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Ausgabe 4/2018

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NOTRUF

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Das Magazin von Aktion Deutschland Hilft

S C H W E R P U N K T: E r d b e b e n u n d Ts u n a m i i n I n d o n e s i e n

Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Hunger im Jemen

Wiederaufforstung in Afrika

So sieht die Hilfe nach der

Wie lebensrettende Güter

Alternativer Nobelpreis für eine

Seite 4-9

Katastrophe aus

Seite 10-11

ins Land kommen

Seite 14-15

revolutionäre Idee

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Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Schwerpunkt: Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Zweifache Katastrophe in Indonesien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Leben nach dem Tsunami . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Keine Nothilfe-Mission gleicht der anderen . . . . . . . . . . . . . . 6 Wasser ist Leben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

Die Hilfe geht weiter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Menschen mit Behinderung helfen anderen . . . . . . . . . . . . . 9 Hunger im Jemen

Kinder in Mexiko

Mit vollem Bauch lernt es sich leichter . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Wiederaufforstung in Afrika

Wenn Wüsten wieder grün werden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Status quo

Zwei Jahre nach Hurrikan Matthew . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

Gefangen in der Hölle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Unternehmen helfen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

Taifun Philippinen

Spendenappell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

Blind und schwanger auf der Flucht vor dem Sturm . . . . . 12

Benefiz & Aktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Verantwortlich für den Inhalt: Manuela Roßbach Redaktion: Kai Mirjam Kappes, Isabel Oelers

Gesamtherstellung: www.media-team-huerth.de Gesamtauflage: 41.500 Exemplare

Erscheinungsweise: viermal jährlich Ausgabe 4/18: Dezember 2018

Impressum

Bildnachweis: – Reuters/Jorge Silva: (Titel) – privat: (S. 3, S. 6 u., S. 16,

Aktion Deutschland Hilft e. V.

Vision: (S. 5 l., S. 9 o., S. 12); (Steffen Kugler, S. 14, S.15 u.); (S. 15 o.); (Tanjung,

Herausgeber

Willy-Brandt-Allee 10–12 53113 Bonn

Telefon 0228 / 242 92-0

Telefax 0228 / 242 92-199

www.aktion-deutschland-hilft.de

service@aktion-deutschland-hilft.de

S. 18 o.,­­­Mitte, S. 19 Mitte) – Johanniter: (S. 4/5 (Hintergrund) – World S. 17) – Kinderhilfswerk Global Care: (Anugrah Daniel, S. 5 r.) – ADRA: (S. 6, S. 11 u. l.) – HelpAge: (S. 8) – CARE: (Abdulhakim Ansi, S. 10); (Holly Frew, S. 11 u.r.); (Thana Faroq, Rückseite) – Islamic Relief: (S. 11 o.) – TERRA TECH: (S. 13) – Gerson Repreza/Unsplash: (S. 16 Hintergrund) – Alice Smeets: (S. 17 o.) – Detlef Ilgner: (S. 17 Mitte) – 360Grad Action-KIMI: (S. 18 u.) – Dora Mientus-Geschke: (S.19 o.) – Aktion Deutschland Hilft: (Birte Zellentin, S. 19 u.)

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editorial

Liebe Leserin, lieber Leser, ich kann mir kaum vorstellen, wie es sein muss, wenn einem

dieses Wiederaufforstungsver-

und das Leben vor einem zusammenbricht. Doch genau das ist

nativen Nobelpreis erhalten hat.

von der einen auf die nächste Sekunde alles genommen wird

am 28. September auf der indonesischen Insel Sulawesi pas-

fahrens vor Kurzem den alter-

siert. Das Erdbeben und die vielen Nachbeben waren so stark,

Die Hoffnung verloren haben

Sie waren auch so heftig, dass sie einen Tsunami auslösten, der

Jemen. Es ist die größte huma-

dass sich die Erde verflüssigte und ganze Dörfer verschlang.

weitere Menschenleben auslöschte, Häuser wegriss, Straßen, Stromleitungen und ganze Orte zerstörte.

Auch Lusria und ihre zwei Töchter haben alles verloren: Ihr Zuhause, das für sie so viel mehr war als ein Heim, und dazu

ihren gesamten Besitz. Menschen wie Lusria brauchen besonderen Beistand. Unsere Hilfsorganisationen achten deshalb

darauf, dass alleinstehende Frauen, Kinder, Alte und Menschen

hingegen viele Menschen im nitäre Katastrophe der Welt: Der Krieg macht jeglichen Zu-

kunftsglauben zunichte. Vor allem Kinder verhungern, sterben im Bombenhagel oder an vermeidbaren Krankheiten. Obwohl kaum noch Hilfsgüter ins Land gelangen, finden unsere Bünd-

nisorganisationen immer ein Schlupfloch. Wie sie das schaffen und damit vielen Frauen, Männern und Kindern das Leben retten, lesen Sie ab Seite 10.

mit Behinderung nicht übersehen werden. Gerade jetzt sind

Außerdem nehmen wir Sie mit zu Hilfsprojekten in Mexiko, wo

terstützung angewiesen. Die Hilfe unserer Bündnisorganisa-

nähren, auf die Philippinen, wo ein kleines Mädchen seiner blin-

die Menschen im indonesischen Katastrophengebiet auf Untionen geht deshalb weiter: Die Überlebenden erhalten nicht

nur Trinkwasser, Lebensmittel, Planen und lebensnotwendige Medikamente, sondern auch Hoffnung. Hoffnung auf eine Zu-

Kinder, die vom Müllsammeln leben, lernen, sich gesund zu er-

den Mutter das Leben rettete, und nach Haiti, wo eine uralte Tradition zum Leben erweckt wird.

kunft. Denn nach der Nothilfe erfolgt der Wiederaufbau der zer-

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, ohne die unsere Hilfe nicht

Hoffnung der ganz anderen Art gibt ein Verfahren, das sich Far-

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreis

sich dahinter verbirgt? Eine Idee, die ebenso simpel wie genial­

Ihre

störten Infrastruktur.

mer Managed Natural Regeneration, kurz FMNR, nennt. Was ist: Auch in verödeten Gegenden schlummern noch unterir-

dische Wurzeln, die von den Bauern reaktiviert werden können. In 20 Ländern funktioniert das bereits sehr erfolgreich. Wir haben mit Tony Rinaudo gesprochen, der für die Entdeckung

möglich wäre.

Ihrer Lieben und ein hoffnungsvolles neues Jahr 2019

Kerstin Müller (MdB Bündnis 90/Die Grünen)

Kuratoriumsmitglied von Aktion Deutschland Hilft

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Zweifache Katastrophe in Indonesien Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 hat am 28. September die indonesische Insel Sulawesi er-

schüttert – und gleich zwei Katastrophen ausgelöst. Durch das starke Beben verflüssigte sich der

Erdboden. Ganze Dörfer und mit ihnen die Bewohner versanken spurlos. Auch ein Tsunami war

die verheerende Folge: Kinder, Frauen und Männer wurden weggerissen, Zehntausende Menschen wurden verletzt, die meisten Einwohner haben alles verloren.

