracht. Wir sind heute in

Falcotto / Morò

Beide Weine beweisen, dass die einheimische Sorte Vernaccia Nera hervorragende rote Tafelweine hervorbringen kann. Während der Falcotto mit rotbeeriger Frucht und einer Spur von Rauch und Kräutern gefällt, fasziniert der komplexere Moro mit feinen Würznoten und edlem Schmelz.

der glücklichen Situation, dass wir unsere Weine in Bezug auf Säure und Zuckergehalt nicht korrigieren müssen. Die Natur sorgt ganz allein für die richtige Balance.

Giovanni Basso

Also setzen sie im Export auf die internationalen Sorten?

Wie sehen sie die langfristige Entwicklung des Marktes? Da sehe ich viel Potential für autochthone Sorten. Gerade der anspruchsvolle Weinkonsument sucht vermehrt

Carapetto

Ein reinsortiger Cabernet mit Aromen von reifen roten Beeren und schwarzem Pfeffer. Konzentriert, aber auch kernig und ausgewogen. Perfekter Essensbegleiter.

spannende Geschichten

Die Vernaccia Nera

Der neue Charme der Vernaccia Nera

unterscheidet es sich kaum von anderen Kleinstädtchen im Hinterland der Adria. Doch in Serrapetrone wird zwischen 400 und 600 Meter über Meer noch immer die rare Rebsorte Vernaccia Nera angebaut. Sie ist übrigens nicht mit dem Vernatsch im Südtirol verwandt. Die Rebfläche beträgt gerade mal 100 Hektar. Aus den Trauben wird seit dem 15. Jahrhundert ein roter Schaumwein produziert. Dieser «Vernaccia di Serrapetrona» geniesst seit 2003 den Status


Was ist ihr persönlicher Lieblingswein im Fontezoppa-Sortiment? Jetzt müsste ich eigentlich einen Wein aus autochthonen Sorten nennen… Aber mein Favorit ist der «Marinè». Dieser reinsortige Sangiovese beeindruckt mich immer wieder mit seiner reifen, würzigen Frucht, und seiner saftigen Fülle im Gaumen.

Frauen am Herd Viele gute Osterias in Marken haben etwas gemeinsam: Am Herd steht eine Frau. Hier die grünen Apennin-Hügel, dort das blaue Wasser der Adria. Erde und Meer liefern der Marken-Küche jene Fülle an Zutaten, aus denen sie ihre Gerichte zaubert. Dass diese sowohl leicht und frisch, als auch bäuerlichdeftig ausfallen können, beweist die Spitzenköchin Rosaria Morganti (Ristorante Due Cigni in Montecosaro Rosaria Morganti Scalo) gleich mit den ersten beiden Gängen ihres Menüs. Zuerst serviert sie rosa Crevetten auf einem Salat aus Plattpfirsichen, Kräuterbrotkrokant u n d To m a t e n g e l a t i n e . D a n n folgt eine gebratene Taube mit Lebercrostino und Mais. Übrigens: Während zu den Crevetten der mineralische weisse «Ribona» (aus der Maceratino-Traube gekeltert) vorzüglich mundet, ist zu der Taube der kernige Marche Rosso (eine Cuvée aus Sangiovese, Cabernet Sauvignon und Merlot) ein idealer Begleiter. Beide Weine stammen von Fontezoppa. «Schon unsere Grossmütter kochten sehr flexibel. Je nachdem, was gerade verfügbar war, änderten sie die Rezepte immer wieder ab», sagt Rosaria. So gibt es von der Lasagne noch heute zwei Versionen. Für die edlere «Lasagne

