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Ausgabe 2/2012 Mitgliederjournal aktion tier –menschen für tiere e.V.

Toller Spass für Kinder

Mini München öffnet wieder die Tore aktion tier und Stiftung Menschen für Tiere

Wir schenken Berlin 12 Tierschutzzimmer aktion tier startet Kampagne

Verstecktes Tierleid Käfigeier in Lebensmitteln


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beiträge

Ausgabe 2/2012; Gesamtauflage 200 000 nächster Redaktionsschluss: 23.07.2012 Die nächste Ausgabe von „mensch und tier“ erscheint am 26.09.2012 „mensch und tier“ ist das Mitgliederjournal des Vereins aktion tier – menschen für tiere e.V. und wird den Mitgliedern und den Projektpartnern von aktion tier kostenlos zugestellt. Alle Beiträge/Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit ausdrück­licher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangt eingesandte Beiträge übernehmen Herausgeber und Redaktion keine Gewähr. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen und/oder zu überarbeiten. Texte und Bilder werden gegebenenfalls auf der Website von aktion tier veröffentlicht. Redaktionelle Fremdbeiträge oder Leserbriefe entsprechen nicht immer der persönlichen Meinung der Redaktion, werden jedoch mit Rücksicht auf die freie Meinungsäußerung einbezogen. Für den Inhalt von Anzeigen ist die Redaktion nicht verantwortlich.

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editorial

Liebe Mitglieder, Tierfreunde und Projektpartner!

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Wir schauen zurück auf „zehn Jahre Tierschutz im Grundgesetz“. Im Jahr 2002 waren wir bei der Ergänzung des § 3 im Grundgesetz alle voller Euphorie und Hoffnung – heute fühlen wir Ernüchterung und Wehmut. Denn allzu viel hat sich leider für die Tiere nicht geändert. Noch immer werden Kaninchen in der Mast ohne jegliche Verordnung gehalten. Stapelweise vegetieren sie auf scharfkantigen Gitterböden vor sich hin und der Mäster darf es so für sich organisieren, den Profit im Auge behaltend. Noch immer dürfen Ferkel ohne Betäubung kastriert werden. Man stelle sich nur den Schmerz vor … Noch immer dürfen in vielen deutschen Wohnzimmern exotische Tiere wie Leguane oder Kaimane leben – auch wenn ihre Bedürfnisse eine gänzlich andere Umgebung verlangen. Noch immer werden Papageien wegen ihres bunten Federkleides und ihrer vermeintlich hohen Sprechbegabung einzeln gehalten – sie vereinsamen und rupfen sich die Federn aus, weil ihnen der Partner und die Freiheit fehlen. Was also ist geschehen?

"Billigwelpe“ Pepe

Gut, es wurde erreicht, dass zumindest Eier aus sogenannter Käfighaltung (heute abgelöst durch den Begriff „Volierenhaltung“, der pro Tier sagenhafte ca. 10 cm3 mehr Platz bedeutet) als lose Eier nicht länger in Supermärkten oder Discountern zu erwerben sind. Die stete Nachfrage der Verbraucher nach Freilandoder Bioeiern hat hier maßgeblich dazu beigetragen. Das Bewusstsein der Bevölkerung für eine gesunde Ernährung und einen tierfreundlichen Umgang mit sogenannten Nutztieren wie Hühnern ist deutlich gestiegen. aktion tier – menschen für tiere e.V. ist nun mit seiner aktuellsten Kampagne „Verstecktes Tierleid – Käfigeier in Lebensmitteln“ noch einen Schritt weitergegangen. Der Verbraucher sollte nämlich auch die Herkunft der Eier per Verpackungshinweis erkennen, die in einzelnen Produkten verarbeitet sind; wie in Schokoladensorten, Eiernudeln, Kuchen, Pudding etc. Denn in diesen Produkten sind, wenn nicht im Bioladen gekauft, Eier aus Käfighaltung verarbeitet. Der Konsument unterstützt damit oft unwissentlich eine tierschutzfeindliche Lebensmittelproduktion. Aus diesem Grunde wurde am 30. März 2012 auf dem Stachus (Karlsplatz) in München die aktion tier-Kampagne mit dem Titel „Verstecktes Tierleid – Käfigeier in Lebensmitteln“ gestartet. Passanten konnten in einem kleinen „Supermarkt“ viele eihaltige Lebensmittel begutachten und sich am aktion tier-Infostand beraten lassen. Unser „Lebensmitteldetektiv“ mit großer Lupe wies den Weg durch den „Produkte-Dschungel“. Zur Freude vor allem der Kinder und Touristen war auch ein Riesenhuhn mit von der Partie. Tierschutz ist leider auch innerhalb der Haustierhaltung noch Mangelware. Immer wieder fallen Hundefreunde auf dubiose Händler rein. Viele Welpen, die im Internet angeboten werden, stammen aus osteuropäischen Ländern, wo sie wie am Fließband „produziert“, als Billigware für wenige Euros an dubiose Händler weiterverkauft und schließlich in Deutschland als wertvolle reinrassige Zuchttiere verkauft werden. Allein der Preis, meist zwischen 200 und 400 Euro, sollte den geneigten Käufer abschrecken, kosten Rassehunde bei einem seriösen Züchter in der Regel mindestens 800 Euro und mehr. Aber – die „Geiz ist Geil“Mentalität ist leider aus vielen Köpfen in Deutschland noch nicht draußen und kommt auch in der Tierwelt zum Tragen. Dass eine Tierhaltung aber grundsätzlich mit Kosten verbunden ist, sollte jedem Tierhalter bewusst sein. Wir berichten gleich auf Seite 9 über die neue mögliche Leishmaniose-Impfung, die Hunde vor der meist tödlich verlaufenden Viruserkrankung schützen soll (wird von der Sandmücke in südlichen Ländern übertragen). Allein hier kostet die Immunisierung insgesamt rund 240,00 Euro. Ist ein Tier einmal krank, wird es ohnehin schnell teuer. Und – seien Sie da sicher – die „Billigwelpen“, die aus Osteuropa importiert werden, sind meist so krank, dass Sie mit Ihrem Tier Stammgast beim Tierarzt werden, wenn es das Tier physisch überhaupt überlebt. Lesen Sie daher bitte aufmerksam unseren Artikel zu diesem Thema auf den Seiten 30-35. Ein Fall, den wir seit langem verfolgen, wird wieder aufgegriffen. Wir sind auf der Spur skrupelloser Hundehändler. Zehn Jahre nun ist der Tierschutz im Grundgesetz verankert. Wir ziehen Bilanz und erkennen, dass wir gemeinsam noch sehr viel zu tun haben. Bitte bleiben Sie daher Ihrem Tierschutzverein aktion tier – menschen für tiere e.V. weiterhin treu. Nur auf diese Weise haben wir eine reelle Chance, ein würdiges Leben für die Tiere zu ermöglichen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Mitarbeit. Ihre Redaktion mensch und tier aktion tier – menschen für tiere e.V. Mitgliederjournal

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Inhalt

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In der aktion tier-Kampagne „Verstecktes Tierleid – Käfigeier in Lebensmitteln“ wurden auf dem Münchener Stachus Bürger darauf aufmerksam gemacht, dass sie Käfigeier konsumieren, ohne es explizit zu wissen. Denn in vielen Lebensmitteln wie in Nudeln oder Pudding sind Eier aus Käfighaltung verarbeitet. Wir fordern eine Deklaration der Herkunft!

In Berlin werden von aktion tier – menschen für tiere e.V. in 12 Bezirken 12 Tierschutzzimmer an Schulen eingerichtet. In diesen stellt aktion tier eine Fülle an Informationsmaterial bereit, ob Mikroskope, Bücher, DVDs, Spiele, Bücher und vieles mehr. Regelmäßig findet dann außerdem Tierschutzunterricht statt mit aktion tier-Mitarbeitern vor Ort. Schließlich sind unsere Kinder die Tierschützer von morgen!

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aktuelles

projekte

+ + + NEWS + + + . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6-7

aktion tier-Tierheim Teneriffa, Spanien Das erste Tier- und Naturschutzzimmer auf Teneriffa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16-17

AUFREGER König Juan Carlos auf Elefantensafari . . . . . 8 Mittelmeerkrankheiten ade? Zulassung des Impfstoffs gegen Leishmaniose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Wir ziehen eine traurige Bilanz Zehn Jahre Tierschutz im Grundgesetz . . . 10-11 aktion tier und Stiftung Menschen für Tiere Wir schenken Berlin 12 Tierschutzzimmer . . . . . . . . . . . . . . . . 12-13 Lassen Sie die Puppen bei sich tanzen! aktion tier-Gewinnspiel für Groß und Klein . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14-15 Prinzessin Lillifee Unsere Gewinner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

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Das Projekt Kitty von aktion tier besteht bereits seit 2003. Viele Tausende Katzen sind seitdem kastriert und medizinisch betreut worden. Nur so lässt sich die unkontrollierte Vermehrung eindämmen. Jungtiere kommen dennoch zu oft auf der Straße zur Welt. Eine Straßenkatze entschied sich für die Geburt jedoch eine Wohnung aufzusuchen …

aktion tier-Tierheim Teneriffa, Spanien Osterfest auf zwei und vier Pfoten . . . . . . . 17 aktion tier-Pferdehilfe am Niederrhein, NRW Manolito und Freunde . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Ein Fall für Kitty-Berlin Hausbesuch mit Folgen . . . . . . . . . . . . . . 20-21 aktion kitty in Mecklenburg-Vorpommern Vorbild: Paderborner Modell . . . . . . . . . 22-23 Projekt Kitty, Bayern Ein Herz für Ziegen … . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 aktion tier-Wildtierstation Sachsenhagen e.V., Niedersachsen, Riesenschlangen und ein aggressiver Schwan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25

wir klären auf aktion tier startet Kampagne Verstecktes Tierleid – Käfigeier in Lebensmitteln . . . . . . . . . . . 26-29 Auf der Spur skrupelloser Hundehändler Zwei, die über Hundeleichen gehen . . . . 30-35 Schweine aus der Massenproduktion Vollkommen ausgeschlachtet . . . . . . . . 36-37


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Hunde sind die besten Freunde des Menschen – so sprechen alle Hundefreunde. Aber – es ereignen sich immer wieder Beißvorfälle und nicht alle Menschen zählen sich zu den Hundefans. Der „Hundeführerschein“ kam als Thema immer wieder auf den Tisch. Ein Interview mit Astrid Lutz, Leiterin der Hundeschule Berlin Brandenburg, schenkt Aufklärung zu diesem Thema.

In der Werbung sieht man saftige Wiesen, Almen und bunte glückliche Kühe. In Wahrheit leben aber viele Kühe noch immer in der eigentlich verbotenen Anbindehaltung, um jedes Jahr Unmengen von Milch zu produzieren. Die Kälber, die für eine Milchproduktion geboren werden müssen, werden früh von der Mutter getrennt. Und all´ das, obwohl die Milch nicht gesund ist für Erwachsene.

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In München öffnet die Spielstadt „Mini-München“ im August 2012 wieder ihre Tore. Kinder erleben die Welt der Erwachsenen hautnah, können aber selbstständig ihre Stadt verwalten und gestalten. Sie sind Bürgermeister, Handwerker oder auch Tierpfleger oder Tierarzt, denn aktion tier ist mit einem Tierbereich mit vor Ort.

report

unsere partner

Vitzeroda-Hunde suchen neues Zuhause Diese Hunde brauchen eine Chance! . . . 38-39

Igelhaus Laatzen, Niedersachsen Stadtteilgärten – ein Platz für Wildtiere! . . 56-58

Wer kommt auf den Prüfstand? Thema Hundeführerschein – Ein Interview . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40-43

TSI Odenwald, Hessen India auf Abwegen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59

Sommer, Sonne … Stich? Bienen, Wespen, Hornissen und Hummeln . . . . . . . . . . . . . 44-45

Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt, Baden-Württemberg Mythos Familienhunde . . . . . . . . . . . . . . . 60-61

Wasser ist Leben Was ist virtuelles Wasser? . . . . . . . . . . . 46-47

in aller welt junior Toller Spaß für Kinder Mini München öffnet wieder die Tore . . . 48-49 Max & Lolo in: Ein Einsatz für die aktion tier-Tierrettung München e.V. . . . . . . 50

Tierheim-Tierhilfe e.V., Kleve NRW Unsere Tierrettungsaktionen im Süden Europas . . . . . . . . . . . . . . . . . 62-63 Deutsch-Bulgarische Straßentier-Nothilfe e.V., Hessen Die Frauen von Rousse… . . . . . . . . . . . 64-67

Rätsel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 Bildnachweis : © Tierschutzbilder.de

service rat & tat

Pressespiegel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70-71

Recht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52

aktion tier-Shop Geschenke für den Tierschutz . . . . . . . . . . . . 72

Aus der Tiermedizin Tierquälerei im Aquarium . . . . . . . . . . . . . . 53

aktion tier macht Appetit! Kulinarisch-Vegetarisch . . . . . . . . . . . . . . . . . 73

Verbraucherschutztipps Mogelpackung Milch? . . . . . . . . . . . . . . . 54-55

Patentiere . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74-81 Vermittlungstiere . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82-93 Adressen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94-99

Mitgliederjournal

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+ + NEWS + + + NEWS + + + N Fangquote für Wale gefordert m den bisher weitgehend unkontrollierten Fang der Meeressäuger einzudämmen, fordert ein US-amerikanischer Forscher nun die Einführung einer Fangquote für Wale. Demnach soll festgelegt werden, wie viele Wale jedes einzelne Land fangen darf. Die Quote solle aber vor allem theoretischen Charakter haben, sie solle etwa auch den Handel mit lebenden Tieren reglementieren. Selbst wenn die Quote jedoch voll ausgeschöpft würde, wäre das Modell noch besser als das jetzige, so der Biologe Christopher Costello. Die Internationale Walfangkommission (IWC) sowie die Walfangnationen Japan und Norwegen sollen bereits Interesse signalisiert haben.

Phanom konnten sie einen völlig überladenen LKW abfangen. Auf der Ladefläche: 750 Hunde unterschiedlicher Rassen, zusammengepfercht in 60 Käfigen. Die Hunde sollten wohl über den Mekong nach Vietnam geschmuggelt werden, wo Hundefleisch als Delikatesse gilt. Umgerechnet ca. 25 Euro zahlen Schmuggler für einen Hund, der für die Küche bestimmt ist. Die geretteten Tiere, von denen viele bereits in stark geschwächtem Zustand waren, wurden in ein Auffanglager gebracht. Die Chancen auf eine Vermittlung sind jedoch gering, weshalb Tierschützer jetzt vor allem über das Internet auf das Schicksal der Hunde aufmerksam machen.

Vermeintlich ausgestorbene Affen entdeckt uf der Suche nach Leoparden und Orang-Utans hatte ein internationales Forscherteam auf Borneo Fotofallen aufgestellt – und dabei durch Zufall eine Gruppe vermeintlich ausgestorbener Affen entdeckt. Auf insgesamt fast 4000 Bildern konnten zwei Familien einer Unterart der Mützenlanguren dokumentiert werden, die noch nie zuvor gesehen worden waren. Derzeit wird die Insel großräumig durchsucht, um die genaue Population zu erfassen. Die Affen mit den schwarzen Gesichtern und dem weißen Bauchfell galten zuvor seit Jahren als ausgestorben. Wegen der fortschreitenden Zerstörung des Lebensraumes Regenwald vermuten Forscher jedoch, dass andere Arten weitgehend unbemerkt verschwinden könnten.

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750 Hunde vor dem Kochtopf gerettet oldaten der thailändischen Marine ist offenbar ein großer Fisch ins Netz gegangen: Bei einer Kontrolle in der Provinz Nakhon

Norwegen erlässt Walfangquote auf Vorjahresniveau ie Osloer Regierung hat für das Jahr 2012 insgesamt 1286 Zwergwale für den Fang freigegeben. Nach Angaben des Fischerei-

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aktuelles

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Air France sagt Transport für Tierversuche ab achdem fast 70.000 Menschen protestiert hatten, hat Air France einen geplanten Transport von Affen in die USA abgesagt. Die Airline hatte 60 Langschwanzmakaken von der afrikanischen Insel Mauritius über Paris nach Chicago fliegen wollen. Dort sollten die Affen in die Shin Nippon Biomedical Laboratories verbracht werden, wo sie zur Verwendung für Tierversuche vorgesehen waren. Bereits mehrfach hatten Tierschützer Videoaufnahmen aus den Versuchslabors veröffentlicht, die das unsägliche Leid der Affen zeigen. Die meisten großen Fluggesellschaften haben bereits interne Regelungen eingeführt, nach denen keine Primaten für Tierversuche transportiert werden dürfen. Tierschützer fordern nun auch Air France zur Einführung einer solchen Bestimmung auf.

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ministeriums wurde die Quote aus dem Vorjahr übernommen. Ausgeschöpft wurde die Quote dabei nicht: 533 Zwergwale wurden im vergangenen Jahr durch norwegische Fischer getötet. Obwohl die Internationale Walfangkommission den kommerziellen Walfang bereits 1986 verboten hat, lässt Norwegen die Jagd auf Zwergwale seit 1993 wieder zu. Derzeit gibt es weltweit noch 300.000 bis 500.000 Zwergwale. 6,4 Millionen Tonnen Plastikmüll und 6.400.000 Tonnen Plastikmüll treiben nach Schätzungen der Vereinten Nationen in den Meeren der Welt. Jedes Jahr sterben etwa 100.000 Meeressäugetiere wie Robben, Wale und Delfine an den Folgen der Verschmutzung, rund 1 Million Seevögel verenden jährlich, weil sie herumtreibenden Plastikmüll für Futter halten: Auf jedem Quadratkilometer Wasseroberfläche treiben bis zu 18.000 Plastikteile in unterschiedlicher Größe. Allein die Nordsee wird Jahr für Jahr durch 20.000 Tonnen Kunststoffab­ fälle belastet. Die Zahlen der an den Folgen der Verschmutzung mit Kunststoffabfall verendeten Tiere sind nach Angaben der Vereinten Nationen offenbar erheblich höher, als bisher angenommen wurde.

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Deutsche Discounter beenden Hummerverkauf ach Gesprächen mit Tierschutz­ organisationen haben die großen Discounter Lidl, Penny, Nor­ma und Netto angekündigt, ab dem

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aktuelles

NEWS + + + NEWS + + + NEWS + + Jahr 2012 keine Hummer mehr zu verkaufen. Damit reagierten sie auf die Vorwürfe von Tierschützern, die immer wieder auf die qualvolle Vermarktung der Tiere hingewiesen hatten. Hummer werden besonders zu Festtagen wie Ostern oder Weihnachten auch in Deutschland nachgefragt. Fang und Transport sowie die oft monatelange Lagerung ohne Futter bedeuten für die Tiere großen Stress, bevor sie schließlich im kochenden Wasser sterben. Jedes Jahr werden ca. 1 Million Hummer nach Deutschland importiert. Zoogiraffe stirbt mit 20 Kilogramm Plastik im Bauch m Zoo der indonesischen Stadt Surabaya ist eine Giraffe gestorben, in deren Magen die Tierärzte schwer Verdauliches fanden: Bei der Autopsie des Tieres stießen die Ärzte auf einen 20 Kilogramm schweren Plastikklumpen. Dieser hatte sich vermutlich aus Verpackungen von Lebensmitteln gebildet, die Zoobesucher in das Gehege geworfen hatten, um das Tier zu füttern. Außerdem litt die Giraffe wohl unter Tuberkulose, wie die Tierärzte feststellten. Das 30-jährige Giraffenmännchen hatte seit seiner Geburt im Zoo gelebt. In dem Tierpark waren in den vergangenen Jahren fast 500 Tiere verstorben, viele offenbar an heilbaren Krankheiten wie Durchfall oder Lungenentzündungen. Der früheren Zooleitung war daraufhin die Lizenz entzogen worden. Bildnachweis : © Diezemann, tierschutzbilder.de

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Erste Spur zur Nashorn-Mafia achdem in den vergangenen 18 Monaten in Portugal, Frankreich, Großbritannien, Tschechien und Deutschland mehrere Rhinozeros-Nasenhörner gestohlen worden sind, hat die Polizei in Deutschland nun offenbar eine erste Spur. In München fiel der Polizei ein gestohlenes Auto auf, das sie auf die Spur von Horn-Dieben brachte.

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Diese sollen in einem Offenburger Museum einem Nashorn-Präparat die Hörner abgeschlagen und einen Schaden von 200.000 Euro angerichtet haben. Aus Angst vor Dieben haben viele Universitäten und Museen ihre Präparate nun gesichert, einige Zoobetreiber haben bereits Videoüberwachungsanlagen zum Schutz ihrer Nashörner eingerichtet. Die Hörner sind vor allem in asiatischen Ländern sehr begehrt, weil man ihnen in gemahlener Form zahlreiche Eigenschaften zuspricht; unter anderem sollen sie potenzfördernd wirken und Krebsleiden heilen. München: Hund gekocht und verspeist? ie Münchener Polizei geht derzeit einem besonders grausigen Fall nach. Nach einem Anruf aus der Bevölkerung konnten Polizisten die Überreste eines Hundes sicherstellen, der ersten Erkenntnissen zufolge gehäutet und gekocht worden ist. Das Skelett lege nahe, dass das Fleisch schließlich bis auf die Knochen abgenagt wurde, so ein Sprecher. Offenbar war dem Pinscher zuvor der Schädel eingeschlagen worden. Woher der Hund stammt, blieb vorerst unbekannt, auch weil die Tätowierungen der Ohren teilweise nicht mehr lesbar waren. Die Polizei erhofft sich nun Hinweise aus der Bevölkerung und ermittelt wegen „unrechtmäßigen Verspeisens eines Haustieres“.

mitteilte. Das zuständige Veterinäramt ordnete umgehend den Entzug eines Teils der Tiere an, außerdem wird nun gegen die Züchter unter anderem wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, gegen das Tierseuchengesetz, die TierschutzHundeverordnung, Steuergesetze sowie die Gewerbe- und Bauordnung ermittelt. Illegale Tierzüchter leben oft jahrelang mit ihren Tieren hinter verschlossenen Türen, bis sie von aufmerksamen Anwohnern oder Tierschützern entdeckt werden. Auch Großhandel stellt Verkauf von Käfigeiern ein

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Passau: Illegale Hundezucht ausgehoben egen zahlreiche Gesetze verstießen Hundezüchter im Passauer Land, die auf einem ehemaligen Bauernhof 40 Hunde in katastrophalen Zuständen hielten. Die Tiere lebten teils im Freien, teils in viel zu kleinen, völlig verdreckten Zwingern ohne Tageslicht und frischer Luft zwischen verwesendem Fleisch und Kot, wie die Polizei

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ie meisten Supermarktketten verkaufen schon lange keine Eier aus Käfighaltung mehr, nun folgt auch der Großhandel. Der Einsatz von Käfigeiern galt bei Großverbrauchern aus Kostengründen lange als üblich, nach bestätigten Angaben haben die führenden Cash-and-carry-Unternehmen in Deutschland den Verkauf jetzt eingestellt bzw. befinden sich kurz vor der Auslistung. Damit beugen sie sich offenbar dem allgemeinen Trend: Kamen vor der Einführung des Eierstempels 2004 noch mehr als die Hälfte aller verkauften Eier aus Käfighaltung, waren es in den letzten Jahren schon weniger als 10 %. Tierschützer gehen nun davon aus, dass die Abkehr des Großhandels vom Käfigei pro Jahr etwa 2 Millionen Hühnern das Schicksal des Lebens in der Legebatterie erspart.

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AUFREGER

König Juan Carlos auf Elefantensafari Spanien gehört zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Die Städte Barcelona und Madrid stehen bei Kurztrips ebenso hoch im Kurs wie der Sommerurlaub auf Teneriffa oder Mallorca. Letztere Baleareninsel ist auch Ziel des jährlichen Urlaubs des spanischen Königs Juan Carlos, der hiermit bewusste Volksnähe demonstrieren möchte und jedes Jahr mehrere Wochen in seinem Domizil am Rande von Palma verbringt. Eine Reise nach Afrika hat nun sehr viel Schaden angerichtet, was sein Image betrifft. Ein Bericht von Alexandra Diezemann Nachdem im April bekannt wurde, dass König Juan Carlos sich bei einem Sturz verletzt hatte, sich sogar die Hüfte gebrochen haben soll, stolperte die Öffentlichkeit über die Ortsangabe des Unfalls. Verletzt hat er sich nämlich in der Nähe einer Jagdhütte im afrikanischen Bot­suana. Wie Medien berichten, soll er hier an einer umstrittenen Elefantenjagd teilgenommen haben. Schlimm genug, an einem solchen, gerade für Staatsoberhäupter mit Vorbildfunktion, nicht mehr zeitgemäßem „Sport“ teilzunehmen, nein, König Juan Carlos hat gleichzeitig das Amt des Ehrenpräsidenten bei der Tierschutz- und Naturschutzorganisation WWF inne. Der Widerspruch zeigt, dass hier nicht

Bei einer „Elefantensafari“ muss jeder Teilnehmer für einen erschossenen Elefanten in Afrika mindestens 20.000 Euro zahlen. Auch diese Tatsache stieß bei den Spaniern auf großen Widerstand. Schließlich kämpft Spanien in wirtschaftlich harten Zeiten – dass das Staatsoberhaupt einem so teuren „Hobby“ frönt, erscheint absurd. Bereits 2006 soll der Monarch auf Elefantenjagd gewesen sein. Ein Bild von seinem erlegten Elefanten zu dieser Zeit wurde nun wieder hervorgeholt und ging durch die Presse. Stolz und mit erhobenem Gewehr sieht man auf dem Bild Juan Carlos vor seinem erlegten Zielobjekt.

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aktuelles

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das Herz für Tiere regiert, sondern die rücksichtslose Gier nach Profilierung in der Öffentlichkeit zählt. Die Tierschutzorganisation WWF hat ihm nun dringend nahegelegt, sein Amt als Ehrenpräsident des

Am 18. April 2012 hatte der 74jährige spanische Monarch öffentlich um Entschuldigung für seine brutale Tat gebeten. Der Ex-Bürgermeister von Palma auf Mallorca sah durch die unternommene Safari die spanische Krone sogar in Gefahr. Schließlich stellt das Töten eines Elefanten für die meisten Menschen eine unnötige und brutale Handlung dar, gerade in der heutigen Zeit, in der man bewusster mit dem Schutz der Natur und der Tiere umgeht. Auch die mallorquinische Umweltschutzorganisation Gob (Grup Balear d’Ornitologia) verurteilte das Verhalten des Königs auf das Schärfste.

spanischen WWF nieder zu legen. Eine laufende Petition mit bereits tausenden von Unterschriften empörter Tierschützer unterstreicht diese Empfehlung und soll ihm nun überreicht werden.

Bildnachweis : © Taalvi – Fotolia.com

AUFREGER


aktuelles

Die Schutzimpfung gegen Leishmaniose wird auch im Impfpass dokumentiert.

Mittelmeerkrankheiten ade?

Zulassung des Impfstoffs gegen Leishmaniose

Bildnachweis : © Thomas Francois – Fotolia.com, Diezemann

Personen, die sich mit Tierschutz im Ausland beschäftigen, fürchten sie wie der Teufel das Weihwasser: die Infektionskrankheit Leishmaniose. Sie wird durch Mücken übertragen. Der gesamte Mittelmeerraum ist „verseucht“ und somit gefährliches Terrain für unsere Vierbeiner. Ein Bericht von Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier Oft bleibt die Infektion über Jahre unerkannt, um dann plötzlich auszubrechen. Die Behandlung ist teuer. Je größer der Hund desto kostenintensiver. Zudem versterben leider viele Tiere trotz intensiver Therapiemaßnahmen. Daher ist die Freude groß, als jetzt die Pharmaindustrie anstatt unzähliger Nachahmerprodukte endlich mal etwas wirklich Neues präsentiert. Es handelt sich um einen Impfstoff, der Schutz vor der Leishmaniose bieten soll. Geimpft werden dürfen Tiere ab einem Alter von sechs Monaten. Leben sie in einem Endemie-Gebiet, also in einer Ge-

gend in der die Leishmaniose auftritt, muss vorher getestet werden, ob sie bereits infiziert sind. Tiere, die den Erreger bereits in sich tragen, sollten nicht immunisiert werden. Insgesamt muss der Hund drei Mal im Abstand von jeweils drei Wochen gespritzt werden, um einen ausreichenden Antikörperspiegel gegen die Erkrankung aufzubauen. Diese Dreifachspritze bezeichnet der Fachmann als Grundimmunisierung. Danach genügt eine jährliche Auffrischung in Form einer weiteren Injektion. Wie gut die Impfung vertragen wird, muss ab-

gewartet werden. Der Hersteller spricht lediglich von lokalen Reaktionen an der Impfstelle sowie Abgeschlagenheit, leichtem Fieber und Durchfällen in den Tagen nach der Impfung. Tierbesitzer, die in diesem Jahr den Urlaub mit Hund in südlichen Ländern verbringen wollen, sollten einen Termin mit ihrem Haustierarzt vereinbaren. Der kann sie eingehend beraten und eine Risikoabwägung vornehmen, ob eine Impfung sinnvoll ist oder nicht. Bei jungen, gesunden Hunden dürfte es wenig Bedenken geben. Ältere, kranke Tiere bleiben besser daheim oder werden durch spezielle Halsbänder oder Präparate, die man auf die Haut aufträufelt, vor dem gefährlichen Leishmaniose-Erreger und dessen Überträger geschützt. Dann muss man beim Aufenthalt mit Hund im südlichen Ausland kaum noch etwas fürchten.

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Wir ziehen eine traurige Bilanz

Zehn Jahre Tierschutz im Grundgesetz Die deutsche Tierschutzgesetzgebung hat glücklicherweise eine lange Geschichte. Schon im 19. Jahrhundert wurde der Tierschutz im damaligen Strafgesetzbuch erwähnt. Große Teile des 1972 verkündeten Tierschutzgesetzes gehen zurück auf Ansätze aus der Zeit des Dritten Reiches. Im Juli 2002 schließlich, vor ziemlich genau zehn Jahren also, wurde der Tierschutz durch den Bundestag als Staatsziel der BRD im Grundgesetz verankert. Doch was hat sich seitdem getan? Ein Bericht von Jan Pfeifer Mit der Übernahme ins Grundgesetz ging man von der Verurteilung von Tierquälerei über zur aktiven Unterstützung des Tierschutzes, der „auch im Sinne künftiger Generationen“ gesetzmäßig zu betreiben sei. Deutsche Veterinärämter sind seitdem per Gesetz verpflichtet, die Einhaltung der tierschutzrelevanten Vorschriften zu überprüfen. Die wohl bekanntesten tierschutzrechtlichen Eingriffe der letzten Jahre betreffen die Haltung von Legehennen und die Verbesserung der Situation der Pelztiere in Deutschland: Seit 2010 gibt es die traditionellen Legebatterien nach langem Kampf nicht mehr. Auch die nur wenig verbesserte Kleingruppenhaltung von Hühnern, deren Eier immer noch als Käfigeier gestempelt werden müssen, da die Hühner nur geringfügig mehr Platz haben (und eben noch im Käfig leben), werden mittelfristig verschwinden. Durch die 2006 beschlossene Änderung der Tierschutznutztierverordnung, die 2011 endlich in Kraft getreten ist, müssen nun auch Nerze in Pelzfarmen deutlich mehr Platz zur Verfügung haben. Doch kein einziger deutscher Farmer hat seinen Betrieb entsprechend umgebaut, einige haben ihre Farmen zum Jahreswechsel geschlossen, andere haben nun bereits durch Gerichtsanordnung ihre Erlaubnis zum Betrieb von Pelztierzuchten verloren. Tierschützer gehen davon aus, dass die Pelzfarmen in abseh10

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barer Zeit aus Deutschland verschwinden werden, da ein Umbau entsprechend der geänderten Verordnung für die Züchter offenbar eine zu große finanzielle Belastung darstellt. Dies sind zwei positive Beispiele, die gesetzlicher Tierschutz – wenn auch erst nach sehr langer Zeit und Übergangsfristen – erreicht hat. Doch die Zahl der Missstände überwiegt bei Weitem. So gibt es etwa trotz jahrelangem Kampf noch immer keine verbindliche Haltungsverordnung für Mastkaninchen, die seit Jahren in völlig art­ungerechten Käfigen aus Draht­ gitter gehalten werden. Auch die bestehenden Vorschriften für die Haltung von Puten, Schweinen oder Masthühnern fordern von Tierzüchtern nicht die artgerechte Unterbringung und Versorgung, wie sie der Anspruch des Tierschutzgesetzes eigentlich vorsehen möchte. Ob 20, 30 oder 40 Kilogramm Lebendgewicht (die Besatzdichte von Geflügel

wird in kg/m² vorgeschrieben) – artgerecht kann das nicht sein. Nicht umsonst muss einem Huhn in der ökologischen Haltung eine Fläche von zehn Quadratmetern zur Verfügung stehen, in der konventionellen Mast ist es oft ein Mehrfaches des umgekehrten Verhältnisses. 95 % der Fleischproben aus der Geflügelmast sind mit Antibiotika belastet.

Auch der Einsatz von Antibiotika ist nicht nur in der Geflügelmast trotz immer wiederkehrender Skandale noch immer an der Tagesordnung: Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums waren über 95 % der Fleischproben aus


Hähnchenmastbetrieben mit Antibiotika belastet, oft sogar mit verschiedenen Medikamenten. Unter den als Wachstumsbeschleuniger missbrauchten Mitteln leiden jedoch nicht nur die Tiere. Die Beine der Hühner

und Puten können das Gewicht der für Fleisch ein, die es dem Verbrauviel zu schnell wachsenden Brust- cher ermöglicht, die Herkunft und muskeln oft nicht mehr tragen. Die Haltungsform des Tieres eindeutig Folge: Die Tiere können nicht mehr zu erkennen – bisher vergeblich. aufstehen, sie verdursten schließlich, weil sie den Weg zur Tränke nicht Auch in vielen anderen Bereibewältigen können. Das belastete chen klafft eine Lücke zwischen Fleisch hingegen kann beim Ver- dem hehren Anspruch des Staatsbraucher gefährliche Resistenzen zieles Tierschutz und der Realität. hervorrufen; erkrankt der Kon- Die betäubungslose Kastration sument an einer Infektion, kann er mitunter nicht mehr Nicht nur in der Nutztierhaltung besteht dringender Handlungsbedarf: Seit Jahren fordern Tierschützer ein Verbot behandelt werden. von Wildtieren im Zirkus, was bis heute nicht flächen­ Todesfälle sind keideckend umgesetzt worden ist. Auch der Umgang mit ne Seltenheit mehr Exoten ist noch immer nicht gesetzlich limitiert. Obwohl – zurückzuführen die meisten Todesfälle von Schlangen, Echsen & Co. auf auf die Missstände mangelndes Fachwissen des Halters zurückzuführen sind, der Massentierkönnen exotische Tiere auf Exotenbörsen nahezu ohne haltung. Weder Kontrolle in private Haushalte gelangen. mit dem Tierschutzgesetz noch mit dem Verbraucherschutz ist dies von Schweinen ist noch immer erzu vereinbaren. Tier- und laubt ebenso wie das Kupieren von Verbraucherschützer set- Schnäbeln, obwohl beides nach zen sich daher seit langem dem Tierschutzgesetz einen Veraußer für ein Verbot stoß darstellt: Die Amputation ist des unverantwortli- ein schwerwiegender Eingriff, der chen Umgangs mit zu vermeidbaren und unnötigen Antibiotika für ei- Schmerzen führt. ne Deklarationspflicht auch Die Liste der Missstände ist lang und lässt sich noch lange fortsetzen. Sie ist ein trauriges Zeichen dafür, dass das Staatsziel Tierschutz in den vergangenen zehn Jahren alles andere als erreicht worden ist. Der Ansporn und die Pflicht zu verantwortungsvoller Tierschutzarbeit bleiben daher auch in Zukunft ungebrochen.

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aktion tier – menschen für tiere e.V.

Bildnachweis : © Eric Illelée – Fotolia.com

aktuelles

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aktion tier und Stiftung Menschen für Tiere

Wir schenken Berlin 12 Tierschutzzimmer Unter dem Motto „12 Bezirke – 12 Tierschutzzimmer“ startet aktion tier im Juni sein neues Großprojekt. Noch in diesem Herbst soll jeweils eine Ganztagsschule in jedem Berliner Bezirk ein Natur- und Tierschutzzimmer erhalten. Dieses junge Projekt nahm im September 2011 mit dem bundesweit ersten aktion tier-Tierschutzzimmer im sächsischen Radeberg seinen Anfang. Inzwischen wurden weitere Zimmer in München und auf Teneriffa eröffnet – und nun ist die Hauptstadt dran. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

Viele Kinder haben heutzutage einen erschreckend geringen Bezug zu Tieren. Im Extremfall denken sie sogar, dass eine Kuh, wie in der Werbung, lila sei. Die Beziehung zur Natur und ihren Lebewesen nimmt vor allem bei unseren Großstadtkindern immer mehr ab. Obst, Gemüse und von Tieren produzierte Lebensmittel kennen sie meist nur noch als isoliertes Konsumgut aus den Regalen im Supermarkt. Das Wissen über deren Entstehung und Herkunft ist oft gering. Diesem erschreckenden Trend möchte aktion tier durch sein Projekt JUNIOR entgegen wirken. JUNIOR vermittelt durch Tierschutzferien, Tierschutzunterricht und Praktika im Tierheim den Kindern und Jugendlichen das erforderliche Wissen, um Tiere und Natur zu respektieren und zu schützen. Als weiterer Baustein kommen nun unsere Natur- und Tierschutzzimmer hinzu. Orte, an denen sich Kinder ohne Notendruck über Themen wie artgerechte Haustierhaltung, Wildtiere in freier Natur oder die Herkunft von tierischen Lebensmitteln informieren können. Orte, an denen sie eigene kleine Projekte entwickeln und im Schulalltag umsetzen können. Orte, an denen sie lesen und erforschen können. Unser Vorhaben „12 Bezirke – 12 Natur- und Tierschutzzimmer“ steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Gabriele Inaara Begum Aga Khan. Die Prinzessin wird auch im Herbst das erste Berliner Natur- und Tierschutzzimmer persönlich eröffnen.

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Ein Gemeinschaftsprojekt von aktion tier und der Stiftung Menschen für Tiere

Natur- und Tierschutzzimmer in Berlin

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Auch nach der Eröffnung der 12 Natur- und Tierschutzzimmer ist uns der Kontakt zu „unseren“ Schulen sehr wichtig. Wir stellen regelmäßig unser Vereinsjournal und Flyer zur Verfügung, sind Ansprechpartner für die Schüler bei allen Fragen rund um Tier und Natur und halten 3x jährlich einen exklusiven Tierschutzunterricht zu unserem aktuellen Kampagnenthema in jedem Natur- und Tierschutzzimmer ab.

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Bewerben können sich alle Berliner Ganztagsschulen. Voraussetzung für ein Natur- und Tierschutzzimmer ist ein geeigneter Raum in der Schule sowie eine pädagogische Betreuungskraft. Die 12 Gewinner-Schulen erhalten von aktion tier die Gestaltung und themengerechte Ausstattung des Natur- und Tierschutzzimmers. Neben dem technischen Equipment wie etwa Fernseher, DVD-Player und Lupen stellen wir Themen-DVDs, Bücher, Spiele und Experimentierkästen zur Verfügung.

