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AUFKLÄRUNG BLEIBT TRUMPF!

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GESELLSCHAFT

Gib AIDS keine Chance!

Seit 1988 wird an jedem 1. Dezember der Welt-AIDS-Tag begangen. Rund um den Globus erinnern zu diesem Datum verschiedenste Organisationen an das Thema Aids und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit Infizierten, Kranken und den ihnen Nahestehenden zu zeigen. Der WeltAIDS-Tag dient auch dazu, Verantwortliche in Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft - weltweit wie auch in Europa und Deutschland - daran zu erinnern, dass das HI-Virus noch längst nicht besiegt ist. Auch, damit überall die notwendigen Mittel bereitgestellt werden und sich Vorbeugung, Aufklärung, Behandlung und Hilfe für die Betroffenen an ihren Lebensrealitäten orientieren können. Und zunehmend wird der Welt-AIDS-Tag auch von den Medien aufgegriffen und genutzt, verstärkt über HIV/Aids zu berichten. Tess Hermann für die AKS Vorarlberg

vielfaches höher (33,3%). Patient_innen, die mit dem HI-Virus

Der heurige Welt-Aids Tag steht unter dem Motto Getting to

infiziert sind oder bei denen die Krankheit Aids bereits ausge-

Zero. Damit ist das internationale Bestreben gemeint, AIDS-

brochen ist, stehen in Österreich gut entwickelte Behandlungs-

Todesfälle und HIV-Neuinfektionen in Richtung Null („Zero“)

möglichkeiten zur Verfügung, sodass Aids mittlerweile zu einer

zu bringen, aber auch, die Diskriminierung von Betroffenen zu

„chronischen“ Krankheit geworden ist, die eine_n jedoch le-

beenden.

benslang begleitet und zahlreiche Kontrollen sowie verschriebene Medikamente mit sich bringt. Dies dürfte ein Mitgrund für

WAS IST AIDS ?

den Umstand sein, dass das Thema Verhütung wieder vermehrt

Der Begriff AIDS kommt aus dem Englischen und ist die Ab-

vernachlässigt wird.

kürzung für „Acquired immune deficiency Syndrom“ , was so viel Bedeutet, wie erworbenen Schwäche des Immun-

SOZIALES AIDS

systems. AIDS wird durch einen Virus hervorgerufen, das

Gerade hier warnen Aidshilfe Organisationen vor der Prob-

HIV („ Human immune deficiency virus“). Die Ausbreitung

lematik der potenziellen Neuinfektion durch ungeschützten

im Körper eines infizierten Menschen verläuft, im Gegen-

Geschlechtsverkehr, neben Drogenkonsum die häufigste An-

satz zu den meisten anderen ansteckenden Krankheiten,

steckungsart. Hier muss auch in der Schule wieder verstärkt

sehr langsam. Das Einsetzen des AIDS kann zehn bis fünf-

Aufklärungsarbeit passieren. Neben Informationen über die

zehn Jahre nach der Infizierung mit dem HIV erst einsetzen.

Ansteckunspotenziale muss vor allem den herrschenden Ressentiments gegenüber Menschen, die mit dem HI-Virus infi-

Weltweit sind 36,1 Millionen Menschen mit dem HI-Virus

ziert sind oder bei denen die Krankheit bereits ausgebrochen

infiziert und jährlich kommen fünf Millionen Neuinfektio-

ist entgegen gewirkt werden. „Soziales Aids“ bezeichnet gängige

nen dazu. Vor allem in den Osteuropäischen Ländern ist ein

Vorurteile in der Gesellschaft, wie etwa die Verweigerung des

dramatischer Anstieg der HIV Infektionen zu beobachten.

Händeschüttelns oder Schwierigkeiten eine_n Zahnärzt_in zu

Der nach wie vor am weitesten verbreitete Weg der Anste-

finden. Auch hier kann und muss Schule einen Beitrag leisten.

ckung führt über Infektionen mit unreinem Drogenbesteck. In Österreich besteht die Möglichkeit in zahlreichen Nadel-

Die Autorin besucht das Privatgymnasium

tauschprogrammen das Ansteckungsrisiko zu minimieren. So

Riedenburg in Bregenz und ist

sind in Österreich nur 4% der Menschen mit Drogenabhän-

Vorsitzende der AKS Vorarlberg

gigkeit infiziert, in der Ukraine ist dieser Prozentsatz um ein syntax

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Syntax_Dezember  

Das österreichweite Magazin für kritische Schüler_innen

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