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Designing the Seaside


by Alexandra Amberg BA Proposal 01 | 03/2014 KISD ÖD- Günter Horntrich

>> je serai toujours libre, puisque j’ai la mer en moi. <<


Editorial


Liebe Leserinnen und Leser, Sie sind neugierig auf Strandstudien und genießen die maritimen Momente am Meer? Die Erstausagebe des SEASIDE DESIGN MAGS berichtet über die Grundlagen des Themas Designing the Seaside. Diese Ausgabe gestaltet sich wie eine fragenhafte Reise und integriert die einzelnen Ansichten unterschiedlicher Fachautoren auf anschauliche Art und Weise. Mit diesen Beiträgen werden Antworten und Anregungen gegeben, die den aktuellen Standpunkt zum Thema Küste erforschen. Im Reisekoffer der Autoren enthalten sind ihre Methodenkenntnisse und Forschungsinstrumente, die zur Untersuchung des Themas Designing the Seaside erforderlich sind, um wissenschaftliche Erkenntnisse und Ergebnisse zu ergründen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit der ersten Ausgabe, Oliver Octopus Herausgeber


Navigator wohin die Reise führt

INTRO you... Einleitung und Bewegründe Blau ist mein neues Grün

Forcus on... Herangehensweise Expertenteam integrierte Positionen

Backstage of... Definition Küste Küstenarchäologie Badekultur und Seebäder Veränderungen der Dimension Kristalline Krusten von Trampelpfaden Promenaden Piers und Seebrücken Konstruktion der Dimension visuelles Spectacle Urban Beaches

Art Statement of... Kunst Studien am Strand Julia Malinowska Tadeo Cern Gregor Schneider Sue Lawty


Seaside desiged by... Produkt Entwicklungen Design Anf辰nge Design 50er-70er Design Heute Sustainable Design

Entertainment of... Nachhaltigkeit im Urlaub Tourismus und Wirtschaft Ecotourism Essen am Meer

Drama of... Natursch端tzer Rote Karte f端r die ist Situaton Umweltaktivisten Gefahren durch Kunststoffe Bionik und Marketing

Science by... Politik und Umwelt K端stenforschung Verbesserung Aktuelles

Outro... Schnittmenge Strandstudien


INTRO Persönliche Einleitung und Bewegründe

Denkanstoß für das Thema war eine Einladungskarte zur Spoga Gafa Messe in Köln, die in meinen Briefkasten flatterte, ohne dass ich auch nur einen Hauch Ahnung hatte, wieso und warum ich eingeladen wurde. Ich habe mich auf dieses wunderbare Geschenk eingelassen und die aktuellen Trends und Themen dieser Branche kennengelernt. ProduktGestaltungen, alternative Konzepte und Grünflächenpflege, ein Thema mit familiärem Bezug, dass immer aktuell sein wird. Zu Beginn habe ich in meinem Abstract formuliert „BLAU IST MEIN NEUES GRÜN“ und so ist “Designing the Seaside” das Thema meiner Abschlussarbeit im FB Design. Als naturverbundener Mensch und zukünftige Designerin muss ich mich positionieren und mir eine Nische suchen in die ich mit meinen Fähigkeiten hinein passe. “Nature Design” ist definitiv eine Bereich den ich weiterverfolgen möchte. Die Themen Urban gardening und Grüne Strukturen haben gerade eine Aktualität und Dichte, vor allem an der Köln International School of Design “KISD” sind sie durch Herrn Professor Horntrich intensiv behandelt worden und es enstanden ganz neue Konzepte im Bereich Nature Design. BLAU IST MEIN NEUES GRÜN, weil ich diesen Bereich zu meiner wissenschaftlichen und praktischen Nische als Designerin machen möchte.


Weiterer und entscheidender Impulsgeber für dieses Thema war der Besuch in der Buchhandlung König, dort bin ich auf den Buchtitel „Designing the Seaside“ von Fred Gray gestoßen, dass die Entwickoung der englische Küste beschreibt. Visuelles Gedankenfutter während der Arbeit habe ich durch Tumblr bekommen, hier ist parallel der Block enstanden: designing-the-seaside.tumblr.com eine Moodsammelung und Online-Dokumentation der Inhalte, den ich weiter führen werde. Er ermöglicht mir eine zusätzliche Absicherung der Daten und den Austausch mit anderen Datenwellen.

Ich danke Herrn Prof. Horntrich für die spannenden Sichtweisen, die das Thema Ökologie und Design ausmachen und dafür, dass ich diese Abschlussarbeit bei ihm schreiben darf.


Blau ist mein neues Gr端n Exkurs einer Farbe


„Wir müssen das Blau des Himmels durchstoßen, um das Weiß der Unendlichkeit zu finden.“

Die Synästhesien, die bei diesem Thema mitschwingen, sind durch die verschiedensten Assoziationen und Wahrnehmungskanäle begleitet. Man spürt vielleicht den nassen Sand an den Füßen oder die warmen Kieselsteine am Rücken. Aber primär fällt einem als erstes die Farbe blau ein, wenn man an Küste und Ozean denkt.

Geschichtlich hat die Farbe blau in ihrer semantischen Bedeutung einige Veränderungen erlebt. So wurde Ihre Farbtemperatur einmal als warm, dann wiederum als kalt betont. Bei den alten Griechen galt sie als hässlich und barbarisch und während sie bei den Amerikanern und Europäern lange Zeit kaum Verwendung fand, entfachte der Ton später mit einer Beliebtheit und wurde zur persönlichen Lieblingsfarbe vieler. Über die ständige natürliche aber unbewusste Verbundenheit zu diesem Ton sagte Leonardo Davinci, Meister der Malerei, neuer Ideen und Visionen folgendes: “To any white body receiving the light from the sun, or the air, the shadows will be of a bluish cast.” Durch die Kirchenmalerei und die ersten Bemalungen religiöser Gewänder, so auch der Marienstatue, wurde der Farbe geschichtlich eine neue, sehr positive Konnotation zugeschrieben. In ihrer Verbindung zu goldenen Farbpigmenten strahlte sie einen göttlichen, heiligen Glanz der Himmelskräfte aus. Marion Ackermann, Museumskuratorin sagte dazu frei nach Kasimir Malewitsch folgendes:


„Wir müssen das Blau des Himmels durchstoßen, um das Weiß der Unendlichkeit zu finden.“ So kann die Farbkombination blau und weiß einen metaphorischen Zusammenhang und eine inhaltliche Verbindung zum Himmel aufbauen, der immer auch die menschlichen Vergänglichkeit und eine begrenzte Lebenszeit bedeutet, aber eben auch für die Vielschichtigkeit von Themen und Phasen in ihren unterschiedlichen Stadien stehen. Lm laufe des zwanzigsten Jahrhunderts wurde blau dann zu royalblau und in diesem Wortsinn zu einer königlichen Farbe, die auch für politischen und militärische Designs während der französischen Revolution verwendet wurde. Dass sich eine gesamte Künstlerlaufbahn auch um einen Farbton aufbauen kann, zeigt sich am Beispiel des Künstler Yves Klein. Er ließ sich seine Blauton sogar patentieren und liefert in seinen Gedanken politische und gesellschaftliche Bezüge durch den Farbton. „I had left the visible, physical blue at the door, outside, in the street. The real blue was inside, the blue of the profundity of space, the blue of my kingdom, of our kingdom!“ In Laufe der Moderne veränderte sich die Wahrnehmungsweise erneut und zunehmend wurde der Farbton Blau in einer verspielten und romantischen Art und Weise eingesetzt. Auch im Sprachgebrauch wird sie zum Inhaltsträger. Der englische Ausdruck „to feel blue“ beschreibt eine Emotion, die das traurig und deprimiert sein kommuniziert. Im Deutschen ist der Zusammenhang „blau sein“ eher auf einen Zustand des Rausches zurückzuführen und weniger emotional konnotiert. Bei der Gender Frage sind sich alle einige, blau wird von beiden Geschlechtern gleich gerne getragen.


Heute, in der Gegenwart, ist blau eine universelle Farbe, die in allen Kulturen, Kunst- und Designrichtungen Verwendung und Gebrauch findet. Aber um wieder einen Zusammenhang zu dem größeren Thema Seaside Design zu erstellen, möchte ich diese kurze Auseinandersetzung mit der Farbe Blau mit den Worten des Künstlers HENRY CODAX abschließen. „Colors are everywhere, in every situation. A monochrome painting isolates what is ubiquitous. Like drawing a square in the sand at the beach.” Hier ist der blaue Himmel - das Meer - dass in einem gesamten Farbverlauf von Blautönen mit grünen Einflüssen zu türkis verschwimmt und dabei proportional zu seiner Meerestiefe variiert. Am HORIZONT treffen beide Blautöne zusammen und verschmelzen in einer wunderbaren, endlos langen geraden Linie, die in ihrer Weite und Tiefe Freiheit und Offenheit assoziiert. Wie jede Geschichte den geistigen Horizont erweitert, geht es jetzt auch noch ganz kurz um den Grünton, allerdings in einem anderen, viel kritischerem Zusammenhang. Die Farbe Grün hat hier einen etwas herben Beigeschmack und wirft Kritikpunkte auf, die notwendig sind, denn bei allem schönen blau geht es hier doch auch um Profit, Probleme und Konflikte, die um diese blaue Ressource und den Strand kreisen. Deswegen interpretiere ich Grün hier im Zusammenhang mit dem Zitat von dem US-amerikanischen Ökonomen und Autor Thomas Sowell: „ Capitalism knows only one color. That color is green. All else is necessarily subservient to it, Henze, race, gender, and ethnicity cannot be considered within it.“


Fokus und Herangehensweise Kriterien herausarbeiten Die Küstenzone ist ein Bereich, der für den Designer sehr interessant ist. Hier vereinen sich: Menschen und Natur, unterschiedliche Energiequellen, beständige Materialen in diversen Konsistenzen, biologische Prinzipien und ökologische Kreisläufe. Dieses Zusammenspiel ermöglicht dem Designer ein großes Lehrfeld, deswegen interessiere ich mich für Strandstudien.