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Bewerbung

12 Bezirke – 12 Tierschutzzimmer

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Angaben zur Ganztagsschule (Name, Anschrift, Bezirk)

Ansprechpartner (Name, E-Mail, Telefonnummer)

Sind ein Raum sowie eine pädagogische Betreuungskraft für das Natur- und Tierschutzzimmer vorhanden?

Warum braucht gerade unsere Schule ein Natur- und Tierschutzzimmer?

Liebe Eltern Die Lehrpläne bieten kaum Raum für Tier- und Naturschutz. Wenn Sie also möchten, dass auch Ihr Schulkind in den Genuss eines Natur- und Tierschutzzimmers kommt, dann übergeben Sie bitte dieses Bewerbungs-Formular am besten zusammen mit dem Artikel an einen Lehrer oder Pädagogen der Schule – vielen Dank!

Bitte senden Sie das ausgefüllte Bewerbungsformular an: aktion tier – menschen für tiere e.V. Kaiserdamm 97 14057 Berlin Fax: 30103834

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Tier- und Naturkundebücher, Spieleund Experimentierkästen wecken Interesse an der Natur und ihren Lebewesen.

Bewerbungsschluss ist der 31. August 2012.

Weitere Informationen, ein Video und Fotos zu den bereits vorhandenen Natur- und Tierschutz-Zimmern finden Sie unter www.aktiontier.org.

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Lassen Sie die Puppen bei sich tanzen!

aktion tier-Gewinnspiel für Groß und Klein Wer erinnert sich nicht gerne an die lustigen Muppets? Kennen Sie noch Kermit, den Frosch, oder seine geliebte Miss Piggy? Mit aktion tier und Disney haben Sie, liebe Mitglieder und Leser, die Chance, die Muppets zu sich nach Hause zu holen! Lassen Sie demnächst die Puppen bei sich tanzen! Von Alexandra Diezemann Machen Sie mit beim aktion tierGewinnspiel und gewinnen Sie ein Muppets-Fanpaket mit jeweils 1 x DVD DIE MUPPETS, 1 x KidsT-Shirt, 1 x Notizbuch. Finden Sie in unserem Buchstabensalat acht Wörter, die auf die Muppets hinweisen. Lesen Sie aufmerksam alles auf dieser Seite und Sie werden die Wörter wiedererkennen. Kreisen Sie die gefundenen Wörter sorgfältig ein, schneiden Sie das Rätsel aus und stecken es in einen Umschlag zusammen mit Ihrem Namen und Ihrer Anschrift. Und falls die kleinen Muppets-Fans auch mitmachen wollen, dürfen Sie dies mit Erlaubnis ihrer Eltern. Hier bitten wir dann um eine Altersangabe. Den Umschlag mit der Lösung schicken Sie bitte an*: aktion tier – menschen für tiere e.V. Alexandra Diezemann Stichwort „Gewinnspiel Muppets“ Kaiserdamm 97 14057 Berlin Wir wünschen Ihnen viel Glück! Machen Sie mit beim aktion tier-Gewinnspiel! Gewinnen Sie ein Muppets-Fanpaket mit 1 x DVD DIE MUPPETS, 1 x Kids-T-Shirt, 1 x Notizbuch!

*Wir versichern, dass alle persönlichen Daten aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht an Dritte weitergeleitet werden. Mitarbeiter von aktion tier – menschen für tiere e.V. und deren Angehörige sind von der Teilnahme am Gewinnspiel ausgeschlossen. Die Namen der Gewinner werden im nächsten Journal bekannt gegeben.


aktuelles

DIE MUPPETS – das Filmerlebnis! Disney präsentiert mit DIE MUPPETS ein originelles, schräges und emotionales Filmerlebnis der Extraklasse ab 24. Mai 2012 auf DVD, Blu-ray Disc und als Video on demand. Muppetsfan Walter muss sich mächtig ins Zeug legen: Es gilt, das legendäre Muppets-Theater vor dem Untergang zu bewahren. Um das zu schaffen, muss Kermit die alte Muppets-Gang wieder zusammen bringen, die mittlerweile allerdings in alle Himmelsrichtungen verstreut ist. Endlich vereint, stellen Kermit, Miss Piggy, Gonzo, Fozzie Bär, das Tier, Scooter, Statler und Waldorf und all' die anderen Helden die wohl verrückteste, bunteste und fröhlich-

ste Ausgabe der besten Show aller Zeiten auf die Beine. Das erste Mal in einem Muppets-Film mit dabei: die Hollywoodstars Amy Adams („Verwünscht“), Jason Segel („How I met your Mother“, „Männertrip“) und Chris Cooper („Die Bourne Verschwörung“, „American Beauty“). Das längste Pannen-Special der Muppets-Geschichte wird alle Muppets-Fans auf DVD und Bluray Disc begeistern. Dabei ist die Blu-ray Disc außerdem reichhaltig mit weiterem Bonusmaterial ausgestattet: Freuen Sie sich u.a. auf das urkomische Feature: Ein kleiner Kamera-Test, das Jason Segel, Kermit, Miss Piggy und Co. in der Vorbereitungsphase zu den Dreharbeiten begleitet. Ein Must-See für Fans von Pannen, Pfusch und Ausrutschern am Set – alles, was die Muppets so unwiderstehlich macht

– ab 24. Mai 2012 auf Disney DVD und Disney Blu-ray Disc erhältlich! Zeitgleich werden ab 24. Mai auch folgende Muppets-Klassiker wieder auf DVD im Handel erhältlich sein: DER GROSSE MUP­PET KRIMI (1981), MUPPETS – DIE SCHATZ­INSEL (1996) und MUPPET MOVIE (1979). Alle MuppetsFilme bieten mit namhaften Gaststars und den obligatorischen Revueeinlagen im einzigartigen Muppets-Stil perfekte Unterhaltung für Groß und Klein! Die erfolgreiche Muppets-Historie wurde außerdem am 20. März 2012 mit einem Stern (Nummer 2466) auf dem berühmten „Hollywood Walk of Fame“ in Los Angeles geehrt. Weitere Informationen und Pressematerialien zu unseren Filmen erhalten Sie unter www. presse.movie.de

In diesem Buchstabensalat haben sich acht Wörter versteckt!

Bildnachweis : © www.disney.de/muppets, www.universumkids.de

A Q T V B L Y

B A Z E Q Y T

F R O S C H H

C S U U W X E

D D I I E C A

E M M O R V T

Prinzessin Lillifee – Unsere Gewinner

I

n Ausgabe 1 2012 unseres Mitgliederjournals „mensch und tier“ hatten wir zum Gewinnspiel mit Prinzessin Lillifee aufgerufen! Noch nie hatten wir so viele Teilnehmer – der Fankreis um Lillifee und ihre Freunde ist demnach sehr groß. Aus der Vielzahl an Zuschriften, von denen die meisten auch die richtige Lösung mitgeschickt haben, wurden nun drei Gewinner gezogen. Die richtige Antwort war „C“.

P U P P E N E

QW E P P E Y X H M I S T Z U B N H R QW

T T N S I O E

I S I P O L R

K X P I A L T

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Unsere Gewinner: Die DVD „Prinzessin Lillifee und das kleine Einhorn“ geht an: Angelina Hornung 76829 Landau

I X I A G O O

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L C X B J P A

D I S N E Y S

aktion tier – menschen für tiere e.V. gratuliert allen Gewinnern herzlich und wünscht viel Spaß mit den Preisen!

Das Haarband mit Gummi von Prinzessin Lillifee geht an: Noemi Arnold 72631 Aichtal Sammelfiguren von Prinzessin Lillifee gehen an: Alina Muthke 21354 Beckede

Herzlichen Dank an Universum Kids für die Zurverfügungstellung der Preise! Mitgliederjournal

aktion tier – menschen für tiere e.V.

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aktion tier-Tierheim Teneriffa, Spanien

Das erste Tier- und Naturschutzzimmer auf Teneriffa aktion tier – menschen für tiere e.V. legte vor sieben Jahren den Grundstein für ein Tierheim auf Teneriffa. Eine „Animal Hoarding Station“ musste aufgelöst und die hohe Anzahl von Streunerhunden in verschiedenen Orten sollte minimiert werden. Helfen war angesagt, damit das Leid der ausgestoßenen, oftmals gequälten Tiere eingedämmt würde. Das Zentrum für Tierschutz und Umwelt setzte sich damals hauptsächlich für die Vermittlung dieser Tiere ein und bewältigt diese Aufgabe bis zum heutigen Tage. Doch damit nicht genug. Um an den Wurzeln des Tierschutzes zu arbeiten, versuchte man die Gemeinden davon zu überzeugen, striktere Gesetze in Kraft zu bringen. Doch was helfen letztendlich Verordnungen, wenn Menschen nicht genügend Aufklärung erhalten haben. Ein Bericht von Marion Gonzalez, Tierheimleiterin

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Das „Tierheim Acción del Sol“, unter der Regie von aktion tier – menschen für tiere e. V., machte es sich zur Aufgabe, Tierschutzunterricht im Tierheim anzubieten. Nach und nach kamen mehr und mehr Schulklassen ins Zentrum. Doch um eine wirklich kontinuierliche Umsetzung zu garantieren, reichte es nicht aus, Kindern ein oder zwei Mal im Jahr diese Materie näher zu bringen. Der Bereich Tierschutz ist so umfangreich, dass es an einem Vormittag völlig unmöglich ist, alles abzudecken. Vor allem,

wenn es um Themen wie Haus- oder Wildtiere, Müllentsorgung oder Lebensmittel geht; wichtig in unserer heutigen Umwelt! Viele Mitarbeiter von aktion tier setzen sich täglich für die Aufklärung der Bevölkerung ein, doch wie schon gesagt, eine Kontinuität muss gegeben sein. Aufgrund von Disziplin, Interesse und Stetigkeit wurde die Schule CEIP Parque de la Reina in Arona auf Teneriffa ausgewählt, um das erste „Tierschutzzimmer“ auf der Insel zu erhalten. Das „Tierschutzzimmer“ ist eine Projektidee der Aktion JUNIOR von aktion tier, die 2011 erstmals in Radeberg, Sachsen, umgesetzt wurde. Im Rahmen der Aktion JUNIOR sollen Tierschutz- und Naturschutzthemen Kindern und Jugendlichen nahe gebracht werden. Das Tierheim auf Teneriffa ist für Schulen schon seit längerer Zeit ein beliebter Ausflugsort, um mehr zum Thema Tierschutz zu erfahren. aktion tier – menschen für tiere e.V. freut sich, dass die Idee des „Tierschutzzimmers“ nun auch über die Grenzen Deutschlands hinaus getragen wird.

Drei der Gemeinderäte von Arona ließen es sich trotz voller Terminkalender nicht nehmen, anwesend zu sein. Die Grundschule CEIP 16

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Von links nach rechts: Direktor der Schule CEIP Parque de la Reina, Arona Domingo Arías, Concejal de Educación y cultura de Arona, Miguel Àngel Mendéz, Concejal Àrea Turismo y Sanidad de Arona, Francisco José Niño Rodriguéz, Concejal Àrea de Urbanismo de Arona, Carmelo Garcia Martin

Parque de la Reina unterrichtet täglich rund 500 Kinder. Die pädagogisch großartige Vorgehensweise hilft den Kindern täglich neue Informationen aufzunehmen. So kam es, dass am 30. März 2012 eine Auswahl kleiner „Reporter“ mir, der Leiterin des Tierheims „Acción del Sol“, persönliche Fragen stellten, wie z. B.: „Was hat Sie veranlasst, sich als Deutsche hier auf Teneriffa für den Tierschutz einzusetzen?“ oder „Was wären Ihre Ratschläge, wenn sich jemand für ein Tier interessiert?“. Mit ehrlichen Antworten wurden die Schüler versorgt. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, auch Rückfragen zu stellen, ob von dem einst Gelernten im Tierheim noch etwas vorhanden war.


projekte

Einmal mehr stellte sich nach dieser Einweihung heraus, dass der Einsatz, sei er finanziell oder persönlich, es auf jeden Fall wert ist sich dieser Arbeit zu verschreiben. Ein großes Dankeschön geht an alle Mitglieder von aktion tier, die diese Arbeit unterstützen und daran glauben. Es ist schön zu sehen, dass Kinder und Jugendliche hier die Möglichkeit erhalten, so viel über Tierschutz zu erfahren.

aktion tier-Tierheim Teneriffa, Spanien

Osterfest auf zwei und vier Pfoten Einmal im Jahr veranstaltet das Tierheim „Acción del Sol“ einen Lauf mit den Hunden. Das Datum zu dieser Veranstaltung fiel dieses Mal auf den Ostersonntag. Mit Bangen und Freude wurde dieser Tag herbei gesehnt, denn noch in der Nacht vorher stürmte es und regnete aus Eimern. Doch einmal mehr hatte der Wettergott sein Einsehen mit uns und wollte den mit viel Organisation und Arbeit verbundenen Event nicht platzen lassen. Pünktlich um 9:00 Uhr ließen die Regentropfen nach und die Sonne schickte ihre ersten Strahlen. Letztlich zogen nur noch ein paar Regenwolken am Himmel vorbei und alles blieb trocken. Ein Bericht von Marion Gonzalez, Tierheimleiterin

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Die schnellen Rennen (zusammen mit den Hunden) von 1,5 km mussten von Klein und Groß bewältigt werden. Darauf folgte der Hürdenlauf inmitten des Tierheims und der witzige Ostereierlauf in einer extra dafür markierten Zone. Die bunt bemalten Eier, natürlich aus ökologischer Tierhaltung, fielen dann schon mal zu Boden, denn alle Teilnehmer versuchten, das Ziel als Erste zu erreichen. Die aufgestellten Wasserbecken fanden die Hunde nicht nur als Trinkbehälter gut, sondern benutzten sie gleichzeitig, um ihre Pfoten abzukühlen oder gar zu baden. Einige plantschten sogar fröhlich darin herum. Natürlich hatte auch unser Flohmarkthäuschen wieder tolle Gegenstände anzubieten und unser hausgemachtes Kuchenbuffet war bestens besucht. Jeder der Teilnehmer erhielt eine Medaille und die ersten Plätze wurden wie immer mit Trophäen ausge-

Der Lauf wurde mit Spannung erwartet.

zeichnet. Flotte T-Shirts sponserte die Futterfirma Cotêcan und Mineralwasser gab es von der Firma Fuentealta. Es ist immer wieder herzergreifend mitanzusehen, wie sich einige unserer Tierheimhunde – die einst völlig krank und verschüchtert bei uns ankamen – sich in relativ kurzer Zeit zu Prachttieren entwickelt haben. Wie z. B. Jena, die sich wie ein Star auf dem Podest zeigte und gar nicht mehr herunter kommen wollte.

Viele Hundebesitzer kamen mit Tieren, die einst im Tierheim lebten.

Für die kleinen Besucher war eine kurze Theatervorführung angesagt, doch am Ende waren mehr Erwachsene als Kinder bei der Vorführung anzutreffen. Wie sagt man so schön, in jedem Erwachsenen steckt doch ein Kind. Einmal wieder kamen wir zu dem Entschluss, dass es immer mehr Menschen gibt, die ein großes Herz für ausgesetzte Tiere und ihre Belange haben und den Schmerz bereinigen möchten, den andere ihnen zugefügt haben.

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Gizmo in:

Gespräch unter Freunden

© Nikki Attree

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projekte

aktion tier-Pferdehilfe am Niederrhein, NRW

Manolito und Freunde In der Pferdehilfe am Niederrhein sind neue Bewohner eingezogen. Das ehemalige Polizeipferd Manolito sowie sechs weitere Pferde sind nun zum Pferdegnadenhof am schönen Niederrhein gebracht worden und dürfen hier ihr verdientes Gnadenbrot erhalten. Ein Bericht von Alexandra Diezemann Es galt also, sieben neue Pferde in die bestehende Herde zu integrieren. Dies ist geglückt und es hat sich eine neue Gruppe gebildet. Eine besondere Rolle bei den Neuankömmlingen spielt das ehemalige Polizeipferd Manolito, der bereits auf dem ehemaligen aktion tier-Pferdegnadenhof Kaltenberg am Bodensee lebte. Hier wurde er im Jahr 2006 untergebracht, nachdem er seinen Polizeidienst sozusagen quittiert hatte. Denn für ein für den Polizeidienst ausgebildetes Pferd ist es schwierig, sich in einen Herdenverband zu integrieren, da dies im Pferdealltag bei der Polizei meistens nicht vorkommt. Die Tiere leben hier vorwiegend in Einzelboxen. Es ist aber unbedingt im Sinne des Tierschutzes, dass Pferde ihr artgemäßes Verhalten ausleben können. Manolito fühlt sich in der Pferdehilfe sehr wohl und möchte sein neues Leben nicht mehr missen. Man könnte fast meinen, er hole seine Fohlenzeit nach, krault die

Mähnen seiner neuen Freunde und wälzt sich genüsslich auf der Weide und im Schlamm. Er und seine sechs neuen Freunde hatten Glück und dürfen ihren Lebensabend in einem Gnadenhof verbringen. Leider werden viele Pferde als „Gebrauchsgegenstände“ im Alter oder bei Krankheit ausrangiert und zum Schlachter gebracht. aktion tier – menschen für tiere appelliert immer wieder an alle, die sich ein Pferd anschaffen möchten, genau zu überlegen, ob man für die

Manolito

Zeit des Tierlebens für das Tier auch da sein kann. Der Zeit- und Kostenfaktor ist gerade bei Pferden immens hoch. Und wenn das Tier irgendwann im Alter nicht mehr reitbar ist, so behält es auch dann das Recht auf ein artgemäßes und würdiges Leben. Diese „Pensionskasse“ sollte man schon bei der Anschaffung im Kopf behalten.

Rückblick Im Jahr 2006 wurde das ehemalige Münchener Polizeipferd Manolito zum früheren Pferdegnadenhof von aktion tier an den Bodensee gebracht, um seinen Ruhestand anzutreten. Carolin Reiber, Moderatorin und engagierte Tierfreundin, wurde als Schirmherrin des Projekts herzlich begrüßt. Frau Reiber freundete sich damals sehr schnell mit Manolito aus der Münchener Polizeireiterstaffel an, der ihr die anfangs leichte Scheu vor Pferden schnell nahm. Die Justizministerin von Bayern, Frau Dr. Beate Merk, übernahm eine Patenschaft für Manolito, der sich seit 1992 in dem täglich anstrengenden Polizeidienst bewährt hat. In den für Pferde oftmals ungewohnten Einsätzen bewahrte er stets einen kühlen Kopf und zeigte sich als souveräner und verlässlicher Begleiter.

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• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Ein Fall für Kitty-Berlin

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Hausbesuch mit Folgen

Mit Straßenkatzen haben wir im Rahmen unseres Projektes Kitty schon die unglaublichsten Dinge erlebt – Tiere in Kellern eingefangen, aus Schlagfallen gerettet, von Bäumen herunter geholt, Katzenbabys in Blumenkübel gefunden. Eine wilde Straßenkatze, die sich in eine Mietwohnung schleicht und dort unter dem Esstisch ihre JunIn dieser Siedlung in Berlin-Lankwitz gen zur Welt bringt, ist jedoch ein so außergewöhnlicher Fall, dass wir leben viele Straßenkatzen. Ihnen diese Geschichte nicht vorenthalten möchten. Ein Bericht von Ann Kari Sieme, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

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Die Mieterin einer Erdgeschosswohnung in Berlin-Lankwitz rief uns völlig aufgelöst an. Sie erzählte, dass eine der Straßenkatzen aus der Umgebung unbemerkt in der Nacht durch die Katzenklappe ihres Katers in ihr Wohnzimmer gekommen sei. Offenbar zu einem ganz bestimmten Zweck. Die Mieze hatte im Schutz der gemütlichen Essecke ihren süßen Nachwuchs zur Welt gebracht und lag noch morgens an die fünf Kleinen gekuschelt unter der Sitzbank. So etwas hatten wir auch noch nicht erlebt. Da die Katzenfamilie natürlich nicht in der Wohnung bleiben konnte, packten wir schnell eine kuschelig ausgekleidete Transportbox für die Kitten sowie Fang- und Transport-Utensilien für die Mama zusammen und fuhren los. In Berlin-Lankwitz angekommen, wurden wir bereits von zwei tierlieben und hilfsbereiten Frauen erwartet. Die frischgebackene Katzenmama ließ sich durch unsere Anwesenheit kaum aus der Ruhe bringen, sondern schnappte sich, nachdem sie uns kurz inspiziert hatte, eines ihrer Jungen und ging

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mit ihm zum Säugen zurück unter die Sitzbank. Nachdem die Transportbox vorbereitet war, konnten wir anfangen, die fünf wunderschönen kleinen Wilden nach und nach umzusetzen. Die Kleinen waren noch so winzig, dass sie nicht mal eine Hand füllten und hatten am Tag nach der Geburt natürlich auch noch die Augen geschlossen. Für die Fahrt nach Glindow zu unserer Katzenbabystation mussten Muttertier und Katzenbabys getrennt werden. Andernfalls hätte es passieren können, dass die Mutter während der Fahrt nervös wird und beim Rumspringen in der Transportbox eines der Kitten verletzt. Nun musste nur noch Mama, die wir kurzerhand „Pünktchen“ tauften, gefangen werden. Aber auch das war ohne Probleme möglich. Nachdem wir eines der Babys als „Lockvogel“ in den Fangkorb gesetzt hatten, ging Pünktchen dem Miauen brav hinterher, um sich um ihr Kleines zu kümmern. Mit ein wenig Geschick konnten wir das Baby dann wieder herausangeln, ohne dass uns Pünktchen entwischte.

Vorsichtig werden die Katzenmutter und die Kitten in die Box umgesiedelt.

Fertig zum Transport in die Babystation.


projekte

Projekt Kitty in Berlin-Glindow Tierärztliche Betreuung in ruhiger Umgebung

Bild Berlin, 16.03.12

Die Fahrt nach Glindow verlief ruhig, da Pünktchen ihre Jungen im Transportkorb sehen konnte. Durch Brummlaute beruhigte sie die Babys. Unsere Kitty-Babykatzenstation befindet sich auf dem Gelände un-

seres Projektpartners Berliner Katzenschutz e.V. in Glindow und bietet Straßenkatzen-Müttern die Möglichkeit, ihren Nachwuchs bis zur Entwöhnung in ruhiger Umgebung und unter tierärztlicher Betreuung in wohliger Wärme aufzuziehen. Für die Katzenkinder war diese „Hausgeburt“ ein echter Glücksfall.

Normalerweise präsentieren die sehr scheuen Straßenkatzen ihre Babys erst, wenn sie etwa 8 Wochen alt sind. Oft ist es dann jedoch bereits zu spät, die kleinen Wilden an Menschen zu gewöhnen. Eine absolute Voraussetzung, um die Tiere später zu vermitteln. Denn niemand möchte einen scheuen Stubentiger, der sich ständig unter dem Sofa versteckt. In diesem Fall konnten wir den Katzenbabys jedoch fast von Geburt an zeigen, dass Menschen gar nicht so übel sind, sondern ganz im Gegenteil, ihnen das Leben durch regelmäßige Fütterung und Streicheleinheiten durchaus versüßen können. Die Kleinen werden nun die nächsten zehn Wochen ihrer Säugeund Erziehungszeit mit ihrer Mama in der Station verbringen. Danach sind sie soweit, dass sie paarweise vermittelt und ein hoffentlich dauerhaft glückliches Katzenleben bei ihren neuen Besitzern genießen können. Sollte sich auch Pünktchen in dieser Zeit in der KatzenbabyStation als „Menschenfreund“ und handzahm erweisen, wird auch sie über den Berliner Katzenschutz e.V. in ein gutes Zuhause vermittelt. Wenn dies nicht der Fall ist, wird Pünktchen kastriert und an ihrer ursprünglichen Futterstelle in Berlin-Lankwitz wieder freigelassen, wo sie weiterhin durch die tierlieben Frauen der Siedlung im Maercker Weg liebevoll betreut und gefüttert wird.

BZ Berlin, 16.03.12

Berliner Kurier, 18.03.12

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Projekt kitty in Mecklenburg-Vorpommern

Vorbild: Paderborner Modell Seit einem Jahr lebe ich jetzt in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Land und muss feststellen, dass das Katzenproblem hier größer als in einer Großstadt ist. Gerade hier ist die Population sehr groß, da viele Menschen Katzen haben, sich aber nicht mit dem Thema einer Kastration auseinandersetzen. Das heißt, die Katzen vermehren sich unkontrolliert weiter und wachsen dann größtenteils ohne menschliche Obhut auf. Damit verwildern sie und würden sich auch in der Zukunft nicht mehr zähmen lassen. Hinzu kommt, dass viele wild lebende Katzen oftmals erkranken oder verunfallen. Die Qual der Tiere ist dann immens. Ein Bericht von Doreen Huf, Mitarbeiterin im Aufklärungsteam von aktion tier

Z

Zusätzlich gibt es hier das Problem, wie überall, dass irgendwann mal eine Katze angeschafft wird, ohne sich der Verantwortung, die damit einhergeht, bewusst zu sein. Eine Katze bedeutet ca. 20 Jahre lang Verantwortung zu tragen, fordert viel Aufmerksamkeit und kostet vor allem

auch Geld. Nicht nur Futter, sondern auch Tierarztkosten kommen auf jeden Besitzer zu. Viele Menschen lassen ihre Katze auch aus Kostenersparnisgründen nicht kastrieren.

Doreen Huff mit Bruno

Von aktion tier zur Kastration gefangene Straßenkatze

Bildnachweis : © Markus Stach/ Pixelio.de

Wenn ich mich an unseren Informationsständen von aktion tier mit

den Menschen unterhalte, höre ich allzu oft die Argumente: „Warum kastrieren? Mein Kater soll seinen Spaß haben“ oder „Ich will kein Geld dafür ausgeben.“ Der Paarungsakt ist nur gerade bei Katzen mit allem anderen als Spaß verbunden, sondern, im Gegenteil, nahezu

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projekte

aktion tier-Partner „Tierheim Roggendorf“ hilft

Das Paderborner Modell Im ostwestfälischen Paderborn hat zum ersten Mal eine Stadt auf die unhaltbare Situation der sich unkontrolliert vermehrenden Straßenkatzen reagiert und am 22.09.2008 die Kastrationsund Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen in die Stadtverordnung aufgenommen. Damit ist Paderborn einen völlig neuen Weg gegangen und hat sich als erste Stadt Deutschlands in der Frage des Katzenschutzes eindeutig hinter den Tierschutz gestellt. Es ist unverantwortlich, dass Katzenbesitzer nicht kastrierter Kater diesen Freigang ermöglichen und in Kauf nehmen, dass der Kater sich mit Katzen der Umgebung paart. Eine Katze kann zweimal im Jahr Junge bekommen. Ein Wurf besteht aus 5-8 Katzenbabys. Wie schnell damit eine Katzenpopulation heranwächst, kann man sich ausrechnen …

schmerzhaft. Gerade auf dem Dorf, wo häufig landwirtschaftliche Betriebe sind, wird mir auch oft gesagt, dass kein Geld dafür übrig ist und die Jungtiere gleich nach der Geburt getötet werden. Zusätzlich beschweren sich die Landwirte, dass es immer mehr Katzen wer-

den. Das kann ich überhaupt nicht verstehen und versuche in meinen Gesprächen darauf hinzuweisen, dass eine Kastration gar nicht aufwendig ist und oft der örtliche Tierschutzverein behilflich ist, die nicht so zahmen Hofkatzen mit Hilfe einer Lebendfalle einzufangen.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern Yvonne Goltz am ist aktion tier – aktion tier-Informenschen für tiere mationsstand. e.V. mit seinem Aufklärungsteam regelmäßig unterwegs. Hier auf dem Gelände des Selgros-Markts in Rostock. Denn auch die Bevölkerung, die eher im ländlichen Bereich Zuhause ist, muss über die Konsequenzen zum Beispiel über nicht kastrierte Katzen, die Freigang haben, aufgeklärt werden. Der aktion tier-Projektpartner TSV Roggendorf ist in dieser Region stets helfender Partner. Dem Selgros-Markt gilt unser herzlichster Dank für die so nette Zusammenarbeit! Oben rechts: Marktleiter Herr Reinhardt von Selgros, mit Yvonne Goltz und Doreen Huff.

Der aktion tier-Partner „Tierheim Roggendorf“ kastriert einmal im Monat freilaufende Katzen, da eine Kastration eben viel Katzenelend verhindert. Die finanzielle Unterstützung hierfür kommt von aktion tier oder aus Direktspenden der Bevölkerung. Auch hier in Mecklenburg-Vorpommern gibt es einige Katzenfreunde, die sich ehrenamtlich auf den Dörfern der Streuner annehmen, leider aber von den Gemeinden nicht unterstützt werden. Zu oft ist hier von den Ämtern zu hören: Streunerkatzen gehen sie nichts an. Dabei wäre auch hier eine Kastrationspflicht für alle Katzenbesitzer sehr hilfreich. Wir an unseren Informationsständen weisen stets darauf hin, sich bei den Gemeinden dafür einzusetzen. Ich wünsche mir, dass unsere Aufklärungsarbeit mit dazu beiträgt, das Katzenelend ein wenig zu lindern.

Christine Geburtig mit Neffe Paul und Susan Müller von aktion tier.

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Projekt Kitty, Bayern

Ein Herz für Ziegen … Seit 2004 bin ich grenznah Oberpfalz/Oberfranken am Projekt Kitty beteiligt. Das heißt, ich kümmere mich um die Versorgung von freilebenden Katzen. Ich bin ja so manches gewöhnt, versuche immer zu helfen, schließe die Augen nicht, wenn auch andere Tiere in Not sind. So geschehen mitten in einem kleinen Dorf. Ein Bericht von Edeltraud Potrykus

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Ich bekam einen Anruf, es gäbe große Katzenprobleme. Ob ich da helfen könnte, wurde gefragt. Ich machte zunächst die obligatorische Vorkontrolle – dabei schau ich mir die Katzenpopulation an, führe Gespräche und begutachte den Zustand der Katzen. Was ich dort allerdings sah, war eine große Quälerei: Katzen lebten im Hasenstall, es roch modrig, muffig, der Stall aus Stein war feucht – dort tummelten sich Hühner, Enten, Tauben und nachts auch noch zwei alte Hunde. Ich war entsetzt. Am nächsten Tag begann die Kastrationsaktion. Ich nahm den Eigentümern das Versprechen ab, dass die Katzen ab sofort aus dem Stall raus kommen. Am zweiten Tag entdeckte ich in diesem Stall Eisenstäbe. Es war eine Tür mit einem dunklen Gang dahinter. Durch die Gitterstäbe blickten mich drei Ziegen an. Diese Blicke vergesse ich nie. Mir kamen die Tränen. In

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projekte

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In diesem alten Stall waren Katzen und Ziegen untergebracht.

diesem Augenblick hatte ich auch nur einen Gedanken: Diese Ziegen sollten endlich einmal Sonnenlicht sehen. Nach einiger Zeit und mit viel Diplomatie konnte ich für die drei Ziegen einen Platz suchen. Ich hatte in der Zwischenzeit unzählige Leute angerufen und so rollte eine große Hilfsaktion an.

es zeigten sich Druckstellen an den Gelenken. Er zeigte die Zähne, rollte die Lippen auf als würde er in die Sonne lachen. Die große weiße Ziege knabberte gleich am zarten Grün. Die Kleine staunte nur über die Natur und schien fast andächtig. Zaghaft erkundeten sie den Garten und waren sehr glücklich.

Die neue große Freiheit

Es hatte sich dann auch schnell eine Ziegenpatin gefunden, die nun eine große Verantwortung trägt. Den Ziegen soll es in Zukunft an nichts fehlen. Wir besuchen sie regelmäßig und bringen auch immer etwas mit. Einen großen neuen Stall haben sie auch bekommen und auch die Katzen konnten den modrigen Stall verlassen und genießen (kastriert!) nun ihre Freiheit.

Ich kam vom Telefon nicht mehr weg und tatsächlich nach nur zehn Tagen war der Umzug in einen großen Garten zu ganz lieben Leuten geglückt. Es war unglaublich wie diese drei Ziegen ihre neue Freiheit genossen. Der Bock stand da mit seinen krummen Beinen, die Klauen rollten sich schon auf und


projekte

aktion tier-Wildtierstation Sachsenhagen e.V., Niedersachsen

Riesenschlangen und ein aggressiver Schwan Während der Projekttage der IGS Obernkirchen im Jahr 2011 sammelte die Projektgruppe „Einfach die Welt verändern“ insgesamt 550 Euro. Die Schüler des damaligen 5. Jahrganges nutzten sogar ihre Freizeit, um Spenden zu sammeln. Im Projektzeitraum hatten die Schüler die Wildtierstation besucht, um sich über die Arbeit eingehend zu informieren. Ein Bericht von Sylvia Cölle Aggressiver Schwan in Sachsenhagen untergebracht

von links: Die Schüler Maximilian Müller, Marvin Brill, Leon Kräft und Dr. Florian Brandes

Am Montag, den 16. Januar 2012 kamen drei Schüler als Vertreter des Projektes mit ihren Lehrerinnen Frau Nina Mohrmann und Frau Dörte Korn, um den Scheck zu übergeben. Mit der Spende übernimmt die Projektgruppe die Patenschaft für zwei Riesenschlangen, die sich in der Station befinden. „Wir freuen uns sehr über diese Spende! Eine tolle Idee die hoffentlich viele Nachahmer findet“, bedankt sich Stationsleiter Florian Brandes. Dann konnten die Schüler auch direkt einen Blick auf ihre Patentiere werfen. Um auch einmal eine Schlange anzufassen, holte Dr. Brandes eine Königspython aus dem Terrarium. Nach anfänglichem Zögern zeigten die drei Jungen großes Interesse an der Schlange und nahmen sie sogar auf die Hand. „Die ist ja gar nicht glitschig“, so die Aussage eines Schülers. Die Tierpaten erhielten eine Urkunde mit einem Bild ihrer Schützlinge. Außerdem wird die Projektgruppe zu den Patentagen eingeladen, um bei einer exklusiven Führung den Mitarbeitern der Wildtierstation über die Schulter zu schauen und alles über ihr Patentier und die vielen anderen Pflegegäste zu erfahren.

Beulen in Fahrzeugen, blaue Flecken und viele attackierte Friedhofsbesucherinnen und -besucher, darunter auch eine Rollstuhlfahrerin: Man möchte kaum glauben, dass dafür ein Schwanen-Männchen auf dem Stadtfriedhof HannoverStöcken verantwortlich zu machen ist. Mit seiner Gattin herrscht er seit vielen Jahren über den Teich und dessen Uferzone. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Friedhofsverwaltung/Gärtnerei hatten bereits Tricks entwickelt, ihre Arbeit im Uferbereich halbwegs unbeschadet durchführen zu können. Die Aggression und Unberechenbarkeit dieses Wildvogels wurde leider von Jahr zu Jahr immer größer, sodass die Friedhofsverwaltung zum Schutz der Besucherinnen und Besucher jetzt handeln musste. Über die Untere Naturschutzbehörde erhielt die Friedhofsverwaltung der Stadt gemäß § 45 Abs. 7 Nr. 4 und 5 eine Ausnahmegenehmigung zur Umsetzung. Am 22.03.2012 wurde der Schwan nun durch Dr. Florian Brandes, Leiter der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen, eingefangen. Der Wildvogel bleibt nun zunächst in Sachsenhagen, bis eine weiter entfernte Fahrt, z.B. nach Süddeutschland, ansteht, oder er an einen Wild- oder Tierpark abgegeben werden kann. Wichtig dabei ist,

Tierarzt Dr. Florian Brandes bei der Umsetzung der Tiere; der Schwan auf seinem Teich

dass zwischen dem Stadtfriedhof Stöcken und dem neuen Zuhause möglichst viele Kilometer liegen, damit der Schwan nicht noch die Heimreise antritt. Leider konnte das weibliche Tier bislang nicht eingefangen werden. Der Tierarzt ist sich aber sicher, dass es aber bald einen neuen Partner finden wird. Dr. Brandes legt den Bürgern nahe: „Damit die nachfolgenden Schwäne nicht auch Verhaltensstörungen entwickeln, ist es allerdings wichtig, auf die Zufütterung mit altem Brot etc. zu verzichten. Bisher wurden leider Informations- oder Verbotsschilder aus falsch verstandener Tierliebe ignoriert. Diesem unvernünftigen Verhalten von Friedhofsbesucher/innen ist letztlich zuzuschreiben, dass das Schwanenpaar umgesiedelt werden musste.“

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Kampagne • aktion tier Kampagne • aktion tier Kampagne • aktion tier Kampagne • aktion tier

aktion tier startet Kampagne

Verstecktes Tierleid – Käfigeier in Lebensmitteln In zahlreichen Lebensmitteln ist Hühner-Ei enthalten. Nicht nur in Teigwaren, Nudeln und Mayonnaise, sondern auch in Fertigsaucen, Desserts und sogar in einigen Schokoladen-Sorten und Schokoriegeln. Anders als bei den sogenannten „Konsumeiern“, also Eiern in der Schale, die seit 2004 mit dem gesetzlich vorgeschrieben Eierstempel versehen sein müssen, erfährt der Verbraucher über die Herkunft der in Lebensmitteln verarbeiteten Flüssig- und Trockeneier in der Regel jedoch nichts. Das möchten wir mit unserer aktuellen Kampagne ändern. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

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Auf den Zutatenlisten der Produkte muss lediglich der Inhaltstoff „Ei“, jedoch nicht die Haltungsform der Legehennen vermerkt sein. Da Käfigeier billig und in großen Mengen verfügbar sind, liegt der Verdacht nahe, dass ein Großteil der hierzulande verarbeiteten Eier von Hennen stammt, die in Käfigen ihr kurzes Dasein fristen. In den Regalen der Supermärkte finden sich derzeit über 1.000 Produkte mit Hühner-Ei. Manchmal ist diese Zutat ganz eindeutig, beispielsweise bei „Eiernudeln“ oder „Eierlikör“. Dass die meisten Fertigkuchen, Gebäck und Mayonnaisen Ei enthalten, dürfte Menschen, die selbst kochen und sich mit Inhaltstoffe auskennen, auch nicht weiter verwundern. Aber wer vermutet beispielsweise Ei in Salatsaucen, in der Panade von Fleisch, in JoghurtDesserts oder gar in Eis, Schokolade und Schokoriegeln? Da dem Verbraucher oft nicht klar ist, dass er ein Lebensmittel mit Ei kauft, sprechen wir von „versteckten“ Eiern. Auch liest kaum jemand die Zutatenlisten auf den Produkten, die außerdem immer sehr klein geschrieben und häufig hinter Laschen oder in Verpackungsfalten verborgen sind. Hier finden sich Bezeichnungen wie „Eigelbpulver“, „Eipulver“, „gezuckertes Voll-Ei“ oder „FrischEi“. Diese Namen stehen für Eier in Flüssig- oder Pulverform. Flüssig-Ei und Eipulver (Trocken-Ei) werden zuerst mit keimtötenden Methoden behandelt und dann in

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wir klären auf

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Über 1000 Lebensmittel enthalten Hühnerei.

