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Winter 2017/2018

Casa Girasol Infoblatt Neuigkeiten von unserem Engagement für Strassenkinder in Honduras, Mittelamerika. #HoffnungFürStrassenkinder #LiebeTeilen #Kurzeinsätze #Kinderheim #Camps Infos, Bilder und Tagebuch: www.casagirasol.ch SSN 2235-3666 Fröhlicher Junge im Kinderprogramm


2 Persönliches Grusswort

Lassen Sie uns gemeinsam die Welt retten! In der jüdischen Schrift des Talmuds steht „Wer auch nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt.“ Kann das stimmen? Wir engagieren uns in Honduras für Strassenkinder, mit dem Ziel, ihr Leben zu retten. Der Aufwand ist gross. Es kostet viel Zeit, Mühe und Geld. Lohnt sich das?

Der Meteorologe Edward N. Lorenz hielt in seiner Forschung fest, dass es Systeme gibt, bei denen eine minimale Veränderung der Ausgangswerte ausreicht, um komplett unterschiedliche Endresultate zu erzeugen. Oder, wie er es umschrieb: Ein Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien kann ausreichen, um einen Tornado in Texas zu verursachen.

Kritiker nutzen gerne die Ausrede, um jegliche Verantwortung von sich zu weisen, dass man gar nichts erreiche, wenn man das Leben eines einzelnen Menschen verändert. Zu viele Menschen gäbe es und die Not auf der Welt sei viel zu gross, als ob man irgendwas daran ändern könnte. Aber so spricht nur ein Mensch, dessen Herz verhärtet ist und der den Wert des Lebens nicht im Geringsten erkannt hat.

Ich gebe Ihnen zwei Beispiele, wo eine kleine Sache einen grossen Unterschied macht: So wissen etwa alle Hausmänner, dass sich beim Backen das Resultat verändert, je nachdem, ob wir ein paar Gramm Hefe in den Teig mischen oder nicht. Entweder entsteht ein klumpiger Teighaufen oder ein luftiges, leckeres Brot. Nur auf die paar Gramm Hefe kommt es an.

Gesamtleiter Alexander Blum

Und auch Krankenschwestern wissen, was zu tun ist, wenn sie den Patienten „umlegen“ sollen. Einzig die Betonung zweier sonst identischer Worte macht in diesem Fall einen lebenswichtigen Unterschied. Und darauf will ich hinaus: Wer das Leben eines einzelnen Kindes verändert, der verändert die ganze Welt, auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht so erscheinen mag, Es macht für die Welt einen Unterschied, ob ein Kind leidet oder lacht!


3 Der Schreiber des zu Beginn genannten Satzes wagt sogar noch einen Schritt weiter zu gehen und sagt: „Wer auch nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt.“ Das klingt provokativ, aber er hat recht! Nach biblischem Verständnis ist es die durch Jesus Christus verkörperte Liebe Gottes, die die Welt rettet. Doch diese Liebe Gottes kommt nur dann in die Welt, wenn wir sie teilen, denn unser Gott ist ein Gentleman. Er drängt sich niemals auf. Er wirkt nur dort, wo wir ihm Raum geben, wo wir ihn einladen, wo wir ihn bitten; und dort wo wir demütig sind, unsere Fehler eingestehen, helfen, trösten, lieben und einander segnen. Indem wir einem Kind helfen, kommt Gottes Liebe in die Welt, und diese Liebe wird schliesslich die Welt retten. Es grüsst Sie

Alexander Blum, Gesamtleiter alexander@casagirasol..ch Wandbild im Casa Girasol


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Das Wichtigste in Kürze

Eckdaten zu Casa Girasol Der Förderverein Casa Girasol wurde 2006 gegründet und ist in der Schweiz wie auch in Honduras als gemeinnützig anerkannt. Spenden an Casa Girasol sind in der Schweiz zu 100% steuerabzugsberechtigt. Wir organisieren in Honduras, Mittelamerika, Camps für Strassenkinder, sind Partner des Kinderheims Diamante, in dem wir 100 Kinder betreuen und realisieren an jedem Tag der Woche Kinderprogramme in verschiedenen Kinderheimen.

Unser Ziel: Den Strassenkindern von Honduras auf christlicher Basis Hoffnung, Liebe und ein neues Zuhause zu schenken und ihr Leben dank Ausbildung nachhaltig zu verbessern. Mädchen in Soroguara


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Was Sie erwartet

Ihre Unterstützung

Ihre Ansprechpartner

Inhaltsverzeichnis

Spendenkonto

Wir sind für Sie da!

2 Grusswort 6 Überfälle und Lebensfreude im Kinderheim Diamante 8 Notunterkunft für ein ganzes Kinderheim 10 Camps für Strassenkinder 1 1 Interview mit einer Kunsttherapeutin 14 Kinderprogramme: Überblick 16 Kindernachmittage in Soroguara 18 Kurzeinsätze 20 Übergabe der Programmleitung an Neil Ramirez 22 Vorgestellt: Doña Susana 23 Vorgestellt: Danilo Sanchez 24 Aktuelle Spendenideen 26 WhatsApp Gebetsgruppe 27 Casa Girasol im Internet 28 Geheimtipp

Postkonto: 85-462791-4 Förderverein Casa Girasol, 8586 Erlen IBAN CH24 0900 0000 8546 2791 4 BIC POFICHBEXXX

Förderverein Casa Girasol Traubenquartier 2 8586 Erlen Schweiz Telefon: +41 71 648 26 71 info@casagirasol.ch www.casagirasol.ch

Institut (fürs Ausland): Swiss Post – PostFinance, Nordring 8, 3030 Bern, Schweiz (Bitte gewünschten Verwendungszweck und bei Auslandüberweisungen Ihre Adresse angeben.) Die Informationen zu unserem EURO-Konto und die Option „Spenden per Kreditkarte“ finden Sie auf unserer Webseite www.casagirasol.ch.

