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Th端ringer Architektenhandbuch 2010

Th端ringer Architekten handbuch 2010


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Th端ringer Architekten handbuch 2010


Impressum © 2009 Architektenkammer Thüringen Bahnhofstraße 39 | 99084 Erfurt Tel. 0361/210500 | Fax 0361/2105050 info@architekten-thueringen.de | www.architekten-thueringen.de Redaktion Gertrudis Peters, Geschäftsführung Björn Radermacher, Öffentlichkeitsarbeit Konstanze Schulze, Eintragungswesen Layout Innenteil, Satz und Koordination Kohlhaas & Kohlhaas | www.kohlhaas-kohlhaas.de Satz und Druck Buch- und Kunstdruckerei Keßler GmbH Erfurter Straße 19 | 99423 Weimar www.druckerei-kessler.de Papier LuxoSamt 70 g/m2 bzw. 300 g/m2 Auflage 2500 Redaktionsschluss und Stand aller Angaben: 21.10.2009 Sämtliche Inhalte sind nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr zusammengestellt worden. Formatierungen, insbesondere in den Tabellen, können von den Originaldarstellungen abweichen. Stetig aktualisierte Angaben unter: www.architekten-thueringen.de


Vorwort

Sehr geehrte Mitglieder, wir freuen uns, Ihnen heute die fünfte Auflage des Thüringer Architektenhandbuchs vorlegen zu können. Es umfasst ausgewählte Gesetze, Verordnungen und Richtlinien das Berufsrecht, das Bauplanungs- und Bauordnungsrecht betreffend. Erstmalig haben wir die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) abgedruckt, die nach langen berufspolitischen Ringen in ihrer sechsten Novelle am 18. August 2009 in Kraft getreten ist. Auch wenn nicht alle Forderungen des Berufsstandes der Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner berücksichtigt werden konnten und die Anhebung der Honorarsätze um zehn Prozent lediglich als vorläufiger Zuschlag gewertet werden kann, so ist die HOAI-Novelle ein notwendiger Zwischenschritt zur Herstellung der Konformität der HOAI mit europäischem Recht. Der Bundesrat hat eine zweite Novellierungsstufe innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten der HOAI 2009 bereits angekündigt. Die Modernisierung und Vereinheitlichung der Leistungsbilder, eine Überprüfung der Honorarstruktur und eine weitere Verschlankung der HOAI unter dem Blickwinkel des Wandels der Berufsbilder, der Umweltbelange und der Regeln der Technik werden u. a. das Thema sein. So lautet das Fazit: Nach der Reform ist vor der Reform. Das gleiche Fazit gilt auch für die Honorarregelung Dorfentwicklungsplanung im Freistaat Thüringen, die in ihrer vierten Ausgabe am 1. Oktober 2009 in Kraft trat und die ebenso zum Bestandteil des Handbuchs wurde. Auch hier wird es in den nächsten Jahren um eine Fortschreibung der Leistungsbilder und um weitere Honoraranpassungen gehen.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, die Architektenkammer Thüringen (AKT) ist ein Organ der Selbstverwaltung und Interessensvertretung ihrer Berufsstände. Sie lebt von der aktiven Mitarbeit der ehrenamtlich tätigen Mitglieder. Auch an dieser Stelle mein herzlicher Dank an alle, die durch ihr Engagement Berufspolitik aktiv mitgestalten. So haben wir auch in dieser Ausgabe des Handbuchs nicht darauf verzichtet, Ihnen die Organe und Gremien der Architektenkammer Thüringen in ihrer personellen Besetzung vorzustellen, die Arbeitsbereiche und Ansprechpartner unserer Geschäftsstelle darzustellen und ihnen einen Überblick über die Satzungen und Ordnungen der AKT zu geben. Den vierten Bereich des Handbuchs nimmt das Adressverzeichnis wichtiger Ansprechpartner ein. Wir hoffen, mit der Auswahl der Thüringer Ministerien, Genehmigungsbehörden und weiteren staatlichen Dienststellen sowie dem Verzeichnis der Kammern und Verbände Ihrem Informationsbedürfnis zu entsprechen. Dem Thüringer Architektenhandbuch 2010 ist eine CD beigefügt. Sie umfasst neben den Beiträgen des Handbuchs das Mitgliederverzeichnis, aber auch weitere Gesetze, die für den Abdruck zu umfangreich gewesen wären. Wir hoffen, Ihnen mit dem Thüringer Architektenhandbuch 2010 ein Nachschlagewerk an die Hand geben zu können, das Sie bei Ihrer täglichen Arbeit unterstützt.

Dipl.-Ing. Hartmut Strube, Präsident


Inhaltsverzeichnis Architektenkammer Thüringen – Auftrag und Leistung.......................................................................................6

Teil A Struktur der Architektenkammer Thüringen............................................. 9 Organe und Gremien.......................................................................................................................................10 Geschäftsstelle...............................................................................................................................................14 Versorgungswerk............................................................................................................................................15 Satzung des Versorgungswerkes.....................................................................................................................16 Anschlussatzung der AK Thüringen an das Versorgungswerk der AK Sachsen...................................................30

Teil B Satzungen und Ordnungen der Architektenkammer Thüringen..............33 Hauptsatzung..................................................................................................................................................34 Wahlordnung zur Wahl der Vertreter­versammlung............................................................................................38 Wahlordnung zur Wahl der Ausschüsse............................................................................................................43 Beitragssatzung..............................................................................................................................................44 Gebühren- und Verwaltungs­kosten­sat­zung......................................................................................................45 Satzung über die Haushalts- und Kassenführung..............................................................................................48 Schlichtungssatzung....................................................................................................................................... 51 Ehrensatzung..................................................................................................................................................53 Fortbildungssatzung........................................................................................................................................55 Berufsordnung................................................................................................................................................55 Geschäftsordnung der Ausschüsse und Arbeits­gruppen...................................................................................58 Reisekosten- und Entschädigungs­satzung........................................................................................................59 Geschäftsordnung der Geschäftsstelle ...........................................................................................................60

Teil C Gesetze, Verordnungen und Richtlinien................................................. 61 (Bau-) Berufsrecht.......................................................................................................................................... 62 Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)................................................................................... 62 Honorarregelung Dorf­entwicklungsplanung im Freistaat Thüringen................................................................125 Orientierungshilfe für einen Beratungsvertrag zur Dorferneuerung.................................................................134 Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz (ThürAIKG)...................................................................... 137 Verdingungsordnung für frei­berufliche Leistungen (VOF)................................................................................ 151 Richtlinien für Planungs­wettbewerbe (RPW 2008)..........................................................................................164 Partnerschaftsgesellschafts­gesetz (PartGG).................................................................................................. 171 Bauplanungsrecht/Städtebaurecht.............................................................................................................174 Baugesetzbuch (BauGB)................................................................................................................................174 Bilanzierungsmodell......................................................................................................................................174 Bauordnungsrecht........................................................................................................................................ 183 Thüringer Bauordnung (ThürBO).....................................................................................................................183 Thüringer Bodenschutzgesetz (ThürBodSchG)................................................................................................218 Thüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG)................................................................................................222 Thüringer Nachbarrechtsgesetz (ThürNRG).....................................................................................................230 Thüringer Straßengesetz (ThürStrG)............................................................................................................... 241


Thüringer Gesetz über die Umwelt­verträglichkeitsprüfung (ThürUVPG)............................................................ 257 Thüringer Baugebühren­verordnung (ThürBauGVO)..........................................................................................264 Baustellenverordnung (BaustellV).................................................................................................................. 267 Energieeinsparverordnung (EnEV)..................................................................................................................270 Thüringer Feuerungsverordnung (ThürFeuVO)................................................................................................. 307 Thüringer Gaststättengesetz (ThürGastG).......................................................................................................314 Thüringer Kindertages­einrichtungs­verordnung (ThürKitaVO)...........................................................................316 Thüringer Niederschlagswasserversickerungsverordnung (ThürVersVO)..........................................................318 Thüringer Garagenverordnung (ThürGarVO)....................................................................................................319 Thüringer Schulbaurichtlinie (ThürSchulbauR)................................................................................................325 Thüringer Verkaufsstätten­verordnung (ThürVStVO).........................................................................................329 Muster-Hochhaus-Richtlinie (MHHR).............................................................................................................336 Muster-Richtlinien über Flächen für die Feuerwehr........................................................................................342 Muster-Industriebaurichtlinie (M IndBauRL)...................................................................................................344 Schneelastzonen nach DIN 1055-5 für den Freistaat Thüringen......................................................................356 Windlastzonen nach DIN 1055-4 für den Freistaat Thüringen..........................................................................362

Teil D Adressen und Ansprechpartner...........................................................363 Architektenverbände auf Bundesebene..........................................................................................................364 Architektenverbände auf Landesebene..........................................................................................................364 Bundesarchitektenkammer und Länderarchitektenkammern..........................................................................365 Ministerien des Landes Thüringen.................................................................................................................366 Bauaufsichts­behörden des Landes Thüringen und weitere staatliche Dienst­stellen......................................... 367 Industrie- und Handelskammern....................................................................................................................368 Handwerkskammern.....................................................................................................................................368 Wirtschaftsförderung....................................................................................................................................368 Inserenten­verzeichnis...................................................................................................................................370

CD-ROM Architektenhandbuch Thüringen 2010 Thüringer Gesetz für Natur und Landschaft (ThürNatG) Anleitung zur Bewertung der Biotoptypen Thüringens Thüringer Brand- und Katastrophenschutzgesetz (ThürBKG) Hinweis zu Förder­programmen Mitgliederverzeichnis Angestellte nach Fachrichtungen Freischaffende nach Fachrichtungen Freiwillige Mitglieder Berufsgesellschaften Gewerbliche Architekten Öffentlich bestellte Sachverständige Nachweisberechtigte Mitgliedsnummern-Schlüssel Muster des Kammerstempels


Architektenkammer Thüringen – Auftrag und Leistung

Die Architektenkammer Thüringen (AKT) wahrt die beruflichen Belange aller Mitglieder, fördert das Ansehen des Berufsstandes und wacht über die Erfüllung der beruflichen Pflichten der Mitglieder, der auswärtigen Architekten sowie der Berufsgesellschaften. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist sie die berufsständische Interessenvertretung der Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Grundlage für die Tätigkeit der Kammer ist das Thüringer Gesetz über die Architektenkammer, die Ingenieurkammer und den Schutz von Berufsbezeichnungen (ThürAIKG) in der Fassung vom 5. Februar 2008. Die AKT agiert als unabhängige Selbstverwaltung und bietet ein umfangreiches Angebot an Dienst- und Beratungsleistungen für Kammermitglieder, Bauherren und Öffentlichkeit.

Baukunst und Baukultur Mit Aktionen wie dem „tag der architektouren“, Architekturpreisen, Ausstellungen, Foren, Symposien, Tagungen und Messeteilnahmen unterstützt die Architektenkammer die Baukultur, das Bauwesen, den Städtebau und die Landschaftspflege. Zur guten Tradition gehören neben dem „tag der architektouren“ Auszeichnungen wie der „Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau“ oder der „Thüringer Landschaftsarchitekturpreis“, die beide gemeinsam mit Thüringer Ministerien ausgelobt werden sowie der Neujahrsempfang, die Initiative „Architektur und Schule“ oder der gemeinsam mit den Architektenkammern der Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt jährlich im Wechsel durchgeführte Mitteldeutsche Architektentag. Eine Besonderheit: Die AKT gründete im Jahr 2003 als alleiniger Stifter die Stiftung Baukultur mit dem Ziel, die Baukultur im Freistaat zu fördern und das Bewusstsein in der Öffentlichkeit für den Wert einer qualitätvoll gestalteten Umwelt zu stärken.

Publikationen und Internet Über aktuelle Angebote und Neuerungen informiert die AKT mittels verschiedener Kanäle. Publikationen wie das Architektenhandbuch, Broschüren, Flyer, Ratgeber und Merkblätter erläutern anschaulich das Planen und Bauen mit Architekt, dienen der Vermarktung der Kompetenzen aller Mitglieder sowie der Imagepflege. Mit dem monatlich erscheinenden Deutschen Architektenblatt (DAB) erhalten alle Kammermitglieder kostenfrei die auflagenstärkste Monatszeitschrift für Architekten in Deutschland. Aktuelle Mitteilungen bietet ergänzend der einmal monatlich erscheinende Newsletter. Weitere Serviceleistungen nicht nur für Mitglieder liefert der Internetauftritt: Bauherren können Büros und Mitglieder nach individuellen Suchkriterien ermitteln und sich über bereits realisierte oder im Bau befindliche Objekte informieren.

Bildung und Beratung Mit Seminaren und Beratungsangeboten – von der Existenzgründung über Rechtsthemen bis hin zur Büroführung – gibt die Architektenkammer wertvolle Hilfestellungen für den Berufsalltag. Ein umfassendes Spektrum an Fort- und Weiterbildungen sowie an Zusatzqualifikationen offeriert die Bauhaus Akademie Schloss Ettersburg als „offizieller Bildungsdienstleister“ der AKT.

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Rechtsfragen und Schlichtung Die Architektenkammer bietet ihren Mitgliedern eine kostenlose Rechtsberatung. Bei Streitigkeiten zwischen Mitgliedern und Dritten trägt sie zur Schlichtung bei.

Wettbewerbswesen und Ausschreibungen In Zusammenarbeit mit dem Landeswettbewerbsausschuss setzt sich die AKT für Wettbewerbe ein und überwacht deren faire Durchführung. Auslober berät sie zur Abwicklung von Architektenwettbewerben nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe (PRW 2008) und zur Anwendung der Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen (VOF).

Mitgliederverwaltung und Listenführung Die Kammer führt die Architektenlisten, die Verzeichnisse der Berufsgesellschaften, der freiwilligen Mitglieder, der auswärtigen Architekten und der Nachweisberechtigten nach § 63d der Thüringer Bauordnung. Zudem erteilt sie die für die Berufsausübung notwendigen Bescheinigungen. Gerichte und Öffentlichkeit erhalten darüber hinaus eine Übersicht über freie und öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige Architekten.

Versorgungswerk und Rahmenverträge Seit dem 2. November 1993 ist die Architektenkammer Thüringen Mitglied im Versorgungswerk der AK Sachsen, deren Teilnehmer unter anderem Anspruch auf Altersrente, Berufsunfähigkeitsrente und Hinterbliebenenrente haben. Mit Rahmenverträgen für alle Mitglieder, beispielsweise zu Lebensversicherung und Büromaterialien, rundet die Kammer ihr umfangreiches Serviceangebot ab.

Qualität und Mitsprache Die AKT setzt sich dafür ein, dass eine hohe Architekturqualität realisiert wird. „Architekt/in“, „Innenarchitekt/in“, „Landschaftsarchitekt/in“ oder „Stadtplaner/in“ darf sich nur nennen, wer in der Architektenliste des jeweiligen Bundeslandes eingetragen und somit Mitglied der Kammer ist. Jedes Mitglied hat die Möglichkeit, sich durch Engagement, Mitarbeit und Wahl der Vertreter in Vertreterversammlungen, Ausschüssen und Arbeitsgruppen einzubringen, sich für die berufspolitischen Ziele einzusetzen und diese mitzubestimmen. Für bestimmte Sachgebiete hat die Architektenkammer Ausschüsse gebildet. Zurzeit gibt es neun Gremien, die Sachthemen erarbeiten und Beschlüsse des Vorstands vorbereiten. Ergänzend zu den Ausschüssen können vom Vorstand Arbeitsgruppen themenbezogen und zeitlich befristet gebildet werden. Gegenwärtig gibt es vier Arbeitsgruppen, zu ihnen gehören die AG Architektur macht Schule, die AG Nachhaltigkeit/Energie, die AG Integrierte ländliche Entwicklung (ILE) sowie die AG Stadtumbau.

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Fotos: gildehaus.reich architekten BDA | Axel Clemens

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Struktur der Architektenkammer Th端ringen

Satzungen und Ordnungen der Architektenkammer Th端ringen

Seite 33

Gesetze, Verordnungen und Richtlinien

Seite 61

Adressen und Ansprechpartner

Seite 363


Organe und Gremien Struktur der AKT

Ausschüsse*

Geschäftsstelle

Vorstand/Präsidium

Eintragungsausschuss Schlichtungsausschuss Ehrenausschuss Haushaltsausschuss Satzung und Recht Fortbildungsausschuss Landeswettbewerbsausschuss Stadt-, Landschafts-, Umweltplanung Sachverständigenausschuss

Vertreterversammlung

Kammergruppen KG1 Kyffhäuserkreis LK Nordhausen

KG 2 KG 3 LK Eichsfeld LK Gotha Unstrut-HainichKreis

KG 4 Erfurt

KG 5 Weimar LK Sömmerda LK Weimarer Land

KG 6/7 Ilmkreis Suhl LK SchmalkaldenMeiningen LK Sonneberg LK Hildburghausen

KG 8 Jena LK SaalfeldRudolstadt Saale-HolzlandKreis

KG 9 KG 10 Gera Eisenach LK Altenburger Wartburgkreis Land LK Greiz Saale-Orla-Kreis

Organigramm der Architektenkammer Thüringen * Ergänzend zu den Ausschüssen können vom Vorstand Arbeitsgruppen themenbezogen und zeitlich befristet gebildet werden. Derzeit gibt es vier Arbeitsgruppen: AG Architektur macht Schule, AG Nachhaltigkeit  / Energie, AG Integrierte ländliche Entwicklung (ILE), AG Stadtumbau

Anschrift der Gremien und Mitglieder

Architektenkammer Thüringen

Präsidium

Vorstand

Präsident Dipl.-Ing. Hartmut Strube Tel. 03643/47660 strube@architekten-thueringen.de

Präsident Dipl.-Ing. Hartmut Strube

Vizepräsidenten Dipl.-Ing. Michael Hardt Tel. 0361/6431198 hardt@architekten-thueringen.de Dr.-Ing. Hannes Hubrich Tel. 03643/583530 hubrich@architektenthueringen.de

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Organe und Gremien

Architektenkammer Thüringen

Körperschaft des öffentlichen Rechts

Körperschaft des öffentlichen Rechts

Bahnhofstraße 39 99084 Erfurt

Postfach 900414 99107 Erfurt

Vizepräsidenten Dipl.-Ing. Michael Hardt Dr.-Ing. Hannes Hubrich

Dipl.-Ing. Karsten Merkel Tel. 03693/44900 merkel@architekten-thueringen.de Dipl.-Ing. Ingo Quaas Tel. 03643/494921 quaas@architekten-thueringen.de

Mitglieder Dipl.-Ing. Matthias P. Gliemann Tel. 03601/452156 gliemann@architektenthueringen.de Dipl.-Ing. (FH) Frieder Kreß Tel. 0361/5401557 kress@architekten-thueringen.de

Dipl.-Ing. Heike Roos Tel. 03643/771590 roos@architekten-thueringen.de Dipl.-Ing. Thomas Wittenberg Tel. 03643/86450 wittenberg@architektenthueringen.de


WG 1 Landkreis Nordhausen, Kyffhäuserkreis Dipl.-Ing. Edith Brust Dipl.-Ing. (FH) Pia Wienrich WG 2 Landkreis Eichsfeld, Landkreis Unstrut-Hainich-Kreis Dipl.-Ing. Gabriele Böttcher Dipl.-Ing. Thomas Dellemann Dipl.-Ing. Matthias P. Gliemann

WG 7 Ilmkreis, Landkreis Hildburghausen, Landkreis Sonneberg Dipl.-Ing. Edgar Nitsch Dipl.-Ing. (FH) Holger Scheler Dr.-Ing. Hans-Gerd Schmidt

WG 3 Landkreis Gotha Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Großkopf Dipl.-Ing. Ines M. Jauck

WG 8 Kreisfreie Stadt Jena, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis Saale-Holzland-Kreis Dipl.-Ing. Ira Lindner Dipl.-Ing. Frank Otto Dipl.-Ing. (FH) Thomas Philipp Dipl.-Ing. Hans-Georg Sallen

WG 4 Kreisfreie Stadt Erfurt Dipl.-Ing. Silvia Britz Dipl.-Ing. (FH) Helge Bucki Dipl.-Ing. Felix Harbig Dipl.-Ing. Michael Hardt Dipl.-Ing. (FH) Marco Schlothauer Dipl.-Ing. (FH) Rüdiger Weingart Dipl.-Ing. Christian Werner Dr.-Ing. Claus Dieter Worschech

WG 9 Kreisfreie Stadt Gera, Landkreis Greiz, Landkreis Saale-Orla-Kreis, Landkreis Altenburger-Land Dr.-Ing. Claudia Eisenreich Dipl.-Ing. (FH) Helmut Haubenreißer Dipl.-Ing. Sigrid Siegmund Dipl.-Ing. Klaus Sorger

WG 5 Kreisfreie Stadt Weimar, Weimar-Land, Landkreis Sömmerda Dipl.-Ing. Matthias Abendroth Dipl.-Ing. Jochen-Torsten Brecht Dipl.-Ing. Eckhardt Hartmann Dipl.-Ing. Ulrich Helm Dipl.-Ing. (FH) Christiane Hille Dr.-Ing. Hannes Hubrich Dipl.-Ing. Antje Osterwold Dipl.-Ing. Klaus Reich Dipl.-Ing. Hartmut Strube Dipl.-Ing. Thomas Wittenberg

WG 10 Kreisfreie Stadt Eisenach, Wartburgkreis Es waren keine gültigen Wahlvorschläge eingegangen. Somit konnten keine Vertreter gewählt werden.

WG 6 Kreisfreie Stadt Suhl, Landkreis Schmalkalden-Meiningen Dipl.-Ing. Steffen Ludwig Dipl.-Ing. Karsten Merkel

WG 11 Innenarchitektur Dipl.-Ing. (FH) Frieder Kreß WG 12 Garten- und Landschaftsarchitektur Dipl.-Ing. Heike Roos Dipl.-Ing. Wolfram Stock Dipl.-Ing. Andrea Ziegenrücker

Ausschüsse Eintragungsausschuss Eintragung in die Architektenliste, in die Verzeichnisse der Berufsgesellschaften, der freiwilligen Mitglieder, der auswärtigen Architekten, der Nachweisberechtigten nach § 63d ThürBO Löschungen von Eintragungen, Widerruf von Eintragungen Vorsitz RA Dr. Jürgen F. Kemper Tel. 0361/2105030 kemper@architekten-thueringen.de Stellvertreter Assessor Winfried Eschert Mitglieder Dipl.-Ing. Matthias Abendroth Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Boock Dipl.-Ing. Gabriele Böttcher Dipl.-Ing. Jochen-Torsten Brecht Prof. Dipl.-Ing. Burkhard Duscha Dr.-Ing. Claudia Eisenreich Dipl.-Ing. Detlef Fischer Dipl.-Ing. Dorothea Galandi-Szabo Prof. Dr.-Ing. Peter Groß Dipl.-Ing. Birgit Jentzsch Prof. Dr.-Ing. Gerlinde Krause Dipl.-Des. Gabriele Lopez Altuna Dipl.-Ing. Ulrich Melzer Dipl.-Ing. Friedhilde Schellenberger Dipl.-Ing. (FH) Marco Schlothauer Dipl.-Ing. Regina Schmalz Dipl.-Ing. (FH) Detlef Schmidt Dr.-Ing. Carmen Seidel Dipl.-Ing. (FH) Pia Wienrich Prof. Dr.-Ing. Birgitt Zimmermann

WG 13 Stadtplanung Dipl.-Ing. Olaf Baum Dipl.-Ing. Ingo Quaas Dr.-Ing. Uwe Wilke

Organe und Gremien

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Struktur der AKT

Vertreterversammlung nach Wahlgruppen (WG)


Struktur der AKT

Schlichtungsausschuss gütliche Beilegung von Streitigkeiten zwischen Kammermitgliedern oder zwischen diesen und Dritten, die Berufsausübung betreffend

Ausschuss Satzung und Recht Mitwirkung bei Ausarbeitung von Satzung / Ordnungen der AKT und bei Stellungnahmen zu Gesetzesinitiativen

Vorsitz RA Dirk Weber Tel. 0361/2105080 ra-weber@architektenthueringen.de

Vorsitz Dipl.-Ing. Hans-Georg Sallen Tel. 03641/825651 hg.sallen@web.de

Stellvertreter RA Klaus Müller

Stellvertreterin Prof. Dr.-Ing. Gerlinde Krause

Mitglieder Dipl.-Ing. Sibylle Barisch Dr.-Ing. Sylvia Böhme Dipl.-Ing. Stefan Christ Dipl.-Ing. Martin Davignon

Mitglieder Dipl.-Ing. Matthias Abendroth Dipl.-Ing. Sigrid Siegmund Dr.-Ing. Claus Dieter Worschech

Ehrenausschuss Behandlung von Verstößen der Mitglieder gegen die Berufsordnung Vorsitz RA Stefan Buck Tel. 0361/210500 buck@architekten-thueringen.de Stellvertreter Assessor Winfried Eschert Mitglieder Dipl.-Ing. Ulrich Helm Dipl.-Ing. Klaus Neupert Dipl.-Ing. Sigrid Siegmund

Haushaltsausschuss Mitwirkung Haushaltsplanung, Kontrolle Haushaltsführung, Beitragsangelegenheiten Vorsitz Dipl.-Ing. (FH) Frieder Kreß Tel. 0361/5401557 kressf@web.de Mitglieder Dipl.-Des. Jutta Kehr Dipl.-Ing. Regina Schmalz Dipl.-Ing. Christian Werner 12

Organe und Gremien

Fortbildungsausschuss Mitwirkung Fortbildungssatzung und Fortbildungsprogramm der AKT Vorsitz Dipl.-Ing. Silvia Britz Tel. 0361/210500 info@architekten-thueringen.de Mitglieder Dipl.-Ing. (FH) Frank-Dirk Feistel Dipl.-Des. (FH) Helga Sell Dipl.-Ing. Klaus Sorger

Landeswettbewerbs­ ausschuss Förderung des Wettbewerbs­we­ sens, Mitarbeit Weiterentwicklung von Wettbewerbsrichtlinien, Beratung von Auslobern und Teilnehmern von Vergabeverfahren unter Anwendung des Vergaberechts und der RPW 2008, Prüfung und Registrierung von Wettbewerbsauslobungen nach RPW 2008 Vorsitz Dr.-Ing. Claus Dieter Worschech Tel. 0361/210500 info@architekten-thueringen.de

Stellvertreter Dipl.-Ing. Olaf Baum Mitglieder Dipl.-Ing. Felix Harbig Dipl.-Des. (FH) Albrecht von Kirchbach Dipl.-Ing. Klaus Reich Dr.-Ing. Hans-Gerd Schmidt Dipl.-Ing. Thomas Wittenberg Dipl.-Ing. Andrea Ziegenrücker

Ausschuss für Stadt-, Land­schafts- und Umwelt­planung Mitgestaltung und Positionierung von Themen die Stadt-, Landschafts- und Umweltplanung betreffend Vorsitz Dipl.-Ing. Wolfram Stock Tel. 0361/210 500 info@architekten-thueringen.de Mitglieder Dipl.-Ing. Christian Moczala Dipl.-Ing. Heike Roos Dr.-Ing. Uwe Wilke

Sachverständigen­ ausschuss Mitwirkung bei der Regelung des Sachverständigenwesens Vorsitz Dipl.-Ing. Dieter Schmalz Tel. 0361/220690 info@schmalz-experts.de Mitglieder Dipl.-Ing. Kerstin Anlauf Dipl.-Ing. Ira Lindner Dipl.-Ing. Anita Polt Dipl.-Ing. (FH) Jens-Uwe Bandekow (kooptiertes Mitglied)


Kammergruppe 1

Kammergruppe 5

Kammergruppe 9

Kyffhäuserkreis Landkreis Nordhausen

Kreisfreie Stadt Weimar Landkreis Sömmerda Landkreis Weimarer Land

Kreisfreie Stadt Gera Landkreis Altenburger Land Landkreis Greiz Saale-Orla-Kreis

Vorsitzende Dipl.-Ing. Edith Brust Tel. 03632/ 66 55 51 info@bv-sdh.de Stellvertreterin Dipl.-Ing. (FH) Pia Wienrich

Kammergruppe 2 Landkreis Eichsfeld Unstrut-Hainich-Kreis Vorsitzender Dipl.-Ing. Matthias P. Gliemann Tel. 03601/452154 matthias.gliemann@stadtverwaltung.muehlhausen.de Stellvertreterin Dipl.-Ing. Gabriele Böttcher

Kammergruppe 3 Landkreis Gotha Vorsitzender Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Großkopf Tel. 03621/402244 info@grosskopf-architekten.de Stellvertreterin Dipl.-Ing. Ines M. Jauck

Vorstand Dipl.-Ing. Jochen-Torsten Brecht Tel. 03643/901180 dascontor@dascontor.net Dipl.-Ing. (FH) Christiane Hille Tel. 03643/903493 info@tectum.de Dipl.-Ing. Antje Osterwold Tel. 03643/7736580 mail@osterwold-schmidt.de

Kammergruppe 6/7 Ilmkreis Kreisfreie Stadt Suhl Landkreis SchmalkaldenMei­ningen Landkreis Sonneberg Landkreis Hildburghausen

Vorsitzende Dipl.-Ing. Sigrid Siegmund Tel. 0365/8006265 Fax 0365/5529762 Stellvertreter Dipl.-Ing. (FH) Helmut Haubenreißer

Kammergruppe 10 Kreisfreie Stadt Eisenach Wartburgkreis Vorsitzender Dipl.-Ing. Uwe Felsberg Tel. 03691/746352 ab-felsberg@arcor.de Stellvertreterin Dipl.-Ing. Sieglinde Berndt

Vorsitzender Dipl.-Ing. Steffen Ludwig Tel. 03681/45500-0 mail@architekten-ludwig.de Stellvertreter Dr.-Ing. Hans-Gerd Schmidt

Kammergruppe 8

Kreisfreie Stadt Erfurt

Kreisfreie Stadt Jena Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Saale-Holzland-Kreis

Vorsitzender Dipl.-Ing. (FH) Rüdiger Weingart Tel. 0361/2113543 info@weingart-architekten.de

Vorsitzender Dipl.-Ing. Frank Otto Tel. 03641/380143 info@limotto.de

Stellvertreter Dipl.-Ing. (FH) Marco Schlothauer

Stellvertreterin Dipl.-Ing. Ira Lindner

Kammergruppe 4

Struktur der AKT

Kammergruppen

Organe und Gremien

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Geschäftsstelle Struktur der AKT

Architektenkammer Thüringen Körperschaft des öffentlichen Rechts

Bahnhofstraße 39 99084 Erfurt

Tel. 0361/210500 Fax 0361/2105050 info@architekten-thueringen.de www.architekten-thueringen.de

Architektenkammer Thüringen Körperschaft des öffentlichen Rechts

Postfach 900414 99107 Erfurt

Aufgabenbereiche und Ansprechpartner Geschäftsführung Dipl.-Ing. Gertrudis Peters, Architektin Tel. 0361/210500 peters@architekten-thueringen.de ˑˑ Leitung der Geschäftsstelle ˑˑ Außenvertretung der Architektenkammer Thüringen nach Maßgabe des Vorstandes ˑˑ Organisation der Kammerarbeit, Koordination aller Gremien ˑˑ Beratung des Vorstandes ˑˑ Vorbereitung von Positionspapieren, Arbeitsprogrammen, Stellungnahmen ˑˑ Konzeption und Moderation von Veranstaltungen ˑˑ Zusammenarbeit mit den Ausschüssen Satzung und Recht, Fortbildung, Stadt-, Landschaftsund Umweltplanung sowie dem Landeswettbewerbsauschuss ˑˑ Behandlung allgemeiner Anfragen ˑˑ Leitung Programmbeirat Stiftung Baukultur Sekretariat Susann Weber Tel. 0361/210500 info@architekten-thueringen.de ˑˑ Sekretariatsarbeiten für Vorstand und Geschäftsführung ˑˑ Terminplanung ˑˑ Organisation interner Sitzungen und externer Veranstaltungen

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Geschäftsstelle

Referat Finanzen und stell­ver­ tretende Geschäftsführung Dipl.-Ök. Astrid Oestereich Tel. 0361/2105040 oestereich@architektenthueringen.de

Öffentlichkeitsarbeit Dipl.-Kulturwiss. (Medien) Björn Radermacher Tel. 0361/2105020 radermacher@architektenthueringen.de

ˑˑ Haushaltsplanung und -führung ˑˑ Beitrags- und Mahnwesen ˑˑ Rechnungswesen ˑˑ Versicherungswesen ˑˑ Kassenführung ˑˑ Mitgliederberatung (Existenzgründung, Fördermittel) ˑˑ Betreuung Haushaltsausschuss ˑˑ Umfragen, Statistik ˑˑ Vorstand Stiftung Baukultur

ˑˑ Pressearbeit ˑˑ Redaktion DAB, Newsletter ˑˑ Redaktion Homepage ˑˑ Planung und Erarbeitung von Publikationen ˑˑ Planung von Messebeteiligungen, Ausstellungen u. a. ˑˑ Ansprechpartner Medien

Referat Eintragungswesen/ Mitgliederverwaltung Dipl.-Ing. Konstanze Schulze Tel. 0361/2105030 schulze@architektenthueringen.de ˑˑ Eintragungswesen ˑˑ Mitgliederberatung, -verwaltung und -statistik ˑˑ Führen der Architektenliste und sonstiger Verzeichnisse ˑˑ Klärung Wettbewerbsverstöße ˑˑ Nachweisführung Berufspflichten ˑˑ Betreuung Eintragungs-, Widerspruchs- und Sachverständigenausschuss ˑˑ Betreuung Eintragungskommission Bautechnische Nachweise ˑˑ Ansprechpartnerin im Service­ portal des Freistaates Thüringen ˑˑ Ansprechpartnerin für BAKAnfragen

Rechtsberatung Justitiar RA Dirk Weber Tel. 0361/210500 ra-weber@architektenthueringen.de montags 10.00 bis 17.00 Uhr ˑˑ juristische Erstberatung der Mitglieder ˑˑ Konzeption und Durchführung von Inhouse-Seminaren zu ausgewählten Rechtsthemen ˑˑ Beratung von Vorstand, Geschäftsführung und Gremien der Kammer ˑˑ Anfertigung von Stellungnahmen zu Gesetzesinitiativen


Mitgliedschaft Die berufsständischen Versorgungswerke sind Sondersysteme zur Absicherung der Risiken Alter, Invalidität und Hinterbliebenen, die ausschließlich die Angehörigen der kammerfähigen Freien Berufe zu versorgen haben. Sie stellen neben der allgemeinen gesetzlichen Rentenversicherung und Beamtenversorgung ein eigenständiges System der öffentlich-rechtlichen Pflichtversorgung dar. Sie werden durch eigene Organe, wie Vorstand und Vertreterversammlung, selbständig verwaltet. Die Leistungsfähigkeit der Versorgungswerke in den alten Bundesländern und die Erfahrungen aus der erneuten Währungsumstellung 1990 waren für die Architekten Anlass, sich für ein eigenes Versorgungswerk zu entscheiden. Die Mehrheit der Kammermitglieder bewies diesen Willen bei den Urabstimmungen in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und MecklenburgVorpommern. Das Versorgungswerk der Architektenkammer Sachsen wurde am 02. November 1993 als das 64. berufsständische Versorgungswerk der freien verkammerten Berufe in der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Inzwischen existieren über 80 berufsständische Versorgungswerke in der Bundesrepublik Deutschland. Für alle eingetragenen Mitglieder der Architektenkammer Sachsen, die das 65. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und nicht berufsunfähig sind, ist es Pflicht, Teilnehmer am Versorgungswerk zu werden. Aufgrund von Staatsverträgen zwischen den Bundesländern besteht diese Pflicht auch für die Mitglieder der Architektenkammern Thüringen und Sachsen-Anhalt. Die Architekten der Architektenkammer MecklenburgVorpommern werden seit dem 01.07.2003 durch eine Anschlusssatzung zur Teilnahme am Versorgungswerk der Architektenkammer Sachsen verpflichtet. Das Versorgungswerk der Architektenkammer Sachsen unterliegt satzungsmäßig und versicherungsmathematisch der Genehmigungspflicht durch die zuständigen Aufsichtsbehörden des Freistaates Sachsen, so dass Mitglieder davon ausgehen dürfen, dass die Verwaltung ihrer Rentenbeiträge überwacht wird und Risiken bei der Geldanlage ausgeschlossen sind.

Leistungen Warum ist eine Mitgliedschaft im Versorgungswerk Pflicht für alle Kammermitglieder? Insbesondere bei Betrachtung der berufsständischen Versorgungswerke in den alten Bundesländern wird deutlich, dass die Versorgungswerke als „erste Versor-

gung“ bei den Kollegen unumstritten sind. Oftmals nehmen Kammermitglieder an der „Pflicht zur Teilnahme“ Anstoß. Dabei ist in der Regel nicht bekannt, dass es erst durch die Teilnahmepflicht ermöglicht wird, ˑˑ das Versorgungswerk von der Körperschaftssteuer zu befreien; damit können die Beiträge fast vollständig auf dem Kapitalmarkt angelegt werden ˑˑ auf eine Gesundheitsprüfung zu verzichten (im Gegensatz zu Lebensversicherern!). Damit wird jedem Architekten ab Beginn seiner Kammermitgliedschaft die Teilnahme ermöglicht, ohne Benachteiligung von mit einem gesundheitlichen Risiko behafteten Kollegen. Folgende kleine, nicht vollständige Übersicht soll einen Überblick über die versicherungsmathematischen Grundlagen und Rechtsansprüche bei Versorgungswerken, bei der gesetzlichen Rentenversicherung und bei Lebensversicherungen geben. a) Versorgungswerk: Versicherungsmathematisch finanziert jede Generation ihre Versorgungsleistungen in vollem Umfang selbst (Kapitalanwartschaftsdeckungsverfahren); es erfolgen keine Zuschüsse vom Staat! Das Versorgungswerk ist gezielt auf den echten Versorgungsfall aufgebaut, allerdings bestimmt jeder durch die Höhe der Beitragszahlung seine Versorgungsleistung selbst! Rechtsanspruch der Pflichtteilnehmer: ˑˑ Altersrente ˑˑ Berufsunfähigkeitsrente ˑˑ Hinterbliebenenrente Besonderheiten: ˑˑ Rentenzahlung ab 67. Lebensjahr Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente nach erster Beitragszahlung ˑˑ jährliche Information über erreichte Rentenanwartschaft ˑˑ Rentenanwartschaft ist nicht pfändbar b) gesetzliche Rentenversicherung: Hier erfolgt die Finanzierung im Umlageverfahren, in dem die laufenden Leistungsausgaben durch die laufenden Beitragseinnahmen abgedeckt werden (Generationenvertrag). Staatliche Zuschüsse zur Absicherung der entstehenden Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben sind erforderlich. Die gesetzliche Rentenversicherung ist seit 1972 für die Selbständigen der freien Berufe geöffnet.

Versorgungswerk

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Struktur der AKT

Versorgungswerk


Struktur der AKT

Rechtsanspruch der Mitglieder: ˑˑ Altersrente ˑˑ Berufsunfähigkeits-/Erwerbsunfähigkeitsrente ˑˑ Hinterbliebenenrente ˑˑ Rehabilitationsleistungen ˑˑ Zuschüsse zur Krankenversicherung bei Rentnern

Satzung des Versorgungswerkes

Besonderheiten: ˑˑ Rentenzahlung ab dem 65. Lebensjahr bzw. gemäß den gesetzlichen Regelungen zur „Rente mit 67“ ˑˑ Berufsunfähigkeitsrente nur für alle, die vor dem 02.01.1961 geboren wurden ˑˑ Erwerbsunfähigkeitsrente erst nach einer Wartezeit von 5 Jahren bei gleichzeitiger Zahlung von Pflichtbeiträgen in den letzten 3 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung ˑˑ regelmäßige Information über zu erwartende Rentenhöhe ˑˑ Rentenanwartschaft ist nicht pfändbar

Aufbau des Versorgungswerkes

vom 25.06.1994 in der Fassung der Bekanntmachung vom 01.09.1994 (DAB Heft 09/94), in Kraft getreten am 02.09.1994, zuletzt geändert am 23.04.2008 gemäß Bekanntmachung vom 01.09.2008 (DAB Heft 09/2008), in Kraft getreten am 02.09.2008

§ 1 Errichtung und Zweck des Versorgungswerkes (1) Das Versorgungswerk ist eine Einrichtung der Architektenkammer Sachsen und die berufsständische Versorgungseinrichtung der Mitglieder der Architektenkammer Sachsen, soweit sich nicht aus Gesetz oder dieser Satzung etwas Abweichendes ergibt. Die Bestimmungen dieser Satzung, in denen der Begriff „Architekt(en)“ verwendet wird, gelten vorbehaltlich einer anderweitigen Regelung auch für Innenarchitekten, Garten- und Landschaftsarchitekten sowie Stadtplaner. (2) Sitz des Versorgungswerkes ist Dresden. c) Lebensversicherung: (3) Das Vermögen des Versorgungswerkes wird von Sie arbeitet nach einem ähnlichen versicherungsma- dem Vermögen der Kammer getrennt verwaltet. thematischen Modell wie die Versorgungswerke, aller- (4) Das Versorgungswerk gewährt den Teilnehmern und dings besteht hier keine Verpflichtung von Seiten des deren Familienangehörigen Versorgung nach Maßgaben Versicherers zur Annahme des Versicherungsvertrages. dieser Satzung. Gesundheitsprüfungen können vor Vertragsabschluss (5) Der Teilnehmerkreis des Versorgungswerkes der verlangt werden! Weiterhin können bestimmte Risiken Architektenkammer Sachsen kann über Staatsverträge oder Leistungshöhen ausgeschlossen werden. oder Anschlußsatzungen mit Architekten als Mitgliedern in anderen Architektenkammern erweitert werden. Rechtsanspruch des Versicherungsnehmers: (6) Bekanntmachungen des Versorgungswerkes erfolˑˑ gemäß Vertrag! gen durch Veröffentlichungen im Deutschen Architekˑˑ in der Regel für Leistungen im Todesfall und bei Be- tenblatt. Hierbei ist der Zeitpunkt des Inkrafttretens rufsunfähigkeit bekanntzugeben. ˑˑ für wirtschaftliche Zwecke (Darlehenssicherung) § 2 Organe des Versorgungswerkes Besonderheiten: (1) Organe des Versorgungswerkes sind ˑˑ Beitrag richtet sich nach individueller Versicherungs- a) die Vertreterversammlung des Versorgungswerkes, form b) der Verwaltungsausschuß (Vorstand). ˑˑ kann ein Standbein der Alterssicherung sein, sollte (2) Die Vertreterversammlung ist oberstes Beschlußoraber niemals das alleinige sein! gan des Versorgungswerkes. Die Verwaltung des Versorgungswerkes obliegt dem Verwaltungsausschuß des Kontakt Versorgungswerkes. Versorgungswerk der Architektenkammer Sachsen (3) Der Geschäftsführer des Versorgungswerkes der Geschäftsstelle Architektenkammer Sachsen führt die Geschäfte der Goetheallee 37 laufenden Verwaltung des Versorgungswerkes nach den 01309 Dresden vom Verwaltungsausschuß bestimmten Grundlinien für Tel. 0351/318240 die Geschäftspolitik und gegebenenfalls nach WeisunFax 0351/3182420 gen des Verwaltungsausschusses im Einzelfall. versorgungswerk@vwaks.de (4) Die gerichtliche und außergerichtliche Vertretung www.aksachsen.org/versorgungswerk des Versorgungswerkes obliegt dem Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses. Auskünfte und Beratung: 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr (5) Die in die Organe des Versorgungswerkes berufenen 16

Satzung des Versorgungswerkes


§ 3 Aufsicht (1) Das Versorgungswerk untersteht der Rechtsaufsicht des Sächsischen Staatsministeriums des Innern. (2) Das Versorgungswerk unterliegt der Versicherungsaufsicht nach dem Gesetz über die Versicherungsaufsicht über die Versorgungswerke der Freien Berufe im Freistaat Sachsen (Sächsisches Versicherungsaufsichtsgesetz – SächsVAG) vom 7. November 2007 (SächsGVBl. vom 24.11.2007, S. 487 ff), in der jeweils geltenden Fassung. (3) Soweit Mitglieder anderer Architektenkammern aus dem Bundesgebiet Teilnehmer am Versorgungswerk sind, wird die Aufsicht im Benehmen mit den jeweils zuständigen Aufsichtsbehörden ausgeübt. § 4 Satzung Das Versorgungswerk regelt seine Angelegenheiten durch Satzung. § 5 Vertreterversammlung (1) Die Vertreterversammlung setzt sich zusammen aus: ˑˑ 4 durch Wahlen im Bereich der Architektenkammer Sachsen ermittelten und 2 vom Vorstand der Architektenkammer Sachsen berufenen Mitgliedern, ˑˑ je 1 von den Vorständen der angeschlossenen Architektenkammern berufenen Mitglied, ˑˑ weiteren in den jeweiligen Bereichen der angeschlossenen Architektenkammern durch Wahlen ermittelten Mitgliedern im Verhältnis zur Teilnehmerzahl am Versorgungswerk. (2) Die Mitglieder und Nachfolgemitglieder der Vertreterversammlung müssen Teilnehmer am Versorgungswerk der Architektenkammer Sachsen sein. Endet die Teilnahme am Versorgungswerk der Architektenkammer Sachsen, so endet auch die Mitgliedschaft in der Vertreterversammlung. (3) Die Wahl der Mitglieder und Nachfolgemitglieder der Vertreterversammlung erfolgt gemäß Wahlordnung in der jeweils gültigen Fassung für die Dauer von 5 Jahren.

(4) Wird ein Mitglied abberufen oder scheidet ein Mitglied vorzeitig aus, so wird ein neues Mitglied für den Rest der Wahlperiode berufen oder das Nachfolgemitglied mit der höchsten Stimmenzahl aus dem Kammerbereich des scheidenden Mitglieds rückt auf. Steht aus dem betroffenen Kammerbereich kein Nachfolgemitglied mehr zur Verfügung, ist in dem jeweiligen Kammerbereich neu zu wählen. (5) Den Vorsitz in der Vertreterversammlung führt der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses oder im Verhinderungsfall sein Stellvertreter. (6) Die Vertreterversammlung tritt spätestens 3 Monate nach Vorlage des jeweiligen Geschäftsberichtes und des durch den Wirtschaftsprüfer geprüften Rechnungsabschlusses zusammen. Sie ist außerdem einzuberufen, wenn mindestens 1/3 ihrer Mitglieder dies unter Angabe von Gründen und Tagesordnungspunkten beim Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses schriftlich beantragt hat. Näheres regelt die Geschäftsordnung, die sich die Vertreterversammlung gibt. Die Einberufung der Vertreterversammlung erfolgt durch den Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses oder bei dessen Verhinderung durch seinen Stellvertreter. (7) Zu den Sitzungen der Vertreterversammlung sind die Aufsichtsbehörden der Rechts- und Versicherungsaufsicht einzuladen. (8) Die Vertreterversammlung ist beschlußfähig, wenn mindestens 60 % ihrer Mitglieder anwesend sind. Sie faßt ihre Beschlüsse mit Zwei-Drittel-Mehrheit der erschienenen Mitglieder. Nach vorheriger Erörterung in der Vertreterversammlung können mit Einwilligung von zwei Dritteln aller stimmberechtigten Mitglieder der Vertreterversammlung Beschlüsse auch im schriftlichen Verfahren gefaßt werden. In diesen Fällen entscheidet die Zwei-Drittel-Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder der Vertreterversammlung. Absatz 9 Buchst. i) bleibt unberührt. (9) Die Vertreterversammlung des Versorgungswerkes entscheidet über die Angelegenheiten des Versorgungswerkes, soweit sie nicht vom Verwaltungsausschuß wahrgenommen werden. Sie hat insbesondere folgende Aufgaben: a) die Beschlußfassung über die Satzung des Versorgungswerkes und über Änderungen dieser Satzung, b) die Wahl und Abwahl der Mitglieder des Verwaltungsausschusses, c) die Feststellung des geprüften Jahresabschlusses nebst Lagebericht, d) die Entlastung des Verwaltungsausschusses, e) die Beschlußfassung über Änderungen der Versorgungsaufgaben, des Bemessungsmultiplikators und der Versorgungsleistung, Satzung des Versorgungswerkes

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Struktur der AKT

Kammermitglieder sind zur Annahme und Ausübung ihres Amts verpflichtet. Sie haften gegenüber dem Versorgungswerk nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit. (6) Die Mitglieder der Organe sind ehrenamtlich tätig; sie haben Anspruch auf Kostenausgleich. Dieser besteht insbesondere aus Ersatz der Reisekosten, Tagegeld, Übernachtungsgeld und einer Sitzungspauschale. Näheres regelt die von der Vertreterversammlung zu beschließende Reisekosten- und Entschädigungsordnung.


Struktur der AKT

f) die Beschlußfassung über die Verwendung der Rückstellung für satzungsgemäße Überschußbeteiligung, die Grundsätze für Vermögensanlagen sowie die Deckung eines Finanzverlustes, g) die Zustimmung zum Abschluß von Überleitungsabkommen, h) die Beschlußfassung über die Reisekosten- und Entschädigungsordnung, i) die Beschlußfassung über die Auflösung der Versorgungseinrichtung und die im Zuge der Liquidation erforderlichen Maßnahmen; dazu bedarf es einer Mehrheit von 4/5 aller Mitglieder j) die Beschlußfassung über die Aufnahme der Mitglieder anderer Architektenkammern. (10) Die Beschlüsse nach Abs. 9 Buchstaben a), i) und j) müssen von der Aufsichtsbehörde im Einvernehmen mit der Versicherungsaufsicht genehmigt werden. Die Beschlüsse nach Abs. 9 Buchstaben e) und f) bedürfen der Genehmigung durch die Versicherungsaufsicht.

sitzenden und einen Stellvertreter. Bei Stimmengleichheit ist eine Stichwahl durchzuführen. (6) Der Verwaltungsausschuß ist beschlußfähig, wenn mindestens 60 % seiner Mitglieder einschließlich des Vorsitzenden oder seines Stellvertreters anwesend sind. Er faßt seine Beschlüsse mit Zwei-Drittel-Mehrheit der Anwesenden. Nach vorheriger Erörterung im Verwaltungsausschuß können mit Einwilligung von zwei Dritteln aller stimmberechtigten Mitglieder des Verwaltungsausschusses Beschlüsse auch im schriftlichen Verfahren gefaßt werden. In diesen Fällen entscheidet die Zwei-Drittel-Mehrheit der stimmberechtigten Verwaltungsausschußmitglieder. (7) Der Verwaltungsausschuß tritt zusammen, sobald dies zur Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlich ist. Er ist einzuberufen, wenn dies 3 Mitglieder unter Angabe des Verhandlungsgegenstandes beim Vorsitzenden schriftlich beantragen. (8) Die Sitzungen des Verwaltungsausschusses sind nicht öffentlich. Es können Gäste hinzugezogen wer§ 6 Verwaltungsausschuß den. (1) Dem Verwaltungsausschuß gehören 3 Mitglieder (9) Der Verwaltungsausschuß hat folgende Aufgaben: der Architektenkammer Sachsen und je ein Mitglied a) Bestellung und Überwachung der Arbeit der Geschäftsführung, der sich anschließenden Architektenkammern sowie b) Beschlußfassung über die Vermögensanlagen des die berufenen Mitglieder gemäß Abs. 4 an. Versorgungswerkes, insbesondere über langfristige (2) Die zu wählenden Mitglieder des VerwaltungsausGeldanlagen, Schuldaufnahmen sowie Erwerb, Verschusses müssen dem Versorgungswerk angehören. äußerung und Bebauung von Grundstücken, Sie werden durch die Vertreterversammlung des Versorgungswerks einzeln in nicht geheimer Wahl auf die c) Prüfung des Jahresabschlusses nebst Lagebericht, Dauer von fünf Jahren gewählt. Eine gleichzeitige Mit- d) Vorbereitung der Beschlußfassung der Vertreterversammlung, gliedschaft in der Vertreterversammlung und im Verwaltungsausschuß ist zulässig. Gewählte, die bei der Wahl e) Erlaß von Widerspruchsbescheiden, des Verwaltungsausschusses anwesend sind, haben f) Festlegung der Grundsätze für Zahlungserleichterungen, sich unverzüglich nach der Wahl sämtlicher Mitglieder zur Annahme des Amtes zu erklären. Abwesende sind g) Bestellung von Fachberatern, insbesondere für versicherungstechnische, juristische und ärztliche nur wählbar, wenn ihre Annahmeerklärungen vor Beginn Begutachtungen sowie Auswahl und Bestellung des der Wahl schriftlich vorliegen. Abschlußprüfers nebst Festlegung der jeweiligen (3) Beim Ausscheiden eines gewählten Mitgliedes des Vergütung, Verwaltungsausschusses wählt die Vertreterversammlung in ihrer nächsten Sitzung das Nachfolgemitglied für h) Entscheidung über die Gewährung von Renten wegen Berufsunfähigkeit. den Rest der Wahlperiode. (4) Als berufene Mitglieder gehören dem Verwaltungs- i) Entscheidung über weitere Angelegenheiten, die gemäß der Satzung weder der Vertreterversammlung ausschuß an: vorbehalten sind noch die satzungsgemäßen Aufgaˑˑ der Präsident der Architektenkammer Sachsen, ben des Geschäftsführers berühren. ˑˑ die Präsidenten der angeschlossenen Architektenkammern. (10) Der Verwaltungsausschuß bleibt nach Ablauf seiSie können sich durch ein zu benennendes Mitglied aus ner Amtszeit bis zur Zusammenkunft des neu gebildeten dem Kammervorstand, welches gleichzeitig Teilnehmer Verwaltungsausschusses im Amt. am Versorgungswerk sein soll, vertreten lassen. (11) Ein Mitglied des Verwaltungsausschusses kann nur (5) Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses wählen aus wichtigem Grund durch die Vertreterversammlung aus ihrer Mitte einzeln in nicht geheimer Wahl den Vor- abgewählt werden. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn ein Mitglied des Verwaltungsaus18

Satzung des Versorgungswerkes


Satzung des Versorgungswerkes

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Struktur der AKT

schusses ohne triftigen Grund regelmäßig nicht zu prüfen. Je ein Exemplar des Prüfungsberichtes ist den den Sitzungen des Verwaltungsausschusses erscheint, Aufsichtsbehörden zu übersenden. mindestens grob fahrlässig eine erhebliche Pflichtver- (4) Der geprüfte Jahresabschluß nebst Lagebericht ist letzung begeht, die auf Seiten des Versorgungswerkes der Vertreterversammlung vorzulegen und von dieser zu zu einem Schaden führt oder mit direktem oder beding- beschließen. Diese Festlegung des Jahresabschlusses tem Vorsatz den Interessen des Versorgungswerkes ist zusammen mit der Entlastung des Verwaltungsauszuwiderhandelt. schusses durch die Vertreterversammlung den AufDie Abwahl erfolgt in nicht geheimer Abstimmung. sichtsbehörden nachzuweisen. (5) Zur Deckung von Fehlbeträgen ist eine Verlustrück§ 7 Aufbringung und Verwendung der Mittel, lage zu bilden. Ergibt sich nach der versicherungstechVermögensanlage nischen Bilanz ein Überschuß, so sind mindestens 2,5 % (1) Die Mittel des Versorgungswerkes werden durch die dieses Überschusses der Verlustrücklage zuzuweisen, Beiträge der Mitglieder, durch Erträgnisse aus Anlagen bis diese Verlustrücklage mindestens 2,5 % bis maxiund durch sonstige Erlöse aufgebracht. mal 5 % der Deckungsrückstellung erreicht oder nach (2) Die Mittel dürfen nur zur Bestreitung der satzungs- Inanspruchnahme wieder erreicht hat. Der verbleibende mäßigen Leistungen, der notwendigen Verwaltungskos- Überschuß wird der Rückstellung für satzungsgemäße ten, der sonst zur Erreichung des Zwecks des Versor- Überschußbeteiligung überwiesen. gungswerkes erforderlichen Ausgaben und zur Bildung (6) Der Rückstellung für satzungsgemäße Überschußder gebotenen Rückstellungen und Rücklagen verwen- beteiligung dürfen Beträge nur zur Verbesserung der det werden. Versorgungsleistungen oder zur Deckung von Verlusten (3) Das Vermögen des Versorgungswerkes ist, soweit entnommen werden. Soweit die Rückstellung für sates nicht zur Bestreitung der laufenden Ausgaben be- zungsgemäße Überschußbeteiligung nicht ausreicht, reitzuhalten ist, wie die Bestände des gebundenen Ver- einen sich ergebenden Fehlbetrag zu decken, ist die mögens gemäß § 5 des Sächsischen Versicherungs- Verlustrücklage heranzuziehen. Ein danach verbleibenaufsichtsgesetzes (SächsVAG) in der jeweils geltenden der Bilanzverlust ist durch Herabsetzung der Leistungen Fassung in der jeweils gültigen Fassung und der Anla- oder durch Erhöhung der Beiträge oder durch beide geverordnung sowie den hierzu erlassenen Richtlinien Maßnahmen auszugleichen. der Versicherungsaufsichtsbehörde, anzulegen. Das (7) Die Entscheidung über die in den Absätzen 5 und 6 Versorgungswerk hat über seine gesamten Vermögens- genannten Maßnahmen trifft die Vertreterversammlung anlagen, aufgegliedert in Neuanlagen und Bestände, in auf Vorschlag des Verwaltungsausschusses. den von der Versicherungsaufsichtsbehörde festzule- (8) Der Verwaltungsausschuß hat durch einen versichegenden Formen und Fristen zu berichten. rungsmathematischen Sachverständigen einen technischen Geschäftsplan erstellen zu lassen, welcher den § 8 Rechnungslegung Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben langfris(1) Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. tig sicherzustellen hat und der Genehmigung durch die (2) Der Verwaltungsausschuß hat nach Ablauf des Ge- Versicherungsaufsichtsbehörde bedarf. Der technische schäftsjahres unverzüglich einen Jahresabschluß nebst Geschäftsplan ist spätestens zwei Monate vor dem Lagebericht nach § 6 Abs. 1 SächsVAG aufzustellen. Die Zeitpunkt seiner Feststellung durch die Vertreterverin den Jahresabschluß einzustellende Deckungsrück- sammlung der Versicherungsaufsichtsbehörde vorzulestellung hat der Verwaltungsausschuß jährlich durch gen. Der von der Vertreterversammlung beschlossene einen versicherungsmathematischen Sachverständi- technische Geschäftsplan ist unverzüglich nach der Begen mittels eines Gutachtens errechnen zu lassen. Der schlußfassung den Aufsichtsbehörden vorzulegen. geprüfte Jahresabschluß nebst Lagebericht sowie das versicherungsmathematische Gutachten sind den Auf- § 9 Teilnahme kraft Gesetzes sichtsbehörden unverzüglich, spätestens jedoch mit der (1) Architekten, die nach Inkrafttreten der Satzung Einladung zu derjenigen Vertreterversammlung vorzu- Mitglieder der Architektenkammer Sachsen und der legen, die zuletzt vor Ablauf des auf das Geschäftsjahr angeschlossenen Architektenkammern anderer Bunfolgenden Kalenderjahres stattfindet. desländer werden, sind Pflichtteilnehmer des Versor(3) Der Jahresabschluß ist unter Einbeziehung der Buch- gungswerkes, soweit sie nicht zum Zeitpunkt des satführung und des Lageberichtes durch einen Wirtschafts- zungsgemäßen Beginns der Pflichtteilnahme prüfer oder eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu a) das 65. Lebensjahr vollendet haben oder b) zu diesem Zeitpunkt berufsunfähig sind oder


Struktur der AKT

c) nach beamtenrechtlichen Vorschriften aus eigenem Recht Anspruch auf Versorgung haben oder d) aufgrund der Regelungen des § 10 Absätze 2 und 3 oder § 10 Abs. 6 der Satzung des Versorgungswerkes in der am 02.03.2000 geltenden Fassung von der Pflichtteilnahme befreit sind oder e) nach dem Landesrecht der sich anschließenden Architektenkammern anderen Bestimmungen unterliegen. (2) Die Ausnahme von der Pflichtteilnahme bleibt solange in Kraft, als die Voraussetzungen dafür vorliegen. (3) Wer nach § 9 Abs. 1 Satz 1 Buchstabe d oder nach Ziffer 5.2. der Satzung über den Anschluß der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern an das Versorgungswerk der Architektenkammer Sachsen von der Pflichtteilnahme am Versorgungswerk befreit wurde, kann bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres schriftlich beantragen, daß die Befreiung vom Beginn des auf den Antrag folgenden Monats aufgehoben und er Pflichtteilnehmer wird. Der Antragsteller hat auf eigene Kosten ein ärztliches Gutachten beizufügen, aus dem sich ergibt, daß sein Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Antragstellung keinen Anlaß zu Bedenken gibt. Über den Antrag entscheidet der Verwaltungsausschuß. Dieser kann auf Kosten des Versorgungswerkes weitere Gutachten einholen. Ein Antragsteller, der bereits zum Zeitpunkt der Antragstellung berufsunfähig ist, ist zur Beitragszahlung weder berechtigt noch verpflichtet und hat keinen Anspruch auf Versorgung. (4) Dem Versorgungswerk können für die Dauer von längstens fünf Jahren auf Antrag auch Personen angehören, die die Voraussetzungen zur Eintragung in die jeweilige Architektenliste mit Ausnahme der praktischen Tätigkeit erfüllen.

das 60. Lebensjahr bereits vollendet hat. (2) Der Befreiungsantrag ist innerhalb einer Ausschlußfrist von 6 Monaten nach Eintreten der Voraussetzungen zu stellen. Das Vorliegen der Befreiungsvoraussetzungen ist nachzuweisen. (3) Die Befreiung endet mit dem Wegfall der Voraussetzungen. Der Versicherungspflichtige hat den Wegfall der Befreiungsvoraussetzungen binnen eines Monats dem Versorgungswerk mitzuteilen. Das Versorgungswerk stellt aufgrund dieser Anzeige den Zeitpunkt der Pflichtteilnahme fest. Bei Unterlassung einer Anzeige besteht kein Anspruch auf Versorgung. (4) Die gemäß § 11 Absatz 2 der Satzung des Versorgungswerkes in der am 02.03.2000 geltenden Fassung erteilten Befreiungen von der Pflichtteilnahme bleiben unberührt. § 12 Eintritt der Rechtswirkungen der Teilnahme (1) Die Rechtswirkungen der Pflichtteilnahme beim Versorgungswerk beginnen mit der Begründung der Mitgliedschaft in der Architektenkammer Sachsen oder bei einer der angeschlossenen Architektenkammern. (2) Entfallen die Befreiungsvoraussetzungen, beginnen die Rechtswirkungen der Pflichtteilnahme mit dem Ersten des auf den Wegfall der Befreiungsvoraussetzungen folgenden Monats. Über den Eintritt der Rechtswirkungen der Pflichtteilnahme und den Wegfall der Befreiungsvoraussetzungen erhält der Teilnehmer einen schriftlichen Bescheid.

§ 13 Ende der Teilnahme (1) Die Pflichtteilnahme endet: a) mit dem Tode des Teilnehmers, b) mit Ablauf des Monats, in dem die Mitgliedschaft bei der Architektenkammer Sachsen oder den angeschlossenen Architektenkammern beendet wird, § 10 Übergangsregelungen soweit der Teilnehmer nicht bereits Versorgungsleis- aufgehoben – tungen bezieht oder c) mit dem Ablauf des Monats, in dem der Teilnehmer § 11 Befreiung von der Teilnahme einen beamtenrechtlichen Versorgungsanspruch (1) Von der Teilnahme wird auf schriftlichen Antrag benach § 9 Abs. 1 Buchstabe c) erlangt oder freit, wer zu dem Zeitpunkt, in dem die Mitgliedschaft bei der Architektenkammer Sachsen oder in einer der d) mit Beginn der Pflichtmitgliedschaft in einem ausländischen sozialen Sicherungssystem im europäischen angeschlossenen Architektenkammern begründet Wirtschaftsraum. wird, a) bereits einer anderen auf Gesetz beruhenden be- Über die Beendigung der Teilnahme erläßt das Versorrufsständischen Versorgungseinrichtung angehört gungswerk einen schriftlichen Bescheid. und diese Mitgliedschaft fortsetzt, sofern die Sat- (2) Die Teilnahme endet mit Ablauf der fünfjährigen zung dieser Versorgungseinrichtung für die Teilneh- Frist im Sinne des § 9 Abs. 4. Über die Beendigung der mer des Versorgungswerkes eine entsprechende Teilnahme erläßt das Versorgungswerk einen schriftliVersorgungsregelung enthält oder chen Bescheid. b) beim erstmaligen Vorliegen der Voraussetzungen für § 13 Abs. 3 gilt entsprechend. die Begründung der Teilnahme am Versorgungswerk (3) Ist die Teilnahme gemäß § 13 Abs. 1 Buchstabe b) 20

Satzung des Versorgungswerkes


worden ist und seiner Zahlungsverpflichtung innerhalb einer Frist von 1 Monat nicht nachgekommen ist. In der Mahnung muß auf die Rechtsfolgen des Zahlungsverzuges hingewiesen werden.

Beitrag

§ 15 Beitrag für selbständig tätige Teilnehmer (1) Der Regelbeitrag (Pflichtbeitrag) beträgt 18 % der jeweils in den §§ 157, 159 und 160 des Sozialgesetzbuches (SGB) VI festgesetzten Beitragsbemessungsgrenze. Den Regelbeitrag entrichten selbständige Teilnehmer, deren Jahresberufseinkommen aus selbständiger Tätigkeit als Architekt vor Steuer die gemäß § 157 und § 159 SGB VI jeweils maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze nicht unterschreitet. (2) Bei Einkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze kann ein ermäßigter Beitrag gezahlt werden. Der ermäßigte Beitrag beträgt 18 % des Jahresberufseinkommens, mindestens aber ein Viertel des Regelbeitrages. Für selbständige Teilnehmer tritt an Stelle des in § 157 und § 159 SGB VI genannten Bruttoarbeitsentgeltes das aus selbständiger Tätigkeit als Architekt vor Steuern erzielte Jahresberufseinkommen. Auf Verlangen ist der Einkommenssteuerbescheid des betreffenden Jahres nachzureichen. Nachweislich aus der Veräußerung eines Architekturbüros erzielte Gewinne gelten nicht als Einkommen aus § 14 Freiwillige Teilnahme beruflicher Tätigkeit. (1) Die nach § 13 Abs. 1 Satz 1 Buchstaben b) oder c) (3) Freiwillige Teilnehmer nach § 14 Abs. 1 in Verbinoder d) beendete Pflichtteilnahme kann mit gleichen dung mit § 13 Abs. 1 Buchstabe b) oder c) zahlen BeiRechten und Pflichten als freiwillige Teilnahme ohne träge in derselben Höhe wie Pflichtteilnehmer. zeitliche Unterbrechung fortgesetzt werden. Hierzu ist Freiwillige Teilnehmer nach § 14 Abs. 1 in Verbindung ein schriftlicher Antrag erforderlich, der innerhalb ei- mit § 13 Abs. 1 Buchstabe d) zahlen mindestens den ner Ausschlußfrist von 6 Monaten nach Zustellung des Beitrag in Höhe von einem Viertel des Regelbeitrages. Bescheides über die Beendigung der Pflichtteilnahme (4) In den ersten 5 Jahren der selbständigen Tätigkeit beim Versorgungswerk eingegangen sein muß. ab Begründung der Teilnahme ist einem Teilnehmer auf (2) Die freiwillige Teilnahme endet: Antrag Beitragsermäßigung bis zur halben Beitragszahˑˑ mit dem Ablauf des Tages, an dem die Voraussetzun- lung zu gewähren. Unbeschadet der Bestimmung des gen für die Pflichtteilnahme wieder eingetreten sind, Satzes 1 hat ein Teilnehmer, dem Beitragsermäßigung ˑˑ mit dem Ablauf des Monats, in dem die Vorausset- gewährt wird, Beiträge in Höhe von mindestens einem zungen des § 14 Abs. 1 Satz 1 letzter Halbsatz ein- Viertel des Regelbeitrages zu leisten. treten, Die gleichzeitige Anwendung der Absätze 2 und 4 für ˑˑ durch schriftliche Beendigungserklärung des Teil- denselben Beitragszeitraum ist ausgeschlossen. nehmers mit Wirkung zum Ersten des Monats, der (5) Bei Vorliegen der Voraussetzungen tritt die Beitragsauf den Zugang der Erklärung folgt, reduzierung nach Abs. 2 oder Abs. 4 mit Wirkung zum ˑˑ durch schriftliche Kündigung des Versorgungswerkes Ersten des Monats ein, der auf den Zugang des Antrags mit dem Zugang des Kündigungsschreibens oder folgt. ˑˑ mit dem Tode des Teilnehmers. (6) Selbständige Teilnehmer, die entweder nach §  4 (3) Die Kündigung durch das Versorgungswerk kann Abs. 2 oder nach § 229 a Abs. 1 Satz 1 SGB VI oder erfolgen, wenn der Teilnehmer mit mindestens 2 Mo- nach § 229 Abs. 6 SGB VI versicherungspflichtig genatsbeiträgen im Rückstand ist, deswegen gemahnt wesen sind und hiervon nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI Satzung des Versorgungswerkes

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Struktur der AKT

oder c) beendet und wird sie nicht gemäß § 14 als freiwillige Teilnahme fortgesetzt oder endet die freiwillige Teilnahme gemäß § 14 Abs. 2 durch schriftliche Beendigungserklärung des Teilnehmers oder schriftliche Kündigung des Versorgungswerkes, so sind dem Teilnehmer auf seinen Antrag 60 % der von ihm entrichteten Beiträge ohne Zinsen und unter Abzug etwaiger Beitragsrückstände zurückzugewähren, sofern die Anwartschaft auf Altersruhegeld nach § 29 Abs. 4 zum Zeitpunkt der Beendigung der Teilnahme nicht mehr als 180 €/Jahr beträgt und die hierzu erforderlichen Beiträge innerhalb von höchstens 59 Beitragsmonaten eingezahlt worden sind. Der Antrag kann nur innerhalb eines Jahres seit Zugang des Bescheides über die Beendigung der Teilnahme (§ 13) oder seit dem in § 14 Abs. 2 – Beendigung der freiwilligen Teilnahme – genannten Zeitpunkt gestellt werden. Die Beitragsrückgewähr ist nach einer bereits erfolgten Versorgungsleistung ausgeschlossen. Nach § 18 Absatz 2 bis 4 geleistete Beiträge werden nicht zurückgewährt. Mit vollzogener Rückgewähr enden die Rechte und Pflichten des ausgeschiedenen Teilnehmers gegenüber dem Versorgungswerk; der Rückgewährbetrag kann nicht wieder eingezahlt werden. Ist eine Ehesache anhängig, bei dem ein Versorgungsausgleich stattfinden kann, ruht die Beitragsrückgewähr bis zur Rechtskraft der Entscheidung über den Versorgungsausgleich.


Struktur der AKT

befreit wurden, zahlen Beiträge nach den Absätzen 1 und 2, mindestens aber den Beitrag, der ohne diese Befreiung an die gesetzliche Rentenversicherung zu entrichten gewesen wäre. (7) Beitragsermäßigungen nach § 10 Abs. 4 der Satzung des Versorgungswerkes in der am 02.03.2000 geltenden Fassung bleiben unberührt. Wer von seiner Beitragspflicht in Höhe des in Satz 1 vorgegebenen Beitrags zur Hälfte befreit worden ist, kann sich auf Antrag jederzeit zur Zahlung des Regelbeitrags verpflichten. Diese Verpflichtung ist unwiderruflich. (8) Aus Einkommen für Geschäftsführer- oder Vorstandstätigkeit oder für die Tätigkeit als geschäftsführender Gesellschafter sind Beiträge in folgender Höhe zu entrichten: 1. Besteht für diese Tätigkeit auch ohne Befreiung keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, richtet sich der Umfang der Beitragspflicht nach Absatz 2. 2. Ist das Mitglied für diese Tätigkeit von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreit, richtet sich der Umfang der Beitragspflicht nach § 16 Abs.1. § 16 Beitrag für angestellte Architekten (1) Angestellte Architekten, die gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI von der gesetzlichen Rentenversicherung befreit sind, zahlen als Pflichtbeitrag den Höchstbeitrag der gesetzlichen Rentenversicherung, der sich aus der jeweils maßgeblichen Beitragsbemessungsgrenze gemäß § 157 und § 159 SGB VI ergibt, höchstens jedoch den Beitrag, der ohne diese Befreiung an die gesetzliche Rentenversicherung zu entrichten wäre. (2) Angestellte, die nicht nur gelegentlich eine selbständige Tätigkeit im Architektenberuf ausüben und deren Jahresberufseinkommen hieraus ein Viertel der gemäß § 157 und § 159 SGB VI jeweils maßgeblichen Beitragsbemessungsgrenze nicht unterschreitet, zahlen für dieses Einkommen Beiträge wie selbständige Teilnehmer nach § 15. (3) Angestellte, die nicht von der gesetzlichen Rentenversicherung gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI befreit sind oder nach § 14 Abs. 1 die freiwillige Teilnahme fortsetzen, zahlen als Beitrag ein Zehntel des jeweiligen Höchstbeitrages der gesetzlichen Rentenversicherung. (4) Angestellte Architekten sind berechtigt, über die nach Abs. 1 oder 2 zu leistenden Beiträge hinaus freiwillige Mehrzahlungen bis zu der nach § 19 Abs. 1 zulässigen Höchstgrenze zu zahlen. § 17 Beitrag für beamtete Architekten Beamte, die freiwillig Teilnehmer nach § 14 sind, zahlen 22

Satzung des Versorgungswerkes

ein Viertel des Regelbeitrages. Auf Antrag kann der Beitrag bis zum Regelbeitrag festgesetzt werden. § 18 Ruhen der Beitragspflicht, besondere Beiträge (1) Auf Antrag wird von der Beitragsverpflichtung befreit, wer a) als selbständig tätiger Teilnehmer sein gesamtes Jahresberufseinkommen unter einem Fünftel des für den Regelbeitrag maßgebenden Einkommens erzielt. Der Befreiungsantrag ist innerhalb einer Ausschlußfrist von 6 Monaten nach Eintreten der Voraussetzung zu stellen. § 15 Absatz 4 Satz 3 gilt entsprechend. Eine Erstattung bereits gezahlter Beiträge istausgeschlossen, b) als Teilnehmer nach den Vorschriften des Bundeserziehungsgeldgesetzes Elternzeit in Anspruch nimmt und kein Berufseinkommen erzielt, c) als Teilnehmer Sozialgeld bezieht, d) als angestellter Teilnehmer, der nicht von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreit ist, aa) Arbeitslosengeld, Unterhaltsgeld oder Übergangsgeld bezieht, bb) einem gesetzlichen Beschäftigungsverbot vor und nach der Entbindung unterliegt, sofern keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird. Der Befreiungsantrag nach den Buchstaben b), c) und d) ist innerhalb einer Ausschlußfrist von 1 Monat nach Eintreten der Voraussetzung zu stellen. Der Nachweis über das Vorliegen der Voraussetzungen nach den Buchstaben a) bis d) ist von dem Teilnehmer zu führen. (2) Von der gesetzlichen Rentenversicherung nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI befreite Teilnehmer, die Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II oder andere staatliche Unterstützungsleistungen zur sozialen Absicherung beziehen, zahlen für diese Zeiten den Beitrag, der ohne diese Befreiung an die gesetzliche Rentenversicherung zu entrichten wäre. (3) Wehr- und zivildienstleistende Teilnehmer, die zuletzt vor der Einberufung als Angestellte tätig waren, nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI von der gesetzlichen Rentenversicherung befreit sind und deren Arbeitsverhältnis gemäß § 1 des Arbeitsplatzschutzgesetzes (ArbPlSchG) ruht, zahlen für diese Zeiten einen Beitrag in Höhe des Betrages, den der Arbeitergeber übernimmt, wenn Anspruch auf Beitragsübernahme zum Versorgungswerk der Architektenkammer Sachsen gemäß § 14a Abs. 1 und 3 ArbPlSchG besteht. (4) Wehr- und zivildienstleistende Teilnehmer, für die Abs. 3 nicht gilt und die nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI


§ 19 Freiwillige Mehrzahlungen, Einzahlungshöchstgrenze (1) Zum jeweiligen Pflichtbeitrag können zusätzlich freiwillige Mehrzahlungen bis zur Höhe eineshalben Regelbeitrages für das laufende Jahr entrichtet werden. Die Einzahlungshöchstgrenze darfzusammen mit den Pflichtbeiträgen das 11⁄2-fache des Regelbeitrags gemäß § 15 Abs. 1 für das laufende Jahr nicht überschreiten. (2) Pflichtteilnehmer, die nach § 10 Abs. 4 der Satzung des Versorgungswerkes in der am 02.03.2000 geltenden Fassung von ihrer Beitragspflicht zur Hälfte befreit worden sind, können zusätzlich freiwillige Mehrzahlungen bis zur Höhe des Regelbeitrages für das laufende Jahr entrichten. (3) Das Versorgungswerk kann freiwillige Mehrzahlungen mit Ansprüchen aus dem Versorgungsverhältnis gegen den Teilnehmer aufrechnen; für die Aufrechnung gelten die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches sinngemäß. § 20 Beginn und Ende der Beitragspflicht (1) Die Beitragspflicht beginnt mit dem Eintritt der Rechtswirkungen der Teilnahme. (2) Die Beitragspflicht erlischt: a) mit dem Ende des Kalendermonats, in dem die Teilnahme endet, b) mit dem Ersten des Monats, mit dem die Zahlung des Altersruhegeldes beginnt, c) mit dem Ersten des Monats, ab dem Rente wegen

Berufsunfähigkeit gewährt wird. Nach Wegfall der Rente wegen Berufsunfähigkeit lebt die Beitragspflicht mit dem Beginn des darauf folgenden Monats wieder auf. (3) Das Recht, freiwillige Beiträge zu entrichten, besteht nicht für die Zeit, in der Versorgungsleistungen bezogen werden. § 21 Beitragsbescheid, Fälligkeit, Stundung, Säumniszuschlag (1) Die Beiträge werden zum Ende eines jeden Kalendermonats fällig. Pflichtbeiträge können nur für das laufende Kalenderjahr entrichtet werden. (2) Wird der Beitrag nicht rechtzeitig entrichtet, so kann die Verwaltung des Versorgungswerkes vom Fälligkeitstag an für jeden angefangenen Kalendermonat einen Säumniszuschlag in Höhe von 1 % des nicht entrichteten Beitrages erheben. (3) Beiträge und Nebenforderungen können auf Antrag gestundet werden, wenn die sofortige Einziehung mit erheblichen Härten für den Teilnehmer verbunden ist und die Forderung durch die Stundung nicht gefährdet wird. Die gewährte Stundung soll angemessen verzinst werden. (4) Eingehende Zahlungen werden zunächst auf die Kosten, dann auf die Säumniszuschläge, Zinsen und zuletzt auf die Beitragsforderungen angerechnet; innerhalb dieser Reihenfolge wird die jeweils älteste Schuld zuerst getilgt. Werden mit eingehenden Zahlungen rückständige Beitragsforderungen getilgt, so gelten diese getilgten Beitragsforderungen als geleistete Beiträge im Sinne von § 29 Abs. 1. § 22 Beitragsüberleitung, Nachversicherung (1) Pflichtmitglieder können beantragen, daß Beiträge, die an eine andere öffentlich-rechtliche Versorgungseinrichtung für Architekten entrichtet worden sind, nach Maßgabe eines Überleitungsabkommens zwischen den Versorgungseinrichtungen zum aufnehmenden Versorgungswerk übergeleitet werden, wenn die Pflichtmitgliedschaft in der anderen Versorgungseinrichtung geendet hat. Die Überleitung ist ausgeschlossen, wenn 1. die Mitgliedschaft in der anderen Versorgungseinrichtung länger als 24 Monate gedauert hat, 2. das Mitglied berufsunfähig ist, einen Antrag auf Leistungen gestellt oder Leistungen bezogen hat, 3. Ansprüche des Mitglieds gegen die abgebende Versorgungseinrichtung ganz oder teilweise abgetreten, verpfändet oder gepfändet worden sind, 4. Rechtsstreitigkeiten über Mitgliedschaftszeiten oder Beiträge mit der abgebenden Versorgungseinrichtung anhängig sind, Satzung des Versorgungswerkes

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Struktur der AKT

von der gesetzlichen Rentenversicherung befreit sind und nach dem ArbPlSchG Anspruch auf Beitragsübernahme zum Versorgungswerk der Architektenkammer Sachsen haben, zahlen für diese Zeiten einen Beitrag in Höhe des jeweiligen Höchstbeitrages zur gesetzlichen Rentenversicherung. Wehr- und zivildienstleistende Teilnehmer, die nicht nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI von der gesetzlichen Rentenversicherung befreit sind und die nach dem ArbPlSchG Anspruch auf Beitragsübernahme zum Versorgungswerk der Architektenkammer Sachsen haben, zahlen für diese Zeiten einen Beitrag in Höhe von 40 % des jeweiligen Höchstbeitrages zur gesetzlichen Rentenversicherung. (5) aufgehoben (6) EU-Staatsangehörige sowie Angehörige von Staaten, die dem EWR-Abkommen unterfallen, die Pflichtmitglied des Versorgungswerkes sind, müssen von der Verpflichtung zur Beitragsleistung befreit werden, wenn sie weiterhin Beiträge zu einer auf Gesetz beruhenden Versorgungseinrichtung in einem EU oder EWR-Staat entrichten.


Struktur der AKT

5. Ansprüche des Mitglieds gegen die abgebende Versorgungseinrichtung Gegenstand in einem rechtshängigen Scheidungsverfahren sind oder waren oder 6. das Recht des Mitglieds auf Überleitung von Beiträgen zu einer anderen Versorgungseinrichtung schon einmal durch Fristablauf erloschen ist. Die Überleitung ist ebenso ausgeschlossen, wenn ein Ausschlußgrund nach Satz 2 vor dem Zugang des Überleitungsantrags entsteht. (2) Der Antrag auf Überleitung ist schriftlich bis zum Ablauf des sechsten Kalendermonats nach dem Monat, in dem die Teilnahme in dem aufnehmenden Versorgungswerk begonnen hat, bei einer der beiden Versorgungseinrichtungen zu stellen. Ist die Pflichtmitgliedschaft in der abgebenden Versorgungseinrichtung bei Beginn der Mitgliedschaft in der aufnehmenden Versorgungseinrichtung noch nicht beendet, endet die Frist mit Ablauf des sechsten Kalendermonats nach dem Monat, in dem die Pflichtmitgliedschaft in der abgebenden Versorgungseinrichtung beendet wurde. (3) Mit der Überleitung werden Anwartschaften in gleicher Höhe begründet, wie sie entstanden wären, wenn die bei der bisherigen Versorgungseinrichtung geleisteten Beiträge zeitgleich zum aufnehmenden Versorgungswerk entrichtet worden wären. Zeiträume, in denen durch Überleitung Anwartschaften begründet worden sind, gelten als Mitgliedschaftszeit. Nähere Bestimmungen über die Voraussetzungen, das Ausmaß und die Durchführung der Beitragsüberleitung werden jeweils durch Überleitungsabkommen mit den in Absatz 1 genannten Einrichtungen getroffen. Besteht kein Abkommen, so ist das Versorgungswerk dann zur Überleitung verpflichtet, wenn die aufnehmende Einrichtung die Beiträge zu den vom aufnehmenden Versorgungswerk üblicherweise vereinbarten Bedingungen annimmt. (4) Nach Ende der Mitgliedschaft im abgebenden Versorgungswerk kann das ehemalige Mitglied nach Maßgabe eines Überleitungsabkommens die Überleitung der geleisteten Beiträge und freiwilligen Mehrzahlungen an eine andere Versorgungseinrichtung beantragen, in der es Mitglied wird. Mit der Überleitung erlöschen alle Ansprüche auf Versorgung gegenüber dem Versorgungswerk. Absatz 3 Satz 2 und 3 gilt entsprechend. (5) Hat das Versorgungswerk Nachversicherungsbeiträge nach § 186 SGB VI zugunsten eines Teilnehmers erhalten, so gilt die nachversicherte Zeit als Teilnehmerzeit. Für die Errechnung der Jahresrente aus den Nachversicherungsbeiträgen gilt jener Prozentsatz nach § 29 Abs. 4, der für das Kalenderjahr anzuwenden ist, in

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Satzung des Versorgungswerkes

dem die Nachversicherungsbeiträge dem Versorgungswerk zugehen.

Versorgung § 23 Anspruch auf Versorgung (1) Die Teilnehmer und ihre Hinterbliebenen haben gegenüber dem Versorgungswerk Anspruch auf Versorgung nach Maßgabe der nachstehenden Bestimmungen. Altersruhegeld- und Berufsunfähigkeitsrentenbezieher gelten als Teilnehmer. (2) Endet die Teilnahme ohne Eintritt des Versorgungsfalles, so wird bis zur jeweiligen Fälligkeit eine beitragsfreie Anwartschaft auf Altersruhegeld, auf Rente wegen Berufsunfähigkeit sowie auf Witwen-/Witwer- und Waisenrente aufrechterhalten. (3) Altersruhegeldempfänger, deren Teilnahme nach § 13 Abs. 1 Satz 1 Buchst. b) oder c) endet, behalten ihre Ansprüche gegenüber dem Versorgungswerk. (4) Ist ein früherer Teilnehmer bei Eintritt des Versorgungsfalls beitragspflichtiges Mitglied bei anderen auf Gesetz beruhenden Versorgungsträgern im Geltungsbereich der VO (EWG) Nr. 1408/71, wird die Zurechnung anteilig entsprechend der Teilnahmezeit beim Versorgungswerk zur gesamten Versicherungszeit bei allen auf Gesetz beruhenden Versorgungsträgern entsprechend Artikel 46 Abs. 2 der VO (EWG) Nr. 1408/71 gewährt, wenn auch die anderen beteiligten Versorgungsträger ihre Versorgungsleistungen nach dieser Regelung berechnen. Besitzt ein Teilnehmer im Falle der Berechnung des Versorgungsanspruchs nach § 29 Abs. 6 auch bei anderen auf Gesetz beruhenden Versorgungsträgern im Geltungsbereich der VO (EWG) Nr. 1408/71 Anrechte für den Fall der Berufsunfähigkeit oder des Todes, wird die Zurechnung nur anteilig gewährt; Satz 1 gilt entsprechend. (5) Anspruch auf Versorgung besteht nicht: a) solange die Rechtswirkungen der Teilnahme gemäß § 12 nicht eingetreten sind, b) solange der Wegfall der Befreiungsvoraussetzungen nach § 10 Abs. 2 und 3 oder § 10 Abs. 6 der Satzung des Versorgungswerkes in der am 02.03.2000 geltenden Fassung und § 11 nicht angezeigt worden ist. (6) Die Versorgungsleistungen sind schriftlich zu beantragen. § 24 Umfang der Versorgung (1) Pflichtleistungen an Teilnehmer sind: a) die Rente wegen Berufsunfähigkeit, b) das Altersruhegeld, c) das Kindergeld.


Satzung des Versorgungswerkes

Kür­zungs­ faktor

Monate des Vorziehens

Renteneintrittsalter

cherungen gegenüber den durch das Versorgungswerk bestellten Gutachtern, diese untereinander sowie gegenüber dem Versorgungswerk von der Schweigepflicht zu entbinden. (4) Besteht begründete Aussicht, daß die Berufsunfä§ 25 Anspruch auf Rente wegen Berufsunfähigkeit higkeit in absehbarer Zeit behoben sein wird, so ist die (1) Anspruch auf Rente wegen Berufsunfähigkeit ha- Rente wegen Berufsunfähigkeit auf Zeit und längstens ben berufsunfähige Teilnehmer, die vor Eintritt der Be- für drei Jahre zu gewähren. Eine Fortzahlung der Rente rufsunfähigkeit mindestens einen monatlichen Beitrag wegen Berufsunfähigkeit ist unter Vorlage eines aktuelentrichtet haben und nicht bereits Altersruhegeld be- len ärztlichen Gutachtens zu beantragen. Abs. 3 findet ziehen. Die Rente ist von Beginn des Antragsmonats an entsprechende Anwendung. zu gewähren, sofern kein Anspruch auf Lohnfortzahlung (5) Die Rente wegen Berufsunfähigkeit wird gezahlt bis besteht. Die Gewährung einer Berufsunfähigkeitsrente zum Ende des Monats, in dem die Berufsunfähigkeit ist ausgeschlossen, wenn diese nach Vollendung des weggefallen ist, der Teilnehmer stirbt oder anstelle des Altersruhegeldes, falls dieses niedriger wäre als die bis60. Lebensjahres erstmals fällig wird. Wer sich vorsätzlich berufsunfähig macht, hat keinen her bezogenen Leistungen. Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente. Die entsprechenden Feststellungen trifft der Verwal- § 26 Anspruch auf Altersruhegeld tungsausschuß. (1) Das Altersruhegeld wird vom Ablauf des Monats (2) Berufsunfähig ist ein Teilnehmer, der infolge von an gewährt, in dem das 67. Lebensjahr vollendet wird. Krankheit oder anderen körperlichen Gebrechen oder Die Aufgabe der beruflichen Tätigkeit ist dabei nicht von Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte erforderlich. auf nicht absehbarer Zeit eine Berufstätigkeit in gewis- (2) Der Teilnehmer kann beantragen, den Beginn des ser Regelmäßigkeit nicht mehr ausüben oder nicht mehr Altersruhegeldes auf einen früheren Zeitpunkt zu verleals nur geringfügige Einkünfte durch seine Berufstätig- gen, jedoch frühestens auf den Ersten des Monats, der auf die Vollendung des 60. Lebensjahres folgt. Der Ankeit als Architekt erzielen kann. Der Leistungsbezieher hat auf Verlangen des Versor- trag muß spätestens drei Monate vor dem beantragten gungswerkes geeignete Nachweise über die Einkünfte Beginn des Altersruhegeldes schriftlich an das Versoraus beruflicher Tätigkeit vorzulegen. Aus der Veräuße- gungswerk gerichtet werden. Das Altersruhegeld wird rung eines Architekturbüros erzielte Gewinne gelten für jeden Monat, um den der Bezug der Rente vor Vollnicht als Einkünfte aus beruflicher Tätigkeit. endung des 67. Lebensjahres beginnt, entsprechend (3) Die Berufsunfähigkeit ist durch ein fachärztliches nachfolgender Tabelle gekürzt: Gutachten nachzuweisen, dessen Kosten der Teilnehmer zu übernehmen hat. Das Versorgungswerk kann in begründeten Fällen auf eigene Kosten – auch nach Gewährung einer Berufsunfähigkeitsrente – weitere Gut66 Jahre und 11 Monat(e) 1 0,5% achten einholen und in angemessenen Zeitabständen 66 Jahre und 10 Monat(e) 2 1,0% Nachuntersuchungen anordnen. Reisekosten werden 66 Jahre und 9 Monat(e) 3 1,5% nur erstattet, soweit sie angemessen sind. 66 Jahre und 8 Monat(e) 4 2,0% Der Teilnehmer ist verpflichtet, sich den vom Versor66 Jahre und 7 Monat(e) 5 2,5% gungswerk angeordneten Untersuchungen zu stellen 66 Jahre und 6 Monat(e) 6 3,0% und sich den ärztlich empfohlenen und zumutbaren 66 Jahre und 5 Monat(e) 7 3,5% Heilbehandlungen oder anderen medizinisch indizierten 66 Jahre und 4 Monat(e) 8 4,0% Maßnahmen zur Wiederherstellung seiner Berufsfähig66 Jahre und 3 Monat(e) 9 4,5% keit zu unterziehen. 66 Jahre und 2 Monat(e) 10 5,0% Erfüllt der Teilnehmer die vorbezeichneten Pflichten 66 Jahre und 1 Monat(e) 11 5,5% nicht, kann das Versorgungswerk den Antrag auf Be66 Jahre 12 6,0% rufsunfähigkeitsrente ablehnen oder die Rentenzahlung 65 Jahre und 11 Monat(e) 13 6,5% einstellen. 65 Jahre und 10 Monat(e) 14 6,9% Soweit es für die Beurteilung der Berufsunfähigkeit 65 Jahre und 9 Monat(e) 15 7,4% erforderlich ist, hat der Teilnehmer die mit dem Vorgang 65 Jahre und 8 Monat(e) 16 7,8% befaßten Ärzte, medizinischen Einrichtungen und Versi25

Struktur der AKT

(2) Pflichtleistungen an Hinterbliebene sind: a) die Witwen- bzw. Witwerrente, b) die Waisenrente, c) die Abfindung bei Wiederverheiratung (§ 32).


Satzung des Versorgungswerkes

Kür­zungs­ faktor

Kür­zungs­ faktor 8,3% 8,7% 9,2% 9,6% 10,1% 10,5% 11,0% 11,4% 11,8% 12,2% 12,6% 13,0% 13,4% 13,9% 14,3% 14,7% 15,1% 15,5% 15,9% 16,3% 16,7% 17,1% 17,4% 17,8% 18,2% 18,6% 18,9% 19,3% 19,7% 20,1% 20,4% 20,8% 21,2% 21,5% 21,9% 22,2% 22,6% 22,9% 23,3% 23,6% 24,0% 24,3% 24,7% 25,0% 25,3% 25,6% 26,0% 26,3% 26,6%

Monate des Vorziehens

Monate des Vorziehens 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65

Renteneintrittsalter

Renteneintrittsalter Struktur der AKT

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65 Jahre und 7 Monat(e) 65 Jahre und 6 Monat(e) 65 Jahre und 5 Monat(e) 65 Jahre und 4 Monat(e) 65 Jahre und 3 Monat(e) 65 Jahre und 2 Monat(e) 65 Jahre und 1 Monat(e) 65 Jahre 64 Jahre und 11 Monat(e) 64 Jahre und 10 Monat(e) 64 Jahre und 9 Monat(e) 64 Jahre und 8 Monat(e) 64 Jahre und 7 Monat(e) 64 Jahre und 6 Monat(e) 64 Jahre und 5 Monat(e) 64 Jahre und 4 Monat(e) 64 Jahre und 3 Monat(e) 64 Jahre und 2 Monat(e) 64 Jahre und 1 Monat(e) 64 Jahre 63 Jahre und 11 Monat(e) 63 Jahre und 10 Monat(e) 63 Jahre und 9 Monat(e) 63 Jahre und 8 Monat(e) 63 Jahre und 7 Monat(e) 63 Jahre und 6 Monat(e) 63 Jahre und 5 Monat(e) 63 Jahre und 4 Monat(e) 63 Jahre und 3 Monat(e) 63 Jahre und 2 Monat(e) 63 Jahre und 1 Monat(e) 63 Jahre 62 Jahre und 11 Monat(e) 62 Jahre und 10 Monat(e) 62 Jahre und 9 Monat(e) 62 Jahre und 8 Monat(e) 62 Jahre und 7 Monat(e) 62 Jahre und 6 Monat(e) 62 Jahre und 5 Monat(e) 62 Jahre und 4 Monat(e) 62 Jahre und 3 Monat(e) 62 Jahre und 2 Monat(e) 62 Jahre und 1 Monat(e) 62 Jahre 61 Jahre und 11 Monat(e) 61 Jahre und 10 Monat(e) 61 Jahre und 9 Monat(e) 61 Jahre und 8 Monat(e) 61 Jahre und 7 Monat(e)

61 Jahre und 6 Monat(e) 61 Jahre und 5 Monat(e) 61 Jahre und 4 Monat(e) 61 Jahre und 3 Monat(e) 61 Jahre und 2 Monat(e) 61 Jahre und 1 Monat(e) 61 Jahre 60 Jahre und 11 Monat(e) 60 Jahre und 10 Monat(e) 60 Jahre und 9 Monat(e) 60 Jahre und 8 Monat(e) 60 Jahre und 7 Monat(e) 60 Jahre und 6 Monat(e) 60 Jahre und 5 Monat(e) 60 Jahre und 4 Monat(e) 60 Jahre und 3 Monat(e) 60 Jahre und 2 Monat(e) 60 Jahre und 1 Monat(e) 60 Jahre

66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84

26,9% 27,2% 27,5% 27,9% 28,2% 28,5% 28,8% 29,1% 29,4% 29,7% 30,0% 30,3% 30,6% 30,9% 31,2% 31,5% 31,8% 32,1% 32,4%

(3) – aufgehoben § 27 Anspruch auf Kindergeld (1) Die Empfänger von Altersruhegeld und Berufsunfähigkeitsrente haben Anspruch auf Kindergeld für jedes eheliche, nichteheliche und an Kindes Statt angenommene Kind. Anspruchsvoraussetzung ist bei nichtehelichen Kindern männlicher Teilnehmer, daß die Vaterschaft anerkannt oder durch gerichtliche Entscheidung festgestellt wurde, bei an Kindes Statt angenommenen Kindern, daß der Vertrag zur Annahme an Kindes Statt vor Eintritt der dauernden Berufsunfähigkeit und vor Vollendung des 55. Lebensjahres geschlossen wurde. (2) Der Anspruch auf Kindergeld entfällt mit dem Schluß des Monats, in dem das Kind das 18. Lebensjahr vollendet. Bei weiterer Schul- oder Berufsausbildung besteht Anspruch auf Kindergeld bis zur Beendigung der Ausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres. Das Kindergeld entfällt mit Ablauf des Monats, in dem das Kind sich verehelicht. (3) Wird die Ausbildung durch Erfüllung der gesetzlichen Wehr- oder Ersatzdienstpflicht des Kindes unterbrochen oder verzögert, so besteht Anspruch auf Kindergeld auch für einen der Dauer des Dienstes entsprechenden Zeitraum über das 27. Lebensjahr hinaus, längstens jedoch bis zur Beendigung der Ausbildung.


§ 29 Höhe des Altersruhegeldes und der Rente wegen Berufsunfähigkeit (1) Die Jahresrente wird in Prozentsätzen der bis zum Eintritt des Versicherungsfalles geleisteten Beiträge gerechnet. (2) Die Prozentsätze richten sich nach dem Alter des Teilnehmers, in dem Beitrag gezahlt wurde und nach dem Kalenderjahr, in dem der Beitrag gezahlt wurde (Abs. 4 und Abs. 6 Satz 1). (3) Als Alter bei der Einzahlung gilt der Unterschied zwischen dem Kalenderjahr der Beitragszahlung und dem Geburtsjahr des Teilnehmers.

Alter im Jahr der Beitragszahlung

Bewertungs­ prozentsatz

Alter im Jahr der Beitrags­ zahlung

Bewertungs­ prozentsatz

23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37

28,28 27,23 26,22 25,24 24,30 23,38 22,50 21,66 20,85 20,06 19,32 18,60 17,91 17,24 16,60

38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52

15,98 15,39 14,82 14,29 13,78 13,29 12,82 12,37 11,94 11,53 11,15 10,77 10,42 10,09 9,77

53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67

9,48 9,21 9,08 8,78 8,48 8,19 7,91 7,64 7,39 7,14 6,89 6,64 6,41 6,18 5,94

Die Jahresrente wird aus der aus den berufsständischen Richttafeln der ABV 2006 hergeleiteten Leistungstabelle errechnet. Die aus Beitragszahlungen bis zum 31.12.2007 erworbenen Jahresrenten auf Basis der bis dahin gültigen Leistungstabelle werden einmalig um 12,87 % erhöht. (5) Über Leistungsverbesserungen, soweit sie aufgrund eines versicherungsmathematischen Gutachtens gewährt werden könnten, hat die Vertreterversammlung auf Vorschlag des Verwaltungsausschusses bis spätestens zum 31. Oktober jeden Jahres zu beschließen. Bei der Berechnung der Leistungsverbesserungen sind die nach Abs. 4 ermittelten Beträge um Faktoren zu erhöhen, die vom Jahr der Beitragszahlung abhängen. Der Beschluß bedarf der Genehmigung der Versicherungsaufsichtsbehörde. Die Leistungsverbesserungen werden den Teilnehmern schriftlich mitgeteilt. (6) Tritt Berufsunfähigkeit vor Vollendung des 55. Lebensjahres ein, so setzt sich die Rente zusammen aus: a) dem Betrag der Rente aus den Absätzen 4 und 5, b) einem Zuschlag in Höhe des Betrages, der sich errechnen würde, wenn die vom Teilnehmer in den letzten 60 Kalendermonaten vor Eintritt des Versorgungsfalles durchschnittlich entrichteten Pflichtbeiträge bis zum vollendeten 55. Lebensjahr weiter entrichtet und nach Abs. 4 verrentet worden wären. Hat die Teilnahme noch nicht 5 Kalenderjahre bestanden, so wird der Durchschnitt aus allen bis zum Eintritt des Versorgungsfalles entrichteten Pflichtbeiträgen ermittelt. Bei der Durchschnittsbildung bleiben ErzieSatzung des Versorgungswerkes

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Struktur der AKT

Bewertungs­ prozentsatz

(4) Die Jahresrente wird wie folgt berechnet: Alter im Jahr der Beitrags­ zahlung

§ 28 Anspruch auf Witwen-, Witwer- und Waisenrente (1) Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente hat der überlebende Ehegatte eines Teilnehmers, wenn dessen Ehe bis zum Tode fortbestanden hat. Hinterbliebene haben keinen Anspruch auf Rente, wenn sie den Tod des Teilnehmers vorsätzlich herbeigeführt haben. Die entsprechenden Feststellungen trifft der Verwaltungsausschuß. Wurde die Ehe nach Vollendung des 65. Lebensjahres oder nach Eintritt der Berufsunfähigkeit des Berechtigten geschlossen und bestand die Ehe nicht mindestens 3 Jahre, so besteht kein Anspruch auf Rente. Betrug in einer solchen Ehe der Altersunterschied mehr als 10 Jahre, muß die Ehe mindestens 4 Jahre, betrug der Altersunterschied mehr als 20 Jahre, muß die Ehe mindestens 5 Jahre bestanden haben, um einen Anspruch auf Rente zu gewähren. Anspruch auf Waisenrente haben Kinder eines verstorbenen Teilnehmers unter den gleichen Voraussetzungen, wie sie für die Gewährung des Kindergeldes zu erfüllen sind. Daneben besteht kein Anspruch auf Kindergeld. (2) Der Anspruch auf Witwen-, Witwer- und Waisenrente beginnt mit dem auf den Todestag des Teilnehmers folgenden Tag oder, falls dieser im Zeitpunkt seines Todes bereits Rente wegen Berufsunfähigkeit oder Altersruhegeld bezogen hat, am ersten Tag des folgenden Monats, für nachgeborene Waisen am Tag der Geburt. (3) Der Anspruch auf Witwen- und Witwerrente erlischt für jeden Berechtigten mit dem Ablauf des Monats, in dem er sich verheiratet oder stirbt. Der Anspruch auf Waisenrente erlischt mit dem Tod des Berechtigten oder mit der Vollendung des 18. Lebensjahres oder, wenn sich der Berechtigte zu diesem Zeitpunkt in der Schul- oder Berufsausbildung befindet, mit deren Beendigung, spätestens jedoch mit Vollendung des 27. Lebensjahres. § 27 Abs. 3 gilt entsprechend.


Struktur der AKT

hungszeiten bis zu einem Jahr je Kind außer Betracht. Beiträge eines freiwilligen Teilnehmers nach § 14 und freiwillige Mehrzahlungen nach § 19 stehen den Pflichtbeiträgen gleich, soweit die Beitragszahlung insgesamt den jeweiligen Regelbeitrag für selbständige Teilnehmer nach § 15 bzw. den jeweils geltenden Höchstbeitrag in der gesetzlichen Rentenversicherung für Angestellte nicht überschreitet. Die Rente wegen Berufsunfähigkeit wird auf das Renteneintrittsalter mit 65 Jahren gewährt, indem der Kürzungsfaktor von 11,4 % gemäß der Tabelle des § 26 Abs. 2 Satz 3 zur Anwendung gelangt. (7) Leistungsbescheide gemäß § 29 Abs. 7 der Satzung des Versorgungswerkes in der am 02.01.2007 geltenden Fassung bleiben unberührt. § 30 Höhe des Kindergeldes Das Kindergeld beträgt 10 v. H. der Alters- bzw. Berufsunfähigkeitsrente des Teilnehmers, mindestens jedoch 30,00 € monatlich. § 31 Höhe der Witwen-, Witwer- und Waisenrente Die Witwen- und Witwerrente beträgt 60 v. H., die Halbwaisenrente 15 v. H. und die Vollwaisenrente 25 v. H. des Anspruchs auf Rente wegen Berufsunfähigkeit oder Altersruhegeld. Insgesamt darf die Witwen-, Witwer- und Waisenrente 100% des Anspruchs auf Rente wegen Berufsunfähigkeit oder Altersruhegeld nicht übersteigen. § 32 Abfindung als einmalige Leistungen Die Witwe oder der Witwer, die/ der wieder heiratet, erhält auf Antrag eine Abfindung in Höhe des dreifachen Betrages der zuletzt bezogenen jährlichen Witwen- oder Witwerrente ausgezahlt. Der Antrag ist innerhalb einer Ausschlußfrist von 6 Monaten nach Wiederverheiratung zu stellen und wirkt auf den Tag der Wiederverheiratung zurück. § 28 Abs. 3 1. Stabstrich gilt entsprechend. § 33 Änderungen der Versorgungsansprüche Satzungsänderungen, welche die Höhe der Versorgungsansprüche betreffen, gelten auch für die bereits im Bezug von Versorgungsleistungen stehenden Berechtigten und für die bis zur Änderung der Satzung erworbenen Anwartschaften, soweit nicht anderes bestimmt wird. § 34 Abtretung und Verpfändung von Versorgungsleistungen, Aufrechnung (1) Die Ansprüche aus dem Versorgungsverhältnis können weder abgetreten noch verpfändet werden. Für die Pfändung gilt § 54 SGB I entsprechend. (2) Das Versorgungswerk kann seine in § 41 genannten 28

Satzung des Versorgungswerkes

Forderungen gegen Versorgungsansprüche aufrechnen. § 35 Versorgungsausgleich bei Ehescheidungen (1) Werden Ehepartner geschieden, die beide Teilnehmer des Versorgungswerkes sind oder waren, findet Realteilung gemäß § 1 Abs. 2 des Gesetzes zur Regelung von Härten im Versorgungsausgleich vom 21.02.1983 (BGBL. I Seite 105) statt, in dem zu Lasten des Anrechts des ausgleichspflichtigen Ehegatten für den ausgleichsberechtigten Ehegatten ein Anrecht begründet wird. Realteilung findet auch statt, wenn der ausgleichsberechtigte Ehegatte als Teilnehmer einer anderen Versicherungs- oder Versorgungseinrichtung angehört oder angehört hat, mit der das Versorgungswerk der Architektenkammer Sachsen einen Überleitungsvertrag geschlossen hat. (2) Erfolgt der Versorgungsausgleich nach § 1 Abs. 1 des Gesetzes zur Regelung von Härten im Versorgungsausgleich (Quasi-Splitting), wird nach Rechtskraft der Entscheidung des Familiengerichts das Anrecht des Teilnehmers entsprechend gekürzt. (3) Aufgrund einer mit Zustimmung der Versorgungseinrichtung getroffenen und vom Familiengericht genehmigten Vereinbarung kann für einen ausgleichsberechtigten Teilnehmer der Versorgungsausgleich durch Leistung von Versorgungsabgaben erfolgen. (4) Der ausgleichspflichtige Teilnehmer kann seine aufgrund des Versorgungsausgleichs gekürzte Rentenanwartschaft durch zusätzliche Zahlung wieder ergänzen. (5) Der Verwaltungsausschuß wird ermächtigt, Richtlinien zur Durchführung des Versorgungsausgleichs zu erlassen. § 36 Verjährung (1) Nicht bestandskräftig festgestellte Beitragsforderungen des Versorgungswerkes verjähren nach 4 Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt mit dem Ablauf des Jahres, in dem der Beitrag fällig geworden ist. Für Hemmung, Unterbrechung und die Wirkungen der Verjährung gelten die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches entsprechend. (2) Die Ansprüche auf Versorgungsleistungen verjähren in 4 Jahren. Die Verjährung beginnt mit dem Schluß des Kalenderjahres, in dem die Leistung erstmals verlangt werden kann.

Verwaltungsverfahren § 37 Bescheide über die Versorgungsleistungen Über einen Antrag auf Versorgung entscheidet das Versorgungswerk und erteilt hierüber einen schriftlichen


Satzung des Versorgungswerkes

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Struktur der AKT

§ 43 Schlußbestimmungen (1) Ergibt eine nachträgliche Prüfung von Rentenfestsetzungen oder erhobenen Rentenansprüchen, daß eine Leistung zu Unrecht abgelehnt, entzogen, eingestellt, zu niedrig oder zu hoch festgesetzt wurde, ist sie neu festzustellen. Von der Rückforderung irrtümlich gezahlter Leistungen kann in Härtefällen Abstand genommen werden. Er§ 38 Widerspruchsverfahren schlichene Leistungen sind zurückzufordern. Gegen Bescheide des Versorgungswerkes kann Wider- (2) Der Verwaltungsausschuß wird ermächtigt, redakspruch erhoben werden. Die Vorschriften der §§ 68 – tionell notwendige Änderungen, gesetzlich bedingte 73 der Verwaltungsgerichtsordnung sind anzuwenden. Änderungszwänge oder begründete Erwägungen und Den Widerspruchsbescheid erläßt der Verwaltungsaus- Hinweise der mit der Prüfung befaßten Aufsichtsbeschuß. hörde vorzunehmen bzw. ihnen nachzugehen, wenn dadurch der Wesensgehalt der Satzung nicht verändert § 39 Auszahlung der Versorgungsleistungen wird. Die Versorgungsleistungen werden monatlich im voraus durch Überweisung auf ein vom Berechtigten angege- § 44 Übergangsregelungen benes Konto ausgezahlt. Gefahr und Kosten einer Aus- (1) Die Regelungen des § 25 Abs.1 Satz 3 der Satzung zahlung ins Ausland trägt der Berechtigte. des Versorgungswerkes in der Fassung vom 02.06.2002 gelten nicht für Teilnehmer, die zum Zeitpunkt des In§ 40 Verzugszinsen und Mahnkosten krafttretens dieser Satzungsbestimmung bereits eine Das Versorgungswerk kann Verzugszinsen und Mahn- Rente wegen Berufsunfähigkeit beziehen oder eine kosten erheben. Rente wegen Berufsunfähigkeit beantragt haben und bei denen zu diesem Zeitpunkt die Voraussetzungen § 41 Vollstreckung zur Gewährung einer Rente wegen Berufsunfähigkeit Rückständige Beitrags- und sonstige Forderungen aus vorliegen. dem Versorgungsverhältnis, Verzugszinsen, Säumnis- (2) Freiwillige Teilnahmen gemäß § 14 Abs. 1, die bis zuschläge sowie Mahn- und Beitreibungskosten werden zum 31.12.2005 begründet wurden, werden fortgeim Wege der Zwangsvollstreckung beigetrieben. Die setzt. Vorschriften über die Zwangsvollstreckung wegen öf- (3) Beiträge, die bis zum 31.12.2004 entrichtet wurden, fentlich-rechtlicher Geldforderungen sind anwendbar. werden nach Maßgabe des § 32 Abs. 2 der Satzung des Versorgungswerkes in der Fassung vom 02.07.2003 § 42 Mitwirkungspflicht der Teilnehmer erstattet. (1) Die Teilnehmer des Versorgungswerkes und die (4) – aufgehoben sonstigen Berechtigten haben dem Versorgungswerk (5) § 3 Abs. 2 Satz 3, § 13 Abs. 2 Satz 1, § 30 und § 39 die zur Erfüllung des Versorgungszwecks notwendigen treten am 01.01.2002 in Kraft. Angaben zu machen und die verlangten Nachweise, (6) Die Änderung des § 13 Abs. 3 tritt am 01.01.2005 in z. B. Lebensbescheinigungen und Einkommenssteuer- Kraft. § 24 Abs. 3 und § 32 Abs. 2 treten am 31.12.2004 bescheide, innerhalb einer von dem Versorgungswerk außer Kraft. Erklärungen zur Empfangsberechtigung im zu setzenden Frist zu erbringen. Zur Überprüfung der Sinne des § 32 Abs. 2 der Satzung des VersorgungsAngaben kann das Versorgungswerk auch eigene Erhe- werkes in der Fassung vom 02.07.2003, die bis zum bungen anstellen. Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens der Satzungsänderungen (2) Die Leistungsempfänger sind verpflichtet, unaufge- vom 26.01.2005 rechtswirksam hinterlegt wurden, befordert binnen eines Monats nach Eintritt einer Ände- halten ihre Gültigkeit. rung, die die Leistungen des Versorgungswerkes dem (7) § 26 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 3, Abs. 3 Satz 3 und Grunde oder der Höhe nach berührt, diese sofort dem § 29 Abs. 4, Abs. 6 Satz 5 treten am 01.01.2008 in Versorgungswerk schriftlich mitzuteilen. Kraft. (3) Die Auskünfte sind vertraulich zu behandeln. (8) Mitglieder der Architektenkammer oder einer der (4) Das Versorgungswerk kann die Versorgungsleis- angeschlossenen Architektenkammern, die am 25. tungen zurückbehalten, solange der Berechtigte den November 2007 bereits das 45. Lebensjahr vollendet vorstehenden Verpflichtungen nicht nachkommt. haben und von der Pflichtteilnahme nach § 26 Abs. 1 Bescheid, der Art und Höhe der Versorgungsleistungen, ihren Beginn und die zugrunde liegende Berechnung anzugeben hat. Die Verwaltung kann vor und während des Bezuges der Versorgungsleistungen geeignete Nachweise verlangen und eigene Erhebungen anstellen, soweit dies zur Erfüllung des Versorgungszwecks erforderlich ist.


Struktur der AKT

Satz 2 SächsArchG in der am 28. Juni 2002 geltenden Artikel 1 – Teilnahme, Rechtsnatur und Sitz des Fassung befreit waren, sind von der Pflichtteilnahme Versorgungswerkes ausgeschlossen. Mitglieder, die im Zeitraum vom 1. (1) Die nicht berufsunfähigen Pflichtmitglieder der Januar 2005 bis zum 25. November 2007 das 45. Le- Architektenkammer Thüringen sind Pflichtteilnehmer bensjahr vollendet haben und von der Pflichtteilnahme des Versorgungswerkes. Der Eintritt des Versorgungsnach § 26 Abs. 1 Satz 2 SächsArchG in der am 28. Juni falles beendet die Mitgliedschaft nicht. Ausnahmen und 2002 geltenden Fassung befreit waren, sind von der Befreiungen von der Pflichtmitgliedschaft werden abPflichtteilnahme nicht ausgeschlossen, wenn sie die schließend durch die Satzung des Versorgungswerkes Aufnahme in das Versorgungswerk innerhalb einer Frist geregelt. von 6 Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes über (2) Das Versorgungswerk ist eine Einrichtung der Ardie Versicherungsaufsicht über die Versorgungswerke chitektenkammer Sachsen. Seine Mittel sind zweckder Freien Berufe im Freistaat Sachsen und über die gebunden und gesondert vom übrigen Vermögen der Änderung weiterer Gesetze vom 07.11.2007 SächsGBl. Architektenkammer Sachsen zu verwalten. vom 24.11.2007, S. 487 ff) beantragen. Berufsange- (3) Sitz des Versorgungswerkes ist Dresden. hörige, die anläßlich der Gründung des Versorgungs- (4) Mitglieder von Architektenkammern anderer Bunwerkes von der Pflichtteilnahme befreit waren oder desländer können ebenfalls Teilnehmer des Versorauf Antrag befreit wurden, sowie solche, die wegen gungswerkes werden. Das Nähere ist in einem Staatsder Teilnahme in einer anderen berufsständischen Ver- vertrag zu regeln. Der Staatsvertrag ist im Benehmen sorgungseinrichtung befreit wurden, bleiben von der mit der für die Rechtsaufsicht über die ArchitektenkamPflichtteilnahme ausgenommen. mer und der für das Versicherungswesen zuständigen obersten Landesbehörde des Freistaates Thüringen § 45 Inkrafttreten herbeizuführen. Die vorstehenden Satzungsänderungen werden hiermit (5) Soweit dieser Staatsvertrag nichts anderes beausgefertigt und im Deutschen Architektenblatt ver- stimmt, gelten die für das Versorgungswerk maßgebkündet. lichen Bestimmungen des Sächsischen ArchitektenDiese Satzungsänderungen treten, soweit nichts an- gesetzes vom 19. April 1994 (Sächsisches Gesetz und deres bestimmt ist, am Tage nach ihrer Veröffentlichung Verordnungsblatt, S. 765 ff) in der jeweils geltenden in Kraft. Fassung im Freistaat Thüringen entsprechend. Für das Verwaltungsverfahren ist das Recht des Sitzlandes entsprechend anzuwenden. Vom Versorgungswerk erlassene Verwaltungsakte werden vom Versorgungswerk im Anschlussatzung der AK ThürinFreistaat Thüringen nach den Vorschriften des ThürinVerwaltungszustellungs und Vollstreckungsgesetzes gen an das Versorgungswerk der ger vom 27. September 1994 (GVBl. S. 1053) in der jeweils AK Sachsen geltenden Fassung vollstreckt. Vollstreckungsbehörde Staatsvertrag zwischen dem Freistaat Sachsen und ist das Versorgungswerk. dem Freistaat Thüringen über die Aufnahme der Mitglieder der Architektenkammer Thüringen in das Artikel 2 – Rechte und Pflichten Versorgungswerk der Architektenkammer Sachsen (1) Die Rechte und Pflichten der Teilnehmer und VersorDer Freistaat Sachsen, vertreten durch den Ministergungsberechtigten der Architektenkammer Thüringen präsidenten, dieser vertreten durch den Staatsminisim Versorgungswerk ergeben sich aus diesem Staatster des Innern, und der Freistaat Thüringen, vertreten vertrag und der Satzung des Versorgungswerkes in ihrer durch den Minister für Wirtschaft und Infrastruktur, jeweils geltenden Fassung. schließen nachstehenden Staatsvertrag: (2) Soweit die Satzung des Versorgungswerkes Rechtswirkungen an die Zugehörigkeit zur Architektenkammer Präambel Sachsen knüpft, ergeben sich die gleichen RechtswirDer Staatsvertrag regelt die Aufnahme der Mitglieder kungen vorbehaltlich des Artikel 6 dieses Staatsverder Architektenkammer Thüringen in das Versorgungs- trages auch für die Mitglieder der Architektenkammer werk der Architektenkammer Sachsen im folgenden Thüringen. Versorgungswerk genannt und die sich daraus ergebenden Rechte und Pflichten der Teilnehmer am Versorgungswerk. 30

Anschlussatzung der AK Thüringen an das Versorgungswerk der AK Sachsen


Artikel 4 – Berufsständische Selbstverwaltungsgremien (1) In die Organe des Versorgungswerkes entsenden die Mitglieder der Architektenkammer Thüringen die ihrem Anteil am Teilnehmerbestand des Versorgungswerkes entsprechende Anzahl an Vertretern, mindestens jeweils ein Mitglied. Im übrigen gilt die Satzung des Versorgungswerkes. (2) Das Versorgungswerk lädt zu den Sitzungen der Vertreterversammlung die nach dem jeweiligen Landesrecht zuständigen Rechtsaufsichtsbehörden und die für das Versicherungswesen zuständigen obersten Landesbehörden ein. Artikel 5 – Aufsicht (1) Die vom Freistaat Sachsen über das Versorgungswerk ausgeübte Rechts und Versicherungsaufsicht wird im Benehmen mit der für die Rechtsaufsicht über die Architektenkammer und der für das Versicherungswesen zuständigen obersten Landesbehörde des Freistaates Thüringen ausgeübt, soweit Belange der Teilnehmer Thüringens oder der dort Versorgungsberechtigten betroffen sind. (2) Das Versorgungswerk leitet der für die Rechtsaufsicht über die Architektenkammer und der für das Versicherungswesen zuständigen obersten Landesbehörde des Freistaates Thüringen den geprüften Jahresabschluß, den Lagebericht und das jährliche versicherungs mathematische Gutachten zu. Artikel 6 – Änderungen der Satzung Änderungen der Satzung des Versorgungswerkes bedürfen zu ihrer Wirksamkeit im Rahmen der aufsichtsrechtlichen Genehmigung des Einvernehmens der für die Rechtsaufsicht über die Architektenkammer und der für das Versicherungswesen zuständigen obersten Landesbehörde des Freistaates Thüringen. Satzungsänderungen bedürfen der Bekanntmachung

durch das Versorgungswerk im Veröffentlichungsorgan der Architektenkammern Sachsens und Thüringens unter Hinweis auf dieses Einvernehmen. Artikel 7 – Mitwirkung der Architektenkammer Die Architektenkammer Thüringen gibt dem Versorgungswerk Auskunft über die Eintragungen, Löschungen und sonstigen Veränderungen in der von ihr geführten Architektenliste, soweit diese für die Teilnahme der von der Eintragung Betroffenen im Versorgungswerk erforderlich ist. Im übrigen richtet sich die zu leistende Amtshilfe nach den Bestimmungen der Verwaltungsverfahrensgesetze. Artikel 8 – Vermögensanlage Bei der Anlage des Vermögens soll der Freistaat Thüringen entsprechend dem Anteil des Beitragsaufkommens der Teilnehmer am Versorgungswerk aus Thüringen am Gesamt-Beitragsaufkommen des Versorgungswerkes entsprechend berücksichtigt werden. Die gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften zur Vermögensanlage bleiben unberührt. Artikel 9 – Kündigung des Staatsvertrages (1) Der Staatsvertrag kann von jedem der vertragsschließenden Länder mit einer Kündigungsfrist von fünf Jahren zum Ablauf eines Kalenderjahres gekündigt werden. Vor Ablauf von zehn Jahren nach Inkrafttreten dieses Staatsvertrages ist eine Kündigung ausgeschlossen. Abweichend von Satz 1 und 2 kann der Freistaat Thüringen den Staatsvertrag zum Ablauf des nächstfolgenden Kalenderjahres kündigen, wenn die Bestimmungen des Sächsischen Architektengesetzes gegenüber der beim Inkrafttreten dieses Staatsvertrages geltenden Fassung wesentlich geändert werden. Eine wesentliche Änderung ist anzunehmen, wenn die Regelungen zur Aufgabe des Versorgungswerkes, zur Mitgliedschaft und Beitragspflicht der Mitglieder oder zu den Leistungen des Versorgungswerkes nicht nur unerheblich geändert werden. Die Kündigung bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform. Unbeschadet davon bleibt das Recht zur einvernehmlichen Aufhebung dieses Staatsvertrages. (2) Die Kündigung kann nur wirksam erklärt werden, wenn das Versorgungswerk, die Architektenkammer Sachsen und die Architektenkammer Thüringen zuvor gehört worden sind. (3) Die Rechte und Pflichten der Teilnehmer und Versorgungsberechtigten, deren Pflichtteilnahme am Versorgungswerk bis zum Wirksamwerden der Kündigung begründet worden ist, bleiben im Falle der Kündigung

Anschlussatzung der AK Thüringen an das Versorgungswerk der AK Sachsen

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Struktur der AKT

Artikel 3 – Übertragbarkeit der Ansprüche, Verjährung (1) Anwartschaften und Ansprüche auf satzungsmäßige Leistungen des Versorgungswerkes können von den Berechtigten an Dritte weder übertragen noch verpfändet werden, soweit die Satzung nicht etwas anderes vorsieht. (2) Die satzungsgemäßen Ansprüche auf Leistungen und Beiträge verjähren in vier Jahren. Die Verjährung beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch fällig wird. Für die Hemmung, die Unterbrechung und die Wirkung der Verjährung gelten die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches entsprechend.


Struktur der AKT

bis zum Ablauf der Kündigungsfrist gegenüber dem Versorgungswerk unberührt. (4) Im Falle der Kündigung oder der Auflösung des Versorgungswerkes übernimmt ein durch den Freistaat Thüringen innerhalb der Kündigungsfrist zu bestimmender geeigneter Rechtsträger diejenigen Teilnehmer des Versorgungswerkes, die als Mitglieder oder ehemalige Mitglieder der Architektenkammer Thüringen oder als deren Angehörige versorgungsberechtigt sind. Auf diesen Rechtsträger gehen alle Rechte und Pflichten gegenüber den in Satz 1 genannten Mitgliedern, ehemaligen Mitgliedern und Versorgungsberechtigten über. (5) Im Falle der Kündigung findet eine Auseinandersetzung des Vermögens nach versicherungsmathematischen Grundsätzen statt. Grundlagen der Vermögensauseinander setzung sind die Satzung des Versorgungswerkes und die im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Kündigung geltenden Rechnungsgrundlagen des technischen Geschäftsplans. Das zu verteilende Vermögen ergibt sich aus einer zum Tag des Wirksamwerdens der Kündigung zu erstellenden Auseinandersetzungsbilanz, in der die Verkehrswerte zugrunde zu legen sind. Von der Summe der aktiven Vermögenswerte ist die Summe der nichtversicherungstechnischen Verbindlichkeiten abzuziehen. Das so ermittelte Vermögen ist nach dem Verhältnis der auf den ausscheidenden Teilnehmerbestand entfallenden versicherungstechnischen Verbindlichkeiten zu den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten des im Versorgungswerk verbleibenden Teilnehmerbestandes aufzuteilen. Soweit nichtversicherungstechnische Verbindlichkeiten von dem nach Absatz 4 Satz 1 bestimmten Dritten als Rechtsträger übernommen werden, sind dafür die entsprechenden Deckungsmittel zu belassen. Bei der Verteilung des Vermögens sind bis zur Höhe des nach den Sätzen 1 bis 6 ermittelten zu übertragenden Vermögens vorrangig die im Freistaat Thüringen angelegten Vermögenswerte auf den nach Absatz 4 Satz 1 bestimmten Rechtsträger zu übertragen. Bei den übrigen Vermögenswerten ist das Versorgungswerk berechtigt, Wertpapiere und Grundbesitz in Geldwert abzulösen. (6) Die Auseinandersetzung des Vermögens bedarf der versicherungsaufsichtsrechtlichen Genehmigung der für das Versicherungswesen zuständigen obersten Landesbehörde des Freistaates Sachsen, die im Einvernehmen mit der für das Versicherungswesen zuständigen obersten Landesbehörde des Freistaates Thüringen ergeht.