Unsere Hilfsorganisationen sind bis heute zur Stelle, um den Überlebenden zu helfen. Sie verteilen Lebensmittel, Zeltplanen, Decken und Hygienepakete, sorgen für sauberes Trinkwasser, geben

einen geschützten Raum für traumatisierte Kinder und helfen beim Wiederaufbau. Lesen Sie auf

den nächsten Seiten, was unser Bündnis mit Ihren Spenden bewirkt – und wie die Hilfe weitergeht. 4


schwerpunkt ERDBEBEN UND TSUNAMI IN INDONESIEN

Hunger, Hitze und neue Hoffnung: Leben nach Erdbeben und Tsunami

Eine Überlebende schildert die ersten Tage nach der Doppelkatastrophe Die ersten Tage nach der Katastrophe waren für die Überle-

anderem mit der Familie ihrer Schwester Narlin (23) und ihrer

Lusria von ihren Sorgen und Ängsten.

die schweren Tage nach dem Beben in einem Lager im Dorf

benden besonders hart. Hier berichtet die zweifache Mutter

Die Sonne brennt vom Himmel. Schonungslos steht sie über

Mutter. Auch sie haben ihr Zuhause verloren und verbringen Pombewe­nahe der Hafenstadt Palu.

einem freien Feld auf der indonesischen Insel Sulawesi. Es ist uner-

„Für meine Kinder ist es schwierig hier. Sie fühlen sich krank.

unermüdlich weitere Zelte für die Tausenden von Kindern, Frauen

Lusria. Das Essen ist knapp – zu knapp für alle. „An den ersten

träglich heiß. Trotzdem errichten Helfer auf dem offenen Gelände und Männern, die dort Zuflucht suchen. Niemand will freiwillig in diesem trockenen Gebiet in der flirrenden Hitze sein. Doch die Menschen hier haben keine Wahl. Ihr Zuhause gibt es nicht mehr.

Durch das schwere Erdbeben und den Tsunami Ende Septem-

ber haben Hunderttausende Menschen alles verloren. Zu ihnen

gehört Lusria. Sie ist 25 Jahre alt und Mutter von zwei Kindern. Ihr Haus wurde durch das Beben nicht nur zerstört – es versank buchstäblich im Erdboden. Der fest und sicher geglaubte Boden

unter ihren Füßen hatte sich infolge der starken Erderschütterung verflüssigt und Hunderte Häuser verschlungen und mit ihnen Nachbarn, Freunde und Familienangehörige.

Lusria lebt nun in einem kleinen Zelt auf dem trockenen Feld

nahe ihrem früheren Zuhause. Sie teilt die Notunterkunft unter

Lusria und ihre zwei Töchter

Es ist sehr heiß am Tag und sehr kalt in der Nacht“, erzählt

Tagen gab es nur ein paar Bananen zu essen“, fügt sie hinzu. „Meine Kinder brauchen dringend Reis. Ich mache mir Sor-

gen um ihre Gesundheit.“ Unser Bündnis ist für diese Men-

schen da: Hilfsorganisationen wie CARE, Habitat for Humanity, Help, Islamic Relief, Lands Aid und viele andere versorgen

bis heute die Überlebenden mit Lebensmitteln, Trinkwasser, medizinischer Hilfe und Notunterkünften. Auch Lusria und

ihre Kinder haben dank der Verteilung von Zelten und Decken durch World Vision vorläufig Schutz gefunden. Es ist

nicht ideal mit drei Familien in einem Zelt. Aber es ist besser, als ungeschützt im Freien zu schlafen. Sie erhielten außer-

dem Pakete mit Reis, Bohnen, Öl, Zucker und Salz. Sauberes

Trinkwasser ist ebenfalls vorhanden. Das gibt Erleichterung, bis der Wiederaufbau beginnen und Lusria mit ihren Kindern wieder in einem Haus leben kann.

Helfer verteilen Lebensmittel an die Bevölkerung. 5


„Keine Nothilfe-Mission gleicht der anderen“ Ehrenamtlicher Mitarbeiter unterwegs mit Malteser International Thomas Haller-Schäfer war mit einem

Hilfsorganisationen eher zurückhaltend empfangen. Bei den

national schon wenige Tage nach der

gierung uns vor allem um Gelder und technisches Gerät bat,

Erkundungsteam von Malteser Inter­

Katastrophe auf Sulawesi vor Ort. Wie hat er den Einsatz erlebt?

Wie haben Sie von der Nothilfe-Mission erfahren?

Drei Tage nach der Katastrophe habe ich eine E-Mail von der

Nothilfe-Abteilung erhalten, die den Expertenpool betreut, dem

ich als Logistiker angehöre. Malteser International wolle die Be-

jedoch die Mitarbeiter von ausländischen Nichtregierungs­

organisationen nicht in die betroffenen Gebiete reisen lassen würde. Ich kann das gut nachvollziehen: Indonesien ist ein

Schwellenland. Das eigene Know-how und die Infrastruktur für den Katastrophenschutz hat sich dort in den letzten Jahren deutlich verbessert.

darfslage in den erschütterten Gebieten analysieren und dann

Was konnten Sie erreichen?

Frau habe ich mich als Freiwilliger zurückgemeldet – und zwei

mit der einheimischen YAKKUM Emergency Unit (YEU) zugu-

Hilfsmaßnahmen veranlassen. Nach Rücksprache mit meiner Tage später ging es auch schon los.

Haben Sie nicht gezögert, die Mission anzutreten?

Nein, ich fühlte mich gut vorbereitet. Ich engagiere mich schon

seit Jahren in der humanitären Hilfe. Das erste Mal war ich 2011 nach dem Tsunami in Japan im Einsatz. Zwei Jahre später leitete ich nach dem Erdbeben auf den Philippinen Freiwillige beim Wie-

deraufbau von Schulen an, und zuletzt engagierte ich mich 2016 in Flüchtlingslagern bei Erbil im Irak. Ich habe also schon einiges

gesehen und konnte mich in den letzten Jahren in der humani-

Uns kamen die guten Beziehungen von Malteser Interna­tional

te. Das ist eine indonesische NGO, die organisatorisch und

personell sehr gut aufgestellt ist. Wir haben mit YEU vereinbart, dass unsere Mittel für die Reparatur der beschädigten

Gesundheitsstationen und für die Verteilung wichtiger Hilfsgüter eingesetzt werden. Für die Menschen in den entlegenen Gemeinden um die Stadt Palu, von denen einige alles verloren

haben, sind das wertvolle Hilfen. Für uns ist es wichtig, dass sie die erste Schockphase nach dem Erdbeben überstehen und gestärkt aus ihr hervorgehen.

tären Hilfe viel fortbilden. Deshalb war ich sicher, dass mich die

Wären Sie beim nächsten Mal wieder mit dabei?

sien schon oft bereist und spreche auch ein wenig Indonesisch.

Je nach Land und Katastrophe bringen die Einsätze ande-

Situation nicht erschrecken würde. Außerdem habe ich IndoneFür mich lag es daher nahe, mich für die Mission zu melden. Wie waren die ersten Tage?