Präsidentin: Monika Blum monika@casagirasol.ch Gesamtleiter: Alexander Blum alexander@casagirasol.ch Whatsapp: +504 33 39 55 43 Aktuarin: Marina Martin-Vaccaro marina.martin-vaccaro@bluewin.ch


6 Kinderheim Diamante - Ein Zuhause für 47 Buben

Trotz Überfällen bleibt die Lebensfreude ansteckend Es war ein hartes Jahr für das Kinderheim Diamante, mit dem wir eng zusammen arbeiten und dessen Betriebskosten wir dank Spenden zu einem Teil finanzieren. Gleich zwei Mal wurde das Kinderheim im Laufe des Jahres überfallen. Bei den bewaffneten Überfällen wurde das Wachpersonal verletzt und im grossen Stil wurden Maschinen und Geräte der Lernwerkstätten per Lieferwagen geraubt. Gott sei Dank schliefen die Kinder während der Vorfälle und blieben unbeschadet. Es ist schwer zu begreifen, dass es Menschen gibt, die zu so etwas fähig sind. Der Schaden ist gross. Für die Lernbetriebe, in denen die Kinder im Bereich der Landwirtschaft, Schreinerei, Fischzucht und Bäckerei auf ein selbständiges

Leben vorbereitet werden, ist das ein herber Schlag. Mühsam und kostspielig müssen die Maschinen wieder angeschafft werden.

„Doch wir begegnen auch liebevollen Menschen: Für die Heimschule, wo alle Computer verschwanden, konnte dank lokaler Unterstützung bereits Ersatz organisiert werden. Wir sind von Herzen dankbar dafür!“ Trotz Rückschlägen darf man die Hoffnung nicht aufgeben. Es lohnt sich, für die 47 Buben im Heim zu kämpfen. Jeder von ihnen ist unendlich wertvoll. Sie stehen ganz am Anfang ihres Lebens und auch wenn es das Schicksal in der Vergangenheit schwer mit ihnen meinte,

Spass im Kinderheim

so liegt dennoch eine chancenreiche Zukunft vor ihnen. Dank Ihrer Unterstützung können wir dafür sorgen, dass die Kinder und Jugendlichen in einem liebevollen Umfeld aufwachsen und wertvolle Dinge fürs Leben lernen. Während des Workcamps im Sommer haben wir mit einer Gruppe von Freiwilligen aus der Schweiz und aus Deutschland einige Arbeiten an einem sanierungsbedürftigen Wohnhaus erledigen können. Auch die Kinder haben mitgeholfen und es hat grossen Spass gemacht. Für sie war es eine besondere Erfahrung nach den


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Freundschaft zwischen Heimkindern

Übersicht Kinderheim Diamante

Überfällen zu erleben, dass es Menschen gibt, die sich für sie interessieren und die ihnen helfen möchten. Wer das weitläufige Farm-Gelände des Heims betritt, spürt schnell, dass es den Kindern dort gefällt und das Kinderlachen, das überall zu vernehmen ist, wirkt sofort ansteckend.

„Ein Kind, das lacht, überflutet die Welt mit Freude und solange Kinder lachen, gibt es noch Hoffnung.“

Fischteich im Diamante

Kinder helfen beim Umbau

Zusammenarbeit mit: Juventud Renovada Zielgruppe: 47 Kinder im Heim, 50 Kinder im Familienprogramm, Kinder und Jugendliche mit Suchtproblemen, Strassenkinder, Waisen Inhalte: Schule, Lernwerkstätten, Sport, Beschäftigungstherapie Ziele: Den Kindern ein liebevolles Zuhause und eine Ausbildung zu ermöglichen. Verantwortung: José Hidalgo Budget: CHF 240.– pro Kind / Monat Patenschaften: In frei wählbarer Höhe


8 Die Kinder sind in Sicherheit – Ein Zuhause auf Zeit

Notunterkunft für ein ganzes Mädchenheim Es kam völlig unerwartet: Die Direktorin des Kinderheims Las Flores rief uns an, mit der Bitte, ihren 13 Mädchen und den Erzieherinnen Unterschlupf zu gewähren, da sie ab sofort aus Sicherheitsgründen nicht mehr im Heim leben können. Wir haben zugesagt und beherbergen nun die Kinder im Casa Girasol.

Die Mädchen im Casa Girasol

Seit drei Monaten arbeiteten wir mit den Mädchen des Kinderheims Las Flores im Rahmen unserer Kinderprogramme und besuchten das Heim einmal wöchentlich, mit dem Ziel, nächstes Jahr eine Keramik-Werkstatt zu gründen. Um uns gegenseitig besser kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen, haben wir sie zudem im Oktober für vier Tage ins Casa Girasol eingeladen und ein Camp zum Thema „Esther“

organisiert. Die Mädchen im Alter von sechs bis 17 Jahren sind zum Schutz im Kinderheim Las Flores, denn sie alle wurden sexuell missbraucht und mussten untertauchen. Aus diesem Grund können wir auch keine Bilder veröffentlichen, worauf Gesichter erkennbar sind. Während die Arbeit gut zu laufen schien, kam plötzlich der Schock und aufgrund der Bedrohung durch Banden musste das bisherige Zuhause der Kinder aufgegeben werden. In einigen Gegenden von Honduras sind die Wohnviertel fest in der Hand von Jugendbanden. Dies sogenannten „Maras“ sind extrem gewalttätig, morden und verlangen Schutzgelder. Viele Menschen kämpfen ums Überleben und können den Schutzgeldforderungen kaum nachkommen.


