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Bild: Der Rafael-Junge H. vor dem neuen Ping-Pong-Tisch.

CG Info Sommer 2013 Das kleine Infoblatt für Freunde und Interessierte. ISSN 2235-3666 www.casagirasol.ch

Casa Girasol – Persönliches Vorwort zum Einstieg

«Jesus ist Verb, nicht Substantiv!»

Aktiv werden Wenn man in der Sprachkunde ein Wort betrachtet, dann teilt man es zunächst einer Wortgruppe zu. «Jesus», das ist ein Name, somit ist die Bezeichnung «Substantiv» zutreffend. Der guatemaltekische Sänger Ricardo Arjona, ein Wortkünstler der besonderen Art, kommt aber zu einem ganz anderen Schluss: «Jesus ist Aktion und Bewegung, nicht fünf Buchstaben, die einen Namen bilden.» Worauf er hinaus will, wird im Laufe eines seiner Lieder schnell klar. Wenn Gott ein Wort spricht, dann geht es nicht darum, dass einfach etwas gesagt ist, sondern dass etwas geschieht. Im ersten Buch der Bibel finden wir in der Schöpfungsgeschichte zahlreiche Beispiele vom Reden

Gottes, wie etwa «Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.» (1.Mose 1,3) Gott spricht und es passiert etwas! Gott spricht, und es hat Folgen. Wenn Jesus Gottes Wort ist, welche Folgen hat dieses gesprochene Wort dann für uns? Arjona singt: «Was dort geschrieben steht, fasst sich zusammen mit «Liebe». Los, geh hin und praktiziere es!» Ich folgere daraus, dass Gott selbst uns durch Jesus auffordert: Liebe Gott, liebe die Menschen, liebe dich selbst! Und am allerwichtigsten: Lass dich von Gott lieben! Wer geliebt wird und selbst liebt, der wird aktiv. Dieses Aktivwerden ist so facettenreich wie das Leben selbst. «Jesus ist Verb, nicht Substantiv!» (Jesus es verbo no substantivo!) so heisst Ricardo Arjonas Lied.

liebt werden. Ich wünschte mir, ich könnte Ihnen ein bisschen von dieser Liebe senden, denn Sie ermöglichen es letztlich durch Ihre Spenden und Gebete, dass wir diese so wundervolle Arbeit tun dürfen. Ich möchte in Zukunft noch mehr darauf achten, Jesus in meinem Leben Verb und nicht Substantiv sein zu lassen. Mehr Bewegung, mehr Aktion und weniger leblose Worte. Und Sie?

Alexander Blum, Gesamtleiter alexander@casagirasol.ch

Oft wird Jesus als «Wort Gottes» bezeichnet. Jesus ist Gottes Antwort auf den Sündenfall. Er ist das Wort, das uns frei macht und uns ewiges Leben schenkt. Jesus ist Gottes Ehrenwort, dass er uns selbst in dunklen Stunden des Lebens nicht alleine lässt. Jesus ist Gottes Ja-Wort und somit seine Liebeserklärung an uns Menschen. Jesus ist Wort Gottes – darauf möchte ich näher eingehen.

Jahresrechnung Diese Themen erwarten Sie: Seite 2 Jungs eben...

Kinder lieben

Seite 3 Kuchen backen

Bei unserer Arbeit mit Strassenkindern in Honduras ist es besonders einfach diesem Aufruf zu folgen. Wir dürfen mit Kindern arbeiten, da fällt es nicht schwer, sie zu lieben und aus Liebe heraus zu handeln. Und wir dürfen nicht nur lieben, sondern erfahren auch täglich, dass wir von den Kindern ge-

Seite 6 Zwischenstand

Seite 4 Adios Biaggis Seite 7 Familien-Hilfe Seite 8 Cannan Kenia Seite 11 Jahresbericht Seite 12 Wünsche


Casa Girasol – Das Kinderheim Rafael in Honduras

Rafael-Kinder: Jungs eben... Man muss sie einfach lieb haben, unsere Rafael-Jungs. Alles wunderbar? Auf keinen Fall! Im Rafael geht die Post ab – aber das ist auch gut so. Hier dürfen die Jungs Kinder sein. Fünfzehn Buben auf einem Haufen zu haben, das ist etwas ganz Besonderes und für uns die schönste Aufgabe überhaupt.

Flusskrebse Dieses Erlebnis war typisch: Es war ein heisser Nachmittag. An Arbeit war nicht zu denken. Besser, wir unternahmen was mit den Jungs. Zu Fuss gingen wir zwanzig Minuten vom Rafael in Richtung Bach. Dort konnten sich die Jungs austoben und abkühlen. Wir waren nicht zum ersten Mal dort und die Kinder wussten genau, was sie im Bach suchen wollten: Flusskrebse. Stein um Stein wurde umgedreht und tatsächlich, sie wurden fündig. Gekonnt gruben sie die Krebse aus dem Sand. Für mich undenkbar, für sie das Normalste der Welt, wanderte so mancher Krebs direkt in den Mund. Lebendig, roh. «Alexander, das schmeckt gut, willst du nicht auch probieren?» Ich gab mich als Weichei zu erkennen und lehnte ab. Egal, die Jungs hatten grossen Spass, entdeckten die Natur auf ihre Weise und, entgegen meiner Erwartungen, klagte am Ende niemand über Bauchschmerzen.

Bild: C. hat einen kleinen Flusskrebs gefangen.

Brüder

Kämpfer

Die Rafael-Jungs sind sowas wie Brüder. Ihre Lebensgeschichten ähneln sich, sie sind Strassenkinder, haben Suchtprobleme und dann stecken sie alle auch noch mitten in der Pubertät. Im Rafael werden Kräfte gemessen, es wird Mut bewiesen, geschwitzt und Sport betrieben. Man macht sich für Mädchen schön, hänselt sich gegenseitig, schneidet sich die Haare und leiht sich Kleider aus, teilt sich die Hausämtli und nimmt sich gegenseitig in Schutz. Die Jungs sind sich bewusst: «Hier sind wir eine Familie.»