Die indonesische Regierung hat die vielen ausländischen 6

ersten Koordinierungstreffen wurde rasch klar, dass die Re-

Ja, unbedingt. Keine Nothilfe-Mission gleicht der anderen. re Herausforderungen mit sich. Ich bin schon immer flexibel durchs Leben gegangen. Ich glaube, diese Eigenschaft

kommt einem zugute, wenn man sich für das „Abenteuer Nothilfe“ interessiert.


schwerpunkt ERDBEBEN UND TSUNAMI IN INDONESIEN

Wasser ist Leben

Bundesverband Rettungshunde, arche noVa und ASB produzieren Zehntausende Liter Trinkwasser täglich Der Bundesverband Rettungshunde (BRH) und sein Koopera-

tungsanlagen am dringendsten benötigt wurden. Diese fanden

mehrerer Trinkwasseraufbereitungsanlagen.

BRH spendete eine der Anlagen sowie mehrere Generatoren

tionspartner linderten die Situation vor Ort durch den Einsatz

Diese produzierten täglich 6.000 Liter während des einwö-

chigen Einsatzes. „Damit konnte das Hilfsteam die schlimmste Not der Menschen lindern und leistete einen wichtigen Beitrag zur Grundversorgung von ungefähr 8.000 Menschen“, sagt Projektmitarbeiter Henri Paletta.

Innerhalb weniger Stunden nach dem internationalen Hilfege-

such der indonesischen Regierung starteten aus Deutschland die BRH-Einsatzteams. Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen und

Generatoren wurden noch am gleichen Abend verladen. In enger Abstimmung mit den Behörden und dem örtlichen Trink-

wasserversorger analysierten die Mitarbeiter, wo die Aufberei-

in Sigi, einem Stadtteil im Südosten von Palu, ihren Einsatz. Der zur Stromversorgung. Vor Ort versorgte sich das Team als auch

die Kooperationspartner autark. „Wir agieren grundsätzlich

immer als Selbstversorger, um die ohnehin geringen Ressourcen im Katastrophengebiet nicht zusätzlich zu belasten“, erläutert Paletta.

Wasser für die Überlebenden: Dieses Ziel haben auch die Bündnisorganisationen ASB und arche noVa erreicht. Sogenannte leichte und mobile Skyhydranten filtern Viren und Bakterien aus verun-

reinigtem Wasser. Eine installierte Anlage kann so in 24 Stunden

bis zu 1.200 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen. Ebenso wie der BRH hat auch der ASB lokale Hilfsorganisatio­nen in der Installation und Wartung der Wasserfilter geschult.

Erdbeben und Tsunami in Indonesien: So hilft unser Bündnis

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Die Hilfe geht weiter Nach der Nothilfe folgt der Wiederaufbau – Seelische Wunden heilen langsam Nach der ersten Versorgung mit Notunterkünften verteilen

Dinge wie Handtücher, Zahnbürsten und Seifen. Die Märkte

Sets und Notzelte auf Sulawesi, helfen beim Wiederaufbau

genen Gebieten schwierig, an Waren und Lebensmittel zu kom-

viele Bündnisorganisationen weiter Nahrungsmittel, Hygieneund unterstützen die Menschen psychosozial. Das überge-

ordnete Ziel haben alle vor Augen: Überleben sichern und die Grundbedürfnisse der Menschen decken.

Auf Sulawesi ist nichts mehr wie zuvor. Die Aufräumarbeiten nach der Katastrophe werden noch Monate dauern. Hilfe kommt dennoch an: ADRA hat wie andere Bündnisorganisa­

tionen kurzfristig Materialien für Notunterkünfte in die am stärksten betroffenen Gegenden gebracht und damit 3.000 Fa-

milien ein Dach über dem Kopf verschafft. Die Pakete bestehen aus zwei großen Zeltplanen, einem Seil, Nägeln, einem Hammer und einer Säge. Zusammen mit einer lokalen Partnerorganisa­

tion versorgte ADRA weitere 1.000 Haushalte mit Zeltplanen

men. Der Mangel an Nahrung trifft besonders Kinder, Frauen und ältere Menschen hart.

Durch beschädigte Wasserleitungen und verunreinigtes Wasser besteht außerdem die Gefahr von Ansteckungen. „Seife spielt eine wichtige Rolle, damit sich Keime und Krankheiten nicht

ausbreiten können“, erläutert Claudia Zehl, Projektkoordinatorin der Johanniter. Mitarbeiter der Partnerorganisation Inanta

klären über Risiken und Hygienemaßnahmen auf. Sie liefern

außerdem Trinkwasser für 1.000 Haushalte. So wird gewähr-

leistet, dass jeder Person pro Tag mindestens 15 Liter sauberes Wasser zur Verfügung stehen, um den Grundbedarf zu decken.

und schützte sie dadurch besser vor der anstehenden Regenzeit.

Am dringendsten wird Unterstützung im Bereich Ernährung be-

Kein Dach über dem Kopf

Haushalte, insgesamt rund 14.000 Menschen, mit Nahrungs-

Zeitgleich zu den Sofortmaßnahmen hat das Team vor Ort wei-

tere Hilfsmaßnahmen geplant, die in den ersten Novembertagen angelaufen sind. In 15 Dörfern in Zentral-Sulawesi werden bis Februar 2019 insgesamt rund 30.000 Menschen Lebens-

mittelunterstützung, Hygiene-Sets und weitere Zeltplanen erhalten. Denn die Situation ist nach wie vor kritisch: Unzählige Menschen sind obdachlos und ihnen fehlen die einfachsten 8

funktionieren nicht richtig, daher ist es besonders in entle-

nötigt. ADRA versorgt deshalb in verschiedenen Dörfern 3.500

mitteln. Diese liefern einen Monat lang täglich mindestens 2.100 Kalorien pro Person. Sie beinhalten unter anderem getrocknete Bohnen und Reis. Sobald die Märkte wieder funktionieren, ist

geplant, bevorzugt Bargeld zu vergeben, damit die Familien Lebensmittel kaufen können. Haushalten, die von alleinstehenden

Frauen mit Kindern, von älteren Menschen, Schwangeren und

stillenden Müttern geleitet werden sowie Familien mit behinderten Familienmitgliedern wird hierbei der Vorrang gegeben.


schwerpunkt ERDBEBEN UND TSUNAMI IN INDONESIEN

Das Erlebte aufzuarbeiten, ist für Betroffene und Helfer gleicher-

schen Gesundheit in das bisherige Leben

vor Ort, die sich auf die psychosoziale Unterstützung konzen-

heit der Bewohner ist dabei ein wichtiger

maßen wichtig. Die Johanniter haben eine Partnerorganisation triert. Die Mitarbeiter von Peruati trainieren Helferinnen und Helfer im Umgang mit Betroffenen, die Angehörige oder Freunde verloren haben. Je nach deren persönlichen Umständen fungieren sie als Ratgeber oder organisieren Selbsthilfegruppen. Das Er-

lebte verarbeiten Kinder, Frauen oder Ältere auf unterschiedliche

Weise. Traumatische Erlebnisse müssen zur langfristigen psychi-

integriert werden. Die psychische GesundGrundstein für den Wiederaufbau als Gemeinde. Neben der Verteilung von Hilfsgütern und dem Wiederaufbau rücken die psychosoziale Unterstützung und Hygienemaßnahmen in den Vordergrund.

Menschen mit Behinderung helfen anderen ASB schulte besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen auf Sulawesi Beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) finden Menschen mit

schulten Menschen sozusagen als Experten, wie für Men-

Zugang zu Hilfsangeboten in Katastrophengebieten haben.