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Unser schönes Casa Girasol

Und wer nicht zahlt, wird umgebracht. So kalt und gefühlslos läuft das ab! Auch dort, wo das Kinderheim Las Flores liegt, wird der Alltag ganz von den Banden bestimmt und zuletzt wurde die Situation so unerträglich, dass das Leben der Mädchen und der Mitarbeiterinnen gefährdet war. Deshalb mussten alle das Heim umgehend verlassen. Einzelheiten dürfen wir leider keine veröffentlichen, da zurzeit Ermittlungen laufen. Die Kinder und Jugendlichen sind nun aber bei uns vorrübergehend in Sicherheit und wir hoffen, dass sich bald eine neue, definitive Lösung

finden lässt und die Gruppe in ein neues Zuhause umziehen kann. Vorerst bis Ende Jahr bleibt die Gruppe im Casa Girasol, dann werden wir die Situation neu prüfen.

„Für uns bedeutet es eine zusätzliche Herausforderung, denn wir möchten nicht nur ein Zuhause auf Zeit bieten, sondern die Chance nutzen, mit den Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.“ Gerade in diesen Wochen im Casa Girasol ist

Frezeit im Pool

es besonders wichtig, die Kinder intensiv zu betreuen, da sie vorrübergehend nicht in die Schule gehen können. Das Betreuungsteam von Las Flores besteht nur aus zwei Personen und diese sind mit der aktuellen Situation verständlicherweise überfordert. Gerne würden wir daher zusätzliches Personal einstellen, da Las Flores nicht über die nötigen Mittel verfügt, den Mehraufwand zu bewerkstelligen. Andere Kosten, die auch im ursprünglichen Kinderheim angefallen sind, werden von unserer Partnerorganisation übernommen.


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Camps im Casa Girasol

Dank Ihrer Hilfe können wir Kinder zu Camps einladen In den vergangenen Monaten konnten wir zahlreiche Camps und Kindertage auf dem Gelände von Casa Girasol durchführen.

sein Volk vor der Verfolgung zu schützen. Beim Jungencamp drehte sich alles um „Mission Impossible“ – mit Gott ist nichts unmöglich.

So fanden etwa im Oktober 2017 zwei viertägige Camps statt. Eines für Kinder und Jugendliche des Heims für Mädchen Las Flores und eines für jugendliche Buben mit Suchtproblemen des Heims von CREA. Unterstützt wurde unser Team durch die Mithilfe von freiwilligen Helferinnen und Helfern aus Deutschland und der Schweiz, die im Rahmen des Viva! Camps einen Einsatz bei uns leisteten.

„Die Struktur unserer Camps hat sich bewährt und bleibt immer gleich. Was sich ändert sind die Inhalte, die wir an die Bedürfnisse der Kinder, ihr Alter und ihre Fähigkeiten anpassen.“

Das Camp der Mädchen fand unter dem Motto „Esther“ statt. Wir erzählten die Geschichte, wie Esther nach langer Vorbereitungszeit Königin wurde und wie Gott sie brauchte, um

Programmstruktur: Morgens: Frühsport, „Ämtli“, biblischer Input, kreative Workshops Nachmittags: Sport und Bewegung, gruppen- dynamische Spiele, Baden im Pool Abends: Lagerfeuer, Filmabend, Spiele- abend, bunter Abend, Geschichte

Junge bei Feuerjonglage

Übersicht Camps Zusammenarbeit mit: diversen armen Kinderheimen der Hauptstadt Zielgruppe: Gruppen bis 20 Kinder und Jugendliche und deren Betreuer Inhalte: Workshops, Sport, Spiele, Gruppenspiele, Handarbeit, Pool, Theater, Inputs Ziele: Für die Kinder da sein, ihnen Aufmerksamkeit, Zeit und Liebe schenken. Auf Gottes Plan für ihr Leben hinweisen. Verantwortung: Neil Ramirez und Team Budget: CHF 2000.– pro Campwoche


11 Interview mit Johanna Mattula

Künstlerisches Gestalten kann Lichtmomente begünstigen Johanna Mattula war im Oktober 2017 Teilnehmerin des Viva! Camps. Sie half bei der Organisation und Durchführung von zwei viertägigen Camps für traumatisierte Mädchen und Strassenkinder mit Suchtproblemen. Aufgrund ihrer Erfahrung als Kunsttherapeutin in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Kempten, im Allgäu, kann sie uns einen spannenden Einblick geben, wie kreatives Arbeiten Heilungsprozesse begünstigt. Johanna, wie muss man sich deine Arbeit als Kunsttherapeutin in Deutschland vorstellen? Ich arbeite dort mit Kindern und Jugendlichen, wobei die meisten meiner PatientInnen zwischen 13 und 15 Jahre jung sind. Meine PatientInnen tragen Diagnosen wie Depres-

sion, Posttraumatische Belastungsstörung, Essstörung, Bindungsstörung und sind teils suizidgefährdet. Sie kommen meist einzeln zu mir und können, anstatt über ihre Belastungen zu sprechen, mit unterschiedlichsten Materialien gestalten. Das verbale Gespräch und auch Interpretationen meinerseits sind dabei weniger wichtig. Es geht darum, dass die Kids lernen, möglichst selbstständig ein Material zwischen Malen, Zeichnen, Filzen, Ton, Gips, Pappmache, Holz etc. auszuwählen und nach und nach zu einem eigenen gestalterischen Ausdruck zu finden. Über meine vorwiegend nonverbale Begleitung, indem auch ich male oder bastle, gelangen die PatientInnen schnell zu den Themen, die sie beschäftigen und können einen Umgang damit erlernen. Der kunsttherapeutische Weg funk-

Kunsttherapeutin Johanna Mattula

tioniert also nicht über Wissensvermittlung, sondern über das Erleben von Erfahrungen, die die Kinder zu Experten ihrer selbst machen. Du hast uns erzählt, dass Kunst ein Weg sein kann, Lichtmomenten Raum zu geben. Was meinst du damit? Inwiefern kann Kunst Menschen in schwierigen Lebenslagen helfen? Auf einem weissen Blatt oder mit einem Klumpen Ton etwas entstehen zu lassen und dabei den Inhalt völlig selbst zu bestimmen, ist erst