Herauszufinden ist, wie der Mensch sich geschichtlich dieser Land Grenze angenähert und womit er sich diese gestaltet hat. Es geht nicht darum zu sagen, dass die Meeresluft gut tut und der Mensch hier Entspannung findet. Der Fokus dieser Arbeit liegt auch nicht auf den Superlativen, die diesen Bereich heute schmücken oder entstellen. Natürlich braucht man eine beispielhafte Darstellung dieser Entwicklungen um das Thema in seiner Breite zu fokussieren, aber es geht eben nicht darum zu sagen, “schau her - was es Schönes gibt” oder “sieh, wie der Mensch die Natur zerstört”.


Für mich hat das Thema eine Sensibilität, die ich versuchen möchte auf einer sachlichen Ebene auszudrücken und herauszufinden; ob und welche Beträge der Designer hier bereits geleistet hat. Es geht darum Kriterien aufzustellen, die für die Gestaltung wünschenswert und notwendig sind, und einen Leitfaden zu erstellen, der für zukünftige Konzeptionen wertvoll sein kann. Es geht um ein Feingefühl, für die Notwendigkeit der Dinge, ihren tatsächlichen Nutzen, ihre temporäre oder dauernde Beständigkeit. Es geht um die Dinge und Produkte die der Mensch dort heute braucht, die Objekte, die dazu beitragen, diesen Küstenbereich zu gestalten. Die Arbeit soll in Fragestellungen zu relevanten Problemen in diesem Bereich enden.


Violant, João Maurício

Seaside Diskussionspartner INTEGRIERTE POSITIONEN

Dieses Thema - muss also nun inhaltlich gestaltet werden. Welche Aufgabe hat denn nun der Designer dabei? Als Erstes sehen ich mich als Autorin, die die unterschiedlichen historischen und gegenwärtigen Positionen dazu schemenhaft skizziert. Nach dem Motto „Mut zum Dilettantismus“ werde ich die unterschiedlichen Menschen „an einen Tisch bringen“: hören, sehen und verstehen, was sie inhaltlich dazu beitragen. PARLEY „Artists, musicians, actors, directors, fashion designers,


journalists, architects, product inventors, scientists have the tools to mold the reality we live in and to develop alternative business models and ecological senseful products that give us earthlings an alternative choice, an every day option to change something.“ „Das Design steht zwischen menschlichen und technologischen Ressourcen, zwischen Kunst und Handwerk, zwischen Kunden und Unternehmen. Als in besonderem Maße vermittelnde Praxis führt es Eingaben aus vielen Quellen zur Synthese, um so den technischen, ergonomischen, ökologischen, finanziellen und ästhetischen Kriterien einer vorgeschlagenen Lösung zu genügen“ Loretta Staples

Das Expertenteam • •

Hai, Konzerndirektor

• •

Delphin 2, Biologe, Naturschützer

• •

Ruchos Wal, Marketingberater

Octopus, Designer

Delphin 1, Architekt, Ingenieur

Wal, Historiker

kleiner Fisch, Künstler und Musiker


Der Designer, Octopus und Kapitän dieser seltsamen Versammlung, tastet sich mit seinen vielen Armen und Fühlern an Meinungen und Sichtweisen heran, trägt diese zusammen und verknüpft sie zu einem Netz, aus dem fruchtbare Ideen gefiltert werden können. Indem er versteht, welche Bedürfnisse und Notwendigkeiten die einzelnen Positionen vertreten, ermittelt er die aktuelle Istund Soll- Situation des Teams.

Der Kapitalgeber und Unternehmer (genannt Hai) vieler gewinnbringender Konzerne, die im Geld nur so schwimmen, ist daran interessiert, das Image seines Unternehmens durch “Greenwashing” aufzupolieren. Auch Nachhaltigkeit steht gerade hoch im Kurs, deswegen arbeitet der Unternehmer an langfristigen Schnittmengen, die für ihn einerseits einen hohen wirtschaftlichen Umsatz erzielen, andererseits mit den Kriterien für eine nachhaltige Entwicklung übereinstimmen.

Neben ihm, aber vom Standpunkt ausgesehen konträr, sitzt der Naturschützer und kritische Aktivist, der vom absoluten Gegenteil überzeugt ist. Ihn plagen viele Sorgen, er zweifelt an allem, was nicht der Umwelt und dem kleinsten Teilchen seiner Struktur zugutekommt. In Zusammenarbeit mit seiner Gruppe von Biologen haben sie der Forschung und Bewahrung schon viele gute Dienste geleistet.


Neben dem Octopus sitzt sein Freund und Verwandter, der Delphin, Architekt und Maschinenbauer. Die Zusammenarbeit der beiden ist wegen ihrer disziplinübergreifenden Denkweise sehr wertvoll. Sie haben gemeinsam schon die erstaunlichsten Konzepte, Gebilde und Maschinen entstehen lassen.

Der hässliche Stockfisch Ruchos Wal spielt seine Rolle als Marketingberater ganz geschickt. Durch den Verkauf von hundert Kühlschränken in der Antarktis hat er sich eine ganz hohe Position erkämpft. Hier spielt er mit verdeckten Karten und rollt das Thema werbewirksam auf, wobei er den Spielregeln des Hais folgt.

Der kleinste in der Gruppe spielt mit den schönsten Melodien und Farben, die man je gesehen hat. Er ist der Künstler und Musiker, der diesem Team all das gibt, was sinnlich schön und ästhetisch provozierend ist.

Der Wal mit seinem großen Kopf ist derjenige, welcher die Geschichte in sich trägt. Er ist Historiker und mythologischer Meister, der das Thema mit Geschichten, Zitaten und Namen untermauert, wobei er bei der aktuellen Diskussion nur sehr wenig zu Wort kommt, da das Interesse an seinem Fachwissen scheinbar Nichts neues bringt und er sich selbst auch schon stark gealtet fühlt. Ohne ihn geht es aber nicht.


Die Deffinition „Küste“ EUCC | European Union for Coastal Conservation

Tsunami Memorial Site, photomontage


Der Begriff Küste meint, geographisch gesehen, den Übergangsbereich von Festland und Meer, wobei der Strand hier häufig den Kontaktbereich darstellt. Die Küste ist ein dynamischer Bereich, der durch verschiedene Vorgänge ständig verändert wird. Hierzu zählen die Gezeiten, also Ebbe und Flut, außerdem Brandung und Meeresströmungen und Prozesse wie Meeresspiegelschwankungen oder -hebungen sowie Senkungen des Untergrundes. Zusätzlich verändert sich die Küste im Mündungsbereich der Flüsse, da die Sedimentfracht, die hierher transportiert wurde, abgelagert wird. Des Weiteren werden Küsten in vier Zonen unterteilt. Das Meer selber stellt eine Zone dar und die Uferbüschung wird als Kontaktzone bezeichnet. Dahinter liegt dann der meeresnahe Landbereich und hinter diesem dann das sogenannte Hinterland. Es gestaltet sich als sehr schwierig, eine klare Einteilung der eigentlichen Küstentypologien zu unternehmen, da sich diese Kategorien untereinander häufig überschneiden. Es liegt zumeist im Auge des Betrachters: So könnte man Küsten, gesehen im Querschnitt, in Flach- und Steilküsten, nach den Höhenschwankungen des Meeresspiegels in Hebungs- und Senkungsküsten, nach geologische Aufbau in Längs- und Querküsten oder nach dem Küstenverlauf in Ausgleichs- oder gebuchtete Küsten unterteilen. Die Besiedlung der Küstenregionen nimmt immer weiter zu. Die Independent World Comission on the Ocean geht von einem noch konservativ einzuschätzenden Wert von 37% der Weltbevölkerung aus, die in den hundert km breiten Küstenregionen wohnen. Ismael Serageldin, Vizepräsident der Weltbank geht sogar von 60% der Weltbevölkerung aus, die im Küstenabstand von sechzig Km angesiedelt sind.


K체stenarch채ologie wie der Mensch die Landschaft gestaltet

selectra/Taner Flickr


Aus historischer Sicht sind die Veränderungen des Küstenbereichs vielfältig. Auf der einen Seite hat sich das Verhalten der Menschen zu diesem Ort verändert. Andererseits änderte sich dadurch auch das optische und architektonische Erscheinungsbild des Ortes. Henri- Frederic Amie, Schweizer Schriftsteller, Philosoph und Professor für Ästhetik an der Universität Genf formulierte: “Any landscape is a condition of the spirit.” So ist es nicht verwunderlich, dass der Küstenbereich einem ständigen natürlichen und bewusst gestalteten Wandel unterliegt, der auf die geistigen und körperlichen Bedürfnisse der Menschen neu reagiert. Die Küste ist der Ort, an dem eine Reise beginnt und endet. Denkt man zurück an die Zeiten, in denen die großen Entdecker der Welt auf ihren Seefahrten neue Kontinente erforscht haben, ist die Küste der Bereich, indem Abschied und Ankunft gefeiert wurden. An diesen Orten findet Immigration und Integration im Austausch statt und der Mensch kommt hier in ersten Kontakt mit der fremden neuen Welt. Hier ist der erste Standpunkt, an dem unterschiedliche Herkünfte in Verbindung treten und kommunikativer Austausch zwischen zwei oder mehr Kulturen stattfindet. Aber auch Produkte, Waren und Kulturgegenstände werden vom Hafen der Küste importiert und exportiert. Die Küste hat sich zu einem Bereich entwickelt, der durch einen regen Austausch zwischen den Menschen und auch Dingen beeinflusst wird.