ASB unterstützt sie und ihre Organisationen dabei, Hilfs-

Behinderung heraus, ob andere Menschen mit Behinderung

Martin Kunstmann, ASB-Länderreferent für Asien, erläutert, wie das funktioniert.

Wie hat der ASB auf die Katastrophe in Indonesien reagiert? Wir haben in Yogyakarta auf der indonesischen Insel Java

ein Länderbüro. Ein Team aus unserem Büro ist sofort ins Katastrophengebiet gereist. Sie wollten unter anderem

herausfinden, wie die Situation von Menschen mit Behinderung und älteren Menschen ist und was diese am drin-

gendsten brauchen. Das Ziel: Bedarfsgerechte humanitäre Hilfe leisten.

Wie haben sie das gemacht?

schen mit Behinderung der Zugang zu Hilfe möglich ist. Der maßnahmen durchzuführen, etwa Verteilungen von Hygienepaketen. Während die Maßnahmen laufen, begutachten Menschen mit Behinderung die Qualität: Eine Person im

Rollstuhl probiert, ob sie die Notlatrinen nutzen kann. Oder ein Blinder testet beispielsweise, wie leicht für ihn der Zugang zur Wasserversorgung ist. Ganz konkret, indem er in Begleitung eines ASB-Mitarbeiters versucht, zu einer Zapf-

stelle zu laufen und Wasser zu erhalten. Auf Sulawesi war das eine große Herausforderung, da Trümmer viele Wege

blockierten. All das fließt in unsere Bewertungen mit ein. Wir bessern stetig nach, damit Ältere und Menschen mit Behinderung nicht ausgeschlossen werden.

Das Team hat sich mit Behindertenorganisationen und

Warum konzentriert sich der ASB auf diese Zielgruppe?

sie eine Begutachtung der Lage durchführen und den hu-

se Gruppe trägt ein überproportional hohes Risiko. Das

Frauengruppen getroffen und die Mitglieder geschult, wie manitären Bedarf ermitteln. Es ging dabei vor allem um die Wasserversorgung. Denn auf Sulawesi benötigen die Men-

schen dringend sauberes Trinkwasser. Im Anschluss daran haben wir gemeinsam mit den geschulten Partnern den Bedarf ermittelt und die entsprechenden Hilfsmaßnahmen

geplant und umgesetzt. Mit den Schulungen vor Ort sorgen wir zudem dafür, dass die Bevölkerung auch bei der nächsten Katastrophe weiß, was zu tun ist. Wie sieht so eine Begutachtung aus?

Unmittelbar nach der Katastrophe überprüfen die zuvor ge-

Weil sie leider noch immer zu oft vernachlässigt wird. Diefängt schon vor der Katastrophe an: Sind Warnhinweise auf

Schildern angebracht, können Blinde oder Sehbehinderte sie nicht lesen. Erfolgt der Alarm über eine Sirene, können

Gehörlose sie nicht wahrnehmen. Viele Menschen mit Behinderung können sich im Katastrophenfall nicht selbst evakuieren, werden aber bei Evakuierungsübungen oft

nicht eingebunden. Der ASB schult deswegen diese Bevölkerungsgruppe vor und nach einer Katastrophe. Wir wollen dazu beitragen, dass ältere Menschen und Menschen mit

Behinderung einfacher an Hilfe gelangen und selbst als Experten im Katastrophenfall Hilfe leisten können.

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Gefangen in der Hölle Menschen im Jemen verhungern, sterben im Bombenhagel oder an Cholera Der Krieg verwüstet das Land und zerstört die Lebens-

Marwaya. Ich sehe ihn ständig in meinen Träumen. Ich vermisse

wohnern drohen zu verhungern, Kleinkinder sterben an

stolz auf ihn.“

grundlage von Millionen Menschen. Drei von vier Einvermeidbaren Krankheiten.

Ein verheerender Choleraausbruch schwächt die Überleben-

den. Es ist die derzeit schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt. Unsere Bündnisorganisationen leisten vor Ort akute Nothilfe. Es sind Menschen wie Awsh, deren Alltag von großem Leid geprägt ist. Er und seine Familie lebten in der Hafenstadt

Hodeidah, bevor sie vor der Gewalt flohen. Awsh hatte auf dem Markt der Hafenstadt genug verdient. Nun weiß er nicht, wie er ohne Hilfe seine Familie ernähren soll. Die Bomben haben ihm

seine Lebensgrundlage und geliebte Verwandte genommen: „Ich habe meinen Neffen bei einem Luftangriff verloren. Das

Awsh findet nun Zuflucht bei unserer Bündnisorganisation CARE: Sie unterstützt Familien mit Lebensmitteln und sauberem Wasser. Die Helfer verteilen außerdem Hygiene-Pakete, damit

sich Krankheiten nicht ausbreiten. Salem Dschaffer Baobaid von der Bündnisorganisation Islamic Relief beschreibt die Erschöpfung und Angst in den Gesichtern seiner Nachbarn, die wegen

der nächtlichen Luftangriffe nicht mehr schlafen. Trotz der Lebensgefahr für die Mitarbeiter steht die Hilfsorganisation den

Menschen weiter zur Seite und verteilt Lebensmittel und Medikamente. Ein Funken Hoffnung in der Dunkelheit des Krieges.

Haus meines Bruders war nur zwei Häuser von meinem ent-

Im Jemen zu helfen, ist schwierig – doch Hilfe kommt an.

Albtraum. Ich erinnere mich, dass seine Mutter nicht aufhörte

nale Hilfe. Immer wieder musste er wegen der Bombenan-

fernt“, berichtet er. „Wir hoben ihn hoch und flohen. Es war ein zu weinen. Wir begruben meinen Neffen auf dem Weg nach al10

ihn, er war ein guter Junge und sehr klug. Sein Vater war sehr

Der Hafen in Hodeidah gilt als Nadelöhr für die internatio-

griffe gesperrt werden. Das bedeutet für die Hilfsorganisa­


hunger IM JEMEN

tionen, dass sie lange Umwege in Kauf nehmen müssen, um Nahrungsmittel, Medikamente und andere lebenswichtige Hilfsgüter ins Land zu transportieren. action medeor hat al-

lein in diesem Jahr bereits sieben Container medizinischer Hilfsgüter mit einem Gesamtgewicht von 43 Tonnen auf den

Vor Ort sorgt ADRA für die sichere Verteilung der Medikamente

weiteren 5,8 Tonnen hinzu.