Jungen weinen heimlich. Das ist auch im Rafael so. Wenn sie alleine sind, wenn sie keine Beschäftigung haben, wenn es dunkel wird, dann macht sich die Traurigkeit breit. Sie sind traurig, ohne Eltern zu leben, Probleme in der Schule zu haben, keine Antwort zu finden, wie die Zukunft sein wird. Doch sie wollen sich nicht unterkriegen lassen. Unsere Jungs sind Kämpfer. Sie führen einen Kampf gegen den verlockenden Ruf der Strasse, gegen die Drogen, gegen Depressionen und Ängste. Sie machen es gut, wir sind stolz auf sie!

Kinderheim Rafael

 Das Kinderheim und Drogenrehabilitationshaus Rafael ist ein gemeinsames Projekt von Casa Alianza und Casa Girasol wenige Kilometer ausserhalb der Hauptstadt Tegucigalpa.  Rafael bedeutet «Gott heilt». Die 15 Strassenkinder sollen in einem familiären, christlichen Umfeld aufwachsen können.

Bild: Im Bach nach Krebsen zu suchen ist ein Abenteuer. Es tut gut, gemeinsam Zeit in der Natur zu verbringen.

 Um das Rafael zu finanzieren, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. CHF 250.– kostet die Grundversorgung für einen Jungen pro Monat. Eine Investition, die sich lohnt und mit der ein Leben verändert und gerettet werden kann.


Casa Girasol – Das Kinderheim Rafael in Honduras

Kuchen backen mit «Abuela Heidi» Seit 2010 ist Heidi Zwicky aus der Schweiz in Honduras für Casa Girasol als Missionarin tätig. Die Hauptaufgabe unserer engagierten Abuela (Grossmutter) liegt in der persönlichen Betreuung der Heimjungen im Rafael. Im Rahmen der Beschäftigungstherapie werden zahlreiche Aktivitäten organisiert, um den Kindern abwechslungsreiche und sinnvolle Tagesinhalte zu ermöglichen.

mmmh... Wieder einmal war es soweit, und zwei Jungs durften Heidi beim Kuchen backen helfen. Diesmal waren H. und M. die Gewinner. Gewinner deshalb, weil jedes Mal ein kleiner Streit losgeht, wer den Nachmittag mit Abuela verbringen darf. Jeweils zwei Jungs können mithelfen, essen dürfen den Kuchen aber alle! Die bereit gelegten Zutaten liessen schnell erahnen, dass es an diesem Tag einen Zucchetti-Kuchen geben würde: Mehl, Eier, Zucker, Salz, Margarine, rohe Erdnüsse (es gibt hier keine Haselnüsse), Schokoladenpulver und natürlich Zucchetti. Diesen Kuchen mögen die Kinder ganz besonders.

Bild: Die Zuccheti werden geschält und geraffelt.

Mit viel Liebe Heidi erklärt geduldig jeden Arbeitsschritt und schliesslich machen H. und M. alles selbst, vom Schälen des Gemüses bis hin zum Abfüllen des leckeren Teiges in die Backformen. Stolz und glücklich sind die Jungs, als sie ihre rohen, aber fast fertigen Meisterwerke präsentieren können. Für die Kinder ist das Kuchenbacken ein grossartiges Ereignis. Sie können mit ihren eigenen Händen etwas herstellen und Zeit mit ihrer Abuela verbringen, die sich in diesen Stunden exklusiv und liebevoll um sie kümmert. Zuhause bäckt Heidi den Kuchen, da das Rafael keinen Ofen hat. Am Abend dürfen sich dann alle Kinder ein Stück davon abschneiden.

Bild: Gekonnt trennen die Kinder das Eigelb vom Eiweiss.

Bild: Der Teig wird gerührt und schliesslich in Backformen gegossen.


Casa Girasol – Abschied von der Missionarsfamilie Biaggi

«Adios und danke, Familie Biaggi!» Familie Biaggi reiste 2010 nach Honduras. Ende März 2013 endete ihr Einsatz für Casa Girasol und sie kehrten in die Schweiz zurück. Vor der Abreise haben wir ihnen einige Fragen über ihre Arbeit gestellt.

Interview Thomas, du hast zweieinhalb Jahre lang das Beschäftigungsprogramm im Rafael geleitet. Welche konkreten Arbeitserfolge kannst du ausweisen? Thomas: Aus meiner Sicht ist der grösste Erfolg, dass wir die Kinder zu einem freiwilligen Programm motivieren konnten und schon kleine, professionelle Handwerker haben! Wir haben wir in den letzten Jahren beispielsweise bei den Maurerarbeiten Wände aus Naturstein und Backsteinen erstellt, Böden aus Beton gemacht, Verputz und Glattstrich verwendet und Mörtel und Beton angemacht. So haben wir etwa einen Platz für den Ping-PongTisch realisiert und auch den Tisch selbst betoniert. Im Bereich der Zimmermannsarbeiten machten wir Unterstände, Dachkonstruktionen aus Holz, Bedachungen, Reparaturen, Tische und Bänke. Der Garten erforderte zahlreiche Arbeiten wie Mähen, Bananen-Palmen nachschneiden, Kaffee ernten, waschen, trocknen, jäten, Laub zusammen rechen etc. Die Jungs haben das Arbeiten mit verschiedenen Maschinen wie: Schleifmaschine, Hobelmaschine, Bohrmaschine, Trennjäger, und Motorsäge gelernt. Wie konnten die Kinder in die Arbeiten einbezogen werden? Thomas: Ich versuchte die Kinder soviel wie nur möglich selber machen zu lassen. Lernen durch Erfahren. Einige Male ging etwas schief, was soll‘s! Je nach Arbeit, Arbeitsgerät und Gruppenzusammenstellung, ist es wichtig, eine wache Wahrnehmung zu haben, um Unfälle und Streitigkeiten vorauszusehen. Warum ist Arbeit als Therapie so wichtig? Thomas: Zum einen fühlt man sich durch eine Leistung, die man selbst