Kanister oder Säcke verpackt. Flüssig-Ei ist ca. 4 Wochen lang haltbar, Trocken-Ei sogar bis zu 10 Jahre. Die Intensivhaltung von Tieren, die auch Massentierhaltung oder

„landlose Tierproduktion“ genannt wird, ist immer die produktivste und kostengünstigste Produktionsform. Auch die Haltung von Legehennen in Käfigen ist wesentlich billiger als die Boden-, Freiland-

Verbraucherhinweise Lesen Sie die Zutatenlisten und verzichten Sie auf Produkte, die keine Angaben zur Herkunft der verwendeten Eier enthalten. Schreiben Sie Hersteller an und fordern Sie diese auf, keine Eier aus Käfighaltung mehr zu verwenden. Wenn Sie sichergehen wollen, dass Ihnen keine Käfigeier „untergejubelt“ werden, dann verzichten Sie am besten ganz auf Produkte, die Ei enthalten. Ei-freie Alternativen gibt es viele.


Hühner im sogenannten Kleingruppen-Käfig

In Deutschland werden derzeit über 36 Millionen Legehennen gehalten – etwa 6,7 Millionen Tiere leben in Kleingruppen-Käfigen, rund 22,6 Millionen in Boden- und ca. 4,7 Millionen in Freilandhaltung. Der Legehennenbestand in ökologischer Erzeugung (Biohaltung) Legebatterie im Ausland liegt bei etwa 2 Millionen Tieren. Somit ist die Bodenhaltung derzeit zwar die dominierende Haltungsform deutscher EierErzeuger, jede 5. Henne muss hierzulande jedoch weiterhin im Käfig leben.

oder Biohaltung. Folglich sind Käfigeier in großen Mengen und für wenig Geld zu haben. Da auch die Produzenten von Lebensmitteln ein starkes Interesse an einer möglichst hohen Gewinnspanne haben, werden vorrangig billige Käfigeier verwendet. Die Kleingruppenhaltung bietet nur eine geringe Verbesserung Die Haltung von Hennen in Legebatterien ist in Deutschland inzwischen untersagt. Das offizielle Verbot kam Anfang 2007, mit Ausnahmegenehmigungen konnten jedoch Batteriekäfigbetriebe noch bis Ende 2009 weiterproduzieren. Das deutsche Nachfolgemodell des Batteriekäfigs, der sogenannte ausgestaltete Käfig (auch Kleingruppenhaltung genannt), bietet den Legehennen leider nur geringe Verbesserungen. In Gruppen von 20-60 Hennen steht jedem Tier hier eine Fläche von 750 cm² zur Verfügung. Zum Vergleich: 1 DIN A4-Blatt hat eine Fläche von 625 cm². Außerdem beinhaltet der ausgestaltete Käfig Sitzstangen (15 cm Stangenlänge pro Huhn), Legenester und einen wenig naturnahen ‘Scharrbereich’ aus Kunstrasen. Wir sind der Meinung: Käfig bleibt Käfig und damit Tierquälerei! Rheinland-Pfalz hat

beim Bundesverfassungsgericht ein Normenkontrollverfahren gegen die Haltung von Legehennen in ausgestalteten Käfigen eingereicht und bekam Recht. Das Bundesverfassungsgericht bezeichnete die Kleingruppen-Käfige als Verstoß gegen das Grundgesetz. Es muss jetzt eine Neuregelung gefunden werden. Ab Januar 2012 ist die konventionelle Legebatterie auch bei unseren EU-Nachbarn verboten und nur noch die Haltung in ausgestalteten Kleingruppen-Käfigen gestattet. Die Umsetzung der entsprechenden EU-Verordnung erfolgt jedoch sehr schleppend. Ein Großteil der EU-Mitgliedsstaaten ist derzeit nicht in der Lage oder nicht

wir klären auf

willens, die konventionelle Batteriekäfighaltung auf ausgestaltete Käfige umzustellen. Daher müssen Schätzungen zufolge im Ausland immer noch annähernd 100 Millionen Hennen in konventionellen, inzwischen illegalen Legebatterien leiden. Nach Deutschland werden jährlich etwa 970 Millionen Eier in Form von Flüssig- und Trocken-Ei importiert. Es muss davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der hierzulande in Lebensmitteln verarbeiteten Eier nach wie vor aus Batteriekäfigbetrieben stammen. Der Eierstempel EU-weit müssen alle im Handel erhältlichen Eier mit Schale seit 2004 mit einem Stempel versehen sein, der unter anderem Auskunft über die Haltungsform der Legehennen gibt. Eier aus Biohaltung tragen die Ziffer „0“, Eier aus Freilandhaltung eine „1“, Eier aus Bodenhaltung eine „2“ und Eier aus Käfighaltung eine „3“. Seit dem Verbot der Legebatterie werden deutsche Eier aus der Haltung im Kleingruppen-Käfig zu Recht mit einer „3“ als Käfighaltung ausgewiesen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Zahl auf dem Eierstempel, desto besser die Tierhaltung. Schwerer als beim Schalen-Ei wird es für den tierschutzorientierten Verbraucher beim Kauf von industriell gefertigten Lebensmitteln mit Hühner-Ei, da die Herkunft nicht auf der Zutatenliste angegeben werden muss. In unseren Augen

Seit der Einführung des Eierstempels können Verbraucher zumindest bei Schalen-Eiern entscheiden, welche Haltungsform sie durch den Kauf unterstützen. Viele Menschen nutzten seither die neue Transparenz und ließen die 3er Eier in den Regalen liegen. Der Absatz an Käfigeiern war sogar derart rückläufig, dass inzwischen fast alle Supermärkte diese Eier aus ihrem Sortiment genommen haben.

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Kampagne • aktion tier Kampagne • aktion tier Kampagne • aktion tier Kampagne • aktion tier

aktion tier hat in der Vergangenheit für die Abschaf­ fung der Legebatterie in Deutsch­ land gekämpft. ganz klar eine Gesetzeslücke, die geschlossen werden sollte. Dass Bio­ produkte auch nur Eier aus ökologischer Erzeugung enthalten dürfen ist selbstverständlich und muss nicht extra angegeben werden. Finden sich bei den übrigen Herstellern doch einmal Angaben zur Hennenhaltung auf den Zutatenlisten, so handelt es sich hierbei um freiwillige Auskünfte von Produzenten, welche die etwas teureren Eier aus Bodenhaltung verwenden. Aufgrund der meist fehlenden Produktinformation kaufen viele Verbraucher, die beim Frühstücksei bewusst auf eine möglichst artgerechte Hennenhaltung achten, ohne es zu bemerken, Lebensmittel mit Eiern aus Käfighaltung. Was für Schaleneier gilt, sollte auch für alle Lebensmittel mit Ei gelten! Daher fordert aktion tier im Rahmen seiner Kampagne eine

2008: Der SPD-Landtagsabgeordnete Sören Link unterstützt die aktion tier-Kampagne „Käfigeier sind out“

2006: aktion tier-Mitarbeiter demonstrieren vor dem Deutschen Bundesrat gegen die tierquälerische Käfighaltung

+++ aktion tier informiert +++ aktion tier informiert +++ aktion tier informiert +++ aktion tier i EU-weite Kennzeichnungspflicht über die Legehennenhaltung für Kontakt Unter www. I sämtliche eihaltige Produkte. Denn aktiontier. I nur so kann der Verbraucher sich org können bewusst gegen den Kauf von LeSie das bensmitteln mit verstecktem TierKampag­ leid entscheiden. Um unserer ForVerstecktes Tierleid – nenvideo Käfigeier in Lebensmitteln derung Nachdruck zu verleihen hat einsehen so­ aktion tier zeitgleich eine Unterwie den Kam­ schriftenaktion gestartet. Machen pagnenflyer und 030 30 111 62-0 Sie mit! (Siehe Folgeseite) die Unterschriftenli­ Käfigeier in Lebensmitteln

Im Einkaufsstress macht sich nicht jeder Gedanken um die einzelnen Zutaten, die in Lebensmitteln enthalten sind. Schnell greift man zum Kuchen beim Bäcker oder zur Nudelpackung im Supermarkt. Die Produkte oder auch Abbildungen auf den jeweiligen Verpackungen suggerieren Frische und Qualität. Dass man hier womöglich auch Tierleid in Kauf nimmt, wird erst bei näherem Hinsehen deutlich. Wer Tierleid vermeiden möchte, sollte sich die Zeit nehmen, die Zutatenliste genauer zu prüfen.

Ob in Nudeln, Fertigsaucen, Mayonnaisen, Teigwaren oder Desserts – das „versteckte Tierleid“ ist allgegenwärtig. Sogar in Schokolade und Schokoriegeln werden billige Käfigeier verarbeitet. Häufig wird Flüssigei verwendet, welches, entweder in Eigelb und Eiweiß getrennt oder als Vollei produziert wird. Noch günstiger und wesentlich länger haltbar ist getrocknetes Ei, das als Eipulver oder Volleipulver auf den Zutatenlisten der Produkte deklariert ist.

Oft werden auf der Zutatenliste keine Angaben zur Haltung der Legehennen gemacht.

Über 1000 industriell gefertigte Lebensmittel enthalten Hühnerei.

In zahlreichen industriell produziert jedoch weiterhin Eier aus Käfighalt und in großen Mengen verfügbar. I rische Haltung von Hennen in Lege boten, das Nachfolgemodell, die so in ausgestalteten Käfigen, untersche vom alten Batteriekäfig. Hinzu kom batterie nach wie vor die gängige Ha und Deutschland diese Eier million

aktion tier-Geschäftsstelle Berlin Kaiserdamm 97 14057 Berlin Tel.: 030 30 10 38 31 Fax: 030 30 10 38 34 berlin@aktiontier.org

aktion tier – menschen für tiere e.V. Mitgliederbetreuung Spiegelweg 7 14057 Berlin Tel.: 030 30 111 62 0 Fax: 030 30 111 62 14 mitgliederbetreuung@aktiontier.org

aktion tier-Geschäftsstelle München Herzogstraße 84 80796 München Tel.: 089 32 66 98 10 Fax: 089 32 66 98 12 muenchen@aktiontier.org

Herausgeber: Redaktion: Gestaltung: Text: Fotos:

Dass sich hinter der „3“ auf dem als tiergerechte Haltung von Leg ist inzwischen allgemein bekan onskampagnen von aktion tier h sich immer mehr Verbraucher „Konsumeiern“, also Eiern in d entscheiden. Inzwischen haben ketten die 3er-Eier aus ihrem So

aktion tier – menschen für tiere e.V. ist deutschlandweit eine der mitgliederstärksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung durch Kampagnen und Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet werden kann.

Druckerei:

aktion tier-Kampagne

aktion tier – menschen für tiere e.V. © moventis GmbH/ Diezemann © Bolz © aktion tier © aktion tier, www.tierschutzbilder.de, Thomas Höller, Bolz, Tomas Gereda – Fotolia.com Möller Druck und Verlag GmbH

16356 Ahrensfelde OT Blumberg

Kontakttelefon:

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ste herunterladen.

Kampagnenstart

Für den Start unserer Kampagne am 30. März dieses Jahres hatten wir uns die Stadt München ausgesucht. Auf dem auch als „Stachus“ bekannten Karlsplatz konnten Passanten unseren kleinen „Supermarkt“ mit vielen eihaltigen Lebensmitteln besuchen und sich am aktion tier-Infostand beraten lassen. Unser „Lebensmitteldetektiv“ mit großer Lupe wies den Weg durch den „Produkte-Dschungel“. Zur Freude vor allem der Kinder und Touristen war auch ein Riesenhuhn mit von der Partie. Als Highlight des Tages haben Frau Dr. Evelyne Menges (CSUTierschutzbeauftragte, Stadträtin in München und Initiatorin der aktion tier-tierrettung münchen e.V.) und Herr Dr. Florian Vogel (Bündnis 90/Die Grünen, Stadtrat in München) unseren „Supermarkt“ besucht und den Kampagnenstart begleitet. Die beiden Politiker, die sich seit Jahren für den Tierschutz engagieren, haben sich auch als Erste in unsere Unterschriftenliste eingetragen. 28

wir klären auf

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Dr. Evelyne Menges und Dr. Florian Vogel tragen sich in unsere Unterschriftenliste ein. Unser Riesenhuhn war der Star in München.

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Versteckte Käfigeier? Ohne uns! Wir fordern eine Deklarationspflicht für alle Lebensmittel mit Ei aktion tier e.V. - Unterschriftenaktion

Seit 2004 gibt es den verbindlichen Eierstempel auf jedem Schalenei. Über die Legehennen-Haltungsform der in industriell produzierten Lebensmitteln verwendeten Eier erfährt der Verbraucher jedoch in der Regel nichts. Dabei liegt gerade hier der Verdacht nahe, dass billiges Flüssig- oder Trockenei aus Käfighaltung verwendet wird. Was für Schaleneier gilt, sollte auch für alle Lebensmittel mit Ei gelten! Wenn auch Sie für eine Deklarationspflicht von Lebensmitteln mit Ei sind, dann unterschreiben Sie bitte.

Vorname, Name

Straße

PLZ, Ort

Unterschrift

Ausgefüllte Unterschriftenlisten bitte zurücksenden an: aktion tier – menschen für tiere e.V. Kaiserdamm 97, 14057 Berlin Fax: 030 - 30 10 38 34 Tel. 030 - 30 10 38 31 w w w. a k t i o n t i e r . o r g Die Aktion läuft bis zum 31.12.2012


Schweine aus der Massenproduktion

Vollkommen ausgeschlachtet Im wahrsten Sinne des Wortes ausgeschlachtet werden heutzutage Schweine aus der Massenproduktion. Und damit ist an dieser Stelle nicht das Fleisch gemeint. Neben der Fleischgewinnung sind Schlachtschweine besonders in der verarbeitenden Industrie, der Kosmetikproduktion, der allgemeinen Lebensmittelindustrie und auch in der Medizin gefragte Rohstofflieferanten. Neben dem Fleisch werden Rohstoffe „schweinischer“ Herkunft in vielen Bereichen eingesetzt, die dies auf den ersten Blick nicht vermuten lassen. Ein Bericht von Jan Pfeifer Die Ausschlachtung beginnt mit den größeren Teilen, die bei uns keine Verwendung mehr finden. So werden etwa Köpfe und Füße, welche hierzulande mittlerweile nurmehr zur Tierfutterherstellung verwendet werden können, genau wie Hühnerköpfe, ‑Hälse und ‑Füße, gewinnbringend nach Fernost verkauft: Früher ein wichtiger Bestandteil der ursprünglichen Küche auch bei uns, werden diese in China noch immer als besonderer Leckerbissen geliebt. Die Massentierhaltung hat jedoch die größtmögliche Verwertung eines wertvollen geschlachteten Tieres verdrängt: Heute wird ausgeschlachtet, weil die Verfügbarkeit enorm ist; die Preise für das, was als Schlachtabfall deklariert werden müsste, lächerlich gering. Doch abgesehen vom Geschäft mit den direkt verwertbaren Schlachtteilen spielt das Schwein auch eine große Rolle im Unsicht36

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baren. Das wohl bekannteste Produkt vom Schwein dürfte die Gelatine sein, die bis zur BSE-Krise auch vom Rind stammte (und im Übrigen mittlerweile auch aus Ge-

flügel und sogar Fischen hergestellt wird). Sie wird aus Schweineschwarten, Haut und Knochen gekocht und sorgt für Stabilität etwa in Nachtischen, in Tortenguss

Brot, Zahnpasta und Zigaretten Wussten Sie, dass auch Bestandteile von Brot, Zahnpasta und sogar Zigarettenfiltern vom Schwein stammen können? Der Eiweißstoff Hämoglobin, gewonnen aus Schweineblut, wird als Tabakfilter in Zigaretten eingesetzt; in Zahnpasta finden sich Knochenfette und Glycerin vom Schwein, die beim Gelatinekochen entstehen. Und selbst in Backwerk finden sich Bestandteile tierischen Ursprungs, die man wohl nicht vermutet: Um Brotteig elastischer zu halten, werden diesem Aminosäuren zugesetzt, die aus Schweineborsten „gewonnen“ werden, sogenanntes Cystein. Die Borsten selbst werden darüber hinaus auch in Bürsten und sogar Zahnbürsten verarbeitet. Für strenge Vegetarier und Veganer sind diese Produkte deshalb tabu.


wir klären auf

sequente Suche nach rein veganen Produkten, wie sie in diversen Reformhäusern, Bioläden und natürlich zahlreichen Internetshops vertrieben werden.

Bildnachweis : © Thomas Siepmann/ Pixelio.de; Anatolii – Fotolia.com; Tierschutzbilder.de

Fast 50 Mio. Schweine werden jedes Jahr in Deutschland verzehrt.

und Gummibärchen. Verwendung findet Gelatine auch in der Medizin, wo sie aufgrund des schnellen biologischen Abbaus beispielsweise in Medikamentenkapseln zum Einsatz kommt. Weitgehend unbekannt dürfte sein, dass Gelatine bei der Produktion von Fotofilmen ebenso eingesetzt wird wie in der Fertigung von Druckerpatronen. Abgesehen davon, dass bei der Herstellung von Gelatine weitere Nebenprodukte entstehen, die für die Produktion von Kosmetika und Ähnliches verwendet werden (zum Beispiel Knochenfett, welches in der Seifenherstellung verarbeitet wird, oder Kollagen, was besonders für die Herstellung von Schönheitscremes und -masken beliebt ist, da sich Kunden eine hautstraffende Wirkung versprechen), werden jedoch auch noch andere, weniger bekannte Substanzen genutzt. Dazu gehören Fettsäuren, die für die Waschmittelproduktion benötigt werden, aber auch tierisches Insulin für die Diabetestherapie. In der Medizin kommen zudem etwas größere Teile des Schweins zum Einsatz: Wegen einer hohen genetischen Ähnlichkeit werden Schweine in der Transplantationsmedizin geschätzt. Noch gibt es keine Verfahren zur dauerhaften Verpflanzung von Organen. Dennoch gibt es unterschiedliche Ansätze, von denen Forscher sich

Erfolge versprechen, darunter etwa die Ausstattung von Schweinen mit menschlichen Zellmerkmalen, um die Abstoßung eines tierischen Organs oder Bestandteiles durch den menschlichen Körper zu verhindern. In der Medizin mag die Forschung angesichts eines chronischen Mangels an Organspendern in gewissen Kreisen von Interesse sein. Doch viele Menschen, die auf tierische Produkte verzichten möchten, kommen oft nicht um ein genaues Studium der Inhaltsangaben auf Kosmetika, Lebensmitteln und vielem mehr herum, wollen sie nicht u nb emerk t versteckte tierische P r o d u kte zu sich nehmen. Doch sind Hinweise wie „biologische Herkunft“ allein nicht immer hilfreich, zudem sind viele tierische Inhaltsstoffe mit lateinischem Namen angegeben. Solange Gelatine zudem nur als Hilfsmittel während der Produktion zum Einsatz kommt, ist die Angabe als Inhaltsstoff nicht notwendig. Meist hilft daher nur die direkte Nachfrage beim Hersteller – oder die kon-

Auch beim Vergleich der vielen Kennzeichnungen für Naturkosmetika sollte sich der Verbraucher dabei informieren: Das BDIH-Siegel für Naturkosmetik etwa erlaubt den Einsatz von tierischen Produkten wie Milch oder Honig, verbietet jedoch Substanzen, die von toten Tieren gewonnen werden. Das demeter-Logo verbietet den Einsatz komplett, ebenso kündet das Zeichen der Vegan-Blume vom Verzicht auf tierische Bestandteile. Wie in vielen anderen Gebieten ist also auch in diesem Bereich die Verantwortung des Einzelnen gefragt, das Ausschlachten nicht ungewollt und unnötig zu unterstützen!

BDIH BDIH ist die Abkürzung für Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel. Die Vereinigung von Herstellern und Vertriebsunternehmen wurde 1951 gegründet und hat ihren Sitz in Mannheim.

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Vitzeroda-Hunde suchen neues Zuhause

Diese Hunde brauchen eine Chance! In unserem letzten Journal berichteten wir über den extremen Animal Hoarding-Fall im Thüringischen Vitzeroda, wo eine Frau über 100 Hunde in einer alten Kaserne unter schrecklichen Bedingungen weggesperrt hatte. 63 dieser kranken und traumatisierten Hunde kamen nach der von aktion tier forcierten und begleiteten Beschlagnahmung in das Tierheim unseres Projektpartners nach Meißen, wo ein Großteil bis heute auf ihre Chance auf ein gutes Zuhause wartet. Eine Vermittlungshilfe von Ann Kari Sieme, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

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Die Hunde waren bei ihrer Ankunft im Tierheim in einem sehr schlechten Zustand und allesamt durch die bisherige Haltung schwer traumatisiert. Fast jeder der Hunde wies einen starken Flohbefall und große Liegeschwielen auf. Einige hatten noch sehr viel gravierende körperliche Schäden, die fast alle auf die nicht artgerechte Haltung in der Kaserne zurück zu führen wa-

Rommel

ren. Nachdem sie nun einige Zeit und liebevoll mit ihnen umgehen im Tierheim Meißen-Winkwitz ver- und ihnen bei der Verarbeitung des bracht haben, alle tierärztlich ver- bisher Erlebten behilflich sind. sorgt und liebevoll betreut wurden, suchen sie nun ein eigenes Zuhause, Bei Interesse und für wo sie lernen weitere Informationen zu diesen können, dass es Hunden melden Sie sich bit te direkt bei auch Menschen unserem Projektpartner Tie rhe im Meißengibt, die verantWinkwitz: 03521 7301 69. wortungsbewusst

Der etwa kniehohe schwarze Mischling wurde circa 2003 geboren. Er ist kastriert und teilt sich derzeit seinen Zwinger mit einem weiteren Rüden. Rommel ist anfangs sehr schüchtern und zurückhaltend, was man ihm bei seiner Vergangenheit wohl nachsehen sollte. Hat er aber erst mal Vertrauen gefasst, ist er ein offener und interessierter Hund, der gerne mitten im Geschehen ist. Der ältere Herr ist glücklicherweise leicht bestechlich, sodass man durch einen kleinen Leckerbissen schon einen Teil seines Herzens erobern kann. Durch seine nicht artgerechte Haltung und Ernährung ist Rommel noch etwas dicklich und seine Muskulatur ist schlecht ausgebildet – man sollte es mit den Leckerbissen daher nicht übertreiben. Da er aber gut an der Leine läuft, steht ausgedehnten Spaziergängen nichts im Wege, sodass Rommel bestimmt schnell wieder zu einer Top-Figur gelangt und ein toller Begleiter im Leben seines Menschen wird.

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Benno

Der mittelgroße Schnauzer-Mix ist ein etwa 7 Jahre alter und kastrierter Rüde. Der kleine Wuschelkopf mit den großen braunen Augen lebt derzeit mit einem Rüden in der Gruppe zusammen, was auch gut funktioniert. Benno ist jedoch ein Hund, der sich seine tierischen Partner gerne selber aussucht. Sollten Sie Benno also als Zweithund zu sich nehmen wollen, sollte zunächst die Sympathie zwischen den beiden Hunden getestet werden. Der kleine schwarz-braune Kerl ist trotz seiner Beeinträchtigung durch seine sehr eingeengten Gehörgänge und der Blindheit auf einem Auge Menschen gegenüber offen und kommt eigentlich mit jedem schnell gut klar. Benno sucht einen Menschen, der mit ihm lange Spaziergänge macht, denn für Benno gibt es nichts Schöneres als durch die Natur zu tollen und lange spazieren zu gehen. Seine zweite Leidenschaft sind Leckerlis. Gerne lässt er sich durch diese kleinen Bestechungen auch von Sachen überzeugen, die ihm vorher nicht ganz geheuer waren.

Batida

Batida ist eine stolze Vertreterin der Gruppe „Everybody’s Darling“. Die wunderschöne, aber durch die Fehlernährung noch etwa mollige rot-braune Mischlingsdame wurde etwa 2002 geboren und zwischenzeitlich im Tierheim Meißen-Winkwitz kastriert. Mit ihren zwei Leidenschaften „toben“ und „kuscheln“ erobert sie die Herzen der Menschen im Sturm und ist auch anderen Hunden gegenüber immer freundlich und aufgeschlossen. Batida ist ein absolut problemloser Hund, der sich so sehr einen eigenen Menschen wünscht, der ihre beiden Leidenschaften mit ihr teilen und stundenlang mit ihr spielen und kuscheln möchte. Wer miterleben will, wie aus der eigentlich schon älteren Hundedame beim Spielen und Toben über die Wiesen wieder ein Junghund voller Lebensfreude wird, sollte Batida mal persönlich kennen lernen. Wir wünschen uns sehr, dass Batida schon bald ein neues Zuhause findet, wo sie endlich ihre Vergangenheit hinter sich lassen und ein schönes Hundeleben führen kann.

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Wer kommt auf den Prüfstand?

Thema Hundeführerschein – Ein Interview Am 26. April 2012 traf ich mich mit Astrid Lutz, Leiterin der Hundeschule Berlin Brandenburg zu einem Interview zum Thema „Hundeführerschein“, da dies in der jüngsten Vergangenheit immer wieder Thema in den Medien war und von Seiten des Berliner Senats immer wieder zur Diskussion gestellt wird. Einige, wie Berlins Justizsenator Thomas Heilmann, warnten bereits vor blindem Aktionismus. Die veröffentlichten „Beißstatistiken“ lassen immer wieder die Menschen aufhorchen und die Angst in der Bevölkerung scheint Astrid Lutz, Leiterin der Hundeschule Berlin Brandenburg, angesichts so manches Vorfalls mit Alexandra Diezemann berechtigt. Doch was letztlich ein Hundeführerschein verändern würde, ist noch nicht klar. Und auch ist nicht klar, wo und ob auch hier bei Hundebesitzern und deren Hunden ein Unterschied gemacht werden soll. Muss dann die ältere Dame jenseits der 70 mit ihrem alten Pudel genauso zum Test wie der junge Mann mit seinem jungen großen Hund? Klar ist, dass jeder Beißvorfall einer zu viel ist. Doch ändert sich mit der Einführung eines Hundeführerscheins so viel? Wer soll das kontrollieren und wer muss auf den Prüfstand? Ein Interview von Alexandra Diezemann mit Astrid Lutz, Leiterin der Hundeschule Berlin Brandenburg

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Alexandra Diezemann: Ein Hundeführerschein für alle verspricht den Berlinern mehr Sicherheit, wenn man an die Beißstatistik denkt – oder wie ist Ihre Meinung dazu? Astrid Lutz: Im ersten Moment mag das zutreffen, allerdings werden hierbei Erwartungen unterschiedlichster Art angesprochen. Genauer betrachtet wird hier ein weiteres Regelwerk gegen mittlerweile alle Hunde vorgestellt, um ein „Sicherheitsgefühl“ zu vermitteln. Bei näherer Betrachtung wird kostenpflichtig jedem einzelnen Hund „auf den Zahn“ gefühlt – zunächst eine nicht unerhebliche Summe bei der bekannten Anzahl von gemeldeten Hunden in Berlin. Von ursprünglich einer Liste kommen wir nun auf 3 (!) Listen. Sicherlich bedarf es eines besseren Regel-

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werks hinsichtlich der Haltung von Hunden, um aufgrund der immensen Anzahl von Hunden dennoch ein vernünftiges Miteinander zu gewährleisten. Jedoch müssen dabei meines Erachtens die Ursachen für Fehlverhalten genauer unter die Lupe genommen werden. a) Es beginnt doch bereits bei der Auswahl des Hundes. Die wenigsten Halter haben „Ahnung“ von den Verhaltensweisen eines Hundes, geschweige denn von rassebedingten Eigenschaften. Deshalb liegt mein Ansatz zunächst im Handel, also bei den Züchtern, Vermehrern, Importeuren, Vermittlern u.a. der „Ware Hund“. Eine konsequente Kontrolle und strenge Vorgaben, unter welchen Bedingungen Hunde verkauft werden dürfen. (Z.B. die ausführliche Beratung

über die Rasse/n, Eigenschaften und individuellen Merkmale des jeweiligen Hundes...) Ähnlich wie in NRW sollten jene zumindest wenigstens einen Sachkundenachweis nach §11 des TierschuG. haben. b) Jeder, der sich einen Hund halten möchte und hält, sollte über eine klar definierte und einheitliche Sachkunde verfügen. Diese sollte umfangreich sein und eine Vorbereitung ähnlich eines Autoführerscheins gestaltet sein. Idealerweise angeboten durch eine staatliche Institution, bzw. derer zuvor neu definierter Sachverständigen. Bei einem Autoführerschein interessiert es niemanden, ob man sich im Anschluss einen Opel oder Ferrari zulegt – es kann davon ausgegangen werden, dass man diese Fahrzeuge dann auch fahren kann. Mit


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einer entsprechenden Sachkunde für Halter entfällt die Überprüfung jedes einzelnen Hundes und erlaubt die freie Wahl des „ Modells“. c) Zusätzlich bedarf es meiner Ansicht nach mehr Angeboten für bemühte Halter, z.B. in Form einer Steuerermäßigung, wenn bestimmte Punkte bei der Anschaffung und der Ausbildung berücksichtigt wurden. Das beginnt nach der Sachkunde mit einer Beratung über den möglichen Hund, im Anschluss daran mit der dringend nötigen Sozialisierung des Welpen, der Ausbildung des Hundes in einer qualifizierten Hundeschule und ev. mit einer individuellen Überprüfung des Hundes in der Praxis. Für jeden Schritt kann der Halter einen „Punkt“ erhalten und nach einer bestimmten erreichten Punktezahl kann der Halter z.B. eine steuerliche Begünstigung in % erhalten. Das schafft sicherlich mehr Freiwillige und sorgt dabei auch für mehr Eigenkontrolle. d) Unter Berücksichtigung, weshalb Hunde zu beißen, muss leider immer wieder mangelnde Sachkenntnis als Hauptgrund aufgeführt werden. Hunde verfügen nun einmal

über Aggressionsverhalten – wie der Mensch im Übrigen auch. Dies wird immer wieder negiert, bis hin zu wahnwitzigen Aussagen, „mein Hund würde so etwas niemals tun“. Niemand kann einem Hund hinter die Stirn gucken, genauso wie ich meinen Kindern niemals hinter die Stirn schauen könnte, um zu behaupten, sie würden niemals lügen. Das grenzt an absoluter Dummheit. Deshalb ist eine umfangreiche Schulung zu Verhaltensweisen von Hunden erforderlich, diese lässt sich nicht in einem Test von 10 Minuten nachprüfen. Alexandra Diezemann: Was halten Sie von der Unterscheidung der Hunde in Punkto Gewicht und Größe? Astrid Lutz: Nichts! Denjenigen, der gebissen wurde, interessiert das nicht! Jeder Hund kann beißen (völlig deformierte Arten ausgenommen, z.B. Mops) und am Ende des Tages ist es doch egal, wer zugebissen hat! Alle Hunde können bei Unkenntnis entsprechend aggressiv handeln und einer Person, die sich im Allgemeinen fürchtet, ist es egal, wie groß, klein, jung, alt, süß oder nicht süß der Hund ist – der Mensch

hat Angst. Fragen Sie mal eine Person, die sich generell vor Spinnen fürchtet und sagen sie ihr, dass die Spinne nichts tut oder nur spielen will... Es mangelt außerordentlich an gegenseitiger Rücksichtnahme. Es muss selbstverständlich werden, seinen Hund zu sich zu rufen/ bei sich zu behalten, wenn Personen entgegen kommen, egal ob mit oder ohne Hund. Alexandra Diezemann: Lassen sich Hunde überhaupt in eine Aggressivitätsskala einstufen? Astrid Lutz: Natürlich gibt es Abstufungen in den „Talenten“ von Hunden. Diese wurden und werden ja aus diesen Gründen entsprechend selektiert und gezüchtet. Spätestens hier bedarf es meiner Ansicht nach der Kontrolle und Auswahl des Züchters, der bereits bei der Auswahl auf die Verpaarung Einfluss nehmen muss! Als verantwortungsbewusster Halter in der Erwartung auf einen angenehmen Hund muss ich genau hier die Fragen an den Verkäufer richten. Doch statt Züchter und Verbände ihr Augenmerk vor allem auf das Wesen des Hundes legen, geht es noch immer zuerst um das „richtige Aussehen“ des Hundes.

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Im Fütterungsbereichs des Hundehotels Berlin (HHB)

Alle Zähne/ Punkte/ Ohren ... müssen an der richtigen Stellen seinniemand interessiert sich dafür, ob vielleicht schon die/der Hündin / Rüde ängstlich/unsicher/dominant ... war. Auch hier nochmal: Halter müssen so weit im Vorfeld geschult werden, dass sie in der Lage sind, die vielleicht auftretenden Talente ihres Hundes zu managen. Wenn wir künftig nach einer Aggressivitätsskala sortieren wollen, wie es in den vergangenen Jahren mit der Rasseliste versucht wurde, dann müssten künftig wesentlich mehr, bzw. beinahe alle Hunde auf diese Liste. Zunächst müsste dann die Unterscheidung geschaffen werden, ob Hunde eher aggressiv gegen Artgenossen oder/und Menschen sind. Voran Terrier, Dackel, belg. Schäferhund und Co.. Einfacher: sämtliche Erdhunde, Schutz- und Wachhunde, inklusive Herdenschutzhunden und letzten Endes auch alle Jagdhunde mit Ausnahme der Stöberhunde und der Gesellschaftshunde. Ohne Anspruch, hier alle bekannten Gruppierungen von Hunden zu listen. Da leider immer wieder fehlgeleitetes Jagdverhalten ein Auslöser für Angriffe gegenüber Menschen ist, müssten dann fairerweise auch alle Jagdhunde, sowie Hüte- und Treibhunde genannt werden. Da alle Hunde mit sehr wenigen Ausnahmen jagdlich motiviert sind/ werden können, stünden wir hier vor dem Resultat, fast alle auf eine Liste setzen zu müssen. Alexandra Diezemann: Was halten Sie von der Idee, die Einteilung in sogenannte Listenhunde abzuschaffen? Astrid Lutz: Viel! Die Liste verwischt den Blick auf das Tatsäch42

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liche und diskriminiert einzelne Rassen auf das Übelste. Allerdings wird diese ja nicht wirklich abgeschafft, sondern wesentlich erweitert auf alle Hunde, wenn die Unterscheidung in drei Führerscheinklassen erfolgen soll. Alexandra Diezemann: Was sagt Ihnen die Beißstatistik? Der Mischling steht mit oben auf der Liste? In Berlin soll er 226 Mal im Jahr 2011 laut veröffentlichter Beißstatistik zugebissen haben. Astrid Lutz: Nichts. Diese Liste ist aus meiner Sicht nicht zu verwerten, da sie sich nicht anlehnt an die tatsächliche Anzahl einzelner Rassen. Beispiel: Ein „Tosa Inu“ kann hierzulande nicht oben stehen, weil es kaum Exemplare dazu gibt. Sie müsste zunächst in das Mengenverhältnis gesetzt werden, um eine wirkliche Aussage über die Gefährlichkeit einzelner Rassen zu bekommen UND zusätzlich auch die Hintergründe beleuchtet werden, weshalb dieser Hunde-Typ zugebissen hat! Beispiel: Retriever: Häufig besteht eine völlige Unkenntnis der Halter über die Eigenschaften eines Hundes. Auf Papier wird festgehalten, wie diese Hunde angeblich sind: Die Statistik zeigt ein anderes Bild.

Alexandra Diezemann: Was raten Sie den Menschen, wenn sie in eine „gefährliche“ Situation mit einem Hund kommen? Und vor allem, was können Kinder tun? Astrid Lutz: In 9 von 10 Auslösern für aggressives Verhalten bei Hunden ist eine sofortige Distanzvergrößerung zum Hund erforderlich, um Schlimmeres zu vermeiden. Menschen in Angst neigen dazu, unkontrolliert zu reagieren. In Momenten der Bedrohung heißt es deshalb sofort den Blickkontakt zum Hund abzubrechen, evtl. Beute (Stock, Ball, Brötchen, etc.) fallen zu lassen, ruhig stehen zu bleiben ohne Arme hochreißen, anschreien und sich langsam zu entfernen. Kinder benötigen mehr Aufklärung im Umgang mit Tieren im Allgemeinen! Alexandra Diezemann: Meinen Sie, es würde Sinn machen, mit Hunden in Schulen zu gehen, um den Kindern ein gesundes Verhalten zu fremden Hunden beizubringen? Astrid Lutz: Ja! Das zeigt die Praxis bereits. Kinder müssen dringend mehr geschult werden im Umgang mit Tieren im Allgemeinen – das fängt bei der Haltung von Kleintieren an und hört hier sicher noch nicht auf. Tiere und vor allem

Astrid Lutz – Gründerin HBB und HHB 1989 Kauffrau im Einzelhandel 1993 Ausbildereignungsprüfung an der IHK 1998 Studium der Tierpsychologie ATN (Akademie der Tier- und Naturheilkunde) 2001 Gründung der Hundeschule Ide.fix im Raum Hannover 2002 Gründung der Hundeschule HBB – Hundeschule Berlin/Brandenburg Seit 2006 Sachverständige für das Hundewesen in Berlin 2007–2008 Privatdozentin für CANIS Seit 2008 Lehrbeauftragte für die Senatsverwaltung an der Verwaltungsakademie Berlin zur Schulung des öffentlichen Dienstes im Rahmen des Landeshundegesetzes 2011 Gründung des HHB – Hundehotel Berlin; Regelmäßige Teilnahme an namhaften Weiterbildungen


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Hunde erhalten im Hundehotel viel Beschäftigung und Aufmerksamkeit

Hunde werden immer Teil des Lebens sein und bleiben, so wie Autos und der daraus resultierenden Gefahr. Idealerweise lernen diese Kinder bereits im Kindergarten und der Schulen. Nicht jeder möchte/ kann sich ein Tier halten, muss aber dennoch die Möglichkeit erhalten, darüber lernen zu können. Alexandra Diezemann: Jeder Bürger kann sich heutzutage einen Hund anschaffen. Wenn nicht beim Züchter oder im Tierheim, dann auf einem der vielen osteuropäischen Märkte. aktion tier hat in eine seiner letzten Kampagnen hinlänglich auf diese traurige Situation auf-

Astrid Lutz: Na klar! Jede Kuh, jedes Schwein lässt sich heutzutage von der Geburt bis zum Ende seines Lebens zurückverfolgen. Selbst jedes Auto. Hierbei wäre jedoch die Zusammenarbeit der Behörden gefragt und das Austauschen von Daten erforderlich. Des Weiteren auch hier nochmal: Mit einer abgelegten Sachkunde/Halterführerschein muss Haltern bewusst gemacht werden, was sie sich u. U. auf einem ausländischen Markt/ bei einem „Hobbyzüchter“ tatsächlich kaufen! Man kauft sich ja auch nicht auf einem Parkplatz ein Auto ohne Papiere. Alexandra Diezemann: Was macht für Sie ein gutes Hund/ Mensch Team aus? Astrid Lutz: Das ist eine weitreichende Frage, denn jeder Mensch knüpft mit der Anschaffung individuelle Erwartungen an seinen Hund. Um es kurz zu fassen:

Ob Welpenschule, Junghundetraining oder Einzelunterricht: In der Hundeschule Berlin Brandenburg finden Sie alle Angebote. Näheres unter: www.hundeschule-bb.de

Wenn es sowohl dem Menschen mit seinem Hund und dem Hund mit seinem Menschen gut geht. D.h. für den Hund besteht ausreichend Sozialkontakt mit seinem Menschen und anderen Artgenossen, eine gute Versorgung mit den lebensnotwendigen Dingen wie Futter, Wasser, Ruhe, Wärme, Abwechslung im Alltag, Auslauf, Zuwendung... Leider zeigt der Alltag eher selten ein ausgewogenes Verhältnis. Halter, die sich selbst verlieren und nur noch für ihren Hund „denken und leben“ genauso wie Hunde, die aus welchen Gründen auch immer angeschafft den ganzen Tag alleine sind, um dann abends eine Runde um den Block geführt zu werden. Alexandra Diezemann: Frau Lutz, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Leibnizstraße 38 10625 Berlin Tel.: 030 89046850 info@hundehotel-berlin.de www.hundehotel-berlin.de

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Sommer, Sonne … Stich?