Badekultur und Seebäder bathing machines und Geschlechterrollen

Im 18 Jahrhundert wurde ärztlich nachgewiesen, dass die Seeluft an der Küste und das Meerwasser sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Ziemlich rasch zeigte sich das Phänomen, dass Baden am Meer dem Körper und der Seele gut tut - und es erfreute sich zunehmend in allen Gesellschaftsklassen großer Beliebtheit. Die Badekultur an den Küstenregionen in Deutschland fängt mit der Entstehung der Seebäder an. In kurzer Zeit entstand eine erste richtige Welle des Badetourismus an den Meeresküsten. Das erste deutsche Seebad eröffnete am 21. September 1793 an der Ostsee in Heiligendamm. Das erste Nordseebad öffnete auf Norderney fünf Jahre später. In England begann die Entwicklung der Badekultur am Meer mit sogenannten “bathing machines”. Die “Badekarre” geht nach historischen Quellen auf eine Erfindung um das Jahr 1750 zurück und bot im 18. und 19. Jahrhundert vor allem Frauen die Möglichkeit sittlich korrekt und ungesehen im offenen Meer baden zu gehen. Im Denken dieser Zeit hatten die Damen dieser Epochen ein bestimmtes Rollenbild zu erfüllen, und es galt als unschicklich und anstößig, in der Sichtweite von Männern zu baden. Weit entfernt von der Bikinimode trugen die Frauen Badebekleidung, die ihre weiblichen Formen und nackte Haut zum größten Teil verhüllte. Nach 1850 entstanden auch an den deutschen Küsten immer mehr Badeanstalten


sowie Badebuden – zunächst nach Geschlechtern getrennt –, so dass die Karren nur noch selten benutzt wurden. In Großbritannien endete die gesetzliche Geschlechtertrennung beim Baden im Jahr 1901. Die gesellschaftlichen Veränderungen wandelten also auch das Erscheinungsbild und die Landschaft der Küstenregionen. Aus architektonischer Sicht passt als einleitendes Zitat die Aussage von Fred Grey hier gut: “particular forms of architecture may capture the nature and condition of the seaside resort and seaside holiday and even culture and society in a more general way.” Ich möchte hier auf die Sichtweise der geschichtlichen und architektonischen Veränderungen der Küstenlandschaft eingehen. Während durch wirtschaftliche oder militärische Notwendigkeiten Hafenstädte ausgebaut wurden und die Küste hierdurch zum Ankerpunkt für Warenschiffe oder Kriegsflotten der Marine zum Zweck der Verteidigung wurden, entstanden später Gebäude, Piers und Parkanlagen in der Nähe der Küste, die allein zur Freizeit und für den Tourismus erbaut wurden. Ab dieser Zeit kann die Küste als ein Ort betrachtet werden, der nicht nur jedem Einzelnen die gesundheitliche Genesung verspricht, sondern auch einen Bereich darstellt, der den regionalen Profit erhöht und auf das allgemeine wirtschaftliche Wohl abzielt.


VERÄNDERUNG DER DIMENSION DURCH DIE NATUR SELBST UND DEN EINFLUSS DES MENSCHEN

Paths, Passages and Spaces | Hans Dieter Schaal | Socks Studio


Fast eine Million Kilometer Länge messen die Küsten weltweit. Damit sind sie die am weitesten verbreitete Landschaftstypologie des Planeten Erde. Die Abstraktion des Strandes zu dem Begriff Fläche, der integriert ist in die räumliche Dimension der Küstenlandschaft, ist ein Bereich der durch verändernde Variablen - einen konstanten Form-, Flächen- und Oberflächenwandel aufweist. Ich gehe jetzt Stück für Stück von dem ursprünglichen wilden Landschaftsbereich auf die konstruierte und organisierte Dimension ein. Wo die Fläche Strand einem temporäreren Wandel unterliegt, sind aus architektonischer Sicht vor allem die langfristigen Veränderungen der Dimension Küstenzone interessant. Fred Gray, der Autor von „Designing the Seaside“ erzählt und liefert in seinem Buch zahlreiche Illustrationen der englischen Küstenentwicklung, vor allem illustriert er die Entstehung des Badeortes Brighton und anderen Südküsten Orten. Auf seinen Inhalten beruht der architektonische Wandel, auf den ich jetzt punktuell eingehe: “ Over many decades varied images of the beach, revealing in a changing use and architecture, encapsolulate much about the West’s fascination with the seaside” Grey


KRISTALLINE KRUSTEN des weißen Golds

Eine unberührte Dimension war die Küstenlandschaft einst, in der Flora und Fauna ihren natürlichen Wandel im Klang der Jahreszeiten gestalteten. Der Mensch näherte sich der Fläche und Dimension zuerst als Sammler, denn die Vegetation die an der Küste vorherrscht, bringt allerlei wilde Kräuter, Gräser und Gemüse hervor, die nur unter diesen klimatischen Bedingungen wachsen konnten. Nichts außer dem unberührten und natürlichen Ursprung machte die Dimension der Küste aus. Eine Landschaft, die sich noch nicht durch den Menschen, sondern aus ihrem inneren zyklischen Wandel heraus veränderte. Sowie die Weite des Horizonts eine fast grenzenlose Dimension ist, war der


Mensch lange nur ein ganz kleiner Punkt in der Landschaft, der hier her kam um die Früchte zu ernten, die da waren Salz und den Fisch. Salzsammeln an der Küste stellte einen Gewinn für den Menschen dar. Das Salz verlieh seiner Nahrung die richtige Prise Geschmack und im Tausch mit anderen Waren und Lebensmitteln betrieb der Mensch einen Handel, der ihm persönlichen Gewinn einbrachte. Betrachten wir diese Dimension, sehen wir hohe und tiefe Felskrater, wie Stalagmiten und Stalaktiten ragt das Gestein spitz und steil in die Vertikale der Küstenebene, die weißen Salzstrukturen, eingetaucht in Einbuchtungen aus Stein, umrandet von kristallinen Krusten. Hier liegt der Gewinn, das weiße Gold dieser Epoche.


von Trampelpfaden Desire Lines - oh yes, i will follow you!

Map Paths Toronto Eric Fischer


Sol LeWitt, Wall Drawing

Das Erreichen der Küsten war vor allem auf Seewegen möglich. Die Schiffe legten entweder am Strand oder später an den eigens dafür erbauten eine Häfen an. Zu Fuß, auf dem Pferd oder Esel entstanden Trampelpfade entlang der Ebene die zu der Dimension hinführt, die nach und nach, Schritt für Schritt einen Weg formten, der die richtige Richtung zum Ziel ebnete. Diese Wege, in der ein Stück Natur und Pflanzen bewusst gejätet wurde, waren Handelswege die gebraucht wurden, um einen Warenaustausch möglich zu machen. Was wäre der Mensch, wenn er nicht aus dem Trott der geistigen Trampelpfade etwas Neues geschaffen hätte? Für den „fliegenden Händler“, der durch den Fischfang seinen Unterhalt verdiente, waren diese Pfade wirtschaftlich wichtig.


Roger Broders

Promenaden VIELE WEGE FÜHREN ZUM MEER

Wege zum Meer gibt es bis dato viele - verschlungen oder geradlinig - aber bewusst angelegte Wege und Straßen, die Verbindungslinie zwischen Dimension und Fläche wurde, kamen erst später. „Se promener“ aus dem französischen übersetzt spazieren gehen, wurde zu einer gesellschaftlichen Beschäftigung, die gerade an den Küstenregionen eine große Beliebtheit fand. Das Flanieren an der Küste mit ihrem guten Klima und der frischen Luft, erforderte eine neue Gestaltung der Wege. Den sonntäglichen Rendezvous von Verliebten und den zusammenkommenden Familien wurden durch das Anlegen von Promenaden, die parallel zum Meer verlaufen, der Weg geebnet. Promenaden sind Verbindungslinien auf einer Fläche und ein Ort, der der Kontaktaufnahme dient. Hier wird sich getroffen, um „Sehen und Gesehen zu werden“ aber auch


um gespräche zu führen und zu diskutieren. Die Strand und Uferpromenaden wie die Promenade de „la Croisette“ in Cannes und die berühmte Promenade „des Anglais“ an der Mittelmeerküste in Nizza nehmen bis heute eine zentrale Rolle im Stadtleben an der Küstenlandschaft ein. Der veraltete Ausdruck für solche Flaniermeilen ist der Begriff Wandelbahn. In den mondänen Seebädern der Jahrhundertwende wie beispielsweise Westerland, Brighton oder Scheveningen galten die Wandelbahnen oder Seepromenaden als Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens.

Laurence Fellows


Piers und Seebrücken auf dem Wasser flanieren und sich amüsieren

Die Konstruktionen von Piers und Seebrücken haben die Dimension der Küstenlandschaft dann richtig verändert. Im Englischen ist pier eine Seebrücke, ein Bauwerk auf Säulen oder Pfählen, unter dem das Wasser hindurchfließen kann. Ein solcher Pier dient als Steg, Seebrücke, Schiffsanlegestelle oder als Plattform über dem Wasser, auf der Hafenanlagen, Gebäude, aber auch ganze Vergnügungsviertel oder Stadtteile errichtet werden. Die Seebrücke verbindet alle drei Bereiche: Ocean | Fläche | Dimension. Was für eine Errungenschaft der Ingenieure und Wasserbauer! Durch die Erbauung von Piers ist dem Mensch sprichwörtlich “das Laufen auf dem Wasser” möglich gemacht worden. Diese Veränderungen wandelten die Küstenlandschaft architektonisch und indessen auch die gesellschaftlichen Aktivitäten der Menschen enorm. Das Bedürfnis nach Freizeit und Erholung stand vorwiegend den wohlhabenderen Menschen in der Gesellschaft zu.


left and right side paiting Jacek Yerka

Für die Arbeiterschicht, die in den umliegenden Industrien oder nahe gelegenen Handelsbereichen tätig waren, war das ein Luxus, der ihnen nur selten gegönnt wurde. Vom ursprünglichen Luftkurort welcher der gesundheitlichen Genesung und Erholung dienen sollte, entwickelte sich schnell eine dynamische Dimension, die ganze Freizeit- und Vergnügungsorte entstehen ließ. Die Küste wurde somit zu einem Bereich, der den Menschen amüsierte, ihm Lust, Spaß und Vergnügen brachte. Das war gegen Ende des 19 Jahrhunderts und potenzierte sich in einer Dimension, die durch die “Vergnügungsgesellschaft” bis heute viele Veränderungen im Grundriss der Küstenbereiche hervorbrachten. Die ersten Piers und Fassaden von Gebäuden, die an offenen und zentralen Plätzen standen, wiesen sich durch architektonische Bezüge zu abendländischen Gestaltungslinien und orientalischen Ornamenten aus, wie sie in den alten Kulturen der südländischen Küstenregionen heute noch anzutreffen sind.


“Architecture combined with music- and especially from the mid -nineteenth century as specific seaside music developed - was an important part of designing the seaside.” “For example, it was bound up with the evolving sounds of the seaside, both natural and artivicual. In Britain, most apparent was seaside architecture, in the form of concert halls, wintergardens, pavillions and seafront bandstands, as a vehicle for listening to music.”