Princisgrassi» werden unter anderem Trüffel, Milken und frische Sahne verwendet, während die einfachere «Lasagne Vincisgrassi» mit Geflügel, Kalbfleich, Innereien und Tomatenpüreee zubereitet wird. Rosaria Morganti hat zuerst Medizin studiert, bis sie sich entschloss, das Koch-Handwerk ihrer Mutter weiter zu führen. Sie ist nicht die einzige Quer-Einsteigerin. Maria Enrica Piolo, die heute das Restaurant in der Locanda Fontezoppa führt, war zuerst Modedesignerin, bis sie die Schere gegen die Kochkelle eintauschte. Heute pflegt sie eine ländliche inspirierte Küche mit hausgemachten Teigwaren und klassischen Fleischgerichten, wie das behutsam im Ofen gegarte Lamm. Im Restaurant von Fontezoppa geniesst man diese Spezialitäten am besten auf der grosszügigen Terrasse mit herrlichem Ausblick auf das gegenüber liegende Städtchen Civitanova Marche. In den vornehmen, spektakulär an der Adria-Küste gelegenen Badeorten wie Numana oder Sirolo, die keine 30 Kilometer vom Weingut Fontezoppa entfernt liegen, sind frische Meeresfrüchte und Fisch angesagt. Dass diese gekonnt aber einfach zubereitet am besten schmecken, beweist die Locanda Rocco in Sirolo. Während die Gäste im Schatten des mächtigen Papiermaulbeerbaum schon mal einen frischen Verdicchio di Matelica geniessen, können sie durchs offene Fenster beobachten, wie Küchenchefin Emanuela Emiliozzi (die zuvor bei Mario Gamba im Acquarello in München kochte) perfekt ausgebackene Crevetten auf einem Pürée aus Zucchetti und Kartoffeln, abgeschmeckt mit Olivenöl und Basilikum, anrichtet. Adressen: Locanda Fontezoppa Contrada da San Domencio 38 I-62012 Civitanova Marche Alta Tel. +39 0733 801 551 www.locandafontezoppa.com Gutes Restaurant, schlicht modernes Ambiente, bequeme Zimmer. Ristorante Due Cigni Via S.S. Annunziata 19 I-62010 Montecosaro Scalo Tel. +39 0733 865 182 www.duecigniristorante.com Verfeinerte Regionalküche auf höchstem Niveau. Locanda Rocco Via Torrione 1 I-60020 Sirolo Tel. +39 0719 330 558 www.locandarocco.it Hervorragende Fischküche, schlicht-mediterranes Ambiente, bequeme Zimmer.

Unterwegs im Weinland Marken Sicher, die Marken mögen nördlich der Alpen weniger bekannt sein als die Toskana oder das Piemont, sie sint aber für Geniesser – gerade deswegen - ein ebenso lohnendes Reiseziel! Unbedingt einplanen sollte man einen Strandtag im Parco del Conero. Die kleinen, idyllischen Buchten verstecken sich hier zwischen gewaltigen Kalksteinfelsen. Unmittelbar an der Grenze zu diesem Naturpark liegt der exklusive Badeort Sirolo, von dem aus auch die Weindörfer der Marken gut zu erreichen sind. Ancona, die Hauptstadt der Region, liegt ebenfalls nur einen Katzensprung entfernt. Das Leben in der 100‘000 Einwohner-Stadt pulsiert vor allem im Hafen und den quirligen Altstadtgassen rund um die Piazza del Papa. Übrigens: Schon im 15. Jahrhundert brachten Schiffe getrockneten Kabeljau nach Ancona. Noch vor 100 Jahren soll es im Hafenquartier rund 200 auf Stockfisch spezialisierte Osterien gegeben haben. Heute sind es weniger, aber der «Stoccafisso all’anconetana» (mit reichlich heimischen Verdicchio-Wein zubereitet), gilt noch heute als die Spezialität der Stadt. Auch das hügelige Landesinnere hat viel zu bieten: Besonders das pittoreske Städtchen Cartoceto mit seinen engen Gassen und Treppen ist ein eigentliches Schlaraffenland. Das hier produzierte Olivenöl mit Ursprungsbezeichnung (D.O.P.) schmeckt genau so vorzüglich wie der Schafskäse «Formaggio di Fossa», der in Stoffsäcke verpackt in Tuffstein-Gruben reift. Zudem werden hier auch ausgezeichnete Artischocken geerntet. Die Dörfer

Acqualanga, Sant’Agata Feltria und Sant’Angelo in Vado gelten derweil als Trüffelhochburg. Der höchst exklusive weisse Trüffel («Tuber magatum»), den die abgerichteten Hunde von Oktober bis Dezember hier erschnüffeln, schmeckt genau so gut wie jene aus Alba. Ein besonders spiritueller Ort ist die Zisterzienserabtei von Fiastra im Chientital. In diesem im 12. Jahrhundert gegründeten Kloster, inmitten einer üppig grünen Flusslandschaft gelegen, lebt seit 1985 wieder eine Zisterziensergemeinschaft. Die Architektur des Klosters besticht durch ihre Schlichtheit, einziger Schmuck ist eine Fensterrose. Besucher können während festgelegten Besuchszeiten am stillen Klosterleben teilnehmen (Infos: www.abbadiafiastra.net). Buchtipp: «Marken – italienische Adria», DuMont Reise-Taschenbuch, 288 Seiten, Euro 14,95

Illustration Riccardo Ruggeri - www.riccardoruggeri.it

Marche Bianco

Diese weisse Assemblage aus heimischen Sorten wie Maceratino, Incrocio Bruni und Pecorino zeigt sich gehaltvoll und bekömmlich zugleich. Ein sehr trinkiger und doch gehaltvoller Wein.