Bienen, Wespen, Hornissen und Hummeln Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen beginnt das Summen und Brummen in der Landschaft. Auch in unseren Gärten wird die Winterruhe unterbrochen durch unterschiedliche Insekten. Frühaufsteher sind Hummeln mit ihren hübschen Streifenmustern auf dem Hinterleib. Emsig besuchen sie schon bei Temperaturen unter zehn Grad die ersten Frühlingsblüher, gut geschützt gegen Kälte durch ihr pelziges Haarkleid. Bald werden sich Bienen, Wespen und Hornissen an dem Nektar der verschiedensten Frühjahresblüher laben und durch ihre Bestäubungsarbeit zur Erhaltung der Artenvielfalt von Wild- und Kulturpflanzen beitragen. Ein Bericht von Ingeborg Polaschek, aktion tier-Beratungsstelle für Wild- und kleine Haustiere

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Unsere fleißigen Bienen gab es schon lange vor den Menschen auf dieser Erde. In Afrika, Spanien und in der Türkei wurden Höhlenzeichnungen gefunden, die beweisen, dass man sich schon zu jener Zeit den sprichwörtlichen Fleiß der Bienen zunutze machte, indem man aus Wildbienenstöcken Honig, Eier und Larven entnahm und als eiweißreiche Ergänzung der Nahrung verzehrte. Die Biene wurde im Laufe der Zeit sozusagen zum Haustier. Der Mensch lernte ihre Verhaltensweisen kennen. Zu beiderseitigem Nutzen bot man den fleißigen Insekten Bienenheime in vielen Varianten an. Leider ist aus Asien ein Parasit eingeschleppt worden, der unseren Imkern erhebliche Kopfschmerzen bereitet. Die Varroa-Milbe verursacht große Verluste unter den Bienenvölkern, und sie kann nur mit hohen Kosten und großem Aufwand bekämpft werden. Es wird alles getan, um die gefährliche Bienenkrankheit „Varroatose“ zu bekämpfen und unsere Honiglieferanten zu erhalten. Wie ist es jedoch mit den anderen Brummern oder Leisefliegern, die uns umschwirren und hin und wieder einen Aufenthalt im Freien unerfreulich machen. Brauchen wir diese Quälgeister überhaupt? Ökologisch gesehen, muss diese Frage

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mit einem „Ja“ beantwortet werden, denn Ökologie ist die Wissenschaft von den Wechselbeziehungen der Organismen untereinander und mit ihrer Umwelt. Und wir alle wissen, wie dramatisch die Folgen sein können, wenn der Mensch ausrottend in bestehende Ökosysteme eingreift. Wir alle wissen aber auch, wie schmerzhaft Insektenstiche sein können. Jedoch statt „töten und vernichten“ sollte man Insekten, die sich ins Haus verirrt haben „schützen und erhalten“ indem man Spinnen- und Insektengreifer zum Einfangen verwendet. Die Handhabung ist einfach und das verirrte Herumstehendes Essen lockt an ...

Insekt wird unversehrt freigelassen. Für den Aufenthalt im Freien halten Drogerien und Apotheken verschiedene Haut- und umweltverträgliche Abwehrmittel bereit, die auch in der Hausapotheke vorrätig sein sollten. Für die erste Hilfe gehören einsatzbereite Kühlkissen und eine Pinzette zur Entfernung des Stachels zur Grundausstattung. Wenn sich Bienen und Wespen nicht bedroht fühlen, werden sie nicht stechen. Besondere Vorsicht ist notwendig, wenn Kinder draußen süße Geträn-


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Die Umsiedlung von Nestern wird durch die Naturschutzbehörde vorgenommen

Bildnachweis : © IPO Bildagentur; Dietmar Meinert/ Pixelio.de, Bolz

Durch ihre Bestäubungsarbeit tragen Bienen, Wespen und Hummeln zur Erhaltung der Artenvielfalt von Wild- und Kulturpflanzen bei.

ke zu sich nehmen und Eis schlecken. Es hilft schon, wenn sie zum Trinken Strohhalme verwenden. Weniger bekannt ist, dass besonders Wespen nicht abgeneigt sind, auch an tierischen Produkten zu naschen. Das mit duftender Wurst belegte Pausenbrot ist ebenso ein Anziehungspunkt wie etwa süße Erdbeertorte. Daher ist auch hier Vorsicht angesagt bevor man in den Leckerbissen hinein beißt. Befindet sich ein Wespen- oder Hornissennest in unmittelbarer Nähe eines Kinderspielplatzes oder im Rollladenkasten, kann eine Umsiedelung durch behördlich autorisierte Fachleute vorgenommen werden. Hier ist die zuständige Naturschutzbehörde

ein hilfreicher Ansprechpartner. Dort liegen Adressen von geschulten Fachleuten vor. Ansonsten sind diese Insekten friedfertig und wollen nur in Ruhe gelassen werden. Auslöser für aggressives Verhalten dürfte vor allem die Erschütterung oder Zerstörung ihres Nestes sein. Im Übrigen sind Wespen- und Hornissenstaaten einjährig, und die im Herbst leer stehenden Nester werden nie ein zweites Mal besiedelt. Hilfe für Hautflügler

ger, geeignete Nistplätze zu finden. Durch diese von Menschen hervorgerufenen Umstände, finden die fleißigen Brummer immer weniger artgerechte Nistplätze. Sie bewohnen Vogelnistkästen, Hohlräume in Holzschuppen und nisten auf Dachböden in ausrangierten Möbeln und anderen Gegenständen, nicht zur Freude der Hausbewohner. Daher sollten wir wenn irgend möglich Nisthilfen für Hummeln, Solitärbienen, Wespen und Hornissen anbieten. Alte oder abgestorbene Bäume lassen wir als Nistplätze für Bienen, Wespen und Hornissen stehen. Für eine schöne Blumenwiese sind nicht nur Hummeln dankbar, und Insektennistwände befinden sich im Handel – man kann sie aber auch selbst herstellen.

Insektenstamm

Infolge der modernen Land- und Forstwirtschaft sowie der artenarmen, aufgeräumten Ziergärten wird es für Hautflügler immer schwieri-

In weiten Kreisen der Bevölkerung ist weniger bekannt, dass nicht nur die Honigbienen, sondern alle anderen gesellig oder solitär lebenden Bienenarten zu den besonders geschützten Arten zählen. Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen werden wissenschaftlich in der großen, weltweit verbreiteten Gruppe der „Hautflügler“ (Hymenoptera) zusammengefasst. Zahlreiche dieser Arten stehen bereits auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten Deutschlands. Es ist somit verboten, sie oder ihre Entwicklungsformen zu töten, wie auch ihre Nist-, Brut-, Wohn - oder Zufluchtsstätten zu beschädigen oder zu zerstören, denn stechlüsterne, über Menschen herfallende Heerscharen dieser Arten gibt es nur in schlechten Fernsehfilmen.

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Wasser ist Leben

Was ist virtuelles Wasser? Unter dem diesjährigen Motto „Wasser und Nahrungssicherheit“ fand zum wiederholten Male der von den Vereinten Nationen ausgerufene „WeltWasserTag“ am 22. März statt. Wasser ist ein Grundnahrungsmittel. Dennoch haben ca. 1.100000 Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Was für uns selbstverständlich ist, nämlich den Wasserhahn aufzudrehen, ist für 26 Millionen in Europa, 78 Millionen in Lateinamerika, 300 Millionen in Afrika und 693 Millionen Menschen in Asien nicht möglich. Leid tragende sind hauptsächlich Frauen und Kinder. Die Vereinten Nationen haben sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2015 die Zahl der Menschen zu halbieren, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben – das wird nach heutigen Erkenntnissen ein schwer zu erreichendes Ziel sein! Ein Bericht von Elfriede Ishak, aktion tier-Geschäftsstelle München

Die Gründe für unzureichenden Wasserzugang sind unterschiedlich: Teils gibt es nicht ausreichend Brunnen, in den heißen Ländern herrscht Dürre, teils verweigert man den Zugang – manchmal aus politischen Gründen oder durch Großgrundbesitzer. Mitverantwort­l ich ist nicht zuletzt auch die Profitgier; durch die Schlagwörter „Globalisierung“ oder „Weltmarkt“ bekannt. Lebensmittel werden heutzutage zunehmend in Ländern ohne ausreichenden Niederschlag angebaut. Seit den 1980er Jahren konnte durch Maßnahmen der Umweltpolitik in Deutschland der Trinkwas46

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serverbrauch in der Industrie und in den Privathaushalten deutlich gesenkt werden. Damals rechnete man mit einem pro Kopf-Verbrauch von ca. 200 Litern täglich. Durch Brauchwassernutzung, Wasserkreislaufanlagen und den privaten Einsparungen sind wir zur Alltagsbewältigung bei ca. 130 Litern täglich. Doch die Trinkwassermenge erhöht sich drastisch, wenn man unseren Konsum dazu rechnet. Fachleute des „UNESCO Institute for Water Education“ ermittelten den Verbrauch zur Erzeugung von Lebensmitteln und Industrieprodukten – dieser Wasserbedarf wird deshalb als „Virtuelles Wasser“ bezeichnet.

Stark beteiligt ist die Intensivtierhaltung, denn hier wird Futter extra angebaut. Bei Rindern kommt der sogenannte „Wasserfußabdruck“ wie folgt zustande: Drei Jahre Fütterung bis zur Schlachtung, bis dahin hat das Rind 1.300 kg Kraftfutter verschiedener Sorten bekommen. Dazu kommt mit 7.200 kg das Raufutter (Weidefutter, Heu, Silage) und 24.000 Liter Wasser zum Tränken. Somit errechnet sich 1 kg Rindfleisch mit 15.500 Litern Wasser. Bei den Schweinen liegt der Wasserumsatz bei 4.800 Litern pro 1 kg Fleisch. Für Hühnerfleisch werden 3.900 Liter Wasser verbraucht. Bei ökologischer Haltung ist durch die überwiegend geschlossenen Rohstoffkreisläufe der Wasserfußabdruck deutlich geringer. Ein Ei mit 60 Gramm schlägt mit 200 Litern zu Buche. Für einen Liter Milch werden 1000 Liter verbraucht, bedingt durch den Wasserbedarf der Futterpflanzen. Um 1 kg Käse zu er-


Bildnachweis : © www.Pixelio.de/ Gabriela Neumeier/ Pixelio.de; Helene Souza/ Pixelio.de; Thorben Wengert/ Pixelio.de

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1 kg Mais

900 Liter

Anbau für Teller und Tank

1 kg Kartoffeln

900 Liter

China ist der größte Produzent

1 kg Weizen

1300 Liter

Produktion in Somalia mit 18.000 l pro kg

1 kg Reis

3400 Liter

(ein Drittel Gewichtsverlust beim Schälen)

1 kg Soja

1800 Liter

Anbau für Teller und Tank

1 kg Karotten

131 Liter

17 % der deutschen Produktion aus ökol. Anbau

1 kg Erdbeeren

276 Liter

intensive Produktion, hauptsächlich in Südspanien

1 kg Tomaten

184 Liter

jeder Deutsche isst ca.22 kg im Jahr

1 kg Spargel

1473 Liter

intensive Belastung durch Düngemittel und Pestizide

1 kg Bananen

859 Liter

wichtigstes Welthandelsgut, Pestizidbelastung groß

1 l Apfelsaft

950 Liter

ein Apfel mit 100 g verbraucht 70 l. Wasser

1 l Kaffee

1120 Liter

eine Tasse Kaffee = 145 Liter Wasser

1 l Tee

240 Liter

Hauptanbau in Regionen mit hohem Niederschlag

1 l Wein

960 Liter

Importe erhöhen die Einfuhr „virtuellen Wassers“

1 l Bier

300 Liter

Gerste, Hopfen, Brauvorgang – wasserintensiv

1 kg Kakaobohnen

27.000 Liter

auf gerodetem Land – wasserintensiv

Beim Vergleich mit den Nahrungspflanzen, die zwar auch teilweise Wasserintensiv produziert werden, ist die Bilanz dennoch deutlich besser. halten, benötigt man 10 Liter Milch – das bedeutet 5000 Liter Wasser (statt 10000), weil auch noch die Molke gewonnen wird. Zusammenfassend ist zu empfehlen, auf die Herkunft der Lebensmittel zu achten und beim Einkauf zu saisonalen und regionalen Produkten zu greifen, den Fleischkonsum einzuschränken oder gänzlich auf Fleisch zu verzichten. In den Tierschutzferien von aktion tier

wird auch das Thema „Virtuelles Wasser“ behandelt. Interessant ist auch der Import und Export-Wasserfußabdruck der einzelnen Länder. Wer mehr über dieses Thema wissen will oder als Erzieher oder Lehrer zu mehr „Wasserbewusstsein“ aufrufen möchte, kann entsprechende Unterlagen bei der Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. bestellen. Auch dieser Bericht bezieht sich auf die Broschüre „Virtuelles Wasser – versteckt im Einkaufskorb“.

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Toller Spass für Kinder

Mini München öffnet wieder die Tore Am letzten Schultag in Bayern, den 31.07.2012, können endlich die Münchner Kinder und Jugendlichen ihre „Spielstadt“ wieder beleben. Alle zwei Jahre veranstaltet der Kultur- und Spielraum e.V. „die kleine Stadt in der Stadt“ mit Bürgermeister, Stadtrat und allem städtischen Treiben. Zentral gelegen im Münchner Olympiagelände ist die Event-Arena samt Außengelände – dort werden wieder für drei Wochen Tausende Spielbegeisterte agieren. Ein Bericht von Elfriede Ishak, aktion tier-Geschäftsstelle München

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Die Mini-München-Bürger bereiten sich schon Monate vor Beginn auf das Geschehen vor. Da werden Ideen für Aktionen geschmiedet, es wird gebastelt und aufbereitet. Auch aktion tier ist wieder dabei und gestaltet das „Tierreich“ mit Vor-

tragssaal und Tierschutzkino, einem praktischen Teil, wo Tierhaltung und -pflege gelernt wird sowie einen aktiven Themenbereich mit Tier- und Tierschutzaktionen (Demos, Biotag, Hundetag). Die spielerische Umsetzung, wie Gemeinwesen funktioniert (oder funktionieren sollte) ist bei jeder Veranstaltung eine Herausforderung. Die Mitspieler nehmen ihre Aufgaben in Mini-München sehr ernst. Es gibt verantwortliche Jobs, handwerkliche Herausforderungen, praktische Übungen in Verwaltung und Stadtwesen, ein Strafrecht, das Polizei und Gericht auch durchsetzen. Das „Tierreich“ ist der Comenius Hochschule angegliedert. Naturund Tierschutzthemen werden in

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Kursen angeboten und finden regen Zuspruch. Im Jahr 2010 konnten wir so ca. 1000 Kinder in den zehn Mini-München-Tagen, die wir mitgestaltet haben, direkt erreichen. Dabei kommt es immer zu den gleichen Fragen, nämlich: „Wie können wir das ändern?“ Es ist eigentlich ganz einfach – das Konsumverhalten ändern! Dies gilt für alle Bereiche – Ressourcen schonend leben! Dann haben Mensch und Tier die Chance auf eine lebenswerte Zukunft. Wir freuen uns auf „Mini München 2012“ und hoffen, dass viele junge Menschen wieder bei uns die „Schätze“ der Natur kennen lernen.


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Mini-München – die kleine Stadt in der großen Stadt Die Spielstadt Mini-München ist ein modellhaftes Abbild der großen Stadt, welche die Themen und Inhalte des Spiels vorgibt: Arbeit und Studium, Politik, Verwaltung, Kultur und am öffentlichen Leben teilnehmen. Die inszenierte Welt der Spielstadt, aus Messewänden und Kulissen, eröffnet den Kindern die Möglichkeit, probeweise im Spiel, aber in ernstgenommenen Rollen und Funktionen ein städtisches Gemeinwesen, und im weitesten Sinne soziales Leben, zu erfahren und nachhaltig zu begreifen: Wie funktioniert das Stadtleben, wie die Verwaltung, die lokale Politik, der Kreislauf von Arbeit, Geld und Konsum? Die Wirklichkeit der großen Stadt bleibt damit anschlussfähig an die phantasievoll entwickelte Kinderwelt und umgekehrt. Die Brücken zwischen diesen Wirklichkeiten machen die entscheidende Qualität dieses pädagogischen Ansatzes aus.

Das Projekt Spielstadt Einrichtungen von Mini-München Einwohnermeldeamt, Arbeitsamt und Bank, Handwerkerhof und Werkstätten, Kaufhaus und Markt, Rathaus und seine Verwaltung, Zeitung, Fernsehen, Radio, Hochschule und Forschungsstadt, Kunstakademie und Theater, Gasthaus und Elterncafé, Umweltbüro und Müllabfuhr, Gärtnerei, Planungsbüro und Bauhof, Werbestudio und Druckerei, Bibliothek, Filmwerkstatt, Krankenhaus, Jahrmarkt, Zirkus, Sportbereich, Botschaften, Museum… und anderes mehr.

Bildnachweis: © Kultur- und Spielraum e.V.

Mini-München – das Spiel Beim ersten Besuch erhalten die Kinder ihren Stadtausweis mit allen Informationen. Wenige Regeln erlauben den sofortigen Einstig ins Spiel. In den Ausweis werden Arbeits- und Studienzeiten eingetragen. Am Arbeitsamt suchen sie sich aus mehr als 800 Arbeitsplätzen eine freie Stelle. Das verdiente Spielgeld kann, nach Abzug einer Steuer, entweder gespart oder im Kaufhaus, Gasthaus, Kino, Theater ausgegeben werden. Über 500 Studienplätze werden täglich angeboten. Kinder wie Erwachsene sind Professoren und vermitteln ihr Wissen. Wer vier Stunden gearbeitet und vier Stunden studiert hat, kann Vollbürger werden. Diese dürfen wählen und können sich als Bürgermeister oder Stadtrat wählen lassen. Sie können als Unternehmer selbständig werden, ein Grundstück erwerben und ein Haus bauen. Das Grundspiel mit seinen Regeln ist seit über 30 Jahren nahezu unverändert – die Binnenverläufe und Regelungen in und zwischen den Einrichtungen verändern sich aber laufend mit den neu teilnehmenden Kindern. In allen Bereichen übernehmen die Kinder die vielfältigen Berufsrollen und zugleich Regie und Management der Alltagsgeschäfte: Sie regeln die Arbeitseinstellung, die Entlohnung, den Ein- und Verkauf, die Gestaltung der Preise und kümmern sich um Kontakte zwischen den verschiedenen Einrichtungen und engagieren sich als Bürgerinnen und Bürger in verschiedenster Art und Weise für ihre Stadt.

Mini-München – Daten & Fakten Mini-München gibt es seit 1979 und findet alle zwei Jahre im Münchner Olympiapark statt. Die Spielstadt ist das größte kommunale Ferienprogramm der Stadt München und wird von bis zu 2000 Kindern täglich besucht. Erwachsene, Eltern, Gäste, Experten sind als Besucher in der Spielstadt willkommen, können sich informieren, dürfen sich aber nicht in das Spielstadtgeschehen einmischen. Weltweit gibt es inzwischen viele Nachfolge-Kinderstädte (in Japan über 40). (Quelle www.mini-muenchen.de)

Die Kinder spielen in Mini-München nicht „Erwachsensein“, sondern nehmen die ihnen gestellten Aufgaben durchaus ernst.

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Unbemerkt setzt sich eine Wespe auf Max’ Glas.

Herrlich, so einen sonnigen Sommertag sich mit Nichtstun zu vertreiben... Oder was meinst Du, Lolo?

Ein Einsat z für die:

ACHTUNG, Max pass auf die Wespe auf !!!

MAX, was ist passiert ?

UHA... du hut much une Bune gustuchen vull uf du Zungu UAH...

Insektenstiche sofort kühlen. Entweder mit Coldpack, nas­ sen Lappen oder Eisbeutel. Ich glaube, das war eher eine Wespe als eine Biene. Ich kann nämlich keinen Stachel sehen. Das beste ist, erst einmal die Stelle zu kühlen.

Doch: Zu spät 20 Minuten später Au weia, Du machst ja Sachen, Max. Es sieht so aus, als ob Du allergisch gegen Insektenstiche bist.

Lolo weiß, was zu tun ist. Zuallererst müsst ihr Ruhe bewahren und ruft Hilfe! Entweder einen Tierarzt oder eine Tiernotrettung. Beschreibe genau, was vorgefallen ist und wie der Zustand Deines Tieres ist.

aktion tier-tierrettung münchen hat Lolos Anruf aufgenommen. Der Notfallwagen macht sich sofort auf den Weg. Die Tierrettung kümmert sich um Notfälle bei Haustieren sowie um in Not geratene Wildtiere. Die Tierrettung wird hauptsächlich durch aktion tier unterstützt und ist rund um die Uhr im Raum München im Einsatz. Die Tierärzte retten jeden Tag mehreren Tieren das Leben.

Hallo Tierrettung! Super, dass ihr so schnell gekommen seid! Du bist

So, Du bist also Max. Na dann zeig doch mal her. Ja, Du h ­ ast eine InsektenstichLolo? Gut, ge- Allergie und Anzeichen für einen kleinen Kreislaufschock. hen wir rein!

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Gut, dass Du uns gerufen hast, bei einer solch’ starken Reaktion muss man ein Medikament verabreichen. In Deinem Fall werde ich Dir ein hochdosiertes Präparat injizieren.

So etwas kann gefährlich werden. Ihr solltet die passende Medizin vorrätig haben. Das hilft gegen die allergischen Symptome bei einem Stich. Aber jetzt könnt ihr euch erst einmal von dem Schock erholen.


e n i e l k r ü f s Tipp r e z t i s e b r e i T

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Allergisch: Was heist das eigentlich und wie erkenne ich das?

Ist Dein Tier von einem Insekt gestochen worden und es verhält sich normal, genügt es, ein schmerz- und juckreizstillendes Mittel aufzutragen (gibt es in der Apotheke). Bitte gut kühlen und das Verhalten Deines Freundes be­ obachten. Gewusst?: Bei einem Bienenstich bleibt der Stachel meist stecken und die Biene stirbt nach dem Stich. Wespen hingegen können immer wieder stechen.

f, dass Achte darau den Bienenstich Du bei einem en versucht nst . Am best er tf en el ch Sta r so noch greifen, da ih zu t h ic n n ih ihr de drückt. die Stichwun in t if G r eh m Stachel besten, den Versucht am eln. herauszuheb

Manche Tiere reagieren genauso wie Menschen allergisch auf Insektenstiche. Es entsteht dann ein sogenanntes NesselHabt fieber. Das heisst, es bilden sich Quaddeln und Rötungen am ganzen ihr eigentlich Körper. Auch ein Anschwellen des Kopfes schon eine Not(Nilpferdkopf) kann auftreten. So wie ein fall-Liste? starker Juckreiz am ganzen Körper. Das n ste be am t Tier wird apathisch, also träge, und eib Schr rn me um fn Ru reagiert nicht wie gewohnt e tig wich ­ ot rn Tie d un rzt und legt sich hin. ra wie Tie hert eic sp er od f au ng rettu . Dann sie in eurem Handy ab nn we seid ihr sicherer, t. ier mal was pass

Die meisten Insektenstiche verlaufen aber harmInsekten los. Stiche in Maul stechen nicht und Rachen hingeböswillig, sondern gen sind aber sehr nur, wenn sie sich gefährlich und Du bedroht fühlen.Bleibt solltest auf jedeneinfach ruhig und leise. fall zum Tierarzt. Seid nicht hektisch und Das ist ein leschlagt nicht nach ihbensgefährnen. Dann werden sie licher akuter euch auch nicht Notfall! stechen.

Liebe Kinder! Auch diesmal haben sich im rechten Bild wieder zehn verflixte Fehler eingeschlichen. Könnt ihr sie alle finden?

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Mäusebefall (jlp). Ein Mangel bei der angemieteten Wohnung liegt auch dann vor, wenn die Wohnung von Mäusen befallen ist und wenn der Vermieter zum Beispiel für Baumängel, die den Mäusebefall ermöglichen oder begünstigen, verantwortlich ist. Der Mieter ist dann im vertragsgemäßen Gebrauch gehindert und ist nur zur Zahlung einer herabgesetzten Miete verpflichtet. Bezieht der Mieter Wohngeld, so hat er nur Anspruch auf Zahlung der geminderten Miete. Oberverwaltungsgericht Lüneburg, Az.: 4 PA 4/11 Religionsfreiheit erlaubt das Schächten (jlp). Das betäubungslose Schlachten (Schächten) ist auch in der Bundesrepublik Deutschland aus religiösen Gründen erlaubt und muss einem Metzger zum muslimischen Opferfest in begrenztem Umfang (hier: bis zu 100 Schafe) erlaubt werden. Der Hinweis des Veterinäramts auf die Möglichkeit einer Elektrobetäubung kommt aus religiösen Gründen (Grundrecht der Religionsfreiheit) nicht zum Tragen. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Az.: 9 BV 09.2892 Kein Honigschutz vor Gen-Mais (jlp). Imker aus Bayern haben gegen den Freistaat Bayern keinen Anspruch darauf, dass Maßnahmen gegen die Verunreinigung ihres Honigs durch Gen-Mais ergriffen werden. Der Freistaat Bayern muss damit nach dem Gentechnikgesetz und nach der GentechnikPflanzenerzeugungsverordnung keine Maßnahme zum Honigschutz ergreifen. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Az.: 22 BV 11.2175 Leinenzwang auch für Kleinhund (jlp). Ein Hundehalter begehrte für sein ChihuahuaYorkshire-Mischling eine Befreiung vom Leinenzwang im Stadtpark. Er begründete dies damit, dass der Hund an einer Erkrankung der Schilddrüse leidet und dass er deshalb dem Hund weder Geschirr noch ein Halsband anlegen könne. Die Klage hatte keinen Erfolg. Nach Darlegung des Gerichts dienen die Grünanlagen der Erholung und werden überwiegend von älteren Mitbürgern und Kindern genutzt. Diese Besucher rechnen aber nicht mit frei laufenden Hunden. Die Stadt hat ihr Ermessen nicht missbraucht und der Stadt ist es auch nicht zuzumuten, dass sie hier einen Präzedenzfall schafft, zumal der Amtsveterinär der Auffassung war, dass der besagte Hund sehr wohl angeleint ausgeführt werden könne. Verwaltungsgericht Ansbach, Az.: AN 4 K 10.01869 Tiertötung als Kunst? (jlp). Eine Künstlerin beabsichtigte auf einer Bühnenveranstaltung zwei Hundewelpen mittels Kabel52

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binder zu töten und wollte so „als provozierendes Kunstwerk“ darauf aufmerksam machen, dass zum Beispiel ausgediente Schlittenhunde in Alaska oder leistungsschwache Jagdhunde in Spanien auf gleiche Weise stranguliert würden. Zwar erkannte auch die Künstlerin den Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, meinte aber, dass die Kunstfreiheit das Vorgehen decke. Daraufhin wurde ihr die Kunstaufführung verboten. Das Gericht schloss sich diesem Verbot an, da die geplante Welpentötung kein vernünftiger Grund darstellt und auch die Kunstfreiheit nicht über dem Tierschutzgesetz steht. Verwaltungsgericht Berlin, Az.: 24 L 113.12 Fischfangeinbußen durch Kormoranfraß (jlp). Kormorane sind als eine europäische Vogelart eine besonders geschützte Tierart. Sie sind vom Tötungsverbot erfasst. Diese naturschutzrechtliche Regelung schließt einen Entschädigungsanspruch aus dem landesrechtlichen Naturschutzgesetz aus, wenn durch Kormoranfraß Fischfangeinbußen vorliegen oder drohen. Die realen Auswirkungen werden dem Fischereiausübungsberechtigten schon bei Abschluss durch die Fischereipachtverträge bekannt. Die Vorgaben des Naturschutzes haben von Anfang an das Fischereirecht eingeschränkt. Dieser Tatbestand schließt es aus, später Entschädigungsansprüche geltend zu machen. Verwaltungsgericht Cottbus, Az.: 7 K 113/09 Tierschutzauflagen für Tierhandel (jlp). Eine Genehmigung zum Handel mit exotischen Tieren (Krallenaffen, Papageien, Schildkröten, Reptilien und Spinnentieren) kann auch im Nachhinein mit weiteren Nebenbestimmungen versehen werden. Hierzu können Empfehlungen sachkundiger Stellen und allgemein anerkannter Gutachter heranzogen werden. Dazu gehören auch die Gutachten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über Mindestanforderungen an die Haltung von bestimmten Tieren. Nachträgliche Auflagen sind zulässig, wenn mit ihnen künftige Verstöße gegen das Tierschutzgesetz verhindert werden sollen. Dies gilt insbesondere dann, wenn mit Tatsachenänderungen zu rechnen ist, um beispielsweise die tierschutzgerechte Haltung auch neu hinzugekommener Tiere zu gewährleisten. Die Verhängung derartiger Auflagen setzt nicht voraus, dass bereits Verstöße etwa gegen die Gebote des Tierschutzgesetzes festgestellt worden oder solche mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu erwarten sind. Jede einzelne Nebenbestimmung muss nicht nur dem Tierschutz dienen, sondern auch verhältnismäßig sein. Niedersächsisches Oberverwaltungsgericht, Az.: 11 LA 540/09


Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier

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Aus der Tiermedizin

Tierquälerei im Aquarium Hört sich befremdlich an, finden Sie? Weit gefehlt! Die Verkaufszahlen von Aquarienfischen sind im Vergleich zu denen der Aquarien selbst erschreckend hoch. Dies lässt eindeutig den Rückschluss zu, dass in der Aquaristik einiges schief läuft. Leider viel zu oft mit tödlichem Ausgang. Werden sie unter guten Bedingungen gehalten, leben die meisten Fischarten viele Jahre. Hierfür müssen jedoch einige Vorrausetzungen unbedingt erfüllt sein. Ein Bericht von Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier

T

Teilweise sind Aquarien schon in Supermärkten erhältlich. Es sind oft Kleinstbecken, die für eine artgerechte Fischhaltung absolut ungeeignet sind. Wenigstens 80 bis 100 Liter muss ein Becken schon fassen. In kleineren Becken kann sich kein Mikrokosmos mit konstanter Wasserqualität entwickeln.

Bildnachweis : © C.scheumann/Pixelio.de, grandt – Fotolia.com, Tran-Photography – Fotolia.com

Die verschiedenen Fischarten haben spezifische Anforderungen Die in einem Becken vergesellschafteten Tiere sollten ähnliche Ansprüche an ihre Umgebung haben. Damit sind die Wasserqualität, die Temperatur und die Nahrung gemeint. Die Fische müssen zueinander passen, auch was das Sozialverhalten untereinander betrifft. Es gibt Fische, die im Schwarm leben und diese sind auch nur unter ihresgleichen glücklich. Von diesen Arten sind in etwa zehn Tiere zu vergesellschaften. Andere Arten sind Einzelgänger und lieber allein. In diesem Fall kommt es sogar vor, dass sich Artgenossen teilweise untereinander angreifen. Darüber hinaus gibt es Arten, die im „Harem“ leben. Bedenkt man diese artspezifischen Besonderheiten nicht, leiden die Tiere Qualen und leben ein nicht artgemäßes Leben. Achten Sie auf die Herkunft! Grundsätzlich abzulehnen sind für Tierfreunde Wildfänge jeglicher Art aus der Natur. Diese Fische stammen oft aus fernen Ländern. Viel zu viele sterben schon beim

Transport. Nur wenige Tiere bleiben dabei übrig und landen dann in Zoofachgeschäften. Oft sind sie schon durch den Transportstress erkrankt und werden nur mit Antibiotikagaben am Leben gehalten. Viel besser ist es, Fische zu kaufen, die auch in Deutschland gezüchtet wurden. Hierbei muss kein Raubbau an der Natur getrieben werden und der Fisch ist deutlich gesünder, als wenn er bereits eine Fernreise hinter sich gebracht hat. Elemente der Aquarieneinrichtung Die meisten Fische lieben Versteckmöglichkeiten. Diese bieten Schutz und Ruhe. Eine Filteranlage sichert die Wasserqualität. Viele Fischarten benötigen wärmere Temperaturen – daher muss das Aquarium mit einer Heizung ausgestattet sein. Der Bodenbelag sollte nach unten unbedingt blickdicht sein, wie in freien Gewässern eben auch. Eine Lichtquelle sorgt für entsprechende Belichtungszeiten. Besatzdichte – Wie viele Fische können in einem Aquarium leben?

des Aquariums usw. Hier muss sich der Tierfreund vom Fachmann beraten lassen, worauf bei welchen Fischarten zu achten ist. Gesundheitsvorsorge und Ernährung Das die Fische umgebende Medium ist das Wasser. Stimmt hiermit etwas nicht, werden die Tiere schnell krank. Im begrenzten Raum des Aquariums können sich Krankheitserreger wie Parasiten oder Pilze optimal ausbreiten. Daher ist ein frühzeitiges Einschreiten wichtig, wenn Auffälligkeiten beobachtet werden. Eine tägliche Kontrolle ist in jedem Fall angebracht. Wichtig ist das regelmäßige Austauschen von Teilmengen des Wassers. Keinesfalls darf plötzlich ein kompletter Wasserwechsel vorgenommen werden. Fische können sich nur allmählich an die neuen Wasserwerte gewöhnen. Die Wasserparameter Nitrit- und Nitrat- sowie der pH-Wert sind mindestens alle 14 Tage zu überprüften. Bei der Fütterung gilt generell: Weniger ist mehr. Und wieder muss der Fischhalter die Ernährungsbedürfnisse der von ihm gehaltenen Art im Auge behalten. Fische leiden stumm. Sie haben keinerlei Möglichkeit, ihr Unwohlsein zu äußern. Wenn Menschen Fische halten, ist es ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Tiere keinen Schaden nehmen – oder gar ihr Leben lassen.

Konkrete Zahlen können hier nicht genannt werden. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle. Das Alter der Tiere; sind Arten dabei, die ein Territorium für sich beanspruchen; soll gezüchtet werden; wie ist die Aufteilung Mitgliederjournal

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TV-Tipp: NDR, 45 Min., „Die Milchlüge“ 30.07. um 22 Uhr (Ohne Gewähr)

Verbraucherschutztipps

Mogelpackung Milch? Milch und Milchprodukte gehören in der westlichen Welt zu den Grundnahrungsmitteln schlechthin. Nach offiziellen Angaben wurden in Deutschland 2010 in etwa 90.000 Betrieben mit insgesamt mehr als 4 Millionen Milchkühen fast 30 Millionen Tonnen Milch produziert. Jeder von uns verbraucht Jahr für Jahr durchschnittlich über 50 Kilogramm Milch; rechnet man Käse, Joghurt, Butter etc. noch dazu, kommt man sogar auf über 80 Kilogramm. Doch wo kommen diese riesigen Mengen her? Ein Bericht von Jan Pfeifer Die moderne Milchkuh ist das Ergebnis einer einseitig auf Produktionsleistung gerichteten Züchtung: Mit etwas über 7 Tonnen gibt sie pro Jahr fast ein Drittel mehr Milch als eine Kuh aus den 1990er Jahren. So kommt es, dass die Gesamtmenge der heute produzierten Milch immer noch steigt, obwohl die Anzahl der Milchkühe seit Jahren sinkt. Auch die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit Milchkuhhaltung wird immer kleiner, seit 1999 sind bundesweit ca. 60.000 wirtschaftliche Milchbetriebe verschwunden. Die Erklärung liegt nahe: Aus Bauernhöfen sind längst Agrarfabriken geworden, immer seltener von Bauern geführt, sondern von Managern, den Agrarökonomen. 54

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Der enorme Preisdruck führt auch im Milchgeschäft dazu, dass immer größere Mengen zu immer niedrigeren Preisen produziert werden müssen. Große Milchbetriebe werden immer größer, kleinere Betriebe können dem Druck nicht standhalten und müssen schließen. Lediglich die Zahl der Höfe mit über 50 bis 500 und noch mehr Milchkühen wächst weiter an. Beworben werden die Produkte aus solchen Großbetrieben nicht mit Bildern aus Massentierhaltungsställen, sondern aus der freien Natur, Ursprünglichkeit und der Lust am ländlichen Leben. Doch dieser Eindruck täuscht. Wie so oft in der industriellen Massentierhaltung versu-

chen auch die Betreiber von Milchfabriken gerne, das wirkliche Leben in den Ställen vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Ein Blick in die Statistik verrät jedoch, dass – anders als die glücklichen Kühe in der TV-Werbung – weniger als die Hälfte aller Milchkühe überhaupt einen Zugang zur Weide haben. Die Kuh steht unter Leistungsdruck 10.000 Liter Milch gibt sie pro Jahr. Die dauerhafte Anbindehaltung von Rindern und Milchkühen ist zwar auf dem besten Wege, verboten zu werden – voraussichtlich wird sie jedoch noch bis mindestens 2020 mit Einschränkungen erlaubt sein. Viele Landwirte, gerade mit kleineren Betrieben, möchten an der Anbindehaltung festhalten, obwohl hier eine Kuh verhältnismäßig meist nicht mehr Platz hat als ein Huhn in der Legebatterie. In der Regel ist nur ein kleiner Schritt vor und zurück möglich, an ein Umdrehen ist nicht zu denken. Zwar können gerade die Tiere kleinerer Betriebe in den Bergregionen mit etwas Glück wenigstens im Sommer auf die Weide, doch selbst die vorübergehende Unterbringung im Anbindestall kann ihren Bedürfnissen nicht gerecht werden.