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Artikel 10 – Inkrafttreten, Veröffentlichung der Satzung (1) Dieser Staatsvertrag tritt am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf den Austausch der Ratifikationsurkunden folgt. Der Tag des Inkrafttretens ist im Sächsischen Gesetz und Verordnungsblatt und im Thüringer Gesetz und Verordnungsblatt bekanntzugeben. (2) Das Sächsische Architektengesetz ist in der zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Staatsvertrages geltenden Fassung als Anlage zu diesem Staatsvertrag im Thüringer Staatsanzeiger bekanntzumachen. Auch Änderungen des Sächsischen Architektengesetzes werden im Thüringer Staatsanzeiger bekanntgemacht. (3) Die Satzung des Versorgungswerkes ist in der im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Staatsvertrages geltenden Fassung unter Hinweis auf diesen Staatsvertrag im Veröffentlichungsorgan der Architektenkammer Thüringen und im Thüringer Staatsanzeiger bekanntzumachen. (4) Die Satzung über den Anschluß der Architektenkammer Thüringen an das Versorgungswerk der Architektenkammer Sachsen tritt mit dem Tage des Inkrafttretens dieses Staatsvertrages außer Kraft. Dresden, den 5. September 1998 Für den Freistaat Sachsen Der Staatsminister des Innern Klaus Hardraht

Anschlussatzung der AK Thüringen an das Versorgungswerk der AK Sachsen

Erfurt, den 23. September 1998 Für den Freistaat Thüringen Der Minister für Wirtschaft und Infrastruktur F. Schuster


Struktur der Architektenkammer Th端ringen

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Satzungen und Ordnungen der Architektenkammer Th端ringen

Gesetze, Verordnungen und Richtlinien

Adressen und Ansprechpartner

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Hauptsatzung

Satzungen/Ordnungen der AKT

Hauptsatzung der Architektenkammer Thüringen vom 28. November 2008 Genehmigt mit Bescheid der Rechtsaufsichtsbehörde vom 16. Dezember 2008 — Die Vertreterversammlung der Architektenkammer Thüringen hat auf Grund § 21 Abs. 1 Nr. 1 Thüringer Architekten- und Ingenieurkammer­gesetz (ThürAIKG) vom 5. Februar 2008 (GVBl. Freistaat Thüringen Nr. 02/2008 Seite 9 ff.) in der Sitzung am 28. November 2008 folgende Hauptsatzung beschlossen. § 1 Sitz und Aufgaben der Architektenkammer (1) Sitz und Gerichtsstand der Architektenkammer Thüringen ist Erfurt. (2) Die Architektenkammer ist die berufsständische Vertretung der Architekten, Innenarchitekten und Landschaftsarchitekten, nachfolgend Architekten genannt, und der in der Architektenkammer eingetragenen Stadtplaner. (3) Die Architektenkammer unterhält an ihrem Sitz eine Geschäftsstelle. (4) Die Aufgaben der Architektenkammer Thü­ringen ergeben sich aus dem Thüringer Architekten- und Inge­ nieur­kammer­gesetz (§ 16 ThürAIKG) vom 05.02.2008 und ergänzenden Rechtsverordnungen (§ 36 ThürAIKG). (5) Sie erfüllt die Aufgaben unabhängig von den Interessen von Parteien, sonstigen Organisationen, Verbänden und Vereinen. (6) Die Architektenkammer Thüringen kann Mitglied der Bundesarchitektenkammer sein. § 2 Mitgliedschaft (1) Der Architektenkammer gehören alle in ein bei ihr geführtes Berufsverzeichnis eingetragenen Berufsangehörigen als Pflichtmitglieder an (§ 14 ThürAIKG) (2) Die Mitgliedschaft bei der Architektenkammer Thüringen beginnt mit der Eintragung in ein Berufsverzeichnis und endet mit der Löschung der Eintragung. (3) Alle Architekten und Stadtplaner werden nach einem Eintragungsverfahren entsprechend ihrer jeweiligen Fachrichtung und Tätigkeitsart in die von der Architektenkammer Thüringen geführten Architektenlisten bzw. in die mit der Ingenieurkammer Thüringen gemeinsam geführte Stadtplanerliste eingetragen. Dies gilt auch für „freiwillige Mitglieder“. (4) Für die Mitgliedschaft in der Architektenkammer werden Beiträge erhoben. Beginn und Ende der Beitragspflicht werden durch eine Beitragssatzung geregelt.

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Hauptsatzung

§ 3 Rechte und Pflichten der Kammer­mitglieder (1) Die Rechte und Pflichten der Mitglieder ergeben sich aus dem Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz, den Satzungen und der Berufsordnung der Architektenkammer. (2) Die Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung richtet sich nach der Eintragung in die Architektenund Stadtplanerlisten. Die Architektenkammer gewährt ihren Mitgliedern Schutz vor dem Missbrauch der Berufsbezeichnung. (3) Die Mitglieder der Architektenkammer sind für die Vertreterversammlung aktiv und passiv wahlberechtigt. Hiervon ausgenommen sind Ehrenmitglieder, die nicht Kammermitglieder sind. Näheres bestimmt die Satzung zur Wahl der Vertreterversammlung und des Vorstandes der Architektenkammer. (4) Die Kammermitglieder haben Anspruch, in Ausübung ihrer Berufstätigkeit von der Kammer unterstützt zu werden, soweit es sich um grundsätzliche Angelegenheiten handelt, die die Belange der Mitglieder in ihrer Gesamtheit oder einer Fachrichtung oder Tätigkeitsart berühren. (5) Die Kammermitglieder sind berechtigt, Anfragen und Anträge an die Kammer zu richten. Anträge auf Behandlung durch die Vertreterversammlung werden durch Vertreter und den Vorstand gestellt. (6) Die Kammermitglieder haben im Rahmen ihrer Berufsausübung die Berufspflichten gemäß § 28 und § 29 ThürAIKG jederzeit und gewissenhaft zu erfüllen und die Berufsordnung der Architektenkammer Thüringen einzuhalten. (7) Hat ein Kammermitglied in einer Streitigkeit mit einem weiteren Kammermitglied, die sich aus der Berufsausübung ergibt, einen Antrag auf Einleitung eines Schlichtungsverfahrens gestellt, so haben die betroffenen Kammermitglieder verpflichtend den Schlichtungstermin wahrzunehmen. Gleiches gilt, wenn der Vorstand ein Schlichtungsverfahren angeordnet hat. Wird das Schlichtungsverfahren von einem Bauherrn oder sonstigen Dritten beantragt, wird ein Schlichtungsversuch unternommen (§ 27 Abs. 2 Satz 2 ThürAIKG). Das Nähere regelt die Schlichtungssatzung. (8) Wechsel des Wohnsitzes, der beruflichen Niederlassung sowie der Tätigkeitsart sind der Kammer unverzüglich anzuzeigen. (9) Die Kammermitglieder sind zur beruflichen Weiterbildung verpflichtet (§ 28 Abs. 2 Nr. 2 ThürAIKG). Näheres regelt die Fortbildungssatzung (§ 21 Abs. 1 Nr. 8 ThürAIKG).


§ 5 Vertreterversammlung (1) Zusammensetzung, Wahl und Amtsdauer 1. Die Vertreterversammlung der Architektenkammer Thüringen setzt sich aus gewählten Vertretern aller Fachrichtungen zusammen. 2. Grundlage für die Wahldurchführung bildet die von der Rechtsaufsichtsbehörde bestätigte Satzung zur Wahl der Vertreterversammlung und des Vorstandes der Architektenkammer Thüringen. Das Wahlergebnis ist bekannt zu machen. 3. Die Amtszeit der gewählten Mitglieder der Vertreterversammlung beginnt mit ihrer ersten Sitzung und endet mit der Konstituierung der neuen Vertreterversammlung. Die konstituierende Sitzung sollte bis spätestens drei Monate nach dem Wahltermin stattfinden. (2) Aufgaben der Vertreterversammlung 1. Die Vertreterversammlung entscheidet über die Grundsätze der Arbeit der Architektenkammer. 2. Die Aufgaben der Vertreterversammlung sind im § 19 ThürAIKG festgelegt.

3. Die Mitglieder der Vertreterversammlung sind bei ihrem Beratungs- und Stimmverhalten nur ihrem Gewissen verantwortlich und an Aufträge und Weisungen nicht gebunden. 4. Die Hauptsatzung der Architektenkammer und alle im ThürAIKG angegebenen Satzungen sind durch die Vertreterversammlung zu beraten und zu beschließen. Die Vertreterversammlung kann weitere zur Erfüllung der Aufgaben und der Geschäftstätigkeit der Architektenkammer dienende Satzungen und Ordnungen beschließen. (3) Einberufung der Vertreterversammlung 1. Die Vertreterversammlung wird vom Vorstand der Architektenkammer mindestens einmal jährlich einberufen. Die Einberufung erfolgt spätestens einen Monat vor dem Beratungstermin unter Bekanntgabe der Tagesordnung. Außerordentliche Sitzungen sind gemäß § 18 Abs. 3 ThürAIKG einzuberufen. 2. Die Mitglieder der Vertreterversammlung und des Vorstandes sind zur Teilnahme an den Sitzungen verpflichtet, soweit nicht ein wichtiger Grund entgegensteht. (4) Durchführung der Vertreterversammlung 1. Der Präsident leitet die Vertreterversammlung, im Falle seiner Verhinderung einer der Vizepräsidenten. 2. Die Vertreterversammlung kann nach der Eröffnung der Sitzung durch den Präsidenten oder einen der Vizepräsidenten auch einen anderen Sitzungsleiter aus den Reihen der Vertreterversammlung oder des Vorstandes wählen. § 6 Vorstand (1) Zusammensetzung, Aufgaben und Arbeitsweise des Vorstandes 1. Der Vorstand der Architektenkammer Thüringen besteht aus dem Präsidenten, zwei Vizepräsidenten sowie sechs weiteren Mitgliedern, wobei alle Fachrichtungen im Vorstand vertreten sein sollten. 2. Der Vorstand führt die Geschäfte der Architektenkammer. Er bestellt für seine Geschäftsstelle einen Geschäftsführer. 3. Der Vorstand schlägt der Vertreterversammlung die Vorsitzenden und ihre Vertreter des Eintragungs-, Schlichtungs- und des Ehrenausschusses zur Bestätigung vor. Der Präsident beruft sie. 4. Für besondere zeitlich begrenzte Aufgaben kann der Vorstand ehrenamtlich tätige Arbeitsgruppen einsetzen sowie sachverständige Personen hinzuziehen. Der Vorstand benennt jeweils ein Vorstandsmitglied als Ansprechpartner für die Tätigkeit der Ausschüsse und Arbeitsgruppen. 5. Der Präsident oder in seinem Auftrag ein VizepräsiHauptsatzung

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Satzungen/Ordnungen der AKT

§ 4 Organe und Ausschüsse der Architekten­ kammer (1) Organe der Architektenkammer Thüringen sind: 1. die Vertreterversammlung (§ 18 ThürAIKG) 2. der Vorstand (§ 20 ThürAIKG) (2) Auf der Grundlage des ThürAIKG werden folgende Ausschüsse gebildet: 1. der Eintragungsausschuss (§ 26 ThürAIKG) 2. der Schlichtungsausschuss (§ 27 ThürAIKG) 3. der Ehrenausschuss (§ 31 ThürAIKG) (3) Zur Erfüllung der Aufgaben von Vertreterversammlung und Vorstand und zur Vorbereitung von Entscheidungen können durch Beschluss der Vertreterversammlung weitere Ausschüsse gebildet werden. (4) Die in die Organe und Ausschüsse gewählten oder bestellten Mitglieder sind zur Ausübung ihres Amtes verpflichtet, soweit nicht ein wichtiger Grund entgegensteht. (5) Scheidet ein in ein Kammerorgan oder in einen Ausschuss gewähltes oder bestelltes Mitglied während seiner Amtszeit aus der Architektenkammer aus, so verliert es gleichzeitig auch sein Amt. (6) Die Tätigkeit von Mitgliedern der Kammer in Organen und Ausschüssen ist ehrenamtlich. Diese Mitglieder haben Anspruch auf Entschädigung für Auslagen und Zeitversäumnisse. Die Höhe der Entschädigungen und Vergütungen wird in einer Reisekosten- und Entschädigungssatzung festgelegt. Die Tätigkeit des Vorsitzenden des Wahlvorstandes, des Eintragungs-, des Ehren- und des Schlichtungsausschusses und ihrer Stellvertreter ist zu vergüten.


Satzungen/Ordnungen der AKT

dent lädt den Vorstand auf der Grundlage des Jahres- § 8 Kammergruppen programmes, unter gleichzeitiger Mitteilung der Tages- (1) Zur territorialen Gliederung der Architektenkammer werden Kammergruppen gebildet. Die Anzahl und regiordnung, zu Sitzungen ein und leitet diese. 6. Der Präsident, bei seiner Verhinderung ein Vizepräsi- onale Abgrenzung der Kammergruppen wird durch den dent, vertritt die Architektenkammer gemäß § 20 Abs. 4 Vorstand der Kammer vorgeschlagen. Die Vertreterversammlung entscheidet über die Bildung und Auflösung ThürAIKG gerichtlich und außergerichtlich. 7. Der Vorstand kann bestimmte Aufgaben auf einzelne bestehender Kammergruppen. Vorstandsmitglieder oder den Geschäftsführer der Ar- (2) Mitglieder einer Kammergruppe sind alle in die Architektenkammer übertragen und diese ermächtigen, chitekten- und Stadt­planer­listen eingetragenen Kamden Vorstand zu vertreten. mermitglieder, die im territorialen Bereich der Kammer(2) Wahl des Vorstandes gruppe ihren Haupt­wohn­sitz bzw. ihre Hauptniederlas1. Die Vorstandsmitglieder werden von der Vertreter- sung haben. Liegen Haupt­wohn­sitz und Haupt­nieder­ versammlung aus der Mitte ihrer Vertreter gewählt. Sie lassung in unterschiedlichen Kammer­gruppen­bezirken, müssen Mitglieder der Architektenkammer Thüringen dann können die Mitglieder entscheiden, zu welcher sein und dürfen weder dem Eintragungsausschuss noch Kammergruppe sie gehören wollen. dem Schlichtungs- oder dem Ehrenausschuss angehö- (3) Die Kammergruppe wählt aus den Reihen ihrer Mitren, noch dürfen sie Bedienstete der Kammer oder der glieder einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter. Der Aufsichtsbehörde sein. Vorsitzende sollte Mitglied der Vertretervesammlung 2. Nach Maßgabe des § 18 Abs. 2 ThürAIKG ist die sein. Wahl und Abberufung des Vorstands oder einzelner Vorstandsmitglieder sowie die Nachwahl von Vorstands- § 9 Geschäftsführung mitgliedern in der Satzung zur Wahl der Vertreterver- (1) Für die Organisations- und Verwaltungsaufgaben der sammlung und des Vorstandes geregelt. Kammer wird eine Geschäftsstelle eingerichtet. 3. Das Ergebnis der Wahl des Präsidenten, der Vizeprä- Die Geschäftsstelle ist mit einem Geschäftsführer sosidenten und der Vorstandsmitglieder ist der Rechtsauf- wie erforderlichen weiteren Mitarbeitern zu besetzen. sichtsbehörde mitzuteilen und bekannt zu machen. Aufgaben und Organisation werden durch die von der 4. Die Amtszeit des Präsidenten, der Vizepräsidenten Vertreterversammlung beschlossene Satzung zur Geund der weiteren Vorstandsmitglieder beginnt mit der schäftsordnung geregelt. Annahme der Wahl und dauert 5 Jahre. Nach Beendi- (2) Der Geschäftsführer trägt dem Vorstand gegenüber gung der Amtszeit führt der Vorstand die Geschäfte die Gesamtverantwortung für die Geschäftsstelle. Er kommissarisch bis zur Wahl und dem Amtsantritt eines unterstützt den Vorstand bei der Erfüllung seiner Aufganeuen Vorstandes weiter. Die Wiederwahl ist möglich. ben und vertritt ihn gemäß den Satzungen und Ordnungen der Architektenkammer in allen Angelegenheiten § 7 Ausschüsse der laufenden Verwaltung. Er nimmt beratend an Sit(1) Die Architektenkammer Thüringen bildet auf der zungen des Vorstandes und der Vertreterversammlung Grundlage des ThürAIKG zur Erfüllung ihrer Aufgaben teil und ist für die Niederschrift der Sitzungsprotokolle die unter § 4 Pkt. 2 dieser Hauptsatzung genannten und verantwortlich. erforderliche weitere Ausschüsse. (3) Das Nähere, insbesondere die Vertretung des (2) Die Vorsitzenden und ihre Vertreter des Eintra- Geschäftsführers, regelt eine von der Vertretervergungs-, Schlichtungs- und Ehrenausschusses werden sammlung zu beschließende Geschäftsordnung der der Vertreterversammlung durch den Vorstand zur Be- Geschäftsstelle. stätigung vorgeschlagen. Die Mitglieder der Ausschüsse werden durch die Vertreterversammlung gewählt und § 10 Haushalts- und Finanzwesen abberufen. (1) Der Vorstand wählt aus seinen Reihen einen Ver(3) Die Ausschüsse sollen, außer dem Eintragungs-, antwortlichen für das Haushalts-, Kassen- und RechSchlichtungs- und Ehren­auschuss, aus mindestens drei nungswesen. Dieser überwacht gemeinsam mit dem Mitgliedern bestehen. Haushaltsausschuss die Einhaltung der entsprechenden (4) Die Aufgaben der Ausschüsse sind auf die Beratung für das Finanzwesen verbindlichen Regelungen aus Beder ihnen übertragenen Sachgebiete beschränkt. Der schlüssen und aus der Satzung über die Haushalts- und Vorsitzende des jeweiligen Ausschusses berichtet auf Kassenführung und berichtet darüber dem Vorstand. Verlangen dem Vorstand und der Vertreterversammlung (2) Vor Beginn eines jeden Haushaltsjahres ist ein über die Ergebnisse der Tätigkeit des Ausschusses. 36

Hauptsatzung


Hauptsatzung

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Satzungen/Ordnungen der AKT

Haushaltsplan aufzustellen und durch die Vertreterver- (2) Der Wortlaut der Satzungen ist im Deutschen Architektenblatt, Regionalausgabe Ost, bekannt zu machen. sammlung zu beschließen. (3) Erklärungen, durch welche die Architektenkammer vermögensrechtlich verpflichtet werden soll und die § 12 Versorgungswerk nicht von lediglich untergeordneter Bedeutung sind, (1) Die Mitglieder der Architekten­kammer Thürinmüssen schriftlich abgefasst und vom Präsidenten bzw. gen sind durch den Staatsvertrag zwischen dem einem Vizepräsidenten gemeinsam mit einem weiteren Freistaat Sachsen und dem Freistaat Thüringen vom Vorstandsmitglied oder mit dem Geschäftsführer unter- 05.09.1998/23.09.1998 in das Versorgungs­werk der zeichnet werden. Architektenkammer Sachsen aufgenommen. Der Staats(4) Die Jahreshaushalts- und Vermögensrechnung ist vertrag ist nach seiner Veröffentlichung am 01.04.1999 nach Ende des Haushaltsjahres, vor allem im Hinblick in Kraft getreten. auf die Einhaltung der Regelungen in den entsprechen- (2) Für die Mitgliedschaft im Versorgungswerk gilt die den Satzungen zu Beiträgen und Gebühren sowie Kos- Satzung des Versorgungswerkes der Architektenkamten und Entschädigungen, von mindestens zwei Rech- mer Sachsen in der jeweils gültigen Fassung. Sie regelt nungsprüfern zu prüfen. die Rechte und Pflichten der Teilnehmer am VersorNäheres regelt die Satzung zur Haushalts und Kassen- gungswerk und die zu erwartenden Versorgungsleisordnung. tungen. (5) Die Architektenkammer bestellt aus dem Kreise ih- (3) Die in die Architekten- und Stadtplanerlisten eingerer Mitglieder diese Rechnungsprüfer. Sie sind von der tragenen Mitglieder der Architektenkammer Thüringen, Vertreterversammlung für die Dauer von fünf Jahren zu außer Beamte und Erwerbsunfähige, sind Pflichtmitglieder dieses Versorgungswerkes. Beamte können freiwilwählen. (6) Die Rechnungsprüfer müssen für die sachgerechte lige Mitglieder des Versorgungswerkes sein. Erfüllung ihrer Aufgabe geeignet sein und über die er- (4) Für Mitglieder der Architektenkammer, die auf der forderlichen Mindestkenntnisse wirtschaftlicher, orga- Grundlage der Satzung über den Anschluss an das Vernisatorischer und rechtlicher Art verfügen. sorgungswerk der AK Sachsen vom 02.09.1994 dem (7) Die Rechnungsprüfer sind unabhängig und nur dem Versorgungswerk beigetreten sind, gelten die VersorGesetz unterworfen. Sie sind bei der Erfüllung ihrer gungsleistungen bereits ab dem Zeitpunkt ihres BeiAufgaben an Weisungen des Vorstandes oder der Ver- tritts. treterversammlung nicht gebunden und dürfen wegen ihrer Tätigkeit als Rechnungsprüfer nicht benachteiligt § 13 Ehrenpräsidentschaft und Ehrenmitgliedschaft werden. (1) Zu Ehrenpräsidenten können mit ihrer Zustimmung § 11 Satzungen und Ordnungen verdiente Präsidenten der Architektenkammer Thürin(1) In Verbindung mit dieser Hauptsatzung gelten nach gen auf Vorschlag des Vorstandes durch die VertreterBeschluss durch die Vertreterversammlung und nach versammlung berufen werden. Genehmigung durch die Rechtsaufsichtsbehörde auch (2) Zu Ehrenmitgliedern können mit ihrer Zustimmung nachfolgende Satzungen: berufen werden: 1. Satzung zur Wahl der Vertreterversammlung, des 1. Mitglieder der Architektenkammer Thüringen, die Vorstandes und der Ausschüsse (Wahlordnung) auf dem Gebiet der Architektur oder Stadtplanung 2. Beitragssatzung hervorragende nachhaltige Leistungen erbracht ha3. Gebühren- und Verwaltungskostensatzung ben, oder 4. Satzung über die Haushalts- und Kassenführung 2. Thüringer Architekten oder Stadtplaner mit lang5. Satzung über die Zusammensetzung, Wahl und jähriger Berufserfahrung, die das 70. Lebensjahr Arbeitsweise des Schlichtungsausschusses überschritten und hervorragende nachhaltige Leis(Schlichtungs­satzung) tungen auf dem Gebiet der Architektur oder Stadt6. Satzung über die Zusammensetzung, Wahl und planung im Freistaat Thüringen oder für die ArchiArbeitsweise des Ehrenausschusses und für das tektenkammer Thüringen erbracht haben, oder Ehrenverfahren (Ehrensatzung) 3. auswärtige Architekten oder Stadtplaner, die im 7. Fortbildungssatzung Freistaat Thüringen hervorragende nachhaltige Leis8. Berufsordnung der Architektenkammer Thüringen tungen auf dem Gebiet der Architektur oder Stadt9. Geschäftsordnung der Geschäftsstelle planung erbracht haben, oder 10. Reisekosten- und Entschädigungssatzung


Satzungen/Ordnungen der AKT

4. anerkannte Persönlichkeiten mit hervorragenden mer und gleicher Wahl gewählt. Die Amtszeit beträgt und nachhaltigen Leistungen auf dem Gebiet der fünf Jahre und endet mit dem Amtsantritt der neuen Baukultur. Mitglieder. Wiederwahl ist zulässig. (3) Vorschläge für Ehrenpräsidenten und Ehrenmitglie- (2) Die Wahl wird in Form der Briefwahl durchgeführt. der können von den Mitgliedern der Architektenkammer sechs Wochen vor einer Vertreterversammlung dem § 2 Aktives und passives Wahlrecht Vorstand eingereicht werden. Die Berufung erfolgt (1) Wahlberechtigt und wählbar sind die Mitglieder der durch die Vertreterversammlung mit Zweidrittelmehr- Architektenkammer Thüringen. heit der anwesenden Mitglieder der Vertreterversamm- (2) Nicht wahlberechtigt und nicht wählbar ist, wer entmündigt ist oder unter vorläufiger Vormundschaft oder lung. wegen geistigen Gebrechens unter Pflegschaft steht § 14 Gleichstellungsklausel oder wer infolge Richterspruchs das Wahlrecht nicht Status- und Funktionsbezeichnungen in dieser Satzung besitzt. gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form. § 3 Stimmrecht § 15 Bekanntmachungen (1) Das Stimmrecht kann nur ausüben, wer in ein WähBekanntmachungen der Architektenkammer Thürin- lerverzeichnis eingetragen ist. Das Stimmrecht wird in gen erfolgen – außer in den Fällen des § 21 Abs. 2 dem Wahlbezirk ausgeübt, in dem der Wahlberechtigte ThürAIKG – im Deutschen Architektenblatt, Regional- seinen Wohnsitz oder seine Niederlassung hat. Wäre ausgabe Ost, sowie auf den Internetseiten der Archi- die Ausübung des Stimmrechts in mehreren Wahlgruppen möglich, so muß der Wahlberechtigte dem tektenkammer Thüringen. Wahlvorstand bis zum Ende der Auslegungsfrist des § 16 Inkrafttreten/Außerkrafttreten Wählerverzeichnisses erklären, in welcher Wahlgruppe Die Hauptsatzung der Architektenkammer Thüringen er sein Stimmrecht ausüben will. tritt nach der Bekanntmachung der Genehmigung durch (2) Jeder Wahlberechtigte hat so viele Stimmen wie in die Rechtsaufsichtsbehörde im Thüringer Staatsanzei- seiner Wahlgruppe Vertreter auf seine Fachrichtung ger und mit der Veröffentlichung im Wortlaut im Deut- entfallen. schen Architektenblatt, Regionalausgabe Ost, in Kraft. Gleichzeitig tritt die Satzung der Architektenkammer § 4 Wahlgruppen vom 28. März 1998 außer Kraft. (1) In der Fachrichtung Architektur werden die Vertreter gez. Hartmut Strube, Präsident AKT in Wahlgruppen gewählt. Diese entsprechen den Kammergruppen. (2) In den Fachrichtungen Innenarchitektur, Gartenund Landschaftsarchitektur sowie Stadtplanung werden Wahlordnung zur Wahl der die Vertreter in jeweils einer Wahlgruppe im Freistaat Thüringen gewählt. Vertreter­versammlung (3) Freiwillige Mitglieder werden der Wahlgruppe zugeWahlordnung zur Wahl der Vertreter­versammlung ordnet, die ihrer Ausbildung entspricht. der AK Thüringen Die Vertreterversammlung beschließt am 05. Sept. 1997 gemäß § 16 Thüringer Architektengesetz vom 13.06.1997 folgende Wahlordnung. Diese wurde durch die Rechtsaufsichtsbehörde, Thüringer Ministerium für Wirtschaft und Infrastruktur, am 17. Sept. 1997 genehmigt.

1. Allgemeine Bestimmungen § 1 Wahlgrundsätze (1) Die Mitglieder der Vertreterversammlung und ihre Stellvertreter werden von den Mitgliedern der Architektenkammer in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gehei38

Wahlordnung zur Wahl der Vertreter­versammlung

§ 5 Wahl der Fachrichtungen Die Vertreter werden getrennt nach Fachrichtungen gewählt. Die Wahlberechtigten jeder der vier Fachrichtungen wählen die auf sie entfallenden Vertreter in getrennten Wahlgängen. Das Wahlrecht kann nur in einer Fachrichtung ausgeübt werden. Gehört ein Wahlberechtigter mehreren Fachrichtungen an, so muß er dem Wahlvorstand gegenüber erklären, in welcher Fachrichtung er sein Wahlrecht ausüben will. Erklärt er sich nicht oder nicht eindeutig, so ordnet ihn der Wahlvorstand der Fachrichtung zu, in der er überwiegend tätig ist.


Wahlordnung zur Wahl der Vertreter­versammlung

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Satzungen/Ordnungen der AKT

die Teilnahme an einer Sitzung des Wahlvorstandes er§ 6 Zahl der Vertreter In jeder Wahlgruppe der Fachrichtung Architektur und halten die Mitglieder eine Entschädigung entsprechend für die Fachrichtungen Innenarchitektur, Garten- und der Reisekosten- und Entschädigungsordnung der ArLandschaftsarchitektur sowie Stadtplanung sind für chitektenkammer Thüringen in der jeweils geltenden jeweils 40 Mitglieder ein Vertreter in die Vertreterver- Fassung. sammlung zu wählen. Ab 20 Mitglieder über ein Vielfa- (6) Die Anschrift des Wahlvorstandes ist der Sitz der ches von 40 Mitgliedern hinaus kann ein zusätzlicher Architektenkammer Thüringen. Vertreter gewählt werden. Maßgeblich für die Zahl der Mitglieder sind die Eintragungen in der Architektenliste 2. Durchführung der Wahl 8 Wochen vor dem ersten Tag der Stimmabgabe. § 9 Wählerverzeichnis § 7 Wahlausschreibung (1) Der Wahlvorstand erstellt für jede Wahlgruppe ein Der Vorstand der Architektenkammer schreibt die Wahl Wählerverzeichnis auf der Grundlage der vom Eintrader Vertreterversammlung mindestens sechs Monate gungsausschuss beschlossenen Eintragungen. Neu vor dem ersten Wahltag aus. Er bestimmt hierbei den hinzukommende wahlberechtigte Mitglieder werden ersten und letzten Tag für die Stimmabgabe: der letzte bis zum Beginn der Auslegung der Wählerverzeichnisse Tag soll innerhalb der Wahlperiode der vorangehenden berücksichtigt. Vertreterversammlung liegen. Die Wahlausschreibung (2) Das Wählerverzeichnis ist vom 56. bis zum 28. Tag ist im „Thüringer Staatsanzeiger” und im “Deutschen vor dem Beginn der Wahl zusammen mit der WahlordArchitektenblatt” spätestens im Folgemonat zu veröf- nung in der Geschäftsstelle der AK Thüringen zur Einfentlichen. sicht auszulegen. Der Wahlvorstand bestimmt auch den Zeitpunkt und die Orte für die Auslegung des Wählerver§ 8 Wahlvorstand zeichnisses in den Wahlgruppen. Die Stellen und Zeiten (1) Binnen eines Monats nach der Ausschreibung der der Auslegung sind in gleicher Weise bekanntzumachen, Wahl bestellt der Vorstand der AK Thüringen den Wahl- wie die Wahlausschreibung veröffentlicht worden ist (§ 7 vorstand. Diesem obliegt die ordnungsgemäße Vorbe- Satz 3). reitung und Durchführung der Wahl der Mitglieder der (3) Nach Ablauf der Auslegungszeit ist das WählerverVertreterversammlung. Er kann zu seiner Unterstützung zeichnis aufgrund berechtigter und fristgerecht eingebei der Versendung der Wahlunterlagen, der Stimmaus- legter Einsprüche vom Wahlvorstand bis zum 21. Tag vor zählung und ähnlicher Arbeiten Wahlhelfer heranzie- dem Beginn der Wahl zu berichtigen. Mit Ablauf dieser hen. Frist stellt der Wahlvorstand das Wählerverzeichnis end(2) Der Wahlvorstand besteht aus dem Vorsitzenden gültig fest. Der Abschluss wird vom Wahlvorstand auf und vier weiteren Mitgliedern. Für den Vorsitzenden dem Wählerverzeichnis vermerkt. und die Mitglieder ist je ein Stellvertreter zu bestellen. Der Vorsitzende und sein Stellvertreter müssen die Be- § 10 Einsprüche fähigung zum Richteramt nach dem Deutschen Rich- (1) Gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit des Wähtergesetz in der Fassung vom 19. April 1972 (BGBl. I S. lerverzeichnisses kann während der Auslegung (§ 9 Abs. 713) haben oder die Voraussetzungen des § 110 Satz 2) beim Wahlvorstand schriftlich Einspruch eingelegt 1 des Deutschen Richtergesetzes erfüllen oder einen werden. Der Einspruch ist zu begründen. Soweit die Abschluss als Diplom-Jurist nachweisen. Die weiteren behaupteten Tatsachen nicht offenkundig sind, hat der Mitglieder müssen wahlberechtigte Mitglieder der Ar- Einspruchsführer die erforderlichen Beweismittel beizuchitektenkammer sein. Die Fachrichtungen sollten im bringen. Wahlvorstand vertreten sein. (2) Bei der Auslegung des Wählerverzeichnisses (§ 9 (3) Bei den Abstimmungen des Wahlvorstandes ent- Abs. 2) und bei dessen Bekanntmachung ist unter Bescheidet Stimmenmehrheit; bei Stimmgleichheit gibt nennung des letzten Tages der Auslegung auf die Eindie Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag. spruchsmöglichkeit hinzuweisen. (4) Der Wahlvorstand fertigt über seine Sitzungen je- (3) Über die Einsprüche entscheidet der Wahlvorstand. weils eine Niederschrift an, aus der sich die anwesen- Will der Wahlvorstand einem Einspruch gegen die Einden Mitglieder, der wesentliche Sitzungsablauf und die tragung eines anderen stattgeben, so hat siediesem vor getroffenen Entscheidungen ergeben. Sie ist von allen der Entscheidung Gelegenheit zur Äußerung zu geben. anwesenden Mitgliedern zu unterschreiben. Der Wahlvorstand kann das Wählerverzeichnis auch (5) Die Tätigkeit im Wahlvorstand ist ehrenamtlich. Für von Amts wegen ändern. Die Entscheidung ist dem Ein-


Satzungen/Ordnungen der AKT

spruchführer mitzuteilen. Sie ist für die Berechtigung der Teilnahme an dieser Wahl endgültig, schließt aber die Anfechtung der Wahl nicht aus.

12. Ort und Termin der Sitzung, in der das Wahlergebnis festgestellt wird und die Art seiner Bekanntmachung (§ 23).

§ 12 Wahlvorschläge, Einreichungsfrist, Form § 11 Wahlbekanntmachung (1) Der Wahlvorstand macht spätestens 30 Tage vor Wahlvorschläge (Listen) können bis zum 28. Tag vor Bedem Beginn der Auslegung des Wählerverzeichnisses ginn der Wahl bis 18.00 Uhr in einem Original und zwei (§ 9 Abs. 2) die Wahl durch Benachrichtigung aller Wahl- Abschriften beim Wahlvorstand eingereicht werden. Sie berechtigten bekannt. sind getrennt nach Wahlgruppen bzw. Fachrichtungen (2) Die Wahlbekanntmachung muß folgende Hinweise einzureichen und müssen von mindestens fünf Wahlberechtigten (§ 2) der Fachrichtung unterschrieben sein. enthalten: 1. Beginn und Ende der Stimmabgabe (§ 7) mit dem Hinweis, dass Stimmzettel, die nach Ablauf des § 13 Inhalt der Wahlvorschläge letzten Wahltages beim Wahlvorstand eingehen, (1) In den Wahlvorschlägen sind die Bewerber in erungültig sind; kennbarer, fortlaufend nummerierter Reihenfolge mit 2. dass jede Wahlgruppe der Fachrichtung Archi- Familiennamen, Vornamen, Lebensalter und Wohnort tektur und die Wahlgruppen der Fachrichtungen oder Ort der Niederlassung anzugeben. Die schriftliche Innenarchitektur, Garten- und Landschaftsarchi- Zustimmung des Bewerbers zu seiner Aufnahme in den tektur und Stadtplanung die auf sie entfallenden Wahlvorschlag ist beizufügen. Vertreter in getrennten Wahlgängen wählt (§ 6); (2) Ein Wahlvorschlag kann nur mit Zustimmung aller 3. die Zahl der zu wählenden Mitglieder der Vertre- Unterzeichner geändert oder zurückgenommen werden. terversammlung getrennt nach Wahlgruppen bzw. Die Änderung oder Rücknahme ist nur bis zum Ablauf Fachrichtung (§ 6); der Einreichungsfrist möglich. 4. dass wahlberechtigt und wählbar nur derjenige ist, dessen Eintragung in die Architektenliste bis zum § 14 Prüfung der Wahlvorschläge Beginn der Auslegung des Wählerverzeichnisses (1) Ein Mitglied des Wahlvorstandes vermerkt auf den (§ 9 Abs. 1) vom Eintragungsausschuss beschlos- Wahlvorschlägen den Tag und die Uhrzeit des Eingangs. sen worden ist; Sodann prüft der Wahlvorstand, ob die Wahlvorschläge 5. die Angabe, wo und wann das Wählerverzeichnis den Anforderungen nach dieser Wahlordnung entspreund die Wahlordnung zur Einsicht ausliegen (§ 9 chen. Abs. 2); (2) Wahlvorschläge, die nicht fristgerecht eingereicht 6. dass Einsprüche gegen das Wählerverzeichnis nur wurden oder den Anforderungen nach dieser Wahlwährend der Auslegung (§ 9 Abs. 2) beim Wahlvor- ordnung nicht entsprechen, werden unter Angabe der stand schriftlich eingelegt werden können; Gründe zurückgewiesen. Soweit ein Mangel behebbar 7. dass für jede Wahlgruppe Wahlvorschläge in ei- ist, kann ein zurückgewiesener Wahlvorschlag innerhalb nem Original und zwei Abschriften beim Wahlvor- der Frist nach § 12 berichtigt und erneut eingereicht stand eingereicht werden können und dass sie von werden. mindestens fünf Wahlberechtigten (§§ 2 u. 3) der (3) Die zugelassenen Wahlvorschläge sind nach der Wahlgruppe bzw. Fachrichtung unterzeichnet sein Fachrichtung und der Reihenfolge ihres Eingangs zu müssen; kennzeichnen. Sie sind in gleicher Weise wie das Wahl8. dass Wahlvorschläge spätestens am 28. Tag vor ausschreiben zu veröffentlichen. dem Beginn der Wahl einzureichen sind; 9. dass nur Form- und fristgerecht eingereichte Wahl- § 15 Stimmzettel, Wahlumschläge, Versendung der vorschläge berücksichtigt werden können und Stimmunterlagen dass nur gewählt werden kann, wer in einen sol- (1) Abgestimmt wird mit vom Wahlvorstand angefertigchen Wahlvorschlag aufgenommen ist (§ 12); ten Stimmzetteln, die sich je nach der Wahlgruppe und 10. dass die Wahl als Briefwahl durchgeführt wird (§ 1 Fachrichtung durch Farbe, farbliche Markierungen oder Abs. 2); auffallende Aufdrucke deutlich unterscheiden müssen. 11. den Zeitraum innerhalb dessen die Versendung Auf dem Stimmzettel sind die für die jeweilige Wahlder Stimmzettel und sonstigen Wahlunterlagen er- gruppe zugelassenen Wahlvorschläge abgedruckt. Jefolgt (§ 15 Abs. 2); dem Bewerber ist ein freies Feld zuzuordnen, in dem die Stimmabgabe durch Ankreuzen kenntlich gemacht wird. 40

Wahlordnung zur Wahl der Vertreter­versammlung


§ 16 Urnen Die zurückgesandten Wahlumschläge werden, nach Wahlgruppen getrennt, in besonderen Behältnissen (Urnen) gesammelt. Die Urnen müssen so beschaffen sein, dass eingeworfene Wahlumschläge nicht vor Öffnung der Urne herausgenommen werden können. Vor Beginn der Stimmabgabe – vor Einwurf des ersten Wahlumschlages – ist vom Wahlvorstand nachzuprüfen, ob die Urnen leer sind. Danach sind sie zu verschließen. Der Wahlvorstand fertigt hierüber eine Niederschrift an.

(3) Die rechtzeitig eingegangenen Rücksendeumschläge werden in Gegen­wart von mindestens zwei Mitgliedern des Wahlvorstandes geöffnet. Die darin enthaltenen Wahlumschläge werden in die für die jeweilige Wahlgruppe be­stimmte Urne eingeworfen. Die Öffnung des Rücksendeumschlages und der Einwurf des Wahlumschlages in die Urne sind im Wählerverzeichnis zu vermerken. (4) Befindet sich im Rücksendeumschlag kein Wahlumschlag oder enthält er mehrere Wahlumschläge oder andere Schriftstücke oder werden sonstige Unregelmäßigkeiten festgestellt, so ist hierüber eine Niederschrift zu fertigen, die von den anwesenden Mitgliedern des Wahlvorstandes zu unterschreibenist. Der Rücksendeumschlag und sein etwaiger Inhalt sind beizufügen. Über die weitere Behandlung entscheidet der Vorsitzende des Wahlvorstandes.

§ 19 Beendigung der Wahlhandlung (1) Der Wahlvorstand stellt die Beendigung der Wahlhandlung fest, sobald die Sichtung und Erfassung aller Rücksendeumschläge und Wahlumschläge gemäß § 18 beendet ist und ihm eine Niederschrift hierüber, nach Wahlgruppen und Fachrichtungen getrennt, vorliegt. In der Niederschrift ist die Zahl der Wahlberechtigten der Wahlgruppen, die Zahl der eingegangenen und der ausgesonderten Rücksendeumschläge zu vermerken. § 17 Stimmabgabe (1) Der Wahlberechtigte hat für seine Fachrichtung so (2) Über die Festsetzung der Beendigung der Wahlviele Stimmen, wie nach § 6 Vertreter zu wählen sind. handlung ist eine Niederschrift zu fertigen. Die Zahl der Die Abgabe der Stimme geschieht durch Ankreuzen der Wahlberechtigten, der eingegangenen und ausgesonvon ihm gewählten Bewerber. Eine Pflicht zur Abgabe derten Rücksendeumschläge ist sowohl zusammenfasaller möglichen Stimmen besteht nicht. Jeder Bewer- send, als auch nach Wahlgruppen getrennt festzuhalten. ber kann von einem Wahlberechtigten nur einmal an- Außerdem muß die Niederschrift einen Vermerk über gekreuzt werden. den Verlauf der Wahlhandlung enthalten. (2) Den verschlossenen Wahlumschlag sendet er im § 20 Stimmenauszählung Rücksendeumschlag an den Wahlvorstand zurück. (3) Der Rücksendeumschlag muß am letzten Tag der (1) Der Wahlvorstand öffnet die Urnen, entnimmt die Stimmabgabe (§ 7) bis 18.00 Uhr beim Wahlvorstand Wahlumschläge ungeöffnet und vergleicht ihre Zahl mit eingegangen sein. der Anzahl der Wahlberechtigten, die ihre Stimme abgegeben haben, und der Anzahl der ausgesonderten § 18 Behandlung der Wahlbriefe Rücksendeumschläge. Ergibt sich keine Übereinstim(1) Der Wahlvorstand vermerkt den Zeitpunkt des Ein- mung, so ist dies in der Niederschrift zu vermerken. gangs des Rücksendeumschlages im Wählerverzeich- (2) Nach der Zählung werden die Wahlumschläge nach nis beim Namen des jeweiligen Wahlberechtigten. Die Wahlgruppen getrennt unter Aufsicht des WahlvorstanWahlbriefe sind bis zu ihrer Öffnung unter Verschluss zu des geöffnet. Die Stimmzettel werden entnommen und halten. auf ihre Gültigkeit geprüft. Leere Wahlumschläge mit (2) Nicht rechtzeitig eingegangene Rücksendeum- mehreren Stimmzetteln, ungekennzeichnete Stimmschläge sind mit einem Vermerk über den Zeitpunkt zettel sowie Wahlumschläge und Stimmzettel, die zu ihres Eintrags ungeöffnet zu den Wahlunterlagen zu Bedenken hinsichtlich ihrer Gültigkeit Anlass geben, nehmen. Sie sind einen Monat nach Bekanntmachung werden ausgesondert und dem Vorsitzenden des Wahldes Wahlergebnisses ungeöffnet zu vernichten, sofern vorstandes zur weiteren Behandlung übergeben. die Wahl nicht angefochten ist. Wahlordnung zur Wahl der Vertreter­versammlung

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Satzungen/Ordnungen der AKT

Die Wahlumschläge sind gleich den Stimmzetteln nach Wahlgruppen und Fachrichtungen unterschiedlich zu gestalten. Sie müssen verschließbar, undurchsichtig und mit einem Dienstsiegel der Architektenkammer versehen sein. (2) Der Wahlvorstand versendet die Stimmzettel, Wahlumschläge, die für die jeweilige Wahlgruppe zugelassenen Wahlvorschläge, einen Rücksendeumschlag sowie ein Merkblatt mit sachdienlichen Hinweisen zwischen dem 14. und 7. Tag vor dem ersten Tag der Stimmabgabe an die Wahlberechtigten. Die Versendung der Stimmunterlagen ist unter Angabe des Datums im Wählerverzeichnis bei den Namen der Wahlberechtigten zu vermerken.


Satzungen/Ordnungen der AKT

(3) Die für die einzelnen Bewerber abgegebenen Stimmen sind sodann auszuzählen. § 21 Ungültige Stimmen (1) Nach der Stimmenauszählung entscheidet der Wahlvorstand über die Gültigkeit der Stimmabgabe bei ausgesonderten Wahlumschlägen und Stimmzetteln. (2) Eine Stimmabgabe ist ungültig, wenn 1. der Wahlbrief nicht rechtzeitig eingegangen ist, 2. der Wahlumschlag nicht verschlossen war, 3. ein nicht vom Wahlvorstand ausgegebener Wahlumschlag benutzt wurde, 4. ein nicht vom Wahlvorstand ausgegebener Stimmzettel benutzt wurde, 5. der Stimmzettel sich nicht im Wahlumschlag befunden hat, 6. der Stimmzettel nicht gekennzeichnet ist oder die Kennzeichnung den Wählerwillen nicht eindeutig durch Ankreuzen erkennbar ist, 7. der Stimmzettel einen Zusatz, eine Verwahrung, einen Vorbehalt oder sonstige Änderungen enthält, die nicht der Kennzeichnung dienen, 8. wenn der Name des Wählers nicht in das Wählerverzeichnis eingetragen ist. (3) Mehrere in einem Wahlumschlag enthaltene Stimmzettel sind als ein Stimmzettel anzusehen, wenn sie entweder gleich gekennzeichnet sind oder nur einer von ihnen gekennzeichnet ist, andernfalls ist die Stimmabgabe ungültig. (4) Werden auf einem Stimmzettel Bewerber mehrfach angekreuzt, ohne dass die Gesamtzahl der möglichen Stimmen überschritten wird, so gilt dies für die betreffenden Bewerber jeweils als eine Stimme. Andernfalls ist der Stimmzettel ungültig. (5) Die Entscheidung des Wahlvorstandes ist auf den Stimmzetteln zu ver­merken. Diese Stimmzettel sind gesondert bei den Wahlunterlagen aufzubewahren. § 22 Ermittlung des Wahlergebnisses Gewählt ist, wer die meisten Stimmen erhalten hat. Die Reihenfolge der gewählten Vertreter und nachrückenden Stellvertreter richtet sich nach der Zahl der auf sie entfallenden Stimmen. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.

3. Wahlergebnis § 23 Feststellung des Wahlergebnisses (1) Der Wahlvorstand stellt spätestens am fünften Tage nach dem letzten Tag der Stimmabgabe das Wahlergebnis fest. Die Feststellung muß enthalten:

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Wahlordnung zur Wahl der Vertreter­versammlung

1. die Zahl der Wahlberechtigten, nach Wahlgruppen getrennt, 2. die Zahl der abgegebenen Stimmen, nach Wahlgruppen getrennt, 3. die Zahl der gültigen Stimmen, nach Wahlgruppen getrennt, 4. die Namen der gewählten Bewerber mit Anschrift, nach Wahlgruppen und Fachrichtungen aufgegliedert. (2) Über die Wahlbehandlung und die Feststellung des Wahlergebnisses wird eine Niederschrift angefertigt. Sie ist von allen Mitgliedern des Wahlvorstandes zu unterzeichnen. Die Niederschrift muß enthalten: 1. die Angabe des gewählten Organs, 2. Ort und Zeit der Wahlhandlung und der Stimmenauszählung, 3. die Namen der Mitglieder des Wahlvorstandes, 4. Beanstandungen und besondere Vorkommnisse bei der Wahlhandlung und bei der Feststellung des Wahlergebnisses, 5. Beschlüsse über Nichtzulassung von Wählern, 6. die Zahl der Wahlberechtigten nach Wahlgruppen getrennt, 7. die Zahl der abgegebenen Stimmen nach Wahlgruppen getrennt, 8. die Zahl der gültigen Stimmen nach Wahlgruppen getrennt, 9. die Zahl der ungültigen Stimmen nach Wahlgruppen getrennt, 10. die Zahl der auf die einzelnen Bewerber entfallenden Stimmen nach Wahlgruppen getrennt, 11. die Namen der gewählten Bewerber mit Anschrift, nach Wahlgruppen und Fachrichtungen aufgegliedert. (3) Eine Abschrift der Wahlniederschrift ist unverzüglich der Aufsichtsbehörde vorzulegen. Der Wahlvorstand macht das festgestellte Wahlergebnis unverzüglich in gleicher Weise bekannt, wie die Wahlausschreibung veröffentlicht worden ist (§ 7). Die Bekanntmachung erfolgt unbeschadet der Annahme oder Ablehnung der Wahl durch die gewählten Bewerber. (4) Die Stimmzettel und sonstige Wahlunterlagen sind ein Jahr aufzubewahren und dann zu vernichten. § 24 Benachrichtigung der gewählten Vertreter (1) Der Wahlvorstand benachrichtigt unverzüglich nach Feststellung des Wahlergebnisses die gewählten Bewerber und fordert sie auf, binnen einer Woche schriftlich zu erklären, ob sie die Wahl annehmen. Die Benachrichtigung ist zuzustellen. Geht innerhalb dieser Frist keine


4. Schlussbestimmungen

lichen Bescheid mitzuteilen. Der Wahlvorstand ist zu benachrichtigen. Eine Abschrift der Entscheidung ist der Aufsichtsbehörde vorzulegen. (2) Kommt der Wahlprüfungsausschuss zu dem Ergebnis, dass der Einspruch begründet ist, so erklärt er die Wahl insoweit für ungültig. Absatz 1 Satz 2 und 3 gilt entsprechend. (3) Die Wahl ist insoweit, als sie nach Absatz 2 Satz 1 für ungültig erklärt wurde, zu wiederholen.

§ 25 Einspruch, Wahlprüfungsausschuss (1) Der Wahlberechtigte kann die Gültigkeit einer Wahl innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Wahler- § 28 Einberufung der Vertreterversammlung gebnisses durch Einspruch anfechten. Der Einspruch ist Der Vorstand der Architektenkammer beruft die Verschriftlich beim Vorstand einzureichen und zu begrün- treterversammlung spätestens zwei Monate nach der den. Durchführung der Wahl erstmals ein. Die Ladung erfolgt (2) Über den Einspruch entscheidet ein Wahlprüfungs- schriftlich unter Einhaltung einer Frist von mindestens ausschuss. Er ist an Weisungen nicht gebunden. Der einem Monat. Wahlprüfungsausschuss besteht aus einem Vorsitzenden und zwei Beisitzern. Für jedes Mitglied ist ein Ver- § 29 Erledigung des Mandats und Nachfolge treter zu bestellen. Der Vorsitzende muß die Befähigung (1) Lehnt ein gewählter Bewerber die Annahme der zum Richteramt besitzen, die Beisitzer müssen wahlbe- Wahl ab oder scheidet ein Mitglied der Vertreterverrechtigte Mitglieder der Architektenkammer sein. Sie sammlung vorzeitig aus seinem Amt aus, so ermittelt dürfen weder dem Wahlvorstand noch einem Organ der der Wahlvorstand nach § 22 und § 23 Abs. 1 den nachKammer angehören und dürfen an der Wahl nicht als rückenden Bewerber. Bewerber teilgenommen haben. Das gleiche gilt für die (2) Ein Mitglied der Vertreterversammlung scheidet Stellvertreter. vorzeitig aus: (3) Die Mitglieder und Stellvertreter des Wahlprüfungs- 1. durch Verlust oder Aufgabe der Kammermitgliedschaft, ausschusses werden nach Anhörung des Vorstandes der Architektenkammer von der zuständigen Aufsichts- 2. durch Verzicht, 3. durch Verlust der Wählbarkeit. behörde bestellt. (4) Der Wahlprüfungsausschuss ist beschlussfähig, wenn außer dem Vorsitzenden oder seinem Stellver- § 30 Inkrafttreten treter zwei Beisitzer oder Stellvertreter anwesend sind. Diese Wahlordnung tritt am Tage nach ihrer BekanntmaDer Ausschuss beschließt mit Stimmenmehrheit. chung im Thüringer Staatsanzeiger und im Deutschen (5) Die Tätigkeit im Wahlprüfungsausschuss ist eh- Architektenblatt in Kraft. renamtlich. Für die Teilnahme an einer Sitzung des gez. Dr. Günter Andres, Präsident AKT Wahlprüfungsausschusses erhalten die Mitglieder eine Entschädigung entsprechend der Reisekosten-und Entschädigungsordnung der Architektenkammer Thüringen in der jeweils geltenden Fassung. Wahlordnung zur Wahl der § 26 Begründung des Einspruchs Der Einspruch kann nur damit begründet werden, dass gegen Vorschriften über das Wahlrecht die Wählbarkeit oder das Wahlverfahren verstoßen wurde und dass ohne diesen Verstoß das Wahlergebnis ein anderes sein würde.

Ausschüsse

Wahlordnung zur Wahl der Ausschüsse der Architektenkammer Thüringen

Die Vertreterversammlung beschließt am 28. November 2008 auf der Grundlage des Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetzes (ThürAIKG) vom 5. Februar 2008 und der Hauptsatzung der Architektenkammer Thüringen vom 28. November 2008 die nachfolgende Ordnung.

§ 27 Entscheidung des Wahlprüfungsausschusses (1) Einsprüche, die nicht form- und fristgerecht eingelegt wurden sowie unbegründete Einsprüche weist der Wahlprüfungsausschuss zurück. Die Entscheidung ist 1. Die Vertreterversammlung der Architektenkammer zu begründen und dem Einspruchsführer durch schrift- Thüringen bildet gemäß ThürAIKG durch Beschluss eiWahlordnung zur Wahl der Ausschüsse

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Satzungen/Ordnungen der AKT

Erklärung ein, so gilt die Wahl als angenommen. Hierauf ist der gewählte Bewerber hinzuweisen. (2) Der Wahlvorstand teilt der Aufsichtsbehörde und dem Vorstand der Architektenkammer die endgültige Zusammensetzung der Vertreterversammlung mit.


Satzungen/Ordnungen der AKT

nen Eintragungs-, Schlichtungs- und Ehrenausschuss. Auf Vorschlag des Vorstandes beschließt die Vertreterversammlung die Bildung weiterer zur Erfüllung der Aufgaben der Kammer erforderlicher Ausschüsse und deren Mitgliederanzahl.

8. Die gewählten Mitglieder aller Ausschüsse müssen nach ihrer Wahl die Annahme ihres Ehrenamtes gegenüber der Kammer schriftlich erklären.

9. In der jeweils konstituierenden Sitzung der einzelnen Ausschüsse, außer im Eintragungs-, Schlichtungs- und 2. Die Kandidaten für die Vorsitzenden und ihre Ver- Ehrenausschuss, wählen die Mitglieder aus ihrer Mitte treter des Eintragungs-, Schlichtungs- und Ehrenaus- einen Vorsitzenden und bei größeren Ausschüssen eischusses werden der Vertreterversammlung durch den nen Stellvertreter. Vorstand zur Bestätigung vorgeschlagen. Sie müssen gemäß ThürAIKG einen Abschluss als Diplom-Jurist oder 10. In der Regel gilt die Wahlperiode der Vertreterverdie Befähigung zum Richteramt nach dem Deutschen sammlung auch als Amtszeit der Ausschüsse. Nach Richtergesetz haben. jeder Neuwahl der Vertreterversammlung und des Vorstandes sollte auch eine Neuwahl der Ausschüsse er3. Der Vorsitzende, sein Vertreter und die Mitglieder des folgen. Die Amtszeit der gewählten Ausschüsse dauert Eintragungsausschusses dürfen weder dem Vorstand bis zur Neu- oder Wiederwahl fort. der Kammer noch dem Schlichtungs- oder Ehrenausschuss angehören, nicht Dienstkräfte der Kammer sein 11. Scheidet ein Mitglied eines Ausschusses aus peroder als Angehörige der Aufsichtsbehörde nicht mit der sönlichen oder gesundheitlichen Gründen aus seinem Aufsicht über die Kammer nach § 34 ThürAIKG befasst Amt aus oder wird es durch Beschluss der Vertretersein. versammlung abgewählt, dann übernimmt der Nachfolgekandidat mit den meisten Stimmenanteilen aus 4. Der Vorsitzende, sein Vertreter und die Mitglieder der vorangegangenen Wahl dieses Amt. Eine Nachwahl des Ehrenausschusses dürfen nicht Dienstkräfte der durch die Vertreterversammlung ist nur dann erforderKammer oder Angehörige der Aufsichtsbehörde sein, lich, wenn kein Nachfolgekandidat vorhanden ist. die nach § 34 ThürAIKG mit der Aufsicht der Kammer befasst sind. 12. Status- und Funktionsbezeichnungen in dieser Satzung gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form. 5. Im Auftrag des Vorstandes sind durch Mitteilung an die Mitglieder der Architektenkammer Thüringen Kan- 13. Diese Wahlordnung zur Wahl der Ausschüsse tritt didaten zu suchen, die über ausreichende Sachkennt- mit ihrer Beschlussfassung durch die Vertretervernisse verfügen und ihre Bereitschaft erklären, in einem sammlung in Kraft. Sie ist im Deutschen ArchitektenAusschuss der Architektenkammer Thüringen mitarbei- blatt, Regionalausgabe Ost, zu veröffentlichen. ten zu wollen. Diese Kandidaten sind in Kandidatenlisgez. Hartmut Strube, Präsident AKT ten, untergliedert nach dem jeweiligen Ausschuss, zu erfassen. Alle Kandidaten müssen Mitglieder der Architektenkammer Thüringen sein. Beitragssatzung Beitragssatzung der Architekten­kammer Thüringen 6. Auf der Grundlage der Kandidatenlisten wählt die Vertreterversammlung für die einzelnen Ausschüsse Die Architektenkammer Thüringen erhebt nach Maßin geheimer Abstimmung die vorher beschlossene An- gabe des Thüringer Architekten- und Ingenieurkammerzahl von Ausschussmitgliedern. Als gewählt gilt, wer gesetzes (ThürAIKG) zur Deckung ihres Finanzbedarfs die meisten Stimmen der anwesenden Mitglieder der Mitgliedsbeiträge. Die Beitragshöhe, Beginn und Ende Vertreterversammlung erhält. der Beitragspflicht, Fälligkeit, Beitragsrückerstattung, Im Eintragungsausschuss müssen alle Fachrichtun- Beitragsfreiheit und -erlass sind in der Beitragssatzung der Architektenkammer Thüringen (AKT) geregelt. gen vertreten sein. Die Beitragssatzung der AKT wird jedes Jahr neu von 7. Als Nachfolgekandidaten gelten die Mitglieder, die der Vertreterversammlung für ein Jahr beschlossen. Die jeweils gültige Beitragssatzung ist auf der Homeüber die festgelegte und gewählte Anzahl von Mitgliedern der Ausschüsse hinaus jeweils in der weiteren Rei- page der AKT unter www.architekten-thueringen.de henfolge die größte Stimmenzahl erreicht haben. eingestellt. 44

Beitragssatzung


Gebühren- und Verwaltungs­kosten­sat­zung der Architektenkammer Thüringen Genehmigt mit Bescheid der Rechtsaufsichtsbehörde vom 20. Mai 2009 Die Vertreterversammlung der Architektenkammer Thüringen hat am 24. April 2009 gemäß § 21 Abs. 1 Nr. 3 des Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetzes (ThürAIKG) vom 05.02.2008 nachfolgende Gebühren- und Verwaltungskostensatzung beschlossen:

(2) Anträge auf Eintragung in die Architekten- und Stadtplanerlisten und Verzeichnisse werden erst nach Vorauszahlung der Eintragungsgebühr bearbeitet. (3) Gebühren und Verwaltungskosten sind innerhalb der gesetzten Zahlungsfrist zu entrichten. (4) Sind Gebühren und Verwaltungskosten nicht fristgemäß beglichen worden, können sie gemäß § 23 Abs. 3 ThürAIKG vollstreckt werden. (5) Gebühren und Verwaltungskosten können niedergeschlagen werden, wenn ihre Beitreibung keinen Erfolg verspricht oder wenn Aufwand und Kosten der Beitreibung in einem Missverhältnis zur Höhe des Kostenrückstandes stehen. (6) Für die Verjährung von Forderungen der Architektenkammer Thüringer gelten die Vorschriften der Bundesabgabeordnung in der jeweils geltenden Fassung.

§ 1 Erhebung von Gebühren und Verwaltungs­ kosten durch die Architektenkammer Thüringen (1) Die Architektenkammer Thüringen erhebt gemäß § 23 Abs. 2 ThürAIKG vom 5. Februar 2008 für die In- § 4 Befreiung und Ermäßigung sowie Erlass anspruchnahme von Einrichtungen und Gegenständen, (1) Mitglieder der Architektenkammer Thüringen sind Amtshandlungen, einschließlich von amtlichen Beschei- von den Gebühren nach § 5 Punkt 2 dieser Satzung nigungen und besonderen Leistungen Gebühren. befreit. (2) Für Leistungen des Eintragungs- und Schlichtungs- (2) Für die Kammergruppenarbeit werden Gebühren ausschusses werden Verwaltungskosten gemäß § 6 bzw. nach § 5 Punkt 2 und 3 dieser Satzung nicht erhoben. § 7 erhoben. Gebühren und Entschädigungen werden (3) Im Falle einer sozialen Härte können Kosten auf für die Anrufung des Ehrenausschusses und das Ehren- Antrag ganz oder teilweise erlassen werden. Die Nachverfahren berechnet. weisführung liegt beim Gebührenpflichtigen. Über die (3) Die Kammer kann außerdem vom Gebührenpflich- Ermäßigung, Erlass sowie Niederschlagung entscheidet tigen zusätzliche Auslagen ersetzt verlangen, soweit der Vorstand. Die Entscheidung des Vorstandes wird sie den üblicherweise von der Kammer zu tragenden durch den zwei Mal im Jahr tagenden Haushaltsausschuss vorbereitet. Dieser hat dem Vorstand einen Verwaltungsaufwand überschreiten. (4) Soweit diese Satzung nicht anderes bestimmt, Entscheidungsvorschlag vorzulegen. gelten die Regelungen des Thüringer allgemeinen Ver- (4) Der Bescheid über einen Antrag auf Ermäßigung, Erwaltungskostengesetzes vom 23.9.2005 in der jeweils lass sowie Niederschlagung ergeht schriftlich, ist zu begeltenden Fassung zur Erhebung und Befreiung von Ge- gründen und – soweit erforderlich – mit Angaben über bühren und Auslagen sowie für Gebühren in besonde- die Voraussetzungen und den Zeitraum der Gültigkeit ren Fällen. zu versehen. Er ist mit einer Rechtsbehelfs­belehrung auszustatten. § 2 Gebühren- bzw. Verwaltungskostenpflichtiger Gebührenpflichtig ist, wer gebühren- oder kostenpflich- § 5 Gebühren tige öffentliche Leistungen (§ 1 Thüringer Verwaltungskostengesetz) beantragt oder die Einrichtungen und 1. Beglaubigungen und Bescheinigungen € 7,00 besonderen Leistungen in Anspruch genommen hat Beglaubigungen je angefangene Seite € 15,00 oder zu dessen Gunsten die Amtshandlung oder die Beglaubigungen ab 3 Seiten Bestätigung Listeneintrag für € 7,00 Leistung erbracht wurde. § 3 Fälligkeit (1) Gebühren und Verwaltungskosten werden mit der Antragstellung oder nach Durchführung der Amtshandlung oder nach Inanspruchnahme der Einrichtungen und Gegenstände sowie besonderer Leistungen fällig, spätestens jedoch mit der Zusendung eines Gebührenoder Verwaltungskostenbescheides.

bautechnische Nachweise für Mitglieder Bestätigung Listeneintrag für bautechnische Nachweise für Nichtmitglieder EU-fähige Bestätigungen für Mitglieder EU-fähige Bestätigungen für Nichtmitglieder Ausstellung neue Urkunden oder neue Bauvorlageberechtigung bei Änderungen (keine Statusänderung)

€ 15,00 € 40,00 € 60,00 € 7,00

Gebühren- und Verwaltungs­kosten­sat­zung

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Satzungen/Ordnungen der AKT

Gebühren- und Verwaltungs­ kosten­sat­zung


Ausstellung neue Urkunde über die Eintragung als Berufsgesellschaft bei Änderungen Erteilung amtlicher Bescheinigungen, die für die Berufsausübung dienlich sind

€ 7,00 € 15,00

2. Gebühren nach Zeitaufwand für die Inanspruchnahme von Beratungs­leistungen Geschäftsführer, je 15 Minuten Referenten, je 15 Minuten übrige Beschäftigte, je 15 Minuten

€ 15,00 € 11,50 € 9,00

Satzungen/Ordnungen der AKT

3. Sonstige Gebühren und Auslagen Schwarz-Weiß-Kopien DIN A4 je Seite DIN A3 je Seite Farbkopien DIN A4 je Seite DIN A3 je Seite Abschriften, nach Zeitaufwand Schutzgebühr für die Bereitstellung von Adressen aus der Büroliste für kommerzielle Zwecke in Papierform oder auf elektronischen Datenträger als Gesamtliste oder als Auszug aus der Büroliste nach Kreisen oder anderen Abfragekriterien Erstellung einer Zweitausfertigung der Eintragungs­urkunde oder des Mitglieds­ausweises nach Verlust Für Nachforschungen, die erforderlich werden zur ordnungs­gemäßen Führung der bei der Kammer geführten Listen und Verzeichnisse bei zustellungsfähiger Wohn­anschrift oder beruflicher Niederlassung bei Ermittlung der Tätigkeitsart bei falscher Eintra­gung und die Veranlassung zur richtigen Ein­tragung Umschreibung der Tätigkeitsart Ausstellung neue Urkunde, Bauvorlage­ berechtigung Anfertigung eines Architektenstempels Ausstellung eines Mitgliedsausweises Auskünfte aus den bei der Kammer geführten Listen und Verzeichnissen, pro Schriftstück an Dritte Zurückweisung Widerspruch gegen die in dieser Satzung genannten Gebühren und Auslagen (ausgenommen Eintragung und Löschung)

€ 0,35 € 0,50 € 0,70 € 1,00 gemäß Punkt 2 € 60,00

6 der Verwaltungsvereinbarung zwischen der AKT und der IKT gesondert geregelt. § 6 Verwaltungskosten für das Verfahren vor dem Eintragungsausschuss der Architektenkammer Thüringen Im Rahmen der Eintragung in die Architekten- und Stadtplanerliste und in die Verzeichnisse der Architektenkammer Thüringen werden für das Verfahren vor dem Eintragungsausschuss Gebühren auf der Grundlage des gültigen Thüringer Verwaltungskostengesetzes erhoben. (Die angegebenen §§ für die Eintragung oder Löschung beziehen sich auf das ThürAIKG.) 1. Eintragungsgebühren 1.1 Eintragung in die Architekten- und Stadt­planer­ liste gemäß § 4 Abs. 1, 2, 3 und 4 gemäß § 4 Abs. 5 gemäß § 4 Abs. 7

€ 250,00 € 250,00 € 150,00

1.2 Eintragung in das Verzeichnis der auswärtigen Dienstleister gemäß § 2 Abs. 2 Verlängerung der Gültigkeit der Bescheinigung auf Antrag

€ 150,00 € 100,00

€ 25,00

1.3 Eintragung in das Gesellschaftsverzeichnis gemäß § 5 Abs. 2

€ 300,00

1.4 Eintragung auswärtiger Gesellschaften gemäß § 6

€ 300,00

€ 20,00 € 60,00

1.5 Eintragung in das Verzeichnis der freiwilligen Mitglieder gemäß § 14 Abs. 2

€ 20,00 € 40,00 € 20,00 € 10,00 € 10,00 € 25,00

€ 100,00

1.6 Bei Antragstellung auf Eintragung in eine weitere Fachrichtung gemäß § 4, in der die Ausbildung nicht der beantragten Fachrichtung entspricht Hälfte der eigentlichen Eintragungsgebühr

1.7 Zusätzliche Gebühr bei weiterer Prüfung der Ein­tragungs­voraussetzungen, insbesondere An­hö­rung vor dem Eintragungs­ausschuss (erhöhter Auf­wand) € 100,00

1.8 Bei Ablehnung der Eintragung in die Architektenund Stadtplanerliste oder Verzeichnisse sind Gebüh4. Eintragungsgebühren für Nachweisberechtigte Die Gebühren für die Eintragung in die Listen der Nach- ren in gleicher Höhe wie nach Ziffer 1.1, 1.2, 1.3 und weisberechtigten gemäß § 63 d ThürBauO sind im Punkt 1.5 dieser Satzung fällig. 46

Gebühren- und Verwaltungs­kosten­sat­zung


1.9 Erstattung einer Teilgebühr bei Rücknahme des Antrages auf Eintragung in die Listen und Ver­zeich­ nisse vor Prüfung des Antrages im Eintragungs­ausschuss nach Prüfung des Antrages im Eintragungs­ausschuss ohne Bescheid

€ 50,00

mermitgliedern oder diesen und Dritten bestimmt sich nach dem vom Schlichtungsausschuss zum Schluss des Verfahrens festgelegten Streitwert. 1. Streitwert bis 2.000,00 Euro pauschal € 220,00

¼ der Eintragungs­ gebühr

2.1 Architekten- und Stadtplanerliste § 11 Punkt 1a – auf Antrag § 11 Punkt 1b – Mitglied verstorben § 11 Punkt 1c – Aufgabe der Wohnung oder Niederlassung § 11 Punkt 3 – Ehrenverfahren

€ 50,00 € 0,00 € 50,00 € 250,00

2.2 Verzeichnis auswärtiger Dienstleister § 2 Abs. 2

€ 75,00

2.3 Gesellschaftsverzeichnis § 5 Abs. 4 Punkt 1 § 5 Abs. 4 Punkt 2 § 5 Abs. 4 Punkt 3 § 5 Abs. 4 Punkt 5

€ 50,00 € 50,00 € 250,00 € 250,00

2.4 Verzeichnis der freiwilligen Mitglieder gemäß § 14 Abs. 2 – bei Ablauf der 5 Jahre bei Ausschluss nach § 33 Abs. 1

€ 50,00 € 250,00

2.5 Rücknahme oder Widerruf der Eintragung Prüfung oder Verfahren gemäß § 5 Abs. 4 Punkt 3 und 4 oder § 11 Punkt 2, die zur Rücknahme oder zum Widerruf der Eintragung führen könnten

€ 50,00 bis € 2.000,00

€ 2.500,00 € 3.000,00 € 3.500,00 € 4.000,00 € 4.500,00 € 5.000,00 € 6.000,00 € 7.000,00 € 8.000,00 € 9.000,00 € 10.000,00

€ 243,00 € 267,00 € 291,00 € 315,00 € 339,00 € 363,00 € 408,00 € 453,00 € 498,00 € 543,00 € 588,00

€ 13.000,00 € 16.000,00 € 19.000,00 € 22.000,00 € 25.000,00 € 30.000,00 € 35.000,00 € 40.000,00 € 45.000,00 € 50.000,00

€ 657,00 € 726,00 € 795,00 € 864,00 € 933,00 € 1.020,00 € 1.107,00 € 1.194,00 € 1.708,00 € 1.824,00

3. Streitwert über 50.000,00 Euro Von dem Mehrbetrag über 50.000,00 Euro entsteht für je 5.000,00 Euro eine um 250,00 Euro höhere Schlichtungsgebühr. (Die jeweiligen Streitwerte sind auf volle 5.000,00 Euro aufzurunden.) § 8 Gebühren des Ehrenausschusses und des Ehrenverfahrens Gebühren und Entschädigungen, die sich aus der Anrufung des Ehrenausschusses und aus dem Ehrenverfahren ergeben, einschließlich der Entschädigung von Zeugen und Sachverständigen, werden gemäß § 11der Ehrensatzung der Architektenkammer Thüringen erhoben und dem Betroffenen berechnet. § 9 Kosten für Mahnverfahren

2.6 Öffentliche Leistungen im Widerspruchsverfahren regeln sich nach dem Thüringer Verwaltungskostengesetz in Verbindung mit der Allgemeinen Kostenverordnung. € 5,00 bis € 2.500,00

§ 7 Verwaltungskosten für das Verfahren vor dem Schlichtungsausschuss der Architekten­kammer Thüringen Bei nicht vermögensrechtlichen Streitigkeiten zwischen Kammermitgliedern oder diesen und Dritten ist der Streitwert unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls zu schätzen und sind nicht unter 2.000,00 Euro und nicht über 1.000.000,00 Euro anzunehmen. Die Gebühren bei vermögensrechtlichen und nicht vermögensrechtlichen Streitigkeiten zwischen Kam-

Mahnverfahren über rückständige Kosten gemäß Thüringer Gebühren­forderungen Ver­waltungs­kosten­gesetz

§ 10 Inkrafttreten/Außerkrafttreten Die Verwaltungskostensatzung der Architektenkammer Thüringen tritt nach Genehmigung durch die Rechtsaufsichtsbehörde mit der Veröffentlichung des Wortlautes im Deutschen Architektenblatt, Regionalausgabe Ost, in Kraft. Gleichzeitig verlieren die bisherige Verwaltungskostenordnung vom 29.11.2002 und die Verwaltungskostenordnung für das Verfahren vor dem Eintragungsausschuss vom 31.01.2002 ihre Gültigkeit. gez. Hartmut Strube, Präsident AKT

Gebühren- und Verwaltungs­kosten­sat­zung

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Satzungen/Ordnungen der AKT

2. Streitwert über 2.000,00 Euro 2. Löschung der Eintragung


Satzung über die Haushalts- und Kassenführung

Satzung über die Haushalts- und Kassenführung der Architekten­kammer Thüringen

Satzungen/Ordnungen der AKT

Genehmigt mit Bescheid der Rechtsaufsichts­behörde vom 22. Dezember 2008 – Die Vertreterversammlung beschließt am 28. November 2008 auf der Grundlage des Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetzes (ThürAIKG) vom 5. Februar 2008 und der Haupt­satzung der Architektenkammer Thüringen vom 28. November 2008 die nachfolgende Satzung: § 1 Grundsätze (1) Für das Finanzwesen gilt der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sowie einer geordneten Haushalts- und Rechnungsführung. (2) Für jedes Haushaltsjahr ist ein Haushaltsplan aufzustellen und durch die Vertreterversammlung zu beschließen. (3) Haushaltsjahr (Rechnungsjahr) ist das Kalenderjahr. § 2 Haushaltsausschuss der Architektenkammer Thüringen (1) Auf Vorschlag des Vorstandes wählt die Vertreterversammlung zur Kontrolle und Prüfung der Haushaltsund Kassenführung der Architektenkammer Thüringen einen Haushaltsausschuss. (2) Der Haushaltsausschuss setzt sich aus vier Mitgliedern zusammen. (3) Der Vorstand wählt aus seinen Reihen einen/eine Verantwortlichen/Verantwortliche für das Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen. Dieses ist gleichzeitig Mitglied des Haushaltsausschusses. Die anderen drei Mitglieder sollten der Vertreterversammlung der Architektenkammer Thüringen angehören. Der Vorstand kann der Vertreterversammlung auch ein Kammermitglied, das nicht Mitglied der Vertreterversammlung ist, zur Wahl in den Haushaltsausschuss vorschlagen. (4) Aufgaben des Haushaltsausschusses sind: ˑˑ Begleitung der Haushaltsplanung und Abgabe einer Beschlussempfehlung für den Vorstand, ˑˑ vierteljährliche Zwischenkontrolle der wirtschaftlichen und sparsamen Verwendung der Haushaltsmittel und der Einhaltung des Haushaltsplanes durch Vergleich der Plan- mit den jeweiligen Ist-Zahlen für den Vorstand, ˑˑ Prüfung des Haushaltsabschlusses für das Kalenderjahr hinsichtlich der zweckmäßigen und effektiven Verwendung der Haushaltsmittel und Erstellung eines Prüfberichtes, 48

Satzung über die Haushalts- und Kassenführung

ˑˑ Prüfung, Beratung und Empfehlung an den Vorstand vor dem Abschluss vermögensrechtlicher Verpflichtungen, die über der Bagatellgrenze liegen, ˑˑ Überwachung der Ausschreibungen und Empfehlung über den Zuschlag an den Vorstand, ˑˑ Prüfung der Beitragsrückerstattungsanträge im ersten Quartal jeden Jahres und Abgabe einer Beschlussempfehlung für den Vorstand § 3 Aufstellung eines Haushaltsplanes (1) Der/Die Geschäftsführer/-in und der/die Re­fe­ rent/-in Finanzen erstellen im Auftrag des Vorstandes rechtzeitig vor Ablauf des Kalenderjahres den Haushaltsplanentwurf und legen ihn dem Vorstand und dem Haushaltsausschuss zur Prüfung und der Vertreterversammlung zur Beschlussfassung vor. (2) Der Entwurf des Haushaltsplanes hat folgende Aussagen zu beinhalten: ˑˑ eine Gegenüberstellung der zu erwartenden Einnahmen und die voraussichtlich zu leistenden Ausgaben der Kammer mit den entsprechenden Plan-Zahlen des laufenden Haushaltsjahres und den Ist-Zahlen des Vorjahres, ˑˑ einen Kontenplan, ˑˑ eine Vermögensübersicht (Kassen- und Bankbestand, Rücklagen, sowie ein Inventarverzeichnis der Geschäftsstelle mit Anschaffungs- und Zeitwert), ˑˑ einen Stellenplan. Die Einnahmen sind nach dem Entstehungsgrund, die Ausgaben nach Zwecken getrennt (entsprechend Kontenplan der Architektenkammer Thüringen) zu veranschlagen, zu erläutern und zu begründen. In den Haushaltsplanentwurf dürfen nur die Ausgaben und Verpflichtungsermächtigungen eingestellt werden, die zur Erfüllung der Aufgaben der Architektenkammer notwendig sind. (3) Der von der Vertreterversammlung zu beschließende Haushaltsplan mit Anlagen ist an zehn Arbeitstagen für die Kammerangehörigen in der Geschäftsstelle der Architektenkammer Thüringen auszulegen. Die Auslegung ist im Deutschen Architektenblatt/Regionalteil Ost bekannt zu geben. § 4 Genehmigung des Haushaltsplanes und vorläufige Haushaltswirtschaft (1) Der Haushaltsplanentwurf ist von der Vertreterversammlung nach eingehender Beratung zu beschließen. (2) Ist der Haushaltsplan zu Beginn des Rechnungsjahres noch nicht genehmigt, so können bis zum Beschluss diejenigen Ausgaben geleistet werden, die nötig sind, um die Architektenkammer und ihre Einrichtungen zu erhalten und durch die Vertreterversammlung be-


§ 5 Ausführung des Haushaltsplanes (1) Einnahmen sind rechtzeitig und vollständig zu erheben. Ausgaben dürfen nur so weit und nicht eher geleistet werden, als sie zur wirtschaftlichen und sparsamen Verwaltung erforderlich sind. Die Ausgabemittel sind so zu bewirtschaften, dass sie zur Deckung aller Ausgaben ausreichen, die unter die einzelne Zweck­bestimmung fallen. (2) Einnahmen und Ausgaben sind von der Geschäftsstelle laufend zu überwachen. Der Geschäftsführer überwacht die Einhaltung der haushaltsrechtlichen Vorschriften. (3) Dem Haushaltsausschuss ist halbjährlich und dem Vorstand ist quartalsweise ein Zwischenbericht über den Stand der Einnahmen und Ausgaben sowie die Umsetzung des Haushaltsplanes vorzulegen, in dem die einzelnen Ist-Zahlen den Haushaltsplanansätzen gegenüberzustellen sind. (4) Der Zwischenbericht ist vom/von der Referent/ -in Finanzen der Geschäftsstelle zu erstellen, vom/von der Geschäftsführer/-in gegen zu zeichnen und vom Haushaltsausschuss zu prüfen. (5) Über Rechtsgeschäfte und sonstige Angelegenheiten, die wesentliche Veränderungen des Eigentums oder des sonstigen Vermögens der Architektenkammer bewirken, beschließt die Vertreterversammlung. Das gilt insbesondere für den Erwerb, die Belastung oder die Veräußerung von Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten sowie die Aufnahme von Darlehen, aber auch für Sanierungsaufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Eigentum oder dem Besitz an Grundstücken stehen sowie sonstige Anschaffungen mit einem Wert über 12.500 Euro. In eilbedürftigen Angelegenheiten entscheidet nach § 8 Abs. 1 der Hauptsatzung der Vorstand, wenn eine Zustimmung der Vertreterversammlung nicht eingeholt werden kann. § 6 Haushalts- und Rechnungsführung (1) Einnahmen und Ausgaben sind für das Haushaltsjahr, in dem sie eingehen bzw. geleistet werden, zu buchen. Über alle Zahlungen ist nach der Zeitfolge und nach den im Haushaltsplan vorgesehenen Konten Buch zu führen. Die Buchführung wird von der Geschäftsstelle der Architektenkammer Thüringen durchgeführt. Sie kann sich der Mithilfe eines Steuerberaters bedienen. (2) Alle Buchungen sind zu belegen.

(3) Einnahmen (u.a. Kammerbeiträge der Mitglieder) sind rechtzeitig und vollständig zu erheben. (4) Ausgaben dürfen nur soweit und nicht eher geleistet werden, als sie zur wirtschaftlichen und sparsamen Verwaltung erforderlich sind. (5) Lieferungen und Leistungen, die über die Bagatellgrenze gemäß § 5 der Geschäftsordnung liegen, sind auszuschreiben. (6) Ausgaben können für gegenseitig deckungsfähig erklärt werden, wenn ein verwaltungsmäßiger oder sachlicher Zusammenhang besteht. (7) Ausgabetitel sind untereinander deckungsfähig, wenn die Verwendung von Ausgabemitteln eines Titels zur Deckung von Ausgaben eines anderen Titels durch den Vorstand beschlossen wird. (8) Vermögensrechtliche Verpflichtungen, die nicht von lediglich untergeordneter Bedeutung sind, müssen schriftlich abgefasst und vom Präsidenten oder in Vertretung einem Vizepräsidenten und dem Geschäftsführer unterzeichnet werden. In der Vermögensrechnung sind der Bestand des Vermögens und der Schulden zu Beginn des Haushaltsjahres und der Bestand zu Ende des Haushaltsjahres nachzuweisen. Die Gegenstände des Anlagevermögens sind durch ein Inventarverzeichnis zu belegen. (9) Über Vermögen und Schulden ist Buch zu führen. Die Aufzeichnungen können mit der Buchführung über Einnahmen und Ausgaben verbunden werden. (10) Zeit- und Sachbücher über Haushaltseinnahmen und -ausgaben können 10 Jahre nach der Erteilung der Entlastung vernichtet werden. Für die zu Rechnungen gehörigen Belege gilt eine Aufbewahrungsfrist von ebenfalls 10 Jahren. Jahreshaushaltsrechnungen (Gesamtrechnung mit Anlagen) sind für die Dauer von 30 Jahren aufzubewahren. Dauernd aufzubewahren sind Schriftstücke und Verträge, soweit sie das Vermögen der Architektenkammer betreffen. § 7 Tageskasse (1) Bei der Geschäftsstelle der Architektenkammer Thüringen wird eine Tageskasse mit Kassenbuch geführt. Der Barbestand soll 1.000,00 Euro nicht übersteigen. (2) Für die Verwaltung der Tageskasse trägt das Referat Finanzen der Geschäftsstelle die Verantwortung. (3) Das Kassenbuch ist monatlich abzurechnen und zu verbuchen. (4) Über jede Einzahlung ist eine Quittung zu erstellen. Ausgaben sind ebenfalls mit Quittungen zu belegen. Quittungsberechtigt ist der/die Geschäftsführer/-in oder eine von ihm/ihr bevollmächtigte Arbeitskraft. (5) Der/die Geschäftsführer/-in hat stichprobenartig

Satzung über die Haushalts- und Kassenführung

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Satzungen/Ordnungen der AKT

schlossene Maßnahmen durchzuführen, die rechtlich begründeten Verpflichtungen der Architektenkammer zu erfüllen, Beschaffungen und sonstige Leistungen fortzusetzen, für die durch den Haushaltsplan eines Vorjahres bereits Beträge bewilligt worden sind.


eine Prüfung der Tageskasse vorzunehmen. Über die Prüfung ist ein Vermerk zu fertigen.

Satzungen/Ordnungen der AKT

§ 8 Unterschriftsberechtigung (1) Unterschriftsberechtigt sind für sämtliche Konten, gemäß den bei den Banken hinterlegten Unterschriftsblättern, der Präsident, die Vizepräsidenten/-innen und der/die Geschäftsführer/-in sowie sein/seine Stell­ vertreter/-in. (2) Es gelten die Regelungen der Geschäftsordnung. § 9 Haushaltsabschluss (1) Die Haushaltsbücher sind jährlich abzuschließen. Dabei gilt als spätester Zeitpunkt der Ablauf des zweiten Monats des neuen Rechnungsjahres. (2) Nach Abschluss der Bücher für das Haushaltsjahr ist über die Ist-Einnahmen und Ist-Ausgaben Rechnung zu legen (Jahreshaushaltsrechnung). Die Jahreshaushaltsrechnung ist mit einer textlichen Erläuterung zu versehen. Eine Gegenüberstellung entsprechender Positionen des Haushaltsplanes mit den Ist-Zahlen des Vorjahres ist beizufügen. (3) Weist der Jahresabschluss einen Fehlbetrag aus, so ist der Vertreterversammlung ein Nachtrag zum Haushaltsplan zur Genehmigung vorzulegen. Der Nachtrag kann durch die erfolgte Abnahme der Jahreshaushaltsrechnung ersetzt werden. (4) Die Haushalts- und Vermögensrechnung werden in einer Jahreshaushaltsrechnung zusammengefasst und vom/von der Geschäftsführer/-in bzw. ihrem/ihrer Vertreter/-in vorbereitet. Sie wird dem Vorstand zur Beratung vorgelegt. Der Vorstand veranlasst die Rechnungsprüfung.

worden ist. (3) Die Jahreshaushaltsrechnung wird außerdem von dem durch die Architektenkammer beauftragten unabhängigen Steuerberater- und/oder Wirtschaftsprüferbüro auf die ordnungsgemäße Haushalts-, Kassen- und Buchführung überprüft. Durch das Steuerberaterbüro wird insbesondere geprüft, ob: 1. die Einnahmen und Ausgaben sachlich und rechnerisch richtig gebucht und belegt sind, 2. die Haushaltsrechnung und der Vermögensnachweis ordnungsgemäß aufgestellt wurde, 3. die Kassen- und Buchführung ordnungsgemäß und zweckentsprechend erfolgte. (4) Dem Haushaltsausschuss, den Rechnungsprüfern und dem Steuerberaterbüro sind alle Unterlagen vorzulegen und Auskünfte zu erteilen, die von ihnen zur Erfüllung der Aufgabe für erforderlich gehalten werden. § 11 Abnahme der Jahreshaushaltsrechnung und Entlastung (1) Die Jahreshaushaltsrechnung und die schriftlichen Prüfungsberichte des Haushaltsausschusses, der Rechnungsprüfer und des Steuerberater- bzw. Wirtschaftsprüferbüros sind der Vertreterversammlung durch den Vorstand vorzulegen. (2) Der Haushaltsausschuss und die Rechnungsprüfer berichten der Vertreterversammlung über das Ergebnis ihrer durchgeführten Prüfung und geben eine Beschlussempfehlung ab. Die Rechnungsprüfer haben den Bericht des Steuerberater- bzw. Wirtschaftsprüferbüros bei ihrer Berichterstattung zu berücksichtigen. (3) Die Vertreterversammlung beschließt nach Kenntnisnahme und Prüfung der Abschlussrechnung des Haushaltsjahres sowie der Prüfberichte und Beschlussempfehlungen über die Abnahme der Jahreshaushaltsrechnung. Sie erteilt die Entlastung des Vorstandes für die Haushaltsführung und die Entlastung der Rechnungsprüfer.

§ 10 Prüfung der Jahreshaushaltsrechnung (1) Die Jahreshaushaltsrechnung der Architektenkammer wird von den durch die Vertreterversammlung gewählten Rechnungsprüfern geprüft. Die Rechnungsprüfer sollten der Vertreterversammlung angehören, aber zur Wahrung der Transparenz und Unabhängigkeit § 12 Mitteilung an die Aufsichtsbehörde der Prüfung der Vermögensverwaltung nicht ständige Der Vorstand hat der Aufsichtsbehörde die JahreshausMitglieder des Haushaltsausschusses sein. Die Prüfung haltsrechnung, eine Niederschrift über die Beschlusswird für jedes Jahr gesondert durchgeführt. fassung der Vertreterversammlung zur Prüfung und (2) Die Prüfung erstreckt sich auf die Einhaltung der Abnahme der Jahreshaushaltsrechnung, die Prüfungs­ für die Haushaltsführung geltenden Vorschriften und be­r ichte des Haushaltsausschusses und der Rech­ Grundsätze, insbesondere darauf, ob nungs­prüfer, den Bericht des Steuerberater- bzw. Wirt1. der Haushaltsplan eingehalten worden ist, schaftsprüferbüros sowie eine Stellungnahme zu den 2. der Haushalt wirtschaftlich und sparsam geführt Prüfungsberichten umgehend zuzuleiten. wurde, 3. die Einnahmen und Ausgaben sachlich und rechne§ 13 Inkrafttreten/Außerkrafttreten risch begründet und belegt sind, Die Satzung über die Haushalts- und Kassenführung der 4. vorhandenes Vermögen zweckmäßig verwaltet Architektenkammer Thüringen tritt nach Genehmigung 50

Satzung über die Haushalts- und Kassenführung


gez. Hartmut Strube, Präsident AKT

Schlichtungssatzung

Satzung der Architektenkammer Thüringen über die Zusammensetzung, Wahl und Arbeitsweise des Schlichtungsausschusses und für das Schlichtungsverfahren Die Vertreterversammlung der Architektenkammer Thüringen hat am 28. November 2008 gemäß § 21 und § 27 des Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetzes (ThürAIKG) vom 05.02.2008 nachfolgende Schlichtungssatzung beschlossen: § 1 Zusammensetzung und Wahl des Schlichtungsausschusses (1) Zur gütlichen Beilegung von Streitigkeiten, die sich aus der Berufsausübung zwischen Kammermitgliedern oder zwischen diesen und Dritten ergeben, wird bei der Architektenkammer ein Schlichtungsausschuss gebildet. (2) Der Schlichtungsausschuss besteht aus einem Vorsitzenden, einem Vertreter des Vorsitzenden und mindestens vier Mitgliedern. (3) Der Vorsitzende und sein Vertreter müssen gemäß ThürAIKG einen Abschluss als Diplom-Jurist oder die Befähigung zum Richteramt nach dem deutschen Richtergesetz haben. Sie werden der Vertreterversammlung durch den Vorstand zur Bestätigung vorgeschlagen und durch den Präsidenten berufen. (4) Die Mitglieder des Schlichtungsausschusses werden durch die Vertreterversammlung mit einfacher Mehrheit der anwesenden Vertreter gewählt. Die Mitglieder müssen der Architektenkammer Thüringen angehören. Bei der Auswahl der Mitglieder sollten die Fachrichtungen und Tätigkeitsgruppen berücksichtigt werden. § 2 Schlichtungsverfahren (1) Das Schlichtungsverfahren findet vor dem Schlichtungsausschuss statt. (2) Auf Anruf eines Beteiligten oder auf Anordnung des Kammervorstandes ist ein Schlichtungsversuch zu unternehmen. Ist ein Dritter beteiligt, so kann der Schlichtungsausschuss nur mit dessen Einverständnis tätig werden. (3) Der Schlichtungsausschuss wird in der Besetzung

mit dem Vorsitzenden und zwei Beisitzern in nicht öffentlicher Sitzung tätig. (4) Die Mitglieder des Schlichtungsausschusses sind ehrenamtlich tätig. Sie haben Anspruch auf Entschädigung für Auslagen und Zeitversäumnis nach der Reisekosten- und Entschädigungsordnung. (5) Die Mitglieder des Schlichtungsausschusses haben nach Beendigung ihrer Amtszeit über ihre Tätigkeit und die ihnen bei dieser bekannt gewordenen Verhältnisse der Parteien Verschwiegenheit zu bewahren. (6) Über die Angelegenheiten, die der Verschwiegenheit unterliegen, dürfen die Mitglieder des Schlichtungsausschusses nur mit Genehmigung der Parteien der Schlichtungsverfahren Aussagen machen. (7) Ein Mitglied des Schlichtungsausschusses ist von der Ausübung seines Amtes ausgeschlossen: 1. In Sachen, in denen es selbst Partei ist oder bei denen es zu einer Partei in dem Verhältnis eines Mitberechtigten, Mitverpflichteten oder Regresspflichtigen steht, 2. In Sachen seines Ehegatten, auch wenn die Ehe nicht mehr besteht, 3. In Sachen einer Person, mit der es in gerader Linie verwandt, verschwägert oder durch Annahme an Kindes statt verbunden, in der Seitenlinie bis zum dritten Grade verwandt oder bis zum zweiten Grade verschwägert ist, auch wenn die Ehe, durch die die Schwägerschaft begründet ist, nicht mehr besteht. § 3 Einleitung des Schlichtungsverfahrens (1) Der Antrag auf Durchführung eines Schlichtungsversuches ist an den Vorsitzenden des Schlichtungsausschuss der Architektenkammer Thüringen schriftlich zu richten. (2) Der das Schlichtungsverfahren einleitende Schriftsatz des Antragstellers sollte neben dem Antrag auch den Streitgegenstand, den Namen und Wohnort der Parteien und den zugrunde liegenden Sachverhalt enthalten. Der Antrag muss vom Antragsteller oder dessen Bevollmächtigten unterschrieben sein und ist in dreifacher Ausfertigung, ein Original und zwei Abschriften, einzureichen. (3) Der Vorsitzende stellt eine Abschrift des Antrages dem Antragsgegner zu und fordert diesen unter Fristsetzung auf, zum Antrag Stellung zu nehmen. Ist der Antragsgegner nicht Kammermitglied, fordert ihn der Vorsitzende dabei auch zur Erklärung über sein Einverständnis zum Schlichtungsverfahren auf. (4) Sämtliche von den Parteien im Verfahren eingeführten Schriftsätze sind dreifach mit einem Original und zwei Abschriften einzureichen. Die in den Schriftsätzen

Schlichtungssatzung

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Satzungen/Ordnungen der AKT

durch die Rechtsaufsichtsbehörde mit der Veröffentlichung des Wortlautes im Deutschen Architektenblatt, Regionalausgabe Ost, in Kraft. Gleichzeitig tritt die bisher gültige Haushalts- und Kassenordnung vom 26.03.2004 außer Kraft.


Satzungen/Ordnungen der AKT

in Bezug genommenen Anlagen sind zweifach, im Original und einer Abschrift, beizufügen. (5) Eine Partei, die vor dem Schlichtungsausschuss in dem anberaumten Termin nicht erscheinen will oder kann, muss dies spätestens drei Tage vor dem Termin dem Vorsitzenden des Schlichtungsausschusses anzeigen. (6) Ist eine solche Anzeige nicht erstattet, so hat die im Termin ausgebliebene Partei die entstandenen Kosten zu tragen.

(7) Das Protokoll ist den Parteien vorzulesen oder zur Durchsicht vorzulegen. In dem Protokoll ist zu vermerken, dass dies geschehen und die Genehmigung erteilt ist. (8) Das Protokoll ist von den Parteien und dem Vorsitzenden des Schlichtungsausschusses eigenhändig zu unterschreiben. (9) Den Parteien bzw. deren Bevollmächtigten ist eine Abschrift des Protokolls zuzustellen.

§ 4 Vorbereitung des Schlichtungsverfahrens (1) Der Vorsitzende des Schlichtungsausschusses hat die Sitzung vorzubereiten und einzuberufen. Bei der Besetzung der kammerangehörigen Mitglieder berücksichtigt der Vorsitzende die Fachrichtung und Tätigkeitsgruppe der Verfahrensbeteiligten. (2) Die Parteien, Zeugen und Sachverständigen sind zum Termin des Schlichtungsversuches zu laden. Die Ladung muss mindestens 14 Tage vor dem anberaumten Termin zugestellt werden. (3) Die Geladenen sind zum persönlichen Erscheinen und zur Aussage bzw. Auskunftserteilung verpflichtet, wenn dies der Vorsitzende anordnet. Ihr Recht und ihre Pflicht zur Wahrung des Berufsgeheimnisses bleiben unberührt. (4) Zeugen und Sachverständige haben nach dem Gesetz über die Entschädigung von Zeugen und Sachverständigen in der jeweils gültigen Fassung einen Entschädigungsanspruch, wenn dies der Vorsitzende anordnet. (5) Die Vertretung der Parteien durch Bevollmächtigte ist zulässig.

§ 6 Kosten des Verfahrens (1) Für das Schlichtungsverfahren werden Verwaltungskosten entsprechend der Gebühren- und Verwaltungskostensatzung der Architektenkammer Thüringen erhoben. Die übrigen Auslagen gemäß § 2 (4) und § 3 (4) werden in tatsächlich entstandener Höhe festgesetzt. (2) Die Zustellung des Antrags an den Antragsteller sowie die Anordnung des Schlichtungstermins soll erst nach Zahlung des von dem Vorsitzenden festgesetzten Verwaltungskostenvorschusses erfolgen. (3) Die Verwaltungskosten richten sich nach dem Streitwert entsprechend der Satzung. Die übrigen Auslagen nach § 4 (4) werden in entstandener Höhe ebenfalls festgesetzt. (4) Nach Abschluss des Verfahrens wird der Streitwert des Verfahrens nach Anhörung der Parteien durch den Schlichtungsausschuss festgesetzt. (5) Die Verwaltungskosten und Auslagen fallen grundsätzlich der Partei zur Last, welche die Schlichtungsverhandlung veranlasst hat. Im Falle eines abgeschlossenen Vergleiches sind die Verwaltungskosten und Auslagen nach der Quote des jeweiligen Obsiegens bzw. Unterliegens der Parteien zum streitigen Gegenstand festzusetzen. (6) Die Verwaltungskosten des Schlichtungsverfahrens und sonstigen Auslagen werden durch Bescheid festgesetzt. Hierzu gehören nicht die bei den Parteien entstandenen Kosten und Gebühren für die Vertretung und Rechtsberatung sowie Reisekosten. Diese Kosten trägt jede Partei selbst.

§ 5 Schlichtungsverhandlung (1) Der Vorsitzende leitet die mündliche Verhandlung. (2) Zu Beginn der Schlichtungsverhandlung werden der Antragsteller und der Antragsgegner zur Stellungnahme zum Streitgegenstand aufgefordert. (3) Zeugen und Sachverständige können, wenn dies der Vorsitzende anordnet, gehört werden. (4) Zur Beeidigung eines Zeugen oder Sachverständigen und zur Abnahme eines Eides ist der Schlichtungsausschuss nicht befugt. (5) Kommt ein Vergleich zustande, so ist er zu protokollieren. Das Protokoll enthält: 1. den Ort und die Zeit der Verhandlung, 2. die Namen der erschienenen Parteien, gesetz­lichen Vertreter, Zeugen und Sachverständigen, 3. den Gegenstand des Streites, 4. die Vereinbarung der Parteien. (6) Kommt ein Vergleich nicht zustande, so ist hierüber ein Vermerk aufzunehmen. 52

Schlichtungssatzung

§ 7 Gleichstellungsklausel Status- und Funktionsbezeichnungen in dieser Satzung gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form. § 8 Inkrafttreten/Außerkrafttreten Die Schlichtungssatzung tritt nach der Bekanntmachung ihres Wortlautes im Deutschen Architektenblatt, Regio­nal­aus­gabe Ost in Kraft. Gleichzeitig tritt die bisher gültige Schlichtungsordnung vom 22.11.1997 außer Kraft. gez. Hartmut Strube, Präsident AKT


Satzung der Architektenkammer Thüringen über die Zusammensetzung, Wahl und Arbeitsweise des Ehrenausschusses und für das Ehrenverfahren Die Vertreterversammlung beschließt am 28. November 2008 gemäß § 31 und § 32 des Thüringer Architekten- und Ingenieurkammer­gesetzes vom 5. Februar 2008 die nachfolgende Satzung: § 1 Zusammensetzung und Wahl des Ehren­ausschusses (1) Dem Ehrenausschuss gehören der Vorsitzende, ein Vertreter des Vorsitzenden und mindestens drei Mitglieder an. (2) Der Vorsitzende und sein Vertreter müssen gemäß ThürAIKG einen Abschluss als Diplom-Jurist oder die Befähigung zum Richteramt nach dem deutschen Richtergesetz haben. Sie werden der Vertreterversammlung durch den Vorstand zur Bestätigung vorgeschlagen und durch den Präsidenten berufen. (3) Die Wahl der Mitglieder des Ehrenausschusses erfolgt durch die Vertreterversammlung mit einfacher Mehrheit der anwesenden Vertreter. (4) Der Ehrenausschuss wird in der Besetzung mit einem Vorsitzenden und zwei Beisitzern tätig. § 2 Ehrenverfahren (1) Das Ehrenverfahren gemäß § 32 ThürAIKG findet vor dem Ehrenausschuss statt. (2) Der Ehrenausschuss muss in dem Ehrenverfahren eine Entscheidung zum berufsunwürdigen Verhalten herbeiführen, wenn der Betroffene dies beantragt. § 3 Einleitung des Ehrenverfahrens – Vorverfahren (1) Ein Antrag auf Einleitung eines Ehrenverfahrens ist schriftlich an den Vorsitzenden des Ehrenausschusses zu richten. Er muss begründet sein und unter Angabe eventueller Beweismittel eingereicht werden. (2) Der Vorsitzende des Ehrenausschusses kann die Ergänzung des Antrages oder die Bereitstellung von Beweismitteln vom Antragsteller einfordern. (3) Anträge auf Einleitung eines Ehrenverfahrens sind dem Betroffenen vom Vorsitzenden des Ehrenausschusses zuzustellen. § 4 Rechtsbeistand und Akteneinsicht (1) Mit der Zustellung des Antrages hat der Vorsitzende den Betroffenen darauf hinzuweisen, dass dieser auf eigene Kosten einen Rechtsbeistand hinzuziehen kann. (2) Der Betroffene kann zur Wahrnehmung seiner Interessen einen zugelassenen Rechtsanwalt beauftragen.

Der Ehrenausschuss kann auch andere geeignete Personen als Rechtsbeistand zulassen. (3) Der Betroffene und sein Rechtsbeistand sind berechtigt, die dem Ehrenausschuss vorliegenden Akten einzusehen. Die Akteneinsicht findet grundsätzlich in den Geschäftsräumen der Architektenkammer statt. § 5 Einstellung vor Eröffnung des Verfahrens Der Vorsitzende kann das Verfahren vor Einleitung des Hauptverfahrens einstellen, wenn der Ehrenausschuss nicht zuständig ist, der Vorwurf offensichtlich unbegründet ist oder die Schuld des Betroffenen gering und deshalb das Ansehen des Berufsstandes als nicht geschädigt anzusehen ist. § 6 Vorbereitung der mündlichen Verhandlung (1) Der Vorsitzende oder der Vertreter bestimmt Zeit und Ort der mündlichen Verhandlung. Die Verhandlung soll spätestens 3 Monate nach Zustellung des Antrages stattfinden. (2) Zur mündlichen Verhandlung sind der Betroffene und sein Rechtsbeistand förmlich, die berufenen Beisitzer und der Präsident der Kammer einfach zu laden. Ferner sind die Zeugen und Sachverständigen zu laden, die in der Verhandlung gehört werden sollen. In der Ladung des Betroffenen und seines Rechtsbeistandes sollen die mitwirkenden Beisitzer, Zeugen und Sachverständige angegeben werden. (3) Die Ladungsfrist beträgt mindestens 14 Tage. § 7 Durchführung der mündlichen Verhandlung – Hauptverfahren (1) Das Verfahren vor dem Ehrenausschuss ist nicht öffentlich. (2) Der Vorsitzende eröffnet und leitet die mündliche Verhandlung und stellt die Anwesenheit und die ordnungsgemäße Ladung fest. (3) Die mündliche Verhandlung kann auch in Abwesenheit des Betroffenen stattfinden, sofern dieser ordnungsgemäß geladen wurde und sein Ausbleiben nach Auffassung des Ehrenausschusses nicht ausreichend entschuldigt ist. Dies gilt auch für den Fall, dass der Aufenthaltsort des Betroffenen unbekannt ist oder eine ladungsfähige Anschrift nicht bekannt ist. (4) In der mündlichen Verhandlung trägt der Vorsitzende in Abwesenheit der Zeugen den wesentlichen Inhalt der Akten vor. Nach Anhörung des Betroffenen werden die Zeugen und Sachverständige vernommen. (5) Der Ehrenausschuss kann, wenn er weitere Beweismittel für erforderlich hält, die Ladung weiterer Zeugen und Sachverständiger beschließen. (6) Nach Schluss der Beweisaufnahme erhalten der PräEhrensatzung

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Satzungen/Ordnungen der AKT

Ehrensatzung


Satzungen/Ordnungen der AKT

sident der Kammer und der Betroffene Gelegenheit zur Stellungnahme. Der Präsident der Kammer kann sich durch ein Vorstandsmitglied oder den Rechtsbeistand der Kammer vertreten lassen. Dem Betroffenen ist auf Wunsch das letzte Wort zu erteilen. (7) Der Vorsitzende schließt die mündliche Verhandlung. (8) Über die Sitzung ist eine Verhandlungsniederschrift aufzunehmen.

§ 11 Entschädigung (1) Wird gegen den Betroffenen auf eine Maßnahme nach § 32 ThürAIKG erkannt, können ihm Auslagen nach Maßgabe der Satzung zur Reisekosten- und Entschädigungsordnung bzw. des Gesetzes über die Entschädigung von Zeugen und Sachverständigen auferlegt werden. (2) Für den Fall der Einstellung des Verfahrens erhält der Betroffene eine Entschädigung nach Maßgabe der Satzung zur Reisekosten- und Entschädigungsordnung der Architektenkammer Thüringen.

§ 8 Einstellung und Aussetzung des Verfahrens (1) In der mündlichen Verhandlung kann das Verfahren nach Anhörung des Kammervorstandes und des Betroffenen eingestellt werden, wenn sich die zur Einleitung § 12 Aufbewahrung und Vernichtung von Akten des Verfahrens geführten Vorwürfe als unbegründet (1) Die Aufbewahrung der Akten, die ein berufs­recht­ herausstellen oder die Schuld des Betroffenen gering- liches Verfahren betreffen, erfolgt in der Geschäfts­ fügig ist. stelle der Architektenkammer Thüringen. (2) Wird das Verfahren des Betroffenen, das Gegen- (2) Die Geschäftsstelle veranlasst die Vernichtung der stand des Ehrenverfahrens ist, von zivilrechtlichen Akten nach Ablauf von 5 Jahren. Streitigkeiten oder einem Ordnungswidrigkeitsverfah- Die Frist beginnt mit dem Abschluss des Verfahrens. ren berührt und bei den Verfolgungsbehörden oder bei (3) Dies gilt nicht, wenn der ordentlichen Gerichtsbarkeit anhängig, so kann das 1. das Verfahren zum Ausschluss des Betroffenen geführt hat, Ehrenverfahren durch den Vorsitzenden des Ehrenausschusses bis zur abschließenden Beendigung des Zi- 2. ein weiteres berufsrechtliches Verfahren in dieser Zeit anhängig geworden ist. vilrechtsstreites oder Ordnungswidrigkeitsverfahrens ausgesetzt werden. Das Ehrenverfahren kann jederzeit durch Verfügung § 13 Verfolgung der Verletzung von Berufspflichten des Vorsitzenden wieder aufgenommen werden. (1) Die Verfolgung von berufsunwürdigen Handlungen Die Verpflichtungen nach § 32 Abs.(3) und (4) verjährt in fünf Jahren. Für den Beginn, das Ruhen und ThürAIKG werden davon nicht berührt. die Unterbrechung der Verjährung gelten die §§ 78 -78 c des Strafgesetzbuches. § 9 Maßnahmen im Ehrenverfahren (2) Verstößt ein Verhalten auch gegen ein Strafgesetz, Die Maßnahmen im Ehrenverfahren werden gemäß § 32 so verjährt die Verfolgung der Verletzung von BerufsThürAIKG vollzogen. pflichten zugleich mit der Strafverfolgung. § 10 Entscheidung und Verkündung § 14 Sonstige Festlegungen (1) Die Entscheidung erfolgt nach geheimer Beratung Soweit diese Ehrensatzung keine Bestimmungen über des Ehrenausschusses. das Verfahren enthält, gilt das Thüringer Verwaltungs(2) Die Entscheidung soll binnen 3 Wochen nach dem verfahrensgesetz Schluss der mündlichen Verhandlung erfolgen. Dem Betroffenen und dem Kammervorstand ist der § 15 Gleichstellungsklausel Termin der Verkündung der Entscheidung formlos mit- Status- und Funktionsbezeichnungen in dieser Satzung gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form. zuteilen. (3) Sie wird durch Verlesen der Entscheidungsformel und Mitteilung der wesentlichen Entscheidungsgründe § 16 Inkrafttreten/Außerkrafttreten verkündet. Diese Satzung tritt nach ihrer Bekanntmachung im (4) Die Entscheidung ist schriftlich abzufassen und zu Deutschen Architektenblatt, Regionalausgabe Ost, in begründen. Sie ist dem Betroffenen, seinem Rechts- Kraft. beistand sowie dem Kammervorstand und dem Vorsit- Gleichzeitig tritt die bisher gültige Ehrenordnung vom zenden des Eintragungsausschusses in je einer Ausfer- 22.11.1997 außer Kraft. tigung zuzustellen. gez. Hartmut Strube, Präsident AKT Die Entscheidung ist mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen. 54

Ehrensatzung


Satzung der Architektenkammer Thüringen zur Fortbildung ihrer Mitglieder und für Absolventen

Die Fortbildung der in der Architektenkammer Thüringen eingetragenen Architekten und Stadtplaner zählt gemäß § 28 Abs. 2 Pkt. 2 des Thüringer Architektenund Ingenieurkammergesetzes (ThürAIKG) und nach § 2 Abs. 7 der Berufsordnung der Architektenkammer Thüringen zu den Berufspflichten. In Teil 1 der Fortbildungssatzung sind u. a. die Themen der Fortbildung, Möglichkeiten der Nachweisführung und Maßnahmen bei Verstößen geregelt. Die Fortbildung für Absolventen zählt gemäß § 4 Abs. 1 ThürAIKG zu den Eintragungsvoraussetzungen. Inhalt, Umfang und Nachweis der für die spätere Berufsausübung erforderlichen Fortbildungsmaßnahmen, die während der praktischen Tätigkeit durch die Absolventen zu leisten sind, sind in Teil 2 der o. g. Satzung geregelt. Bei Redaktionsschluss musste die neue Fassung der Fortbildungssatzung noch durch die Vertreterversammlung bestätigt werden. Sobald sie vorliegt, wird sie auf der Homepage der AKT unter www.architekten-thueringen.de veröffentlicht werden.

Berufsordnung

Berufsordnung der Architektenkammer Thüringen Die Vertreterversammlung beschließt am 28. November 2008 auf der Grundlage des Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetzes (ThürAIKG) vom 5. Februar 2008 die nachfolgende Berufsordnung.

§ 1 Präambel (1) Zur Erhaltung und weiteren Gestaltung der Thüringer Kulturlandschaft wirken Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner. Entsprechend ihres Auftrages müssen sie in Abwägung individueller und gemeinschaftlicher Interessen die bauliche Umwelt gestalten. (2) Jeder in der Architektenliste eingetragene Architekt, Innenarchitekt, Landschaftsarchitekt und Stadtplaner, jede in das Verzeichnis eingetragene Berufsgesellschaft und der auswärtige Architekt, ist bei der Ausübung seiner Tätigkeit zur Einhaltung der Berufs­grundsätze verpflichtet. Die Berufsordnung enthält die wichtigsten Berufsgrundsätze. Sie unterscheidet zwischen freien, angestellten und beamteten sowie gewerblich tätigen Architekten, Innenarchitekten sowie Landschaftsarchi-

tekten, die nachfolgend als Architekt bezeichnet werden, und Stadtplanern. (3) Ein Verhalten, das gegen die in der Berufsordnung festgelegten Pflichten verstößt, ist berufswidrig. § 2 Berufsgrundsätze für alle Architekten und Stadtplaner (1) Der Architekt und Stadtplaner ist verpflichtet, seinen Beruf gewissenhaft auszuüben und sich bei seinem Verhalten der Achtung und des Vertrauens würdig zu zeigen, die der Architektenberuf erfordert. Ein außerhalb des Berufes liegendes Verhalten ist eine Pflichtverletzung, wenn es nach den Umständen des Einzelfalles in besonderem Maße geeignet ist, Achtung und Vertrauen in einer für die Ausübung der Berufstätigkeit oder für das Ansehen des Berufsstandes bedeutsamen Weise zu beeinträchtigen. (2) Der Architekt und Stadtplaner hat die ihm gestellten Berufsaufgaben nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen. Er beachtet hierbei die geltenden Rechtsvorschriften und die anerkannten Regeln der Baukunst und Bautechnik. (3) Architekten und Stadtplaner sind untereinander zu kollegialem Verhalten verpflichtet; sie haben auf die berechtigten Interessen ihrer Kollegen Rücksicht zu nehmen. Bei beruflichen Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der Kammer ist zunächst der Schlichtungsausschuss anzurufen, ehe ein ordentliches Gericht tätig wird, es sei denn, dass durch den vorläufigen Ausschluss des ordentlichen Rechtsweges unabänderliche Rechtsnachteile drohen. Wenn Leistungen oder Tätigkeiten von Kollegen beurteilt werden, soll dies in gegenseitiger Achtung geschehen. (4) Der Architekt und Stadtplaner darf sich in Auftragsverhandlungen mit einem Auftraggeber, der schon mit einem anderen Architekten oder Stadtplaner in der gleichen Sache ein Vertragsverhältnis hat, nur auf ausdrücklichen Wunsch des Bauherrn einlassen. Er hat dies dem anderen Architekten oder Stadtplaner schriftlich anzuzeigen. (5) Der Architekt und Stadtplaner hat das geistige Eigentum und die geistigen Leistungen von Berufskollegen zu achten. Der Architekt und Stadtplaner unterschreibt nur Entwürfe und Bauvorlagen, die sein geistiges Eigentum sind und die von ihm oder unter seiner Leitung verfasst wurden. Der Architekt und Stadtplaner, der bei einer Planung bewusst ein Plagiat begeht oder eine notwendige Quellenangabe unterlässt, macht sich eines schweren Verstoßes gegen die Berufsordnung schuldig, unbeschadet der zivilrechtlichen oder strafrechtlichen Verfolgung. Bei Aufträgen zur Sanierung, Änderung oder ErweiteBerufsordnung

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Satzungen/Ordnungen der AKT

Fortbildungssatzung


Satzungen/Ordnungen der AKT

und Freien Stadtplaners oder der Berufsgesellschaft rung bestehender Gebäude und baulicher sowie auch informieren, Anzeigen unter Nennung der Referenfreiraumplanerischer Anlagen, hat sich der Architekt zen oder der Preisträgerschaft bei Architekten- und über bestehende Urheberrechte zu informieren. Stadtplanerwettbewerben, (6) Architekten- und Stadtplanerwettbewerbe sollen einen fairen Leistungswettbewerb sicherstellen und in ˑˑ Nennung des Namens im redaktionellen Teil von Zeitungen und Zeitschriften oder sonstigen Veröffentausgewogener Weise den partnerschaftlichen Belanlichungen zur Wahrung des Urheberrechts sowie in gen der am Wettbewerb Beteiligten Rechnung tragen. zusammenfassenden Anzeigen bei der Fertigstellung Wettbewerbe, denen die Grundsätze und Richtlinien eines Bauwerkes durch Hinweis auf den planenden für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, und bauleitenden Architekten, des Städtebaus und des Bauwesens zugrunde liegen, ˑˑ Anzeigen in Zeitschriften und Tageszeitungen sowie erfüllen diese Voraussetzungen. Anzeigenblättern zum Zwecke der Übernahme von Architekten und Stadtplaner sollen sich als TeilnehAufträgen für Kollegen sowie diesem Zweck entspremer, Preisrichter oder Vorprüfer nur an solchen Wettchende direkte Bewerbungen an Kollegen, bewerben beteiligen, deren Verfahrensregelungen den ˑˑ Eintragung in Verzeichnisse auch in hervorgehobeoben genannten Grundsätzen entsprechen. nem Druck (Fettdruck), Jede Aufforderung zur Mitwirkung an Wettbewerben oder zur Beteiligung an einem Gutachten, an Ausschrei- ˑˑ im Fernsprechbuch, Telefaxbuch, Gelbe Seiten, im Branchenfernsprechbuch, im Adressbuch, Architekbungen oder ähnlichen Verfahren sollte der Architektensuchservice, Architektenverzeichnisse, Stadtplatenkammer unverzüglich mitgeteilt werden, soweit sich nerverzeichnisse (auch entgeltlich) auf nationaler und nicht aus der Auslobung ergibt, dass die Kammer berainternationaler Ebene, in Branchenverzeichnissen, tend mitgewirkt hat. (7) Die Architekten und Stadtplaner sind gemäß § 28 ˑˑ in elektronischen Medien, Abs.2 Pkt.2 des ThürAIKG zur ständigen beruflichen ˑˑ eine angemessene Hinweistafel am Büro und an Baustellen, Fort- und Weiterbildung verpflichtet. Näheres hierzu ˑˑ Namensnennung am ausgeführten Werk, regelt die Fortbildungssatzung. (8) Der Architekt und Stadtplaner ist verpflichtet, die ˑˑ Präsentationen eigener Arbeiten zum Zweck der gezielten Bewerbung, Architektenkammer über seine berufsbezogenen persönlichen Daten auf dem laufenden zu halten. Er muß ˑˑ die Beteiligung an Messen und Ausstellungen. Änderungen von Fachrichtung beziehungsweise Tätig- 2. Unzulässig sind unter anderem: keitsarten und die Beendigung seiner Tätigkeit der Ar- ˑˑ Anzeigen in Zeitungen, Zeitschriften und anderen Veröffentlichungen sowie Medien, in denen in aufchitektenkammer anzeigen. Er hat bei berufsbezogenen dringlicher Art und Weise geworben wird, Anfragen die erforderlichen Auskünfte an die Architekˑˑ die Einwilligung in redaktionelle Beiträge, die ihrem tenkammer zu geben. Inhalt nach eine Umgehung des Verbotes unlauterer (9) Zur Förderung des Ansehens seines Berufes wirbt Werbung darstellen, und bewirbt sich der Architekt und Stadtplaner um Aufträge für die Erbringung von Leistungen nach § 3 ˑˑ Werbung eines Architekten oder Stadtplaners für einen Gewerbebetrieb, dessen Inhaber der Architekt des ThürAIKG nur in zurückhaltender und nicht aufoder Stadtplaner ist, bzw. an dem er beteiligt ist, dringlicher Form. Architekten und Stadtplaner dürfen ohne gleichzeitiger Verwendung der Berufsbezeichin der Werbung nicht gegen die guten Sitten verstoßen. nung Architekt oder Stadtplaner, Sie dürfen nicht vergleichend, irreführend und unlauter ˑˑ Duldung des Hinweises auf Name und Wohnort des werben. Architekten in einer Firmenwerbung, in der der Ar1. Zulässig sind unter anderem: chitekt ein bestimmtes Bauprodukt empfiehlt. ˑˑ Anzeigen mit sachlichen Informationen, wie z. B. Anschrift, Telefon, Telefax, E-mail, Homepage etc. (10) Der Architekt und Stadtplaner wahrt die Rechte ˑˑ Hinweis auf Eintragung in die Architektenliste, des Bauherrn gegenüber den am Bau Beteiligten und ˑˑ Hinweise auf die Gründung einer Architekten­ vertritt sie im Rahmen seiner Berufsaufgaben sachlich, gemeinschaft oder Berufsgesellschaften, sachgerecht und nach den Grundsätzen von Treu und ˑˑ Werbung in Form von Anzeigen, die über die berufli- Glauben. che Tätigkeit unterrichten und nicht auf die Erteilung (11) Den Architekten und Stadtplaner befreit die Tätigeines Auftrages im Einzelfall gerichtet sind, keit in Partnerschaften und Gesellschaften gleich welˑˑ Werbung in Form von Anzeigen, die über die Leistun- cher Art, nicht von der Beachtung der Berufsordnung. gen nach § 3 des ThürAIKG des Freien Architekten Die Beteiligung an Partnerschaften und Gesellschaften 56

Berufsordnung


und das öffentliche Dienstrecht hinausgehende besondere Pflichten, soweit sie sich aus der Verpflichtung zur Wahrung des Ansehens des Berufes oder seiner Berufstätigkeit als Architekt und Stadtplaner ergeben. Die gesetzlichen Vorschriften des Arbeitsrechtes und § 3 Besondere Berufsgrundsätze für freischaffende des öffentlichen Dienstrechtes gehen der BerufsordArchitekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchinung vor; die Berufsordnung gilt jedoch vor allen privattekten und Stadtplaner sowie für eingetragene rechtlichen vertraglichen Vereinbarungen. Berufsgesellschaften (2) Für den angestellten Architekten und Stadtplaner, (1) Der freischaffende Architekt und freischaffende der in seinem Arbeitsrechtsverhältnis neben ArchitekStadtplaner ist ausschließlich gemäß § 1 Abs. 3 des ten- und Stadtplanerleistungen nach § 3 des ThürAIKG ThürAIKG tätig. auch baugewerbliche Tätigkeiten für seinen Arbeitge(2) Der freischaffende Architekt und Stadtplaner muss ber erbringt, gilt die Tätigkeitsbeschreibung gemäß bei der Abwicklung seines Auftrages Unabhängigkeit § 5 Abs. 1 der Berufsordnung entsprechend. Seine bewahren. Er darf weder rechtlich noch tatsächlich Berufsbezeichnung darf ein angestellter Architekt und an baugewerbliche Interessen gebunden sein. Diese Stadtplaner weder für die Werbung des Unternehmens Bestimmung darf nicht durch Einschaltung Dritter um- seines Arbeitgebers verwenden, noch die Verwendung gestatten. gangen werden. (3) Bei Übernahme eines Auftrages muss der freischaf- (3) Erbringt ein angestellter beziehungsweise beamteter fende Architekt und Stadtplaner für klare Vertragsbezie- Architekt und Stadtplaner in Nebentätigkeit Architektenhungen mit den Bauherren oder Auftraggeber sorgen. und Stadtplanerleistungen nach § 3 des ThürAIKG, so (4) Die Berufsbezeichnung freischaffender Architekt gelten für diese Tätigkeit die Berufsgrundsätze gemäß oder freischaffender Stadtplaner darf nur führen, wer § 3 Abs. 2 bis 6 der Berufsordnung. unter dieser Bezeichnung in die Architektenliste eingetragen ist und die Berufsaufgaben nach § 3 des § 5 Besondere Berufsgrundsätze für gewerb­lich ThürAIKG selbständig und eigenverantwortlich auf ei- tätige Architekten, Innenarchitekten, Land­schafts­­ architekten und Stadtplaner gene Rechnung ausübt. (5) Der freischaffende Architekt und Stadtplaner muss (1) Gewerblich tätiger Architekt und Stadtplaner ist, seinen sozialen Verpflichtungen gegenüber seinen An- wer als Inhaber, Geschäftsführer oder Gesellschafter gestellten und freien Mitarbeitern gerecht werden. Er neben der Architekten- und Stadtplanertätigkeit nach sollte mit ihnen Arbeitsverträge unter Beachtung der § 3 des ThürAIKG ein gewerbliches Unternehmen führt geltenden gesetzlichen Bestimmungen schriftlich ver- oder daran beteiligt ist. einbaren. Der freischaffende Architekt und Stadtplaner (2) Zur Vermeidung von Interessenkollisionen muss fördert die Fort- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter. der gewerblich tätige Architekt und Stadtplaner bei Bei Veröffentlichungen sind die Architekten, Stadtplaner gleichzeitiger Erbringung von Leistungen gemäß § 3 und Mitarbeiter zu nennen, die wesentlichen Anteil an des ThürAIKG jeden Auftraggeber unaufgefordert vor der erbrachten Leistung haben. Entstehen eines Vertragsverhältnisses über die Art sei(6) Der freischaffende Architekt und Stadtplaner muss ner gewerblichen Tätigkeit sowie Inhaberschaft oder eine ausreichende Berufshaftpflichtversicherung ab- Beteiligung an gewerblichen Unternehmen im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit schriftlich unterrichten. schließen. (7) Die in dem Verzeichnis „Berufsgesellschaften“ ein- (3) Dem gewerblich tätigen Architekten und Stadtplaner getragenen Berufsgesellschaften unterliegen den glei- ist es untersagt, die Berufsbezeichnung, freischaffender chen Berufsgrundsätzen wie freischaffende Architekten Architekt bzw. freischaffender Stadtplaner zu führen. und Stadtplaner. (4) Beschränkt sich die Tätigkeit auf Leistungen nach § 3 des ThürAIKG, so gelten für dieses Vertragsverhält§ 4 Besondere Berufsgrundsätze für die im nis die Berufsgrundsätze für freiberufliche Architektenprivatrechtlichen Arbeitsverhältnis oder im und Stadtplanertätigkeit nach § 3 Abs. 2, 3, 6 und 7 der öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis stehenden Berufsordnung entsprechend. Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchi(5) Der gewerblich tätige Architekt und Stadtplaner tekten und Stadtplaner muss seinen sozialen Verpflichtungen gegenüber sei(1) Der angestellte beziehungsweise beamtete Architekt nen Mitarbeitern gerecht werden. Für ihn gelten insound Stadtplaner hat über das allgemeine Arbeitsrecht Berufsordnung

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Satzungen/Ordnungen der AKT

ist dem Architekten und Stadtplaner nur dann gestattet, wenn deren Zielsetzung oder deren Tätigkeit nicht im Widerspruch zu den in der Berufsordnung festgelegten Berufsgrundsätzen steht.


weit auch die Berufsgrundsätze nach § 3 Abs. 5 der Berufsordnung. § 6 Maßnahmen bei Verstößen Verstöße gegen die Berufsordnung werden gemäß § 30 des ThürAIKG vom Vorstand gerügt oder gemäß §§ 31 bis 33 des ThürAIKG von einem Ehrenausschuss im Ehrenverfahren geahndet.

Satzungen/Ordnungen der AKT

§ 7 Gleichstellungsklausel Status- und Funktionsbezeichnungen in dieser Satzung gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form. § 8 Inkrafttreten/Außerkrafttreten Die Berufsordnung tritt am Tage nach der Bekanntmachung des Wortlautes im Deutschen Architektenblatt, Regionalausgabe Ost, in Kraft. Gleichzeitig tritt die Berufsordnung vom 26.11.2004 außer Kraft. gez. Hartmut Strube, Präsident AKT

Geschäftsordnung der Ausschüsse und Arbeits­gruppen

Geschäftsordnung der Ausschüsse und Arbeits­ gruppen der Architekten­kammer Thüringen Die Vertreterversammlung beschließt am 28. November 2008 auf der Grundlage des Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetzes (ThürAIKG) vom 5. Februar 2008 und der Hauptsatzung der Architektenkammer Thüringen vom 28. November 2008 die nachfolgende Ordnung.

gliedern, sofern der Vorstand keine größere Mitgliederzahl festgelegt hat. Sie wählen, außer für den Eintragungs-, Schlichtungs- und Ehrenausschuss, aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden und bei größeren Ausschüssen einen Stellvertreter. Die Arbeitsgruppen und ihre Mitglieder werden vom Vorstand festgelegt. Sie bestimmen aus ihrer Mitte einen Arbeitsgruppenvorsitzenden. 4. Die Ausschüsse und Arbeitsgruppen führen ihre Sitzungen nach einem vom Vorstand bestätigten Arbeitsplan durch. Davon ausgenommen sind der Eintragungs-, Schlichtungs- und Ehrenausschuss. Zur Ausarbeitung oder Prüfung von Entscheidungsvorlagen für die Vertreterversammlung können nach Maßgabe des Vorstandes kurzfristig Sitzungstermine festgelegt werden. 5. Die Ausschuss- und Arbeitsgruppensitzungen finden in der Geschäftsstelle der Architektenkammer Thüringen in Erfurt statt. Sie können auch an einem anderen Ort durchgeführt werden, wenn dies aus besonderen Gründen erforderlich ist. 6. Einladungen und Tagesordnungen für die einzelnen Ausschuss- und Arbeitsgruppensitzungen werden vom Ausschussvorsitzenden bzw. vom Leiter der Arbeitsgruppe im Zusammenwirken mit dem Geschäftsführer der AK Thüringen oder mit einem beauftragten Mitarbeiter der Geschäftsstelle aufgestellt und von der Geschäftsstelle rechtzeitig vor dem Sitzungstermin an die Ausschuss- oder Arbeitsgruppenmitglieder versandt.