Bild: D. beim Versuch die Motorsäge zu starten.

erbracht hat, als Person bestätigt. Arbeitserfolge stärken die Person, den Charakter. Man ist stolz, etwas geschafft zu haben. Es entstehen Dinge, die man zeigen kann. Man kann sich mit Mitmenschen auseinandersetzen und seine Sozialkompetenzen verbessern. Zum anderen lernt man Dinge wie Sauberkeit, Pünktlichkeit und Durchhaltevermögen. Natürlich erlernt man auch konkrete Arbeiten, Techniken und den Umgang mit Werkzeugen. Kann man den Kindern gefährliche Maschinen anvertrauen? Thomas: Ja, aber ich gebe nicht jedem Kind jede Maschine. Doch wenn sich ein Junge mit Handwerkzeugen bewährt, lasse ich ihn auch mit einer Hobelmaschine probieren. Bei der Motorsäge siehts schon ein

bisschen anders aus. Da stehe ich immer neben dran. Beim Fadenmäher ist es wichtig, dass keine Kinder im Umkreis von 20 Meter sind. Die Maschine ist zwar für den Mähenden ungefährlich, aber kein Spielzeug. Susan, was konntest du im Rafael einbringen? Susan: Ich arbeitete vor allem in zwei Bereichen mit: In der Nachhilfe und Vertiefung von Schulstoff, wie etwa Mathematik, und im Sport als Torhüterin Nummer 1. Zudem hatte ich eine Vorbildfunktion, wie etwa im Umgang mit meinen Kindern oder meinem Mann. Was war an den Lagerwochen für Strassenkinder so besonders? Biaggis: Besonders war das Zusam-


mensein von Personen verschiedener Nationen und Generationen. Die Kinder waren sehr begeistert, bezeichnen diese Woche als die schönste ihres Lebens. Jedes Lager war anders. Die Kinder waren oft sehr offen und ehrlich. Einige haben ihre Herzen für Jesus geöffnet. Kritische Frage: Was ist wichtiger, Lagerwochen für Strassenkinder im Casa Girasol oder das Kinderheim Rafael? Biaggis: Wir möchten keine der beiden Erfahrungen missen. Die Lagerwochen sind gut, weil dort 40 Personen zu einer Gemeinschaft für eine Woche zusammenwachsen. Die Kinder sind sehr offen für Gottes Wort, sie erzählen von ihrer Vergangenheit und sind überwältigt vom Programm und der Aufmerksamkeit, die sie bekommen. Das Rafael ist gut, weil dort langfristige Beziehungen möglich sind. Das Wort Gottes jeden Tag vorzuleben und in Worten weitergeben ist eine Chance und eine grosse Herausforderung. Man sieht längerfristige Veränderungen und Fortschritte.

Was gefällt euch an der honduranischen Kultur besonders? Biaggis: Am beeindruckendsten ist das Leben in der Gegenwart. Honduraner können ihre Emotionen ausdrücken, gelassen warten und fühlen sich frei von Gott zu reden. Sie machen sich über das Morgen keine Sorgen. Die Einfachheit des Lebens fällt ebenfalls auf: Leistung ist nicht so wichtig, man kann auch mit weniger Geld und einfacheren Mitteln, dafür mit viel Erfindergeist leben. Susan, gibt es ein Bibelwort, das deinen Einsatz beschreiben würde? Susan: Psalm 139, 13+14: «Du hast mich zusammengefügt im Leib meiner Mutter. Ich preise dich, dass ich auf erstaunliche Weise wunderbar geworden bin. Wunderbar sind deine Werke, das erkenne ich sehr

wohl.» Oft sind diese Kinder nicht gewollt oder von ihren Eltern ausgestossen worden. Wenn sie die Liebe Gottes und den Grund für ihr Dasein zutiefst spüren, dann können sie geheilt werden und zu gesunden Erwachsenen heranwachsen. Wie geht es in der Schweiz für euch als Familie weiter? Biaggis: Wir werden Mitte Mai in einer Grossfamilie schnuppern und schauen, was sich daraus entwickelt. Ziel ist es, Jael im August einzuschulen und bis dahin einen festen Platz gefunden zu haben. Liebe Familie Biaggi, wir danken euch für euren tollen Einsatz für die Strassenkinder in Honduras. Adios und möge der Herr euch auch in Zukunft begleiten!

Susan und Thomas «Die Zeit in Honduras war für uns ein Gewinn. Wir haben Gottes Wort von einer anderen Seite kennengelernt.»

Was waren die grössten Misserfolge in diesen Jahren? Biaggis: Das Schlimmste waren für uns die Kinder, die sich für einen Weg entschieden haben, der in die Sackgasse führt: Zurück auf die Strasse, Drogen, Banden, bis in den Tod. Hier bleibt das Gefühl, das richtige Wort, das Gespräch nicht mehr gesucht zu haben.

Viel profitiert

 Im Kinderheim und Drogenrehabilitationshaus Rafael nehmen die Beschäftigungsprogramme einen wichtigen Teil der Therapiearbeit ein. Klare Strukturen und sinnvolle Betätigung helfen den Kindern, Vergangenes zu verarbeiten, den Selbstwert zu stärken und auf eine chancenreiche Zukunft zu blicken. Hierbei profitierten wir von Biaggis Fachkenntnissen.  In den Lagerwochen für Strassenkinder im Casa Girasol konnten Biaggis viele Ideen einbringen und mithelfen, den Kindern eine spannende, lebensverändernde Woche zu ermöglichen. Sie konnten die Liebe Gottes weitergeben. Bild: R. bohrt die Löcher für die neue Punkte-Anzeigetafel für den Sport.