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einmal schwierig, weil gelernte Hemmungen wie „Ich kann das nicht!“ oder „Wie bewerten es die anderen?“ davon abhalten. Diese Blockaden können überwunden werden, indem man sich schöpferisch und als eigener Bestimmer des jeweiligen Werkes erfährt und damit negative Gedanken in Erfahrungen umformt, wie „Ich kann sehr wohl etwas; Meine Situation ist beschissen, aber sie kann sich sehr wohl verändern“. Der künstlerisch Gestaltende erfährt somit Selbstwirksamkeit und erlebt

sich als jemand, der aktiv über sein Tun verfügt. Damit begegnet kreatives Tun dem Kern psychischer Belastungen, da bei diesen das umgekehrte Erleben der Fall ist: Der Betroffene empfindet sich nicht mehr als jemand, der über sein Leben bestimmen kann, sondern stattdessen als abhängig oder ausgeliefert. Die beim gestalterischen Prozess hervorgebrachten, neuen, positiven Erfahrungen und Gedanken, wie „Ja, das habe ich geschafft!“, können Kraft geben, auch die eigene Lebensperspektive

Bastelworkshop im Camp

anders einzuschätzen und beispielsweise Überzeugungen zuzulassen, wie „Ich werde es schaffen, einen Beruf zu bekommen, mit dem ich einmal meine Familie ernähren kann“. Oder: „ Meine Situation ist beschissen, aber sie kann sich sehr wohl verändern – es gibt immer einen Weg, Ich werde ihn finden und gehen!“. Kreatives Gestalten, egal ob es sich dabei um anerkannte Kunst handelt oder nicht, kann meiner Überzeugung nach Lichtmomente ermöglichen, Denkmuster umstrukturieren und Veränderung hervorbringen. Spielt dein Glaube an Gott und Jesus auch in deiner Arbeit eine Rolle? Für mich ist meine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die schwere Schicksalsschläge und Beziehungserfahrungen zu den meist frühen Bezugspersonen erlitten haben und unter Umständen noch weiterhin erleiden müssen, nur möglich, weil mein christlicher Glaube mir die Perspektive hierzu gibt. Er hilft mir, nicht den menschlichen Weg der Aussichtslosigkeit


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Seilziehen im Camp

zu sehen, sondern den der Hoffnung, des Lichts und der Liebe, den Jesus gezeigt hat. Ich habe es nicht in der Hand, ob jemand die Kraft des Lichtes, die trotz allem in ihm steckt, annehmen kann. Viele erleben immer wieder Situationen, die es ihnen schwer machen, sich nach der heilsamen Liebe Gottes auszurichten. Aber ich mache täglich die Erfahrung, dass Gottes Liebe, die Kraft und Licht gibt, da ist. Und sie bestärkt mich, denn ich bin überzeugt davon, dass ich in diesen Momenten die Gegenwart Gottes spüre und dieses Erleben erfüllt mich. Unser Ziel ist es, dass die Kinder in den Camps neue Kraft und Hoffnung schöpfen. Glaubst du, dass ein paar wenige Tage einen Einfluss auf

das weitere Leben haben können oder ist es vielmehr ein Tropfen auf den heissen Stein? Es ist ein Tropfen auf den heissen Stein, aber letztlich wissen wir, dass steter Tropfen den Stein höhlt. Wir haben meist gar keine andere Möglichkeit, als den Kindern und Jugendlichen nur einen Moment geben zu können, der sie Kraft und Hoffnung schöpfen lässt. Und sie brauchen meist viele dieser Momente, damit sich ihr Leben verändern kann. In meinen Augen ist also das Erreichen von Veränderung auf diesem Weg sehr wohl möglich und auch notwendig. Casa Girasol setzt auf die Mischung aus Spielen, Bewegung, Workshops und biblischen Geschichten, um den Kindern ein buntes Programm zu bieten. Hast du eine Idee, was man verbessern könnte, um den Nutzen für die Kinder weiter zu erhöhen? Meiner Meinung nach leistet Casa Girasol sehr wertvolle und gute Arbeit: Bewegung, Kreatives, Handwerkliches, Praktisches, Förderung

von Gruppenzusammenhalt und Selbstwirksamkeit, getragen durch den Glauben an Gott. Es gefällt mir, dass es im Casa Girasol mehr um den gelebten Glauben der MitarbeiterInnen geht als um das Missionieren mit Worten. Die Biblischen Geschichten dienen nicht dazu, die Kinder umzukrempeln oder ihnen etwas überzustülpen, sondern ihnen zu zeigen, wie wertvoll und geliebt sie sind. Für mich schöpft Casa Girasol damit die Möglichkeiten, angesichts der Begrenzung von Zeit und Ressourcen, voll aus. Das Programm scheint mir sehr geeignet für Kinder. Für die Jugendlichen würde ich mir das Einbeziehen von mehr handwerklichen Tätigkeiten und damit erwerbsvorbereitenden Möglichkeiten wünschen, wie das Erlernen von Gemüseanbau und Ähnlichem. Dabei ist mir aber bewusst, dass das Aufbauen solcher Werkstätten den aktuellen finanziellen Rahmen von Casa Girasol sprengen würde. Anmerkung: Das vollständige Interview kann in unserem Online-Tagebuch unter http://casagirasolhonduras.blogspot.com/ gelesen werden.


14 Kinderprogramme: Eine Übersicht

Jeden Tag unterwegs, um Kinderherzen zu stärken Unser Team organisiert wöchentlich ganz spezielle Programme, um Kinder in armen Gegenden und Heimen zu erreichen.

„Es ist wichtig, dass wir bestehende Heime mit unserer Arbeit unterstützen, denn sie sind aufgrund fehlenden Personals und Geldes nicht in der Lage, die Kinder in ihren schwierigen Lebenssituationen ausreichend zu betreuen.“ Montags arbeitet unser Team mit den Mädchen des Kinderheims Las Flores (siehe Seite 8). Die Mädchen haben in ihrer Vergangenheit sexuellen Missbrauch erlebt und unser Ziel ist es, dass sie dank biblischen Inputs Heilung und Trost erfahren und wieder Vertrauen

(und Selbstvertrauen!) aufbauen können. Zudem möchten wir eine Keramik-Werkstatt gründen und so eine sinnvolle und kreative Beschäftigung ermöglichen.