7. Den Beratungen in den Ausschuss- und Arbeitsgruppensitzungen soll nach Möglichkeit ein Arbeitspapier des Vorstandes der AK Thüringen, des Geschäftsfüh1. Die Vertreterversammlung der Architektenkammer rers, des Ausschussvorsitzenden oder eines AusschussThüringen bildet gemäß ThürAIKG durch Beschluss ei- mitgliedes bzw. des Leiters der Arbeitsgruppe zugrunde nen Eintragungs-, Schlichtungs- und Ehrenausschuss liegen. Dieses ist der Einladung zur betreffenden Sitsowie auf Vorschlag des Vorstandes weitere zur Er- zung beizufügen. füllung der Aufgaben der Kammer erforderliche Ausschüsse. 8. Von jeder Ausschusssitzung fertigt der Ausschussvorsitzende oder ein von ihm beauftragtes Ausschuss2. Die Vorsitzenden und ihre Vertreter des Eintragungs-, mitglied ein kurzes Sitzungsprotokoll an, in dem die Schlichtungs- und Ehrenausschusses werden der Ver- Beratungsergebnisse wiedergegeben werden. Dies gilt treterversammlung durch den Vorstand zur Bestätigung in gleicher Weise für die Arbeitsgruppensitzungen. vorgeschlagen und durch den Präsidenten berufen. Die Geschäftsstelle übernimmt die Übertragung, VervielDie Wahl und Abwahl der Mitglieder aller Ausschüsse fältigung und Versendung der Protokolle und eventueller und Arbeitsgruppen erfolgt durch die Vertreterversamm- Anlagen an die Ausschuss- oder Arbeitsgruppenmitglielung auf der Grundlage der Wahlordnung für die Aus- der, den Vorstand und diejenigen Personen, die den schüsse der Architektenkammer Thüringen. Inhalt des Protokolls zur Kenntnis erhalten müssen. 3. Die Ausschüsse bestehen aus mindestens drei Mit­ 58

Geschäftsordnung der Ausschüsse und Arbeits­gruppen

9. Für den technisch-organisatorischen Ablauf der Aus-


10. Der Ausschussvorsitzende oder der Leiter einer Arbeitsgruppe kann bei Erfordernis den Justitiar der Kammer zur Beratung hinzuziehen. An den Sitzungen des Ausschusses Satzung und Recht nimmt der Justitiar der Kammer generell teil. Ein Vertreter des Vorstandes der AK Thüringen oder der Geschäftsführer der Kammer können auf Wunsch an den Beratungen der Ausschüsse und Arbeitsgruppen teilnehmen. 11. Die Ausschuss- und Arbeitsgruppenmitglieder haben Anspruch auf Entschädigungen für Reisekosten und Arbeitszeitversäumnisse in der von der Vertreterversammlung beschlossenen Höhe. 12. Für den Eintragungs-, den Schlichtungs- und den Ehrenausschuss gelten die im Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz (ThürAIKG) vorgeschriebenen Regelungen und die durch die Vertreterversammlung der AK Thüringen dazu beschlossenen entsprechenden Satzungen.

reisen vornehmen. (2) Grundlage für die Reisekostenerstattung und die pauschale Erstattung der Verpflegungsmehraufwendungen bilden die jeweils steuerfrei erstattungsfähigen Höchstsätze. § 2 Reisekostenerstattung (1) Bei Dienstreisen sind in nachgewiesener Höhe erstattungsfähig: Pkw/Motorrad je Mitfahrer Öffentliche Verkehrsmittel

0,40 €/km 0,02 €/km

(2) Bei Bahnreisen ist in der Regel die 2. Klasse zu nutzen. § 3 Verpflegungsmehraufwendungen Der steuerfreie Ersatz von Verpflegungsmehraufwendungen erfolgt nicht auf Nachweis, sondern pauschal. Erstattungssätze für die Dauer der Auswärtstätigkeit: weniger als 14 Stunden, mind. 8 Stunden weniger als 24 Stunden, mind. 14 Stunden ab 24 Stunden

6,00 € 12,00 € 24,00 €

13. Status- und Funktionsbezeichnungen in dieser Satzung gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form.

§ 4 Kosten für Unterkunft Die Kosten für Unterkunft während einer Dienstreise 14. Die Geschäftsordnung der Ausschüsse und Arbeits- können in voller Höhe ersetzt werden, soweit der Nachgruppen tritt mit ihrer Veröffentlichung im Deutschen weis durch die Rechnung des Hotels, des Gasthofes Architektenblatt, Regionalausgabe Ost, in Kraft. usw. erbracht wird. Liegen solche Belege nicht vor, so gez. Hartmut Strube, Präsident AKT können die Unterkunftskosten pauschal in Höhe von 20,00 Euro ersetzt werden.

Reisekosten- und Entschädigungs­satzung

Reisekosten- und Entschädigungssatzung der Architektenkammer Thüringen Die Vertreterversammlung der Architektenkammer Thüringen beschließt am 28. November 2008 gemäß ThürAIKG vom 5. Februar 2008 die nachfolgende Reisekosten- und Entschädigungssatzung. § 1 Geltungsbereich (1) Diese Satzung gilt für ehrenamtlich tätige Mitglieder des Vorstandes, der Vertreterversammlung, der Ausschüsse der Architektenkammer Thüringen und bestätigten Arbeitsgruppen sowie für die Angestellten der Geschäftsstelle der Architektenkammer Thüringen, sofern diese im Auftrag der Architektenkammer Dienst-

§ 6 Sitzungsgelder Als Entschädigung für Sitzungen erhalten Mitglieder der Vertreterversammlung, der Ausschüsse und der Arbeitsgruppen der Architektenkammer Thüringen folgende Sätze: Sitzungsdauer bis 4 Stunden

25,00 €

Sitzungsdauer bis 6 Stunden

40,00 €

Sitzungsdauer bis 8 Stunden

60,00 €

Sitzungsdauer über 8 Stunden

75,00 €

§ 7 Aufwandsentschädigungen Eine pauschale monatliche Aufwandsentschädigung für alle Tätigkeiten im Rahmen ihres Ehrenamtes in der Architektenkammer Thüringen bei den Vorstands­ sitzungen sowie für Tätigkeiten auf Landes-, Bundesund Euro­paebene erhalten: Reisekosten- und Entschädigungs­satzung

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Satzungen/Ordnungen der AKT

schuss- und Arbeitsgruppensitzungen wird eine Sachbearbeiterin der AK Thüringen zugeordnet.


Präsident Vizepräsidenten Vorstandsmitglieder

1.200,00 € 750,00 € 250,00 €

§ 8 Antragstellung Reisekosten- und Entschädigungsansprüche sind bis spätestens 2 Monate nach dem Dienstreise- bzw. Sitzungstermin an die Geschäftsstelle der Architektenkammer Thüringen zu stellen.

Satzungen/Ordnungen der AKT

§ 9 Gleichstellungsklausel Status- und Funktionsbezeichnungen in dieser Satzung gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form. § 10 Inkrafttreten/Außerkrafttreten Die Reisekosten- und Entschädigungssatzung tritt nach ihrer Bekanntmachung im Deutschen Architektenblatt, Regionalausgabe Ost, in Kraft. Gleichzeitig tritt die bisher gültige Reisekosten- und Ent­schädigungsordnung vom 11.05.2007 außer Kraft. gez. Hartmut Strube, Präsident AKT

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Geschäftsordnung der Geschäftsstelle

Geschäftsordnung der Geschäftsstelle Die Geschäftsordnung der Geschäftsstelle inklusive dem aktuell gültigen Geschäftsverteilungsplan ist auf der Homepage der Architektenkammer unter www.architekten-thueringen.de eingestellt. Sie befand sich bei Redaktionsschluss noch in Überarbeitung.


Struktur der Architektenkammer Th端ringen

Seite 9

Satzungen und Ordnungen der Architektenkammer Th端ringen

Seite 33

Gesetze, Verordnungen und Richtlinien

Adressen und Ansprechpartner

Seite 363


(Bau-) Berufsrecht Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

Verordnung über die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen

Teil 3 – Objektplanung

Fassung vom 11. August 2009 (BGBl. I S. 2732)

Abschnitt 1 – Gebäude und raumbildende Ausbauten

Inhaltsübersicht

(Bau-) Berufsrecht

Teil 1 – Allgemeine Vorschriften

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

§ 31 Honorare für Leistungen bei Pflege- und Entwicklungsplänen

§ 1 Anwendungsbereich § 2 Begriffsbestimmungen § 3 Leistungen und Leistungsbilder § 4 Anrechenbare Kosten § 5 Honorarzonen § 6 Grundlagen des Honorars § 7 Honorarvereinbarung § 8 Berechnung des Honorars in besonderen Fällen § 9 Berechnung des Honorars bei Beauftragung von Einzelleistungen § 10 Mehrere Vorentwurfs- oder Entwurfsplanungen § 11 Auftrag für mehrere Objekte § 12 Planausschnitte § 13 Interpolation § 14 Nebenkosten § 15 Zahlungen § 16 Umsatzsteuer

Teil 2 – Flächenplanung Abschnitt 1 – Bauleitplanung § 17 Anwendungsbereich § 18 Leistungsbild Flächennutzungsplan § 19 Leistungsbild Bebauungsplan § 20 Honorare für Leistungen bei Flächennutzungsplänen § 21 Honorare für Leistungen bei Bebauungsplänen

Abschnitt 2 – Landschaftsplanung § 22 § 23 § 24 § 25 § 26 § 27 § 28 § 29 § 30

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Anwendungsbereich Leistungsbild Landschaftsplan Leistungsbild Grünordnungsplan Leistungsbild Landschaftsrahmenplan Leistungsbild Landschaftspflegerischer Begleitplan Leistungsbild Pflege- und Entwicklungsplan Honorare für Leistungen bei Landschaftsplänen Honorare für Leistungen bei Grünordnungsplänen Honorare für Leistungen bei Landschaftsrahmenplänen Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

§ 32 Besondere Grundlagen des Honorars § 33 Leistungsbild Gebäude und raumbildende Ausbauten § 34 Honorare für Leistungen bei Gebäuden und raumbildenden Ausbauten § 35 Leistungen im Bestand § 36 Instandhaltungen und Instandsetzungen

Abschnitt 2 – Freianlagen § 37 Besondere Grundlagen des Honorars § 38 Leistungsbild Freianlagen § 39 Honorare für Leistungen bei Freianlagen

Abschnitt 3 – Ingenieurbauwerke § 40 Anwendungsbereich § 41 Besondere Grundlagen des Honorars § 42 Leistungsbild Ingenieurbauwerke § 43 Honorare für Leistungen bei Ingenieurbauwerken

Abschnitt 4 – Verkehrsanlagen § 44 § 45 § 46 § 47

Anwendungsbereich Besondere Grundlagen des Honorars Leistungsbild Verkehrsanlagen Honorare für Leistungen bei Verkehrsanlagen

Teil 4 – Fachplanung Abschnitt 1 – Tragwerksplanung § 48 Besondere Grundlagen des Honorars § 49 Leistungsbild Tragwerksplanung § 50 Honorare für Leistungen bei Tragwerksplanungen

Abschnitt 2 – Technische Ausrüstung § 51 Anwendungsbereich § 52 Besondere Grundlagen des Honorars § 53 Leistungsbild Technische Ausrüstung § 54 Honorare für Leistungen bei der Technischen Ausrüstung

Teil 5 – Übergangs- und Schlussvorschriften § 55 Übergangsvorschrift § 56 Inkrafttreten, Außerkrafttreten


Besondere Leistungen Objektlisten Leistungen im Leistungsbild Flächennutzungsplan Leistungen im Leistungsbild Bebauungsplan Leistungen im Leistungsbild Landschaftsplan Leistungen im Leistungsbild Grünordnungsplan Leistungen im Leistungsbild Landschaftsrahmenplan Leistungen im Leistungsbild Landschaftspflegerischer Begleitplan Leistungen im Leistungsbild Pflegeund Entwicklungsplan Leistungen im Leistungsbild Gebäude und raumbildende Ausbauten sowie im Leistungsbild Freianlagen Leistungen im Leistungsbild Ingenieur­bauwerke und im Leistungsbild Ver­kehrs­anlagen Leistungen im Leistungsbild Tragwerksplanung Leistungen im Leistungsbild Technische Ausrüstung

Teil 1 – Allgemeine Vorschriften § 1 Anwendungsbereich Diese Verordnung regelt die Berechnung der Entgelte für die Leistungen der Architekten und Architektinnen und der Ingenieure und Ingenieurinnen (Auftragnehmer oder Auftragnehmerinnen) mit Sitz im Inland, soweit die Leistungen durch diese Verordnung erfasst und vom Inland aus erbracht werden. § 2 Begriffsbestimmungen Für diese Verordnung gelten folgende Begriffsbestimmungen: 1. „Objekte“ sind Gebäude, raumbildende Ausbauten, Freianlagen, Ingenieurbauwerke, Verkehrsanlagen, Tragwerke und Anlagen der Technischen Ausrüstung; 2. „Gebäude“ sind selbstständig benutzbare, überdeckte bauliche Anlagen, die von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sa-

chen zu dienen; 3. „Neubauten und Neuanlagen“ sind Objekte, die neu errichtet oder neu hergestellt werden; 4. „Wiederaufbauten“ sind vormals zerstörte Objekte, die auf vorhandenen Bau- oder Anlageteilen wiederhergestellt werden; sie gelten als Neubauten, sofern eine neue Planung erforderlich ist; 5. „Erweiterungsbauten“ sind Ergänzungen eines vorhandenen Objekts; 6. „Umbauten“ sind Umgestaltungen eines vorhandenen Objekts mit Eingriffen in Konstruktion oder Bestand; 7. „Modernisierungen“ sind bauliche Maßnahmen zur nachhaltigen Erhöhung des Gebrauchswertes eines Objekts, soweit sie nicht unter die Nummern 5, 6 oder Nummer 9 fallen; 8. „raumbildende Ausbauten“ sind die innere Gestaltung oder Erstellung von Innenräumen ohne wesentliche Eingriffe in Bestand oder Konstruktion; sie können im Zusammenhang mit Leistungen nach den Nummern 3 bis 7 anfallen; 9. „Instandsetzungen“ sind Maßnahmen zur Wiederherstellung des zum bestimmungsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustandes (Soll-Zustandes) eines Objekts, soweit sie nicht unter Nummer 4 fallen oder durch Maßnahmen nach Nummer 7 verursacht sind; 10. „Instandhaltungen“ sind Maßnahmen zur Erhaltung des Soll-Zustandes eines Objekts; 11. „Freianlagen“ sind planerisch gestaltete Freiflächen und Freiräume sowie entsprechend gestaltete Anlagen in Verbindung mit Bauwerken oder in Bauwerken; 12. „fachlich allgemein anerkannte Regeln der Technik“ sind schriftlich fixierte technische Festlegungen für Verfahren, die nach herrschender Auffassung der beteiligten Fachleute, Verbraucher und der öffentlichen Hand geeignet sind, die Ermittlung der anrechenbaren Kosten nach dieser Verordnung zu ermöglichen und die sich in der Praxis allgemein bewährt haben oder deren Bewährung nach herrschender Auffassung in überschaubarer Zeit bevorsteht; 13. „Kostenschätzung“ ist eine überschlägige Ermittlung der Kosten auf der Grundlage der Vorplanung; sie ist die vorläufige Grundlage für Finanzierungsüberlegungen; ihr liegen Vorplanungsergebnisse, Mengenschätzungen, erläuternde Angaben zu den planerischen Zusammenhängen, Vorgängen und Bedingungen sowie Angaben zum Baugrundstück und zur Erschließung zugrunde; wird die Kostenschätzung nach § 4 Absatz 1 Satz 3 auf der GrundHonorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

Beratungsleistungen

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Anlage 1 (zu § 3 Absatz 1) Anlage 2 (zu § 3 Absatz 3) Anlage 3 (zu § 5 Absatz 4 Satz 2) Anlage 4 (zu § 18 Absatz 1) Anlage 5 (zu § 19 Absatz 1) Anlage 6 (zu § 23 Absatz 1) Anlage 7 (zu § 24 Absatz 1) Anlage 8 (zu § 25 Absatz 1) Anlage 9 (zu § 26 Absatz 1) Anlage 10 (zu § 27) Anlage 11 (zu den §§ 33 und 38 Absatz 2) Anlage 12 (zu § 42 Absatz 1 und § 46 Absatz 2) Anlage 13 (zu § 49 Absatz 1) Anlage 14 (zu § 53 Absatz 1)


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lage der DIN 276 in der Fassung vom Dezember 2008 (DIN 276-1: 2008-121) erstellt, müssen die Gesamtkosten nach Kostengruppen bis zur ersten Ebene der Kostengliederung ermittelt werden; 14. „Kostenberechnung“ ist eine Ermittlung der Kosten auf der Grundlage der Entwurfsplanung; ihr liegen durchgearbeitete Entwurfszeichnungen oder auch Detailzeichnungen wiederkehrender Raumgruppen, Mengenberechnungen und für die Berechnung und Beurteilung der Kosten relevante Erläuterungen zugrunde; wird sie nach § 4 Absatz 1 Satz 3 auf der Grundlage der DIN 276 erstellt, müssen die Gesamtkosten nach Kostengruppen bis zur zweiten Ebene der Kostengliederung ermittelt werden; 15. „Honorarzonen“ stellen den Schwierigkeitsgrad eines Objekts oder einer Flächenplanung dar. § 3 Leistungen und Leistungsbilder (1) Die Honorare für Leistungen sind in den Teilen 2 bis 4 dieser Verordnung verbindlich geregelt. Die Hono­rare für Beratungsleistungen sind in der Anlage 1 zu dieser Verordnung enthalten und nicht verbindlich ge­regelt. (2) Leistungen, die zur ordnungsgemäßen Erfüllung eines Auftrags im Allgemeinen erforderlich sind, sind in Leistungsbildern erfasst. Andere Leistungen, die durch eine Änderung des Leistungsziels, des Leis­ tungsumfangs, einer Änderung des Leistungsablaufs oder anderer Anordnungen des Auftraggebers erforder­ lich werden, sind von den Leistungsbildern nicht erfasst und gesondert frei zu vereinbaren und zu vergüten. (3) Besondere Leistungen sind in der Anlage 2 auf­ geführt, die Aufzählung ist nicht abschließend. Die Ho­ norare für Besondere Leistungen können frei vereinbart werden. (4) Die Leistungsbilder nach dieser Verordnung glie­dern sich in die folgenden Leistungsphasen 1 bis 9: 1. Grundlagenermittlung, 2. Vorplanung, 3. Entwurfsplanung, 4. Genehmigungsplanung, 5. Ausführungsplanung, 6. Vorbereitung der Vergabe, 7. Mitwirkung bei der Vergabe, 8. Objektüberwachung (Bauüberwachung oder Bau­ oberleitung), 9. Objektbetreuung und Dokumentation. (5) Die Tragwerksplanung umfasst nur die Leistungs­ phasen 1 bis 6. (6) Abweichend von Absatz 4 Satz 1 sind die Leis­ 1 Zu beziehen über das Deutsche Institut für Normung e. V. unter www.din.de

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Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

tungsbilder des Teils 2 in bis zu fünf dort angegebenen Leistungsphasen zusammengefasst. Die Wirtschaft­ lichkeit der Leistung ist stets zu beachten. (7) Die Leistungsphasen in den Teilen 2 bis 4 dieser Verordnung werden in Prozentsätzen der Honorare be­ wertet. (8) Das Ergebnis jeder Leistungsphase ist mit dem Auftraggeber zu erörtern. § 4 Anrechenbare Kosten (1) Anrechenbare Kosten sind Teil der Kosten zur Herstellung, zum Umbau, zur Modernisierung, Instand­ haltung oder Instandsetzung von Objekten sowie den damit zusammenhängenden Aufwendungen. Sie sind nach fachlich allgemein anerkannten Regeln der Tech­nik oder nach Verwaltungsvorschriften (Kostenvor­schriften) auf der Grundlage ortsüblicher Preise zu er­mitteln. Wird in dieser Verordnung die DIN 276 in Bezug genommen, so ist diese in der Fassung vom Dezember 2008 (DIN 276-1: 2008-12) bei der Ermittlung der anre­chenbaren Kosten zugrunde zu legen. Die auf die Kos­ten von Objekten entfallende Umsatzsteuer ist nicht Bestandteil der anrechenbaren Kosten. (2) Als anrechenbare Kosten gelten ortsübliche Prei­se, wenn der Auftraggeber 1. selbst Lieferungen oder Leistungen übernimmt, 2. von bauausführenden Unternehmen oder von Liefe­ ranten sonst nicht übliche Vergünstigungen erhält, 3. Lieferungen oder Leistungen in Gegenrechnung aus­führt oder 4. vorhandene oder vorbeschaffte Baustoffe oder Bau­ teile einbauen lässt. § 5 Honorarzonen (1) Die Objekt-, Bauleit- und Tragwerksplanung wird den folgenden Honorarzonen zugeordnet: 1. Honorarzone I: sehr geringe Planungsanforderun­ gen, 2. Honorarzone II: geringe Planungsanforderungen, 3. Honorarzone III: durchschnittliche Planungsanforde­ rungen, 4. Honorarzone IV: überdurchschnittliche Planungsanforderungen, 5. Honorarzone V: sehr hohe Planungsanforderungen. (2) Abweichend von Absatz 1 werden Landschafts­pläne und die Planung der technischen Ausrüstung den folgenden Honorarzonen zugeordnet: 1. Honorarzone I: geringe Planungsanforderungen, 2. Honorarzone II: durchschnittliche Planungsanforde­ rungen, 3. Honorarzone III: hohe Planungsanforderungen. (3) Abweichend von den Absätzen 1 und 2 werden


§ 8 Berechnung des Honorars in besonderen Fällen (1) Werden nicht alle Leistungsphasen eines Leis­ tungsbildes übertragen, so dürfen nur die für die über­ tragenen Phasen vorgesehenen Prozentsätze berech­net und vertraglich vereinbart werden. (2) Werden nicht alle Leistungen einer Leistungs­phase übertragen, so darf für die übertragenen Leistun­gen nur ein Honorar berechnet und vereinbart werden, das dem § 7 Honorarvereinbarung Anteil der übertragenen Leistungen an der ge­samten (1) Das Honorar richtet sich nach der schriftlichen Leistungsphase entspricht. Das Gleiche gilt, wenn weVereinbarung, die die Vertragsparteien bei Auftrags­ sentliche Teile von Leistungen dem Auftrag­nehmer nicht erteilung im Rahmen der durch diese Verordnung fest­ übertragen werden. Ein zusätzlicher Koor­dinierungsgesetzten Mindest- und Höchstsätze treffen. und Einarbeitungsaufwand ist zu berück­sichtigen. (2) Liegen die ermittelten anrechenbaren Kosten, Werte oder Verrechnungseinheiten außerhalb der Tafelwerte § 9 Berechnung des Honorars bei Beauftragung von Einzelleistungen dieser Verordnung, sind die Honorare frei verein­bar. (3) Die in dieser Verordnung festgesetzten Mindest­ (1) Wird bei Bauleitplänen, Gebäuden und raumbil­ sätze können durch schriftliche Vereinbarung in Aus­ denden Ausbauten, Freianlagen, Ingenieurbauwerken, nahmefällen unterschritten werden. Verkehrsanlagen und Technischer Ausrüstung die (4) Die in dieser Verordnung festgesetzten Höchst­sätze Vor­planung oder Entwurfsplanung als Einzelleistung dürfen nur bei außergewöhnlichen oder unge­wöhnlich in Auftrag gegeben, können die entsprechenden Leis­ lange dauernden Leistungen durch schrift­liche Verein- tungsbewertungen der jeweiligen Leistungsphase barung überschritten werden. Dabei bleiben Umstände, Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

§ 6 Grundlagen des Honorars (1) Das Honorar für Leistungen nach dieser Verord­nung richtet sich 1. für die Leistungsbilder der Teile 3 und 4 nach den anrechenbaren Kosten des Objekts auf der Grund­ lage der Kostenberechnung oder, soweit diese nicht vorliegt, auf der Grundlage der Kostenschätzung und für die Leistungsbilder des Teils 2, nach Flä­ chengrößen oder Verrechnungseinheiten, 2. nach dem Leistungsbild, 3. nach der Honorarzone, 4. nach der dazugehörigen Honorartafel, 5. bei Leistungen im Bestand zusätzlich nach den §§ 35 und 36. (2) Wenn zum Zeitpunkt der Beauftragung noch keine Planungen als Voraussetzung für eine Kosten­schätzung oder Kostenberechnung vorliegen, können die Vertragsparteien abweichend von Absatz 1 schrift­lich vereinbaren, dass das Honorar auf der Grundlage der anrechenbaren Kosten einer Baukostenvereinba­rung nach den Vorschriften dieser Verordnung berech­net wird. Dabei werden nachprüfbare Baukosten einver­nehmlich festgelegt.

soweit sie bereits für die Einordnung in Ho­norarzonen oder für die Einordnung in den Rahmen der Mindestund Höchstsätze mitbestimmend gewesen sind, außer Betracht. (5) Ändert sich der beauftragte Leistungsumfang auf Veranlassung des Auftraggebers während der Laufzeit des Vertrages mit der Folge von Änderungen der an­ rechenbaren Kosten, Werten oder Verrechnungseinhei­ ten, ist die dem Honorar zugrunde liegende Vereinba­ rung durch schriftliche Vereinbarung anzupassen. (6) Sofern nicht bei Auftragserteilung etwas anderes schriftlich vereinbart worden ist, gelten die jeweiligen Mindestsätze gemäß Absatz 1 als vereinbart. Sofern keine Honorarvereinbarung nach Absatz 1 getroffen worden ist, sind die Leistungsphasen 1 und 2 bei der Flächenplanung mit den Mindestsätzen in Prozent des jeweiligen Honorars zu bewerten. (7) Für Kostenunterschreitungen, die unter Ausschöpfung technisch-wirtschaftlicher oder umweltver­ träglicher Lösungsmöglichkeiten zu einer wesentlichen Kostensenkung ohne Verminderung des vertraglich festgelegten Standards führen, kann ein Erfolgshonorar schriftlich vereinbart werden, das bis zu 20 Prozent des vereinbarten Honorars betragen kann. In Fällen des Überschreitens der einvernehmlich festgelegten anre­ chenbaren Kosten kann ein Malus-Honorar in Höhe von bis zu 5 Prozent des Honorars vereinbart werden.

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Grünordnungspläne und Landschaftsrahmenpläne den folgenden Honorarzonen zugeordnet: 1. Honorarzone I: durchschnittliche Planungsanforde­ rungen, 2. Honorarzone II: hohe Planungsanforderungen. (4) Die Honorarzonen sind anhand der Bewertungs­ merkmale in den Honorarregelungen der jeweiligen Leistungsbilder der Teile 2 bis 4 zu ermitteln. Die Zu­ rechnung zu den einzelnen Honorarzonen ist nach Maßgabe der Bewertungsmerkmale, gegebenenfalls der Bewertungspunkte und anhand der Regelbeispiele in den Objektlisten der Anlage 3 vorzunehmen.


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1. für die Vorplanung den Prozentsatz der Vorplanung dann nach der Summe der anrechenbaren Kosten zu zuzüglich der Anteile bis zum Höchstsatz des Pro­ berechnen. zentsatzes der vorangegangenen Leistungsphase (2) Umfasst ein Auftrag mehrere im Wesentlichen und gleichartige Objekte, die im zeitlichen oder örtlichen 2. für die Entwurfsplanung den Prozentsatz der Ent­ Zusammenhang unter gleichen baulichen Verhältniswurfsplanung zuzüglich der Anteile bis zum Höchst­ sen geplant und errichtet werden sollen, oder Objekte satz des Prozentsatzes der vorangegangenen Leis­ nach Typenplanung oder Serienbauten, so sind für die tungsphase erste bis vierte Wiederholung die Prozentsätze der Leis­ betragen. tungsphase 1 bis 7 um 50 Prozent, von der fünften bis (2) Wird bei Gebäuden oder der Technischen Aus­ siebten Wiederholung um 60 Prozent und ab der achten rüstung die Objektüberwachung als Einzelleistung in Wiederholung um 90 Prozent zu mindern. Auftrag gegeben, können die entsprechenden Leis­ (3) Umfasst ein Auftrag Leistungen, die bereits Gegenstand eines anderen Auftrags zwischen den Vertungsbewertungen der Objektüberwachung 1. für die Technische Ausrüstung den Prozentsatz tragsparteien waren, so findet Absatz 2 für die Pro­ der Objektüberwachung zuzüglich Anteile bis zum zentsätze der beauftragten Leistungsphasen in Bezug Höchstsatz des Prozentsatzes der vorangegange­ auf den neuen Auftrag auch dann Anwendung, wenn nen Leistungsphase betragen und die Leistungen nicht im zeitlichen oder örtlichen Zu­ 2. für Gebäude anstelle der Mindestsätze nach den sammenhang erbracht werden sollen. §§ 33 und 34 folgende Prozentsätze der anrechen­ (4) Die Absätze 1 bis 3 gelten nicht bei der Flächen­ baren Kosten nach § 32 berechnet werden: planung. Soweit bei bauleitplanerischen Leistungen im a) 2,3 Prozent bei Gebäuden der Honorarzone II, Sinne der §§ 17 bis 21 die Festlegungen, Ergebnisse b) 2,5 Prozent bei Gebäuden der Honorarzone III, oder Erkenntnisse anderer Pläne, insbesondere die Be­ c) 2,7 Prozent bei Gebäuden der Honorarzone IV, standsaufnahme und Bewertungen von Landschafts­ d) 3,0 Prozent bei Gebäuden der Honorarzone V. plänen und sonstigen Plänen herangezogen werden, (3) Wird die Vorläufige Planfassung bei Landschafts­ ist das Honorar angemessen zu reduzieren; dies gilt plänen oder Grünordnungsplänen als Einzelleistung in auch, wenn mit der Aufstellung dieser Pläne andere Auftrag gegeben, können abweichend von den Leis­ Auftragnehmer betraut waren. tungsbewertungen in Teil 2 Abschnitt 2 bis zu 60 Pro­ § 12 Planausschnitte zent für die Vorplanung vereinbart werden. Werden Teilflächen bereits aufgestellter Bauleitpläne § 10 Mehrere Vorentwurfs- oder Entwurfs­ (Planausschnitte) geändert oder überarbeitet, so sind planungen bei der Berechnung des Honorars nur die Ansätze des Werden auf Veranlassung des Auftraggebers meh­rere zu bearbeitenden Planausschnitts anzusetzen. Vorentwurfs- oder Entwurfsplanungen für dasselbe Objekt nach grundsätzlich verschiedenen Anforderun­ § 13 Interpolation gen gefertigt, so sind für die vollständige Vorentwurfs- Die Mindest- und Höchstsätze für Zwischenstufen der in oder Entwurfsplanung die vollen Prozentsätze dieser den Honorartafeln angegebenen anrechenbaren Kosten, Leistungsphasen nach § 3 Absatz 4 vertraglich zu ver­ Werte und Verrechnungseinheiten sind durch lineare einbaren. Bei der Berechnung des Honorars für jede Interpolation zu ermitteln. weitere Vorentwurfs- oder Entwurfsplanung sind die an­teiligen Prozentsätze der entsprechenden Leistungen § 14 Nebenkosten (1) Die bei der Ausführung des Auftrags entstehen­den vertraglich zu vereinbaren. Nebenkosten des Auftragnehmers können, soweit sie § 11 Auftrag für mehrere Objekte erforderlich sind, abzüglich der nach § 15 Absatz1 des (1) Umfasst ein Auftrag mehrere Objekte, so sind die Umsatzsteuergesetzes abziehbaren Vorsteuern neben Honorare vorbehaltlich der folgenden Absätze für jedes den Honoraren dieser Verordnung berechnet werden. Objekt getrennt zu berechnen. Dies gilt nicht für Ob­ Die Vertragsparteien können bei Auftragsertei­lung jekte mit weitgehend vergleichbaren Objektbedingun­ schriftlich vereinbaren, dass abweichend von Satz 1 gen derselben Honorarzone, die im zeitlichen und ört­ eine Erstattung ganz oder teilweise ausge­schlossen lichen Zusammenhang als Teil einer Gesamtmaßnahme ist. geplant, betrieben und genutzt werden. Das Honorar ist (2) Zu den Nebenkosten gehören insbesondere: 1. Versandkosten, Kosten für Datenübertragungen, 66

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)


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2. Kosten für Vervielfältigungen von Zeichnungen und (2) Auslagen gehören nicht zum Entgelt für die Leis­ schriftlichen Unterlagen sowie Anfertigung von Fil­ tung des Auftragnehmers. Sie sind als durchlaufende men und Fotos, Posten im umsatzsteuerrechtlichen Sinn einschließlich 3. Kosten für ein Baustellenbüro einschließlich der Ein­ einer gegebenenfalls enthaltenen Umsatzsteuer weiter richtung, Beleuchtung und Beheizung, zu berechnen. 4. Fahrtkosten für Reisen, die über einen Umkreis von 15 Kilometern um den Geschäftssitz des Auftrag­ Teil 2 – Flächenplanung nehmers hinausgehen, in Höhe der steuerlich zuläs­ sigen Pauschalsätze, sofern nicht höhere Aufwen­ Abschnitt 1 – Bauleitplanung dungen nachgewiesen werden, 5. Trennungsentschädigungen und Kosten für Fa­ § 17 Anwendungsbereich milien­heimfahrten nach den steuerlich zulässigen (1) Bauleitplanerische Leistungen umfassen die Vor­ Pauschal­sätzen, sofern nicht höhere Aufwendungen bereitung und die Erstellung der für die Planarten nach an Mit­arbeiter oder Mitarbeiterinnen des Auftrag- Absatz 2 erforderlichen Ausarbeitungen und Planfas­ nehmers auf Grund von tariflichen Vereinbarungen sungen sowie die Mitwirkung beim Verfahren. bezahlt werden, (2) Die Bestimmungen dieses Abschnitts gelten für Bau6. Entschädigungen für den sonstigen Aufwand bei leitpläne nach § 1 Absatz 2 des Baugesetzbuchs. längeren Reisen nach Nummer 4, sofern die Ent­ schädigungen vor der Geschäftsreise schriftlich ver- § 18 Leistungsbild Flächennutzungsplan einbart worden sind, (1) Die Leistungen bei Flächennutzungsplänen sind in 7. Entgelte für nicht dem Auftragnehmer obliegende fünf Leistungsphasen zusammengefasst und werden Leistungen, die von ihm im Einvernehmen mit dem wie folgt in Prozentsätzen der Honorare des § 20 be­ Auftraggeber Dritten übertragen worden sind. wertet: (3) Nebenkosten können pauschal oder nach Ein­ 1. für die Leistungsphase 1 (Klären der Aufgabenstel­ lung und Ermitteln des Leistungsumfangs) mit 1 bis zelnachweis abgerechnet werden. Sie sind nach Ein­ 3 Prozent, zelnachweis abzurechnen, sofern bei Auftragserteilung keine pauschale Abrechnung schriftlich vereinbart wor­ 2. für die Leistungsphase 2 (Ermitteln der Planungsvor­gaben) mit 10 bis 20 Prozent, den ist. 3. für die Leistungsphase 3 (Vorentwurf) mit 40 Pro­ zent, § 15 Zahlungen (1) Das Honorar wird fällig, soweit nichts anderes ver- 4. für die Leistungsphase 4 (Entwurf) mit 30 Prozent und traglich vereinbart ist, wenn die Leistung vertrags­gemäß erbracht und eine prüffähige Honorarschluss­rechnung 5. für die Leistungsphase 5 (Genehmigungsfähige Planfassung) mit 7 Prozent. überreicht worden ist. (2) Abschlagszahlungen können zu den vereinbarten Die einzelnen Leistungen jeder Leistungsphase sind in Zeitpunkten oder in angemessenen zeitlichen Abstän­ Anlage 4 geregelt. den für nachgewiesene Leistungen gefordert werden. (2) Die Teilnahme an bis zu fünf Sitzungen von po­ (3) Die Nebenkosten sind auf Nachweis fällig, sofern litischen Gremien des Auftraggebers oder Sitzungen im bei Auftragserteilung nicht etwas anderes vereinbart Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung, die bei Leistun­ worden ist. gen nach Absatz 1 anfallen, ist mit dem Honorar nach (4) Andere Zahlungsweisen können schriftlich ver­ § 20 abgegolten. Bei Neuaufstellungen von Flächennut­ einbart werden. zungsplänen sind die Sitzungsteilnahmen abweichend von Satz 1 frei zu vereinbaren. § 16 Umsatzsteuer (1) Der Auftragnehmer hat Anspruch auf Ersatz der § 19 Leistungsbild Bebauungsplan gesetzlich geschuldeten Umsatzsteuer für nach dieser (1) Die Leistungen bei Bebauungsplänen sind in fünf Verordnung abrechenbare Leistungen, sofern nicht die Leistungsphasen zusammengefasst. Sie werden nach Kleinunternehmerregelung nach § 19 des Umsatzsteu­ § 18 Absatz 1 in Prozentsätzen der Honorare des § 21 ergesetzes angewendet wird. Satz 1 gilt auch hinsicht­ bewertet. Die einzelnen Leistungen jeder Leistungs­ lich der um die nach § 15 des Umsatzsteuergesetzes phase sind in Anlage 5 geregelt. abziehbare Vorsteuer gekürzten Nebenkosten, die nach (2) Die Teilnahme an bis zu fünf Sitzungen von poli­ § 14 dieser Verordnung weiterberechenbar sind. tischen Gremien des Auftraggebers oder Sitzungen im


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(Bau-) Berufsrecht

Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung, die bei Leistun­ gen nach Absatz 1 anfallen, ist mit dem Honorar nach § 21 abgegolten. Bei Neuaufstellungen von Bebau­ ungsplänen sind die Sitzungsteilnahmen abweichend von Satz 1 frei zu vereinbaren. Honorartafel zu § 20 Absatz 1 – Flächennutzungsplan Honorarzone I Honorarzone II Ansätze Verrechnungsvon bis von bis einheiten Euro Euro 5.000 1.041 1.169 1.169 1.305 10.000 2.087 2.345 2.345 2.604 20.000 3.335 3.751 3.751 4.168 40.000 5.838 6.569 6.569 7.301 60.000 7.924 8.914 8.914 9.904 80.000 9.786 11.012 11.012 12.233 100.000 11.389 12.812 12.812 14.241 150.000 15.005 16.884 16.884 18.757 200.000 18.065 20.326 20.326 22.581 250.000 20.843 23.448 23.448 26.057 300.000 23.762 26.732 26.732 29.701 350.000 26.749 30.095 30.095 33.436 400.000 28.903 32.514 32.514 36.124 450.000 30.635 34.465 34.465 38.295 500.000 32.648 36.731 36.731 40.814 600.000 35.849 40.332 40.332 44.814 700.000 37.936 42.677 42.677 47.418 800.000 40.022 45.022 45.022 50.021 900.000 41.264 46.422 46.422 51.586 1.000.000 43.076 48.458 48.458 53.846 1.500.000 47.935 53.925 53.925 59.920 2.000.000 50.021 56.276 56.276 62.530 3.000.000 54.189 60.961 60.961 67.738

§ 20 Honorare für Leistungen bei Flächennutzungsplänen (1) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die in § 18 und Anlage 4 aufgeführten Leistungen bei Flä­ chennutzungsplänen sind in der folgenden Honorartafel festgesetzt: Honorarzone III von bis Euro 1.305 1.434 2.604 2.869 4.168 4.589 7.301 8.026 9.904 10.889 12.233 13.459 14.241 15.663 18.757 20.635 22.581 24.842 26.057 28.661 29.701 32.671 33.436 36.782 36.124 39.741 38.295 42.131 40.814 44.892 44.814 49.291 47.418 52.164 50.021 55.028 51.586 56.742 53.846 59.228 59.920 65.910 62.530 68.779 67.738 74.510

Honorarzone IV von bis Euro 1.434 1.570 2.869 3.127 4.589 5.005 8.026 8.757 10.889 11.878 13.459 14.680 15.663 17.092 20.635 22.508 24.842 27.097 28.661 31.271 32.671 35.641 36.782 40.124 39.741 43.351 42.131 45.961 44.892 48.975 49.291 53.774 52.164 56.906 55.028 60.027 56.742 61.906 59.228 64.616 65.910 71.906 68.779 75.032 74.510 81.287

Honorarzone V von bis Euro 1.570 1.698 3.127 3.386 5.005 5.422 8.757 9.488 11.878 12.868 14.680 15.905 17.092 18.515 22.508 24.387 27.097 29.358 31.271 33.875 35.641 38.610 40.124 43.470 43.351 46.962 45.961 49.792 48.975 53.059 53.774 58.256 56.906 61.647 60.027 65.028 61.906 67.063 64.616 69.999 71.906 77.895 75.032 81.287 81.287 88.058

Fortsetzung § 20:

nicht nach § 5 Absatz 4 Satz 1 des Baugesetzbuchs (2) Die Honorare sind nach Maßgabe der Ansätze nach nur nachrichtlich übernommen werden sollen, je Absatz 3 zu berechnen. Sie sind für die Einzelansätze Hektar Fläche 1.400 Verrechnungseinheiten, der Nummer 1 bis 4 gemäß der Honorartafel des Absatzes 1 getrennt zu berechnen und zur Ermittlung des 4. für darzustellende Flächen, die nicht unter die Nummer 2 oder Nummer 3 oder Absatz 4 fallen, je HekGesamthonorars zu addieren. Dabei sind die Ansätze tar Fläche 35 Verrechnungseinheiten. nach den Nummern 1 bis 3 gemeinsam einer Honorarzone nach Absatz 7 zuzuordnen. Der Ansatz nach (4) Gemeindebedarfsflächen und Sonderbauflächen Nummer 4 ist gesondert einer Honorarzone zuzuordnen. ohne nähere Darstellung der Art der Nutzung sind mit (3) Für die Ermittlung des Honorars ist von folgenden dem Hektaransatz nach Absatz 3 Nummer 2 anzusetAnsätzen auszugehen: zen. 1. nach der für den Planungszeitraum anzusetzenden (5) Liegt ein gültiger Landschaftsplan vor, der unveränZahl der Einwohner je Einwohner 10 Verrechnungs- dert zu übernehmen ist, so ist ein Ansatz nach Absatz einheiten, 3 Nummer 3 für Flächen mit Darstellungen nach § 5 2. für die darzustellenden Bauflächen und Baugebiete Absatz 2 Nummer 10 des Baugesetzbuchs nicht zu beje Hektar Fläche 1.800 Verrechnungseinheiten, rücksichtigen; diese Flächen sind den Flächen nach 3. für die darzustellenden Flächen nach § 5 Absatz 2 Absatz 3 Nummer 4 zuzuordnen. Nummer 4, 5, 8 und 10 des Baugesetzbuchs, die (6) Das Gesamthonorar für Grundleistungen nach den 68

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)


§ 21 Honorare für Leistungen bei Bebauungsplänen (1) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die in § 19 aufgeführten Leistungen bei Bebauungsplänen sind nach der Fläche des Planbereichs in Hektar in der folgenden Honorartafel festgesetzt: Honorarzone III Honorarzone IV von bis von bis Euro Euro 3.516 5.438 5.438 7.362 6.266 9.628 9.628 12.987 10.512 15.950 15.950 21.395 14.230 21.428 21.428 28.622 17.419 26.023 26.023 34.628 20.602 30.624 30.624 40.646 23.155 34.189 34.189 45.224 25.359 37.260 37.260 49.156 27.502 40.359 40.359 53.216 29.516 43.239 43.239 56.968 31.518 46.124 46.124 60.724 33.414 48.818 48.818 64.222 35.083 51.152 51.152 67.214 36.754 53.481 53.481 70.201 38.722 56.338 56.338 73.953 40.832 59.459 59.459 78.081 42.952 62.575 62.575 82.203 45.062 65.685 65.685 86.315 47.176 68.813 68.813 90.449 49.286 71.928 71.928 94.566 51.400 75.044 75.044 98.688 53.368 77.935 77.935 102.496 55.353 80.831 80.831 106.315 57.322 83.733 83.733 110.139 59.302 86.624 86.624 113.952 61.287 89.526 89.526 117.772 71.287 104.436 104.436 137.590 81.106 119.188 119.188 157.264

Honorarzone V von bis Euro 7.362 8.481 12.987 14.944 21.395 24.566 28.622 32.817 34.628 39.651 40.646 46.489 45.224 51.658 49.156 56.096 53.216 60.713 56.968 64.977 60.724 69.240 64.222 73.211 67.214 76.585 70.201 79.954 73.953 84.228 78.081 88.942 82.203 93.654 86.315 98.351 90.449 103.069 94.566 107.771 98.688 112.484 102.496 116.820 106.315 121.179 110.139 125.544 113.952 129.891 117.772 134.244 137.590 156.927 157.264 179.474

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

69

(Bau-) Berufsrecht

Honorartafel zu § 21 Absatz 1 – Bebauungsplan Honorarzone I Honorarzone II Fläche (ha) von bis von bis Euro Euro 0,5 472 1.592 1.592 3.516 1 954 2.907 2.907 6.266 2 1.895 5.068 5.068 10.512 3 2.840 7.036 7.036 14.230 4 3.791 8.813 8.813 17.419 5 4.736 10.579 10.579 20.602 6 5.686 12.120 12.120 23.155 7 6.524 13.464 13.464 25.359 8 7.149 14.645 14.645 27.502 9 7.778 15.787 15.787 29.516 10 8.403 16.918 16.918 31.518 11 9.021 18.009 18.009 33.414 12 9.651 19.021 19.021 35.083 13 10.281 20.033 20.033 36.754 14 10.832 21.108 21.108 38.722 15 11.350 22.210 22.210 40.832 16 11.872 23.323 23.323 42.952 17 12.396 24.432 24.432 45.062 18 12.918 25.540 25.540 47.176 19 13.442 26.648 26.648 49.286 20 13.959 27.755 27.755 51.400 21 14.483 28.807 28.807 53.368 22 15.005 29.871 29.871 55.353 23 15.511 30.917 30.917 57.322 24 16.035 31.974 31.974 59.302 25 16.569 33.042 33.042 61.287 30 18.796 38.133 38.133 71.287 35 20.821 43.031 43.031 81.106

der Bewertungspunkte folgenden Honorarzonen zuzuordnen: 1. Honorarzone I: Ansätze mit bis zu 9 Punkten, 2. Honorarzone II: Ansätze mit 10 bis 14 Punkten, 3. Honorarzone III: Ansätze mit 15 bis 19 Punkten, 4. Honorarzone IV: Ansätze mit 20 bis 24 Punkten, 5. Honorarzone V: Ansätze mit 25 bis 30 Punkten. (9) Bei der Zurechnung eines Flächennutzungsplans in die Honorarzonen sind entsprechend dem Schwierigkeitsgrad der Planungsanforderungen die in Absatz 7 genannten Bewertungsmerkmale mit je bis zu 5 Punkten zu bewerten.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Leistungsphasen 1 bis 5 beträgt mindestens 2.300 Euro. (7) Die Zuordnung zu den Honorarzonen wird anhand folgender Bewertungsmerkmale für die planerischen Anforderungen ermittelt: 1. topographische Verhältnisse und geologische Gegebenheiten, 2. bauliche und landschaftliche Umgebung, Denkmalpflege, 3. Nutzungen und Dichte, 4. Gestaltung, 5. Erschließung, 6. Umweltvorsorge und ökologische Bedingungen. (8) Sind für einen Flächennutzungsplan Bewertungsmerkmale aus mehreren Honorarzonen anwendbar und bestehen deswegen Zweifel, welcher Honorarzone der Flächennutzungsplan zugeordnet werden kann, so ist die Anzahl der Bewertungspunkte nach Absatz 9 zu ermitteln; der Flächennutzungsplan ist nach der Summe


Fläche (ha) 40 45 50 60 70 80 90 100

Honorarzone I von bis Euro

Honorarzone II von bis Euro

22.862 24.899 26.940 30.124 32.896 35.618 38.200 40.736

47.777 52.271 56.602 64.099 70.634 77.131 83.648 90.454

47.777 52.271 56.602 64.099 70.634 77.131 83.648 90.454

90.494 99.195 107.450 122.343 135.324 148.288 161.561 175.689

Honorarzone III von bis Euro 90.494 99.195 107.450 122.343 135.324 148.288 161.561 175.689

133.216 146.112 158.293 180.583 200.014 219.446 239.468 260.924

Honorarzone IV von bis Euro 133.216 146.112 158.293 180.583 200.014 219.446 239.468 260.924

175.931 193.035 209.142 238.827 264.704 290.604 317.380 346.159

Honorarzone V von bis Euro 175.931 193.035 209.142 238.827 264.704 290.604 317.380 346.159

200.846 220.407 238.805 272.802 302.442 332.115 362.830 395.877

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

Fortsetzung § 21:

(2) Das Honorar ist nach der Größe des Planbereichs zu berechnen, die dem Aufstellungsbeschluss zugrunde liegt. Wird die Größe des Planbereichs im förmlichen Verfahren geändert, so ist das Honorar für die Leistungsphasen, die bis zur Änderung der Größe des Planbereichs noch nicht erbracht sind, nach der geänderten Größe des Planbereichs zu berechnen. (3) Für die Ermittlung der Honorarzone bei Bebauungsplänen gilt § 20 Absatz 7 bis 9 entsprechend mit der Maßgabe, dass der Bebauungsplan insgesamt einer Honorarzone zuzuordnen ist. (4) Das Gesamthonorar für Grundleistungen nach den Leistungsphasen 1 bis 5 beträgt mindestens 2.300 Euro. Abschnitt 2 – Landschaftsplanung § 22 Anwendungsbereich (1) Landschaftsplanerische Leistungen umfassen das Vorbereiten, das Erstellen der für die Pläne nach Absatz 2 erforderlichen Ausarbeitungen und das Mitwirken beim Verfahren. (2) Die Bestimmungen dieses Abschnitts gelten für folgende Pläne: 1. Landschafts- und Grünordnungspläne, 2. Landschaftsrahmenpläne, 3. Landschaftspflegerische Begleitpläne zu Vorhaben, die den Naturhaushalt, das Landschaftsbild oder den Zugang zur freien Natur beeinträchtigen können, Pflege- und Entwicklungspläne, sowie sonstige landschaftsplanerische Leistungen.

2. für die Leistungsphase 2 (Ermittlung der Planungsgrundlagen) mit 20 bis 37 Prozent, 3. für die Leistungsphase 3 (Vorläufige Planfassung – Vorentwurf –) 50 Prozent und 4. für die Leistungsphase 4 (Entwurf) 10 Prozent. Die einzelnen Leistungen jeder Leistungsphase werden in Anlage 6 geregelt. (2) Die Teilnahme an bis zu sechs Sitzungen von politischen Gremien des Auftrag gebers oder Sitzungen im Rahmen der Bürgerbeteiligungen, die bei Leistungen nach Anlage 6 anfallen, ist mit dem Honorar nach § 28 abgegolten. § 24 Leistungsbild Grünordnungsplan (1) Die Leistungen bei Grünordnungsplänen sind in vier Leistungsphasen zusammengefasst. Sie werden zu den in § 23 Absatz 1 Satz 1 genannten in Prozentsätzen der Honorare des § 29 bewertet. Die einzelnen Leistungen jeder Leistungsphase werden in Anlage 7 geregelt. (2) § 23 Absatz 2 gilt entsprechend.

§ 25 Leistungsbild Landschaftsrahmenplan (1) Die Leistungen bei Landschaftsrahmenplänen sind in vier Leistungsphasen zusammengefasst und werden wie folgt in Prozentsätzen der Honorare des § 30 bewertet: 1. für die Leistungsphase 1 (Landschaftsanalyse) 20 Prozent, 2. für die Leistungsphase 2 (Landschaftsdiagnose) 20 Prozent, 3. für die Leistungsphase 3 (Entwurf) 50 Prozent und 4. für die Leistungsphase 4 (Endgültige Planfassung) § 23 Leistungsbild Landschaftsplan 10 Prozent. (1) Die Leistungen bei Landschaftsplänen sind in vier Die einzelnen Leistungen jeder Leistungsphase sind in Leistungsphasen zusammengefasst und werden wie Anlage 8 geregelt. folgt in Prozentsätzen der Honorare des § 28 bewer- (2) Bei einer Fortschreibung des Landschaftsrahmentet: plans ermäßigt sich die Bewertung der Leistungsphase 1. für die Leistungsphase 1 (Klären der Aufgabenstel1 auf 5 Prozent der Honorare nach § 30. lung und Ermitteln des Leistungsumfangs) mit 1 bis 3 Prozent, 70

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)


Honorarzone II von bis Euro 15.157 17.688 18.385 21.451 21.907 25.551 24.921 29.072 27.728 32.344 30.315 35.371 34.313 40.028 38.138 44.493 41.804 48.773 45.315 52.862 48.661 56.766 51.833 60.471 54.858 63.998 57.721 67.339 60.421 70.488 63.008 73.509 65.489 76.399 67.861 79.173 70.128 81.810 72.282 84.329 74.335 86.720 78.216 91.253 81.995 95.663 85.663 99.936

Honorarzone III von bis Euro 17.688 20.214 21.451 24.516 25.551 29.201 29.072 33.228 32.344 36.968 35.371 40.422 40.028 45.747 44.493 50.849 48.773 55.741 52.862 60.415 56.766 64.876 60.471 69.111 63.998 73.143 67.339 76.962 70.488 80.555 73.509 84.009 76.399 87.316 79.173 90.483 81.810 93.497 84.329 96.377 86.720 99.110 91.253 104.290 95.663 109.324 99.936 114.216

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

71

(Bau-) Berufsrecht

Honorartafel zu § 28 Absatz 1 – Landschaftsplan Honorarzone I Fläche (ha) von bis Euro 1.000 12.632 15.157 1.300 15.321 18.385 1.600 18.257 21.907 1.900 20.765 24.921 2.200 23.104 27.728 2.500 25.264 30.315 3.000 28.593 34.313 3.500 31.782 38.138 4.000 34.836 41.804 4.500 37.761 45.315 5.000 40.550 48.661 5.500 43.194 51.833 6.000 45.714 54.858 6.500 48.099 57.721 7.000 50.354 60.421 7.500 52.507 63.008 8.000 54.572 65.489 8.500 56.551 67.861 9.000 58.441 70.128 9.500 60.235 72.282 10.000 61.945 74.335 11.000 65.179 78.216 12.000 68.334 81.995 13.000 71.382 85.663

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

§ 26 Leistungsbild Landschaftspflegerischer § 27 Leistungsbild Pflege- und Entwicklungsplan Begleitplan Die Leistungen bei Pflege- und Entwicklungsplänen (1) Die Leistungen bei Landschaftspflegerischen Be- sind in vier Leistungsphasen zusammengefasst und gleitplänen sind in fünf Leistungsphasen zusammenge- werden wie folgt in Prozentsätzen der Honorare des fasst und werden wie folgt in Prozentsätzen der Hono- § 31 bewertet: 1. für die Leistungsphase 1 (Zusammenstellen der rare des Absatzes 2 bewertet: Ausgangsbedingungen) mit 1 bis 5 Prozent, 1. für die Leistungsphase 1 (Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs) mit 1 bis 2. für die Leistungsphase 2 (Ermitteln der Planungsgrundlagen) mit 20 bis 50 Prozent, 3 Prozent, 2. für die Leistungsphase 2 (Ermitteln und Bewerten 3. für die Leistungsphase 3 (Konzept der Pflege und Entwicklungsmaßnahmen) mit 20 bis 40 Prozent der Planungsgrundlagen) mit 15 bis 22 Prozent, und 3. für die Leistungsphase 3 (Ermitteln und Bewerten 4. für die Leistungsphase 4 (Endgültige Planfassung) des Eingriffs) mit 25 Prozent, mit 5 Prozent. 4. für die Leistungsphase 4 (Vorläufige Planfassung) Die einzelnen Leistungen jeder Leistungsphase sind in mit 40 Prozent und 5. für die Leistungsphase 5 (Endgültige Planfassung) Anlage 10 geregelt. mit 10 Prozent. Die einzelnen Leistungen jeder Leis§ 28 Honorare für Leistungen bei tungsphase sind in Anlage 9 geregelt. (2) Die Honorare sind bei einer Planung im Maßstab Landschaftsplänen des Flächennutzungsplans entsprechend § 28, bei ei- (1) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die ner Planung im Maßstab des Bebauungsplans entspre- in § 23 aufgeführten Leistungen bei Landschaftsplänen chend § 29 zu berechnen. Anstelle eines Honorars nach sind in der folgenden Honorartafel festgesetzt: Satz 1 kann das Honorar frei vereinbart werden.


Fläche (ha) 14.000 15.000

Honorarzone I von bis Euro 74.352 77.226

89.222 92.671

Honorarzone II von bis Euro 89.222 92.671

104.093 108.120

Honorarzone III von bis Euro 104.093 108.120

118.963 123.564

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

Fortsetzung § 28:

(2) Die Honorare sind nach der Gesamtfläche des Plan- Honorartafel zu § 29 Absatz 1 – Grünordnungsplan Honorarzone I Honorarzone II gebiets in Hektar zu berechnen. Ansätze von bis von bis (3) Die Zuordnung zu den Honorarzonen wird anhand (VE) Euro Euro folgender Bewertungsmerkmale ermittelt: 1.500 1.895 2.368 2.368 2.840 1. topographische Verhältnisse, 5.000 6.316 7.897 7.897 9.477 2. Flächennutzung, 10.000 10.483 13.110 13.110 15.731 3. Landschaftsbild, 20.000 17.435 21.794 21.794 26.147 4. Anforderungen an Umweltsicherung und Umwelt40.000 28.295 35.371 35.371 42.440 schutz, 60.000 35.618 44.527 44.527 53.430 5. ökologische Verhältnisse, 80.000 42.440 53.053 53.053 63.666 6 Bevölkerungsdichte. 100.000 48.003 60.005 60.005 72.002 (4) Sind für einen Landschaftsplan Bewertungsmerk150.000 66.321 82.900 82.900 99.475 male aus mehreren Honorarzonen anwendbar und 200.000 83.368 104.211 104.211 125.055 bestehen deswegen Zweifel, welcher Honorarzone der 250.000 101.056 126.320 126.320 151.578 Landschaftsplan zugeordnet werden kann, so ist die An300.000 117.473 146.848 146.848 176.218 zahl der Bewertungspunkte nach Absatz 5 zu ermitteln; 350.000 132.630 165.791 165.791 198.950 der Landschaftsplan ist nach der Summe der Bewer400.000 146.528 183.163 183.163 219.794 tungspunkte folgenden Honorarzonen zuzuordnen: 450.000 159.159 198.950 198.950 238.736 1. Honorarzone I: Landschaftspläne mit bis zu 16 500.000 170.526 213.164 213.164 255.795 Punkten, 600.000 193.265 241.582 241.582 289.900 2. Honorarzone II: Landschaftspläne mit 17 bis 30 700.000 216.640 270.795 270.795 324.950 Punkten, 800.000 242.527 303.162 303.162 363.791 3. Honorarzone III: Landschaftspläne mit 31 bis 42 900.000 267.161 333.955 333.955 400.742 Punkten. 1.000.000 290.530 363.161 363.161 435.793 (5) Bei der Zuordnung eines Landschaftsplans zu den Honorarzonen sind entsprechend dem Schwierigkeitsgrad der Planungsanforderungen die Bewertungsmerk- (2) Die Honorare sind für die Summe der Einzelansätze male gemäß Absatz 3 Nummern 1, 2, 3 und 6 mit je bis des Absatzes 3 gemäß der Honorartafel des Absatzes 1 zu 6 Punkten, die Bewertungsmerkmale gemäß Absatz zu berechnen. 3 Nummern 4 und 5 und mit je bis zu 9 Punkten zu (3) Für die Ermittlung des Honorars ist von folgenden bewerten. Ansätzen auszugehen: 1. für Flächen nach § 9 des Baugesetzbuchs mit § 29 Honorare für Leistungen bei Festsetzungen einer Geschossflächenzahl oder Grünordnungsplänen Baumassenzahl je Hektar Fläche 400 Verrech(1) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die nungseinheiten, in § 24 aufgeführten Leistungen bei Grünordnungsplä- 2. für Flächen nach § 9 des Baugesetzbuchs mit Festsetzungen einer Geschossflächenzahl oder nen sind in der folgenden Honorartafel festgesetzt: Baumassenzahl und Pflanzbindungen oder Pflanzpflichten je Hektar Fläche 1.150 Verrechnungseinheiten, 3. für Grünflächen nach § 9 Absatz 1 Nummer 15 des Baugesetzbuchs, soweit nicht Bestand je Hektar Fläche 1.000 Verrechnungseinheiten, 4. für sonstige Grünflächen je Hektar Fläche 400 Verrechnungseinheiten,

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Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)


§ 30 Honorare für Leistungen bei Landschaftsrahmenplänen (1) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die

Honorartafel zu § 30 Absatz 1 – Landschaftsrahmenplan Honorarzone I Honorarzone II Fläche (ha) von bis von bis Euro Euro 5.000 32.402 40.500 40.500 48.599 6.000 37.249 46.563 46.563 55.877 7.000 41.822 52.278 52.278 62.732 8.000 46.130 57.665 57.665 69.194 9.000 50.021 62.530 62.530 75.032 10.000 53.526 66.911 66.911 80.297 12.000 60.005 75.005 75.005 89.999 14.000 65.696 82.125 82.125 98.548 16.000 71.140 88.930 88.930 106.714 18.000 76.168 95.213 95.213 114.256 20.000 81.534 101.922 101.922 122.305 25.000 94.897 118.626 118.626 142.349 30.000 106.106 132.636 132.636 159.159 35.000 115.611 144.520 144.520 173.423 40.000 123.789 154.739 154.739 185.683 45.000 130.419 163.029 163.029 195.633 50.000 138.002 172.505 172.505 207.005 60.000 151.894 189.868 189.868 227.842 70.000 164.463 205.582 205.582 246.695 80.000 174.317 217.899 217.899 261.476 90.000 184.171 230.216 230.216 276.255 100.000 194.531 243.163 243.163 291.789

(2) § 28 Absatz 2 gilt entsprechend. (3) Landschaftsrahmenpläne können nach Anzahl und Gewicht der Bewertungsmerkmale der Honorarzone II zugeordnet werden, wenn es bei Auftragserteilung schriftlich vereinbart worden ist. Bewertungsmerkmale sind insbesondere: 1. schwierige ökologische Verhältnisse, 2. Verdichtungsräume, 3. Erholungsgebiete, 4. tiefgreifende Nutzungsansprüche wie großflächiger Abbau von Bodenbestandteilen, 5. erschwerte Planung durch besondere Maßnahmen der Umweltsicherung und des Umweltschutzes. § 31 Honorare für Leistungen bei Pflege- und Entwicklungsplänen (1) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die in § 27 aufgeführten Leistungen bei Pflege- und Entwicklungsplänen sind in der folgenden Honorartafel festgesetzt:

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

in § 25 aufgeführten Leistungen bei Landschaftsrahmenplänen sind in der folgenden Honorartafel festgesetzt:

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

5. für Flächen mit besonderen Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege, die nicht bereits unter Nummer 2 angesetzt sind je Hektar Fläche1200 Verrechnungseinheiten, 6. für Flächen für Aufschüttungen, Abgrabungen oder für die Gewinnung von Steinen, Erden und anderen Bodenschätzen je Hektar Fläche 400 Verrechnungseinheiten, 7. für Flächen für Landwirtschaft und Wald mit mäßigem Anteil an Maßnahmen für Naturschutz und Landschaftspflege je Hektar Fläche 400 Verrechnungseinheiten, 8. für Flächen für Landwirtschaft und Wald ohne Maßnahmen für Naturschutz und Landschaftspflege oder flurbereinigte Flächen von Landwirtschaft und Wald je Hektar Fläche 100 Verrechnungseinheiten, 9. für Wasserflächen mit Maßnahmen für Naturschutz und Landschaftspflege je Hektar Fläche 400 Verrechnungseinheiten, 10. für Wasserflächen ohne Maßnahmen für Naturschutz und Landschaftspflege je Hektar Fläche 100 Verrechnungseinheiten, 11. sonstige Flächen je Hektar Fläche 100 Verrechnungseinheiten. (4) Grünordnungspläne können nach Anzahl und Ge­ wicht der Bewertungsmerkmale der Honorarzone II zugeordnet werden, wenn es bei Auftragserteilung schriftlich vereinbart worden ist. Bewertungsmerkmale sind insbesondere: 1. schwierige ökologische oder topographische Verhältnisse, 2. sehr differenzierte Flächennutzungen, 3. erschwerte Planung durch besondere Maßnahmen auf den Gebieten Umweltschutz, Denkmalschutz, Naturschutz, Spielflächenleitplanung oder Sportstättenplanung, 4. Änderungen oder Überarbeitungen von Teilgebieten vorliegender Grünordnungspläne mit einem erhöhten Arbeitsaufwand sowie 5. Grünordnungspläne in einem Entwicklungsbereich oder in einem Sanierungsgebiet. (5) Die Honorare sind nach Darstellungen der endgültigen Planfassung nach Leistungsphase 4 von § 24 zu berechnen. Kommt es nicht zur endgültigen Planfassung, so sind die Honorare nach den Festsetzungen der mit dem Auftraggeber abgestimmten Planfassung zu berechnen.


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

Honorartafel zu § 31 Absatz 1 – Pflege und Entwicklungsplan Honorarzone I Fläche (ha) von bis Euro 5 10 15 20 30 40 50 75 100 150 200 300 400 500 1.000 2.500 5.000 10.000

2.576 3.240 3.713 4.083 4.736 5.326 5.843 6.940 7.868 9.342 10.432 11.906 13.009 13.897 17.570 26.389 37.412 52.114

5.146 6.474 7.424 8.161 9.477 10.658 11.688 13.886 15.731 18.673 20.871 23.813 26.017 27.789 35.134 52.773 74.824 104.222

Honorarzone II von bis Euro 5.146 6.474 7.424 8.161 9.477 10.658 11.688 13.886 15.731 18.673 20.871 23.813 26.017 27.789 35.134 52.773 74.824 104.222

7.722 9.702 11.136 12.239 14.224 15.984 17.525 20.837 23.599 28.008 31.310 35.719 39.032 41.676 52.704 79.160 112.231 156.336

Honorarzone III von bis Euro 7.722 9.702 11.136 12.239 14.224 15.984 17.525 20.837 23.599 28.008 31.310 35.719 39.032 41.676 52.704 79.160 112.231 156.336

10.293 12.936 14.848 16.316 18.965 21.316 23.368 27.784 31.462 37.340 41.748 47.626 52.041 55.568 70.269 105.544 149.643 208.445

Fortsetzung § 31:

(2) Die Honorare sind nach der Grundfläche des Pla- Schwierigkeitsgrad der Planungsanforderungen das nungsbereichs in Hektar zu berechnen. Bewertungsmerkmal gemäß Absatz 3 Nummer 1 mit (3) Die Zuordnung zu den Honorarzonen wird anhand bis zu 4 Punkten, die Bewertungsmerkmale gemäß Abfolgender Bewertungs merkmale für die planerischen satz 3 Nummern 4 und 5 mit je bis zu 6 Punkten und Anforderungen ermittelt: die Bewertungsmerkmale gemäß Absatz 3 Nummern 2 1. fachliche Vorgaben, und 3 mit je bis zu 9 Punkten zu bewerten. 2. Differenziertheit des floristischen Inventars oder der Pflanzengesellschaften, Teil 3 – Objektplanung 3. Differenziertheit des faunistischen Inventars, 4. Beeinträchtigungen oder Schädigungen von Natur- Abschnitt 1 – Gebäude und raumbildende haushalt und Landschaftsbild sowie Ausbauten 5. Aufwand für die Festlegung von Zielaussagen sowie Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen. § 32 Besondere Grundlagen des Honorars (4) Sind für einen Pflege- und Entwicklungsplan Bewer- (1) Anrechenbar sind für Leistungen bei Gebäuden und tungsmerkmale aus mehreren Honorarzonen anwend- raumbildenden Ausbauten die Kosten der Baukonstbar und bestehen deswegen Zweifel, welcher Honor- ruktion. arzone der Pflege- und Entwicklungsplan zugeordnet (2) Anrechenbar für Leistungen bei Gebäuden und werden kann, so ist die Anzahl der Bewertungspunkte raumbildenden Ausbauten sind auch die Kosten für nach Absatz 5 zu ermitteln; der Pflege- und Entwick- Technische Anlagen, die der Auftragnehmer nicht fachlungsplan ist nach der Summe der Bewertungspunkte lich plant oder deren Ausführung er nicht fachlich überwacht, folgenden Honorarzonen zuzuordnen: 1. vollständig bis zu 25 Prozent der sonstigen anre1. Honorarzone I: Pflege- und Entwicklungspläne chenbaren Kosten und bis zu 13 Punkten, 2. zur Hälfte mit dem 25 Prozent der sonstigen anre2. Honorarzone II: Pflege- und Entwicklungspläne chenbaren Kosten übersteigenden Betrag. mit 14 bis 24 Punkten, 3. Honorarzone III: Pflege- und Entwicklungspläne (3) Nicht anrechenbar sind insbesondere die Kosten für mit 25 bis 34 Punkten. das Herrichten, die nicht öffentliche Erschließung, so(5) Bei der Zuordnung eines Pflege- und Entwicklungs- wie Leistungen für Ausstattung und Kunstwerke, soweit plans zu den Honorarzonen ist entsprechend dem der Auftragnehmer sie nicht plant, bei der Beschaffung 74

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)


mit 6 Prozent bei Gebäuden und 2 Prozent bei raumbildenden Ausbauten, 5. für die Leistungsphase 5 (Ausführungsplanung) mit 25 Prozent bei Gebäuden und 30 Prozent bei raumbildenden Ausbauten, 6. für die Leistungsphase 6 (Vorbereitung der Vergabe) mit 10 Prozent bei Gebäuden und 7 Prozent bei raumbildenden Ausbauten, § 33 Leistungsbild Gebäude und raumbildende 7. für die Leistungsphase 7 (Mitwirkung bei der VerAusbauten gabe) mit 4 Prozent bei Gebäuden und 3 Prozent Das Leistungsbild Gebäude und raumbildende Ausbaubei raumbildende Ausbauten, ten umfasst Leistungen für Neubauten, Neuanlagen, Wiederaufbauten, Erweiterungsbauten, Umbauten, Mo- 8. für die Leistungsphase 8 (Objektüberwachung – Bauüberwachung -) mit je 31 Prozent bei Gebäuden dernisierungen, raumbildende Ausbauten, Instandhalund raumbildenden Ausbauten, tungen und Instandsetzungen. Die Leistungen sind in neun Leistungsphasen zusammengefasst und werden 9. für die Leistungsphase 9 (Objektbetreuung und Dokumentation) mit je 3 Prozent bei Gebäuden und wie folgt in Prozentsätzen der Honorare des § 34 beraumbildenden Ausbauten. wertet: Die einzelnen Leistungen jeder Leistungsphase sind in 1. für die Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung) Anlage 11 geregelt. mit je 3 Prozent bei Gebäuden und raumbildenden Ausbauten, § 34 Honorare für Leistungen bei Gebäuden und 2. für die Leistungsphase 2 (Vorplanung) mit je 7 Proraumbildenden Ausbauten zent bei Gebäuden und raumbildenden Ausbauten, 3. für die Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) mit 11 (1) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für Prozent bei Gebäuden und 14 Prozent bei raumbildie in § 33 aufgeführten Leistungen bei Gebäuden und denden Ausbauten, raumbildenden Ausbauten sind in der folgenden Hono4. für die Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) rartafel festgesetzt: Honorarzone IV von bis Euro 4.241 4.876 4.948 5.686 5.760 6.613 6.565 7.538 7.372 8.458 8.154 9.346 15.796 18.032 22.900 26.008 29.471 33.289 35.610 40.006 41.407 46.540 46.970 52.944 52.175 59.001 57.024 64.702 61.464 69.994 109.650 124.674 157.951 179.416 206.201 234.105 254.487 288.842 297.639 336.534 340.143 383.337

Honorarzone V von bis Euro 4.876 5.348 5.686 6.237 6.613 7.252 7.538 8.264 8.458 9.272 9.346 10.243 18.032 19.708 26.008 28.337 33.289 36.155 40.006 43.305 46.540 50.389 52.944 57.421 59.001 64.116 64.702 70.465 69.994 76.392 124.674 135.940 179.416 195.516 234.105 255.036 288.842 314.607 336.534 365.708 383.337 415.731

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Honorartafel zu § 34 Absatz 1 – Gebäude und raumbildende Ausbauten Honorarzone I Honorarzone II Honorarzone III Anrechen­ von bis von bis von bis bare Kosten Euro Euro Euro 25.565 2.182 2.654 2.654 3.290 3.290 4.241 30.000 2.558 3.109 3.109 3.847 3.847 4.948 35.000 2.991 3.629 3.629 4.483 4.483 5.760 40.000 3.411 4.138 4.138 5.112 5.112 6.565 45.000 3.843 4.657 4.657 5.743 5.743 7.372 50.000 4.269 5.167 5.167 6.358 6.358 8.154 100.000 8.531 10.206 10.206 12.442 12.442 15.796 150.000 12.799 15.128 15.128 18.236 18.236 22.900 200.000 17.061 19.927 19.927 23.745 23.745 29.471 250.000 21.324 24.622 24.622 29.018 29.018 35.610 300.000 24.732 28.581 28.581 33.715 33.715 41.407 350.000 27.566 32.044 32.044 38.017 38.017 46.970 400.000 29.999 35.114 35.114 41.940 41.940 52.175 450.000 32.058 37.820 37.820 45.498 45.498 57.024 500.000 33.738 40.137 40.137 48.667 48.667 61.464 1.000.000 60.822 72.089 72.089 87.112 87.112 109.650 1.500.000 88.184 104.284 104.284 125.749 125.749 157.951 2.000.000 115.506 136.436 136.436 164.341 164.341 206.201 2.500.000 142.830 168.598 168.598 202.953 202.953 254.487 3.000.000 171.226 200.401 200.401 239.295 239.295 297.639 3.500.000 199.766 232.158 232.158 275.353 275.353 340.143

(Bau-) Berufsrecht

mitwirkt oder ihre Ausführung oder ihren Einbau fachlich überwacht. (4) § 11 Absatz 1 gilt nicht, wenn die getrennte Berechnung weniger als 7.500 Euro anrechenbare Kosten der Freianlagen zum Gegenstand hätte. Absatz 3 ist insoweit nicht anzuwenden.


Anrechen­ bare Kosten

Honorarzone I von bis Euro

Honorarzone II von bis Euro

4.000.000 228.305 263.920 263.920 4.500.000 256.840 295.678 295.678 5.000.000 285.379 327.439 327.439 10.000.000 570.757 648.805 648.805 15.000.000 856.136 964.745 964.745 20.000.000 1.141.514 1.275.044 1.275.044 25.000.000 1.426.893 1.586.268 1.586.268 25.564.594 1.459.117 1.621.426 1.621.426

311.411 347.465 383.522 752.869 1.109.559 1.453.088 1.798.766 1.837.835

Honorarzone III von bis Euro 311.411 347.465 383.522 752.869 1.109.559 1.453.088 1.798.766 1.837.835

382.642 425.145 467.649 908.967 1.326.782 1.720.148 2.117.513 2.162.447

Honorarzone IV von bis Euro 382.642 425.145 467.649 908.967 1.326.782 1.720.148 2.117.513 2.162.447

430.133 476.931 523.731 1.013.031 1.471.595 1.898.192 2.330.011 2.378.856

Honorarzone V von bis Euro 430.133 465.748 476.931 515.769 523.731 565.792 1.013.031 1.091.079 1.471.595 1.580.205 1.898.192 2.031.722 2.330.011 2.489.383 2.378.856 2.541.160

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

Fortsetzung § 34:

(2) Die Zuordnung zu den Honorarzonen für Leistungen derungen die Bewertungsmerkmale für Gebäude nach bei Gebäuden wird anhand folgender Bewertungsmerk- Absatz 2 Nummern 1, 4 bis 6 mit je bis zu 6 Punkten, male ermittelt: die Bewertungsmerkmale nach Absatz 2 Nummern 2 1. Anforderungen an die Einbindung in die Umgebung, und 3 mit je bis zu 9 Punkten, für raumbildende Aus2. Anzahl der Funktionsbereiche, bauten nach Absatz 3 Nummern 1 bis 4 mit je bis zu 3. gestalterische Anforderungen, 6 Punkten, die Bewertungsmerkmale nach Absatz 3 4. konstruktive Anforderungen, Nummern 5 und 6 mit je bis zu 9 Punkten zu bewerten. 5. technische Ausrüstung, 6. Ausbau. § 35 Leistungen im Bestand (3) Die Zuordnung zu den Honorarzonen für Leistungen (1) Für Leistungen bei Umbauten und Modernisierunbei raumbildenden Ausbauten wird anhand folgender gen kann für Objekte ein Zuschlag bis zu 80 Prozent Bewertungsmerkmale ermittelt: vereinbart werden. Sofern kein Zuschlag schriftlich 1. Funktionsbereich, vereinbart ist, fällt für Leistungen ab der Honorarzone 2. Anforderungen an die Lichtgestaltung, II ein Zuschlag von 20 Prozent an. 3. Anforderungen an die Raum-Zuordnung und Raum- (2) Honorare für Leistungen bei Umbauten und ModerProportion, nisierungen von Objekten im Sinne des § 2 Nummer 6 4. Technische Ausrüstung, und 7 sind nach den anrechenbaren Kosten, der Ho5. Farb- und Materialgestaltung, norarzone, den Leistungsphasen und der Honorartafel, 6. konstruktive Detailgestaltung. die dem Umbau oder der Modernisierung sinngemäß (4) Sind für ein Gebäude oder einen raumbildenden zuzuordnen ist, zu ermitteln. Ausbau Bewertungsmerkmale aus mehreren Honorarzonen anwendbar und bestehen deswegen Zweifel, § 36 Instandhaltungen und Instandsetzungen welcher Honorarzone das Gebäude oder der raumbil- (1) Für Leistungen bei Instandhaltungen und Instanddende Ausbau zugeordnet werden kann, so ist die An- setzungen von Objekten kann vereinbart werden, den zahl der Bewertungspunkte nach Absatz 5 zu ermitteln; Prozentsatz für die Bauüberwachung um bis zu 50 Prodas Gebäude oder der raumbildende Ausbau ist nach zent zu erhöhen. der Summe der Bewertungspunkte folgenden Honorar- (2) Honorare für Leistungen bei Instandhaltungen und zonen zuzuordnen: Instandsetzungen von Objekten sind nach den anre1. Honorarzone I: Gebäude bzw. der raumbildende chenbaren Kosten, der Honorarzone, den LeistungsphaAusbau mit bis zu 10 Punkten sen und der Honorartafel, der die Instandhaltungs- und 2. Honorarzone II: Gebäude bzw. der raumbildende Instandsetzungsmaßnahme zuzuordnen ist, zu ermitAusbau mit 11 bis 18 Punkten teln. 3. Honorarzone III: Gebäude bzw. der raumbildende Ausbau mit 19 bis 26 Punkten Abschnitt 2 – Freianlagen 4. Honorarzone IV: Gebäude bzw. der raumbildende Ausbau mit 27 bis 34 Punkten § 37 Besondere Grundlagen des Honorars 5. Honorarzone V: Gebäude bzw. der raumbildende (1) Zu den anrechenbaren Kosten für Leistungen bei Ausbau mit 35 bis 42 Punkten Freianlagen rechnen neben den Kosten für Außenanla(5) Bei der Zuordnung zu den Honorarzonen sind ent- gen auch die Kosten für folgende Bauwerke und Anlasprechend dem Schwierigkeitsgrad der Planungsanfor- gen, soweit sie der Auftragnehmer plant und überwacht: 76

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)


Honorartafel zu § 39 Absatz 1 – Freianlagen Honorarzone I Honorarzone II Anrechen­ von bis von bis bare Kosten Euro Euro 20.452 2.616 3.205 3.205 3.988 25.000 3.186 3.902 3.902 4.853 30.000 3.798 4.651 4.651 5.785 35.000 4.409 5.394 5.394 6.710 40.000 5.015 6.133 6.133 7.624 45.000 5.610 6.861 6.861 8.524 50.000 6.200 7.578 7.578 9.412 100.000 11.730 14.276 14.276 17.665 150.000 16.590 20.103 20.103 24.785 200.000 20.814 25.089 25.089 30.781 250.000 24.364 29.196 29.196 35.638 300.000 29.051 34.471 34.471 41.693 350.000 33.897 39.806 39.806 47.685 400.000 38.737 45.026 45.026 53.411 450.000 43.581 50.122 50.122 58.839 500.000 48.418 55.091 55.091 63.989

§ 39 Honorare für Leistungen bei Freianlagen (1) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die in § 38 aufgeführten Leistungen bei Freianlagen sind in der folgenden Honorartafel festgesetzt: Honorarzone III von bis Euro 3.988 5.163 4.853 6.279 5.785 7.486 6.710 8.676 7.624 9.855 8.524 11.019 9.412 12.162 17.665 22.756 24.785 31.810 30.781 39.329 35.638 45.308 41.693 52.534 47.685 59.505 53.411 65.990 58.839 71.915 63.989 77.340

Honorarzone IV von bis Euro 5.163 5.944 6.279 7.230 7.486 8.620 8.676 9.991 9.855 11.348 11.019 12.682 12.162 13.995 22.756 26.145 31.810 36.491 39.329 45.022 45.308 51.750 52.534 59.755 59.505 67.384 65.990 74.373 71.915 80.633 77.340 86.238

Honorarzone V von bis Euro 5.944 6.535 7.230 7.946 8.620 9.468 9.991 10.977 11.348 12.465 12.682 13.932 13.995 15.373 26.145 28.690 36.491 40.004 45.022 49.297 51.750 56.582 59.755 65.175 67.384 73.293 74.373 80.663 80.633 87.173 86.238 92.912

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

77

(Bau-) Berufsrecht

§ 38 Leistungsbild Freianlagen (1) § 33 Absatz 1 Satz 1 gilt mit Ausnahme der Ausführungen zu den raumbildenden Ausbauten entsprechend. Die Leistungen bei Freianlagen sind in neun Leistungs phasen zusammengefasst und werden wie folgt in Prozentsätzen der Honorare des § 39 bewertet: 1. für die Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung) mit 3 Prozent, 2. für die Leistungsphase 2 (Vorplanung) mit 10 Prozent, 3. für die Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) mit 15 Prozent, 4. für die Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) mit 6 Prozent, 5. für die Leistungsphase 5 (Ausführungsplanung) mit 24 Prozent, 6. für die Leistungsphase 6 (Vorbereitung der Vergabe) mit 7 Prozent, 7. für die Leistungsphase 7 (Mitwirkung bei der Vergabe) mit 3 Prozent, 8. für die Leistungsphase 8 (Objektüberwachung – Bauüberwachung) mit 29 Prozent und 9. für die Leistungsphase 9 (Objektbetreuung und Dokumentation) mit 3 Prozent. (2) Die einzelnen Leistungen jeder Leistungsphase sind in Anlage 11 geregelt.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

1. Einzelgewässer mit überwiegend ökologischen und landschaftsgestalterischen Elementen, 2. Teiche ohne Dämme, 3. flächenhafter Erdbau zur Geländegestaltung, 4. einfache Durchlässe und Uferbefestigungen als Mittel zur Geländegestaltung, soweit keine Leistungen nach Teil 4 erforderlich sind, 5. Lärmschutzwälle als Mittel zur Geländegestaltung, 6. Stützbauwerke und Geländeabstützungen ohne Verkehrsbelastung als Mittel zur Geländegestaltung, soweit keine Leistungen nach Teil 4 erforderlich sind, 7. Stege und Brücken, soweit keine Leistungen nach Teil 4 erforderlich sind, 8. Wege ohne Eignung für den regelmäßigen Fahrverkehr mit einfachen Entwässerungsverhältnissen sowie andere Wege und befestigte Flächen, die als Gestaltungselement der Freianlagen geplant werden und für die Leistungen nach Teil 3 nicht erforderlich sind. (2) Nicht anrechenbar sind die Kosten für Leistungen bei Freianlagen für: 1. das Gebäude sowie die in § 32 Absatz 3 genannten Kosten und 2. den Unter- und Oberbau von Fußgängerbereichen, ausgenommen die Kosten für die Oberflächenbefestigung. (3) § 11 Absatz 1 gilt nicht, wenn die getrennte Berechnung 7.500 Euro anrechen bare Kosten der Gebäude unterschreitet. Absatz 2 ist insoweit nicht anzuwenden.


Anrechen­ bare Kosten 1.000.000 1.500.000 1.533.876

Honorarzone I von bis Euro 96.839 145.255 148.535

107.026 159.689 163.260

Honorarzone II von bis Euro 107.026 159.689 163.260

120.607 178.937 182.894

Honorarzone III von bis Euro 120.607 178.937 182.894

140.982 207.811 212.347

Honorarzone IV von bis Euro 140.982 154.563 207.811 227.058 212.347 231.982

Honorarzone V von bis Euro 154.563 227.058 231.982

164.750 241.492 246.706

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

Fortsetzung § 39:

(2) Die Zuordnung zu den Honorarzonen wird anhand folgender Bewertungsmerkmale für die planerischen Anforderungen ermittelt: 1. Anforderungen an die Einbindung in die Umgebung, 2. Anforderungen an Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft, 3. Anzahl der Funktionsbereiche, 4. gestalterische Anforderungen, 5. Ver- und Entsorgungseinrichtungen. (3) Sind für eine Freianlage Bewertungsmerkmale aus mehreren Honorarzonen anwendbar und bestehen deswegen Zweifel, welcher Honorarzone die Freianlage zugeordnet werden kann, so ist die Anzahl der Bewertungspunkte nach Absatz 4 zu ermitteln; die Freianlage ist nach der Summe der Bewertungsmerkmale folgenden Honorarzonen zuzuordnen: 1. Honorarzone I: Freianlagen mit bis zu 8 Punkten, 2. Honorarzone II: Freianlagen mit 9 bis 15 Punkten, 3. Honorarzone III: Freianlagen mit 16 bis 22 Punkten, 4. Honorarzone IV: Freianlagen mit 23 bis 29 Punkten, 5. Honorarzone V: Freianlagen mit 30 bis 36 Punkten. (4) Bei der Zuordnung einer Freianlage zu einer Honorarzone sind entsprechend dem Schwierigkeitsgrad der Planungsanforderungen die Bewertungsmerkmale nach Absatz 2 Nummer 1, 2 und 4 mit je bis zu 8 Punkten, die Bewertungsmerkmale nach Absatz 2 Nummer 3 und 5 mit je bis zu 6 Punkten zu bewerten. Abschnitt 3 – Ingenieurbauwerke § 40 Anwendungsbereich Ingenieurbauwerke umfassen: 1. Bauwerke und Anlagen der Wasserversorgung 2. Bauwerke und Anlagen der Abwasserentsorgung, 3. Bauwerke und Anlagen des Wasserbaus, ausgenommen Freianlagen nach § 2 Nummer 11, 4. Bauwerke und Anlagen für Ver- und Entsorgung mit Gasen, Feststoffen einschließlich wassergefährden­ den Flüssigkeiten, ausgenommen Anlagen nach § 51, 5. Bauwerke und Anlagen der Abfallentsorgung, 6. konstruktive Ingenieurbauwerke für Verkehrsanlagen, 7. sonstige Einzelbauwerke, ausgenommen Gebäude und Freileitungsmaste.

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Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

§ 41 Besondere Grundlagen des Honorars (1) Anrechenbar sind für Leistungen bei Ingenieurbauwerken die Kosten der Baukonstruktion. (2) Anrechenbar für Leistungen bei Ingenieurbauwerken sind auch die Kosten für Technische Anlagen mit Ausnahme von Absatz 3 Nummer 7, die der Auftragnehmer nicht fachlich plant oder deren Ausführung er oder sie nicht fachlich überwacht, 1. vollständig bis zu 25 Prozent der sonstigen anrechenbaren Kosten und 2. zur Hälfte mit dem 25 Prozent der sonstigen anrechenbaren Kosten übersteigenden Betrag. (3) Nicht anrechenbar sind, soweit der Auftragnehmer die Anlagen weder plant noch ihre Ausführung überwacht, die Kosten für: 1. das Herrichten des Grundstücks, 2. die öffentliche Erschließung, 3. die nichtöffentliche Erschließung und die Außenanlagen, 4. verkehrsregelnde Maßnahmen während der Bauzeit, das Umlegen und Verlegen von Leitungen, die Ausstattung und Nebenanlagen von Straßen sowie Ausrüstung und Nebenanlagen von Gleisanlagen und 5. Anlagen der Maschinentechnik, die der Zweckbestimmung des Ingenieurbauwerks dienen. § 42 Leistungsbild Ingenieurbauwerke (1) § 33 Absatz 1 Satz 1 gilt entsprechend. Die Leistungen für Ingenieurbauwerke sind in neun Leistungsphasen zusammengefasst und werden wie folgt in Prozentsätzen der Honorare des § 43 bewertet: 1. für die Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung) mit 2 Prozent, 2. für die Leistungsphase 2 (Vorplanung) mit 15 Prozent, 3. für die Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) mit 30 Prozent, 4. für die Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) mit 5 Prozent, 5. für die Leistungsphase 5 (Ausführungsplanung) mit 15 Prozent, 6. für die Leistungsphase 6 (Vorbereitung der Vergabe) mit 10 Prozent, 7. für die Leistungsphase 7 (Mitwirkung bei der Ver-


(3) Die Teilnahme an bis zu fünf Erläuterungs- oder Erörterungsterminen mit Bürgern und Bürgerinnen oder politischen Gremien, die bei Leistungen nach Anlage 12 anfallen, sind als Leistungen mit den Honoraren nach § 43 abgegolten.

Honorartabelle zu § 43 Absatz 1 – Ingenieurbauwerke (Anwendungsbereich des § 40) HonorarHonorarHonorarHonorarHonorarzone I zone II zone III zone IV zone V Anrechen­ von bis von bis von bis von bis von bis bare Kosten Euro Euro Euro Euro Euro 25.565 2.616 3.290 3.290 3.959 3.959 4.634 4.634 5.303 5.303 5.979 30.000 2.981 3.735 3.735 4.487 4.487 5.244 5.244 5.996 5.996 6.750 35.000 3.375 4.215 4.215 5.061 5.061 5.904 5.904 6.749 6.749 7.590 40.000 3.751 4.681 4.681 5.610 5.610 6.534 6.534 7.465 7.465 8.393 45.000 4.125 5.134 5.134 6.146 6.146 7.152 7.152 8.165 8.165 9.173 50.000 4.495 5.585 5.585 6.675 6.675 7.759 7.759 8.851 8.851 9.940 75.000 6.233 7.687 7.687 9.141 9.141 10.591 10.591 12.045 12.045 13.499 100.000 7.863 9.649 9.649 11.436 11.436 13.218 13.218 15.004 15.004 16.790 150.000 10.902 13.286 13.286 15.671 15.671 18.053 18.053 20.437 20.437 22.821 200.000 13.753 16.680 16.680 19.606 19.606 22.528 22.528 25.454 25.454 28.381 250.000 16.467 19.892 19.892 23.322 23.322 26.748 26.748 30.177 30.177 33.603 300.000 19.070 22.970 22.970 26.877 26.877 30.778 30.778 34.684 34.684 38.586 350.000 21.593 25.948 25.948 30.304 30.304 34.654 34.654 39.010 39.010 43.365 400.000 24.056 28.839 28.839 33.626 33.626 38.408 38.408 43.196 43.196 47.979 450.000 26.451 31.653 31.653 36.856 36.856 42.052 42.052 47.255 47.255 52.457 500.000 28.793 34.399 34.399 40.002 40.002 45.607 45.607 51.209 51.209 56.816 750.000 39.906 47.363 47.363 54.819 54.819 62.275 62.275 69.732 69.732 77.188 1.000.000 50.338 59.468 59.468 68.603 68.603 77.733 77.733 86.868 86.868 95.998 1.500.000 69.798 81.930 81.930 94.062 94.062 106.198 106.198 118.330 118.330 130.462 2.000.000 88.043 102.884 102.884 117.725 117.725 132.572 132.572 147.413 147.413 162.254 2.500.000 105.403 122.755 122.755 140.099 140.099 157.451 157.451 174.797 174.797 192.147 3.000.000 122.104 141.804 141.804 161.504 161.504 181.210 181.210 200.910 200.910 220.611 3.500.000 138.269 160.202 160.202 182.135 182.135 204.063 204.063 225.996 225.996 247.929 4.000.000 154.001 178.067 178.067 202.128 202.128 226.193 226.193 250.254 250.254 274.320 4.500.000 169.349 195.466 195.466 221.580 221.580 247.691 247.691 273.807 273.807 299.922 5.000.000 184.370 212.464 212.464 240.558 240.558 268.655 268.655 296.748 296.748 324.842 7.500.000 255.540 292.695 292.695 329.850 329.850 367.006 367.006 404.161 404.161 441.316 10.000.000 322.325 367.629 367.629 412.932 412.932 458.236 458.236 503.540 503.540 548.844 15.000.000 446.895 506.699 506.699 566.498 566.498 626.302 626.302 686.100 686.100 745.903 20.000.000 563.691 636.474 636.474 709.258 709.258 782.047 782.047 854.831 854.831 927.615 25.000.000 674.891 759.620 759.620 844.344 844.344 929.073 929.073 1.013.797 1.013.797 1.098.526 25.564.594 687.391 773.458 773.458 859.520 859.520 945.588 945.588 1.031.649 1.031.649 1.117.717

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

79

(Bau-) Berufsrecht

§ 43 Honorare für Leistungen bei Ingenieurbauwerken (1) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die in § 42 aufgeführten Leistungen bei Ingenieurbauwerken sind in der folgenden Honorartafel für den Anwendungsbereich des § 40 festgesetzt:

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

gabe) mit 5 Prozent, 8. für die Leistungsphase 8 (Bauoberleitung) mit 15 Prozent, 9. für die Leistungsphase 9 (Objektbetreuung und Dokumentation) mit 3 Prozent. Die einzelnen Leistungen jeder Leistungsphase sind in Anlage 12 geregelt. Abweichend von der Bewertung der Leistungsphase 2 (Vorplanung) mit 15 Prozent, wird die Leistungsphase 2 bei Objekten nach § 40 Nummer 6 und 7, die eine Tragwerksplanung erfordern, mit 8 Prozent bewertet. (2) Die §§ 35 und 36 Absatz 2 gelten entsprechend.


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(2) Die Zuordnung zu den Honorarzonen wird anhand folgender Bewertungsmerkmale für die planerischen Anforderungen ermittelt: 1. geologische und baugrundtechnische Gegebenheiten, 2. technische Ausrüstung und Ausstattung, 3. Einbindung in die Umgebung oder das Objektfeld, 4. Umfang der Funktionsbereiche oder der konstruktiven oder technischen Anforderungen, 5. fachspezifische Bedingungen. (3) Sind für Ingenieurbauwerke Bewertungsmerkmale aus mehreren Honorarzonen anwendbar und bestehen deswegen Zweifel, welcher Honorarzone das Objekt zugeordnet werden kann, so ist die Anzahl der Bewertungspunkte nach Absatz 4 zu ermitteln. Das Objekt ist nach der Summe der Bewertungsmerkmale folgenden Honorarzonen zuzuordnen: 1. Honorarzone I: Objekte mit bis zu 10 Punkten, 2. Honorarzone II: Objekte mit 11 bis 17 Punkten, 3. Honorarzone III: Objekte mit 18 bis 25 Punkten, 4. Honorarzone IV: Objekte mit 26 bis 33 Punkten, 5. Honorarzone V: Objekte mit 34 bis 40 Punkten. (4) Bei der Zuordnung eines Ingenieurbauwerks zu den Honorarzonen sind entsprechend dem Schwierigkeitsgrad der Planungsanforderungen die Bewertungs merkmale wie folgt zu bewerten: 1. nach Absatz 2 Nummer 1, 2 und 3 mit bis zu 5 Punkten, 2. nach Absatz 2 Nummer 4 mit bis zu 10 Punkten, 3. nach Absatz 2 Nummer 5 mit bis zu 15 Punkten. Abschnitt 4: Verkehrsanlagen § 44 Anwendungsbereich Verkehrsanlagen umfassen: 1. Anlagen des Straßenverkehrs, ausgenommen selbst­ständige Rad-, Geh- und Wirtschaftswege und Freianlagen nach § 2 Nummer 11, 2. Anlagen des Schienenverkehrs, 3. Anlagen des Flugverkehrs. § 45 Besondere Grundlagen des Honorars (1) § 41 gilt entsprechend. (2) Anrechenbar sind für Leistungen der Leistungsphasen 1 bis 7 und 9 der Anlage 12 bei Verkehrsanlagen: 1. die Kosten für Erdarbeiten einschließlich Felsarbeiten bis zu 40 Prozent der sonstigen anrechenbaren Kosten nach Absatz 1 und 2. 10 Prozent der Kosten für Ingenieurbauwerke, wenn dem Auftragnehmer nicht gleichzeitig Leistungen nach § 46 für diese Ingenieurbauwerke übertragen werden. 80

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

(3) Anrechenbar sind für Leistungen der Leistungsphasen 1 bis 7 und 9 des § 46 bei Straßen mit mehreren durchgehenden Fahrspuren, wenn diese eine gemeinsame Entwurfsachse und eine gemeinsame Entwurfsgradiente haben, sowie bei Gleis- und Bahnsteiganlagen mit zwei Gleisen, wenn diese ein gemeinsames Planum haben, nur folgende Prozentsätze der nach den Absätzen 1 und 2 ermittelten Kosten: 1. bei dreistreifigen Straßen 85 Prozent, 2. bei vierstreifigen Straßen 70 Prozent, 3. bei mehr als vierstreifigen Straßen 60 Prozent, 4. bei Gleis- und Bahnsteiganlagen mit zwei Gleisen90 Prozent. § 46 Leistungsbild Verkehrsanlagen (1) Die Sätze 1 und 2 des § 33 Absatz 1 gelten entsprechend. Sie sind in der folgenden Tabelle für Verkehrsanlagen in Prozentsätzen der Honorare des § 47 bewertet: 1. für die Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung) mit 2 Prozent, 2. für die Leistungsphase 2 (Vorplanung) mit 15 Prozent, 3. für die Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) mit 30 Prozent, 4. für die Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) mit 5 Prozent, 5. für die Leistungsphase 5 (Ausführungsplanung) mit 15 Prozent, 6. für die Leistungsphase 6 (Vorbereitung der Vergabe) mit 10 Prozent, 7. für die Leistungsphase 7 (Mitwirkung bei der Vergabe) mit 5 Prozent, 8. für die Leistungsphase 8 (Bauoberleitung) mit 15 Prozent, 9. für die Leistungsphase 9 (Objektbetreuung und Dokumentation) mit 3 Prozent. (2) Die einzelnen Leistungen jeder Leistungsphase sind in Anlage 12 geregelt. (3) Die §§ 35 und 36 Absatz 2 gelten entsprechend. § 47 Honorare für Leistungen bei Verkehrsanlagen (1) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die in § 46 aufgeführten Leistungen bei Verkehrsanlagen sind in der folgenden Honorartafel für den Anwendungsbereich des § 44 festgesetzt:


3.610 4.094 4.624 5.124 5.619 6.101 8.357 10.452 14.280 17.758 21.002 24.045 26.927 29.657 32.254 34.746 45.634 54.575 74.911 94.064 112.231 129.652 146.474 162.808 178.710 194.249 267.609 336.115 463.264 581.913 694.507 707.160

3.610 4.094 4.624 5.124 5.619 6.101 8.357 10.452 14.280 17.758 21.002 24.045 26.927 29.657 32.254 34.746 45.634 54.575 74.911 94.064 112.231 129.652 146.474 162.808 178.710 194.249 267.609 336.115 463.264 581.913 694.507 707.160

4.347 4.918 5.543 6.141 6.727 7.292 9.940 12.389 16.837 20.875 24.625 28.133 31.444 34.579 37.555 40.407 52.814 62.955 86.004 107.633 128.093 147.663 166.525 184.809 202.588 219.935 301.577 377.533 517.937 648.458 771.967 785.843

4.347 4.918 5.543 6.141 6.727 7.292 9.940 12.389 16.837 20.875 24.625 28.133 31.444 34.579 37.555 40.407 52.814 62.955 86.004 107.633 128.093 147.663 166.525 184.809 202.588 219.935 301.577 377.533 517.937 648.458 771.967 785.843

5.090 5.744 6.467 7.154 7.828 8.481 11.527 14.321 19.399 23.997 28.241 32.216 35.955 39.494 42.855 46.065 60.001 71.332 97.100 121.207 143.956 165.675 186.575 206.806 226.461 245.623 335.551 418.957 572.617 715.009 849.433 864.531

5.090 5.744 6.467 7.154 7.828 8.481 11.527 14.321 19.399 23.997 28.241 32.216 35.955 39.494 42.855 46.065 60.001 71.332 97.100 121.207 143.956 165.675 186.575 206.806 226.461 245.623 335.551 418.957 572.617 715.009 849.433 864.531

5.827 6.568 7.385 8.172 8.934 9.671 13.109 16.258 21.955 27.113 31.864 36.303 40.471 44.417 48.156 51.725 67.181 79.713 108.192 134.775 159.818 183.687 206.626 228.806 250.339 271.310 369.519 460.375 627.292 781.553 926.893 943.214

Honorarzone V von bis Euro 5.827 6.564 6.568 7.393 7.385 8.309 8.172 9.185 8.934 10.035 9.671 10.861 13.109 14.691 16.258 18.195 21.955 24.517 27.113 30.230 31.864 35.485 36.303 40.387 40.471 44.987 44.417 49.338 48.156 53.457 51.725 57.387 67.181 74.368 79.713 88.094 108.192 119.283 134.775 148.344 159.818 175.680 183.687 201.699 206.626 226.677 228.806 250.807 250.339 274.218 271.310 296.996 369.519 403.487 460.375 501.794 627.292 681.965 781.553 848.098 926.893 1.004.357 943.214 1.021.902

Fortsetzung § 47:

(2) § 43 Absatz 2 bis 4 gilt entsprechend.

rechenbaren Kosten abweichend von Absatz 1 nach Absatz 3 Nummer 1 bis 12 ermittelt werden. (3) Anrechenbare Kosten sind bei Ingenieurbauwerken Teil 4 – Fachplanung die vollständigen Kosten für: 1. Erdarbeiten, Abschnitt 1 – Tragwerksplanung 2. Mauerarbeiten, 3. Beton- und Stahlbetonarbeiten, § 48 Besondere Grundlagen des Honorars (1) Anrechenbare Kosten sind bei Gebäuden und zu- 4. Naturwerksteinarbeiten, gehörigen baulichen Anlagen 55 Prozent der Bauwerk– 5. Betonwerksteinarbeiten, Baukonstruktionskosten und 10 Prozent der Kosten der 6. Zimmer- und Holzbauarbeiten, 7. Stahlbauarbeiten, Technischen Anlagen. (2) Die Vertragsparteien können bei Gebäuden mit 8. Tragwerke und Tragwerksteile aus Stoffen, die anstelle der in den vorgenannten Leistungen enthaleinem hohen Anteil an Kosten der Gründung und tenen Stoffe verwendet werden, der Tragkonstruktionen sowie bei Umbauten bei der Auftragserteilung schriftlich vereinbaren, dass die an- 9. Abdichtungsarbeiten, Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

81

(Bau-) Berufsrecht

25.565 2.874 30.000 3.269 35.000 3.700 40.000 4.111 45.000 4.518 50.000 4.912 75.000 6.775 100.000 8.516 150.000 11.718 200.000 14.642 250.000 17.381 300.000 19.962 350.000 22.410 400.000 24.735 450.000 26.954 500.000 29.084 750.000 38.446 1.000.000 46.193 1.500.000 63.820 2.000.000 80.496 2.500.000 96.370 3.000.000 111.639 3.500.000 126.423 4.000.000 140.808 4.500.000 154.832 5.000.000 168.563 7.500.000 233.640 10.000.000 294.697 15.000.000 408.590 20.000.000 515.368 25.000.000 617.043 25.564.594 628.472

Honorarzone IV von bis Euro

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Honorartafel zu § 47 Absatz 1 – Verkehrsanlagen (Anwendungsbereich des § 44) Honorarzone I Honorarzone II Honorarzone III Anrechen­ von bis von bis von bis bare Kosten Euro Euro Euro


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

10. Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten, § 49 Leistungsbild Tragwerksplanung 11. Klempnerarbeiten, (1) Die Leistungen bei der Tragwerksplanung sind für 12. Metallbau- und Schlosserarbeiten für tragende Gebäude und zugehörige bauliche Anlagen sowie für Konstruktionen, Ingenieurbauwerke nach § 40 Nummer 1 bis 5 in den in 13. Bohrarbeiten, außer Bohrungen zur Baugrunder- der Anlage 13 aufgeführten Leistungsphasen 1 bis 6, für kundung, Ingenieurbauwerke nach § 40 Nummer 6 und 7 in den 14. Verbauarbeiten für Baugruben, in der Anlage 13 aufgeführten Leistungsphasen 2 bis 6 15. Rammarbeiten, zusammengefasst und werden wie folgt in Prozentsät16. Wasserhaltungsarbeiten, zen der Honorare des § 50 bewertet: einschließlich der Kosten für Baustelleneinrichtungen. 1. für die Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung) mit 3 Prozent, Absatz 4 bleibt unberührt. (4) Nicht anrechenbar sind bei Anwendung von Absatz 2. für die Leistungsphase 2 (Vorplanung) mit 10 Prozent, 2 oder Absatz 3 die Kosten für: 3. für die Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) 1. das Herrichten des Baugrundstücks, mit 12 Prozent, 2. Oberbodenauftrag, 3. Mehrkosten für außergewöhnliche Ausschach- 4. für die Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) mit 30 Prozent, tungsarbeiten, 5. für die Leistungsphase 5 (Ausführungsplanung) 4. Rohrgräben ohne statischen Nachweis, mit 42 Prozent, 5. nichttragendes Mauerwerk, das kleiner als 11,5 6. für die Leistungsphase 6 (Vorbereitung der VerZentimeter ist, gabe) mit 3 Prozent. 6. Bodenplatten ohne statischen Nachweis, Die einzelnen Leistungen jeder Leistungsphase sind in 7. Mehrkosten für Sonderausführungen, 8. Winterbauschutzvorkehrungen und sonstige zu- der Anlage 13 geregelt. Die Leistungen der Leistungssätzliche Maßnahmen für den Winterbau, phase 1 für Ingenieurbauwerke nach § 40 Nummer 6 9. Naturwerkstein-, Betonwerkstein-, Zimmer- und und 7 sind im Leistungsbild der Ingenieurbauwerke des Holzbau-, Stahlbau- und Klempnerarbeiten, die in § 42 enthalten. Verbindung mit dem Ausbau eines Gebäudes oder (2) Die Leistungsphase 5 ist abweichend von Absatz Ingenieurbauwerks ausgeführt werden, 1 mit 26 Prozent der Honorare des § 50 zu bewerten: 10. die Baunebenkosten. 1. im Stahlbetonbau, sofern keine Schalpläne in Auftrag gegeben werden, (5) Anrechenbare Kosten für Traggerüste bei Ingenieurbauwerken sind die Herstell kosten einschließlich 2. im Stahlbau, sofern der Auftragnehmer die Werkstattzeichnungen nicht auf Übereinstimmung mit der zugehörigen Kosten für Baustelleneinrichtungen. der Genehmigungsplanung und den Ausführungs Bei mehr fach verwendeten Bauteilen ist der Neuwert zeichnungen nach Anlage 13 Leistungsphase 5 anrechenbar. überprüft, (6) Die Vertragsparteien können bei Ermittlung der anrechenbaren Kosten vereinbaren, dass Kosten von 3. im Holzbau mit unterdurchschnittlichem Schwierigkeitsgrad. Arbeiten, die nicht in den Absätzen 1 bis 3 erfasst sind, sowie die in Absatz 4 Nummer 7 und bei Gebäuden die (3) Die §§ 35 und 36 Absatz 2 gelten entsprechend. in Absatz 3 Nummer 13 bis 16 genannten Kosten ganz oder teilweise zu den anrechenbaren Kosten gehören, § 50 Honorare für Leistungen bei wenn der Auftragnehmer wegen dieser Arbeiten Mehr- Tragwerksplanungen (1) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die leistungen für das Tragwerk nach § 49 erbringt. in § 49 aufgeführten Leistungen bei Tragwerksplanungen sind in der folgenden Honorartafel festgesetzt:

82

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)


1.305 1.783 2.247 2.690 3.120 3.539 3.938 4.340 4.723 6.557 8.276 11.493 14.515 17.388 20.165 22.846 25.457 28.014 30.512 42.364 53.503 74.329 93.876 112.520 130.468 147.857 164.787 181.315 197.500 274.330 346.554 481.549 490.667

1.305 1.783 2.247 2.690 3.120 3.539 3.938 4.340 4.723 6.557 8.276 11.493 14.515 17.388 20.165 22.846 25.457 28.014 30.512 42.364 53.503 74.329 93.876 112.520 130.468 147.857 164.787 181.315 197.500 274.330 346.554 481.549 490.667

1.760 2.385 2.999 3.574 4.132 4.673 5.189 5.705 6.200 8.547 10.737 14.809 18.612 22.221 25.691 29.030 32.283 35.450 38.548 53.167 66.836 92.237 115.959 138.494 160.118 181.013 201.308 221.086 240.424 331.806 417.271 576.137 586.864

1.760 2.385 2.999 3.574 4.132 4.673 5.189 5.705 6.200 8.547 10.737 14.809 18.612 22.221 25.691 29.030 32.283 35.450 38.548 53.167 66.836 92.237 115.959 138.494 160.118 181.013 201.308 221.086 240.424 331.806 417.271 576.137 586.864

2.306 3.110 3.894 4.635 5.348 6.029 6.697 7.344 7.970 10.935 13.695 18.795 23.533 28.017 32.316 36.457 40.470 44.377 48.192 66.138 82.834 113.733 142.467 169.668 195.700 220.805 245.143 268.819 291.932 400.777 502.132 689.642 702.301

Honorarzone IV von bis Euro 2.306 3.110 3.894 4.635 5.348 6.029 6.697 7.344 7.970 10.935 13.695 18.795 23.533 28.017 32.316 36.457 40.470 44.377 48.192 66.138 82.834 113.733 142.467 169.668 195.700 220.805 245.143 268.819 291.932 400.777 502.132 689.642 702.301

2.768 3.713 4.646 5.521 6.360 7.163 7.946 8.710 9.447 12.925 16.155 22.111 27.631 32.849 37.841 42.647 47.297 51.813 56.224 76.940 96.173 131.643 164.555 195.644 225.352 253.966 281.665 308.594 334.859 458.253 572.849 784.230 798.498

Honorarzone V von bis Euro 2.768 3.713 4.646 5.521 6.360 7.163 7.946 8.710 9.447 12.925 16.155 22.111 27.631 32.849 37.841 42.647 47.297 51.813 56.224 76.940 96.173 131.643 164.555 195.644 225.352 253.966 281.665 308.594 334.859 458.253 572.849 784.230 798.498

2.947 3.956 4.945 5.874 6.764 7.616 8.449 9.258 10.039 13.721 17.139 23.439 29.273 34.785 40.054 45.120 50.024 54.789 59.439 81.264 101.504 138.807 173.386 206.037 237.212 267.227 296.276 324.502 352.028 481.246 601.137 822.066 836.978

Fortsetzung § 50:

(2) Die Honorarzone wird bei der Tragwerksplanung nach dem statisch-konstruktiven Schwierigkeitsgrad auf Grund folgender Bewertungsmerkmale ermittelt: 1. Honorarzone I: Tragwerke mit sehr geringem Schwierigkeitsgrad, insbesondere einfache statisch bestimmte ebene Tragwerke aus Holz, Stahl, Stein oder unbewehrtem Beton mit ruhenden Lasten, ohne Nachweis horizontaler Aussteifung, 2. Honorarzone II: Tragwerke mit geringem Schwierigkeitsgrad, insbesondere a) statisch bestimmte ebene Tragwerke in gebräuchlichen Bauarten ohne Vorspann- und Verbundkonstruktionen, mit vorwiegend ruhenden Lasten,

b) Deckenkonstruktionen mit vorwiegend ruhenden Flächenlasten, die sich mit gebräuchlichen Tabellen berechnen lassen, c) Mauerwerksbauten mit bis zur Gründung durchgehenden tragenden Wänden ohne Nachweis horizontaler Aussteifung, d) Flachgründungen und Stützwände einfacher Art, 3. Honorarzone III: Tragwerke mit durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad, insbesondere schwierige a) statisch bestimmte und statisch unbestimmte ebene Tragwerke in gebräuchlichen Bauarten ohne Vorspannkonstruktionen und ohne Stabilitätsuntersuchungen,

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

83

(Bau-) Berufsrecht

10.226 1.119 15.000 1.539 20.000 1.948 25.000 2.335 30.000 2.716 35.000 3.086 40.000 3.435 45.000 3.792 50.000 4.132 75.000 5.762 100.000 7.292 150.000 10.166 200.000 12.872 250.000 15.452 300.000 17.952 350.000 20.368 400.000 22.729 450.000 25.038 500.000 27.298 750.000 38.041 1.000.000 48.166 1.500.000 67.164 2.000.000 85.039 2.500.000 102.126 3.000.000 118.606 3.500.000 134.591 4.000.000 150.174 4.500.000 165.403 5.000.000 180.330 7.500.000 251.338 10.000.000 318.266 15.000.000 443.713 15.338.756 452.187

Honorarzone III von bis Euro

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Honorartafel zu § 50 Absatz 1 – Tragwerksplanung Honorarzone I Honorarzone II Anrechen­ von bis von bis bare Kosten Euro Euro


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

b) einfache Verbundkonstruktionen des Hochbaus ohne Berücksichtigung des Einflusses von Kriechen und Schwinden, c) Tragwerke für Gebäude mit Abfangung der tragenden beziehungsweise aussteifenden Wände, d) ausgesteifte Skelettbauten, e) ebene Pfahlrostgründungen, f) einfache Gewölbe, g) einfache Rahmentragwerke ohne Vorspannkonstruktionen und ohne Stabilitätsuntersuchungen, h) einfache Traggerüste und andere einfache Gerüste für Ingenieurbauwerke, i) einfache verankerte Stützwände; 4. Honorarzone IV: Tragwerke mit überdurchschnittlichen Schwierigkeitsgrad, insbesondere a) statisch und konstruktiv schwierige Tragwerke in gebräuchlichen Bauarten und Tragwerke, für deren Standsicherheit- und Festigkeitsnachweis schwierig zu ermittelnde Einflüsse zu berücksichtigen sind, b) vielfach statisch unbestimmte Systeme, c) statisch bestimmte räumliche Fachwerke, d) einfache Faltwerke nach der Balkentheorie, e) statisch bestimmte Tragwerke, die Schnittgrößenbestimmungen nach der Theorie II. Ordnung erfordern, f) einfach berechnete, seilverspannte Konstruktionen, g) Tragwerke für schwierige Rahmen- und Skelettbauten sowie turmartige Bauten, bei denen der Nachweis der Stabilität und Aussteifung die Anwendung besonderer Berechnungsverfahren erfordert, h) Verbundkonstruktionen, soweit nicht in Honorarzone III oder V erwähnt, i) einfache Trägerroste und einfache orthotrope Platten, j) Tragwerke mit einfachen Schwingungsuntersuchungen, k) schwierige statisch unbestimmte Flachgründungen, schwierige ebene und räumliche Pfahlgründungen, besondere Gründungsverfahren, Unterfahrungen, l) schiefwinklige Einfeldplatten für Ingenieurbauwerke, m) schiefwinklig gelagerte oder gekrümmte Träger, n) schwierige Gewölbe und Gewölbereihen, o) Rahmentragwerke, soweit nicht in Honorarzone III oder V erwähnt, p) schwierige Traggerüste und andere schwierige Gerüste für Ingenieurbauwerke, q) schwierige, verankerte Stützwände, 84

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

r) Konstruktionen mit Mauerwerk nach Eignungsprüfung (Ingenieurmauerwerk), 5. Honorarzone V: Tragwerke mit sehr hohem Schwierigkeitsgrad, insbesondere a) statisch und konstruktiv ungewöhnlich schwierige Tragwerke, b) schwierige Tragwerke in neuen Bauarten, c) räumliche Stabwerke und statisch unbestimmte räumliche Fachwerke, d) schwierige Trägerroste und schwierige orthotrope Platten, e) Verbundträger mit Vorspannung durch Spannglieder oder andere Maßnahmen, f) Flächentragwerke (Platten, Scheiben, Faltwerke, Schalen), die die Anwendung der Elastizitätstheorie erfordern, g) statisch unbestimmte Tragwerke, die Schnittgrößenbestimmungen nach der Theorie II. Ordnung erfordern, h) Tragwerke mit Standsicherheitsnachweisen, die nur unter Zuhilfenahme modellstatischer Untersuchungen oder durch Berechnungen mit finiten Elementen beurteilt werden können, i) Tragwerke mit Schwingungsuntersuchungen, soweit nicht in Honorarzone IV erwähnt, j) seilverspannte Konstruktionen, soweit nicht in Honorarzone IV erwähnt, k) schiefwinklige Mehrfeldplatten, l) schiefwinklig gelagerte, gekrümmte Träger, m) schwierige Rahmentragwerke mit Vorspannkonstruktionen und Stabilitäts untersuchungen, n) sehr schwierige Traggerüste und andere sehr schwierige Gerüste für Ingenieurbauwerke, zum Beispiel weit gespannte oder hohe Traggerüste, o) Tragwerke, bei denen die Nachgiebigkeit der Verbindungsmittel bei der Schnittkraftermittlung zu berücksichtigen ist. (3) Sind für ein Tragwerk Bewertungsmerkmale aus mehreren Honorarzonen anwendbar und bestehen deswegen Zweifel, welcher Honorarzone das Tragwerk zugeordnet werden kann, so ist für die Zuordnung die Mehrzahl der in den jeweiligen Honorarzonen nach Absatz 2 aufgeführten Bewertungsmerkmale und ihre Bedeutung im Einzelfall maßgebend. Abschnitt 2 – Technische Ausrüstung § 51 Anwendungsbereich (1) Die Leistungen der Technischen Ausrüstung umfassen die Fachplanungen für die Objektplanung. (2) Die Technische Ausrüstung umfasst folgende Anlagegruppen:


§ 53 Leistungsbild Technische Ausrüstung (1) Das Leistungsbild „Technische Ausrüstung“ umfasst Honorartafel zu § 54 Absatz 1 – Technische Ausrüstung Honorarzone I Anrechenbare von bis Kosten Euro 5.113 1.626 2.109 7.500 2.234 2.886 10.000 2.812 3.618 15.000 3.903 4.981 20.000 4.920 6.262 25.000 5.882 7.489 30.000 6.795 8.670 35.000 7.674 9.804 40.000 8.506 10.891 45.000 9.336 11.942

§ 54 Honorare für Leistungen bei der Technischen Ausrüstung (1) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die in § 53 aufgeführten Leistungen bei einzelnen Anlagen sind in der folgenden Honorartafel festgesetzt: Honorarzone II von bis Euro 2.109 2.593 2.886 3.538 3.618 4.421 4.981 6.053 6.262 7.605 7.489 9.100 8.670 10.552 9.804 11.932 10.891 13.269 11.942 14.541

Honorarzone III von bis Euro 2.593 3.077 3.538 4.190 4.421 5.227 6.053 7.132 7.605 8.947 9.100 10.707 10.552 12.428 11.932 14.062 13.269 15.653 14.541 17.147

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

85

(Bau-) Berufsrecht

§ 52 Besondere Grundlagen des Honorars (1) Das Honorar für Leistungen bei der Technischen Ausrüstung richtet sich nach den anrechenbaren Kosten der Anlagen einer Anlagengruppe nach § 51 Absatz 2. Anrechenbar bei Anlagen in Gebäuden sind auch sonstige Maßnahmen für technische Anlagen. (2) § 11 Absatz 1 gilt nicht, soweit mehrere Anlagen in einer Anlagengruppe nach § 51 Absatz 2 zusammengefasst werden und in zeitlichem und örtlichem Zusammenhang als Teil einer Gesamtmaßnahme geplant, betrieben und genutzt werden. (3) Nicht anrechenbar sind die Kosten für die nichtöffentliche Erschließung und die Technischen Anlagen in Außenanlagen, soweit Auftragnehmer diese nicht plant oder ihre Ausführung überwacht. (4) Werden Teile der Technischen Ausrüstung in Baukonstruktionen ausgeführt, so können die Vertragsparteien vereinbaren, dass die Kosten hierfür ganz oder teilweise zu den anrechenbaren Kosten gehören. Satz 1 gilt entsprechend für Bauteile der Kostengruppe Baukonstruktionen, deren Abmessung oder Konstruktion durch die Leistung der Technischen Ausrüstung wesentlich beeinflusst wird.

Leistungen für Neuanlagen, Wiederaufbauten, Erweiterungsbauten, Umbauten, Modernisierungen, Instandhal tungen und Instandsetzungen. Die Leistungen bei der Technischen Ausrüstung sind in neun Leistungsphasen zusammengefasst und werden wie folgt in Prozentsätzen der Honorare des § 54 bewertet: 1. für die Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung) mit 3 Prozent, 2. für die Leistungsphase 2 (Vorplanung) mit 11 Prozent, 3. für die Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) mit 15 Prozent, 4. für die Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) mit 6 Prozent, 5. für die Leistungsphase 5 (Ausführungsplanung) mit 18 Prozent, 6. für die Leistungsphase 6 (Vorbereitung der Vergabe) mit 6 Prozent, 7. für die Leistungsphase 7 (Mitwirkung bei der Vergabe) mit 5 Prozent, 8. für die Leistungsphase 8 (Objektüberwachung – Bauüberwachung) mit 33 Prozent 9. für die Leistungsphase 9 (Objektbetreuung und Dokumentation) mit 3 Prozent. Die einzelnen Leistungen jeder Leistungsphase sind in Anlage 14 geregelt. (2) Die Leistungsphase 5 ist abweichend von Absatz 1, sofern das Anfertigen von Schlitz- und Durchbruchsplänen nicht in Auftrag gegeben wird, mit 14 Prozent der Honorare des § 54 zu bewerten. (3) Die §§ 35 und 36 gelten entsprechend.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

1. Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen, 2. Wärmeversorgungsanlagen, 3. Lufttechnische Anlagen, 4. Starkstromanlagen, 5. Fernmelde- und informationstechnische Anlagen, 6. Förderanlagen, 7. nutzungsspezifische Anlagen, einschließlich maschinen- und elektrotechnischen Anlagen in Ingenieurbauwerken, 8. Gebäudeautomation.


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

Anrechenbare Kosten 50.000 75.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 350.000 400.000 450.000 500.000 750.000 1.000.000 1.500.000 2.000.000 2.500.000 3.000.000 3.500.000 3.750.000 3.834.689

Honorarzone I von bis Euro 10.157 13.825 17.184 23.216 29.057 35.152 41.263 47.493 53.700 59.961 66.254 96.686 125.694 180.748 233.881 285.744 335.147 380.361 401.625 408.667

12.991 17.645 21.839 29.252 36.110 43.175 50.245 57.474 64.757 72.030 79.301 113.598 144.936 200.873 254.373 308.367 359.125 405.518 427.295 434.499

Honorarzone II von bis Euro 12.991 17.645 21.839 29.252 36.110 43.175 50.245 57.474 64.757 72.030 79.301 113.598 144.936 200.873 254.373 308.367 359.125 405.518 427.295 434.499

15.818 21.470 26.490 35.290 43.159 51.203 59.227 67.455 75.819 84.097 92.353 130.516 164.174 220.993 274.869 330.998 383.098 430.680 452.971 460.336

Honorarzone III von bis Euro 15.818 21.470 26.490 35.290 43.159 51.203 59.227 67.455 75.819 84.097 92.353 130.516 164.174 220.993 274.869 330.998 383.098 430.680 452.971 460.336

18.652 25.290 31.145 41.328 50.212 59.226 68.209 77.437 86.876 96.166 105.400 147.428 183.415 241.119 295.361 353.621 407.076 455.838 478.641 486.168

Fortsetzung § 54:

(2) Die Zuordnung zu den Honorarzonen wird anhand Teil 5 – Übergangs- und Schluss­­­folgender Bewertungsmerkmale ermittelt: vorschriften 1. Anzahl der Funktionsbereiche, 2. Integrationsansprüche, § 55 Übergangsvorschrift 3. technische Ausgestaltung, Die Verordnung gilt nicht für Leistungen, die vor ihrem 4. Anforderungen an die Technik, Inkrafttreten vertraglich vereinbart wurden; insoweit 5. konstruktive Anforderungen. bleiben die bisherigen Vorschriften anwendbar. (3) Werden Anlagen einer Anlagengruppe verschiedenen Honorarzonen zugeordnet, so ergibt sich das § 56 Inkrafttreten, Außerkrafttreten Honorar nach Absatz 1 aus der Summe der Einzelhono- Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in rare. Ein Einzelhonorar wird jeweils für die Anlagen er- Kraft. Gleichzeitig tritt die Honorarordnung für Architekmittelt, die einer Honorarzone zugeordnet werden. Für ten und Ingenieure in der Fassung der Bekanntmachung die Ermittlung des Einzelhonorars ist zunächst für die vom 4. März 1991 (BGBl. I S. 533), die zuletzt durch Anlagen jeder Honorarzone das Honorar zu berechnen, Artikel 5 des Gesetzes vom 10. November 2001 (BGBl. das sich ergeben würde, wenn die gesamten anrechen- I S. 2992) geändert worden ist, außer Kraft. baren Kosten der Anlagengruppe nur der Honorarzone zugeordnet würden, für die das Einzelhonorar berechnet wird. Das Einzelhonorar ist dann nach dem Verhältnis der Summe der anrechenbaren Kosten der Anlagen einer Honorarzone zu den gesamten anrechenbaren Kosten der Anlagengruppe zu ermitteln.