Jemen, betreibt selbst ein Krankenhaus und unterstützt mit me-

Weg gebracht. Bis Ende des Jahres kommen Lieferungen mit

Zusammenarbeit im Bündnis ist essenziell Den Großteil dieser Waren liefert action medeor an den Bünd-

nispartner ADRA. „Enthalten sind Schmerzmittel, Antibiotika, Mittel gegen Durchfallerkrankungen, aber auch Wasserfiltersys­

teme, zum Schutz vor Krankheiten durch verunreinigtes Wasser“, sagt Dirk Angemeer, Leiter der Medikamentenhilfe von

­action medeor. „Lebensgefährliche Infektionskrankheiten breiten sich rasend schnell aus, wenn die Menschen nicht direkt behandelt werden können“, so Angemeer.

an Krankenhäuser. ADRA ist die zweitgrößte Hilfsorganisation­im

dizinischen Einsatzteams weitere medizinische Einrichtungen. „Jemen ist von Importen abhängig. Wegen des Kriegs laufen wir kontinuierlich Gefahr, in den von uns unterstützten Kranken-

häusern und Gesundheitsstationen selbst für die notwendigste

Versorgung der Zivilbevölkerung keine Medikamente mehr zur

Verfügung zu haben. Die Zusammenarbeit mit action medeor ist daher essenziell für den Erfolg unserer Arbeit vor Ort“, betont

Nikolaus Kirchler, ADRA-Nothilfekoordinator für den Jemen. In

der schlimmsten humanitären Krise der Welt ist weitere Hilfe dringend nötig. „Wir dürfen nicht wegschauen. Das würde den

Tod vieler Menschen bedeuten“, appelliert Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von Aktion Deutschland Hilft. https://adh.ngo/reportage-jemen

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taifun PHILIPPINEN

Die kleine Shama und ihre blinde Mutter haben den

Taifun Mangkhut auf den Philippinen überlebt.

Blind und schwanger auf der Flucht vor dem Sturm Geraldine und Shama flohen vor dem verheerenden Taifun Mangkhut auf den Philippinen Die kleine Shama greift entschlossen nach der Hand ihrer Mutter und hält sie fest.

Sie wird die 36-jährige Geraldine nicht loslassen. Gemeinsam

auch vor dem schweren Sturm und dem heftigen Regen in Sicherheit bringen wollten.

zimmer. Der Raum, in dem Kinder sonst Lesen und Schreiben

lernen, ist nun ihr vorübergehendes Zuhause. Ihr Zufluchtsort,

Shama ist Geraldines Fenster zur Welt

nachdem im September 2018 der zerstörerische Taifun Mangk­ hut auf den Philippinen wütete und den beiden alles nahm.

Geraldine ist dankbar, dass sie und ihre Familie nun in Sicherheit sind. Doch sie sorgt sich um die Zukunft. Der Taifun

gehen sie durch die Schule bis zu einem der kleinen Klassen-

Auch als der tropische Wirbelsturm durch ihr Dorf in der Region Benguet fegte, hatte die vierjährige Shama nach der Hand ihrer

Mutter gegriffen. Um zu überleben, führte die Tochter sie hoch

in die Berge. „Sie ist so liebevoll und fürsorglich“, sagt Geraldine.­ Sie weiß, dass eigentlich sie als Mutter ihr kleines Kind in Sicherheit hätte bringen müssen. Doch das kann sie nicht. Geraldine ist blind. Und Shama ist ihr Fenster zur Welt.

Von der Flucht vor dem Sturm erzählt Geraldine: „Es war beson-

ders schwer für mich, weil ich nichts sehen kann und schwanger bin.“ Ihr Mann war am Tag des Taifuns weit weg von seiner Familie: Er half einem Rettungsteam dabei, Menschen vor Mangk­

hut zu retten. Doch Geraldine hatte nur ein Ziel: Sie wollte Shama und ihr ungeborenes Kind schützen. Die beiden trotzten dem tosenden Wind und legten den rund vier Kilometer langen

Fußmarsch bis zum Evakuierungszentrum zurück – Schritt für 12

Schritt. Gemeinsam mit den Nachbarn und Bekannten, die sich

hatte eine verheerende Wirkung hinterlassen. Hunderttau-

sende Menschen sind betroffen. „Das ist das Schlimmste, das uns je passiert ist“, sagt Geraldine und ist dankbar für die Hilfe. Während sie erzählt, spielt Tochter Shama mit den anderen Kindern in der Notunterkunft. Von Zeit zu Zeit geht

sie in den Klassenraum, hält die Hand ihrer Mutter und umarmt sie fest.

Viele Hilfsorganisationen im Bündnis sind auf den Philippinen aktiv und leisten den Menschen Nothilfe. Helfer von World ­Vision, CARE oder Malteser International beispielsweise verteilten Hilfsgüter in den am stärksten betroffenen Gebieten. Auch Familien wie Geraldines werden unterstützt und erhalten psychosoziale Betreuung, um die traumatischen Erlebnisse zu ver-

arbeiten. Gleichzeitig sind auch langfristige Hilfen wie der Bau katastrophensicherer Unterkünfte in enger Zusammenarbeit mit lokalen Regierungsstellen geplant.


h i l fe f ü r K I N D E R I N M E X I KO

Mit vollem Bauch lernt es sich leichter TERRA TECH hilft mexikanischen Jungen und Mädchen, deren Familien vom Müll leben Sie leben von dem, was andere weggeworfen haben: Fami-

lien im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca, die nahe einer

riesigen Mülldeponie, in wackeligen Hütten ohne Strom und

Dank sauberen Wassers und einer ausgewogenen Ernährung sind weniger von ihnen krank.

Wasser hausen.

Im neuen Schulgarten bauen die Kinder ihr eigenes Obst und Ge-

Ihre Kinder werden von dem giftigen Schrott krank. Viele von

Erlebnis: Der Achtjährige hat zum ersten Mal in seinem Leben Sa-

ihnen müssen ihren Eltern beim Wertstoffsammeln helfen

und können nicht zur Schule gehen. Dank TERRA TECH hat sich das Leben von 450 Kindern, über 320 Jugendlichen und 60 Müttern grundlegend verbessert.

Einer, dem es nun besser geht, ist der achtjährige Juan Flores

Velázquez. Seine Eltern verdienen zwischen 65 und 130 Euro im

Monat. Sie leben am Rand der Deponie und damit am Rand der Gesellschaft. Juan besucht die dritte Klasse der zweisprachigen

müse an und bereiten es selbst zu. Für Juan ein ganz besonderes

lat gegessen – und überraschte seine Mitschüler. „Ich habe meinen Klassenkameraden unser selbstangebautes Essen serviert“, erzählt er mit strahlenden Augen. „Das hat mich sehr glücklich gemacht.“

Die Hilfe von TERRA TECH geht über Aufklärung und Gemüseanbau hinaus. Seit Anfang 2017 arbeiten die Mitarbeiter mit

der lokalen Selbsthilfeorganisation Sikanda zusammen. Die Helfer kennen die Probleme und Bedürfnisse der Kinder gut.

Libertad-Schule. Seine Schule hatte bis vor Kurzem keinen Müll-

TERRA TECH baut und betreibt insgesamt drei Schulkantinen

und fließendes Wasser und keine Cafeteria.

kartons und Holz errichtet. „Mit dieser vor Ort erfundenen

abfuhrdienst, kein Internet und Telefon, keine Wasserleitung

TERRA TECH hat Juans Leben mit vielen kleinen Schritten zum Besseren gewandelt. Die Schule hat dank Solarpanele

auf dem Dach endlich Strom. Eine Filteranlage versorgt die

Kinder mit sauberem Wasser. Außerdem wissen die Schüler,

in der Region. Die Gebäude werden aus recycelten GetränkeBauweise wurden bereits sehr positive Erfahrungen gemacht“, berichtet Leonie Dylla von TERRA TECH. „Ein weiteres Plus: Die Bauten sind so errichtet, dass sie Erdbeben, die in dieser Gegend oft auftreten, standhalten.“

Lehrer und Eltern nun, wie wichtig Hygiene bei der Zube-

In den Schulkantinen können zukünftig noch mehr Kinder den

gestalten können. Vorher litten viele Kinder unter Durchfall.

mente wie Juan erleben. 

reitung von Essen ist und wie sie ihren Speiseplan gesund

ersten Salat ihres Lebens essen – und damit so glückliche Mo-

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Kleinbauer Lukio Andhamo aus Kenia

Wenn Wüsten wieder grün werden Tony Rinaudo bringt mit einer einfachen Methode den Wald nach Afrika zurück Der Anfang war eine Autopanne: Tony Rinaudo, Agrar- und

Wiederaufforstungsexperte von World Vision Australien, blieb im Niger mit seinem Fahrzeug im Wüstensand stecken. Als er ausstieg, entdeckte er um das Auto herum winzige Büschel mit grünen Blättern und untersuchte sie.