Konstruktion der Dimension kulturelle Identität der Küstenlandschaften domingo milella


Durch den wirtschaftlichen Wohlstand der Gesellschaft und den zunehmenden wirtschaftlichen Gewinn, den die Küstenzonen erzielten, wurde die gesamte Dimension unter städtebaulichem Gesichtspunkt wichtig. Die Küstenorte, die sich zu Vergnügungsstädten entwickelt hatten, sind und waren das “Aushängeschild” und “Image” eines Landes nach innen und außen. Deswegen war die bewusste Konstruktionen der Dimension als Selbstdarstellungsmerkmal in der Welt von politischem, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interesse.


visuelles Spectacle die Superlativen pägen das Bild der Küstenstädte

Nach Grey veränderte sich nicht nur die Architektur an der Küste, genauer gesagt die der Vergnügungsorte, sondern auch die Architektur der großen Plätzen, die in umttelbarer Nähe der Vergnügungsorte gelegen waren. Sie wurden in ihrer Gestaltung wie ein “visuelles Spectacle” erbaut. Aber nicht nur die Architektur der einzelnen Anlagen macht die Küstendimension aus, vielmehr geht es um einen Blick der die gesamte Draufsicht auf eine Landschaft zeigt. Denn heute möchte der Mensch nicht nur ein Zimmer mit Meeresblick das nach Süden ausgerichtet ist, sondern er erwartet eine gesamte Infrastruktur, in der er seine Bedürfnisse schnell und zentral erfüllen kann. Gerade in touristischen Gebieten geht es darum, sich leicht und gut zurechtzufinden und möglichst keine Anstrengung aufbringen zu müssen, denn man ist ja schließlich zur Entspannung im Urlaub. Als Superlative sind die künstlichen Areale an der Arabischen Gold Küste zu nennen, die das Landschaftbilds vierlerorts nachhaltig prägen die den Tourismus der Reichen in einer Extreme darstellen.


Roberto Burle Marx, Copacabana beach in Rio,


Christian Horn, Paris Plage

Urban Beaches Neuer Topos in der Stadt

Die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen haben dazu geführt, dass die Küste als Topos neu verortet und künstlich nach kreiert wird, sodass sich Städte zu temporären Strandinseln wandeln. Heute werden sowohl die Küstenregionen geplant, bewusst angelegt und designed als auch parallel dazu Stadtstände angelegt, die das Küstengefühl der Städter wecken. URBAN BEACH PROJEKTE verwandeln Städte in den Sommermonaten in künstlich angelegte Strandoasen. Die Idee wurde erstmals 1996 in der Französischen Stadt Saint-Quentin umgesetzt. Hintergrund dieser vorerst einmaligen Aktion, war die Verbesserung der sozialen Probleme dieses Ortes, auf die die Stadtverwaltung mit diesem Projekt reagierte. Das Angebot war ein Volltreffer und findet seit dem im jährlichen Turnus statt.


Im Jahre 2002 wurde diese Aktion dann auch in den Medien aufgegriffen und in Paris und einigen anderen französischen und europäischen Großstädten wie Berlin, Brüssel, Budapest und Prag ebenfalls durchgeführt. Seit 2003 wurde in Paris auch eine künstliche Strandpromenade angelegt, die mit 3000 qm Sand den Fluss an der Seine in eine Strandoase verwandelt hat. Mit anfänglich 2,3 Millionen Besuchern erfreute sich dieses Statement mit einer ganz großen Beliebtheit bei der französischen Bevölkerung sowie auch bei den Touristen. Seit 2006 ist das URBAN BEACH Projekt „ Paris Plages“ fester Bestandteil des Stadt- Tourismus und des Freizeit- Managements. Sand sculpture in Paris-Plages 2011


Strandstudien in der Kunst der Mensch und sein Verhalten am Meer

Die Künstler die im folgenden Kapitel vorgestellt werden gehen mit ihren Werken auf das Thema Mensch am Strand ein. Diese Art der Strandstudien liefert somit Einblicke in die Beziehungen und Verhaltensweisen, die der Mensch dort heute pflegt. Für Künstler ist die Küste schon lange ein beliebtes Thema , dass sie in ihren Werken abbilden. Bewusst habe ich mich für Beispiele aus der zeitgenössischen Kunst entschieden, weil sie meiner Meinung nach anschaulich aber auch kritisch die Ist Situation wiederspiegeln.


Die 1979 geborene polnische Kテシnstlern Julita setzt sich in ihren Werken mit dem Thema Menschen im Meer und Menschen am Strand auseinander. Ihre figurative テ僕malerei betont den Menschen in einer ruhigen, fast cleanen Umgebung der Kテシste. Der Ozean und Strand wirken durch Ihre

JULITA MALINOWSKA Polan Painter


Technik sehr flächenhaft, wodurch der Mensch und seine Aktivität am Strand oder beim Schwimmen in den Vordergrund rückt. Mich persönlich sprechen die Bilder an, sie stellen eine Perspektive der Strandstudie dar, die Menschen an der Küste seigt, alleine oder in der Gemeinschaft. Die Malerin hat die menschlichen Handlungen fokussiert.


TADEO CERN Photographer - Project Comfort Zoneâ&#x20AC;&#x2DC; 2013

Seine photographische Auseinandersetzung mit dem Thema Comfort Zone, dokumentiert das Verhalten der Menschen am Strand. Seiner Ansicht nach vergessen die Menschen hier alles und reagieren ganz anders als in ihrer normalen Umgebung.


Er hinterfragt diese Muster und formuliert: Reagieren wir so, weil alle anderen sich auch so verhalten? Er wünscht sich, dass die Menschen diese Verhaltensweise „sich weniger darum kümmern, was andere über einen Denken“ auch auf andere Orten übertragen, denn dann „ sei es viel spannender die menschlichen Unterschiedliche des Gegenübers“ zu erkennen.


„A third cultural design process is also at work by the holidaymakers. Holidaymakers and and other people leaving and working by the sea, have a crucial role in the cultural design of the seaside and it’s architecture, marketing and creating it as much if not more than the original builders.“

Gregor Schneider, 1969 geboren, deutscher Künstler der durch seine architektonischen Kunstwerke bekannt geworden ist. Mit Unterstützung des Goethe-Institutes und dem „Kader Art Projects“ entstand 2007 die Installation:

GREGOR SCHNEIDER‘S BONDI BEACH


Eine aus 21 identischen Zellen bestehende und 400 Quadratmeter großen begehbaren Installation am berühmtesten Strand der australischen Ostküste, dem Bondi Beach. Die auf den Ausstellungsort abgestimmte Installation hinterfragt „das Ideal einer zwanglosen, egalitären Freizeitgesellschaft“, dort „wo sonst Strandvolleyballer und Rucksacktouristen, Marathonschwimmer und Hochzeitspaare das Bild bestimmen“


Die britische Künstlerin Sue Lawty entwickelte in Zusammenarbeit mit dem V&A-Museum South Kensington UK ein Globalen Kunst “Flashmobb”. Das World Beach Project läd weltweit dazu ein, ein Muster an der Strandküste zu gestalten. Die Voraussetzung dafür ist das die Felsen, Steinchen und Sandkörner an ihrem Ursprungsort gefunden wurden. Zur Dokumentation der Aktion wurde aufgerufen, die eigenen Fotos von den Steinbildern online in das Portal des V&A Museums einzustellen und zu teilen.

Sich die Steine genau anzusehen und ihre Vielfältigkeit zu erleben, war die Intension der Künstlerin. Mit dem Sammeln der Steine, die nach bestimmten Kriterien im Bezug zur Größe oder Farbe ausgewählt werden entstanden weltweit Muster, Steinkompositionen, die in ihrer Dimension von ganz winzig bis riesig groß variierten. Hier sind einige Beispiele aus dem Projekt zu sehen.


Seaside Produkte Produkte und Dinge die der Mensch am Strand braucht

Iris Anam Cara


Bevor eine einheitliche Produktgestaltung das Bild des Strandes bestimmte, war es so, dass die Menschen ihre unterschiedlichen Sitzgelegenheiten zum Strand mitbrachten. Das ist heute noch so möglich, weil es die Unterscheidung zwischen einem “organisierten” und einem “freien” Strand gibt. Der taktile Kontakt mit den warmen Steinen ist eine sehr angenehme und entspannende Körpererfahrung, bei feinem Sandstrand hingegen wird im Allgemienen eine schützende Unterlage bevorzugt. Die Designentwicklungen, die Strandprodukte und Möbel durchlaufen haben, unterscheidet sich zuerst in zwei Grundzügen. Zuerst wurden in England einfache und zusammenklappbare Sitzgelegenheiten hergestellt. In Deutschland entwickelte man kurze Zeit später ein Möbel, dass im Grundgedanken ein absolutes Gegenteil zu den leichten englischen Klappstühlen darstellte. Der Starndkorb ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Komfort in der Freizeitgestatung auch im Strandmobliar sichtbar wurde. Nachfolgend wird die Produktgeschichte der Standmöbel in einer Bilderstrecke erzählt, die einen geschichtlichen Bogen von den Anfängen über ungewöhnliche Entwicklungen in der Folgezeit, bis zu heutigen Ideen und Möbelentwürfen von Designern spannt und abbildet.


Bathing Machines die Umkleidekabine auf Rädern

Eine Badekarre bzw. ein Badekarren war eine hölzerne Umkleidekabine auf zwei oder vier Rädern, die ins Wasser gezogen wurde. Im Inneren der fensterlosen Kabine zogen sich die Badegäste um, geschützt vor neugierigen Blicken. Es gab Bänke, die vier bis sechs Personen Platz boten. Die Karre wurde dann von einem Kutscher mit Pferdegespann ins tiefere Wasser gezogen. Von der hinteren Tür, dem Strand abgewandt, ging es dann über eine kleine Treppe ins Meer, wobei über diese auch noch eine Plane gespannt war. Ein an der Karre befestigtes Tau diente den Nichtschwimmern als Halteleine.


Klappstuhl „deckchair“ wir sitzten nicht mehr im Sand

Der DECKCHAIR hat seinen Namen daher, dass er ursprünglich für das Deck auf Linien- und Kreuzfahrtschiffen gedacht war. Das leicht zusammenklappbare Möbelstück, auf dem man sowohl sitzen als auch liegen kann, geht zurück auf eine Erfindung aus dem Jahre 1898 und wurde in England erstmals von der Firma BLACKPOOLS hergestellt. Seine Vorteile liegen darin, dass er leicht transportier- und stapelbar ist.