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Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)


Anlage 1 (zu § 3 Absatz 1) – Beratungs­leistungen 1.1 Leistung Umweltverträglichkeitsstudie 1.1.1 Leistungsbild Umweltverträglichkeitsstudie (1) Die Grundleistungen bei Umweltverträglichkeitsstudien zur Standortfindung als Beitrag zur Umweltverträglichkeitsprüfung können nach den in Absatz 2 aufgeführten Leistungsphasen 1 bis 5 zusammengefasst werden. Sie können nach der folgenden Tabelle in Prozentsätze der Honorare unter Punkt 1.1.2. bewertet werden: Bewertung der Grundleistungen in Prozentsätzen der Honorare 3 30

1. Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs 2. Ermitteln und Bewerten der Planungsgrundlagen Bestandsaufnahme, Bestandsbewertung und zusammenfassende Darstellung 3. Konfliktanalyse und Alternativen 4. Vorläufige Fassung der Studie 5. Endgültige Fassung der Studie

20 40 7

Besondere Leistungen

1. Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs Abgrenzen des Untersuchungsbereichs Zusammenstellen der verfügbaren planungsrelevanten Unterlagen, insbesondere - örtliche und überörtliche Planungen und Untersuchungen - thematische Karten, Luftbilder und sonstige Daten Ermitteln des Leistungsumfangs und ergänzender Fachleistungen Ortsbesichtigungen 2. Ermitteln und Bewerten der Planungsgrundlagen a) Bestandsaufnahme - Erfassen auf der Grundlage vorhandener Unterlagen und örtlicher Erhebungen des Naturhaushalts in seinen Wirkungszusammenhängen, insbesondere durch Landschaftsfaktoren wie Relief, Geländegestalt, Gestein, Boden, oberirdische Gewässer, Grundwasser, Geländeklima sowie Tiere und Pflanzen und deren Lebensräume - der Schutzgebiete, geschützten Landschaftsbestandteile und schützenswerten Lebensräume - der vorhandenen Nutzungen, Beeinträchtigungen und Vorhaben - des Landschaftsbildes und der -struktur - der Sachgüter und des kulturellen Erbes b) Bestandsbewertung - Bewerten der Leistungsfähigkeit und der Empfindlichkeit des Naturhaushalts und des Landschaftsbildes nach den Zielen und Grundsätzen des Naturschutzes und der Landschaftspflege - Bewerten der vorhandenen und vorhersehbaren Umweltbelastungen der Bevölkerung sowie Beeinträchtigungen (Vorbelastung) von Natur und Landschaft c) Zusammenfassende Darstellung der Bestandsaufnahme und der -bewertung in Text und Karte

Einzeluntersuchungen zu natürlichen Grundlagen, zur Vorbelastung und zu sozioökonomischen Fragestellungen Sonderkartierungen Prognosen Ausbreitungsberechnungen Beweissicherung Aktualisierung der Planungsgrundlagen Untersuchen von Sekundäreffekten außerhalb des Untersuchungsgebiets

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Grundleistungen

(Bau-) Berufsrecht

(2) Das Leistungsbild kann sich wie folgt zusammensetzen:


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

Grundleistungen

Besondere Leistungen

3. Konfliktanalyse und Alternativen Ermitteln der projektbedingten umwelterheblichen Wirkungen Verknüpfen der ökologischen und nutzungsbezogenen Empfindlichkeit des Untersuchungsgebiets mit den projektbedingten umwelterheblichen Wirkungen und Beschreiben der Wechselwirkungen zwischen den betroffenen Faktoren Ermitteln konfliktarmer Bereiche und Abgrenzen der vertieft zu untersuchenden Alternativen Überprüfen der Abgrenzung des Untersuchungsbereichs Abstimmen mit dem Auftraggeber Zusammenfassende Darstellung in Text und Karte 4. Vorläufige Fassung der Studie Erarbeiten der grundsätzlichen Lösung der wesentlichen Teile der Aufgabe in Text und Karte mit Alternativen a) Ermitteln, Bewerten und Darstellen für jede sich wesentlich unterscheidende Lösung unter Berücksichtigung des Vermeidungs- und/oder Ausgleichsgebots - des ökologischen Risikos für den Naturhaushalt - der Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes - der Auswirkungen auf den Menschen, die Nutzungsstruktur, die Sachgüter und das kulturelle Erbe Aufzeigen von Entwicklungstendenzen des Untersuchungsbereichs ohne das geplante Vorhaben (Statusquo-Prognose) b) Ermitteln und Darstellen voraussichtlich nicht ausgleichbarer Beeinträchtigungen c) Vergleichende Bewertung der sich wesentlich unterscheidenden Alternativen Abstimmen der vorläufigen Fassung der Studie mit dem Auftraggeber 5. Endgültige Fassung der Studie Darstellen der Umweltverträglichkeitsstudie in der vorgeschriebenen Fassung in Text und Karte in der Regel im Maßstab 1:5.000 einschließlich einer nichttechnischen Zusammenfassung

1.1.2. Honorarzonen und Honorare für Grundleistungen bei Umweltverträglichkeitsstudien (1) Die Honorarzone wird bei Umweltverträglichkeitsstudien auf Grund folgender Bewertungsmerkmale ermittelt: 1. Honorarzone I: Umweltverträglichkeitsstudien mit geringem Schwierigkeitsgrad, insbesondere bei einem Untersuchungsraum ˑˑ mit geringer Ausstattung an ökologisch bedeutsamen Strukturen, ˑˑ mit schwach gegliedertem Landschaftsbild, ˑˑ mit schwach ausgeprägter Erholungsnutzung ˑˑ mit gering ausgeprägten und einheitlichen Nutzungsansprüchen ˑˑ mit geringer Empfindlichkeit gegenüber Umweltbelastungen und Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft ˑˑ und bei Vorhaben und Maßnahmen mit geringer potentieller Beeinträchtigungsintensität; 2. Honorarzone II: Umweltverträglichkeitsstudien mit durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad, insbesondere bei einem Untersuchungsraum ˑˑ mit durchschnittlicher Ausstattung an ökologisch bedeutsamen Strukturen, ˑˑ mit mäßig gegliedertem Landschaftsbild, 88

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

Erstellen zusätzlicher Hilfsmittel der Darstellung Vorstellen der Planung vor Dritten Detailausarbeitungen in besonderen Maßstäben

ˑˑ mit durchschnittlich ausgeprägter Erholungsnutzung, ˑˑ mit differenzierten Nutzungsansprüchen, ˑˑ mit durchschnittlicher Empfindlichkeit gegenüber Umweltbelastungen und Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft und bei Vorhaben und Maßnahmen mit durchschnittlicher potentieller Beeinträchtigungsintensität; 3. Honorarzone III: Umweltverträglichkeitsstudien mit hohem Schwierigkeitsgrad, insbesondere bei einem Untersuchungsraum ˑˑ mit umfangreicher und vielgestaltiger Ausstattung an ökologisch bedeutsamen Strukturen ˑˑ mit stark gegliedertem Landschaftsbild ˑˑ mit intensiv ausgeprägter Erholungsnutzung, ˑˑ mit stark differenzierten oder kleinräumigen Nutzungsansprüchen, ˑˑ mit hoher Empfindlichkeit gegenüber Umweltbelastungen und Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft und bei Vorhaben und Maßnahmen mit hoher potentieller Beeinträchtigungsintensität. (2) Sind für eine Umweltverträglichkeitsstudie Bewertungsmerkmale aus mehreren Honorarzonen anwendbar und bestehen deswegen Zweifel, welcher Honorar-


50 100 250 500 750 1.000 1.250 1.500 1.750 2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 5.000 5.500 6.000 6.500 7.000 7.500 8.000 8.500 9.000 9.500 10.000

7.581 10.107 16.423 25.421 33.239 40.422 46.973 53.053 59.684 65.685 76.580 87.159 96.158 104.841 112.265 120.003 128.531 136.421 143.688 150.318 158.687 166.741 174.474 181.898 189.002 195.790

9.258 12.340 20.298 31.811 41.956 51.411 60.000 68.210 76.636 84.212 98.160 110.842 121.944 132.208 141.635 151.055 160.369 169.266 177.900 186.319 196.583 206.318 216.526 226.425 236.503 246.318

Honorarzone II von bis Euro 9.258 12.340 20.298 31.811 41.956 51.411 60.000 68.210 76.636 84.212 98.160 110.842 121.944 132.208 141.635 151.055 160.369 169.266 177.900 186.319 196.583 206.318 216.526 226.425 236.503 246.318

10.927 14.566 24.167 38.200 50.680 62.401 73.025 83.368 93.581 102.738 119.739 134.526 147.737 159.581 171.004 182.112 192.213 202.106 212.106 222.320 234.479 245.896 258.585 270.952 284.000 296.846

Honorarzone III von bis Euro 10.927 14.566 24.167 38.200 50.680 62.401 73.025 83.368 93.581 102.738 119.739 134.526 147.737 159.581 171.004 182.112 192.213 202.106 212.106 222.320 234.479 245.896 258.585 270.952 284.000 296.846

12.604 16.799 28.042 44.589 59.398 73.390 86.051 98.525 110.532 121.264 141.319 158.209 173.524 186.948 200.374 213.164 224.051 234.951 246.318 258.320 272.375 285.474 300.637 315.479 331.503 347.373

1.2. Leistungen für Thermische Bauphysik

Gebäude und Ingenieurbauwerke sowie auf Menschen, Tiere und Pflanzen und auf die Raumhygiene zu erfassen 1.2.1. Anwendungsbereich und zu begrenzen. (1) Leistungen für Thermische Bauphysik (Wärme- und (2) Zu den Leistungen für Thermische Bauphysik könKondensatfeuchteschutz) werden erbracht, um ther- nen insbesondere gehören: modynamische Einflüsse und deren Wirkungen auf Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Honorartafel zu Leistungen bei Umweltverträglichkeitsstudien Honorarzone I Fläche in ha von bis Euro

(Bau-) Berufsrecht

zone die Umweltverträglichkeitsstudie zugeordnet wer- tungsmerkmale Ausstattung an ökologisch bedeutsaden kann, so ist die Anzahl der Bewertungspunkte nach men Strukturen, Landschaftsbild, Erholungsnutzung Absatz 3 zu ermitteln; die Umweltverträglichkeitsstudie sowie Nutzungsansprüche mit je bis zu 6 Punkten zu ist nach der Summe der Bewertungspunkte folgenden bewerten, die Bewertungsmerkmale Empfindlichkeit Honorarzonen zuzuordnen; gegenüber Umweltbelastungen und Beeinträchtigungen 1. Honorarzone I Umweltverträglichkeitsstudien mit von Natur und Landschaft sowie Vorhaben und Maßbis zu 16 Punkten, nahmen mit potentieller Beeinträchtigungsintensität 2. Honorarzone II Umweltverträglichkeitsstudien mit mit je bis zu neun Punkten. 17 bis zu 30 Punkten, (4) Honorare für die unter Punkt 1.1.1. aufgeführten 3. Honorarzone III Umweltverträglichkeitsstudien mit Grundleistungen bei Umweltverträglichkeitsstudien ab 31 bis zu 42 Punkten. 50 Hektar können sich nach der folgenden Honorartafel, (3) Bei der Zurechnung einer Umweltverträglichkeits- die Mindest- und Höchstsätze nach der Gesamtfläche studie in die Honorarzonen sind entsprechend dem des Untersuchungsraumes in Hektar enthält, richten: Schwierigkeitsgrad der Aufgabenstellung die Bewer-


1. Entwurf, Bemessung und Nachweis des Wärmeschutzes nach der Wärmeschutzverordnung und nach den bauordnungsrechtlichen Vorschriften, 2. Leistungen zum Begrenzen der Wärmeverluste und Kühllasten, 3. Leistungen zum Ermitteln der wirtschaftlich optimalen Wärmedämm-Maßnahmen, insbesondere durch Minimieren der Bau- und Nutzungskosten, 4. Leistungen zum Planen von Maßnahmen für den sommerlichen Wärmeschutz in besonderen Fällen, 5. Leistungen zum Begrenzen der dampfdiffusionsbedingten Wasserdampfkondensation auf und in den Konstruktionsquerschnitten, 6. Leistungen zum Begrenzen von thermisch bedingten Einwirkungen auf Bauteile durch Wärmeströme,

7. Leistungen zum Regulieren des Feuchte- und Wärmehaushaltes von belüfteten Fassaden- und Dachkonstruktionen. (3) Bei den Leistungen nach Absatz 2 Nummern 2 bis 7 können zusätzlich bauphysikalische Messungen an Bauteilen und Baustoffen, zum Beispiel Temperatur- und Feuchtemessungen, Messungen zur Bestimmung der Sorptionsfähigkeit, Bestimmungen des Wärmedurchgangskoeffizienten am Bau oder der Luftgeschwindigkeit in Luftschichten anfallen. 1.2.2 Wärmeschutz (1) Leistungen für den Wärmeschutz nach Punkt 1.2.1. Absatz 2 Nummer 1 können folgende Leistungen umfassen:

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

Bewertung der Grundleistungen in Prozent der Honorare 1. Erarbeiten des Planungskonzepts für den Wärmeschutz 2. Erarbeiten des Entwurfs einschließlich der überschlägigen Bemessung für den Wärmeschutz und Durcharbeiten konstruktiver Details der Wärmeschutzmaßnahmen 3. Aufstellen des prüffähigen Nachweises des Wärmeschutzes 4. Abstimmen des geplanten Wärmeschutzes mit der Ausführungsplanung und der Vergabe 5. Mitwirken bei der Ausführungsüberwachung

20 40 25 15 -

Fortsetzung 1.2.2:

(2) Das Honorar für die Leistungen nach Absatz 1 kann sich nach den anrechenbaren Kosten des Gebäudes nach § 32, nach der Honorarzone nach § 34, der das Gebäude zuzuordnen ist, und nach der Honorartafel in Absatz 3 richten. Honorartafel zu Leistungen für den Wärmeschutz Honorarzone I Honorarzone II Anrechen­ von bis von bis bare Kosten Euro Euro 255.646 596 686 686 810 500.000 768 912 912 1.111 2.500.000 2.083 2.416 2.416 2.853 5.000.000 3.136 3.636 3.636 4.300 25.000.000 12.989 14.436 14.436 16.369 25.564.594 13.267 14.741 14.741 16.709

1.3 Leistungen für Schallschutz und Raumakustik 1.3.1 Schallschutz (1) Leistungen für Schallschutz werden erbracht, um 1. in Gebäuden und Innenräumen einen angemessenen Luft- und Trittschallschutz, Schutz gegen von außen eindringende Geräusche und gegen Geräusche von Anlagen der Technischen Ausrüstung und anderen technischen Anlagen und Einrichtungen zu erreichen (baulicher Schallschutz) und 90

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

(3) Honorare für die in Absatz 1 aufgeführten Leistungen für den Wärmeschutz ab 255.646 Euro können anhand der folgenden Honorartafel bestimmt werden:

Honorarzone III von bis Euro 810 990 1.111 1.398 2.853 3.512 4.300 5.297 16.369 19.268 16.709 19.663

Honorarzone IV von bis Euro 990 1.113 1.398 1.597 3.512 3.949 5.297 5.962 19.268 21.200 19.663 21.630

Honorarzone V von bis Euro 1.113 1.203 1.597 1.741 3.949 4.281 5.962 6.460 21.200 22.648 21.630 23.104

2. die Umgebung geräuscherzeugender Anlagen gegen schädliche Umwelteinwirkungen durch Lärm zu schützen (Schallimmissionsschutz). (2) Zu den Leistungen für baulichen Schallschutz können insbesondere rechnen: 1. Leistungen zur Planung und zum Nachweis der Erfüllung von Schallschutzanforderungen, soweit objektbezogene schalltechnische Berechnungen oder Untersuchungen erforderlich werden (Bauakustik) und


2. schalltechnische Messungen, zum Beispiel zur Bestimmung von Luft- und Trittschalldämmung, der Geräusche von Anlagen der Technischen Ausrüstung und von Außengeräuschen. (3) Zu den Leistungen für den Schallimmissionsschutz können insbesondere rechnen: 1. schalltechnische Bestandsaufnahme, 2. Festlegen der schalltechnischen Anforderungen,

3. Entwerfen der Schallschutzmaßnahmen, 4. Mitwirken bei der Ausführungsplanung und 5. Abschlussmessungen. 1.3.2 Bauakustik (1) Leistungen für Bauakustik unter Punkt 1.3.1. Absatz 2 Nummer 1 können folgende Leistungen umfassen: Bewertung der Grundleistungen in Prozent der Honorare

1. Erarbeiten des Planungskonzepts, Festlegen der Schallschutzanforderungen 2. Erarbeiten des Entwurfs einschließlich Aufstellen der Nachweise des Schallschutzes 3. Mitwirken bei der Ausführungsplanung 4. Mitwirken bei der Vorbereitung der Vergabe und bei der Vergabe 5. Mitwirken bei der Überwachung schalltechnisch wichtiger Ausführungsarbeiten

10 35 30 5 20

1.3.3 Honorarzonen und Honorare für Leistungen bei der Bauakustik (1) Die Honorarzone kann bei der Bauakustik auf Grund folgender Bewertungsmerkmale ermittelt werden: 1. Honorarzone I: Objekte mit geringen Planungsanforderungen an die Bauphysik, insbesondere Wohnhäuser, Heime, Schulen, Verwaltungsgebäude und Banken mit jeweils durchschnittlicher Technischer Ausrüstung und entsprechendem Ausbau; 2. Honorarzone II: Objekte mit durchschnittlichen Planungsanforderungen an die Bauakustik, Honorartafel zu Leistungen für Bauakustik Honorarzone I Anrechenbare von bis Kosten Euro 255.646 1.766 2.025 300.000 1.942 2.230 350.000 2.135 2.451

ˑˑ insbesondere Heime, Schulen, Verwaltungs­ gebäude mit jeweils über durchschnittlicher technischer Ausrüstung und entsprechendem Ausbau, Wohnhäuser mit versetzten Grundrissen, ˑˑ Wohnhäuser mit Außenlärmbelastungen, Hotels, soweit nicht in Honorarzone III erwähnt, ˑˑ Universitäten und Hochschulen, Krankenhäuser, soweit nicht in Honorarzone III erwähnt, ˑˑ Gebäude für Erholung, Kur und Genesung, Versammlungsstätten, soweit nicht in Honorarzone III erwähnt, ˑˑ Werkstätten mit schutzbedürftigen Räumen; 3. Honorarzone III: Objekte mit überdurchschnittlichen Planungsanforderungen an die Bauakustik, insbesondere ˑˑ Hotels mit umfangreichen gastronomischen Einrichtungen, ˑˑ Gebäude mit gewerblicher und Wohnnutzung, ˑˑ Krankenhäuser in bauakustisch besonders ungünstigen Lagen oder mit ungünstiger Anordnung der Versorgungseinrichtungen, ˑˑ Theater-, Konzert- und Kongressgebäude, ˑˑ Tonstudios und akustische Messräume. (2) § 50 Absatz 3 gilt sinngemäß. (3) Honorare für die nach Absatz 1 aufgeführten Leistungen für Bauakustik ab 255.646 Euro können anhand der folgenden Honorartafel bestimmt werden: Honorarzone II von bis Euro 2.025 2.329 2.230 2.567 2.451 2.823

Honorarzone III von bis Euro 2.329 2.683 2.567 2.961 2.823 3.255

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

91

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(2) Das Honorar für die Leistungen nach Absatz 1 kann sich nach den anrechenbaren Kosten nach den Absätzen 3 bis 5, nach der Honorarzone, der das Objekt nach Punkt 1.3.3. zuzuordnen ist, und nach der Honorartafel unter Punkt 1.3.3. richten. (3) Anrechenbare Kosten können die Kosten für Baukonstruktionen, Installationen, zentrale Betriebstechnik und betriebliche Einbauten sein. (4) Die §§ 4, 6, 35 und 36 gelten sinngemäß. (5) Die Vertragsparteien können vereinbaren, dass die Kosten für besondere Bauausführungen ganz oder teilweise zu den anrechenbaren Kosten gehören, wenn hierdurch dem Auftragnehmer ein erhöhter Arbeitsaufwand entsteht.

(Bau-) Berufsrecht

Fortsetzung 1.3.2:


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

Anrechenbare Kosten 400.000 450.000 500.000 750.000 1.000.000 1.500.000 2.000.000 2.500.000 3.000.000 3.500.000 4.000.000 4.500.000 5.000.000 7.500.000 10.000.000 15.000.000 20.000.000 25.000.000 25.564.594

Honorarzone I von bis Euro 2.323 2.506 2.670 3.462 4.171 5.433 6.564 7.605 8.581 9.501 10.382 11.224 12.034 15.740 19.061 24.957 30.230 35.080 35.624

2.662 2.871 3.062 3.971 4.782 6.229 7.527 8.724 9.844 10.898 11.905 12.876 13.803 18.053 21.864 28.628 34.676 40.237 40.860

Honorarzone II von bis Euro 2.662 2.871 3.062 3.971 4.782 6.229 7.527 8.724 9.844 10.898 11.905 12.876 13.803 18.053 21.864 28.628 34.676 40.237 40.860

3.071 3.310 3.533 4.580 5.512 7.187 8.685 10.065 11.351 12.570 13.734 14.848 15.923 20.822 25.213 33.017 39.993 46.407 47.125

Honorarzone III von bis Euro 3.071 3.310 3.533 4.580 5.512 7.187 8.685 10.065 11.351 12.570 13.734 14.848 15.923 20.822 25.213 33.017 39.993 46.407 47.125

3.538 3.809 4.074 5.279 6.355 8.284 10.009 11.604 13.086 14.487 15.828 17.114 18.355 24.000 29.068 38.060 46.107 53.496 54.325

1.3.4 Raumakustik 2. akustische Messungen, (1) Leistungen für Raumakustik werden erbracht, um 3. Modelluntersuchungen, Räume mit besonderen Anforderungen an die Raum- 4. Beraten bei der Planung elektroakustischer Anlagen. akustik durch Mitwirkung bei Formgebung, Materialauswahl und Ausstattung ihrem Verwendungszweck 1.3.5 Raumakustische Planung und Überwachung akustisch anzupassen. (2) Zu den Leistungen für Raumakustik können insbe- (1) Die raumakustische Planung und Überwachung sondere gehören: nach Punkt 1.3.4 Absatz 2 Nummer 1 kann folgende 1. raumakustische Planung und Überwachung, Leistungen umfassen: Bewertung der Grundleistungen in Prozent der Honorare 1. Erarbeiten des raumakustischen Planungskonzepts, Festlegen der raumakustischen Anforderungen 2. Erarbeiten des raumakustischen Entwurfs 3. Mitwirken bei der Ausführungsplanung 4. Mitwirken bei der Vorbereitung der Vergabe und bei der Vergabe 5. Mitwirken bei der Überwachung raumakustisch wichtiger Ausführungsarbeiten

20 35 25 5 15

Fortsetzung 1.3.5:

(2) Das Honorar für jeden Innenraum, für den Leistun- liche Einbauten, Möbel und Textilien des betreffenden gen nach Absatz 1 erbracht werden, kann sich nach den Innenraums sein. anrechenbaren Kosten nach den Absätzen 3 bis 5, nach (4) Die §§ 4, 6, 35 und 36 gelten sinngemäß. der Honorarzone, der der Innenraum nach Punkt 1.3.6 (5) Werden bei Innenräumen nicht sämtliche Leistunund 1.3.7 zuzuordnen ist, sowie nach der Honorartafel gen nach Absatz 1 übertragen, so gilt § 8 sinngemäß. nach Punkt 1.3.6 richten. (3) Anrechenbare Kosten können die Kosten für Bau- 1.3.6 Honorarzonen u. Honorare für Leistungen bei konstruktionen, geteilt durch den Bruttorauminhalt des der raumakustischen Planung und Überwachung Gebäudes und multipliziert mit dem Rauminhalt des (1) Innenräume können bei der raumakustischen Plabetreffenden Innenraumes sowie die Kosten für betrieb- nung und Überwachung nach den in Absatz 2 genann92

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)


51.129 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 350.000 400.000 450.000 500.000 750.000 1.000.000 1.500.000 2.000.000 2.500.000 3.000.000 3.500.000 4.000.000 4.500.000 5.000.000 7.500.000 7.669.378

1.084 1.245 1.405 1.556 1.706 1.861 1.998 2.142 2.287 2.420 3.094 3.731 4.958 6.132 7.270 8.387 9.485 10.568 11.635 12.692 17.858 18.207

1.411 1.621 1.827 2.022 2.217 2.417 2.600 2.784 2.969 3.146 4.021 4.849 6.442 7.971 9.451 10.904 12.328 13.735 15.124 16.501 23.213 23.668

1.411 1.621 1.827 2.022 2.217 2.417 2.600 2.784 2.969 3.146 4.021 4.849 6.442 7.971 9.451 10.904 12.328 13.735 15.124 16.501 23.213 23.668

1.738 1.993 2.248 2.493 2.734 2.974 3.201 3.426 3.655 3.873 4.943 5.967 7.926 9.806 11.631 13.420 15.175 16.904 18.612 20.305 28.569 29.128

1.3.7 Objektliste für raumakustische Planung und Überwachung Nachstehende Innenräume werden bei der raumakustischen Planung und Überwachung nach Maßgabe der in Punkt 1.3.6 genannten Merkmale in der Regel folgenden Honorarzonen zugeordnet: (1) Honorarzone I: Pausenhallen, Spielhallen, Liege- und Wandelhallen; (2) Honorarzone II: Unterrichts-, Vortrags- und Sitzungsräume bis 500 m3, nicht teilbare Sporthallen, Filmtheater und Kirchen bis 1.000 m3, Großraumbüros;

Honorarzone III von bis Euro

Honorarzone IV von bis Euro

Honorarzone V von bis Euro

1.738 1.993 2.248 2.493 2.734 2.974 3.201 3.426 3.655 3.873 4.943 5.967 7.926 9.806 11.631 13.420 15.175 16.904 18.612 20.305 28.569 29.128

2.061 2.368 2.664 2.959 3.245 3.530 3.802 4.072 4.338 4.603 5.871 7.089 9.414 11.646 13.812 15.932 18.016 20.075 22.106 24.115 33.925 34.589

2.388 2.740 3.085 3.430 3.762 4.087 4.404 4.714 5.024 5.330 6.793 8.207 10.898 13.480 15.992 18.448 20.863 23.244 25.594 27.919 39.281 40.049

2.061 2.368 2.664 2.959 3.245 3.530 3.802 4.072 4.338 4.603 5.871 7.089 9.414 11.646 13.812 15.932 18.016 20.075 22.106 24.115 33.925 34.589

2.388 2.740 3.085 3.430 3.762 4.087 4.404 4.714 5.024 5.330 6.793 8.207 10.898 13.480 15.992 18.448 20.863 23.244 25.594 27.919 39.281 40.049

2.715 3.116 3.507 3.897 4.273 4.644 5.005 5.356 5.706 6.056 7.721 9.325 12.381 15.319 18.172 20.964 23.706 26.411 29.083 31.728 44.636 45.510

(3) Honorarzone III: Unterrichts-, Vortrags- und Sitzungsräume über 500 bis 1.500 m3, Filmtheater und Kirchen über 1.000 bis 3.000 m3, teilbare Turn- und Sporthallen bis 3.000 m3; (4) Honorarzone IV: Unterrichts-, Vortrags- und Sitzungsräume über 1.500 m 3, Mehrzweckhallen bis 3.000 m3, Filmtheater und Kirchen über 3.000 m3; (5) Honorarzone V: Konzertsäle, Theater, Opernhäuser, Mehrzweckhallen über 3.000 m3, Tonaufnahmeräume, Innenräume mit veränderlichen akustischen Eigenschaften, akustische Messräume. Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

93

(Bau-) Berufsrecht

Honorartafel zu Leistungen für raumakustische Planung Honorarzone I Honorarzone II Anrechen­ von bis von bis bare Kosten Euro Euro

1. Anforderungen an die Einhaltung der Nachhallzeit, 2. Einhalten eines bestimmten Frequenzganges der Nachhallzeit, 3. Anforderungen an die räumliche und zeitliche Schallverteilung, 4. akustische Nutzungsart des Innenraums, 5. Veränderbarkeit der akustischen Eigenschaften des Innenraums. (3) § 50 Absatz 3 gilt sinngemäß. (4) Honorare für die in Punkt 1.3.5 Absatz 1 aufgeführten Leistungen für raumakustische Planung und Überwachung bei Innenräumen ab 51129 Euro können sich an der folgenden Honorartafel ausrichten:

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

ten Bewertungsmerkmalen folgenden Honorarzonen zugeordnet werden: 1. Honorarzone I: Innenräume mit sehr geringen Planungsanforderungen; 2. Honorarzone II: Innenräume mit geringen Planungsanforderungen; 3. Honorarzone III: Innenräume mit durchschnittlichen Planungsanforderungen; 4. Honorarzone IV: Innenräume mit überdurchschnittlichen Planungsanforderungen; 5. Honorarzone V: Innenräume mit sehr hohen Planungsanforderungen. (2) Bewertungsmerkmale können sein:


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

1.4. Leistungen für Bodenmechanik, Erd- und Grundbau 1.4.1 Anwendungsbereich (1) Leistungen für Bodenmechanik, Erd- und Grundbau werden erbracht, um die Wechselwirkung zwischen Baugrund und Bauwerk sowie seiner Umgebung zu erfassen und die für die Berechnung erforderlichen Bodenkennwerte festzulegen. (2) Zu den Leistungen für Bodenmechanik, Erd- und Grundbau können insbesondere rechnen: 1. Baugrundbeurteilung und Gründungsberatung für Flächen- und Pfahlgründungen als Grundlage für die Bemessung der Gründung durch den Tragwerksplaner, soweit diese Leistungen nicht durch Anwendung von Tabellen oder anderen Angaben, zum Beispiel in den bauordnungsrechtlichen Vorschriften, erbracht werden können, 2. Ausschreiben und Überwachen der Aufschlussarbeiten,

3. Durchführen von Labor- und Feldversuchen, 4. Beraten bei der Sicherung von Nachbarbauwerken, 5. Aufstellung von Setzungs-, Grundbruch- und anderen erdstatischen Berechnungen, soweit diese Leistungen nicht in den Leistungen nach Nummer 1 oder in den Leistungen nach § 42 oder § 49 erfasst sind. 6. Untersuchungen zur Berücksichtigung dynamischer Beanspruchung bei der Bemessung des Bauwerks oder seiner Gründung, 7. Beratung bei Baumaßnahmen im Fels, 8. Abnahme von Gründungssohlen und Aushubsohlen, 9. Allgemeine Beurteilung der Tragfähigkeit des Baugrundes und der Gründungsmöglichkeiten, die sich nicht auf ein bestimmtes Gebäude oder Ingenieurbauwerk bezieht. 1.4.2 Baugrundbeurteilung und Gründungsberatung (1) Die Baugrundbeurteilung und Gründungsberatung nach Punkt 1.4.1 Absatz 2 Nr.1 kann folgende Leistung für Gebäude und Ingenieurbauwerke umfassen: Bewertung der Grundleistungen in Prozent der Honorare

1. Klären der Aufgabenstellung, Ermittlung der Baugrundverhältnisse auf Grund der vorhandenen Unterlagen; Festlegen und Darstellen der erforderlichen Baugrunderkundungen; 2. Auswerten und Darstellen der Baugrunderkundungen sowie der Labor- und Feldversuche; Abschätzen des Schwankungsbereiches von Wasserständen im Boden; Baugrundbeurteilung; Festlegen der Bodenkennwerte; 3. Vorschlag für die Gründung mit Angabe der zulässigen Bodenpressungen in Abhängigkeit von den Fundamentabmessungen, gegebenenfalls mit Angaben zur Bemessung der Pfahlgründung; Angabe der zu erwartenden Setzungen für die vom Tragwerksplaner im Rahmen der Entwurfsplanung nach § 49 zu erbringenden Grundleistungen; Hinweise zur Herstellung und Trockenhaltung der Baugrube und des Bauwerks sowie zur Auswirkung der Baumaßnahme auf Nachbarbauwerke.

15 35

50

Fortsetzung 1.4.2:

(2) Das Honorar für die Leistungen nach Absatz 1 kann sich nach den anrechenbaren Kosten, nach der Ho­no­ rar­zone, der die Gründung zuzuordnen ist, und nach der Honorartafel in Punkt 1.4.3 richten. (3) Die anrechenbaren Kosten können gemäß § 48 ermittelt werden. (4) Werden nicht sämtliche Leistungen nach Absatz 1 übertragen, so gilt § 8 sinngemäß. (5) Das Honorar für Ingenieurbauwerke mit großer Längenausdehnung (Linienbauwerke) kann frei vereinbart werden. (6) § 11 Absatz 1 bis 3 gilt sinngemäß. 1.4.3 Honorarzonen und Honorare für Grund­ leistungen bei der Baugrundbeurteilung und Gründungs­beratung (1) Die Honorarzone kann bei der Baugrundbeurteilung 94

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

und Gründungsberatung auf Grund folgender Bewertungsmerkmale ermittelt werden: 1. Honorarzone I: Gründungen mit sehr geringem Schwierigkeitsgrad, insbesondere ˑˑ gering setzungsempfindliche Bauwerke mit einheitlicher Gründungsart bei annähernd regelmäßigem Schichtenaufbau des Untergrundes mit einheitlicher Tragfähigkeit (Scherfestigkeit) und Setzungsfähigkeit innerhalb der Baufläche; 2. Honorarzone II: Gründungen mit geringem Schwierigkeitsgrad, insbesondere ˑˑ setzungsempfindliche Bauwerke sowie gering setzungsempfindliche Bauwerke mit bereichsweise unterschiedlicher Gründungsart oder bereichsweise stark unterschiedlichen Lasten bei annähernd regelmäßigem Schichtenaufbau des Untergrundes mit einheitlicher Tragfähigkeit und


Honorartafel zu Leistungen für die Baugrundbeurteilung und Gründungsberatung Honorarzone I Honorarzone II Honorarzone III Anrechen­ von bis von bis von bis bare Kosten Euro Euro Euro 51.129 524 945 945 1.361 1.361 1.783 75.000 644 1.140 1.140 1.629 1.629 2.124 100.000 750 1.307 1.307 1.863 1.863 2.416 150.000 922 1.584 1.584 2.241 2.241 2.903 200.000 1.077 1.824 1.824 2.570 2.570 3.310 250.000 1.207 2.025 2.025 2.844 2.844 3.666 300.000 1.333 2.218 2.218 3.103 3.103 3.984 350.000 1.445 2.387 2.387 3.329 3.329 4.275 400.000 1.550 2.548 2.548 3.544 3.544 4.538 450.000 1.646 2.693 2.693 3.740 3.740 4.786 500.000 1.739 2.831 2.831 3.928 3.928 5.020 750.000 2.149 3.445 3.445 4.743 4.743 6.035 1.000.000 2.510 3.969 3.969 5.429 5.429 6.887 1.500.000 3.099 4.825 4.825 6.551 6.551 8.281 2.000.000 3.610 5.554 5.554 7.502 7.502 9.446 2.500.000 4.056 6.189 6.189 8.323 8.323 10.461 3.000.000 4.462 6.763 6.763 9.063 9.063 11.364 3.500.000 4.840 7.291 7.291 9.742 9.742 12.194 4.000.000 5.191 7.780 7.780 10.366 10.366 12.957 4.500.000 5.519 8.238 8.238 10.956 10.956 13.670 5.000.000 5.834 8.676 8.676 11.513 11.513 14.352 7.500.000 7.224 10.570 10.570 13.916 13.916 17.262 10.000.000 8.404 12.169 12.169 15.934 15.934 19.698

Honorarzone IV von bis Euro 1.783 2.199 2.124 2.614 2.416 2.971 2.903 3.560 3.310 4.056 3.666 4.486 3.984 4.870 4.275 5.216 4.538 5.534 4.786 5.833 5.020 6.118 6.035 7.332 6.887 8.346 8.281 10.007 9.446 11.395 10.461 12.594 11.364 13.664 12.194 14.644 12.957 15.543 13.670 16.388 14.352 17.189 17.262 20.607 19.698 23.463

Honorarzone V von bis Euro 2.199 2.621 2.614 3.110 2.971 3.529 3.560 4.222 4.056 4.802 4.486 5.304 4.870 5.755 5.216 6.158 5.534 6.531 5.833 6.882 6.118 7.211 7.332 8.627 8.346 9.805 10.007 11.733 11.395 13.339 12.594 14.727 13.664 15.964 14.644 17.095 15.543 18.134 16.388 19.107 17.189 20.030 20.607 23.954 23.463 27.227

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

95

(Bau-) Berufsrecht

4. Honorarzone IV: Gründungen mit überdurchschnittlichem Schwierigkeitsgrad, insbesondere ˑˑ stark setzungsempfindliche Bauwerke bei unregelmäßigem Schichtenaufbau des Untergrundes mit unterschiedlicher Tragfähigkeit und Setzungsfähigkeit innerhalb der Baufläche, ˑˑ setzungsempfindliche Bauwerke sowie gering setzungsempfindliche Bauwerke mit bereichsweise unterschiedlicher Gründungsart oder bereichsweise stark unterschiedlichen Lasten bei unregelmäßigem Schichtenaufbau des Untergrundes mit stark unterschiedlicher Tragfähigkeit und Setzungsfähigkeit innerhalb der Baufläche; 5. Honorarzone V: Gründungen mit sehr hohem Schwierigkeitsgrad, insbesondere ˑˑ stark setzungsempfindliche Bauwerke bei unregelmäßigem Schichtenaufbau des Untergrundes mit stark unterschiedlicher Tragfähigkeit und Setzungsfähigkeit der Baufläche. (2) § 50 Absatz 3 gilt sinngemäß. (3) Honorare für die in Punkt 1.4.1. aufgeführten Leistungen für die Baugrundbeurteilung und Gründungsberatung ab 51.129 Euro können an der folgenden Honorartafel orientiert werden.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Setzungsfähigkeit innerhalb der Baufläche, ˑˑ gering setzungsempfindliche Bauwerke mit einheitlicher Gründungsart bei unregelmäßigem Schichtenaufbau des Untergrundes mit unterschiedlicher Tragfähigkeit und Setzungsfähigkeit innerhalb der Baufläche; 3. Honorarzone III: Gründungen mit durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad, insbesondere ˑˑ stark setzungsempfindliche Bauwerke bei annähernd regelmäßigem Schichtenaufbau des Untergrundes mit einheitlicher Tragfähigkeit und Setzungsfähigkeit innerhalb der Baufläche, ˑˑ setzungsempfindliche Bauwerke sowie gering setzungsempfindliche Bauwerke mit bereichsweise unterschiedlicher Gründungsart oder bereichsweise stark unterschiedlichen Lasten bei unregelmäßigem Schichtenaufbau des Untergrundes mit unterschiedlicher Tragfähigkeit und Setzungsfähigkeit innerhalb der Baufläche, ˑˑ gering setzungsempfindliche Bauwerke mit einheitlicher Gründungsart bei unregelmäßigem Schichtenaufbau des Untergrundes mit stark unterschiedlicher Tragfähigkeit und Setzungsfähigkeit innerhalb der Baufläche;


Anrechen­ bare Kosten

Honorarzone I von bis Euro

Honorarzone II von bis Euro

Honorarzone III von bis Euro

Honorarzone IV von bis Euro

Honorarzone V von bis Euro

15.000.000 20.000.000 25.000.000 25.564.594

10.395 12.098 13.606 13.774

14.832 17.083 19.060 19.280

19.270 22.067 24.518 24.792

23.707 27.058 29.973 30.297

28.145 32.043 35.432 35.809

14.832 17.083 19.060 19.280

19.270 22.067 24.518 24.792

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

1.5. Vermessungstechnische Leistungen

23.707 27.058 29.973 30.297

28.145 32.043 35.432 35.809

32.582 37.027 40.886 41.316

3. bei Verkehrsanlagen nach § 45. (4) Anrechenbar sind bei Gebäuden und Ingenieurbauwerken nur folgende Prozentsätze der nach Absatz 3 ermittelten anrechenbaren Kosten, die wie folgt gestaffelt aufzusummieren sind: 1. bis zu 511.292 Euro 40 Prozent, 2. über 511.292 bis zu 102.2584 Euro 35 Prozent, 3. über 1.022.584 bis zu 2.556.459 Euro 30 Prozent, 4. über 2.556.459 Euro 25 Prozent. (5) Die Absätze 1 bis 4 sowie die Punkte 1.5.3. und 1.5.4. gelten nicht für vermessungstechnische Leistungen bei ober- und unterirdischen Leitungen, innerörtlichen Verkehrsanlagen mit überwiegend innerörtlichem Verkehr, ausgenommen Wasserstraßen-, Geh- und Radwegen sowie Gleis- und Bahnsteiganlagen. Das Honorar für die in Satz 1 genannten Objekte kann frei vereinbart werden. (6) Umfasst ein Auftrag Vermessungen für mehrere Objekte, so können die Honorare für die Vermessung jedes Objektes getrennt berechnet werden.

1.5.1 Anwendungsbereich (1) Vermessungstechnische Leistungen sind das Erfassen ortsbezogener Daten über Bauwerke und Anlagen, Grundstücke und Topographie, das Erstellen von Plänen, das Übertragen von Planungen in die Örtlichkeit sowie das vermessungstechnische Überwachen der Bauausführung, soweit die Leistungen mit besonderen instrumentellen und vermessungstechnischen Verfahrensanforderungen erbracht werden müssen. Ausgenommen von Satz 1 sind Leistungen, die nach landesrechtlichen Vorschriften für Zwecke der Landesvermessung und des Liegenschaftskatasters durchgeführt werden. (2) Zu den vermessungstechnischen können Leistungen rechnen: 1. Entwurfsvermessung für die Planung und den Entwurf von Gebäuden, Ingenieurbauwerken und Verkehrsanlagen, 2. Bauvermessungen für den Bau und die abschließende Bestandsdokumentation von Gebäuden, Ingenieurbauwerken und Verkehrsanlagen, 1.5.3 Honorarzonen für Leistungen bei der 3. Vermessung an Objekten außerhalb der Entwurfs- Entwurfsvermessung und Bauphase, Leistungen für nicht objektgebun- (1) Die Honorarzonen können bei der Entwurfsverdene Vermessungen, Fernerkundung und geogra- messung auf Grund folgender Bewertungsmerkmale phisch-geometrische Datenbasen sowie andere ermittelt werden: sonstige vermessungstechnische Leistungen. 1. Honorarzone I: Vermessungen mit sehr geringen Anforderungen, das heißt mit 1.5.2 Grundlagen des Honorars bei der ˑˑ sehr hoher Qualität der vorhandenen KartenunEntwurfsvermessung terlagen, ˑˑ sehr geringen Anforderungen an die Genauigkeit, (1) Das Honorar für Grundleistungen bei der Entwurfsˑˑ sehr hoher Qualität des vorhandenen Lage- und vermessung kann sich nach den anrechenbaren Kosten Höhenfestpunktfeldes, des Objekts, nach der Honorarzone, der die Entwurfsˑˑ sehr geringen Beeinträchtigungen durch die Gevermessung angehört, sowie nach der Honorartafel ländebeschaffenheit und bei der Begehbarkeit, unter Punkt 1.5.8. richten. ˑˑ sehr geringer Behinderung durch Bebauung und (2) Anrechenbare Kosten können unter Zugrundelegung Bewuchs, der Kostenberechnung ermittelt werden, solange diese ˑˑ sehr geringer Behinderung durch Verkehr, nicht vorliegt oder wenn die Vertragsparteien dies bei ˑˑ sehr geringer Topographiedichte; Auftragserteilung schriftlich vereinbaren, nach der Kos2. Honorarzone II: Vermessungen mit geringen Anfortenschätzung. derungen, das heißt mit (3) Anrechenbare Kosten können die Herstellungskosˑˑ guter Qualität der vorhandenen Kartenunterlagen, ten des Objekts sein. Sie sind zu ermitteln nach § 4 und ˑˑ geringen Anforderungen an die Genauigkeit, 1. bei Gebäuden nach § 32, 2. bei Ingenieurbauwerken nach § 41, 96

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)


1.5.4 Leistungsbild Entwurfsvermessung (1) Das Leistungsbild Entwurfsvermessung kann die terrestrischen und photogrammetrischen Vermessungsleistungen für die Planung und den Entwurf von Gebäuden, Ingenieurbauwerken und Verkehrslagen umfassen. Die Grundleistungen können in den in Absatz 2 aufgeführten Leistungsphasen 1 bis 6 zusammengefasst werden. Sie können in der folgenden Tabelle in Prozentsätzen der Honorare des Punkt 1.5.8. bewertet werden: Bewertung der Grundleistungen in Prozent der Honorare 1. Grundlagenermittlung 2. Geodätisches Festpunktfeld 3. Vermessungstechnische Lageund Höhenpläne 4. Absteckungsunterlagen 5. Absteckung für Entwurf 6. Geländeschnitte

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

3 15 52 15 5 10

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(Bau-) Berufsrecht

(2) Sind für eine Entwurfsvermessung Bewertungsmerkmale aus mehreren Honorarzonen anwendbar und bestehen deswegen Zweifel, welcher Honorarzone die Vermessung zugeordnet werden kann, so kann die Anzahl der Bewertungspunkte nach Absatz 3 ermittelt werden. Die Vermessung kann nach der Summe der Bewertungspunkte folgenden Honorarzonen zugeordnet werden: 1. Honorarzone I: Vermessungen mit bis zu 14 Punkten, 2. Honorarzone II: Vermessungen mit 15 bis 25 Punkten, 3. Honorarzone III: Vermessungen mit 26 bis 37 Punkten, 4. Honorarzone IV: Vermessungen mit 38 bis 48 Punkten, 5. Honorarzone V: Vermessungen mit 49 bis 60 Punkten. (3) Bei der Zuordnung einer Entwurfsvermessung zu den Honorarzonen können entsprechend dem Schwierigkeitsgrad der Anforderungen an die Vermessung die Bewertungsmerkmale Qualität der vorhandenen Kartenunterlagen, Anforderungen an die Genauigkeit und Qualität des vorhandenen Lage- und Höhenfestpunktfeldes mit je bis zu 5 Punkten, die Bewertungsmerkmale Beeinträchtigungen durch die Geländebeschaffenheit und bei der Begehbarkeit Behinderung durch Bebauung und Bewuchs sowie Behinderung durch Verkehr mit je bis zu 10 Punkten und das Bewertungsmerkmal Topographiedichte mit bis zu 15 Punkten bewertet werden.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

ˑˑ guter Qualität des vorhandenen Lage- und Höhenfestpunktfeldes, ˑˑ geringen Beeinträchtigungen durch die Geländebeschaffenheit und bei der Begehbarkeit, ˑˑ geringer Behinderung durch Bebauung und Bewuchs, ˑˑ geringer Behinderung durch Verkehr, ˑˑ geringer Topographiedichte; 3. Honorarzone III: Vermessungen mit durchschnittlichen Anforderungen, das heißt mit ˑˑ befriedigender Qualität der vorhandenen Kartenunterlagen, ˑˑ durchschnittlichen Anforderungen an die Genauigkeit, ˑˑ befriedigender Qualität des vorhandenen Lageund Höhenfestpunktfeldes, ˑˑ durchschnittlichen Beeinträchtigungen durch die Geländebeschaffenheit und bei der Begehbarkeit, ˑˑ durchschnittlicher Behinderung durch Bebauung und Bewuchs, ˑˑ durchschnittlicher Behinderung durch Verkehr, ˑˑ durchschnittlicher Topographiedichte; 4. Honorarzone IV: Vermessungen mit überdurchschnittlichen Anforderungen, das heißt mit ˑˑ kaum ausreichender Qualität der vorhandenen Kartenunterlagen, ˑˑ überdurchschnittlichen Anforderungen an die Genauigkeit, ˑˑ kaum ausreichender Qualität des vorhandenen Lage- und Höhenfestpunktfeldes, ˑˑ überdurchschnittlichen Beeinträchtigungen durch die Geländebeschaffenheit und bei der Begehbarkeit, ˑˑ überdurchschnittlicher Behinderung durch Bebauung und Bewuchs, ˑˑ überdurchschnittlicher Behinderung durch Verkehr, ˑˑ überdurchschnittlicher Topographiedichte; 5. Honorarzone V: Vermessungen mit sehr hohen Anforderungen, das heißt mit ˑˑ mangelhafter Qualität der vorhandenen Kartenunterlagen, ˑˑ sehr hohen Anforderungen an die Genauigkeit, ˑˑ mangelhafter Qualität des vorhandenen Lageund Höhenfestpunktfeldes, ˑˑ sehr hohen Beeinträchtigungen durch die Geländebeschaffenheit und bei der Begehbarkeit, ˑˑ sehr hoher Behinderung durch Bebauung und Bewuchs, ˑˑ sehr hoher Behinderung durch Verkehr, ˑˑ sehr hoher Topographiedichte.


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(Bau-) Berufsrecht

(2) Das Leistungsbild kann sich wie folgt zusammensetzen: Grundleistungen

Besondere Leistungen

1. Grundlagenermittlung Einholen von Informationen und Beschaffen von Unterlagen über die Örtlichkeit und das geplante Objekt Beschaffen vermessungstechnischer Unterlagen Ortsbesichtigung Ermitteln des Leistungsumfangs in Abhängigkeit von den Genauigkeitsanforderungen und dem Schwierigkeitsgrad 2. Geodätisches Festpunktfeld Erkunden und Vermarken von Lage- und Höhenfestpunkten Erstellen von Punktbeschreibungen und Einmessungsskizzen Messungen zum Bestimmen der Fest- und Passpunkte Auswerten der Messungen und Erstellen des Koordinaten- und Höhenverzeichnisses 3. Vermessungstechnische Lage- und Höhenpläne Topographische/Morphologische Geländeaufnahme (terrestrisch/photogrammetrisch) einschließlich Erfassen von Zwangspunkten Auswerten der Messungen/Luftbilder Erstellen von Plänen mit Darstellen der Situation im Planungsbereich einschließlich der Einarbeitung der Katasterinformation Darstellen der Höhen in Punkt-, Raster- oder Schichtlinienform Erstellen eines digitalen Geländemodells Graphisches Übernehmen von Kanälen, Leitungen, Kabeln und unterirdischen Bauwerken aus vorhandenen Unterlagen Eintragen der bestehenden öffentlich-rechtlichen Festsetzungen Liefern aller Messdaten in digitaler Form

Schriftliches Einholen von Genehmigungen zum Betreten von Grundstücken, zum Befahren von Gewässern und für anordnungsbedürftige Verkehrssicherungsmaßnahmen

Netzanalyse und Messprogramm für Grundnetze hoher Genauigkeit Vermarken bei besonderen Anforderungen Bau von Festpunkten und Signalen

Orten und Aufmessen des unterirdischen Bestandes Vermessungsarbeiten Untertage, unter Wasser oder bei Nacht Maßnahmen für umfangreiche anordnungsbedürftige Verkehrssicherung Detailliertes Aufnehmen bestehender Objekte und Anlagen außerhalb normaler topographischer Aufnahmen wie z. B. Fassaden und Innenräume von Gebäuden Eintragen von Eigentümerangaben Darstellen in verschiedenen Maßstäben Aufnahmen über den Planungsbereich hinaus Ausarbeiten der Lagepläne entsprechend der rechtlichen Bedingungen für behördliche Genehmigungsverfahren Erfassen von Baumkronen Durchführen von Optimierungsberechnungen im Rahmen der 4. Absteckungsunterlagen Berechnen der Detailgeometrie anhand des Entwurfs und Erstel- Baugeometrie (Flächennutzung, Abstandsflächen, Fahrbahndecken) len von Absteckungsunterlagen 5. Absteckung für Entwurf Übertragen der Leitlinie linienhafter Objekte in die Örtlichkeit Übertragen der Projektgeometrie in die Örtlichkeit für Erörterungsverfahren 6. Geländeschnitte Ermitteln und Darstellen von Längs- und Querprofilen aus terrestrischen/photogrammetrischen Aufnahmen

1.5.5 Grundlagen des Honorars bei der (3) Die Absätze 1 bis 2 sowie die Punkte 1.5.6 und Bauvermessung 1.5.7 gelten nicht für vermessungstechnische Leistun(1) Das Honorar für Grundleistungen bei der Bauver- gen bei ober- und unterirdischen Leitungen, Tunnel-, messung kann sich nach den anrechenbaren Kosten Stollen- und Kavernenbauwerken, innerörtlichen Verdes Objekts, nach der Honorarzone, der die Bauver- kehrsanlagen mit überwiegend innerörtlichem Verkehr messung angehört, sowie nach der Honorartafel unter – ausgenommen Wasserstraßen -, bei Geh- und RadwePunkt 1.5.8. richten. gen sowie Gleis- und Bahnsteiganlagen. Das Honorar (2) Anrechenbare Kosten können nach Punkt 1.5.2 für die in Satz 1 genannten Objekte kann frei vereinbart Absatz 3 ermittelt werden. Anrechenbar können bei In- werden. genieurbauwerken 100 Prozent, bei Gebäuden und Verkehrsanlagen, 80 Prozent der ermittelten Kosten sein. 98

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)


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(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

ˑˑ überdurchschnittlichen Anforderungen durch die 1.5.6 Honorarzonen für Leistungen bei der Geometrie des Objekts, Bauvermessung ˑˑ überdurchschnittlicher Behinderung durch den (1) Die Honorarzone kann bei der Bauvermessung auf Baubetrieb; Grund folgender Bewertungsmerkmale ermittelt wer5. Honorarzone V: Vermessungen mit sehr hohen den: Anforderungen, das heißt mit 1. Honorarzone I: Vermessungen mit sehr geringen ˑˑ sehr hohen Beeinträchtigungen durch die GelänAnforderungen, das heißt mit debeschaffenheit und bei der Begehbarkeit, ˑˑ sehr geringen Beeinträchtigungen durch die Geˑˑ sehr hohen Behinderungen durch Bebauung und ländebeschaffenheit und bei der Begehbarkeit, Bewuchs, ˑˑ sehr geringen Behinderungen durch Bebauung ˑˑ sehr hoher Behinderung durch den Verkehr, und Bewuchs, ˑˑ sehr hohen Anforderungen an die Genauigkeit, ˑˑ sehr geringer Behinderung durch den Verkehr, ˑˑ sehr hohen Anforderungen durch die Geometrie ˑˑ sehr geringen Anforderungen an die Genauigkeit, des Objekts, ˑˑ sehr geringen Anforderungen durch die Geometˑˑ sehr hoher Behinderung durch den Baubetrieb. rie des Objekts, (2) Punkt 1.5.3 Absatz 2 gilt sinngemäß. ˑˑ sehr geringer Behinderung durch den Baubetrieb; (3) Bei der Zurechnung einer Bauvermessung in die Ho2. Honorarzone II: Vermessungen mit geringen Anforderungen, das heißt mit norarzonen kann entsprechend dem Schwierigkeitsgrad ˑˑ geringen Beeinträchtigungen durch die Geländeder Anforderungen an die Vermessung das Bewertungsbeschaffenheit und bei der Begehbarkeit, merkmal Beeinträchtigungen durch Geländebeschafˑˑ geringen Behinderungen durch Bebauung und fenheit und bei der Begehbarkeit mit bis zu 5 Punkten Bewuchs, bewertet werden. Die Bewertungsmerkmale Behindeˑˑ geringer Behinderung durch den Verkehr, rungen durch Bebauung und Bewuchs, Behinderungen ˑˑ geringen Anforderungen an die Genauigkeit, durch den Verkehr, Anforderungen an die Genauigkeit ˑˑ geringen Anforderungen durch die Geometrie des sowie Anforderungen durch die Geometrie des Objekts Objekts, können mit je bis zu 10 Punkten und das Bewertungsˑˑ geringer Behinderung durch den Baubetrieb; merkmal Behinderung durch den Baubetrieb mit bis zu 3. Honorarzone III: Vermessungen mit durchschnittli15 Punkten bewertet werden. chen Anforderungen, das heißt mit ˑˑ durchschnittlichen Beeinträchtigungen durch die 1.5.7 Leistungsbild Bauvermessung Geländebeschaffenheit und bei der Begehbarkeit, (1) Das Leistungsbild Bauvermessung kann die terresˑˑ durchschnittlichen Behinderungen durch Bebautrischen und photogrammetrischen Vermessungsleisung und Bewuchs, tungen für den Bau und die abschließende Bestandsˑˑ durchschnittlicher Behinderung durch den dokumentation von Gebäuden, Ingenieurbauwerken und Verkehr, Verkehrsanlagen umfassen. Die Grundleistungen sind in ˑˑ durchschnittliche Anforderungen an die Genauden in Absatz 2 aufgeführten Leistungsphasen 1 bis 4 igkeit, zusammengefasst. Sie können in der folgenden Tabelle ˑˑ durchschnittlichen Anforderungen durch die in Prozentsätzen der Honorare unter Punkt 1.5.8. beGeometrie des Objekts, wertet werden: ˑˑ durchschnittlicher Behinderung durch den Bewertung der GrundBaubetrieb; leistungen in Prozent 4. Honorarzone IV: Vermessungen mit überdurchder Honorare schnittlichen Anforderungen, das heißt mit 2 1. Baugeometrische Beratung ˑˑ überdurchschnittlichen Beeinträchtigungen durch 2. Absteckung für die Bauausführung 14 die Geländebeschaffenheit und bei der Begeh3. Bauausführungsvermessung 66 barkeit, 4. Vermessungstechnische Überwa18 ˑˑ überdurchschnittlichen Behinderungen durch chung der Bauausführung Bebauung und Bewuchs, ˑˑ überdurchschnittlicher Behinderung durch den Verkehr, ˑˑ überdurchschnittlichen Anforderungen an die Genauigkeit,


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(Bau-) Berufsrecht

(2) Das Leistungsbild kann sich wie folgt zusammensetzen: Grundleistungen

Besondere Leistungen

1. Baugeometrische Beratung Beraten bei der Planung, insbesondere im Hinblick auf die erforderlichen Genauigkeiten Erstellen eines konzeptionellen Messprogramms Festlegen eines für alle Beteiligten verbindlichen Maß-, Bezugs- und Benennungssystems Erstellen von Messprogrammen für Bewegungs- und Deformationsmessungen, einschließlich Vorgaben für die Baustelleneinrichtung 2. Absteckung für die Bauausführung Übertragen der Projektgeometrie (Hauptpunkte) in die Örtlichkeit Übergabe der Lage- und Höhenfestpunkte, der Hauptpunkte und der Absteckungsunterlagen an das bauausführende Unternehmen 3. Bauausführungsvermessung Messungen zur Verdichtung des Lage- und Höhenfestpunktfeldes Messungen zur Überprüfung und Sicherung von Fest- und Achspunkten Baubegleitende Absteckungen der geometriebestimmenden Bauwerkspunkte nach Lage und Höhe Messungen zur Erfassung von Bewegungen und Deformationen des zu erstellenden Objekts an konstruktiv bedeutsamen Punkten (bei Wasserstraßen keine Grundleistung) Stichprobenartige Eigenüberwachungsmessungen Fortlaufende Bestandserfassung während der Bauausführung als Grundlage für den Bestandplan 4. Vermessungstechnische Überwachung der Bauausführung Kontrollieren der Bauausführung durch stichprobenartige Messungen an Schalungen und entstehenden Bauteilen Fertigen von Messprotokollen Stichprobenartige Bewegungs- und Deformationsmessungen an konstruktiv bedeutsamen Punkten des zu erstellenden Objekts

Erstellen von vermessungstechnischen Leistungsbeschreibungen Erarbeiten von Organisationsvorschlägen über Zuständigkeiten, Verantwortlichkeit und Schnittstellen der Objektvermessung

Absteckungen unter Berücksichtigung von belastungsund fertigungstechnischen Verformungen Prüfen der Maßgenauigkeit von Fertigteilen Aufmaß von Bauleistungen, soweit besondere Vermessungstechnische Leistungen gegeben sind Herstellen von Bestandsplänen Ausgabe von Baustellenbestandsplänen während der Bauausführung Fortführen der vermessungstechnischen Bestandspläne nach Abschluss der Grundleistungen Prüfen der Mengenermittlungen Einrichten eines geometrischen Objektinformationssystems Planen und Durchführen von langfristigen Vermessungstechnischen Objektüberwachungen im Rahmen der Ausführungskontrolle baulicher Maßnahmen Vermessungen für die Abnahme von Bauleistungen, soweit besondere vermessungstechnische Anforderungen gegeben sind

(3) Die Leistungsphase 3 kann abweichend von Absatz 1.5.8 Honorare für Grundleistungen bei der 1 bei Gebäuden mit 45 bis 66 Prozent bewertet werden. Vermessung Honorare für die unter den Punkten 1.5.4. und 1.5.7. aufgeführten Grundleistungen ab 51.129 Euro können an der folgenden Honorartafel orientiert werden: Honorartafel zu Leistungen bei der Vermessung Honorarzone I Honorarzone II Anrechen­ von bis von bis bare Kosten Euro Euro 51.129 2.250 2.643 2.643 3.037 100.000 3.325 3.826 3.826 4.327 150.000 4.320 4.931 4.931 5.542 200.000 5.156 5.826 5.826 6.547 250.000 5.881 6.656 6.656 7.437 300.000 6.547 7.383 7.383 8.219

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Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

Honorarzone III von bis Euro 3.037 3.431 4.327 4.829 5.542 6.153 6.547 7.217 7.437 8.212 8.219 9.055

Honorarzone IV von bis Euro 3.431 3.825 4.829 5.330 6.153 6.765 7.217 7.939 8.212 8.994 9.055 9.892

Honorarzone V von bis Euro 3.825 4.219 5.330 5.831 6.765 7.376 7.939 8.609 8.994 9.768 9.892 10.728


350.000 400.000 450.000 500.000 750.000 1.000.000 1.500.000 2.000.000 2.500.000 3.000.000 3.500.000 4.000.000 4.500.000 5.000.000 7.500.000 10.000.000 10.225.838

7.207 8.098 7.867 8.859 8.527 9.584 9.187 10.299 11.332 12.667 13.525 14.977 17.714 19.597 21.894 24.217 26.074 28.837 30.254 33.457 34.434 38.077 38.614 42.697 42.794 47.317 46.974 51.937 67.874 75.037 88.672 98.137 90.550 100.223

Honorarzone II von bis Euro 8.098 8.859 9.584 10.299 12.667 14.977 19.597 24.217 28.837 33.457 38.077 42.697 47.317 51.937 75.037 98.137 100.223

9.037 9.815 10.630 11.413 14.002 16.532 21.592 26.652 31.712 36.772 41.832 46.892 51.952 57.012 82.312 107.612 109.897

Honorarzone III von bis Euro 9.037 9.815 10.630 11.413 14.002 16.532 21.592 26.652 31.712 36.772 41.832 46.892 51.952 57.012 82.312 107.612 109.897

Honorarzone IV von bis Euro

9.929 9.929 10.867 10.809 10.809 11.765 11.644 11.644 12.690 12.513 12.513 13.625 15.336 15.336 16.672 18.086 18.086 19.642 23.586 23.586 25.582 29.086 29.086 31.522 34.586 34.586 37.462 40.086 40.086 43.402 45.586 45.586 49.342 51.086 51.086 55.282 56.586 56.586 61.222 62.086 62.086 67.162 89.586 89.586 96.862 117.086 117.086 126.562 119.571 119.571 129.245

Honorarzone V von bis Euro 10.867 11.758 11.765 12.757 12.690 13.747 13.625 14.737 16.672 18.006 19.642 21.196 25.582 27.576 31.522 33.956 37.462 40.336 43.402 46.716 49.342 53.096 55.282 59.476 61.222 65.856 67.162 72.236 96.862 104.136 126.562 136.036 129.245 138.918

Anlage 2 (zu § 3 Absatz 3) – Besondere Leistungen

stellen der dazu notwendigen Planungsunterlagen und Schriftsätze, ˑˑ Vorbereiten, Durchführen und Auswerten der Verfahren im Sinne des § 3 Absatz 1 des Baugesetzbuchs, 2.1 Leistungsbild Flächennutzungsplan Das Leistungsbild kann folgende Besonderen Leistun- ˑˑ Vorbereiten, Durchführen und Auswerten der Verfahren im Sinne des § 3 Absatz 2 des Baugesetzbuchs, gen umfassen: ˑˑ Erstellen von Sitzungsvorlagen, Arbeitsheften und anderen Unterlagen, Durchführen der Beteiligung 2.1.1. Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln von Behörden und Stellen, die Träger öffentlicher des Leistungsumfangs Belange sind und von der Planung berührt werden ˑˑ Ausarbeiten eines Leistungskatalogs; können; 2.1.2 Ermitteln der Planungsvorgaben 2.1.4 Entwurf ˑˑ Geländemodelle, ˑˑ Anfertigen von Beiplänen, zum Beispiel für Verkehr, ˑˑ Geodätische Feldarbeit, Infrastruktureinrichtungen, Flurbereinigung sowie ˑˑ Kartentechnische Ergänzungen, von Wege- und Gewässerplänen, Grundbesitzkarten ˑˑ Erstellen von pausfähigen Bestandskarten, und Gütekarten unter Berücksichtigung der Pläne ˑˑ Erarbeiten einer Planungsgrundlage aus unteranderer an der Planung fachlich Beteiligter, schiedlichem Kartenmaterial, Auswerten von Luftˑˑ Wesentliche Änderungen oder Neubearbeitung des aufnahmen, Entwurfs, insbesondere nach Bedenken und Anreˑˑ Befragungsaktion für Primärstatistik unter Auswergungen, ten von sekundärstatistischem Material, ˑˑ Ausarbeiten der Beratungsunterlagen der Gemeinde ˑˑ Strukturanalysen, zu Bedenken und Anregungen, ˑˑ Statistische und örtliche Erhebungen sowie Bedarfsermittlungen, zum Beispiel Versorgung, Wirtschafts-, ˑˑ Differenzierte Darstellung der Nutzung; Sozial- und Baustruktur sowie soziokulturelle Struk- 2.1.5 Genehmigunsfähige Planfassung ˑˑ Leistungen für die Drucklegung, tur, soweit nicht in den Grundleistungen erfasst, ˑˑ Herstellen von zusätzlichen farbigen Ausfertigungen ˑˑ Differenzierte Erhebung des Nutzungsbestands; des Flächennutzungsplans, Überarbeiten von Plan2.1.3 Vorentwurf zeichnungen und von dem Erläuterungsbericht nach ˑˑ Mitwirken an der Öffentlichkeitsarbeit des Auftragder Genehmigung. gebers einschließlich Mitwirken an Informationsschriften und öffentlichen Diskussionen sowie Er-

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

Honorarzone I von bis Euro

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Anrechen­ bare Kosten


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

2.2 Leistungsbild Bebauungsplan Das Leistungsbild kann folgende Besondere Leistungen umfassen: 2.2.1 Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs ˑˑ Festellen der Art und des Umfangs weiterer notwendiger Voruntersuchungen, besonders bei Gebieten, die bereits überwiegend bebaut sind, ˑˑ Stellungnahme zu Einzelvorhaben während der Planaufstellung; 2.2.2 Ermitteln der Planungsvorgaben ˑˑ Geodätische Einmessung, ˑˑ Primärerhebungen (Befragungen, Objektaufnahme), ˑˑ Ergänzende Untersuchungen bei nicht vorhandenem Flächennutzungsplan, ˑˑ Mitwirken bei der Ermittlung der Förderungsmöglichkeiten durch öffentliche Mittel, Stadtbildanalyse; 2.2.3 Vorentwurf ˑˑ Modelle; 2.2.4 Entwurf ˑˑ Berechnen und Darstellen der Umweltschutzmaßnahmen; 2.2.5 Planfassung für die Anzeige oder Genehmigung ˑˑ Herstellen von zusätzlichen farbigen Ausfertigungen des Bebauungsplans. 2.3 Leistungsbild Landschaftsplan Das Leistungsbild kann folgende Besondere Leistungen umfassen: 2.3.1 Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs ˑˑ Antragsverfahren für Planungszuschüsse; 2.3.2 Ermitteln der Planungsvorgaben ˑˑ Einzeluntersuchungen natürlicher Grundlagen, ˑˑ Einzeluntersuchungen zu spezifischen Nutzungen, ˑˑ Daten aus vorhandenen Unterlagen im Einzelnen ermitteln und aufbereiten, ˑˑ Örtliche Erhebungen, die nicht überwiegend der Kontrolle der aus Unterlagen erhobenen Daten dienen. 2.4 Leistungsbild Landschaftsrahmenplan Das Leistungsbild kann folgende Besondere Leistungen umfassen: 2.4.1 Landschaftsanalyse ˑˑ Daten aus vorhandenen Unterlagen im Einzelnen ermitteln und aufbereiten, ˑˑ Örtliche Erhebungen, die nicht überwiegend der Kontrolle der aus Unterlagen erhobenen Daten dienen; 102

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

2.4.2 Endgültige Planfassung ˑˑ Mitwirkung bei der Einarbeitung von Zielen der Landschaftsentwicklung in Programme und Pläne im Sinne des Raumordnungsgesetzes. 2.5 Leistungsbild Pflege- und Entwicklungsplan Das Leistungsbild kann in der Leistungsphase 2 (Ermitteln der Planungsgrundlagen) folgende Besondere Leistungen umfassen: ˑˑ Flächendeckende detaillierte Vegetationskartierung, ˑˑ Eingehende zoologische Erhebungen einzelner Arten oder Artengruppen. 2.6 Leistungsbild Gebäude und raumbildende Ausbauten Das Leistungsbild kann folgende Besondere Leistungen umfassen: 2.6.1 Grundlagenermittlung ˑˑ Bestandsaufnahme, Standortanalyse, Betriebsplanung, ˑˑ Aufstellung eines Raumprogramms, ˑˑ Aufstellen eines Funktionsprogramms, ˑˑ Prüfen der Umwelterheblichkeit, ˑˑ Prüfen der Umweltverträglichkeit; 2.6.2 Vorplanung (Projekt und Planungsvorbereitung) ˑˑ Untersuchen von Lösungsmöglichkeiten nach grundsätzlich verschiedenen Anforderungen, ˑˑ Ergänzen der Vorplanungsunterlagen auf Grund besonderer Anforderungen, Aufstellen eines Finanzierungsplanes, ˑˑ Aufstellen einer Bauwerks- und Betriebs-Kosten-Nutzen-Analyse, Mitwirken bei der Kreditbeschaffung, ˑˑ Durchführen der Voranfrage (Bauanfrage), ˑˑ Anfertigen von Darstellungen durch besondere Techniken, wie zum Beispiel Perspektiven, Muster, Modelle, ˑˑ Aufstellen eines Zeit- und Organisationsplanes, ˑˑ Ergänzen der Vorplanungsunterlagen hinsichtlich besonderer Maßnahmen zur Gebäude- und Bauteiloptimierung, die über das übliche Maß der Planungs leistungen hinausgehen, zur Verringerung des Energieverbrauchs sowie der Schadstoff- und CO2Emissionen und zur Nutzung erneuerbarer Energien in Abstimmung mit anderen an der Planung fachlich Beteiligten. Das übliche Maß ist für Maßnahmen zur Energieeinsparung durch die Erfüllung der Anforderungen gegeben, die sich aus Rechtsvorschriften und den allgemein anerkannten Regeln der Technik ergeben;


2 Diese Besondere Leistung wird bei Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm ganz oder teilweise Grundleistung. In diesem Fall entfallen die entsprechenden Grundleistungen dieser Leistungsphase, soweit die Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm angewandt wird. 3 siehe Fußnote 2

4 siehe Fußnote 2 5 siehe Fußnote 2 Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

2.6.6 Vorbereitung der Vergabe ˑˑ Aufstellen der Leistungsbeschreibungen mit Leistungsprogramm unter Bezug auf Baubuch/Raumbuch4, ˑˑ Aufstellen von alternativen Leistungsbeschreibungen für geschlossene Leistungsbereiche, ˑˑ Aufstellen von vergleichenden Kostenübersichten unter Auswertung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter; 2.6.7 Mitwirkung bei der Vergabe ˑˑ Prüfen und Werten der Angebote aus Leistungsbeschreibung mit Leistungs programm einschließlich Preisspiegel5, ˑˑ Aufstellen, Prüfen und Werten von Preisspiegeln nach besonderen Anforderungen; 2.6.8 Objektüberwachung (Bauüberwachung) ˑˑ Aufstellen, Überwachen und Fortschreiben eines Zahlungsplanes, ˑˑ Aufstellen, Überwachen und Fortschreiben von differenzierten Zeit-, Kosten- oder Kapazitätsplänen, ˑˑ Tätigkeit als verantwortlicher Bauleiter, soweit diese Tätigkeit nach jeweiligem Landesrecht über die Grundleistungen der Leistungsphase 8 hinausgeht; 2.6.9 Objektbetreuung und Dokumentation ˑˑ Erstellen von Bestandsplänen, ˑˑ Aufstellen von Ausrüstungs- und Inventarverzeichnissen, Erstellen von Wartungs- und Pflegeanweisungen, ˑˑ Objektbeobachtung, ˑˑ Objektverwaltung, ˑˑ Baubegehungen nach Übergabe, ˑˑ Überwachen der Wartungs- und Pflegeleistungen, ˑˑ Aufbereiten des Zahlungsmaterials für eine Objektdatei, Ermittlung und Kostenfeststellung zu Kostenrichtwerten, Überprüfen der Bauwerks- und Betriebs-Kosten-Nutzen-Analyse; 2.6.10 Besondere Leistungen bei Umbauten und Modernisierungen ˑˑ Maßliches, technisches und verformungsgerechtes Aufmass, ˑˑ Schadenskartierung, ˑˑ Ermitteln von Schadensursachen, ˑˑ Planen und Überwachen von Maßnahmen zum Schutz von vorhandener Substanz, ˑˑ Organisation von und Mitwirkung an Betreuungsmaßnahmen für Nutzer und andere Planungsbetroffene, ˑˑ Wirkungskontrollen von Planungsansatz und Maßnahmen im Hinblick auf die Nutzer, beispielsweise durch Befragen.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

2.6.3 Entwurfsplanung (System- und Integrations­planung) ˑˑ Analyse der Alternativen/Varianten und deren Wertung mit Kostenuntersuchung (Optimierung), ˑˑ Wirtschaftlichkeitsberechnung, ˑˑ Kostenberechnung durch Aufstellen von Mengengerüsten oder Bauelementkatalog, ˑˑ Ausarbeitung besonderer Maßnahmen zur Gebäudeund Bauteiloptimierung, die über das übliche Maß der Planungsleistungen hinausgehen, zur Verringerung des Energieverbrauchs sowie der Schadstoffund CO2-Emissionen und zur Nutzung erneuerbarer Energien in Abstimmung mit anderen an der Planung fachlich Beteiligter. Das übliche Maß ist für Maßnahmen zur Energieeinsparung durch die Erfüllung der Anforderungen gegeben, die sich aus Rechtsvorschriften und den allgemein anerkannten Regeln der Technik ergeben; 2.6.4 Genehmigungsplanung ˑˑ Mitwirken bei der Beschaffung der nachbarlichen Zustimmung, Erarbeiten von Unterlagen für besondere Prüfverfahren, Fachliche und organisatorische Unterstützung des Bauherrn im Widerspruchsverfahren, Klageverfahren oder ähnliches, ˑˑ Ändern der Genehmigungsunterlagen infolge von Umständen, die der Auftragnehmer nicht zu vertreten hat; 2.6.5 Ausführungsplanung ˑˑ Aufstellen einer detaillierten Objektbeschreibung als Baubuch zur Grundlage der Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm2, ˑˑ Aufstellen einer detaillierten Objektbeschreibung als Raumbuch zur Grundlage der Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm3, ˑˑ Prüfen der vom bauausführenden Unternehmen auf Grund der Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm ausgearbeiteten Ausführungspläne auf Übereinstimmung mit der Entwurfsplanung, ˑˑ Erarbeiten von Detailmodellen, ˑˑ Prüfen und Anerkennen von Plänen Dritter, nicht an der Planung fachlich Beteiligter auf Übereinstimmung mit den Ausführungsplänen (zum Beispiel Werkstattzeichnungen von Unternehmen, Aufstellungs- und Fundamentpläne von Maschinenlieferanten), soweit die Leistungen Anlagen betreffen, die in den anrechenbaren Kosten nicht erfasst sind;


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

2.7 Leistungsbild Freianlagen Das Leistungsbild kann die zu Punkt 2.6. aufgeführten Besonderen Leistungen umfassen.

Unterlagen, dem Bauvertrag sowie den allgemein anerkannten Regeln der Technik und den einschlägigen Vorschriften; Hauptachsen für das Objekt von objektnahen Festpunkten abstecken sowie Höhenfestpunkte im Objektbereich herstellen, soweit die 2.8 Leistungsbild Ingenieurbauwerke Leistungen nicht mit besonderen instrumentellen Das Leistungsbild kann folgende Besonderen Leistunund vermessungstechnischen Verfahrensanfordegen umfassen: rungen erbracht werden müssen; Baugelände örtlich 2.8.1 Grundlagenermittlung kennzeichnen; ˑˑ Auswahl und Besichtigen ähnlicher Objekte, ˑˑ Ermitteln besonderer, in den Normen nicht festge- ˑˑ Führen eines Bautagebuchs; ˑˑ Gemeinsames Aufmaß mit den ausführenden Unterlegter Belastungen; nehmen; 2.8.2 Vorplanung (Projekt- und ˑˑ Mitwirken bei der Abnahme von Leistungen und LiePlanungsvorbereitung) ferungen; ˑˑ Anfertigen von Nutzen-Kosten-Untersuchungen, ˑˑ Anfertigen von topographischen und hydrologischen ˑˑ Rechnungsprüfung; ˑˑ Mitwirken bei behördlichen Abnahmen; Unterlagen, ˑˑ Mitwirken beim Überwachen der Prüfung der Funktiˑˑ Genaue Berechnung besonderer Bauteile, onsfähigkeit der Anlagenteile der Gesamtanlage; ˑˑ Koordinieren und Darstellen der Ausrüstung und Leiˑˑ Überwachen der Beseitigung der bei der Leistung tungen bei Gleisanlagen; festgestellten Mängel; bei Objekten nach § 40: Über2.8.3 Entwurfsplanung wachen der Ausführung von Tragwerken nach § 50 ˑˑ Beschaffen von Auszügen aus Grundbuch, Kataster Absatz 2 Nr. 1 und 2 auf Übereinstimmung mit dem und anderen amtlichen Unterlagen, Standsicherheitsnachweis; ˑˑ Fortschreiben von Nutzen-Kosten-Untersuchungen, 2.8.9 Besondere Leistungen bei Umbauten und ˑˑ Signaltechnische Berechnung, Modernisierungen von Ingenieurbauwerken und ˑˑ Mitwirken bei Verwaltungsvereinbarungen; bei Verkehrsanlagen mit geringen Kosten für 2.8.4 Genehmigungsplanung ˑˑ Mitwirken beim Beschaffen der Zustimmung von Be- Erdarbeiten einschließlich Felsarbeiten sowie mit troffenen, Herstellen der Unterlagen für Verbands- gebundener Gradiente oder bei schwieriger Anpassung an vorhandene Randbebauung gründungen; ˑˑ Ermitteln substanzbezogener Daten und Vorschrif2.8.5 Ausführungsplanung ten, ˑˑ Aufstellen von Ablauf- und Netzplänen; ˑˑ Planen von Anlagen der Verfahrens- und Prozess- ˑˑ Untersuchen und Abwickeln der notwendigen Sicherungsmaßnahmen von Bau- und Betriebszuständen, technik für Ingenieurbauwerke gemäß § 40 Nummern 1 bis 3 und 5, die dem Auftragnehmer über- ˑˑ Örtliches Überprüfen von Planungsdetails an der vorgefundenen Substanz und Überarbeiten der Platragen werden, der auch die Grundleistungen für nung bei Abweichen von den ursprünglichen Festdie jeweiligen Ingenieurbauwerke erbringt; Erstellen stellungen, von Ausführungszeichnungen für Ingenieurbauwerke nach § 40 Nummern 1 bis 3 und 5, die einen über- ˑˑ Erarbeiten eines Vorschlags zur Behebung von Schäden oder Mängeln. durchschnittlichen Aufwand erfordern und die bei Auftragserteilung abweichend von § 42 Absatz 1 Nummer 5 mit mehr als 15 bis zu 35 % schriftlich 2.9 Leistungsbild Verkehrsanlagen Das Leistungsbild kann die zu Punkt 2.8. aufgeführten vereinbart werden können; Besonderen Leistungen umfassen. 2.8.6 Mitwirkung bei der Vergabe ˑˑ Prüfen und Werten von Nebenangeboten und Änderungsvorschlägen mit grundlegend anderen Konst- 2.10 Leistungsbild Tragwerksplanung ruktionen im Hinblick auf die technische und funk- Das Leistungsbild kann folgende Besondere Leistungen tionelle Durchführbarkeit; umfassen: 2.8.7 Objektbetreuung und Dokumentation ˑˑ Erstellen eines Bauwerksbuchs; 2.8.8 Örtliche Bauüberwachung ˑˑ Überwachen der Ausführung des Objekts auf Übereinstimmung mit den zur Ausführung genehmigten 104

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)


2.11 Leistungsbild technische Ausrüstung Das Leistungsbild kann folgende Besonderen Leistungen umfassen: 2.11.1 Grundlagenermittlung ˑˑ Systemanalyse (Klären der möglichen Systeme nach Nutzen, Aufwand, Wirtschaftlichkeit und Durchführbarkeit und Umweltverträglichkeit), Datenerfassung, Analysen und Optimierungsprozesse für energiesparendes und umweltverträgliches Bauen; 2.11.2 Vorplanung ˑˑ Durchführen von Versuchen und Modellversuchen,

6 Diese Besondere Leistung wird bei Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm Grundleistung. In diesem Fall entfallen die Grundleistungen dieser Leistungsphase. Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

Baustelle nicht der Ergänzung durch die Pläne des Objektplaners bedürfen; 2.10.5. Vorbereitung der Vergabe ˑˑ Beitrag zur Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm des Objektplaners6 Beitrag zum Aufstellen von vergleichenden Kostenübersichten des Objektplaners, Aufstellen des Leistungsverzeichnisses des Tragwerks; 2.10.6 Mitwirkung bei der Vergabe ˑˑ Mitwirken bei der Prüfung und Wertung der Angebote Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm, ˑˑ Mitwirken bei der Prüfung und Wertung von Nebenangeboten, ˑˑ Beitrag zum Kostenanschlag nach DIN 276 aus Einheitspreisen oder Pauschalangeboten; 2.10.7 Objektüberwachung (Bauüberwachung) ˑˑ Ingenieurtechnische Kontrolle der Ausführung des Tragwerks auf Überein stimmung mit den geprüften statischen Unterlagen, ˑˑ Ingenieurtechnische Kontrolle der Baubehelfe, zum Beispiel Arbeits- und Lehrgerüste, Kranbahnen, Baugrubensicherungen, ˑˑ Kontrolle der Betonherstellung und -verarbeitung auf der Baustelle in besonderen Fällen sowie statische Auswertung der Güteprüfungen, ˑˑ Betontechnologische Beratung; 2.10.8 Objektbetreuung und Dokumentation ˑˑ Baubegehung zur Feststellung und Überwachung von die Standsicherheit betreffenden Einflüssen; 2.10.9 Besondere Leistungen bei Umbauten und Modernisierungen ˑˑ Mitwirken bei der Überwachung der Ausführung der Tragwerkseingriffe;

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

2.10.1 Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung) ˑˑ Aufstellen von Vergleichsberechnungen für mehrere Lösungsmöglichkeiten unter verschiedenen Objektbedingungen, ˑˑ Aufstellen eines Lastenplanes, zum Beispiel als Grundlage für die Baugrundbeurteilung und Gründungsberatung, ˑˑ Vorläufige nachprüfbare Berechnung wesentlicher tragender Teile, ˑˑ Vorläufig nachprüfbare Berechnung der Gründung; 2.10.2 Entwurfsplanung (System- und Integrationsplanung) ˑˑ Vorgezogene, prüfbare und für die Ausführung geeignete Berechnung wesentlich tragender Teile, ˑˑ Vorgezogene, prüfbare und für die Ausführung geeignete Berechnung der Gründung, ˑˑ Mehraufwand bei Sonderbauweisen oder Sonderkonstruktionen, zum Beispiel Klären von Konstruktionsdetails, ˑˑ Vorgezogene Stahl- oder Holzmengenermittlung des Tragwerks und der kraftübertragenden Verbindungsteile für eine Ausschreibung, die ohne Vorliegen von Ausführungsunterlagen durchgeführt wird, ˑˑ Nachweise der Erdbebensicherung; 2.10.3 Genehmigungsplanung ˑˑ Bauphysikalische Nachweise zum Brandschutz, ˑˑ Statische Berechnung und zeichnerische Darstellung für Bergschadens sicherungen und Bauzustände, soweit diese Leistungen über das Erfassen von normalen Bauzuständen hinausgehen, ˑˑ Zeichnungen mit statischen Positionen und den Tragwerksabmessungen, den Bewehrungs-Querschnitten, den Verkehrslasten und der Art und Güte der Baustoffe sowie Besonderheiten der Konstruktionen zur Vorlage bei der bauaufsichtlichen Prüfung anstelle von Positionsplänen, ˑˑ Aufstellen der Berechnungen nach militärischen Lastenklassen (MLC), Erfassen von Bauzuständen bei Ingenieurbauwerken, in denen das statische System von dem des Endzustands abweicht; 2.10.4 Ausführungsplanung ˑˑ Werkstattzeichnungen im Stahl- und Holzbau einschließlich Stücklisten, Elementpläne für Stahlbetonfertigteile einschließlich Stahl- und Stücklisten, Berechnen der Dehnwege, Festlegen des Spannvorganges und Erstellen der Spannprotokolle im Spannbetonbau, ˑˑ Wesentliche Leistungen, die infolge Änderungen der Planung, die vom Auftragnehmer nicht zu vertreten sind, erforderlich werden, ˑˑ Rohbauzeichnungen im Stahlbetonbau, die auf der


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

ˑˑ Untersuchung zur Gebäude- und Anlagenoptimierung hinsichtlich Energie verbrauch und Schadstoffemission (z. B. S02, NOx), ˑˑ Erarbeiten optimierter Energiekonzepte; 2.11.3 Entwurfsplanung ˑˑ Erarbeiten von Daten für die Planung Dritter, zum Beispiel für die Zentrale Leittechnik, ˑˑ Detaillierter Wirtschaftlichkeitsnachweis, ˑˑ Detaillierter Vergleich von Schadstoffemissionen, ˑˑ Betriebskostenberechnungen, ˑˑ Schadstoffemissionsberechnungen, ˑˑ Erstellen des technischen Teils eines Raumbuchs als Beitrag zur Leistungs beschreibung mit Leistungsprogramm des Objektplaners; 2.11.4 Ausführungsplanung ˑˑ Prüfen und Anerkennen von Schalplänen des Tragwerksplaners und von Montage- und Werkstattzeichnungen auf Übereinstimmung mit der Planung, Anfertigen von Plänen für Anschlüsse von beigestellten Betriebsmitteln und Maschinen, ˑˑ Anfertigen von Stromlaufplänen; 2.11.5 Vorbereitung der Vergabe ˑˑ Anfertigen von Ausschreibungszeichnungen bei Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm; 2.11.6 Objektüberwachung (Bauüberwachung) ˑˑ Durchführen von Leistungs- und Funktionsmessungen, ˑˑ Ausbilden und Einweisen von Bedienungspersonal, ˑˑ Überwachen und Detailkorrektur beim Hersteller, ˑˑ Aufstellen, Fortschreiben und Überwachen von Ablaufplänen (Netzplantechnik für EDV); 2.11.7 Objektbetreuung und Dokumentation ˑˑ Erarbeiten der Wartungsplanung und -organisation, ˑˑ Ingenieurtechnische Kontrolle des Energieverbrauchs und der Schadstoffemission. 2.11.8 Besondere Leistungen bei Umbauten und Modernisierungen ˑˑ Durchführen von Verbrauchsmessungen; ˑˑ Endoskopische Untersuchungen;

Anlage 3 (zu § 5 Absatz 4 Satz 2) – Objektlisten 3.1. Gebäude Nachstehende Gebäude werden in der Regel folgenden Honorarzonen zugeordnet: 3.1.1 Honorarzone I: ˑˑ Schlaf- und Unterkunftsbaracken und andere Behelfsbauten für vorübergehende Nutzung, ˑˑ Pausenhallen, Spielhallen, Liege- und Wandelhallen, Einstellhallen, 106

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

ˑˑ Verbindungsgänge, Feldscheunen und andere einfache landwirtschaftliche Gebäude, Tribünenbauten, Wetterschutzhäuser; 3.1.2 Honorarzone II: ˑˑ Einfache Wohnbauten mit gemeinschaftlichen Sanitär- und Kücheneinrichtungen; ˑˑ Garagenbauten, Parkhäuser, Gewächshäuser, geschlossene, eingeschossige Hallen und Gebäude als selbständige Bauaufgabe; ˑˑ Kassengebäude, Bootshäuser, einfache Werkstätten ohne Kranbahnen, Verkaufslager, Unfall- und Sanitätswachen, Musikpavillons; 3.1.3 Honorarzone III: ˑˑ Wohnhäuser, Wohnheime und Heime mit durchschnittlicher Ausstattung; ˑˑ Kinderhorte, Kindergärten, Gemeinschaftsunterkünfte, Jugendherbergen, Grundschulen, Jugendfreizeitstätten, Jugendzentren, Bürgerhäuser, Studentenhäuser, Altentagesstätten und andere Betreuungseinrichtungen, Fertigungsgebäude der metallverarbeitenden Industrie, Druckereien, Kühlhäuser; ˑˑ Werkstätten, geschlossene Hallen und landwirtschaftliche Gebäude, soweit nicht in Honorarzone I, II oder IV erwähnt, Parkhäuser mit integrierten weiteren Nutzungsarten, Bürobauten mit durchschnittlicher Ausstattung, Ladenbauten, Einkaufszentren, Märkte und Großmärkte, Messehallen, Gaststätten, Kantinen, Mensen, Wirtschaftsgebäude, Feuerwachen, Rettungsstationen, Ambulatorien, Pflegeheime ohne medizinisch-technische Ausrüstung, Hilfskrankenhäuser; ˑˑ Ausstellungsgebäude, Lichtspielhäuser, Turn- und Sportgebäude sowie -anlagen, soweit nicht in Honorarzone II oder IV erwähnt; 3.1.4 Honorarzone IV: ˑˑ Wohnungshäuser mit überdurchschnittlicher Ausstattung, Terrassen- und Hügelhäuser, planungsaufwendige Einfamilienhäuser mit entsprechendem Ausbau und Hausgruppen in planungsaufwendiger verdichteter Bauweise auf kleineren Grundstücken, Heime mit zusätzlichen medizinisch-technischen Einrichtungen, Zentralwerkstätten, Brauereien, Produktionsgebäude der Automobilindustrie, Kraftwerksgebäude, Schulen, ausgenommen Grundschulen; ˑˑ Bildungszentren, Volkshochschulen, Fachhochschulen, Hochschulen, Universitäten, Akademien, Hörsaalgebäude, Laborgebäude, Bibliotheken und Archive, Institutsgebäude für Lehre und Forschung, soweit nicht in Honorarzone V erwähnt, landwirtschaftliche Gebäude mit überdurchschnittlicher Ausstattung, Großküchen, Hotels, Banken, Kaufhäu-


3.2.1 Honorarzone I: ˑˑ Geländegestaltungen mit Einsaaten in der freien Landschaft; ˑˑ Windschutzpflanzungen, Spielwiesen, Ski- und Rodelhänge ohne technische Einrichtungen; 3.2.2 Honorarzone II: ˑˑ Freiflächen mit einfachem Ausbau bei kleineren Siedlungen, bei Einzelbauwerken und bei landwirtschaftlichen Aussiedlungen, Begleitgrün an Verkehrsanlagen, soweit nicht in Honorarzone I oder III erwähnt, Grünverbindungen ohne besondere Ausstattung; ˑˑ Ballspielplätze (Bolzplätze), Ski- und Rodelhänge mit technischen Einrichtungen; ˑˑ Sportplätze ohne Laufbahnen oder ohne sonstige technische Einrichtungen, Geländegestaltungen und Pflanzungen für Deponien, Halden und Entnahmestellen, Pflanzungen in der freien Landschaft, soweit nicht in Honorarzone I erwähnt, Ortsrandeingrünungen; 3.2.3 Honorarzone III: ˑˑ Freiflächen bei privaten und öffentlichen Bauwerken, soweit nicht in Honorarzonen II, IV oder V erwähnt; ˑˑ Begleitgrün an Verkehrsanlagen mit erhöhten Anforderungen an Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft, Flächen für den Arten- und Biotopschutz, soweit nicht in Honorarzone IV oder V erwähnt, Ehrenfriedhöfe, Ehrenmale; ˑˑ Kombinationsspielfelder, Sportanlagen Typ D und anderen Sportanlagen, soweit nicht in Honorarzone

3.3 Raumbildende Ausbauten Nachstehende raumbildende Ausbauten werden in der Regel folgenden Honorarzonen zugeordnet: 3.3.1 Honorarzone I: ˑˑ Innere Verkehrsflächen, offene Pausen-, Spiel- und Liegehallen, einfachste Innenräume für vorübergehende Nutzung; 3.3.2 Honorarzone II: ˑˑ Einfache Wohn- Aufenthalts- und Büroräume, Werkstätten; Verkaufslager, Nebenräume in Sportanlagen, einfache Verkaufskioske, Innenräume, die unter Verwendung von serienmäßig hergestellten Möbeln und Ausstattungsgegenständen einfacher Qualität gestaltet werden; 3.3.3 Honorarzone III: ˑˑ Aufenthalts-, Büro, Freizeit-, Gaststätten-, Gruppen-, Wohn-, Sozial-, Versammlungs- und Verkaufsräume, Kantinen sowie Hotel-, Kranken-, Klassenzimmer und Bäder mit durchschnittlichem Ausbau, durchschnittlicher Ausstattung oder durchschnittlicher technischer Einrichtung, Messestände bei Verwendung von System- oder Modulbauteilen, Innenräume mit durchschnittlicher Gestaltung, die zum überwiegenden Teil unter Verwendung von serienmäßig hergestellten Möbeln und Ausstattungsgegenständen gestaltet werden; Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

3.2 Freianlagen Nachstehende Freianlagen werden in der Regel folgenden Honorarzonen zugeordnet:

II oder IV erwähnt, Camping-, Zelt- und Badeplätze, Kleingartenanlagen; 3.2.4 Honorarzone IV: ˑˑ Freiflächen mit besonderen topographischen oder räumlichen Verhältnissen bei privaten und öffentlichen Bauwerken, innerörtliche Grünzüge, Oberflächengestaltungen und Pflanzungen für Fußgängerbereiche; ˑˑ extensive Dachbegrünungen, Flächen für den Artenund Biotopschutz mit differenzierten Gestaltungsansprüchen oder mit Biotopverbundfunktionen, Sportanlagen Typ A bis C, Spielplätze, Sportstadien, Freibäder, Golfplätze, Friedhöfe, Parkanlagen, Freilichtbühnen, Schulgärten, naturkundliche Lehrpfade und -gebiete; 3.2.5 Honorarzone V: ˑˑ Hausgärten und Gartenfriedhöfe für hohe Repräsentationsansprüche, Terrassen- und Dachgärten, intensive Dachbegrünungen, Freiflächen im Zusammenhang mit historischen Anlagen; historische Parkanlagen, Gärten und Plätze, botanische und zoologische Gärten, ˑˑ Freiflächen mit besonderer Ausstattung für hohe Benutzungsansprüche, Garten- und Hallenschauen.

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ser, Rathäuser, Parlaments- und Gerichtsgebäude sowie sonstige Gebäude für die Verwaltung mit überdurchschnittlicher Ausstattung, Krankenhäuser der Versorgungsstufe I und II, Fachkrankenhäuser, Krankenhäuser besonderer Zweckbestimmung, Therapie- und Rehabilitationseinrichtungen, Gebäude für Erholung, Kur und Genesung, Kirchen, Konzerthallen, Museen, Studiobühnen, Mehrzweckhallen für religiöse, kulturelle oder sportliche Zwecke; ˑˑ Hallenschwimmbäder, Sportleistungszentren, Großsportstätten; 3.1.5 Honorarzone V: ˑˑ Krankenhäuser der Versorgungsstufe III, Universitätskliniken; ˑˑ Stahlwerksgebäude, Sintergebäude, Kokereien, Studios für Rundfunk, Fernsehen und Theater, Konzertgebäude, Theaterbauten, Kulissengebäude, Gebäude für die wissenschaftliche Forschung (experimentelle Fachrichtungen).


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

3.3.4 Honorarzone IV: ˑˑ Wohn-, Aufenthalts-, Behandlungs-, Verkaufs-, Arbeits-, Bibliotheks-, Sitzungs-, Gesellschafts-, Gaststätten-, Vortragsräume, Hörsäle, Ausstellungen, Messestände, Fachgeschäfte soweit nicht in Honorarzone II oder III erwähnt, Empfangs- und Schalterhallen mit überdurchschnittlichem Ausbau, gehobener Ausstattung oder überdurchschnittlichen technischen Einrichtungen, z. B. in Krankenhäusern, Hotels, Banken, Kaufhäusern, Einkaufszentren oder Rathäusern, Parlaments- und Gerichtssäle, Mehrzweckhallen für religiöse, kulturelle oder sportliche Zwecke, Raumbildende Ausbauten von Schwimmbädern und Wirtschaftsküchen; ˑˑ Kirchen, Innenräume mit überdurchschnittlicher Gestaltung unter Mitverwendung von serienmäßig hergestellten Möbeln und Ausstattungsgegenstände gehobener Qualität; 3.3.5 Honorarzone V: ˑˑ Konzert- und Theatersäle; Studioräume für Rundfunk, Fernsehen und Theater; Geschäfts- und Versammlungsräume mit anspruchsvollem Ausbau, aufwendiger Ausstattung oder sehr hohen technischen Ansprüchen, Innenräume der Repräsentationsbereiche mit anspruchsvollem Ausbau, aufwendiger Ausstattung oder mit besonderen Anforderungen an die technischen Einrichtungen. 3.4 Ingenieurbauwerke Nachstehende Ingenieurbauwerke werden in der Regel folgenden Honorarzonen zugeordnet: 3.4.1 Honorarzone I: ˑˑ Zisternen, Leitungen über Wasser ohne Zwangspunkte, ˑˑ Leitungen für Abwasser ohne Zwangspunkte, ˑˑ Einzelgewässer mit gleichförmigem ungegliederten Querschnitt ohne Zwangspunkte, ausgenommen Einzelgewässer mit überwiegend ökologischen und landschaftsgestalterischen Elementen, Teiche bis 3 m Dammhöhe über Sohle ohne Hochwasserentlastung, ausge nommen Teiche ohne Dämme; Bootsanlegestellen an stehenden Gewässern, einfache Deich- und Dammbauten; einfacher, insbesondere flächenhafter Erdbau, ausgenommen flächenhafter Erdbau zur Geländegestaltung, ˑˑ Transportleitungen für wassergefährdende Flüssigkeiten und Gase ohne Zwangspunkte, handelsübliche Fertigbehälter für Tankanlagen, ˑˑ Zwischenlager, Sammelstellen und Umladestationen offener Bauart für Abfälle oder Wertstoffe ohne Zusatzeinrichtungen, 108

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ˑˑ Stege, soweit Leistungen nach Teil 4 Abschnitt 1 erforderlich sind, einfache Durchlässe und Uferbefestigungen, ausgenommen einfache Durchlässe und ˑˑ Uferbefestigungen als Mittel zur Geländegestaltung, soweit keine Leistungen nach Teil 4 Abschnitt 1 erforderlich sind, einfache Ufermauern; Lärmschutzwälle, ausgenommen Lärmschutzwälle als Mittel zur Geländegestaltung; Stützbauwerke und Geländeabstützungen ohne Verkehrsbelastung als Mittel zur Geländegestaltung, soweit Leistungen nach § 50 Absatz 2 Nummern 3 bis 5 erforderlich sind, ˑˑ einfache gemauerte Schornsteine, einfache Maste und Türme ohne Aufbauten, Versorgungsbauwerke und Schutzrohre in sehr einfachen Fällen ohne Zwangspunkte; 3.4.2 Honorarzone II: ˑˑ einfache Anlagen zur Gewinnung und Förderung von Wasser, z. B. Quellfassungen, Schachtbrunnen, einfache Anlagen zur Speicherung von Wasser, z. B. Behälter in Fertigbauweise, Feuerlöschbecken, Leitungen für Wasser mit geringen Verknüpfungen und wenigen Zwangspunkten, einfache Leitungsnetze für Wasser, ˑˑ industriell systematisierte Abwasserbehandlungsanlagen, Schlammabsetzanlagen, Schlammpolder, Erdbecken als Regenrückhaltebecken, Leitungen für Abwasser mit geringen Verknüpfungen und wenigen Zwangspunkten, einfache Leitungsnetze für Abwasser, ˑˑ einfache Pumpanlagen, Pumpwerke und Schöpfwerke, einfache feste Wehre, Düker mit wenigen Zwangspunkten, Einzelgewässer mit gleichförmigem gegliedertem Querschnitt und einigen Zwangspunkten, Teiche mit mehr als 3 m Dammhöhe über Sohle ohne Hochwasserentlastung, Teiche bis 3 m Dammhöhe über Sohle mit Hochwasserentlastung, Ufer- und Sohlensicherung an Wasserstraßen, einfache Schiffsanlege-, -lösch- und -ladestellen, Bootsanlegestellen an fließenden Gewässern, Deich- und Dammbauten, soweit nicht in Honorarzone I, III oder IV erwähnt, Berieselung und rohrlose Dränung, flächenhafter Erdbau mit unterschiedlichen Schütthöhen oder Materialien, ˑˑ Transportleitungen für wassergefährdende Flüssigkeiten und Gase mit geringen Verknüpfungen und wenigen Zwangspunkten, industriell vorgefertigte einstufige Leichtflüssigkeitsabscheider, ˑˑ Zwischenlager, Sammelstellen und Umladestationen offener Bauart für Abfälle oder Wertstoffe mit einfachen Zusatzeinrichtungen, einfache, einstufige Aufbereitungsanlagen für Wertstoffe einfache Bauschutt aufbereitungsanlagen, Pflanzenabfall-Kom-


Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

len, Pumpzentralen für Tankanlagen in Ortbetonbauweise, einstufige Leichtflüssigkeitsabscheider, soweit nicht in Honorarzone II erwähnt, Leerrohrnetze mit wenigen Verknüpfungen; ˑˑ Zwischenlager, Sammelstellen und Umladestationen für Abfälle oder Wertstoffe, soweit nicht in Honorarzone I oder II erwähnt, Aufbereitungsanlagen für Wertstoffe, soweit nicht in Honorarzone II oder IV erwähnt, Bauschuttaufbereitungsanlagen, soweit nicht in Honorarzone II erwähnt, Biomüll-Kompostierungsanlagen, Pflanzenabfall-Kompostierungsanlagen, soweit nicht in Honorarzone II erwähnt, Bauschuttdeponien, soweit nicht in Honorarzone II erwähnt, Hausmüll- und Monodeponien, soweit nicht in Honorarzone IV erwähnt, Abdichtung von Altablagerungen und kontaminierten Standorten, soweit nicht Honorarzone IV erwähnt, ˑˑ Einfeldbrücken, soweit nicht in Honorarzone II oder IV erwähnt, einfache Mehrfeld- und Bogenbrücken, Stützbauwerke mit Verankerungen, Kaimauern und Piers, soweit nicht in Honorarzone II oder IV erwähnt, Schlitz- und Bohrpfahlwände, Trägerbohlwän­d e, schwierige Uferspundwände und Ufermauern, ˑˑ Lärmschutzanlagen, soweit nicht in Honorarzone II oder IV erwähnt und soweit Leistungen nach Teil 4 Abschnitt 1 oder Punkt 1.4. erforderlich sind, einfache Tunnel- und Trogbauwerke, ˑˑ Schornsteine mittlerer Schwierigkeit, Maste und Türme mit Aufbauten, einfache Kühltürme, Versorgungsbauwerke mit zugehörigen Schächten für Versorgungssysteme unter beengten Verhältnissen, einzeln stehende Silos mit einfachen Anbauten, Werft-, Aufschlepp- und Helgenanlagen, soweit nicht in Honorarzone II oder IV erwähnt, einfache Docks, einfache, selbständige Tiefgaragen, einfache Schacht- und Kavernenbauwerke, einfache Stollenbauten, schwierige Bauwerke für Heizungsanlagen in Ortbetonbauweise, einfache Untergrundbahnhöfe; 3.4.4 Honorarzone IV: ˑˑ Brunnengalerien und Horizontalbrunnen, Speicherbehälter in Turmbauweise, Wasseraufbereitungsanlagen mit physikalischen und chemischen Verfahren, einfache Grundwasserdekontaminierungsanlagen, Leitungsnetze für Wasser mit zahlreichen Verknüpfungen und zahlreichen Zwangspunkten; ˑˑ Abwasserbehandlungsanlagen, soweit nicht in Honorarzone II, III oder V erwähnt, Schlammbehandlungsanlagen; Leitungsnetze für Abwasser mit zahlreichen Zwangspunkten, ˑˑ schwierige Pump- und Schöpfwerke, Druckerhöhungsanlagen, Wasserkraftanlagen, bewegliche Wehre soweit nicht in Honorarzone III erwähnt,

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postierungsanlagen und Bauschuttdeponien ohne besondere Einrichtungen, ˑˑ gerade Einfeldbrücken einfacher Bauart, Durchlässe, soweit nicht in Honorarzone I erwähnt, Stützbauwerke mit Verkehrsbelastungen, einfache Kaimauern und Piers, Schmalwände, Uferspundwände und Ufermauern, soweit nicht in Honorarzone I oder III erwähnt, einfache Lärmschutzanlagen, soweit Leistungen nach Teil 4 Abschnitt 1 oder nach Punkt 1.4. erforderlich sind, ˑˑ einfache Schornsteine, soweit nicht in Honorarzone I erwähnt, Maste und Türme ohne Aufbauten, soweit nicht in Honorarzone I erwähnt, Versorgungsbauwerke und Schutzrohre mit zugehörigen Schächten für Versorgungssysteme mit wenigen Zwangspunkten, flach gegründete, einzeln stehende Silos ohne Anbauten, einfache Werft-, Aufschlepp- und Helgenanlagen. 3.4.3 Honorarzone III: ˑˑ Tiefbrunnen, Speicherbehälter, einfache Wasseraufbereitungsanlagen und Anlagen mit mechanischen Verfahren, Leitungen für Wasser mit zahlreichen Verknüpfungen und mehreren Zwangspunkten, Leitungsnetze mit mehreren Verknüpfungen und zahlreichen Zwangspunkten und mit einer Druckzone, ˑˑ Abwasserbehandlungsanlagen mit gemeinsamer aerober Stabilisierung, Schlammabsetzanlagen mit mechanischen Einrichtungen, Leitungen für Abwasser mit zahlreichen Verknüpfungen und zahlreichen Zwangspunkten, Leitungsnetze für Abwasser mit mehreren Verknüpfungen und mehreren Zwangspunkten ˑˑ Pump- und Schöpfwerke, soweit nicht in Honorarzone II oder IV erwähnt, Kleinwasserkraftanlagen, feste Wehre, soweit nicht in Honorarzone II erwähnt, einfache bewegliche Wehre, Düker, soweit nicht Honorarzone II oder IV erwähnt, Einzelgewässer mit ungleichförmigem ungegliedertem Querschnitt und einigen Zwangspunkten, Gewässersysteme mit einigen Zwangspunkten, Hochwasserrückhaltebecken und Talsperren bis 5 m Dammhöhe über Sohle oder bis 100.000 m3 Speicherraum, Schifffahrtskanäle, Schiffsanlege-, -lösch- und -ladestellen, Häfen, schwierige Deich- und Dammbauten, Siele, einfache Sperrwerke, Sperrtore, einfache Schiffsschleusen, Bootsschleusen, Regenbecken und Kanalstauräume mit geringen Verknüpfungen und wenigen Zwangspunkten, Beregnung und Rohrdränung, ˑˑ Transportleitungen für wassergefährdende Flüssigkeiten und Gase mit geringen Verknüpfungen und wenigen Zwangspunkten, Anlagen zur Lagerung wassergefährdender Flüssigkeiten in einfachen Fäl-


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

mehrfunktionale Düker, Einzelgewässer mit ungleichförmigem gegliedertem Querschnitt und vielen Zwangspunkten, Gewässersysteme mit vielen Zwangspunkten, besonders schwieriger Gewässerausbau mit sehr hohen technischen Anforderungen und ökologischen Ausgleichsmaßnahmen, Hochwasserrückhaltebecken und Talsperren mit mehr als 100.000 m 3 und weniger als 5.000.000 m 3 Speicherraum, Schiffsanlege-, -lösch- und -ladestellen bei Tide- oder Hochwasserbeeinflussung, Schiffsschleusen, Häfen bei Tide- und Hochwasserbeeinflussung, besonders schwierige Deich- und Dammbauten, Sperrwerke, soweit nicht in Honorarzone III erwähnt, Regenbecken und Kanalstauräume mit zahlreichen Verknüpfungen und zahlreichen Zwangspunkten, kombinierte Regenwasserbewirtschaftungsanlagen, Beregnung und Rohrdränung bei ungleichmäßigen Boden- und schwierigen Geländeverhältnissen, ˑˑ Transportleitungen für wassergefährdende Flüssigkeiten und Gase mit zahlreichen Verknüpfungen und zahlreichen Zwangspunkten, mehrstufige Leichtflüssigkeitsabscheider; Leerrohrnetze mit zahlreichen Verknüpfungen, ˑˑ mehrstufige Aufbereitungsanlagen für Wertstoffe, Kompostwerke, Anlagen zur Konditionierung von Sonderabfällen, Hausmülldeponien und Monodeponien mit schwierigen technischen Anforderungen, Sonderabfalldeponien, Anlagen für Untertagedeponien, Behälterdeponien, Abdichtung von Altablagerungen und kontaminierten Standorten mit schwierigen technischen Anforderungen, Anlagen zur Behandlung kontaminierter Böden, ˑˑ schwierige Einfeld-, Mehrfeld- und Bogenbrücken, schwierige Kaimauern und Piers, Lärmschutzanlagen in schwieriger städtebaulicher Situation, soweit Leistungen nach Teil 4 Abschnitt 1 oder Punkt 1.4. erforderlich sind, schwierige Tunnel- und Trogbauwerke, ˑˑ schwierige Schornsteine, Maste und Türme mit Aufbauten und Betriebsgeschoss, Kühltürme, soweit nicht in Honorarzone III oder V erwähnt, Versorgungskanäle mit zugehörigen Schächten in schwierigen Fällen für mehrere Medien, Silos mit zusammengefügten Zellenblöcken und Anbauten, schwierige Werft-, Aufschlepp- und Helgenanlagen, schwierige Docks, selbständige Tiefgaragen, soweit nicht in Honorarzone III erwähnt, schwierige Schacht- und Kavernenbauwerke, schwierige Stollenbauten, schwierige Untergrundbahnhöfe, soweit nicht in Honorarzone V erwähnt.

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Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

3.4.5 Honorarzone V: ˑˑ Bauwerke und Anlagen mehrstufiger oder kombinierter Verfahren der Wasseraufbereitung; komplexe Grundwasserdekontaminierungsanlagen, ˑˑ schwierige Abwasserbehandlungsanlagen, Bauwerke und Anlagen für mehr stufige oder kombinierte Verfahren der Schlammbehandlung, ˑˑ schwierige Wasserkraftanlagen, z. B. Pumpspeicherwerke oder Kavernenkraftwerke, Schiffshebewerke, Hochwasserrückhaltebecken und Talsperren mit mehr als 5.000.000 m3 Speicherraum, ˑˑ Verbrennungsanlagen, Pyrolyseanlagen, ˑˑ besonders schwierige Brücken, besonders schwierige Tunnel- und Trogbauwerke, ˑˑ besonders schwierige Schornsteine, Maste und Türme mit Aufbauten, Betriebsgeschoß und Publikumseinrichtungen, schwierige Kühltürme, besonders schwierige Schacht- und Kavernenbauwerke, Untergrund-Kreuzungsbahnhöfe, Offshore Anlagen. 3.5 Verkehrsanlagen Nachstehende Verkehrsanlagen werden in der Regel folgenden Honorarzonen zugeordnet: 3.5.1 Honorarzone I: ˑˑ Wege im ebenen oder wenig bewegten Gelände mit einfachen Entwässerungsverhältnissen, ausgenommen Wege ohne Eignung für den regelmäßigen Fahrverkehr mit einfachen Entwässerungsverhältnissen sowie andere Wege und befestigte Flächen, die als Gestaltungselement der Freianlage geplant werden und für die Leistungen nach Teil 3 Abschnitt 3 nicht erforderlich sind, einfache Verkehrsflächen, Parkplätze in Außenbereichen; ˑˑ Gleis- und Bahnsteiganlagen ohne Weichen und Kreuzungen, soweit nicht in den Honorarzonen II bis V erwähnt; 3.5.2 Honorarzone II: ˑˑ Wege im bewegten Gelände mit einfachen Baugrundund Entwässerungs verhältnissen, ausgenommen Wege ohne Eignung für den regelmäßigen Fahrverkehr und mit einfachen Entwässerungsverhältnissen sowie andere Wege und befestigte Flächen, die als Gestaltungselement der Freianlage geplant werden und für die Leistungen nach Teil 3 Abschnitt 3 nicht erforderlich sind, außerörtliche Straßen ohne besondere Zwangspunkte oder im wenig bewegtem Gelände, Tankstellen- und Rastanlagen einfacher Art, Anlieger- und Sammelstraßen in Neubaugebieten, innerörtliche Parkplätze, einfache höhengleiche Knotenpunkte, ˑˑ Gleisanlagen der freien Strecke ohne besondere


3.6.1 Honorarzone I: ˑˑ Gas-, Wasser-, Abwasser- und sanitärtechnische Anlagen mit kurzen einfachen Rohrnetzen, ˑˑ Heizungsanlagen mit direktbefeuerten Einzelgeräten und einfache Gebäude heizungsanlagen ohne besondere Anforderungen an die Regelung, Lüftungsanlagen einfacher Art, ˑˑ einfache Niederspannungs- und Fernmeldeinstallationen, ˑˑ Abwurfanlagen für Abfall oder Wäsche, einfache Einzelaufzüge, Regalanlagen, soweit nicht in Honorarzone II oder III erwähnt, ˑˑ chemische Reinigungsanlagen, ˑˑ medizinische und labortechnische Anlagen der Elektromedizin, Dentalmedizin, Medizinmechanik und Feinmechanik/Optik jeweils für Arztpraxen der Allgemeinmedizin. 3.6.2 Honorarzone II: ˑˑ Gas-, Wasser-, Abwasser- und sanitärtechnische Anlagen mit umfangreichen verzweigten Rohrnetzen, Hebeanlagen und Druckerhöhungsanlagen, manuelle Feuerlösch- und Brandschutzanlagen, ˑˑ Gebäudeheizungsanlagen mit besonderen Anforderungen an die Regelung, Fernheiz- und Kältenetze mit Übergabestationen, Lüftungsanlagen mit Anforderungen an Geräuschstärke, Zugfreiheit oder mit zusätzlicher Luftaufbereitung (außer geregelter Luftkühlung), ˑˑ Kompaktstationen, Niederspannungsleitungs- und Verteilungsanlagen, soweit nicht in Honorarzone I oder III erwähnt, kleine Fernmeldeanlagen und -netze, zum Beispiel kleine Wählanlagen nach Telekommunikationsordnung, Beleuchtungsanlagen nach der Wirkungsgrad-Berechnungsmethode, Blitzschutzanlagen, ˑˑ Hebebühnen, flurgesteuerte Krananlagen, Verfahr-, Einschub- und Umlaufregelanlagen, Fahrtreppen und Fahrsteige, Förderanlagen mit bis zu zwei Sendeund Empfangsstellen, schwierige Einzelaufzüge, einfache Aufzugsgruppen ohne besondere Anforderungen, technische Anlagen für Mittelbühnen, ˑˑ Küchen und Wäschereien mittlerer Größe, ˑˑ medizinische und labortechnische Anlagen der Elektromedizin, Dentalmedizin, Medizinmechanik und Feinmechanik/Optik sowie Röntgen- und Nuklearanlagen mit kleinen Strahlendosen jeweils für Facharzt- oder Gruppenpraxen, Sanatorien, Altersheime und einfache Krankenhausfachabteilungen, Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

3.6 Anlagen der Technischen Ausrüstung Nachstehende Anlagen werden in der Regel folgenden Honorarzonen zugeordnet:

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Zwangspunkte, Gleisanlagen der freien Strecke im wenig bewegten Gelände, Gleis- und Bahnsteiganlagen der Bahnhöfe mit einfachen Spurplänen, ˑˑ einfache Verkehrsflächen für Landeplätze, Segelfluggelände. 3.5.3 Honorarzone III: ˑˑ Wege im bewegten Gelände mit schwierigen Baugrund- und Entwässerungsverhältnissen, außerörtliche Straßen mit besonderen Zwangspunkten oder im bewegten Gelände, schwierige Tankstellen- und Rast­an­la­gen, innerörtliche Straßen und Plätze, soweit nicht in Honorarzone II, IV oder V erwähnt, ver­kehrsberuhigte Bereiche, ausgenommen Oberflächengestaltungen und Pflanzungen für Fußgängerbereiche nach Punkt 3.2.4, schwierige höhengleiche Knotenpunkte, einfache höhenungleiche Knotenpunk­te, Verkehrsflächen für Güterumschlag Straße/Straße, ˑˑ innerörtliche Gleisanlagen, soweit nicht in Honorarzone IV erwähnt, Gleisanlagen der freien Strecke mit besonderen Zwangspunkten, Gleisanlagen der freien Strecke im bewegten Gelände, Gleis- und Bahnsteiganlagen der Bahnhöfe mit schwierigen Spurplänen, – schwierige Verkehrsflächen für Landeplätze, einfache Verkehrsflächen für Flughäfen. 3.5.4 Honorarzone IV: ˑˑ außerörtliche Straßen mit einer Vielzahl besonderer Zwangspunkte oder im stark bewegten Gelände, soweit nicht in Honorarzone V erwähnt innerörtliche Straßen und Plätze mit hohen verkehrstechnischen Anforderungen oder in schwieriger städtebaulicher Situation, sowie vergleichbare verkehrsberuhigte Bereiche, ausgenommen Oberflächengestaltungen und Pflanzungen für Fußgängerbereiche nach Punkt 3.2.4, sehr schwierige höhengleiche Knotenpunkte, schwierige höhenungleiche Knotenpunkte, Verkehrsflächen für Güterumschlag im kombinierten Ladeverkehr, ˑˑ schwierige innerörtliche Gleisanlagen, Gleisanlagen der freien Strecke mit einer Vielzahl besonderer Zwangspunkte, Gleisanlagen der freien Strecke im stark bewegten Gelände; Gleis- und Bahnsteiganlagen der Bahnhöfe mit sehr schwierigen Spurplänen, ˑˑ schwierige Verkehrsflächen für Flughäfen. 3.5.5 Honorarzone V: ˑˑ schwierige Gebirgsstraßen, schwierige innerörtliche Straßen und Plätze mit sehr hohen verkehrstechnischen Anforderungen oder in sehr schwieriger städtebaulicher Situation, sehr schwierige höhenungleiche Knotenpunkte, ˑˑ sehr schwierige innerörtliche Gleisanlagen.


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Laboreinrichtungen, zum Beispiel für Schulen und Fotolabors. 3.6.3 Honorarzone III: ˑˑ Gaserzeugungsanlagen und Gasdruckreglerstationen einschließlich zugehöriger Rohrnetze, Anlagen zur Reinigung Entgiftung und Neutralisation von Abwasser, Anlagen zur biologischen, chemischen und physikalischen Behandlung von Wasser; Wasser-, Abwasser- und sanitärtechnische Anlagen mit überdurchschnittlichen hygienischen Anforderungen; automatische Feuerlösch- und Brandschutzanlagen, ˑˑ Dampfanlagen, Heißwasseranlagen, schwierige Heizungssysteme neuer Technologien, Wärmepumpanlagen, Zentralen für Fernwärme und Fernkälte, Kühlanlagen, Lüftungsanlagen mit geregelter Luftkühlung und Klimaanlagen einschließlich der zugehörigen Kälteerzeugungsanlagen, ˑˑ Hoch- und Mittelspannungsanlagen, Niederspannungsschaltanlagen, Eigenstromerzeugungs- und Umformeranlagen, Niederspannungsleitungs- und Verteilungsanlagen mit Kurzschlussberechnungen, Beleuchtungsanlagen nach der Punkt-für-PunktBerechnungsmethode, große Fernmeldeanlagen und -netze, ˑˑ Aufzugsgruppen mit besonderen Anforderungen, gesteuerte Förderanlagen mit mehr als zwei Sendeund Empfangsstellen, Regalbediengeräte mit zugehörigen Regalanlagen, zentrale Entsorgungsanlagen für Wäsche, Abfall oder Staub, technische Anlagen für Großbühnen, höhenverstellbare Zwischenböden und Wellenerzeugungsanlagen in Schwimmbecken, automatisch betriebene Sonnenschutzanlagen, ˑˑ Großküchen und Großwäschereien, ˑˑ medizinische und labortechnische Anlagen für große Krankenhäuser mit ausgeprägten Untersuchungsund Behandlungsräumen sowie für Kliniken und Institute mit Lehr- und Forschungsaufgaben, Klimakammern und Anlagen für Klimakammern, Sondertemperaturräume und Reinräume, Vakuumanlagen, Medienver- und -entsorgungsanlagen, chemische und physikalische Einrichtungen für Großbetriebe, Forschung und Entwicklung, Fertigung, Klinik und Lehre.

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Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

Anlage 4 (zu § 18) – Leistungen im Leistungsbild Flächennutzungsplan Leistungsphase 1: Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs a) Zusammenstellen einer Übersicht der vorgegebenen bestehenden und laufenden örtlichen und überörtlichen Planungen und Untersuchungen einschließlich solcher benachbarter Gemeinden b) Zusammenstellen der verfügbaren Kartenunterlagen und Daten nach Umfang und Qualität c) Festlegen ergänzender Fachleistungen und Formulieren von Entscheidungshilfen für die Auswahl anderer fachlich Beteiligter, soweit notwendig d) Werten des vorhandenen Grundlagenmaterials und der materiellen Ausstattung e) Ermitteln des Leistungsumfangs f) Ortsbesichtigungen Leistungsphase 2: Ermitteln der Planungsvorgaben a) Bestandsaufnahme ˑˑ Erfassen und Darlegen der Ziele der Raumordnung und Landesplanung, der beabsichtigten Planungen und Maßnahmen der Gemeinde und der Träger öffentlicher Belange ˑˑ Darstellen des Zustands unter Verwendung hierzu vorliegender Fachbeiträge, insbesondere im Hinblick auf Topographie, vorhandene Bebauung und ihre Nutzung, Verkehrs-, Ver- und Entsorgungsanlagen, Umweltverhältnisse, wasserwirtschaftliche Verhältnisse, Lagerstätten, Bevölkerung, gewerbliche Wirtschaft, land- und forstwirtschaftliche Struktur ˑˑ Darstellen von Flächen, deren Böden erheblich mit umweltgefährdenden Stoffen belastet sind, soweit Angaben hierzu vorliegen; ˑˑ kleinere Ergänzungen vorhandener Karten nach örtlichen Feststellungen unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten, die auf die Planung von Einfluss sind ˑˑ Beschreiben des Zustands mit statistischen Angaben im Text, in Zahlen sowie in zeichnerischen oder grafischen Darstellungen, die den letzten Stand der Entwicklung zeigen ˑˑ Örtlichen Erhebungen ˑˑ Erfassen von vorliegenden Äußerungen der Einwohner b) Analyse des in der Bestandsaufnahme ermittelten und beschriebenen Zustands


Leistungsphase 4: Entwurf ˑˑ Entwurf des Flächennutzungsplans für die öffentliche Auslegung in der vorgeschriebenen Fassung mit Erläuterungsbericht ˑˑ Mitwirken bei der Abfassung der Stellungnahme der Gemeinde zu Bedenken und Anregungen ˑˑ Abstimmen des Entwurfs mit dem Auftraggeber Leistungsphase 5: Genehmigungsfähige Planfassung ˑˑ Erstellen des Flächennutzungsplans in der durch Beschluss der Gemeinde aufgestellten Fassung für die Vorlage zur Genehmigung durch die höhere Verwaltungsbehörde in einer farbigen oder vervielfältigungsfähigen Schwarz-Weiß-Ausfertigung nach den Landesregelungen

Leistungsphase 1: Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs a) Festlegen des räumlichen Geltungsbereichs und Zusammenstellen einer Übersicht der vorgegebenen bestehenden und laufenden örtlichen und überörtlichen Planungen und Untersuchungen b) Ermitteln des nach dem Baugesetzbuch erforderlichen Leistungsumfangs c) Festlegen ergänzender Fachleistungen und Formulieren von Entscheidungshilfen für die Auswahl anderer an der Planung fachlich Beteiligter, soweit notwendig d) Überprüfen, inwieweit der Bebauungsplan aus einem Flächennutzungsplan entwickelt werden kann e) Ortsbesichtigungen Leistungsphase 2: Ermitteln der Planungsvorgaben a) Bestandsaufnahme ˑˑ Ermitteln des Planungsbestands, wie die bestehenden Planungen und Maßnahmen der Gemeinde und der Stellen, die Träger öffentlicher Belange sind ˑˑ Ermitteln des Zustands des Planbereichs, wie Topographie, vorhandene Bebauung und Nutzung, Freiflächen und Nutzung einschließlich Bepflanzungen, Verkehrs-, Ver- und Entsorgungsanlagen, Umweltverhältnisse, Baugrund, wasserwirtschaftliche Verhältnisse, Denkmalschutz und Milieuwerte, Naturschutz, Baustrukturen, Gewässerflächen, Eigentümer, durch: Begehungen, zeichnerische Darstellungen, Beschreibungen unter Verwendung von Beiträgen anderer an der Planung fachlich Beteiligter; die Ermittlungen sollen sich auf die Bestandsaufnahme gemäß Flächennutzungsplan und deren Fortschreibung und Ergänzung stützen beziehungsweise darauf aufbauen ˑˑ Darstellen von Flächen, deren Böden erheblich mit umweltgefährdenden Stoffen belastet sind, soweit Angaben hierzu vorliegen; ˑˑ Örtlicher Erhebungen ˑˑ Erfassen von vorliegenden Äußerungen der Einwohner b) Analyse des in der Bestandsaufnahme ermittelten und beschriebenen Zustands c) Prognose der voraussichtlichen Entwicklung, insbesondere unter Berücksichtigung von Auswirkungen

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

Leistungsphase 3: Vorentwurf ˑˑ grundsätzliche Lösung der wesentlichen Teile der Aufgabe in zeichnerischer Darstellung mit textlichen Erläuterungen zur Begründung der städtebaulichen Konzeption unter Darstellung von sich wesentlich unterscheidenden Lösungen nach gleichen Anforderungen ˑˑ Darlegen der Auswirkungen der Planung – Berücksichtigen von Fachplanungen Mitwirken an der Beteiligung der Behörden und Stellen, die Träger öffentlicher Belange sind und von der Planung berührt werden können ˑˑ Mitwirken an der Abstimmung mit den Nachbargemeinden Mitwirken an der frühzeitigen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger einschließlich Erörterung der Planung ˑˑ Mitwirken bei der Auswahl einer sich wesentlich unterscheidenden Lösung zur weiteren Bearbeitung als Entwurfsgrundlage Abstimmen des Vorentwurfs mit dem Auftraggeber

Anlage 5 (zu § 19 Absatz 1) – Leistungen im Leistungsbild Bebauungsplan

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

c) Zusammenstellen und Gewichten der vorliegenden Fachprognosen über die voraussichtliche Entwicklung der Bevölkerung, der sozialen und kulturellen Einrichtungen, der gewerblichen Wirtschaft, der Land- und Forstwirtschaft, des Verkehrs, der Ver- und Entsorgung und des Umweltschutzes in Abstimmung mit dem Auftraggeber sowie unter Berücksichtigung von Auswirkungen übergeordneter Planungen d) Mitwirken beim Aufstellen von Zielen und Zwecken der Planung


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

übergeordneter Planungen unter Verwendung von Beiträgen anderer an der Planung fachlich Beteiligter d) Mitwirken beim Aufstellen von Zielen und Zwecken der Planung Leistungsphase 3: Vorentwurf ˑˑ Grundsätzliche Lösung der wesentlichen Teile der Aufgabe in zeichnerischer Darstellung mit textlichen Erläuterungen zur Begründung der städtebaulichen Konzeption unter Darstellung von sich wesentlich unterscheidenden Lösungen nach gleichen Anforderungen Darlegen der wesentlichen Auswirkungen der Planung ˑˑ Berücksichtigen von Fachplanungen ˑˑ Mitwirken an der Beteiligung der Behörden und Stellen, die Träger öffentlicher Belange sind und von der Planung berührt werden können ˑˑ Mitwirken an der Abstimmung mit den Nachbargemeinden ˑˑ Mitwirken an der frühzeitigen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger einschließlich Erörterung der Planung ˑˑ Überschlägige Kostenschätzung ˑˑ Abstimmen des Vorentwurfs dem Auftraggeber und den Gremien der Gemeinde Leistungsphase 4: Entwurf ˑˑ Entwurf des Bebauungsplans für die öffentliche Auslegung in der vorgeschriebenen Fassung mit Begründung ˑˑ Mitwirken bei der überschlägigen Ermittlung der Kosten und, soweit erforderlich, Hinweise auf bodenordnende und sonstige Maßnahmen, für die der Bebauungsplan die Grundlage bilden soll ˑˑ Mitwirken bei der Abfassung der Stellungnahme der Gemeinde zu Bedenken und Anregungen ˑˑ Abstimmen des Entwurfs mit dem Auftraggeber Leistungsphase 5: Planfassung für die Anzeige oder Genehmigung ˑˑ Erstellen des Bebauungsplans in der durch Beschluss der Gemeinde aufgestellten Fassung und seiner Begründung für die Anzeige oder Genehmigung in einer farbigen oder vervielfältigungsfähigen Schwarz-Weiß-Ausfertigung nach den Landesregelungen

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Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

Anlage 6 (zu § 23 Absatz 1) – Leistungen im Leistungsbild Landschaftsplan Leistungsphase 1: Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs a) Zusammenstellen einer Übersicht der vorgegebenen bestehenden und laufenden örtlichen und überörtlichen Planungen und Untersuchungen b) Abgrenzung des Planungsgebiets c) Zusammenstellen der verfügbaren Kartenunterlagen und Daten nach Umfang und Qualität d) Werten des vorhandenen Grundlagenmaterials e) Ermitteln des Leistungsumfangs und der Schwierigkeitsmerkmale f) Festlegen ergänzender Fachleistungen, soweit notwendig g) Ortsbesichtigungen Leistungsphase 2: Ermitteln der Planungsgrundlagen a) Bestandsaufnahme einschließlich voraussehbarer Veränderungen von Natur und Landschaft Erfassen auf Grund vorhandener Unterlagen und örtlicher Erhebungen, insbesondere ˑˑ der größeren naturräumlichen Zusammenhänge und siedlungsgeschichtlichen Entwicklungen ˑˑ des Naturhaushalts ˑˑ der landschaftsökologischen Einheiten ˑˑ des Landschaftsbildes ˑˑ der Schutzgebiete und geschützten Landschaftsbestandteile ˑˑ der Erholungsgebiete und -flächen, ihrer Erschließung sowie Bedarfssituation ˑˑ von Kultur-, Bau und Bodendenkmälern ˑˑ der Flächennutzung ˑˑ voraussichtlicher Änderungen auf Grund städtebaulicher Planungen, Fachplanungen und anderer Eingriffe in Natur und Landschaft ˑˑ Erfassen von vorliegenden Äußerungen der Einwohner b) Landschaftsbewertung nach den Zielen und Grundsätzen des Naturschutzes und der Landschaftspflege einschließlich der Erholungsvorsorge, Bewerten des Landschaftsbildes sowie der Leistungsfähigkeit des Zustands, der Faktoren und der Funktionen des Naturhaushalts, insbesondere hinsichtlich ˑˑ der Empfindlichkeit ˑˑ besonderer Flächen- und Nutzungsfunktionen – ˑˑ nachteiliger Nutzungsauswirkungen ˑˑ geplanter Eingriffe in Natur und Landschaft


Anlage 7 (zu § 24 Absatz 1) – Leistungen im Leistungsbild Grünordnungsplan Leistungsphase 1: Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs a) Zusammenstellen einer Übersicht der vorgegebenen bestehenden und laufenden örtlichen und überörtlichen Planungen und Untersuchungen b) Abgrenzen des Planungsbereichs c) Zusammenstellen der verfügbaren Kartenunterlagen und Daten nach Umfang und Qualität d) Werten des vorhandenen Grundlagenmaterials e) Ermitteln des Leistungsumfangs und der Schwierigkeitsmerkmale f) Festlegen ergänzender Fachleistungen, soweit notwendig g) Ortsbesichtigungen Leistungsphase 2: Ermitteln der Planungsgrundlagen a) Bestandsaufnahme einschließlich voraussichtlicher Änderungen, Erfassen auf Grund vorhandener Unterlagen eines Landschaftsplans und örtlicher Erhebungen, insbesondere ˑˑ des Naturhaushalts als Wirkungsgefüge der Naturfaktoren ˑˑ der Vorgaben des Artenschutzes, des Bodenschutzes und des Orts- oder Landschaftsbildes ˑˑ der siedlungsgeschichtlichen Entwicklung ˑˑ der Schutzgebiete und geschützten Landschaftsbestandteile einschließlich der unter Denkmalschutz stehenden Objekte ˑˑ der Flächennutzung unter besonderer Berücksichtigung der Flächenversiegelung, Größe, Nutzungsarten oder Ausstattung, Verteilung, Vernetzung von Frei- und Grünflächen sowie der Erschließungsflächen Freizeit- und Erholungsanlagen ˑˑ des Bedarfs an Erholungs- und Freizeiteinrichtungen sowie an sonstigen Grünflächen ˑˑ der voraussichtlichen Änderungen auf Grund städtebaulicher Planungen, Fachplanungen und anderer Eingriffe in Natur und Landschaft ˑˑ der Immissionen, Boden- und Gewässerbelastungen ˑˑ der Eigentümer Erfassen von vorliegenden Äußerungen der Einwohner

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

Leistungsphase 3: Vorläufige Planfassung (Vorentwurf) Grundsätzliche Lösung der Aufgabe mit sich wesentlich unterscheidenden Lösungen nach gleichen Anforderungen und Erläuterungen in Text und Karte a) Darlegen der Entwicklungsziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege, insbesondere in Bezug auf die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, die Pflege natürlicher Ressourcen, das Landschaftsbild, die Erholungsvorsorge, den Biotop- und Artenschutz, den Boden-, Wasser- und Klimaschutz sowie Minimierung von Eingriffen (und deren Folgen) in Natur und Landschaft b) Darlegen der im einzelnen angestrebten Flächenfunktionen einschließlich notwendiger Nutzungsänderungen, insbesondere für ˑˑ landschaftspflegerische Sanierungsgebiete ˑˑ Flächen für landschaftspflegerische Entwicklungsmaßnahmen ˑˑ Freiräume einschließlich Sport-, Spiel- und Erholungsflächen ˑˑ Vorrangflächen und -objekte des Naturschutzes und der Landschaftspflege, Flächen für Kultur-, Bau- und Bodendenkmäler für besonders schutzwürdige Biotope und Ökosysteme sowie für Erholungsvorsorge ˑˑ Flächen für landschaftspflegerische Maßnahmen in Verbindung mit sonstigen Nutzungen, Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in Bezug auf die oben genannten Eingriffe c) Vorschläge für Inhalte, die für die Übernahme in andere Planungen, insbesondere in die Bauleitplanung, geeignet sind d) Hinweise auf landschaftliche Folgeplanungen und -maßnahmen sowie kommunale Förderungsprogramme, Beteiligung an der Mitwirkung von Verbänden nach § 60 des Bundesnaturschutzgesetzes, Berücksichtigen von Fachplanungen, Mitwirken bei der Abstimmung des Vorentwurfs mit der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde, Abstimmen des Vorentwurfs mit dem Auftraggeber

Leistungsphase 4: Entwurf Darstellen des Landschaftsplans in der vorgeschriebenen Fassung in Text und Karte mit Erläuterungsbericht

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Feststellung von Nutzungs- und Zielkonflikten nach den Zielen und Grundsätzen von Naturschutz und Landschaftspflege c) Zusammenfassende Darstellung der Bestandsaufnahme und der Landschaftsbewertung in Erläuterungstext und Karten


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

b) Bewerten der Landschaft nach den Zielen und Grund­s ätzen des Naturschutzes und der Land­ schafts­pflege einschließlich der Erholungsvorsorge, Bewerten des Landschaftsbildes sowie der Leistungsfähigkeit, des Zustands, der Faktoren und Funktionen des Naturhaushalts, insbesondere hinsichtlich ˑˑ der Empfindlichkeit des jeweiligen Ökosystems für bestimmte Nutzungen, seiner Größe, der räumlichen Lage und der Einbindung in Grünflächensysteme, der Beziehungen zum Außenraum sowie der Ausstattung und Beeinträchtigungen der Grünund Freiflächen ˑˑ nachteiliger Nutzungsauswirkungen c) Zusammenfassende Darstellung der Bestandsaufnahme und der Bewertung des Planungsbe reichs in Erläuterungstext und Karten Leistungsphase 3: Vorläufige Planfassung (Vorentwurf) Grundsätzliche Lösung der wesentlichen Teile der Aufgabe mit sich wesentlich unterscheidenden Lösungen nach gleichen Anforderungen in Text und Karten mit Begründung a) Darlegen der Flächenfunktionen und räumlichen Strukturen nach ökologischen und gestalterischen Gesichtspunkten, insbesondere ˑˑ Flächen mit Nutzungsbeschränkungen einschließlich notwendiger Nutzungsänderungen zur Erhaltung oder Verbesserung des Naturhaushalts oder des Landschafts- oder Ortsbildes ˑˑ landschaftspflegerische Sanierungsbereiche ˑˑ Flächen für landschaftspflegerische Entwicklungsund Gestaltungsmaßnahmen ˑˑ Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen ˑˑ Schutzgebiete und -objekte ˑˑ Freiräume ˑˑ Flächen landschaftspflegerische Maßnahmen in Verbindung mit sonstigen Nutzungen b) Darlegen von Entwicklungs-, Schutz-, Gestaltungsund Pflegemaßnahmen, insbesondere für ˑˑ Grünflächen ˑˑ Anpflanzungen und Erhaltung von Grünbeständen ˑˑ Sport-, Spiel- und Erholungsflächen ˑˑ Fußwegesystem ˑˑ Gehölzanpflanzungen zur Einbindung baulicher Anlagen in die Umgebung ˑˑ Ortseingänge und Siedlungsränder ˑˑ pflanzliche Einbindung von öffentlichen Straßen und Plätzen ˑˑ klimatisch wichtige Freiflächen ˑˑ Immissionsschutzmaßnahmen 116

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

ˑˑ Festlegen von Pflegemaßnahmen aus Gründen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ˑˑ Erhaltung und Verbesserung der natürlichen Selbstreinigungskraft von Gewässern ˑˑ Erhaltung und Pflege von naturnahen Vegetationsbeständen ˑˑ bodenschützende Maßnahmen – Schutz vor Schadstoffeintrag ˑˑ Vorschläge für Gehölzarten der potentiell natürlichen Vegetation, für Leitarten bei Bepflanzungen, für Befestigungsarten bei Wohnstraßen, Gehwegen, Plätzen, Parkplätzen, für Versickerungsfreiflächen ˑˑ Festlegen der zeitlichen Folge von Maßnahmen ˑˑ Kostenschätzung für durchzuführende Maßnahmen c) Hinweise auf weitere Aufgaben von Naturschutz und Landschaftspflege Vorschläge für Inhalte, die für die Übernahme in andere Planungen, insbesondere in die Bauleitplanung, geeignet sind, Beteiligung an der Mitwirkung von Verbänden nach § 60 des Bundesnaturschutzgesetzes, Berücksichtigen von Fachplanungen, Mitwirken an der Abstimmung des Vorentwurfs mit der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde, Abstimmen des Vorentwurfs mit dem Auftraggeber Leistungsphase 4: Endgültige Planfassung (Entwurf) Darstellen des Grünordnungsplans in der vorgeschriebenen Fassung in Text und Karte mit Begründung

Anlage 8 (zu § 25 Absatz 1) – Leistungen im Leistungsbild Landschafts­ rahmenplan Leistungsphase 1: Landschaftsanalyse Erfassen und Darstellen in Text und Karten der a) natürlichen Grundlagen b) Landschaftsgliederung ˑˑ Naturräume ˑˑ Ökologische Raumeinheiten c) Flächennutzung d) geschützten Flächen und Einzelbestandteile der Natur Leistungsphase 2: Landschaftsdiagnose Bewerten der ökologischen Raumeinheiten und Darstellen in Text und Karten hinsichtlich a) Naturhaushalt


Leistungsphase 4: Endgültige Planfassung Darstellen des Landschaftsrahmenplans in der vorgeschriebenen Fassung in Text und Karte mit Erläuterungsbericht nach erfolgter Abstimmung des Entwurfs mit dem Auftraggeber gemäß Leitungsphase 3.