Es handelte sich um die jungen Triebe eines Baumes mit weit-

müssen die Bauern die Triebe schneiden und schwache Triebe kürzen, um den stärksten die wenigen Ressourcen zu über-

lassen. „Im Wesentlichen geht es darum, das zu nutzen, was

schon vorhanden ist“, sagt Rinaudo. „So kann jeder Einzelne etwas verändern.“

verzweigtem Wurzelwerk im Boden. Und davon gab es viele um

Insekten und Tiere kehren zurück

kam die Idee, dass durch Regenerierung der vorhandenen Bäu-

So begann die Erfolgsgeschichte von FMNR im Niger. Die Bau-

„Ich habe nichts Neues entdeckt, sondern nur Verstecktes wie-

verzweifelt. Aus dem kleinsten Lufthauch wurde ein Sandsturm,

ihn herum. „Ein Untergrundwald“, dachte Rinaudo, und ihm me Wiederaufforstung betrieben werden könnte. Das war 1984. der hervorgeholt“, sagt Rinaudo.

Seine Idee ist ebenso einfach wie genial. Dafür hat er vor Kurzem in Stockholm den „Alternativen Nobelpreis“ (Right

Livelihood Award) erhalten. Alles, was Bauern für seine Technik

ern waren aufgrund der immer wiederkehrenden Hungersnöte

der die Aussaat zunichtemachte. Ganze Dörfer wurden unter

Sand begraben. Was nach dem Sandsturm übrig blieb, verdorrte. ­Rinaudo und seine Kollegen mussten immense Überzeugungs­

arbeit leisten, damit die Bauern die kleinen Triebe wachsen ließen.

„Farmer Managed Natural Regeneration“, kurz FMNR, brau-

Nach zwei bis drei Jahren waren aus den Büschen kleine Bäume

ist. In der Regenzeit kämpfen sich kleine Sprösslinge aus dem

der Beschneidung abfallenden Äste dienten als Feuerholz, das

chen: Ein scharfes Messer – und das Wissen, was damit zu tun intakten Wurzelsystem ans Licht. Die Vielversprechenden gilt 14

es zu schützen, vor Wind und hungrigen Tieren. Regelmäßig

geworden und es gab weitere positive Auswirkungen: Die bei

Gras, das unter den Bäumchen wuchs, war Futter für die Tiere, in


wiederaufforstung I N AFRI KA

„Wir verbessern das Leben der Menschen nachhaltig“ Im Interview erklärt Tony Rinaudo (Foto links), worauf es bei FMNR-Projekten ankommt und wie Kleinbauern damit

nachhaltig auf Dürre- oder Hungerkatastrophen vorbereitet werden.

Was dachten Sie, als Sie den alternativen Nobelpreis erhielten?

Ich war demütig und sehr glücklich. Vor allem über die Auf-

merksamkeit, die FMNR durch die Auszeichnung erhält. Noch immer sind sich nur wenige Regierungen, Hilfsorganisationen und Geldgeber dem ganzen Potenzial dieser Methode bewusst.

Was sind die Vorteile von FMNR?

Landwirte gewinnen ihre Lebensgrundlage zurück und ver-

bessern ihre Ernten. Sie haben mehr Futter für ihre Tiere. Frauen und Kinder müssen keine langen Strecken mehr zu-

rücklegen, um Brennholz zu sammeln. FMNR hatte auf viele Familien einen positiven Effekt. Auch wenn die Veränderungen viel Zeit und Mühe kosten.

Aktion Deutschland Hilft leistet nach Katastrophen

weltweit humanitäre Hilfe. Inwiefern trägt FMNR zur Vorbeugung von Katastrophen bei? Andhamos Frau bei der Gemüseernte dem Gehölz fanden andere Pflanzen und Tiere eine Heimat, die

Erde rutschte bei Regen nicht mehr die Hänge herunter. Auch in der Landwirtschaft zeigt FMNR überzeugende Ergebnisse. Dabei werden nach dem gleichen Prinzip Reihen von Bäumen auf den Feldern hochgezogen. Auch hier steigert sich die Biodiver-

sität: So kehren zunächst Insekten und in ihrer Folge auch Vögel und Säugetiere in die wiederbegrünten Gebiete zurück.

Über 200 Millionen Bäume wachsen in ehemaliger Steppe Der Erfolg von Rinaudos Methode ist sensationell: In über 20 Ländern wird sie mittlerweile angewendet. Allein im Niger

konnten dank FMNR etwa 6 Millionen Hektar Wald wieder

aufgeforstet werden. Die Methode gilt nicht nur als effektiv, sondern auch als kostengünstig. So beziffern Experten die Kos­ ten pro Hektar mit etwa 4 US-Dollar im Vergleich zu etwa 150 US-Dollar bei konventionellen Neupflanzungen. Heute werden über 200 Millionen Bäume von den Bauern in einer bisher fast baumlosen Landschaft nachhaltig bewirtschaftet.

Durch diese Methode verbessert sich das Leben der Men-

schen nachhaltig. So leisteten wir gleichzeitig Katastrophenvorsorge. Die Landwirte sind viel besser auf spätere Hunger-

krisen vorbereitet. Sie werden belastbarer: Zuvor hatten sich die Bauern auf die Ernte einer Pflanze verlassen. Nun können sie Brennholz verkaufen, Tiere züchten und die Früchte der Bäume verarbeiten.

Der Klimawandel wird immer deutlicher spürbar. Warum gewinnt Wiederaufforstung an Bedeutung?

Die meisten Landwirte, die FMNR anwenden, sind Kleinbauern mit wenig technischem Gerät und kleinen Grundflächen. Wir konnten mit FMNR vielen Menschen helfen, die die

Hoffnung fast aufgegeben hatten und kurz davor waren, ihr Land zu verlassen. Heute haben sie ihre Selbstbestimmung zurückgewonnen und sind stolz auf das, was sie geschaffen

haben. Die Freude, die ich vor Ort wahrnehme, ist riesengroß. Das macht mich sehr, sehr zufrieden.

Und was ist nach dem Nobelpreis Ihr nächstes Ziel?

Mein persönliches Ziel ist, dass FMNR bis 2030 in 100 Ländern umgesetzt wird. World Vision ist Gründungsmitglied

von The Global Evergreening Alliance. Mit unseren Partnern möchten wir dazu beitragen, in Afrika 100 Millionen Hektar bis 2030 aufzuforsten.