In einem Musterbuch von 1871 veröffentlichte der Korbmacher Ernst Karl Nikolaus Freese eine Zeichnung, die er unter anderem als „Strandstuhl mit Überdachung aus Weiden und Peddigrohr, mit Ölfarbe lackiert“ beschrieb. Die meisten Historiker halten hingegen den Rostocker HofKorbmachermeister Wilhelm Bartelmann für den Erfinder. Der Geschichte nach soll sich im Frühjahr 1882 Elfriede von Maltzahn von ihm einen Wetterschutz zum Sitzen am Strand gewünscht haben. Die ältere Dame litt an Rheuma, das erschwerte ihr dass konfortable sitzen auf den Klappstühlen.


Strandkorb Sonnenschutz inclusive

Wilhelm Bartelmann realisierte dann 1882 einen Einsitzer aus Weidenund Rohrgeflecht, den er mit einem grauen Markisenstoff überzog. Die Vorteile des Strandkorbes waren neben einem angenehmen Sitzkompfort auch der Schutz vor der Sonne. Heute gibt er Körbe mit Massagesitzen aus Alcan­tara, Sitzheizung für den Winter, Ventilator, Docking­station für das iPad und Steckdosen, um etwa Laptops anschließen zu können. Wie man sieht, wurde das Design des Strandkorbes auf die diversen Ansprüchen der Menschen heute angepasst und auf ihren individuellen Nutzen hin optimiert.


Sonnenliege wir entspannen nun in der horizontalen

Aus einer Optimierung des Liegestuhl entstanden die Strandliegen. Eine genaue Geschichte dazu gibt es in der Form nicht. Sonnenliegen gibt es in vielen Formvarianten und Qualit채ten.


Sonnenschirm Schattenspender am Strand

Der Sonnenschirm ist weitaus älter als der Regenschirm. Erste Darstellungen finden sich im Altertum in Ägypten, Persien und China. Bei den frühen Formen handelt es sich für gewöhnlich um große, von Dienern gehaltene Baldachine. Mit der aufkommenden Diskussion über die schädigende Wirkung der UV-Strahlung hat die Entwicklung der Sonnenschirme seit ca. Mitte der 1980er-Jahre einen neuen Aufschwung genommen und sind heute sehr häufig am Strand zu mieten.


Altorfer Liegestuhl 1158 von 1949. Der als „Spaghettistuhl“ bezeichnete Deckchair wurde vom Sohn des damaligen Embru-Direktors H. Altorfer entwickelt. Diese bis heute unveränderte Bauweise wurde 1964 von Max Bill mit dem Preis Gute Form ausgezeichnet. Durch die zeitlose Form, Gestaltung und die extreme Haltbarkeit der Materialen fand das Möbel ein grosse Verbreitung.

Durch die Notwedigkeit, für die Sicherheit und Lebensrettung der Badegäste zu sorgen, entstand Mitte der 1970er Jahre der vom Architekten Dietrich Otto und Ingenieur Ulrich Mütter entworfene Lifeguard Tower. Dieser ist eine Schalenkonstruktion, die aus zwei aufeinander gesetzten Betongüssen besteht. Die Art der Leichtbauweise ermöglicht einen Aufbau auf einem erhöhten Podest, wodurch die wichtige Übersicht der Lebensretter ermöglicht wurde.


Beispiele 50er-70er Design

Das von Salvador Dalí und Oscar Tusquets 1972 gestalteten Mobiliars ist das berühmte Sofa in Form eines Mundes, welches für den Mae-West-Saal seines Museums in Figueres anfertigt wurde. Aus rotationsgeformten Polyäthylens und einem besonderen Verfahren ist das Dalilips Sofa in den Farben pink, schwarz, rot und weiss lieferbar und je nach Farbe für den Innen- und Aussenbereich einsetzbar. Die Ausführung in weiss enthält eine Beleuchtung des Sofas von innen. Eine Signatur von Dalís ist auch enthalten.


Design Heute Der junge spanische Designer Jaime Hayon entwirft für BDBarcelona den Patrone Showtime Out und Indoor Sessel. Das Material ist aus Polyethylen und in drei Farben erhältlch: orange, sand und blaugrau. Wenn es laut Architonic hier um ein Wechselspiel zwischen Klassizismus und Modernität geht, sehe ich hier vielmehr die optische Ähnlichkeit zu den ersten entwürfen des Korbflechters Ernst Freeses.

Pewter Desk by Max Lamb Der Designer Max Lamb arbeitet direkt im Sand. Sein Tisch „Pewter Desk“ entsteht in einer Art Tiefdruckverfahren, indem er mit einem Küchenmesser die hexagonale Formgraphik in den Sand ritzt und die tiefen Rillen anschließend mit flüssigem Zinn auffüllt. Nach nur einem ein stündigen Trockenvorgang hat er das Möbel mit dem Spaten aus dem Sand geschaufelt.


Das niederländische Studio Blofield präsentiert auf der Spoga Gafa die Serie DoNuts vom Designer Dirk Waynants. Der luftgefüllte Sitzring wird durch einen Aufsatz aus Kunststoff zu einer Sitz - Ess- oder Arbeitsgelegenheit, anzuwenden sowohl im Innen- als auch Außenbereich. Eine elektronische Luftpumpe ist inbegriffen.

SEA CHAIR VON STUDIOWINE Die Idee, aus Plastikabfall Möbel herzustellen und dafür eine Maschine zu bauen, stammt von dem Designerpärchen Azusa Murakami und Alexander Groves in Zusammenarbeit mit Kieren Jones. Der ökologische Gedanke dahinter, Abfall zu recyceln, ist sehr nachhaltig.


SUSTAINABLE DESIGN Eine Grundlage ist das integrated Design thinking.

Für das Sustainable Design braucht es die Integration diverser wissenschaftlicher Bereiche, eine genaue Evaluation des Bestandes, indem Projekte und Produkte nach den Kriterien der Nachhaltigkeit bewertet werden. WELCHE GANAU das sein können und welche Bewertungsmethoden es bisher gibt, die sich bewehr haben liste ich nach der Auseinandersetzung auf. Aus diesem interdisziplinären und interaktiven Prozess entstehen langfristige Design Innovation. Die Nachhaltigkeit denkt in drei Tempos, wodurch sie jeglichen Wandel integriert. Wie die Metamorphose eine einmalige natürliche Verwandlung bedeutet, sind wir aber innerhalb unserer Systeme permanenten Veränderungen ausgesetzt. Gerade deswegen ist der Faktor Zeit zuverlässig, da das Zahnrad sich immer weiter dreht. Indem wir nachhaltig denken, lernen wir, aus den Fehler der Vergangenheit zu lernen und unseren Ressourcen nachhaltig zu respektieren. Mit diesem Bewusstsein implementiert sich die „Grüne Leitgedanken“ einer Nation und bewusste Handlungen werden verinnerlicht. Nachhaltigkeit zahlt nur geringfügig auf die Gegenwart ein, da nachhaltige Prozesse und Prinzipien sich nur in langsamen Mechanismen und Veränderungen wandeln. Das Denken der Beteiligten ist fortschrittlich, im Zeit-Modus auf die Zukunft gerichtet. Beharrlich und geduldig sein ist auch eine Anforderrung, denn die Früchte der fruchtbaren Gedanken wachsen nur


langsam. Die Konzepte und Problemlösungen zahlen sich erst langfristig positiv aus. Cameron Tonkinwise beschreibt und definiert Nachhaltigkeit im Wörterbuch für Design wie folgt:

„Dies bedeutet auch, dass es keinen Endzustand der Nachhaltigkeit gibt, sondern lediglich Momente eines dynamischen Gleichgewichts.“

Der Designer sollte dafür vorausschauend denken, dabei vergangene, aktuelle und zukünftige Probleme einschätzen und in langfristigen Lösungen investieren. Dafür ist ein Designmanagment notwendig, dass die Phasen dieser zeitlichen Ebenen strukturiert, plant und aufbaut. Denn die Geduld, die man aufbringen muss, um nachhaltiges Design effizient umzusetzen, muss auch die Modi der Designprozesse koordinieren. Das heißt, dass der Designer einerseits Stein für Stein und detailliert für stabile Wurzeln des Grundkonzept sorgen muss, und andererseits genügend Weitsicht braucht, um den Blickwinkel von der Meta-Ebene konstant neu auszurichten und den Prozess zu managen.

Diese Herangehensweise fordert Designer auf, aktiv daran teilzunehmen, Produkte, Systeme, Infrastrukturen und Dienstleistungen über den gesamten Produkt-Lebenszyklus hinweg im Sinne der Nachhaltigkeit zu gestalten. Cameron Tonkinwise beschreibt die von dem Designer und Professor Ezio Manzini angedachten Nachhaltigkeitskriterien: Für Produktkategorien, die einer starken symbolischen Bindung an den Nutzer unterliegen oder die kaum technologischen Neuerungen ausgesetzt sind, ist es angemessen, sehr langlebige Entwürfe auszuarbeiten. Produkte, die dem Wechsel der Mode oder der technologischen Weiterentwicklung unterworfen sind, sollten so gestaltet werden, dass sie zu Reparatur und Erneuerungszwecken wieder zerlegt werden oder ihre Komponenten und Materialien wiederverwerten zu können. Produkte mit unvermeidlich kurzer Lebensspanne, sollten vorrangig aus einfachen, leicht trennbaren und biologisch abbaubaren Materialien hergestellt werden. Diese Strategie, die Mezinzi entwickelt hat, wird mittlerweile durch Regelungen der erweiterten Herstellerhaftung institutionalisiert, d.h. Hersteller sind nunmehr dazu verpflichtet, Produkte mit mittlerer Lebensdauer vom Konsumenten zurückzunehmen und daraufhin ihre Produktkonzepte zu verändern. Der Produktkreislauf „cradle to cradle“ ist somit unter nachhaltigen Bedingungen geschlossen worden.