Leistungsphase 1: Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs a) Abgrenzen des Planungsbereichs b) Zusammenstellen der verfügbaren planungsrelevanten Unterlagen, insbesondere ˑˑ örtliche und überörtliche Planungen und Untersuchungen ˑˑ thematische Karten, Luftbilder und sonstige Daten c) Ermitteln des Leistungsumfangs und ergänzender Fachleistungen d) Aufstellen eines verbindlichen Arbeitspapiers e) Ortsbesichtigungen Leistungsphase 2: Ermitteln und Bewerten der Planungsgrundlagen a) Bestandsaufnahme Erfassen auf Grund vorhandener Unterlagen und örtlicher Erhebungen ˑˑ des Naturhaushalts in seinen Wirkungszusammenhängen, insbesondere durch Landschaftsfaktoren wie Relief, Geländegestalt, Gestein, Boden, oberirdische Gewässer, Grundwasser, Geländeklima sowie Tiere und Pflanzen und deren Lebensräume ˑˑ der Schutzgebiete, geschützten Landschaftsbestandteile und schützenswerten Lebensräume ˑˑ der vorhandenen Nutzungen und Vorhaben ˑˑ des Landschaftsbildes und der -struktur ˑˑ der kulturgeschichtlich bedeutsamen Objekte Erfassen der Eigentumsverhältnisse auf Grund vorhandener Unterlagen b) Bestandsbewertung Bewerten der Leistungsfähigkeit und Empfindlichkeit des Naturhaushalts und des Landschaftsbildes nach den Zielen und Grundsätzen des Naturschutzes und der Landschaftspflege, Bewerten der vorhandenen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft (Vorbelastung) c) Zusammenfassende Darstellung der Bestandsaufnahme und der -bewertung in Text und Karte Leistungsphase 3: Ermitteln und Bewerten des Eingriffs a) Konfliktanalyse Ermitteln und Bewerten der durch das Vorhaben zu erwartenden Beeinträchtigungen des Naturhaushalts und des Landschaftsbildes nach Art, Umfang, Ort und zeitlichem Ablauf

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

Leistungsphase 3: Entwurf Darstellung der Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Text und Karten mit Begründung a) Ziele der Landschaftsentwicklung nach Maßgabe der Empfindlichkeit des Naturhaushalts ˑˑ Bereiche ohne Nutzung oder mit naturnaher Nutzung ˑˑ Bereiche mit extensiver Nutzung ˑˑ Bereiche mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung ˑˑ Bereiche städtisch industrieller Nutzung b) Ziele des Arten- und Biotopschutzes c) Ziele zum Schutz und zur Pflege abiotischer Landschaftsgebiete d) Sicherung und Pflege von Schutzgebieten und Einzelbestandteilen von Natur und Landschaft e) Pflege-, Gestaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen zur ˑˑ Sicherung überörtlicher Grünzüge ˑˑ Grünordnung im Siedlungsbereich ˑˑ Landschaftspflege einschließlich des Arten- und Biotopschutzes sowie des Wasser-, Boden- und Klimaschutzes ˑˑ Sanierung von Landschaftsschäden f) Grundsätze einer landschaftsschonenden Landnutzung g) Leitlinien für die Erholung in der freien Natur h) Gebiete, für die detaillierte landschaftliche Planungen erforderlich sind: ˑˑ Landschaftspläne ˑˑ Grünordnungspläne ˑˑ Landschaftspflegerische Begleitpläne Abstimmung des Entwurfs mit dem Auftraggeber

Anlage 9 (zu § 26 Absatz 1) – Leistungen im Leistungsbild Landschaftspflegerischer Begleitplan

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

b) Landschaftsbild ˑˑ naturbedingt ˑˑ anthropogen c) Nutzungsauswirkungen, insbesondere Schäden an Naturhaushalt und Landschaftsbild d) Empfindlichkeit der Ökosysteme, oder einzelner Landschaftsfaktoren e) Zielkonflikten zwischen Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege einerseits und raumbeanspruchenden Vorhaben andererseits


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

b) Konfliktminderung Erarbeiten von Lösungen zur Vermeidung oder Verminderung von Beeinträchtigungen des Naturhaushalts und des Landschaftsbildes in Abstimmung mit den an der Planung fachlich Beteiligten c) Ermitteln der unvermeidbaren Beeinträchtigungen d) Überprüfen der Abgrenzung des Untersuchungsbereichs e) Abstimmen mit dem Auftraggeber f) Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse von Konfliktanalyse und Konfliktminderung sowie der unvermeidbaren Beeinträchtigungen in Text und Karte Leistungsphase 4: Vorläufige Planfassung Erarbeiten der grundsätzlichen Lösung der wesentlichen Teile der Aufgabe in Text und Karte mit Alternativen a) Darstellen und Begründen von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege nach Art, Umfang, Lage und zeitlicher Abfolge einschließlich Biotopentwicklungs- und Pflegemaßnahmen, insbesondere Ausgleichs-, Ersatz-, Gestaltungs-und Schutzmaßnahmen sowie Maßnahmen nach § 3 Absatz 2 des Bundesnaturschutzgesetzes b) Vergleichendes Gegenüberstellen von Beeinträchtigungen und Ausgleich einschließlich Darstellen verbleibender, nicht ausgleichbarer Beeinträchtigungen c) Kostenschätzung Abstimmen der vorläufigen Planfassung mit dem Auftraggeber und der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde Leistungsphase 5: Endgültige Planfassung Darstellen des landschaftspflegerischen Begleitplans in der vorgeschriebenen Fassung in Text und Karte

Anlage 10 (zu § 27) – Leistungen im Leistungsbild Pflegeund Entwicklungsplan Leistungsphase 1: Zusammenstellen der Ausgangsbedingungen a) Abgrenzen des Planungsbereichs b) Zusammenstellen der verfügbaren planungsrelevanten Unterlagen, insbesondere ˑˑ ökologische und wissenschaftliche Bedeutung des Planungsbereichs ˑˑ Schutzzweck ˑˑ Schutzverordnungen ˑˑ Eigentümer

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Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

Leistungsphase 2: Ermitteln der Planungsgrundlagen a) Erfassen und Beschreiben der natürlichen Grund­ lagen b) Ermitteln von Beeinträchtigungen des Planungs­ bereichs Leistungsphase 3: Konzept der Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen a) Erfassen und Darstellen von ˑˑ Flächen, auf denen eine Nutzung weiter betrieben werden soll ˑˑ Flächen, auf denen regelmäßig Pflegemaßnahmen durchzuführen sind ˑˑ Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Standortverhältnisse ˑˑ Maßnahmen zur Änderung der Biotopstruktur b) Vorschläge für ˑˑ gezielte Maßnahmen zur Förderung bestimmter Tier- und Pflanzenarten ˑˑ Maßnahmen zur Lenkung des Besucherverkehrs ˑˑ Maßnahmen zur Änderung der rechtlichen Vorschriften ˑˑ die Durchführung der Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen c) Hinweise für weitere wissenschaftliche Unter­ suchungen d) Kostenschätzung der Pflege- und Entwicklungs­ maßnahmen e) Abstimmen der Konzepte mit dem Auftraggeber Leistungsphase 4: Endgültige Planfassung Darstellen des Pflege- und Entwicklungsplans in der vorgeschriebenen Fassung in Text und Karte

Anlage 11 (zu den §§ 33 und 38 Absatz 2) – Leistungen im Leistungsbild Gebäude und raumbildende Ausbauten sowie im Leistungsbild Freianlagen Leistungsphase 1: Grundlagenermittlung a) Klären der Aufgabenstellung b) Beraten zum gesamten Leistungsbedarf c) Formulieren von Entscheidungshilfen für die Auswahl anderer an der Planung fachlich Beteiligter d) Zusammenfassen der Ergebnisse Leistungsphase 2: Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung) a) Analyse der Grundlagen


Leistungsphase 3: Entwurfsplanung (System- und Integrationsplanung) a) Durcharbeiten des Planungskonzepts (stufenweise Erarbeitung einer zeichnerischen Lösung) unter Berücksichtigung städtebaulicher, gestalterischer, funktionaler, technischer, bauphysikalischer, wirtschaftlicher, energiewirtschaftlicher (zum Beispiel hinsichtlich rationeller Energieverwendung und der Verwendung erneuerbarer Energie) und landschaftsökologischer Anforderungen unter Verwendung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter bis zum vollständigen Entwurf

Leistungsphase 4: Genehmigungsplanung a) Erarbeiten der Vorlagen für die nach den öffentlichrechtlichen Vorschriften erforderlichen Genehmigungen oder Zustimmungen einschließlich der Anträge auf Ausnahmen und Befreiungen unter Verwendung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter sowie noch notwendiger Verhandlungen mit Behörden b) Einreichen dieser Unterlagen c) Vervollständigen und Anpassen der Planungsunterlagen, Beschreibungen und Berechnungen unter Verwendung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter d) bei Freianlagen und raumbildenden Ausbauten: Prüfen auf notwendige Genehmigungen, Einholen von Zustimmungen und Genehmigungen Leistungsphase 5: Ausführungsplanung a) Durcharbeiten der Ergebnisse der Leistungsphase 3 und 4 (stufenweise Erarbeitung und Darstellung der Lösung) unter Berücksichtigung städtebaulicher, gestalterischer, funktionaler, technischer, bauphysikalischer, wirtschaftlicher, energiewirtschaftlicher (zum Beispiel hinsichtlich rationeller Energieverwendung und der Verwendung erneuerbarer Energien) Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

b) Integrieren der Leistungen anderer an der Planung fachlich Beteiligter c) Objektbeschreibung mit Erläuterung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nach Maßgabe der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung d) Zeichnerische Darstellung des Gesamtentwurfs, zum Beispiel durchgearbeitete, vollständige Vorentwurfs- und/oder Entwurfszeichnungen (Maßstab nach Art und Größe des Bauvorhabens; bei Freianlagen: im Maßstab 1:500 bis 1:100, insbesondere mit Angaben zur Verbesserung der Biotopfunktion, zu Vermeidungs-, Schutz-, Pflege und Entwicklungsmaßnahmen sowie zur diffe­renzierten Bepflanzung; bei raumbildenden Ausbauten: im Maßstab 1:50 bis 1:20, insbesondere mit Einzelheiten der Wandabwicklungen, Farb-, Licht- und Materialgestaltung), gegebenenfalls auch Detailpläne mehrfach wiederkehrender Raumgruppen e) Verhandlungen mit Behörden und anderen an der Planung fachlich Beteiligten über die Geneh migungsfähigkeit f) Kostenberechnung nach DIN 276 oder nach dem wohnungsrechtlichen Berechnungsrecht g) Kostenkontrolle durch Vergleich der Kostenberechnung mit der Kostenschätzung h) Zusammenfassen aller Entwurfsunterlagen

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

b) Abstimmen der Zielvorstellungen (Randbedingungen, Zielkonflikte) c) Aufstellen eines planungsbezogenen Zielkatalogs (Programmziele) d) Erarbeiten eines Planungskonzepts einschließlich Untersuchung der alternativen Lösungsmöglichkeiten nach gleichen Anforderungen mit zeichnerischer Darstellung und Bewertung, zum Beispiel versuchsweise zeichnerische Darstellungen, Strichskizzen, gegebenenfalls mit erläuternden Angaben e) Integrieren der Leistungen anderer an der Planung fachlich Beteiligter f) Klären und Erläutern der wesentlichen städtebaulichen, gestalterischen, funktionalen, technischen, bauphysikalischen, wirtschaftlichen, energiewirtschaftlichen (zum Beispiel hinsichtlich rationeller Energieverwendung und der Verwendung erneuerbarer Energien) und landschaftsökologischen Zusammenhänge, Vorgänge und Bedingungen, sowie der Belastung und Empfindlichkeit der betroffenen Ökosysteme g) Vorverhandlungen mit Behörden und anderen an der Planung fachlich Beteiligten über die Genehmigungsfähigkeit h) bei Freianlagen: Erfassen, Bewerten und Erläutern der ökosystemaren Strukturen und Zusammenhänge, zum Beispiel Boden, Wasser, Klima, Luft, Pflanzen- und Tierwelt, sowie Darstellen der räumlichen und gestalterischen Konzeption mit erläuternden Angaben, insbesondere zur Geländegestaltung, Biotopverbesserung und -vernetzung, vorhandenen Vegetation, Neupflanzung, Flähenverteilung der Grün-, Verkehrs-, Wasser-, Spiel- und Sportflächen; ferner Klären der Randgestaltung und der Anbindung an die Umgebung i) Kostenschätzung nach DIN 276 oder nach dem wohnungsrechtlichen Berechnungsrecht j) Zusammenstellen aller Vorplanungsergebnisse


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

und landschaftsökologischer Anforderungen unter Verwendung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter bis zur ausführungsreifen Lösung b) Zeichnerische Darstellung des Objekts mit allen für die Ausführung notwendigen Einzelangaben, zum Beispiel endgültige, vollständige Ausführungs-, Detail- und Konstruktionszeichnungen im Maßstab 1:50 bis 1:1, bei Freianlagen je nach Art des Bauvorhabens im Maßstab 1 : 200 bis 1:50, insbesondere Bepflanzungspläne, mit den erforderlichen textlichen Ausführungen c) Bei raumbildenden Ausbauten: Detaillierte Darstellung der Räume und Raumfolgen im Maßstab 1:25 bis 1:1, mit den erforderlichen textlichen Ausführungen; Materialbestimmung d) Erarbeiten der Grundlagen für die anderen an der Planung fachlich Beteiligten und Integrierung ihrer Beiträge bis zur ausführungsreifen Lösung e) Fortschreiben der Ausführungsplanung während der Objektausführung Leistungsphase 6: Vorbereitung der Vergabe a) Ermitteln und Zusammenstellen von Mengen als Grundlage für das Aufstellen von Leistungsbeschreibungen unter Verwendung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter b) Aufstellen von Leistungsbeschreibungen mit Leistungsverzeichnissen nach Leistungsbereichen c) Abstimmen und Koordinieren der Leistungsbeschreibungen der an der Planung fachlich Beteiligten Leistungsphase 7: Mitwirkung bei der Vergabe a) Zusammenstellen der Vergabe- und Vertragsunterlagen für alle Leistungsbereiche b) Einholen von Angeboten c) Prüfen und Werten der Angebote einschließlich Aufstellen eines Preisspiegels nach Teilleistungen unter Mitwirkung aller während der Leistungsphasen 6 und 7 fachlich Beteiligten d) Abstimmen und Zusammenstellen der Leistungen der fachlich Beteiligten, die an der Vergabe mitwirken e) Verhandlung mit Bietern f) Kostenanschlag nach DIN 276 aus Einheits- oder Pauschalpreisen der Angebote g) Kostenkontrolle durch Vergleich des Kostenanschlags mit der Kostenrechnung h) Mitwirken bei der Auftragserteilung

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Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

Leistungsphase 8: Objektüberwachung (Bauüberwachung) a) Überwachen der Ausführung des Objekts auf Übereinstimmung mit der Baugenehmigung oder Zustimmung, den Ausführungsplänen und den Leistungsbeschreibungen sowie mit den allgemein anerkannten Regeln der Technik und den einschlägigen Vorschriften b) Überwachen der Ausführung von Tragwerken nach § 50 Absatz 2 Nummer 1 und 2 auf Übereinstimmung mit den Standsicherheitsnachweis c) Koordinieren der an der Objektüberwachung fachlich Beteiligten d) Überwachung und Detailkorrektur von Fertigteilen e) Aufstellen und Überwachen eines Zeitplanes (Balkendiagramm) f) Führen eines Bautagebuches g) Gemeinsames Aufmass mit den bauausführenden Unternehmen h) Abnahme der Bauleistungen unter Mitwirkung anderer an der Planung und Objektüberwachung fachlich Beteiligter unter Feststellung von Mängeln i) Rechnungsprüfung j) Kostenfeststellung nach DIN 276 oder nach dem wohnungsrechtlichen Berechnungsrecht k) Antrag auf behördliche Abnahmen und Teilnahme daran l) Übergabe des Objekts einschließlich Zusammenstellung und Übergabe der erforderlichen Unterlagen, zum Beispiel Bedienungsanleitungen, Prüfprotokolle m) Auflisten der Verjährungsfristen für Mängelansprüche n) Überwachen der Beseitigung der bei der Abnahme der Bauleistungen festgestellten Mängel o) Kostenkontrolle durch Überprüfen der Leistungsabrechnung der bauausführenden Unternehmen im Vergleich zu den Vertragspreisen und dem Kostenanschlag Leistungsphase 9: Objektbetreuung und Dokumentation a) Objektbegehung zur Mängelfeststellung vor Ablauf der Verjährungsfristen für Mängelansprüche gegenüber den bauausführenden Unternehmen b) Überwachen der Beseitigung von Mängeln, die innerhalb der Verjährungsfristen für Mängelan sprüche, längstens jedoch bis zum Ablauf von vier Jahren seit Abnahme der Bauleistungen auftreten c) Mitwirken bei der Freigabe von Sicherheitsleistungen d) Systematische Zusammenstellung der zeichnerischen Darstellungen und rechnerischen Ergebnisse des Objekts


Leistungsphase 2: Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung) a) Analyse der Grundlagen b) Abstimmen der Zielvorstellungen auf die Randbedingungen, die insbesondere durch Raumordnung, Landesplanung, Bauleitplanung, Rahmenplanung sowie örtliche und überörtliche Fachplanungen vorgegeben sind c) Untersuchungen von Lösungsmöglichkeiten mit ihren Einflüssen auf bauliche und konstruktive Gestaltung, Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit unter Beachtung der Umweltverträglichkeit d) Beschaffen und Auswerten amtlicher Karten e) Erarbeiten eines Planungskonzepts einschließlich Untersuchung der alternativen Lösungsmöglichkeiten nach gleichen Anforderungen mit zeichnerischer Darstellung und Bewertung unter Einarbeitung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter, bei Verkehrsanlagen: Überschlägige verkehrstechnische Bemessung der Verkehrsanlage; Ermitteln der Schallimmissionen von der Verkehrsanlage an kritischen Stellen nach Tabellenwerten; Untersuchen der möglichen Schallschutzmaßnahmen, ausgenommen detaillierte schalltechnische Untersuchungen, insbesondere in komplexen Fällen f) Klären und Erläutern der wesentlichen fachspezifischen Zusammenhänge, Vorgänge und Bedingungen

Leistungsphase 3: Entwurfsplanung (System- und Integrationsplanung) a) Durcharbeiten des Planungskonzepts (stufenweise Erarbeitung einer zeichnerischen Lösung) unter Berücksichtigung aller fachspezifischen Anforderungen und unter Verwendung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter bis zum vollständigen Entwurf b) Erläuterungsbericht c) Fachspezifische Berechnungen, ausgenommen Berechnungen des Tragwerks d) Zeichnerische Darstellung des Gesamtentwurfs e) Finanzierungsplan, Bauzeiten- und Kostenplan, Ermitteln und Begründen der zuwendungsfähigen Kosten sowie Vorbereiten der Anträge auf Finanzierung, Mitwirken beim Erläutern des vorläufigen Entwurfs gegenüber Bürgerinnen und Bürgern und politischen Gremien, Überarbeiten des vorläufigen Entwurfs auf Grund von Bedenken und Anregungen f) Verhandlungen mit Behörden und anderen an der Planung fachlich Beteiligten über die Genehmigungsfähigkeit g) Kostenberechnung h) Kostenkontrolle durch Vergleich der Kostenberechnung mit Kostenschätzung i) bei Verkehrsanlagen: überschlägige Festlegung der Abmessungen von Ingenieurbauwerken; Zusammenfassen aller vorläufigen Entwurfsunterlagen; Weiterentwickeln des vorläufigen Entwurfs zum endgültigen Entwurf; Ermitteln der Schallimmissionen von der Verkehrsanlage nach Tabellenwerten; Festlegen der erforderlichen Schallschutzmaßnahmen an der Verkehrsanlage, gegebenenfalls unter Einarbeitung der Ergebnisse detaillierter schalltechnischer Untersuchungen und Feststellen der Notwendigkeit von Schallschutzmaßnahmen an betroffenen Gebäuden; rechnerische Festlegung der Anlage in den HauptHonorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

Leistungsphase 1: Grundlagenermittlung a) Klären der Aufgabenstellung b) Ermitteln der vorgegebenen Randbedingungen c) Bei Objekten nach § 40 Nummer 6 und 7, die eine Tragwerksplanung erfordern: Klären der Aufgabenstellung auch auf dem Gebiet der Tragwerksplanung d) Ortsbesichtigung e) Zusammenstellen der die Aufgabe beeinflussenden Planungsabsichten f) Zusammenstellen und Werten von Unterlagen g) Erläutern von Planungsdaten h) Ermitteln des Leistungsumfangs und der erforderlichen Vorarbeiten, zum Beispiel Baugrunduntersuchungen, Vermessungsleistungen, Immissionsschutz i) Formulieren von Entscheidungshilfen für die Auswahl anderer an der Planung fachlich Beteiligter j) Zusammenfassen der Ergebnisse

g) Vorverhandlungen mit Behörden und anderen an der Planung fachlich Beteiligten über die Genehmigungsfähigkeit, gegebenenfalls über die Bezuschussung und Kostenbeteiligung h) Mitwirken bei Erläutern des Planungskonzepts gegenüber Bürgerinnen und Bürgern und politischen Gremien i) Überarbeiten des Planungskonzepts nach Bedenken und Anregungen j) Bereitstellen von Unterlagen als Auszüge aus dem Vorentwurf zur Verwendung für ein Raumordnungsverfahren k) Kostenschätzung l) Zusammenstellen aller Vorplanungsergebnisse

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Anlage 12 (zu § 42 Absatz 1 und § 46 Absatz 2) – Leistungen im Leistungsbild Ingenieur­bauwerke und im Leistungsbild Verkehrs­anlagen


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

und Kleinpunkten; Darlegen der Auswirkungen auf Zwangspunkte, Nachweis der Lichtraumprofile; überschlägiges Ermitteln der wesentlichen Bauphasen unter Berücksichtigung der Verkehrslenkung während der Bauzeit j) Zusammenfassen aller Entwurfsunterlagen Leistungsphase 4: Genehmigungsplanung a) Erarbeiten der Unterlagen für die erforderlichen öffentlich-rechtlichen Verfahren einschließlich der Anträge auf Ausnahmen und Befreiungen, Aufstellen des Bauwerksverzeichnisses unter Verwen dung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter b) Einreichen dieser Unterlagen c) Grunderwerbsplan und Grunderwerbsverzeichnis d) bei Verkehrsanlagen: Einarbeiten der Ergebnisse der schalltechnischen Untersuchungen e) Verhandlungen mit Behörden f) Vervollständigen und Anpassen der Planungsunterlagen, Beschreibungen und Berechnungen unter Verwendung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter g) Mitwirken beim Erläutern gegenüber Bürgerinnen und Bürgern h) Mitwirken im Planfeststellungsverfahren einschließlich der Teilnahme an Erörterungsterminen sowie Mitwirken bei der Abfassung der Stellungnahmen zu Bedenken und Anregungen Leistungsphase 5: Ausführungsplanung a) Durcharbeiten der Ergebnisse der Leistungsphasen 3 und 4 (stufenweise Erarbeitung und Darstellung der Lösung) unter Berücksichtigung aller fachspezifischen Anforderungen und Verwendung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter bis zur ausführungsreifen Lösung b) Zeichnerische und rechnerische Darstellung des Objekts mit allen für die Ausführung notwendigen Einzelangaben einschließlich Detailzeichnungen in den erforderlichen Maßstäben c) Erarbeiten der Grundlagen für die anderen an der Planung fachlich Beteiligten und Integrieren ihrer Beiträge bis zur ausführungsreifen Lösung d) Fortschreiben der Ausführungsplanung während der Objektausführung Leistungsphase 6: Vorbereitung der Vergabe a) Mengenermittlung und Aufgliederung nach Einzelpositionen unter Verwendung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter b) Aufstellen der Verdingungsunterlagen, insbesondere Anfertigen der Leistungsbeschreibungen mit 122

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

Leistungsverzeichnissen sowie der Besonderen Vertragsbedingungen c) Abstimmen und Koordinieren der Verdingungsunterlagen der an der Planung fachlich Beteiligten d) Festlegen der wesentlichen Ausführungsphasen Leistungsphase 7: Mitwirkung bei der Vergabe a) Zusammenstellen der Vergabe- und Vertragsunterlagen für alle Leistungsbereiche b) Einholen von Angeboten c) Prüfen und Werten der Angebote einschließlich Aufstellen eines Preisspiegels d) Abstimmen und Zusammenstellen der Leistungen der fachlich Beteiligten, die an der Vergabe mitwirken e) Mitwirken bei Verhandlungen mit Bietern f) Fortschreiben der Kostenberechnung g) Kostenkontrolle durch Vergleich der fortgeschriebenen Kostenberechnung mit der Kostenberechnung h) Mitwirken bei der Auftragserteilung Leistungsphase 8: Bauoberleitung a) Aufsicht über die örtliche Bauüberwachung, soweit die Bauoberleitung und die örtliche Bauüberwachung getrennt vergeben werden, Koordinierung der an der Objektüberwachung fachlich Beteiligten, insbesondere Prüfen auf Übereinstimmung und Freigeben von Plänen Dritter b) Aufstellen und Überwachen eines Zeitplans (Balkendiagramm) c) Inverzugsetzen der ausführenden Unternehmen d) Abnahme von Leistungen und Lieferungen unter Mitwirkung der örtlichen Bauüberwachung und anderer an der Planung und Objektüberwachung fachlich Beteiligter unter Fertigung einer Nieder schrift über das Ergebnis der Abnahme e) Antrag auf behördliche Abnahmen und Teilnahme daran f) Übergabe des Objekts einschließlich Zusammenstellung und Übergabe der erforderlichen Unterlagen, zum Beispiel Abnahmeniederschriften und Prüfungsprotokolle g) Zusammenstellen von Wartungsvorschriften für das Objekt h) Überwachen der Prüfungen der Funktionsfähigkeit der Anlagenteile und der Gesamtanlage i) Auflisten der Verjährungsfristen für Mängelansprüche j) Kostenfeststellung k) Kostenkontrolle durch Überprüfen der Leistungsabrechnung der bauausführenden Unternehmen im Vergleich zu den Vertragspreisen und der fortgeschriebenen Kostenberechnung


Leistungsphase 1: Grundlagenermittlung Klären der Aufgabenstellung auf dem Fachgebiet Tragwerksplanung im Benehmen mit dem Objektplaner Leistungsphase 2: Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung) a) Bei Ingenieurbauwerken nach § 40 Nummer 6 und 7: Übernahme der Ergebnisse aus Leistungsphase 1 der Anlage 12 b) Beraten in statisch-konstruktiver Hinsicht unter Berücksichtigung der Belange der Standsicherheit, der Gebrauchsfähigkeit und der Wirtschaftlichkeit c) Mitwirken bei dem Erarbeiten eines Planungskonzepts einschließlich Untersuchung der Lösungs möglichkeiten des Tragwerks unter gleichen Objektbedingungen mit skizzenhafter Darstellung, Klärung und Angabe der für das Tragwerk wesentlichen konstruktiven Festlegungen für zum Beispiel Baustoffe, Bauarten und Herstellungsverfahren, Konstruktionsraster und Gründungsart d) Mitwirken bei Vorverhandlungen mit Behörden und anderen an der Planung fachlich Beteiligten über die Genehmigungsfähigkeit e) Mitwirken bei der Kostenschätzung; bei Gebäuden und zugehörigen baulichen Anlagen nach DIN 276 Leistungsphase 3: Entwurfsplanung (System- und Integrationsplanung) a) Erarbeiten der Tragwerkslösung unter Beachtung der durch die Objektplanung integrierten Fachplanungen bis zum konstruktiven Entwurf mit zeichnerischer Darstellung

Leistungsphase 4: Genehmigungsplanung a) Aufstellen der prüffähigen statischen Berechnungen für das Tragwerk unter Berücksichtigung der vorgegebenen bauphysikalischen Anforderungen b) Bei Ingenieurbauwerken: Erfassen von normalen Bauzuständen c) Anfertigen der Positionspläne für das Tragwerk oder Eintragen der statischen Positionen, der Tragwerksabmessungen, der Verkehrslasten, der Art und Güte der Baustoffe und der Beson derheiten der Konstruktionen in die Entwurfszeichnungen des Objektsplaners (zum Beispiel in Transparentpausen) d) Zusammenstellen der Unterlagen der Tragwerksplanung zur bauaufsichtlichen Genehmigung e) Verhandlungen mit Prüfämtern und Prüfingenieuren f) Vervollständigen und Berichtigen der Berechnungen und Pläne Leistungsphase 5: Ausführungsplanung a) Durcharbeiten der Ergebnisse der Leistungsphasen 3 und 4 unter Beachtung der durch die Objektplanung integrierten Fachplanungen b) Anfertigen der Schalpläne in Ergänzung der fertig gestellten Ausführungspläne des Objektplaners c) Zeichnerische Darstellung der Konstruktionen mit Einbau- und Verlegeanweisungen, zum Beispiel Bewehrungspläne, Stahlbaupläne, Holzkonstruktionspläne (keine Werkstattzeichnungen) d) Aufstellen detaillierter Stahl- oder Stücklisten als Ergänzung zur zeichnerischen Darstellung der Konstruktionen mit Stahlmengenermittlung Leistungsphase 6: Vorbereitung der Vergabe a) Ermitteln der Betonstahlmengen im Stahlbetonbau, der Stahlmengen in Stahlbau und der Holzmengen

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

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(Bau-) Berufsrecht

Anlage 13 (zu § 49 Absatz 1) – Leistungen und besondere Leistungen im Leistungsbild Tragwerksplanung

b) Überschlägige statische Berechnung und Bemessung c) Grundlegende Festlegungen der konstruktiven Details und Hauptabmessungen des Tragwerks für zum Beispiel Gestaltung der tragenden Querschnitte, Aussparungen und Fugen; Ausbildung der Auflagerund Knotenpunkte sowie der Verbindungsmittel d) Mitwirken bei der Objektbeschreibung e) Mitwirken bei Verhandlungen mit Behörden und anderen an der Planung fachlich Beteiligten über die Genehmigungsfähigkeit f) Mitwirken bei der Kostenberechnung, bei Gebäuden und zugehörigen baulichen Anlagen: nach DIN 276 g) Mitwirken bei der Kostenkontrolle durch Vergleich der Kostenberechnung mit der Kosten schätzung

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Leistungsphase 9: Objektbetreuung und Dokumentation a) Objektbegehung zur Mängelfeststellung vor Ablauf der Verjährungsfristen für Gewährleistungs ansprüche gegenüber den ausführenden Unternehmen b) Überwachen der Beseitigung von Mängeln, die innerhalb der Verjährungsfristen der Mängelansprüche, längstens jedoch bis zum Ablauf von vier Jahren seit Abnahme der Leistungen auftreten c) Mitwirken bei der Freigabe von Sicherheitsleistungen d) Systematische Zusammenstellung der zeichnerischen Darstellungen und rechnerischen Ergebnisse des Objekts


im Ingenieurholzbau als Beitrag zur Mengenermittlung des Objektplaners b) Überschlägiges Ermitteln der Mengen der konstruktiven Stahlteile und statisch erforderlichen Verbindungs- und Befestigungsmittel im Ingenieurholzbau c) Aufstellen von Leistungsbeschreibungen als Ergänzung zu den Mengenermittlungen als Grund lage für das Leistungsverzeichnis des Tragwerks

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

Anlage 14 (zu § 53 Absatz 1) – Leistungen im Leistungsbild Technische Ausrüstung Leistungsphase 1: Grundlagenermittlung a) Klären der Aufgabenstellung der Technischen Ausrüstung im Benehmen mit dem Auftraggeber und dem Objektplaner oder der Objektplanerin, insbesondere in technischen und wirtschaftlichen Grundsatzfragen b) Zusammenfassen der Ergebnisse Leistungsphase 2: Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung) a) Analyse der Grundlagen b) Erarbeiten eines Planungskonzepts mit überschlägiger Auslegung der wichtigen Systeme und Anlagenteile einschließlich Untersuchung der alternativen Lösungsmöglichkeiten nach gleichen Anforderungen mit skizzenhafter Darstellung zur Integrierung in die Objektplanung einschließlich Wirtschaftlichkeitsvorbetrachtung c) Aufstellen eines Funktionsschemas beziehungsweise Prinzipschaltbildes für jede Anlage d) Klären und Erläutern der wesentlichen fachspezifischen Zusammenhänge, Vorgänge und Bedingungen e) Mitwirken bei Vorverhandlungen mit Behörden und anderen an der Planung fachlich Beteiligten über die Genehmigungsfähigkeit f) Mitwirken bei der Kostenschätzung, bei Anlagen in Gebäuden: nach DIN 276 g) Zusammenstellen der Vorplanungsergebnisse Leistungsphase 3: Entwurfsplanung (System- und Integrationsplanung) a) Durcharbeiten des Planungskonzepts (stufenweise Erarbeitung einer zeichnerischen Lösung) unter Berücksichtigung aller fachspezifischen Anforderungen sowie unter Beachtung der durch die Objektplanung integrierten Fachplanungen bis zum vollständigen Entwurf b) Festlegen aller Systeme und Anlagenteile

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Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

c) Berechnung und Bemessung sowie zeichnerische Darstellung und Anlagenbeschreibung d) Angabe und Abstimmung der für die Tragwerksplanung notwendigen Durchführungen und Lastangaben (ohne Anfertigen von Schlitz- und Durchbruchsplänen) e) Mitwirken bei Verhandlungen mit Behörden und anderen an der Planung fachlich Beteiligten über die Genehmigungsfähigkeit f) Mitwirken bei der Kostenrechnung, bei Anlagen in Gebäuden: nach DIN 276 g) Mitwirken bei der Kostenkontrolle durch Vergleich der Kostenberechnung mit der Kostenschätzung Leistungsphase 4: Genehmigungsplanung a) Erarbeiten der Vorlagen für die nach den öffentlichrechtlichen Vorschriften erforderlichen Geneh migungen oder Zustimmungen einschließlich der Anträge auf Ausnahmen und Befreiungen sowie noch notwendiger Verhandlungen mit Behörden b) Zusammenstellen dieser Unterlagen c) Vervollständigen und Anpassen der Planungsunterlagen, Beschreibungen und Berechnungen Leistungsphase 5: Ausführungsplanung a) Durcharbeiten der Ergebnisse der Leistungsphasen 3 und 4 (stufenweise Erarbeitung und Darstellung der Lösung) unter Berücksichtigung aller fachspezifischen Anforderungen sowie unter Beachtung der durch die Objektplanung integrierten Fachleistungen bis zur ausführungsreifen Lösung b) Zeichnerische Darstellung der Anlagen mit Dimensionen (keine Montage- und Werkstattzeichnungen) c) Anfertigen von Schlitz- und Durchbruchsplänen d) Fortschreibung der Ausführungsplanung auf den Stand der Ausschreibensergebnisse Leistungsphase 6: Vorbereitung der Vergabe a) Ermitteln von Mengen als Grundlage für das Aufstellen von Leistungsverzeichnissen in Abstim mung mit Beiträgen anderer an der Planung fachlich Beteiligter b) Aufstellen von Leistungsbeschreibungen mit Leistungsverzeichnissen nach Leistungsbereichen Leistungsphase 7: Mitwirkung bei der Vergabe a) Prüfen und Werten der Angebote einschließlich Aufstellen eines Preisspiegels nach Teilleistungen b) Mitwirken bei der Verhandlung mit Bietern und Erstellen eines Vergabevorschlages


Leistungsphase 9: Objektbetreuung und Dokumentation a) Objektbegehung zur Mängelfeststellung vor Ablauf der Verjährungsfristen für Mängelansprüche gegenüber den ausführenden Unternehmen b) Überwachen der Beseitigung von Mängeln, die innerhalb der Verjährungsfristen für Mängelan sprüche, längstens jedoch bis zum Ablauf von vier Jahren seit Abnahme der Leistungen auftreten c) Mitwirken bei der Freigabe von Sicherheitsleistungen d) Mitwirken bei der systematischen Zusammenstellung der zeichnerischen Darstellungen und rechnerischen Ergebnisse des Objekts

Fassung vom 1. Oktober 2009, vierte Ausgabe

Inhalt 1. Leistungsanforderungen 2. Planungstheoretische Einordnung 3. Problematik und Ziel einer Honorarbemessung 4. Verfahren zur Bemessung des Grundhonorars 5. Umsetzungsorientierte bzw. projektbezogene Beratungstätigkeit 6. Fortschreibung der DE-Planung 7. Inkrafttreten

Die folgenden Regelungen gelten für die Festlegung des Leistungsumfanges und die Honorarermittlung bei Dorfentwicklungsplanungen (DE-Planungen). Die in der Honorarregelung Dorfentwicklungsplanung enthaltenen Verweise zur Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) beziehen sich auf die 6. Novelle der HOAI.

1. Leistungsanforderungen an die Dorf­ entwicklungsplanung in Thüringen 1.1 Planungsergebnisse und Planungsprozess Die Dorfentwicklungsplanung ist dem Charakter nach eine informelle, viele Lebens- und Umweltbereiche umfassende Planung für das Dorf. Sie ist Planungsgrundlage für die künftige Weiterentwicklung in Form von Plänen und während der Erarbeitung auch ein Prozess des gemeinsamen Lernens von Bürgern, Gremien und Planern. Der Begriff „Dorfentwicklung“ meint, dass nicht nur eine Aussage über die Verbesserung oder Erneuerung des Bestehenden, „Dorferneuerung“, getroffen wird, sondern auch über eine Weiterentwicklung gemessen an den Aufgaben. Der Zeitraum, für den die Aussagen Geltung haben sollen, reicht weit über die Laufzeit einer Dorferneuerungsmaßnahme hinaus. Die Dorfentwicklungsplanung soll also folgende Aufgaben erfüllen: ˑˑ Das gemeinsame Erarbeiten einer Gesamtentwicklungskonzeption mit einer strategischen Ausrichtung zur nachhaltigen Stärkung des Dorfes und des benachbarten Raumes und deren anschauliche Darstellung in Plänen, Zeichnungen und Texten als Grundlage für den Einsatz formeller Planungen, planungsrechtlicher Instrumente und zielgerichteter Investitionen. ˑˑ Herstellung einer qualitätvollen örtlichen SelbstHonorarregelung Dorf­entwicklungsplanung im Freistaat Thüringen

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(Bau-) Berufsrecht

Leistungsphase 8: Objektüberwachung (Bauüberwachung) a) Überwachen der Ausführung des Objektes auf Übereinstimmung mit der Baugenehmigung oder Zustimmung, den Ausführungsplänen, den Leistungsbeschreibungen oder Leistungsverzeichnissen sowie mit den allgemein anerkannten Regeln der Technik und den einschlägigen Vorschriften b) Mitwirken bei dem Aufstellen und Überwachen eines Zeitplanes (Balkendiagramm) c) Mitwirken bei dem Führen eines Bautagebuches d) Mitwirken beim Aufmass mit den ausführenden Unternehmen e) Fachtechnische Abnahme der Leistungen und Feststellen der Mängel f) Rechnungsprüfung g) Mitwirken bei der Kostenfeststellung, bei Anlagen in Gebäuden: nach DIN 276 h) Antrag auf behördliche Abnahmen und Teilnahme daran i) Zusammenstellen und Übergeben der Revisionsunterlagen, Bedienungsanleitungen und Prüfprotokolle j) Mitwirken beim Auflisten der Verjährungsfristen für Mängelansprüche k) Überwachen der Beseitigung der bei der Abnahme der Leistungen festgestellten Mängel l) Mitwirken bei der Kostenkontrolle durch Überprüfen der Leistungsabrechnung der bauausführenden Unternehmen im Vergleich zu den Vertragspreisen und dem Kostenanschlag

Honorarregelung Dorf­entwicklungsplanung im Freistaat Thüringen

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

c) Mitwirken beim Kostenanschlag aus Einheits- oder Pauschalpreisen der Angebote, bei Anlagen in Gebäuden: nach DIN 276 d) Mitwirken bei der Kostenkontrolle durch Vergleich des Kostenanschlags mit der Kostenberech nung e) Mitwirken bei der Auftragserteilung


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

bestimmung in einem gemeinsamen Prozess der wicklungsplanung. Grundstücksbezogen werden VorBewusstseinsbildung von Planern, Bürgern und Gre- schläge für Nutzung, Verkehr, bauliche Entwicklung mien mit Entwicklung und Stärkung der dörflichen sowie Grünordnung und Freiflächen erarbeitet. Auf Eigeninitiative. grundstücksbezogene Aussagen kann dort verzichtet Der Prozess zur Erarbeitung der Dorfentwicklungs- werden, wo Veränderungspotentiale nicht erkennbar planung und die Beratungsarbeiten zu ihrer Umsetzung sind. In einem zusammenfassenden Plan werden sie gliedern sich in 3 Phasen. aufeinander abgestimmt und ohne planungsrechtliche Diesen ist eine IBM-Phase Information, Beratung, Festsetzungen dargestellt. Motivation vorangestellt und beinhaltet die „Schule In den Teilbereichsplanungen werden besonders der Dorferneuerung und der Landentwicklung“ als wichtige Bereiche einer intensiven Betrachtung unbewährte Methode aktiver Bürgerbeteiligung und Ini- terzogen. Die Planungsvorschläge werden in Skizzen, tialveranstaltung zur Bildung von Arbeitskreisen oder Visualisierungen oder Modellen besonders anschaulich des DE-Beirats. dargestellt und mit Vorher-/Nachher-Darstellung der Phase Situation verdeutlicht (z. B. Gestaltung des Dorfplatzes I. Vorphase zur Festlegung der Aufgabenstellung der mit Neubau eines Gemeindezentrums). städtebaulichen Planung, (Antragstellung und VitaliDas Durchführungskonzept der Dorfentwicklungsplatätsprüfung) nung ist mit Angabe einzelner Maßnahmen gemeinsam II. Dorfentwicklungsplanung als strategische, städte- mit Bürgern und Gemeinderäten vor dem Hintergrund bauliche, soziale und ökologische Aufgabe, eines realistischen finanziellen Rahmens zu erstellen. III.Umsetzungsorientierte bzw. projektbezogene Beratungstätigkeiten 1.3. Anforderungen an Verfahrensablauf und Die Honorarregelung und die dazu gemachten Erläu- Planer terungen beziehen sich auf die Phase II. Träger der Dorfentwicklungsplanung ist die Gemeinde Für die Phase I und III ist das Honorar gesondert frei in Ausübung kommunaler Selbstverwaltung. Sie bezu vereinbaren und zu vergüten. auftragt ein Planungsbüro mit der Durchführung der Erläuterungen zu Phase III und ihre Honorierung sind Planung. Das Amt für Landentwicklung und Flurneuunter Punkt 5 dargestellt und im abgedruckten „BERA- ordnung steht zur fachlichen Beratung zur Verfügung. TUNGSVERTRAG ZUR DORFERNEUERUNG“ geregelt. In den Fällen, in denen eine Dorfentwicklungsplanung aus Landesmitteln gefördert wird, ist die Förderung an 1.2 Planungsebenen und –aussagen das Leistungsbild einer Dorfentwicklungsplanung Punkt Die Dorfentwicklungsplanung soll mit steigender Inten- 3.3.2 und dem dazu vorgegebenen Verfahren dieser sität Aussagen über drei verschiedene Planungsebenen Regelung gebunden. treffen: Von Bedeutung für den Verfahrensablauf sind insˑˑ Gesamtentwicklung besondere: ˑˑ Ortskernentwicklung Eine frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher ˑˑ Teilbereichsplanung Belange und die Koordination unterschiedlicher InteresIn der Ebene der Gesamtentwicklung, die der Pla- sen im Planungsablauf sowie eine weit über das übliche nungsebene des Flächennutzungsplanes zugeordnet Maß (z. B. Bauleitplanung und Planfeststellung) hinauswerden kann, werden kommunale Entwicklungsschwer- gehende Beteiligung der Bürger. punkte und räumlich-strukturelle Auswirkungen benannt. Dieses Verfahren ist völlig unabhängig vom VerfahHierbei finden die Ergebnisse formeller und informeller ren der sogenannten „Beteiligung Träger öffentlicher regionaler Planungen Berücksichtigung bei der strategi- Belange“, das lediglich eine Anhörung verschiedener schen Ausrichtung der gemeindlichen Entwicklung. Behördenpositionen in einem gesetzlichen Verfahren So sind Vorschläge für die Ortskernentwicklung und mit abschließender Entscheidung ist. Hier wird gemeinbei Bedarf auch für neue Siedlungsflächen, möglichst schaftliches Planen und Handeln von Behörden und unter Nutzung der Flächenrevitalisierung sowie für Bürgern mit dem Ziel der Entwicklung thüringischer Standorte von Infrastruktureinrichtungen oder Verkehrs- Dörfer angestrebt. konzepte zu erarbeiten. Besondere Bedeutung hat die Die Bürgerbeteiligung in der DorfentwicklungsplaEinbindung des Ortes in die umgebende Landschaft un- nung ist keine „Beteiligung“ im herkömmlichen Sinne. ter Berücksichtigung ihrer natürlichen Eigenschaften. Sie soll zur örtlichen Selbstbestimmung über die künfDie Planungsaussagen zum historischen Ortskern tige Entwicklung des Dorfes führen. Die Mitwirkung ei(Ortskernentwicklung) sind das Kernstück der Dorfent- nes Beirates am Planungsentwurf und die Herstellung 126

Honorarregelung Dorf­entwicklungsplanung im Freistaat Thüringen


b) Ganzheitliche Betrachtung als integrierte Entwicklungsplanung Unverzichtbare Grundlage eines solchen Planungsverständnisses ist die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung auf lokaler und regionaler Ebene. Hierbei sind die relevanten Aussagen formeller und informeller regionaler Planungen zu berücksichtigen. Die Vielzahl der Probleme in den Dörfern sind auf die langjährige Vernachlässigung der Baukultur, Überformung baulicher Strukturen, Veränderungen der technischen Inf-

2. Planungstheoretische Einordnung Im Gegensatz zur verbindlichen Planung oder zur technischen Fachplanung setzen die Aussagen der integrierten Entwicklungsplanung die Abstimmung verschiedenster Fach-planungen voraus, da die Notwendigkeit der Integration aller raumwirksamen Aspekte der Ortsentwicklung besteht. Die Dorfentwicklungsplanung enthält starke Elemente horizontaler Koordination (Querschnittsplanung) gegenüber den hierarchisch (vertikal) aufgebauten Fachplanungen. Die Dorfentwicklungsplanung ist darüber hinausgehend mehr als ein funktionales Planungsmodell anzusehen, weil sie von einem ganzheitlichen Planungsansatz ausgeht, Ziele und Maßnahmen aus den örtlichen Gegebenheiten heraus entwickelt, prozesshaft abläuft und aktive Mitwirkung der Bürger voraussetzt. Funktionale Planungen sind in besonderer Weise geeignet, ökologischen Belangen Rechnung zu tragen, weil sie funktionale Zusammenhänge (Eingriff-Auswirkung) quer durch die Fachplanungen aufzeigen und erörtern. Wegen der Überschaubarkeit ländlicher Siedlungen und der sie bestimmenden Einflussgrößen ist eine ganzheitliche Sicht des Planungsgegenstandes „Dorf“ möglich und nachvollziehbar. Honorarregelung Dorf­entwicklungsplanung im Freistaat Thüringen

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(Bau-) Berufsrecht

a) Transparenz bei der Konfliktlösung Jede fundierte städtebauliche Planung ist eine Vorbereitung für politische Entscheidungen. Dies gilt auch und in besonderer Weise für Planungen im Dorf. Die Überschaubarkeit des Dorfes macht jede Planungsentscheidung – und sei sie noch so „unbedeutend“ – zur „Dorfpolitik“. Der „Planentwurf“ ist deshalb eine Problemlösungsstrategie vor politischem Hintergrund. Dieser Hintergrund der Dorfpolitik, in der widerstrebende Interessen leichter erkennbar sind, oft auch schonungslos offengelegt werden, erfordert die völlige Nachvollziehbarkeit des Entwurfs in seiner politischen Bedeutung für das Gemeinwesen, d. h. Transparenz in allen Planungsphasen. Mit der Dorfentwicklungsplanung soll die Eigenständigkeit der Gemeinde gefördert werden. Sie ist Grundlage für eine bewusste und gezielte Entwicklung des Dorfes, bei der die Bürger beträchtlich am Gelingen mitwirken können. In der Dorfentwicklungsplanung ist nicht nur der reine Fachplaner als Architekt, Stadtplaner oder Landschaftsarchitekt gefordert. Darüber hinaus ist eine intensive und engagierte Beratungsarbeit zu leisten, die den „Dorfplaner“ über lange Zeit zur unverzichtbaren Vertrauensperson und zum fachlichen Berater in der Gemeinde macht. Diese Tätigkeit fällt nur zu einem Teil in die Einarbeitungsphase und in das Leistungsbild der Dorfentwicklungsplanung. Die „Beratungstätigkeit“ wird unabhängig vom Leistungsbild der Dorfentwicklungsplanung berechnet und vergütet. Erläuterungen zur Beratungstätigkeit und ihre Honorierung sind im Punkt 5 dieser Honorarregelung dargestellt.

rastruktur und der wirtschaftlichen Situationen zurückzuführen. Oft wurde den Bewohnern keine fachliche Unterstützung bei der Vorbereitung und Gestaltung ihrer Baumaßnahmen zuteil. Die substanziellen Mangelerscheinungen gehen soweit, dass Teile der dörflichen Strukturen zerstört oder bis zur Unkenntlichkeit verändert wurden. Komplizierte wirtschaftliche Bedingungen der Gemeinden und ihrer Bewohner ermöglichen nur eine schrittweise Lösung der Probleme, wobei die Beratung der Bürger eine Schlüsselposition bei der Ortsbildgestaltung einnimmt. Die Leistungsphasen II und III sind an einen Planer zu binden. Der zu beauftragende Planer soll seine fachliche Befähigung nachweisen. Die relative Überschaubarkeit des Dorfes wird bei der Dorfentwicklungsplanung zum Vorteil. Sie ermöglicht das Erkennen vernetzter Zusammenhänge und das Begreifen dieser Vernetzungen durch die Bürger. Der „Dorfplaner“ hat die Aufgabe, den Bürgern die Verknüpfungen einzelner Planungsprobleme zu vermitteln und ihnen die Bedeutung ihres Anwesens und ihrer Maßnahme im Zusammenhang darzustellen. Wenn dies gelingt, ist auch die Transparenz des Entwurfes gewährleistet und die Mitwirkung der Bürger hat gute Chancen.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

breiter Öffentlichkeit in der Diskussion der Planung sind unumgänglich und Voraussetzung für eine Förderung. Das Planungsverständnis der thüringischen Dorfentwicklung stellt an den Planer zwei grundsätzliche Anforderungen, die in konventionellen Planungen nicht zwingend vorgesehen sind:


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

3. Problematik und Ziel einer Honorarbemessung 3.1 Die Einordnung einer integrierten Entwicklungsplanung in der HOAI Die integrierte Entwicklungsplanung ist in der HOAI nicht vorgesehen. Betrachtet man die drei Planungsebenen einer Dorfentwicklung, so ist in den Planungsleistungen neben anderen Leistungen eine größere Anzahl von Anteilen der verschiedensten HOAI-Leistungsbilder enthalten. Darin wird die Vielschichtigkeit der Planungsaufgabe deutlich. Der größte Teil dieser einzelnen Leistungen wird jedoch nicht vollständig erbracht, und es gibt zahlreiche Überschneidungen der einzelnen HOAI-Leistungsbilder. Daher führt ein Aufsummieren der Honoraranteile tatsächlich nicht automatisch zu leistungsbezogenen Honoraren, außerdem wäre eine solche Honorarermittlung kompliziert und in vielen Fällen nicht nachvollziehbar. Deshalb besteht die Möglichkeit, eine solche Planung als „städtebauliche Leistung“ anzusehen und das Honorar gem. § 3 Abs. 1 und 3 HOAI frei zu vereinbaren. 3.2 Grenzen der freien Vereinbarung und die Notwendigkeit von Leistungsbildern und Honorarrichtwerten Eine freie Vereinbarung von Planungshonoraren darf nicht zu einer Vergabepraxis auf der Grundlage eines reinen Preiswettbewerbes führen, da für die Bewertung der Vergleichbarkeit von Leistungen keine quantitativen Maßstäbe herangezogen werden können. Ein Preiswettbewerb und der daraus resultierende Preisverfall kann den qualitativen Standard nicht sichern, der im Abschnitt 1 beschrieben wurde. Dies ist weder im Interesse des Auftraggebers noch der fördernden Behörde. DE-Planungen sind außerdem vom Ablauf und von den Anforderungen her ausreichend klar definiert, um pauschalisierungsfähig im Sinne einer Honorarregelung zu sein. Ausgenommen davon sind besondere Leistungen, die zur Klärung der Aufgabenstellung oder zur Schaffung von Planungsgrundlagen erforderlich sind. Oft sind die Ausgangspositionen in den Gemeinden sehr unterschiedlich und bedürfen einer besonderen Vereinbarung. Dies gilt ebenso für die Erstellung eines „qualifizierten Programmantrages“. Zur Ermittlung der Grundleistungen und „Besonderen Leistungen“ dient das Leistungsbild der DE-Planung Thüringen, was unter Punkt 3.3.2 dargestellt ist. Der hierin enthaltene Leistungskatalog beschreibt alle denkbaren Tätigkeitsfelder, geht jedoch davon aus, dass nicht anzunehmen ist, dass jemals alle Leistungen 128

Honorarregelung Dorf­entwicklungsplanung im Freistaat Thüringen

bei einer einzigen Planung erforderlich sein könnten. Es ist daher Aufgabe der „Festlegung des Leistungsumfangs einer DE-Planung“, die möglichen Tätigkeitsfelder aufgabenbezogen und sinnvoll einzugrenzen, um damit eine Grundlage für die Einordnung der Aufgabe nach Schwierigkeitsstufen und Leistungsumfang zu ermöglichen. Diese Festlegung ist ebenfalls Bestandteil der vertraglichen Vereinbarung zwischen Gemeinde und Planungsbüro zur Vergabe des Planungsauftrages. Dieses Verfahren stellt hohe Anforderungen an die Qualität der Festlegung des Leistungsumfanges zur inhaltlich sinnvollen Abgrenzung der Aufgabenstellung. Auch besteht die Notwendigkeit, in dieser Festlegung des Leistungsumfanges die Aufgabe in Bezug auf Leistungsbild und Einordnung in die Honorartabelle hinreichend eindeutig ablesbar zu machen. Entsprechend den Möglichkeiten der HOAI schließt auch die Honorarermittlung für DE-Pläne eine unterschiedliche Einordnung der Aufgabe nach Schwierigkeitsgraden und damit innerhalb einer Bandbreite unterschiedliche Honorarhöhen nicht aus. Die Nachvollziehbarkeit der Honorarermittlung macht es dem Auftraggeber möglich, die Angemessenheit eines Honorars im Rahmen einer solchen Bandbreite zu überprüfen. Außerdem ist es möglich, „Tiefpreis-Verträge“ auszuschalten, bei denen eine Planungsqualität entsprechend den im Grundvermerk (Punkt 4.6) festgelegten Anforderungen an die Planung nicht erbracht werden kann. Honorare für Dorfentwicklungsplanungen, die nach dem vereinbarten Verfahren berechnet und nachvollziehbar sind, werden vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt und seinen nachgeordneten Behörden als angemessen bewertet und als förderfähig anerkannt. 3.3 Rahmenbedingungen der Honorarbemessung Die Honorarbemessung soll dazu dienen, dass ein Richtwert für die Erbringung der festgelegten Basisleistungen eingehalten wird. Eine Erweiterung/Reduzierung der Basisleistungen (z. B. durch besondere Leistungen oder vertiefende Fachplanungen) ist grundsätzlich möglich und soll aus der Honorarermittlung ersichtlich sein. 3.3.1 Antrag zur Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm Die Leistungen dieser Leistungsphase werden nach dem vereinbarten Zeithonorar vergütet. Der Antrag ist gemäß der jeweils gültigen Förderrichtlinie zu erstellen.


Besondere Leistungen

ˑˑErstellen von vervielfältigungsfähigen Bestandskartenmaterial, Katasterkarte mit Gebäudesubstanz; ˑˑScannen, Digitalisieren der Kartengrundlage ˑˑErarbeiten einer Planungsgrundlage aus unterschiedlichem Kartenmaterial und durch Auswertung von Luftaufnahmen ˑˑBefragungsaktion für Primärstatistik ˑˑLandschaftspflegerische Erhebungen im Außenbereich ˑˑErstellung/Aufbereitung der Ortsgeschichte ˑˑGebäudekartei für ausgewählte Ortsbereiche ˑˑGestaltungsanalyse (Typik in Gestaltung, Konstruktion, Materialeinsatz) und Entwicklungsempfehlungen in Text und Zeichnung ˑˑKarte ortsbildprägender Gebäude, Bauteile und Freiräume ˑˑGestaltungssatzung (für z. B. Dörfer mit touristischen Entwicklungsabsichten)

Honorarregelung Dorf­entwicklungsplanung im Freistaat Thüringen

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Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Grundleistungen 1. Klären der Aufgabenstellung ˑˑZusammenstellen der zur Verfügung gestellten Daten, Planungen und Karten­unter­ lagen nach Eignung für die Planungsaufgabe ˑˑErmitteln des Leistungsumfanges und der Schwierigkeitsmerkmale aus der Vitalitätsprüfung ˑˑOrtsbesichtigung ˑˑAusarbeitung eines Leistungskataloges nach dem Leistungsbild DE-Planung Thüringen ˑˑBenennung weiterer Fachleistungen und Unterlagen; Werten des vorhandenen Grundlagenmaterials 2. Ermitteln der Planungsvorgaben a) Bestandsaufnahme ˑˑErfassen der Ziele der überörtlichen und örtlichen Planungen, insbesondere LEP 2004, Regionalplan, LEADER-Entwicklungsstrategie, Erfassen der Planungen und Maßnahmen der Gemeinde und Träger öffentlicher Belange ˑˑKleinere Ergänzungen vorhandener Karten nach örtlichen Feststellungen unter Berücksichtigung von Gegebenheiten, die die Planung beeinflussen ˑˑBeschreiben des Entwicklungsstandes der Gemeinde oder eines Ortsteiles mit verfügbaren statistischen Angaben in Text, Zahlen (u.a. Übernahme aus Vitalitätsprüfung) sowie zeichnerischen und graphischen Darstellungen, die den letzten Stand der Entwicklung zeigen im Hinblick auf ˑˑregionale Einordnung ˑˑnaturräumliche Grundlagen, ˑˑLandschaftsstruktur, Lagerstätten, ˑˑsiedlungsstrukturelle Merkmale (landwirtschaftlich geprägte Siedlungsstruktur) ˑˑBevölkerung, insbesondere Analyse von Anzahl, Altersstruktur, Durchschnittsalter, Haushalten, Erwerbstätige und Prognose ˑˑGemeinwesen, insbesondere Vereine und Vereinsstruktur, Kulturelle Besonderheiten, Dorffeste, Betreuung Jugendlicher und Älterer, Gender Mainstreaming ˑˑWirtschaftsstruktur ˑˑland- und forstwirtschaftliche Struktur ˑˑgewerbliche Nutzungen mit Erhebung und Darstellung der Standorte ˑˑArbeitsplatzsituation ˑˑMerkmale der Bebauungsstruktur ˑˑvorhandene Bebauung und ihre Nutzung, insbesondere Leerstand in Haupt- und Nebengebäuden - Kartendarstellung ˑˑKommunale Gebäude und ihre Nutzung in der Gemeinde, Mehrgenerationenhäuser ˑˑDenkmal- und Milieuschutz ˑˑFreiflächen und ihre Nutzung ˑˑDaseinsvorsorge, bevölkerungsnahe Infrastruktur (Dienstleistungseinrichtungen öffentlicher und privater Art) ˑˑVerkehrs-, Ver- und Entsorgungsanlagen ˑˑMöglichkeiten dezentraler Energieversorgung ˑˑUmweltschutz und ökologische Belange ˑˑZusammenarbeit mit anderen Kommunen und WiSo-Partnern, z. B. KAG, LEADERRAG, gemeindeübergreifende Projekte b) Analyse und Bewertung des in der Bestandsaufnahme erfassten Zustandes und vorgegebener Planungen, insbesondere eine kritische Bewertung der bestehenden und/oder realisierten Bauleitplanungen

(Bau-) Berufsrecht

3.3.2 Leistungsbild DE-Planung nach Grundleistungen und Besonderen Leistungen


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

Grundleistungen

Besondere Leistungen

c) Darstellen aktueller und sich abzeichnender Konfliktsituationen (bauliche, funkti- ˑˑKarte der Konflikte und Potentiale onelle, strukturelle Mängel und Defizite) sowie der Werte und Potentiale d) Abschätzen der dörflichen Entwicklungsmöglichkeiten, insbesondere hinsichtlich interkommunaler Lösungen und Projekte e) Mitwirken bei der Beteiligung an der Planung Interessierter oder ihrer Vertreter/ Ortsbeirat z. B. Agenda 21-Gruppen f) Mitwirken beim Formulieren der allgemeinen Ziele der Dorfentwicklung, Darstellung der Zukunftsperspektive der Gemeinde und Formulierung eines Leitbildes zur Dorfentwicklung 3. Vorläufige Planfassung (Vorentwurf) ˑˑVorschläge zur Lösung der wesentlichen Teile der Aufgabe in zeichnerischer Darstel- ˑˑMitwirken an der Beteiligung der an der Planung Interessierten oder Ihrer lung mit textlicher Begründung Vertreter über die Grundleistungen ˑˑMitwirkung bei der Beteiligung von Behörden und der Träger öffentlicher Belange hinaus und an der Öffentlichkeitsarsowie Interessierter oder ihrer Vertreter an der Planung (2 Termine) beit des Auftraggebers einschließlich der Mitwirkung an Informationsschriften, textliche Darstellung der Anregungen der Interessierten 4. Endgültige Planfassung (Entwurf) ˑˑBeteiligung der an der Planung ˑˑEntwurf des Dorfentwicklungsplanes in Plan und Text für den Beschluss der GeInteressierten oder ihrer Vertreter meinde, mit Darstellung und besonderer Berücksichtigung der baugeschichtlichen über die Grundleistungen hinaus Siedlungsentwicklung, mit Teilplänen zum Rahmenplan (auch kombinierbar) für Nutzung, Verkehr, Landschaftsstruktur, Freiflächen und ihre Nutzung, siedlungsstruk- und an der Öffentlichkeitsarbeit des Auftraggebers einschließlich der Mittureller Merkmale, vorhandener Bebauung sowie sozioimmanenter Gegebenheiten wirkung an Informationsschriften und Vorschlägen zu dorfgemäßen Gemeinschaftseinrichtungen ˑˑAnfertigen von Beiplänen, ObjektˑˑMitwirkung bei der Aufstellung von Maßnahmenplan und Maßnahmenliste, nach Dringlichkeit, Rangfolge der Realisierung, Wege der Umsetzung, mit textlicher Begrün- planung, Bauleitplanung, Satzungen, etc. dung unter besonderer Berücksichtigung von Maßnahmen der Landwirtschaft ˑˑMitwirkung bei der Erstellung eines mittelfristigen Finanzierungskonzeptes (Grobkos- ˑˑTeilbereichsplanung, z. B. Platzgestaltungen, Planung von verkehrsbetenschätzung für die kommunalen Teilbereichsmaßnahmen) unter Berücksichtigung ruhigenden Maßnahmen, Ortsrandder finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinde begrünung, ökologische Teilaufgaben ˑˑAuslastungs- und Folgekostenbetrachtung (in der Regel im Maßstab 1:500 bzw. 1:200) ˑˑWesentliche Änderung der endgültigen Planfassung nach Beschluss der Gemeinde Maßnahmenplan 1:1000, ggf. 1:2000 5. Planfassung nach Beschluss ˑˑEinarbeitung kleinerer Ergänzungen in die Dorfentwicklungsplanung nach Beschluss- ˑˑHerstellen von zusätzlichen farbigen fassung und schwarz-weißen Ausfertigungen des Dorfentwicklungsplanes ˑˑLieferung von 3* Exemplaren des DE-Planes (Plan und Text) ˑˑEmpfehlung für weitere Fachplanungen zur Umsetzung der Dorfentwicklungsziele ˑˑAusarbeitung und Herstellung von Broschüren, Faltblättern, Ausstellungstafeln u.ä. *) Anmerkung: Die Anzahl der Exemplare richtet sich nach dem Hauptvertrag

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Honorarregelung Dorf­entwicklungsplanung im Freistaat Thüringen


zugeordnet, der nochmals nach drei Größenklassen differenziert ist. Daraus ergibt sich für die Ortskernentwicklung eine Honorartabelle mit den variablen Schwierigkeitsstufen und Größenklassen. Das Teilhonorar für die einzelnen Planungsebenen wird auf der Grundlage des ha-Satzes errechnet. Ausnahmen bilden die Teilbereichsplanungen. Ihre HonoDer Richtwert für die Honorarbemessung bezieht sich rartabelle weist den Größenklassen einer Teilbereichsauf das Grundhonorar. Er ist das Ergebnis der Honora- planung direkt einen €-Betrag zu. Insgesamt gehen die Variablen rermittlung nach einem „detaillierten Leistungskatalog“ nach landesweit einheitlichen Kriterien. Dieser Richt- ˑˑ Flächengröße wert für das Grundhonorar bildet gleichzeitig die Basis ˑˑ Schwierigkeitsstufe ˑˑ Größenklasse für das frei zu vereinbarende Gesamthonorar. Als „sonstige Leistungen“ gelten hier alle konkret zu in die Honorarermittlung für den Ortskern und die Teilbeschreibenden Arbeiten, die zur Vertiefung bestimm- bereiche ein. ter Problembereiche erforderlich sind oder die mit der Planungsarbeit nicht zwangsläufig als deren Bestandteil 4.2 Die Bestimmung der Flächengrößen ˑˑ Gesamtentwicklungsbereich verbunden sind. Hierzu zählen zum Beispiel die Vorlage druckfähiger Pla- Die Gesamtentwicklungsaussage beinhaltet alle raumnungsunterlagen oder weitere Termine für Bürgerbeteili- bezogenen Entwicklungsperspektiven im besiedelten gung sowie Behörden- und Sitzungstermine. Bereich mit Übergangszonen zwischen Landschaft und Siedlung. Diese sind aus allgemeinen Dorfentwicklungs4. Verfahren zur Bemessung des szenarien zu entwickeln. Maßgeblich hierfür sind die Ergebnisse der Flächennutzungsplanung und die releGrundhonorars vanten Aussagen formeller und informeller regionaler 4.1 Gliederung des Grundhonorars Planungen. Das Grundhonorar wird aufgegliedert in Leistungen zur: Auch ist eine inhaltliche Abstimmung mit den oft in Aufstellung befindlichen Bauleitplanungen zu fühˑˑ Gesamtentwicklung ˑˑ Ortskernentwicklung ren, wobei der inneren Entwicklung der Siedlung, wo ˑˑ Teilbereichsplanungen möglich durch Flächenrevitalisierung, gegenüber einer und damit in der Maßstabsebene an die Planungsebe- extensiven Flächenausweisung der Vorrang zu geben ist. nen der folgenden städtebaulichen Leistungen gemäß Funktionsbezogene Trendszenarien und -debatten HOAI Teil 2 Abschnitt 1 und 2 i.V.m. Anlagen 4 bis 8 sind wegen der erforderlichen Bürgerbeteiligung im Geangelehnt: samthonorar enthalten. Falls gesonderte Erhebungen ˑˑ Ebene Flächennutzungsplan für die Entscheidungsfindung notwendig sind, werden ˑˑ Ebene Bebauungsplan und Grünordnungsplan diese als „besondere Leistungen oder vertiefende Fachˑˑ Ebene sonstige städtebauliche Leistungen. planungen“ gemäß Punkt 3.3 gekennzeichnet. Dies erfordert eindeutige topographische AbgrenzunDie Gesamtentwicklung ist nach einem vorauszukalgen der Planungsbereiche Ortskern und Teilbereich in kulierenden Zeitaufwand gemäß Punkt 4.5 zu vergüten. den jeweiligen Planungsebenen, damit eine FlächenbeDie Ermittlung der Flächengrößen erfolgt durch stimmung möglich ist. Die Fläche geht dann als objek- räumliche Abgrenzung der einzelnen Planungsebenen, tive Größe in die Honorarbemessung ein. die in einer Übersichtskarte festgelegt werden, nach Um realistische Honorarwerte ermitteln zu können, folgenden Kriterien: werden die erforderlichen Planungsleistungen für die Planungsbereiche (Ortskernentwicklung und Teilbe- Ortskernbereich reichsplanung) nach Schwierigkeitsstufen bewertet. Umfasst im Wesentlichen den historischen Ortskern Hierfür sind Kriterien genannt, mit deren Hilfe Umfang sowie angrenzende oder räumlich getrennt liegende und Komplexität der jeweiligen Planungsaufgaben annä- Bereiche, die historisch wertvolle Siedlungsstrukturen hernd realistisch ermittelt werden können. aufweisen. Kriterium der Abgrenzung ist die ganzheitliDen Schwierigkeitsstufen ist ein ha-Satz in €/ha che Erfassung und Bearbeitung der in ihrer Gesamtheit noch erhaltenen Strukturtypen. Honorarregelung Dorf­entwicklungsplanung im Freistaat Thüringen

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Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

Die Grundsystematik der HOAI soll eingehalten werden. Dies bedeutet eine Aufteilung des Gesamthonorars in: ˑˑ Grundhonorar nach Tabelle unter Punkt 4.5 (Grundleistungen und eventuell besondere Leistungen), ˑˑ sonstige Leistungen ˑˑ Nebenkosten gemäß § 14 HOAI ˑˑ Mehrwertsteuer.


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(Bau-) Berufsrecht

Teilbereich Teilbereichsplanungen bzw. Vertiefungen sollen Entwurfansätze für die städtebaulich/räumliche Lösung bestimmter Schwerpunkte in funktioneller und gestalterische Hinsicht darstellen. Sie beinhalten Teile einer Vorentwurfsplanung, sind jedoch nicht die Vorentwurfsplanung entsprechend HOAI selbst. Sie stellen eine Prinziplösung für das zu bearbeitende Problem dar und können für die weitere Bearbeitung in einem gesondert zu vergebenden Auftrag mit einer Honorarvereinbarung nach HOAI als Aufgabenstellung dienen. Jeder Teilbereich ist grundstücksbezogen festzulegen, der entsprechenden Größenklasse und dem jeweiligen Schwierigkeitsgrad zuzuordnen. < 0,25 ha, 0,25 ha – 0,5 ha, > 0,5 ha. 4.3 Kriterien zur Einordnung in die Schwierig­keits­stufen Die Schwierigkeit der Planungsarbeit wird für die Planungsebenen Ortskernentwicklung und Teilbereiche mit 6 bzw. 3 Kriteriengruppen eingeschätzt. In der nachstehenden Tabelle sind Bewertungsgrundlagen und Arbeitsanforderungen (Beurteilungsmerkmale) zur Einschätzung des Schwierigkeitsgrades der einzelnen Kriteriengruppen aufgelistet. Die Aufzählungen sind an den wichtigsten, wiederkehrenden Problemsituationen orientiert und nicht abgeschlossen. Ziel ist dabei nicht eine exakte mathematische Berechnung, sondern die Bewertung transparenter, nachvollziehbarer und damit objektiver zu machen.

kurrenzen und -verträglichkeiten, Unterversorgung, Beurteilung des Maßes der „Überalterung“ sowie der Sozialstruktur; Einwohnerdichte. ˑˑ Kriteriengruppe 3: Grad des Verlustes historischer Bau- und Raum­strukturen und für die Region typischer Haus- und Hofformen Beurteilungsmerkmale: Beurteilung der Überformung durch neue Raumstrukturen oder zerstörte räumliche Zusammenhänge, Verluste historischer Haus- und Hofformen, Schädigung des Ortsbildes durch falschen Materialeinsatz an Gebäuden ˑˑ Kriteriengruppe 4: Bauzustand der Bausubstanz von Haupt- und Nebengebäuden sowie Zustand und Ausbaugrad der Oberflächen im öffentlichen Raum Beurteilungsmerkmale: Beurteilung der Nutzungsverluste ehemaliger landwirtschaftlicher Anwesen sowie der damit in Zusammenhang stehende Verfall, allgemeiner Bauzustand der im Ortskern befindlichen Gebäude und Anlagen sowie der Oberflächen im öffentlichen Raum (Vorhandensein historischer Pflasterformen und -materialien) ˑˑ Kriteriengruppe 5: Grünordnung, Biotopschutz, Entsiegelung, Renaturierung Beurteilungsmerkmale: Aussagen auf der Ebene der Grünordnungsplanung, wie innerörtliche Biotopvernetzung, Standortsicherung, Ortsdurchgrünung, Vorschläge zur Verbesserung des ökologischen Gesamtgefüges ˑˑ Kriteriengruppe 6: Überprägung des Ortskerns durch geänderte Randbedingungen aus Raumordnung und Infrastrukturplanung in Ballungsräumen Beurteilungsmerkmale: Feststellen des Aufwandes zur Sicherung der dörflichen Siedlungsstrukturen gegenüber dem sich abzeichnenden Nutzungsdruck – Alternativlösungen

Gesamtentwicklungskonzept Eine Einordnung der Gesamtentwicklung in Schwierigkeitsstufen erfolgt nicht, da in der Gesamtentwicklungsaussage mögliche Potentiale der Dorfentwicklung auch Teilbereichskonzepte regional determiniert, erörtert und abgeklärt werden. ˑˑ Kriteriengruppe T.1: Anzahl der Funktionsbereiche, Funktionsdichte, Funktionsvielfalt Ortskernentwicklungskonzept Beurteilungsmerkmale: Menge und Komplexität ˑˑ Kriteriengruppe 1: Bebauungsdichte in Verbindung sich überlagernder Ansprüche an einen Bereich; mit Grundstückszuschnitten Bedeutung des Bereiches im Ortsgefüge bezüglich Beurteilungsmerkmale: Beurteilung der Schwiesozialräumlicher Wechselwirkungen rigkeit nicht nach GFZ und GRZ. Abschätzung der Problem- bzw. Informationsdichte aus der Baustruk- ˑˑ Kriteriengruppe T.2: Gestalterische, soziale und ökologische Anforderungen tur und ihrer zugehörigen Freiflächen. Beurteilungsmerkmale: Schwierigkeitsgrad und ˑˑ Kriteriengruppe 2: Nutzungsprobleme aus FunktiNotwendigkeit von Raumbildungen, Reaktion auf onsvielfalt oder Funktionsschwäche, demographidie gebaute Umgebung, baugeschichtliche und sche Probleme allgemeine historische Aspekte, Anforderungen von Beurteilungsmerkmale: Beurteilung der NotwendigNaturschutz- und Landschaftspflege, Sozialprobkeit von Planungsaussagen zur Verbesserung der leme, Sorgfalt der Materialwahl Funktions- und Nutzungsstrukturen. Nutzungskon132

Honorarregelung Dorf­entwicklungsplanung im Freistaat Thüringen


4.4 Schwierigkeitsstufentabelle In der nachstehenden Tabelle sind Bewertungsgrundlagen und Arbeitsanforderungen (Beurteilungsmerkmale) zur Beurteilung des Schwierigkeitsgrades der einzelnen Kriteriengruppen aufgelistet. Die Problemzuordnung in die Kategorien Korrekturproblem (K) und/oder Entwicklungsproblem (E) gibt es bereits einen Hinweis, wie zeitaufwendig die Bearbeitung eines Problems sein und über welchen Zeitraum sie sich erstrecken kann. Die Aufsummierung der jeweiligen Kriteriengruppen ergibt die Gesamtpunktzahl für die entsprechende Planungsebene Teilbereichsplanung. Aus dieser Gesamtpunktzahl wird die Schwierigkeitsstufe der jeweiligen Planungsebene abgeleitet.

Kriterien- Honorarermittlung: gruppen Schwierigkeitsgrad der Planung

Schwierigkeitsstufe

Teilbereichsplanung T1 Funktionsdichte, Funktionsvielfalt T2 Landespflegerische und gestalterische Anforderung T3 Detailaussagen, Baumassenanordnung, Raumkonzepte Schwierigkeitsstufe insgesamt:

Gesamtentwicklung Die Leistungen der Gesamtentwicklung sind gem. § 3 Abs. 1 und 3 HOAI zu erbringen und nach vorkalkuliertem Aufwand (Leistungsbild nach vereinbartem Stundensatz) zu vergüten. Ortskernentwicklung (€/ha) < 8 ha 2.358 3.066 3.754

8 –12 ha 2.123 2.825 3.541

3

1 – 6 Punkte = I 7 - 12 Punkte = II 13 - 18 Punkte = III

1 - 3 Punkte = I 4 - 6 Punkte = II 7 - 9 Punkte = III

Teilbereichsplanung (€/Planung)

4.5 Honorartabelle für Dorfentwicklungs­ planungen in Thüringen (Grundleistungen)

Größenklasse Schwierigkeitsstufe I Schwierigkeitsstufe II Schwierigkeitsstufe III

2

(Bau-) Berufsrecht

1 01 Bebauungsdichte in Verbindung mit Grundstückszuschnitten 02 Nutzungsprobleme aus Funktionsvielfalt oder –schwächen, demographische Probleme 03 Verluste historischer Bau- und Raumstrukturen 04 Bauzustand der Bausubstanz und Oberflächen im öffentlichen Raum 05 Grünordnung, Biotopschutz, Entsiegelung 06 Überprägung des Ortskerns durch Bedingungen aus Raumordnung und Infrastruktur Schwierigkeitsstufe insgesamt:

Korrektur-/Entwicklungsproblem K E

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ˑˑ Kriteriengruppe T.3: Aussagedichte und Menge von Detailangaben; Nutzungskonzepte und Baumassenanordnung Beurteilungsmerkmale: Anreicherung mit abstimmungsbedürftigen Einzelaussagen, Bauten und Detailausführungen, Umgang der Abstimmung mit Beteiligten etc. Die Problemeinschätzungen erfolgen in den Kategorien von leicht (1), mittel (2) bis schwierig (3). Tendenzen können als Zwischenwerte angegeben werden. Hier geht es in erster Linie darum, die Schlüsselprobleme einer Gemeinde zu erfassen und damit auch die Schwerpunkte einer Planung festzulegen. „leicht“ = 1 P „mittel“ = 2 P „schwer“ = 3 P

> 12 ha 1.912 2598 3.307

Größenklasse Schwierigkeitsstufe I Schwierigkeitsstufe II Schwierigkeitsstufe III

< 0,25 ha 0,25 – 0,5 ha 1.392 2.438 1.571 2.604 1.737 2.777

> 0,5 ha 3.823 3.996 4.169

Diese Honorarsätze sind bei sich ändernden Inhalten des Leistungsbildes und gegenüber der allgemeinen Kostenentwicklung zu überprüfen und der Honorarentwicklung laut HOAI anzupassen.

Honorarregelung Dorf­entwicklungsplanung im Freistaat Thüringen

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(Bau-) Berufsrecht

4.6 Verfahrensmodalitäten Für alle Dorfentwicklungsplanungen gilt folgender Ablauf: 1. Aufstellung eines Vermerkes zur Festlegung des Leistungsumfanges einer Dorfentwicklungsplanung, der Grundlage der Honorarberechnung und der späteren vertraglichen Vergabe ist. 2. Dieser Vermerk wird incl. Schwierigkeitsberechnung durch die Gemeinde an die Planer weitergegeben zur allgemeinen Problemdiskussion und Honorarermittlung. 3. Die Auftragsvergabe erfolgt durch die Gemeinde nach den Kriterien der fachlichen Eignung.

Orientierungshilfe für einen Beratungsvertrag zur Dorferneuerung zur vierten Ausgabe der Honorarregelung Dorf­ entwicklungsplanung im Freistaat Thüringen § 1 Gegenstand des Vertrages Zwischen der Gemeinde … - nachstehend Gemeinde genannt und … - nachstehend Berater genannt wird folgender Vertrag geschlossen:

1.1. Gegenstand des Vertrages ist die Beratung und 5. Umsetzungsorientierte bzw. projektbezogene Betreuung von Dorfentwicklungs- und DorferneueBeratungstätigkeit rungsmaßnahmen in städtebaulicher, grünordnender, Damit auf der Grundlage der Dorfentwicklungsplanung architektonischer, bautechnischer, und förderungsdie angestrebten Maßnahmen umgesetzt werden kön- technischer Hinsicht (Beratung und Durchführungsmanen, bedarf es einer intensiven Betreuung sowohl der nagement). Dabei sollen auch ggf. Möglichkeiten einer Gemeinde als auch der privaten Bauherren und Inves- preiswerten dezentralen Versorgung mit erneuerbaren toren, Beratung und Durchführungsmanagement sind Energien und damit verbundener Einsparungen unterhier die geeigneten Instrumente, um Ortsentwicklung sucht und bewertet werden. in Gang zu halten und manchmal auch anzuschieben. 1.2. Die Dorfentwicklungsplanung im Sinne der gemeinDie Vergütung der Beratungs- und Betreuungsleis- samen Honorarregelung der Architektenkammer Thürintungen erfolgt gem. § 5 der Orientierungshilfe für einen gen und des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Beratungsvertrag zur Dorferneuerung. Naturschutz und Umwelt (Ziffern 3 und 4) ist nicht Gegenstand des Vertrages. 6. Fortschreibung der DE-Planung Soll die DE-Planung der Gemeinde eine Entscheidungs- § 2 Allgemeines hilfe sein, muss sie aktuell sein und bleiben. Verändern 2.1. Die Gemeinde überträgt dem Berater entsprechend sich Rahmenbedingungen (zum Beispiel neue Aspekte dem in § 3 beschriebenen Leistungsbild die erforderlibei der Verkehrsplanung, zunehmende Nachfrage nach chen Beratungs- und Betreuungsleistungen. Gewerbe oder Wohnflächen, Diskussion von Standort- 2.2. Die Beratungen erfolgen unter Berücksichtigung fragen), muss die Planung angepasst werden. Im güns- vorhandener Planunterlagen (z. B. Dorfentwicklungstigsten Fall schreibt der Planer die von ihm gefertigte plan, Gestaltungssatzung, Flächennutzungsplan, LandPlanung selbst fort. schaftsplan) oder Vorstufen zu solchen Planungen in Da der Umfang einer Fortschreibung entscheidend Abstimmung mit den Bauherren und ihren Auftragnehvom Einzelfall abhängt, muss auch hier die Vergütung mern, der Gemeinde sowie den zuständigen Fachbenach einem vereinbarten Zeithonorar berechnet wer- hörden. den. Für diesen Fall ist ein zwischen Gemeinde und Pla- 2.3. Die Beratung umfasst mündliche oder/ und schriftner abgestimmtes detailliertes Leistungsbild zugrunde liche, ggf. zeichnerische Darstellungen. 2.4. Die Vertragsparteien sind verpflichtet, sich gegenzu legen. Eine Honorarpauschale, die auf einer Vorausschät- seitig über alle Tatsachen zu unterrichten, die für die zung des Leistungsaufwandes beruht, kann eine ad- Erfüllung des Vertragszweckes gem. § 1 erheblich sind. äquate Lösung sein. Die Gemeinde sollte den Berater zur Vergabe von Aufträgen an Gutachter, Sonderfachleute und Architekten 7. Inkrafttreten hinzuziehen. Diese Honorarregelung tritt am 1. Oktober 2009 in 2.5. Der Berater übernimmt im Gemeindegebiet keine Kraft. Aufträge zur privaten Objektplanung mit Ausnahme eigengenutzter Objekte und vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung anerkannter Beispielsanierungen sowie kommunaler Vorhaben. 134

Orientierungshilfe für einen Beratungsvertrag zur Dorferneuerung


§ 4 Leistungen der Gemeinde 4.1. Die Gemeinde unterstützt die Beratungs- und Betreuungsleistungen der Fördermaßnahme, insbesondere wird sie alle im Rahmen der Dorferneuerung anstehenden Fragen auf begründetes Verlangen des Betreuers entscheiden. 4.2. Die Gemeinde stellt dem Berater alle notwendigen Planungsunterlagen sowie Einzelbauakten und Bewilligungsbescheide kostenlos zur Verfügung und wird diese im Bedarfsfall auf eigene Kosten beschaffen. Für die notwendige Verwaltungsarbeit und Beratung stellt die Gemeinde dem Berater Räumlichkeiten zur Verfügung. 4.3. Die Gemeinde bezahlt die erbrachten Leistungen des Beraters auf der Grundlage der Honorarvereinbarung gem. § 5 des Vertrages. Die Gemeinde beantragt die Förderung der Beratungsleistungen beim Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung. § 5 Honorarvereinbarung 5.1. Die Vergütung der Beratungs- und Betreuungsleistungen erfolgt nach der zwischen den Vertragsparteien getroffenen Honorarvereinbarung. Tritt während der Laufzeit des Vertrages eine Änderung der Honorarsätze nach HOAI in Kraft, so gilt für die noch nicht erbrachten Leistungen eine Erhöhung des Honorars in Höhe der Quote der Anhebung nach HOAI als vereinbart. 5.2. Der Stundensatz ist frei zu vereinbaren. Er beträgt ˑˑ für den Büroinhaber …€ ˑˑ für technische oder wirtschaftliche Leistungen erbringende Mitarbeiter …€ ˑˑ für Mitarbeiter …€ Hierzu kommt eine … -prozentige Nebenkostenpauschale sowie die Mehrwertsteuer. Orientierungshilfe für einen Beratungsvertrag zur Dorferneuerung

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(Bau-) Berufsrecht

3.6.2. Betreuung der bewilligten Dorferneuerungsmaßnahmen auf Einhaltung der Richtlinien, der baufachlichen Grundsätze, der Bewilligungsauflagen und im Hinblick auf fristgerechte Fertigstellung und Abrechnung. Bei nicht zeitgerechter Durchführung der Dorferneuerungsmaßnahmen hat der Betreuer rechtzeitig das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung zu informieren. Der Betreuer trägt nicht die Verantwortung für die Vertragsgestaltung zwischen dem privaten Bauherrn, dem Objektplaner und dem Bauunternehmer sowie die fristgerechte Fertigstellung der geförderten Maßnahme. 3.6.3. Hilfestellung bei der Aufstellung des Verwendungsnachweises sowie Vorprüfung und Bestätigung der ordnungsgemäßen Durchführung der Dorferneuerungsmaßnahmen entsprechend den Richtlinien und Bewilligungsauflagen.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

§ 3 Leistungen des Beraters 3.1. Der Berater erarbeitet Stellungnahmen auf Anforderungen der Gemeinde zu Bebauungs-, Verkehrs- und Grünordnungsplänen, Baugesuchen und Bauvoranfragen in städtebaulicher, gestalterischer und landschaftsplanerischer Hinsicht und gibt erforderlichenfalls Empfehlungen an die Gemeinde, um sicherzustellen, dass die Zielvorstellungen der Dorfentwicklungsplanung und der Förderrichtlinie des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt (Förderrichtlinie integrierte, ländliche Entwicklung) auch eingehalten werden. 3.2. Der Berater unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde hinsichtlich der unter 1.1 ausgeführten Vertragsgegenstände. Falls erforderlich, führt er Ortsbegehungen mit den Bauwilligen, Sonderfachleuten oder Vertretern der Gemeinde durch. 3.3. Wird die Klärung von Gestaltungsfragen innerhalb des Ortskernbereichs notwendig, erstellt der Berater im Rahmen seiner Beratungstätigkeit skizzenhaft Vorstudien für erneuerungsbedürftige Bauwerke, Grundstücksflächen und Landschaftszonen, insbesondere, wenn diese sich durch ihre Lage in ein ortsbildprägendes Ensemble einzuordnen haben. Hierzu zählt auch Farbberatung. 3.4. Zu den weiteren Leistungen des Beraters gehört – soweit erforderlich – die Erläuterung und Vertretung seiner Vorschläge vor den Beschlussgremien der Gemeinde, gegenüber anderen Behörden und vor Beteiligten und Betroffenen. Der Berater kann im Einzelfall bevollmächtigt werden, rechtsverbindliche Erklärungen im Namen der Gemeinde abzugeben. 3.5. Die Beratungen stehen auch allen bauwilligen Haus- und Grundstückseigentümern im Ortsbereich zu. Bei einer Übernachfrage nach Beratungsleistungen entscheidet die Gemeinde über Auswahl und Prioritäten. Zuwendungsanträge für Förderprogramme haben Priorität. 3.6. Sollen Fördermittel aus dem Förderprogramm der integrierten ländlichen Entwicklung (Dorferneuerung) beantragt werden, ist eine Verfahrensbetreuung privater Maßnahmen folgenden Umfangs durchzuführen: 3.6.1. Beratung und Betreuung von Anträgen auf Zuwendung aus dem Förderprogramm der integrierten ländlichen Entwicklung zur Dorferneuerung u. a. ˑˑ Hilfestellung bei der Beschaffung von Antragsunterlagen, ˑˑ Vorprüfung der Anträge auf Vollständigkeit und die Angemessenheit der Kosten, ˑˑ Baufachliche Beratung zu den Angeboten und Prüfung auf sachliche und rechnerische Richtigkeit, ˑˑ Stellungnahme des Entwurfsverfassers


5.3. Der Berater rechnet seine Leistungen auf Nachweis ab. Abschlagszahlungen können in entsprechender Anwendung des § 15 Abs. 2 gefordert werden. Soweit nicht anders vereinbart ist, gilt eine Zahlungsfrist von 14 Tagen.

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(Bau-) Berufsrecht

§ 6 Datenschutz und Verschwiegenheitspflicht Der Berater verpflichtet sich, alle im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit erlangten Kenntnisse, z. B. bei Teilnahme an nicht öffentlichen Sitzungen und Beratungen der Gemeindegremien sowie über persönliche Verhältnisse der Bauwilligen, Betroffenen oder Zuwendungsempfänger, insbesondere personenbezogene Daten, vertraulich zu behandeln und ist gegenüber Dritten zur Verschwiegenheit verpflichtet. § 7 Haftung Der Berater haftet ausschließlich gegenüber der Gemeinde im Rahmen der vertraglich übernommenen Beratungs- und Betreuungsleistungen nur aus grober Fahrlässigkeit und Vorsatz, Arglist und der Verletzung wesentlicher Vertragspflichten. Eine Haftung ist ausgeschlossen für die Bewilligung, Art und Umgang sowie Höhe der Zuwendungen, die baurechtliche Genehmigungsfähigkeit, die Übereinstimmung der Planung und Baudurchführung mit dem Zuwendungsbescheid sowie die mangelfreie Errichtung der jeweiligen geförderten Baumaßnahme. § 8 Vertragsdauer und Kündigung 8.1. Voraussetzung für den Beratungsvertrag ist die entsprechende Bewilligungsgrundlage. Das Vertragsverhältnis endet mit Ablauf des Anerkennungszeitraumes als Förderschwerpunkt. Außerhalb von Förderschwerpunkten ist die Verfahrensbetreuung nach Ziffer 3.6. dieses Vertrages bis zur Vorlage des Verwendungsnachweises befristet. 8.2. Der Vertrag kann jederzeit im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben werden. Eine Kündigung des Vertrages ist nur aus wichtigem Grund möglich, wenn unter Abwägung aller Umstände ein Festhalten am Vertrag einer der beiden Parteien nicht mehr zugemutet werden kann. Die Kündigung bedarf der Schriftform. Die bis zur Kündigung erbrachten Leistungen sind entsprechend der Honorarvereinbarung abzurechnen und zu vergüten. 8.3. Ist der Beratungsvertrag aus Mitteln zur Dorferneuerung gefördert worden, ist das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung sofort schriftlich über die Kündigung zu informieren. Die Kündigung bedarf der Kenntnisnahme des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung. 136

Orientierungshilfe für einen Beratungsvertrag zur Dorferneuerung

8.4. Die Gemeinde hat Anspruch auf die Überlassung einer Ausfertigung aller erarbeiteten Unterlagen. Der Berater ist verpflichtet, sie mindestens 5 Jahre nach Ende des Vertrages aufzubewahren. § 9 Aufbewahrungspflicht Nach Beendigung der Leistungen des Beraters und nach Ausgleich der fälligen Honoraransprüche kann die Gemeinde verlangen, dass ihr eine Ausfertigung aller erarbeiteten Planungsunterlagen ausgehändigt wird. Der Berater ist nicht verpflichtet, die Planungsunterlagen länger als 5 Jahre nach Beendigung des Vertrages aufzubewahren. Der Berater ist verpflichtet, die Unterlagen vor deren Vernichtung der Gemeinde anzubieten. § 10 Salvatorische Klausel Nichtigkeiten oder Unwirksamkeit einzelner Bestimmungen dieses Vertrages berühren die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen nicht. Sie haben nicht die Nichtigkeit oder Unwirksamkeit des gesamten Vertrages zur Folge. Die unwirksamen und nichtigen Bestimmungen sind so umzudeuten, dass der mit ihnen beabsichtigte wirtschaftliche Zweck erreicht wird. Ist eine Umdeutung nicht möglich, sind die Vertragsschließenden verpflichtet, eine Vereinbarung zu treffen, die den wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen oder nichtigen Bestimmungen möglichst nahe kommt. Bürgermeister Gemeinde, Auftraggeber (AG) ............................................. Datum ............................................. Unterschrift ............................................. Siegel Berater, Auftragnehmer (AN) ............................................. ............................................. .............................................

Datum Unterschrift Siegel


Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz (ThürAIKG) Thüringer Gesetz über die Architektenkammer, die Ingenieurkammer und den Schutz von Berufs­ bezeichnungen Fassung vom 5. Februar 2008 (GVBl. 2008, 9)

Fünfter Abschnitt – Berufspflichten, Ehrenverfahren § 28 § 29 § 30 § 31 § 32 § 33

Berufspflichten Berufshaftpflichtversicherung Rügerecht des Vorstands Ehrenausschuss Ehrenverfahren Maßnahmen im Ehrenverfahren

Inhaltsübersicht

Zweiter Abschnitt – Gesellschaften § 5 Gesellschaften § 6 Auswärtige Gesellschaften § 7 Partnerschaftsgesellschaften

§ 34

Aufsicht

Siebenter Abschnitt – Ordnungswidrigkeiten § 35 Ordnungswidrigkeiten

Achter Abschnitt –Übergangs- und Schlussbestimmungen § 36 § 37 § 38 § 39 § 40

Rechtsverordnungen Fortführen der Berufsbezeichnung Übergangsbestimmungen Gleichstellungsbestimmung Inkrafttreten, Außerkrafttreten

(Bau-) Berufsrecht

§ 1 Berufsbezeichnungen § 2 Führung der geschützten Berufsbezeichnungen durch auswärtige Dienstleister § 3 Berufsaufgaben § 4 Voraussetzungen für die Eintragung

Sechster Abschnitt – Kammeraufsicht

Dritter Abschnitt – Eintragungsverfahren § 8 Allgemeine Regelungen für die Eintragung § 9 Liste der bauvorlageberechtigten Ingenieure § 10 Versagung der Eintragung § 11 Löschung der Eintragung § 12 Tätigkeit des Eintragungsausschusses

Vierter Abschnitt – Architektenkammer und Ingenieurkammer § 13 Bildung der Architektenkammer Thüringen und der Ingenieurkammer Thüringen § 14 Mitgliedschaft in der Architektenkammer § 15 Mitgliedschaft in der Ingenieurkammer § 16 Aufgaben der Kammern § 17 Organe der Kammern § 18 Vertreterversammlung § 19 Aufgaben der Vertreterversammlung § 20 Vorstand § 21 Satzungen § 22 Hauptsatzung § 23 Finanzwesen § 24 Einziehung rückständiger Beiträge § 25 Pflicht zur Verschwiegenheit, Auskünfte § 26 Einrichtung, Zusammensetzung und Wahl des Eintragungsausschusses § 27 Schlichtungsausschuss

Erster Abschnitt – Geschützte Berufsbezeichnungen § 1 Berufsbezeichnungen (1) Die Berufsbezeichnungen „Architekt“, „Innenarchitekt“ oder „Landschaftsarchitekt“, im Folgenden Architekt genannt, darf führen, wer in die von der Architektenkammer geführten Listen der jeweiligen Fachrichtung eingetragen oder zur Führung der Berufsbezeichnung nach § 2 berechtigt ist. (2) Die Berufsbezeichnung „Stadtplaner“ darf führen, wer in die von der Architektenkammer und der Ingenieurkammer gemeinsam geführte Liste der Stadtplaner eingetragen oder zur Führung der Berufsbezeichnung nach § 2 berechtigt ist. Die eingetragene Person muss der Architektenkammer oder der Ingenieurkammer angehören. Sie darf die Berufsbezeichnung mit einem die Kammerzugehörigkeit kennzeichnenden Zusatz führen. (3) Die Berufsbezeichnungen nach den Absätzen 1 oder 2 mit dem Zusatz „frei“ oder „freischaffend“ darf führen, wer mit diesem Zusatz in die Liste seiner Fachrichtung eingetragen ist und seinen Beruf eigenverantwortlich und unabhängig ausübt. Eigenverantwortlich tätig ist, wer 1. seine berufliche Tätigkeit als einziger Inhaber eines Büros selbstständig auf eigene Rechnung und Verantwortung ausübt oder

Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz (ThürAIKG)

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Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Erster Abschnitt – Geschützte Berufsbezeichnungen


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

tragen darf und eine praktische Tätigkeit von 2. sich mit anderen Architekten oder Angehörigen anzwei Jahren oder derer freier Berufe zusammengeschlossen hat und innerhalb dieses Zusammenschlusses Vorstands- b) als Ausnahme den akademischen Grad „Bachelor“ tragen darf und eine praktische Tätigkeit von mitglied, Geschäftsführer oder persönlich haftender vier Jahren Gesellschafter mit einer rechtlich gesicherten leitenden Stellung ist und kraft Satzung, Statut oder nachweist und Gesellschaftsvertrag dieses Zusammenschlusses 3. im Sinne des Absatzes 3 Satz 2 und 3 eigenverantwortlich und unabhängig tätig ist. seine Berufsaufgaben unbeeinflusst durch Rechte berufsfremder Dritter innerhalb oder durch Rechte Die praktische Tätigkeit muss im Fall des 1. Satzes 2 Nr. 2 a in den letzten drei Jahren, Dritter außerhalb ausüben kann. Unabhängig tätig ist, wer bei der Ausübung seiner Be- 2. Satzes 2 Nr. 2 b in den letzten fünf Jahren rufstätigkeit weder eigene Produktions-, Handels- oder vor der Antragstellung erfolgt sein. Während der praktiLieferinteressen hat noch fremde Interessen dieser Art schen Tätigkeit sind die für die spätere Berufsausübung vertritt, die unmittelbar oder mittelbar im Zusammen- erforderlichen Fortbildungsmaßnahmen wahrzunehhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen. men. Die erforderliche praktische Tätigkeit gilt als er(4) Die Berufsbezeichnung „Ingenieur“ darf führen, bracht, wenn die Befähigung zum höheren technischen 1. wer Verwaltungsdienst erworben wurde. a) aufgrund eines Studiums in einer technischen (6) Wortverbindungen mit den Bezeichnungen nach den oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung des Absätzen 1 bis 5 oder ähnliche Bezeichnungen dürfen Ingenieurwesens mindestens den akademischen Personen nur verwenden, die die entsprechende BeGrad Bachelor tragen darf, zeichnung zu führen befugt sind. b) das Studium in einer technischen oder naturwis- (7) Das Recht zum Führen akademischer Grade wird senschaftlichen Fachrichtung des Ingenieurwe- durch diese Regelung nicht berührt. sens nach mindestens sechs Studiensemestern an einer deutschen staatlichen oder staatlich § 2 Führung der geschützten Berufsbezeichnungen anerkannten Hochschule oder Berufsakademie durch auswärtige Dienstleister mit Erfolg abgeschlossen hat oder (1) Personen, die in Thüringen weder ihre Wohnung c) einen Betriebsführerlehrgang einer deutschen noch ihre Niederlassung oder überwiegende berufliche staatlich anerkannten Bergschule mit Erfolg ab- Beschäftigung haben und sich zur vorübergehenden geschlossen hat, und gelegentlichen Ausübung des Berufs nach Thü2. wem durch die zuständige Stelle das Recht verlie- ringen begeben (auswärtige Dienstleister), dürfen die hen worden ist, die Bezeichnung „Ingenieur (grad.)“ Berufsbezeichnungen nach § 1 Abs. 1, 2, 4 oder 5 oder zu führen, eine Wortverbindung nach § 1 Abs. 6 ohne Eintragung 3. wer bei Inkrafttreten dieses Gesetzes berechtigt in die Liste ihrer Fachrichtung führen, wenn sie war, die Berufsbezeichnung zu führen, 1. diese oder eine vergleichbare Berufsbezeichnung 4. wer nach dem Recht eines anderen Landes der Bunaufgrund einer Regelung eines anderen Landes desrepublik Deutschland dazu berechtigt ist, der Bundesrepublik Deutschland, in dem sie ihren 5. wer zur Führung der Berufsbezeichnung nach § 2 Wohnsitz, ihre Niederlassung oder überwiegende berechtigt ist oder Beschäftigung haben, führen dürfen oder 6. wer die Voraussetzungen nach § 4 Abs. 4 erfüllt. 2. die Voraussetzungen nach § 4 erfüllen und ihr Herkunftsstaat eine vergleichbare gesetzliche Regelung Die Ingenieurkammer kann das Führen der Berufsbenicht kennt. zeichnung untersagen, wenn die Voraussetzungen nach Satz 1 nicht erfüllt sind. Bei Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der Eu(5) Die Berufsbezeichnung „Beratender Ingenieur“ darf ropäischen Union oder eines Vertragsstaates des nur führen, wer in die von der Ingenieurkammer ge- Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum führte Liste der Beratenden Ingenieure eingetragen ist. genügt es, wenn sie zur Ausübung desselben Berufs In die Liste wird auf Antrag eingetragen, wer rechtmäßig in einem Mitgliedstaat der Europäischen 1. berechtigt ist, die Berufsbezeichnung „Ingenieur“ zu Union oder einem Vertragsstaat des Abkommens über führen, den Europäischen Wirtschaftsraum niedergelassen sind, 2. nach einem erfolgreichen Abschluss eines Studi- und wenn sie einen Beruf mit einer in § 1 genannten ums im Sinne des Absatzes 4 Satz 1 Nr. 1a Berufsbezeichnung mindestens zwei Jahre während a) in der Regel den akademischen Grad „Master“ der vorhergehenden zehn Jahre im Niederlassungsmit138

Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz (ThürAIKG)


Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz (ThürAIKG)

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(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

gliedstaat oder Niederlassungsvertragsstaat ausgeübt tenkammer oder die Ingenieurkammer die Führung der haben; die Bedingung, dass der Dienstleister den Beruf Berufsbezeichnung untersagen, wenn die Gleichwerzwei Jahre ausgeübt haben muss, gilt nicht, wenn ent- tigkeit des Berufsabschlusses mit den in § 4 genannten weder der Beruf oder die Ausbildung zu diesem Beruf Voraussetzungen nicht gegeben ist. reglementiert ist. Satz 2 gilt entsprechend für Dritt- (5) Personen, die nicht Staatsangehörige eines Mitstaatsangehörige, soweit sich nach dem Recht der Eu- gliedstaates der Europäischen Union oder eines Verropäischen Gemeinschaften eine Gleichstellung ergibt. tragsstaates des Abkommens über den Europäischen Die in Satz 1 genannten Personen dürfen den Zusatz Wirtschaftsraum oder diesen nach dem Recht der Eu„frei“ oder „freischaffend“ führen, wenn sie die Voraus- ropäischen Gemeinschaften gleichgestellt sind, kann setzungen nach § 1 Abs. 3 erfüllen. die Architektenkammer oder die Ingenieurkammer die (2) Die in Absatz 1 genannten Personen haben die Be- Führung der Berufsbezeichnung untersagen, wenn die rufspflichten nach Maßgabe des § 28 Abs. 4 zu beach- Gegenseitigkeit der Anerkennung nicht gewährleistet ten. Sie sind zur Überwachung der Einhaltung der Be- ist. rufspflichten wie Mitglieder der Kammer zu behandeln und haben hierzu das erstmalige Erbringen von Leistun- § 3 Berufsaufgaben gen vorher der Kammer anzuzeigen; die Anzeigepflicht Wesentliche Berufsaufgabe ist in der Fachrichtung gilt nicht für die in § 1 Abs. 4 genannten Personen. Die 1. Architektur insbesondere die gestaltende, technische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Plain Absatz 1 Satz 2 genannten Personen haben dabei nung von baulichen Anlagen, 1. einen Nachweis über ihre Staatsangehörigkeit, 2. eine Bescheinigung darüber, dass sie in einem 2. Innenarchitektur insbesondere die gestaltende, technische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Planung von Innenräumen und der damit verbundeVertragsstaat des Abkommens über den Europäinen baulichen Änderung von Gebäuden, schen Wirtschaftsraum rechtmäßig zur Ausübung der betreffenden Tätigkeiten niedergelassen sind 3. Landschaftsarchitektur insbesondere die gestaltende, technische, wirtschaftliche, ökologische und und dass ihnen die Ausübung dieser Tätigkeiten zum soziale Planung von Landschaft, Freianlagen und Zeitpunkt der Vorlage der Bescheinigung nicht, auch Gärten und die Erstellung von ökologisch-gestaltenicht vorübergehend, untersagt ist, rischen Gutachten und landschaftspflegerischen 3. einen Berufsqualifikationsnachweis und Begleitplänen, 4. in den Fällen des Absatzes 1 Satz 2 einen Nachweis in beliebiger Form darüber, dass sie die betreffende 4. Stadtplanung insbesondere die gestaltende, technische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Tätigkeit während der vorhergehenden zehn Jahre Stadt- und Raumplanung, mindestens zwei Jahre lang ausgeübt haben, vorzulegen. Die in Absatz 1 genannten Personen sind in 5. Ingenieurwesen insbesondere die technische, technisch-wissenschaftliche und technisch-wirtschaftlieinem besonderen Verzeichnis zu führen. Hierüber ist che Entwicklung, Planung, Betreuung, Kontrolle und ihnen eine auf höchstens fünf Jahre befristete BescheiPrüfung. nigung auszustellen, aus der sich auch die Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung nach § 1 Abs. 1, 2, Wesentliche Berufsaufgabe des Beratenden Ingenieurs 4 oder 5 ergibt. Die Frist ist in die Bescheinigung aufzu- ist die eigenverantwortliche und unabhängige Erbrinnehmen. Die Bescheinigung kann auf Antrag verlängert gung von Ingenieurleistungen im Sinne des Satzes 1 werden. Falls die Berufsbezeichnungen nach § 1 Abs. 1 Nr. 5. Zu den Berufsaufgaben nach den Sätzen 1 und und 2 mit dem Zusatz „frei“ oder „freischaffend“ ge- 2 gehört die Beratung, Betreuung und Vertretung des führt werden sollen, ist eine Erklärung vorzulegen, wo- Auftraggebers in den mit der Planung und Ausführung nach die Anforderungen des § 1 Abs. 3 erfüllt werden. eines Vorhabens zusammenhängenden Angelegenhei(3) Einer Anzeige nach Absatz 2 Satz 2 bedarf es nur, ten, die Moderation, Mediation, Projektentwicklung und wenn die in Absatz 1 genannten Personen nicht bereits Projektsteuerung, die Überwachung der Ausführung über eine Bescheinigung nach Absatz 2 Satz 5 einer und die Erstellung von Gutachten. anderen Architekten- oder Ingenieurkammer in der Bun§ 4 Voraussetzungen für die Eintragung desrepublik Deutschland verfügen. (4) Personen, die nicht unter Absatz 1 Satz 2 fallen (1) In eine Liste nach § 1 Abs. 1 wird eingetragen, wer und die nicht über einen Ausbildungsabschluss in einer ein seiner Fachrichtung entsprechendes Studium mit Fachrichtung nach § 3 nach dem Recht der Europäi- einer mindestens vierjährigen Regelstudienzeit an einer schen Gemeinschaften verfügen, kann die Architek- deutschen Hochschule erfolgreich abgeschlossen hat.


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

In die Liste der Stadtplaner wird eingetragen, wer ein Studium an einer deutschen Hochschule mit einer mindestens vierjährigen Regelstudienzeit in der Fachrichtung der Stadt- oder Raumplanung mit Schwerpunkt im Städtebau oder ein gleichwertiges Studium, das auch zum Erstellen städtebaulicher Pläne befähigt, erfolgreich abgeschlossen hat. Nach dem Studium nach Satz 1 oder 2 muss eine mindestens zweijährige praktische Tätigkeit in der betreffenden Fachrichtung ausgeübt worden sein. Während der praktischen Tätigkeit sind die für die spätere Berufsausübung erforderlichen Fortbildungsmaßnahmen wahrzunehmen. Die erforderliche praktische Tätigkeit gilt als erbracht, wenn die Befähigung zum höheren technischen Verwaltungsdienst erworben wurde. (2) Die Studienanforderungen nach Absatz 1 Satz 1 erfüllt in der Fachrichtung Architektur auch, wer einen gleichwertigen Studienabschluss an einer ausländischen Hochschule oder an einer sonstigen ausländischen Einrichtung nachweisen kann. Bei Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum gelten als gleichwertig die nach den Artikeln 21, 46 und 47 der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen (ABl. EU Nr. L 255 S. 22), geändert durch die Richtlinie 2006/100/EG des Rates vom 20. November 2006 (Abl. EU Nr. L 363 S. 141), in Verbindung mit dem Anhang V Nr. 5.7.1 der Richtlinie 2005/36/EG bekannt gemachten oder als genügend anerkannten Ausbildungsnachweise sowie die Nachweise nach Artikel 49 der Richtlinie 2005/36/EG in Verbindung mit deren Anhang VI Nr. 6. Satz 2 gilt entsprechend für Drittstaatsangehörige, soweit sich hinsichtlich der Anerkennung der Ausbildungsnachweise nach dem Recht der Europäischen Gemeinschaften eine Gleichstellung ergibt. (3) Die Voraussetzungen nach Absatz 1 Satz 1 und 3 erfüllt in Bezug auf Studienanforderungen und praktische Tätigkeit in der Fachrichtung Architektur auch, wer als Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum aus besonderen und außergewöhnlichen Gründen in den Anwendungsbereich des Artikels 10 Buchst. b, c, d und g der Richtlinie 2005/36/EG fällt und im Übrigen die Anerkennungsbedingungen des Artikels 13 der Richtlinie 2005/36/EG erfüllt; dabei sind Ausbildungsnachweise nach Artikel 12 der Richtlinie 2005/36/EG gleichgestellt. Satz 1 gilt entsprechend für Drittstaatsangehörige, soweit sich hinsichtlich der Anerkennung 140

Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz (ThürAIKG)

der Ausbildungsnachweise nach dem Recht der Europäischen Gemeinschaften eine Gleichstellung ergibt sowie für Personen, die zur Führung der Berufsbezeichnung „Architekt“ aufgrund eines Gesetzes ermächtigt worden sind, das der zuständigen Behörde eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum die Befugnis zuerkennt, diesen Titel Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder der Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zu verleihen, die sich durch die Qualität ihrer Leistungen auf dem Gebiet der Architektur besonders ausgezeichnet haben. (4) Die Voraussetzung nach Absatz 1 Satz 1 erfüllt in Bezug auf Studienanforderungen in den anderen Fachrichtungen auch, wer einen gleichwertigen Studienabschluss an einer ausländischen Hochschule oder an einer sonstigen ausländischen Einrichtung nachweisen kann. Die Voraussetzungen nach Absatz 1 Satz 1 bis 3 erfüllt in Bezug auf Studienanforderungen und praktische Tätigkeit in den anderen Fachrichtungen auch, wer als Angehöriger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum aufgrund eines Ausbildungsnachweises, der mindestens dem Niveau des Artikels 11 Buchst. c der Richtlinie 2005/36/EG entspricht, in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum über die Voraussetzungen für die Aufnahme und Ausübung dieses Berufs verfügt und die übrigen Anerkennungsbedingungen des Artikels 13 der Richtlinie 2005/36/EG erfüllt; dabei sind Ausbildungsnachweise nach Artikel 3 Abs. 3 und Artikel 12 der Richtlinie 2005/36/EG gleichgestellt. Dabei genügt es, wenn der Antragsteller den Beruf vollzeitlich zwei Jahre lang in den vorhergehenden zehn Jahren in einem anderen Mitgliedstaat oder einem Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum, die diesen Beruf nicht reglementieren, ausgeübt hat, sofern er im Besitz eines oder mehrerer Befähigungs- oder Ausbildungsnachweise ist; die zweijährige Berufserfahrung darf nicht gefordert werden, wenn der Ausbildungsnachweis des Antragstellers eine reglementierte Ausbildung abschließt, die mindestens dem Niveau des Artikels 11 Buchst. c der Richtlinie 2005/36/EG entspricht. Die Sätze 2 und 3 gelten entsprechend für Drittstaatsangehörige, soweit sich hinsichtlich der Anerkennung der Ausbildungsnachweise nach dem Recht der Europäischen Gemeinschaften eine Gleichstellung ergibt. (5) Die Voraussetzung nach Absatz 1 Satz 1 oder 2 erfüllt als Innenarchitekt, Landschaftsarchitekt oder


Zweiter Abschnitt – Gesellschaften § 5 Gesellschaften (1) Die Berufsbezeichnungen nach § 1 Abs. 1, 2, 4 oder 5 und der Zusatz nach § 1 Abs. 3 dürfen im Namen einer Partnerschaftsgesellschaft oder in der Firma einer Kapitalgesellschaft geführt werden, wenn die Gesellschaft in ein besonderes Verzeichnis bei der jeweiligen Kammer (Gesellschaftsverzeichnis) eingetragen oder als auswärtige Gesellschaft nach § 6 hierzu berechtigt ist.

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(Bau-) Berufsrecht

Mit der Eintragung wird die Gesellschaft nicht Mitglied der Kammer. (2) Die Gesellschaft ist auf Antrag in das Gesellschaftsverzeichnis einzutragen, wenn sie ihren Sitz in Thüringen hat und der Gesellschaftsvertrag oder die Satzung regelt, dass 1. der Gegenstand des Unternehmens die Wahrnehmung von Berufsaufgaben nach § 3 ist, 2. die Berufsangehörigen nach § 1 mindestens die Hälfte des Kapitals und der Stimmanteile innehaben und die weiteren Anteile von natürlichen Personen gehalten werden, die Angehörige freier Berufe sind und aufgrund ihrer Berufsausbildung zum Erreichen des Unternehmenszwecks beitragen können; die Berufszugehörigkeit der Gesellschafter, die mindestens ein Viertel des Kapitals und der Stimmanteile an der Gesellschaft innehaben, ist in geeigneter Weise kenntlich zu machen, 3. die zur Geschäftsführung befugten Personen mehrheitlich Berufsangehörige nach § 1 sind und gewährleistet ist, dass die Gesellschaft verantwortlich von Berufsangehörigen geführt wird, 4. Kapitalanteile nicht für Rechnung Dritter gehalten und Stimmrechte nicht für Dritte oder von Dritten ausgeübt werden dürfen, 5. bei Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien die Aktien auf Namen lauten, 6. die Übertragung von Kapital- und Geschäftsanteilen an die Zustimmung aller Gesellschafter gebunden ist und 7. die für die Berufsangehörigen nach § 1 geltenden Berufspflichten von der Gesellschaft beachtet werden. Die Berufsbezeichnungen können zusammen geführt werden, wenn abweichend von Satz 1 Nr. 3 die zur Geschäftsführung befugten Personen zusammen mehrheitlich Berufsangehörige nach § 1 sind und gewährleistet ist, dass die Gesellschaft verantwortlich von Berufsangehörigen geführt wird und die Anforderungen des Satzes 1 im Übrigen erfüllt werden; die Eintragung der Gesellschaft kann nur bei einer Kammer beantragt werden. (3) Mit dem Antrag auf Eintragung ist eine öffentlich beglaubigte Ausfertigung des Gesellschaftsvertrages oder der Satzung vorzulegen und die Anmeldung zum Handelsregister oder Partnerschaftsregister nachzuweisen. Der Eintragungsausschuss hat gegenüber dem Registergericht zu bescheinigen, dass die im Handelsregister oder Partnerschaftsregister einzutragende Gesellschaft die Voraussetzungen zur Eintragung in das Verzeichnis nach Absatz 1 erfüllt. Änderungen der Eintragung im Handelsregister oder Partnerschaftsregis-

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Stadtplaner in Bezug auf Studienanforderungen auch, wer ein entsprechendes deutsches oder ausländisches Studium mit einer mindestens dreijährigen Regelstudienzeit erfolgreich abgeschlossen und danach abweichend von Absatz 1 Satz 3 eine mindestens vierjährige praktische Tätigkeit in der entsprechenden Fachrichtung ausgeübt hat. (6) Personen, die nicht Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder diesen nach dem Recht der Europäischen Gemeinschaften gleichgestellt sind, kann die Eintragung versagt werden, wenn die Gegenseitigkeit der Anerkennung nicht gewährleistet ist. (7) Ist die Eintragung in eine Liste der jeweiligen Fachrichtung bei der Kammer eines Landes der Bundesrepublik Deutschland nur deshalb gelöscht worden, weil die Wohnung oder die berufliche Niederlassung in diesem Land aufgegeben wurde, so ist ein Bewerber innerhalb eines Jahres nach Löschung aus der Liste ohne Prüfung der Befähigung nach Absatz 1 in die Liste seiner Fachrichtung einzutragen, sofern keine Versagungsgründe nach § 10 vorliegen. Satz 1 findet auch Anwendung, wenn die Eintragung beibehalten wird. (8) Die Eintragung geschieht auf Antrag. Sie setzt voraus, dass die antragstellende Person in Thüringen ihre Wohnung oder ihre Niederlassung oder überwiegende berufliche Beschäftigung hat. Dem Antrag sind die zur Beurteilung der Eintragungsvoraussetzungen erforderlichen Unterlagen beizufügen. Soweit es um die Beurteilung der in den Absätzen 2 bis 4 genannten Voraussetzungen geht, dürfen nur die in Anhang VII der Richtlinie 2005/36/EG genannten Unterlagen und Bescheinigungen verlangt werden; die in Anhang VII Nr. 1 Buchst. d, e und f aufgeführten Unterlagen dürfen bei ihrer Vorlage nicht älter als drei Monate sein. Die Kammer bestätigt dem Antragsteller binnen eines Monats den Eingang der Unterlagen und Bescheinigungen und teilt ihm gegebenenfalls mit, welche Unterlagen und Bescheinigungen fehlen.


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

ter sind der Kammer von der Gesellschaft unverzüglich anzuzeigen. (4) Die Eintragung einer Gesellschaft wird gelöscht, wenn 1 die Gesellschaft nicht mehr besteht, 2. die geschützte Berufsbezeichnung im Namen oder in der Firma nicht mehr geführt wird, 3. die Eintragungsvoraussetzungen nicht mehr vorliegen, 4. die Gesellschaft in Vermögensverfall geraten ist oder 5. in einem Ehrenverfahren rechtskräftig auf Löschung der Eintragung aus dem Verzeichnis nach Absatz 1 erkannt wurde. In den Fällen des Satzes 1 Nr. 3 kann der Eintragungsausschuss der Gesellschaft eine Frist von in der Regel höchstens einem Jahr setzen, innerhalb derer die Eintragungsvoraussetzungen wieder erfüllt werden können. Im Fall des Todes eines Geschäftsführers oder eines Gesellschafters soll die Frist mindestens ein Jahr und höchstens zwei Jahre betragen.