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s t a t u s q u o Z W E I J A H R E N A C H H U R R I K A N M AT T H E W

Der Held der Kokospalme Die Johanniter errichten im Südwesten Haitis eine sturmsichere Schule Ein neues Schulgebäude ent-

in den neuen Haushalt ein. Wertschöpfung auf haitianisch. Al-

Das alte Gebäude wurde

Im Oktober 2016 wütete Hurrikan Matthew über dem armen Ka-

steht im Südwesten Haitis.

2016 von Hurrikan Matthew schwer beschädigt. Mit

Leben füllen es die Kinder

und engagierte Eltern wie Levelt Alsid.

Die Natur ist die beste Bank für Menschen, ist Alsid über-

ribikstaat und über dem Dorf von Alsid. Drei Tage lang. Er zer-

störte nicht nur sein Haus, sondern das ganze Dorf. „Es gab kei-

nen Strom, kein Telefon, keine Gesundheitsstation, aber sehr viele Verletzte und Tote“, erinnert er sich. Alsid kannte sich in Erster Hilfe aus. Er rettete in den folgenden Tagen 27 Menschen. „Man hilft

sich in Haiti gegenseitig nicht mehr so viel wie früher“, fällt ihm auf. „Aber bei Katastrophen unterstützen wir uns gegenseitig.“

zeugt. Der 64-Jährige erin-

Sich gegenseitig helfen, Traditionen pflegen, von Mitmenschen

Haitianer früher kein

dem Hurrikan in der Stadt Torbeck. Seine Söhne gehen auf die

nert sich daran, dass viele

Geld leihen mussten, sondern eine alte Tradition pflegten. „Zusammen

mit

dem

Rest der Nabelschnur

eines Kindes gruben El-

tern Kokospalmensamen

lernen: Das möchte Alsid wiederbeleben. Die Familie lebt nach École du village. Die Schule mit Waldorf-Ansatz ermöglicht rund 120 Kindern kreative und individuelle Förderung. Das Schulge-

bäude wurde vom Wirbelsturm schwer beschädigt. Jetzt bauen es die Johanniter mit der Unterstützung von Aktion Deutsch-

land Hilft neu auf: zweigeschossig, mit acht Klassenzimmern und vor allem sturmsicher.

er. „Nach rund fünf Jahren trug der Baum die er-

Tragfähige Zukunft für Haitis Kinder

kaufserlös erwarben die El-

sten Früchte. Mit dem Ver-

Nebenan gedeiht der Schulgarten. Dort lernen die Schüler

tern Hühner. Auch sie ver-

Ackerbau und produzieren die Nahrungsmittel der Schule. Je-

des Kind bekommt eine Suppe am Morgen und ein warmes

in die Erde ein“, erzählt

mehrten sich und wurden

verkauft, um erst Schweine,

dann Ziegen und schließlich

eine Kuh zu kaufen.“ Wenn ein

Paar heiratete, habe der Mann seine Tiere für ein Grundstück veräußert. Die Frau

brachte ihre Tiere als Mitgift 16

sid weiß aber auch, dass solche Pläne oft ein jähes Ende finden:

Mittagessen. Für einige von ihnen sind es die einzigen Mahl-

zeiten am Tag. Alsid gehört zum Elternvorstand der Schule. Im Mai hat er den Kindern von der alten Tradition erzählt und anschließend mit ihnen neue Kokosbäume gepflanzt. Trotz wiederkehrender Stürme will er an einer tragfähigen Zukunft

für die Kinder arbeiten. Das neu entstehende Schulgebäude durch die Johanniter ist dabei genauso Fundament wie die Kokospalmen von Alsid.


unternehmen helfen

Printkiss: eine Spende pro Grußkarte Die Online-Druckerei Printkiss hat eine tolle Spendenidee für Aktion Deutschland Hilft umgesetzt: Es gibt so viele hübsche Momente im

Leben, die wir mit anderen Menschen teilen möchten – die Hochzeit, Geburtstage, die Geburt eines Kindes oder Weihnachten. Mit einer gestalteten Karte laden wir zu Festen ein, bedanken uns für Geschenke

und verschicken Glückwünsche. Seit Herbst 2018 kann man mit seinen Grußkarten auf www.printkiss.de/spendenkarten Gutes tun: Für jede gekaufte Karte spendet Printkiss 15 Cent zugunsten unserer weltweiten Nothilfe. Herzlichen Dank für diese tolle Kooperation!

Santander spendet für Nothilfe in Indonesien Mit 5.000 Euro unterstützt die Santander Consumer Bank

AG die Katastrophenhilfe unseres Bündnisses zugunsten der

Erdbeben- und Tsunamiopfer auf der indonesischen Insel Sulawesi. Zur symbolischen Scheckübergabe in Mönchen-

gladbach trafen sich Pascal Legrain, Director Specialists Sales Santander (Foto: Mitte), Bernd Pastors, Vorstandsvorsitzen-

der von Aktion Deutschland Hilft (rechts) und Mitarbeiter Kevin Maiwald, Referent Unternehmenskooperation. Dies ist

gleichzeitig die Fortsetzung einer langfristigen Zusammenar-

beit: Santander empfiehlt ihren Kunden bereits seit 2017, ihre

Spenden unserem Aktionsbündnis anzuvertrauen. Herzlichen Dank für diese großartige Unterstützung!

Telekom hilft auf Sulawesi Schon seit 2003 unterstützt die Deutsche Telekom gemeinsam mit ihren Mitarbeitern die Hilfsprojekte von Aktion Deutsch-

land Hilft. Als langjähriger Partner engagiert sich das Unternehmen für Nothilfe, fördert Projekte zum Wiederaufbau und in der Katastrophenvorsorge. Auch nach den schweren Erdbe-

ben und dem verheerenden Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi beteiligte sich die Telekom unmittelbar nach der

Katastrophe mit einer Spende von 50.000 Euro. Gleichzeitig haben die Mitarbeiter eine Sammlung über das interne soziale

Netzwerk der Telekom gestartet und unterstützen so die überlebenswichtige Katastrophenhilfe unserer Bündnisorganisa­ tionen. Herzlichen Dank für dieses fabelhafte Engagement!

Ein Mitarbeiter unserer Mitgliedsorganisationen verteilt Hilfsgüter an Menschen auf Sulawesi, die ihr Zuhause verloren haben.

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benefiz & aktionen Kreative Unterstützung für Nothilfeprojekte Im Juni beschäftigten sich der Künstler Sokar uno und das Künstlerkollektiv Ur-

banskills mit dem Thema „Inklusion und Integration“. Besucher des Alstertal Ein-

kaufszentrums in Hamburg konnten während eines verkaufsoffenen Sonntags den Kreativen bei der Interpretation des Themas über die Schulter schauen. Das Werk

wurde im Anschluss zugunsten unserer weltweiten Katastrophenhilfe versteigert. Wir bedanken uns bei allen Bietern und freuen uns über den Verkauf und die damit

verbundene Spende in Höhe von 765 Euro. Ein besonderer Dank geht an den Künstler Sokar uno, an Urbanskills, das Alstertal Einkaufszentrum, das Auktionshaus Lauritz und die Agentur UAM Experience GmbH für diese tolle Unterstützung! Künstler Sokar uno schuf dieses Bild vor den

Augen von Besuchern des Einkaufszentrums.