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Die gesundheitlichen und auch physischen Schäden einer dauerhaften Anbindehaltung für Milchkühe sind mittlerweile bekannt: Durch mangelhafte Bewegung leiden Gelenke und Knochen, durch das Fehlen der Möglichkeit zur Bildung eines sozialen Gefüges mit ihren Herdengenossen sind viele Tiere verhaltensgestört und zeigen Anomalien. Hinzu kommt der enorme Leistungsdruck, unter dem moderne Milchkühe stehen. Für jeden Liter Milch muss eine Kuh bis zu 500 Liter Blut durch ihr Euter pumpen, bei einer Milchleistung von bis zu 10.000 Liter Milch/Jahr (Angaben von Tierschützern liegen noch darüber) eine enorme Leistung. Fehlen der Kuh aber die nötige Energiezufuhr und das artgemäße Leben im Freien, entzieht sie die nötige Energie dem eigenen Körper. Kühe, die in artgerechter Haltung aufwachsen, können ein Alter von 20 Jahren oder noch darüber problemlos erreichen, Milchkühe in Anbindehaltung werden oft nicht älter als drei Jahre. Der Körper ist dann ausgelaugt, die Knochen porös und die Gelenke entzündet.

müssen, weil die Ausgaben für das Futter die sinkende Milchleistung übersteigen, das Tier unwirtschaftlich wird. Besonders in alten Ställen, die aus finanziellen Gründen nicht umgerüstet werden konnten, werden die Tiere auch noch an ihrem Standplatz gemolken und können nicht einmal die wenigen Meter zum Melkstand zurücklegen: Sie leiden besonders unter den Folgen der Anbindehaltung, sie sterben zuerst und müssen am schnellsten „ersetzt“ werden. Zwar erkennen neben vielen Tierärzten auch Landwirte den Handlungsbedarf, angesichts der immer niedrigeren Milchpreise jedoch sind nur wenige bereit oder überhaupt in der Lage, in neu-

ere Anlagen zu investieren. Wieder einmal ist also der Verbraucher gefragt, der über seinen Einkaufskorb auch die Nachfrage nach hochwertigen Produkten steigern und so die Haltungsbedingungen für Milchkühe verbessern helfen kann: In der ökologischen Landwirtschaft ist die Anbindehaltung nur in Ausnahmefällen und grundsätzlich ab 2013 nicht mehr erlaubt. Einige strengere Siegel wie etwa Bioland verbieten die Anbindehaltung bereits jetzt vollständig. Wer es dagegen schafft, sich gänzlich milchfrei zu ernähren, findet mittlerweile eine breite Palette von Sojaprodukten, die vollkommen ohne Milchkühe auskommen.

Selbst Amtstierärzte kritisieren, dass jedes Jahr bis zu 40 % der Milchkühe „aussortiert“ werden

Bildnachweis : © Tierschutzbilder.de, Lupo/ Pixelio.de

Die Milch macht’s? Was eigentlich? Nach aktuellen Forschungsergebnissen macht Milch nicht in erster Linie müde Männer munter, sondern kann im Gegenteil sogar gefährlich sein: Hervorgerufen durch das artfremde Eiweiß kann es bei hohem Milchkonsum zu allergischen Reaktionen wie Neurodermitis, Infekten, Durchfall oder Asthma kommen. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland etwa 12-15 Millionen Menschen, die unter Laktose-Intoleranz „leiden“, d. h., deren Körper den Milchzucker (Laktose) nicht verarbeiten kann. Auch kann Milchkonsum Ablagerungen von Eiweiß, Kalzium und Cholesterin verursachen und so das Risiko von HerzKreislauf-Erkrankungen ansteigen lassen; durch den hohen Anteil an Milchzucker, in der Natur ein natürliches Mastmittel für die Kälber, kann außerdem Übergewicht insbesondere bei Kindern gefördert werden. Nicht zuletzt bringen Milch und Milchprodukte den körpereigenen Kalziumhaushalt durcheinander und können so die Ausbildung von Osteoporose (Knochenschwund) und Karies begünstigen.

Auch die Biohaltung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Milch die ursprünglichste Säuglingsnahrung ist – auch für Kälber. Damit Kühe Milch geben, müssen sie entweder gerade gekalbt haben oder bereits wieder trächtig sein. Eine Kuh bringt mit etwa zwei Jahren ihr erstes Kalb zur Welt, ab dem Zeitpunkt wird sie auch zur Milchkuh und ihre „Arbeit“ beginnt, sie gibt jetzt etwa 300–310 Tage Milch, um ihr Kalb zu ernähren (sogenannter „Laktationszeitraum“), das Kälbchen wird allerdings nach der Geburt schnell von der Mutter getrennt. Etwa sechs Wochen nach der Geburt wird die Kuh erneut besamt, um die sogenannte „Trockenphase“ so kurz wie möglich zu halten. Während die Kuh also noch Milch für das erste Kalb gibt, ist sie häufig schon wieder trächtig und die „Milchproduktion“ wird so in Gang gehalten.

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Igelhaus Laatzen, Niedersachsen

Stadtteilgärten – ein Platz für Wildtiere! Eine Berichterstattung aus dem Jahr 2011 über eine Massenkarambolage auf einem norddeutschen Autobahnabschnitt inmitten riesiger Ackerflächen ist mir in Erinnerung. Es gab Verletzte und Tote, und die Ursache war ein „Sandsturm“. Einige Wochen später war in der Tageszeitung zu lesen, dass die zuständige Behörde nach gründlicher Auswertung des Hergangs als mögliche Ursache das Fehlen von Hecken und anderen die Großflächen gliedernden Elementen eingeräumt hat. Ein Bericht von Heike Philipps

D

Die durch diesen Vorfall deutlich werdende erschreckende Unkenntnis einfachster ökologischer Zusammenhänge – auch da, wo man Experten vermutet – bedrückt immer wieder. Es reicht daher nicht, Umweltverbände mit Mitgliedschaften zu stärken, sondern es muss aktiv und ausdauernd interveniert werden, auch wenn es z. B. „nur“ um Belange von Wildtieren geht, so wie es ohne Sandsturm in punkto Hecken normalerweise der Fall ist. Im dicht besiedelten Deutschland haben massive

Veränderungen in der landwirtschaftlichen Bearbeitung von Ackerboden, die immer größer und schwerer werdenden Maschinen, die mehr als gründliche Flurbereinigung und schließlich die urbane Bebauung die natürlichen Lebensräume zahlreicher Tierarten praktisch ausgelöscht bzw. gänzlich unattraktiv gemacht. Feldhamster können wir in der Natur kaum mehr beobachten. Lediglich der Igel fand in unseren Haus- und Kleingärten „seinen“ halbwegs naturähnlichen Ersatzlebens-

raum, jedoch mit deutlich reduzierten Rückzugsmöglichkeiten und Nahrungsangeboten. Genau dieser Aspekt – nämlich die Anpassungsfähigkeit – war es, der 2009 den Anstoß gab, den Igel zum „Wildtier des Jahres“ zu küren. Doch auch in unseren Haus- und Kleingärten wird es für Igel nicht nur eng, sondern es lauern außerdem überall Gefahren. Nach mehreren aktiven Jahrzehnten im Dienste des Igelschutzes sind die Igelschutz-Akteure einiges gewöhnt. Doch Notrufe und SOSMeldungen wie „Igelwurf in einer angebrochenen Blumenerdetüte auf einem Fuhrparkgelände gefunden“ oder „Stachelkugel unter der Heizung im Hochhauskeller eingeklemmt“ oder „Rodungsarbeiten beim Straßenumbau zerstörten Igelnest“ erzeugen bei IgelschutzMitarbeitern durch die zunehmende „Verrücktheit“ der Vorfälle immer aufs Neue infarktähnliche Erscheinungen! Deshalb: Im Tagesgeschäft der Wildtierschutzarbeit kommt heute der Rückgewinnung von zusätzlichen Lebensräumen im städtischen Raum eine besondere Bedeutung zu. Hier gilt es, etwas zu unternehmen und Verwaltungsargumenten und Politikern (sie wissen eben nicht alles!) mit kreativen Vorschlägen und kostengünstigen Ideen (vor allem in Zeiten knapper Kassen) den Wind aus den Segeln zu nehmen, eine wirkliche Bürgerbeteiligung in Form von Arbeitskreisen oder Workshops zu fördern und anschließend die gefundenen Ergebnisse unter Beteiligung o r t s a n s ä s s i ­g e r Umweltverbandsexperten umzusetzen. „Community Gardens“ in New York City, USA In New York City entstanden seit den 70er Jahren die „Com-

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munity Gardens“: Bürger eigneten sich aus Mangel an Gärten und Erholungsräumen brachliegende G r u ndst ücke an und pflanzten dort Bäume, Sträucher und Blumen. Anfangs waren dies grüne Orte, in denen man die Nachbarschaft traf, um vor allem Freizeit zu verbringen. In Zeiten der zunehmenden Verarmung vieler New Yorker dienen etliche dieser Oasen heute der Nahrungsmittelproduktion und entlasten somit deren Haushaltskassen. Die Grund­stücke für diese Nachbarschaftsgärten wurden den Bürgerinnen und Bürgern vom städtischen Grünflächenamt überlassen mit der Auflage, sie zweimal wöchentlich ein paar Stunden für die Allgemeinheit zu öffnen. Die städtische Koordinationsstelle „Green Thumb“ stattete die Gärten kostenlos mit Baumaterial, Erde, Pflanzen und Gartengeräten aus. In New York City existierten im Jahr 1999 etwa 1000 Gärten, die von insgesamt 25.000 bis 30.000 New Yorkern gemeinschaftlich genutzt werden. Internationale Gärten in Göttingen Während des Bosnien-Krieges trafen sich bosnische Flüchtlinge regelmäßig in einem Frauencafé in Göttingen und warteten auf das Ende des Krieges. Eine Sozialarbeite-

rin stellte die Frage: „Was vermissen Sie eigentlich am meisten hier in Deutschland?“ Die Augen der Flüchtlingsfrauen leuchteten. Ihre Antwort war eindeutig: „Unseren Garten!“ Man suchte und fand ein geeignetes Stück Land und begann bald mit Familien verschiedenster Nationalitäten, das Grundstück zu bearbeiten. Damit haben sich die Entwurzelten ein neues Stück Heimat geschaffen. Dem ersten Garten folgten vier weitere in Göttingen. Neben der gärtnerischen Arbeit, dem biologischen Anbau von Gemüse, Obst und Kräutern, ent­wickelten sich gemeinsame Feste mit kulinarischen Spezialitäten. Bei diesen Zusammenkünften entstanden neue Aktivitäten handwerklicher oder künstlerischer Art.

Bildnachweis : © Kerstin Hinze

Internationale Gärten Internationale Gärten sind Grünflächen, Brachländer oder ungenutztes Bauland, die gemeinschaftlich bearbeitet und bepflanzt werden. Wesentliches Merkmal ist die Zusammenarbeit von Menschen unterschiedlicher Herkunft, die Gärten sind Orte der Begegnung. Alle Gärtnergruppen erhalten aus Kontakten, die sich aus der Zusammenarbeit ergeben, Einblicke in Kulturen der anderen, sie verbinden Menschen mit Migrationshintergrund und Einheimische miteinander, schaffen Heimat, Identität. Beschäftigung gibt Menschen, die keine Arbeit haben, wieder ein Selbstwertgefühl.

Die Kommunikationssprache ist deutsch, und so verbessern sich auch Sprachkenntnisse, die wiederum die Integration fördern. Die Erfolge in Göttingen haben in ganz Deutschland den Anstoß zu ähnlichen Projekten gegeben. Interkulturelle Gärten sind heute zu einem festen Bestandteil der Integrationsarbeit geworden. Die „Internationalen Stadtteilgärten in Hannover“ begehen 2007 den ersten Schritt mit dem Pilotprojekt Dachgarten „Spessartweg“. Auf einer Tiefgarage zwischen Hochhäusern werden Gärten in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Wohnungen entwickelt. Durch den Garten sollen ein Stück Lebensqualität ins Quartier geholt und das Kleinklima verbessert werden. Die Wohngebäude und die dazugehörende Tiefgarage werden von der BauBeCon GmbH verwaltet. Diese stellte die Gartenfläche kostenlos zur Verfügung. Es entstehen 12 Parzellen für BewohnerInnen der Nachbarschaft sowie eine Gemeinschaftsfläche. Jeder Familie oder Mitgliederjournal

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se und Kräutersorten mitten in der Stadt angebaut. 6000 qm ungenutzte Fläche wurde vom Müll befreit und in einen lebendigen Nutzgarten verwandelt. In einem Bezirk mit hoher Verdichtung, wenig Grün und vielen sozialen Problemen werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu Nachbarn und passionierten Gärtnern, die lernen, wie man lokal Lebensmittel herstellt und gemeinsam einen neuen Ort urbanen Lebens schafft. All das gelang, ohne dass es eine direkte Förderung für den Garten gab. Er verdankt sein Entstehen dem uneigennützigen Engagement von Helfern, Spendern und Freunden. Gemeinsam haben sie einen Garten geschaffen, der allen offen steht. Eine selbst gebaute Insektenwand.

Person wird eine Parzelle überlassen, um die sie sich kümmert und die nach individuellen Bedürfnissen bepflanzt wird. Ein Garten soll als „Kinder-Garten“ zur Verfügung stehen. Es werden regelmäßige Treffen organisiert, um sich kennen zu lernen, die Idee der Internationalen Gärten vorzustellen, gemeinsam zu arbeiten und Vorstellungen über das Gartenprojekt auszutauschen. Erstaunlicherweise kam es bisher nie zu Vandalismus, denn die GärtnerInnen haben ihre Parzellen vom Balkon aus im Blick, und alle Nutzer und Bewohner schätzen diese Bereicherung in ihrem Wohnumfeld.

und mitbauend zur Seite stehen, wenn es darum geht, Unterschlüpfe für Igel, Marienkäfer, Zaunkönig & Co. anzulegen. Der Prinzessinnengarten in Berlin-Kreuzberg Seit Sommer 2009 befindet sich am Moritzplatz (Wertheimgrundstück) in Berlin-Kreuzberg der „Prinzessinnengarten“. Wo über 60 Jahre eine Brachfläche war, wird heute eine große Vielfalt an Gemü-

Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt! Informationen zu ersten Schritten zum Aufbau eines Interkulturellen StadtteilGartens, Praxistipps und Materialien können als PDFDatei bei der Stiftung Interkultur herunter geladen werden, ebenso gibt es Garten- und OrganisationsPraxisblätter. Die Stiftung INTERKULTUR mit Sitz in München fördert diese Art von Gartenprojekten (Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis gemeinnützige GmbH, info@anstiftung-ertomis.de).

Geschichtetes Totholz bietet eine gute Zufluchtsstätte.

Der „Zukunftsgarten HannoverHainholz“ folgt als nächstes Projekt. Und in Laatzen wird in diesem Jahr (2012) inmitten einer Hochhaussiedlung ein „Ig(e)l–Garten“ entstehen. Die Kosten für dessen 1000 qm betragen 5.000,00 Euro. Es ist eine Zusammenarbeit mit der Universität Hannover vereinbart, das Programm „Toleranz fördern“ finanziert das Projekt. Der Kommune Laatzen werden kaum Kosten entstehen. Das Igelhaus Laatzen wird den Akteuren beratend 58

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Bildnachweis : © IGSI e.V.

Ein Igel-Garten entsteht in Laatzen


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TSI Odenwald, Hessen

India auf Abwegen Wir erhielten einen Anruf, dass ein scheuer, kleiner Hund auf der Kreidacher Höhe (südlicher Odenwald) gesichtet wurde. Nach einigen Telefonaten stellte sich heraus, dass das Tier bereits Wochen zuvor einem privaten Tiervermittler entlaufen war. Es zeigte sich schnell, dass dort nicht die optimale Unterbringung eines Tieres bis zur Weitervermittlung gegeben war. Die bisherigen Betreuer nahmen das Angebot der TSI, bei der Hundesuche zu helfen, dankend an und willigten ein, die Hündin in die Obhut der TSI zu geben, sollte es gelingen sie einzufangen. Ein Bericht von Raphaela Loos und Daniela Mader

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Wir posteten Indias Vermisstenmeldung auf unserer Website, auf Facebook und diversen Internetplattformen, verteilten Suchplakate und erhielten auch ab und an einen Anruf von einer Sichtung. Einige Male fuhren wir los, ohne eine Spur zu entdecken. Schließlich baten wir die Presse um Hilfe. Es wurde ein Artikel mit den wichtigsten Eckpunkten verfasst und an die lokalen Zeitungen verschickt, welche sich alle kooperativ und hilfsbereit zeigten. Daraufhin meldeten sich viele Menschen, die Inida gesehen hatten. Tierfreunde boten an, Futter auszulegen und die Augen weiter offen zuhalten. Täglich gingen mehrere Anrufe an den beiden zentralen Stellen ein, die das „Projekt India“ koordinierten. Fast 200 Emails wurden bearbeitet und viele Telefonate geführt. Polizeidienst-

stellen, Tierschut­zorganisationen, Tierärzte, För­ster, Jagdpächter, ja sogar die Feuerwehr wurden kontaktiert. Die ursprünglichen Hundehalter bauten eine Lebendfalle, die mit Leberwurst bestückt, zum Einsatz kam. Es gelang, die „Wanderwege“ des Hundes aufzuzeigen. Und natürlich freuten wir uns riesig über jedes Zeichen, dass India überhaupt noch am Leben war. Viele Male rückten die Helfer der TSI aus ohne den Hund zu entdecken. Immer wieder wurden Anwohner angesprochen und Plakate verteilt. Oft trafen wir auf Personen, die sie gesehen hatten, aber die Hündin war, bis wir an Ort und Stelle eintrafen, längst wieder verschwunden. Sie „schickte“ uns durch die Örtchen des Odenwalds in die eine und kurz drauf dann wieder in die entge-

gen gesetzte Richtung. Stets hielten sich die Helfer der TSI auf dem Laufenden. Fest stand, dass India viel, schnell und weit lief und nicht lange an einem Ort blieb. Nach gut drei Wochen nervenaufreibender Suche zog sich die Route des Hundes immer weiter nach Süden. Wir befürchteten, dass sie sich bald außerhalb unserer Reichweite befinden würde. Aber unser Hündchen trat den Rückweg an. Es folgten viele Meldungen aus demselben Gebiet. Am selben Abend, der kleine Hund war nun schon über vier Wochen auf eigene Faust unterwegs, ging ein Anruf ein, dass India auf einer Terrasse ein Nachtquartier bezogen hätte. Es starteten zwei Mitarbeiterinnen der TSI durch. Es gelang tatsächlich, die kleine Hündin mittels einer gelegten Futterspur von der kalten Terrassenbank ins Wohnzimmer zu locken, wo sie endgültig eingefangen werden konnte. Die nette Dame, die ihre Räumlichkeiten für die Hundefangaktion zur Verfügung stellte, ist tatsächlich durch eine Meldung aus der Schweiz auf den entlaufenen Hund aufmerksam geworden! Ihr Mann, der dort arbeitet, hatte beim Lesen einer Odenwälder Online-Zeitung die Vermistenanzeige gesehen und seine Frau telefonisch darauf hingewiesen. Ihren großen Ausflug hat die Hündin bis auf einen ordentlichen Wurmbefall gut weggesteckt. Nach einem kurzen Aufenthalt in einer Pflegestelle konnte India dann endlich in ihr endgültiges Zuhause umziehen. Hier genießt sie kontrollierten Freilauf im ausgelassenen Spiel mit ihren Artgenossen auf dem eingezäunten Grundstück. Beim Gassi gehen wird sie sicher noch einige Zeit an der Leine bleiben… Tief beeindruckt hat uns die rege Anteilnahme bei der Suche aus der Bevölkerung – wie gut Tierschutzarbeit doch funktionieren kann. Somit gilt unser herzlichster Dank den aufmerksamen Meldern, allen Helfern und auch der Presse, die diese wundervolle Zusammenarbeit überhaupt erst möglich gemacht haben.

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Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt, Baden-Württemberg

Mythos Familienhunde

Viele Menschen, die uns wegen einer unserer Vermittlungshunde kontaktieren, würden in einem Fragebogen das Kästchen „Familienhund/Familienmitglied“ ankreuzen, wenn man sie fragen würde, wo sie die Wertigkeit des neuen Hausgenossen einordnen. Das ist in erster Linie positiv. Weil hier eine Basis besteht, den Hund als hochsoziales Wesen integrieren zu wollen. Statt ihn als Prestige- oder sonstiges Objekt in Hof oder Garten zu verbannen. Denn genau das ist ja all´ zu oft gerade Abgabegrund. Ein Bericht von Günter Schwartze

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definierter Aufgabe Großes leisten muss, ist dann ein reiner Familienhund einer, der nichts leisten muss? Ganz im Gegenteil. Sehen wir uns doch einmal die Erwartungen genauer an, die an Familienhunde gestellt werden. Was ein Familienhund alles können muss:

• Er

soll draußen nicht zu jedem Fremden freudig hinlaufen, ihn schon gar nicht anspringen. Zuhause jedoch (in seinem ureigenen Revier) soll er Freunde, Familie samt Spielkameraden der Kinder akzeptieren, freudig begrüßen und anspielen. • Er soll überall brav mit hinkommen, in die Stadt, ins Restaurant, auf Partys, in den Urlaub, und egal wo, keine Probleme machen. • Er soll zwar wachen, ein wenig, aber nicht bewachen. • Er soll anschlagen, aber nicht kläffen. • Er soll beim Gassigehen mit anderen Hunden kompatibel sein. • Er soll aktiv sein, aber nicht ziehen und zerren, und auch ein Gassigehen mit den Kindern ist erwünscht. • Er soll freilaufen können, immer und überall, und auf Ruf gehorsam zurückkommen. • Er soll zuhause ruhig sein, nichts zerstören, auch wenn man mal keine Zeit hat, ihn zu bewegen. • Er soll kein Problem mit dem Autofahren haben, brav darin warten, und auch zuhause ruhig und gelassen

auf Stereoanlage, Staubsauger, bimmelnde Telefone, Mikrowelle, kreischende Computerspiele und rennende und krabbelnde Kinder reagieren. • Er soll alleine bleiben können und weder die Möbel benagen noch ein Pfützchen hinterlassen. • Er soll weder Nachbars Katze noch Hühner jagen, den Eindringling Postboten nicht anmeckern, die Zustellfrau mögen, die Putzfrau nicht attackieren, noch beim Familienfest den Braten vom Tisch holen oder die Keksschale ansabbern. • Er soll was Besonderes sein, was hermachen. Aber bitte ohne den Aufwand, den besondere Rassen nun mal oft erfordern. • Er soll einfach immer und überall ein „braver Hund“ sein. Für den man sich weder schämen noch über den man sich ärgern muss. Ist das alles etwa keine große Leistung? Wir denken doch. Wenn Sie aufmerksam mitgelesen haben, merken Sie, wie viele der Ansprüche sich gegenseitig aufheben. Bellen – nicht kläffen. Wachen – nicht bewachen. Freundlich sein zu jedem, den wir für gut befinden – aber nicht zu jedem, den Hund gut findet. Aktiv – aber nur, wenn es uns passt. Kompatibel mit allen Hunden und auch anderen Tieren – auch wenn es mit seiner Genetik und seinen Trieben kollidiert. Verlässlich auf alle möglichen Umweltreize reagieren, je nachdem, wo wir uns bewegen, wem oder was wir begegnen. Das sind unglaubliche Mengen an Erwartungen. Wenn

Bildnachweis : © iofoto – Fotolia.de

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Es beinhaltet jedoch auch Risiken. Vor allem, wenn es um sogenannte „Gebrauchte“ geht. Also Hunde, die bereits eine eigene Geschichte haben und von dieser – auch negativ – geprägt sind. Da ist zum einen der Begriff „Familienhund“. Oberflächlich betrachtet, meinen viele Menschen, ein Familienhund muss nicht wirklich etwas können. Er muss nicht ausgeprägt wachen wie ein ausgebildeter Wachhund, muss nicht konzentriert hüten wie ein aktiver Hütehund, muss nicht punktuell und verlässlich gehorchen wie ein Schutzhund, nicht aufgabenbezogen fährten wie ein Suchhund usw. Er muss also keine definierte Aufgabe erfüllen. Somit ist der Job „Familienhund“ einer, der nicht viel vom Hund verlangt. Doch stimmt das so? Wenn ein Hund mit


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wir das Wort Familienhund als Job verstehen, dann ist der Familienhund der Allrounder unter den Arbeitshunden. Er soll von allem ein bisschen, das aber so perfekt wie möglich können. Und leider oft mit so wenig Zeitaufwand wie möglich verbunden. Wenn nun das neue Familienmitglied keine gut sozialisierte Züchtererwerbung ist, oder selbst kundig aufgezogen, sondern ein Exemplar mit vielleicht schlechten Erfahrungen, oder einfach nur unwissend oder lieblos aufgewachsen ist – dann sind derartige Erwartungen für das Tier der Horror. Statt mit Geduld und Einfühlungsvermögen erst mal ankommen zu dürfen, erst mal beobachtet und dann derart angesprochen zu werden, dass es dem auch nachkommen kann, soll es sich, wenn auch nicht augenblicklich, so aber doch nach wenigen Tagen, in den Familienalltag einfügen und diesen mit leben. Für viele „Second-hand-Hunde“ ein Ding der Unmöglichkeit. Wir erleben das leider immer wieder – sowohl bei Menschen, deren Hunde bei uns landen, als auch bei Menschen, die bei uns nach einem Hund fragen.

Auch die ShibaHündin Aimi kam zu uns aus der Vermittlung zurück, weil die Besitzer vollkommen falsche und überhöhte Erwartungen an den Hund stellten.

Überzogene Erwartungen zerstören manche Hundeseele Hunde sind sozial. Hochsozial. Wie wir Menschen. Unsere Bewegungen, die Mimik, die Körperhaltung, sind uns sehr ähnlich. Darum fanden Mensch und Hund einst zueinander. Weil wir uns verstehen können. Wortlos. Hunde beobachten uns. Setzen unser Verhalten in Zusammenhang zur Situation. Nur wenn auch wir das tun, also passend zur Thematik, einen Hund mit Vorgeschichte zuerst einmal

Shiba-Buben Yasper Ein 2-Jähriger Rüde mit Papieren. Gekauft nach Foto. Ohne jegliche Rassekunde. Weil er so exotisch und knuffig war. So wurde aus einem Hundekind, das alle rassetypischen Anlagen vorzuweisen hatte, ein Junghund, der aufgrund völlig falscher Haltung unglücklich und verunsichert in seine Welt schaut. Unser Yasper wurde gestraft, wo Lob hätte sein müssen. Er wurde ignoriert, wo Aufmerksamkeit nötig gewesen wäre. Er wurde missachtet, wo Liebe und Konsequenz hätten sein sollen. Schließlich wurde er bei uns zur Abgabe gemeldet. Von genervten, überforderten Haltern, die erwartet hatten, dass Hund einen Knopf implantiert hat, mittels dessen er an- und ausgeschaltet werden kann. Yasper durfte mittlerweile zu tollen Menschen ziehen. Was zuvor als aggressiv beschrieben war, ist reine Unsicherheit. Und da man auf ihn eingeht, wie seine Verfassung es benötigt, zeigt Yasper sich vorsichtig-aufgeschlossen. Niemand „verlangt“ etwas von ihm. Sondern man bietet an und lässt ihn zugreifen. Oder eben auch mal nicht.

in Ruhe sondieren, damit wir wissen, was für ein Wesen wir vor uns haben, werden diese Hunde tierund artgerecht aufblühen können. Überzogene Erwartungshaltungen, schnelle Wünsche, falsche Forderungen haben hier nichts zu suchen. Der Hund gibt uns auf jede Aktion umgehend ein Feedback. Wenn wir das auch tun, verständnisvoll auf das Individuum ausgerichtet, jedoch nicht übertrieben, dann hat der Hund die Chance, bereits erlebtes Negatives abzuarbeiten oder zumindest alltagstauglich zu revidieren. Dies alles, plus das Verständnis, dass ein „Familienhund“ ganz sicher kein „Nichtskönner“ ist, wird die Aufnahme eines Tierschutzhundes in die Familie begünstigen, damit die Freude, die Nähe auf beiden Seiten überwiegt und kein sich aufbauender Leidensdruck, für den letztendlich immer der Hund bezahlt. Um dies zu verhindern, gehen wir jeden Tag neu an. Mit Rückschlägen müssen wir immer wieder neu umgehen lernen. Ohne unsere Mitglieder, Freunde und die freiwilligen Helfer und ohne Sie, liebe Leser und Mitglieder von aktion tier, wäre all´ das nicht möglich. Dafür sind wir ungemein dankbar. Dankbar sind wir vor allem aktion tier – menschen für tiere e.V., als treuem Partner an unserer Seite, der uns durch seine großzügige Unterstützung die Möglichkeit gibt, auch speziell solchen Tieren wie Yasper (Bild li.) die notwendige Hilfestellung zu geben.

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Tierheim-Tierhilfe e.V., Kleve, NRW

Unsere Tierrettungsaktionen im Süden Europas Es ist wahrlich schön, dass Europa zusammenwächst. Zwischen den meisten EU-Staaten gibt es freie Grenzen und in der EuroZone entfällt das lästige Umtauschen in fremde Währungen. Eigentlich wunderbare Errungenschaften zum Wohle der Europäer. Diese Entwicklung förderte eine Art Nomadentum, denn Jedermann kann sich überall in der EU niederlassen, wohnen und arbeiten. Ein Bericht von Sigurd Tenbieg

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Durch diese rasante Entwicklung werden und wurden immer mehr tierliebe Menschen mit den Problemen in Süd- und Osteuropa konfrontiert. Es geht um die Überpopulation von Hunden und zum Teil auch Katzen. Vor allem in den osteuropäischen Ländern gibt es hunderttausende von Straßenhunden, in den Südeuropäischen komFlugpaten treffen mit geretteten Hunden ein, die von unserem Tierrettungsdienst abgeholt werden.

men auch Katzenprobleme hinzu. Letztere sind allerdings bei Weitem nicht so gravierend wie in Deutschland. Überall in den Problemländern bildeten sich Tierschutzgruppen, private und offizielle Tierheime und Tierschutzvereine, die eigentlich verzweifelt versuchen das Problem der Überpopulation zu lösen. Die Initiatoren sind vor allem Deutsche, Niederländer, Engländer und Belgier. Die kommunalen Einrichtungen wiederum sind meistens zu Tötungsanstalten verkommen. Zum Teil werden die eingefangenen Hunde unter grausamen Bedingungen gehalten. Der Tod ist den meisten von ihnen so gut wie sicher. Auch groß angelegte Kastrationsaktionen gibt es leider nicht. Die von den ausländischen Tierfreunden ausgehenden Kastrationsaktionen reichen absolut nicht aus. Zudem wird meistens illegal kastriert, denn die ausländischen Tierärzte besitzen in dem betreffenden Land keinerlei Zulassungen und Genehmigungen. Es muss allen Tierheimen und Tierschutzeinrichtungen in südlichen und östlichen Ländern hoch angerechnet werden, dass sie zumindest für die eigenen Tiere das Kastrationsgebot strikt einhalten. Aber aus Kostengründen geschieht dies nicht überall. Tierschutz kennt keine „Grenzen“ Ein Tierschutztierheim im Süden oder Osten von Europa ist schnell an die Kapazitätsgrenzen angelangt. Was also tun? So wird ständig versucht, Hunde oder Katzen zu vermitteln. Vor Ort schier unmöglich, also geht es nach Deutschland oder in andere westliche EU-Staaten. Zwar wäre es sehr zu begrüßen, wenn nur Hilfe vor Ort erfolgte, aber angesichts der gewaltigen Probleme ist das leider ein

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reines Wunschdenken. Daher sind die süd- und osteuropäischen Tierschützer auf westliche Hilfe dringend angewiesen. So wird das Zusammenwachsen zwischen den Völkern auch durch tierschützerische Hilfe gefördert und es entstehen so viele Freundschaften. Und man ist mehr als nur dankbar. Zudem wird Deutschland in ein gutes Licht gerückt. Unser Albert-Schweitzer-Tierheim ohne Gitter in Kranenburg-Mehr nimmt seit 1991 im Rahmen der Möglichkeiten Hunde aus Südosteuropa auf. Die Kosten hierfür übersteigen allerdings die Schutzgebühren um ein Vielfaches. Im Gegenzug erhält ein Interessent einen oftmals jungen Hund, der ihm sicherlich treu ergeben sein wird. Natürlich ist es von großer Bedeutung, dass auch Bluttests vor Ort erfolgen, um sicherzustellen, dass der Hund z.B. nicht mit Leishmanien infiziert ist, obwohl diese Erkrankung durch neuzeitliche Behandlungen sehr gut in den Griff zu bekommen ist. Sogar eine Schutzimpfung ist inzwischen möglich, wie wir auf S. 9 in diesem Journal zu berichten wissen. Es müssen immer alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden Auch müssen die EU-Verordnungen strikt eingehalten werden. Eine Transportgenehmigung mit Auflagen und die Zulassung der Transportfahrzeuge und verantwortlichen Fahrer ist zwingend erforderlich. Äußerst wichtig sind die vorgeschriebenen Schutzimpfungen gegen Tollwut und weitere Seuchen und mögliche Erkrankungen. Die vorherige Anmeldung beim zuständigen Veterinäramt in Deutschland und die Meldung über das Internet durch den aus-


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ländischen Amtsveterinär. Mittels des TRACES-Papiers und dem EU-Impfausweis ist die Einreise problemlos. Wer dies außer Acht lässt und erwischt wird, zahlt neben einem dicken Bußgeld auch die vorübergehende Unterbringung der beschlagnahmten Tiere. Unsere Tierrettungsaktionen werden ausschließlich mit anerkannten Partnertierheimen in Südosteuropa durchgeführt. Dadurch wird sichergestellt, dass alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden und die Veterinärbehörde immer nachvollziehen und überprüfen kann, wohin die Hunde gegangen sind. So ist trotz strengen Datenschutzes stets der Verbleib sichergestellt und nachprüfbar.

Der spanische Amtsveterinär überprüft alle Impfdokumente und überwacht den Hundetransport nach Deutschland Transportvorbereitungen

Wie kommen die Hunde nach Deutschland? Es gibt dazu zwei Möglichkeiten: mittels Flugpaten oder auf dem Landweg. Wir machen von beiden Möglichkeiten Gebrauch. Die Tierrettung auf dem Landweg erfordert besondere Kenntnisse und Erfahrung und ist sehr effektiv. Grundsätzlich fahren wir nonstop durch die Nacht, um den Schlafrhythmus der Hunde auszunutzen. Die Zufuhr von Trinkwasser muss ebenfalls sichergestellt sein. Für die Hunde

Im Laufe von mehr als zwei Jahrzehnten konnten über uns tausende Hunde vor dem sicheren Tod gerettet werden. Unsere Hunde sind wahrlich sehr beliebt, wie die vielen Zuschriften es beweisen. Unter:

Ankunft der „Asylanten“ im Albert-Schweitzer-Tierheim ohne Gitter

www.tierheim-tierhilfe.de finden Sie fast täglich aktualisiert unter „Vermittlungstiere“ vielleicht Ihren Liebling? Wir warten auf Sie!

bedeutet der Transport keine große Belastung. Wer einmal unsere Transporte begleitet hat, weiß, dass die Hunde sehr ruhig sind und das Highlight das Ausladen im Tierheim ist. Dann fließen schon mal Tränen der Freude.

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Deutsch-Bulgarische Strassentier-Nothilfe e.V., Hessen

Die Frauen von Rousse… Ein Isolator ist eine Tötungsstation. So nennt man sie in Bulgarien, und damals – 2003 – war das Land zugepflastert mit ihnen. (Es gibt sie übrigens noch immer, auch wenn das neue Tierschutzgesetz Tierquälerei und Tötung verbietet – aber wo sind die Richter, wenn es keinen Kläger gibt?) Der Isolator in der Stadt Dobrich war im April 2002 als Tötung deaktiviert und als erstes Tierheim Bulgariens übernommen worden und nun sollte auch der Isolator in Rousse, Geburtsort des Ersten Vorsitzenden Grigor Dimitrov, der damals noch jungen Deutsch-Bulgarischen Straßentier-Nothilfe, an den Verein übergeben werden. Und ich war dabei, wenn auch nicht ganz freiwillig, denn was Dimitrov mir über diese Anlage berichtet hatte, ließ in mir nicht den Wunsch aufkommen, sie kennen lernen zu wollen. Ich hatte nur einige der Fotos gesehen und ich frage mich noch heute, wie er es ertragen hat, diesem Entsetzen leibhaftig gegenüber zu stehen. Aber er ließ mir keine Wahl und ich musste mit. Ich erinnere mich, als sei es gestern gewesen. Ein Bericht von Hannelore Rodrian

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Am 7. Oktober 2003 um 12.20 Uhr stehen wir vor der Tötungsstation Rousse, begleitet von dem künftigen Mitarbeiterteam, einem Rattenschwanz von Behördentigern, sowie der Presse in Form von muskulösen Jungmännern, die überdimensionale Kameras mit gewaltigen Objektiven schultern, und werden von dem, nunmehr abzulösenden, Personal erwartet, das aufgereiht vor einem Gebäude steht, dessen Außenanlagen sich in erster Linie durch hoch wucherndes Wildkraut auszeichnen. Ich sehe einen großen, fensterlosen Wellblechbau, der ebenso gut ein verrotteter Flugzeughangar sein könnte und frage mich, was es hier eigentlich zu übergeben gibt. Das Ganze sieht aus, als sollte es besser schleunigst abgerissen werden. Aber vielleicht soll der alte, weißschnäuzige und klapperdürre

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Wir übernehmen drei kleine Räume, davon einer offenbar als Büro, (Inventar: 1 Tisch, 1 Stuhl, 1 Schrank, 1 Waschbecken) der andere als Behandlungsraum, (1 Metalltisch) der dritte als Vorratsraum, (sechs steinharte Weißbrote) dienend. Der nächste Vorraum, versperrt durch eine massive Eisentür, die in Mannshöhe Gitterstäbe aufweist, den Zugang in eine große Halle. Es ist totenstill, selbst die Menschen, die diesen Vorraum allmählich füllen, schweigen. Einige Presseleute machen sich lang und halten ihre Kameras durch die Gitterstäbe; also gibt es da etwas zu sehen; also mache ich mich auch lang, steige auf einen Riegel und halte mich an den Stäben fest. Ich sehe in eine riesige, dunkle Halle, fensterlos und nass; ich sehe links und rechts der Wände Verliese, jedes etwa 2 Quadratmeter groß; und ich sehe etwa zwölf Hunde, die unmittelbar hinter dem Eisentor

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Schäferhund übergeben werden, der neben dem Eingang an der Kette liegt, wohl mit der Aufgabe betraut, diesen verwahrlosten Komplex, in dem seinesgleichen zu Tausenden umgebracht wurde, vor Dieben zu schützen. Der alte Kerl rappelt sich hoch und wedelt so verzweifelt wie hoffnungsvoll, aber er muss noch warten; hier soll tatsächlich eine Übernahme stattfinden und da fängt man mit den Räumlichkeiten an.