Casa Girasol – Das Kinderheim Rafael in Honduras

Zwischenbilanz der Zusammenarbeit Als wir uns vor bald drei Jahren mit Casa Alianza auf eine Zusammenarbeit im Kinderheim und Drogenrehabilitationshaus Rafael einigten, wussten wir, dass wir einen Weg mit Herausforderungen betreten würden. Gerade jetzt, mit dem Wechsel der Direktion unserer Partnerorganisation und dem neuen Heimleiter fürs Rafael, stehen viele Diskussionen und Verhandlungen an, um das gemeinsame Projekt Rafael langfristig auf Kurs zu bringen.

Vereinbarung Werfen wir einen Blick zurück: Ende 2010 haben Casa Girasol und Casa Alianza die Zusammenarbeit für das Kinderheim Rafael begonnen. Die grosse und seit vielen Jahren vor Ort tätige Organisation Casa Alianza erhielt von Casa Girasol den Leistungsauftrag, das Rafael zu betreiben. Damit sollten Synergien und vorhandenes Know-

Bild: Arbeit im Team ist wichtig. Hier Kinder während einer Lagerwoche.

friedenstellend sind. Etwas salopp könnte man sagen, die noch zu bewältigenden Herausforderungen im Rafael liegen nicht bei den Kindern sondern im Drumherum. Letzten Endes geht es darum, mit

Alexander «Den Kindern geht es gut. Dennoch glauben wir, dass es möglich und notwendig ist, die Qualität der Therapiearbeit weiter zu steigern.» How genutzt werden. Die Grundversorgung sollte durch Casa Alianza sichergestellt werden, die Zusatzbetreuung (wie etwa Beschäftigungstherapie und Sport) durch direkte Mitarbeiter und Missionare von Casa Girasol. Die Finanzierung des gesamten Heimbetriebs liegt bei Casa Girasol. Zu Beginn der Zusammenarbeit haben wir eine Probezeit von drei Jahren vereinbart. In dieser Zeit sollte klar werden, ob Casa Alianza die hohen Erwartungen von uns erfüllen könnte. Nun, gegen Ende der Probezeit, ziehen wir Bilanz. Es ist wichtig, dass wir und unsere Partnerorganisationen einen gemeinsamen Nenner finden, wie es langfristig mit dem Rafael weitergeht. Den Kindern geht es gut und das Rehabilitationsprogramm ist erfolgreich, das können wir mit grosser Freude feststellen. Dennoch gibt es Einzelheiten im Heimalltag, in der Administration und der Koordination, die noch nicht zu-

Casa Alianza die Verantwortung zu teilen und für die Kinder den grösstmöglichen Nutzen zu erzielen. Deshalb wollen wir partnerschaftlich entscheiden und handeln.

Blickwinkel In einem Punkt scheinen sich Casa Girasol und Casa Alianza zu unterscheiden. Casa Alianza ist eine grosse Organisation und hat die Kindheit als solches im Blick. Casa Girasol hingegen stellt das einzelne Kind in den Mittelpunkt. Als kleines, familiäres Werk wollen wir in erster Linie für unsere Kinder da sein. Casa Alianza möchte möglichst vielen Kindern helfen, Casa Girasol möchte den Kindern bestmöglich helfen. Es sind zwei verschiedene Blickwinkel. Für beide gibt es Pro und Kontra. Diese Sichtweisen spielen dann eine Rolle, wenn, wie jetzt, langfristig geplant werden soll.

Heimleitung Im Februar 2013 haben wir die Stelle der Heimleitung des Rafaels von 40 Prozent auf 100 Prozent ausgebaut. Damit verbunden sind Zusatzkosten von rund 800 Franken monatlich. Die Ideen dahinter: Den Erziehern sollen administrative Arbeiten abgenommen werden, wodurch sie letztlich mehr Zeit für die direkte Arbeit mit den Kindern haben, durch eine bessere Koordination sollen vermehrt Leerläufe vermieden, durch regelmässige Teamsitzungen Potenziale ausgeschöpft und durch intensivere Supervision die Qualität der Therapiearbeit angehoben werden.

Zukunft In den kommenden Monaten werden wir gemeinsam mit der Direktion von Casa Alianza die Ziele und Werte fürs Rafael deutlicher definieren. Des Weiteren möchten wir beobachten, welche Verbesserungen durch den Ausbau der Heimleiterstelle erzielt werden können. Wir werden weiterhin an der Probezeit festhalten und erhoffen uns, die Weichen für eine definitive, unbefristete Zusammenarbeit zwischen Casa Alianza und Casa Girasol stellen zu können. Danke, dass wir auch weiterhin auf Ihre Unterstützung zählen dürfen!


Casa Girasol – Das Kinderheim Rafael in Honduras

Praktische Hilfe für eine Familie Wie hilft man den Familien der Rafael-Jungen am besten? Das ist meist eine schwierige Frage. Geld geben ist das eine, aber wofür wird es dann verwendet? Ich habe mir angewöhnt nach Möglichkeit kein Geld zu geben, sondern sonst eine Lösung zu finden. So war ich mit einem Jungen vom Rafael zu Hause. Die Mama hat bis vor Kurzem an der Strasse Früchte verkauft. Von diesem Geld und mit Unterstützung der beiden älteren Kinder hat die Familie gelebt. Nun ist das Problem, dass ihr 19jähriger Sohn umgebracht wurde, das heisst, die ganze Familie musste umziehen, da es für sie zu gefährlich ist, am alten Ort weiter zu leben. In der gleichen Haushaltung leben Mama, Schwiegertochter mit zwei kleinen Kindern, drei Söhne und eine Tochter. Die Mama kann keine Früchte mehr verkaufen, auch aus Sicherheitsgründen. Es ist ihr langweilig und sie möchte etwas tun, um Geld zu verdienen, da sie es dringend braucht. So kam mir die Idee, ich könnte sie anlernen, Schmuck anzufertigen. Schmuck ist hier sehr beliebt und