Tolles Engagement für Menschen in Deutschland und weltweit Eine großzügige Summe von 1.000 Euro spendete der ­Kleiderpavillon der Gemeinde Wachtberg zugunsten der

vom Erdbeben und Tsunami betroffenen Menschen in In-

donesien. Seit 28 Jahren sammeln ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kleidung für bedürftige Wacht-

berger Mitbürger und Flüchtlinge. Sie sortieren die Spenden

und geben einige Artikel kostenlos ab wie z. B. Spielzeug, Stofftiere und Bücher. Die besten Kleidungsstücke werden zu einem kleinen Preis verkauft. Mit dem Erlös unterstützt

der Kleiderpavillon wohltätige Zwecke. „Wir sind ein gutes

Team und haben viel Freude an der gemeinsamen Arbeit“,

berichtet Marianne Pilger, die ehrenamtliche Leiterin. Herz- Marianne Pilger (4. von links) und weitere Ehrenamtliche helfen mit lichen Dank für das bemerkenswerte Engagement!

ihrem Kleiderpavillon bedürftigen Menschen.

Vollgas für den guten Zweck Als der passionierte Hobby-Rennfahrer Frank Thönissen

von den schweren Verwüstungen durch die Erdbeben und den Tsunami in Indonesien erfuhr, zögerte er nicht lange. Er nutzte seine Teilnahme bei der 12. ADAC Westfalen-Trophy am

legendären Nürburgring, um Spenden für die notleidenden

Menschen zu sammeln. Bei der dreitätigen Veranstaltung mit über 500 Rennfahrzeugen erreichte Frank Thönissen in seinem Rennen mit insgesamt 48 Startern einen hervorra-

genden achten Platz. Herzlichen Glückwunsch zu diesem ErBereits zum zweiten Mal sammelte Frank Thönissen in seinem

Rennstall Spenden für die Nothilfe von Aktion Deutschland Hilft.

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folg und vielen Dank für die wertvolle Unterstützung!


benefiz & aktionen Herbstkonzert des Groove Choirs aus Berlin Am 14. Oktober 2018 lud der Groove Choir zu

einem Benefizkonzert ein, um anlässlich des Welthungertages Spenden für unseren Hilfs­

einsatz „Hunger in Afrika“ zu sammeln. Der Nachbarschaftschor aus Berlin sang vor aus-

verkauftem Haus in der Martin-Luther-Gemeinde in Berlin-Lichterfelde und sammelte

mehr als 2.000 Euro an Spendengeldern ein. Die rund 100 Sän-

lungsvolle Programm. Seit mittlerweile sechs Jahren veranstal-

stücken aus Pop, Soul und Jazz. Die Zwischeneinlagen einiger

mit Freude am Singen zusammenzubringen und dabei Gutes zu

gerinnen und Sänger begeisterten das Publikum mit Lieblings-

tet der Chor Konzerte für den guten Zweck. Ziel ist es, Menschen

musikalischer Gäste und Solisten bereicherte das abwechs-

tun. Herzlichen Dank für diese wunderbare Spendenaktion!

Äpfel gegen Spenden Josef Loho sammelte Spenden mit seiner privaten Aktion „Äpfel ge-

gen Spende“: „Ich habe ein Obstbaumgrundstück in Seligenstadt. Meine zwölf Apfelbäume brachten in diesem Jahr eine dermaßen große Ernte ein, dass ich viele Äpfel hätte wegschmeißen müssen. Da

kam mir die Idee, die Äpfel gegen eine kleine Spende zu verkaufen.“ Infoschild und Spardose deponierte Herr Loho an seinem Grund-

stück und nahm so 320 Euro ein. Einen Teil davon setzte er direkt für

die Nothilfe in Indonesien ein, als er von dem verheerenden Tsunami erfahren hatte. Herzlichen Dank für diese hilfreiche Idee!

„Meine Aktion kam bei Spaziergängern und Fahrradfahrern gut an. Sie spendeten gerne. Es wäre schön, wenn es im nächsten Jahr viele Nachahmer geben würde!“

Sebastian Schneider für humanitären Journalismus ausgezeichnet Bei der Vergabe des Journalistenpreises „Humanitäre Hilfe“

am 16. November 2018 in Berlin zeichnete Aktion Deutsch-

land Hilft den Journalisten Sebastian Schneider aus. Die Jury bewertete seine Arbeit über Geflüchtete in Griechenland als

beste digitale Story zu humanitärer Hilfe. Im Juni besuchte Sebastian Schneider Flüchtlingscamps und Hilfsprojekte unserer Mitgliedsorganisationen. In seiner Reportage erzählt

der 36-Jährige die Geschichte zweier Frauen, die mit ihren

Kindern aus dem Irak und aus Afghanistan nach Griechenland geflüchtet sind. Der Journalistenpreis wird bereits seit

der ersten Ausschreibung 2015 durch das Auswärtige Amt

begleitet und finanziell unterstützt. Der Preis soll ein Zei-

Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von Aktion

das Leben notleidender Menschen mithilfe moderner Dar-

Dr. Bärbel Kofler, MdB und Beauftragte der Bundesregierung

chen gegen das Vergessen sein und eine Möglichkeit bieten, stellungsformen aus einer neuen Perspektive zu zeigen.

Deutschland Hilft (l.), Preisträger Sebastian Schneider und für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe.

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Alle zehn Minuten stirbt ein Kind Sabah und ihre kleine Tochter (Foto) benötigen, wie fast die gesamte jemenitische Bevölkerung, dringend humanitäre Hilfe und Schutz. Nach

starken Explosionen rund um ihr Haus hatten sie ihr Zuhause verlassen und suchten dringend einen Zufluchtsort: „Wir hatten Angst vor den

Bomben und waren total erschöpft, weil wir nicht wussten, wo wir unterkommen können“, erzählt die junge Mutter. Rund 2,5 Millionen jemenitische Familien sind auf der Flucht. Besonders dramatisch ist, dass sie viel zu wenig zu essen haben. Eine erschütternde Realität: Alle zehn Mi-

nuten stirbt ein Kind an Hunger. „Ich weiß nicht, wie die Zukunft meiner

Tochter aussehen soll. Ich wünsche mir so sehr, dass dieser schreckliche Krieg endlich aufhört“, sagt Sabah. Lokale Partner unserer Mitgliedsorganisationen helfen Sabah, ihrer Tochter und anderen Menschen vor Ort: Sie verteilen Lebensmittel, stellen sauberes Trinkwasser bereit und schaffen

Notunterkünfte für viele Betroffene, denen der Bürgerkrieg ihr Zuhause genommen hat.

Mit Ihrer Unterstützung retten wir Menschen wie Sabah und ihre Tochter. Bitte spenden Sie! Stichwort: Hunger im Jemen

S P E N D E N KO N TO Aktion Deutschland Hilft e. V.

Spendenkonto DE62 3702 0500 0000 10 20 30 (BIC: BFSWDE33XXX) oder online unter:

Ihre Spende hilft! 20

www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

Notruf 4/18: Erdbeben und Tsunami in Indonesien  
Notruf 4/18: Erdbeben und Tsunami in Indonesien  
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