Ersatz eines fahrlässig verursachten Schadens wegen fehlerhafter Berufsausübung kann beschränkt werden 1. durch schriftliche Vereinbarung im Einzelfall bis zur Höhe der Mindestversicherungssumme nach § 29 und 2. durch vorformulierte Vertragsbedingungen für Fälle einfacher Fahrlässigkeit auf den vierfachen Betrag der Mindestversicherungssumme für Sach- und Vermögensschäden, wenn insoweit Versicherungsschutz besteht.

Dritter Abschnitt – Eintragungsverfahren § 8 Allgemeine Regelungen für die Eintragung (1) Über die Eintragung in die in den §§ 1, 2, 5 und 9 genannten Listen und Verzeichnisse entscheidet der Eintragungsausschuss. Er ist berechtigt, zur Prüfung der Eintragungsvoraussetzungen weitere Nachweise berufserforderlicher Kenntnisse und Fähigkeiten zu verlangen. (2) Die Eintragung in eine Liste oder ein Verzeichnis steht der Eintragung in eine andere Liste oder ein anderes Verzeichnis nicht entgegen.

§ 6 Auswärtige Gesellschaften (1) Gesellschaften, die in der Bundesrepublik Deutsch- § 9 Liste der bauvorlageberechtigten Ingenieure land nicht in einem Gesellschaftsverzeichnis eingetra- In die Liste der bauvorlageberechtigten Ingenieure ist gen sind (auswärtige Gesellschaften), dürfen in ihrer von der Ingenieurkammer auf Antrag einzutragen, wer Firma oder ihrem Namen die in § 1 genannten Berufs- die Voraussetzungen des § 65 Abs. 4 der Thüringer Baubezeichnungen, Wortverbindungen damit oder ähnli- ordnung (ThürBO) in der Fassung vom 16. März 2004 che Berufsbezeichnungen führen, wenn sie nach dem (GVBl. S. 349) in der jeweils geltenden Fassung erfüllt. Recht ihres Herkunftsstaates befugt sind, diese oder vergleichbare Berufsbezeichnungen in ihrer Firma oder § 10 Versagung der Eintragung ihrem Namen zu führen. Die Gesellschaften haben das (1) Die Eintragung in die in den §§ 1, 2, 5 und 9 geerstmalige Erbringen von Leistungen vorher der Kam- nannten Listen und Verzeichnisse ist zu versagen, wenn mer anzuzeigen. Die Kammer untersagt diesen Gesell- Tatsachen vorliegen, aus denen sich ergibt, dass der schaften das Führen der Berufsbezeichnung, wenn sie Bewerber nicht die für die betreffende Tätigkeit erforauf Verlangen nicht nachweisen, dass derliche Zuverlässigkeit besitzt. Sie ist insbesondere 1. sie oder ihre Gesellschafter und gesetzlichen Ver- zu versagen, treter die betreffende Tätigkeit nach dem Recht des 1. solange er infolge strafgerichtlicher Verurteilung Herkunftsstaates der Gesellschaft rechtmäßig ausdie Fähigkeit, öffentliche Ämter zu bekleiden oder üben und Rechte aus öffentlichen Wahlen zu erlangen, verlo2. der Gesellschaftsvertrag oder die Satzung die Vorren hat oder solange ihm das Recht, in öffentlichen aussetzungen nach § 5 Abs. 2 Satz 1 erfüllt und eine Angelegenheiten zu wählen oder abzustimmen, abBerufshaftpflichtversicherung nach § 29 besteht. erkannt ist, § 2 Abs. 5 gilt entsprechend. 2. solange ihm die Ausübung einer der in § 3 bezeichneten Berufsaufgaben nach § 70 des Strafgesetz(2) Die auswärtigen Gesellschaften haben die Berufsbuchs, nach § 132a der Strafprozessordnung oder pflichten nach Maßgabe des § 28 Abs. 4 zu beachten. nach § 35 Abs. 1 der Gewerbeordnung verboten, Für die Verfolgung von Verstößen gelten die §§ 30, 32 vorläufig verboten oder untersagt ist, und 33 Abs. 2 Nr. 1 und 2 entsprechend. 3. wenn er wegen einer Straftat rechtskräftig zu einer Strafe verurteilt worden ist und sich aus dem § 7 Partnerschaftsgesellschaften zugrunde liegenden Sachverhalt ergibt, dass er zur Auf Partnerschaften findet § 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 bis 6 keine Anwendung. Der Anspruch des Auftraggebers auf 142

Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz (ThürAIKG)


§ 12 Tätigkeit des Eintragungsausschusses (1) Der Eintragungsausschuss entscheidet in der Besetzung mit dem Vorsitzenden und mindestens zwei Beisitzern. Mindestens ein Beisitzer soll in die Liste eingetragen sein, in die die Eintragung beantragt wird und die gleiche Ausbildung wie der Antragsteller abgeschlossen haben. (2) Der Eintragungsausschuss trifft die Entscheidungen, die sich auf die in den §§ 1, 2, 5 und 9 genannten Listen und Verzeichnisse beziehen. Die zu begründende und rechtsmittelfähige Entscheidung ist innerhalb kürzes-

Vierter Abschnitt – Architektenkammer und Ingenieurkammer § 13 Bildung der Architektenkammer Thüringen und der Ingenieurkammer Thüringen (1) In Thüringen werden eine Architektenkammer und eine Ingenieurkammer gebildet, sie führen die Bezeichnungen „Architektenkammer Thüringen“ beziehungsweise „Ingenieurkammer Thüringen“. Ihr Sitz wird durch die Satzung bestimmt. (2) Die nachfolgenden Bestimmungen gelten sowohl für die Architekten- als auch für die Ingenieurkammer (im Folgenden Kammer), soweit nicht etwas anderes bestimmt wird. (3) Die Kammer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie führt ein Dienstsiegel. (4) Die Kammer kann durch Satzung Fachgruppen und örtliche Untergliederungen bilden. § 14 Mitgliedschaft in der Architektenkammer (1) Die in die jeweilige Liste eingetragenen Architekten und Stadtplaner sind Pflichtmitglieder der Architektenkammer. (2) Die Architektenkammer kann Personen als freiwillige Mitglieder aufnehmen, die einen Abschluss in einer Fachrichtung nach § 1 Abs. 1 oder 2 an einer Ausbildungsstätte nach § 4 nachweisen und noch nicht über die Berufserfahrung nach § 4 Abs. 1 verfügen. Die freiwillige Mitgliedschaft endet im Fall des Ausschlusses nach § 33 Abs.1, längstens jedoch nach fünf Jahren. (3) Die gleichzeitige Mitgliedschaft in der Architektenkammer Thüringen und der Ingenieurkammer Thüringen sowie in weiteren Kammern auch anderer Länder oder Staaten ist zulässig.

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(Bau-) Berufsrecht

§ 11 Löschung der Eintragung Die Eintragung ist zu löschen, wenn 1. die eingetragene Person a) dies beantragt, b) verstorben ist, c) ihre Wohnung oder ihre Niederlassung in Thüringen aufgegeben hat, 2. nach der Eintragung Tatsachen eintreten oder bekannt werden, die nach § 10 im Eintragungsverfahren zu einer Versagung der Eintragung führen müssten oder 3. in einem Ehrenverfahren rechtskräftig auf Löschung der Eintragung aus den Listen nach den §§ 1 oder 9 erkannt worden ist. Satz 1 Nr. 1 Buchst. a und b sowie Nr. 2 und 3 findet auf die Verzeichnisse nach den § 2 Abs. 2 oder § 5 Abs. 1 entsprechende Anwendung. Die Eintragung darf erst gelöscht werden, wenn die Entscheidung des Eintragungsausschusses unanfechtbar geworden ist.

ter Frist, spätestens jedoch binnen drei Monaten nach Einreichung der vollständigen Unterlagen zu treffen; in den Fällen des § 4 Abs. 3 und 4 kann die Frist um einen Monat verlängert werden. Der Eintragungsausschuss ist bei seinen Entscheidungen unabhängig und an Weisungen nicht gebunden. Er entscheidet nach seiner freien, aus dem Gang des gesamten Verfahrens gewonnenen Überzeugung. Der Vorsitzende stellt die Entscheidung mit Begründung zu. (3) Die Sitzungen des Eintragungsausschusses sind nicht öffentlich. (4) In gerichtlichen Verfahren, die Entscheidungen des Eintragungsausschusses betreffen, wird die Kammer durch den Vorsitzenden des Eintragungsausschusses vertreten.

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Erfüllung der Berufsaufgaben nach § 3 ungeeignet ist oder 4. solange er geschäftsunfähig oder ihm zur Besorgung seiner Vermögensangelegenheiten ein Betreuer bestellt ist. Die Eintragung kann einem Bewerber versagt werden, wenn er innerhalb der letzten fünf Jahre vor Stellung des Eintragungsantrags 1. eine eidesstattliche Versicherung nach § 807 der Zivilprozessordnung abgegeben hat, das Insolvenzverfahren über sein Vermögen eröffnet oder die Eröffnung mangels Masse abgelehnt worden ist oder 2. sich gröblich oder wiederholt berufsunwürdig verhalten hat. (2) Die Eintragung ist auch während des vom Ehrenausschuss nach § 33 Abs. 1 Satz 2 festgesetzten Zeitraums zu versagen. (3) Die Absätze 1 und 2 gelten für auswärtige Personen entsprechend.


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

§ 15 Mitgliedschaft in der Ingenieurkammer (1) Die in die Listen der Beratenden Ingenieure, der bauvorlageberechtigten Ingenieure und der Stadtplaner eingetragenen Ingenieure sind Pflichtmitglieder der Ingenieurkammer. Dies gilt nicht für Ingenieure, die in Thüringen weder ihre Hauptwohnung noch ihre Hauptniederlassung haben. (2) Als freiwilliges Mitglied kann beitreten, wer 1. nach § 1 Abs. 4 die Berufsbezeichnung „Ingenieur“ führen darf, 2. in Thüringen seine Wohnung oder Niederlassung hat oder seine berufliche Beschäftigung ausübt und 3. eine praktische Berufstätigkeit als Ingenieur ausübt. Die Aufnahme kann unter den Voraussetzungen des § 10 versagt werden. (3) § 14 Abs. 3 gilt entsprechend. § 16 Aufgaben der Kammern (1) Aufgabe der Kammern ist es, 1. die beruflichen Belange der Gesamtheit der Mitglieder sowie das Ansehen des Berufsstandes zu wahren und die Erfüllung der beruflichen Pflichten zu überwachen, 2. die in den §§ 1, 2, 5 und 9 genannten Listen und Verzeichnisse zu führen und die für die Berufsausübung notwendigen Bescheinigungen zu erteilen, 3. weitere Listen von Architekten und Ingenieuren, für die aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder zur Erfüllung sonstiger öffentlicher Interessen besondere Qualifikationsvoraussetzungen gefordert sind, zu führen und Bescheinigungen zum Nachweis besonderer Qualifikationen auszustellen, sofern diese Aufgaben den Kammern durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes übertragen werden, 4. die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie entsprechende Einrichtungen für die Aus-, Fortund Weiterbildung zu fördern, 5. die Behörden, Gerichte und Institutionen in allen die Berufsaufgaben betreffenden Fragen durch Vorschläge und Stellungnahmen oder in sonstiger Weise zu unterstützen, 6. auf die Beilegung von Streitigkeiten, die sich aus der Berufsausübung zwischen Berufsangehörigen oder zwischen diesen und Dritten ergeben, hinzuwirken, 7. bei der Gestaltung des Sachverständigenwesens mitzuwirken und auf Anforderung von Behörden, Gerichten oder Dritten Sachverständige namhaft zu machen, 8. die Kammerangehörigen in Fragen der Berufsausübung zu beraten, 144

Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz (ThürAIKG)

9. Wettbewerbe zu fördern und bei der Regelung und Durchführung des Wettbewerbswesens mitzuwirken, 10. zur Qualitätssicherung von Architekten- und Ingenieurleistungen beizutragen und 11. die Zusammenarbeit mit anderen Kammern und Institutionen zu pflegen und zu fördern. Soweit die Industrie- und Handelskammern für die öffentliche Bestellung und Vereidigung von Sachverständigen für die in der Verordnung über die Honorare für Leistungen der Architekten und Ingenieure in der Fassung vom 5. März 1991 (BGBl. I S. 533) in der jeweils geltenden Fassung genannten Leistungen zuständig sind, erfolgt die Bestellung und Vereidigung im Einvernehmen mit der betroffenen Kammer. Die Kammern regeln das Nähere in einer Verwaltungsvereinbarung. (2) Aufgabe der Architektenkammer ist es auch, die Baukultur, das Bauwesen, den Städtebau und die Landschaftspflege unter Beachtung des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen zu fördern. (3) Aufgabe der Ingenieurkammer ist es auch, die Ingenieurtätigkeit zum Schutz und im Interesse der Allgemeinheit, insbesondere des wissenschaftlich-technischen Fortschritts sowie der Umwelt, des Bauwesens und der Baukultur zu fördern. (4) Aufgrund einer Satzung kann die Kammer zur Durchführung ihrer Aufgaben besondere Einrichtungen schaffen oder sich an bestehenden beteiligen. (5) Das für das Berufsrecht der Architekten und Ingenieure zuständige Ministerium kann durch Rechtsverordnung den Kammern weitere Aufgaben übertragen, die ihrem Wesen nach den in Absatz 1 genannten Aufgaben vergleichbar sind. § 17 Organe der Kammern (1) Organe der Kammern sind 1. die Vertreterversammlung und 2. der Vorstand. (2) Den Organen der Kammern dürfen nur Kammermitglieder angehören. Die in die Organe berufenen Mitglieder sind zur Annahme und Ausübung ihres Amtes verpflichtet, soweit nicht ein wichtiger Grund entgegensteht. Die Pflicht zur Ausübung des Amtes dauert über die Amtsdauer hinaus bis zum Amtsantritt des neuen Mitglieds. Angehörige der Aufsichtsbehörde, die mit der Aufsicht über die Kammern nach § 34 befasst sind, dürfen nicht Mitglieder der Organe sein. (3) Die Mitglieder der Organe sind ehrenamtlich tätig. Sie haben Anspruch auf Entschädigung für Auslagen und Zeitaufwand.


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§ 18 Vertreterversammlung dungen an sich ziehen; dies gilt nicht für Geschäfte der (1) Die Mitglieder der Vertreterversammlung werden laufenden Verwaltung. von den Mitgliedern der Kammer auf die Dauer von fünf (3) Bei Beschlüssen über die in Absatz 1 genannten Jahren in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer, geheimer Angelegenheiten ist die Vertreterversammlung beund freier Wahl gewählt. schlussfähig, wenn sämtliche Mitglieder ordnungsge(2) Die Kammer erlässt die Wahlordnung. Sie regelt mäß geladen sind und mehr als die Hälfte der Mitglieder das Nähere über die Ausübung des Wahlrechts, die anwesend ist. Ist eine Angelegenheit wegen BeschlussDurchführung der Wahl, die Anzahl der zu wählenden unfähigkeit der Versammlung zurückgestellt worden Vertreter und die vorzeitige Beendigung der Mitglied- und tritt die Vertreterversammlung zur Verhandlung schaft zur Vertreterversammlung sowie die Wahl und über denselben Gegenstand zum zweiten Mal zusamAbberufung des Vorstands und der Ausschüsse. Die men, ist sie ohne Rücksicht auf die Zahl der ErschieneWahlordnung bestimmt ferner, wie die Fachrichtungen nen beschlussfähig. In der Ladung zur zweiten Sitzung und die Tätigkeitsarten bei der Zusammensetzung der muss auf diese Bestimmung ausdrücklich hingewiesen werden. Vertreterversammlung zu berücksichtigen sind. (3) Die Vertreterversammlung ist mindestens einmal (4) Die Beschlüsse werden mit der Mehrheit der abgejährlich einzuberufen. Außerordentliche Vertreterver- gebenen Stimmen gefasst. Bei Stimmengleichheit ist sammlungen sind binnen einer Frist von zwei Monaten ein Antrag abgelehnt. einzuberufen, wenn (5) Beschlüsse zur Änderung von Satzungen und zur 1. es der Vorstand beschließt, vorzeitigen Abberufung von Mitgliedern des Vorstands 2. mindestens ein Drittel der Mitglieder der Vertreter- bedürfen der Mehrheit der Stimmen der Mitglieder der versammlung unter Angabe des Verhandlungsge- Vertreterversammlung. genstands dies schriftlich beantragt oder 3. es die Aufsichtsbehörde verlangt. § 20 Vorstand (1) Der Vorstand wird von der Vertreterversammlung für § 19 Aufgaben der Vertreterversammlung die Dauer von fünf Jahren gewählt. Er besteht aus dem (1) Die Vertreterversammlung beschließt über Präsidenten, zwei Vizepräsidenten und mindestens vier 1. die nach diesem Gesetz vorgesehenen Satzungen und höchstens zehn Beisitzern. Die Vorstandsmitglieund Ordnungen und andere, der Erfüllung der Auf- der der Architektenkammer müssen Pflichtmitglieder gaben und der Geschäftstätigkeit der Kammer die- sein; ein Beisitzer kann auch freiwilliges Mitglied sein. nende Ordnungen, Mindestens die Hälfte der Vorstandsmitglieder sowie 2. die Wahl und die Abberufung der Mitglieder des Vor- der Präsident der Ingenieurkammer müssen Pflichtmitstands (§ 20), glieder sein. 3. den Haushaltsplan, (2) Der Vorstand führt die Geschäfte der Kammer; er 4. das Ergebnis der Prüfung der Jahresrechnung, die bedient sich hierzu eines Geschäftsführers. Für die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und die Geschäfte der laufenden Verwaltung ist der GeschäftsWahl der Rechnungsprüfer, führer zuständig. 5. den Erwerb, die Belastung und die Veräußerung von (3) Der Präsident, im Fall seiner Verhinderung ein VizeGrundstücken und grundstücksgleichen Rechten präsident, vertritt die Kammer gerichtlich und außergesowie die Beteiligung an Unternehmen und die Mit- richtlich. Die Bestimmungen über den Eintragungsausgliedschaft in Vereinigungen und Verbänden, schuss bleiben unberührt. 6. die Wahl der Mitglieder des Eintragungsausschus- (4) Erklärungen, durch welche die Kammer vermögensses (§ 26), des Schlichtungsausschusses (§ 27) und rechtlich verpflichtet werden soll, bedürfen der Schriftdes Ehrenausschusses (§ 31), form. Sie sind vom Präsidenten und einem Mitglied des 7. die Bildung weiterer Ausschüsse sowie die Wahl und Vorstands oder vom Präsidenten und vom Geschäftsdie Abwahl der Mitglieder dieser Ausschüsse, führer zu unterzeichnen. Satz 2 gilt nicht für Geschäfte 8. die Höhe der Entschädigung der Mitglieder der Or- der laufenden Verwaltung. gane und der Vorsitzenden und Mitglieder der Ausschüsse und § 21 Satzungen 9. die Gründung von und den Beitritt zu weiteren Ein- (1) Die Kammern können zur Regelung ihrer Angelerichtungen und Stiftungen. genheiten Satzungen erlassen. Sie haben mindestens (2) Die Vertreterversammlung kann weitere Entschei- Bestimmungen zu treffen über 1. die innere Verfassung der Kammer (Hauptsatzung),


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2. die Wahl der Vertreterversammlung, Fassung vom 27. September 1994 (GVBl. S. 1053) in 3. die Beiträge und Verwaltungskosten, der jeweils geltenden Fassung. 4. die Haushalts- und Kassenführung, 5. das Schlichtungsverfahren, § 24 Einziehung rückständiger Beiträge 6. das Ehrenverfahren, (1) Rückständige Beiträge, Umlagen und Verwaltungs7. den Beschluss über den Haushaltsplan und kosten werden aufgrund der von dem Geschäftsführer 8. die Fortbildung. ausgestellten, mit der Bescheinigung der Vollstreckbar(2) Die Satzungen nach Absatz 1 Satz 2 Nr. 1 bis 4 keit versehenen Zahlungsaufforderung nach den Beund 7 bedürfen der Genehmigung der Rechtsauf- stimmungen beigetrieben, die für die Vollstreckung von sichtsbehörde. Die Erteilung der Genehmigung sowie Urteilen in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten gelten. der Wortlaut der in Satz 1 genannten Satzungen sind (2) Die Zwangsvollstreckung darf jedoch erst zwei Woim Thüringer Staatsanzeiger bekannt zu machen. Die chen nach Zustellung der vollstreckbaren ZahlungsaufBekanntmachung des Wortlauts kann auch in einem forderung beginnen. anderen regelmäßig erscheinenden Druckwerk erfol- (3) Auf Einwendungen, die den Anspruch selbst begen, wenn dies die Hauptsatzung bestimmt. Bei der Be- treffen, ist die beschränkende Bestimmung des § 767 kanntmachung der Genehmigung muss in diesem Fall Abs. 2 der Zivilprozessordnung nicht anzuwenden. Für angegeben werden, wo der Wortlaut bekannt gemacht Klagen, durch die Einwendungen gegen den Anspruch wird. Andere Satzungen sind in einem regelmäßig er- selbst geltend gemacht werden, ist entsprechend dem scheinenden Druckwerk zu veröffentlichen, das in der Wert des Streitgegenstandes das Amtsgericht oder das Hauptsatzung bestimmt wird. Landgericht zuständig, bei dem der Schuldner im Inland seinen allgemeinen Gerichtsstand hat. § 22 Hauptsatzung Die Hauptsatzung muss Bestimmungen enthalten über § 25 Pflicht zur Verschwiegenheit, Auskünfte 1. den Sitz der Kammer, (1) Die Mitglieder der Organe, der Ausschüsse und der 2. die sich aus der Mitgliedschaft ergebenden Rechte Einrichtungen der Kammer, deren Hilfskräfte sowie die und Pflichten der Kammermitglieder, hinzugezogenen Sachverständigen sind zur Verschwie3. die Einberufung und die Geschäftsordnung der Ver- genheit über alle Angelegenheiten verpflichtet, die ihnen treterversammlung, im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit bekannt gewor4. die Zusammensetzung des Vorstands sowie die den sind. Dies gilt nicht für Mitteilungen im amtlichen Wahl und die Abwahl seiner Mitglieder, Verkehr und über Tatsachen, die offenkundig sind oder 5. die Geschäftsführung und die Verwaltungseinrich- ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedürfen. tungen, Sie dürfen die Kenntnis der nach Satz 1 geheim zu 6. die Zusammensetzung der Ausschüsse, falls solche haltenden Angelegenheiten nicht unbefugt verwerten. gebildet werden, sowie die Wahl und die Abwahl ih- Die Pflichten nach den Sätzen 1 und 3 bestehen nach rer Vorsitzenden und Mitglieder und Beendigung ihrer Tätigkeit fort. 7. die Form und die Art der Bekanntmachungen. (2) Die Kammern dürfen personenbezogene Daten über Kammerangehörige, Gesellschaften, Geschäftsführer § 23 Finanzwesen und Abwickler von Gesellschaften und Personen oder (1) Der Finanzbedarf der Kammern wird, soweit er nicht Gesellschaften, die einen Eintragungsantrag gestellt anderweitig gedeckt werden kann, durch Beiträge der oder Dienstleistungen nach § 2 Abs. 2 oder § 6 Abs. 1 Kammermitglieder aufgebracht. Die Beiträge können angezeigt haben, verarbeiten und nutzen, soweit dies nach der Höhe der Einnahmen der Mitglieder aus ihrer zur rechtmäßigen Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlich Berufstätigkeit sowie nach der Anzahl der Mitarbeiter ist. In die in den §§ 1, 2, 5 und 9 genannten Listen und Verzeichnisse sind folgende Daten einzutragen: ihrer Büros gestaffelt werden. (2) Für die Inanspruchnahme von Einrichtungen und 1. Vor- und Familiennamen, akademische Grade, Gegenständen, Amtshandlungen und besonderen Leis- 2. Geburtsdaten, tungen können die Kammern Verwaltungskosten erhe- 3. Anschriften der beruflichen Niederlassung und des Dienst- oder Beschäftigungsortes einschließlich ben. Das Nähere bestimmt eine Verwaltungskostenderen elektronische Erreichbarkeit (Telefon, Fax, Eordnung. Mail und Internet), (3) Die Kammern sind hinsichtlich ihrer Geldforderungen Vollstreckungsbehörde im Sinne des Thüringer Verwaltungszustellungs- und Vollstreckungsgesetzes in der 146

Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz (ThürAIKG)


Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz (ThürAIKG)

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4. Anschrift der Wohnung, wenn keine berufliche Nie- (2) Der Eintragungsausschuss besteht aus dem Vorderlassung oder kein Dienst- oder Beschäftigungs- sitzenden und der erforderlichen Zahl von Beisitzern. ort in Thüringen besteht, Für den Vorsitzenden sind Vertreter zu bestellen. Die 5. Fachrichtung und Tätigkeitsart. Mitglieder des Eintragungsausschusses sind ehrenamt(3) Jeder hat bei Darlegung eines berechtigten Interes- lich tätig. ses das Recht auf Auskunft aus den nach gesetzlichen (3) Der Vorsitzende und seine Vertreter müssen einen Bestimmungen zu führenden Listen und Verzeichnissen. Abschluss als Diplom-Jurist oder die Befähigung zum Die in Absatz 2 genannten Angaben dürfen von den Richteramt nach dem Deutschen Richtergesetz in der Kammern veröffentlicht oder an andere zum Zweck der Fassung vom 19. April 1972 (BGBl. I S. 713) in der Veröffentlichung übermittelt werden, soweit der Betrof- jeweils geltenden Fassung haben. Die Mitglieder des fene nicht widerspricht. Die Kammer hat die Betroffe- Eintragungsausschusses dürfen weder dem Vorstand nen anlässlich der Eintragung auf die Möglichkeit des der Kammer noch dem Schlichtungs- oder dem EhrenWiderspruchs hinzuweisen. ausschuss angehören, nicht Dienstkräfte der Kammer (4) Bei Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der Eu- oder als Angehörige der Aufsichtsbehörde nicht mit der ropäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates Aufsicht über die Kammer nach § 34 befasst sein. des Abkommens über den Europäischen Wirtschafts- (4) Die Mitglieder des Eintragungsausschusses und raum haben die Kammern auf Anfrage der zuständigen ihre Vertreter werden für die Dauer von fünf Jahren Behörde eines Mitgliedstaates oder Vertragsstaates die von der Vertreterversammlung gewählt. Die Amtszeit entsprechenden Daten zu übermitteln. Die Kammern nachgewählter Mitglieder des Eintragungsausschusses erteilen die nach der Richtlinie 2005/36/EG erforderli- endet mit Ablauf der Wahlperiode des Eintragungsauschen Auskünfte und stellen die notwendigen Bescheini- schusses. gungen aus; sie sind insoweit zuständige Behörden. (5) Mit der Löschung der Eintragung nach § 11 sind § 27 Schlichtungsausschuss zugleich sämtliche bei der Kammer über den Betrof- (1) Zur gütlichen Beilegung von Streitigkeiten, die sich fenen gespeicherten Daten zu sperren. Sie sind fünf aus der Berufsausübung zwischen Kammermitgliedern Jahre nach der Löschung der Eintragung zu löschen, oder zwischen diesen und Dritten ergeben, ist ein sofern der Betroffene nicht die weitere Speicherung Schlichtungsausschuss zu bilden. Der Schlichtungsausbeantragt. Die Kammer ist verpflichtet, den Betroffenen schuss wird in der Besetzung von einem Vorsitzenden auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Angaben über Maß- und zwei Beisitzern tätig. Der Vorsitzende und seine nahmen in einem Ehrenverfahren sind nach fünf Jahren Vertreter müssen einen Abschluss als Diplom-Jurist oder ab deren Verhängung zu sperren. Die gesperrten Daten die Befähigung zum Richteramt nach dem Deutschen nach den Sätzen 1 und 4 dürfen nur noch verarbeitet Richtergesetz haben. Die Beisitzer müssen Mitglieder werden, wenn dies zur Behebung einer bestehenden der Kammer sein. Beweisnot, aus sonstigen im überwiegenden Interesse (2) Bei Streitigkeiten zwischen Kammermitgliedern hat der Kammer oder im rechtlichen Interesse eines Dritten der Schlichtungsausschuss auf Anruf durch einen der liegenden Gründen unerlässlich ist oder der Betroffene Beteiligten oder auf Anordnung des Vorstands einen eingewilligt hat. Schlichtungsversuch zu unternehmen. Ist ein Dritter (6) Bei den Kammern gespeicherte Daten sind zu lö- beteiligt, so kann der Schlichtungsausschuss nur mit schen, wenn sie zur rechtmäßigen Erfüllung der von den dessen Einverständnis tätig werden. Kammern wahrzunehmenden Aufgaben nicht mehr erforderlich sind und durch die Löschung schutzwürdige Fünfter Abschnitt – Berufspflichten, Belange der Betroffenen nicht beeinträchtigt werden. Ehrenverfahren Im Fall einer derartigen Beeinträchtigung sind die entsprechenden Daten nach Absatz 5 zu sperren. Rügen § 28 Berufspflichten nach § 30 und Verweise nach § 33 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 (1) Die Kammermitglieder sind verpflichtet, ihren Beruf werden nach Ablauf von fünf Jahren gelöscht, wenn der gewissenhaft und unter Beachtung des Rechts auszuBetroffene sich innerhalb dieses Zeitraums keiner wei- üben, dem ihnen im Zusammenhang mit dem Beruf entteren Berufspflichtverletzung schuldig gemacht hat. gegengebrachten Vertrauen zu entsprechen und alles zu unterlassen, was dem Ansehen des Berufsstandes § 26 Einrichtung, Zusammensetzung und Wahl des schaden könnte. Eintragungsausschusses (2) Sie sind insbesondere verpflichtet, (1) Die Kammer bildet einen Eintragungsausschuss.


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

1. sich kollegial zu verhalten, das geistige Eigentum an- des Versicherers für mindestens fünf Jahre nach Bederer zu achten und Pläne oder Bauvorlagen nur zu endigung des Versicherungsvertrags vereinbaren. Die unterzeichnen, wenn sie von ihnen oder unter ihrer Mindestversicherungssumme beträgt bei im Bauwesen Verantwortung erstellt wurden, tätigen Personen und Gesellschaften für jeden Versi2. sich so beruflich weiterzubilden, dass sie mit der cherungsfall 1,5 Millionen Euro für Personenschäden beruflichen Entwicklung so weit Schritt halten, wie und 300.000 Euro für Sach- und Vermögensschäden. dies für eine sichere und effiziente berufliche Leis- Die Leistungen des Versicherers für alle innerhalb eines tung erforderlich ist, Versicherungsjahrs verursachten Schäden können bei 3. anpreisende, aufdringliche, unlautere oder unsachli- Gesellschaften auf den Betrag der Mindestversicheche Werbung zu unterlassen, rungssumme, vervielfacht mit der Zahl der Gesellschaf4. sich an Wettbewerben nur zu beteiligen, wenn durch ter sowie der Geschäftsführer, die nicht Gesellschafter die Verfahrensbedingungen ein lauterer Leistungs- sind, begrenzt werden. Die Jahreshöchstleistung für vergleich sichergestellt ist und in ausgewogener alle in einem Versicherungsjahr verursachten Schäden Weise den Belangen von Auslober sowie Teilneh- muss sich bei Gesellschaften mindestens auf den viermern Rechnung getragen wird und fachen Betrag, im Übrigen auf den zweifachen Betrag 5. die Kammerbeiträge zu entrichten. der Mindestversicherungssumme belaufen. Die Kam(3) Ein außerhalb des Berufs liegendes Verhalten ist mern sind zuständige Stellen im Sinne des § 158c Abs. eine Berufspflichtverletzung, wenn es nach den Um- 2 Satz 1 des Gesetzes über den Versicherungsvertrag ständen des Einzelfalls in besonderem Maße geeignet vom 30. Mai 1908 (RGBl. S. 263) in der jeweils geltenist, Achtung und Vertrauen in einer für die Ausübung der den Fassung. Berufstätigkeit oder für das Ansehen des Berufsstandes (2) Von Versicherungsunternehmen anderer Mitgliedbedeutsamen Weise zu beeinträchtigen. Der Aufsicht staaten der Europäischen Union ausgestellte Bescheinider Kammer unterliegt nicht die amtliche Tätigkeit der gungen sind gleichwertig; aus den Bescheinigungen, die Mitglieder, die im öffentlichen Dienst stehen oder als bei ihrer Vorlage nicht älter als drei Monate sein dürfen, Beliehene öffentliche Aufgaben wahrnehmen. muss hervorgehen, dass die Versicherung in Bezug auf (4) Die Absätze 1 und 2 Nr. 3 und 4 sowie Absatz 3 Deckungsbedingungen und -umfang gleichwertig ist. gelten für auswärtige Personen nach § 2 sowie Gesell§ 3 Rügerecht des Vorstands schaften nach den §§ 5 bis 7 entsprechend. (5) Führt eine schuldhafte Verletzung von Berufspflich- (1) Der Vorstand kann das Verhalten eines Kammermitten zu einer Rüge nach § 30 oder zu einer Maßnahme im glieds oder einer Gesellschaft, durch das BerufspflichEhrenverfahren nach § 33, ist die Übermittlung der per- ten verletzt wurden, rügen, wenn die Schuld gering ist sonenbezogenen Daten zulässig, die den Gegenstand und ein Antrag auf Einleitung eines Ehrenverfahrens des Verfahrens betreffen, wenn der Betroffene einer nicht erforderlich erscheint. Kammermitglieder, die im Dienst- oder Staatsaufsicht unterliegt und die Daten öffentlichen Dienst stehen oder als Beliehene öffentauf eine Verletzung von Pflichten schließen lassen, die liche Aufgaben wahrnehmen, unterliegen hinsichtlich bei der Ausübung des Berufs oder der Wahrnehmung ihrer dienstlichen Tätigkeit nicht dem Rügerecht. der Aufgaben aus dem Amtsverhältnis zu beachten sind (2) Das Rügerecht erlischt, sobald das Ehrenverfahren oder in anderer Weise geeignet sind, Zweifel an der Eig- gegen den Betroffenen eingeleitet ist. § 33 Abs. 3 gilt nung, Zuverlässigkeit oder Befähigung hervorzurufen. entsprechend. Die Mitteilungen sind an die zuständigen Dienstvorge- (3) Bevor die Rüge erteilt wird, ist der Betroffene zu setzten oder deren Vertretung im Amt oder die zustän- hören. dige Aufsichtsbehörde zu richten und als „Vertrauliche (4) Der Bescheid, durch den das Verhalten des BetrofPersonalsache“ zu kennzeichnen. fenen gerügt wird, ist zu begründen. Er ist dem Betroffenen mit Rechtsbehelfsbelehrung zuzustellen. Eine § 29 Berufshaftpflichtversicherung Zweitschrift des Bescheids ist der Aufsichtsbehörde (1) Selbstständige Architekten, Beratende Ingenieure, zu übersenden. bauvorlageberechtigte Ingenieure, Stadtplaner und (5) Gegen den Bescheid kann der Betroffene innerhalb Gesellschaften mit diesen Personen müssen zur De- eines Monats nach der Zustellung bei dem Vorstand ckung der sich aus ihrer Berufstätigkeit ergebenden Einspruch erheben. Über den Einspruch entscheidet Haftpflichtgefahren eine ausreichende Berufshaft- der Vorstand. Absatz 4 ist entsprechend anzuwenden. pflichtversicherung abschließen, für die Dauer ihrer Wird der Einspruch zurückgewiesen, kann der BetrofEintragung aufrechterhalten und eine Nachhaftung fene binnen eines Monats nach der Zustellung beim 148

Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz (ThürAIKG)


§ 32 Ehrenverfahren (1) Die schuldhafte Verletzung von Berufspflichten wird

§ 33 Maßnahmen im Ehrenverfahren (1) Gegenüber einer natürlichen Person kann der Ehrenausschuss erkennen auf 1. einen Verweis, 2. eine Geldbuße bis zu dreißigtausend Euro, 3. den Verlust der Fähigkeit, Ämter in der Kammer zu bekleiden, 4. die Aberkennung des Wahlrechts und der Wählbarkeit zu den Organen der Kammer, ihren Ausschüssen und Einrichtungen für eine Dauer von bis zu fünf Jahren, 5. die Löschung der Eintragung in den Listen oder Verzeichnissen nach den §§ 1, 2, 5 und 9 sowie 6. den Ausschluss aus der Kammer. In den Fällen des Satzes 1 Nr. 5 und 6 bestimmt der Ehrenausschuss einen Zeitraum von mindestens drei und höchstens sieben Jahren, innerhalb dessen eine erneute Eintragung oder Aufnahme zu versagen ist. Auf eine Maßnahme nach Satz 1 Nr. 1, 3 oder 4 kann neben einer Maßnahme nach Satz 1 Nr. 2 erkannt werden. Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz (ThürAIKG)

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(Bau-) Berufsrecht

§ 31 Ehrenausschuss (1) Die Kammer bildet einen Ehrenausschuss. Der Ehrenausschuss besteht aus dem Vorsitzenden und einer ausreichenden Anzahl von Beisitzern. Für den Vorsitzenden können Vertreter bestellt werden. Die Mitglieder des Ehrenausschusses dürfen nicht Dienstkräfte der Kammer oder Angehörige der Aufsichtsbehörde sein, die nach § 34 mit der Aufsicht über die Kammer befasst sind. (2) Die Mitglieder des Ehrenausschusses und ihre Vertreter werden für die Dauer von fünf Jahren von der Vertreterversammlung gewählt. Die Wiederwahl ist zulässig. (3) Der Ehrenausschuss entscheidet in der Besetzung mit dem Vorsitzenden und zwei Beisitzern. Der Vorsitzende bestimmt vor Beginn eines jeden Geschäftsjahres für dessen Dauer die Reihenfolge, in der seine Vertreter und die Beisitzer unter Berücksichtigung ihrer Fachrichtung zu den Sitzungen zugezogen werden. (4) Bei Entscheidungen im Ehrenverfahren muss mindestens ein Beisitzer der Fachrichtung des Betroffenen angehören. (5) Der Vorsitzende und seine Vertreter müssen einen Abschluss als Diplom-Jurist oder die Befähigung zum Richteramt nach dem Deutschen Richtergesetz haben. (6) In gerichtlichen Verfahren, die Entscheidungen des Ehrenausschusses betreffen, wird die Kammer durch den Vorsitzenden des Ehrenausschusses vertreten.

in einem förmlichen Ehrenverfahren vor dem Ehrenausschuss geahndet. Politische, wissenschaftliche und künstlerische oder religiöse Ansichten und Handlungen können nicht Gegenstand eines Ehrenverfahrens sein. Dem Ehrenverfahren unterliegen nicht Personen, die dem öffentlichen Dienst angehören hinsichtlich ihrer dienstlichen Tätigkeit, und Personen, soweit sie als Beliehene öffentliche Aufgaben wahrnehmen. (2) Einen Antrag auf Einleitung eines Ehrenverfahrens kann stellen: 1. ein Betroffener gegen sich selbst sowie 2. der Vorstand der Kammer. (3) Ist wegen desselben Sachverhalts die öffentliche Klage im strafgerichtlichen Verfahren erhoben worden, kann ein Ehrenverfahren zwar eingeleitet werden, es muss aber bis zur Beendigung des Strafverfahrens ausgesetzt werden. Das Gleiche gilt, wenn während des Ehrenverfahrens die öffentliche Klage erhoben wird. Die tatsächlichen Feststellungen des Urteils im strafgerichtlichen Verfahren sind für das Ehrenverfahren bindend. (4) Ist ein Mitglied in einem strafgerichtlichen Verfahren freigesprochen worden oder wurde das strafgerichtliche Verfahren eingestellt, kann wegen des Sachverhalts, der Gegenstand der gerichtlichen Entscheidung war, ein Ehrenverfahren nur eingeleitet oder fortgesetzt werden, wenn dieser Sachverhalt, ohne den Tatbestand eines Strafgesetzes zu erfüllen, eine Verletzung von Berufspflichten darstellt. (5) Die Absätze 3 und 4 gelten entsprechend, wenn gegen das Mitglied ein Disziplinarverfahren wegen desselben Sachverhalts eingeleitet wurde.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Ehrenausschuss beantragen, dass ein Ehrenverfahren eingeleitet wird. (6) Ein Ehrenverfahren kann auch dann eingeleitet werden, wenn wegen desselben Verhaltens bereits eine Rüge erteilt wurde. Jedoch kann der Vorstand der Kammer die Einleitung des Ehrenverfahrens nur noch beantragen, wenn nach Erteilung der Rüge neue Tatsachen oder Beweismittel bekannt geworden sind, die die Berufspflichtverletzung als durch eine Rüge nicht genügend geahndet erscheinen lassen. Der Antrag kann nur innerhalb eines Jahres nach Erteilung der Rüge gestellt werden. Die Rüge wird mit Rechtskraft der Entscheidung des Ehrenausschusses gegenstandslos. Hält der Ehrenausschuss die Durchführung eines Ehrenverfahrens nur wegen Geringfügigkeit der erhobenen Beschuldigung nicht für erforderlich oder stellt er wegen der Geringfügigkeit der Berufspflichtverletzung das Verfahren ein, so hat er in seinem Beschluss die Rüge aufrechtzuerhalten, wenn die Nachprüfung ergibt, dass sie zu Recht erteilt wurde.


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Eine Maßnahme nach Satz 1 Nr. 4 schließt die Folgen einer Maßnahme nach Satz 1 Nr. 3 in sich ein. (2) Gegenüber einer Gesellschaft kann der Ehrenausschuss erkennen auf 1. einen Verweis, 2. eine Geldbuße bis zu sechzigtausend Euro sowie 3. die Löschung der Eintragung aus dem Verzeichnis nach § 5 Abs. 2. (3) Sind seit einer Berufspflichtverletzung mehr als fünf Jahre verstrichen, sind Maßnahmen im Ehrenverfahren nicht mehr zulässig. Verstößt die Tat auch gegen ein Strafgesetz, so endet die Frist nicht vor der Verjährung der Strafverfolgung. Ist vor Ablauf der Frist ein Ehrenverfahren oder wegen desselben Sachverhalts ein Strafverfahren eingeleitet worden, so ist die Frist für die Dauer des Verfahrens gehemmt. Für den Beginn, das Ruhen und die Unterbrechung der Verjährung gelten die §§ 78a bis 78c des Strafgesetzbuchs entsprechend. (4) Geldbußen fließen der Kammer zu.

Sechster Abschnitt – Kammeraufsicht § 34 Aufsicht (1) Die Rechtsaufsicht über die Kammern führt das für das Berufsrecht der Architekten und Ingenieure zuständige Ministerium (Rechtsaufsichtsbehörde). Die §§ 119 bis 121 der Thüringer Kommunalordnung in der Fassung vom 28. Januar 2003 (GVBl. S. 41) in der jeweils geltenden Fassung gelten entsprechend. (2) Die Rechtsaufsichtsbehörde ist zu den Sitzungen der Vertreterversammlung einzuladen. Ihr ist auf Verlangen das Wort zu erteilen. (3) Die Rechtsaufsichtsbehörde kann die Einberufung einer außerordentlichen Vertreterversammlung verlangen.

(4) Die festgesetzten Geldbußen und Verwarnungsgelder fließen den Kammern zu. Sie haben die notwendigen Auslagen nach § 105 Abs. 2 OWiG zu tragen, die Betroffenen zu erstatten sind. Die Vollstreckung der Bußgeldentscheidung bestimmt sich unbeschadet der besonderen Bestimmungen des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten nach § 23 Abs. 3.

Achter Abschnitt – Übergangs- und Schlussbestimmungen § 36 Rechtsverordnungen Das für das Berufsrecht der Architekten und Ingenieure zuständige Ministerium wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung Näheres über 1. die Verfahren vor dem Eintragungsausschuss sowie die für die Eintragung in die in diesem Gesetz genannten Listen und Verzeichnisse vorzulegenden oder anzuerkennenden Nachweise, 2. die anzuzeigenden Veränderungen in der Berufsausübung, 3. die Anforderungen an die nach § 4 erforderliche praktische Tätigkeit vor der Eintragung in die Listen nach § 1 einschließlich der zu besuchenden Fortbildungsmaßnahmen und 4. das Ehrenverfahren zu regeln.

Siebenter Abschnitt – Ordnungswidrigkeiten

§ 37 Fortführen der Berufsbezeichnung (1) Personen, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes in der Architektenliste eingetragen sind, dürfen ihre Berufsbezeichnung weiter führen. Die als „Architekt für Stadtplanung“ eingetragenen Architekten können sowohl diese als auch die Berufsbezeichnung „Stadtplaner“ führen. (2) Die als „Garten- und Landschaftsarchitekten“ eingetragenen Architekten können sowohl diese als auch die Berufsbezeichnung „Landschaftsarchitekt“ führen.

§ 35 Ordnungswidrigkeiten (1) Ordnungswidrig handelt, wer unbefugt 1. eine der in § 1 genannten Berufsbezeichnungen führt oder führen lässt oder 2. eine Wortverbindung oder ähnliche Bezeichnung im Sinne des § 1 Abs. 6 verwendet. (2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu dreißigtausend Euro geahndet werden. (3) Sachlich zuständige Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) in der Fassung vom 19. Februar 1987 (BGBl. I S. 602) in der jeweils geltenden Fassung sind die Kammern.

§ 38 Übergangsbestimmungen (1) Gesellschaften, die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes eine Berufsbezeichnung nach § 1 in ihrer Firma geführt haben, dürfen die Berufsbezeichnung ohne Eintragung in das Gesellschaftsverzeichnis für ein Jahr ab dem Inkrafttreten dieses Gesetzes weiterführen. (2) Die Bestellung der Personen für die bisherigen Organe, Ausschüsse und sonstigen Gremien dauert bis zu ihrem regulären Ende fort, soweit nicht die Vertreterversammlung innerhalb eines Jahres ab dem Inkrafttreten dieses Gesetzes eine Neubesetzung beschließt. (3) Wer bei Inkrafttreten dieses Gesetzes als „Beratender Ingenieur“ in die Liste nach § 1 Abs. 5 eingetragen

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§ 40 Inkrafttreten, Außerkrafttreten (1) Dieses Gesetz tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft. (2) Gleichzeitig mit dem Inkrafttreten nach Absatz 1 treten 1. das Thüringer Architektengesetz vom 13. Juni 1997 (GVBl. S. 210), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 22. März 2005 (GVBl. S. 113), 2. das Thüringer Ingenieurgesetz vom 7. Januar 1992 (GVBl. S. 1), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 22. März 2005 (GVBl. S. 113), und 3. das Thüringer Ingenieurkammergesetz vom 6. August 1993 (GVBl. S. 462), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 22. März 2005 (GVBl. S. 113), außer Kraft.

Fassung vom 6. April 2006 (Die vorliegende Fassung wird derzeit überarbeitet. Eine Veröffentlichung der novellierten VOF ist für das Jahr 2010 vorgesehen.)

Kapitel 1 – Allgemeine Vorschriften § 1 Freiberufliche Leistungen Die VOF findet Anwendung auf die Vergabe von Leistungen, die im Rahmen einer freiberuflichen Tätigkeit erbracht oder im Wettbewerb mit freiberuflich Tätigen angeboten werden. § 2 Anwendungsbereich (1) Die Bestimmungen der VOF sind auf die Vergabe von Leistungen im Sinne des § 1 anzuwenden, soweit sie im Anhang I A und im Anhang I B genannt sind. Für die Vergabe der in Anhang I B genannten Leistungen gelten nur § 8 Abs. 2 bis 7 und § 17. (2) Die Bestimmungen der VOF sind anzuwenden, sofern der Auftragswert die Werte für Dienstleistungen oder Wettbewerbe ohne Umsatzsteuer nach § 2 Vergabeverordnung erreicht oder übersteigt und soweit sich nicht aus § 5 der Vergabeverordnung anderes ergibt. Eindeutig und erschöpfend beschreibbare freiberufliche Leistungen sind nach der Verdingungsordnung für Leistungen (VOL) zu vergeben. (3) Die Vergabe folgender Aufträge ist von den Bestimmungen ausgenommen: a) Aufträge über Schiedsgerichts- und Schlichtungsleistungen, b) Aufträge über Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen anderer Art als derjenigen, deren Ergebnisse ausschließlich Eigentum des Auftraggebers für seinen Gebrauch bei der Ausübung seiner eigenen Tätigkeit sind, sofern die Dienstleistung vollständig durch den Auftraggeber vergütet wird. (4) Aufträge, deren Gegenstand Dienstleistungen sowohl des Anhangs I A als auch des Anhangs I B sind, werden nach den Regelungen für diejenigen Dienstleistungen vergeben, deren Wert anteilsmäßig überwiegt. § 3 Berechnung des Auftragswertes (1) Bei der Berechnung des geschätzten Auftragswertes ist von der geschätzten Gesamtvergütung für die vorgesehene Auftragsleistung auszugehen. Die Gesamtvergütung bestimmt sich im Falle des Vorliegens gesetzlicher Gebühren- oder Honorarordnungen nach der jeweils anzuwendenden Gebühren- oder Honorarordnung, in anderen Fällen nach der üblichen Vergütung. Ist eine Verdingungsordnung für frei­berufliche Leistungen (VOF)

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(Bau-) Berufsrecht

§ 39 Gleichstellungsbestimmung Status- und Funktionsbezeichnungen in diesem Gesetz gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form.

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war, darf die Berufsbezeichnung weiterhin führen, auch wenn die Voraussetzungen des § 1 Abs. 5 nicht erfüllt sind. (4) Wer bei Inkrafttreten dieses Gesetzes nach § 1 Abs. 4 die Berufsbezeichnung „Ingenieur“ führen darf, ohne dass ihm der akademische Grad „Master“ oder „Bachelor“ verliehen wurde, kann in die Liste nach § 1 Abs. 5 eingetragen werden, wenn er einen vergleichbaren Studienabschluss nachweist. Dem akademischen Grad 1. „Master“ ist ein Studium mit einer mindestens vierjährigen, 2. „Bachelor“ ist ein Studium mit einer mindestens dreijährigen Regelstudienzeit vergleichbar. (5) Wer nach Inkrafttreten dieses Gesetzes nach § 1 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 b die Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung „Ingenieur“ aufgrund eines Studiums an einer Hochschule erwirbt, die die akademischen Grade „Master“ und „Bachelor“ nicht verleiht, kann in die Liste nach § 1 Abs. 5 eingetragen werden, wenn der Studienabschluss im Sinne des Absatzes 4 Satz 2 vergleichbar ist.


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

derartige Vergütung nicht feststellbar, ist der Auftrags- (6) Die Auftraggeber geben in der Bekanntmachung wert unter Berücksichtigung des voraussichtlichen Zeit- oder den Vergabeunterlagen an, ob Informationen per aufwands, Schwierigkeitsgrads und Haftungsrisikos zu Post, Telefax, direkt oder elektronisch oder in Kombischätzen. nation mit diesen Kommunikationsmittel übermittelt (2) Die Berechnung des Auftragswertes oder eine Tei- werden. lung des Auftrages darf nicht in der Absicht erfolgen, ihn (7) Das für die elektronische Übermittlung gewählte der Anwendung dieser Bestimmungen zu entziehen. Netz muss allgemein verfügbar sein und darf den Zu(3) Soweit die zu vergebende Leistung in mehrere Teil- gang der Bewerber und Bieter zu den Vergabeverfahren aufträge derselben freiberuflichen Leistungen aufgeteilt nicht beschränken. Die dafür zu verwendenden Prowird, muss ihr Wert bei der Berechnung des geschätz- gramme und ihre technischen Merkmale müssen ten Gesamtwertes addiert werden. Teile eines Auftrags, ˑˑ nicht diskriminierend, deren geschätzte Vergütung unter 80.000 Euro liegt, ˑˑ allgemein zugänglich und können ohne Anwendung der VOF bis zu einem Anteil ˑˑ kompatibel mit allgemein verbreiteten Erzeugnissen der Informations- und Kommunikationstechnologie von 20 v. H. der geschätzten Gesamtvergütung der sein. Summe aller Auftragsanteile vergeben werden. (4) Bei regelmäßig wiederkehrenden Aufträgen oder (8) Die Auftraggeber haben die Integrität der Daten Daueraufträgen ist der voraussichtliche Auftragswert und die Vertraulichkeit der übermittelten Anträge auf ˑˑ entweder nach dem tatsächlichen Gesamtwert ent- Teilnahme am Vergabeverfahren und der Angebote auf sprechender Aufträge für ähnliche Arten von Leistun- geeignete Weise zu gewährleisten. Per Post oder direkt gen aus dem vorangegangenen Haushaltsjahr oder übermittelte Anträge auf Teilnahme am Vergabeverfahden vorangegangenen 12 Monaten zu berechnen; ren und Angebote sind in einem verschlossenen Umdabei sind voraussichtlicheÄnderungen bei Mengen schlag einzureichen, als solche zu kennzeichnen und bis oder Kosten während der auf die erste Leistung fol- zum Ablauf der für ihre Einreichung vorgesehenen Frist genden 12 Monate zu schätzen unter Verschluss zu halten. Bei elektronisch übermittelˑˑ oder der geschätzte Gesamtwert, der sich für die auf ten Angeboten ist dies durch entsprechende technische die erste Leistung folgenden 12 Monate bzw. für die Lösungen nach den Anforderungen des Auftraggebers gesamte Laufzeit des Vertrages ergibt. und durch Verschlüsselung sicherzustellen. Die Ver(5) Bei Verträgen, für die kein Gesamtpreis angegeben schlüsselung muss bis zum Ablauf der für ihre Einreiwird, ist bei einer Laufzeit von bis zu 48 Monaten der chung vorgesehenen Frist aufrecht erhalten bleiben. Auftragswert der geschätzte Gesamtwert für die Lauf- (9) Angebote müssen unterschrieben sein, elektronisch zeit des Vertrages, bei anderen Verträgen der mit 48 übermittelte Angebote sind mit einer fortgeschrittenen elektronischen Signatur nach dem Signaturgesetz und multiplizierte Wert der monatlichen Vergütung. (6) Sieht der beabsichtigte Auftrag über die Vergabe den Anforderungen des Auftraggebers oder mit einer einer freiberuflichen Leistung Optionsrechte vor, so qualifizierten elektronischen Signatur nach dem Signaist der Auftragswert aufgrund des größtmöglichen Ge- turgesetz zu versehen. samtwertes unter Einbeziehung der Optionsrechte zu (10) Anträge auf Teilnahme am Vergabeverfahren könberechnen. nen auch per Telefax oder telefonisch gestellt werden. Werden Anträge auf Teilnahme telefonisch oder per Te§ 4 Grundsätze der Vergabe, Informationsübermitt- lefax gestellt, sind diese vom Bewerber bis zum Ablauf lung und Vertraulichkeit der Anträge der Frist für die Abgabe der Teilnahmeanträge durch (1) Aufträge sind unter ausschließlicher Verantwortung Übermittlung per Post, direkt oder elektronisch zu bedes Auftraggebers im leistungsbezogenen Wettbewerb stätigen. an fachkundige, leistungsfähige und zuverlässige – und (11) Die Auftraggeber haben dafür Sorge zu tragen, dass soweit erforderlich befugte – Bewerber zu vergeben. den interessierten Unternehmen die Informationen über (2) Alle Bewerber sind gleich zu behandeln. dieSpezifikationen der Geräte, die für die elektronische (3) Unlautere und wettbewerbsbeschränkende Verhal- Übermittlung der Anträge auf Teilnahme und der Angetensweisen sind unzulässig. bote erforderlich sind, einschließlich Verschlüsselung (4) Die Durchführung freiberuflicher Leistungen soll zugänglich sind. Außerdem muss gewährleistet sein, unabhängig von Ausführungs- und Lieferinteressen dass die in Anhang II genannten Anforderungen erfüllt erfolgen. sind. (5) Kleinere Büroorganisationen und Berufsanfänger sollen angemessen beteiligt werden. 152

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§ 6 Mitwirkung von Sachverständigen (1) Der Auftraggeber kann in jedem Stadium des Vergabeverfahrens, insbesondere bei der Beschreibung der Aufgabenstellung, bei der Prüfung der Eignung von Bewerbern, bei der Bewertung der Bewerbungen sowie bei Honorarfragen Sachverständige einschalten; diese können auf Anfrage auch von den Berufsvertretungen vorgeschlagen werden. (2) Die Sachverständigen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar an der betreffenden Vergabe beteiligt sein und auch nicht beteiligt werden. § 7 Teilnehmer am Vergabeverfahren (1) Bewerber können einzelne oder mehrere natürliche oder juristische Personen sein, die freiberufliche Leistungen anbieten. (2) Bewerber sind zu verpflichten, Auskünfte darüber zu geben, ˑˑ ob und auf welche Art sie wirtschaftlich mit Unternehmen verknüpft sind oder ˑˑ ob und auf welche Art sie auf den Auftrag bezogen in relevanter Weise mit Anderen zusammenarbeiten, sofern dem nicht berufsrechtliche Vorschriften entgegenstehen. (3) Bewerber sind zu verpflichten, die Namen und die berufliche Qualifikation der Personen anzugeben, die die Leistung tatsächlich erbringen. (4) Soll der Auftrag an mehrere Bewerber gemeinsam vergeben werden, kann der Auftraggeber verlangen, dass diese im Falle der Auftragserteilung eine bestimmte Rechtsform annehmen, sofern dies für die ordnungsgemäße Durchführung des Auftrages notwendig ist.

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(Bau-) Berufsrecht

rung des ursprünglichen Auftrags getrennt werden können, aber für dessen Vollendung unbedingt erforderlich sind. Der Gesamtwert der Aufträge für die zusätzlichen Dienstleistungen darf jedoch 50 v. H. des Wertes des Hauptauftrages nicht überschreiten. f) bei neuen Dienstleistungen, die in der Wiederholung gleichartiger Leistungen bestehen, die durch den gleichen Auftraggeber an die Person vergeben werden, die den ersten Auftrag erhalten hat, sofern sie einem Grundentwurf entsprechen und dieser Entwurf Gegenstand des ersten Auftrags war. Die Möglichkeit der Anwendung dieses Verfahrens muss bereits in der Bekanntmachung des ersten Vorhabens angegeben werden. § 3 bleibt unberührt. Dieses Verfahren darf jedoch nur binnen drei Jahren nach Abschluss des ersten Auftrags angewandt werden.

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§ 5 Vergabeverfahren (1) Aufträge über freiberufliche Leistungen sind im Verhandlungsverfahren mit vorheriger Vergabebekanntmachung zu vergeben. Verhandlungsverfahren sind Verfahren, bei denen der Auftraggeber ausgewählte Personen anspricht, um über die Auftragsbedingungen zu verhandeln. Der Auftraggeber kann vorsehen, dass das Verhandlungsverfahren in verschiedenen aufeinander folgenden Phasen abgewickelt wird, um so die Zahl der Angebote, über die verhandelt wird, anhand der in der Bekanntmachung oder in den Vergabeunterlagen angegebenen Zuschlagskriterien zu verringern. In der Bekanntmachung oder in den Vergabeunterlagen ist anzugeben, ob diese Möglichkeit in Anspruch genommen wird. (2) Die Auftraggeber können in folgenden Fällen Aufträge im Verhandlungsverfahren ohne vorherige Vergabebekanntmachung vergeben: a) sofern der Gegenstand des Auftrags eine besondere Geheimhaltung erfordert, b) wenn die Dienstleistungen aus technischen oder künstlerischen Gründen oder aufgrund des Schutzes von Ausschließlichkeitsrechten nur von einer bestimmten Person ausgeführt werden können, c) wenn im Anschluss an einen Wettbewerb im Sinne der §§ 20 und 25 der Auftrag gemäß den einschlägigen Bestimmungen an den Gewinner oder an einen Preisträger des Wettbewerbes vergeben werden muss. Im letzteren Fall müssen alle Preisträger des Wettbewerbes zur Teilnahme an den Verhandlungen aufgefordert werden. d) soweit dies unbedingt erforderlich ist, wenn dringliche, zwingende Gründe im Zusammenhang mit Ereignissen, die der betreffende Auftraggeber nicht voraussehen konnte, es nicht zulassen, die vorgeschriebenen Fristen gemäß § 14 einzuhalten. Die Umstände zur Begründung der zwingenden Dringlichkeit dürfen auf keinen Fall dem Auftraggeber zuzuschreiben sein. e) für zusätzliche Dienstleistungen, die weder in dem der Vergabe zugrunde liegenden Entwurf noch im zuerst geschlossenen Vertrag vorgesehen sind, die aber wegen eines unvorhergesehenen Ereignisses zur Ausführung der darin beschriebenen Dienstleistungen erforderlich sind, sofern der Auftrag an eine Person vergeben wird, die diese Dienstleistungen erbringt, ˑˑ wenn sich die zusätzlichen Dienstleistungen in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht nicht ohne wesentlichen Nachteil für den Auftraggeber vom Hauptauftrag trennen lassen oder ˑˑ wenn diese Dienstleistungen zwar von der Ausfüh-


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§ 8 Aufgabenbeschreibung (1) Die Aufgabenstellung ist so zu beschreiben, dass alle Bewerber die Beschreibung im gleichen Sinne verstehen können. (2) Bei der Beschreibung der Aufgabenstellung sind technische Anforderungen zu formulieren: 1. entweder unter Bezugnahme auf die im Anhang TS definierten technischen Spezifikationen in der Rangfolge: a) nationale Normen, mit denen europäische Normen umgesetzt werden, b) europäische technische Zulassungen, c) gemeinsame technische Spezifikationen, d) internationale Normen und andere technische Bezugssysteme, die von den europäischen Normungsgremien erarbeitet wurden oder, e) falls solche Normen und Spezifikationen fehlen, nationale Normen, nationale technische Zulassungen oder nationale technische Spezifikationen für die Planung, Berechnung und Ausführung von Bauwerken und den Einsatz von Produkten. Jede Bezugnahme ist mit dem Zusatz „oder gleichwertig“ zu versehen; 2. oder in Form von Leistungs- oder Funktionsanforderungen, die so genau zu fassen sind, dass sie den Bewerbern oder Bietern ein klares Bild vom Auftragsgegenstand vermitteln und dem Auftraggeber die Erteilung des Zuschlags ermöglichen; 3. oder als Kombination von Nummer 1 und 2, das heißt a) in Form von Leistungsanforderungen unter Bezugnahme auf die Spezifikationen gemäß Nummer 1 als Mittel zur Vermutung der Konformität mit diesen Leistungs- oder Funktionsanforderungen; b) oder mit Bezugnahme auf die Spezifikationen gemäß Nummer 1 hinsichtlich bestimmter Merkmale und mit Bezugnahme auf die Leistungs-und Funktionsanforderungen gemäß Nummer 2 hinsichtlich anderer Merkmale. (3) Verweist der Auftraggeber in der Aufgabenbeschreibung auf die in Absatz 2 Nummer 1 Buchstabe a genannten technischen Anforderungen, so darf er ein Angebot nicht mit der Begründung ablehnen, die angebotene Dienstleistung entsprächen nicht den Spezifikationen, sofern der Bieter in seinem Angebot dem Auftraggeber mit geeigneten Mitteln nachweist, dass die von ihm vorgeschlagenen Lösungen den Anforderungen der technischen Spezifikation, auf die Bezug genommen wurde, gleichermaßen entsprechen. Als geeignetes Mittel gelten insbesondere eine technische

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Beschreibung des Herstellers oder ein Prüfbericht einer anerkannten Stelle. (4) Legt der Auftraggeber die technischen Anforderungen in Form von Leistungs- oder Funktionsanforderungen fest, so darf er ein Angebot, das einer nationalen Norm, mit der eine europäische Norm umgesetzt wird, oder einer europäischen technischen Zulassung, einer gemeinsamen technischen Spezifikation, einer internationalen Norm oder einem technischen Bezugssystem, das von den europäischen Normungsgremien erarbeitet wurde, entspricht, nicht zurückweisen, wenn diese Spezifikationen die geforderten Leistungs- oder Funktionsanforderungen betreffen. Der Bieter muss in seinem Angebot mit geeigneten Mitteln dem Auftraggeber nachweisen, dass die der Norm entsprechende jeweilige Dienstleistung den Leistungs- oder Funktionsanforderungen des Auftraggebers entspricht. Als geeignete Mittel gelten eine technische Beschreibung des Herstellers oder ein Prüfbericht einer anerkannten Stelle. (5) Schreibt der Auftraggeber Umwelteigenschaften in Form von Leistungs- oder Funktionsanforderungen vor, so kann er die Spezifikationen verwenden, die in europäischen, multinationalen oder anderen Umweltzeichen definiert sind, wenn a) sie sich zur Definition der Merkmale des Auftragsgegenstands eignen, b) die Anforderungen des Umweltzeichens auf der Grundlage von wissenschaftlich abgesicherten Informationen ausgearbeitet werden, c) die Umweltzeichen im Rahmen eines Verfahrens erlassen werden, an dem interessierte Kreise wie z. B. staatliche Stellen, Verbraucher, Hersteller, Händler und Umweltorganisationen teilnehmen können und d) wenn das Umweltzeichen für alle Betroffenen zugänglich und verfügbar ist. Der Auftraggeber kann in den Vergabeunterlagen angeben, dass bei Dienstleistungen, die mit einem Umweltzeichen ausgestattet sind, vermutet wird, dass sie den in der Leistungs-oder Aufgabenbeschreibung festgelegten technischen Anforderungen genügen. Der Auftraggeber muss jedes andere geeignete Beweismittel, wie technische Unterlagen des Herstellers oder Prüfberichte anerkannter Stellen, akzeptieren. (6) Anerkannte Stellen sind die Prüf- und Eichlaboratorien im Sinne des Eichgesetzes sowie die Inspektionsund Zertifizierungsstellen, die mit den anwendbaren europäischen Normen übereinstimmen. Der Auftraggeber erkennt Bescheinigungen von in anderen Mitgliedstaaten ansässigen anerkannten Stellen an.


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(Bau-) Berufsrecht

der Bekanntmachung erfolgt, darf der Inhalt der Bekanntmachung rund 650 Wörter nicht überschreiten. In Fällen besonderer Dringlichkeit muss die Bekanntmachung mittels Telefax oder auf elektronischem Weg übermittelt werden. Der Auftraggeber muss den Tag der Absendung der Bekanntmachung nachweisen können. (4) Elektronisch erstellte und übermittelte Bekanntmachungen werden spätestens fünf Tage nach ihrer Absendung an das Amt für amtliche Veröffentlichungen veröffentlicht. Nicht elektronisch erstellte und übermittelte Bekanntmachungen werden spätestens zwölf Tage nach der Absendung veröffentlicht. Die Bekanntmachungen werden ungekürzt im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in ihren Originalsprachen veröffentlicht. In den Amtsblättern oder der Presse des Landes des Auftraggebers darf die Bekanntmachung nicht vor dem Tag der Absendung an das Amt für die amtlichen Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht werden; Bei der Veröffentlichung ist dieser Zeitpunkt anzugeben. Die Veröffentlichung darf nur die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften oder § 9 Bekanntmachungen die in einem Beschafferprofil nach Absatz 5 veröffent(1) Die Auftraggeber veröffentlichen sobald wie mög- lichten Angaben enthalten. lich nach Beginn des jeweiligen Haushaltsjahres eine (5) Die Auftraggeber können im Internet ein Beschafunverbindliche Bekanntmachung unter Verwendung ferprofil einrichten. Es enthält Angaben über geplante des Musters nach Anhang I der Verordnung (EG) Nr. und laufende Vergabeverfahren, über vergebene Auf1564/20051 im Amtsblatt der Europäischen Gemein- träge sowie alle sonstigen für die Auftragsvergabe reschaften oder in ihren Beschafferprofilen nach Absatz levanten Informationen wie zum Beispiel Kontaktstelle, 5 über den vorgesehenen Gesamtwert der Aufträge für Telefon- und Telefaxnummer, Anschrift, E-Mail-Adresse freiberufliche Leistungen nach Anhang I A, die in den des Auftraggebers. folgenden zwölf Monaten vergeben werden sollen, sofern der nach § 3 geschätzte Wert mindestens 750.000 § 10 Auswahl der Bewerber Euro beträgt. Veröffentlicht der Auftraggeber eine Vor- (1) Der Auftraggeber wählt anhand der erteilten Ausinformation im Beschafferprofil, meldet er dies dem künfte über die Eignung der Bewerber sowie anhand der Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Auskünfte und Formalitäten, die zur Beurteilung der von Gemeinschaften2. diesen zu erfüllenden wirtschaftlichen und technischen (2) Die Auftraggeber, die einen Auftrag für eine freibe- Mindestanforderungen erforderlich sind, unter den Berufliche Leistung nach § 5 Abs. 1 vergeben wollen, tei- werbern, die nicht aufgrund des § 11 ausgeschlossen len ihre Absicht durch Bekanntmachung entsprechend wurden und die die in den §§ 12 und 13 genannten den Mustern des Anhangs II der Verordnung (EG) Nr. Anforderungen erfüllen, diejenigen aus, die er zur Ver1564/2005 mit. handlung auffordert. (3) Bekanntmachungen sind auf elektronischem3 oder (2) Die Zahl der zur Verhandlung aufgeforderten Beweranderem Wege unverzüglich dem Amt für amtliche Ver- ber darf bei hinreichender Anzahl geeigneter Bewerber öffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften zu nicht unter drei liegen. übermitteln. Soweit keine elektronische Übermittlung (3) Der Auftraggeber hat in der Bekanntmachung anzugeben, welche Nachweise über die finanzielle, wirtschaftliche oder fachliche Eignung oder welche anderen 1 ABl. EG Nr. L 257 S. 1 Nachweise vom Bewerber zu erbringen sind. Verlangt 2 Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, 2 rue Mercier, L-2985 Luxemburg, Telefon: 00352/2929-1, Teleder Auftraggeber zum Nachweis dafür, dass die Bewerfax: 00352/292942670, E-Mail: mp-ojs@opoce.cec.eu.int ber bestimmte Qualitätssicherungsnormen erfüllen, 3 Das Muster und die Modalitäten für die elektronische Übermittdie Vorlage von Bescheinigungen von unabhängigen lung der Bekanntmachungen sind unter der Internetadresse http://simap.eu.int abrufbar. Qualitätsstellen, so nehmen sie auf Qualitätssiche-

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(7) Soweit es nicht durch den Auftragsgegenstand gerechtfertigt ist, darf in den technischen Spezifikationen nicht auf eine bestimmte Produktion oder Herkunft oder ein besonderes Verfahren oder auf Marken, Patente, Typen, eines bestimmten Ursprungs oder einer bestimmten Produktion verwiesen werden, wenn dadurch bestimmte Unternehmen oder bestimmte Produkte begünstigt oder ausgeschlossen werden. Solche Verweise sind jedoch ausnahmsweise zulässig, wenn der Auftragsgegenstand nicht hinreichend genau und allgemein verständlich beschrieben werden kann; solche Verweise sind mit dem Zusatz „oder gleichwertig“ zu versehen. (8) Alle die Erfüllung der Aufgabenstellung beeinflussenden Umstände sind anzugeben, insbesondere solche, die dem Auftragnehmer ein ungewöhnliches Wagnis aufbürden oder auf die er keinen Einfluss hat und deren Einwirkung auf die Honorare oder Preise und Fristen er nicht im Voraus abschätzen kann. § 16 Abs. 2 ist zu berücksichtigen.


g) § 370 Abgabenordnung, auch in Verbindung mit § 12 des Gesetzes zur Durchführung der gemeinsamen Marktorganisationen und der Direktzahlungen (MOG), soweit sich die Straftat gegen den Haushalt der EG oder gegen Haushalte richtet, die von der EG oder in ihrem Auftrag verwaltet werden. Einem Verstoß gegen diese Vorschriften gleichgesetzt sind Verstöße gegen entsprechende Strafnormen anderer Staaten. Ein Verhalten einer rechtskräftig verurteilten Person ist einem Bewerber zuzurechnen, wenn sie für diesen Bewerber bei der Führung der Geschäfte selbst verantwortlich gehandelt hat oder ein Aufsichtsoder Organisationsverschulden gemäß § 130 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) dieser Person im Hinblick auf das Verhalten einer anderen für den Bewerber handelnden, rechtskräftig verurteilten Person vorliegt. § 11 Ausschlusskriterien (2) Als Nachweis, dass die Kenntnis nach Absatz 1 un(1) Ein Bewerber ist von der Teilnahme an einem Ver- richtig ist und die in Absatz 1 genannten Fälle nicht gabeverfahren wegen Unzuverlässigkeit auszuschließen, vorliegen, akzeptieren der Auftraggeber einen Auszug wenn der Auftraggeber Kenntnis davon hat, dass eine aus dem Bundeszentralregister oder eine gleichwertige Person, deren Verhalten dem Unternehmen zuzurech- Urkunde einer zuständigen Gerichts-oder Verwaltungsnen ist, rechtskräftig verurteilt worden ist: behörde des Herkunftslands. Wenn eine Urkunde oder a) § 129 des Strafgesetzbuches (Bildung krimineller Bescheinigung vom Herkunftsland nicht ausgestellt Vereinigungen), § 129a des Strafgesetzbuches (Bil- oder nicht vollständig alle vorgesehenen Fälle erwähnt, dung terroristischer Vereinigungen), § 129b des kann dies durch eine eidesstattliche Erklärung oder Strafgesetzbuches (kriminelle und terroristische eine förmliche Erklärung vor einer zuständigen GerichtsVereinigungen im Ausland), oder Verwaltungsbehörde, einem Notar oder einer dafür b) § 261 des Strafgesetzbuches (Geldwäsche, Ver- qualifizierten Berufsorganisation des Herkunftslands schleierung unrechtmäßig erlangter Vermögens- ersetzt werden. werte), (3) Von einem Ausschluss nach Absatz 1 kann nur abc) § 263 des Strafgesetzbuches (Betrug), soweit sich gesehen werden, wenn zwingende Gründe des Allgedie Straftat gegen den Haushalt der EG oder gegen meininteresses vorliegen und Andere die Leistung nicht Haushalte richtet, die von der EG oder in ihrem Auf- angemessen erbringen können oder wenn aufgrund trag verwaltet werden, besonderer Umstände des Einzelfalls der Verstoß die d) § 264 des Strafgesetzbuches (Subventionsbetrug), Zuverlässigkeit des Bewerbers nicht in Frage stellt. soweit sich die Straftat gegen den Haushalt der EG (4) Von der Teilnahme am Vergabeverfahren können oder gegen Haushalte richtet, die von der EG oder in Bewerber ausgeschlossen werden, ihrem Auftrag verwaltet werden, a) die sich im Insolvenzverfahren oder in Liquidation e) § 334 des Strafgesetzbuches (Bestechung), auch befinden oder ihre Tätigkeit eingestellt haben oder in Verbindung mit Artikel 2 des EU-Bestechungsgesich aufgrund eines in den einzelstaatlichen Rechtssetzes, Artikel 2 § 1 des Gesetzes zur Bekämpfung vorschriften vorgesehenen gleichartigen Verfahrens internationaler Bestechung, Artikel 7 Abs. 2 Nr. 10 in einer entsprechenden Lage befinden, des Vierten Strafrechtsänderungsgesetzes und § 2 b) die aufgrund eines rechtskräftigen Urteils aus Gründes Gesetzes über das Ruhen der Verfolgungsverden bestraft worden sind, die ihre berufliche Zuverjährung und die Gleichstellung der Richter und Belässigkeit in Frage stellen, diensteten des Internationalen Strafgerichtshofes, c) die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit eine f) Artikel 2 § 2 des Gesetzes zur Bekämpfung internaschwere Verfehlung begangen haben, die vom Auftionaler Bestechung (Bestechung ausländischer Abtraggeber nachweislich festgestellt wurde, geordneter im Zusammenhang mit internationalem d) die ihre Verpflichtung zur Zahlung der Steuern und Geschäftsverkehr), Abgaben nach den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaates des Auftraggebers nicht erfüllt haben,

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(Bau-) Berufsrecht

rungsnachweisverfahren Bezug, die den einschlägigen europäischen Normen entsprechen und von entsprechenden Stellen gemäß den europäischen Zertifizierungsnormen zertifiziert sind. Gleichwertige Bescheinigungen von Stellen aus anderen EG-Mitgliedstaaten sind anzuerkennen. Die Auftraggeber erkennen auch andere gleichwertige Nachweise für Qualitätssicherungsmaßnahmen an. (4) Die in Absatz 3 vorgesehenen Nachweise dürfen nur insoweit gefordert werden, wie es durch den Gegenstand des Auftrags gerechtfertigt ist. Dabei muss der Auftraggeber die berechtigten Interessen der Bewerber am Schutz ihrer technischen, fachlichen oder handelsbezogenen Betriebsgeheimnisse berücksichtigen; die Verpflichtung zur beruflichen Verschwiegenheit bleibt unberührt.

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§ 13 Fachliche Eignung (1) Die fachliche Eignung von Bewerbern für die Durchführung von Dienstleistungen kann insbesondere aufgrund ihrer Fachkunde, Leistungsfähigkeit, Erfahrung und Zuverlässigkeit beurteilt werden. (2) Der Nachweis der Eignung kann je nach Art, Umfang und Verwendungszweck der betreffenden Dienstleistungen folgendermaßen erbracht werden: a) soweit nicht bereits durch Nachweis der Berufszulassung erbracht, durch Studiennachweise und Bescheinigungen über die berufliche Befähigung des Bewerbers und/ oder der Führungskräfte des Unternehmens, insbesondere der für die Dienstleistungen verantwortlichen Person oder Personen, b) durch eine Liste der wesentlichen in den letzten drei Jahren erbrachten Leistungen mit Angabe des Rechnungswertes, der Leistungszeit sowie der öffentlichen oder privaten Auftraggeber der erbrachten Dienstleistungen, ˑˑ bei Leistungen für öffentliche Auftraggeber durch eine von der zuständigen Behörde ausgestellte oder beglaubigte Bescheinigung, ˑˑ bei Leistungen für private Auftraggeber durch eine vom Auftraggeber ausgestellte Bescheinigung; ist eine derartige Bescheinigung nicht erhältlich, so ist eine einfache Erklärung des Bewerbers zulässig, c) durch Angabe über die technische Leitung, d) durch eine Erklärung, aus der das jährliche Mittel der vom Bewerber in den letzten drei Jahren Beschäftigten und die Anzahl seiner Führungskräfte in den letzten drei Jahren ersichtlich ist, e) durch eine Erklärung, aus der hervorgeht, über welche Ausstattung, welche Geräte und welche technische Ausrüstung der Bewerber für die Dienstleistungen verfügen wird, f) durch eine Beschreibung der Maßnahmen des Bewerbers zur Gewährleistung der Qualität und seiner Untersuchungs- und Forschungsmöglichkeiten, g) sind die zu erbringenden Leistungen komplexer Art oder sollten sie ausnahmsweise einem besonderen Zweck dienen, durch eine Kontrolle, die vom Auftraggeber oder in dessen Namen von einer anderen damit einverstandenen zuständigen amtlichen Stelle aus dem Land durchgeführt wird, in dem der Bewerber ansässig ist; diese Kontrolle betrifft die Leistungsfähigkeit und erforderlichenfalls die Untersuchungs- und Forschungsmöglichkeiten des Be-

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§ 12 Nachweis der finanziellen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (1) Die finanzielle und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Bewerbers kann insbesondere durch einen der nachstehenden Nachweise erbracht werden: a) entsprechende Bankerklärung oder den Nachweis entsprechender Berufshaftpflichtversicherungsdeckung, b) Vorlage von Bilanzen oder Bilanzauszügen, falls deren Veröffentlichung nach dem Gesellschaftsrecht des Mitgliedsstaates, in dem der Bewerber ansässig ist, vorgeschrieben ist, c) Erklärung über den Gesamtumsatz des Bewerbers und seinen Umsatz für entsprechende Dienstleistungen in den letzten drei Geschäftsjahren. (2) Kann ein Bewerber aus einem wichtigen Grund die vom Auftraggeber geforderten Nachweise nicht beibringen, so kann er seine finanzielle und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit durch Vorlage anderer, vom Auftraggeber für geeignet erachteter Belege nachweisen. (3) Ein Bewerber kann sich, auch als Mitglied einer Bietergemeinschaft, bei der Erfüllung eines Auftrags der Kapazitäten anderer Unternehmen bedienen, ungeachtet des rechtlichen Charakters der zwischen ihm und diesen Unternehmen bestehenden Verbindungen. Er muss in diesem Fall dem Auftraggeber gegenüber nachweisen, dass ihm die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen, in dem er beispielsweise eine entsprechende Verpflichtungserklärung dieser Unternehmen vorlegt. (4) Verlangen die Auftraggeber als Merkmal der technischen Leistungsfähigkeit den Nachweis dafür, dass die Bewerber bestimmte Normen für das Umweltmanagement erfüllen, die Vorlage von Bescheinigungen unabhängiger Stellen, so nehmen sie auf das Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS) oder auf Normen für das Umweltmanagement Bezug, die auf den einschlägigen europäischen oder internationalen Normen beruhen und von entsprechenden Stellen zertifiziert sind, die dem europäischen Gemeinschaftsrecht oder europäischen oder internationalen Zertifizierungsnormen entsprechen. Gleichwertige Bescheinigungen von Stellen in anderen Mitgliedstaaten sind anzuerkennen. Die Auftraggeber erkennen auch andere Nachweise für

gleichwertige Umweltmanagementmaßnahmen an, die von den Bewerbern vorgelegt werden.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

e) die sich bei der Erteilung von Auskünften, die gemäß den §§ 7, 10, 12 und 13 eingeholt werden können, in erheblichem Maß falscher Erklärungen schuldig gemacht haben oder diese Auskünfte unberechtigterweise nicht erteilen.


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werbers sowie die zur Gewährleistung der Qualität getroffenen Vorkehrungen, h) durch Angabe des Auftragsanteils, für den der Bewerber möglicherweise einen Unterauftrag zu erteilen beabsichtigt. (3) § 12 Abs.3 gilt entsprechend. § 14 Fristen4 (1) Die vom Auftraggeber festgesetzte Frist für den Antrag auf Teilnahme beträgt mindestens 37 Tage, gerechnet vom Tage der Absendung der Bekanntmachung an. Bei elektronisch erstellten und übermittelten Bekanntmachungen kann diese Frist um sieben Tage verkürzt werden. (2) In den Fällen, in denen wegen der besonderen Dringlichkeit die Einhaltung der Mindestfrist nach Absatz 1 unmöglich ist, beträgt die Frist für den Antrag auf Teilnahme mindestens 15 Tage, gerechnet vom Tag der Absendung der Bekanntmachung an. Bei elektronisch erstellten und übermittelten Bekanntmachungen beträgt diese Frist mindestens 10 Tage. (3) Der Auftraggeber muss rechtzeitig angeforderte zusätzliche Auskünfte über die Aufgabenstellung spätestens 6 Tage vor Ablauf der Frist für den Eingang der Bewerbungen, in Fällen besonderer Dringlichkeit spätestens 4 Tage vor Ablauf der Bewerbungsfrist, erteilen. (4) Können die Bewerbungen nur nach einer Ortsbesichtigung oder Einsichtnahme in Unterlagen an Ort und Stelle erstellt werden oder kann der Auftraggeber die Auskünfte nicht rechtzeitig erteilen, so sind die Angebotsfristen entsprechend zu verlängern. § 15 Kosten (1) Für die Ausarbeitung der Bewerbungsunterlagen werden Kosten nicht erstattet. (2) Verlangt der Auftraggeber darüber hinaus, dass Bewerber Entwürfe, Pläne, Zeichnungen, Berechnungen oder andere Unterlagen ausarbeiten, so ist einheitlich für alle Bewerber eine angemessene Vergütung festzusetzen. Gesetzliche Gebühren- oder Honorarordnungen und der Urheberrechtsschutz bleiben unberührt. § 16 Aufforderung zur Verhandlung, Auftragserteilung (1) Der Auftraggeber fordert die ausgewählten Bewerber gleichzeitig in Textform zur Verhandlung auf. Die Aufforderung zur Verhandlung enthält mindestens Folgendes: 4 Die Berechnung der Fristen erfolgt nach der Verordnung (EWG/Euratom) Nr. 1182/71 des Rates vom 3. Juni 1971 zur Festlegung der Regeln für die Fristen, Daten und Termine (ABl. EG Nr. L 124 S. 1).

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a) die Aufgabenbeschreibung oder die Angabe, wie sie elektronisch abrufbar ist und b) einen Hinweis auf die veröffentlichte Bekanntmachung. (2) Die Auftraggeber haben in der Aufgabenbeschreibung oder der Vergabebekanntmachung oder der Aufforderung zur Teilnahme an der Verhandlung alle Auftragskriterien anzugeben, deren Anwendung vorgesehen ist. Sie haben auch anzugeben, wie die einzelnen Kriterien gewichtet werden. Die Gewichtung kann mittels einer Marge angegeben werden. Kann nach Ansicht des Auftraggebers die Gewichtung aus nachvollziehbaren Gründen nicht angegeben werden, so gibt der Auftraggeber die Kriterien in der absteigenden Reihenfolge ihrer Bedeutung an. (3) Bei der Entscheidung über die Auftragserteilung berücksichtigt er auf die erwartete fachliche Leistung bezogene Kriterien, insbesondere Qualität, fachlicher oder technischer Wert, Ästhetik, Zweckmäßigkeit, Umwelteigenschaften, Kundendienst und technische Hilfe, Leistungszeitpunkt, Ausführungszeitraum oder -frist und Preis/Honorar. Ist die zu erbringende Leistung nach einer gesetzlichen Gebühren- oder Honorarordnung zu vergüten, ist der Preis nur im dort vorgeschriebenen Rahmen zu berücksichtigen. (4) Der Auftraggeber schließt den Vertrag mit dem Bewerber, der aufgrund der ausgehandelten Auftragsbedingungen im Rahmen der vorgegebenen Auftragskriterien die bestmögliche Leistung erwarten lässt. § 17 Vergebene Aufträge (1) Die Auftraggeber machen über jeden vergebenen Auftrag Mitteilung anhand einer Bekanntmachung. Sie wird nach dem im Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 1564/2005 enthaltenen Muster erstellt und ist spätestens 48 Tage nach Vergabe des Auftrags auf dem geeignetsten Weg an das Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften zu übermitteln. (2) Bei der Bekanntmachung von Dienstleistungsaufträgen des Anhangs I B geben die Auftraggeber in ihrer Bekanntmachung an, ob sie mit der Veröffentlichung einverstanden sind. (3) Bestimmte Angaben über die Auftragsvergabe brauchen jedoch bei bestimmten Einzelaufträgen nicht veröffentlicht zu werden, wenn ihre Bekanntgabe den Gesetzesvollzug behindern, dem öffentlichen Interesse in anderer Weise zuwiderlaufen, die legitimen geschäftlichen Interessen einzelner Personen berühren oder den fairen Wettbewerb beeinträchtigen würde. (4) Der Auftraggeber teilt den nicht berücksichtigten Bewerbern, die dies schriftlich beantragen, unverzüglich, spätestens innerhalb von 15 Tagen nach Eingang ihres


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(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Antrages die Gründe für die Ablehnung ihrer Bewerbung nehmers sowie Anzahl und Wert der Aufträge, die in um Teilnahme am Verhandlungsverfahren mit. Der Auf- die einzelnen EG-Mitgliedstaaten oder Drittstaaten traggeber kann in Satz 1 genannte Informationen über vergeben worden sind, sowie den Gesamtwert der die Auftragsvergabe zurückhalten, wenn die Weitergabe Aufträge, die aufgrund von Ausnahmeregelungen zum den Gesetzesvollzug vereiteln würde oder sonst nicht Beschaffungsübereinkommen der Welthandelsorganisaim öffentlichen Interesse läge oder den berechtigten tion WTO5 vergeben wurden, und sonstige statistische Geschäftsinteressen von Bewerbern oder dem fairen Angaben, die von der zuständigen Stelle im Einklang mit Wettbewerb schaden würde. diesem Beschaffungsübereinkommen verlangt werden. (5) Einen Beschluss, auf die Vergabe eines dem EG- (3) Auftraggeber nach § 2 Nr. 2 Vergabeverordnung geweiten Wettbewerb unterstellten Auftrages zu verzich- ben über die in Absatz 2 vorgesehenen Angaben hinaus ten, teilt der Auftraggeber dem Amt für amtliche Veröf- den geschätzten Gesamtwert der Aufträge unterhalb fentlichungen der Europäischen Gemeinschaften mit. der Schwellenwerte und neben dem Gesamtwert auch Den Bewerbern teilt der Auftraggeber unverzüglich die die Anzahl der Aufträge unterhalb der Schwellenwerte Gründe mit, aus denen beschlossen wurde, auf die Ver- und neben dem Gesamtwert auch die Anzahl der Aufgabe eines bekannt gemachten Auftrages zu verzichten träge, die aufgrund von Ausnahmeregelungen zum oder das Verfahren erneut einzuleiten. Auf Antrag teilt Beschaffungsübereinkommen der Welthandelsorganier dies in Textform mit. sation WTO vergeben wurden, an. (4) Von den statistischen Angaben nach den Absät§ 18 Vergabevermerk zen 2 und 3 sind Dienstleistungen der Kategorie 8 Über die Vergabe ist ein Vermerk zu fertigen, der die des Anhangs I A und Dienstleistungen des Anhangs I einzelnen Stufen des Verfahrens, die Maßnahmen, B ausgenommen, sofern sie einen Auftragswert nach die Feststellung sowie die Begründung der einzelnen § 2 Nr. 3 Vergabeverordnung ohne Umsatzsteuer nicht Entscheidungen enthält. Die Auftraggeber treffen ge- erreichen. eignete Maßnahmen, um den Ablauf der mit elektronischen Mitteln durchgeführten Vergabeverfahren zu § 20 Wettbewerbe dokumentieren. (1) Wettbewerbe sind Auslobungsverfahren, die dazu dienen, dem Auftraggeber einen Plan oder eine Planung § 19 Melde- und Berichtspflichten zu verschaffen, deren Auswahl durch ein Preisgericht (1) Auf Verlangen der Europäischen Kommission sind aufgrund vergleichender Beurteilungen mit oder ohne aus dem Vergabevermerk folgende Angaben zu über- Verteilung von Preisen erfolgt. mitteln: (2) Die auf die Durchführung von Wettbewerben ana) Name und Anschrift des Auftraggebers, wendbaren Regeln sind den an der Teilnahme am Wettb) Art und Umfang der Leistung, bewerb Interessierten mitzuteilen. c) Wert des Auftrages, (3) Die Zulassung zur Teilnahme an einem Wettbewerb d) Namen der berücksichtigten Bewerber und Gründe darf nicht beschränkt werden für ihre Auswahl, ˑˑ auf das Gebiet eines Mitgliedstaates oder einen Teil e) Namen der ausgeschlossenen Bewerber und die davon, Gründe für die Ablehnung, ˑˑ auf natürliche oder juristische Personen. f) Name des erfolgreichen Bewerbers und die Gründe (4) Bei Wettbewerben mit beschränkter Teilnehmerzahl für die Auftragserteilung sowie – falls bekannt – der haben die Auftraggeber eindeutige und nicht diskrimiAnteil, den der erfolgreiche Bewerber an Dritte wei- nierende Auswahlkriterien festzulegen. Die Zahl der Teilterzugeben beabsichtigt, nehmer muss ausreichen, um einen echten Wettbewerb g) Gründe für die Wahl des Verhandlungsverfahrens, zu gewährleisten. h) Gründe, aus denen auf die Auftragsvergabe verzich- (5) Das Preisgericht darf nur aus Preisrichtern bestehen, tet wurde. die von den Teilnehmern des Wettbewerbes unabhän(2) Die Auftraggeber übermitteln an die zuständige gig sind. Wird von diesen Teilnehmern eine bestimmte Stelle jährlich eine statistische Aufstellung über die berufliche Qualifikation verlangt, muss mindestens ein vergebenen Aufträge. Diese Aufstellung enthält mindestens Angaben über die Anzahl und den Wert der vergebenen Aufträge, aufgeschlüsselt nach den in 5 In den Anwendungsbereich des Beschaffungsübereinkommens der Welthandelsorganisation WTO (ABl. EG Nr. C 256 vom 3.9.96, S.1) § 5 vorgesehenen Verfahren, nach der Kategorie der fallen nicht: Dienstleistungen des Anhangs I B, Dienstleistungen der Kategorie 8 des Anhangs I A. Dienstleistung und nach der Nationalität des Auftrag-


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Drittel der Preisrichter über dieselbe oder eine gleich- tekt zu tragen oder nach den EG- Richtlinien, insbesonwertige Qualifikation verfügen. dere der Richtlinie für die gegenseitige Anerkennung der (6) Das Preisgericht ist in seinen Entscheidungen und Diplome auf dem Gebiete der Architektur6, berechtigt Stellungnahmen unabhängig. Es trifft diese aufgrund ist, in der Bundesrepublik Deutschland als Architekt von Wettbewerbsarbeiten, die anonym vorgelegt wer- tätig zu werden. den, und nur aufgrund von Kriterien, die in der Bekannt- (2) Wird als Berufsqualifikation der Beruf des „Beratenmachung nach Absatz 9 genannt sind. den Ingenieurs“ oder “Ingenieurs“ gefordert, so ist jeder (7) Das Preisgericht hat einen von den Preisrichtern zuzulassen, der nach den Gesetzen der Länder berechzu unterzeichnenden Bericht zu erstellen, über die tigt ist, die Berufsbezeichnung „Beratender Ingenieur“ Rangfolge der von ihm ausgewählten Projekte und die oder „Ingenieur“ zu tragen oder nach der EG-Richtlinie einzelnen Wettbewerbsarbeiten. über eine allgemeine Regelung zur Anerkennung der (8) Auftraggeber, die einen Wettbewerb durchführen Hochschuldiplome7 in der Bundesrepublik Deutschland wollen, teilen ihre Absicht durch Bekanntmachung nach als „Beratender Ingenieur“ oder „Ingenieur“ tätig zu dem in Anhang XII der Verordnung (EG) Nr. 1564/2005 werden. enthaltenen Muster mit. Die Bekanntmachung ist dem (3) Juristische Personen sind als Auftragnehmer zuzuAmt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen lassen, wenn sie für die Durchführung der Aufgabe eiGemeinschaften unverzüglich mitzuteilen. nen verantwortlichen Berufsangehörigen gemäß Absatz (9) § 9 Abs. 3 und 4 gilt entsprechend. 1 und 2 benennen. (10) Auftraggeber, die einen Wettbewerb durchgeführt haben, geben spätestens 48 Tage nach Durchführung § 24 Auftragserteilung eine Bekanntmachung nach Anhang XIII der Verordnung (1) Die Auftragsverhandlungen mit den nach § 10 Abs. (EG) Nr. 1564/2005 an das Amtsblatt der Europäischen 1 ausgewählten Bewerbern dienen der Ermittlung des Gemeinschaften. § 17 gilt entsprechend. Bewerbers, der im Hinblick auf die gestellte Aufgabe am ehesten die Gewähr für eine sachgerechte und § 21 Nachprüfungsbehörden qualitätsvolle Leistungserfüllung bietet. Der AuftraggeIn der Bekanntmachung und der Aufgabenbeschreibung ber führt zu diesem Zweck Auftragsgespräche mit den ist die Stelle anzugeben, an die sich der Bewerber zur ausgewählten Bewerbern durch und entscheidet über Nachprüfung behaupteter Verstöße gegen die Bestim- die Auftragsvergabe nach Abschluss dieser Gespräche. mungen über die Vergabe-und Wettbewerbsverfahren (2) Die Präsentation von Referenzobjekten, die der Bewerber zum Nachweis seiner Leistungsfähigkeit wenden kann. vorlegt, ist zugelassen. Die Ausarbeitung von LösungsKapitel 2: Besondere Vorschriften vorschlägen der gestellten Planungsaufgabe kann vom Auftraggeber nur im Rahmen eines Verfahrens nach zur Vergabe von Architekten- und Absatz 3 oder eines Planungswettbewerbes gemäß Ingenieurleistungen § 25 verlangt werden. Die Auswahl eines Bewerbers darf nicht dadurch beeinflusst werden, dass von Be§ 22 Anwendungsbereich werbern zusätzlich unaufgefordert Lösungsvorschläge (1) Die Bestimmungen dieses Kapitels gelten zusätzlich eingereicht wurden. für die Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistun- (3) Verlangt der Auftraggeber außerhalb eines Planungswettbewerbes Lösungsvorschläge für die Plagen. nungsaufgabe, so sind die Lösungsvorschläge der (2) Architekten- und Ingenieurleistungen sind ˑˑ Leistungen, die von der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) erfasst werden sowie ˑˑ sonstige Leistungen, für die die berufliche Qualifika- 6 Richtlinie des Rates 85/384/EWG vom 10. Juni 1985 für die gegenseitige Anerkennung der Diplome, Prüfungszeugnisse und sonstigen tion des Architekten oder Ingenieurs erforderlich ist Befähigungsnachweise auf dem Gebiet der Architektur und für Maßoder vom Auftraggeber gefordert wird. nahmen zur Erleichterung der tatsächlichen Ausübung des Niederlas§ 23 Qualifikation des Auftragnehmers (1) Wird als Berufsqualifikation der Beruf des Architekten oder der einer seiner Fachrichtungen gefordert, so ist jeder zuzulassen, der nach den Architektengesetzen der Länder berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Archi160

Verdingungsordnung für frei­berufliche Leistungen (VOF)

sungsrechts und des Rechtes auf freien Dienstleistungsverkehr (ABl. EG Nr. L 223) 7 Richtlinie des Rates 89/48/EWG vom 21. Dezember 1988 über eine allgemeine Regelung zur Anerkennung der Hochschuldiplome, die eine mindestens dreijährige Berufsausbildung abschließen (ABl. EG Nr. L 19) Grundsätze und Richtlinien im Sinne von Absatz 1 zur Teilnahme am Wettbewerb berechtigen. Die Preisrichter haben ihr Amt persönlich und unabhängig allein nach fachlichen Gesichtspunkten auszuüben.


§ 26 Unteraufträge Der Auftragnehmer hat die Auftragsleistung selbständig mit seinem Büro zu erbringen. Dem Auftragnehmer kann mit Zustimmung des Auftraggebers gestattet werden, Auftragsleistungen im Wege von Unteraufträgen an Dritte mit entsprechender Qualifikation zu vergeben.

Verdingungsordnung für frei­berufliche Leistungen (VOF)

161

(Bau-) Berufsrecht

§ 25 Planungswettbewerbe (1) Wettbewerbe im Sinne von § 20, die dem Ziel dienen, alternative Vorschläge für Planungen auf dem Gebiet der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens auf der Grundlage veröffentlichter einheitlicher Richtlinien zu erhalten (Planungswettbewerbe), können jederzeit vor, während oder ohne Verhandlungsverfahren ausgelobt werden. In den einheitlichen Richtlinien wird auch die Mitwirkung von Architekten- und Ingenieurkammern an der Vorbereitung und Durchführung der Wettbewerbe geregelt. (2) Der Auslober eines Planungswettbewerbes hat zu gewährleisten, dass jedem Teilnehmer die gleiche Chance eingeräumt wird. Er hat dazu mit der Bekanntmachung des Planungswettbewerbes die Verfahrensart festzulegen. Allen Teilnehmern sind Wettbewerbsunterlagen, Termine, Ergebnisse von Kolloquien und die Antworten auf Rückfragen jeweils zum gleichen Zeitpunkt bekannt zu geben. (3) Mit der Auslobung sind Preise und ggf. Ankäufe auszusetzen, die der Bedeutung und Schwierigkeit der Bauaufgabe sowie dem Leistungsumfang nach dem Maßstab der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure angemessen sind. (4) Ausgeschlossen von der Teilnahme an Planungswettbewerben sind Personen, die infolge ihrer Beteiligung an der Auslobung oder Durchführung des Wettbewerbes bevorzugt sein oder Einfluss auf die Entscheidung des Preisgerichts nehmen können. Das Gleiche gilt für Personen, die sich durch Angehörige oder ihnen wirtschaftlich verbundene Personen einen entsprechenden Vorteil oder Einfluss verschaffen können. (5) Das Preisgericht muss sich in der Mehrzahl aus Preisrichtern zusammensetzen, die aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation die fachlichen Anforderungen in hervorragendem Maße erfüllen, die nach Maßgabe der einheitlichen (6) Das Preisgericht hat in seinen Entscheidungen die in der Auslobung als bindend bezeichneten Vorgaben des Auslobers und die dort genannten Entscheidungskriterien zu beachten. Nicht zugelassene oder über das geforderte Maß hinausgehende Leistungen sollen von der Wertung ausgeschlossen werden. Das Preisgericht hat die für eine Preisverleihung in Betracht zu ziehenden Arbeiten in ausreichender Zahl schriftlich zu bewerten und eine Rangfolge unter ihnen festzulegen. Das Preisgericht kann nach Festlegung der Rangfolge einstimmig eine Wettbewerbsarbeit, die besonders bemerkenswerte Lösungen enthält, aber gegen Vor-

gaben des Auslobers verstößt, mit einem Sonderpreis bedenken. Über den Verlauf der Preisgerichtssitzung ist eine Niederschrift zu fertigen, durch die der Gang des Auswahlverfahrens nachvollzogen werden kann. (7) Jeder Teilnehmer ist über das Ergebnis des Wettbewerbes unter Versendung der Niederschrift der Preisgerichtssitzung unverzüglich zu unterrichten. Spätestens einen Monat nach der Entscheidung des Preisgerichts sind die Wettbewerbsarbeiten mit Namensangaben der Verfasser unter Auslegung der Niederschrift auszustellen. (8) Soweit ein Preisträger wegen Verstoßes gegen Wettbewerbsregeln nicht berücksichtigt werden kann, rücken die übrigen Preisträger sowie sonstige Teilnehmer in der Rangfolge des Preisgerichts nach, soweit das Preisgericht ausweislich seiner Niederschrift nichts anderes bestimmt hat. (9) Soweit und sobald die Wettbewerbsaufgabe realisiert werden soll, sind einem oder mehreren der Preisträger weitere Planungsleistungen nach Maßgabe der in Absatz 1 genannten einheitlichen Richtlinien zu übertragen, sofern mindestens einer der Preisträger eine einwandfreie Ausführung der zu übertragenden Leistungen gewährleistet und sonstige wichtige Gründe der Beauftragung nicht entgegenstehen. (10) Urheberrechtlich und wettbewerbsrechtlich geschützte Teillösungen von Wettbewerbsteilnehmern, die bei der Auftragserteilung nicht berücksichtigt worden sind, dürften nur gegen eine angemessene Vergütung genutzt werden.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Bewerber nach den Honorarbestimmungen der HOAI zu vergüten.


Anhang I Teil A11

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

KateBezeichnung gorie

CPC- ReferenzCPV-Referenznummern nummern2

1 Instandhaltung und Reparatur

6112, 6122, 633, 886

2 Landverkehr3, einschließlich Geldtransport und Kurierdienste, ohne Postverkehr

712 (außer 71235) 7512, 87304

3 Fracht- und Personenbeförderung im Flugverkehr, ohne Postverkehr 4 Postbeförderung im Landverkehr4 sowie Luftpostbeförderung 5 Fernmeldewesen

73 (außer 7321) 71235, 7321

6 Finanzielle Dienstleistungen: a) Versicherungsdienstleistungen b) Bankdienstleistungen und Wertpapiergeschäfte5 7 Datenverarbeitung und verbundene Tätigkeiten

ex 81, 812, 814 84

8 Forschung und Entwicklung6

85

752

9 Buchführung, -haltung und -prüfung 10 Markt- und Meinungsforschung

862 864

11 Unternehmensberatung7 und verbundene Tätigkeiten

865, 866

12 Architektur, technische Beratung und Planung, integrierte technische Leistungen, Stadt und Landschaftsplanung, zugehörige wissenschaftliche und technische Beratung, technische Versuche und Analysen 13 Werbung

867

14 Gebäudereinigung und Hausverwaltung 15 Verlegen und rucken gegen Vergütung oder auf vertraglicher Grundlage 16 Abfall- und Abwasserbeseitigung, sanitäre und ähnliche Dienstleistungen

Von 501.00000 bis 50982000 (außer 5031.0000 bis 50324200 und 50116510-9, 50190000-3, 50229000-6, 50243000-0) Von 60112000-6 bis 60129300-1 (außer 60121.000 bis 60121600, 601222001, 60122230-0), und von 64120000-3 bis 64121200-2 Von 621.00000-3 bis 62300000-5 (außer 62121.000-6, 62221.000-7) 60122200-1, 60122230-0 62121.000-6, 62221.000-7 Von 64200000-8 bis 64228200-2, 72318000-7, und von 72530000-9 bis 72532000-3 Von 661.00000-1 bis 66430000-3 und von 6711.0000-1 bis 67262000-1 (4) Von 50300000-8 bis 50324200-4, von 721.00000-6 bis 72591.000-4 (außer 72318000-7 und von 72530000-9 bis 72532000-3) Von 73000000-2 bis 73300000-5 (außer 73200000-4, 7321.0000-7, 7322000-0) Von 74121.000-3 bis 74121250-0 Von 74130000-9 bis 74133000-0, und 744231001, 74423110-4 Von 73200000-4 bis 73220000-0, von 74140000-2 bis 74150000-5 (außer 741422008), und 74420000-9, 74421.000-6, 744230000, 74423200-2, 74423210-5, 74871.000-5, 93620000-0 Von 74200000-1 bis 74276400-8, und von 7431.0000-5 bis 74323100-0, und 74874000-6

871

Von 74400000-3 bis 74422000-3 (außer 74420000-9 und 74421.000-6) 874, 82201 bis Von 70300000-4 bis 70340000-6, und von 82206 7471.0000-9 bis 74760000-4 88442 Von 78000000-7 bis 78400000-1 94

Von 901.00000-8 bis 90320000-6, und 501900003, 50229000-6, 50243000-0

1 Bei unterschiedlichen Auslegungen zwischen CPV und CPC gilt die CPC-Nomenklatur. 2 CPC-Nomenklatur (vorläufige Fassung), die zur Festlegung des Anwendungsbereichs der Richtlinie 92/50/EWG verwendet wird. 3 Ohne Eisenbahnverkehr der Kategorie 18. 4 Ohne Eisenbahnverkehr der Kategorie 18. 5 Ohne Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit Ausgabe, Verkauf, Ankauf oder Übertragung von Wertpapieren oder anderen Finanzinstrumenten und mit Zentralbankdiensten. Ausgenommen sind ferner Dienstleistungen zum Erwerb oder zur Anmietung – ganz gleich, nach welchen

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Verdingungsordnung für frei­berufliche Leistungen (VOF)


Finanzmodalitäten – von Grundstücken, bestehenden Gebäuden oder anderem unbeweglichen Eigentum oder betreffend Rechte daran; Finanzdienstleistungen, die bei dem Vertrag über den Erwerb oder die Anmietung mit ihm gleichlaufend, ihm vorangehend oder im Anschluss an ihn gleich in welcher Form erbracht werden, fallen jedoch darunter. 6 Ohne Aufträge über Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen anderer Art als diejenigen, deren Ergebnisse ausschließlich Eigentum des Auftraggebers für seinen Gebrauch bei der Ausübung seiner eigenen Tätigkeit sind, sofern die Dienstleistung vollständig durch den Auftraggeber vergütet wird. 7 Ohne Schiedsgerichts- und Schlichtungsleistungen.

CPV-ReferenzCPV-Referenznummern nummern

17

Gaststätten und Beherbergungsgewerbe

64

18 19

Eisenbahnen Schifffahrt

711 72

20

Neben- und Hilfstätigkeiten des Verkehrs

74

21 22

Rechtsberatung Arbeits- und Arbeitskräftevermittlung1

861 872

23 24 25

Auskunfts- und Schutzdienste, ohne Geldtransport Unterrichtswesen und Berufsausbildung Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen

873 (außer 87304) 92 93

26

Erholung, Kultur und Sport2

96

27

Sonstige Dienstleistungen1, 2

Von 55000000-0 bis 55524000-9, und von 93400000-2 bis 93411.000-2 60111.000-9, und von 60121.000-2 bis 60121600-8 Von 61.000000-5 bis 61530000-9, und von 63370000-3 bis 63372000-7 62400000-6, 62440000-8, 62441.000-5, 62450000-1, von 63000000-9 bis 63600000-5 (außer 633700003, 63371.000-0, 63372000-7), und 743220002, 9361.0000-7 Von 7411.0000-3 bis 74114000-1 Von 74500000-4 bis 74540000-6 (außer 74511.000-4), und von 95000000-2 bis 95140000-5 Von 74600000-5 bis 74620000-1 Von 801.00000-5 bis 80430000-7 74511.000-4, und von 85000000-9 bis 85323000-9 (außer 85321.000-5 und 85322000-2) Von 74875000-3 bis 74875200-5, und von 92000000-1 bis 92622000-7 (außer 92230000-2)

1 Mit Ausnahme von Arbeitsverträgen. 2 Mit Ausnahme von Aufträgen über Erwerb, Entwicklung, Produktion oder Koproduktion von Programmen durch Sendeunternehmen und Verträgen über Sendezeit.

Anhang II – Anforderungen an die Geräte, die für den elektronischen Empfang der Anträge auf Teilnahme und der Angebote verwendet werden

zeitig und erst nach dem festgesetzten Zeitpunkt tätig werden und g) die übermittelten Daten ausschließlich den zur Kenntnisnahme bestimmten Personen zugänglich bleiben.

Die Geräte müssen gewährleisten, dass a) für die Angebote eine elektronische Signatur verwendet werden kann, b) Tag und Uhrzeit des Eingangs der Teilnahmeanträge oder Angebote genau bestimmbar sind, c) ein Zugang zu den Daten nicht vor Ablauf des hierfür festgesetzten Termins erfolgt, d) bei einem Verstoß gegen das Zugangsverbot der Verstoß sicher festgestellt werden kann, e) ausschließlich die hierfür bestimmten Personen den Zeitpunkt der Öffnung der Daten festlegen oder ändern können, f) der Zugang zu den übermittelten Daten nur möglich ist, wenn die hierfür bestimmten Personen gleich-

Anhang TS – Technische Spezifikationen Begriffsbestimmungen 1. „Technische Spezifikationen“ sind sämtliche, insbesondere in den Vergabeunterlagen enthaltenen, technischen Anforderungen an ein Material, ein Erzeugnis oder eine Lieferung, mit deren Hilfe das Material, das Erzeugnis oder die Lieferung so bezeichnet werden können, dass sie ihren durch den Auftraggeber festgelegten Verwendungszweck erfüllen. Zu diesen technischen Anforderungen gehören Qualitätsstufen, Umweltleistungsstufen, die Konzeption für alle Verwendungsarten („Design for all“) einschließlich des Zugangs für Menschen mit Behinderungen sowie Konformitätsbewertung, VorVerdingungsordnung für frei­berufliche Leistungen (VOF)

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Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

KateBezeichnung gorie

(Bau-) Berufsrecht

Teil B


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

gaben für Gebrauchstauglichkeit, Verwendung, Sicherheit und Abmessungen, einschließlich Vorschriften für Verkaufsbezeichnung, Terminologie, Bildzeichen, Prüfungen und Prüfverfahren, Verpackung, Kennzeichnung und Beschriftung sowie Produktionsprozesse und -methoden sowie über Konformitätsbewertungsverfahren. Außerdem gehören dazu auch die Vorschriften für die Planung und Berechnung von Bauwerken, die Bedingungen für die Prüfung, Inspektion und Abnahme von Bauwerken, die Konstruktionsmethoden oder -verfahren und alle anderen technischen Anforderungen, die der Auftraggeber bezüglich fertiger Bauwerke oder der dazu notwendigen Materialien oder Teile durch allgemeine oder spezielle Vorschriften anzugeben in der Lage ist. 2. „Norm“ ist eine technische Spezifikation, die von einer anerkannten Normenorganisation zur wiederholten oder ständigen Anwendung angenommen wurde, deren Einhaltung grundsätzlich nicht zwingend vorgeschrieben ist. 3. „Internationale Norm“ Norm, die von einem internationalen Normungsgremium angenommen wird und der Öffentlichkeit zugänglich ist. 4. „Europäische Norm“ Norm, die von einem europäischen Normungsgremium angenommen wird und der Öffentlichkeit zugänglich ist. 5. „Nationale Norm“ Norm, die von einem nationalen Normungsgremium angenommen wird und der Öffentlichkeit zugänglich ist. 6. „Europäische technische Zulassung“ ist eine positive technische Beurteilung der Brauchbarkeit eines Produkts hinsichtlich der Erfüllung der wesentlichen Anforderungen an bauliche Anlagen; sie erfolgt aufgrund der spezifischen Merkmale des Produkts und der festgelegten Anwendungs- und Verwendungsbedingungen. Die europäische technische Zulassung wird von einer zu diesem Zweck vom Mitgliedstaat zugelassenen Organisation ausgestellt. 7. „Gemeinsame technische Spezifikation“ ist eine technische Spezifikation, die nach einem von den Mitgliedstaaten anerkannten Verfahren erarbeitet wurde, und die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht wurde. 8. „Technische Bezugsgröße“ ist jeder Bezugsrahmen, der keine offizielle Norm ist und von den europäischen Normungsgremien nach an die Bedürfnisse des Marktes angepassten Verfahren erarbeitet wurde.

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Richtlinien für Planungs­wettbewerbe (RPW 2008)

Richtlinien für Planungs­ wettbewerbe (RPW 2008) Fassung vom 12. September 2008

Inhalt § 1 Grundsätze (1) Definition (2) Ziele des Wettbewerbs (3) Gleichbehandlung (4) Anonymität (5) Kleinere Büroorganisationen und Berufsanfänger § 2 Wettbewerbsbeteiligte (1) Auslober (2) Teilnehmer (3) Preisgericht (4) Weitere Beteiligte § 3 Wettbewerbsarten/-verfahren (1) Offener Wettbewerb (2) Nichtoffener Wettbewerb (3) Zweiphasiges Verfahren (4) Kooperatives Verfahren § 4 Wettbewerbsteilnahme (1) Anforderungen an die Teilnahme (2) Teilnahmehindernis § 5 Wettbewerbsdurchführung (1) Auslobung (2) Wettbewerbsbeiträge (3) Erklärungen § 6 Preisgericht (1) Zusammensetzung und Qualifikation (2) Arbeitsweise § 7 Prämierung (1) Preise und Anerkennungen (2) Wettbewerbssumme § 8 Abschluss des Wettbewerbs (1) Ergebnis und Öffentlichkeit (2) Auftrag (3) Nutzung § 9 Besondere Bestimmungen für öffentliche Auslober (1) Anzuwendende Vorschriften (2) Nachprüfung Schlussbestimmungen Anlagen Anlage I: Liste der notwendigen Angaben in der Auslobung, Bekanntmachung von EG-Wettbewerben Anlage II: Kennzeichnung, Einlieferung und Verfassererklärung Anlage III: Regelablauf der Vorprüfung Anlage IV: Regelablauf der Preisgerichtsitzung


Richtlinien für Planungs­wettbewerbe (RPW 2008)

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(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Präambel ˑˑ Städtebau, Stadtplanung, Stadtentwicklung Die Bedeutung des öffentlichen Raums und die Quali- ˑˑ Landschafts- und Freiraumplanung tät der gebauten Umwelt für unsere Gesellschaft sind ˑˑ Planung von Gebäuden und Innenräumen unumstritten. Bei großen Bauaufgaben ist es selbstver- ˑˑ Planung von Ingenieurbauwerken und Verkehrsanlagen ständlich, dass eben diese Qualität am ehesten mithilfe des Ideen-Wettstreits um die beste Lösung für städte- ˑˑ technische Fachplanungen bauliche, architektonische, baulich-konstruktive oder Diese Richtlinien können auch für Wettbewerbe im künstlerische Aufgaben erreicht und erhalten werden Bereich Kunst und Design Anwendung finden. kann. Aber auch bei kleineren Baumaßnahmen und Wettbewerbe können sich sowohl auf Neuplanungen beim Bauen im Bestand hat sich diese Form der Ver- als auch auf Planungen im Bestand beziehen. (2) Ziele des Wettbewerbs gabe von Planungsleistungen bewährt. Alle Regeln für derartige Wettbewerbe in Deutsch- Wettbewerbe zielen darauf, alternative Ideen und optiland beruhen auf bereits 1867 definierten elementaren mierte Konzepte für die Lösung von Planungsaufgaben Grundsätzen und Prinzipien. Diese Grundsätze haben und den geeigneten Auftragnehmer für die weitere Planung zu finden. Sie können auch auf die Lösung bis heute ihre Gültigkeit: ˑˑ Die Gleichbehandlung aller Teilnehmer im Wettbe- konzeptioneller Aufgaben zielen. Wettbewerbe dienen werb, auch im Bewerbungsverfahren insbesondere dazu, die Qualität des Planens, Bauens ˑˑ Die klare und eindeutige Aufgabenstellung und der Umwelt zu fördern, und leisten einen wichtigen ˑˑ Das angemessene Preis-Leistungs-Verhältnis Beitrag zur Baukultur. ˑˑ Das kompetente Preisgericht (3) Gleichbehandlung ˑˑ Die Anonymität der Wettbewerbsbeiträge Die Bewerber werden beim Zugang zum Wettbewerb ˑˑ Das Auftragsversprechen und im Verfahren gleich behandelt. Für alle Teilnehmer Wettbewerbe nach Regeln, die auf diesen Grundsät- gelten die gleichen Bedingungen und Fristen. zen basieren, bieten ein Zeit und Kosten sparendes Ihnen werden die gleichen Informationen jeweils zum Planungs- und Vergabeinstrument. Wettbewerbe erlau- gleichen Zeitpunkt übermittelt. ben es den Auftraggebern, in einem klar strukturierten, (4) Anonymität transparenten Verfahren den geeigneten Auftragneh- Die Wettbewerbsbeiträge bleiben bis zur Entscheidung mer zu finden. Auftraggeber und Auftragnehmer fin- des Preisgerichts anonym, bei mehrphasigen den auf faire und partnerschaftliche Weise zueinander. Wettbewerben bis zum Abschluss des gesamten VerWettbewerbe fordern im wetteifernden Vergleich die fahrens. schöpferischen Kräfte heraus und fördern innovative (5) Kleinere Büroorganisationen und Berufsanfänger Kleinere Büroorganisationen und Berufsanfänger Lösungen. Zukunftsgerechte Qualität des Bauens und Moderni- sollen angemessen beteiligt werden. sierens entwickelt sich insbesondere über qualifizierte Wettbewerbe. Dabei sind sowohl die ästhetische, tech- § 2 Wettbewerbsbeteiligte nische, funktionale, ökologische und soziokulturelle wie (1) Auslober auch die wirtschaftliche Qualität von Neubauten und Auslober sind öffentliche oder private Auftraggeber, zu modernisierenden Gebäuden sowie von städtebau- die zur Lösung einer Aufgabe einen Wettbewerb auslichen und Infrastruktur- Entwürfen gemeint. Wettbe- schreiben. Der Auslober definiert die Aufgabe, lobt den werbe dienen nicht nur der Qualitätsfindung, sie sind Wettbewerb aus, bestimmt die Verfahrensart und beruft auch ein hervorragendes Instrument der öffentlichen das Preisgericht. (2) Teilnehmer Vermittlung von Architektur und Baukultur. Teilnehmer sind natürliche oder juristische Personen, § 1 Grundsätze die den Anforderungen an die Teilnahme genügen. (1) Definition (3) Preisgericht Wettbewerbe sind Auslobungsverfahren, die dazu die- Das Preisgericht ist unabhängiger Berater des Ausnen, dem Auftraggeber einen Plan oder eine Planung lobers. Es sollte bei der Vorbereitung und Auslobung zu verschaffen, deren Auswahl durch ein Preisgericht des Wettbewerbs, z. B. im Rahmen einer Preisrichtervoraufgrund vergleichender Beurteilungen erfolgt. besprechung, mitwirken. Das Preisgericht entscheidet Wettbewerbe können sich insbesondere auf folgende über die Wettbewerbsarbeiten. Aufgabenfelder erstrecken und sollen in geeigneten Fäl- (4) Weitere Beteiligte len interdisziplinär angelegt sein: Wettbewerbsbetreuer nehmen die Interessen des Aus-


(Bau-) Berufsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

lobers wahr. Sie wirken bei der Erstellung der Auslobung, ˑˑ die Teilnehmer für die 2. Phase werden nach Beurteilung der Lösungsansätze durch das Preisgericht bei der Organisation und Durchführung des Verfahrens ausgewählt. mit und übernehmen in der Regel die Vorprüfung. Sie haben die Qualifikation der Teilnehmer. Fachkundige 2. Phase: Auslober können die Wettbewerbsbetreuung auch ˑˑ die Zahl der Teilnehmer muss der Bedeutung der Wettbewerbsaufgabe angemessen sein; selbst erbringen. Sachverständige sind anerkannte Fachleute ihres ˑˑ die Besetzung des Preisgerichts bleibt unverändert. Fachgebietes. Der Auslober kann sie zur Beratung bei (4) Kooperatives Verfahren der Vorbereitung des Wettbewerbs, bei der Vorprüfung Wenn eine Aufgabe oder ihre Ziele vom Auslober nicht und im Preisgericht hinzuziehen. eindeutig definiert werden können, z. B. bei städtebauArchitekten- und Ingenieurkammern wirken vor, lichen Aufgaben, kann er das kooperative Verfahren während und nach einem Wettbewerb beratend mit; wählen. Besonderes Kennzeichen ist die schrittweise sie registrieren den Wettbewerb. Mit der Registrierung Annäherung an Aufgabe und Ziele in einem Meinungswird bestätigt, dass die Auslobungsbedingungen dieser austausch zwischen den Beteiligten. Dabei müssen alle Richtlinie entsprechen. Teilnehmer auf dem gleichen Informationsstand gehalten werden. Die Anonymität nach § 1 kann ausnahms§ 3 Wettbewerbsarten und -verfahren weise, z. B. zur Präsentation von Zwischen- und Ender(1) Offener Wettbewerb gebnissen, aufgehoben werden. Bei Wettbewerben der Auslober schreiben den Wettbewerb öffentlich aus. öffentlichen Auslober im Anwendungsbereich der VOF Interessierte Fachleute, welche die fachlichen und ist das Kooperative Verfahren nicht anzuwenden. persönlichen Anforderungen an die Teilnahme erfüllen, können einen Lösungsvorschlag einreichen. Private § 4 Wettbewerbsteilnahme Auslober können den Teilnehmerkreis einschränken (1) Anforderungen an die Teilnahme (z. B. regional). Die Teilnahmebedingungen leiten sich aus der Aufgabe (2) Nichtoffener Wettbewerb und der dafür erforderlichen beruflichen Qualifikation ab. Auslober fordern interessierte Fachleute öffentlich zur Teilnahmeberechtigt sind natürliche und juristische Bewerbung auf. In der Wettbewerbsbekanntmachung Personen, welche die in der Auslobung geforderten bzw. der Aufforderung zur Bewerbung sind die ange- fachlichen Anforderungen sowie die sonstigen Zulasstrebte Zahl an Teilnehmern, die vorzulegenden Nach- sungsvoraussetzungen erfüllen. weise, das zur Auswahl der Teilnehmer angewandte Bei natürlichen Personen sind die fachlichen AnfordeVerfahren sowie ggf. die Namen bereits ausgewählter rungen erfüllt, wenn sie die in der Auslobung genannte Teilnehmer anzugeben. Die Teilnehmerzahl soll der Berufsbezeichnung führen dürfen. Bei juristischen PerGröße und Bedeutung der Wettbewerbsaufgabe ange- sonen sind die fachlichen Anforderungen erfüllt, wenn messen sein. Auslober wählen die Teilnehmer anhand der satzungsgemäße Geschäftszweck Planungsleistuneindeutiger, nicht diskriminierender und in der Regel gen sind, die der Wettbewerbsaufgabe entsprechen. aufgabenbezogener qualitativer Kriterien aus dem Kreis Außerdem müssen der zu benennende bevollmächtigte der Bewerber aus. Ist die Bewerberanzahl nach einer Vertreter und der Verfasser der Wettbewerbsarbeit die objektiven Auswahl entsprechend diesen Kriterien zu fachlichen Anforderungen, die an natürliche Personen hoch, kann die Auswahl unter den verbleibenden Be- gestellt werden, erfüllen. Zusätzliche fachliche Anfordewerbern durch Los getroffen werden. Private Auslober rungen können in der Auslobung oder der Aufforderung können die Teilnehmer auch direkt oder durch Los be- zur Bewerbung gestellt werden. stimmen. Bei Nichtoffenen Wettbewerben werden die Arbeitsgemeinschaften natürlicher und juristischer ausgewählten Teilnehmer in der Regel namentlich in der Personen sind teilnahmeberechtigt, wenn jedes Mitglied Auslobung aufgeführt. der Arbeitsgemeinschaft teilnahmeberechtigt ist. Jedes (3) Zweiphasiges Verfahren Mitglied der Arbeitsgemeinschaft ist zu benennen. Offene und Nichtoffene Wettbewerbe können auch in (2) Teilnahmehindernis zwei Phasen nach folgenden Maßgaben durchgeführt Ausgeschlossen von der Teilnahme an Wettbewerben werden: sind Personen, die infolge ihrer Beteiligung an der Aus1. Phase: lobung oder Durchführung des Wettbewerbes bevorzugt ˑˑ die Teilnahme steht allen teilnahmeberechtigten Per- sein oder Einfluss auf die Entscheidung des Preisgesonen offen; richts nehmen können. Das Gleiche gilt für Personen, ˑˑ Beschränkung auf grundsätzliche Lösungsansätze; die sich durch Angehörige oder ihnen wirtschaftlich 166

Richtlinien für Planungs­wettbewerbe (RPW 2008)


§ 6 Preisgericht (1) Zusammensetzung und Qualifikation Die Mitglieder des Preisgerichts haben ihr Amt persönlich und unabhängig allein nach fachlichen Gesichtspunkten auszuüben. Das Preisgericht darf nur aus natürlichen Personen bestehen, die von den Teilnehmern des Wettbewerbs unabhängig sind. Bei Wettbewerben der öffentlichen Auslober setzt sich das Preisgericht in der Mehrzahl aus Preisrichtern mit der beruflichen Qualifikation der Teilnehmer (Fachpreisrichter) zusammen; hiervon ist die Mehrheit unabhängig vom Auslober. Die Zahl der Preisrichter ist ungerade. Davon abweichend besteht bei Wettbewerben der privaten Auslober mindestens die Hälfte der Preisrichter aus Fachpreisrichtern; hiervon ist die Mehrheit unabhängig vom Auslober.

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§ 5 Wettbewerbsdurchführung (1) Auslobung Der Auslober beschreibt in der Auslobung (siehe AnlageI) die Aufgabe und die Wettbewerbsbedingungen klar und eindeutig. Er definiert die Anforderungen und die Zielvorstellungen, benennt seine Anregungen und verbindlichen Vorgaben und legt die verlangten Leistungen und die Kriterien zur Beurteilung der Entwurfsvorschläge fest. Kolloquien dienen dem Dialog zwischen Auslober und Teilnehmern, zur Klärung von Rückfragen sowie der Präzisierung der Aufgabe. Das Protokoll wird Bestandteil der Auslobung. (2) Wettbewerbsbeiträge Jeder Teilnehmer reicht nur eine Wettbewerbsarbeit ein. Art und Umfang gehen nicht über das geforderte Maß hinaus. Wettbewerbsarbeiten mit Minderleistungen können vom Preisgericht zugelassen werden, wenn eine Beurteilung möglich ist. Mehrleistungen werden von der Beurteilung ausgeschlossen. (3) Erklärungen Die Teilnehmer haben unter Beachtung der Anforderungen an die Anonymität ihre Anschrift sowie die Namen von beteiligten Mitarbeitern und Sachverständigen anzugeben; im Falle der Teilnahme von Gesellschaften oder Arbeitsgemeinschaften sind ergänzend der bevollmächtigte Vertreter und Verfasser zu benennen. Die Verfassererklärung ist von den Teilnehmern, bei Gesellschaften/Arbeitsgemeinschaften durch den bevollmächtigten Vertreter zu unterzeichnen.