Bild: Dieser Mutter eines Rafael-Jungen hat Heidi das Schmuckmachen beigebracht.

das Material ist billig. So habe ich ihr eine Starthilfe mit Material gegeben und ihr gezeigt, wie man das macht. Zu meiner Freude helfen alle in der Familie mit, Schmuck anzufertigen und die Mama hat die Möglichkeit in der Firma, in der die

Tochter arbeitet, die Sachen anzubieten. Ich freue mich für die Familie, dass ihr so ein wenig geholfen ist. Heidi Zwicky heidi@casagirasol.ch

Casa Girasol – Damit wir von Ihrer Erfahrung profitieren können

Missionare für Honduras gesucht Casa Girasol arbeitet mit honduranischen Angestellten und ausländischen Missionaren. Unter der Bezeichnung Missionar verstehen wir Menschen mit einer persönlichen Beziehung zum Gott der Bibel und der Bereitschaft sich ohne Lohn vollzeitlich für die Ärmsten einzusetzen. Missionare sind selbst für ihren Lebensunterhalt verantwortlich (Freundeskreis) und verpflichten sich für mindestens zwölf Monate in Honduras mitzuarbeiten. Spanischkenntnisse sind besonders bei kurzer Aufenthaltsdauer sinnvoll, bei längerer kann die Sprache auch vor Ort erlernt werden.

Rafael

Camps leiten

Fürs Rafael suchen wir einen handwerklich begabten Mitarbeiter oder ein Ehepaar, das sich in die Arbeit einbringen möchte. Der Schwerpunkt der Stelle liegt auf dem Beschäftigungsprogramm für die Kinder (Aktivitäten, Arbeiten, Unterhalt, Sport) oder in der schulischen Unterstützung (Nachhilfe, Aufgaben). Im Rahmen des Rehabilitationsprogramms für die Strassenjungen sind langfristige Beziehungen ein Schlüssel zum Erfolg. Das Ziel ist es, ein familiäres, christliches Umfeld für die Kinder zu schaffen.

Im Casa Girasol möchten wir wieder vermehrt Lagerwochen für Strassenkinder organisieren und neu auch Wochenenden für Kinder aus anderen Heimen anbieten. Diese Arbeit ist sehr wichtig. Während einiger Tage bieten wir den Kindern und Jugendlichen ein tolles Programm mitten im Wald. Sie erleben Freude, Gemeinschaft und hören Geschichten aus der Bibel. Für die Lagerarbeit mit jeweils bis zu 20 Strassenkindern suchen wir eine engagierte Person mit entsprechender Erfahrung.


Casa Girasol – Freundschaftsprojekt Kinderheim Cannan in Mombasa

Jenny und Sara berichten aus Kenia

Bild: Ansicht Tegucigalpa.

Bilder: Sara und Jenny bei ihrem Einsatz für die Waisenkinder im Cannan.

Sara: «Ich erlebe die Kenianer offen, gastfreundlich und fröhlich. Ich wurde mit den Worten ‘Hakuna matata’ begrüsst, was soviel heisst wie ‘Sorge dich nicht’.» Casa Girasol entsandte Anfang 2013 Sara und Jenny für mehrere Monate als Volontärinnen nach Kenia in das befreundete lokale Kinderheim Cannan. Im armen Cannan leben zur Zeit 21 Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren. Um mehr über ihren Einsatz zu erfahren, haben wir Sara und Jenny ein paar Fragen gestellt und interessante Antworten bekommen.

Alltag im Heim Sara und Jenny, wie sieht euer Alltag im Cannan in Mombasa aus? Sara: Ich stehe morgens zwischen 6 und 8 Uhr auf und mache mich bereit für den Tag. Danach gehe ich in die Kindergartenklasse und helfe der Lehrerin beim Unterrichten. Manchmal singe ich Lieder mit den Kindern, korrigiere ihre Arbeiten, erzähle eine Geschichte oder beobachte einfach. Am Nachmittag

helfe ich bei einigen Dingen, die anstehen oder spiele mit den Kindern. Am Abend sitzen wir oft noch draussen und sprechen mit den Erwachsenen. Ich helfe manchmal noch beim Abwaschen bevor ich dusche. Ich freue mich immer auf die Kübeldusche am Abend vor dem zu Bett gehen ;-). Jenny: Wir haben hier das Privileg, unseren Alltag täglich neu und selbst gestalten zu dürfen. Meistens ist es so, dass ich nach dem Frühstück helfe die Wäsche zu waschen, diese aufhänge und unser Zimmer kehre, mir ein wenig Zeit für mich nehme und dann ist es Zeit fürs Mittagessen. Die Kids haben bis 15 Uhr Schule und nachher sitzen wir draussen im Hof, spielen, singen und toben mit den Kids bis es dunkel wird. Gegen 19 Uhr gibt‘s Abendessen, das wir manchmal vorbereiten helfen (Gemüse klein schneiden, Bohnen auslesen, Mais zum Mahlen bringen). Bis das Essen fertig ist, duschen sich die

Kinder alle und nach dem Essen werden Hausaufgaben gemacht. Die Erwachsenen sitzen abends draussen, es wird viel gelacht, wir singen manchmal christliche Lieder oder plaudern über vieles. Gegen 22 Uhr falle ich todmüde ins Bett, denn ein Tag im warmen Mombasa kann ganz schön anstrengend sein. Jenny, was ist für dich ganz anders, als du es erwartet hattest? Jenny: Oh, es ist vieles anders, als erwartet. Ich bin mit wenigen Vorstellungen und Erwartungen her gekommen und bin froh, dass es hier doch so toll ist und wir ein gutes Leben hier haben. An die Toilette, die nur ein Loch im Boden ist und die Dusche, die so funktioniert, dass du dir Wasser über den Körper schüttest, konnte ich mich schnell gewöhnen und nach zwei, drei Tagen Übung klappt das alles auch echt gut.