Mariné

Die unverkennbaren Eigenschaften des Sangiovese sind klar erkennbar. Subtile Aromatik, im Gaumen konzertriert und doch elegant, getragen von einer saftigen Säure.

Unterwegs im Weinland Marken

Frauen am Herd

authentische und keine austauschbaren Weine. Wer einen Verdicchio, einen Maceratino oder einen Vernaccia Nera geniesst, erfährt viel über die kulturellen Eigenheiten der Marken. In den alten Sorten stecken einfach die spannenderen Geschichten.


Was ist ihr persönlicher Lieblingswein im Fontezoppa-Sortiment? Jetzt müsste ich eigentlich einen Wein aus autochthonen Sorten nennen… Aber mein Favorit ist der «Marinè». Dieser reinsortige Sangiovese beeindruckt mich immer wieder mit seiner reifen, würzigen Frucht, und seiner saftigen Fülle im Gaumen.

Frauen am Herd Viele gute Osterias in Marken haben etwas gemeinsam: Am Herd steht eine Frau. Hier die grünen Apennin-Hügel, dort das blaue Wasser der Adria. Erde und Meer liefern der Marken-Küche jene Fülle an Zutaten, aus denen sie ihre Gerichte zaubert. Dass diese sowohl leicht und frisch, als auch bäuerlichdeftig ausfallen können, beweist die Spitzenköchin Rosaria Morganti (Ristorante Due Cigni in Montecosaro Rosaria Morganti Scalo) gleich mit den ersten beiden Gängen ihres Menüs. Zuerst serviert sie rosa Crevetten auf einem Salat aus Plattpfirsichen, Kräuterbrotkrokant u n d To m a t e n g e l a t i n e . D a n n folgt eine gebratene Taube mit Lebercrostino und Mais. Übrigens: Während zu den Crevetten der mineralische weisse «Ribona» (aus der Maceratino-Traube gekeltert) vorzüglich mundet, ist zu der Taube der kernige Marche Rosso (eine Cuvée aus Sangiovese, Cabernet Sauvignon und Merlot) ein idealer Begleiter. Beide Weine stammen von Fontezoppa. «Schon unsere Grossmütter kochten sehr flexibel. Je nachdem, was gerade verfügbar war, änderten sie die Rezepte immer wieder ab», sagt Rosaria. So gibt es von der Lasagne noch heute zwei Versionen. Für die edlere «Lasagne

Princisgrassi» werden unter anderem Trüffel, Milken und frische Sahne verwendet, während die einfachere «Lasagne Vincisgrassi» mit Geflügel, Kalbfleich, Innereien und Tomatenpüreee zubereitet wird. Rosaria Morganti hat zuerst Medizin studiert, bis sie sich entschloss, das Koch-Handwerk ihrer Mutter weiter zu führen. Sie ist nicht die einzige Quer-Einsteigerin. Maria Enrica Piolo, die heute das Restaurant in der Locanda Fontezoppa führt, war zuerst Modedesignerin, bis sie die Schere gegen die Kochkelle eintauschte. Heute pflegt sie eine ländliche inspirierte Küche mit hausgemachten Teigwaren und klassischen Fleischgerichten, wie das behutsam im Ofen gegarte Lamm. Im Restaurant von Fontezoppa geniesst man diese Spezialitäten am besten auf der grosszügigen Terrasse mit herrlichem Ausblick auf das gegenüber liegende Städtchen Civitanova Marche. In den vornehmen, spektakulär an der Adria-Küste gelegenen Badeorten wie Numana oder Sirolo, die keine 30 Kilometer vom Weingut Fontezoppa entfernt liegen, sind frische Meeresfrüchte und Fisch angesagt. Dass diese gekonnt aber einfach zubereitet am besten schmecken, beweist die Locanda Rocco in Sirolo. Während die Gäste im Schatten des mächtigen Papiermaulbeerbaum schon mal einen frischen Verdicchio di Matelica geniessen, können sie durchs offene Fenster beobachten, wie Küchenchefin Emanuela Emiliozzi (die zuvor bei Mario Gamba im Acquarello in München kochte) perfekt ausgebackene Crevetten auf einem Pürée aus Zucchetti und Kartoffeln, abgeschmeckt mit Olivenöl und Basilikum, anrichtet. Adressen: Locanda Fontezoppa Contrada da San Domencio 38 I-62012 Civitanova Marche Alta Tel. +39 0733 801 551 www.locandafontezoppa.com Gutes Restaurant, schlicht modernes Ambiente, bequeme Zimmer. Ristorante Due Cigni Via S.S. Annunziata 19 I-62010 Montecosaro Scalo Tel. +39 0733 865 182 www.duecigniristorante.com Verfeinerte Regionalküche auf höchstem Niveau. Locanda Rocco Via Torrione 1 I-60020 Sirolo Tel. +39 0719 330 558 www.locandarocco.it Hervorragende Fischküche, schlicht-mediterranes Ambiente, bequeme Zimmer.