Nachhaltigkeit im Urlaub K체stengebiete und Aktivit채tsanspruch


„The Ecotourism community must engage the entire tourism community to create sustainable destinations“ Dr. Kelly Bricker

Für die Welttourismusorganisation (UNWTO) stehen “Nachhaltigkeit, Bildung, Tourismustrends und -marketing, Destinationsmanagement, Ethik im Tourismus und Krisenmanagement” auf der Agenda. Ihre Aufgaben sind die “Förderung und Entwicklung des Tourismus als Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung, internationalem Verständnis, Frieden, Wohlstand und Respekt.” Sie definieren unter Küstentourismus, die Ausrichtung des Urlaubsziels und der Aktivitäten an der Küste, jedoch ist das Meer nicht unbedingt einzige Grundlage für die Aktivitäten der Urlauber. Es ist vielmehr die Kombination von Sonne (Wetter), Wasser, Strand, Seeluft und der Landschaft. Konkret beinhaltet der Küstentourismus alle Aufenthalte und Freizeitaktivitäten am Strand, wie Schwimmen, Surfen und die anderen Freizeitaktivitäten in Küstengebieten. Darunter fallen die Besuche von Aquarien und das Beobachten des Meereslebens. Der Meerestourismus umfasst Aktivitäten im und auf dem Wasser wie zum Beispiel Boots- und Segelsport, Kreuzfahrten, Wassersport und schließt auch den Betrieb landgestützter Einrichtungen ein.


Violant, João Maurício

Tourismus und Wirtschaft Erholung und Gewinn

Das die Küstenorte die beliebtesten Urlaubsziele der Menschen sind und bleiben, prophezeit die World Tourism Organisation (WTO) in einer quantitativen Vorhersage eine Einhaltung des Trends und damit einen immer stetiger ansteigenden Zuwachs. Bis ins Jahr 2020 solle sich die Urlauberzahlen auf bis zu 1,2 Milliarden Menschen erhöhen, die ihre Reise an der Küste verbringen. Ans Meer zu fahren oder fliegen ist für den Großteil der Menschen ein sehnsüchtiges Ziel, dem Alltag zu entweichen, und Entspannung zu finden. Der Wirtschaftsfaktor Küste ist gerade für die südlichen Länder wie Spanien, Italien, Griechenland und die Türkei einer der wichtigsten finanzielle Einnahmequellen. Neben den Problemen der politischen Systeme der südlichen Länder ist der Industriesektor im Vergleich zu den westlichen Europäischen Ländern nicht so stark oder kaum ausgeprägt. Gerade deswegen ist der Tourismus und seine Wirtschaftskraft für die Südländer der Sektor mit dem sie Ihre Wirtschaftsfähigkeit, zwar mit Mühe und Not, aufrechterhalten und ausbauen können. Die Küste ist ihr Kapital, der Sandstrand das goldene Geld. Die Infra-


struktur und kulturellen Besonderheiten und Eigenarten der Länder sind ihr Alleinstellungs- Abgrenzungs- und Anziehungsmerkmal. Das die politische Situation eines Landes starke Auswirkungen auf ihren touristischen Wirtschaftssektor hat, sieht man gerade in Krisenzeiten. Urlaubsziele mit politischen, ökonomischen und sozialen Problemen haben es besonders schwer für ihren Tourismus zu werben. Verständlich, dass der Urlauber Reiseziele bevorzugt, die solche Belastungen nicht drücken. Gerade die Wirtschaftskrise in Griechenland zeigt, welche Auswirkungen und zusätzlichen negativen Folgen entstehen, wenn dieser eine Wirtschaftszweig wegbricht, vom dem viele Menschen einkommensabhängig sind. Im Handelsblatt NOV.13 stand: „Der Fremdenverkehr ist die wichtigste Branche in Griechenland und trägt etwa 17 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. Jeder fünfte Grieche ist in dem Sektor beschäftigt. Er ist der einzige Hoffnungsschimmer in der Schuldenkrise, die das Land das sechste Jahr in Folge in der Rezession hält. Viele Hotel- und Restaurantbesitzer haben ihre Preise gesenkt und den Service verbessert, um mehr ausländische Gäste zu gewinnen. Für dieses Jahr rechnet die Branche mit 11,5 Milliarden Euro Umsatz und 17 Millionen Reisenden. Diese Zahl soll im kommenden Jahr auf mehr als 18 Millionen steigen. Um dies zu schaffen, müsse Griechenland sein Image als stabiler Staat behalten, sagte Andreadis. „Das ist der Schlüssel.“


Ecotourism nachhaltiger oder sanfter Tourismus

„Ecotourism is responsible travel to natural areas that conserves the environment and sustains the well being of local people“ Im englischen Sprachgebrauch hielt “Ecotourism” Ende der 80er Jahre Einzug und meint touristische Aktivitäten in naturnahen Gebieten und Angebote, die auf ein ökologisch verträgliche Naturerlebnis ausgerichtet sind. Dabei geht es um eine Reiseform, die das Naturverständnis fördern und zudem zur Erhaltung von Natur und Kultur beitragen soll, und natürlich auch einen Gewinn für die lokale Bevölkerung darstellt. Aktuell prägt den Tourismus Bereich der Begriff: “Nachhaltige Tourismusentwicklung“. Er soll die heutigen Bedürfnisse der Touristen und Gastregionen befriedigen, während die Zukunftschancen bewahrt und erhöht werden sollen. Ziel sei das Management aller Ressourcen, dass die wirtschaftlichen, sozialen und ästhetischen Erfordernisse erfüllen kann, aber gleichzeitig kulturelle Integrität, grundlegende ökologische Prozesse, die biologische Vielfalt und die Lebensgrundlagen erhält.


1997 wurden in der „Berliner Erklärung zur Biologischen Vielfalt und nachhaltigem Tourismus folgende Punkte festgelegt: 1.Touristische Aktivitäten sollten ökologisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell verträglich sein. Entwicklung und Management touristischer Aktivitäten sollte von den Zielen, Grundsätzen und Verpflichtungen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt geleitet sein. 2.Touristische Aktivitäten, die direkt, oder indirekt, zum Schutz der Natur und der Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen, und den örtlichen Gemeinschaften nutzen, sollten von allen Beteiligten gefördert werden. Bestandsaufnahmen touristischer Aktivitäten und Attraktionen sollten entwickelt werden; wobei die Auswirkungen auf die Natur und die biologische Vielfalt berücksichtigt werden sollten. 18.In Küstengebieten sollten alle Maßnahmen ergriffen werden, die notwendig sind, um nachhaltige Formen des Tourismus zu erreichen; dabei sollten die Prinzipien des integrierten Küstenzonen-Managements berücksichtigt werden. Besondere Aufmerksamkeit sollte dem Schutz empfindlicher Zonen gewidmet werden, wie z.B. kleinen Inseln, Korallenriffen, Küstengewässern, Mangroven, Küstenfeuchtgebieten, Stränden und Dünen.“ 22


Essen am Meer ein Meer an Möglichkeiten?

Ein Tagesaufenthalt am Stand, Schwimmen im Meer, kosten den Körper Energie, deswegen ist die Nahrungsaufnahme wichtig und den Verkäufern vor Ort bringt es einen zusätzlichen wirtschaftlichen Gewinn. Am Meer zu essen, ist wie picknicken am Berg. Was wird einem am Strand an Getränken oder Speisen angeboten? Woher bekommt man das, wonach einem gerade ist? Und wer bietet einem denn die unterschiedlichen Snacks und Durstlöscher an? Hier folgt eine Übersicht der Möglichkeiten, wo und was am Meer angeboten wird.


RESTAURANTS Es gibt die Restaurants, die in der Nähe des Strandes sind, die einem gleich ein ganzes Menü à la Carte anbieten. Hier hat man das größte Angebot um eine richtige Mahlzeit zu sich zu nehmen. Überkommt einen der große Hunger und möchte man auf ein großes Angebot zurückgreifen, findet man in Standnähe ein großes Angebot an Restaurants vor. Das bedeutet aber auch, dass damit der Strandtag für einige Stunden unterbrochen wird und man alle persönlichen und mitgebrachten Dinge wieder in der Strandtasche zusammen packt und erstmal das Salzwasser von der Haut an einer Dusche vom Körper spült. Das Outfit im Restaurant ist natürlich nicht Bikini und Strandtuch, ändert man die Garderobe entsprechend. Nachdem man sich also vorbereitet hat, steht einem im Restaurant die größte Vielfalt an Gerichten zur Auswahl und der voller Service, den man sich im Urlaub wünscht. Es gibt auch Restaurants an der Promenade, die den Service einrichten ihren Gästen das Essen am Strand zu servieren, sodass das Zusammenpacken der Dinge nicht nötig ist. Es kann aber gut sein, dass das Angebot an Speißen verringert, da sich der Serviceaufwand erhöht. CANTINE ODER FOOD CARAVAN oder sogar ein MC Donals Unmittelbar am Strand sind häufig Stände, kleinere Kantinen oder Caravans zu finden, an denen man Snacks und Getränke kaufen kann. Wenn man Lust auf ein oder mehrere kleine Zwischenmahlzeiten hat, wird man


hier fündig. Das Angebot ist natürlich begrenzt, hier werden auf kleinem Raum viele Kleinigkeiten angeboten. Die Stromversorgung unmittelbar am Strand, die entsprechende Kühlung der frischen Speisen hat nicht immer die optimalen Bedingungen. Hier bekommt man Erfrischungsgetränke, Café und Eiscafé, Sandwiches, Burger, Bagels oder Hot dogs und sonstige Kleinigkeiten, die einem in Tüten oder Kunsstoffbehältnissen mitgegeben werden und man kann sie direkt auf dem Liegestuhl verspeisen. Der Nachteil ist hier der entstehende Müll. In dem Moment, wo der Käufer seine Speisen auspackt unter “seinen” Sonnenschirm stellt, sollte er sich im Grunde auch für diese Abfälle verantwortlich fühlen. Dafür müssen natürlich entsprechende Mülleimer vorhanden sein. DER BAUCHLADEN oder FLIEGENDE HÄNDLER Mancherorts ist es wochentags der Bäcker, der Donuts, Teigtaschen oder belegte Brötchen wie auf dem Tablett anbietet und seine Tour am Strand macht. Als der Fliegende Händler hält er immer wieder an und ruft wie der Marktschreier laut aus um auf sein Angebot aufmerksam zu machen. Er ist derjenige mi dem größten Service und der direktesten Kommunikation mit den Menschen am Strand, da er ihnen seine Wahre sprichwörtlich “unter die Nase hält”. Sein Geschäft ist risikoreich und an manchen Tagen bleibt er leider fast ganz auf seinen Waren sitzen.