Kleine Geschenke für die Kinder

Mittwochs organisieren wir einen Kindernachmittag mit den sehr armen Kindern und Jugendlichen im Tal Soroguara (siehe Seite 16). Diese Nachmittage sind ein Beitrag zur Prävention, damit die Jugendlichen nicht in die Fänge der Banden geraten und auf der Strasse landen, wo der sichere Tod auf sie wartet.

Schoggi-Banane auf dem Feuer

Donnerstags besuchen wir das Heim für drogenabhängige Jugendliche der Organisation CREA. Wir veranstalten einen spannenden Zirkus-Workshop und fördern die persönliche Entwicklung der Jungs.


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Casa Girasol liegt mitten im Wald

Freitags freuen sich die kleinen Buben, ebenfalls mit Suchtproblemen (Lösungsmittel), über unseren regelmässigen Besuch. Dort stehen Spiele, Spass, Bewegung. kreative Handarbeiten und eine spannende Bibelgeschichte auf der Aktivitätenliste. Momentan befinden wir uns kurz vor dem Start eines Programmes für die vielen Kinder, die auf den Müllhalden der Grossstadt leben. Wir möchten dort Gottes Liebe hinbringen, die hygienischen Zustände verbessern und eine gesunde Mahlzeit verteilen.

Wenn immer möglich, laden wir die Kinder der verschiedenen Programme auch für einen Tag zu uns ins Casa Girasol ein oder geben anderen Organisationen die Gelegenheit, unsere Landhaus für ihre Aktivitäten zu nutzen. „Unsere Gäste freuen sich über die

schöne Anlage, die Tiere und den grossen Pool. Für einige Stunden können sie die natürliche Umgebung geniessen, unbeschwert Kind sein und ihre Seelen baumeln lassen und auftanken.“

Zirkus-Workshop

Übersicht Kinderprogramme Zusammenarbeit mit: Hogares CREA, Las Flores, Evangelische Kirche Soroguara Zielgruppe: jeden Tag bis zu 25 Kinder (Suchtkranke, Strassenkinder, Missbrauchsopfer, ehemalige kriminelle Bandenmitglieder) Inhalte: Biblische Inputs, Workshops, Spiele Ziele: Förderung von Selbstvertrauen, Sozialkompetenz und Kreativität, Vermittlung von Werten, Gottes Liebe teilen, Prävention. Verantwortung: Neil Ramirez Budget: CHF 100.– bis CHF 200.– pro Tag


16 Kinderprogramme: Einblicke in die Präventionsarbeit

Kindernachmittage im schönen Tal von Soroguara Einige Kilometer vom Casa Girasol entfernt befindet sich Soroguara. In diesem idyllischen Tal leben die meist sehr armen Bauernfamilien vom Gemüseanbau. Dort, wo sonst keine Hilfe ankommt und der Staat die Menschen vergessen hat, haben wir ein neues Kinderprogramm gestartet. Die Menschen im Tal von Soroguara leben weit verstreut und überall auf den Hügeln befinden sich kleine Häuser. Es gibt eine Schule, zu der die Kinder jeden Tag von weit her hinlaufen müssen. Das Tal ist grün und mit Wasser und guter Erde gesegnet, dennoch, mit der Landwirtschaft lässt sich in Honduras kaum Geld verdienen. Die Menschen haben das Nötigste (Lebensmittel und ein Zuhause), doch für Ausbildung oder Gesundheit ist kein Geld vorKinder beim Spielen

handen. Und wenn die Kinder auf den Fotos so schön angezogen aussehen, dann liegt es vor allem daran, dass sie für die Kindernachmittage die besten Kleider anziehen, die sie haben, weil es für sie ein besonderes Ereignis ist.

„Wenn wir einmal wöchentlich die Kinder von Soroguara zusammenrufen und einen bunten Nachmittag mit ihnen verbringen, dann geht es darum, ihnen anhand von Bibelgeschichten von Gottes Liebe zu berichten, sie zu stärken und sie in ihrer Entwicklung zu fördern.“ Unter der Leitung von Danilo Sanchez und Neil Ramirez werden für die beiden Gruppen (Kinder und Jugendliche) spannende Nachmittage


17 vorbereitet. Zum Programm gehören Gruppenspiele, kleine Handarbeiten und altersgerechte Inputs. Die Kinder sind unglaublich wissbegierig, eifrig und machen bei allen Programmpunkten super mit! Unser Team wird bei den Kindernachmittagen von den Volontärinnen und Volontären unterstützt, die einen Basis-Einsatz bei Casa Girasol leisten.

Kleine Kunststücke werden eingeübt.

Im letzten Infoblatt stellten wir die Kindernachmittage in San Angel vor. Diese mussten aufgrund der schlechten Zusammenarbeit mit der dortigen Kirchgemeinde eingestellt werden und wurden nun durch die Kindernachmittage in Soroguara ersetzt. In Soroguara arbeiten wir mit der dortigen Evangelischen Hausgemeinde zusammen und treffen uns mit den Kindern in einem Privathaus eines Kirchenmitglieds.

Übersicht Kindernachmittage Projektname: Kindernachmittage Zusammenarbeit mit: Evangelische Kirche Zielgruppe: 2x 20 Kinder aus armen Familien Inhalte: Spiele, Basteln, Spass und Bewegung Ziele: Vermittlung von Werten, Prävention Verantwortung: Danilo Sanchez, Neil Ramirez Budget: CHF 120.– pro Nachmittag

Malwerkstatt


18 Abenteuer garantiert!

Kurzeinsätze in Honduras

Viva! Camps Als Team bereiten wir eine Campwoche für Strassenkinder vor und führen diese durch. Nach dem Camp geht‘s auf eine Rundreise durch Honduras oder auf eine karibische Insel. Die 17-tägigen Viva! Camps sind für alle Teilnehmer ein ganz spezielles Erlebnis und finden mehrmals jährlich statt.