Der Auslober bestimmt die Preisrichter und Stellvertreter. Bei interdisziplinären Wettbewerben ist jede Fachrichtung vertreten. Zur Sicherstellung der Beschlussfähigkeit beruft der Auslober eine ausreichende Anzahl von Stellvertretern. Das Preisgericht wählt seinen Vorsitzenden aus dem Kreis der unabhängigen Preisrichter mit der beruflichen Qualifikation der Teilnehmer. (2) Arbeitsweise Das Preisgericht tagt in der Regel nicht öffentlich. Die Fachpreisrichter müssen während der gesamten Preisgerichtssitzung anwesend sein. Bei Ausfall eines Fachpreisrichters beruft das Preisgericht für die gesamte weitere Dauer der Preisgerichtssitzung einen stellvertretenden Preisrichter an seine Stelle, der während der bisherigen Sitzung des Preisgerichts ständig anwesend war. Die übrigen Preisrichter können vorübergehend von ihren Stellvertretern ersetzt werden, wenn sie in den Meinungsbildungsprozess eingebunden bleiben. Das Preisgericht entscheidet grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Für Preisrichter besteht Abstimmungszwang. Bei Wettbewerben der privaten Auslober hat in Pattsituationen der Vertreter des Auslobers die Entscheidungskompetenz. Die Preisrichter haben bis zum Beginn der Preisgerichtssitzung keine Kenntnisse von den eingereichten Wettbewerbsarbeiten. Das Preisgericht lässt alle Arbeiten zu, die ˑˑ den formalen Bedingungen der Auslobung entsprechen, ˑˑ die bindenden Vorgaben der Auslobung erfüllen, ˑˑ in wesentlichen Teilen dem geforderten Leistungsumfang entsprechen, ˑˑ termingerecht eingegangen sind, ˑˑ keinen Verstoß gegen den Grundsatz der Anonymität erkennen lassen. Das Preisgericht bewertet die Wettbewerbsarbeiten nach den in der Auslobung bezeichneten Vorgaben des Auslobers und den dort bzw. in der Bekanntmachung genannten Entscheidungskriterien. Es wählt die Arbeiten aus, die den Anforderungen der Auslobung am besten gerecht werden. Das Preisgericht hat die für eine Preisverleihung in Betracht zu ziehenden Arbeiten in ausreichender Zahl schriftlich zu bewerten und eine Rangfolge unter ihnen festzulegen. Es soll eine Empfehlung für die zweckmäßige weitere Entwicklung und Bearbeitung der Aufgabe aussprechen. Das Preisgericht erteilt Preise und Anerkennungen auf der Grundlage der Rangfolge der Arbeiten der engeren Wahl. Der Entscheidungsprozess wird nachvollziehbar dokumentiert (Protokoll).

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verbundene Personen einen entsprechenden Vorteil oder Einfluss verschaffen können.


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§ 7 Prämierung Höhe des zuerkannten Preises nicht erneut vergütet, (1) Preise und Anerkennungen wenn und soweit der Wettbewerbsentwurf in seinen weFür die besten Arbeiten werden Preise und gegebenen- sentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung falls Anerkennungen ausgelobt. zugrunde gelegt wird. Art und Umfang der Beauftragung müssen sicherstelPreise werden Arbeiten zuerkannt, auf deren Grundlage die Aufgabe realisiert werden kann. Anerkennungen len, dass die Qualität des Wettbewerbsentwurfs umgewerden für bemerkenswerte Teilleistungen vergeben. setzt wird. Sie erstreckt sich in der Regel mindestens (2) Wettbewerbssumme bis zur abgeschlossenen Ausführungsplanung. Für Preise und Anerkennungen stellt der Auslober als Preisrichter, Sachverständige, Wettbewerbsbetreuer/ verbindlichen Rahmen einen Gesamtbetrag (Wettbe- -vorprüfer und Berater dürfen später keine Planungswerbssumme) zur Verfügung. Die Berechnungsgrund- leistungen für die Wettbewerbsaufgabe übernehmen. lage der Wettbewerbssumme ist mindestens das Hono- (3) Nutzung rar, das üblicherweise für die geforderte Wettbewerbs- Wettbewerbsarbeiten dürfen vom Auslober veröffentleistung nach der jeweils geltenden Honorarordnung licht werden. Sie dürfen für den vorgesehenen Zweck vergütet wird. genutzt werden, wenn der Verfasser mit der weiteren Die ausgelobte Wettbewerbssumme ist auszuschöp- Bearbeitung beauftragt ist. Ansonsten verbleiben alle fen. Die Aufteilung der Wettbewerbssumme kann durch Rechte nach dem Urheberrechtsgesetz bei den Vereinstimmigen Beschluss des Preisgerichts neu festge- fassern. Die mit Preisen ausgezeichneten Arbeiten werden Eigentum des Auslobers. Urheberrechtlich legt werden. Die Höhe der Wettbewerbssumme ist der Bedeutung und wettbewerbsrechtlich geschützte Teillösungen von und Schwierigkeit der Aufgabe und der geforderten Wettbewerbsteilnehmern, die bei der Auftragserteilung Leistung angemessen. Ist eine Umsetzung des Projekts nicht berücksichtigt worden sind, dürfen nur gegen eine von vornherein nicht vorgesehen, wird das Preisgeld angemessene Vergütung genutzt werden. angemessen erhöht. Die Summe der Preise und Anerkennungen kann § 9 Besondere Bestimmungen für öffentliche teilweise als Aufwandsentschädigung ausgeschüttet Auslober (1) Anzuwendende Vorschriften werden. Die auf die Durchführung von Wettbewerben anwendba§ 8 Abschluss des Wettbewerbs ren Regeln sind den an der Teilnahme am Wettbewerb (1) Ergebnis und Öffentlichkeit Interessierten mitzuteilen. Bei Wettbewerben sind die Der Auslober informiert die Teilnehmer unverzüglich Vorschriften der Verdingungsordnung für freiberufliche über das Ergebnis durch Versendung des Protokolls Leistungen (VOF) anzuwenden, sofern der Schwellender Preisgerichtssitzung. Der Auslober stellt spätestens wert nach § 2 Nr. 5 der Vergabeverordnung erreicht einen Monat nach der Entscheidung des Preisgerichts oder überstiegen wird. Hierfür gilt der geschätzte Aufalle eingereichten Wettbewerbsarbeiten mit Namens- tragswert der Dienstleistung, die aus dem Auslobungsangaben der Verfasser unter Auslegung des Protokolls verfahren hervorgeht, einschließlich der Wettbewerböffentlich aus. sprämien und Zahlungen an Bewerber. Soweit ein Preisträger wegen mangelnder TeilnahmeIm Anwendungsbereich der VOF können Planungsberechtigung oder Verstoßes gegen Wettbewerbsregeln wettbewerbe vor, während oder ohne Verhandlungsvernicht berücksichtigt werden kann, rücken die übrigen fahren ausgelobt werden. Preisträger sowie sonstige Teilnehmer in der Rangfolge (2) Nachprüfung des Preisgerichts nach, soweit das Preisgericht ausweis- Bei Wettbewerben im Anwendungsbereich der VOF ist lich seines Protokolls nichts anderes bestimmt hat. in der Bekanntmachung und in der Auslobung die Stelle (2) Auftrag anzugeben, an die sich der Bewerber zur Nachprüfung Bei der Umsetzung des Projekts ist einer der Preisträ- behaupteter Verstöße gegen die Bestimmungen über ger unter Würdigung der Empfehlung des Preisgerichts Vergabe- und Wettbewerbsverfahren wenden kann. mit den weiteren Planungsleistungen zu beauftragen, sofern kein wichtiger Grund der Beauftragung entge- Schlussbestimmungen gensteht. Bei interdisziplinären Wettbewerben ist die Die Wettbewerbsordnung 2008 tritt in der Fassung vom Arbeitsgemeinschaft zu beauftragen. Im Falle einer 12.09.2008 mit Wirkung vom 01.01.2009 in Kraft. weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb bereits erbrachte Leistungen des Preisträgers bis zur 168

Richtlinien für Planungs­wettbewerbe (RPW 2008)


Anlage II: Kennzeichnung, Einlieferung und Inhalt der Verfassererklärung 1. Kennzeichnung Der Teilnehmer hat seine Wettbewerbsarbeit in allen Teilen nur durch eine Kennzahl zu bezeichnen. Die Kennzahl muss aus sechs verschiedenen arabischen Ziffern bestehen und auf jedem Blatt und jedem Schriftstück in der rechten oberen Ecke sowie auf den Modellen angebracht sein. Die Erklärung nach § 5 (3) ist in einem mit der Kennzahl versehenen, verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag einzureichen. 2. Einlieferung Als Zeitpunkt der Einlieferung gilt: ˑˑ die auf der Empfangsbestätigung vermerkte Datumsund Zeitangabe, wenn die Arbeit/das Modell bei der angegebenen Adresse persönlich abgegeben wird, ˑˑ das auf dem Einlieferungsschein angegebene Datum unabhängig von der Uhrzeit, wenn die Arbeit/das Modell bei der Post, der Bahn oder einem anderen Transportunternehmen aufgegeben wird. Der Teilnehmer sorgt dafür, dass er den Nachweis über die rechtzeitige Einlieferung führen kann. Da der (Datums-/Post-/Tages-) Stempel auf dem Versandgut oder der Begleitzettel ein Datum aufweisen kann, das nach dem Abgabetermin liegt, ist der Einlieferungsschein maßgebend. Einlieferungsscheine sind daher bis zum Abschluss des Verfahrens aufzubewahren und auf Richtlinien für Planungs­wettbewerbe (RPW 2008)

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Die Auslobung soll im Einzelnen folgende Angaben enthalten: 1. Anlass und Zweck des Wettbewerbs; 2. die Bezeichnung des Auslobers und seiner Vertretung; 2a. die Angabe der Registriernummer bei der zuständigen Architekten- und Ingenieurkammer der jeweiligen Bundesländer 3. Gegenstand und Art des Wettbewerbs; 4. den Zulassungsbereich; 5. die Beschreibung der Wettbewerbsaufgabe; 6. bei interdisziplinären Wettbewerben die erforderlichen Fachbeiträge mit ihren jeweiligen Anforderungen; 7. die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Wettbewerbes; 8. die Teilnahmeberechtigung; 9. die Namen von außerhalb des Zulassungsbereiches eingeladenen Teilnehmern, ggf. die Namen aller Teilnehmer; 10. die Namen der Preisrichter, stellvertretenden Preisrichter, Vorprüfer und Sachverständigen unter Angabe des Geschäfts- oder Dienstsitzes; 11. die Schutzgebühr und die Frist, bis zu deren Ablauf die unbeschädigten Wettbewerbsunterlagen zur Erstattung der Schutzgebühr zurückgegeben sein müssen; 12. den Einlieferungstermin; die Art der Kennzeichnung der Wettbewerbsarbeit und die Anschrift für die Ablieferung der Wettbewerbsarbeit; 13. die Termine für Rückfragen; Antworten und Kolloquien; 14. die geforderten Wettbewerbsleistungen; 15. die verbindlichen Vorgaben sowie die Anregungen des Auslobers; 16. die für das Preisgericht bindenden Beurteilungskriterien; 17. die Anzahl und Höhe der Preise, Anerkennungen und ggf. Bearbeitungshonorar; 18. die Wettbewerbsbedingungen mit dem Hinweis darauf, dass die Auslobung nach diesen Richtlinien für Planungswettbewerbe erfolgt; 19. den Inhalt der Erklärung der Wettbewerbsteilnehmer; 20. die Sprache, in welcher der Wettbewerb durchgeführt wird und in der ggf. die weitere Planung erfolgt;

21. die für die Lösung der Wettbewerbsaufgabe maßgeblichen Rechtsgrundlagen und technischen Regelwerke; 22. Art, Umfang und allgemeine Bedingungen der vorgesehenen Beauftragung einer oder mehrerer Preisträger sowie die Honorarzone, wie sie sich nach der jeweils geltenden Honorarordnung auf der Grundlage der Anforderungen der Auslobung ergibt, es sei denn, die Honorarzone lässt sich danach nicht eindeutig ermitteln. Auftraggeber, die im Anwendungsbereich der VOF einen Wettbewerb durchführen wollen, teilen ihre Absicht durch Bekanntmachung, zumindest nach dem in Anhang XII der Verordnung der (EG) Nr. 1564/2005 enthaltenen Muster, mit. Die Bekanntmachung ist dem Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften unverzüglich mitzuteilen. Auftraggeber, die im Anwendungsbereich der VOF einen Wettbewerb durchgeführt haben, geben spätestens 48 Tage nach Durchführung eine Bekanntmachung nach Anhang XIII der Verordnung (EG) Nr. 1564/2005 an das Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften.

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Anlage I: Liste der notwendigen Angaben in der Auslobung von Wettbewerben, Bekanntmachung von EG-Wettbewerben


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Anforderung vorzulegen. Zur Wahrung der Anonymität ist bei der Zusendung durch Post, Bahn oder andere Transportunternehmen als Absender die Anschrift des Auslobers zu verwenden. Rechtzeitig bei Post oder Bahn oder anderen geeigneten Beförderungsmitteln eingelieferte Wettbewerbsarbeiten, die später als 14 Tage nach dem Einlieferungstermin eintreffen, werden zur Beurteilung zunächst nicht zugelassen. Die endgültige Entscheidung darüber trifft das Preisgericht. 3. Inhalt der Verfassererklärung Die Teilnehmer haben im Rahmen der Verfassererklärung die Versicherung abzugeben, dass sie ˑˑ geistiger Urheber der Wettbewerbsarbeit sind, ˑˑ zum Zwecke der weiteren Bearbeitung der dem Wettbewerb zugrunde liegenden Aufgabe die Befugnis zur Nutzung und Änderung der Wettbewerbsarbeit sowie zur Einräumung zweckentsprechender Rechte an den Auslober besitzen, ˑˑ mit der Beauftragung zur weiteren Bearbeitung auf der Grundlage der Auslobung einverstanden und ˑˑ zur Durchführung des Auftrags berechtigt und in der Lage sind. Bei interdisziplinären Wettbewerben haben alle Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft diese Versicherung abzugeben.

Anlage III: Regelablauf der Vorprüfung 1. Kontrolle der fristgemäßen Ablieferung der Wettbewerbsarbeiten; 2. Anlegen und Aufbewahren der Sammelliste zusammen mit den Briefumschlägen mit den Namen der Wettbewerbsteilnehmer; 3. Öffnen der Wettbewerbsarbeiten; 4. Überkleben der Kennzahlen durch Tarnzahlen; 5. Anlegen von Prüflisten; 6. Prüfen der Wettbewerbsarbeiten auf: ˑˑ Erfüllung der formalen Wettbewerbsforderungen; ˑˑ Erfüllung des Programms; ˑˑ Einhaltung der nach Art und Umfang quantifizierbaren Beurteilungskriterien; ˑˑ Einhaltung baurechtlicher Festlegungen. 7. Prüfen aller geforderten Unterlagen (Rauminhalt, Flächen, Nutzungswerte, technische Berechnungen, Kostenangaben, Wirtschaftlichkeitsberechnungen etc.) sowie sonstiger bindender Vorgaben des Auslobers, 8. Kennzeichnen und Absondern nicht prüfbarer Arbeiten und nicht geforderter Leistungen; 9. Fertigen der Niederschrift über das Ergebnis der Vorprüfung; 170

Richtlinien für Planungs­wettbewerbe (RPW 2008)

10. Vervielfältigen der ausgefüllten Prüflisten für alle Preisrichter; 11. Vorschläge für die Zulassung der Wettbewerbsarbeiten; 12. Aufhängen der Wettbewerbsarbeiten.

Anlage IV: Regelablauf der Preisgerichtssitzung 1. Konstituierung des Preisgerichts durch den Auslober a) Feststellung der Vollzähligkeit des Preisgerichts b) Wahl des Vorsitzenden und seines Stellvertreters c) Prüfung der Anwesenheitsberechtigung weiterer nicht zum Preisgericht gehörender Personen einschließlich eventueller Zulassung von Hilfskräften sowie Bestimmung eines Protokollführers d) Versicherung jedes Anwesenden, dass er außerhalb von Kolloquien ˑˑ keinen Meinungsaustausch mit Wettbewerbsteilnehmern über die Wettbewerbsaufgabe ˑˑ und deren Lösung geführt hat, ˑˑ während der Dauer des Preisgerichts nicht führen wird, ˑˑ bis zum Preisgericht keine Kenntnis der Wettbewerbsarbeiten erhalten hat, ˑˑ sofern er nicht an der Vorprüfung mitgewirkt hat, ˑˑ das Beratungsgeheimnis gewahrt wird, ˑˑ die Anonymität aller Arbeiten aus seiner Sicht gewahrt ist und ˑˑ es unterlassen wird, Vermutungen über den Verfasser einer Arbeit zu äußern e) Erläuterung des Wettbewerbsverfahrens, der Preisgerichtssitzung und der Wettbewerbsaufgabe, insbesondere der Beurteilungskriterien und der sonstigen bindenden Vorgaben anhand der Auslobung und der Protokolle über Rückfragenbeantwortung und Kolloquien f) Persönliche Verpflichtung der Preisrichter auf eine objektive, allein an der Auslobung orientierte Beurteilung 2. Grundsatzberatung a) Übernahme des Vorsitzes durch den Vorsitzenden des Preisgerichts b) Bericht der Vorprüfung sowie Stellungnahme der Sachverständigen zum Ergebnis der Vorprüfung c) Ausführliche, wertungsfreie Erläuterung aller Arbeiten in einem Informationsrundgang durch die Vorprüfung, wobei dem Preisgericht die wesentlichen


4. Bewertung der zugelassenen Arbeiten a) Wertende Rundgänge je nach Zahl der Arbeiten mit schriftlicher Festlegung der auszuscheidenden Arbeiten mit jeweiliger Beurteilung nach Art des Verfahrens unter Heranziehung der Erläuterungsberichte der Verfasser und der Stellungnahme der Vorprüfung und der Sachverständigen, Ausschluss im 1. Rundgang nur bei einstimmigem Beschluss b) Bestimmung der in der engeren Wahl verbleibenden Wettbewerbsarbeiten mit schriftlicher Beurteilung c) Festlegung der Rangfolge der Arbeiten d) Festlegung der Preise und Anerkennungen sowie Beschlussfassung über Empfehlung für die Weiterbearbeitung sowie sonstige bedeutende Fragen (evtl. nach Beschlussfassung über Empfehlungen für eine Überarbeitungsphase, nach Überarbeitung und erneuten Bericht der Vorprüfung) e) Empfehlungen für die weitere Bearbeitung und zu sonstigen vom Auslober zu berücksichtigenden Fragen 5. Abschluss der Preisgerichtssitzung a) Verlesung des schriftlichen Protokolls und Unterzeichnung des Protokolls durch alle Preisrichter b) Öffnung der Umschläge mit den Verfassererklärungen, Feststellung der Verfasser, Festhalten des Ergebnisses in einer Anlage zum Protokoll der Preisgerichtssitzung

Partnerschaftsgesellschafts­ gesetz (PartGG)

Gesetz über Partnerschaftsgesellschaften Angehöriger Freier Berufe

Fassung vom 25. Juli 1994 (BGBl. I S. 1744), Letzte Änderung vom 23. Oktober 2008 (BGBl. I S. 2026) § 1 Voraussetzungen der Partnerschaft (1) Die Partnerschaft ist eine Gesellschaft, in der sich Angehörige Freier Berufe zur Ausübung ihrer Berufe zusammenschließen. Sie übt kein Handelsgewerbe aus. Angehörige einer Partnerschaft können nur natürliche Personen sein. (2) Die Freien Berufe haben im allgemeinen auf der Grundlage besonderer beruflicher Qualifikation oder schöpferischer Begabung die persönliche, eigenverantwortliche und fachlich unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art im Interesse der Auftraggeber und der Allgemeinheit zum Inhalt. Ausübung eines Freien Berufs im Sinne dieses Gesetzes ist die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Hebammen, Heilmasseure, Diplom-Psychologen, Mitglieder der Rechtsanwaltskammern, Patentanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer (vereidigte Buchrevisoren), Steuerbevollmächtigten, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Lotsen, hauptberuflichen Sachverständigen, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer und ähnlicher Berufe sowie der Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller, Lehrer und Erzieher. (3) Die Berufsausübung in der Partnerschaft kann in Vorschriften über einzelne Berufe ausgeschlossen oder von weiteren Voraussetzungen abhängig gemacht werden. (4) Auf die Partnerschaft finden, soweit in diesem Gesetz nichts anderes bestimmt ist, die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs über die Gesellschaft Anwendung. § 2 Name der Partnerschaft (1) Der Name der Partnerschaft muß den Namen minPartnerschaftsgesellschafts­gesetz (PartGG)

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(Bau-) Berufsrecht

3. Zulassung der Wettbewerbsarbeiten a) Bericht der Vorprüfung b) Stellungnahme von Sachverständigen c) Entscheidung über die Zulassung, wobei das Preisgericht alle Wettbewerbsarbeiten zur Beurteilung zuzulassen hat, die ˑˑ den formalen Bedingungen der Auslobung entsprechen, ˑˑ die bindenden Vorgaben des Auslobers erfüllen, ˑˑ in wesentlichen Teilen dem geforderten Leistungsumfang entsprechen, ˑˑ termingemäß eingegangen sind und ˑˑ keinen absichtlichen Verstoß gegen den Grundsatz der Anonymität erkennen lassen von der Beurteilung auszuschließen sind Teilleistungen, die über das geforderte Maß nach Art und Umfang hinausgehen.

c) Entlastung der Vorprüfer d) Übergabe des Vorsitzes an den Auslober e) Schlusswort des Auslobers unter Bekanntgabe von Ort und Zeit der öffentlichen Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

funktionalen und wirtschaftlichen Merkmale der Wettbewerbsarbeit aufzuzeigen sind d) Besichtigung des Wettbewerbsgebietes oder des Baugrundstückes und schriftliche Festlegung evtl. gewonnener zusätzlicher Erkenntnisse


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(Bau-) Berufsrecht

destens eines Partners, den Zusatz „und Partner“ oder „Partnerschaft“ sowie die Berufsbezeichnungen aller in der Partnerschaft vertretenen Berufe enthalten. Die Beifügung von Vornamen ist nicht erforderlich. Die Namen anderer Personen als der Partner dürfen nicht in den Namen der Partnerschaft aufgenommen werden. (2) § 18 Abs. 2, §§ 21, 22 Abs. 1, §§ 23, 24, 30, 31 Abs. 2, §§ 32 und 37 des Handelsgesetzbuchs sind entsprechend anzuwenden; § 24 Abs. 2 des Handelsgesetzbuchs gilt auch bei Umwandlung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts in eine Partnerschaft. § 3 Partnerschaftsvertrag (1) Der Partnerschaftsvertrag bedarf der Schriftform. (2) Der Partnerschaftsvertrag muß enthalten 1. den Namen und den Sitz der Partnerschaft; 2. den Namen und den Vornamen sowie den in der Partnerschaft ausgeübten Beruf und den Wohnort jedes Partners; 3. den Gegenstand der Partnerschaft. § 4 Anmeldung der Partnerschaft (1) Auf die Anmeldung der Partnerschaft in das Partnerschaftsregister sind § 106 Abs. 1 und § 108 des Handelsgesetzbuchs entsprechend anzuwenden. Die Anmeldung hat die in § 3 Abs. 2 vorgeschriebenen Angaben, das Geburtsdatum jedes Partners und die Vertretungsmacht der Partner zu enthalten. Änderungen dieser Angaben sind gleichfalls zur Eintragung in das Partnerschaftsregister anzumelden. (2) In der Anmeldung ist die Zugehörigkeit jedes Partners zu dem Freien Beruf, den er in der Partnerschaft ausübt, anzugeben. Das Registergericht legt bei der Eintragung die Angaben der Partner zugrunde, es sei denn, ihm ist deren Unrichtigkeit bekannt. § 5 Inhalt der Eintragung, anzuwendende Vorschriften (1) Die Eintragung hat die in § 3 Abs. 2 genannten Angaben, das Geburtsdatum jedes Partners und die Vertretungsmacht der Partner zu enthalten. (2) Auf das Partnerschaftsregister und die registerrechtliche Behandlung von Zweigniederlassungen sind die §§ 8, 8a, 9, 10 bis 12, 13, 13d, 13h und 14 bis 16 des Handelsgesetzbuchs über das Handelsregister entsprechend anzuwenden; eine Pflicht zur Anmeldung einer inländischen Geschäftsanschrift besteht nicht. § 6 Rechtsverhältnis der Partner untereinander (1) Die Partner erbringen ihre beruflichen Leistungen unter Beachtung des für sie geltenden Berufsrechts.

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Partnerschaftsgesellschafts­gesetz (PartGG)

(2) Einzelne Partner können im Partnerschaftsvertrag nur von der Führung der sonstigen Geschäfte ausgeschlossen werden. (3) Im übrigen richtet sich das Rechtsverhältnis der Partner untereinander nach dem Partnerschaftsvertrag. Soweit der Partnerschaftsvertrag keine Bestimmungen enthält, sind die §§ 110 bis 116 Abs. 2, §§ 117 bis 119 des Handelsgesetzbuchs entsprechend anzuwenden. § 7 Wirksamkeit im Verhältnis zu Dritten, rechtliche Selbständigkeit, Vertretung (1) Die Partnerschaft wird im Verhältnis zu Dritten mit ihrer Eintragung in das Partnerschaftsregister wirksam. (2) § 124 des Handelsgesetzbuchs ist entsprechend anzuwenden. (3) Auf die Vertretung der Partnerschaft sind die Vorschriften des § 125 Abs. 1 und 2 sowie der §§ 126 und 127 des Handelsgesetzbuchs entsprechend anzuwenden. (4) Die Partnerschaft kann als Prozess- oder Verfahrensbevollmächtigte beauftragt werden. Sie handelt durch ihre Partner und Vertreter, in deren Person die für die Erbringung rechtsbesorgender Leistungen gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen im Einzelfalle vorliegen müssen, und ist in gleichem Umfang wie diese postulationsfähig. Verteidiger im Sinne der §§ 137ff. der Strafprozessordnung ist nur die für die Partnerschaft handelnde Person. (5) Für die Angaben auf Geschäftsbriefen der Partnerschaft ist § 125a Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 des Handelsgesetzbuchs entsprechend anzuwenden. § 8 Haftung für Verbindlichkeiten der Partnerschaft (1) Für Verbindlichkeiten der Partnerschaft haften den Gläubigern neben dem Vermögen der Partnerschaft die Partner als Gesamtschuldner. Die §§ 129 und 130 des Handelsgesetzbuchs sind entsprechend anzuwenden. (2) Waren nur einzelne Partner mit der Bearbeitung eines Auftrags befaßt, so haften nur sie gemäß Absatz 1 für berufliche Fehler neben der Partnerschaft; ausgenommen sind Bearbeitungsbeiträge von untergeordneter Bedeutung. (3) Durch Gesetz kann für einzelne Berufe eine Beschränkung der Haftung für Ansprüche aus Schäden wegen fehlerhafter Berufsausübung auf einen bestimmten Höchstbetrag zugelassen werden, wenn zugleich eine Pflicht zum Abschluß einer Berufshaftpflichtversicherung der Partner oder der Partnerschaft begründet wird.


(Bau-) Berufsrecht

§ 9 Ausscheiden eines Partners, Auflösung der eingetragener Partner muss erst bei einer Anmeldung Partnerschaft und Eintragung bezüglich eines der Partner erfolgen. (1) Auf das Ausscheiden eines Partners und die Auflö- (3) Die Landesregierungen können durch Rechtsversung der Partnerschaft sind, soweit im folgenden nichts ordnung bestimmen, dass Anmeldungen und alle oder anderes bestimmt ist, die §§ 131 bis 144 des Handels- einzelne Dokumente bis zum 31. Dezember 2009 auch gesetzbuchs entsprechend anzuwenden. in Papierform zum Partnerschaftsregister eingereicht (2) (weggefallen) werden können. Soweit eine Rechtsverordnung nach (3) Verliert ein Partner eine erforderliche Zulassung zu Satz 1 erlassen wird, gelten die Vorschriften über die dem Freien Beruf, den er in der Partnerschaft ausübt, Anmeldung und die Einreichung von Dokumenten zum so scheidet er mit deren Verlust aus der Partnerschaft Partnerschaftsregister in ihrer bis zum Inkrafttreten des aus. Gesetzes über elektronische Handelsregister und Ge(4) Die Beteiligung an einer Partnerschaft ist nicht nossenschaftsregister sowie das Unternehmensregister vererblich. Der Partnerschaftsvertrag kann jedoch be- vom 10. November 2006 (BGBl. I S. 2553) am 1. Januar stimmen, daß sie an Dritte vererblich ist, die Partner 2007 geltenden Fassung. Die Landesregierungen könim Sinne des § 1 Abs. 1 und 2 sein können. § 139 des nen durch Rechtsverordnung die Ermächtigung nach Handelsgesetzbuchs ist nur insoweit anzuwenden, als Satz 1 auf die Landesjustizverwaltungen übertragen. der Erbe der Beteiligung befugt ist, seinen Austritt aus der Partnerschaft zu erklären.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

§ 10 Liquidation der Partnerschaft, Nachhaftung (1) Für die Liquidation der Partnerschaft sind die Vorschriften über die Liquidation der offenen Handelsgesellschaft entsprechend anwendbar. (2) Nach der Auflösung der Partnerschaft oder nach dem Ausscheiden des Partners bestimmt sich die Haftung der Partner aus Verbindlichkeiten der Partnerschaft nach den §§ 159, 160 des Handelsgesetzbuchs. § 11 Übergangsvorschriften (1) Den Zusatz „Partnerschaft“ oder „und Partner“ dürfen nur Partnerschaften nach diesem Gesetz führen. Gesellschaften, die eine solche Bezeichnung bei Inkrafttreten dieses Gesetzes in ihrem Namen führen, ohne Partnerschaft im Sinne dieses Gesetzes zu sein, dürfen diese Bezeichnung noch bis zum Ablauf von zwei Jahren nach Inkrafttreten dieses Gesetzes weiterverwenden. Nach Ablauf dieser Frist dürfen sie eine solche Bezeichnung nur noch weiterführen, wenn sie in ihrem Namen der Bezeichnung „Partnerschaft“ oder „und Partner“ einen Hinweis auf die andere Rechtsform hinzufügen. (2) Die Anmeldung und Eintragung einer dem gesetzlichen Regelfall entsprechenden Vertretungsmacht der Partner und der Abwickler muss erst erfolgen, wenn eine vom gesetzlichen Regelfall abweichende Bestimmung des Partnerschaftsvertrages über die Vertretungsmacht angemeldet und eingetragen wird oder wenn erstmals die Abwickler zur Eintragung angemeldet und eingetragen werden. Das Registergericht kann die Eintragung einer dem gesetzlichen Regelfall entsprechenden Vertretungsmacht auch von Amts wegen vornehmen. Die Anmeldung und Eintragung des Geburtsdatums bereits

Partnerschaftsgesellschafts­gesetz (PartGG)

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Bauplanungsrecht/Städtebaurecht Baugesetzbuch (BauGB)

Fassung vom 23. September 2004 (BGBl. I S. 2414) letzte Änderung vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585)

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Bauplanungsrecht/Städtebaurecht

Veröffentlicht im Internet unter www.gesetze-im-internet.de

Bilanzierungsmodell

Die Eingriffsregelung in Thüringen

Inhaltsverzeichnis 1 2 3 4

Einführung und Anwendungsbedingungen Ermittlung des benötigten Kompensationsumfanges Bewertung der Kompensationsmaßnahmen Eingriffs-/Ausgleichsbilanzierung Anhänge A–C

1 Einführung und Anwendungs­bedingungen Das nachfolgend beschriebene Bilanzierungsmodell geht von einem Beispiel aus der Bauleitplanung aus. Bei der Aufstellung von Bauleitplänen hat der Planungsträger gem. § 1a BauGB1 die Belange des Umweltschutzes, d.h. insbesondere auch die Eingriffsregelung nach dem Bundesnaturschutzgesetz2 in der Abwägung zu berücksichtigen. Sind aufgrund der Aufstellung, Änderung, Ergänzung oder Aufhebung von Bauleitplänen oder von Satzungen gem. § 34 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 des BauGB Eingriffe in Natur und Landschaft zu erwarten, ist nach § 21 BNatSchG über die Vermeidung, den Ausgleich und den Ersatz nach den Vorschriften des Baugesetzbuches zu entscheiden. Das Bilanzierungsmodell kann überdies im Rahmen der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung nach § 18 BNatSchG in Verbindung mit § 6 ff. ThürNatG in Fachplanverfahren und bei Vorhabenszulassungen außerhalb des Bauplanungsrechtes analog angewendet werden. Die diesbezüglichen anderen rechtlichen Rahmenbedingungen (Planungsleitsätze, besonderes Abwägungserfordernis) sind zu beachten. 1 Neubekanntmachung des Baugesetzbuches (BauGB) vom 23. September 2004, Bundesgesetzblatt Teil I, S. 2414 in der jeweils geltenden Fassung 2 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) vom 25. März 2002, Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege, Bundesgesetzblatt Teil I, S. 1193 in der jeweils geltenden Fassung

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Bilanzierungsmodell

Modellrechnungen ersetzen grundsätzlich nicht die Einzelfallprüfung gem. § 18 Abs. 1 BNatSchG i. V. m. §§ 6 ff. ThürNatG. Der Planungsträger hat im Einzelfall die Erheblichkeit des Eingriffs festzustellen und darüber hinaus eine Begründung im Umweltbericht zu erarbeiten, aus der im nach § 9 Abs. 8 BauGB erforderlichen Umfang hervorgeht, dass die Maßnahmen geeignet sind, die mit dem Eingriff verbundenen Beeinträchtigungen zu vermeiden oder auszugleichen. Vom Gesetzgeber wird der Vermeidung von Beeinträchtigungen Vorrang vor allen weiteren Schritten eingeräumt (vgl. TMWI & TMLNU 1998, Ziff. 4.2.2.1)3. Die Vermeidung ist damit das erste und wichtigste Ziel der Eingriffsregelung, denn für Natur und Landschaft ist es das Beste, wenn Beeinträchtigungen gar nicht erst entstehen. Hieran anschließend hat der Planungsträger Maßnahmen zum Ausgleich im Sinne des § 1a Abs. 3 BauGB i. V. m. § 200a BauGB zu ergreifen, mit denen er negative Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft möglichst gleichartig, zumindest gleichwertig und zeitnah, d.h. im Einzelfall auch vorausschauend, wieder gut machen kann. Beispiel: Eine möglichst gleichartige, zumindest gleichwertige Wiederherstellung bedeutet auf der Bio­top­ ebene beispielsweise, dass der Verlust von Offenlandbiotopen durch die Neuanlage oder Verbesserung von Offenlandbiotopen möglichst gleicher Nährstoff- und Feuchtigkeitsansprüche kompensiert wird. Die Versiegelung eines Borstgrasrasens kann zum Beispiel durch eine Flächenentsiegelung mit anschließender extensiver Grünlandnutzung auf saurem Substrat ausgeglichen werden. Das nachfolgend beschriebene Bilanzierungsmodell liefert ausschließlich Orientierungswerte, über die sich der Kompensationsumfang und damit die erforderliche Flächengröße für Kompensationsmaßnahmen4 ermitteln lassen. Querbezüge zu den inhaltlichen Anforderungen an dieAbarbeitung der Eingriffsregelung (naturschutzfachliche Überprüfung) sind an geeigneter Stelle in 3 Thüringer Ministerium für Wirtschaft und Infrastruktur (TMWI) & Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt (TMLNU) 1998: Gemeinsame Bekanntmachung des TMWI und des TMLNU zum Bau- und Raumordnungsgesetz (BauROG) vom 31.03.1998 (ThürStAnz Nr. 18/1998 S. 768–810) 4 im Bauplanungsrecht einheitlich auch als Ausgleichsmaßnahmen bezeichnet


Bilanzierungsmodell

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Form von Hinweisen enthalten. Die jeweilige Gemein- 2 Ermittlung des benötigten de kann mit diesem Modell überprüfen, ob sie mit den Kompensationsumfanges vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen auf einem guten Weg ist. Maßgeblich für die Entscheidung der Gemeinde Die Erfassung und Bewertung der naturschutzfachliüber Art und Umfang von Vermeidung oder Ausgleich chen Bedeutung der Flächen erfolgt nach der Anleitung von Beeinträchtigungen sind dabei stets die allgemeinen zur Bewertung der Biotoptypen Thüringens5. Grundsätze einer sachgerechten, ordnungsgemäßen Abwägung gem. § 1 Abs. 7 BauGB. Hinweis: Die Mindestanforderungen an die BestandsAls das grundlegende Standardverfahren zur Bilanzie- aufnahme und –bewertung in Bebauungsplanverfahren rung des Eingriffs wird das Biotopwertverfahren (Zuord- ergeben sich nicht nur aus dem vorliegenden Modell, nung einer naturschutzfachlichen Bedeutungsstufe) ver- das ja nur zur Überprüfung des Umfanges von Komwendet. Der hierüber ermittelte Kompensationsumfang pensationsmaßnahmen dient, sondern maßgeblich aus ist im Rahmen der Planerstellung bzw. Beteiligung der § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB (vgl. TMWI & TMLNU 1998, Ziff. Naturschutzbehörden naturschutzfachlich zu überprüfen. 4.4.2), d.h. aus der Verpflichtung zur problemorientierten Ermittlung der Belange des Naturschutzes und Hinweis: Im Einzelfall (z. B. bei Beeinträchtigungen von der Landschaftspflege (schutzgut- und funktionsbezoTierarten mit differenzierten Lebensraumansprüchen, gene Betrachtung, vgl. VGH KASSEL, Beschluss vom Zerschneidung von Lebensräumen, indirekten Beein- 22.7.1994 – 3 N 882/94). trächtigungen durch Lärm oder Schadstoffeinträge, besondere Landschaftsbildbeeinträchtigungen) kann Im Rahmen der Bilanzierung werden den Bedeutungsein zusätzlicher oder spezifischer, verbal-argumentativ stufen der o. g. Bewertungsanleitung (sehr gering – sehr abgeleiteter Bedarf an Kompensationsmaßnahmen hoch) zunächst jeweils Stufen von 10, 20 bis 50 zugeentstehen. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass z. B. ordnet, die im begründeten Einzelfall gutachterlich über Beeinträchtigungen spezieller Lebensraumansprüche eine Skala von 6 bis 55 ausdifferenziert werden können. von Tier- und Pflanzenarten oder Beeinträchtigungen Die Bewertungsanleitung lässt zudem insbesondere bei besonderer abiotischer Funktions- und Wertelemente den Siedlungsbiotoptypen mit sehr geringer Bedeutung (wie etwa seltene Böden) über die Biotoptypen nicht voll- keine weitere Differenzierung zwischen versiegelter ständig erfasst und bewertet werden können. oder unversiegelter Fläche zu. Für die Biotoptypen der Klasse „Siedlung, Verkehr, Hinweis: Flächenversiegelungen können und sollen in Freizeit, Erholung“ ist deshalb Anhang B hinzuzuziehen. der Regel durch Entsiegelungen kompensiert werden, Die naturschutzfachliche Bedeutung der mit „V“ beentweder zur Vorbereitung von Biotopaufwertungen zeichneten versiegelten Flächen ist dabei zwischen 0 (Pflanzungen etc.) oder durch Beteiligung an komplexen und 15 einzustufen. Hierdurch wird eine differenzierte Entsiegelungsmaßnahmen. Abweichungen von diesem Bewertung der Versiegelungsintensität ermöglicht (vgl. Grundsatz sind im Einzelfall im nach § 9 Abs. 8 BauGB Anhang C). Somit lässt sich die naturschutzfachliche Bedeutung erforderlichen Umfang zu begründen (z. B. Anrechnung einer Fläche unter Berücksichtigung des Einzelfalles in multifunktionaler Maßnahmen) einer Skala von 0–55 einstufen, z. B. Hinweis: Das Bilanzierungsmodell liefert keine Orientierungswerte für die landschaftsgerechte Wiederhersehr hoch hoch mittel gering stellung bzw. Neugestaltung des Landschaftsbildes. Die sehr gering versiegelt Ermittlung des benötigten Kompensationsumfanges Bedeutungsstufe 50 40 0 10 20 30 für Landschaftsbildbeeinträchtigungen macht daher Hochmoor Schotterweg Extensiv-Grünland eine verbal-argumentative Auseinandersetzung mit Asphaltweg Acker Feldhecke den landschaftsästhetischen Aspekten des Eingriffs erforderlich. Dabei ist zu berücksichtigen, wie sich die Maßnahmen zur Kompensation der Beeinträchtigungen des Naturhaushalts auch positiv auf das Landschaftsbild auswirken. Bei überwiegend das Landschaftsbild beeinträchtigenden Vorhaben (insbesondere technische 5 Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt Anlagen, wie mastenartige Eingriffe) bieten sich spezielle (TMLNU) 1999: Anleitung zur Bewertung der Biotoptypen Thüringens im Rahmen der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung Bewertungsmodelle an.


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Hinweis: Versiegelte Flächen (Bereich zwischen 0 und 15) umfassen sowohl Vollversiegelungen, welche den Luft- und Wassertransfer vollständig unterbinden, wie die Festsetzung einer überbaubaren Fläche, Asphaltoder Betondecken, als auch Teilversiegelungen, bei denen Austauschprozesse an der Erdoberfläche lediglich eingeschränkt sind. Teilversiegelungen beziehen sich auf Oberflächenabdeckungen, wie Wegebefestigungen ohne Bindemittel, Rasengittersteine o. Ä., aber auch auf starke Bodenverdichtungen (z. B. bei Erdwegen). Auf der Grundlage der Festsetzungen gem. § 9 Abs. 1 BauGB sind auch die geplanten Nutzungen anhand des o. g. Biotoptypenschlüssels zu klassifizieren und gegebenenfalls in ihren spezifischen Ausprägungen zu beschreiben. Für die Bewertung der Flächen geplanter Nutzungen ist die potentielle Bedeutung des Zustandes 30 Jahre nach Aufstellung des Bebauungsplanes zu prognostizieren. Hierdurch werden bei Biotoptypen mit Entwicklungszeiten von mehr als 30 Jahren zwischenzeitliche Funktionsverluste in der jeweiligen Bedeutungsstufe berücksichtigt (vgl. Anhang A). Durch Festsetzungen von Vermeidungsmaßnahmen, wie z. B. Dachbegrünungen, dezentrale Versickerung von Regenwasser, Zisternen, wasserdurchlässige Beläge für Stellplätze, Straßen und Zufahrten, können die versiegelungsbedingten Beeinträchtigungen und damit der

Kompensationsbedarf entsprechend vermindert werden (vgl. Anhang C). Durch einen Vergleich der Bedeutungsstufen der Bestands- und Planungsebene kann festgestellt werden, wo und mit welcher Eingriffsschwere sich Festsetzungen des Bebauungsplanes nachteilig auf die Funktionsund Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes auswirken (vgl. Abbildung 1). Ergebnis dieser Eingriffsbewertung sind Flächenäquivalente als Ausdruck des Wertverlustes, welche als negative Verrechnungswerte in die Eingriffs-/Ausgleichsbilanz einfließen (vgl. Kasten 1). Es gilt der Grundsatz, dass in der rechnerischen Bilanz die Bedeutungsstufen 0 – 15 (v. a. versiegelungsbedingte Beeinträchtigungen) möglichst getrennt von den übrigen Bedeutungsstufen (v. a. Lebensraumfunktionen für Tiere und Pflanzen) verrechnet werden. Hinweis: Die rechnerische Ermittlung der Eingriffsschwere (BedeutungsstufeBestand minus Bedeutungs­ stufePlanung) ersetzt nicht die erforderliche Einzelfallprüfung zur Feststellung der Eingriffserheblichkeit im Sinne des § 18 Abs. 1 BNatSchG bzw. § 6 Abs. 1 ThürNatG. Bei der auf Biotoptypen beruhenden Eingriffsbewertung ist daher eine naturschutzfachliche Überprüfung insbesondere auch unter dem Aspekt der Fauna ggf. in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde durchzuführen.

Kasten 1: Bewertung der Eingriffsflächen (Beispiel) EinFlächengriffsBestand Planung größe fläche Biotoptyp BedeutungsBedeutungsBiotoptyp (Ausprägung) stufe1) stufe1) A B C D E F E 1.1 3.000 m² Feldgehölz 40 Wohnbaufläche 20 (∅ strukturreich) E 1.2 2.000 m² Feldgehölz 40 Wohnbaufläche 0 (versiegelt) E 2.1 6.000 m² Acker 20 Wohnbaufläche 20 (∅ strukturreich) E 2.2 4.000 m² Acker 20 Wohnbaufläche 0 (versiegelt) E3 3.000 m² Schotterweg 6 Verkehrsfläche 0 (Asphalt) Summe

Bedeutungsstufendifferenz Eingriffsschwere G=F–D – 20

Flächenäquivalent Wertverlust2) H=BxG - 60.000

– 40 (davon - 15)3) ---

– 80.000 (V = – 30.000)3) ---

– 20 (davon – 15)3) -6 (davon - 6)3)

– 80.000 (V = – 60.000)3) – 18.000 (V = – 18.000)3) – 238.000 (V = – 108.000)3)

Erläuterungen: 1) siehe Anhänge A–C 2) in unserem Fallbeispiel sind rein rechnerisch 23.800 m² an Kompensationsmaßnahmen (Aufwertung um 10 Werteinheiten) oder 11.900 m² (Aufwertung um 20 Werteinheiten) zu leisten 3) überschlägiger Anteil versiegelungsbedingter Beeinträchtigungen (z. B. bei Eingriff E 3: – 6 x 3.000 = – 18.000)

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Bilanzierungsmodell


Abbildung 1: Überlagerung von Bestands- und Planungsebene zur Eingriffs/Ausgleichsflächenbildung (Beispiel aus der Bauleitplanung, Ausgleich = Kompensation); zusätzlich sind die externen Maßnahmen A 2–4 erforderlich (siehe Kap. 4)

3 Bewertung der Kompensations­maßnahmen Voraussetzung für die Maßnahmenbewertung ist eine Bestandsaufnahme und -bewertung auf den Kompensationsflächen mindestens nach der Bewertungsanleitung für Biotoptypen (TMLNU 1999) und eine hinreichende Beschreibung des Zielbiotopes. Kriterium für die Bewertung der Kompensationsmaßnahmen ist die mögliche naturschutzfachliche Aufwertung (= Steigerung der Bedeutungsstufe) unter Berücksichtigung der Entwicklungszeiten der Zielbiotope. Anhang A bietet für Zielbiotope des Naturschutzes eine fachliche Einstufung der potentiellen Bedeutungsstufe, wie sie nach 30 Jahren aus heutiger Sicht erreichbar ist. Dabei werden z. Tl. bestimmte Ausgangszustände unterstellt. Für die Bewertung flächenhafter, ebenerdiger Entsiegelungen

(z. B. Rückbau von Straßen, Wegen oder Gebäudefundamenten) kann Anhang C dienen. Dabei ist z. B. eine entsiegelte und für eine Biotopentwicklung vorbereitete Fläche der Stufe 20 zuzuordnen. Ergebnis dieses Arbeitsschrittes nach Überlagerung der Bestands- und Planungsebene sind positive Verrechnungswerte als Ausdruck des Wertzuwachses auf der Kompensationsfläche (vgl. Kasten 2). Hinweis: Kompensationsmaßnahmen sind inhaltlich und lagemäßig so auszugestalten, dass sie die mit dem Eingriff verbundenen Beeinträchtigungen der Schutzgüter Pflanzen/Tiere, Boden, Wasser, Klima/Luft und Landschaftsbild auch kompensieren können. Für eine sachgerechte Kompensation der beeinträchtigten Werte und Funktionen sind insbesondere die Aussagen des Landschaftsplanes zu diesen Schutzgütern, dessen Bilanzierungsmodell

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Bauplanungsrecht/Städtebaurecht

Hinweis: Das Bilanzierungsmodell ersetzt auch nicht die Ermittlung der funktionsspezifischen Beeinträchtigungen der abiotischen Schutzgüter. Parallel zur Berechnung des Kompensationsumfanges ist immer die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Eingriffswirkungen zu führen. Werden Wert- und Funktionselemente mit besonderer Bedeutung (v. a. Retentionsbereiche der Auen, Bereiche mit Grundwasserneubildungsraten > 200 mm/Jahr oder besonders schutzwürdige Böden, wie Böden mit hohem Funktionspotential oder seltene Böden, wie Moorböden, natürliche Böden der Auen großer Flusstäler, durch Staunässe geprägte Böden, z. B. Stagnogley sowie Böden der Gipskarstlandschaft, z. B. Gips-Rendzina) beeinträchtigt, kann weiterer Bedarf an Ausgleichsmaßnahmen entstehen.

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Beispiel: Die faunistische Bestandsaufnahme weist in unserem Beispiel das dargestellte Feldgehölz als ein Bruthabitat der Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) aus. Da die speziellen Lebensraumansprüche (mit Hecken durchsetzte offene Landschaft) dieser in Thüringen gefährdeten Vogelart nicht allein durch einen Biotoptyp beschrieben werden, sind die zu erwartenden Beeinträchtigungen verbal-argumentativ zu bewerten und in die Eingriffs-/Ausgleichsbilanz einzustellen. Es ist darzulegen, ob die Neuanlage des Feldgehölzes (Ausgleich 1) ausreichend ist, um das Vorkommen der Art sicherzustellen.


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Zielvorgaben, Darstellungen zu Erfordernissen sowie Vorschläge für Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft sowie weitere Ziel-und Maßnahmenkonzeptionen des Naturschutzes (z. B. Flächenpoolkonzeptionen) zu berücksichtigen. In der Bauleitplanung kann darüber hinaus auch auf Maßnahmen aus

einem „Ökokonto“ zurückgegriffen werden6, soweit sie als Ausgleichsmaßnahmen für die im B-Plangebiet zu erwartenden Beeinträchtigungen geeignet sind. 6 Vgl. Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt (TMLNU) 2001: Das bauleitplanerischeÖkokonto – Hinweise zur Bevorratung von Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft

Kasten 2: Bewertung der Kompensationsmaßnahmen (Beispiel) Maß- FlächenBedeutungsstuFlächenäquiBestand Planung nahme größe fendifferenz valent BedeutungsBedeutungsBiotoptyp Aufwertung Wertzuwachs Biotoptyp stufe1) stufe1) A B C D E F G=F–D H=BxG A1 2.000 m² Acker 20 Feldhecke 40 + 20 + 40.000 A2 2.000 m² Versiegelung 0 Grünland 35 + 35 + 70.000 (davon + 15)2) (V = + 30.000)2) A3 2.750 m² Versiegelung 0 Feldgehölz 40 + 40 + 110.000 (davon + 15)2) (V = + 41.250)2) Summe 220.000 (V = + 71.250)2) Erläuterungen: 1) siehe Anhänge A–C 2) überschlägiger Anteil der Entsiegelung, z. B. bei Maßnahme A 3: 15 x 2.750 = 41.250

Hinweis: Entsiegelungsmaßnahmen kommen als Kompensationsmaßnahmen prinzipiell in Betracht, soweit sie der Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege dienen, keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt haben und möglichst im Zusammenhang mit einer anschließenden Biotopentwicklung/ -pflege durchgeführt werden. Die Maßnahmen müssen die erforderlichen Kompensationsleistungen im funktionalen Zusammenhang mit dem Eingriff erbringen und rechtlich abgesichert sein. Die Maßnahmen sollten prinzipiell im bauplanungsrechtlichen Außenbereich liegen. Nicht anrechenbar sind Maßnahmen, für die eine Verpflichtung nach anderem Recht besteht (z. B. Bodensanierungen und Altlastenbeseitigungen). Hinweis: Abrissmaßnahmen führen überwiegend zu einer Verbesserung des Landschaftsbildes und sind deshalb in der Regel verbal-argumentativ zu bilanzieren. Spezielle Modelle zur Bewertung des Landschaftsbildes in der Eingriffsregelung können unterstützend angewendet werden.

4 Eingriffs-/Ausgleichsbilanzierung Die abschließende Bilanzierung über die Orientierungs(Verrechnungs-)werte zeigt an, ob mit den zugeordneten Maßnahmen auch unter flächenmäßigen Gesichtspunkten hinreichender Ausgleich für die Beeinträchtigungen

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Bilanzierungsmodell

des Naturhaushalts geschaffen werden konnte oder ob weiterer Ausgleichsbedarf besteht (vgl. Kasten 3). Hinweis: Eine Überprüfung der Bilanz soll zeigen, ob besondere Beeinträchtigungen oder Verbesserungen, die in dem Modell nicht erfasst wurden (z. B. Beeinträchtigung von speziellen Lebensraumfunktionen, Überformung seltener Böden, Verlärmung) eine Anpassung des Ausgleichsbedarfs erforderlich machen. Eingriffe enthalten in der Regel sowohl eine biotische Komponente (z. B. Beseitigung von Biotopen) als auch eine abiotische Komponente (v. a. versiegelungsbedingte Beeinträchtigungen der Schutzgüter Boden, Wasser, Klima/Luft). Der Anteil der Versiegelung kann überschlägig anhand von (Teil-)Differenzen (Abwertung in Schritten) ermittelt werden. Beispiel: Für die Eingriffsfläche E 1.2 beträgt das Flächenäquivalent –80.000 (Abwertung von Stufe 40 auf 0). Für die Ermittlung des Anteils der versiegelungsbedingten Beeinträchtigungen ist eine Abwertung in zwei Schritten anzunehmen, nämlich zunächst von Stufe 40 auf 15 (= Beseitigung des Feldgehölzes) und weiter von Stufe 15 auf 0 (= versiegelungbedingte Beeinträchtigungen). Das Flächenäquivalent für die Beeinträchtigungen aufgrund des Biotopverlustes beträgt dann überschlägig –50.000 und das für die Versiegelung –30.000.


Beispiel: In unserem Beispiel sind die aus den Eingriffsfolgen hergeleiteten Maßnahmen naturschutzfachlich zwar geeignet, aber in dem erforderlichen Umfang nicht zumutbar. Im Sinne des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes ist zu beachten, dass die Kosten für alle Beispiel: Für die bei Eingriff E 3 eigentlich als Ausgleich durchzuführenden Kompensationsmaßnahmen einen notwendige, aber nicht durchführbare Entsiegelungs- Betrag in Höhe von 10 % der Gesamtbaukosten in besonders schwerwiegenden Fällen nicht überschreiten sollten (vgl. VGH Kassel, Urteil vom 29.9.1994 – 3 UE 7 Der Kostenindex von 0,70 € pro Flächenäquivalent ergibt sich aus den 24/92). Zur Abhilfe bietet sich ein überarbeitetes Ausdurchschnittlichen Kosten für eine einfache, ebenerdige Entsiegelung gleichskonzept mit einem finanziell zumutbaren Anteil in Höhe von 10,50 €/m² (vgl. HELK 2003) und einer hiermit verbundean Entsiegelungen und anderen zur Kompensation von nen Aufwertung um 15 Bedeutungsstufen. 8 Vgl. HELK 2003: Überprüfung der Kostenansätze für die Herstellung, Bodenbeeinträchtigungen geeigneten Maßnahmen an. Pflege und Entwicklung von Biotoptypen als Basis für die Thüringer Ausgleichsabgabenverordnung. – Im Auftrag des TMLNU

Kasten 3: Eingriffs-/Ausgleichsbilanz (Beispiel) FlächenäquiEingriffsfläche1) Flächengröße valent E 1.1 – Feldgehölz

E 1.2 – Feldgehölz (Versiegelung) E 2.2 – Acker (Versiegelung)

E 3 – Schotterweg (Versiegelung)

3.000 m²

2.000 m² 4.000 m²

3.000 m²

- 60.000

- 80.000 (V = - 30.000) - 80.000 (V = - 60.000)

- 18.000 (V = - 18.000)

Ausgleichsmaßnahme2) (zugeordneter Anteil)

Flächenäquivalent

A 1 – Feldhecke (2.000 von 2.000 m²) A 3 – Feldgehölz incl. Entsiegelung (500 von 2.750 m²) A 3 – Feldgehölz incl. Entsiegelung (2.000 von 2.750 m²) A 2 – Grünland incl. Entsiegelung (2.000 von 2.000 m²) A 3 – Feldgehölz incl. Entsiegelung (250 von 2.750 m²) A 4 Bachentrohrung (63 von 63 m)

+ 40.000 + 20.000 (V = + 7.500) + 80.000 (V = + 30.000) + 70.000 (V = + 30.000) + 10.000 (V = + 3.750) ---

Begründung3)  

Erläuterungen: 1) Übertrag sämtlicher Eingriffsflächen aus Kasten 1 2) Zuordnung geeigneter Ausgleichsmaßnahmen aus Kasten 2 3) Begründung für die Zuordnung und den Maßnahmenumfang:  Der Eingriffsfläche E 1.1 (Verlust des Feldgehölzes auf 3.000 m²) wird die Maßnahme A 1 (Anlage einer Feldhecke auf 2.000 m²) vollständig zugeordnet. Die Maßnahme ist zudem geeignet, das Vorkommen der Sperbergrasmücke zu sichern. Da der Verlust des Feldgehölzes hiermit jedoch noch nicht kompensiert werden kann, wird auch die Maßnahme A 3 (Entsiegelung und Anlage eines Feldgehölzes) anteilig herangezogen.  Der Eingriffsfläche E 1.2 (Versiegelung des Feldgehölzes auf 2.000 m²) wird die Maßnahme A 3 (Entsiegelung und Anlage eines Feldgehölzes auf 2.000 m²) anteilig zugeordnet. Maßnahme A 3 ist zudem geeignet, die versiegelungsbedingten Beeinträchtigungen (V) annähernd auszugleichen.  Der Eingriffsfläche E 2.2 (Versiegelung von Acker in einem Umfang von 4.000 m²) wird Maßnahme A 2 (Entsiegelung mit der Nachfolgenutzung Grünland) und wie bei [2] die multifunktionale Maßnahme A 3 (Entsiegelung und Anlage eines Feldgehölzes auf 250 m²) zugeordnet. Es wird deutlich, dass die versiegelungsbedingten Beeinträchtigungen der abiotischen Funktionen im Sinne der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung nicht vollständig ausgeglichen werden.  Für den Ausgleich des Eingriffs E 3 (Versiegelung eines teilversiegelten Weges) stehen in unserem Beispiel keine weiteren entsiegelbaren Flächen zur Verfügung. Die Gemeinde beteiligt sich in dieser Größenordnung an der Maßnahme A 4, einer Bachentrohrung an anderer Stelle im Gemeindegebiet (ideelle Zuordnung zum Eingriff!), welche geeignet ist, die Versiegelung annähernd gleichartig zu kompensieren (v. a. durch Verbesserung der Retentionsfunktion). Die Maßnahme lässt sich mittels Kostenäquivalent dem Eingriff E 3 vom Umfang her zuordnen (siehe Kap. 4). Bilanzierungsmodell

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maßnahme kann ein Kostenäquivalent von 12.600,– € (= Kostenindex 0,70 x 18.000 Flächenäquivalente) ermittelt werden. Die Gemeinde kann sich in dieser Größenordnung an einer Bachentrohrung an anderer Stelle im Gemeinde-gebiet (Maßnahme A 4) beteiligen. Die durchschnittlichen Kosten für eine Bachentrohrung betragen ca. 200,– €/lfdm7. Die Bachentrohrung kann somit auf einer Länge von 63 lfdm zugeordnet werden (12.600,– € / 200,– €/lfdm = 63 lfdm).

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

In den Fällen, in denen Entsiegelungsmaßnahmen bzw. multifunktionale Maßnahmen über dieses Modell nicht flächenmäßig zugeordnet werden können (z. B. bei einem Rückbau von Querbauwerken in Gewässern, Aufheben von Fließgewässerverrohrungen), verbleibt es bei der rein verbal-argumentativen Bilanzierung. Unterstützend kann das für die Bedeutungsstufen 0–15 ermittelte Flächenäquivalent in ein Kostenäquivalent (auf der Grundlage eines Kostenindexes von 0,70 €/ Flächenäquivalent)7 umgerechnet werden, dem zur Bemessung des Kompensationsumfanges entweder Durchschnittspreise8 oder auch tatsächliche Kosten für eine bereits durchgeführte Maßnahme gegenübergestellt werden können.


Anhang A – Bewertung der Biotoptypen

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Bauplanungsrecht/Städtebaurecht

Ermittlung der Bedeutungsstufe für die Biotoptypengruppen 2000 bis 80001)

Code1)

Biotoptyp1)

2000 2100 2200/2300 2400 2500 2xxx – 201 bis – 620 2xxx – 712 3000 3100 3211/3212 3220/3213/3230 3240 4000 4100/4170/4700 4211/4212/4213 4221 4223 4230/4240 4710 4721 4730

BINNENGEWÄSSER Quellen, einschl. Quellflur Fließgewässer (schmal/breit) Altwasser Standgewässer krautige Ufersäume- und Verlandungsbereich von Binnengewässern Ufergehölzstreifen MOORE, SÜMPFE Hochmoore Niedermoore Großseggenrieder/Binsensumpf/Röhrichte Salzwiesen und Binnensalzstellen ACKER, GRÜNLAND, STAUDENFLUREN extensiv genutzte Äcker/Ackerbrachen/krautige Grünlandbrachen Trocken- und Halbtrockenrasen/Borstgrasrasen Bergwiesen frisches bis mäßig feuchtes, extensiv genutztes Grünland nasses bis feuchtes, extensiv genutztes Grünland, Feuchtwiesen Hochstaudenfluren, Säume und Ruderalfluren auf frischen Standorten Sumpfhochstaudenfluren Staudenfluren, Säume und Ruderalfluren auf trockenwarmen Standorten ROHBODEN-/EXTREMSTANDORTE; ZWERGSTRAUCHHEIDEN anthropogene Zwergstrauch- und Ginsterheiden sowie Wacholderheiden Schuttfluren, natürliche Block- und Felsschutthalden ohne Bewaldung Felsfluren FELDGEHÖLZE, GEBÜSCHE, BÄUME Hecke, überwiegend Sträucher, < 4 m Breite Feldgehölze, Gebüsche und Hecken auf unterschiedlichen Standorten sowie Baumhecken Gebüsch auf Feucht-/Nassstandort Alleen, Straßenbegleitgehölze, Baumreihen, Einzelbäume Kopfbäume Streuobstbestände WÄLDER naturbestimmte Wälder kulturbestimmte Wälder Altholzbestände in naturbestimmten, mittelalten Wäldern und Feldgehölzen Niederwälder ANTROPOGEN GESTÖRTE STANDORTE Aufschüttungsflächen von Lockergesteinsgruben (ungenutzt und ohne Folgenutzung)

5000 5610 5700 5800 6000 6110 6120/6210/ 6223/6224 6221 6320/6400 6380 6500 7000 7000 7000 7000 7000 8000 8201

180

Bilanzierungsmodell

Planung (potentielle Bestand (Bedeutungs- Bedeutungsstufe nach 30 stufe) 2) Jahren)3) 16-55 6-55 36-55 16-55 16-55 36 - 55

45 40 45 40 40 40

46-55 46-55 36-55 46-55

45a) 45b) 45 45

16-45 36-55 26-55 26-55 36 -55 16 -45 36-55 26-55

30c) 40d) 40 35 45 30 45 40

3-55

45d)

36 - 55 36 - 55

45 45

16 - 55 16 - 55

35 40

36 - 55 16 - 55 36 - 55 26 - 55

40 35 40 40

36 - 55 16 - 45 46 - 55

40 30 45c)

26 - 55

45c)

36 - 55

40


Ermittlung der Bedeutungsstufe für die Biotoptypengruppe 9000 (Siedlung, Verkehr, Freizeit, Erholung) Bestand (Bedeutungsstufe)3)

Code1)

Biotoptyp1)

Ausprägung (Teilflächen)2)

9110/ 9122/ 9123/ 9130/ 9150 9140/ 9121

zusammenhängende Wohnflächen/ Ortskerne ländlicher Prägung)/ gemischte Nutzung/ Einzelanwesen (Gebäude, Hausgarten)/ Flächen besonderer baulicher Prägung Industrie- und Gewerbeflächen/ gemischte Nutzung (Stadtkerne)

(teil-)versiegelt strukturarm durchschnittlich strukturreich sehr strukturreich (teil-)versiegelt strukturarm

V 10 20 30 40a) V 10

durchschnittlich strukturreich sehr strukturreich (teil-)versiegelt unversiegelt strukturarm durchschnittlich strukturreich (teil-)versiegelt strukturarm durchschnittlich strukturreich sehr strukturreich (teil-)versiegelt strukturarm durchschnittlich strukturreich

15 20 30b) V 10 10 20 30 V 10 20 30 40 V 10 20 30

9200

Verkehrsflächen

9280

Verkehrsbegleitgrün, auch entlang von Bahnstrecken

9310/ 9390/ 9380

Park- und Grünanlage, Freizeitpark/ Erholungsfläche, Grünfläche anderer Art/ Friedhof

9320/ 9330/ 9340/ 9350/ 9360/ 9370

Sportplatz/ großflächige Sportanlage/ Spiel-/Aufführungsplatz/ Dauerkleingarten/ Zelt-/Campingplätze/ Schwimmbad

Planung (potentielle Bedeutungsstufe nach 30 Jahren)4) V 10 20 30c) - - - d) V 10 20 15 20 30b) V 10 10 20 30c) V 10 20 30 - - -d) V 10 20 30c)

Bilanzierungsmodell

181

Bauplanungsrecht/Städtebaurecht

Anhang B – Bewertung der Siedlungsbiotoptypen

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Erläuterungen: 1) Auswahl höherwertiger Biotoptypen aus der Bewertungsanleitung für die Biotoptypen Thüringens (TMLNU 1999). Für die Herstellung von Zielbiotopen geeignete aufwertbare Flächen sind in der Regel Flächen mit aktuell geringer Bedeutung für Natur und Landschaft, wie z. B. Ackerland, Sonderkulturen, Intensivgrünland, stark ausgebaute (strukturarme) Bäche, versiegelte Flächen oder Flächen mit hohem Biotopentwicklungspotential (z. B. Flächen mit Potential für die Entwicklung eines nach § 18 ThürNatG besonders geschützten Biotopes). 2) Bewertung des Ist-Zustandes der Biotoptypen (Bestand): Die Wertstufe innerhalb der angegebenen Spannen ist mit Hilfe der o. g. Bewertungsanleitung für die Biotoptypen Thüringens (Stufen: sehr gering bis sehr hoch) und der daran anknüpfenden Feinbewertung gemäß Kap. 2 festzulegen. Bei hier nicht aufgeführten Biotoptypen ist entsprechend vorzugehen. 3) Bewertung der Zielbiotope (Planung): Die potentielle Bedeutung kann zum Zeitpunkt der Bilanzierung nur anhand der Anleitung zur Bewertung der Biotoptypen Thüringens unter Berücksichtigung der Entwicklungszeiten der Biotoptypen (Time-Lag-Effekt) grob eingeschätzt werden. Die Bewertung von Ziel-Biotopen der Gruppen 2000, 3000 und 5000 ist in der Regel verbal-argumentativ zu ergänzen. Gleiches gilt für punkt- und linienhafte Elemente. Bei allen in der Auflistung nicht genannten Biotoptypen mit Entwicklungszeiten bis 30 Jahren ist die potentielle Bedeutung gleich dem Grundwert, wie er sich aus der o. g. Bewertungsanleitung (TMLNU 1999) ergibt. In sonstigen Fällen kann die potentielle Bedeutung zwischen Gutachter und Naturschutzbehörde abgestimmt werden. Vom genannten Orientierungswert kann in begründeten Einzelfällen um +/- 5 Wertstufen abgewichen werden. Dies gilt insbesondere für folgende Fälle: a) ein Aufschlag von bis zu 5 Wertstufen ist in der Regel nur bei einer Beseitigung von Entwässerungseinrichtungen bzw. Entbuschung möglich; in anderen Fällen ist eine längere Entwicklungszeit durch einen Abschlag von –5 zu berücksichtigen. b) ein Aufschlag ist in der Regel nur bei einer Entwicklung aus extensiv genutzten Niedermoorstandorten möglich. c) ein Aufschlag ist möglich, wenn die Maßnahme Bestandteil einer Artenschutzmaßnahme ist. d) je nach Ausgangsbiotop unterschiedliche Entwicklungszeiten und damit Bedeutungen nach 30 Jahren. So wird ein Halbtrockenrasen, der aus einer Ackerfläche mit guter Nährstoffversorgung entwickelt wurde nur eine geringere Bedeutung (35), aber ein entbuschter und dauerhaft gepflegter Halbtrockenrasen nach 30 Jahren eine höhere Bedeutung (45) als der Orientierungswert aufweisen; ebenso wird für eine Zwergstrauchheide eine Bedeutung von 50 in der Regel nur bei einer Entbuschung erreichbar sein.


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Bauplanungsrecht/Städtebaurecht

Erläuterungen: 1) nach Bewertungsanleitung für die Biotoptypen Thüringens (TMLNU 1999) 2) Teilflächen unterschiedlicher Ausprägung, wie versiegelte Flächen (V) und Freiflächen (strukturarm bis sehr struktureich), sind gegeneinander abzugrenzen. Die Strukturdichte der Freiflächen ist in Bezugnahme auf die durchschnittliche Ausprägung des jeweiligen Biotoptyps einzustufen. Bedeutsame Biotope der Freiflächen (z. B. Kleingewässer, Waldreste) sind räumlich zu separieren und nach den Codes 2000 bis 8000 zu bewerten. 3) Bedeutungsstufen: V = sehr gering und (teil-)versiegelt, 10 = sehr gering; 20 = gering; 30 = mittel; 40 = hoch; 50 = sehr hoch (die zusätzlich mit der Versiegelung einhergehenden Beeinträchtigungen sind entsprechend Anhang C zu berücksichtigen) a) hohe Bedeutungen sind nur in Ausnahmefällen zuordenbar (z. B. baumreiche Villenbebauung) b) mittlere Bedeutungen sind nur in Ausnahmefällen zuordenbar (z. B. stark ruderalisierte Freiflächen) 4) bei der Bewertung der Flächen geplanter Nutzungen ist die Ausprägung 30 Jahre nach Aufstellung des B-Planes zu prognostizieren. Ausgleichsmaßnahmen mit bedeutsameren Zielbiotopen sind separat nach Anhang A zu bewerten. c) eine mittlere Bedeutung kann nur zugeordnet werden, wenn die technischen bzw. die Erholungseinrichtungen eine entsprechende Biotopentwicklung zulassen (z. B. Regenrückhaltung/-versickerung mit ausgeprägtem Schilfgürtel). d) eine sehr strukturreiche Ausprägung wird 30 Jahre nach Herstellungsbeginn in der Regel noch nicht erreicht sein.

Anhang C Bewertung der Ver-/Entsiegelungen Ermittlung der Bedeutungsstufe für entsiegelte und versiegelte Flächen (V) Bedeutungsstufe 20

entsiegelte, für eine Biotopentwicklung vorbereitete Fläche; Grün-/Erdweg a)

15

entsiegelte, unaufbereitete Fläche; vegetationsreicher, alter Schotterweg

10 9

Schotterweg ohne Deckschicht b) Dachbegrünung

6 5

Betonspurbahnweg mit durchlässigem Mittelstreifen c) Schotterweg mit Deckschicht, wassergebundene Decke

2

Fahrweg mit Pflaster ohne Fugenverguss

0

Asphaltdecken oder Beton

Erläuterungen: Versiegelte Flächen (V) sind in ihrer naturschutzfachlichen Bedeutung unter Einbeziehung aller Schutzgüter zwischen 0 und 15 einzustufen. So weist in der o. a. Beispielbewertung ein Betonspurbahnweg mit einem wasser- und luftdurchlässigen Mittelstreifen insgesamt eine höhere Retentionsfunktion und Grundwasserneubildung auf, als ein Weg mit einer wassergebundenen Deckschicht. a) ein Grünweg guter Ausprägung kann in Einzelfällen auch bis zur Stufe 25 bewertet werden. b) der Schotterweg ohne Deckschicht müsste im Einzelfall geringer eingestuft werden, wenn dieser stärkere Beeinträchtigungen von tierökologische Funktionsbeziehungen verursachen würde, als z. B. die Spurbahnbefestigung. c) die Spurbahnbefestigung kann im Einzelfall auch höher (bis Wertstufe 9) bewertet werden, wenn diese geringere Beeinträchtigungen von tierökologischen Funktionsbeziehungen verursachen würde, als z. B. der Schotterweg ohne Deckschicht oder die Asphaltdecke.

182

Bilanzierungsmodell


Bauordnungsrecht Thüringer Bauordnung (ThürBO)1 Fassung vom 16. März 2004 (GVBl. S. 349) letzte Änderung vom 8. Juli 2009 (GVBl. S. 592)

Inhaltsübersicht Erster Teil – Allgemeine Bestimmungen § 1 § 2 § 3

Anwendungsbereich Begriffe Allgemeine Anforderungen

§ 21 a Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis § 22 Nachweis der Verwendbarkeit von Bauprodukten im Einzelfall § 23 Bauarten § 24 Übereinstimmungsnachweis § 24 a Übereinstimmungserklärung des Herstellers § 24 b Übereinstimmungszertifikat § 25 Prüf‑, Zertifizierungs‑ und Überwachungsstellen

Vierter Abschnitt – Wände, Decken und Dächer

§ 10 § 11

Bebauung der Grundstücke mit Gebäuden Zugänge und Zufahrten auf den Grundstücken Abstandsflächen, Abstände (aufgehoben) Teilung von Grundstücken Nicht überbaute Flächen der bebauten Grundstücke, Kinderspielplätze (aufgehoben) (aufgehoben)

Dritter Teil – Bauliche Anlagen Erster Abschnitt – Gestaltung § 12 § 13

Gestaltung Anlagen der Außenwerbung und Warenautomaten

Zweiter Abschnitt – Allgemeine Anforderungen an die Bauausführung § 14 § 15 § 16 § 17 § 18 § 19

Baustelle Standsicherheit Schutz gegen schädliche Einflüsse Brandschutz Wärmeschutz, Schallschutz und Erschütterungsschutz Verkehrssicherheit

Fünfter Abschnitt – Rettungswege, Öffnungen, Umwehrungen § 31 a § 32 § 33 § 34 § 35 § 36

Erster und zweiter Rettungsweg Treppen Notwendige Treppenräume, Ausgänge Notwendige Flure, offene Gänge Fenster, Türen, Kellerlichtschächte Umwehrungen

Sechster Abschnitt – Technische Gebäudeausrüstung § 37 § 38 § 39 § 40 § 41 § 42 § 43 § 44

Aufzüge Leitungsanlagen, Installationsschächte und -kanäle Lüftungsanlagen Feuerungsanlagen, sonstige Anlagen zur Wärmeerzeugung, Brennstoffversorgung Sanitäre Anlagen, Wasserzähler Kleinkläranlagen, Gruben Aufbewahrung fester Abfallstoffe Blitzschutzanlagen

Dritter Abschnitt – Bauprodukte und Bauarten § 20 § 21

Bauprodukte Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung

1 Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften (ABl. EG Nr. L 204 S. 37), zuletzt geändert durch die Richtlinie 98/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juli 1998 (ABl. EG Nr. L 217 S. 18) sind beachtet worden.

Siebenter Abschnitt – Nutzungsbedingte Anforderungen § 45 § 46 § 47 § 48 § 49 § 50

Aufenthaltsräume Wohnungen (aufgehoben) (aufgehoben) Stellplätze und Garagen, Abstellplätze für Fahrräder Ställe Thüringer Bauordnung (ThürBO)

183

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

§ 4 § 5 § 6 § 7 § 8 § 9

Allgemeine Anforderungen an das Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen § 26 a Tragende Wände, Stützen § 27 Außenwände § 28 Trennwände § 29 Brandwände § 30 Decken § 31 Dächer

Bauordnungsrecht

§ 26

Zweiter Teil – Das Grundstück und seine Bebauung


§ 51 § 52 § 53

(aufgehoben) Sonderbauten Barrierefreies Bauen

Bauüberwachung Bauzustandsanzeigen, Aufnahme der Nutzung

Sechster Abschnitt – Baulasten

§ 54 § 55 § 56 § 57 § 58

§ 80

Grundsatz Bauherr Entwurfsverfasser Unternehmer Bauleiter

Erster Abschnitt – Bauaufsichtsbehörden § 59 § 60 § 61 Bauordnungsrecht

§ 78 § 79

Vierter Teil – Die am Bau Beteiligten

Fünfter Teil – Bauaufsichtsbehörden und Verwaltungsverfahren

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Fünfter Abschnitt – Bauüberwachung

Aufbau der Bauaufsichtsbehörden Aufgaben und Befugnisse der Bauaufsichtsbehörden Sachliche Zuständigkeit

Zweiter Abschnitt – Genehmigungspflicht, Genehmigungsfreiheit § 62 § 62 a § 62 b § 63

Genehmigungsbedürftige Vorhaben (aufgehoben) (aufgehoben) Verfahrensfreie Bauvorhaben, Beseitigung von Anlagen § 63 a Genehmigungsfreistellung

Dritter Abschnitt – Genehmigungsverfahren § 63 b § 63 c § 63 d § 63 e § 64 § 65 § 66 § 67 § 68 § 69 § 70 § 71 § 72 § 73 § 74 § 75

Vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren Baugenehmigungsverfahren Bautechnische Nachweise Abweichungen Bauantrag und Bauvorlagen Bauvorlageberechtigung (aufgehoben) Behandlung des Bauantrags Beteiligung der Nachbarn Ersetzung des gemeindlichen Einvernehmens Baugenehmigung und Baubeginn Teilbaugenehmigung Geltungsdauer der Genehmigung Vorbescheid Genehmigung Fliegender Bauten Bauaufsichtliche Zustimmung

Vierter Abschnitt – Bauaufsichtliche Maßnahmen § 75 a Verbot unrechtmäßig gekennzeichneter Bauprodukte § 76 Baueinstellung § 77 Beseitigung von Anlagen, Nutzungsuntersagung

184

Thüringer Bauordnung (ThürBO)

Baulasten und Baulastenverzeichnis

Sechster Teil – Ordnungswidrigkeiten, Rechts­ vorschriften und Übergangsbestimmungen § 81 § 82 § 83 § 84 § 84 a § 85

Ordnungswidrigkeiten Rechtsvorschriften Örtliche Bauvorschriften Bestehende bauliche Anlagen Gleichstellungsbestimmung Übergangsbestimmungen

Erster Teil – Allgemeine Bestimmungen § 1 Anwendungsbereich (1) Dieses Gesetz gilt für alle baulichen Anlagen und Bauprodukte. Es gilt auch für Grundstücke sowie für andere Anlagen und Einrichtungen, an die in diesem Gesetz oder in Vorschriften aufgrund dieses Gesetzes Anforderungen gestellt werden. (2) Dieses Gesetz gilt nicht für 1. Anlagen des öffentlichen Verkehrs einschließlich Zubehör, Nebenanlagen und Nebenbetrieben, mit Ausnahme von Gebäuden, 2. Anlagen, soweit sie der Bergaufsicht unterliegen, mit Ausnahme von Gebäuden an der Erdoberfläche, 3. Leitungen, die der öffentlichen Versorgung mit Wasser, Gas, Elektrizität, Wärme, der öffentlichen Abwasserbeseitigung, dem Rundfunk, dem Fernsehen oder dem Fernmeldewesen dienen, 4. Rohrleitungen, die dem Ferntransport von Stoffen dienen, 5. Krane und Krananlagen. § 2 Begriffe (1) Bauliche Anlagen sind mit dem Erdboden verbundene, aus Bauprodukten hergestellte Anlagen. Eine Verbindung mit dem Boden besteht auch dann, wenn die Anlage durch eigene Schwere auf dem Boden ruht oder auf ortsfesten Bahnen begrenzt beweglich ist oder wenn die Anlage nach ihrem Verwendungszweck dazu bestimmt ist, überwiegend ortsfest benutzt zu werden. Zu den baulichen Anlagen zählen auch 1. Aufschüttungen und Abgrabungen, 2. Lagerplätze, Abstellplätze und Ausstellungsplätze, 3. Campingplätze, Wochenendplätze, Zeltplätze, Spiel‑ und Sportflächen, 4. Stellplätze für Kraftfahrzeuge,


Thüringer Bauordnung (ThürBO)

185

Bauordnungsrecht

4. Verkaufsstätten, deren Verkaufsräume und Ladenstraßen eine Grundfläche von insgesamt mehr als 800 m² haben, 5. Gebäude mit Räumen, die einer Büro- oder Verwaltungsnutzung dienen und einzeln eine Grundfläche von mehr als 400 m² haben, 6. Gebäude mit Räumen, die einzeln für die Nutzung durch mehr als 100 Personen bestimmt sind, 7. Versammlungsstätten a) mit Versammlungsräumen, die insgesamt mehr als 200 Besucher fassen, wenn diese Versammlungsräume gemeinsame Rettungswege haben, b) im Freien mit Szenenflächen und Freisportanlagen, deren Besucherbereich jeweils mehr als 1.000 Besucher fasst und ganz oder teilweise aus baulichen Anlagen besteht, 8. Schank- und Speisegaststätten mit mehr als 40 Gastplätzen, Beherbergungsstätten mit mehr als zwölf Betten und Spielhallen mit mehr als 150 m² Grundfläche, 9. Krankenhäuser, Heime und sonstige Einrichtungen zur Unterbringung oder Pflege von Personen, 10. Tageseinrichtungen für Kinder, behinderte und alte Menschen, 11. Schulen, Hochschulen und ähnliche Einrichtungen, 12. Justizvollzugsanstalten und bauliche Anlagen für den Maßregelvollzug, 13. Camping- und Wochenendplätze, 14. Freizeit- und Vergnügungsparks, 15. Fliegende Bauten, soweit sie einer Ausführungsgenehmigung bedürfen, 16. Regallager mit einer Oberkante Lagerguthöhe von mehr als 7,50 m, 17. bauliche Anlagen, deren Nutzung durch Umgang oder Lagerung von Stoffen mit Explosions- oder erhöhter Brandgefahr verbunden ist, 18. Anlagen und Räume, die in den Nummern 1 bis 17 nicht aufgeführt und deren Art oder Nutzung mit vergleichbaren Gefahren verbunden sind. (5) Stellplätze sind Flächen, die dem Abstellen von Kraftfahrzeugen außerhalb der öffentlichen Verkehrsflächen dienen. Garagen sind Gebäude oder Gebäudeteile zum Abstellen von Kraftfahrzeugen. Ausstellungs-, Verkaufs-, Werk- und Lagerräume für Kraftfahrzeuge sind keine Stellplätze oder Garagen. (6) Aufenthaltsräume sind Räume, die zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt oder geeignet sind. (7) Oberirdische Geschosse sind Geschosse, deren Deckenoberkante im Mittel mehr als 1,40 m über die Geländeoberfläche hinausragt. Hohlräume zwischen den Decken oder der obersten Decke und dem Dach,

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

5. Gerüste und Hilfseinrichtungen zur statischen Sicherung von Bauzuständen, 6. künstliche Hohlräume unter der Erdoberfläche, 7. Freizeit- und Vergnügungsparks. Anlagen sind bauliche Anlagen und sonstige Anlagen und Einrichtungen im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 2. (2) Gebäude sind selbständig benutzbare, überdeckte bauliche Anlagen, die von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen zu dienen. (3) Gebäude werden in folgende Gebäudeklassen eingeteilt: 1. Gebäudeklasse 1: a) freistehende Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 m und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 m² und b) freistehende Gebäude, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb im Sinne des § 35 Abs. 1 Nr. 1 und 2 des Baugesetzbuchs (BauGB) in der Fassung vom 27. August 1997 (BGBl. I S. 2141, 1998 I S.137) in der jeweils geltenden Fassung in Verbindung mit § 201 BauGB dienen, 2. Gebäudeklasse 2: Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 m und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 m², 3. Gebäudeklasse 3: sonstige Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 m, 4. Gebäudeklasse 4: Gebäude mit einer Höhe bis zu 13 m und Nutzungseinheiten mit jeweils nicht mehr als 400 m², 5. Gebäudeklasse 5: sonstige Gebäude einschließlich unterirdischer Gebäude. Höhe im Sinne des Satzes 1 ist das Maß der Fußbodenoberkante des höchstgelegenen Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum möglich ist, an den zum Anleitern bestimmten Stellen über der Geländeoberfläche. Die Grundflächen der Nutzungseinheiten im Sinne dieses Gesetzes sind die Brutto-Grundflächen; bei der Berechnung der Brutto-Grundflächen nach Satz 1 bleiben Flächen in Kellergeschossen außer Betracht. (4) Sonderbauten sind Anlagen und Räume besonderer Art oder Nutzung, die einen der nachfolgenden Tatbestände erfüllen: 1. Hochhäuser (Gebäude mit einer Höhe nach Absatz 3 Satz 2 von mehr als 22 m), 2. bauliche Anlagen mit einer Höhe von mehr als 30 m, 3. Gebäude mit mehr als 1.600 m² Grundfläche des Geschosses mit der größten Ausdehnung, ausgenommen Wohngebäude,


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

in denen Aufenthaltsräume nicht möglich sind, gelten nicht als Geschosse (beispielsweise Installationsgeschosse). (8) Feuerstätten sind in oder an Gebäuden ortsfest benutzte Anlagen oder Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, durch Verbrennung Wärme zu erzeugen. (9) Bauprodukte sind 1. Baustoffe, Bauteile und Anlagen, die hergestellt werden, um dauerhaft in bauliche Anlagen eingebaut zu werden, 2. aus Baustoffen und Bauteilen vorgefertigte Anlagen, die hergestellt werden, um mit dem Erdboden verbunden zu werden, wie Fertighäuser, Fertiggaragen und Silos. (10) Bauart ist das Zusammenfügen von Bauprodukten zu baulichen Anlagen oder Teilen von baulichen Anlagen.

Zweiter Teil – Das Grundstück und seine Bebauung

§ 3 Allgemeine Anforderungen (1) Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit oder die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden. (2) Bauprodukte dürfen nur verwendet werden, wenn bei ihrer Verwendung die baulichen Anlagen bei ordnungsgemäßer Instandhaltung während einer dem Zweck entsprechenden angemessenen Zeitdauer die Anforderungen dieses Gesetzes oder aufgrund dieses Gesetzes erfüllen und gebrauchstauglich sind. (3) Die von der obersten Bauaufsichtsbehörde durch öffentliche Bekanntmachung als Technische Baubestimmungen eingeführten technischen Regeln sind zu beachten. Bei ihrer Bekanntmachung kann hinsichtlich ihres Inhalts auf die Fundstelle verwiesen werden. Von den Technischen Baubestimmungen kann abgewichen werden, wenn mit einer anderen Lösung in gleichem Maße die allgemeinen Anforderungen des Absatzes 1 erfüllt werden; § 20 Abs. 3 und § 23 bleiben unberührt. (4) Für die Beseitigung von Anlagen und für die Änderung ihrer Nutzung gelten die Absätze 1 und 3 entsprechend. (5) Bauprodukte und Bauarten, die in Vorschriften anderer Vertragsstaaten des Abkommens vom 2. Mai 1992 über den Europäischen Wirtschaftsraum genannten technischen Anforderungen entsprechen, dürfen verwendet oder angewendet werden, wenn das geforderte Schutzniveau in Bezug auf Sicherheit, Gesundheit und Gebrauchstauglichkeit gleichermaßen dauerhaft erreicht wird.

§ 5 Zugänge und Zufahrten auf den Grundstücken (1) Von öffentlichen Verkehrsflächen ist insbesondere für die Feuerwehr ein geradliniger Zu- oder Durchgang zu rückwärtigen Gebäuden zu schaffen; zu anderen Gebäuden ist er zu schaffen, wenn der zweite Rettungsweg dieser Gebäude über Rettungsgeräte der Feuerwehr führt. Zu Gebäuden, bei denen die Oberkante der Brüstung von zum Anleitern bestimmten Fenstern oder Stellen mehr als 8 m über Gelände liegt, ist in den Fällen des Satzes 1 anstelle eines Zu- oder Durchgangs eine Zu- oder Durchfahrt zu schaffen. Ist für die Personenrettung der Einsatz von Hubrettungsfahrzeugen erforderlich, sind die dafür erforderlichen Aufstell- und Bewegungsflächen vorzusehen. Bei Gebäuden, die ganz oder mit Teilen mehr als 50 m von einer öffentlichen Verkehrsfläche entfernt sind, sind Zufahrten oder Durchfahrten nach Satz 2 zu den vor und hinter den Gebäuden gelegenen Grundstücksteilen und Bewegungsflächen herzustellen, wenn sie aus Gründen des Feuerwehreinsatzes erforderlich sind. (2) Zu- und Durchfahrten, Aufstellflächen und Bewegungsflächen müssen für Feuerwehrfahrzeuge ausreichend befestigt und tragfähig sein; sie sind als solche zu kennzeichnen und ständig freizuhalten; die Kennzeichnung von Zufahrten muss von der öffentlichen Verkehrsfläche aus sichtbar sein. Fahrzeuge dürfen auf den Flächen nach Satz 1 nicht abgestellt werden.

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Thüringer Bauordnung (ThürBO)

§ 4 Bebauung der Grundstücke mit Gebäuden (1) Gebäude dürfen nur errichtet werden, wenn das Grundstück in angemessener Breite an einer befahrbaren öffentlichen Verkehrsfläche liegt oder wenn das Grundstück eine befahrbare, öffentlich‑rechtlich gesicherte Zufahrt zu einer befahrbaren öffentlichen Verkehrsfläche hat. (2) Die Errichtung eines Gebäudes auf mehreren Grundstücken ist nur zulässig, wenn durch Baulast gesichert ist, dass keine Verhältnisse eintreten können, die den Bestimmungen dieses Gesetzes oder den aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Vorschriften zuwiderlaufen.

§ 6 Abstandsflächen, Abstände (1) Vor den Außenwänden von Gebäuden sind Abstandsflächen von oberirdischen Gebäuden freizuhalten. Für bauliche Anlagen, andere Anlagen und Einrichtungen, von denen Wirkungen wie von Gebäuden ausgehen, gilt Satz 1 gegenüber Gebäuden und Nachbargrenzen sinngemäß. Eine Abstandsfläche ist nicht erforderlich


Thüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

vor Außenwänden, die an Grundstücksgrenzen errichtet (7) In den Abstandsflächen eines Gebäudes sowie ohne werden, wenn nach planungsrechtlichen Vorschriften eigene Abstandsflächen sind, auch wenn sie nicht an an die Grenze gebaut werden muss oder gebaut wer- die Grundstücksgrenze oder an das Gebäude angebaut werden, zulässig: den darf. (2) Abstandsflächen sowie Abstände nach § 29 Abs. 1. Garagen und Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätten mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 2 Nr. 1 und § 31 Abs. 2 müssen auf dem Grundstück 3 m und einer Gesamtlänge je Grundstücksgrenze selbst liegen. Sie dürfen auch auf öffentlichen Verkehrs-, bis zu 9 m, Grün- und Wasserflächen liegen, jedoch nur bis zu deren Mitte. Abstandsflächen sowie Abstände im Sinne 2. gebäudeunabhängige Solaranlagen mit einer Höhe bis zu 3 m und einer Gesamtlänge je Grundstücksdes Satzes 1 dürfen sich ganz oder teilweise auf andere grenze von 9 m und Grundstücke erstrecken, wenn öffentlich-rechtlich gesichert ist, dass sie nicht überbaut werden; Abstandsflä- 3. Stützmauern und geschlossene Einfriedungen in Gewerbe- und Industriegebieten, außerhalb dieser chen dürfen auf die auf diesen Grundstücken erforderliBaugebiete mit einer Höhe bis zu 2 m. chen Abstandsflächen nicht angerechnet werden. (3) Abstandsflächen dürfen sich nicht überdecken; dies Die Länge der die Abstandsflächentiefe gegenüber den gilt nicht für Grundstücksgrenzen nicht einhaltenden Bebauung nach 1. Außenwände, die in einem Winkel von mehr als 75 den Nummern 1 und 2 darf auf einem Grundstück insGrad zueinander stehen, gesamt 15 m nicht überschreiten. 2. Außenwände zu einem fremder Sicht entzogenen Gartenhof bei Wohngebäuden der Gebäudeklassen § 7 (aufgehoben) 1 und 2 und 3. Gebäude und andere bauliche Anlagen, die in den § 8 Teilung von Grundstücken Abstandsflächen zulässig sind. (1) Durch die Teilung eines Grundstücks, das bebaut (4) Die Abstandsfläche bemisst sich nach der Wand- oder dessen Bebauung genehmigt ist, dürfen keine Verhöhe; sie wird senkrecht zur Wand gemessen. Wand- hältnisse geschaffen werden, die diesem Gesetze oder höhe ist das Maß von der Geländeoberfläche bis zum den aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Vorschriften Schnittpunkt der Wand mit der Dachhaut oder bis zum widersprechen. oberen Abschluss der Wand. Die Höhe von Dächern mit (2) Soll bei einer Teilung nach Absatz 1 von diesem einer Neigung von weniger als 70 Grad wird zu einem Gesetz oder den aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Drittel der Wandhöhe hinzugerechnet. Anderenfalls wird Vorschriften abgewichen werden, ist § 63 e entspredie Höhe des Dachs voll hinzugerechnet. Die Sätze 1 chend anzuwenden. bis 4 gelten für Dachaufbauten entsprechend. Das sich (3) Auf Antrag eines Beteiligten hat die Bauaufsichtsergebende Maß ist „H“. behörde ein Zeugnis darüber auszustellen, dass die Tei(5) Die Tiefe der Abstandsflächen beträgt 0,4 H, min- lung des Grundstücks den Anforderungen der Absätze destens 3 m. In Gewerbe- und Industriegebieten sowie 1 und 2 entspricht. in Sondergebieten, deren Nutzung mit einem Gewerbeoder Industriegebiet vergleichbar ist, genügt eine Tiefe § 9 Nicht überbaute Flächen der bebauten Grundvon 0,2 H, mindestens 3 m. Vor den Außenwänden von stücke, Kinderspielplätze Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 mit nicht (1) Die nicht mit Gebäuden oder vergleichbaren baulimehr als drei oberirdischen Geschossen genügt als chen Anlagen überbauten Flächen der bebauten GrundTiefe der Abstandsfläche 3 m. stücke sind (6) Bei der Bemessung der Abstandsflächen bleiben 1. wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen und außer Betracht 1. vor die Außenwand vortretende Bauteile wie Ge- 2. zu begrünen oder zu bepflanzen, simse und Dachüberstände, soweit dem nicht die Erfordernisse einer anderen zuläs2. Vorbauten, wenn sie sigen Verwendung der Flächen entgegenstehen. Satz 1 a) insgesamt nicht mehr als ein Drittel der Breite findet keine Anwendung, soweit Bebauungspläne oder der jeweiligen Außenwand in Anspruch nehmen, andere Satzungen Festsetzungen zu den nicht überbau b) nicht mehr als 1,50 m vor diese Außenwand vor- ten Flächen treffen. treten und (2) Bei der Errichtung von Gebäuden mit mehr als drei c) mindestens 2 m von der gegenüberliegenden Wohnungen ist auf dem Baugrundstück oder in unmittelNachbargrenze entfernt bleiben. barer Nähe auf einem anderen geeigneten Grundstück,


2. Schilder, die Inhaber und Art gewerblicher Betriebe kennzeichnen (Hinweisschilder), wenn sie vor Ortsdurchfahrten auf einer Tafel zusammengefasst sind, 3. einzelne Hinweiszeichen an Verkehrsstraßen und Wegabzweigungen, die im Interesse des Verkehrs auf außerhalb der Ortsdurchfahrten liegende Betriebe oder versteckt liegende Stätten aufmerksam machen, 4. Werbeanlagen an und auf Flugplätzen, Sportanlagen und Versammlungsstätten, soweit sie nicht in die freie Landschaft wirken, 5. Werbeanlagen auf Ausstellungsgeländen und Messegeländen. § 10 (aufgehoben) (4) In Kleinsiedlungsgebieten, Dorfgebieten, reinen § 11 (aufgehoben) Wohngebieten und allgemeinen Wohngebieten sind nur Werbeanlagen zulässig an der Stätte der Leistung sowie Dritter Teil – Bauliche Anlagen Anlagen für amtliche Mitteilungen und zur Unterrichtung der Bevölkerung über kirchliche, kulturelle, politische, Erster Abschnitt – Gestaltung sportliche und ähnliche Veranstaltungen; die jeweils freie Fläche dieser Anlagen darf auch für andere Wer§ 12 Gestaltung bung verwendet werden. In reinen Wohngebieten darf Bauliche Anlagen müssen nach Form, Maßstab, Verhält- an der Stätte der Leistung nur mit Hinweisschildern nis der Baumassen und Bauteile zueinander, Werkstoff geworben werden. An Haltestellen des öffentlichen Perund Farbe so gestaltet sein, dass sie nicht verunstaltet sonennahverkehrs können auch andere Werbeanlagen wirken. Bauliche Anlagen dürfen das Straßen-, Orts- als nach den Sätzen 1 und 2 zugelassen werden, soweit und Landschaftsbild nicht verunstalten. diese die Eigenart des Gebiets und das Orts- und Landschaftsbild nicht beeinträchtigen. § 13 Anlagen der Außenwerbung und (5) Die Absätze 1 bis 3 gelten für Warenautomaten Warenautomaten entsprechend. (1) Anlagen der Außenwerbung (Werbeanlagen) sind (6) Die Bestimmungen dieses Gesetzes sind nicht analle ortsfesten Einrichtungen, die der Ankündigung oder zuwenden auf Anpreisung oder als Hinweis auf Gewerbe oder Beruf 1. Anschläge und Lichtwerbung an dafür genehmigten Säulen, Tafeln und Flächen, dienen und vom öffentlichen Verkehrsraum aus sichtbar sind. Hierzu zählen insbesondere Bilder, Beschriftungen, 2. Werbemittel an Zeitungsverkaufsstellen und Zeitschriftenverkaufsstellen, Bemalungen, Lichtwerbungen, Schaukästen sowie für Zettelanschläge und Bogenanschläge oder Lichtwer- 3. Auslagen und Dekorationen in Fenstern und Schaukästen, bung bestimmte Säulen, Tafeln und Flächen. (2) Für Werbeanlagen, die bauliche Anlagen sind, gelten 4. Wahlwerbung für die Dauer eines Wahlkampfes. die in diesem Gesetz an bauliche Anlagen gestellten Anforderungen. Werbeanlagen, die keine baulichen An- Zweiter Abschnitt – Allgemeine Anforderungen an lagen sind, dürfen weder bauliche Anlagen noch das die Bauausführung Straßenbild, Ortsbild oder Landschaftsbild verunstalten oder die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs § 14 Baustelle gefährden. Die störende Häufung von Werbeanlagen (1) Baustellen sind so einzurichten, dass bauliche Anlaist unzulässig. gen ordnungsgemäß errichtet, geändert oder abgebro(3) Außerhalb der im Zusammenhang bebauten Orts- chen werden können und Gefahren oder vermeidbare teile sind Werbeanlagen unzulässig. Ausgenommen Belästigungen nicht entstehen. sind, soweit in anderen Vorschriften nichts anderes (2) Bei Bauarbeiten, durch die unbeteiligte Personen gebestimmt ist, fährdet werden können, ist die Gefahrenzone abzugren1. Werbeanlagen an der Stätte der Leistung, zen oder durch Warnzeichen zu kennzeichnen. Soweit erforderlich, sind Baustellen mit einem Bauzaun abzu-

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dessen dauerhafte Nutzung für diesen Zweck öffentlichrechtlich gesichert sein muss, ein ausreichend großer Spielplatz für Kleinkinder anzulegen. Dies gilt nicht, wenn in unmittelbarer Nähe eine Gemeinschaftsanlage oder ein sonstiger für die Kinder nutzbarer Spielplatz geschaffen wird oder vorhanden ist oder ein solcher Spielplatz wegen der Art und der Lage der Wohnungen nicht erforderlich ist. Bei bestehenden Gebäuden nach Satz 1 kann die Herstellung von Spielplätzen für Kleinkinder verlangt werden, wenn dies die Gesundheit und der Schutz der Kinder erfordern.

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Thüringer Bauordnung (ThürBO)


§ 16 Schutz gegen schädliche Einflüsse (1) Bauliche Anlagen sowie andere Anlagen und Einrichtungen im Sinne von § 1 Abs. 1 Satz 2 müssen so angeordnet, beschaffen und gebrauchstauglich sein, dass durch Wasser, Feuchtigkeit, pflanzliche und tierische Schädlinge sowie andere chemische, physikalische oder biologische Einflüsse Gefahren oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen. Baugrundstücke müssen für bauliche Anlagen entsprechend geeignet sein. (2) Werden in Gebäuden Bauteile aus Holz oder anderen organischen Stoffen vom Hausbock, vom echten Hausschwamm oder von Termiten befallen, so haben die für den ordnungsgemäßen Zustand des Gebäudes verantwortlichen Personen der unteren Bauaufsichtsbehörde unverzüglich Anzeige zu erstatten. § 17 Brandschutz Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.

§ 19 Verkehrssicherheit (1) Bauliche Anlagen und die dem Verkehr dienenden nicht überbauten Flächen von bebauten Grundstücken müssen verkehrssicher sein. (2) Die Sicherheit und Leichtigkeit des öffentlichen Verkehrs darf durch bauliche Anlagen oder ihre Nutzung nicht gefährdet werden. Dritter Abschnitt –Bauprodukte und Bauarten § 20 Bauprodukte (1) Bauprodukte dürfen für die Errichtung, Änderung und Instandhaltung baulicher Anlagen nur verwendet werden, wenn sie für den Verwendungszweck 1. von den nach Absatz  2 bekannt gemachten technischen Regeln nicht oder nicht wesentlich abweichen (geregelte Bauprodukte) oder nach Absatz  3 zulässig sind und aufgrund des Übereinstimmungsnachweises nach § 24 das Übereinstimmungszeichen (Ü‑Zeichen) tragen oder 2. nach den Vorschriften a) des Bauproduktengesetzes (BauPG) vom 10. August 1992 (BGBl. I S. 1495), geändert durch Artikel 59 des Gesetzes vom 27. April 1993 (BGBl. I S. 512), in der jeweils geltenden Fassung, b) zur Umsetzung der Richtlinie 89/106/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung der Rechts‑ und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über Bauprodukte (Bauproduktenrichtlinie) (ABl. EG Nr. L 40 S. 12) in der jeweils geltenden Fassung durch andere Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften und andere Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder c) zur Umsetzung sonstiger Richtlinien der Europäischen Gemeinschaften, soweit diese die wesentThüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht

§ 15 Standsicherheit (1) Jede bauliche Anlage muss im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen für sich allein standsicher sein. Die Standsicherheit anderer baulicher Anlagen und die Tragfähigkeit des Baugrunds des Nachbargrundstücks dürfen nicht gefährdet werden. (2) Die Verwendung gemeinsamer Bauteile für mehrere bauliche Anlagen ist zulässig, wenn öffentlich‑rechtlich gesichert ist, dass die gemeinsamen Bauteile beim Abbruch einer baulichen Anlage bestehen bleiben können.

§ 18 Wärmeschutz, Schallschutz und Erschütterungsschutz (1) Gebäude müssen einen ihrer Nutzung und den klimatischen Verhältnissen entsprechenden Wärmeschutz haben. (2) Gebäude müssen einen ihrer Nutzung entsprechenden Schallschutz haben. Geräusche, die von ortsfesten Einrichtungen in baulichen Anlagen oder auf Baugrundstücken ausgehen, sind so zu dämmen, dass Gefahren oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen. (3) Erschütterungen oder Schwingungen, die von ortsfesten Einrichtungen in baulichen Anlagen oder auf Baugrundstücken ausgehen, sind so zu dämmen, dass Gefahren oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen.

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grenzen, mit Schutzvorrichtungen gegen herabfallende Gegenstände zu versehen und zu beleuchten. (3) Bei der Ausführung nicht verfahrensfreier Bauvorhaben hat der Bauherr an der Baustelle ein Schild, das die Bezeichnung des Bauvorhabens und die Namen und Anschriften des Entwurfsverfassers, des Bauleiters und der Unternehmer für den Rohbau enthalten muss, dauerhaft und von der öffentlichen Verkehrsfläche aus sichtbar anzubringen. (4) Bäume, Hecken und sonstige Bepflanzungen, die aufgrund anderer Rechtsvorschriften zu erhalten sind oder deren Erhaltung in der Baugenehmigung zur Auflage gemacht wird, müssen während der Bauausführung geschützt werden.


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lichen Anforderungen nach § 5 Abs. 1 BauPG kunde und Erfahrung der damit betrauten Personen berücksichtigen, oder von einer Ausstattung mit besonderen Vorrich in den Verkehr gebracht und gehandelt werden dür- tungen abhängt, kann in der allgemeinen bauaufsichtfen, insbesondere das Zeichen der Europäischen lichen Zulassung, in der Zustimmung im Einzelfall oder Gemeinschaften (CE Zeichen) tragen und dieses durch Rechtsverordnung der obersten BauaufsichtsZeichen die nach Absatz  7 Nr. 1 festgelegten Klas- behörde vorgeschrieben werden, dass der Hersteller sen und Leistungsstufen ausweist oder die Leistung über solche Fachkräfte und Vorrichtungen verfügt und des Bauprodukts angibt. den Nachweis hierüber gegenüber einer Prüfstelle nach Sonstige Bauprodukte, die von allgemein anerkannten § 25 zu erbringen hat. In der Rechtsverordnung können Regeln der Technik nicht abweichen, dürfen auch ver- Mindestanforderungen an die Ausbildung, die durch wendet werden, wenn diese Regeln nicht in der Baure- Prüfung nachzuweisende Befähigung und die Ausbilgelliste A bekannt gemacht sind. Sonstige Bauprodukte, dungsstätten einschließlich der Anerkennungsvorausdie von allgemein anerkannten Regeln der Technik ab- setzungen gestellt werden. weichen, bedürfen keines Nachweises ihrer Verwend- (6) Für Bauprodukte, die wegen ihrer besonderen Eigenbarkeit nach Absatz  3. schaften oder ihres besonderen Verwendungszwecks (2) Das Deutsche Institut für Bautechnik macht im einer außergewöhnlichen Sorgfalt bei Einbau, Transport, Einvernehmen mit der obersten Bauaufsichtsbehörde Instandhaltung oder Reinigung bedürfen, kann in der für Bauprodukte, für die nicht nur die Bestimmungen allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, in der Zustimdes Absatzes  1 Satz 1 Nr. 2 maßgebend sind, in der mung im Einzelfall oder durch Rechtsverordnung der Bauregelliste A die technischen Regeln bekannt, die zur obersten Bauaufsichtsbehörde die Überwachung dieser Erfüllung der in diesem Gesetz und in Vorschriften auf- Tätigkeiten durch eine Überwachungsstelle nach § 25 grund dieses Gesetzes an bauliche Anlagen gestellten Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 vorgeschrieben werden. Anforderungen erforderlich sind. Diese technischen Re- (7) Das Deutsche Institut für Bautechnik kann im Eingeln gelten als Technische Baubestimmungen im Sinne vernehmen mit der obersten Bauaufsichtsbehörde in des § 3 Abs. 3 Satz 1. der Bauregelliste B (3) Bauprodukte, für die technische Regeln in der Bau- 1. festlegen, welche der Klassen und Leistungsstufen, die in Normen, Leitlinien oder europäischen techregelliste A nach Absatz  2 bekannt gemacht worden nischen Zulassungen nach dem Bauproduktengesind und die von diesen wesentlich abweichen oder für setz oder in anderen Vorschriften zur Umsetzung die es Technische Baubestimmungen oder allgemein von Richtlinien der Europäischen Gemeinschaften anerkannte Regeln der Technik nicht gibt (nicht gereenthalten sind, Bauprodukte nach Absatz  1 Satz 1 gelte Bauprodukte), müssen Nr. 2 erfüllen müssen, und 1. eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (§ 21), 2. ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis 2. bekannt machen, inwieweit andere Vorschriften zur Umsetzung von Richtlinien der Europäischen Ge(§ 21 a) oder meinschaften die wesentlichen Anforderungen nach 3. eine Zustimmung im Einzelfall (§ 22) § 5 Abs. 1 BauPG nicht berücksichtigen. haben. Ausgenommen sind Bauprodukte, die für die Erfüllung der Anforderungen dieses Gesetzes oder aufgrund dieses Gesetzes nur eine untergeordnete Bedeu- § 21 Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung tung haben und die das Deutsche Institut für Bautechnik (1) Das Deutsche Institut für Bautechnik erteilt auf im Einvernehmen mit der obersten Bauaufsichtsbe- Antrag eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für hörde in einer Liste C öffentlich bekannt gemacht hat. nicht geregelte Bauprodukte, wenn deren Verwendbar(4) Die oberste Bauaufsichtsbehörde kann durch keit im Sinne des § 3 Abs. 2 nachgewiesen ist. Rechtsverordnung vorschreiben, dass für bestimmte (2) Die zur Begründung des Antrags erforderlichen Bauprodukte, auch soweit sie Anforderungen nach Unterlagen sind beizufügen. Soweit erforderlich, sind anderen Rechtsvorschriften unterliegen, hinsichtlich Probestücke vom Antragsteller zur Verfügung zu stellen dieser Anforderungen bestimmte Nachweise der Ver- oder durch Sachverständige, die das Deutsche Institut wendbarkeit und bestimmte Übereinstimmungsnach- für Bautechnik bestimmen kann, zu entnehmen oder weise nach Maßgabe der §§ 20 bis 22 und der §§ 24 bis Probeausführungen unter Aufsicht der Sachverständi25 zu führen sind, wenn die anderen Rechtsvorschriften gen herzustellen. § 67 Abs. 2 gilt entsprechend. diese Nachweise verlangen oder zulassen. (3) Das Deutsche Institut für Bautechnik kann für die (5) Bei Bauprodukten nach Absatz  1 Satz 1 Nr. 1, deren Durchführung der Prüfung die sachverständige Stelle Herstellung in außergewöhnlichem Maße von der Sach190

Thüringer Bauordnung (ThürBO)


§ 23 Bauarten (1) Bauarten, die von technischen Baubestimmungen wesentlich abweichen oder für die es allgemein anerkannte Regeln der Technik nicht gibt (nicht geregelte Bauarten), dürfen bei der Errichtung, Änderung und Instandhaltung baulicher Anlagen nur angewendet werden, wenn für sie 1. eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung oder 2. eine Zustimmung im Einzelfall § 21 a Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis erteilt worden ist. Anstelle einer allgemeinen bauauf(1) Bauprodukte, sichtlichen Zulassung genügt ein allgemeines bau1. deren Verwendung nicht der Erfüllung erheblicher aufsichtliches Prüfzeugnis, wenn die Bauart nicht der Anforderungen an die Sicherheit baulicher Anlagen Erfüllung erheblicher Anforderungen an die Sicherheit dient, oder baulicher Anlagen dient und nach allgemein anerkann2. die nach allgemein anerkannten Prüfverfahren beur- ten Prüfverfahren beurteilt wird. Das Deutsche Institut teilt werden, für Bautechnik macht diese Bauarten mit der Angabe bedürfen anstelle einer allgemeinen bauaufsichtlichen der maßgebenden technischen Regeln und, soweit es Zulassung nur eines allgemeinen bauaufsichtlichen Prüf- keine allgemein anerkannten Regeln der Technik gibt, zeugnisses. Das Deutsche Institut für Bautechnik macht mit der Bezeichnung der Bauarten im Einvernehmen mit dies mit der Angabe der maßgebenden technischen Re- der obersten Bauaufsichtsbehörde in der Bauregelliste geln und, soweit es keine allgemein anerkannten Regeln A bekannt. § 20 Abs. 5 und 6 sowie die §§ 21 und 21 a der Technik gibt, mit der Bezeichnung der Bauprodukte Abs. 2 und § 22 gelten entsprechend. Wenn Gefahren im Einvernehmen mit der obersten Bauaufsichtsbe- im Sinne des § 3 Abs. 1 nicht zu erwarten sind, kann hörde in der Bauregelliste A bekannt. die oberste Bauaufsichtsbehörde im Einzelfall oder für (2) Ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis wird genau begrenzte Fälle allgemein festlegen, dass eine von einer Prüfstelle nach § 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 für allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, ein allgemeines nicht geregelte Bauprodukte nach Absatz  1 erteilt, bauaufsichtliches Prüfzeugnis oder eine Zustimmung im wenn deren Verwendbarkeit im Sinne des § 3 Abs. 2 Einzelfall nicht erforderlich ist. nachgewiesen ist. § 21 Abs. 2 bis 7 gilt entsprechend. (2) Die oberste Bauaufsichtsbehörde kann durch Rechtsverordnung vorschreiben, dass für bestimmte § 22 Nachweis der Verwendbarkeit von Bau­ Bauarten, auch soweit sie Anforderungen nach anderen produkten im Einzelfall Rechtsvorschriften unterliegen, Absatz  1 ganz oder Mit Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörde teilweise anwendbar ist, wenn die anderen Rechtsvordürfen im Einzelfall schriften dies verlangen oder zulassen. 1. Bauprodukte, die ausschließlich nach dem Bauproduktengesetz in Verkehr gebracht werden und § 24 Übereinstimmungsnachweis gehandelt werden dürfen, dessen Anforderungen (1) Bauprodukte bedürfen einer Bestätigung ihrer Überjedoch nicht erfüllen, einstimmung mit den technischen Regeln nach § 20 2. Bauprodukte, die nach sonstigen Vorschriften zur Abs. 2, den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen, Umsetzung von Richtlinien der Europäischen Union den allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen oder oder auf der Grundlage von unmittelbar geltendem den Zustimmungen im Einzelfall; als Übereinstimmung Recht der Europäischen Union in Verkehr gebracht gilt auch eine Abweichung, die nicht wesentlich ist. und gehandelt werden dürfen, hinsichtlich der nicht (2) Die Bestätigung der Übereinstimmung erfolgt durch Thüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht

berücksichtigten wesentlichen Anforderungen im Sinne des § 20 Abs. 7 Nr. 2, 3. nicht geregelte Bauprodukte verwendet werden, wenn ihre Verwendbarkeit im Sinne des § 3 Abs. 2 nachgewiesen ist. Wenn Gefahren im Sinne des § 3 Abs. 1 nicht zu erwarten sind, kann die oberste Bauaufsichtsbehörde im Einzelfall erklären, dass ihre Zustimmung nicht erforderlich ist.

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und für Probeausführungen die Ausführungsstelle und Ausführungszeit vorschreiben. (4) Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung wird widerruflich und für eine bestimmte Frist erteilt, die in der Regel fünf Jahre beträgt. Die Zulassung kann mit Nebenbestimmungen erteilt werden. Sie kann auf schriftlichen Antrag in der Regel um fünf Jahre verlängert werden; § 72 Abs. 2 Satz 2 gilt entsprechend. (5) Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung wird unbeschadet der Rechte Dritter erteilt. (6) Das Deutsche Institut für Bautechnik macht die von ihm erteilten allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen nach Gegenstand und wesentlichem Inhalt öffentlich bekannt. (7) Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen nach dem Recht anderer Länder der Bundesrepublik Deutschland gelten auch in Thüringen.


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

1. Übereinstimmungserklärung des Herstellers dem allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis oder (§ 24 a) oder der Zustimmung im Einzelfall entspricht. 2. Übereinstimmungszertifikat (§ 24 b). Die Bestätigung durch Übereinstimmungszertifikat kann § 24 b Übereinstimmungszertifikat in der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, in der (1) Ein Übereinstimmungszertifikat ist auf schriftlichen Zustimmung im Einzelfall oder in der Bauregelliste A Antrag von einer Zertifizierungsstelle nach § 25 Abs. 1 vorgeschrieben werden, wenn dies zum Nachweis einer Satz 1 Nr. 3 zu erteilen, wenn das Bauprodukt ordnungsgemäßen Herstellung erforderlich ist. Baupro- 1. den maßgebenden technischen Regeln, der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, dem allgemeidukte, die nicht in Serie hergestellt werden, bedürfen nen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis oder der Zustimnur der Übereinstimmungserklärung des Herstellers mung im Einzelfall entspricht und nach § 24 a Abs. 1, sofern nichts anderes bestimmt ist. Die oberste Bauaufsichtsbehörde kann im Einzelfall die 2. einer werkseigenen Produktionskontrolle sowie einer Fremdüberwachung nach Maßgabe des AbsatVerwendung von Bauprodukten ohne das erforderliche zes 2 unterliegt. Übereinstimmungszertifikat gestatten, wenn nachgewiesen ist, dass diese Bauprodukte den technischen (2) Die Fremdüberwachung ist von ÜberwachungsstelRegeln, Zulassungen, Prüfzeugnissen oder Zustimmun- len nach § 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 durchzuführen. Die gen nach Absatz  1 entsprechen. Überwachungsstellen haben regelmäßig zu überprüfen, (3) Für Bauarten gelten die Absätze 1 und 2 entspre- ob das Bauprodukt den maßgebenden technischen chend. Regeln, der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, (4) Die Übereinstimmungserklärung und die Erklärung, dem allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis oder dass ein Übereinstimmungszertifikat erteilt ist, hat der der Zustimmung im Einzelfall entspricht. Hersteller durch Kennzeichnung der Bauprodukte mit dem Übereinstimmungszeichen (Ü‑Zeichen) unter Hin- § 25 Prüf‑, Zertifizierungs‑ und Überwachungsstellen weis auf den Verwendungszweck abzugeben. (5) Das Ü-Zeichen ist auf dem Bauprodukt, auf einem (1) Die oberste Bauaufsichtsbehörde kann eine natürliBeipackzettel oder auf seiner Verpackung oder, wenn che oder juristische Person als dies Schwierigkeiten bereitet, auf dem Lieferschein oder 1. Prüfstelle für die Erteilung allgemeiner bauaufsichtlicher Prüfzeugnisse (§ 21a Abs. 2), auf einer Anlage zum Lieferschein anzubringen. (6) Ü‑Zeichen aus anderen Ländern der Bundesrepublik 2. Prüfstelle für die Überprüfung von Bauprodukten vor Bestätigung der Übereinstimmung (§ 24a Abs. 2), Deutschland und aus anderen Staaten gelten auch in 3. Zertifizierungsstelle (§ 24b Abs. 1), Thüringen. 4. Überwachungsstelle für die Fremdüberwachung (§ 24b Abs. 2), § 24 a Übereinstimmungserklärung des Herstellers (1) Der Hersteller darf eine Übereinstimmungserklärung 5. Überwachungsstelle für die Überwachung nach § 20 Abs. 6 oder nur abgeben, wenn er durch werkseigene Produktionskontrolle sichergestellt hat, dass das von ihm herge- 6. Prüfstelle für die Überprüfung nach § 20 Abs. 5 stellte Bauprodukt den maßgebenden technischen anerkennen, wenn sie oder die bei ihr Beschäftigten Regeln, der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, nach ihrer Ausbildung, Fachkenntnis, persönlichen Zudem allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis oder verlässigkeit, ihrer Unparteilichkeit und ihren Leistunder Zustimmung im Einzelfall entspricht. gen die Gewähr dafür bieten, dass diese Aufgaben den (2) In den technischen Regeln nach § 20 Abs. 2, in der öffentlich-rechtlichen Vorschriften entsprechend wahrBauregelliste A, in den allgemeinen bauaufsichtlichen genommen werden, und wenn sie über die erforderliZulassungen, in den allgemeinen bauaufsichtlichen chen Vorrichtungen verfügen. Satz 1 ist entsprechend Prüfzeugnissen oder in den Zustimmungen im Einzel- auf Behörden anzuwenden, wenn sie ausreichend mit fall kann eine Prüfung der Bauprodukte durch eine geeigneten Fachkräften besetzt und mit den erforderliPrüfstelle vor Abgabe der Übereinstimmungserklärung chen Vorrichtungen ausgestattet sind. vorgeschrieben werden, wenn dies zur Sicherung einer (2) Die Anerkennung von Prüf-, Zertifizierungs- und ordnungsgemäßen Herstellung erforderlich ist. In die- Überwachungsstellen anderer Länder der Bundesresen Fällen hat die Prüfstelle das Bauprodukt daraufhin publik Deutschland gilt auch in Thüringen. Prüf-, Zertifizu überprüfen, ob es den maßgebenden technischen zierungs- und Überwachungsergebnisse von Stellen, die Regeln, der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, nach Artikel 16 Abs. 2 der Bauproduktenrichtlinie von einem anderen Mitgliedstaat der Europäschen Gemein192

Thüringer Bauordnung (ThürBO)


§ 26 a Tragende Wände, Stützen (1) Tragende und aussteifende Wände und Stützen müssen im Brandfall ausreichend lang standsicher sein. Sie müssen in Gebäuden 1. der Gebäudeklasse 5 feuerbeständig, 2. der Gebäudeklasse 4 hochfeuerhemmend, und Vierter Abschnitt – Wände, Decken und Dächer 3. der Gebäudeklassen 2 und 3 feuerhemmend sein. Satz 2 gilt § 26 Allgemeine Anforderungen an das Brand­ 1. für Geschosse im Dachraum nur, wenn darüber verhalten von Baustoffen und Bauteilen noch Aufenthaltsräume möglich sind; § 28 Abs. 4 bleibt unberührt, (1) Baustoffe werden nach den Anforderungen an ihr 2. nicht für Balkone, ausgenommen offene Gänge, die Brandverhalten unterschieden in als notwendige Flure dienen. 1. nichtbrennbare, 2. schwer entflammbare oder (2) Im Kellergeschoss müssen tragende und ausstei3. normal entflammbare. fende Wände und Stützen in Gebäuden Baustoffe, die nicht mindestens normal entflammbar 1. der Gebäudeklassen 3 bis 5 feuerbeständig und sind (leicht entflammbare Baustoffe), dürfen nicht ver- 2. der Gebäudeklassen 1 und 2 feuerhemmend wendet werden; dies gilt nicht, wenn sie in Verbindung sein. mit anderen Baustoffen nicht leicht entflammbar sind. (2) Bauteile werden nach den Anforderungen an ihre § 27 Außenwände Feuerwiderstandsfähigkeit unterschieden in (1) Außenwände und Außenwandteile wie Brüstungen 1. feuerbeständige, und Schürzen sind so auszubilden, dass eine Brandaus2. hochfeuerhemmende oder breitung auf und in diesen Bauteilen ausreichend lang 3. feuerhemmende; begrenzt ist. die Feuerwiderstandsfähigkeit bezieht sich bei tragen- (2) Nicht tragende Außenwände und nicht tragende den und aussteifenden Bauteilen auf deren Standsicher- Teile tragender Außenwände müssen aus nichtbrennheit im Brandfall, bei raumabschließenden Bauteilen auf baren Baustoffen bestehen; sie sind aus brennbaren deren Widerstand gegen die Brandausbreitung. Bauteile Baustoffen zulässig, wenn sie als raumabschließende werden zusätzlich nach dem Brandverhalten ihrer Bau- Bauteile feuerhemmend sind. Satz 1 gilt nicht für brennstoffe unterschieden in bare Fensterprofile und Fugendichtungen sowie brenn1. Bauteile aus nichtbrennbaren Baustoffen, bare Dämmstoffe in nichtbrennbaren geschlossenen Profilen der Außenwandkonstruktion. Thüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht

2. Bauteile, deren tragende und aussteifende Teile aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und die bei raumabschließenden Bauteilen zusätzlich eine in Bauteilebene durchgehende Schicht aus nichtbrennbaren Baustoffen haben, 3. Bauteile, deren tragende und aussteifende Teile aus brennbaren Baustoffen bestehen und die allseitig eine brandschutztechnisch wirksame Bekleidung aus nichtbrennbaren Baustoffen (Brandschutzbekleidung) und Dämmstoffe aus nichtbrennbaren Baustoffen haben und 4. Bauteile aus brennbaren Baustoffen. Soweit in diesem Gesetz oder aufgrund dieses Gesetzes nichts anderes bestimmt ist, müssen 1. Bauteile, die feuerbeständig sein müssen, mindestens den Anforderungen des Satzes 2 Nr. 2 und 2. Bauteile, die hochfeuerhemmend sein müssen, mindestens den Anforderungen des Satzes 2 Nr. 3 entsprechen.

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schaften oder von einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum anerkannt worden sind, stehen den Ergebnissen der in Absatz 1 genannten Stellen gleich. Dies gilt auch für Prüf-, Zertifizierungs- und Überwachungsergebnisse von Stellen anderer Staaten, wenn sie in einem dem Artikel 16 Abs. 2 der Bauproduktenrichtlinie entsprechenden Verfahren anerkannt worden sind. (3) Die oberste Bauaufsichtsbehörde erkennt auf Antrag eine natürliche oder juristische Person oder eine Behörde als Stelle nach Artikel 16 Abs. 2 der Bauproduktenrichtlinie an, wenn in dem dort vorgesehenen Verfahren nachgewiesen ist, dass die natürliche oder juristische Person oder die Behörde die Voraussetzungen erfüllt, nach den Vorschriften eines anderen Mitgliedstaats der Europäischen Gemeinschaften oder eines anderen Vertragsstaats des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zu prüfen, zu zertifizieren oder zu überwachen. Dies gilt auch für die Anerkennung von natürlichen oder juristischen Personen oder von Behörden, die nach den Vorschriften eines anderen Staats zu prüfen, zu zertifizieren oder zu überwachen beabsichtigen, wenn der erforderliche Nachweis in einem dem Artikel 16 Abs. 2 der Bauproduktenrichtlinie entsprechenden Verfahren geführt wird.