Die Verstrickungen der diskutierenden Wunderlampen WENN ZWEI FLÜSSIGKEITEN SICH NICHT VERMISCHEN…


Vernünftige Einsicht zu haben, ist die grösste Tugend, und Weisheit ist es, Wahres zu reden und gemäss der Natur zu handeln, indem man auf sie hört. Heraklit

Naturschützers, Biologen und Geologen

Mit der wachsenden industriellen Entwicklung exponentierte sich der Energiebedarf steigend. Gerade die Erdöl- und Erdgasgewinnung an Küstenregionen veränderte die Landschaft erheblich. Über die Risiken des Rohstoffabbaus wird ständig diskutiert und die Energiewende ist die Lösung. Wir sehen das alles, da dramatischen Folgen medienwirksam kommuniziert worden sind. Ein fehlendes Krisenmanagement wird bemängelt und die Brände werden nur notdürftig gelöscht. Einig darüber, dass die Erderwärmung gebremst und gestoppt werden muss, jedoch noch ohne gemeinsamen Konsens, diskutieren und streiten hier viele Positionen aus Politik und Wirtschaft.


Violant, João Maurício

Rote Karte für die ist Situaton Artensterben und Naturkatastrophen

Die Angst und die Frustration über Atomkatastophen kommen aus der Bevölkerung hoch und die Naturschützer, Biologen und Techniker kämpfen darum, dass zu erhalten, was noch an Flora und Fauna übrig geblieben ist. Die Lage für die Küstenregionen ist prekär, denn die großen Ölkonzerne gehen mit ihren Bohrinseln immer weiter aufs Meer hinaus. Was die Atomabfälle aus dem zweiten Weltkrieg mit der Unterwasserwelt und der Mikroökologie gemacht haben (s. Artensterben), wurde in einer Arte Dokumentation erst kürzlich berichtet. Das Geheimhaltungsabkommen verpflichtete die Verantwortlichen zu stiller Unterdrückung der Wahrheit. Aber die Situation in den Weltmeeren und an den Küstenregionen verschlimmert sich. Die Berichterstattung in den Nachrichten zeigt diese Schreckensbilder und der Allgemeinheit steht der große Schrecken ins Gesicht geschrieben. Durch die Folgen dieser


Fehler sind mittlerweile irreparable Schäden entstanden, die die Natur, obwohl sie so gewaltige und gesunde Selbstheilungskräfte besitzt nicht mehr ausgleichen kann. Die verantwortlichen Konzerne für diese Katastrophen geben kurz ihr öffentliches Statement ab und die Geschichte ist für die allgemeine Bevörlkerung schnell wieder in Vergessenheit geraten. Aber dass Problem sind die irreparablen Konsequenzen, die man nicht wieder gut reden kann. Das durch den Menschen verursachte Artensterben wird auch von Künstlern thematisiert. Das Wandbild zeigt deutlich, dass wir hier die ROTE Karte ziehen müssen, um unseren blauen Planeten zu schützen.

Blutrot färbt sich das Wasser an der westjapanischen Küste nahe der Stadt Taiji– hier hat die alljährliche Jagd auf Delfine und kleinere Wale begonnen. Sanna Engell “Mit Booten treiben Fischer die Tiere in abgesperrte Buchten, wo sie mit Harpunen und Messern traktiert und oft lebendig verblutend zu Fischfabriken abtransportiert werden. Neben den 22000 jährlich erlegten Delfinen fangen japanische Fischer auch große Wale, etwa 600 Stück im Jahr – und das, obwohl die Internationale Walfang Kommission (IWC) schon seit 1986 den kommerziellen Walfang gesetzlich verboten hat. Das Schlachten der Wale geschieht in Japan seitdem unter dem Deckmantel der Wissenschaft: Um das Gesetz der IWC zu umgehen, lässt die japanische Regierung Wale zu „wissenschaftlichen Zwecken“ töten, wobei der wahre Grund ein anderer ist: Walfleisch gilt in Japan als Delikatesse und der Handel damit verspricht ein lukratives Geschäft.“ European Space Agency


Alexis Dias

Umweltaktivisten Die Retter der bedrohten Meerestiere

Die Naturschützer wie GREENPEACE, WWF oder SEA SHEPHERD engagieren sich durch ihre Projekten ganz stark für die Natur und den Artenschutz, wie z.B. Projekte “Rettet die Meere” von Greenpeace oder andere Initiativen vom “Ökoterroristen” Caiptain Paul Watson, der viele Jahre nach seiner Gründung von Greenpeace auch den Verein “SEA SHEPHERED” gegründet hat und gegen die Treibnetztfischerei in den Meeren kämpft. Von den Schäden durch die Verschmutzung der Weltmeere sind vor allem die Küstenregionen betroffen und teilweise selbst mitverantwortlich dafür, dass hier das Natursystem aus dem Gleichgewicht geraten ist. Der Großteil dieser Einflüsse, die auch zur Verschmutzung des Meeres führt, entsteht vom Festland. Kommunale Abwasser, radionukleare und industrielle Abfälle sowie Schmutzstoffe aus der Luft sind unter anderem die größten Faktoren, die zur Verschmutzung des Meeres führen. Teilweise wird dieser Schmutz nicht nur durch Flüsse ins Meer geleitet, sondern gezielt mit Schiffen auf die offene See gefahren und dort abgeladen. Diese Schadstoffe führen zu einer Verschiebung der Struktur und der Naturdynamik und des Lebens im Meer und schä-


digen auch die gesamte Küstenlandschaft. Der Teer, der an die Küsten gespült wird, bleibt über Jahre liegen. Andere Probleme an der Küste und den Strand entstehen durch den Menschen vor Ort, der im Urlaub keine Verantwortung für seinen Müll zeigt. Der mangelnde Respekt gegenüber der Natur führt dazu, dass sie mit ihren eigenen mitgebrachten Kunststoffen und Abfällen die Strände und Meere verschmutzen. Die Städte und Kommunen dieser Regionen müssen dafür sorgen, dass genügend Müllbehältnisse vorhanden sind und der Strand, der ja einen Teil ihres touristischen Kapitals ausmacht, sauber gehalten und gepflegt wird. Captain Paul Watson IF THE OCEANS DIE, WE DIE. Dieser Umweltaktivist setzte sich gegen Treibnetzfischerei zur Wehr, indem er die kilometerlangen Netze auf den Meeresgrund versenkte oder, indem er oder Mitglieder seiner Organisation die Maschen der Netze durchtrennten und so gefangenen Delfinen, Fischen oder Schildkröten die Flucht ermöglichte. Paul Watson, ein Mann der sich radikal und unter Einsatz seines Lebens für den Tierschutz einsetzt, gilt in manchen Ländern als Staatsfeind und Umweltterrorist, seine Anhänger feiern ihn dagegen als Helden und Retter der bedrohten Meerestiere.


BIONIK UND MARKETING PHARRELL WILLIAMS - ECO ENTREPRENEUR


„Mir geht’s um den respektvollen Umgang mit den Ökosystemen und um das Ziel, durch gemeinsame Anstrengungen den Plastikmüll aus den Meeren zu holen.“ PHARRELL WILLIAMS

Als Partner von Bionic Yarns, einem New Yorker Unternehmen, das Textilfasern aus recycelten Plastikflaschen herstellt, hat Pharrell Williams vor vier Jahren seine Berufung gefunden. Die Inhaber von Bionik Yards Toussant und Coombs meldeten 2013 ein Patent für ein kompliziertes Recycling-Verfahren alter Plastikflaschen an. Dabei werden die Polymere des Plastikmülls um Polyesterfasern gewickelt und mit Baumwollfasern verdreht. Das Endergebnis ist ein robuster, schnell trocknender Stoff – und weniger Plastikmüll in der Umwelt. Auf der Berliner Fashion Show präsentierten sie das Projekt mit Pharrell Williams als Image Botschafter. Ebenfalls in Berlin war Bionic Yarn bei „Parley“ mit dem „Vortex Project“ vertreten. Ziel von „Parley“ ist es, die Weltmeere zu schützen und nachhaltige Gemeinschaftsprojekte auf den Weg zu bringen. PARLEY: “We want to make sure, we are fast enough to meet the ultimate deadline and turn the ship around before we lose a treasure, which we just started to explore and still don’t really understand: The fantastic blue universe beneath us. The Ozeans.”


„MARine LItter in Europe Seas: Social AwarenesS and CO-Responsibility” soll dazu beitragen, die Verschmutzung der Meere durch Plastikabfälle stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Videowettbewerbe, öffentliche Dialoge und Informationsplattformen sollen insbesondere Jugendliche zu einem bewussteren Umgang mit Plastik animieren.

The most dangerous species in the mediterranean


Gefahren durch Kunststoffe Risiko Micromüll - Umweltbewusstsein schulen

Geschätzte 100 Mio. Tonnen Müll verschmutzen unsere Ozeane. Nicht nur der sichtbare Müll, der im Wasser schwimmt oder am Strand angespült wird, stellt dabei ein Problem da. Auch kleinste Plastikteilchen können in Meerestieren großen Schaden anrichten. Mikroplastik im marinen Ökosystem findet sich mittlerweile weltweit in Sandstränden, in Sedimenten, in Küstengewässern und im offenen Ozean. Muscheln, Schwämme oder im und auf dem Meeresboden lebende Würmer nehmen diese Teilchen beim Fressen auf. Noch ist unbekannt, ob das Mikroplastik im Magen zurückgehalten oder ob wieder ausgeschieden wird. Bei Miesmuscheln wurde allerdings schon nachgewiesen, dass sehr kleine Teilchen in das Fleisch eingelagert werden können. Das EU-Projekt MARLISCO schult das Umweltbewusstsein der Kinder und weckt ihr interesse dafür durch kreative und mediale Unterrichtsmethoden, sodass diese Initiative in zweierlei Hinsicht nützlich ist.