Gottes Liebe Sara, du hast dich für einen Missionseinsatz beworben. Was bedeutet Mission für dich überhaupt? Sara: Mission bedeutet für mich


als Erstes unter und mit den Menschen vor Ort zu leben. Das heisst sich an ihre Lebensumstände anzupassen, von ihnen zu lernen und ihnen mit Wertschätzung zu begegnen. Ich glaube dadurch öffnen sich Herzen für Gottes Liebe und Möglichkeiten das Evangelium zu teilen. Es bedeutet für mich nicht, alles besser zu wissen oder zu ändern und vorzuschreiben, was man selber nicht lebt. Wie erlebst du Jesus in deiner Zeit in Mombasa? Jenny: Jesus ist von meinem ersten Schritt aus dem Flugzeug an jeden Moment bei mir, er half mir mich hier sehr schnell einzuleben und er tröstet mich bei Heimweh oder oftmals bei der Unsicherheit der völlig fremden Kultur gegenüber.

Kinderlachen Was glaubst du, bringt dein Einsatz den Kindern? Jenny: Ich glaube, ich habe eine witzige Art und bringe den Kindern und auch den Erwachsenen viel Spass. Ich freu mich, wenn ich durch Kleinigkeiten Freude bereiten kann.

Sara: Was ich mir erhoffe ist, dass die Kinder sich wertgeschätzt und angenommen fühlen. Ich hoffe, dass ich ihnen ein Stück von Gottes Liebe weitergeben kann und diese Liebe tiefer in ihr Herz tropfen darf. Hier merke ich, dass Kurzeinsätze wie meiner eine grosse Freude für beide Seiten bringt, aber längerfristig auch Stolpersteine legen. Die Kinder vertrauen uns Volontärinnen und wir verlassen sie dann wieder. Es ist gut zu wissen, dass sie hier mit konstanten Bezugspersonen aufwachsen können. Was bringt der Einsatz dir? Was geben dir die Kinder? Sara: Das Lachen der Kinder ist jeden Tag der grösste Aufsteller für mich! Es freut mich, wenn ein Kind mir «Gute Nacht» sagt, mit mir sein kleines Stück Kokosnuss teilt, mir die Hand gibt zum Tanzen oder ein Dankeschön von Herzen sagt. Jenny: Mir persönlich bringt der Einsatz, dass ich eine völlig andere Kultur kennen lernen darf und es gibt viele Kleinigkeiten, die ich von den Kids bekomme. Manchmal ist es nur ein Lachen von einem Kind, ein anderes kommt zu mir und klettert mir auf den Schoss,

ein weiteres fragt mich, ob ich mit ihm spielen mag. Ich geniesse die Zeit sehr, bin oftmals auch nur ein stiller Beobachter und erfreue mich an den Kindern. Letzten Herbst haben wir den Kindern neue Betten geschenkt. Wie schlafen die Kinder? Jenny: Gut! Für europäische Verhältnisse immer noch sehr eng beieinander und ohne grossen Freiraum, aber die Kids hier sind echt dankbar. Sara, was wünscht du dir persönlich für die Cannan-Kinder? Sara: Ich wünsche mir, dass die Kinder ihr Lachen und ihre Fröhlichkeit für ihr ganzes Leben behalten und die Freundschaften, die sie hier knüpfen, anhalten. Auch wünsche ich mir, dass jedes der Kinder Jesus Christus als seinen Freund und Retter im Leben aufnehmen wird. Liebe Sara und Jenny, wir danken euch für euren Einsatz in Kenia. Durch euer Mitleben und Mitarbeiten habt ihr Gottes Liebe an die Waisenkinder vom Cannan weitergegeben.

Abschluss des Freundschaftsprojekts Während mehr als einem Jahr hat Casa Girasol das kenianische Kinderheim Cannan im Rahmen eines Freundschaftsprojekts unterstützt. Im Sommer 2013 läuft die Partnerschaft aus.

Von 2012 bis 2013 haben wir für die junge, lokale Organisation Cannan Spenden gesammelt und drei Volontärinnen für mehrere Monate nach Mombasa entsandt. Im Sommer 2012 reiste Monika Blum nach Kenia, um vor Ort in einem Handwerksbetrieb Betten für die Kinder in Auftrag zu geben. Sie konnte miterleben, wie die Kinder, die bisher auf dem Boden schlafen mussten, die ersten Nächte in ihren neuen

Nun ist es an der Zeit, das Cannan wieder loszulassen. Die kleine Starthilfe, die wir in diesen Monaten leisten durften, hat ihr Ziel erreicht. Für eine langfristige Zusammenarbeit fehlt es letztlich an den Möglichkeiten, das Werk Cannan intensiv zu begleiten. Weiterhin werden wir Spenden mit dem Vermerk «Kenia» vollumfäng-

lich an das Cannan weiterleiten, aber nicht mehr aktiv sammeln. Wir werden uns wieder ganz auf die Strassenkinder in Honduras konzentrieren.

Kinderheim Cannan, Mombasa

Starthilfe

Betten verbrachten. Wir machten im März und August zwei Grosseinkäufe von Lebensmitteln auf dem lokalen Markt und überreichten dem Cannan die Sachspenden. Darüber hinaus unterstützte Casa Girasol das Cannan mit monatlich CHF 500 für die zusätzlichen Lebensmittelkosten. Dies alles war nur dank Ihrer grosszügigen Unterstützung möglich, herzlichen Dank!