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stehen und zu mir hinaufsehen – stumm und reglos. Ich kenne Tierheime. Und ich kenne sie nur laut. Sie sind erfüllt vom Bellen und Kläffen und Jaulen eingesperrter Hunde, die entweder gegen diesen Zustand protestieren oder auf sich aufmerksam machen wollen. Und ich empfand es immer als nervenzerfetzend. Hier aber gibt es keinen Laut, nicht den des Zornes, nicht den des Bittens, nicht einmal mehr den der Klage. Es gibt nur die Stille der Angst, eine zum Greifen fühlbare Not, die Nähe des Todes und die von Schmerz und Elend. Jetzt weiß ich was ein Isolator ist. Es ist kein Tierheim. Es ist der Vorhof zum Tod. Eine Karawane des Elends geht der Sonne entgegen Irgendjemand schiebt den Riegel hoch; irgendjemand tritt als erster


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ein. Die stummen Hunde, die hinter dem Tor gewartet haben, weichen ein wenig zurück, flüchten aber nicht. Die hier stehen sind die, die noch Hoffnung haben; und die noch stehen können. In den Zwingern liegen die, die nichts mehr haben und nichts mehr können. Sie liegen dort wie verschwommene Schatten, zwei, drei oder vier Hunde, aneinandergedrängt, um den letzten Rest ihrer verlöschenden Körperwärme zu teilen, kaum zu erkennen in diesem Dämmerlicht, das nur durch Ritzen hereindringt, dennoch deutlich zeigend, dass es keinen gibt, der nicht zum Skelett abgemagert wäre. Und doch strahlen sie, noch in all ihrem trostlosen Elend, ihrer Wehrlosigkeit, ihrer ausgemergelten Schwäche und ihrer völligen Verlassenheit, größere Würde aus als die Figuren, die uns erwartet haben, die, denen die Sorge für diese Tiere anvertraut gewesen war und die sich jetzt verunsichert am Eingang herumdrücken und die, so wünschte ich, für ewig ein Kainsmal tragen sollten. Ich stehe inmitten dieses Grauens und weine, die Hände vor den Augen und sehe sie dennoch, die Geschöpfe, die man dort langsam hat verhungern lassen. Und ich werde sie immer sehen. Als die ersten Futterbrocken hingestreut werden, bricht Chaos aus. Die Hunde stürzen sich auf das, was auf die Erde fällt, und innerhalb von Sekunden ist man bewegungsunfähig von Hunden eingekeilt, bis jemand zu Hilfe eilt und das Futter

in einer Linie ausstreut, worauf die Tiere den neuen Futterspendern folgen. Am anderen Ende der Halle befindet sich ein weiteres Tor, das jetzt geöffnet wird; Sonnenlicht fällt herein und auch ein wenig Wärme. Die Hunde, die gefressen haben, bewegen sich langsam auf das Licht zu, treten zögernd über die Schwelle, hinaus ins Freie, laufen im Gänsemarsch um das Gebäude herum, um sich dann, an der nach Süden gerichteten Längsseite, niederzulassen und still in der Sonne liegen zu bleiben. Immer mehr kommen heraus, eine Karawane der Elenden, und so wie sie in ihren kalten Verliesen zusammengedrängt waren, so liegen sie auch hier beieinander, als würde ihre Bürde leichter, gäben sie einander nicht nur Wärme sondern auch Schutz und Trost. Cezar, so heißt der alte Kettenhund, hat zuerst zu fressen bekommen und beim Anblick des Futter­sackes geschrieen wie ein Kind; nun wird der alte Mann nach langer Zeit von seiner Kette erlöst und in das schmale Freigehege geführt; er läuft die ge-

samte Front einmal ab, jeden Leidensgenossen begrüßend, und lässt sich dann ebenfalls an der sonnenwarmen Mauer nieder. Nicht alle Hunde haben sich auf das lange entbehrte Futter gestürzt; einige liegen noch immer in den Zwingern und rühren sich nicht. Der junge Tierarzt, der ab sofort die Behandlung der Tiere übernehmen soll, spricht etwas Deutsch. Er betrachtet besorgt die apathischen Tiere. „Dehydriert!“ meint er. „Müssten alle Infusion bekommen!“ Ich denke an den Behandlungsraum mit dem einsamen Metalltisch. Hier gibt es keinen Tropf, es gibt überhaupt nichts. Viele Hunde sind in einem lebensbedrohlichen Zustand; dennoch überleben alle 36 Tiere – bis auf eine. Sie war eine Hündin mit rehbraunem Fell; dies und ihr Kopf, mit den großen, dunklen, wie erloschen blickenden Augen, zeigten den Hauch ihrer einstigen Schönheit, ließen ahnen, was für ein wundervolles Geschöpf sie einmal gewesen sein musste,

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bevor man sie in ein nasses, kaltes Verlies warf, in das nie ein Strahl der Sonne fiel, und dort verhungern und verdursten ließ. Sie wurde am nächsten Morgen von ihrem verlöschenden Leben erlöst, nachdem noch der Rat eines weiteren Tierarztes eingeholt worden war. Ihr Grab liegt auf dem Gelände der Station, weil niemand sie der Abdeckerei übergeben wollte. Ich habe sie Reli genannt.

de weiter improvisiert, denn trotz mehrfacher Gebietserweiterung war nie genug Platz vorhanden; dennoch wurde ein Katzenanbau errichtet und ein sog. Ambulatorium in einem Container, wo sich u.a. der OP-Raum und eine Quarantä-

nestation befanden. Alles, was an Altholz zu finden war, wurde für den Bau von Hütten verwendet – und wenn der Winter kam standen alle Zweibeiner in den Startlöchern, um sie aus dem meterhohen Schnee schnellstens wieder auszugraben.

Das war vor 9 Jahren; damals dachte niemand, dass dieser „Schrotthaufen“, wie ich ihn nannte, lange Bestand haben würde. Er war ein Provisorium, an dem notwendige Umbauten vorzunehmen, rausgeworfenes Geld zu sein schien, weil es an allem fehlte – vor allem an Platz für Außengehege. Eigentlich hätte man ein neues Areal suchen müssen, aber... Das „Aber“ hieß – und heißt noch immer: „Woher die Mittel nehmen?“… 250 Hunde und etwa 15 Katzen befanden sich in Rousse; es wurDass sich so viel verändert hat, liegt vor allem an den Frauen von Rousse…

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elly war vom ersten Tag an dabei; sie gehörte zu den Helfern, die die Ärmel hochkrempelten und an die Arbeit gingen. Nelly Vladimirova, die „rechte Hand“, jetzt 50 Jahre alt, mit Hochschulbildung, war zunächst selbständig, bis sie am 7. Oktober 2003 bei der Übernahme des Isolators einstieg; sie ist die Frau der „Ersten Stunde“… Dr. Katerina Markova, genannt Katja, ist 33 Jahre jung. Sie war zunächst Tierärztin im Kreisveterinäramt Rousse (für drei Monate), dann – 2005 – fand sie ihre eigentliche Aufgabe und Bestimmung. Sie ist die Leiterin und verantwortliche Tierärztin im Tierheim Rousse und über die Grenzen des Landes hinaus anerkannt. Ivelina Dimitrova, 29 Jahre alt, Tierärztin, unterstützt uns seit 2007. Adriana Nenova, 23 Jahre alt, genannt Ani; sie ist im Waisenhaus aufgewachsen, wurde dort „abgegeben“. Es wundert nicht, dass sie eine besondere Beziehung zu den vierbeinigen „Waisenseelen“ hat und die Tiere zu ihr, denn sie alle haben Vertrauen zu ihr und lieben sie. Ani kennt alle Hunde beim Namen, ist sehr gütig und liebevoll und gibt jedem einzelnen Tier das Gefühl etwas Besonderes zu sein. Sie arbeitet im Tierheim seit 2008. Daniela Radkova, 32 Jahre alt, ist als Veterinärtechnikerin ausgebildet und arbeitet als solche seit 2009 im Tierheim. Anelia Mikova, ist 36 Jahre alt; sie betreut das Schulprojekt in Rousse (es gibt ein weiteres in Varna). Dann gibt es noch den Nachwuchs: Katerina Georgieva, 15 Jahre alt, Schülerin, regelmäßige Helferin seit 2 Jahren. Elitza Petkova, 16 Jahre alt, Schülerin, freiwillige Helferin seit 3 Jahren in den Sommerferien. Joana Jordanova, 16 Jahre alt, Schülerin, freiwillige Helferin seit 3 Jahren in den Sommerferien.

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Nachtrag zu Rousse …

Es war kein Tierheim nach (west) europäischem Standard; es war eine Station und ein Asyl für die gestrandeten, verlassenen Tiere in diesem Teil Bulgariens. Es war eine Insel, die zweite, die unser kleiner Verein geschaffen hat und eine weitere auf die wir stolz sind; sie gab denen Geborgenheit und Liebe, die ohne diesen Ort verloren wären. Und dass aus einem Ort des Elends eine solche Oase werden konnte, ist auch das Werk und das Verdienst der Frauen.

Wenn dieser Bericht erscheint wird es das Tierheim Rousse nicht mehr geben; Anfang März bekam der Verein die Kündigung, mit der Aufforderung das Gelände bis zum 5. Mai 2012 zu räumen. Dort soll ein Hubschrauberlandeplatz entstehen – den man offenbar dringender braucht als ein Tierheim und eine Kastrationsstation… Dass der Termin allein schon eine Unmöglichkeit darstellt, ist die eine Sache; man kann nicht innerhalb eines Monats sämtliche Ein- und- Umbauten, zu denen auch ein Ambulatorium gehört, einschließlich aller Zäune und Hütten und 250 Hunde wegschaffen. Die andere Sache ist die Frage: wohin? Derzeit liegt uns ein Kaufangebot vor – für ein wesentlich kleineres Objekt, in dem aber zumindest weiter kastriert werden kann, denn wir haben Verträge mit den umliegenden Kommunen, dass die Straßenhunde von uns kastriert werden; diese wollen und müssen wir einhalten, denn andernfalls wird die Tötungsmaschinerie erneut anlaufen, Tierschutzgesetz hin oder her. Und wir müssen zumindest einen kleinen Bereich für verletzte, kranke und behinderte Tiere offen halten. Es muss ein Zufluchtsort für diese armen Seelen erhalten bleiben – denn was soll aus ihnen werden, wenn wir fort sind? Der Verein hat keine Rücklagen um einen Kauf zu tätigen – auch die Unterstützung durch aktion tier wird durch die laufenden Unkosten für die vier Inseln verbraucht. Wir bitten verzweifelt um Hilfe – zum einen für die Hunde, die nun ein Zuhause in Deutschland brauchen, aber auch für die, die bleiben müssen – und deren Insel im Augenblick untergeht.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.db-tierhilfe.de/tierheime-rousse.php Spendenkonto:

Verein Deutsch-Bulgarische Straßentier- Nothilfe e.V. Kto. Nr. 340002903, BLZ 518 500 79, Sparkasse Oberhessen IBAN: DE44 5 185 0079 0340 0029 03 SWIFT-BIC.: HELADEF 1FRI

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aktion tier-Geschäftsstelle und Mitgliederbetreuung in Berlin

Wir haben Zeit für Ihre Fragen

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rsula Bauer, Dipl.-Biologin, Dipl.-Künstlerin, arbeitet seit 9 Jahren als Geschäftsführerin (Bereich Tierschutz) für aktion tier. „Ich habe 2003 unsere Geschäftsstelle in Berlin mit aufgebaut. Seither dreht sich bei mir alles um aktion tier. Jeder Tag bringt eine neue Aufgabe, neue Herausforderungen. Hier einige Aspekte meiner Arbeit: Ansprechpartner für Medien (z.B. Interviews, TVDreharbeiten), Recherche, Veröffentlichung und Ahndung von Tierschutzfällen, Tierschutzkontrollen, Betreuung und Mitarbeit im Berliner Kitty-Forum, Planung, Organisation und Durchführung von Kampagnen, Fachvorträge über diverse Tierschutzthemen, Beratung und Information rund ums Tier, Verfassung von Texten für Veröffentlichungen (Pressemitteilungen, Journal, Homepage, Flyer, Dokumentationen), Tierschutzunterricht in Schulen, Erstellung von Fotos für Veröffentlichungen, grafische Arbeiten, Hilfe für Tiere in Not (z.B. Einfangen verletzter Wildtiere und ausgesetzter Haustiere), vorübergehende Aufnahme und Versorgung von Tieren, Hilfe bei der Vermittlung von Tieren, Zusammenarbeit mit Projektpartnern. Sie sehen – es gibt viel zu tun. Aber ich liebe diesen Job!“

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Sie sind umgezogen? Sie haben geheiratet und haben den Namen Ihres Partners angenommen? Teilen Sie uns dies zeitnah mit damit wir Ihre Daten aktualisieren können. Schließlich erhalten Sie vierteljährlich unser Journal „mensch und tier“, das Sie rund um unsere Arbeit und die unserer Partner informiert. Bitte haben Sie Verständnis, wenn die Leitungen unserer Mitgliederbetreuung nicht immer gleich frei sind. Es gibt täglich viele Anrufer, deren Wünsche wir gerne erfüllen. Montags bis freitags sind unsere MitarbeiterInnen für Sie da.

aktion tier-Mitgliederbetreuung Spiegelweg 7, 14057 Berlin Tel.: 030 30 111 62-0, Fax: 030 30 1116214 mitgliederbetreuung@aktiontier.org Sprechzeiten: montags bis freitags: 9.00-17.00 Uhr

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ein Name ist Ann Kari Sieme und ich bin seit Oktober 2009 Mitarbeiterin von aktion tier. Angestellt wurde ich ursprünglich für die Mitgliederbetreuung, wo ich auch heute noch bei Bedarf gerne aushelfe. Inzwischen arbeite me ich aber hauptsächlich in der Sie i aktion tier-Geschäftsstelle in ar Berlin, wo unter anderem die telefonische Beratung in Tierschutzfällen, d i e B e a r b e it u n g vo n schriftlichen Anfragen, Tierschutzkontrollen vor Ort, die Ausformulierung vo n A n z e i ge n f ü r d a s Veterinäramt, die Versorgung von kurzzeitig aufgenommenen Tieren aus Tierschutzfällen und d ie P l a nu ng u nd D u rc h f ü h r u ng von I n for mationsvera nsta ltu ngen u nd Kampagnen zu meinen Aufgaben zählen. Mit Freude gehe ich auch im Rahmen von aktion tier-JUNIOR an Berliner Schulen, um dort mit den Kindern Tierschutzunterricht zu den verschiedensten Themen durchzuführen. Seit Kurzem arbeite ich außerdem in unserem Straßenkatzen-Hilfsprojekt Projekt KITTY mit, wo sowohl organisatorische als auch praktische Arbeiten zweimal wöchentlich auf mich warten.

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Liebe Mitglieder! Wir freuen uns, dass Sie Mitglied bei aktion tier – menschen für tiere e.V. sind und unsere Arbeit und die unserer Projektpartner unterstützen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank. Nun haben aber auch Sie als Mitglied Sorgen und Nöte. Hierfür gibt es unsere Mitgliederbetreuung, die in Berlin ihren Sitz hat und unsere Geschäftsstelle im Herzen der Stadt, die sich täglich um Tierschutzfälle kümmert. Ein Hinweis von Alexandra Diezemann


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allo! Mein Name ist Andreas Müller und ich bin 47 Jahre alt. Seit mehr als 20 Jahren bin ich in verschiedenen Bereichen des Tier-,Natur-und Artenschutzes tätig, und seit November letzten Jahres arbeite ich in der Mitgliederbetreuung von aktion tier – menschen für tiere e.V. Hier versuchen meine Kolleginnen und ich die kleinen und die großen Probleme unserer Mitglieder zu lösen. Da ich ein Mensch bin, der gerne den Kontakt zu anderen sucht, macht mir mein Aufgabenbereich viel Spaß. Haben Sie Sorgen oder Kummer, wählen Sie die aktion tier-Mitgliederbetreuungsnummer.

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allo, mein Name ist Jeannette Dressler. Seit einem Jahr bin ich in der Mitgliederbetreuung tätig. Alle Belange um Ihre Mitgliedschaft werden gerne von mir bearbeitet. Als gelernte Zootierpflegerin kann ich auf 25 Jahre praktische Berufserfahrung (11 Jahre im Tierpark Berlin und 13 Jahre Arbeit in einer Wildvogelstation) zurückblicken. Da haben sich viel fachliches Wissen und Erfahrungen angesammelt. Dieses gebe ich gerne an Sie weiter. Sollten Sie also spezielle Fragen zu Wildtieren oder Wildvögeln (Aufzucht, Lebensweise, Fang e s e le r a B und Transport usw.) haben, stehe ich Ihnen gerne mit Ratschlägen zur Verfügung. Da ich selber Haustiere habe (auf dem Foto sehen Sie meinen Stubentiger „Klara“), berate ich Sie auch gerne zu allen Fragen, die Ihr Haustier betreffen.

allo, liebe Mitglieder, mein Name ist Sandra Rutzel und ich arbeite seit November 2009 bei aktion tier – menschen für tiere e.V. in der Mitgliederbetreuung. Zusammen mit meinen Kollegen bin ich zuständig für alle Ihre Anliegen. Dazu gehört u.a. die Bearbeitung täglich eingehender E-Mails, Briefe und Faxmitteilungen sowie telefonische Anfragen rund um die Mitgliedschaft in unserem Verein oder Anregungen zum Thema Tierschutz. Als Mitglied erhalten Sie unser vierteljährlich erscheinendes Mitgliederjournal „mensch und tier“. Es kommt vor, dass vergessen wird, uns Adressänderungen mitzuteilen und wir über die Post eine Rückmeldung erhalten, dass unser Mitgliederjournal nicht zugestellt werden konnte. Sofern ich eine Kontaktmöglichkeit habe, in Form einer Telefonnummer oder einer E-Mailadresse, werde ich gern versuchen, Sie zu erreichen, damit wir Sie auch weiterhin über unsere Arbeit und Projekte informieren können.

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allo, liebe Mitglieder, mein Name ist Matthias Baeseler, seit 2006 arbeite ich bei aktion tier – menschen für tiere e.V. in der Geschäftsstelle Berlin. Als promovierter Chemiker, Ornithologe und ehrenamtlicher Naturschützer, sowie mit langjährigen Erfah­ rungen in der Projekt­a rbeit fühle ich mich bei aktion tier insbesondere für Fragen des Natur- und Umweltschutzes zuständig. Haupttätigkeitsfeld i st je do ch d ie A rb eit a n unterschiedlichen Projekten des Vereins.

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TV Ausstrahlungen

aus: Kölner Stadt-Anzeiger Magazin, 28.03.2012

09.02.2012 RTL „aktuell“ zum Thema „Welpenhandel“ 22.02.2012 SAT.1 „Akte“ zum Thema „Welpenhandel“ 08.05.2012 VOX „Menschen, Tiere und Doktoren“ zum Thema aktion tier-tierrettung münchen 09.05.2012 VOX „Menschen, Tiere und Doktoren“ zum Thema aktion tier-tierrettung münchen 09.05.2012 MDR „exakt“ zum Thema „Welpenhandel“ 09.05.2012 MDR „Dabei ab 2“ zum Thema animal hoarding 09.05.2012 RTL “Explosiv” zum Thema animal hoarding 09.05.2012 ZDF „Hallo Deutschland“ zum Thema animal hoarding 10.05.2012 RTL „Punkt 12“ zum Thema animal hoarding

aus: Fuldaer Zeitung, 25.02.2012

+++ Pressespiegel +++

aus: Neue Westfälische, 21.03.2012

aus: Westdeutsche Zeitung, 05.04.2012

aus: Frankfurter Neue Presse, 11.02.2012

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aus: Berliner Kurier, 17.03.2012

aus: Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, 24.02.2012


aus: Siegener Zeitung, 29.03.2012

aus: Schwäbische Zeitung, 01.02.2012

aus: Der Neue Tag - Weiden, 26.03.2012

aus: Hamburger Morgrnpost, 10.04.2012

aus: Westfälische Rundschau, 23.03.2012

aus: Berliner Kurier, 28.01.2012

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aus: Ruhr Nachrichten, 16.02.2012

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aktion tier Shop

Geschenke für den Tierschutz! T-Shirt: nur 8,95 EUR, Sweat-Shirt: nur 14,95 EUR (grau mit Aufdruck des Logos von aktion tier – menschen für tiere e.V., vorne und hinten, 70 % Baumwolle, 30 % Polyester) Tasche: nur 1,50 EUR Den Bestellabschnitt schicken Sie an: aktion tier GmbH Spiegelweg 7 14057 Berlin Fax: 030 30 111 62-56 Bei Fragen erreichen Sie uns unter Tel.: 030 30 111 62-55

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Ja, ich bestelle folgendes Buch: Diesseits der Hoffnung – Nadeshda und das Lied von Losenetz, von Hannelore Rodrian 12,95 EUR Ja, ich bestelle folgendes Buch: Waisenseelen – Über Hunde und Menschen und die Macht der Liebe, Hannelore Rodrian 12,95 EUR

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Kulinarisch-Vegetarisch Die Grillsaison steht vor der Tür. Wie schön ist es, sich mit Freunden oder der Familie zu treffen und gemeinsam Leckeres zu brutzeln. Auf Fleisch lässt sich aber auch dann prima verzichten. Genießen Sie die Rezeptvorschläge des Vegetarierbundes Deutschland. Viel Spaß bei Ihrem Grillevent! Von Alexandra Diezemann Grillspieß mit Tofu (für 4 Personen) Zutaten: 300 g Tofu 2 Lauchzwiebeln 1 kleine Fenchelknolle 1/2 grüne Paprikaschote 1/2 rote Paprikaschote 8 Partytomaten 6 EL Rapsöl (z. B. Teutoburger Raps-Kernöl) Chinagewürz Salz/ Pfeffer Zubereitung: Tofu in 16 Würfel schneiden. In eine Marinade aus Chinagewürz, Öl, Salz und Pfeffer einlegen. Das Gemüse putzen, waschen und gut abtropfen lassen. Lauchzwiebeln in 4-5 cm lange Stücke, Fenchel in 8 mundgerechte Stücke schneiden. Paprika vom Kerngehäuse befreien und in Stücke schneiden. Alles abwechselnd auf 8 Holzspieße stecken. Das Rapsöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Spieße darin von allen Seiten anbraten. Mit Chinagewürz, Salz und Pfeffer kräftig würzen. Tipp: Dazu schmeckt ein feuriger Paprika-Tomatendip. Nehmen Sie anstatt Tofu natur gerne auch andere Sorten - geräuchert, mit Kräutern oder mit Oliven. Wenn Sie keinen Tofu mögen, machen Sie Gemüsespieße ohne Tofu. Quelle: Teutoburger Ölmühle

Zubereitung: Das Gemüse waschen, bei Bedarf schälen und in Stifte schneiden. Für den Dip: Die Gurke waschen, halbieren, entkernen und anschließend in kleine Würfel schneiden. Pressen Sie den Knoblauch in eine Salatschüssel. Geben Sie (Soja-)Joghurt, Gurkenstücke, Pfeffer, Salz, Minze und zum Schluss den Essig hinzu und vermengen Sie alles ordentlich. Geben Sie das Öl nach und nach unter ständigem Rühren hinzu. Stellen Sie die Schüssel mindestens eine Stunde in den Kühlschrank. Anschließend Gemüse und Dip getrennt voneinander servieren. Kartoffeln passen ebenfalls wunderbar zu diesem Dip oder können mit Kräuterdip serviert werden. Quelle: Provamel Orangen-Gitterkuchen (für eine Springform von 28 cm Durchmesser) Zutaten: Teig: 200 g Margarine 200 g (Vollrohr-)Zucker 1 TL Zimt 1 unbehandelte Zitrone (Schale) 250 g Weizen-(Vollkorn-)Mehl 1 TL Backpulver 250 g gemahlene Walnüsse 1 Prise Salz Füllung: ½ Glas Orangen­ marmelade (circa 170 g) Zum Bestäuben: 1 EL Puderzucker

aus: Bettina Goldner Umweltfreundlich vegetarisch. Genussrezepte mit CO2-Berechnungen Walter Hädecke Verlag, 152 Seiten, 16,90 EUR, ISBN 978-3-7750-0561-6

Zubereitung: Margarine mit Zucker und Zimt cremig schlagen. Die Gemüse mit Tzaziki Dip Zitrone waschen und die Schale abreiben. Zitronen(für 4 Personen) schale, das gut mit dem Backpulver gemischte Mehl, die gemahlenen Walnüsse und das Salz einrühren. Zutaten: Eine Springform von 28 cm Durchmesser mit zwei Beliebige Menge rohes Gemüse Dritteln des Teiges belegen. Orangenmarmelade da(z.B. Paprika, Karotten, Kohlrabi, Gurken) rauf streichen. 1/2 Salatgurke Den restlichen Teig ausrollen 2 Knoblauchzehen und in schmale Streifen schnei500 g (Soja-)Joghurt natur den. Diese gitterartig über den Die Rezepte wurden vom VEBU, der (z.B. von Provamel) Kuchen legen. Bei 170 °C etwa bundesweit einzigen Salz und Pfeffer, weiß 25–30 Minuten backen. Interessenvertre1 EL frische Minze (grob gehackt) Den leicht abgekühlten Kutung vegetarisch und 1 EL Essig chen mit Puderzucker bestäuvegan lebender Menschen in Deutschland, 3 EL Olivenöl ben. zur Verfügung gestellt. Mehr Informationen unter: www.vebu.de.

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Patenschaften Liebe Mitglieder und Tierfreunde, wollten Sie sich immer schon um ein Tier kümmern und konnten es einfach nicht, weil Ihre Lebenssituation es nicht zugelassen hat? Schauen Sie sich bitte nachfolgend die Tiere an, die alle entweder in Pflegeeinrichtungen oder Tierheimen leben. Aufgrund von Alter oder Krankheit finden Sie nur sehr schwer ein Zuhause oder aber sind psychisch und physisch einem weiteren Ortswechsel einfach nicht mehr gewachsen. Mit Ihrer Patenschaft unterstützen Sie die Tierschutzeinrichtung, die sich dem Tier gegenüber verantwortlich zeigt. Übernehmen doch auch Sie ein kleines Stückchen Verantwortung, und helfen auch Sie dem Tier indem Sie eine Patenschaft übernehmen. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an einer Patenschaft direkt an den jeweiligen aktion tier-Projektpartner. Eine Patenschaft ist keine Dauerverantwortung und kann jederzeit nach Wunsch widerrufen werden.

Helmut

TSV Korbach u.U. e.V. • 34487 Korbach • Tel.: 05631 3970 6 Basra, ca. 3 J., wurde gefunden. Beim routinemäßigen FIV-und Leukose-Test stellte sich leider heraus, dass die liebe und verschmuste Basra den Leukose-Virus in sich trägt. Bislang ist die Erkrankung nicht ausgebrochen. Da sie nicht mit anderen Katzen (allenfalls mit solchen, die auch positiv sind) zusammenleben darf und natürlich auf Freigang verzichten muss, lebt sie Zurzeit auf einer Pflegestelle. Allerdings ist sie dort recht lange alleine. Gesucht wird ein Platz mit viel Zeit und bis dahin liebe Paten.

4Amalia, Mischlingshündin aus Rumänien, 4 J., kastr., wartet schon lange im Tierheim. Ihre leider noch immer große Scheu vor Menschen stand bisher immer einer Vermittlung im Wege. Eine klare Alltagsstrukturierung, ein ruhiger Haushalt und eventuell ein größerer souveräner Rüde wären für Amalia sicher hilfreich. Erfahrung im Umgang mit Angsthunden wäre schön. Bis endlich ein passendes Zuhause für unseren Hasenfuß gefunden ist, würden wir uns über die Übernahme einer Patenschaft freuen.

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Albert-Schweitzer-Tierheim ohne Gitter • 47559 Kranenburg-Mehr • Tel.: 02826 92060 3Chiqui, Zwergspitz-Mix, 10 J., wurde einfach ausgesetzt. Vom Wesen her ist er lieb und bescheiden. Artgenossen mag er gut leiden und Kinder ebenso. Er ist stubenrein und kann auch prima mal alleine bleiben. Auch bei ihm gelang es wegen seines Alters nicht, eine tierliebe Person zu finden. Daher unsere Bitte um die Übernahme einer Patenschaft.

4Antonia, Schäferhund-Mixhündin, 5 J., wurde mit ihren 5 Geschwistern in Spanien geboren. Sie waren bereits 9 Wochen alt als Engländer sie angefüttert und zur Auffangstation auf Teneriffa gebracht haben. Leider ist Antonia sehr scheu und ängstlich und daher kaum vermittelbar. Über eine Patenschaftsübernahme würden wir uns freuen.

6 Bubai, Schäferhund-Mischlingsbaby, wurde am 25.09.2011 geboren. Sie ist sehr verspielt und lieb. Gerne geht sie spazieren. Auch mag sie Kinder und findet andere Hunde toll. Wegen eines Hüftleidens musste sie bereits operiert werden und erhielt einen Nervenschnitt. Das hält leider Interessenten davon ab, ihr ein Zuhause zu geben. Wie wäre es mit der Übernahme einer Patenschaft?

5Bilbo, Schäferhund-Mischling, 8 J., hat ein liebes Wesen und wir nennen ihn hier nur Knuddelbär. Zudem ist er bescheiden und anschmiegsam. Er mag Kinder und versteht sich sehr gut mit anderen Hunden. Auch ist er stubenrein und kann prima mal alleine bleiben. Leider hatte er bisher keine Chance auf ein neues Zuhause, denn er wird wegen seines Alters einfach übersehen. Gerne hätten wir eine Patin oder einen Paten für diesen lieben Kerl.

4Nicolas, Malamute-Mischling, 8 J., ist ein richtiger Teddybär und hat ein sehr liebes und ausgeglichenes Wesen. Kinder mag er auch und versteht sich sehr gut mit anderen Hunden. Gerne geht er spazieren. Er ist stubenrein und kann auch prima mal alleine bleiben. Nicolas versteht überhaupt nicht warum er nun hier im Tierheim ist. Das hängt leider mit seinem Alter zusammen. Große Hunde zu vermitteln ist leider auch schwierig. Sicherlich findet sich jemand, der eine Patenschaft eingehen kann?

4Lola, Mischlingshündin, 5,5 J., hat ein liebes und ausgeglichenes Wesen und geht gerne spazieren. Kinder mag sie und versteht sich gut mit anderen Hunden. Sie ist eine ganz treue Seele. Lola ist stubenrein. Auch kann sie prima mal alleine bleiben. Leider waren bisher alle Vermittlungsversuche erfolglos. Nun hoffen wir auf eine Patenschaftsübernahme.

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Tierschutzinitiative Odenwald e.V. • 64658 Fürth • Tel.: 0700 04106666 6 Grammy wurde abgemagert an einer Straße gefunden. In einer Pflegestelle der TSI fand sie zunächst Aufnahme. Dort gab es allerdings noch eine Katze, die sie nicht mochte und das machte Grammy sehr zu schaffen. Sie kränkelte weiter vor sich hin, war unsauber und fraß nichts mehr. Eine Blutuntersuchung ergab, dass sie ein Nierenleiden hat, was schwer zu therapieren ist. Sie sollte eingeschläfert werden. Die aufgesuchte Tierärztin konnte sich jedoch nicht entschließen, diesen letzten Schritt zu tun und begann eine Therapie. Grammy zog in eine andere Pflegestelle um, ohne weitere Katzen. Hier lebte sie sich ganz schnell ein und erholte sich zusehends. Sie muss jedoch weiterhin mit Spezialfutter gefüttert werden und benötigt lebenslang Medikamente gegen ihre Niereninsuffizienz. Welche lieben „Katzenmenschen“ möchten ihr Pate werden und sich an den Tierarzt- und Futterkosten beteiligen?

4Sari wurde in Spanien nicht auf der Sonnenseite des Lebens 2008 geboren. Zwei Jahre lang hat Sari ein freudloses Dasein in der Abgeschiedenheit einer Perrera gelebt. Sie hat dort gelernt, sich einem sich stets veränderlichem und nicht ungefährlichem Zwingerleben mit vielen Hunden auf engstem Raum anzupassen, in dem sie Streit aus dem Wege geht und im Zweifelsfall beim Füttern hinten ansteht. Sie kennt den Wechsel von Hitze und Staub zu Kälte und Nässe ohne wirklichen Schutz. Sie kennt Hunger und Durst, Angst und Stress. Immer auf der Hut vermisste sie einen Ort der Ruhe, an den sie sich zurückziehen konnte, um Sicherheit zu finden. Ein trauriges Hundeleben, dem nur der Tod oftmals ein Ende setzt. Heute lebt sie mit drei weiteren Leidensgenossen aus Pamplona auf einem Gnadenhof. Sie ist kein Hund, den man einfach an die Leine nimmt und mit dem man in ein „normales“ Leben als Hundehalter starten kann. Dennoch sehen wir ihr Leben unter vorsichtiger Hoffnung, dass sie unter besonderen Umständen vielleicht doch noch einmal eine Chance auf eine schöne Zeit in einer eigenen Familie erhalten könnte. Es braucht dazu Menschen mit viel Liebe, Geduld und Erfahrung mit scheuen Hunden. Bis dies jedoch so weit ist, würden wir uns über Paten freuen, die Sari unterstützen möchten.

6 Tupi, ca. 5 J., nahmen wir bei einer Kastrationsaktion auf, um ihn vor einem rabiaten Bauern zu retten. Dessen Drohung „Fangt ihr den Saukater nicht weg, dann erschlag ich ihn ...!“ verhieß nichts Gutes für das arme Tier. Der Kater ist auf einem Auge blind und neigt zu Augenentzündungen. Er lässt sich streicheln und auch mal hoch nehmen, kratzt und beißt aber oft plötzlich und ohne ersichtlichen Grund um sich und kann dann richtig aggressiv werden. Wegen dieser Handicaps fanden sich leider noch keine „Katzenmenschen“, die Tupi für immer zu sich nehmen wollen. Er ist deshalb auf einem befreundeten Gnadenhof untergebracht, wo er mit Schäferhündin Fiona Freundschaft geschlossen hat. Bei seinen Kontakten zu den anderen Katzen am Hof entscheidet die Sympathie. Welche lieben Paten helfen, die Tierarzt- und Futterkosten für Tupi zu tragen?

4Sarah, Tinkerstute, 14 J., wurde zu Planwagen und Kutschfahrten eingesetzt. Durch Überanstrengung, Fehlbelastung und falsche Haltung sind ihre Vorderbeine mit starker Arthrose und Hufknorpelverknöcherung schwer in Mitleidenschaft gezogen! Sarah darf nicht mehr durch Gewicht, sei es durch einen Reiter oder durch das Ziehen einer Kutsche, belastet werden. Sie kann nur noch Spazieren geführt werden und dies möglichst auf ebenen Flächen mit einem guten Geläuf. Regelmäßig wird Sarah tierärztlich behandelt und bekommt vom Hufschmied einen orthopädischen Spezialbeschlag. Auf einem Gnadenhof wird sie intensiv betreut. Über Paten würden wir uns sehr freuen.

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Berliner Katzenschutz e.V. • 14542 Glindow • Tel.: 03327 42587 Ich bin 3Mandy, 2 J., und noch nicht handzahm. Aus diesem Grunde suche ich einen Paten, denn eine Vermittlung gestaltet sich äußerst schwierig. Wer übernimmt für mich eine Patenschaft und kommt mich mal besuchen?

Ich bin 5Flecky, 8 J., und bin wie so viele hier, nicht handzahm. Somit suche auch ich nun einen Paten. Wer möchte nun für mich eine Patenschaft übernehmen?

Ich heiße 5Bruce, 2 J., und bin sehr scheu und ängstlich. Daher ist eine Vermittlung sehr schwierig. Nun suche ich einen Paten, der mich hin und wieder besucht und für ein Paar Extra-Leckerlis sorgt. Wer übernimmt eine Patenschaft für mich?

Ich heiße 3Glubschi, 17 J., man kann vielleicht erkennen, warum! Da ich nicht zahm bin, suche ich auf diesem Wege einen Paten, der mich hin und wieder besuchen kommt. Da ich nicht mehr die Jüngste bin, höre ich schon sehr schlecht. Aber das stört mich nicht. Wer übernimmt für mich eine Patenschaft?

Ich bin 4Lena, 6 J., und nicht handzahm. Aber Leckerchen nehm ich aus der Hand. Da eine Vermittlung so gut wie unmöglich ist, suche ich auf diesem Wege einen Paten. Wer gibt mir eine Chance und besucht mich hin und wieder? Ich bin 3Zicke, 3 J., und war schon einmal vermittelt. Da ich aber nicht zahm wurde, kam ich wieder zurück. Nun suche ich einen Paten, denn ich fühle mich hier sehr wohl. Wer gibt mir eine Chance und nimmt eine Patenschaft für mich auf? Ich heiße 3Moritz, 15 J., und bin anfangs misstrauisch Fremden gegenüber. Wenn man mich öfters besuchen kommt und mich kennen lernt, dann werde ich auch schnell zutraulich und lasse mich streicheln. Da ich schon sehr lange hier bin, suche ich auf diesem Wege einen Paten!

Ich bin 5Helmut, 2 J., und auch noch nicht handzahm. Von den Pflegern lass ich mich allerdings hin und wieder schon streicheln. Wer übernimmt für mich eine Patenschaft?

Ich heiße 4Laura, 4 J., und bin sehr scheu und ängstlich dem Menschen gegenüber. Aus diesem Grund ist eine Vermittlung so gut wie unmöglich. Ich bin hier die beste Freundin von Zicke. Wer übernimmt für mich eine Patenschaft und kommt mich hin und wieder besuchen?

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Tierheim Helenenhof Hürth • 50226 Frechen • Tel.: 02233 691067 Rico, Rottweiler, 1 J., wurde wegen einer Hundehaarallergie abgegeben und zeigt sich in seiner neuen Umgebung noch verunsichert. Entgegen seines beeindruckenden Auftretens ist er ein lieber verspielter Kerl. Entsprechend seines jungen Alters versucht er gerne, seine Menschen auszutesten, daher benötigt er souveräne, ruhige Menschen, die sich ausgiebig mit ihm befassen. Bis zu seiner Vermittlung wäre eine Patenschaft sehr hilfreich für uns. 4Omi, 12 J., kommt aus einer Beschlagnahmung und war in einem so schlechten Zustand, dass sie bis auf die Haut geschoren werden musste. Dabei kamen kleine Äste, Steine und Kot-Reste zutage und die Filzplatten, die sich an ihrem Körper gebildet haben, müssen nicht nur furchtbar gejuckt, sondern auch beim Gehen behindert haben. Ihrem Alter entsprechend zeigen sich bereits Zipperlein und so bekommt sie regelmäßig ein Schmerz- und Arthrose-Mittel. Ein ebenerdiges Zuhause ist bei ihr ein Muss. Bis zu ihrer hoffentlich baldigen Vermittlung würden wir uns über Paten freuen!

3Puma, Staffordshire-Terrier, ca. 2 J., musste abgegeben werden, weil sein Besitzer keine Halteerlaubnis hatte. Puma ist seinem Alter entsprechend ein richtiges Powerpaket. Er ist noch stürmisch und muss auf jeden Fall noch einiges an Erziehung nachholen. Leider kommt hinzu, dass Puma ein Allergiker ist. Das erklärt den schlechten Zustand seiner Haut. Der arme Kerl ist gegen sehr vieles allergisch, so z.B. gegen Futtermilben, Hausstaubmilben, Pollen etc. Er sucht daher dringend Paten.

3Dandy, Boxer-Leonberger-Mix, ca. 2 J., hat leider schon einiges mitgemacht. Er wurde mit einem Kettenhalsband mit sogenannten Würgern angebunden gefunden. Dandy ist ein stattlicher Kerl, der zwar verspielt ist, aber problematisch, da sein Verhalten schlagartig umschlägt und er sich im Kräftemessen versucht. Wir vermuten, dass das mit seiner Vorgeschichte zusammenhängt. Weil seine Vermittlung sehr schwer werden wird, suchen wir für den Rüden mit dem unbändigen Tatendrang dringend Paten!