Ohne die Mithilfe von freiwilligen Helferinnen und Helfern würden wir es nicht schaffen, uns täglich in den verschiedenen Arbeitsbereichen um die Strassenkinder zu kümmern und ihr Leben zu verändern. Darum bieten wir Ihnen verschiedene spannende Möglichkeiten, direkt einen Einsatz bei uns in Honduras zu leisten – sogar ohne Spanischkenntnisse!

„Einige Zeit in der Ferne zu leben, eine neue Kultur zu entdecken, mit armen Kindern zu arbeiten und eine bunte Gemeinschaft zu erleben, hat mein Leben bereichert und ich habe viele neue Freunde gefunden. Martin, 38

Die Kinder freuen sich über Besuch.

Workcamps Immer im Sommer (Juli/August) findet das beliebte Workcamp statt. Als Gruppe realisieren wir kleine Bauprojekte und sind kreativ sowie im Garten tätig. An den Wochenenden unternehmen wir Ferienreisen zu den schönsten Flecken des Landes, etwa zu den Karibikinseln oder den Maya-Pyramiden von Copán. Die Einsatzdauer kann flexibel festgelegt werden.

Basis-Einsatz Sie leben während ein bis vier Monaten im Casa Girasol und helfen in allen Arbeitsbereichen (Kinderheim, Kindernachmittage und Camps) mit und erhalten viele tiefgehende Eindrücke in unsere Arbeit. Gleichzeitig absolvieren Sie auf Wunsch einen Spanisch-Kurs. Gruppeneinsätze Gerne organisieren wir für Ihre Gemeinde oder Gruppe auch einen speziell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten Gruppeneinsatz ab acht Personen.


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„Zuerst traute ich es mir nicht zu, ohne Spanischkenntnisse einen Einsatz zu machen, doch irgendwie habe ich mich trotzdem angemeldet – und es hat sich gelohnt! Zum einen konnte immer

jemand übersetzen, zum anderen waren die Kinder so unglaublich neugierig und liebesbedürftig, dass ich doch immer einen Weg fand, mit ihnen zu kommunizieren oder zu spielen.“ Rahel, 22

Sandro im Basis-Einsatz

Übersicht Kurzeinsätze Workcamps: 2-7 Wochen, immer im Sommer Viva! Camps: 17 Tage, mehrmals jährlich Basis-Einsatz: 1-4 Monate, Daten frei nach Wahl Zielgruppe: Personen aus dem Ausland, mit oder ohne Spanischkenntnisse, ab 18 Jahren. Auch individuell gestaltete Gruppeneinsätze können organisiert werden. Inhalt: Mix aus Kurzeinsatz und Abenteuerferien Verantwortung: Alexander Blum, Neil Ramirez Informationen: www.casagirasol.ch oder per Mail an alexander@casagirasol.ch Garífuna-Dorf an der Karibikküste


20 Interview mit Gesamtleiter Alexander Blum

Neil Ramirez übernimmt die Programmleitung

Neil bei Unterhaltsarbeiten

Erklären, wie Bändeli-Knüpfen funktioniert.

Alexander Blum übergab per November 2017 einen Teil der Leitung an Neil Ramirez (27). Wir haben ihm ein paar Fragen zum Wechsel gestellt. Alexander Blum, du hast die Programmleitung an Neil Ramirez weitergegeben. Warum ist das dazu gekommen? Während der ersten Jahre hatten wir immer eine Leitungsperson oder ein Ehepaar vor Ort, die die täglichen Arbeiten verantwortete, während ich eher im Hintergrund für die Gesamtleitung zuständig war. In den letzten vier Jahren hatten wir diese Programmleitung nicht, da es die Teamzusammenstellung nicht zuliess und es fiel ein grosser Mehraufwand für alle Beteiligten an. Doch nach längerem Warten hat sich intern eine Lösung abgezeichnet. Die

Zeit ist nun reif, Neil mehr Verantwortung zu übergeben und den Weg frei zu machen für Veränderungen und Verbesserungen. Was bedeutet dieser Wechsel konkret? Es gibt täglich viele Entscheidungen, die gefällt werden müssen, man muss improvisieren und schnell agieren können. Aufgrund meiner vielseitigen Aufgaben verbringe ich einen Teil meiner Arbeitszeit im Büro und kann nicht so viel Zeit mit den Kindern und Volontären verbringen, wie es sinnvoll wäre. Neu erhält Neil zusätzlichen Kompetenzen, die es erlauben, dass Probleme schneller gelöst werden. Mit der Erweiterung seines Stellenprofils wird die Struktur direkter und beweglicher, wobei die bewährten Richtlinien von Casa Girasol den Rahmen vorgeben.


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Auf dem Hausdach mit Diamante-Jungs

Du kennst Neil sehr gut. Wie würdest du ihn beschreiben? Neil ist ein unglaublich motivierter junger Mann, der Lebensfreude ausstrahlt, seine Arbeit kreativ und gewissenhaft erledigt und den Fokus stets die Kinder richtet. Er selbst ist Beispiel dafür, wie man selbst dann, wenn man in sehr schwierigen Verhältnissen aufgewachsen ist, sein Leben in die Hand nehmen und Grossartiges erreichen kann. Zudem hat er eine Ausbildung als soziokultureller Animateur und ist dank seiner künstlerischen Vergangenheit eine grosse Bereicherung für uns. Neil arbeitet nun bereits seit drei Jahren für uns.