 Um mehr über das Cannan Orphanage zu erfahren, besuchen Sie bitte die Webseite http:// cannanorphanage.com.  Um regelmässige Informationen über die Arbeit in Kenia zu erhalten, das Heim zu besuchen oder einen Einsatz vor Ort zu machen, kontaktieren Sie Zacharia Amollo, cannanorphanage@ gmail.com. Zacharia wird Ihnen gerne nähere Auskunft geben (auf Englisch).


Casa Girasol – Komm mit, mach mit!

Workcamp Sommer 2013 in Honduras Diesen Sommer organisieren wir wieder ein Workcamp. Der Mix aus Baueinsatz und Abenteuerferien findet vom 7. Juli bis 17. August statt. Helfer können innerhalb dieses Zeitraums mitmachen und die Dauer des Aufenthaltes selbst bestimmen.

Renovation

Bild: Drei Helferinnen streichen die neuen WC-Anlagen im Casa Girasol.

Informationen zum Workcamp in Honduras  Die Ausschreibung und Anmeldung finden Sie auf unserer Webseite www.casagirasol.ch unter der Rubrik Reisen&Einsätze.

Nach sechs Jahren in Betrieb, sollen das Lagerhaus Casa Girasol, die Schlafbusse und die Umgebung wieder auf Vordermann gebracht werden. Dazu brauchen wir dringend helfende Hände! Das Workcamp eignet sich für alle, die gerne Ferien mit einem sinnvollen Einsatz verbinden möchten. Über 230 Personen haben in den letzten Jahren an unseren Einsätzen teilgenommen. Wir versprechen eine tolle Gemeinschaft und ein unvergessliches Erlebnis.

 Kontaktieren Sie bei allen Fragen rund ums Workcamp Alexander Blum, am besten per Mail: alexander@casagirasol.ch

Casa Girasol – Informationen zum Geschehen vor Ort

Ins Online-Tagebuch geschaut... In dieses Tagebuch darf man einen Blick hineinwerfen! Mit dem Online-Tagebuch bieten wir die Möglichkeit, unsere Arbeit zu verfolgen. Einen Tagebucheintrag möchten wir an dieser Stelle abdrucken:

Bild: Gruppenspiele.

Lagerwochen

Haarschneiden

 F otos und das genaue Programm einer Lagerwoche finden Sie auf www.casagirasol.ch.

Bild: Rafael-Junge R. schneidet A. die Haare.

Unsere Webangebote geben Einblick  Unsere Webseite www.casagirasol.ch enthält zahlreiche Informationen sowie Links zur Fotogalerie und zum Online-Tagebuch.

R. hat einen Kurs belegt, um zu lernen, wie man Haare schneidet. Nun hat sich wieder ein Mutiger finden lassen :) Die Frisur sitzt! Übrigens: gepflegte Haare sind für die Schulen in Honduras sehr wichtig, wer eine zu ausgefallene oder zu lange Haarpracht aufweist, wird nicht zum Unterricht zugelassen.

 E  ine Lagerwoche kostet ohne Personalkosten ca. CHF 1900.- für zwanzig Kinder. Eine Investition, die sich lohnt!

 Monatlich erscheint ein E-MailNewsletter.  Beinahe täglich veröffentlichen wir Neuigkeiten auf Facebook.


Casa Girasol – Ein gutes Ergebnis 2012

Ausgeglichene Jahresrechnung Bild: Ein Strassenjunge beim Klüpperli-Spiel in der Lagerwoche.

2012 durften wir wiederum die Unterstützung von vielen Privatpersonen, Firmen, Institutionen und Kirchen erfahren. Gerne präsentieren wir Ihnen die Jahresrechnung 2012 in verständlicher Form.

Erfolgsrechnung Der Ertrag beläuft sich 2012 auf CHF 186‘563.34. Wir erhielten CHF 163‘833.35 Spenden. Darin enthalten sind die zweckbestimmten Unterstützungsbeiträge von CHF 52‘341.60 für das Kinderheim Rafael, CHF 13‘495.00 für die Missionarsfamilie Biaggi und CHF 5087.60 fürs Freundschaftsprojekt Kinderheim Cannan in Kenia. Die Einsätze und Reisen trugen mit CHF 22‘311 zum Gesamtertrag bei. Die übrigen Erträge belaufen sich auf CHF 418.99. Der Verwaltungsaufwand liegt unter 20 Prozent. Dabei ist festzuhalten, dass der in Teilzeit angestellte Finanzverwalter in der Schweiz im vergangenen Jahr zwei Rechnungsjahre bearbeitet hat, sämtliche Adressen neu erfasst wurden, die Kosten für Werbung für die Einsätze tendenziell hoch sind (aber durch die Teilnehmerbeiträge gedeckt werden und nicht durch Spenden) und es sich bei Casa Girasol nicht um eine reine Spendenorganisation handelt, sondern wir selbst vor Ort tätig sind und infolgedessen der Verwaltungsaufwand höher ist. Mittelfristig soll der Verwaltungsaufwand wieder weniger als 10 Prozent der Einnahmen betragen. Aus den betrieblichen Erträgen und Aufwänden ergibt sich ein Verlust von CHF 669.38, aus den finanziellen Erträgen und Aufwänden (wie Wechselkursdifferenzen) ein Verlust von CHF 1379.83. Aus der Erfolgsrechnung resultiert somit ein Verlust von total CHF 2049.21.

Honduras Die Kosten für Casa Girasol Honduras, dazu zählen das Kinderheim Rafael, die Lagerwochen für Strassenkinder und die Einsätze beliefen sich 2012 auf CHF 124‘888.31. Damit wurden beispielsweise die

Lohnkosten für bis zu neun honduranische Vollzeitangestellten, zahlreiche Fachkräfte, die Gesundheitsausgaben, die Lebensmittelkosten und die Kosten für die Liegenschaften beglichen. Die Entschädigung an Casa Alianza für die Grundbetreuung der Kinder im Kinderheim Rafael betrug 2012 50‘000 US-Dollar und wird 2013 auf ca. 58‘000 US-Dollar erhöht. Der Beitrag an die Missionarsfamilie Biaggi deckt sich mit den zweckbestimmten Spenden. Die Projektbegleitaufwände für Honduras betrugen lediglich CHF 2432.38.