Unterwegs im Weinland Marken Sicher, die Marken mögen nördlich der Alpen weniger bekannt sein als die Toskana oder das Piemont, sie sint aber für Geniesser – gerade deswegen - ein ebenso lohnendes Reiseziel! Unbedingt einplanen sollte man einen Strandtag im Parco del Conero. Die kleinen, idyllischen Buchten verstecken sich hier zwischen gewaltigen Kalksteinfelsen. Unmittelbar an der Grenze zu diesem Naturpark liegt der exklusive Badeort Sirolo, von dem aus auch die Weindörfer der Marken gut zu erreichen sind. Ancona, die Hauptstadt der Region, liegt ebenfalls nur einen Katzensprung entfernt. Das Leben in der 100‘000 Einwohner-Stadt pulsiert vor allem im Hafen und den quirligen Altstadtgassen rund um die Piazza del Papa. Übrigens: Schon im 15. Jahrhundert brachten Schiffe getrockneten Kabeljau nach Ancona. Noch vor 100 Jahren soll es im Hafenquartier rund 200 auf Stockfisch spezialisierte Osterien gegeben haben. Heute sind es weniger, aber der «Stoccafisso all’anconetana» (mit reichlich heimischen Verdicchio-Wein zubereitet), gilt noch heute als die Spezialität der Stadt. Auch das hügelige Landesinnere hat viel zu bieten: Besonders das pittoreske Städtchen Cartoceto mit seinen engen Gassen und Treppen ist ein eigentliches Schlaraffenland. Das hier produzierte Olivenöl mit Ursprungsbezeichnung (D.O.P.) schmeckt genau so vorzüglich wie der Schafskäse «Formaggio di Fossa», der in Stoffsäcke verpackt in Tuffstein-Gruben reift. Zudem werden hier auch ausgezeichnete Artischocken geerntet. Die Dörfer

Acqualanga, Sant’Agata Feltria und Sant’Angelo in Vado gelten derweil als Trüffelhochburg. Der höchst exklusive weisse Trüffel («Tuber magatum»), den die abgerichteten Hunde von Oktober bis Dezember hier erschnüffeln, schmeckt genau so gut wie jene aus Alba. Ein besonders spiritueller Ort ist die Zisterzienserabtei von Fiastra im Chientital. In diesem im 12. Jahrhundert gegründeten Kloster, inmitten einer üppig grünen Flusslandschaft gelegen, lebt seit 1985 wieder eine Zisterziensergemeinschaft. Die Architektur des Klosters besticht durch ihre Schlichtheit, einziger Schmuck ist eine Fensterrose. Besucher können während festgelegten Besuchszeiten am stillen Klosterleben teilnehmen (Infos: www.abbadiafiastra.net). Buchtipp: «Marken – italienische Adria», DuMont Reise-Taschenbuch, 288 Seiten, Euro 14,95

Illustration Riccardo Ruggeri - www.riccardoruggeri.it

Marche Bianco

Diese weisse Assemblage aus heimischen Sorten wie Maceratino, Incrocio Bruni und Pecorino zeigt sich gehaltvoll und bekömmlich zugleich. Ein sehr trinkiger und doch gehaltvoller Wein.

Mariné

Die unverkennbaren Eigenschaften des Sangiovese sind klar erkennbar. Subtile Aromatik, im Gaumen konzertriert und doch elegant, getragen von einer saftigen Säure.

Unterwegs im Weinland Marken

Frauen am Herd

authentische und keine austauschbaren Weine. Wer einen Verdicchio, einen Maceratino oder einen Vernaccia Nera geniesst, erfährt viel über die kulturellen Eigenheiten der Marken. In den alten Sorten stecken einfach die spannenderen Geschichten.


www.cantinefontezoppa.com

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Broschüre der Kellerei Fontezoppa

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