Was bedeutet der Wechsel für Neil? Gemeinsam mit der Verantwortung wächst auch der Raum für Gestaltungsfreiheit. In Neil steckt noch viel Potenzial, das sich entfalten kann. Ich bin sehr gespannt! Was bedeutet der Wechsel für dich? Wahrscheinlich kennen Sie das, man trifft bei der Arbeit immer wieder auf Aufgaben, für die man viel Zeit aufwenden muss aber am Ende eigentlich gar nicht so richtig zufrieden mit dem Endresultat ist. Handkehrum gibt es Aufgaben, die wir mit Leichtigkeit erledigen und gleichzeitig das Maximum herausholen. Und darum

geht es, dass es mir möglich wird, meine Zeit in die meinen Stärken entsprechenden Aufgaben zu investieren. Meine Aufgabe wird es sein, als Gesamtleiter dem Team den Rücken frei zu halten, damit sie ihre Arbeit mit den Kindern und den Volontären tun können. Das beinhaltet vor allem administrative Aufgaben, die Planung von Einsätzen, die Spendenverwaltung oder den Kontakt zu den Partnerorganisationen und Sponsoren. Dennoch bleibt der direkte Kontakt zu den Kindern natürlich bestehen, um den Puls der Arbeit spüren zu können. Welchen Effekt soll die Änderung für Casa Girasol bewirken? Unsere Arbeit soll dadurch besser, kreativer und effizienter werden. Zudem kommt frischer Wind in die Sache. Ich persönlich erhoffe mir, dass einerseits durch Neil die Arbeit mit den Kindern und Volontären lebendiger wird und andererseits durch meine Fokussierung auf das Backoffice Casa Girasol wieder wachsen kann. Wichtig scheint mir auch zu erwähnen, dass wir an unseren drei Arbeitsbereichen „Kinderheim“, „Kinderprogramme“ und „Campwochen“ festhalten werden.


22 Kurz vorgestellt: Unsere Köchin

Susana Maria Gomez – liebevoll und gutmütig Die Küche ist ihr Reich.

Seit Beginn vor 11 Jahren ist Doña Susana (67) bei uns angestellt und hat seither tausende leckere Gerichte gezaubert und für das leibliche Wohl der Kinder, Volontäre und Mitarbeiter gesorgt!

Doña Susana ist eigentlich schon im Pensionsalter, doch vom Aufhören ist keine Rede! Sie liebt ihre Arbeit und sorgt täglich dafür, dass sich alle wohl fühlen. Sie kocht, putzt und wäscht und hackt sogar noch selbst das Holz für den Ofen. Man spürt sofort die grosse Liebe für Jesus und die Kinder, die Doña Susana ausstrahlt. Sie ist davon überzeugt: „Das Casa Girasol ist ein Ort, in dem man Gottes Gegenwart wahrnimmt.“ Es ist ihr ein grosses Anliegen, den Kindern Gottes Liebe durch ihren Dienst weiterzugeben, denn einen grösseren Schatz könne niemand finden.

Susana mit Enkelsohn Angel

Doña Susana wohnt direkt beim Casa Girasol und ist immer zur Stelle, wenn Hilfe benötigt

wird. Mit ihr leben ihre beiden Enkel, die uns auch unterstützen, wenn wir grössere Gruppen haben.

„Dank ihrer Arbeit kann Doña Susana ihren Enkeln ein Studium an der Universität ermöglichen und selbst ihren Lebensunterhalt bestreiten, denn ihr Rentenanspruch wäre zu klein, um davon leben zu können.“ Wir hoffen, dass wir noch viele Jahre mit Doña Susana unterwegs sein dürfen, dass der HERR ihr weiterhin Gesundheit und Lebensfreude schenkt und sie so für viele Kinder „Grossmutter auf Zeit“ und Gastgeberin sein darf.


23 Unser Baumeister

José Danilo Sanchez

h.

Danilo (36) ist seit sieben Jahren unser vielseitiger Baumeister und für den Unterhalt unserer Gebäude sowie für die Bauarbeiten in den Workcamps zuständig. Zudem arbeitet er in der Betreuung und teilt mit den Kindern von Herzen Gottes Wort. Der Werdegang von Danilo ist eindrücklich. Seine Familie war bitterarm. Er erzählt, dass es oft nur gekochte Baumwurzeln zu essen gegeben habe, um wenigstens den Magen zu beruhigen und das Hungergefühl zu stillen. Eine Berufsausbildung hat er nicht und seine ersten Jahre als Erwachsener waren geprägt von einer schweren Alkoholsucht. Sein Alltag war ein Alptraum voller Hoffnungslosigkeit. Nachdem er sein Leben schliesslich in Gottes Hände legte, habe sich sein Leben zu verändern

Danilo mit den Kindern von Soroguara

begonnen und heute ist er ein verantwortungsvoller Mann, der zu träumen wagt.

„Dank seines Einkommens kann Danilo seine Frau, seine Kinder und Pflegekinder sowie weitere Familienmitglieder, die mit ihm im Haus leben, ernähren.“ Danilo ist ein stolzer Vater, ein aktives Gemeindemitglied, Besitzer eines kleinen Hauses, das er selbst gebaut hat und ein sehr gewissenhafter

Mitarbeiter. Er überzeugt durch seine ruhige, ausgeglichene Persönlichkeit und packt gerne an, egal, welche Aufgabe es zu erledigen gilt. Danilo träumt davon, dereinst Pastor zu sein, doch er weiss, dass der Weg dorthin noch lang sein wird. Geduldig geht er Schritt für Schritt voran und überzeugt durch sein Gottvertrauen. Dank seiner Lebensgeschichte konnte er schon vielen Strassenkindern Zeugnis geben und sie dazu motivieren, hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken, denn mit Gott sei alles möglich!


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Sie wollen konkret helfen?