Kenia Casa Girasol hat das kenianische Kinderheim Cannan im Rahmen des Freundschaftsprojektes mit CHF 10‘367.55 unterstützt. CHF 500 pro Monat betrug der Beitrag an die Lebensmittelkosten des Heims. Der Rest entfällt auf den Kauf von Betten für die Kinder und direkte Lebensmitteleinkäufe vor Ort sowie die Projektbegleitkosten. Es gilt zu beachten, dass das Hauptziel der Zusammenarbeit mit dem Cannan im Bereich der Vermittlung und Begleitung von volontären Mitarbeiterinnen lag und dieser Wert nicht in Zahlen ausgedrückt werden kann.

Bilanz Die Aktiva betragen per 31. Dezember.2012 CHF 126‘621.83. Diese setzen sich zusammen aus CHF 84‘176.03 Guthaben auf diversen Konten und aktive Rechnungsabgrenzung, CHF 824.50 aus Kautionen und Anlagevermögen von CHF 41‘621.30. Die Passiva bestehen aus CHF 19‘993.25 kurzfristigem Fremdkapital (u.a. Rückstellungen von CHF 10‘000 für den Brunnen), Wertberichtigungen von CHF 450 und dem Organisationskapital von CHF 108‘227.79 (31.12.2011) und sind somit um CHF 2049.21 geringer als Ende 2011. Die flüssigen Mittel erlauben es uns, die Arbeit für etwa 100-120 Tage im Voraus zu sichern.

Ausgeglichen Wir können bei einem Verlust von CHF 2049.21 von einem ausgeglichenen Ergebnis sprechen, dies auch dank viel Freiwilligenarbeit. Casa Girasol ist weiterhin vom Kanton Thurgau als gemeinnützig anerkannt und steuerbefreit. Von Herzen möchten wir uns bei allen Spendern dafür bedanken, dass sie uns im vergangenen Jahr wiederum so grosszügig unterstützt haben.


Casa Girasol – Ihre Spende ermöglicht unsere Hilfe für Kinder

Lebenssinn und Freude schenken Nur dank Ihrer Unterstützung können wir uns in Honduras für Strassenkinder einsetzen! Ihre Spende ermöglicht es, dass 15 Buben im Kinderheim Rafael ein Zuhause gefunden haben. Dank Ihrer Unterstützung können wir das Casa Girasol wieder auf Vordermann bringen, um bald wieder mit

den Lagerwochen und Freizeiten für Jungen und Mädchen zu beginnen. Bei beiden Arbeitsbereichen geht es darum, in den Strassenkindern wahre Hoffnung zu wecken, Gottes Liebe weiterzugeben, Lebenssinn und Freude zu schenken. Herzlichen Dank, dass wir auf Sie zählen dürfen!

Heidi: «Ich möchte die Rafael-Jungs jeweils zu ihrem Geburtstag auswärts zum Essen einladen.» Kosten: CHF 7.– / Kind Alexander: «Die 15 Rafael -Kinder würden sich über ein paar gute neue Schuhe sehr freuen.» Kosten: CHF 35.– / Kind Thomas: «Wir werden im Sommer das Casa Girasol während des Workcamps innen neu streichen und die Schlafbusse wetterfest machen.» Kosten: CHF 3900.– Monika «Die alte Küche im Casa Girasol muss ersetzt werden, um wieder für bis zu 40 Personen leckeres Essen kochen zu können.» Kosten: CHF 2500.– Alexander: «Wir freuen uns besonders über Personen, die das Kinderheim sowie die Lagerwochen mit einem monatlichen Beitrag unterstützen.» Betrag frei nach Wahl Bild: Rafael-Junge kopfüber.

Casa Girasol ist als gemeinnützig anerkannt. Spenden an den Förderverein Casa Girasol sind in der Schweiz steuerbefreit. Der Verein ist Mitglied der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA.

Förderverein Casa Girasol Postfach 281 Postkonto: 85-462791-4 CH 8586 Erlen IBAN CH24 0900 0000 8546 2791 4 Tel. +41 71 648 26 71 BIC POFICHBEXXX E-Mail: casagirasol@directbox.com Swiss Post, Nordring 8, CH–3030 Bern Die Angaben zu unserem deutschen Spendenkonto finden Sie im Internet. Die Verdankung der Spenden erfolgt jährlich Ende Januar. Auf unserer Webseite können Sie auch mit Kreditkarte spenden (via Paypal). Bei Zweckbestimmung bringen Sie bitte den Vermerk «Lager», «Kinderheim» etc. an. Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen persönlich zur Verfügung. Weitere Informationen zum Casa Girasol finden Sie auch im Internet unter:

www.casagirasol.ch Impressum: Text & Gestaltung von Alexander Blum, Bilder von Casa Girasol, Cannan und zur Verfügung gestellt von Volontären. Korrektorat Blaufeder Verlag www.blaufeder.ch.

Adressen & Kontakte Casa Girasol Postfach 281 CH – 8586 Erlen info@casagirasol.ch www.casagirasol.ch Alexander Blum, Gesamtleiter alexander@casagirasol.ch +504 3279 8585 (HON) Monika Blum, Präsidentin monika@casagirasol.ch +41 71 648 26 71 (CH) Heidi Zwicky heidi@casagirasol.ch +504 3340 5372 (HON)

Casa Girasol Infoblatt Sommer 2013  
Casa Girasol Infoblatt Sommer 2013  

Das kleine Infoblatt für Freunde und Interessierte unserer Arbeit mit Strassenkindern in Honduras.

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