Politik und Umwelt

Exstinctor Sculpture By Kidult


Krisen wie Ressourcenknappheit, Biodiversitätsverlust, Klimawandel, aber auch die weltweit wachsenden sozialen Disparitäten erfordern wissenschaftlich fundierte Strategien. Deswegen werden die aktuellen Naturkatastrophen und der Klimawandel in der Politik diskutiert und in der Forschung wird an langfristigen Lösungen und Erneuerungen für die Energiewende gearbeitet. Dafür gibt es den Bereich der Küstenforschung. Diese beschäftigt sich mit der Erfassung des Lebensraums Küste. So dient die Entwicklung von Analyseverfahren der Aufnahme des Ist-Zustandes der Küstenräume. Eine Überwachung und wissenschaftliche Abschätzung des Gefährdungspotenzials durch natürliche und menschliche Einflüsse gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Küstenforschung wie die Entwicklung von Prognoseinstrumenten, die den Lebensraum Küste im Hinblick auf zukünftige Veränderungen untersuchen und Vorhersagen ermöglichen.


Christian Horn, Paris Plage

Küstenforschung Aufgaben und Ziele

Das BFBM Bundesministerium für Bildung und Forschung erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem FONA (Forschung für Nachhaltige Entwicklung ) an der deutschen Küstenforschung der Nord und Ostsee. „Küstenmeere wie Nord- und Ostsee verbinden terrestrische und ozeanische Lebensräume. An der Schnittstelle zwischen Land und Ozean werden neben Veränderungen durch den Klimawandel und den zunehmenden Nutzungsdruck auch noch Reaktionen auf Veränderung im Einzugsgebiet der Küstenökosysteme wirksam.“


Ihr übergeordnetes Ziel ist die Forschungsförderung und Entwicklung wissenschaftlicher Grundlagen für die zukunftsfähige Nutzung der natürlichen Ressourcen in den Küstenregionen am Meer. Im größeren Zusammenhang spielen die deutschen Küsten eine wichtige Rolle in der gesamten Erdsystemforschung.

„Dass der Meeresschutz ein vorrangiges gesellschaftliches Interesse darstellt, das nur mit aktiver Unterstützung der Wissenschaft und mit Forschungsförderung verfolgt werden kann.“

Sie suchen nach wissenschaftlichen Grundlagen um ein ökosystemorientiertes und nachhaltiges Management der Küstenressourcen zu entwickeln und stetig zu verbessern. Die Küstenforschungs Agenda enthält sechs Forschungsschwerpunkte:

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Hydro-,Sediment- und Morphodynamik, Stoffkreisläufe, biologischer Wandel, Nutzungsansprüche im Spiegel des Klimawandels, Infrastrukturen im Küsten- und Verkehrswasserbau Entwicklung von Mess- und Beobachtungssystemen.


Algen | Ronan & Erwan Bouroullec

Verbesserung Aufgaben und Vorschläge 1. Entwicklung von Wissenschaffen zur Nutzung und zum Erhalt von Ökosystemdienstleistungen der Küstengebiete von Nord- und Ostsee unter Berücksichtigung der wachsenden Nutzungsanforderungen und des Klimawandels. 2. Verbesserung der Abschätzbarkeit von Auswirkungen des globalen Wandels auf die Küstenökosysteme sowie der Prognosefähigkeit mit Hilfe eines modularen Modellsystems Küstenmeer. 3. Schaffen von wissenschaftlichen Grundlagen zur Unterstützung des Aufbaus von Infrastrukturen in der Küstenzone vor dem Hintergrund skalenübergreifender Variabilität.


TES ONE - Mother

4. Unterstützende Forschung für die wirksame Umsetzung einer integrierten Meerespolitik, um optimale Bedingungen für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane und der Meere zu schaffen und gleichzeitig Wachstum in der maritimen Wirtschaft und in den Küstenregionen zu ermöglichen. Es werden Projektvorschläge entgegengenommen: 1. Um Grundlagen für ein verbessertes Verständnis von Küstenmeerökosystemen zu schaffen 2. Um Wechselwirkungen, Austausch- und Transportprozesse zwischen Meeresgrund und Wassersäule zu erforschen 3. Entwicklung und Bewertung von Konzepten für innovative Infrastrukturen und Systeme im Küstenbereich zu erarbeiten.


AKTUELLES BACOSA

Bis 2016 wird das Thema „ BACOSA - Unterwasservegetation entlang der Ostseeküste“ erforscht. Hier arbeiten das BMBF und die FONA zusammen mit dem KüNO und Forschern der Universitäten Rostock, Greifswald und Kiel. Die Forschung stellt sich hier folgende Fragen: Welchen Einfluss haben Wasserpflanzen auf Nährstoffkreisläufe und Sedimentationsgeschehen an den Küsten der Ostsee? Da die Pflanzenbestände der Ostsee in den Flachwasserbereichen die Fließgeschinwindigkeit abbremsen geschieht hier eine erhöhte Ablagerung von Schichtgesteinen. Darüber hinaus speichern sie Nährstoffe, die vom Land in die Küstengewässer eingetragen werden.


„In welchem Maß dies geschieht und in welcher Form die Nährstoffe anschließend wieder freigesetzt werden, ist bisher allerdings kaum bekannt“

sagt Dr. Maike Piepho vom Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock. Ihre Untersuchungen verglichen die Proben von sechs verschiedene Küstenbereiche entlang der Ostseeküste. Es wurden Gewässer- und Sedimentzustand zwischen Schilfgürtel, Unterwasservegetation und vegetationsfreien Bereichen miteinander verglichen. Außerdem wurde die Strömungsgeschwindigkeit und die Trübung innerhalb und außerhalb von Pflanzenbeständen bestimmt. Da sich die Untersuchungsstandorte deutlich in den Salzgehalt zur Nordsee unterschieden, wird hier von einem großen Unterschied in der Zusammensetzung und Funktion der Unterwasservegetation ausgegangen. Derzeit wird an der Auswertung der Datensammlung gearbeitet um die Frage nach den Einflüssen der Unterwasserpflanzen auf das Sedimentationsgeschehen zu beantworten.

Übersicht über bereits vorhandene Datengrundlagen ausreichend für Küstenmanagement ? Wo und in welcher Form verfügbar ?

zusammenfassung bereits vorhandener Datengrundlagen

Wesentliche Kenntnislücken ? Schließen von Kenntnislücken

Entwicklung von Managementwerkzeugen

Akzeptanz- und Anwendbarkeitsprüfung


Fazit

Aus der Diskussionen des Diskurses “Designing the Seaside” ist festzustellen, dass die vergangenen Entwicklungen im allgemein historischen Kontext keinen allzu weitreichenden geschichtlichen Bogen spannen und das Thema erst im 18. Jahrhundert eine gesellschaftliche Bedeutung gefunden hat. - dass das Thema aus heutiger Sicht durch die Veränderungen der gesellschaftlichen Strukturen, gerade unter gegenwärtigen Gesichtspunkten, eine inhaltliche Aktualität aufweist. Die Relevanz zeigt sich daran, dass zurzeit auf breiter Ebene in den unterschiedlichen Systemen eine Auseinandersetzung stattfindet. Der Forschungsstand der unterschiedlichen Positionen steht in seinen Grundzügen und die diversen wissenschaftlichen Bereiche werden politisch und wirtschaftlich unterstützt, die allgemeine sowie die spezielle Fachkompetenz zum Thema Küste zu erweitern. Gefördert werden Projekte, die innovativ und nachhaltig sind.


Für den Designer ist es eine Herausforderung, aus den zum Teil konträren Standpunkten, die zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Interessen stehen, die Probleme zu erkennen, die als Schnittmenge der einzelnen Positionen seine Aufgabenfelder ausmachen. Die einzelnen Anforderungen zu bündeln, den gemeinsamen Nenner zu suchen, der sowohl den allgemeinen sowie auch den speziellen Nutzen verbindet, macht die Arbeit der Designer aus um das Thema Seaside Design nachhaltig zu gestalten. Als integrated Designer ist er deswegen herausgefordert, einerseits den Kontext Küste und seine Komplexität innerhalb der jeweiligen Fachkompetenz nachzuvollziehen, andererseits aber auch die Forschungsmethoden der Design Disziplin anzuwenden, um eigene Studien zu entwickeln. Strandstudien: Nachdem mit dieser Arbeit die Grundlagen geschaffen worden sind, möchte ich durch eigene Strandstudien das Thema weiterführen. Die interessanten Aspekte für den Designer sind hier: eine Sammlung der natürlichen Formen und Funktionen, die an der Küste vorzufinden sind, welche Veräderrungen den Ort auf reversible oder Irreversible Weise umnutzen und welche dauerhafte Ortsveränderung aktuell an der Küste entstehen.


Literatur Bücher und Websites

Designing the Seaside Fred Grey Der Architekt am Strand Niklas Maak Strandgut Kristine von Soden Nature Design Museum für Gestaltung Zürich Legendäre Reisen rund ums Mittelmeer Serge Bathendier - Marc Walter Beachlife FRAME Gestalten Wörterbuch für Design Michael Erlhoff - Tim Marshall


www.fona.de/de/9951 www.eucc-d.de www.eucc.net www.world-tourism.org www.ikzm-d.de www.gr2014.eu www.bmwi.de www.ecosystem-management.uni-kiel.de www.mare.de www.zukunft-reisen.de www.westpier.co.uk/ www.lamb.de www.blofield.com www.bdbarcelona.com www.g-star.com/de_de/rawfortheoceans/index.jsp www.greenpeace.de www.marlisco.eu www.sea-shepherd.de Pictures: cargocollective.com/alexisdiaz www.tadaocern.com www.julitamalinowska.com www.gregor-schneider.de www.powwowhawaii.com www.desinging-the-seaside.com


Diese Arbeit ist im Rahmen der Bachelorprüfung an der KISD enstanden. Alle Bildrechte liegen bei den Künstlern, die ich namentlich erwähnt habe und ihre Verbreitung hat außschließlich einen wissenschaftlichen Anspruch. Sie dienen dem Rahmen der Recherche und haben keinen komerziellen Zweck. Sollten die Künstler und Photographen sich in ihren Bildrechten verletzt sehen, bitte ich um Rückmeldung um eine Änderrung vorzunehmen. Stand 03/14

Alexandra Amberg BA - integrated design mail to:alex08@kisd.de

BA STUDIES  

Dokumentation des BA proposals "Seaside Design" 03/14