4Buddy, Labrador, 2 J., kastr., wurde leider als Welpe nur in einer Garage eingesperrt. Damit nicht genug, wechselten auch noch häufig seine teils unerfahrenen Besitzer und er entwickelte sich zunehmend zu einem dominanten Hund. Da Buddy aufgrund seiner traurigen Vorgeschichte versucht, der Chef im Hause zu sein und eine Vermittlung schwierig wird, würden wir uns freuen, wenn sein Aufenthalt im Tierheim durch Paten unterstützt werden kann. 4Wotan, 6 J., wurde abgegeben, weil seine Besitzer gesundheitsbedingt nicht mehr mit ihm zurechtkamen. Wotan ist ein agiler Dobermann, der Bewegung und Beschäftigung benötigt. Auch muss noch an seiner Leinenführigkeit gearbeitet werden, aber ansonsten ist der anhängliche Rüde ein wachsamer Hund mit ordentlichem Schutztrieb. Da hier erfahrene Menschen gefordert sind, würde uns eine Patenschaft bis zu seiner Vermittlung sehr weiterhelfen. Leider kam 4Jackie, 7 J., nach einigen Wochen im neuen Zuhause wieder zurück und das ist leider die zweite gescheiterte Vermittlung. Jackie ist ein selbstbewusster Rüde, der schnell versucht, die Oberhand zu gewinnen. Der Jack-Russel-Terrier ist ein aktives Energiebündel, das viel Beschäftigung und Auslauf braucht. Zudem kann er ein richtiger kleiner Dickkopf sein, der am liebsten selber bestimmt, wo es lang gehen soll. Jackie braucht souveräne Leute, die ihn nicht direkt überfordern, sondern ihm Zeit geben, sich in Ruhe an die neue Situation zu gewöhnen. Wer hat ein Herz für eine Patenschaft für den kleinen Terrier im besten Alter?

4Balou, 3 J., kam nach über einem halben Jahr aus der Vermittlung zurück. In dem stattlichen Rüden steckt u.a. ein Karelischer Bärenhund, die dafür gezüchtet wurden, Bären oder Elche aufzuspüren, zu stellen und sie mit lautem Bellen dem Jäger zu signalisieren. Das autonome Verhalten zeigt sich auch bei Balou. Wenn ihm etwas nicht passt, neigt er zu Übersprunghandlungen, indem er unvermittelt knufft und bellt. Neben viel Training muss auch an der Leinenführigkeit gearbeitet werden, weil er mit jedem Menschen Gassi geht – nicht der Mensch mit ihm. Für den verschmusten Wilden suchen wir bis zu seiner Vermittlung Paten!

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TSV Offenburg • 77656 Offenburg • Tel.: 0781 9666760 3Leon, Dackelrüde, 13 J., ist ein typisch dickköpfiger Vertreter seiner Rasse. Der Hunde-Opa kann nicht alleine bleiben und bellt dann sehr ausdauernd. Deshalb haben sich noch immer keine Interessenten gezeigt, die bereit sind, daran und an seiner Erziehung zu arbeiten. Dabei ist er für sein Alter recht fit, hat einen wirklich guten Charakter und ist sehr anhänglich.

4Ben, Doggenrüde, 3 J., wurde nach längerem Pensionsaufenthalt einfach nicht mehr abgeholt. Unser menschenbezogener und neugieriger Schmusebär sucht ein Haus mit Garten bei einer liebevollen Familie mit standfesten Kindern. Gerne hätte er bis zu seiner Vermittlung noch etwas Unterstützung, da er es schwer hat, die passenden Leute zu finden.

4Kira, Oldenburger Stute, 13 J., musste aufgrund einer Stallauflösung umziehen. Wir haben kurzfristig die Möglichkeit geschaffen, sie bei uns unterzubringen. Sie hat ein wirklich sanftes, ausgeglichenes Wesen und liebt trotz ihres Alters lange Ausritte. Eine Beteiligung an den Futterund Unterhaltskosten würde ihr sehr helfen. 3Bonny und 3Clyde, 9 J. und 8 J., wurden einfach in der Wohnung zurückgelassen, die Besitzerin war unbekannt verzogen. Mittlerweile haben sie bereits seit über 4 Jahren ihre Heimat bei uns. Insbesondere Bonny (rechts) ist ein unsicheres Hundemädchen. Ist das Eis gebrochen und hat sie Vertrauen gefasst, so ist sie eine anhängliche und schmusebedürftige Hündin. Clyde (links) ist ein recht ruhiger Rüde, der seine Streicheleinheiten genießt. Beide hängen aneinander und wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass eines Tages jemand mit Hundeerfahrung ihre inneren Werte schätzen lernt und bereit ist, beiden gemeinsam einen schönen Lebensabend zu ermöglichen. Bis dahin wünschen wir uns liebe Paten für sie. 3Live, Staffordshire Terrier, 15 J., wurde nicht zum Wesenstest zugelassen und erhält daher in der Tierherberge seit vielen Jahren sein Gnadenbrot. Der Hunde-Opa ist mit zunehmendem Alter ruhig geworden und genießt kleinere Spaziergänge und viele Streicheleinheiten. Er hat von der Kniescheiben- bis zur Tumor-OP schon so einiges an Wehwehchen durchlitten. Wer mag dem Oldie helfen?

5Lilly, Hausschwein, genießt das Leben bei uns seit 5 Jahren in vollen Zügen. Sie freut sich über jeden Besuch und lässt sich besonders gerne hinter den Ohren kraulen. Ursprünglich kam sie als Pensionstier zu uns, da ihre frühere Besitzerin einsehen musste, dass Hausschweine für die Haltung in Mietwohnungen nicht geeignet sind. Lilly teilt ihr Domizil mit zwei Hängebauchschweinen und darf selbstverständlich ihren Lebens­ abend bei uns verbringen.

4Jack, Rottweiler-Mix, 2 J., kam aus einer schlechten Haltung zu uns. Er wurde vernachlässigt und oft bis zu 3 Tage allein zu Hause gelassen. Er kannte wirklich nichts, auch keinerlei Sozialkontakte. Das zuvor ängstliche und schreckhafte Kerlchen hat sich mittlerweile gut entwickelt und ist ein lernfreudiger, verspielter Schmuser geworden. Leider ist er ein absoluter Pechvogel. Zuerst erlitt er eine lebensgefährliche Magendrehung, sodass er notoperiert werden musste. Dann hat sich herausgestellt, dass seine Hüften schwer geschädigt sind und auch dort wieder eine kostspielige Operation unumgänglich sein wird. Wir würden uns für unseren ungeschliffenen Rohdiamanten sehr freuen, wenn jemand sich an den OP-Kosten beteiligt.

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Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt • 72250 Freudenstadt •Tel.: 07441 95 19 95 3Jerry, Husky-SchäferMix-Rüde, 14 J., stammte ursprünglich aus einem animal-hoarding-Fall und wurde von privat übernommen. Dort haben sich jedoch die familiären Verhältnisse so verändert, dass Jerry in den Tierschutz gegeben werden musste. Leider war er in keinem guten Pflegezustand und benötigt laufend tierärztliche Versorgung. Um ihm nochmals die Chance für seine letzten Lebensjahre in einer Familie zu geben, konnten wir Jerry in einer Dauerpflegestelle unterbringen. Wir würden uns sehr über Paten für Jerry freuen. 4Tayron hat einen langen Leidensweg hinter sich und landete letztendlich bei einer alten Dame, die ihn aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr artgerecht versorgen konnte. So saß der 15jährige, von Arthrose und HD geplagte Tayron bei klirrender Kälte im Garten. Ein aufmerksamer Nachbar legte uns Tayrons Schicksal ans Herz und wir konnten ihn problemlos übernehmen. Nun hat er tollen Familienanschluss in einer Dauerpflegestelle. Wir haben versprochen, die Kosten für diesen alten Hundemann zu übernehmen. Es wäre schön, liebe Paten zur Unterstützung von Tayrons Versorgung zu finden.

TH Beuern, Ein Heim für Tiere e.V. • 34587 Felsberg-Beuern • Tel.: 05662 6482

Hallo, mein Name ist 5Apollo, ein Collie-Schäferhund Mischling, 11 J., bin sehr gut erzogen und mag Menschen sehr gerne, vor allem die Kuschelstunden. Mit anderen Hunden, besonders mit den Mädels, komme ich auch sehr gut zurecht. Trotz meines Alters bin ich so verspielt wie die jüngeren Hunde, nur habe ich bessere Manieren, ein gewisses Alter hat auch seine Vorteile. Allerdings bin ich nicht mehr so fit und benötige wegen meines vergrößerten Herzens und Wasser in der Lunge Medikamente. Und jetzt brauche ich nur noch eins: ein Sofa in einem gemütlichen, familiärem Umfeld mit individueller Betreuung. Wer kann mir das bieten? Ihr werdet es nicht bereuen, ich verspreche es.

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Hallo, ich bin der 5Rocky, Schnauzer-Mix, 16 J.! Leider konnte ich trotz meines Alters nicht bis zum Ende bei meinen Menschen bleiben. Mein Besitzer kam ins Krankenhaus und ich ins Tierheim... Hier und da hat sich bereits das ein oder andere Weh-Wehchen eingeschlichen, so höre ich zum Beispiel nichts mehr und brauche Medikamente für mein Herz. Viel Bewegung brauche ich nicht, gehe aber gerne kleine Runden mit. Eigentlich hatte ich nicht gedacht, dass ich meinen Lebensabend im Tierheim verbringen muss. Deshalb bitte ich euch, mir für die letzte Zeit noch ein bisschen Ruhe und Zuwendung zu schenken! Das Tierheim gibt mich liebevollen Menschen, die etwas Hundeerfahrung haben gern zur Pflege.


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Tierschutzverein Kronach • 96317 Kronach • Tel.: 09261/20111

5Xeno, Hauskatze, 12 J., kastr., ist der Liebling aller Tierpfleger, weil er einfach ein lieber und verschmuster Kerl ist. Bereits über ein Jahr lebt er schon im Tierheim. Leider ist er nicht immer stubenrein und benutzt manchmal ein Körbchen, um sein Geschäft zu verrichten. Aus diesem Grund und wegen seines Alters konnten wir bis jetzt noch keine neue Familie für ihn finden. Es wäre schön, wenn er wenigstens einen Paten hätte.

5Snoopy, Jack Russell Terrier-Mix, 8 J., kastr., ist manchmal ein kleiner Griesgram und braucht Menschen mit etwas Hundeerfahrung, die ihm Grenzen setzen können. Für Kinder ist er nicht geeignet. Er ist topfit, lebenslustig, ausdauernd und für jeden Spaß zu haben. Auch Streicheleinheiten genießt er sehr. Snoopy verträgt sich meist gut mit anderen Hunden. Leider hat er bis jetzt noch niemanden für sich begeistern können, weshalb uns auch ein Pate sehr willkommen wäre.

3Kira, BullterrierMix, 10 J., wurde ausgesetzt. Sie ist bei Fremden anfangs zurückhaltend, aber niemals aggressiv. Schon nach kurzer Zeit, nach ein paar Leckerlis und Streicheleinheiten fasst sie Vertrauen. Sie schließt sich eng an ihre Bezugspersonen an, schmust wie ein Weltmeister und folgt ihnen auf Schritt und Tritt. Kira muss dringend aus dem Tierheim raus, weil sie mit dem Eingesperrtsein und dem Gebell der anderen Hunde nicht klar kommt. Sie regt sich schrecklich auf, rennt hin und her und findet keine Ruhe. Draußen ist sie wie ausgewechselt, entspannt sich und zeigt sich als gemütlicher, angenehmer und sogar eher fauler Wander-Begleiter. Kira sehnt sich so sehr nach einer eigenen Familie, nach Geborgenheit und Ruhe. Leider hat sie aufgrund ihres Alters und ihrer Rasse nur geringe Chancen, adoptiert zu werden. Daher wäre uns auch ein Pate sehr willkommen. 3Tequila, RottweilerAmerican Bulldog, 6 J., hat ihren Wesenstest bestanden und ist gut erzogen. Sie hat ein eher ruhiges Wesen, braucht natürlich trotzdem Bewegung und Auslastung. Im Haus ist sie sauber und angenehm und auch mehrere Stunden Alleinbleiben machen ihr nichts aus. Allerdings hat sie einen stark ausgeprägten Schutztrieb, weshalb man bei fremden Menschen wirklich aufpassen muss. Tequila schließt sich eng an ihr Frauchen oder Herrchen an und sieht nur diese eine Bezugsperson. Sie ist nur für Leute mit viel Hundeerfahrung und ohne Kinder geeignet. Da es schwierig sein wird, den geeigneten Platz für sie zu finden, würden wir uns auch über Paten freuen.

3Jimmy, Schäferhund-Mix, 4 J., kastr., muss bei den Vorbesitzern einen schlimmen Unfall gehabt haben, bei dem sein Kniegelenk vollkommen zersplittert ist. Ohne Behandlung ist es schließlich falsch zusammengewachsen, sodass Jimmy meist mit starken Schmerzen nur auf drei Beinen lief. Nachdem wir vier verschiedene Tierärzte konsultiert hatten, blieb uns nichts anderes übrig, als Jimmys Bein amputieren zu lassen. Die OP hat er gut überstanden und kommt mit seiner Behinderung gut zurecht. Für Jimmy suchen wir Menschen mit viel Hundeerfahrung. Da er in seinem früheren Zuhause nur an der Kette gelebt hat, hat er nie wirklich gelernt, sich unterzuordnen. Er möchte seinen Dickkopf schon gern durchsetzen, wenn ihm etwas nicht passt. Aber ist er ein richtiger Sonnenschein, fröhlich, lebenslustig und verschmust. Bei Fremden ist er anfangs etwas zurückhaltend und misstrauisch, fasst aber schnell Vertrauen. Aber auch für Paten wären wir dankbar, denn Jimmys OP war eine starke Belastung für unseren Geldbeutel.

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Vermittlungstiere Liebe Mitglieder und Tierfreunde, bitte nehmen Sie sich die Zeit und schauen sich auf den nächsten Seiten die von uns vorgestellten Tiere an. Sie alle hatten einmal ein Zuhause. Sie wurden alle abgegeben oder ausgesetzt. Manchmal, weil das Leben der Besitzer wirklich keine Alternative ließ – manchmal, weil die Besitzer egoistisch, herzlos und gleichgültig ihrem Tier gegenüber waren. Die Tiere trifft ein solcher Ausstoß unvermittelt und sie verstehen natürlich gar nicht, warum nun auf einmal alles anders ist als vorher, auch wenn dieses „vorher“ vielleicht nicht schön war. Bitte – wenn Sie sich alles gut überlegen haben, was ein Haustier an Verantwortung, Zeit und Geld mit sich bringt – bitte geben Sie dann diesen Tieren eine Chance. Sie alle haben ein neues Zuhause verdient. Es besteht die Möglichkeit, dass Tiere, die hier vorgestellt werden, bereits vermittelt sind und dies redaktionell nicht mehr erfasst werden konnte. Die Einrichtung in Ihrer Nähe hilft Ihnen gern weiter. Bei Interesse an einem der Tiere wenden Sie sich bitte direkt an den dazugehörigen Projektpartner von aktion tier.

aktion tier-tierheim Crimmitschau-Werdau • 08451 Crimmitschau • Tel.: 03762 705773 3Fine, 3Romeo und 6Bärchen, Goldhamster, mussten wegen einer Allergie abgegeben werden. Fine ist 3/4 Jahr alt und Bärchen und Romeo sind im Februar 2012 geboren. Sie suchen ein Zuhause in welchem sie, da Goldhamster Einzelgänger sind, in einem wirklich großen Käfig mit regelmäßigem Auslauf ziehen können.

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Bärchen

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5Rachel, ca. 4 J., kam als Fundkatze mit ihren Kitten zu uns ins Tierheim. Anfangs ist sie sehr ängstlich, daher suchen wir Menschen, welche viel Einfühlungsvermögen und Geduld bei ihr haben. Andere Katzen wären in ihrem neuen Zuhause kein Problem.


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respektiere e.V. • 42781 Hahn • Tel.: 02129 915779 3Indi, 3/4 J., erobert alle Herzen im Sturm. Der süße Mischlingsrüde ist ein aufgewecktes Kerlchen, der viel erleben will. Indi lernt schnell und nur Spazierengehen ist ihm zu langweilig. Er möchte gefordert werden. Agility und Fährtenlesen wären die richtige Herausforderung. Er ist der ideale Begleiter für Jogger und Radfahrer. Als Kampfschmuser versteht er sich mit großen und kleinen Zweibeinern. Kinder sollten min. zehn Jahre alt sein, da Indi voller jugendlichem Übermuts seine Power oft nicht einschätzen kann. Indi ist kerngesund, mag Artgenossen und Miezen, und sein Jagdtrieb hält sich in Grenzen. Bei Interesse wenden Sie sich an: respekTiere e.V., Martina Peters, Tel. Nr.: 02166 123758 oder 0151 16516281, E-Mail: martina.peters@respektiere.com

4Irina, 3/4 J., ist ein schüchternes Katzen-Mädchen. Fremden traut die lackschwarze Schönheit erst mal nicht über den Weg. Ihr Herz will langsam erobert werden, was mit Leckerchen allerdings bestens funktioniert. Hat man sie für sich gewonnen, ist sie verspielt und lieb. Da Irina scheu und schreckhaft ist, suchen wir einen ruhigen Haushalt. Kinder sollten min. 14 Jahre alt sein. Mit Artgenossen und Hunden versteht sich die kerngesunde Mieze gut. Freigang wäre schön. Irina wird geimpft und gechipt abgegeben. Bei Interesse wenden Sie sich an: respekTiere e.V., Anke Janik, Tel. Nr.: 0172 2491300, E-Mail: anke.janik@ respektiere.com.

4Alvin ist ein Burunduk (sibirisches Streifenhörnchen) und im Dezember 2009 geboren. Für ihn suchen wir dringend ein neues schönes Zuhause, möglichst bei Menschen, welche sich mit dieser Tierart auskennen. Ideal wäre eine große Zimmervoliere und täglicher Auslauf.

3Mr. Melvis, Exotic Shorthair Kater, 3 J., ist sehr lieb und auch verträglich mit anderen Katzen.

5Ivone, 3/4 J., flitzt am liebsten ihrer Spielangel hinterher. Eigentlich findet sie alles interessant, was sich bewegt. Da Ivone neugierig ist, hält ihre anfängliche Scheu vor Fremden nicht lange an. Hauptsache, jemand spielt und schmust mit ihr, dann ist Ivone glücklich. Sie mag Artgenossen, Hunde und sogar laute Staubsauger. Das gesunde Miezchen wird geimpft und gechipt abgegeben. Wer der munteren Zaubermaus Kratzbaum und Körbchen mit Familienanschluss bieten möchte, wendet sich an: respekTiere e.V., Anke Janik, Tel. Nr.: 0172 2491300, E-Mail: anke.janik@respektiere. com.

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• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Boxernothilfe e.V. • 32549 Bad Oeyenhausen • Tel.: 05731 3001465

5Rocco, 1,5 J., sucht dringend ein neues Zuhause, in dem man ihn mit liebevoller Konsequenz erzieht und ihm signalisiert, dass ihm niemand etwas Böses will, Herrchen und Frauchen alles für ihn regeln und er sich auf sie verlassen kann. Rocco zeigt sich bei uns intelligent, lernfähig und verschmust. Er ist mit Hündinnen gut verträglich, bei Rüden entscheidet die Sympathie, nach Eingewöhnung kann er eine angemessene Zeit alleine bleiben und fährt gerne im Auto mit.

5Venja, Boxerhündin, 7 J., hat einen Charme, dem man kaum etwas abschlagen kann. Sie ist ein Clown, freut sich über jede menschliche Zuwendung und ist für jeden Spaß zu haben. Sie würde sich über eine Familie freuen, die alles zusammen mit ihr macht. Denn dabei sein ist für Venja alles. Ihr überaus nettes Wesen macht sie zum Liebling ihrer Pflegefamilie. Venja kann nur als Einzelhund vermittelt werden, da sie bisher auch immer alleine war. Katzen mag sie nicht. Venja kann eine gewisse Zeit artig alleine bleiben. Sie ist sehr sympathisch und ihre neue Familie wird bald merken, was sie für eine nette Begleiterin ist. Wir geben Venja gechipt, geimpft und entwurmt ab.

6Julia, Boxer, 8 J., sucht aufgrund der Erkrankung ihres Herrchens ein neues Zuhause. Julia ist zu dick und bei uns auf Diät gesetzt worden. Man könnte denken, es hat ihr noch niemand gesagt wie alt sie ist, denn Julia tobt gerne, spielt gerne und ist eine total lustige Boxerin. Julia kommt auf den Bildern etwas ängstlich rüber. Das liegt aber nur daran, dass sie vor der Kamera Angst hatte, Menschen liebt sie über alles. Sie könnte auch gerne bei einem netten Rüden einziehen, denn Julia ist gut sozialisiert. Sie lebt zurzeit sogar mit einer Hündin zusammen. Julia ist eine von den Hündinnen, die nur Liebes im Sinn hat und wir suchen ein Zuhause für sie, wo man ihre liebe Art zu schätzen weiß.

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5Gino, Boxer, 2 J., lebte bis jetzt in einem Rudel von 4 Boxern. Es war auch alles harmonisch, aber seitdem auch Gino erwachsen ist, gibt es in manchen Situationen Rangeleien unter den beiden Rüden. Die Familie hat sich schweren Herzens zur Abgabe des jüngsten Boxers, also von Gino, entschieden. Da sich Gino sehr sozial verhält, könnten wir uns vorstellen, dass er bei einer verträglichen Hündin einziehen könnte. Gino kann etwas alleine bleiben, obwohl bisher immer noch mindestens ein Hund dabei war. Er fährt gerne im Auto mit und er ist ein exzellenter Schwimmer, der im Sommer das kühle Nass liebt. Gino ist zu Menschen jeden Alters lieb und guckt täglich Schwanz wedelnd durch den Zaun, wenn die Kinder aus der Schule kommen. Wir suchen für ihn nun ein Zuhause mit Leuten, die das Zusammenleben mit Boxern kennen und ihn mit offenen Armen empfangen.


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TSV Korbach u.U. e.V. • 34487 Korbach • Tel.: 05631 3970 4Yam und 4Tammo, schon etwas älter und eher ruhig. Die beiden wurden zusammen abgegeben und trauern sehr im Tierheim. Gesucht wird ein ruhiger Haushalt ohne andere Katzen, vielleicht mit der Möglichkeit zum Freigang.

3Yukon, Perserkater, 7 J., ist sehr schmusig, sucht Prinzenplatz, da er bei uns im Tierheim alles vermöbelt. 4Paulchen, Karthäuserkater, 10 J., ist sehr lieb und verschmust. Er kam mit ständigem Durchfall zu uns und es besteht der Verdacht auf eine chronische Dickdarmentzündung. Paulchen bekommt Spezialfutter.

3Arco, Labrador-Rüde, 8 J., kastr., hat in seinem bisherigen Leben wenig Kontakt zu seinen Menschen. Er lebte nicht im Haus und streunte gerne im Dorf herum. Daher möchte Arco jetzt gerne überall dabei sein. An seiner Grunderziehung sollte noch etwas gearbeitet werden. Mit Kindern kommt er super zurecht, auch Katzen stellen kein Problem dar. Andere Rüden mag er eher nicht. Ideal wäre ein Zuhause mit eingezäuntem Grundstück und Menschen, die es nicht stört, wenn Arco seinen Platz auch im Schlafzimmer hätte. 3Larry, Deutsch-Drahthaar­ rüde, 5 J., kastr., ist sehr menschenbezogen, der mit dem Tierheimleben so gar nicht klar kommt. Jagdlich geführt wurde er wohl nicht, Grundgehorsam ist vorhanden. Larry sollte eher nicht zu kleinen Kindern, auf keinen Fall zu Katzen und Kleintieren und nicht unbedingt zu anderen Rüden. 3Estrella, spanische MixHündin (evtl. Galgo-Einschlag), 6 J., kam schon zweimal aus der Vermittlung zurück. Ihr Problem ist ihre extreme Anhänglichkeit. Sie vereinnahmt ihren Menschen auf liebevollste Art, und was man so liebt, das teilt man nicht. Nicht mit anderen Menschen und auch nicht mit Artgenossen. Im Tierheim merkt man davon nichts, hier teilt Estrella sogar ihr Körbchen. Am Hinterlauf hat sie eine alte, in Spanien nicht behandelte Fraktur, die jetzt leider nicht mehr erfolgversprechend behandelt werden kann. Sie ist dadurch aber kaum eingeschränkt, überklettert auch munter unsere Tierheimzäune. Gesucht werden konsequente Menschen, die unser Sorgenkind klar einordnen können.

Yam

Tammo

4DJ, DSH-Rüde, 4 J., sucht dringend ein Zuhause. Die neuen Besitzer sollten Erfahrung im Umgang mit beutetriebstarken Hunden haben und den wunderschönen Kerl seinen Veranlagungen entsprechend sinnvoll fördern können. DJ bindet sich schnell und liebt dann seine Bezugsperson mit Haut und Haaren. Kinder, Katzen und Kleintiere sollten im neuen Zuhause besser nicht vorhanden sein. Eine souveräne, kastrierte Hündin oder eventuell auch ein kastrierter Rüde wären allerdings gut denkbar. Im Tierheim ist er hoffnungslos unterfordert.

TRAG ZU JACKY + + + NACH + NACHTRAG ZU + + Y CK JA zu + + + NACHTRAG

Happy End für Jacky In Heft 1/2012 wurde über den ausgesetzten DSH Jacky berichtet. Er hat es geschafft und ein liebevolles neues Zuhause gefunden. Seine neuen Menschen scheuen weder Kosten noch Mühe, ihn sein miserables Vorleben vergessen zu lassen. Mit dem gleichaltrigen Schäferhund Thor, der auch aus dem Tierschutz kommt, hat er einen guten Freund gefunden. Leider blieben die Versuche, den Verantwortlichen für Jacky’s schlimmen Zustand zu finden, erfolglos. Wir wünschen Dir, Jacky und Deinen Menschen eine noch möglichst lange, gemeinsame Zeit.

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TH Beuren „Ein Heim für Tiere“ e.V. • 34587 Felsberg-Beuern • Tel.: 05662 6482 Hallöchen, mein Name ist 3Vicky, Europäische Hauskatze, 2 J., und seit dem 15.09.2011 bin ich im Tierheim Beuern. Bei euch Menschen nennt man mich „Glückskatze“. Wie man vermutet, passt diese Bezeichnung auch zu meinem Charakter, ich bin eben wie das Glück, mal braucht es Zeit, mal bin ich da, mal bin ich weg. Wenn Du magst, kannst Du ja gerne Dein Glück versuchen. Freuen würde ich mich auf jeden Fall.

Hallo, mein Name ist 4Chirin, Europäische Hauskatze, 3 J., kastr., und seit dem 08.09.2010 bin ich im Tierheim Beuern. Die Nähe der Zweibeiner genieße ich sehr, besonders die Streicheleinheiten. Also kannst Du sicher sein, dass ich mir diese immer wieder abholen komme, wenn ich von meinen abenteuerlichen Streifzügen Heim kehre. Jetzt musst Du mich nur noch abholen und schon umgarnt Dich eine verschmuste Haus und Gartenkatze. Bis bald!

3Nicky und 3Motte, Mischling und Australian Shepard Mix, 9 J. und 12 J.. Die gestandene Seniorin Motte hat schon Einiges in der Welt erschnuppert. Motte leidet aufgrund ihres Alters an einer leichten Sehschwäche und an Epilepsie. Nicky kümmert sich jeMotte doch um die ältere Motte und profitiert von ihrer Lebenserfahrung. Sie sind ein tolles Team, dem es nicht an Lebensfreude fehlt und die einfach zusammen gehören. Wer schenkt den beiden Hündinnen ein liebevolles Zuhause?

Nicky

3Joschi und 3Jacky, Labradore, 9 J. und 8 J., kastr., sind seit dem 01.08.2011 im Tierheim. Sie sind sehr lieb, verschmust und Menschen gegenüber beide sehr freundlich und aufgeschlossen. Katzen mögen sie leider gar nicht und bei Artgenossen entscheiden sie selber, wen sie mögen und wen nicht. Sie haben einen sehr guten Grundgehorsam und fahren gut im Auto mit. Es wäre sehr schön, wenn sie in eine Familie mit Kindern vermittelt werden könnten. Sie waren ihr ganzes Leben zusammen und würden sich freuen, wenn sie zusammen bleiben dürften. Wer gibt ihnen ein schönes Zuhause? Mein Name ist 3Odin und ich bin ein Deutscher Schäferhund. Am 01.11.2011 hat mich mein Besitzer dem Tierheim übergeben, da er mich nicht artgerecht halten und versorgen konnte. Ich wurde eine Zeit lang in einer Pflegestelle untergebracht und versorgt. Da ich viel Zeit alleine verbringen musste und sich niemand kümmerte bevor ich ins Tierheim kam, habe ich mir ein „Hobby“ gesucht: Schwanzjagen und Schwanzbeißen. Das führte dazu, dass meine Rute dauerhaft total entzündet war und ich natürlich immer wieder daran wollte – ein Teufelskreis! Am 06.12.2011 erfolgte die Amputation und dabei auch die Kastration. Die Operationen habe ich gut überstanden und habe mit einem Training begonnen! Ich habe neue Hunde kennengelernt und habe meine Leute, die mich ausführen. Soweit habe ich mich also schon gut entwickelt, bin ruhiger geworden, entspannter und glücklicher! Es ist besonders wichtig für mich, dass ich mich auf die wesentlichen Dinge verlassen kann. Ich suche ein Zuhause bei ruhigen, souveränen Menschen, die mein Trainingsprogramm mit mir weiterdurchlaufen. Ihr kriegt dafür einen treuen, wachsamen Begleiter, der immer bereit ist, für euch Partei zu ergreifen und mit euch Zeit zu verbringen!

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Nothilfe für Polarhunde e.V. • Freudenstadt • Tel.: 07441 95 19 95

Hallo, mein Name ist 5Norman, bin eine Europäische Hauskatze, 5 J., kastr., und seit dem 23.02.2011 im Tierheim Beuern. Ich habe schon viel überstanden, wie z.B. einen Autounfall. Desweiteren leide ich unter Diabetes. Das hört sich vielleicht schlimm an, ist es aber nicht. Ich benötige 2 x täglich eine Insulinspritze, wie viele Menschen auch und daher ist es für mich wichtig, dass ich mich nur drinnen aufhalte. Dadurch steht aber einem glücklichen Katzenleben nichts im Weg. Trotz meiner Erfahrungen bin ich ruhig, verschmust und freundlich zu Menschen. Jetzt fehlt nur noch ein ruhiges Zuhause bei einer netten Seele, die sich um mich kümmert.

5Medusa, Europäische Hauskatze, 4 J., kastr., wurde in Melsungen gefunden. Medusa entscheidet sofort, ob sie einen mag oder nicht, doch wen sie erst einmal ins Herz geschlossen hat, den umgarnt sie ganz und gar mit ihrer besonderen Art. Medusa ist eine optimale Einzelkatze und sollte in ihrem neuen Heim auch Freigang haben. Nun sitzt sie schon seit fast 2 Jahren im Tierheim und wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich wieder die Welt zu erforschen und von lieben Menschen verwöhnt zu werden. Wer möchte Medusa ein neues Zuhause geben, in dem sie sich wohlfühlen kann?

3Kim, Sib. Husky-Hündin, 9 J., stammt aus Lanzarote und wurde in Deutschland in ein größeres Hunderudel integriert, das mittlerweile aufgelöst wurde. Nun wartet Kim auf einer privaten Pflegestelle auf eine neue, endgültige Bleibe. Sie hatte bei ihrer Ankunft eine Bindehaut- und Ohrenentzündung, was aber erfolgreich behandelt werden konnte. Schwieriger ist der Umgang mit ihrem ausgeprägten Futterneid, sodass wir für sie ein Zuhause bei hundeerfahrenen Menschen ohne kleine Kinder suchen. Auch an der Stubenreinheit muss noch etwas gearbeitet werden, aber allmählich begreift Kim, dass sie ihre Geschäfte draußen verrichten sollte. Positiv ist, dass Kim sich draußen mit allen Hunden und Pferden versteht, Katzen kennt sie nicht, spielt auch gerne mal, läuft sehr angenehm an der Leine und hört sehr gut. Selbst bei Restaurantbesuchen ist sie unauffällig, also durchaus alltagstauglich.

4Lady, Sib. Husky-Hündin, 12 J., kastr., stammt aus einem sportlich geführten Rudel und wurde wegen Zeit- und Geldmangel abgegeben. Trotz ihres Alters empfindet sich Lady noch nicht als Rentnerin. Noch immer ist sie gerne unterwegs und will gefordert werden – wenn auch nicht mehr so extrem wie in ihrer aktiven Sportlerzeit. Lady war ein Zwingerhund, ist aber auf ihrer jetzigen privaten Pflegestelle absolut stubenrein und hat schnell die Annehmlichkeiten eines „Haushundes“ schätzen gelernt. Einzig das alleine bleiben macht ihr etwas Probleme, sodass wir Interessenten mit viel Zeit suchen oder solche, die Lady mit zur Arbeit nehmen können, denn als „Bürohund“ hat sie sich bereits bewährt. Eine Vermittlung zu einem Rüden wäre denkbar, auch wenn Lady bei der ersten Begegnung oftmals etwas zickig reagiert. Bei Geschlechtsgenossinnen ist Vorsicht angesagt, da könnte es zu ernsthaften Auseinandersetzungen kommen. Katzen und andere Tiere sind auch nicht empfehlenswert. Gegen Kinder hätte die verschmuste Lady nichts einzuwenden.

4Lou, Eurasier-Mix-Hündin, 1,5 J., wurde wegen Desinteresse abgegeben. Sie hatte wenig Kontakt zu Menschen und begegnet diesen erst einmal mit Misstrauen. Erstaunlicherweise kommt sie meistens mit Kindern besser klar als mit Erwachsenen. Ihrem Pflegeherrchen hat sie sich jedoch eng angeschlossen und liebt ihn über alles, aber leider kann er sie nicht auf Dauer behalten. Auf andere Hunde kann Lou gut verzichten, die sind nur unnötige „Konkurrenz“. Katzen und sonstige Kleintiere taugen höchstens als Jagdobjekte. Wegen ihres ausgeprägten Jagdtriebes muss sie beim Spaziergang zwingend angeleint bleiben. Um sich Lous Vertrauen zu erarbeiten, braucht es einige Zeit und Fingerspitzengefühl. Ist aber das Eis erst einmal gebrochen, hat man eine treue Begleiterin und Beschützerin an der Seite.

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Berliner Katzenschutz e.V. • 14542 Glindow • Tel: 03327 42587 Ich bin 3Kriti, 14 J., anfangs etwas schüchtern und ängstlich. Wenn ich aber Vertrauen zu meiner Bezugsperson habe, dann schmuse ich sehr gerne. Ein Zuhause mit Freigang wäre für mich ideal, da ich es mein Leben lang so kenne. Artgenossen sind nicht so mein Fall, daher wäre es schön, wenn ich meine Leute für mich alleine haben könnte. Wer gibt mir eine Chance trotz meines Alters?

Ich heiße 4Sahra, 3 J., und bin Fremden gegenüber noch sehr misstrauisch und ängstlich. Wenn ich aber erst einmal Vertrauen zu meinen Menschen gefasst habe, schmuse ich sehr gerne. Aber man sollte mir die Zeit geben, die ich brauche. Denn von heute auf morgen geht das nicht. Wer gibt mir eine Chance und nimmt mir meine Unsicherheit?

Ich bin 5Jilli, 4 J., und die Schwester von Jacki – es wäre ideal wenn wir zusammen bleiben könnten, denn wir mögen uns sehr und sind nun schon unser Leben lang zusammen. Nun zu mir: Ich bin anfangs noch etwas schüchtern, taue aber schnell auf und schmuse dann sehr gerne. Allerdings spiele ich auch noch sehr gerne. Wer gibt uns zusammen eine Chance?

Ich heiße 3Lydia, 5 J., bin sehr verschmust, höre auf meinen Namen und komme auf Zuruf. Es wäre schön, wenn in meinem neuen Zuhause schon eine Katze vorhanden wäre, denn ich bin gut verträglich. Ein Zuhause mit Freigang ist bei mir ein Muss. Wer nimmt mich bei sich auf und lernt mich kennen?

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Ich bin 3Jacki, 4 J., und der Bruder von Jilli. Wenn wir umziehen, dann möchten wir gerne gemeinsam zu unseren neuen Dosenöffnern gehen. Ich würde mich sehr freuen, denn im Gegensatz zu Jilli bin ich noch sehr ängstlich und bleibe sicherheitshalber erst einmal in meiner Höhle. Wenn ich aber Vertrauen gefasst habe, dann bin auch ich sehr schmusig und verspielt. Wer gibt uns die Zeit und trennt uns nicht?

Ich heiße 3Lilly, 10 J., und bin nicht ganz so einfach. Jeder, der mir zu nahe kommt, wird erst einmal angeknurrt. Anders konnten die Pfleger mich noch nicht kennenlernen, was die Vermittlung nicht gerade leichter macht. Ich kann sehr gut als Wohnungskatze leben, denn ich habe es bisher nicht anders kennen gelernt. Wer gibt mir eine Chance und lernt mich kennen?

Wir sind 6Calimero und 6Mona, 3 J. und 2 J., und haben uns hier kennen und lieben gelernt. Leider sind wir beide noch nicht handzahm. Bei Leckerchen kommt Mona allerdings schon bis an die Hand. Wir können als Wohnungskatzen gehalten werden. Wer gibt uns eine Chance und lässt unsere „Liebe“ bestehen?


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Tierschutz Roggendorf u.U. e.V. • 19205 Roggendorf Tel.: 03887 631863 3Felix, Stafford-Mix, 3 J., kastr., wurde nachts an einem Bushäuschen angebunden aufgefunden. Er liebt lange Spaziergänge und seinen Fußball. Mit Hündinnen ist er bedingt verträglich. Er sucht junge, sportliche Leute!

Ich heiße 5Adele, 5 J., bin anfangs sehr ängstlich und misstrauisch Fremden gegenüber. Habe ich aber allerdings erst einmal Vertrauen gefasst, schmuse und spiele ich auch sehr gerne. Ein Zuhause mit Freigang wäre schön. Wer gibt mir die Zeit, die ich brauche?

Ich heiße 5Lisa, 6 J., und wie ihr seht, schiele ich ein wenig. Da ich nicht alles gleich richtig sehen kann, deute ich manche Situationen falsch und hau auch mal zu meiner Sicherheit zu. Aber ich kann auch richtig schmusig sein, wenn ich will. Ein Zuhause als Einzelkatze wäre schön, denn Artgenossen kann ich gar nicht leiden. Wer gibt mir trotz Handicap eine Chance und kommt mich besuchen? Ich heiße 6Lady, 1 J., und bin noch sehr scheu und lasse mich noch nicht anfassen und verstecke mich erst einmal. Da ich mich sehr gut mit Artgenossen verstehe, wäre es schön, wenn in meinem neuen Zuhause schon eine Katze vorhanden wäre. Oder man nimmt mich einfach mit meiner Freundin bei sich auf! Wer gibt mir eine Chance und macht einen Schmusetiger aus mir?

4Hatch, DSH-Mix, 8 J., kastr., wurde aus schlechter Haltung befreit. Er ist sehr agil und trotz seiner traurigen Vergangenheit strotzt er vor Lebensfreude, ist gehorsam und anhänglich und als Zweithund geeignet. Er springt über Zäune und jagt auch mal Katzen. Ein Bein musste ihm nach einer Ellenbogenfraktur amputiert werden. (Hier noch ein Bild vor der OP.) Hat er noch eine Chance? 3Inka, SH-Malinois-Mix, 8 J., kastr., ist seit Januar 2010 im Tierheim. Sie wurde wegen Umzug abgegeben. Sie liebt das Autofahren, sollte nicht zu kleinen Kindern, Katzen und Kleintieren. Sie ist eine sensible Hündin, die in ihrem neuen Zuhause ganz viel Zuwendung sowie körperliche und geistige Beschäftigung braucht.