Aktuelle Spendenideen Casa Girasol finanziert sich durch Spenden von Privatpersonen, Gemeinden, Firmen und Institutionen. Spenden an unseren gemeinnützigen Verein sind in der Schweiz zu 100% steuerabzugsfähig. Um unsere verschiedenen Arbeitsbereiche Campwochen, Kinderprogramme und Kinderheim Diamante am Laufen zu halten, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Sie machen es letztlich möglich, dass wir uns in Honduras liebevoll um die Strassenkinder kümmern können, ihnen ein Zuhause und eine Ausbildung schenken, mit ihnen Gottes Liebe teilen und sie auf kreative Weise betreuen und begleiten können. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Wandbild im Casa Girasol


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Spendenideen

Spendenideen

Spendenideen

Kinderprogramme

Campwochen

Kinderheim Diamante

Einmalige Spendenideen - 1 Kindernachmittag kleine Kinder: CHF 100.– - 1 Zirkus-Workshop: CHF 100.– - 1 Kino-Besuch für 25 Kinder: CHF 350.– - 1 Spielnachmittag Soroguara: CHF 120.– - 1 gesunde Mahlzeit für 40 Kinder auf der Müllhalde: CHF 180.– - 1 Hygiene-Kit für Kinder auf der Müllhalde: CHF 27.– - Bastelmaterial: CHF 250.– - Spielutensilien: CHF 290.– - 1 Monatslohn für 1 Mitarbeiter: CHF 485.– - Zirkus-Utensilien: CHF 1900.–

Einmalige Spendenideen - 1 Campwoche für 1 Kind: CHF 100.– - Reparatur Schlafbusse: CHF 1000.– - 1 Bibel für 1 Kind: CHF 7.– - 1 T-Shirt für 1 Kind: CHF 6.– - Bastelmaterial: CHF 120.– - Theatermaterial: CHF 150.– - Obstbäume: CHF 230.– - Spielutensilien: CHF 400.– - Microwellenherd: CHF 85.– - 3 Holztische/Bänke: je CHF 105.– - Befestigung Strasse: CHF 2000.– - Erweiterung Wasserzisterne: CHF 3200.– - Solarstrom-Anlage: CHF 7500.–

Einmalige Spendenideen - Kleider pro Kind: CHF 85.– - Pick-Up: CHF 19‘000.– - Ausflug Wasserpark/Kind: CHF 13.– - Schulmaterial: CHF 800.– - Zahnreinigung/Kind: CHF 42.– - Workshop-Material: CHF 275.– - Maschinen Landwirtschaft und Lernwerkstatt: CHF 2000.– - WC/Duschen Wohnhaus: CHF 1200.– - Austausch Asbestdach: CHF 6000.– - Spielutensilien: CHF 500.–

Regelmässige Spenden Als Projektpatin/-pate können Sie den Arbeitsbereich Kinderprogramme mit einem frei wählbaren monatlichen Beitrag fördern (z.B. CHF 50.–). und uns somit die Planung erleichtern.

Regelmässige Spenden Werden Sie Projektpatin/-pate und unterstützen Sie die Campwochen mit einem beliebigen regelmässigen Beitrag (z.B. CHF 100.–).

Regelmässige Spenden Ein Heimplatz kostet pro Monat CHF 240.–. Wir sind dringend auf der Suche nach mehr Projektpatinnen/-paten, die einen beliebigen Teilbetrag davon monatlich spenden und uns so helfen, die Heimplätze für die Kinder zu sichern.


26 Weil nur Gott Leben einhaucht

WhatsApp-Gebetsgruppe Stellen Sie sich vor, Sie gewinnen heute ein neues Auto: teuer, gross und sportlich. Sie freuen sich riesig und können es kaum erwarten loszufahren. Sie steigen ein, drehen den Schlüssel und nichts tut sich. Sie stellen mit Schrecken fest: Der Tank ist leer! Das Auto kann noch so fantastisch sein, doch ohne Treibstoff kommt es nicht vom Fleck. Sie müssen zur Tankstelle gehen, Benzin besorgen und den Tank reichlich füllen, um dem Auto Leben einzuhauchen! Ähnlich verhält es sich mit unserem Engagement für Strassenkinder. Wir haben tolle Mitarbeiter und sind fähig, die Kinder auf grossartige Weise zu betreuen. Doch letzten Endes sind unsere Mühen umsonst, wenn nicht Gott unsere Arbeit segnet.

Schwemmholz am Meeresstrand

Genauso wie das Auto den Treibstoff braucht, sind wir bei unserer Arbeit darauf angewiesen, dass der HERR Leben einhaucht. Damit die Kinder Heilung erfahren, geliebt werden und echte Hoffnung entwickeln können, braucht es Gott. Denn die Wunden eines verstossenen, missbrauchten und misshandelten Kindes sind viel zu gross, als dass ein Mensch sie verbinden könnte. Im Wissen darum, dass der Erfolg unserer Arbeit letzten Endes von Gott abhängt, möchten

wir Sie einladen, die Kinder von Casa Girasol in Ihren Gebeten mitzutragen. Wir glauben an die Kraft des Gebetes und daran, dass der HERR dort wirkt, wo Menschen ihm Raum geben. Neu haben wir auf WhatsApp eine Gebetsgruppe gegründet, wo wir wöchentlich kurz von den Aktivitäten berichten und aktuelle Anliegen formulieren. Sie sind herzlich eingeladen, bei der Gebetsgruppe mitzumachen. Senden Sie einfach eine Nachricht auf WhatsApp an Alexander Blum (+504 33 39 55 43) und er wird Sie gerne der Gruppe hinzufügen.


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Wir sind online

Casa Girasol im Internet Wir sind im Internet da, wo Sie sich am liebsten aufhalten! Alle Links zum Blog, zur Fotogalerie, zu Instagram und Facebook finden Sie auf unserer Webseite unter: www.casagirasol.ch

Impressum: Herausgeber: FÜrderverein Casa Girasol Text und Layout: Casa Girasol, Alexander Blum Bilder: Casa Girasol, Volontäre Lektorat: Regula Conzett, www.blaufeder.ch


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Infoblatt Winter 2017/2018  
Infoblatt Winter 2017/2018  

News zu unserem Engagement für Strassenkinder in Honduras.

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