5Rocky, DSH, 5 Jahre, ist seit Juni 2011 im Tierheim. Er ist sehr gelehrig und aufmerksam mit gutem Grundgehorsam, gut leinenführig, braucht konsequente Führung. Hundeerfahrung sollte vorhanden sein, für Sie wird er ein wunderbarer Begleiter werden!

3Gino, Malinois 7 J., kastr., ist seit Februar 2010 nach einer Beschlagnahmung im Tierheim. Er ist ein schwieriger Hund, denn nach mehreren Beißvorfällen kam er aus der Vermittlung zurück. Im Tierheim haben wir keine Probleme mit ihm. Gino sucht hundeerfahrene Leute.

4Danko, DSH 4 J., kastr., ist seit Januar 2012 im Tierheim, kam in einem sehr schlechten Allgemeinzustand, zeigt sich aber sehr lieb und verschmust, ist sehr lernwillig und braucht viel Beschäftigung, geht gerne Spazieren, möchte das Tierheim schnellstens verlassen, da er sehr menschenbezogen ist.

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Tierschutzinitative Odenwald e.V. • 64658 Fürth • Tel.: 0700 04106666 3Rudi, 3 J., hat bis vor kurzem auf der Straße gelebt. Mit einem großen Loch in der Wange wurde er aufgelesen und gesund gepflegt. Leider ist Rudi FIF positiv. Mit einem warmen, liebevollen Plätzchen, guter Pflege und Fütterung kann er dennoch sehr alt werden. Auf der Pflegestelle leidet er unter den anderen Katzen, die ihn nur bedingt tolerieren. Rudi sucht dringend eine ruhige liebevolle Heimat, die er längst verdient hat.

6Nanuk und 4Mika, Geschwisterpärchen, sind nun schon einige Zeit auf einer Pflegestelle unter gebracht und sehnen sich sehr nach einem endgültigen Zuhause. Mika hat nur drei und ein halbes Beinchen, was sie aber kaum beeinträchtigt und sie ist flink und mit voller Lebensfreude unterwegs. Beide sind kastriert, geimpft und entwurmt. Sie möchten ein endgültiges Zuhause, bei der sie nach Eingewöhnung unbedingt wieder Freigang haben dürfen.

Nanuk

Mika

Albert-Schweitzer-Tierheim ohne Gitter • 47559 Kranenburg-Mehr • Tel.: 02826 92060 3Suso, Galgo, 9 J., hat ein bezauberndes Wesen, ist menschenbezogen und sehr lieb. Kinder mag er und versteht sich sehr gut mit anderen Hunden. Auch ist er stubenrein und kann auch prima mal alleine bleiben. Er liebt ein kuscheliges Schlafplätzchen. Dringend suchen wir ein schönes Zuhause für unser Sensibelchen.

6Melon, Terrier-Corgi-Mischling, 1,5 J., wurde aus Zeitmangel abgegeben. Er ist kinderlieb und mag andere Hunde. Melon ist stubenrein und kann auch mal alleine bleiben. Gerne geht er spazieren. Wer nimmt ihn zu sich?

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4Fatima, Podenco-Baby, wurde am 20.11.2011 geboren. Sie wurde mit ihrer Schwester Morgana als ganz kleines Baby abgegeben. Nun suchen wir für sie ein schönes Zuhause. Sie ist menschenbezogen und sehr verschmust. Gerne geht sie spazieren und erkundet die Welt. Wie ein kleines Reh hüpft sie durchs Gras und ist einfach nur niedlich. Ihr Babyfell fühlt sich an wie Samt und Seide. Wer nimmt die Süße zu sich?

4Zar, Berger-PicardLabrador-Mischling, 2 J., ist sehr lieb und bescheiden, mag Kinder und findet andere Hunde toll. Auch geht er gerne spazieren. Wer nimmt den Schönling zu sich?


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Tierschutzinitative Odenwald e.V. • 64658 Fürth • Tel.: 0700 04106666 3Max und 3Moritz, 2 J., haben ihr Frauchen auf tragische Weise verloren und suchen nun dringend eine neue Bleibe, in der sie sich wieder ganz zuhause fühlen dürfen. Beide Kater sind kastriert, geimpft und gechipt und ganz unkomplizierte Zeitgenossen. Wichtig wäre für sie Freigang, am liebsten am Feld oder Waldrand, wo sie wie gewohnt, ausgiebig durch die Natur streifen können. Sie könnten auch getrennt vermittelt werden, aber es wäre natürlich großartig, wenn die beiden zusammenbleiben dürften.

4Pedro und 4Willy, 1 J., leben bei einem Pflegefrauchen und suchen auf diesem Wege ein liebevolles Zuhause. Sie sind entwurmt, kastriert und tätowiert. Sie sind zwei richtige Lausbuben mit allerlei jugendlichen Flausen im Kopf, harmonieren beide ganz wunderbar und möchten auch unbedingt zusammenbleiben. Fremden gegenüber sind sie anfangs noch etwas misstrauisch und zurückhaltend und brauchen ein Weilchen, um „warm“ zu werden. Wer möchte zwei Odenwälder Lausbuben ein kuscheliges Heim bieten?

Albert-Schweitzer-Tierheim ohne Gitter • 47559 Kranenburg-Mehr • Tel.: 02826 92060 6Bolo, Pinscher-Mischling, 7,5 J., ist stubenrein und kann prima mal alleine bleiben. Besonders gerne fährt er im Auto mit. Schöne Spaziergänge gefallen ihm gut. Er verträgt sich gut mit anderen Hunden. In seinem neuen Zuhause würde er die Aufmerksamkeit aber nicht so gerne teilen, daher ist er prima als Einzelhund geeignet. Kinder sollten in der Familie schon etwas größer sein. Bolo ist ein liebenswertes, selbstbewusstes Kerlchen. Für seine Leute würde er durchs Feuer gehen.

6Tordo, Rauhaar-Podenco, 2 J., hat ein liebes Wesen, ist anhänglich und sehr verschmust. Er mag Kinder und versteht sich sehr gut mit anderen Hunden. Besonders gut gefallen ihm schöne Spaziergänge. Wer nimmt den Hübschen zu sich?

4Puska, Pinscher-Misch­ lingshündin, 1 J., wurde mit ihrer Mama und ihren Geschwistern ausgesetzt. Alle kamen ins Tierheim. Puska ist sehr lebensfroh und lieb. Gerne geht sie spazieren. Kinder und andere Hunde findet sie toll. Wer nimmt diese süße Hündin?

4George, Podenco, 5 J., hat fast sein ganzes Leben in einem minikleinen Zwinger in einem spanischen Tierheim verbracht. Trotz dieser schrecklichen Haltung ist er stubenrein und einfach nur lieb. Er mag Kinder und versteht sich bestens mit anderen Hunden, liebt schöne Spaziergänge und freut sich über jede Zuwendung. Er hat ein aufgeschlossenes Wesen und ist sehr anhänglich. Wer zeigt diesem Goldschatz endlich die Sonnenseiten im Leben?

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Tierschutzverein Kronach • 96317 Kronach • Tel.: 09261/20111 3Fabian, Husky-Podenco, 3 J., kastr., zeigt sich anfangs gern als kleines Angsthäschen, doch man kann sein Vertrauen sehr schnell gewinnen. Hat er sein Schneckenhaus erst einmal verlassen, stellt man schnell fest, dass er ein richtiger vorwitziger kleiner Frechdachs ist, der für jeden Unsinn zu haben ist und mit Begeisterung spielt und herumtollt. Fabian ist aber auch sensibel, anhänglich und verschmust. Er braucht noch etwas Erziehung und ist problemlos mit allen Menschen (auch Kindern).

5Jamie, Hauskatze, 8 J., kastr., ist mit seinen über 7 kg sicher der größte und schwerste Kater, den wir jemals im Tierheim hatten. Er ist ein stattlicher Brocken und eine echte Schönheit (er ist aber nicht taub wie so viele andere weiße Katzen). Jamie ist zutraulich und immer in der Nähe seiner Bezugspersonen, um alles genau zu beobachten und ab und zu ein paar Streicheleinheiten zu ergattern. Er ist völlig problemlos, kinderlieb, verträglich und einfach ein guter Kerl. Jamie würde sich über ein Zuhause mit Freigang sehr freuen.

6Strolch, Schäferhund-Berner Sennenhund-Mix, 1 J., ist bei Fremden zunächst etwas zurückhaltend, fasst aber schnell Vertrauen und liebt seine Familie abgöttisch. Auch mit Kindern und den meisten anderen Hunden kommt er prima zurecht. Leider hat Strolch das Alleinbleiben noch nicht gelernt, daher suchen wir für ihn Menschen mit Hundeerfahrung, die ihn auslasten und mit ihm umgehen können.

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4Yukon, Hauskatze-Perser-Mix, 10 J., kastr., ist anfangs etwas schüchtern und geht nicht von allein auf Besucher zu. Wendet man sich ihm dann aber zu, freut er sich sehr über Streicheleinheiten, räkelt sich genüsslich und schnurrt. Er sehnt sich so sehr nach Geborgenheit und einem richtigen Zuhause! Besonders wichtig wäre für Yukon, auch ab und zu draußen umherstreifen zu dürfen, da er seine Freiheit im Tierheim schmerzlich vermisst.

4Lucy, Redtick Coonhound-Mix, 1 J., kastr., ist ein Energiebündel und braucht viel Auslauf, Beschäftigung und auch noch etwas Erziehung. Besonders liebt sie Stöckchen und Spiele aller Art. Sie ist kein Hund für „Couch-Potatoes“! Auch Hundesport würde ihr gefallen. Lucy ist bei allen Menschen lieb und mag auch Kinder gern. Bei Hunden kommt es auf die Sympathie an.

4Bandit, Dt. Schäferhund, 4 J., ist ein richtiges Energiebündel, das zwar schon sehr viel gelernt hat, aber auch weiter ausgelastet werden muss. Dazu gehören nicht nur lange Spaziergänge, sondern auch das Erlernen von Kommandos aller Art. Auch für Hundesport wäre Bandit sicher gut geeignet. Der stürmische Wirbelwind ist freundlich zu allen Menschen, kinderlieb, absolut gutmütig und begrüßt selbst Fremde herzlich. Leider versteht sich Bandit überhaupt nicht mit anderen Hunden oder Katzen.


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Tierschutzverein Kronach • 96317 Kronach • Tel.: 09261/20111 3Rocky, Schäferhund-Mix, 1 J., ist ein Sonnenschein wie aus dem Bilderbuch, freundlich zu allen Menschen, kinderlieb, gutmütig und verträglich mit Hunden und Katzen. Er braucht natürlich noch etwas Erziehung und muss ausgelastet werden, bringt aber beste Voraussetzungen mit und ist sehr lerneifrig. Für ein Lob und ein paar Streicheleinheiten würde er alles tun.

4Daro, Boxer, 3 J., ist ein Traum von einem Boxer: überaus freundlich zu allen Menschen, kinderlieb, gutmütig und anhänglich. Mit seinem typischen BoxerSchmuseverhalten hat er längst alle Tierheim-Besucher um die Pfote gewickelt. Man muss ihn einfach knutschen und knuddeln! Daro braucht viel Auslauf und möchte ausgelastet sein, ist Zuhause aber eher ruhig, angenehm und brav.

3Pavel, Tschechoslowakischer Wolfshund-Mix, 3 J., kastr., ist ein richtiges Energiebündel und noch absolut unerzogen. Er bräuchte dringend eine erfahrene Familie, die viel mit ihm arbeitet, dem rüpelhaften Frechdachs etwas Benimm beibringt und ihm durch konsequente Führung Halt und Richtung gibt. Pavel ist durchaus lernbegierig und freut sich riesig, wenn man sich mit ihm beschäftigt. Auch viel Auslauf ist für ihn Pflicht. Pavel ist bei Fremden wachsam, den eigenen Leuten gegenüber aber sehr anhänglich und freundlich.

6Goldi, Hauskatze, 8 J. kastr., gehört zu dem Typ, der erst etwas zurückhaltend ist und nicht sofort auf Besucher zugeht. Daher fällt er niemandem so wirklich auf. Dabei ist Goldi nicht scheu, sondern lässt sich sogar sehr gern streicheln. Hat er sich erst einmal an jemanden gewöhnt, zeigt er sich sehr anhänglich, anschmiegsam und zärtlich. Goldi bräuchte ein Zuhause mit Freigang, andere Katzen sind kein Problem.

4Lena, Dt. Kurzhaarmix, 7 J., kastr., ist eine Sportskanone und sucht Gleich­ gesinnte! Gemeinsam durch Wald und Wiesen streifen, Neues kennen­ lernen, gerne auch Joggen – Hauptsache, es wird nicht langweilig! Auch Erziehung hat dieser Wirbelwind noch nötig. Lena stammt aus der Animal Hoarding-Hölle von Vitzeroda und hat daher einen großen Nachholbedarf. Sie ist für alles offen und steht schon in den Startlöchern für eine interessante Zukunft. Leider konnte sie bisher noch niemand für sich begeistern, dabei ist sie sehr freundlich zu allen Menschen, kinderlieb und lässt alles mit sich machen. Nur bei anderen Tieren ist mit ihr nicht gut Kirschen essen.

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Adressen und Ansprechpartner Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde, gerne können Sie sich bei unseren unten stehenden eigenen Projekten im In- und Ausland sowie den Einrichtungen unserer Projektpartner telefonisch oder auch via ­Internet noch näher über die jeweilige Einrichtung informieren. Liebe Projektpartner, bitte setzen Sie uns stets über jede Änderung zu Ihrer Einrichtung in Kenntnis. Vielen Dank. Land

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

Bolivien

La Paz, 5100 Casilla

Postanschrift Deutschland: Stefan Hebele, Im Freihöfl 12, 85057 Ingolstadt

Animales SOS Bolivien www.animalessos.org, hebele_stefan@yahoo.com

Stefan Hebele

08092 851092

Bulgarien

9300 Dobrich

„Boulevard 25. Sep­tem­­ ber“ Nr. 96, Postan­schrift Dtl.: Dt.-Bulg. Strassen­ tiernothilfe, Grigor Dimitrov, Frankfurter Str. 105, 35315 Homberg/Ohm

Kastrationszentrum und Tierheim Dobrich

Kontakt Dtl.: Grigor Dimitrov

06633 919865

06633 918979

Bulgarien

9700 Schumen

Industriegebiet Nr. 2 Postanschrift Dtl.: siehe Tierheim Dobrich

Kastrationszentrum und Tierheim Schumen

Kontakt Dtl.: Grigor Dimitrov

06633 919865

06633 918979

Bulgarien

7000 Rousse

„Boulevard Bulgarien“ Nr. 312, Postanschrift Dtl.: siehe Tierheim Dobrich

Kastrationszentrum und Tierheim Rousse

Kontakt Dtl.: Grigor Dimitrov

06633 919865

06633 918979

Bulgarien

1421 Sofia

Ul. Ljuba Welichkova 48 Kw. „Hladilnika“ Postanschrift Dtl.: siehe Tierheim Dobrich

Tierheim Nadeshda

Frau Wassileva Kontakt Dtl.: Grigor Dimitrov

00359 2 9624219 Mobil: 00359 899 235019 Dtl.: 06633 919865

Dtl: 06633 918979

Rumänien

Bucuresti Sector 6

Drumul Sabareni, Nr. 69-73, Bucaresti Sector 6, Postanschrift Dtl.: Südeuropäische Tier­­hilfe e. V., Sigurd Tenbieg, Nassauer Mauer 2, 47533 Kleve

aktion tier Projekt: „aktion tier Christi Bukarest“ Dog Shelter, Giulesti, Drumul Sabareni, Nr. 69-73; Associatia “Prietenii animalelor” Romania, www.rumaenientierhilfe.de

Dr. Ionut Moise Dr. Vlad Saplacan

0040 212200530 Sigurd Tenbieg: 02821 14401

0040 212200530 Sigurd Tenbieg: 02821 13980

Slowakei

SK-96681, Zarnovica

Revist’ské Podzámcie c 41

Hundeauffangstation, Obcianske zdruzenie, Bergtierheim Podzámcie – domov pre opustené zvieratá, Bystricka, www.bundasik.sk, bergtierheim@gmx.de

Jozefina Dankova

00421 915845076

00421 45 6814 412

Spanien

38611 San Isidro

Poligono Industrial de Gra­ nadilla, Parque Eólico de ITER, Tenerife

aktion tier Projekt: aktion tier-Tierheim Teneriffa „acción del sol“ Centro de protección animal y medioambiental de Tenerife, teneriffa@ aktiontier.org

Marion Gonzalez

0034 922 77 86 30

0034 922 77 86 30

Ukraine

25300 Kiew

Volodymyrska St. 29

Society for the Protection of Animals

Tamara Tarnavska

0038044 2294295

0038044 2294295

94

service

• Ausgabe 2/2012

Bildnachweis: © Bolz

AKTION TIER IM AUSLAND


service

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

BADEN-WÜRTTEMBERG 70193

Stuttgart

Markelstr. 30-32

Care 4 Life e.V., www.care-4-life.de

Silvia Greene

0711 8062805

0711 3151617

72250

Freudenstadt

Silcherstr. 10

aktion tier Projektpartner: Nothilfe für Polarhunde e.V. www.polarhunde-nothilfe.com, nothilfe@polarhunde.de

Günter Schwartze

07441 951995

07441 951996

72336

Balingen-Ostdorf

Dorfstr. 42

URIA e.V. Verein z. Förderung einer neuen Art d. Tierhaltung www.uria.de, Info@uria.de

Hermann Maier

07433 21774

07433 22274

73345

Hohenstadt

Auerhahnweg 25

Katzennot Schwäbische Alb e. V. www.katzennot-schwaebischealb.de heidi@katzennot-schwaebischealb.de

Heidi Grötzinger

07335-924528 o. 0163-5542126

76275

Ettlingen

Am Baggersee 5

TSV Ettlingen e.V. www.tierschutzverein-ettlingen.info info@tierschutzverein.info

Andrea Zeiß

07243 93612

07243 93153

77656

Offenburg

Am Flugplatz 2c

TSV Offenburg Zell a.H. e.V. www.Tierschutzverein-Offenburg.de info@tierschutzverein-offenburg.de

Uwe Dindas

0781 9666760

0781 9666761

79761

Waldshut-Tiengen

Steinatalstr. 2

Tierschutzverein Waldshut-Tiengen u.U. e.V. www.tierheim-steinatal.de tierheim-steinatal@t-online.de

Anja Fuchs

07741 684033

07741 9656776

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

80796

München

Herzogstr. 127

SOS Projects – Hilfe für Mensch und Tier e.V. www.sos-projects.org, info@sos-projects.org

089 90936590

089 90936592

80796

München

Herzogstr. 127

aktion tier Projekt: aktion tier-tierrettung münchen e. V., www.tierrettungmuenchen.de, info@tierrettungmuenchen.de

01805 843773

81927

München

Regina-Ullmann-Str. 40

KatzenTRaum e.V.

BAYERN

(0,14 Cent/ Min., max. 0,42 Cent/ Min. im Mobilfunknetz)

Helena KüllerWiedemann

089 951783

82110

Germering

Zugspitzstr.4

Igelstation und Kleintiere

Waltraut Eckl

089 8415513

84389

Postmünster

Wald 4

Rottaler Tierfreunde e.V. www.rottaler-tierfreunde.beepworld.de rottaler-tierfreunde@t-online.de

Anita Schustereder

08561 2461

089 95760995

08561 910789

84553

Halsbach

Gassen 47

Verein der Tierfreunde e.V.

Maria Fuchs

08623 1223

91413

Neustadt/ Aisch

Nägeleinsgasse 45

aktion tier Projektpartner: TSV Neustadt/ Aisch u.U.e.V. www.tierschutzverein-neustadt-aisch.de juergen.m.kern@t-online.de

Jürgen Kern

09161 3876

09161 875287

91413

Neustadt/ Aisch

Nägeleinsgasse 45

Projekt Kitty: TSV Neustadt/ Aisch u.U.e.V. www.tierschutzverein-neustadt-aisch.de juergen.m.kern@t-online.de

Jürgen Kern

09161 3876

09161 875287

95643

Tirschenreuth

Mooslohe 2

TSV Tirschenreuth, www.tierheim-tirschenreuth.de, info@tierheim-tirschenreuth.de

Daniela Riedl

09631 2355

09631 798723

96317

Kronach

Ottenhof 2

TSV Kronach u.U. e.V. tsvkc@gmx.de

Klaus Barnickel

09261 20111

09261 20111

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

10243

Berlin-Friedrichshain

Kopernikusstr. 3

aktion tier Projekt: projekt kitty

Rosi Lindemann

030 55669305 030 57795385

030 57794062

10587

Berlin

Alt-Lietzow 31

aktion tier Projektpartner: Leben mit Tieren e.V. Hundebesuchsdienst Mensch-Tier-Begegnungsstätten www.lebenmittieren.de, info@lebenmittieren.de

030 70177953

030 76683904

14057

Berlin

Kaiserdamm 97

Mensch·Umwelt·Tier e.V. www.mut-ev.org, info@mut-ev.org

030 30096234

030 30096255

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Telefon

Fax

BERLIN

Kontakt

BRANDENBURG 03149

Forst (Lausitz)

Am Pferdegarten 6

Tierschutzverein Forst (Lausitz) u.U. e.V. www.mulknitz.com

14513

Teltow

Waldstr. 18 b

aktion tier Projektpartner: Eichhörnchen-Hilfe Berlin-Brandenburg e. V., tanya.lenn@freenet.de

Tanya Lenn

03328-944882 0172 3553314

14542

Glindow

Ziemensstraße 84 b

aktion tier Projekt / Projekt kitty: projekt kitty Babystation kindt.hummelwiese@t-online.de

Harry Kindt

03379 445533

14542

Glindow

Ziemensstr. 84b

aktion tier Projektpartner: Berliner Katzenschutz e.V. www.Berliner-Katzenschutz.de, Kindt.Hummelwiese@t-online.de

Harry Kindt

03379 445533

03379 445549

15806

Zossen

Strasse der Jugend 156

Verein der Tierfreunde „Schützende Hand e.V.“ www.tierheim-zossen.de, info@tierheim-zossen.de

Margaretha Tücking

03377 201517 0178 6267230

03377 201686

03562 983023

Mitgliederjournal

• aktion tier – menschen für tiere e.V.

95


16303

Schwedt/ Oder

Berliner Straße 143

aktion tier Projektpartner: Schwedter Tierschützer – Hilfe für Tiere in Not e.V. www.schwedter-tierheim.de, tierheim-schwedt.de@t-online.de

Frau Wyrembek

03332 523933

03332 523933

16798

Himmelpfort

Naturschutzstat. Woblitz

Aquila e.V. aquilaev@web.de, www.aquila-ev.de

Dr. Klaus Dietrich Fiuczynski

033089 41204

033089 41204

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

05665 921340

HESSEN 34302

Guxhagen

Auf dem Loh 11

Projekt kitty: Guxhagener Katzenhilfe e.V., www.guxhagener-katzenhilfe.de DJBuechling@t-online.de

Johanna Büchling

05665 2994

34479

Breuna-Wettesingen

Obere Str. 31

Tiernothilfe Breuna Tierfreunde Altkreis Wolfhagen e.V. www.tiernothilfebreuna.de, tiernothilfe-breuna@web.de

Jutta Zyweck

05606 534738

34487

Korbach

Postfach 1706

Tierschutzverein Korbach und Umgebung e.V. www.tierheim-korbach.de, info@tierheim-korbach.de

Karla Aßmann

05631 3970 05631 7847

05631 915249

34587

Felsberg-Beuern

Steinbruchsweg 1 a

„Ein Heim für Tiere“ e. V. www.tierheim-beuern.com info@tierheim-beuern.com

Angitta Rose

05662 6482

05662 930802

35315

Homberg/ Ohm

Frankfurter Str. 105

aktion tier Projektpartner: Verein Deutsch-Bulgarische Strassentier-Nothilfe e.V. www.db-tierhilfe.de, dt-bgTierhilfe.Dimitrov@t-online.de

Grigor Dimitrov

06633 919865

06633 918979

36208

Wildeck-Obersuhl

Eisenacher Str. 121

Naturschutz-Informationszentrum

Walter Gräf

06626 1887 8105

06626 915705

63589

Linsengericht

Augustastr. 14

aktion tier Projekt: aktion tier-Fachberatungsstelle Wild- und kleine Haustiere, Bildagentur.ipo@t-online.de

Ingeborg Polaschek

06051 73615

06051 75111

64658

Fürth

Forststr. 31

Tierschutzinitiative Odenwald www.tsi-odenwald.de, info@tsi-odenwald.de

Esther Görlich

0700 04106666

0700 04107777

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

038379 28 98 92

038379 28948

038207 71549

MECKLENBURG-VORPOMMERN 17429

Labömitz

Triftstr. 6

Tierhof Labömitz – Verein zur Förderung und Aufrecht­ erhaltung des Tierhofs Labömitz e.V. auffangstation@tierhof-laboemitz.de

Bernd Wetzel

18106

Rostock

Willi-Bredel-Straße 9

Projekt kitty: Katzenschutzbund e.V. helga.pipirs@yahoo.de

Helga Pipirs

18239

Hastorf

Oberdorf 11

aktion tier Projektpartner / Projekt kitty: Streuners Arche Hastorf e.V., w.r.j.neumann@t-online.de

Heide Tehrani-Neumann

038207 73507

18356

Pruchten OT Bresewitz

Zur Vogelwiese 18

Projekt kitty: TSV Zingst/ Darß e.V.

Waltraud Geß

038231 669936

18439

Stralsund

Greifswalder Chaussee 62U

aktion tier Projektpartner: TSV Stralsund e.V. tiernotaufnahme-stralsund@t-online.de

H. Krawutschke

03831 305318

03831 305318

18528

Bergen OT Tilzow

Landstr. 12

aktion tier Projektpartner: TSV Rügen/ Hiddensee e.V. luckau@phoenix1.de www.tierschutz-ruegen.de

Heike Stock

03838 251126

03838 251126

19059

Schwerin

Johannes-R.-Becher-Str. 35

Projekt kitty: TSV Schwerin e.V.

Jürgen Hamann

0385 785635

19205

Roggendorf

Gadebuscherstr. 3

aktion tier Projektpartner: Tierschutz Roggendorf und Umgebung e.V. www.tierheim-roggendorf.de.vu bfunkwalther@aol.com

Birgit Funk-Walther

038876 31863

038876 31863

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

Klaus Meyer

04402 987444

04402 987850

NIEDERSACHSEN 26180

Rastede

Parkstr. 154

aktion tier Projekt: WILDTIERAUFFANGSTATION Rastede e.V. www.wildvogelstation-rastede.de, station@wildtierstation-rastede.de

26524

Hage

Hinkenaweg 11 a

Tierhilfe Ostfriesland e.V.

Ingrid Habben

04931 76259

26607

Aurich

Eheweg 24

aktion tier Projektpartner: TSV Aurich e.V., www.tierheim-aurich.de info@tierheim-aurich.de

Lena Sartorius

04941 71922 0172 4312374

04941 72647

27607

Langen

Glieshamm 8 c

Tierschutz Stadt Langen u.U. e.V. j.domhardt@nord-com.net

Ingrid Domhardt

04743 4165

04743 4865

30855

Langenhagen

Evershorster Str. 80

Tierschutzverein f. Hannover u.U. e.V. www.tierheim-hannover.de webmaster@tierheim-hannover.de

0511 9733980

0511 97339817

30880

Laatzen

Ohestr. 12

aktion tier Projektpartner: Igel-Schutz-Initiative e.V., Igelhaus, www.igelschutz-initiative.de geschaeftsstelle@igelschutz-initiative.de

0511 233161

0511 221774

96

service

• Ausgabe 2/2012


service

30880

Laatzen

Ohestr. 12

aktion tier Projektpartner: Igel-Schutz-Initiative e.V., Igelhaus www.igelschutz-initiative.de geschaeftsstelle@igelschutz-initiative.de

0511 233161

0511 221774

31553

Sachsenhagen

Hohe Warte

aktion tier Projekt: aktion tier-Wildtier- und Artenschutzstation www.wildtierstation.de, info@wildtierstation.de

05725 708730

05725 708740

31675

Bückeburg

Am Hasengarten 6

aktion tier Projektpartner: TSV Bückeburg-Rinteln u.U. e.V. www.tierheimbueckeburg.de

Monika Hachmeister

05722 5220

38159

Wedtlenstedt

Berliner Damm 32

Katzenschutz Braunschweig e.V. www.katzenschutz-bs.de, katzenschutz-bs@web.de

Angelika Malik

05302 804811

01212 5 716 71 832

49016

Osnabrück

Postfach 26 24

Katzenschutzbund Osnabrück e.V. www.tierschutz.net, info@tierschutz.net

Andreas Renner

0541 4480080

0541 4480081

49016

Osnabrück

Postfach 26 24

Tierhilfe Osnabrück e.V. www.tierhilfe-osnabrück.de info@tierhilfe-osnabrueck.de

Andreas Renner

0541 9337749

0541 9337749

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

NORDRHEIN-WESTFALEN 32549

Bad Oeynhausen

Wöhrener Str. 74

Boxer Nothilfe Deutschland e.V. www.boxernothilfe.de, geschaeftsstelle@boxernothilfe.de

Ute Helweg

05731 3001465

05731 3001466

33378

Rheda-Wiedenbrück

Heideweg 42

Pferdeschutzhof „Four Seasons“ e.V. www.pferdeschutzhof-four-seasons.de

Ina Schweikardt

05242 377604

05242 3798097

40501

Düsseldorf

Postfach 11 01 21

aktion tier Projektpartner: animal public e.V. www.animal-public.de, info@animal-public.de

Laura Zimprich

0211 56949730

0211 56949732

40670

Meerbusch

Ingerweg 102

Katzenschutzbund Krefeld e.V. wwbruder@arcor.de

Walter Bruder

02159 911846

41379

Brüggen-Bracht

Königstr. 20

Katzenschutzbund Mönchengladbach e.V. www.katzenschutzbund.de info@katzenschutzbund.de

Gaby Classen

02157 909690

02157 125542

41470

Neuss

Im Kamp 16

Tierschutzverein Katzenhilfe e.V., Düsseldorf-Neuss Tierheim Neuss-Bettikum, www.tierheim-bettikum.de, info@tierheim-bettikum.de

Uta Wegener Monika Provaznik

02137 6672

02137 6672

42117

Wuppertal

Friedrich-Ebert-Str. 157 a

Netzwerk Igel e. V.

Monika Thomas und Christel Braun

0202 3097717

42781

Haan

Obergruiten 2

respektiere e. V. www.respektiere.com, kontakt@respektiere.com, karinloebnitz@respektiere.com Hundevermittlung, Tel.: 0202 4099150, 0177 7003377

Stefanie Jungnickel

02129 915779

44797

Bochum

Brockhauser Str. 13 a

Tierhilfe Bochum e.V. www.tierhilfe-bochum.de

Gisela Ocker

0234 797074

44849

Bochum

Postfach 630146

KIS Ruhr e. V. www.kisruhr.de, info@kisruhr.de

Julia Oelschläger

0152 03018917

01212 507367158

45899

Gelsenkirchen

Hippolytusstr. 13

Tierwacht Ruhrgebiet e.V. www.tierwacht.de, info@tierwacht.de

Manfred Röll

0209 771717

0209 785731

47533

Kleve

Nassauer Mauer 2

aktion tier Projektpartner: Tierheim-Tierhilfe e.V. und N ­ atur- und Tierhilfe e.V. www.tierheim-tierhilfe.de

Sigurd Tenbieg

02821 14403

02821 13980

47533

Kleve

Nassauer Mauer 2

aktion tier Projektpartner: Südeuropäische Tierhilfe e.V. St. Antonius Tierhof für Großtiere und Elsenhof, Tierhof für Sonderfälle, www.suedeuropaeische-tierhilfe.de

Sigurd Tenbieg

02821 14401

02821 13980

47559

Kranenburg-Mehr

Keekenerstr. 40

Albert-Schweitzer-Tierheim ohne Gitter www.albert-schweitzer-tierheim.de

02826 92060

02821 13980

47669

Wachtendonk

Schlick 3

aktion tier Projekt: aktion tier-Pferdehilfe am Niederrhein e. V., www.pferdehilfe-niederrhein.com, Pferdehilfe.Niederrhein@t-online.de

Ursula von Sluyterman van LangeweydeRaubach

02836 916060

02836 916069

47669

Wachtendonk

Alter Harzbecker Weg 4

Tierhilfe Wachtendonk e.V. www.tierhilfewachtendonk.eu tierhilfewachtendonk@web.de

Peter Zensen

02836 93146

02836 93148

48429

Rheine

Birgteweg 14

Katzenhilfe Rheine u.U.e.V. www.katzenhilfe-rheine.de, g.u.e.kuessner@t-online.de

Elsbeth Küßner

05971 71747

05971 981292

50354

Hürth-Efferen

Höninger Weg 98

Projekt kitty: Tierheim Helenenhof Hürth, Verein zur Verhinderung von Tierquälerei Köln u.U. e.V. www.tierheim-huerth.de, info@tierheim-huerth.de

Hanni Schäfer

02233 691067

02233 692156

50354

Hürth

Kreuzstrasse 124

Tiere in Not e.V. www.tiere-in-not-ev.de info@tiere-in-not-ev.de

Irmgard Seehausen

02233 46302

02233 400259

50460

Köln

Postfach 10 20 02

Katzenschutzbund e.V. Cat-Sitter-Club Köln katzenschutzbund-koeln.de, www.katzenschutzbund-koeln.de

Andrea Bensberg

02234 996484

02234 996483

52080

Aachen

Mühlenweidweg 1

Tierschutzverein Kreis Aachen

Nicole Kuhn

0176 48262230

52088

Aachen

Postfach 500431

Katzenhilfe Aachen e.V. www.katzenhilfe-aachen.de info@katzenhilfe-aachen.de

Helga Toussaint

0241 555688

Mitgliederjournal

02129 915954

0241 95599852

• aktion tier – menschen für tiere e.V.

97


52382

Niederzier

Römerstraße 23

Katzen in Not e.V. Kreis Düren www.katzeninnotdueren.de rwirtz@freenet.de

Roswitha Wirtz

02428 2097

02428 904361

57369

Lennestadt

Zum Hengstenberg 7

Katzenhilfe Olpe e.V.

Christa Ellert

58285

Gevelsberg

Schieferbank 118

Projekt kitty: Tiernothilfe Katzen-Glück www.katzen-glueck.de ulrike-klaus@web.de

Ulrike Klaus

02332 558995

58566

Kierspe

Thingslindestr. 58

Arche Kierspe e.V., reginaflick@gmx.de www.tierschutz-kierspe.de

Bärbel Höll

02359 3628

59071

Hamm

Lippestr. 134

Projekt kitty: Hilfe für Katzen in Not e.V. www.katzenhilfe-poetter.de info@katzenhilfe-poetter.de

Karin Pötter

02388 800 501 02388 800 471

02388 800 502

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

Liane Christmann

06581 5895

RHEINLAND-PFALZ 54439

Saarburg

Fasanenweg 33

Freunde herrenloser Katzen e. V. Liane.Christmann@web.de

55438

Stromberg

Postfach 126

aktion tier Projektpartner: Tierschutzverein Stromberg Tierschutz-Stromberg@t-online.de

56470

Bad MarienbergLangenbach

An der Schmiede 16

Projekt kitty: Katzenhilfe Westerwald e.V. www.katzenhilfe-westerwald.de info@katzenhilfe-westerwald.de

Sonja Stahl

06724 477

06724 477

02661 40982 0177 7889766

02661 949935

56648

Saffig

Buchenstr. 6

Verein zum Schutz der Katze e.V.

Elvira Schumacher

02625 958299

02625 958171

56710

Mayen

Postfach 2021

aktion tier Projektpartner: Tierschutzverein Mayen u.U. www.tierheim-mayen.de, kontakt@tierheim-mayen.de

Hildegard Maas

02651 494733

02651 494733

56729

Kirchwald

Auf Silchenrath 2

aktion tier Projektpartner: Wildvogelpflegestation Kirchwald www.wildvogel-pflegestation-kirchwald.org, helgasteffens@online.de

Helga Steffens

02651 3971

02651 1089

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

0351 2525047

SACHSEN 01279

Dresden

Wehlener Str. 44b

TSV Dresden „Menschen für Tierrechte“e.V. www.tierschutz-in-dresden.de tierschutzdresden@gmx.de

Elisabeth Adam

0351 2525047

01454

Radeberg

Heidestr. 21

aktion tier Projekt: aktion tier-Tierschutzzimmer im Hort Süd/ AWO Radeberg hort.sued.radeberg@awo-radeberg.de

Jutta Nitzsche

03528 418129 0176 96346249

01665

Meißen

Dieraer Weg 85

aktion tier Projektpartner: Tierheim Meißen/ Winkwitz e.V. tierschutzcentrum-meissen.org www.winkwitz.cabanova.de, Tierheim-Winkwitz@web.de

Katrin Assmann

03521 730169

03521 730179

02977

Hoyerswerda

Industriegelände Str. A

Katzenhilfe Hoyerswerda e.V., www.katzennot.de katzennot@gmx.de

Christina Koch

03571 922333 03571 428180

03571 428180

08223

Falkenstein

Luis Müller Str. 30

TSV Auerbach u.U. e.V.

Astrid Peuthert

03745 77372

08280

Aue

Knollweg 14

Wildtierauffangstation dalasi@web.de

Bärbel Schroller

03771 23773

03771 257574

08451

Crimmitschau

Waldsachsener Weg 11

aktion tier Projekt: aktion tier-Tierheim Crimmitschau-Werdau www.tierheim.crimmitschau.com, tierheim@crimmitschau.com

Karin Junold

03762 705773

03762 705775

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

SCHLESWIG-HOLSTEIN 21514

Büchen

Auf der Heide 7a

Katzenschutzverein und Tiernothilfe Büchen e.V. tierschutz-buechen@gmx.de

Heike Gehbauer

04151 4259

23730

Groß-Schlamin

Bahnhofstr. 10

TSV Oldenburg u.U. e.V. www.tierheim-luebbersdorf.de TierschutzOldenburg-Holstein@t-online.de

Hans-W. Oldenburg

04564 419

04564 993854

23795

Bad Segeberg

Neuland 2

Tierschutz Bad Segeberg u.U. e.V. www.tierschutz-bad-segeberg.de info@tierschutz-bad-segeberg.de

Henrike Schwarz

04551 6551

04551 995832

24635

Rickling

Eichbalken 44

Tierhilfe Nord e.V., www.tierhilfe-nord.de, info@tierhilfe-nord.de

Johannes Franken

04328 722622

04328 722868

25938

Wyk auf Föhr

Grönland 1b

Tierhuus-Insel Föhr e.V. tierhuus@hotmail.com

Janine Bahr

04681 748789 0163 3333770

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

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Telefon

Fax

THÜRINGEN 36433

Bad Salzungen

An der Armbach 16

Tierhilfe Bad Salzungen

Helmut Hahn

03695 601849

98544

Zella-Mehlis

Oberzella 33

Tierhilfe Zella-Mehlis e.V. info@tierhilfe-zella-mehlis.de

Udo Rohr

0163-3792013

98

service

• Ausgabe 2/2012

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Kontakt: 030 30 111 62-0 www.aktiontier.org

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