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(3) Oberflächen von Außenwänden sowie Außenwandbekleidungen müssen einschließlich der Dämmstoffe und Unterkonstruktionen schwer entflammbar sein; Unterkonstruktionen aus normal entflammbaren Baustoffen sind zulässig, wenn die Anforderungen nach Absatz 1 erfüllt sind. Balkonbekleidungen, die über die erforderliche Umwehrungshöhe hinaus hochgeführt werden, müssen schwer entflammbar sein. (4) Bei Außenwandkonstruktionen mit geschossübergreifenden Hohl- oder Lufträumen wie Doppelfassaden und hinterlüfteten Außenwandbekleidungen sind gegen die Brandausbreitung besondere Vorkehrungen zu treffen. (5) Die Absätze 2 und 3 gelten nicht für Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3. § 28 Trennwände (1) Trennwände nach Absatz 2 müssen als raumabschließende Bauteile von Räumen oder Nutzungseinheiten innerhalb von Geschossen ausreichend lang widerstandsfähig gegen die Brandausbreitung sein. (2) Trennwände sind erforderlich 1. zwischen Nutzungseinheiten sowie zwischen Nutzungseinheiten und anders genutzten Räumen, ausgenommen notwendigen Fluren, 2. zum Abschluss von Räumen mit Explosions- oder erhöhter Brandgefahr sowie 3. zwischen Aufenthaltsräumen und anders genutzten Räumen im Kellergeschoss. (3) Trennwände nach Absatz 2 Nr. 1 und 3 müssen die Feuerwiderstandsfähigkeit der tragenden und aussteifenden Bauteile des Geschosses haben, jedoch mindestens feuerhemmend sein. Trennwände nach Absatz 2 Nr. 2 müssen feuerbeständig sein. (4) Trennwände nach Absatz 2 sind bis zur Rohdecke, im Dachraum bis unter die Dachhaut zu führen; werden in Dachräumen Trennwände nur bis zur Rohdecke geführt, ist diese Decke als raumabschließendes Bauteil einschließlich der sie tragenden und aussteifenden Bauteile feuerhemmend herzustellen. (5) Öffnungen in Trennwänden nach Absatz 2 sind nur zulässig, wenn sie auf die für die Nutzung erforderliche Zahl und Größe beschränkt sind; sie müssen feuerhemmende, dicht- und selbstschließende Abschlüsse haben. (6) Die Absätze 1 bis 5 gelten nicht für Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2. § 29 Brandwände (1) Brandwände müssen als raumabschließende Bauteile zum Abschluss von Gebäuden (Gebäudeabschlusswand) oder zur Unterteilung von Gebäuden 194

Thüringer Bauordnung (ThürBO)

in Brandabschnitte (innere Brandwand) ausreichend lang die Brandausbreitung auf andere Gebäude oder Brandabschnitte verhindern. (2) Brandwände sind erforderlich 1. als Gebäudeabschlusswand, ausgenommen von Gebäuden ohne Aufenthaltsräume und ohne Feuerstätten mit nicht mehr als 50 m³ Brutto-Rauminhalt, wenn diese Abschlusswände an oder mit einem Abstand bis zu 2,50 m gegenüber der Grundstücksgrenze errichtet werden, es sei denn, dass ein Abstand von mindestens 5 m zu bestehenden oder nach den baurechtlichen Vorschriften zulässigen künftigen Gebäuden gesichert ist, 2. als innere Brandwand zur Unterteilung ausgedehnter Gebäude in Abständen von nicht mehr als 40 m, 3. als innere Brandwand zur Unterteilung landwirtschaftlich genutzter Gebäude in Brandabschnitte von nicht mehr als 10.000 m³ Brutto-Rauminhalt und 4. als Gebäudeabschlusswand zwischen Wohngebäuden und angebauten landwirtschaftlich genutzten Gebäuden sowie als innere Brandwand zwischen dem Wohnteil und dem landwirtschaftlich genutzten Teil eines Gebäudes. (3) Brandwände müssen auch unter zusätzlicher mechanischer Beanspruchung feuerbeständig sein und aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen. Anstelle von Brandwänden nach Satz 1 sind 1. für Gebäude der Gebäudeklasse 4 Wände, die auch unter zusätzlicher mechanischer Beanspruchung hochfeuerhemmend sind, 2. für Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 hochfeuerhemmende Wände, 3. für Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 Gebäudeabschlusswände, die jeweils von innen nach außen die Feuerwiderstandsfähigkeit der tragenden und aussteifenden Teile des Gebäudes, mindestens jedoch feuerhemmende Bauteile, und von außen nach innen die Feuerwiderstandsfähigkeit feuerbeständiger Bauteile haben, 4. in den Fällen des Absatzes 2 Nr. 4 feuerbeständige Wände, wenn der umbaute Raum des landwirtschaftliche genutzten Gebäudes oder Gebäudeteils nicht größer als 2.000 m3 ist zulässig. (4) Brandwände müssen bis zur Bedachung durchgehen und in allen Geschossen übereinander angeordnet sein. Abweichend davon dürfen anstelle innerer Brandwände Wände geschossweise versetzt angeordnet werden, wenn 1. die Wände im Übrigen Absatz 3 Satz 1 entsprechen,


Thüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

2. die Decken, soweit sie in Verbindung mit diesen Abstand einhalten, der ihrer eigenen Ausladung entWänden stehen, feuerbeständig sind, aus nicht- spricht, mindestens jedoch 1 m beträgt. brennbaren Baustoffen bestehen und keine Öffnun- (11) Die Absätze 4 bis 10 gelten entsprechend auch für gen haben, Wände, die nach Absatz 3 Satz 2 anstelle von Brand3. die Bauteile, die diese Wände und Decken unterstüt- wänden zulässig sind. zen, feuerbeständig sind und aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen, § 30 Decken 4. die Außenwände in der Breite des Versatzes in dem (1) Decken müssen als tragende und raumabschlieGeschoss oberhalb oder unterhalb des Versatzes ßende Bauteile zwischen Geschossen im Brandfall ausfeuerbeständig sind und reichend lang standsicher und widerstandsfähig gegen 5. Öffnungen in den Außenwänden im Bereich des die Brandausbreitung sein. Sie müssen in Gebäuden Versatzes so angeordnet oder andere Vorkehrungen 1. der Gebäudeklasse 5 feuerbeständig, so getroffen sind, dass eine Brandausbreitung in an- 2. der Gebäudeklasse 4 hochfeuerhemmend und dere Brandabschnitte nicht zu befürchten ist. 3. der Gebäudeklassen 2 und 3 feuerhemmend (5) Brandwände sind 0,30 m über die Bedachung zu sein. Satz 2 gilt führen oder in Höhe der Dachhaut mit einer beider- 1. für Geschosse im Dachraum nur, wenn darüber Aufenthaltsräume möglich sind; § 28 Abs. 4 bleibt seits 0,50 m auskragenden feuerbeständigen Platte unberührt, aus nichtbrennbaren Baustoffen abzuschließen; darüber dürfen brennbare Teile des Daches nicht hinweggeführt 2. nicht für Balkone, ausgenommen offene Gänge, die als notwendige Flure dienen. werden. Bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 sind Brandwände mindestens bis unter die Dachhaut (2) Im Kellergeschoss müssen Decken in Gebäuden zu führen. Verbleibende Hohlräume sind vollständig mit 1. der Gebäudeklassen 3 bis 5 feuerbeständig, 2. der Gebäudeklassen 1 und 2 feuerhemmend nichtbrennbaren Baustoffen auszufüllen. (6) Müssen Gebäude oder Gebäudeteile, die über Eck sein. Decken müssen feuerbeständig sein zusammenstoßen, durch eine Brandwand getrennt wer- 1. unter und über Räumen mit Explosions- oder erhöhter Brandgefahr, ausgenommen in Wohngebäuden den, so muss der Abstand dieser Wand von der inneren der Gebäudeklassen 1 und 2 und Ecke mindestens 5 m betragen; das gilt nicht, wenn der Winkel der inneren Ecke mehr als 120 Grad beträgt 2. zwischen dem landwirtschaftlich genutzten Teil und dem Wohnteil eines Gebäudes. oder mindestens eine Außenwand auf 5 m Länge als öffnungslose feuerbeständige Wand aus nichtbrennbaren (3) Der Anschluss der Decken an die Außenwand ist so Baustoffen ausgebildet ist. herzustellen, dass er den Anforderungen nach Absatz (7) Bauteile mit brennbaren Baustoffen dürfen über 1 Satz 1 genügt. Brandwände nicht hinweggeführt werden. Außenwand- (4) Öffnungen in Decken, für die eine Feuerwiderstandskonstruktionen, die eine seitliche Brandausbreitung be- fähigkeit vorgeschrieben ist, sind nur zulässig günstigen können, wie Doppelfassaden oder hinterlüf- 1. in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2, tete Außenwandbekleidungen, dürfen ohne besondere 2. innerhalb derselben Nutzungseinheit mit nicht mehr als insgesamt 400 m² in nicht mehr als zwei GeVorkehrungen über Brandwände nicht hinweggeführt schossen und werden. Bauteile dürfen in Brandwände nur so weit eingreifen, dass deren Feuerwiderstandsfähigkeit nicht 3. im Übrigen, wenn sie auf die für die Nutzung erforderliche Zahl und Größe beschränkt sind und beeinträchtigt wird; für Leitungen, Leitungsschlitze und Abschlüsse mit der Feuerwiderstandsfähigkeit der Schornsteine gilt dies entsprechend. Decke haben. (8) Öffnungen in Brandwänden sind unzulässig. Sie sind in inneren Brandwänden nur zulässig, wenn sie auf die für die Nutzung erforderliche Zahl und Größe be- § 31 Dächer schränkt sind; die Öffnungen müssen feuerbeständige, (1) Bedachungen müssen gegen eine Brandbeandicht- und selbstschließende Abschlüsse haben. spruchung von außen durch Flugfeuer und strahlende (9) In inneren Brandwänden sind feuerbeständige Ver- Wärme ausreichend lang widerstandsfähig sein (harte glasungen nur zulässig, wenn sie auf die für die Nutzung Bedachung). erforderliche Zahl und Größe beschränkt sind. (2) Bedachungen, die die Anforderungen nach Absatz (10) Absatz 2 Nr. 1 gilt nicht für seitliche Wände von 1 nicht erfüllen, sind zulässig bei Gebäuden der GebäuVorbauten im Sinne des § 6 Abs. 6 Nr. 2, wenn sie von deklassen 1 bis 3, wenn die Gebäude dem Nachbargebäude oder der Nachbargrenze einen


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

1. einen Abstand von der Grundstücksgrenze von mindestens 12 m, 2. von Gebäuden auf demselben Grundstück mit harter Bedachung einen Abstand von mindestens 15 m, 3. von Gebäuden auf demselben Grundstück mit Bedachungen, die die Anforderungen nach Absatz 1 nicht erfüllen, einen Abstand von mindestens 24 m, 4. von Gebäuden auf demselben Grundstück ohne Aufenthaltsräume und ohne Feuerstätten mit nicht mehr als 50 m³ Brutto-Rauminhalt einen Abstand von mindestens 5 m einhalten. Soweit Gebäude nach Satz 1 Abstand halten müssen, genügt bei Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 in den Fällen 1. der Nummer 1 ein Abstand von mindestens 6 m, 2. der Nummer 2 ein Abstand von mindestens 9 m und 3. der Nummer 3 ein Abstand von mindestens 12 m. (3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für 1. Gebäude ohne Aufenthaltsräume und ohne Feuerstätten mit nicht mehr als 50 m³ Brutto-Rauminhalt, 2. lichtdurchlässige Bedachungen aus nichtbrennbaren Baustoffen; brennbare Fugendichtungen und brennbare Dämmstoffe in nichtbrennbaren Profilen sind zulässig, 3. Lichtkuppeln und Oberlichte von Wohngebäuden, 4. Eingangsüberdachungen und Vordächer aus nichtbrennbaren Baustoffen, 5. Eingangsüberdachungen aus brennbaren Baustoffen, wenn die Eingänge nur zu Wohnungen führen. (4) Abweichend von den Absätzen 1 und 2 sind 1. lichtdurchlässige Teilflächen aus brennbaren Bau­ stoffen in Bedachungen nach Absatz 1 und 2. begrünte Bedachungen zulässig, wenn eine Brandentstehung bei einer Brandbeanspruchung von außen durch Flugfeuer und strahlende Wärme nicht zu befürchten ist oder Vorkehrungen dagegen getroffen werden. (5) Dachvorsprünge, Dachgesimse und Dachaufbauten, lichtdurchlässige Bedachungen, Lichtkuppeln und Oberlichte sind so anzuordnen und herzustellen, dass Feuer nicht auf andere Gebäudeteile und Nachbargrundstücke übertragen werden kann. Von Brandwänden und von Wänden, die anstelle von Brandwänden zulässig sind, müssen mindestens 1,25 m entfernt sein: 1. Oberlichte, Lichtkuppeln und Öffnungen in der Bedachung, wenn diese Wände nicht mindestens 0,30 m über Dach geführt sind und 2. Dachgauben und ähnliche Dachaufbauten aus brennbaren Baustoffen, wenn sie nicht durch diese Wände gegen Brandübertragung geschützt sind. (6) Dächer von traufseitig aneinandergebauten Gebäu196

Thüringer Bauordnung (ThürBO)

den müssen als raumabschließende Bauteile für eine Brandbeanspruchung von innen nach außen einschließlich der sie tragenden und aussteifenden Bauteile feuerhemmend sein. Öffnungen in diesen Dachflächen müssen waagerecht gemessen mindestens 2 m von der Brandwand oder der Wand, die anstelle der Brandwand zulässig ist, entfernt sein. (7) Dächer von Anbauten, die an Außenwände mit Öffnungen oder ohne Feuerwiderstandsfähigkeit anschließen, müssen innerhalb eines Abstands von 5 m von diesen Wänden als raumabschließende Bauteile für eine Brandbeanspruchung von innen nach außen einschließlich der sie tragenden und aussteifenden Bauteile die Feuerwiderstandsfähigkeit der Decken des Gebäudeteils haben, an den sie angebaut werden. Dies gilt nicht für Anbauten an Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3. (8) Dächer an Verkehrsflächen und über Eingängen müssen Vorrichtungen zum Schutz gegen das Herabfallen von Schnee und Eis haben, wenn dies die Verkehrssicherheit erfordert. (9) Für vom Dach aus vorzunehmende Arbeiten sind sicher benutzbare Vorrichtungen anzubringen. Fünfter Abschnitt – Rettungswege, Öffnungen, Umwehrungen § 31 a Erster und zweiter Rettungsweg (1) Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum, wie Wohnungen, Praxen, selbstständige Betriebsstätten, müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden sein; beide Rettungswege dürfen jedoch innerhalb des Geschosses über denselben notwendigen Flur führen. (2) Für Nutzungseinheiten nach Absatz 1, die nicht zu ebener Erde liegen, muss der erste Rettungsweg über eine notwendige Treppe führen. Der zweite Rettungsweg kann eine weitere notwendige Treppe oder eine mit Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle der Nutzungseinheit sein. Ein zweiter Rettungsweg ist nicht erforderlich, wenn die Rettung über einen sicher erreichbaren Treppenraum möglich ist, in den Feuer und Rauch nicht eindringen können (Sicherheitstreppenraum). (3) Gebäude, deren zweiter Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr führt und bei denen die Oberkante der Brüstung von zum Anleitern bestimmten Fenstern oder Stellen mehr als 8 m über der Geländeoberfläche liegt, dürfen nur errichtet werden, wenn die Feuerwehr über Hubrettungsfahrzeuge verfügt. Bei Sonderbauten ist der zweite Rettungsweg über Rettungsgeräte der


§ 33 Notwendige Treppenräume, Ausgänge (1) Jede notwendige Treppe muss zur Sicherstellung der Rettungswege aus den Geschossen ins Freie in einem eigenen, durchgehenden Treppenraum liegen (notwendiger Treppenraum). Notwendige Treppenräume müssen so angeordnet und ausgebildet sein, dass die Nutzung der notwendigen Treppen im Brandfall ausreichend lang möglich ist. Notwendige Treppen sind ohne eigenen Treppenraum zulässig

Thüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht

§ 32 Treppen (1) Jedes nicht zu ebener Erde liegende Geschoss und der benutzbare Dachraum eines Gebäudes müssen über mindestens eine Treppe zugänglich sein (notwendige Treppe). Statt notwendiger Treppen sind Rampen mit flacher Neigung zulässig. (2) Einschiebbare Treppen und Rolltreppen sind als notwendige Treppen unzulässig. In den Gebäudeklassen 1 und 2 sind einschiebbare Treppen und Leitern als Zugang zu einem Dachraum ohne Aufenthaltsräume zulässig. (3) Notwendige Treppen sind in einem Zuge zu allen angeschlossenen Geschossen zu führen; sie müssen mit den Treppen zum Dachraum unmittelbar verbunden sein. Dies gilt nicht für Treppen 1. in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 und 2. nach § 33 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2. (4) Die tragenden Teile notwendiger Treppen müssen in Gebäuden 1. der Gebäudeklasse 5 feuerhemmend und aus nichtbrennbaren Baustoffen, 2. der Gebäudeklasse 4 aus nichtbrennbaren Baustoffen, 3. der Gebäudeklasse 3 aus nichtbrennbaren Baustoffen oder feuerhemmend sein. Tragende Teile von Außentreppen nach § 33 Abs. 1 Satz 3 Nr. 3 für Gebäude der Gebäudeklassen 3 bis 5 müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen. (5) Die nutzbare Breite der Treppenläufe und Treppenabsätze notwendiger Treppen muss für den größten zu erwartenden Verkehr ausreichen. (6) Treppen müssen einen festen und griffsicheren Handlauf haben. Für Treppen sind Handläufe auf beiden Seiten und Zwischenhandläufe vorzusehen, soweit die Verkehrssicherheit dies erfordert. (7) Eine Treppe darf nicht unmittelbar hinter einer Tür beginnen, die in Richtung der Treppe aufschlägt; zwischen Treppe und Tür ist ein ausreichender Treppenabsatz anzuordnen.

1. in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2, 2. für die Verbindung von höchstens zwei Geschossen innerhalb derselben Nutzungseinheit von insgesamt nicht mehr als 200 m², wenn in jedem Geschoss ein anderer Rettungsweg erreicht werden kann sowie 3. als Außentreppe, wenn ihre Benutzung ausreichend sicher ist und im Brandfall nicht gefährdet werden kann. (2) Von jeder Stelle eines Aufenthaltsraumes sowie eines Kellergeschosses muss mindestens ein Ausgang in einen notwendigen Treppenraum oder ins Freie in höchstens 35 m Entfernung erreichbar sein. Übereinanderliegende Kellergeschosse müssen jeweils mindestens zwei Ausgänge in notwendige Treppenräumen oder ins Freie haben. Sind mehrere notwendige Treppenräume erforderlich, müssen sie so verteilt sein, dass sie möglichst entgegengesetzt liegen und dass die Rettungswege möglichst kurz sind. (3) Jeder notwendige Treppenraum muss an einer Außenwand liegen und einen unmittelbaren Ausgang ins Freie haben. Innen liegende notwendige Treppenräume sind zulässig, wenn ihre Nutzung ausreichend lang nicht durch Raucheintritt gefährdet werden kann. Sofern der Ausgang eines notwendigen Treppenraumes nicht unmittelbar ins Freie führt, muss der Raum zwischen dem notwendigen Treppenraum und dem Ausgang ins Freie 1. mindestens so breit sein, wie die dazugehörigen Treppenläufe 2. Wände haben, die die Anforderungen an die Wände des Treppenraumes erfüllen 3. rauchdichte und selbstschließende Abschlüsse zu notwendigen Fluren haben und 4. ohne Öffnungen zu anderen Räumen, ausgenommen zu notwendigen Fluren, sein. (4) Die Wände notwendiger Treppenräume müssen als raumabschließende Bauteile in Gebäuden 1. der Gebäudeklasse 5 die Bauart von Brandwänden haben, 2. der Gebäudeklasse 4 auch unter zusätzlicher mechanischer Beanspruchung hochfeuerhemmend und 3. der Gebäudeklasse 3 feuerhemmend sein. Dies ist nicht erforderlich für Außenwände von Treppenräumen, die aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und durch andere an diese Außenwände anschließende Gebäudeteile im Brandfall nicht gefährdet werden können. Der obere Abschluss notwendiger Treppenräume muss als raumabschließendes Bauteil die Feuerwiderstandsfähigkeit der Decken des Gebäudes haben; dies gilt nicht, wenn der obere Abschluss das Dach ist und die Treppenraumwände bis unter die Dachhaut reichen.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Feuerwehr nur zulässig, wenn keine Bedenken wegen der Personenrettung bestehen.


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(5) In notwendigen Treppenräumen und in Räumen 2. in sonstigen Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2, ausgenommen in Kellergeschossen, nach Absatz 3 Satz 3 müssen 1. Bekleidungen, Putze, Dämmstoffe, Unterdecken und 3. innerhalb von Wohnungen oder innerhalb von Nutzungseinheiten mit nicht mehr als 200 m², Einbauten aus nichtbrennbaren Baustoffen beste4. innerhalb von Nutzungseinheiten, die einer Bürohen, oder Verwaltungsnutzung dienen, mit nicht mehr als 2. Wände und Decken aus brennbaren Baustoffen eine 400 m²; das gilt auch für Teile größerer NutzungsBekleidung aus nichtbrennbaren Baustoffen in auseinheiten, wenn diese Teile nicht größer als 400 m² reichender Dicke haben und sind, Trennwände nach § 28 Abs. 2 Nr. 1 und jeder 3. Bodenbeläge, ausgenommen Gleitschutzprofile, aus Teil unabhängig von anderen Teilen Rettungswege mindestens schwerentflammbaren Baustoffen benach § 31 a Abs. 1 hat. stehen. (6) In notwendigen Treppenräumen müssen Öffnungen (2) Notwendige Flure müssen so breit sein, dass sie 1. zu Kellergeschossen, zu nicht ausgebauten Dach- für den größten zu erwartenden Verkehr ausreichen. In räumen, Werkstätten, Läden, Lager- und ähnlichen den Fluren ist eine Folge von weniger als drei Stufen Räumen sowie zu sonstigen Räumen und Nutzungs- unzulässig. einheiten mit einer Fläche von mehr als 200 m², (3) Notwendige Flure sind durch nichtabschließbare ausgenommen Wohnungen, mindestens feuerhem- rauchdichte und selbstschließende Abschlüsse in mende, rauchdichte und selbstschließende Ab- Rauchabschnitte zu unterteilen. Die Rauchabschnitte schlüsse, sollen nicht länger als 30 m sein. Die Abschlüsse sind 2. zu notwendigen Fluren rauchdichte und selbst- bis an die Rohdecke zu führen; sie dürfen bis an die Unschließende Abschlüsse, terdecke der Flure geführt werden, wenn die Unterde3. zu sonstigen Räumen und Nutzungseinheiten min- cke feuerhemmend ist. Notwendige Flure mit nur einer destens dicht- und selbstschließende Abschlüsse Fluchtrichtung, die zu einem Sicherheitstreppenraum haben. Die Feuerschutz- und Rauchschutzabschlüsse führen, dürfen nicht länger als 15 m sein. Die Sätze 1 dürfen lichtdurchlässige Seitenteile und Oberlichte bis 4 gelten nicht für offene Gänge nach Absatz 5. enthalten, wenn der Abschluss insgesamt nicht breiter (4) Die Wände notwendiger Flure müssen als raumabals 2,50 m ist. schließende Bauteile feuerhemmend, in Kellergeschos(7) Notwendige Treppenräume müssen zu beleuchten sen, deren tragende Bauteile und aussteifenden Bauteile sein. Innen liegende notwendige Treppenräume müssen feuerbeständig sein müssen, feuerbeständig sein. Die in Gebäuden mit einer Höhe nach § 2 Abs. 3 Satz 2 von Wände sind bis an die Rohdecke zu führen. Sie dürfen mehr als 13 m eine Sicherheitsbeleuchtung haben. bis an die Unterdecke der Flure geführt werden, wenn (8) Notwendige Treppenräume müssen belüftet werden die Unterdecke feuerhemmend und ein demjenigen können. Sie müssen in jedem oberirdischen Geschoss nach Satz 1 vergleichbarer Raumabschluss sichergeunmittelbar ins Freie führende Fenster mit einem freien stellt ist. Türen in diesen Wänden müssen dicht schlieQuerschnitt von mindestens 0,50 m² haben, die ge- ßen; Öffnungen zu Lagerbereichen im Kellergeschoss öffnet werden können. Für innen liegende notwendige müssen feuerhemmende, dicht- und selbstschließende Treppenräume und notwendige Treppenräume in Gebäu- Abschlüsse haben. den mit einer Höhe nach § 2 Abs. 3 Satz 2 von mehr als (5) Für Wände und Brüstungen notwendiger Flure mit 13 m ist an der obersten Stelle eine Öffnung zur Rauch- nur einer Fluchtrichtung, die als offene Gänge vor den ableitung mit einem freien Querschnitt von mindestens Außenwänden angeordnet sind, gilt Absatz 4 entspre1 m² erforderlich; sie muss vom Erdgeschoss sowie vom chend. Fenster sind in diesen Außenwänden ab einer obersten Treppenabsatz aus geöffnet werden können. Brüstungshöhe von 0,90 m zulässig. (6) In notwendigen Fluren und offenen Gängen nach § 34 Notwendige Flure, offene Gänge Absatz 5 müssen (1) Flure, über die Rettungswege aus Aufenthaltsräumen 1. Bekleidungen, Putz, Unterdecken und Dämmstoffe aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen, oder aus Nutzungseinheiten mit Aufenthaltsräumen in notwendige Treppenräume oder ins Freie führen (not- 2. Wände und Decken aus brennbaren Baustoffen eine Bekleidung aus nichtbrennbaren Baustoffen in auswendige Flure), müssen so angeordnet und ausgebildet reichender Dicke haben. sein, dass die Nutzung im Brandfall ausreichend lang möglich ist. Notwendige Flure sind nicht erforderlich § 35 Fenster, Türen, Kellerlichtschächte 1. in Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2, (1) Können die Fensterflächen nicht gefahrlos vom Erd198

Thüringer Bauordnung (ThürBO)


§ 36 Umwehrungen (1) In, an und auf baulichen Anlagen sind zu umwehren oder mit Brüstungen zu versehen: 1. Flächen, die im Allgemeinen zum Begehen bestimmt sind und unmittelbar an mehr als 1 m tiefer liegende Flächen angrenzen; dies gilt nicht, wenn die Umwehrung dem Zweck der Flächen widerspricht, 2. nicht begehbare Oberlichte und Glasabdeckungen in Flächen, die im Allgemeinen zum Begehen bestimmt sind, wenn sie weniger als 0,50 m aus diesen Flächen herausragen, 3. Dächer oder Dachteile, die zum auch nur zeitweiligen Aufenthalt von Menschen bestimmt sind, 4. Öffnungen in begehbaren Decken sowie in Dächern oder Dachteilen nach Nummer 3, wenn sie nicht sicher abgedeckt sind, 5. nicht begehbare Glasflächen in Decken sowie in Dächern oder Dachteilen nach Nummer 3, 6. die freien Seiten von Treppenläufen, Treppenabsätzen und Treppenöffnungen (Treppenaugen), 7. Kellerlichtschächte und Betriebsschächte, die an Verkehrsflächen liegen, wenn sie nicht verkehrssicher abgedeckt sind. (2) In Verkehrsflächen liegende Kellerlichtschächte und Betriebsschächte sind in Höhe der Verkehrsfläche

Sechster Abschnitt – Technische Gebäudeausrüstung § 37 Aufzüge (1) Aufzüge im Innern von Gebäuden müssen eigene Fahrschächte haben, um eine Brandausbreitung in andere Geschosse ausreichend lang zu verhindern. In einem Fahrschacht dürfen bis zu drei Aufzüge liegen. Aufzüge ohne eigene Fahrschächte sind zulässig 1. innerhalb eines notwendigen Treppenraumes, ausgenommen in Hochhäusern, 2. innerhalb von Räumen, die Geschosse überbrücken, 3. zur Verbindung von Geschossen, die offen miteinander in Verbindung stehen dürfen, 4. in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2; sie müssen sicher umkleidet sein. (2) Fahrschachtwände müssen als raumabschließende Bauteile 1. in Gebäuden der Gebäudeklasse 5 feuerbeständig und aus nichtbrennbaren Baustoffen, 2. in Gebäuden der Gebäudeklasse 4 hochfeuerhemmend, 3. in Gebäuden der Gebäudeklasse 3 feuerhemmend sein; Fahrschachtwände aus brennbaren Baustoffen müssen schachtseitig eine Bekleidung aus nichtbrennbaren Baustoffen in ausreichender Dicke haben. Fahrschachttüren und andere Öffnungen in Fahrschachtwänden mit erforderlicher Feuerwiderstandsfähigkeit sind so herzustellen, dass die Anforderungen nach Absatz 1 Satz 1 nicht beeinträchtigt werden. (3) Fahrschächte müssen zu lüften sein und eine ÖffThüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht

verkehrssicher abzudecken. An und in Verkehrsflächen liegende Abdeckungen müssen gegen unbefugtes Abheben gesichert sein. Fenster, die unmittelbar an Treppen liegen und deren Brüstung unter der notwendigen Umwehrungshöhe liegen, sind zu sichern. (3) Fensterbrüstungen von Flächen mit einer Absturzhöhe bis zu 12 m müssen mindestens 0,80 m, von Flächen mit mehr als 12 m Absturzhöhe mindestens 0,90 m hoch sein. Geringere Brüstungshöhen sind zulässig, wenn durch andere Vorrichtungen wie Geländer die nach Absatz 4 vorgeschriebenen Mindesthöhen eingehalten werden. (4) Andere notwendige Umwehrungen müssen folgende Mindesthöhen haben: 1. Umwehrungen zur Sicherung von Öffnungen in begehbaren Decken und Dächern sowie Umwehrungen von Flächen mit einer Absturzhöhe von 1 m bis zu 12 m eine Mindesthöhe von 0,90 m, 2. Umwehrungen von Flächen mit mehr als 12 m Absturzhöhe eine Mindesthöhe von 1,10 m.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

boden, vom Innern des Gebäudes oder von Loggien und Balkonen aus gereinigt werden, so sind Vorrichtungen, wie Aufzüge, Halterungen oder Stangen anzubringen, die eine Reinigung von außen ermöglichen. (2) Glastüren und andere Glasflächen, die bis zum Fußboden allgemein zugänglicher Verkehrsflächen herabreichen, sind so zu kennzeichnen, dass sie leicht erkannt werden können. Weitere Schutzmaßnahmen sind für größere Glasflächen vorzusehen, wenn dies die Sicherheit des Verkehrs erfordert. (3) Jedes Kellergeschoss ohne Fenster muss mindestens eine Öffnung ins Freie haben, um eine Rauchableitung zu ermöglichen. Gemeinsame Kellerlichtschächte für übereinander liegende Kellergeschosse sind unzulässig. (4) Eingangstüren von Wohnungen, die über Aufzüge erreichbar sein müssen, müssen eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 0,90 m haben. (5) Fenster, die als Rettungswege nach § 33 Abs. 2 Satz 2 dienen, müssen im Lichten mindestens 0,90 m x 1,20 m groß und nicht höher als 1,20 m über der Fußbodenoberkante angeordnet sein. Liegen diese Fenster in Dachschrägen oder Dachaufbauten, so darf ihre Unterkante oder ein davor liegender Austritt von der Traufkante horizontal gemessen nicht mehr als 1 m entfernt sein.


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

nung zur Rauchableitung mit einem freien Querschnitt von mindestens 2,5 vom Hundert der Fahrschachtgrundfläche, mindestens jedoch 0,10 m² haben. Die Lage der Rauchaustrittsöffnungen muss so gewählt werden, dass der Rauchaustritt durch Windeinfluss nicht beeinträchtigt wird. (4) Gebäude mit einer Höhe nach § 2 Abs. 3 Satz 2 von mehr als 13 m müssen Aufzüge in ausreichender Zahl haben. Von diesen Aufzügen muss mindestens ein Aufzug Kinderwagen, Rollstühle, Krankentragen und Lasten aufnehmen können und Haltestellen in allen Geschossen haben. Dieser Aufzug muss von allen Wohnungen in dem Gebäude und von der öffentlichen Verkehrsfläche aus stufenlos erreichbar sein. § 53 Abs. 3 Satze 1 bis 5 gilt entsprechend. Haltestellen im obersten Geschoss, im Erdgeschoss und in den Kellergeschossen sind nicht erforderlich, wenn sie nur unter besonderen Schwierigkeiten hergestellt werden können. (5) Fahrkörbe zur Aufnahme einer Krankentrage müssen eine nutzbare Grundfläche von mindestens 1,10 m x 2,10 m, zur Aufnahme eines Rollstuhles von mindestens 1,10 m x 1,40 m haben; Türen müssen eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 0,90 m haben. In einem Aufzug für Rollstühle und Krankentragen darf der für Rollstühle nicht erforderliche Teil der Fahrkorbgrundfläche durch eine verschließbare Tür abgesperrt werden. Vor den Aufzügen muss eine ausreichende Bewegungsfläche vorhanden sein.

sicher sein; sie dürfen den ordnungsgemäßen Betrieb von Feuerungsanlagen nicht beeinträchtigen. (2) Lüftungsleitungen sowie deren Bekleidungen und Dämmstoffe müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen; brennbare Baustoffe sind zulässig, wenn ein Beitrag der Lüftungsleitung zur Brandentstehung und Brandweiterleitung nicht zu befürchten ist. Lüftungsleitungen dürfen raumabschließende Bauteile, für die eine Feuerwiderstandsfähigkeit vorgeschrieben ist, nur überbrücken, wenn eine Brandausbreitung ausreichend lang nicht zu befürchten ist oder wenn Vorkehrungen hiergegen getroffen sind. (3) Lüftungsanlagen sind so herzustellen, dass sie Gerüche und Staub nicht in andere Räume übertragen. (4) Lüftungsanlagen dürfen nicht in Abgasleitungen eingeführt werden; die gemeinsame Nutzung von Lüftungsleitungen zur Lüftung und zur Ableitung der Abgase von Feuerstätten ist zulässig, wenn keine Bedenken wegen der Betriebssicherheit und des Brandschutzes bestehen. Die Abluft ist ins Freie zu führen. Nicht zur Lüftungsanlage gehörende Einrichtungen sind in Lüftungsleitungen unzulässig. (5) Die Absätze 2 und 3 gelten nicht 1. für Gebäude der Gebäudeklassen 1 und 2, 2. innerhalb von Wohnungen und 3. innerhalb derselben Nutzungseinheit mit nicht mehr als 400 m² in nicht mehr als zwei Geschossen. (6) Für raumlufttechnische Anlagen und Warmluftheizungen gelten die Absätze 1 bis 5 sinngemäß.

§ 38 Leitungsanlagen, Installationsschächte und -kanäle § 40 Feuerungsanlagen, sonstige Anlagen zur (1) Leitungen dürfen durch raumabschließende Bauteile, Wärmeerzeugung, Brennstoffversorgung für die eine Feuerwiderstandsfähigkeit vorgeschrieben (1) Feuerstätten und Abgasanlagen (Feuerungsanlagen) ist, nur hindurchgeführt werden, wenn eine Brandaus- müssen betriebssicher und brandsicher sein. breitung ausreichend lang nicht zu befürchten ist oder (2) Feuerstätten dürfen in Räumen nur aufgestellt werVorkehrungen dagegen getroffen sind; dies gilt nicht den, wenn nach der Art der Feuerstätte und nach der für Decken Lage, Größe, baulichen Beschaffenheit und Nutzung der 1. in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2, Räume Gefahren nicht entstehen. 2. innerhalb von Wohnungen und (3) Abgase von Feuerstätten sind durch Abgasleitungen, 3. innerhalb derselben Nutzungseinheit mit nicht mehr Schornsteine und Verbindungsstücke (Abgasanlagen) als insgesamt 400 m² in nicht mehr als zwei Ge- so abzuführen, dass keine Gefahren oder unzumutbaren schossen. Belästigungen entstehen. Abgasanlagen sind in solcher (2) In notwendigen Treppenräumen, in Räumen nach Zahl und Lage und so herzustellen, dass die Feuerstät§ 33 Abs. 3 Satz 3 und in notwendigen Fluren sind ten des Gebäudes ordnungsgemäß angeschlossen werLeitungsanlagen nur zulässig, wenn eine Nutzung als den können. Sie müssen leicht zu reinigen sein. Rettungsweg im Brandfall ausreichend lang möglich ist. (4) Behälter und Rohrleitungen für brennbare Gase und (3) Für Installationsschächte und –kanäle gelten Absatz Flüssigkeiten müssen betriebssicher und brandsicher 1 sowie § 39 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 3 entsprechend. sein. Diese Behälter sowie feste Brennstoffe sind so aufzustellen oder zu lagern, dass keine Gefahren oder § 39 Lüftungsanlagen unzumutbaren Belästigungen entstehen. (1) Lüftungsanlagen müssen betriebssicher und brand- (5) Für die Aufstellung von ortsfesten Verbrennungsmotoren, Blockheizkraftwerken, Brennstoffzellen und Ver200

Thüringer Bauordnung (ThürBO)


§ 42 Kleinkläranlagen, Gruben Kleinkläranlagen und Gruben müssen wasserdicht und ausreichend groß sein. Sie müssen eine dichte und sichere Abdeckung sowie Reinigungs- und Entleerungsöffnungen haben. Diese Öffnungen dürfen nur vom Freien aus zugänglich sein. Die Anlagen sind so zu entlüften, dass Gesundheitsschäden oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen. Die Zuleitungen zu Abwasserentsorgungsanlagen müssen geschlossen, dicht, und, soweit erforderlich, zum Reinigen eingerichtet sein. § 43 Aufbewahrung fester Abfallstoffe Feste Abfallstoffe dürfen innerhalb von Gebäuden vorübergehend aufbewahrt werden, in Gebäuden der Gebäudeklassen 3 bis 5 jedoch nur, wenn die dafür bestimmten Räume 1. Trennwände und Decken als raumabschließende Bauteile mit der Feuerwiderstandsfähigkeit der tragenden Wände und 2. Öffnungen vom Gebäudeinnern zum Aufstellraum mit feuerhemmenden, dicht- und selbstschließenden Abschlüssen haben, 3. unmittelbar vom Freien entleert werden können und 4. eine ständig wirksame Lüftung haben.

§ 46 Wohnungen (1) Fensterlose Küchen oder Kochnischen sind zulässig, wenn eine wirksame Lüftung gewährleistet ist. (2) Für Wohngebäude der Gebäudeklassen 3 bis 5 sind leicht erreichbare und gut zugängliche Abstellräume für Kinderwagen und Fahrräder sowie für jede Wohnung ein ausreichend großer Abstellraum herzustellen. (3) Jede Wohnung muss ein Bad mit Badewanne oder Dusche und eine Toilette haben. (4) In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. § 47 (aufgehoben) § 48 (aufgehoben)

§ 49 Stellplätze und Garagen, Abstellplätze für Fahrräder (1) Bei der Errichtung von Anlagen, bei denen ein Zuund Abgangsverkehr zu erwarten ist, müssen geeignete Stellplätze oder Garagen hergestellt werden, wenn und soweit insbesondere unter Berücksichtigung der § 44 Blitzschutzanlagen örtlichen Verkehrsverhältnisse und des öffentlichen Bauliche Anlagen, bei denen nach Lage, Bauart oder Personenverkehrs zu erwarten ist, dass der Zu- und Nutzung Blitzschlag leicht eintreten oder zu schweren Abgangsverkehr mittels Kraftfahrzeug erfolgt (notwenFolgen führen kann, sind mit dauernd wirksamen Blitz- dige Stellplätze und Garagen). Bei Änderungen oder schutzanlagen zu versehen. Nutzungsänderungen ist nur der Mehrbedarf zu decken. Die Stellplatzpflicht nach den Sätzen 1 und 2 entfällt, Siebenter Abschnitt – Nutzungsbedingte wenn die Gemeinde durch örtliche Bauvorschrift nach Anforderungen § 83 oder durch städtebauliche Satzung die Herstellung von Stellplätzen und Garagen ausschließt oder § 45 Aufenthaltsräume beschränkt. (1) Aufenthaltsräume müssen eine lichte Raumhöhe (2) Die Stellplätze und Garagen sind auf dem Baugrundvon mindestens 2,40 m haben. Dies gilt nicht für Auf- stück oder in zumutbarer Entfernung davon auf einem enthaltsräume in Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 geeigneten Grundstück, dessen Benutzung für diesen und 2 und für Aufenthaltsräume im Dachraum. Zweck öffentlich-rechtlich gesichert wird, herzustellen (2) Aufenthaltsräume müssen ausreichend belüftet und oder nach Absatz 3 abzulösen. Thüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht

§ 41 Sanitäre Anlagen, Wasserzähler (1) Fensterlose Bäder und Toiletten sind nur zulässig, wenn eine wirksame Lüftung gewährleistet ist. (2) Die sparsame Verwendung von Trinkwasser soll gewährleistet sein. Jede Wohnung muss einen eigenen Wasserzähler haben. Dies gilt nicht bei Nutzungsänderungen, wenn die Anforderung nach Satz 2 nur mit unverhältnismäßigem Mehraufwand erfüllt werden kann.

mit Tageslicht belichtet werden können. Sie müssen Fenster mit einem Rohbaumaß der Fensteröffnungen von mindestens einem Achtel der Netto-Grundfläche des Raumes einschließlich der Netto-Grundfläche verglaster Vorbauten und Loggien haben. (3) Aufenthaltsräume, deren Benutzung eine Belichtung mit Tageslicht verbietet, sowie Verkaufsräume, Schankund Speisegaststätten, ärztliche Behandlungs-, Sport-, Spiel-, Werk- und ähnliche Räume sind ohne Fenster zulässig.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

dichtern sowie die Ableitung ihrer Verbrennungsgase gelten die Absätze 1 bis 3 entsprechend.


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(3) Die Stellplätze können mit Einverständnis der Gemeinde durch Zahlung eines Geldbetrags abgelöst werden. Die Höhe des Geldbetrags je Stellplatz ist durch Satzung festzulegen und kann insbesondere nach der Art der Nutzung und der Lage der Anlage unterschiedlich geregelt werden. Der Geldbetrag darf 60 vom Hundert der durchschnittlichen Herstellungskosten von Parkeinrichtungen nach Absatz 4 Nr. 1 einschließlich der Kosten des Grunderwerbs im Gemeindegebiet oder in bestimmten Teilen des Gemeindegebiets nicht übersteigen. (4) Die Gemeinde hat den Geldbetrag nach Absatz 3 zweckgebunden zu verwenden für 1. die Herstellung zusätzlicher oder die Instandhaltung, Instandsetzung oder Modernisierung bestehender Parkeinrichtungen, 2. sonstige investive Maßnahmen zur Entlastung der Straßen vom ruhenden Verkehr. (5) Ist nach der Art oder Nutzung einer Anlage mit einem erheblichen Zu- oder Abgangsverkehr mit Fahrrädern zu rechnen, sind Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in dem erforderlichen Umfang herzustellen. § 50 Ställe Ställe sind so anzuordnen, zu errichten und instand zu halten, dass eine gesunde Tierhaltung sichergestellt ist und die Umgebung nicht unzumutbar belästigt wird. Ställe müssen eine für ihre Benutzung ausreichende Grundfläche und lichte Höhe haben. Sie sind ausreichend zu belichten sowie zu be‑ und entlüften. § 51 (aufgehoben) § 52 Sonderbauten An Sonderbauten können im Einzelfall zur Verwirklichung der allgemeinen Anforderungen nach § 3 Abs. 1 besondere Anforderungen gestellt werden. Erleichterungen können gestattet werden, soweit es der Einhaltung von Bestimmungen wegen der besonderen Art oder Nutzung baulicher Anlagen oder Räume oder wegen besonderer Anforderungen nicht bedarf. Die Anforderungen und Erleichterungen nach den Sätzen 1 und 2 können sich insbesondere erstrecken auf: 1. die Anordnung der baulichen Anlagen auf dem Grundstück, 2. die Abstände von Nachbargrenzen, von anderen baulichen Anlagen auf dem Grundstück und von öffentlichen Verkehrsflächen sowie auf die Größe der freizuhaltenden Flächen der Grundstücke, 3. die Öffnungen nach öffentlichen Verkehrsflächen und nach angrenzenden Grundstücken, 4. die Anlage von Zu- und Abfahrten, 202

Thüringer Bauordnung (ThürBO)

5. die Anlage von Grünstreifen, Baumpflanzungen und anderen Pflanzungen sowie die Begrünung oder Beseitigung von Halden und Gruben, 6. die Bauart und Anordnung aller für die Stand- und Verkehrssicherheit, den Brand-, Wärme-, Schalloder Gesundheitsschutz wesentlichen Bauteile und die Verwendung von Baustoffen, 7. Brandschutzanlagen, -einrichtungen und –vorkeh­ rungen, 8. die Löschwasserrückhaltung, 9. die Anordnung und Herstellung von Aufzügen, Treppen, Treppenräumen, Fluren, Ausgängen und sonstigen Rettungswegen, 10. die Beleuchtung und Energieversorgung, 11. die Lüftung und Rauchableitung, 12. die Feuerungsanlagen und Heizräume, 13. die Wasserversorgung, 14. die Aufbewahrung und Entsorgung von Abwasser und festen Abfallstoffen, 15. die Stellplätze und Garagen, 16. die barrierefreie Nutzbarkeit, 17. die zulässige Zahl der Benutzer, Anordnung und Zahl der zulässigen Sitz- und Stehplätze bei Versammlungsstätten, Tribünen und Fliegenden Bauten, 18. die Zahl der Toiletten für Besucher, 19. Umfang, Inhalt und Zahl besonderer Bauvorlagen, insbesondere eines Brandschutzkonzepts, 20. weitere zu erbringende Bescheinigungen, 21. die Bestellung und Qualifikation des Bauleiters und der Fachbauleiter, 22. den Betrieb und die Nutzung einschließlich der Bestellung und der Qualifikation eines Brandschutzbeauftragten, 23. Erst-, Wiederholungsprüfungen und die Bescheinigungen, die hierüber zu erbringen sind. § 53 Barrierefreies Bauen (1) In Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen müssen die Wohnungen mindestens eines Geschosses barrierefrei erreichbar sein. In diesen Wohnungen müssen die Wohn- und Schlafräume, eine Toilette, ein Bad sowie die Küche oder Kochnische mit dem Rollstuhl zugänglich sein. § 37 Abs. 4 bleibt unberührt. (2) Bauliche Anlagen, die öffentlich zugänglich sind, müssen in den dem allgemeinen Besucherverkehr dienenden Teilen von Menschen mit Behinderungen, alten Menschen und Personen mit Kleinkindern barrierefrei erreicht und ohne fremde Hilfe zweckentsprechend genutzt werden können. Diese Anforderungen gelten insbesondere für 1. Einrichtungen der Kultur und des Bildungswesens,


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Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

2. Sport- und Freizeitstätten, Nachweise. Er hat vor Baubeginn den Namen des 3. Einrichtungen des Gesundheitswesens, Bauleiters, während der Bauausführung einen Wechsel 4. Büro-, Verwaltungs- und Gerichtsgebäude, des Bauleiters unverzüglich der Bauaufsichtsbehörde 5. Verkaufsstätten, schriftlich mitzuteilen. Wechselt der Bauherr, hat der 6. Stellplätze, Garagen und Toilettenanlagen. neue Bauherr dies der Bauaufsichtsbehörde unverzüg(3) Bauliche Anlagen nach Absatz 2 müssen durch ei- lich schriftlich mitzuteilen. nen Eingang mit einer lichten Durchgangsbreite von (2) Treten bei einem Bauvorhaben mehrere Personen mindestens 0,90 m stufenlos erreichbar sein. Vor Türen als Bauherr auf, so kann die Bauaufsichtsbehörde vermuss eine ausreichende Bewegungsfläche vorhanden langen, dass ihr gegenüber ein Vertreter bestellt wird, sein. Rampen dürfen nicht mehr als 6 vom Hundert ge- der die dem Bauherrn nach den öffentlich-rechtlichen neigt sein; sie müssen mindestens 1,20 m breit sein Vorschriften obliegenden Verpflichtungen zu erfüllen und beidseitig einen festen und griffsicheren Handlauf hat. Im Übrigen findet § 18 Abs. 1 Satz 2 und 3 sowie haben. Am Anfang und am Ende jeder Rampe ist ein Abs. 2 des Thüringer Verwaltungsverfahrensgesetzes Podest, alle 6 m ein Zwischenpodest anzuordnen. Die (ThürVwVfG) entsprechende Anwendung. Podeste müssen eine Länge von mindestens 1,50 m haben. Treppen müssen an beiden Seiten Handläufe § 56 Entwurfsverfasser erhalten, die über Treppenabsätze und Fensteröffnun- (1) Der Entwurfsverfasser muss nach Sachkunde und gen sowie über die letzten Stufen zu führen sind. Die Erfahrung zur Vorbereitung des jeweiligen BauvorhaTreppen müssen Setzstufen haben. Flure müssen min- bens geeignet sein. Er ist für die Vollständigkeit und destens 1,50 m breit sein. Ein Toilettenraum muss auch Brauchbarkeit seines Entwurfs verantwortlich. Der Entfür Benutzer von Rollstühlen geeignet und erreichbar wurfsverfasser hat dafür zu sorgen, dass die für die Aussein; er ist zu kennzeichnen. § 37 Abs. 4 gilt auch für führung notwendigen Einzelzeichnungen, EinzelberechGebäude mit einer geringeren Höhe als nach § 37 Abs. nungen und Anweisungen den öffentlich‑rechtlichen 4 Satz 1, soweit Geschosse für Behinderte mit Rollstüh- Vorschriften entsprechen. len stufenlos erreichbar sein müssen. (2) Hat der Entwurfsverfasser auf einzelnen Fachgebie(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten nicht, soweit die Anforde- ten nicht die erforderliche Sachkunde und Erfahrung, rungen wegen schwieriger Geländeverhältnisse, wegen so sind geeignete Fachplaner heranzuziehen. Diese des Einbaus eines sonst nicht erforderlichen Aufzugs, sind für die von ihnen gefertigten Unterlagen, die sie wegen ungünstiger vorhandener Bebauung oder im zu unterzeichnen haben, verantwortlich. Für das ordHinblick auf die Sicherheit der Menschen mit Behinde- nungsgemäße Ineinandergreifen aller Fachplanungen rungen oder alten Menschen nur mit einem unverhält- bleibt der Entwurfsverfasser verantwortlich. nismäßigen Mehraufwand erfüllt werden können. § 57 Unternehmer Vierter Teil – Die am Bau Beteiligten (1) Jeder Unternehmer ist für die mit den öffentlichrechtlichen Anforderungen übereinstimmende Ausfüh§ 54 Grundsatz rung der von ihm übernommenen Arbeiten und insoweit Bei der Errichtung, Instandhaltung, Änderung, Nut- für die ordnungsgemäße Einrichtung und den sicheren zungsänderung oder dem Abbruch von Anlagen sind Betrieb der Baustelle verantwortlich. Er hat die erforder Bauherr und im Rahmen ihres Wirkungskreises derlichen Nachweise über die Verwendbarkeit der verdie anderen am Bau Beteiligten dafür verantwortlich, wendeten Bauprodukte und Bauarten zu erbringen und dass die öffentlich‑rechtlichen Vorschriften eingehalten auf der Baustelle bereitzuhalten. werden. (2) Jeder Unternehmer hat auf Verlangen der Bauaufsichtsbehörde für Arbeiten, bei denen die Sicherheit § 55 Bauherr der Anlage in außergewöhnlichem Maße von der be(1) Der Bauherr hat zur Vorbereitung, Überwachung sonderen Sachkenntnis und Erfahrung des Unternehund Ausführung eines nicht verfahrensfreien Bauvor- mers oder von einer Ausstattung des Unternehmens habens sowie der Beseitigung von Anlagen geeignete mit besonderen Vorrichtungen abhängt, nachzuweisen, Beteiligte nach Maßgabe der §§ 56 bis 58 zu bestellen, dass er für diese Arbeiten geeignet ist und über die soweit er nicht selbst zur Erfüllung der Verpflichtungen erforderlichen Vorrichtungen verfügt. nach diesen Bestimmungen geeignet ist. Dem Bauherrn obliegen außerdem die nach den öffentlich-rechtlichen § 58 Bauleiter Vorschriften erforderlichen Anträge, Anzeigen und (1) Der Bauleiter hat darüber zu wachen, dass die Bau-


maßnahme entsprechend den öffentlich-rechtlichen Anforderungen durchgeführt wird und die dafür erforderlichen Weisungen zu erteilen. Er hat im Rahmen dieser Aufgabe auf den sicheren bautechnischen Betrieb der Baustelle, insbesondere auf das gefahrlose Ineinandergreifen der Arbeiten der Unternehmer zu achten. Die Verantwortlichkeit der Unternehmer bleibt unberührt. (2) Der Bauleiter muss über die für seine Aufgabe erforderliche Sachkunde und Erfahrung verfügen. Verfügt er auf einzelnen Teilgebieten nicht über die erforderliche Sachkunde, so sind geeignete Fachbauleiter heranzuziehen. Diese treten insoweit an die Stelle des Bauleiters. Der Bauleiter hat die Tätigkeit der Fachbauleiter und seine Tätigkeit aufeinander abzustimmen.

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Bauordnungsrecht

Fünfter Teil – Bauaufsichtsbehörden und Verwaltungsverfahren Erster Abschnitt – Bauaufsichtsbehörden

der Nutzung und Instandhaltung von Anlagen darüber zu wachen, dass die öffentlich-rechtlichen Vorschriften eingehalten werden, soweit nicht andere, sachnähere Behörden zuständig sind. Sie haben in Wahrnehmung dieser Aufgaben nach pflichtgemäßem Ermessen die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. (3) Soweit die Bestimmungen der §§ 15 bis 53 und die aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Vorschriften nicht ausreichen, um die Anforderungen nach § 3 zu erfüllen, können die Bauaufsichtsbehörden im Einzelfall auch weiter gehende Anforderungen stellen, um erhebliche Gefahren abzuwehren. (4) Bauaufsichtliche Genehmigungen und sonstige Maßnahmen gelten auch für und gegen Rechtsnachfolger. (5) Die mit dem Vollzug dieses Gesetzes beauftragten Personen sind berechtigt, in Ausübung ihres Amts Grundstücke und bauliche Anlagen einschließlich der Wohnungen zu betreten. Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung wird insoweit eingeschränkt (Artikel 13 des Grundgesetzes; Artikel 8 der Verfassung des Freistaats Thüringen).

§ 59 Aufbau der Bauaufsichtsbehörden (1) Bauaufsichtsbehörden sind § 61 Sachliche Zuständigkeit 1. die Landkreise und die kreisfreien Städte im über- (1) Für den Vollzug dieses Gesetzes sowie anderer tragenen Wirkungskreis als untere Bauaufsichtsbe- öffentlich‑rechtlicher Vorschriften für die Errichtung, hörden, Änderung, Instandhaltung, Nutzung oder den Abbruch 2. das Landesverwaltungsamt als obere Bauaufsichts- von Anlagen ist die untere Bauaufsichtsbehörde zustänbehörde, dig, soweit nichts anderes bestimmt ist. 3. das für das Bauordnungsrecht zuständige Ministe- (2) Kommt eine Bauaufsichtsbehörde einer schriftlichen rium als oberste Bauaufsichtsbehörde. Weisung der Fachaufsichtsbehörde nicht innerhalb einer (2) Die Bauaufsichtsbehörden sind zur Durchführung gesetzten angemessenen Frist nach, so kann der Leiter ihrer Aufgaben ausreichend mit geeigneten Fachkräf- der Fachaufsichtsbehörde anstelle der angewiesenen ten zu besetzen und mit den erforderlichen Vorrich- Behörde handeln (Selbsteintritt). tungen auszustatten. Den Bauaufsichtsbehörden müssen insbesondere auch Personen mit Ingenieur‑ oder Zweiter Abschnitt – Genehmigungspflicht, Hochschulabschluss im Bauwesen, die die erforder- Genehmigungsfreiheit lichen Kenntnisse der Bautechnik, der Baugestaltung und des öffentlichen Baurechts und Personen, die die § 62 Genehmigungsbedürftige Vorhaben Befähigung zum Richteramt oder zum höheren nicht (1) Die Errichtung, Änderung und Nutzungsänderung technischen Verwaltungsdienst haben, angehören. Die von Anlagen bedürfen der Baugenehmigung, soweit in oberste Bauaufsichtsbehörde kann Ausnahmen gestat- den §§ 63, 63 a, 74 und 75 nichts anderes bestimmt ten. ist. (3) Das Landesverwaltungsamt ist auch technische (2) Die Genehmigungsfreiheit nach den §§ 63, 63 a, 74 Fachbehörde. Es unterstützt auf Anforderung die Bau- und 75 sowie die Beschränkung der bauaufsichtlichen aufsichtsbehörden, insbesondere durch Gutachten, und Prüfung nach den §§ 63 b, 63 c, 63 d Abs. 4 und § 75 Beratung, und wirkt bei der Normung mit. entbinden nicht von der Verpflichtung zur Einhaltung der Anforderungen, die durch öffentlich-rechtliche § 60 Aufgaben und Befugnisse der Vorschriften an Anlagen gestellt werden sowie von Bauaufsichtsbehörden der Pflicht, nach anderen Vorschriften erforderliche (1) (aufgehoben) behördliche Entscheidungen wie Genehmigungen, Er(2) Die Bauaufsichtsbehörden haben bei der Errichtung, laubnisse und Bewilligungen einzuholen, und lassen die Änderung, Nutzungsänderung und Beseitigung sowie bei bauaufsichtlichen Eingriffsbefugnisse unberührt. Die 204

Thüringer Bauordnung (ThürBO)


§ 62 b (aufgehoben) § 63 Verfahrensfreie Bauvorhaben, Beseitigung von Anlagen (1) Verfahrensfrei sind 1. folgende Gebäude: a) eingeschossige Gebäude mit einer Brutto-Grundfläche bis zu 10 m², außer im Außenbereich, b) Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und mit einer Brutto-Grundfläche bis zu 40 m², außer im Außenbereich, c) Gebäude ohne Feuerungsanlagen mit einer traufseitigen Wandhöhe bis zu 5 m, die einem landoder forstwirtschaftlichen Betrieb im Sinne des § 35 Abs. 1 Nr. 1 und 2 BauGB in Verbindung mit § 201 BauGB dienen, höchstens 100 m² BruttoGrundfläche haben und nur zur Unterbringung von Sachen oder zum vorübergehenden Schutz von Tieren bestimmt sind, d) Gewächshäuser mit einer Firsthöhe bis zu 5 m, die einem landwirtschaftlichen Betrieb im Sinne des § 35 Abs. 1 Nr. 1 und 2 BauGB in Verbindung mit § 201 BauGB dienen und höchstens 100 m² Brutto-Grundfläche haben, e) Fahrgastunterstände, die dem öffentlichen Personenverkehr oder der Schülerbeförderung dienen, f) Schutzhütten für Wanderer, die jedermann zugänglich sind und keine Aufenthaltsräume haben, g) Terrassenüberdachungen mit einer Fläche bis zu 30 m² und einer Tiefe bis zu 3 m, außer im Außenbereich, h) Gartenlauben in Kleingartenanlagen im Sinne des § 1 Abs. 1 des Bundeskleingartengesetzes, i) Wochenendhäuser mit einer Brutto-Grundfläche bis zu 40 m² und einer Firsthöhe bis zu 4 m auf genehmigten Wochenendplätzen; 2. folgende Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung:

Thüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht

§ 62 a (aufgehoben)

a) Abgasanlagen in und an Gebäuden sowie freistehende Abgasanlagen mit einer Höhe bis zu 10 m, b) Solarenergieanlagen und Sonnenkollektoren in und an Dach- und Außenwandflächen sowie gebäudeunabhängig mit einer Höhe bis zu 3 m und einer Gesamtlänge bis zu 9 m, c) sonstige Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung; 3. folgende Anlagen der Ver- und Entsorgung: a) Brunnen, b) Anlagen, die der Telekommunikation, der öffentlichen Versorgung mit Elektrizität, Gas, Öl, Wasser oder Wärme oder der Abwasserbeseitigung dienen, mit einer Höhe bis zu 5 m und einer BruttoGrundfläche bis zu 10 m²; 4. folgende Masten, Antennen und ähnliche Anlagen: a) unbeschadet der Nummer 3 Buchst. b Antennen einschließlich der Masten mit einer Höhe bis zu 10 m und zugehöriger Versorgungseinheiten mit einem Brutto-Rauminhalt bis zu 10 m3 sowie, soweit sie in, auf oder an einer bestehenden baulichen Anlage errichtet werden, die damit verbundene Änderung der Nutzung oder der äußeren Gestalt der Anlage, b) Masten und Unterstützungen für Fernsprechleitungen, für Leitungen zur Versorgung mit Elektrizität, für Seilbahnen und für Leitungen sonstiger Verkehrsmittel, für Sirenen und für Fahnen, c) Masten, die aus Gründen des Brauchtums errichtet werden, d) Signalhochbauten für die Landesvermessung, e) Flutlichtmasten mit einer Höhe bis zu 10 m; 5. folgende Behälter: a) ortsfeste Behälter für Flüssiggas mit einem Fassungsvermögen von weniger als 3 t, für nicht verflüssigte Gase mit einem Brutto-Rauminhalt bis zu 6 m³, b) ortsfeste Behälter für brennbare oder wassergefährdende Flüssigkeiten mit einem Brutto-Rauminhalt bis zu 10 m³, c) ortsfeste Behälter sonstiger Art mit einem Brutto-Rauminhalt bis zu 50 m³ und einer Höhe bis zu 3 m, d) Gärfutterbehälter mit einer Höhe bis zu 6 m und Schnitzelgruben, e) Fahrsilos und ähnliche Anlagen, f) Wasserbecken mit einem Beckeninhalt bis zu 100 m3; 6. folgende Mauern und Einfriedungen: a) Mauern einschließlich Stützmauern und Einfriedungen mit einer Höhe bis zu 2 m, außer im Außenbereich,

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Verpflichtungen der Bauherrn, der mit der Baubetreuung Beauftragten sowie der Bauaufsichtsbehörden und der Gemeinden nach § 3 des Zweiten Gesetzes über die Durchführung von Statistiken der Bautätigkeit und die Fortschreibung des Gebäudebestandes vom 27. Juli 1978 (BGBl. I S. 1118) in der jeweils geltenden Fassung bleiben unberührt.


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

b) offene, sockellose Einfriedungen für Grundstücke, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb im Sinne des § 35 Abs. 1 Nr. 1 und 2 BauGB in Verbindung mit § 201 BauGB dienen; 7. private Verkehrsanlagen einschließlich Brücken und Durchlässen mit einer lichten Weite bis zu 5 m und Untertunnelungen mit einem Durchmesser bis zu 3 m; 8. Aufschüttungen und Abgrabungen mit einer Höhe oder Tiefe bis zu 2 m und einer Grundfläche bis zu 30 m², im Außenbereich bis zu 300 m²; 9. folgende Anlagen in Gärten und zur Freizeitgestaltung: a) Schwimmbecken mit einem Beckeninhalt bis zu 100 m³ einschließlich dazugehöriger luftgetragener Überdachungen, außer im Außenbereich, b) Sprungschanzen, Sprungtürme und Rutschbahnen mit einer Höhe bis zu 10 m, c) Anlagen, die der zweckentsprechenden Einrichtung von Spiel-, Abenteuerspiel-, Bolz- und Sportplätzen, Reit- und Wanderwegen, Trimmund Lehrpfaden dienen, ausgenommen Gebäude und Tribünen, d) Wohnwagen, Zelte und bauliche Anlagen, die keine Gebäude sind, auf Camping-, Zelt- und Wochenendplätzen, e) Anlagen, die der Gartennutzung, der Gartengestaltung oder der zweckentsprechenden Einrichtung von Gärten dienen, ausgenommen Gebäude und Einfriedungen; 10. folgende tragende und nicht tragende Bauteile: a) nicht tragende und nichtaussteifende Bauteile in baulichen Anlagen, b) die Änderung tragender oder aussteifender Bauteile innerhalb von Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2, c) für einzelne neue Räume in überwiegend zu Wohnzwecken genutzten Gebäuden, d) Fenster und Türen sowie die dafür bestimmten Öffnungen, e) Außenwandverkleidungen, ausgenommen bei Hochhäusern, Verblendungen und Verputz baulicher Anlagen; 11. folgende Werbeanlagen: a) Werbeanlagen mit einer Ansichtsfläche bis zu 1 m², außer im Außenbereich, b) Warenautomaten, c) Werbeanlagen, die nach ihrem erkennbaren Zweck nur vorübergehend für höchstens zwei Monate angebracht werden, außer im Außenbereich,

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Thüringer Bauordnung (ThürBO)

d) Schilder, die Inhaber und Art gewerblicher Betriebe kennzeichnen (Hinweisschilder), wenn sie vor Ortsdurchfahrten auf einer einzigen Tafel zusammengefasst sind, e) Werbeanlagen in durch Bebauungsplan festgesetzten Gewerbe-, Industrie- und vergleichbaren Sondergebieten an der Stätte der Leistung mit einer Höhe bis zu 10 m; 12. folgende vorübergehend aufgestellte oder benutzbare bauliche Anlagen: a) Baustelleneinrichtungen einschließlich der Lagerhallen, Schutzhallen und Unterkünften, b) Gerüste, c) Toilettenwagen, d) Behelfsbauten, die der Landesverteidigung, dem Katastrophenschutz oder der Unfallhilfe dienen, e) bauliche Anlagen, die für höchstens drei Monate auf genehmigtem Messe- und Ausstellungsgelände errichtet werden, ausgenommen Fliegende Bauten, f) Verkaufsstände und andere bauliche Anlagen auf Straßenfesten, Volksfesten und Märkten, ausgenommen Fliegende Bauten; 13. folgende Plätze: a) unbefestigte Lager- und Abstellplätze, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb im Sinne des § 35 Abs. 1 Nr. 1 und 2 BauGB in Verbindung mit § 201 BauGB dienen, b) nicht überdachte Stellplätze mit einer Fläche bis zu 40 m² und deren Zufahrten, c) Kinderspielplätze im Sinne des § 9 Abs. 2 Satz 1; 14. folgende sonstige bauliche Anlagen: a) notwendige Fahrradabstellanlagen im Sinne des § 49 Abs. 5, b) Zapfsäulen und Tankautomaten genehmigter Tankstellen, c) Regale mit einer Höhe bis zu 7,50 m Oberkante Lagergut, d) Grabdenkmale auf Friedhöfen, Feldkreuze, Denkmäler, Skulpturen und ähnliche Kunstwerke jeweils mit einer Höhe bis zu 4 m, e) andere unbedeutende Anlagen oder unbedeutende Teile von Anlagen wie Hauseingangsüberdachungen, Markisen, Rollläden, Terrassen, Maschinenfundamente, Straßenfahrzeugwaagen, Pergolen, Jägerstände, Wildfütterungen, Bienenfreistände, Taubenhäuser, Hofeinfahrten und Teppichstangen. (2) Verfahrensfrei ist die Änderung der Nutzung von Anlagen, wenn


§ 63 a Genehmigungsfreistellung (1) Keiner Genehmigung bedarf unter den Voraussetzungen des Absatzes 2 die Errichtung, Änderung und Nutzungsänderung von 1. Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, 2. sonstigen Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2, 3. sonstigen baulichen Anlagen, die keine Gebäude sind, 4. Nebengebäuden und Nebenanlagen zu Vorhaben nach den Nummern 1 bis 3, ausgenommen Sonderbauten und Parkplätze mit einer Größe von mehr als 0,5 ha. (2) Nach Absatz 1 ist ein Bauvorhaben genehmigungsfrei gestellt, wenn 1. es im Geltungsbereich eines Bebauungsplans im Sinne des § 30 Abs. 1 oder der §§ 12, 30 Abs. 2 BauGB liegt, 2. es den Festsetzungen des Bebauungsplans nicht widerspricht, 3. die Erschließung im Sinne des Baugesetzbuchs gesichert ist und 4. die Gemeinde nicht innerhalb der Frist nach Absatz 3 Satz 2 erklärt, dass das vereinfachte Genehmi-

Dritter Abschnitt – Genehmigungsverfahren § 63 b Vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren (1) Bei 1. Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, 2. sonstigen Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2, 3. sonstigen baulichen Anlagen, die keine Gebäude sind, 4. Nebengebäuden und Nebenanlagen zu Vorhaben nach den Nummern 1 bis 3, ausgenommen Sonderbauten und Parkplätze mit einer Größe von mehr als 0,5 ha, prüft die Bauaufsichtsbehörde Thüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht

gungsverfahren durchgeführt werden soll, oder eine vorläufige Untersagung nach § 15 Abs. 1 Satz 2 BauGB beantragt. (3) Der Bauherr hat die erforderlichen Unterlagen bei der Gemeinde einzureichen; die Gemeinde legt, soweit sie nicht selbst Bauaufsichtsbehörde ist, eine Fertigung der Unterlagen unverzüglich der unteren Bauaufsichtsbehörde vor. Mit dem Vorhaben darf einen Monat nach Vorlage der erforderlichen Unterlagen bei der Gemeinde begonnen werden. Teilt die Gemeinde dem Bauherrn vor Ablauf der Frist schriftlich mit, dass kein Genehmigungsverfahren durchgeführt werden soll und sie eine Untersagung nach § 15 Abs. 1 Satz 2 BauGB nicht beantragen wird, darf der Bauherr mit der Ausführung des Vorhabens beginnen. Von der Mitteilung nach Satz 3 hat die Gemeinde die Bauaufsichtsbehörde zu unterrichten. Will der Bauherr mit der Ausführung des Bauvorhabens mehr als drei Jahre, nachdem die Bauausführung nach Sätzen 2 und 3 zulässig geworden ist, beginnen, gelten die Sätze 1 bis 4 entsprechend. (4) Die Erklärung der Gemeinde nach Absatz 2 Nr. 4, dass das vereinfachte Genehmigungsverfahren durchgeführt werden soll, kann insbesondere deshalb erfolgen, weil sie eine Überprüfung der sonstigen Voraussetzungen des Absatzes 2 oder des Bauvorhabens aus anderen Gründen für erforderlich hält. Darauf, dass die Gemeinde von ihrer Erklärungsmöglichkeit keinen Gebrauch macht, besteht kein Rechtsanspruch. Erklärt die Gemeinde, dass das vereinfachte Baugenehmigungsverfahren durchgeführt werden soll, hat sie dem Bauherrn die vorgelegten Unterlagen zurückzureichen. Hat der Bauherr bei der Vorlage der Unterlagen bestimmt, dass seine Vorlage im Fall der Erklärung nach Absatz 2 Nr. 4 als Bauantrag zu behandeln ist, leitet sie die Unterlagen gleichzeitig mit der Erklärung an die Bauaufsichtsbehörde weiter. (5) § 64 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 4 Satz 1 und 2 sowie die §§ 68 und 70 Abs. 6 bis 8 sind entsprechend anzuwenden. § 63 d bleibt unberührt.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

1. für die neue Nutzung keine anderen öffentlich-rechtlichen Anforderungen als für die bisherige Nutzung in Betracht kommen oder 2. die Errichtung oder Änderung der Anlagen nach Absatz 1 verfahrensfrei wäre. (3) Verfahrensfrei ist die Beseitigung von 1. Anlagen nach Absatz 1, 2. freistehenden Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 3, 3. sonstigen Anlagen, die keine Gebäude sind, mit einer Höhe bis zu 10 m. Im Übrigen ist die beabsichtigte Beseitigung von Anlagen mindestens einen Monat zuvor der Bauaufsichtsbehörde anzuzeigen. Bei Gebäuden der Gebäudeklasse 2 muss die Standsicherheit des Gebäudes oder der Gebäude, an die das zu beseitigende Gebäude angebaut ist, von einem Tragwerksplaner im Sinne des § 63 d Abs. 2 Satz 1 und 2 bestätigt sein. Bei sonstigen nicht freistehenden Gebäuden muss die Standsicherheit des Gebäudes oder der Gebäude, an die das zu beseitigende Gebäude angebaut ist, bauaufsichtlich geprüft sein. Satz 4 gilt entsprechend, wenn sich die Beseitigung des Gebäudes auf andere Weise auf die Standsicherheit anderer Gebäude auswirken kann. Die Sätze 3 bis 5 gelten nicht, soweit an verfahrensfreie Gebäude angebaut ist. § 70 Abs. 6 Nr. 2 und Abs. 8 gilt entsprechend. (4) Verfahrensfrei sind Instandhaltungsarbeiten.


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

1. die Übereinstimmung mit den Bestimmungen über 2. sonstigen baulichen Anlagen, die keine Gebäude sind, die Zulässigkeit der baulichen Anlagen nach den §§ 29 bis 38 BauGB, muss der Standsicherheitsnachweis von einer Person 2. beantragte Abweichungen im Sinne des § 63 e Abs. mit einem berufsqualifizierenden Hochschulabschluss 1 und 2 Satz 2 sowie eines Studiums der Fachrichtung Architektur, Hochbau 3. andere öffentlich-rechtliche Vorschriften, soweit oder des Bauingenieurwesens mit einer mindestens wegen der Baugenehmigung eine Entscheidung dreijährigen Berufserfahrung in der Tragwerksplanung nach anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften erstellt sein, der unter Beachtung des § 65 Abs. 3 Satz entfällt oder ersetzt wird. 2 bis 7 in der Liste nach Absatz 6 eingetragen ist; Ein§ 63 d bleibt unberührt. tragungen anderer Länder gelten auch in Thüringen. (2) Über den Bauantrag ist innerhalb von drei Monaten Auch bei anderen Bauvorhaben darf der Standsichernach Vorlage der vollständigen Antragsunterlagen zu heitsnachweis von einem Tragwerksplaner nach Satz 1 entscheiden; die Bauaufsichtsbehörde kann diese Frist erstellt werden. Bei Bauvorhaben der Gebäudeklasse 4, gegenüber dem Antragsteller aus wichtigem Grund um ausgenommen Sonderbauten sowie Mittel- und Großgabis zu zwei Monate verlängern. Der Antrag gilt als ge- ragen im Sinne der Rechtsverordnung aufgrund des § nehmigt, wenn über ihn nicht innerhalb der nach Satz 82 Abs. 1 Nr. 3, muss der Brandschutznachweis erstellt 1 maßgeblichen Frist entschieden worden ist. sein von 1. einem für das Bauvorhaben Bauvorlageberechtig§ 63 c Baugenehmigungsverfahren ten, der die erforderlichen Kenntnisse des Brandschutzes nachgewiesen hat und unter Beachtung Bei genehmigungsbedürftigen baulichen Anlagen, die des § 65 Abs. 3 Satz 2 bis 7 in der Liste nach nicht unter § 63 b fallen, prüft die BauaufsichtsbeAbsatz 6 eingetragen ist, oder hörde 1. die Übereinstimmung mit den Bestimmungen über 2. einem Prüfingenieur für Brandschutz; die Zulässigkeit der baulichen Anlagen nach den dem Halbsatz 1 Nr. 1 entsprechende Eintragungen §§ 29 bis 38 BauGB, anderer Länder gelten auch in Thüringen. Auch bei an2. Anforderungen nach den Bestimmungen dieses Ge- deren Bauvorhaben darf der Brandschutznachweis von setzes und aufgrund dieses Gesetzes sowie einem Brandschutzplaner nach Satz 3 erstellt werden. 3. andere öffentlich-rechtliche Anforderungen, soweit Für Personen, die in einem anderen Mitgliedstaat der wegen der Baugenehmigung eine Entscheidung Europäischen Union oder einem nach dem Recht der nach anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften Europäischen Gemeinschaften gleichgestellten Staat entfällt oder ersetzt wird. zur Erstellung von Standsicherheits- oder BrandschutzDie durch eine Umweltverträglichkeitsprüfung ermit- nachweisen niedergelassen sind, gilt § 65 Abs. 4 bis 6 telten, beschriebenen und bewerteten Umweltaus- mit der Maßgabe entsprechend, dass die Anzeige oder wirkungen sind nach Maßgabe der hierfür geltenden der Antrag auf Erteilung einer Bescheinigung bei der für Vorschriften zu berücksichtigen. § 63 d bleibt unberührt. die Führung der Liste nach Absatz 6 zuständigen Stelle einzureichen ist. (3) Es muss § 63 d Bautechnische Nachweise (1) Die Einhaltung der Anforderungen an die Standsi- 1. bei Gebäuden der Gebäudeklassen 4 und 5, cherheit, den Brand-, Schall-, Wärme- und Erschütte- 2. bei unterirdischen Mittelgaragen und Großgaragen im Sinne der Rechtsverordnung aufgrund des § 82 rungsschutz ist nach Maßgabe der Rechtsverordnung Abs. 1 Nr. 3 oder aufgrund des § 82 Abs. 3 nachzuweisen (bautechnische Nachweise); dies gilt nicht für verfahrensfreie Bauvorha- 3. wenn dies nach Maßgabe eines in der Rechtsverordnung aufgrund des § 82 Abs. 3 geregelten Kriterienben einschließlich der Beseitigung von Anlagen, soweit katalogs erforderlich ist, bei nicht in diesem Gesetz oder in der Rechtsverordnung aufgrund des § 82 Abs. 3 etwas anderes bestimmt ist. a) Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, Die Bauvorlageberechtigung nach § 65 Abs. 2 Nr. 1, 2 b) Behältern, Brücken, Stützmauern, Tribünen, und 4 schließt die Berechtigung zur Erstellung der bau- c) sonstigen baulichen Anlagen, die keine Gebäude sind, mit einer Höhe von mehr als 10 m technischen Nachweise ein, soweit nicht nachfolgend Abweichendes bestimmt ist. der Standsicherheitsnachweis bauaufsichtlich geprüft (2) Bei sein; dies gilt nicht für Wohngebäude der Gebäudeklas1. Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, sen 1 und 2. Bei 1. Sonderbauten, 208

Thüringer Bauordnung (ThürBO)


§ 63 e Abweichungen (1) Die Bauaufsichtsbehörde kann Abweichungen von Anforderungen dieses Gesetzes und aufgrund dieses Gesetzes erlassener Vorschriften zulassen, wenn sie unter Berücksichtigung des Zwecks der jeweiligen Anforderung und unter Würdigung der öffentlich-rechtlich geschützten nachbarlichen Belange mit den öffentlichen Belangen, insbesondere den Anforderungen des § 3 Abs. 1 vereinbar sind. § 3 Abs. 3 Satz 3 bleibt unberührt.

§ 64 Bauantrag und Bauvorlagen (1) Der Bauantrag ist schriftlich bei der unteren Bauaufsichtsbehörde einzureichen. (2) Mit dem Bauantrag sind alle für die Beurteilung des Bauvorhabens und die Bearbeitung des Bauantrags erforderlichen Unterlagen (Bauvorlagen) einzureichen. Es kann gestattet werden, dass einzelne Bauvorlagen nachgereicht werden. (3) In besonderen Fällen kann zur Beurteilung der Einwirkung der baulichen Anlagen auf die Umgebung verlangt werden, dass die bauliche Anlage in geeigneter Weise auf dem Grundstück dargestellt wird. (4) Der Bauherr und der Entwurfsverfasser haben den Bauantrag, der Entwurfsverfasser die Bauvorlagen zu unterschreiben. Die von den Fachplanern nach § 56 bearbeiteten Unterlagen müssen auch von diesen unterschrieben sein. Ist der Bauherr nicht Grundstückseigentümer, so kann die Zustimmung des Grundstückseigentümers zu dem Bauvorhaben gefordert werden. § 65 Bauvorlageberechtigung (1) Bauvorlagen für die nicht verfahrensfreie Errichtung und Änderung von Gebäuden müssen von einem Entwurfsverfasser unterschrieben sein, der bauvorlageberechtigt ist. Dies gilt nicht für 1. Bauvorlagen, die üblicherweise von Fachkräften mit anderer Ausbildung als nach Absatz 2 verfasst werden, und 2. geringfügige oder technisch einfache Bauvorhaben. (2) Bauvorlageberechtigt ist, wer 1. die Berufsbezeichnung „Architekt“ führen darf, 2. in die von der Ingenieurkammer Thüringen geführte Liste der Bauvorlageberechtigten eingetragen ist; Thüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht

(2) Die Zulassung von Abweichungen nach Absatz 1, von Ausnahmen und Befreiungen von den Festsetzungen eines Bebauungsplans oder einer sonstigen städtebaulichen Satzung nach § 31 BauGB oder von Regelungen der Baunutzungsverordnung (BauNVO) in der Fassung vom 23. Januar 1990 (BGBl. I S. 132) in der jeweils geltenden Fassung über die zulässige Art der baulichen Nutzung nach § 34 Abs. 2 Halbsatz 2 BauGB ist gesondert schriftlich zu beantragen; der Antrag ist zu begründen. Für Anlagen, die keiner Genehmigung bedürfen, sowie für Abweichungen von Vorschriften, die im Genehmigungsverfahren nicht geprüft werden, gilt Satz 1 entsprechend. (3) Über Abweichungen nach Absatz 1 Satz 1 von örtlichen Bauvorschriften sowie über Ausnahmen und Befreiungen nach Absatz 2 Satz 1 entscheidet bei verfahrensfreien Bauvorhaben die Gemeinde nach Maßgabe der Absätze 1 und 2.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

2. Mittel- und Großgaragen im Sinne der Rechtsverordnung nach § 82 Abs. 1 Nr. 3 oder 3. Gebäuden der Gebäudeklasse 5 muss der Brandschutznachweis bauaufsichtlich geprüft sein. Soweit im Ausnahmefall abweichend von Absatz 2 Satz 1 bis 3 der Ersteller eines Standsicherheits- oder Brandschutznachweises noch nicht die für die Eintragung in die Liste nach Absatz 6 erforderliche Qualifikation nachgewiesen hat, ist die bauaufsichtliche Prüfung des Standsicherheits- oder Brandschutznachweises erforderlich. (4) Die nach der Energieeinsparverordnung vom 16. November 2001 (BGBl. I S. 3085) in der jeweils geltenden Fassung erforderlichen Nachweise müssen erstellt sein von: 1. Architekten oder im Bauwesen tätigen Ingenieuren mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung in der Erstellung oder Prüfung von Nachweisen des baulichen und energiesparenden Wärmeschutzes oder in der energetischen Planung oder Bewertung von Anlagen für Heizung, Warmwasser und Lüftung oder 2. im Bauwesen tätigen Ingenieuren der Fachrichtungen Energie-, Heizungs- und Klimatechnik, Energieversorgung und -anwendung, Bauphysik oder entsprechender Fachrichtungen mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung in der Erstellung oder Prüfung von Nachweisen des baulichen und energiesparenden Wärmeschutzes oder in der energetischen Planung oder Bewertung von Anlagen für Heizung, Warmwasser oder Lüftung, die in der Liste nach Absatz 6 eingetragen sind. (5) Außer in den Fällen des Absatzes 3 werden bautechnische Nachweise nicht geprüft; § 63 e bleibt unberührt. Einer bauaufsichtlichen Prüfung bedarf es ferner nicht, soweit für das Bauvorhaben Standsicherheitsnachweise vorliegen, die von einem Prüfamt für Standsicherheit allgemein geprüft sind (Typenprüfung); Typenprüfungen anderer Länder gelten auch in Thüringen. (6) Die in den Absätzen 2 und 4 genannten Listen werden von der Architektenkammer Thüringen und der Ingenieurkammer Thüringen gemeinsam geführt.


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Eintragungen anderer Länder gelten auch in Thürin- Europäischen Gemeinschaften gleichgestellten Staat gen, als Bauvorlageberechtigte niedergelassen sind, sind 3. die Berufsbezeichnung „Innenarchitekt“ führen darf, ohne Eintragung in die Liste nach Absatz 2 Nr. 2 baufür die mit der Berufsaufgabe des Innenarchitekten vorlageberechtigt, wenn sie verbundenen baulichen Änderungen von Gebäuden, 1. eine vergleichbare Berechtigung besitzen und oder 2. dafür vergleichbare Anforderungen, wie in Absatz 3 4. einen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss Satz 1 Nr. 1 und 2 dargestellt, erfüllen mussten. eines Studiums der Fachrichtung Architektur, Hoch- Sie haben das erstmalige Tätigwerden als Bauvorlagebau oder Bauingenieurwesen nachweist, danach berechtigter vorher der Ingenieurkammer Thüringen mindestens zwei Jahre auf dem Gebiet der Entwurfs- anzuzeigen und dabei planung von Gebäuden praktisch tätig gewesen und 1. eine Bescheinigung darüber, dass sie in einem Bediensteter einer juristischen Person des öffentliMitgliedstaat der Europäischen Union oder einem chen Rechts ist, für die dienstliche Tätigkeit. nach dem Recht der Europäischen Gemeinschaften gleichgestellten Staat rechtmäßig als Bauvorlage(3) In die Liste der Bauvorlageberechtigten ist auf Anberechtigte niedergelassen sind und ihnen die Austrag von der Ingenieurkammer Thüringen einzutragen, übung dieser Tätigkeiten zum Zeitpunkt der Vorlage wer der Bescheinigung nicht, auch nicht vorübergehend, 1. einen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss untersagt ist, und eines Studiums der Fachrichtung Hochbau (Artikel 49 Abs. 1 der Richtlinie 2005/36/EG des Europäi- 2. einen Nachweis darüber, dass sie im Staat ihrer Niederlassung für die Tätigkeit als Bauvorlageberechschen Parlaments und des Rates vom 7. September tigte mindestens die Voraussetzungen des Absatzes 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikatio3 Satz 1 Nr. 1 und 2 erfüllen mussten, nen - ABl. EU Nr. L 255 S. 22 -) oder Bauingenieurwesen nachweist und vorzulegen; sie sind in einem Verzeichnis zu führen. Die 2. danach mindestens zwei Jahre auf dem Gebiet der Ingenieurkammer Thüringen hat auf Antrag zu bestätiEntwurfsplanung von Gebäuden praktisch tätig ge- gen, dass die Anzeige nach Satz 2 erfolgt ist; sie kann wesen ist. das Tätigwerden als Bauvorlageberechtigter untersagen Dem Antrag sind die zur Beurteilung erforderlichen Un- und die Eintragung in dem Verzeichnis nach Satz 2 löterlagen beizufügen. Die Ingenieurkammer Thüringen schen, wenn die Voraussetzungen des Satzes 1 nicht bestätigt unverzüglich den Eingang der Unterlagen und erfüllt sind. teilt gegebenenfalls mit, welche Unterlagen fehlen. Die (5) Personen, die in einem anderen Mitgliedstaat der Eingangsbestätigung muss folgende Angaben enthalten: Europäischen Union oder einem nach dem Recht der 1. Beginn, Ende und Verlängerungsmöglichkeit der Europäischen Gemeinschaften gleichgestellten Staat Frist nach Satz 5, als Bauvorlageberechtigte niedergelassen sind, ohne 2. die verfügbaren Rechtsbehelfe, im Sinne des Absatzes 4 Satz 1 Nr. 2 vergleichbar zu 3. die Erklärung, dass der Antrag als genehmigt gilt, sein, sind bauvorlageberechtigt, wenn ihnen die Inwenn über ihn nicht rechtzeitig entschieden wird genieurkammer Thüringen bescheinigt hat, dass sie und die Anforderungen des Absatzes 3 Satz 1 Nr. 1 und 2 4. im Fall der Nachforderung von Unterlagen die erfüllen; sie sind in einem Verzeichnis zu führen. Die Mitteilung, dass die Frist nach Satz 5 erst beginnt, Bescheinigung wird auf Antrag erteilt. Absatz 3 Satz 2 wenn die Unterlagen vollständig sind. bis 7 ist entsprechend anzuwenden. Über den Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach (6) Anzeigen und Bescheinigungen nach den Absätzen Vorlage der vollständigen Unterlagen zu entscheiden; 4 und 5 sind nicht erforderlich, wenn bereits in einem die Ingenieurkammer Thüringen kann die Frist gegen- anderen Land eine Anzeige erfolgt ist oder eine Beüber dem Antragsteller einmal um bis zu zwei Monate scheinigung erteilt wurde; eine Eintragung in die von der verlängern. Die Fristverlängerung und deren Umfang Ingenieurkammer Thüringen geführten Verzeichnisse sind ausreichend zu begründen und dem Antragstel- erfolgt nicht. Verfahren nach den Absätzen 3 bis 5 könler vor Ablauf der ursprünglichen Frist mitzuteilen. Der nen über eine einheitliche Stelle im Sinne des Thüringer Antrag gilt als genehmigt, wenn über ihn nicht inner- ES-Errichtungsgesetzes abgewickelt werden. Es gelten halb der nach Satz 5 maßgeblichen Frist entschieden ergänzend die Bestimmungen zum Verfahren über die worden ist. einheitliche Stelle nach den §§ 71a bis 71e ThürVwVfG. (4) Personen, die in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem nach dem Recht der 210

Thüringer Bauordnung (ThürBO)


§ 68 Beteiligung der Nachbarn (1) Die Eigentümer benachbarter Grundstücke (Nachbarn) sind nach den Absätzen 2 bis 6 zu beteiligen. (2) Die Bauaufsichtsbehörde soll die Nachbarn vor der Erteilung von Abweichungen und Befreiungen benachrichtigen, wenn zu erwarten ist, dass öffentlich-rechtlich geschützte nachbarliche Belange berührt werden. Einwendungen sind innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Benachrichtigung bei der Bauaufsichtsbehörde schriftlich oder zur Niederschrift vorzubringen. (3) Die Benachrichtigung entfällt, wenn die zu benachrichtigenden Nachbarn die Lagepläne und Bauzeichnungen unterschrieben oder dem Bauvorhaben auf andere Weise zugestimmt haben. (4) Der Nachbar ist Beteiligter im Sinne des § 13 Abs. 1 Nr. 1 ThürVwVfG. § 28 ThürVwVfG findet keine Anwen-

§ 69 Ersetzung des gemeindlichen Einvernehmens (1) Hat eine Gemeinde, die nicht untere Bauaufsichtsbehörde ist, ihr nach § 14 Abs. 2 Satz 2, § 22 Abs. 5 Satz 1, § 36 Abs. 1 Satz 1 und 2 BauGB erforderliches Einvernehmen rechtswidrig versagt, soll das fehlende Einvernehmen nach Maßgabe der Absätze 2 bis 5 ersetzt werden. Wird in einem anderen Genehmigungsverfahren über die Zulässigkeit des Vorhabens entschieden, so tritt die für dieses Verfahren zuständige Behörde an die Stelle der Bauaufsichtsbehörde. (2) § 120 der Thüringer Kommunalordnung findet keine Anwendung. (3) Die Gemeinde ist vor Erlass der Genehmigung anzuhören. Dabei ist ihr Gelegenheit zu geben, binnen angemessener Frist erneut über das gemeindliche Einvernehmen zu entscheiden. (4) Die Genehmigung gilt zugleich als Ersatzvornahme. Sie ist insoweit zu begründen. Widerspruch und Anfechtungsklage haben auch insoweit keine aufschiebende Wirkung, als die Genehmigung als Ersatzvornahme gilt. (5) Ist die Gemeinde zugleich untere Bauaufsichtsbehörde, gelten die Absätze 2 bis 4 entsprechend für das Widerspruchsverfahren.

Thüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht

§ 67 Behandlung des Bauantrages (1) Die Bauaufsichtsbehörde hört zum Bauantrag die Gemeinde und diejenigen Stellen, 1. deren Beteiligung oder Anhörung für die Entscheidung über den Bauantrag durch Rechtsvorschrift vorgeschrieben ist, oder 2. ohne deren Stellungnahme die Genehmigungsfähigkeit des Bauantrags nicht beurteilt werden kann. Die Beteiligung oder Anhörung entfällt, wenn die Gemeinde oder die jeweilige Stelle dem Bauantrag bereits vor Einleitung des Baugenehmigungsverfahrens zugestimmt oder auf eine Beteiligung verzichtet hat. Bedarf die Erteilung der Baugenehmigung der Zustimmung oder des Einvernehmens einer anderen Körperschaft, Behörde oder sonstigen Stelle, so gilt diese als erteilt, wenn sie nicht zwei Monate nach Eingang des Ersuchens verweigert wird; von der Frist nach Halbsatz 1 abweichende Regelungen durch Rechtsvorschrift bleiben unberührt. Stellungnahmen bleiben unberücksichtigt, wenn sie nicht innerhalb eines Monats nach Aufforderung zur Stellungnahme bei der Bauaufsichtsbehörde eingehen, es sei denn, die verspätete Stellungnahme ist für die Rechtmäßigkeit der Entscheidung über den Bauantrag von Bedeutung. (2) Die Bauaufsichtsbehörde kontrolliert den Bauantrag innerhalb von zwei Wochen auf Vollständigkeit und teilt dem Bauherrn den Eingang des Antrags mit. Ist der Bauantrag unvollständig oder weist er sonstige erhebliche Mängel auf, fordert die Bauaufsichtsbehörde den Bauherrn zur Behebung der Mängel innerhalb einer angemessenen Frist auf. Werden die Mängel innerhalb der Frist nicht behoben, gilt der Antrag als zurückgenommen.

dung. Sind an einem Baugenehmigungsverfahren mindestens zehn Nachbarn im gleichen Interesse beteiligt, ohne vertreten zu sein, so kann sie die Bauaufsichtsbehörde auffordern, innerhalb einer angemessenen Frist einen Vertreter zu bestellen; § 18 Abs. 1 Satz 2 und 3 sowie Abs. 2 ThürVwVfG findet Anwendung. Bei mehr als 50 Beteiligten im Sinne des Satzes 3 kann die Zustellung nach Absatz 6 durch öffentliche Bekanntmachung ersetzt werden; die Bekanntmachung hat den verfügenden Teil der Baugenehmigung, die Rechtsbehelfsbelehrung sowie einen Hinweis darauf zu enthalten, wo die Akten des Baugenehmigungsverfahrens eingesehen werden können. Sie ist im amtlichen Veröffentlichungsblatt der zuständigen Bauaufsichtsbehörde bekannt zu machen. Die Zustellung gilt mit dem Tage der Bekanntmachung als bewirkt. (5) Ein Erbbauberechtigter tritt an die Stelle des Eigentümers. Ist Eigentümer des Nachbargrundstücks eine Eigentümergemeinschaft nach dem Wohnungseigentumsgesetz, so genügt die Beteiligung des Verwalters; seine Unterschrift gilt jedoch nicht als Zustimmung der einzelnen Wohnungseigentümer. (6) Haben die Nachbarn dem Bauvorhaben nicht zugestimmt oder wird ihren Einwendungen nicht entsprochen, ist ihnen die Baugenehmigung mit dem Teil der Bauvorlagen, auf den sich die Einwendungen beziehen, zuzustellen.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

§ 66 (aufgehoben)


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

§ 70 Baugenehmigung und Baubeginn § 71 Teilbaugenehmigung (1) Die Baugenehmigung ist zu erteilen, wenn dem Ist ein Bauantrag eingereicht, so kann der Beginn der Bauvorhaben keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften Bauarbeiten für die Baugrube und für einzelne Bauteile entgegenstehen, die im bauaufsichtlichen Genehmi- oder Bauabschnitte auf schriftlichen Antrag schon vor gungsverfahren zu prüfen sind. Erteilung der Baugenehmigung schriftlich gestattet wer(2) Die Baugenehmigung ist schriftlich zu erteilen, aber den (Teilbaugenehmigung). § 70 gilt entsprechend. nicht in elektronischer Form; sie ist nur insoweit zu begründen, als Abweichungen, Ausnahmen oder Be- § 72 Geltungsdauer der Genehmigung freiungen von nachbarschützenden Vorschriften zuge- (1) Sind in der Baugenehmigung oder in der Teilbaugelassen werden und der Nachbar nicht nach § 68 Abs. nehmigung keine anderen Fristen bestimmt, so erlö3 zugestimmt hat. schen diese Genehmigungen, wenn innerhalb von drei (3) Die Baugenehmigung kann unter Auflagen, Bedin- Jahren nach Erteilung der Genehmigung mit der Ausfühgungen und dem Vorbehalt des Widerrufs oder der rung des Vorhabens nicht begonnen oder die Bauausnachträglichen Aufnahme, Änderung oder Ergänzung führung länger als zwei Jahre unterbrochen worden ist; einer Auflage sowie befristet erteilt werden. Nach die Einlegung eines Rechtsbehelfs hemmt den Lauf der Widerruf oder nach Ablauf der gesetzten Frist ist die Frist bis zur Unanfechtbarkeit der Baugenehmigung. bauliche Anlage ohne Entschädigung zu beseitigen; ein (2) Die Frist nach Absatz 1 kann auf schriftlichen Anordnungsgemäßer Zustand ist herzustellen. Um die trag jeweils bis zu einem Jahr verlängert werden. Die Erfüllung von mit der Baugenehmigung verbundenen Frist kann auch rückwirkend verlängert werden, wenn Verpflichtungen zu gewährleisten, kann eine Sicher- der Antrag vor Fristablauf bei der Bauaufsichtsbehörde heitsleistung bis zur Höhe der für die Erfüllung der Ver- eingegangen ist. pflichtung voraussichtlich anfallenden Kosten verlangt § 73 Vorbescheid werden. (4) Die Baugenehmigung wird unbeschadet der privaten Vor Einreichung des Bauantrags ist auf Antrag des Rechte Dritter erteilt. Bauherrn zu einzelnen Fragen des Bauvorhabens ein (5) Die Gemeinde ist, wenn sie nicht Bauaufsichtsbe- Vorbescheid zu erteilen. Der Vorbescheid gilt drei Jahre. hörde ist, von der Erteilung, Verlängerung, Ablehnung, Die Frist kann auf schriftlichen Antrag jeweils bis zu Rücknahme oder dem Widerruf einer Baugenehmigung, einem Jahr verlängert werden. Die §§ 63 e, 64, 67 bis Teilbaugenehmigung, eines Vorbescheids, einer Zustim- 69, 70 Abs. 1 bis 4 sowie die §§ 71 und 72 Abs. 2 Satz mung, Ausnahme, Befreiung oder Abweichung zu unter- 2 gelten entsprechend. richten. Eine Ausfertigung des Bescheids einschließlich der mit einem Genehmigungsvermerk versehenen Bau- § 74 Genehmigung Fliegender Bauten vorlagen ist beizufügen. (1) Fliegende Bauten sind bauliche Anlagen, die geeig(6) Mit der Bauausführung oder mit der Ausführung des net und bestimmt sind, an verschiedenen Orten wiederjeweiligen Bauabschnitts darf erst begonnen werden, holt aufgestellt und zerlegt zu werden. Baustelleneinwenn richtungen und Baugerüste gelten nicht als Fliegende 1. die Baugenehmigung dem Bauherrn zugegangen ist, Bauten. 2. die Prüfungen nach § 63 d Abs. 3 erfolgt sind und (2) Fliegende Bauten bedürfen, bevor sie erstmals 3. die Baubeginnsanzeige aufgestellt und in Gebrauch genommen werden, einer der Bauaufsichtsbehörde vorliegt. Ausführungsgenehmigung. Dies gilt nicht für (7) Vor Baubeginn muss die Grundfläche der baulichen 1. Fliegende Bauten mit einer Höhe bis zu 5 m, die nicht dazu bestimmt sind, von Besuchern betreten Anlage abgesteckt und ihre Höhenlage festgelegt sein. zu werden, Baugenehmigungen, Bauvorlagen und bautechnische Nachweise, soweit es sich nicht um Bauvorlagen han- 2. Fliegende Bauten mit einer Höhe bis zu 5 m, die für Kinder betrieben werden und eine Geschwindigkeit delt, müssen an der Baustelle von Baubeginn an vorvon höchstens 1 m/s haben, liegen. (8) Der Bauherr hat den Ausführungsbeginn genehmi- 3. Bühnen, die Fliegende Bauten sind, einschließlich Überdachungen und sonstigen Aufbauten mit einer gungsbedürftiger Vorhaben und die Wiederaufnahme Höhe bis zu 5 m, einer Grundfläche bis zu 100 m² der Bauarbeiten nach einer Unterbrechung von mehr und einer Fußbodenhöhe bis zu 1,50 m, als drei Monaten mindestens eine Woche vorher der Bauaufsichtsbehörde schriftlich mitzuteilen (Baube- 4. Zelte, die Fliegende Bauten sind, mit einer Grundfläche bis 75 m². ginnsanzeige). 212

Thüringer Bauordnung (ThürBO)


Thüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(3) Die Ausführungsgenehmigung wird von der obe- Anzeigen nach Satz 1 nicht erforderlich sind, wenn eine ren Bauaufsichtsbehörde erteilt, in deren Bereich der Gefährdung im Sinne des § 3 Abs. 1 nicht zu erwarten Antragsteller seine Hauptwohnung oder seine gewerb- ist. liche Niederlassung hat. Hat der Antragsteller keine (8) Die für die Erteilung der Gebrauchsabnahme zustänHauptwohnung oder keine gewerbliche Niederlassung dige Bauaufsichtsbehörde kann Auflagen machen oder in der Bundesrepublik Deutschland, so ist die obere die Aufstellung oder den Gebrauch Fliegender Bauten Bauaufsichtsbehörde zuständig, in deren Bereich der untersagen, soweit dies nach den örtlichen VerhältnisFliegende Bau zum ersten Mal aufgestellt oder in Ge- sen oder zur Abwehr von Gefahren erforderlich ist, insbrauch genommen werden soll. besondere weil die Betriebssicherheit oder Standsicher(4) Die oberste Bauaufsichtsbehörde kann durch heit nicht oder nicht mehr gewährleistet ist oder weil Rechtsverordnung bestimmen, dass Ausführungsgeneh- von der Ausführungsgenehmigung abgewichen wird. migungen für Fliegende Bauten nur durch bestimmte Wird die Aufstellung oder der Gebrauch aufgrund von Bauaufsichtsbehörden oder durch von ihr bestimmte Mängeln am Fliegenden Bau untersagt, so ist dies in das Stellen erteilt werden dürfen und die Vergütung dieser Prüfbuch einzutragen. Die ausstellende Behörde ist zu Stellen regeln. benachrichtigen, das Prüfbuch ist einzuziehen und der (5) Die Genehmigung wird für eine bestimmte Frist er- ausstellenden Behörde zuzuleiten, wenn die Herstellung teilt, die höchstens fünf Jahre betragen soll; sie kann ordnungsgemäßer Zustände innerhalb angemessener auf schriftlichen Antrag von der für die Ausführungs- Frist nicht zu erwarten ist. genehmigung zuständigen Behörde oder der nach (9) Bei Fliegenden Bauten, die von Besuchern betreten Absatz 4 bestimmten Stelle jeweils bis zu fünf Jahre und längere Zeit an einem Aufstellungsort betrieben verlängert werden, wenn das der Inhaber vor Ablauf werden, kann die für die Gebrauchsabnahme zuständer Frist schriftlich beantragt; § 72 Abs. 2 Satz 2 gilt dige Bauaufsichtsbehörde aus Gründen der Sicherheit entsprechend. Die Ausführungsgenehmigungen und die Nachabnahmen durchführen. Das Ergebnis der NachVerlängerungen ihrer Frist werden in ein Prüfbuch einge- abnahme ist in das Prüfbuch einzutragen. tragen, dem eine Ausfertigung der mit einem Genehmi- (10) § 64 Abs. 1, 2 und 4 und § 78 Abs. 1, 3 und 4 gungsvermerk zu versehenden Bauvorlagen beizufügen gelten entsprechend. ist. Die Ausführungsgenehmigung kann vorschreiben, dass der Fliegende Bau vor jeder Inbetriebnahme oder § 75 Bauaufsichtliche Zustimmung in bestimmten zeitlichen Abständen jeweils vor einer (1) Nicht verfahrensfreie Bauvorhaben bedürfen keiner Inbetriebnahme von einem Sachverständigen abgenom- Genehmigung, Genehmigungsfreistellung und Bauübermen wird. Ausführungsgenehmigungen der anderen wachung, wenn Länder der Bundesrepublik Deutschland gelten auch 1. der Bauherr die Leitung der Entwurfsarbeiten und der Bauüberwachung einer Baudienststelle des Bunin Thüringen. des oder der Länder übertragen hat und (6) Der Inhaber der Ausführungsgenehmigung hat den Wechsel seines Wohnsitzes oder seiner gewerblichen 2. die Baudienststelle mit Beamten des höheren technischen Verwaltungsdienstes der Fachrichtung Niederlassung oder die Übertragung eines Fliegenden Hochbau oder Bauingenieurwesen oder diesen Baus an Dritte der Bauaufsichtsbehörde anzuzeigen, die gleichgestellten Bediensteten mit entsprechender die Ausführungsgenehmigung erteilt hat. Die Behörde Vorbildung besetzt ist, die über die erforderlichen hat die Änderungen in das Prüfbuch einzutragen und sie, Kenntnisse der Bautechnik, der Baugestaltung und wenn mit den Änderungen ein Wechsel der Zuständigdes öffentlichen Baurechts verfügen. keit verbunden ist, der nunmehr zuständigen Behörde Solche baulichen Anlagen bedürfen jedoch der Zustimmitzuteilen. (7) Fliegende Bauten, die nach Absatz 2 Satz 1 einer mung der oberen Bauaufsichtsbehörde. Außer bei der Ausführungsgenehmigung bedürfen, dürfen unbescha- Errichtung und Änderung von Sonderbauten entfällt die det anderer Vorschriften nur in Gebrauch genommen Zustimmung, wenn die Gemeinde nicht widerspricht werden, wenn ihre Aufstellung der Bauaufsichtsbe- und, soweit ihre öffentlich-rechtlich geschützten Behörde des Aufstellungsortes unter Vorlage des Prüf- lange von Abweichungen, Ausnahmen und Befreiungen buches angezeigt ist. Die Bauaufsichtsbehörde kann berührt sein können, die Nachbarn dem Vorhaben zudie Inbetriebnahme dieser Fliegenden Bauten von einer stimmen. Gebrauchsabnahme abhängig machen. Das Ergebnis (2) Über Ausnahmen, Befreiungen und Abweichungen der Abnahme ist in das Prüfbuch einzutragen. In der entscheidet die obere Bauaufsichtsbehörde im ZustimAusführungsgenehmigung kann bestimmt werden, dass mungsverfahren.


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

(3) Der Antrag auf Zustimmung ist bei der oberen Bauaufsichtsbehörde einzureichen. § 64 Abs. 2 bis 4 gilt entsprechend; eine Prüfung bautechnischer Nachweise findet nicht statt. (4) Für das Zustimmungsverfahren gelten die §§ 63 b, 63 d, 63 e, 67, 68 und 70 bis 72 sinngemäß. Die Gemeinde ist zu dem Vorhaben zu hören. (5) Bauliche Anlagen, die der Landesverteidigung dienen, sind abweichend von den Absätzen 1 bis 4 der oberen Bauaufsichtsbehörde vor Baubeginn in geeigneter Weise zur Kenntnis zu bringen. Im Übrigen wirken die Bauaufsichtsbehörden nicht mit. 3§ 74 Abs. 2 bis 10 findet auf Fliegende Bauten, die der Landesverteidigung dienen, keine Anwendung. (6) Der öffentliche Bauherr trägt die Verantwortung, dass Entwurf, Ausführung und Zustand der baulichen Anlagen sowie anderer Anlagen und Einrichtungen im Sinne von § 1 Abs. 1 Satz 2 den öffentlich‑rechtlichen Vorschriften entsprechen. Vierter Abschnitt – Bauaufsichtliche Maßnahmen § 75 a Verbot unrechtmäßig gekennzeichneter Bauprodukte Sind Bauprodukte entgegen § 24 Abs. 1 bis 3 mit dem Ü‑Zeichen gekennzeichnet, so kann die Bauaufsichtsbehörde die Verwendung dieser Bauprodukte untersagen und deren Kennzeichnung entwerten oder beseitigen lassen. § 76 Baueinstellung (1) Werden Anlagen im Widerspruch zu öffentlich-rechtlichen Vorschriften errichtet, geändert oder beseitigt, kann die Bauaufsichtsbehörde die Einstellung der Arbeiten anordnen. Das gilt auch dann, wenn 1. die Ausführung eines Vorhabens entgegen den Bestimmungen des § 70 Abs. 6 bis 8 begonnen wurde, oder 2. bei der Ausführung a) eines genehmigungsbedürftigen Vorhabens von den genehmigten Bauvorlagen, b) eines genehmigungsfreigestellten Vorhabens von den eingereichten Unterlagen abgewichen wird, 3. Bauprodukte verwendet werden, die entgegen § 20 Abs. 1 kein CE-Zeichen oder Ü‑Zeichen tragen, 4. Bauprodukte verwendet werden, die unberechtigt mit dem CE-Zeichen (§ 20 Abs. 1 Nr. 2) oder dem Ü-Zeichen (§ 24 Abs. 4) gekennzeichnet sind. (2) Werden unzulässige Bauarbeiten trotz einer schriftlich oder mündlich verfügten Einstellung fortgesetzt, so kann die Bauaufsichtsbehörde die Baustelle versiegeln 214

Thüringer Bauordnung (ThürBO)

oder die an der Baustelle vorhandenen Bauprodukte, Geräte, Maschinen und Bauhilfsmittel in amtlichen Gewahrsam bringen. § 77 Beseitigung von Anlagen, Nutzungsuntersagung Werden Anlagen im Widerspruch zu öffentlich-rechtlichen Vorschriften errichtet oder geändert, kann die Bauaufsichtsbehörde die teilweise oder vollständige Beseitigung der Anlagen anordnen, wenn nicht auf andere Weise rechtmäßige Zustände hergestellt werden können. Werden Anlagen im Widerspruch zu öffentlichrechtlichen Vorschriften genutzt, kann diese Nutzung untersagt werden. Fünfter Abschnitt – Bauüberwachung § 78 Bauüberwachung (1) Die Bauaufsichtsbehörde kann die Einhaltung der öffentlich‑ rechtlichen Vorschriften und Anforderungen und die ordnungsgemäße Erfüllung der Pflichten der am Bau Beteiligten überprüfen. (1a) Die Bauaufsichtsbehörde oder der Prüfingenieur überwachen die Bauausführung bei baulichen Anlagen hinsichtlich des von ihnen geprüften 1. Standsicherheitsnachweises nach § 63 d Abs. 3 Satz 1 und 2. Brandschutznachweises nach § 63 d Abs. 3 Satz 2 nach näherer Maßgabe der Rechtsverordnung aufgrund des § 82 Abs. 2. Bei Gebäuden der Gebäudeklasse 4 ausgenommen Sonderbauten sowie Mittel- und Großgaragen im Sinne der Rechtsverordnung aufgrund des § 82 Abs. 1 Nr. 3 ist die mit dem Brandschutznachweis übereinstimmende Bauausführung vom Nachweisersteller oder einem anderen Nachweisberechtigten im Sinn des § 63 d Abs. 2 Satz 3 zu bestätigen. (2) Die Bauaufsichtsbehörden und die von ihr Beauftragten können Proben von Bauprodukten, soweit erforderlich auch aus fertigen Bauteilen, entnehmen und prüfen lassen. (3) Den mit der Überwachung beauftragten Personen ist jederzeit Zutritt zur Baustelle und Betriebsstätte sowie Einblick in die Genehmigungen, Zulassungen, Prüfzeugnisse, Übereinstimmungserklärungen, Übereinstimmungszertifikate, Überwachungsnachweise, Zeugnisse und Aufzeichnungen über die Prüfungen von Bauprodukten, in die Bautagebücher und andere vorgeschriebene Aufzeichnungen zu gewähren. (4) Die Kosten für die Überwachung nach Absatz 1, für die Probeentnahmen und Prüfungen nach Absatz 2 sowie aufgrund von Rechtsverordnungen nach § 82 Abs. 1 Nr. 6 und Abs. 3 trägt der Bauherr.


Sechster Abschnitt – Baulasten § 80 Baulasten und Baulastenverzeichnis (1) Durch Erklärung gegenüber der Bauaufsichtsbehörde können Grundstückseigentümer öffentlich‑rechtliche Verpflichtungen zu einem ihre Grundstücke betreffenden Tun, Dulden oder Unterlassen übernehmen, die sich nicht schon aus öffentlich‑rechtlichen Vorschriften ergeben (Baulasten). Baulasten werden unbeschadet der Rechte Dritter mit der Eintragung in das Baulastenverzeichnis wirksam und wirken auch gegenüber dem Rechtsnachfolger. (2) Die Erklärung nach Absatz 1 bedarf der Schriftform; die Unterschrift muss öffentlich beglaubigt oder vor der Bauaufsichtsbehörde geleistet oder von ihr anerkannt werden. (3) Die Baulast geht durch schriftlichen Verzicht der

Sechster Teil – Ordnungswidrigkeiten, Rechtsvorschriften und Übergangsbestimmungen § 81 Ordnungswidrigkeiten (1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig 1. einer nach § 82 Abs. 1 bis 4 erlassenen Rechtsverordnung oder einer nach § 83 Abs. 1 und 2 erlassenen Satzung zuwiderhandelt, sofern die Rechtsverordnung oder die Satzung für einen bestimmten Tatbestand auf diese Bußgeldbestimmung verweist, 2. einer vollziehbaren schriftlichen Anordnung der Bauaufsichtsbehörde zuwiderhandelt, die aufgrund dieses Gesetzes oder aufgrund einer nach diesem Gesetz erlassenen Rechtsverordnung oder Satzung ergangen ist, sofern die Anordnung auf diese Bußgeldbestimmung verweist, 3. ohne die erforderliche Genehmigung (§§ 63 b und 63 c), Teilbaugenehmigung (§ 71) oder Zulassung der Abweichung (§ 63 e) oder abweichend davon oder abweichend von den nach § 63 a eingereichten Vorlagen bauliche Anlagen errichtet, ändert, benutzt oder entgegen § 63 Abs. 3 Satz 2 bis 5 beseitigt, 4. Fliegende Bauten ohne Ausführungsgenehmigung (§ 74 Abs. 2 Satz 1) in Gebrauch nimmt oder ohne Anzeige und Abnahme (§ 74 Abs. 7) in Gebrauch nimmt, 5. entgegen den Bestimmungen des § 63 a Abs. 3 oder des § 70 Abs. 6 Bauarbeiten beginnt, entgegen der Bestimmung des § 63 Abs. 3 Satz 6 mit der Beseitigung einer Anlage beginnt, entgegen den Bestimmungen des § 79 Abs. 1 und 2 Satz 1 Thüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht

Bauaufsichtsbehörde unter. Der Verzicht ist zu erklären, wenn ein öffentliches Interesse an der Baulast nicht mehr besteht. Vor dem Verzicht sollen der Verpflichtete und die durch die Baulast Begünstigten angehört werden. Der Verzicht wird mit der Löschung der Baulast im Baulastenverzeichnis wirksam. (4) Das Baulastenverzeichnis wird von der Bauaufsichtsbehörde geführt. In das Baulastenverzeichnis können auch eingetragen werden 1. andere baurechtliche Verpflichtungen des Grundstückseigentümers zu einem sein Grundstück betreffenden Tun, Dulden oder Unterlassen, 2. Auflagen, Bedingungen, Befristungen und Widerrufsvorbehalte. (5) Wer ein berechtigtes Interesse darlegt, kann in das Baulastenverzeichnis Einsicht nehmen oder sich Abschriften erteilen lassen.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

§ 79 Bauzustandsanzeigen, Aufnahme der Nutzung (1) Die Bauaufsichtsbehörde und der Prüfingenieur können verlangen, dass ihnen Beginn und Beendigung bestimmter Bauarbeiten angezeigt werden. Die Bauarbeiten dürfen erst fortgesetzt oder die Anlagen erst benutzt werden, wenn die Bauaufsichtsbehörde oder der Prüfingenieur zugestimmt haben. (2) Der Bauherr hat die beabsichtigte Aufnahme der Nutzung einer nicht verfahrensfreien baulichen Anlage zwei Wochen vorher der Bauaufsichtsbehörde anzuzeigen. Mit der Anzeige nach Satz 1 sind vorzulegen: 1. bei Bauvorhaben nach § 63 d Abs. 3 Satz 1 eine Bescheinigung des Prüfingenieurs über die ordnungsgemäße Bauausführung hinsichtlich der Standsicherheit, 2. bei Bauvorhaben nach § 63 d Abs. 3 Satz 2 eine Bescheinigung des Prüfingenieurs über die ordnungsgemäße Bauausführung hinsichtlich des Brandschutzes, soweit die Nachweise nicht durch die Bauaufsichtsbehörde geprüft wurden, 3. in den Fällen des § 78 Abs. 1a Satz 2 die jeweilige Bestätigung. Eine bauliche Anlage darf erst benutzt werden, wenn sie selbst, Zufahrtswege, Wasserversorgungs-, Abwasserentsorgungs- sowie Gemeinschaftsanlagen in dem erforderlichen Umfang sicher benutzbar sind, nicht jedoch vor dem in Satz 1 bezeichneten Zeitpunkt. Feuerstätten dürfen erst in Betrieb genommen werden, wenn der Bezirksschornsteinfegermeister die Tauglichkeit und die sichere Benutzbarkeit der Abgasanlagen bescheinigt hat, Verbrennungsmotoren und Blockheizkraftwerke erst dann, wenn er die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Leitungen zur Abführung von Verbrennungsgasen bescheinigt hat.


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

und 2 Beginn und Beendigung bestimmter Arbeiten nicht anzeigt oder Arbeiten fortsetzt oder entgegen den Bestimmungen des § 79 Abs. 2 Satz 3 und 4 bauliche Anlagen benutzt, 6. die nach § 70 Abs. 8 vorgeschriebene Anzeige nicht oder nicht fristgerecht erstattet, 7. als Bauherr oder Unternehmer entgegen § 14 Abs. 4 Vorkehrungen zum Schutz von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Landschaftsbestandteilen nicht trifft, 8. Bauprodukte mit dem Ü‑Zeichen kennzeichnet, ohne dass dafür die Voraussetzungen nach § 24 Abs. 4 vorliegen, 9. Bauprodukte entgegen § 20 Abs. 1 Nr. 1 ohne das Ü‑Zeichen verwendet, 10. Bauarten entgegen § 23 Abs. 1 oder einer aufgrund des § 23 Abs. 2 erlassenen Rechtsverordnung ohne allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis oder Zustimmung im Einzelfall anwendet, 11. als Bauherr, Entwurfsverfasser, Unternehmer, Bauleiter oder als deren Vertreter den Bestimmungen des § 55 Abs. 1, des § 56 Abs. 1 Satz 3, des § 57 Abs. 1 oder des § 58 Abs. 1 Satz 1 und 2 zuwiderhandelt, 12. entgegen § 5 Abs. 2 Zu- oder Durchfahrten sowie Aufstell- und Bewegungsflächen nicht ständig frei hält oder Fahrzeuge dort abstellt. (2) Ordnungswidrig handelt auch, wer wider besseres Wissen unrichtige Angaben macht oder unrichtige Pläne oder Unterlagen vorlegt, um einen nach diesem Gesetz vorgesehenen Verwaltungsakt zu erwirken oder zu verhindern. (3) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu fünfhunderttausend Euro geahndet werden. (4) Ist eine Ordnungswidrigkeit nach Absatz 1 Nr. 8 bis 10 begangen worden, so können Gegenstände, auf die sich die Ordnungswidrigkeit bezieht, eingezogen werden. (5) Zuständige Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten ist in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 8 bis 10 die oberste Bauaufsichtsbehörde, in den übrigen Fällen die untere Bauaufsichtsbehörde. § 82 Rechtsverordnungen (1) Zur Verwirklichung der in § 3 Abs. 1 und 2 bezeichneten Anforderungen wird die oberste Bauaufsichtsbehörde ermächtigt, durch Rechtsverordnung 1. die nähere Bestimmung allgemeiner Anforderungen nach den §§ 4 bis 46, 2. Anforderungen an Feuerungsanlagen (§ 40), 216

Thüringer Bauordnung (ThürBO)

3. Anforderungen an Garagen (§ 49), 4. besondere Anforderungen oder Erleichterungen, die sich aus der besonderen Art oder Nutzung der baulichen Anlagen für die Errichtung, Änderung, Unterhaltung, den Betrieb und die Nutzung ergeben (§ 52), sowie über die Anwendung solcher Anforderungen auf bestehende bauliche Anlagen dieser Art, 5. Erst-, Wiederholungs- und Nachprüfungen von Anlagen, die zur Verhütung erheblicher Gefahren oder Nachteile ständig ordnungsgemäß unterhalten werden müssen, und die Erstreckung dieser Nachprüfungspflicht auf bestehende Anlagen, 6. die Anwesenheit fachkundiger Personen beim Betrieb technisch schwieriger baulicher Anlagen und Einrichtungen, wie Bühnenbetriebe und technisch schwierige Fliegende Bauten, einschließlich des Nachweises der Befähigung dieser Personen zu regeln. (2) Die oberste Bauaufsichtsbehörde wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung Näheres über 1. Prüfingenieure und Prüfämter, denen bauaufsichtliche Prüfaufgaben einschließlich der Bauüberwachung und der Bauzustandsbesichtigung übertragen werden, sowie 2. Prüfsachverständige, die im Auftrag des Bauherrn oder des sonstigen nach Bauordnungsrecht Verantwortlichen die Einhaltung bauordnungsrechtlicher Anforderungen prüfen und bescheinigen zu bestimmen. Die Rechtsverordnungen nach Satz 1 regeln, soweit erforderlich, 1. die Fachbereiche und die Fachrichtungen, in denen Prüfingenieure, Prüfämter und Prüfsachverständige tätig werden, 2. die Anerkennungsvoraussetzungen und das Anerkennungsverfahren, 3. das Erlöschen, die Rücknahme und den Widerruf der Anerkennung einschließlich der Festlegung einer Altersgrenze, 4. die Aufgabenerledigung, 5. die Vergütung. (3) Die oberste Bauaufsichtsbehörde wird ermächtigt, zum bauaufsichtlichen Verfahren durch Rechtsverordnung 1. den Umfang, Inhalt und die Zahl der erforderlichen Unterlagen einschließlich der Vorlagen bei der Anzeige der beabsichtigten Beseitigung von Anlagen nach § 63 Abs. 3 Satz 2 und bei der Genehmigungsfreistellung nach § 63 a, 2. die erforderlichen Anträge und Anzeigen sowie Nachweise, Bescheinigungen und Bestätigungen auch bei verfahrensfreien Bauvorhaben,


Thüringer Bauordnung (ThürBO)

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Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

3. das Verfahren im Einzelnen, insbesondere den in § 83 Örtliche Bauvorschriften § 63 d Abs. 3 Satz 1 genannten Kriterienkatalog (1) Die Gemeinden können durch Satzung im eigenen zu regeln. Sie kann dabei die elektronische Form ganz Wirkungskreis örtliche Bauvorschriften erlassen über oder teilweise ausschließen sowie für verschiedene Ar- 1. besondere Anforderungen an die äußere Gestaltung baulicher Anlagen, Werbeanlagen und Warenautoten von Bauvorhaben unterschiedliche Anforderungen maten zur Erhaltung und Gestaltung von Ortsbilund Verfahren festlegen. dern, (4) Die oberste Bauaufsichtsbehörde wird ermächtigt, 2. das Verbot von Werbeanlagen und Warenautomaten durch Rechtsverordnung aus ortsgestalterischen Gründen, 1. die Zuständigkeit für die Zustimmung und den Ver3. die Lage, Größe, Beschaffenheit, Ausstattung und zicht auf Zustimmung im Einzelfall (§ 22) Unterhaltung von Kinderspielplätzen (§ 9 Abs. 2), a) auf andere Behörden, b) für Bauprodukte, die in Baudenkmälern nach 4. die Gestaltung der Stellplätze für Kraftfahrzeuge, der Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, der Stelldem Thüringer Denkmalschutzgesetz verwendet plätze für bewegliche Abfallbehälter und der unbewerden sollen, allgemein oder für bestimmte bauten Flächen der bebauten Grundstücke sowie Bauprodukte auf die untere Bauaufsichtsbehörde über die Notwendigkeit, Art, Gestaltung und Höhe zu übertragen, von Einfriedungen; dabei kann bestimmt werden, 2. die Zuständigkeit für die Anerkennung von Prüf-, dass Vorgärten nicht als Stellplätze für KraftfahrZertifizierungs- und Überwachungsstellen (§ 25 Abs. zeuge, Arbeits- oder Lagerflächen benutzt werden 1 und 3) auf andere Behörden zu übertragen, dürfen, 3. das Ü-Zeichen festzulegen und zu diesem Zeichen 5. von § 6 abweichende Maße der Abstandsflächenzusätzliche Angaben zu verlangen, tiefe, soweit dies zur Gestaltung des Ortsbildes 4. das Anerkennungsverfahren nach § 25 Abs. 1, die oder zur Verwirklichung der Festsetzungen einer Voraussetzungen für die Anerkennung, ihre Rückstädtebaulichen Satzung erforderlich ist und eine nahme, ihren Widerruf und ihr Erlöschen zu regeln, ausreichende Belichtung sowie der Brandschutz insbesondere auch Altersgrenzen festzulegen sowie gewährleistet sind; die Gemeinde kann auch regeln, eine ausreichende Haftpflichtversicherung zu fordass § 6 Abs. 5 keine Anwendung findet, wenn dern. durch die Festsetzungen einer städtebaulichen SatDie Übertragung der Zuständigkeit nach Satz 1 Nr. 1 zung Außenwände zugelassen oder vorgeschrieben Buchst. a und Nummer 2 ist auch auf eine Behörde werden, vor denen Abstandsflächen größerer oder eines anderen Landes möglich, die der Aufsicht einer geringerer Tiefe als nach dieser Bestimmung liegen obersten Bauaufsichtsbehörde untersteht oder an demüssten, ren Willensbildung die oberste Bauaufsichtsbehörde 6. die Begrünung baulicher Anlagen, mitwirkt. (5) Die oberste Bauaufsichtsbehörde wird ermächtigt, 7. die Untersagung oder Einschränkung der Herstellung von Stellplätzen und Garagen in bestimmten durch Rechtsverordnung zu bestimmen, dass die AnTeilen des Gemeindegebietes oder für bestimmte forderungen der aufgrund des § 11 des GerätesicherNutzungen in bestimmten Teilen des Gemeindegeheitsgesetzes und des § 16 Abs. 2 des Energiewirtbietes, wenn Gründe des Verkehrs oder städtebaulischaftsgesetzes erlassenen Rechtsverordnungen entche Gründe dies rechtfertigen. sprechend für Anlagen gelten, die weder gewerblichen noch wirtschaftlichen Zwecken dienen und in deren (2) Örtliche Bauvorschriften können auch durch BebauGefahrenbereich auch keine Arbeitnehmer beschäftigt ungsplan oder, soweit das Baugesetzbuch dies vorsieht, werden. Sie kann auch die Verfahrensregelungen die- durch andere Satzungen nach den Bestimmungen des ser Verordnungen für anwendbar erklären oder selbst Baugesetzbuchs erlassen werden. Werden die örtlichen das Verfahren bestimmen sowie Zuständigkeiten und Bauvorschriften durch Bebauungsplan oder durch eine Gebühren regeln. Dabei kann sie auch vorschreiben, sonstige städtebauliche Satzung nach dem Baugesetzdass danach zu erteilende Erlaubnisse die Baugenehmi- buch erlassen, so sind die Bestimmungen des Ersten gung oder die Zustimmung nach § 75 einschließlich der und des Dritten Abschnitts des Ersten Teils, des Ersten zugehörigen Abweichungen einschließen, sowie dass Abschnitts des Zweiten Teils sowie die §§ 30, 31, 33, 36 § 12 Abs. 2 des Gerätesicherheitsgesetzes insoweit und 214 bis 215 a BauGB entsprechend anzuwenden. Anwendung findet. (3) Anforderungen nach den Absätzen 1 und 2 können innerhalb der örtlichen Bauvorschrift auch in Form zeichnerischer Darstellungen gestellt werden. Ihre Be-


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

kanntgabe kann dadurch ersetzt werden, dass dieser Satz 1 2. Halbsatz Nr. 3 und § 63 c Satz 1 Nr. 3 in Teil der örtlichen Bauvorschrift bei der Gemeinde zur folgender Fassung anzuwenden: Einsicht ausgelegt wird; hierauf ist in den örtlichen Bau- „3. andere öffentlich-rechtliche Vorschriften, soweit vorschriften hinzuweisen. diese nicht in einem anderen als in einem Baugenehmigungsverfahren zu prüfen sind.“ § 84 Bestehende bauliche Anlagen (4) Die oberste Bauaufsichtsbehörde kann durch Be(1) Werden in diesem Gesetz oder in Vorschriften auf- kanntmachung im Thüringer Staatsanzeiger anordnen, grund dieses Gesetzes andere Anforderungen als nach dass die Prüfung der Nachweise nach § 63 d Abs. 3 Satz dem bisherigen Recht gestellt, so kann verlangt werden, 2 auf Prüfingenieure oder Prüfämter zu übertragen ist. dass bestehende oder nach genehmigten Bauvorlagen (5) Anerkennungen von Stellen als Prüf-, Überwachungsbereits begonnene bauliche Anlagen angepasst werden, und Zertifizierungsstellen nach § 25 in der bis zum 27. wenn dies zur Abwehr von erheblichen Gefahren für Dezember 2009 geltenden Fassung gelten bis zum 31. Leben und Gesundheit oder zum Schutz des Straßen‑, Dezember 2012. Orts‑ oder Landschaftsbildes vor Verunstaltung not- (6) Eintragungen in die Listen nach § 63d Abs. 6, die wendig ist. vor dem 28. Dezember 2009 erfolgt sind, gelten fort. (2) Sollen bauliche Anlagen wesentlich geändert werden, so kann gefordert werden, dass auch die nicht unmittelbar berührten Teile der baulichen Anlage mit diesem Gesetz oder den aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Thüringer Bodenschutzgesetz Vorschriften in Einklang gebracht werden, wenn (ThürBodSchG) 1. die Bauteile, die diesen Vorschriften nicht mehr entsprechen, mit den beabsichtigten Arbeiten in einem Fassung vom 16. Dezember 2003 (GVBl. S. 511) konstruktiven Zusammenhang stehen und letzte Änderung vom 20. Dezember 2007 (GVBl. S. 2. die Durchführung dieser Vorschriften bei den von 267, 276) den Arbeiten nicht berührten Teilen der baulichen Anlage keine unzumutbaren Mehrkosten verursacht. § 1 Ziel des Gesetzes Ziel des Gesetzes ist es, in Ausführung und Ergänzung § 84 a Gleichstellungsbestimmung des Bundes-Bodenschutzgesetzes (BBodSchG) vom 17. Status- und Funktionsbezeichnungen in diesem Gesetz März 1998 (BGBl. I S. 502) in der jeweils geltenden Fasgelten jeweils in männlicher und weiblicher Form. sung nachhaltig die Funktionen des Bodens zu sichern und wiederherzustellen. § 85 Übergangsbestimmungen (1) Auf die vor dem In-Kraft-Treten einer Änderung die- § 2 Mitteilungs- und Auskunftspflichten ses Gesetzes eingeleiteten Verfahren sind die ab dem (1) Die Verursacher schädlicher Bodenveränderungen In-Kraft-Treten der jeweiligen Änderungen geltenden Be- oder Altlasten sowie deren Gesamtrechtsnachfolger, die stimmungen des Ersten bis Dritten Teils dieses Geset- Grundstückseigentümer, die Inhaber der tatsächlichen zes insoweit anzuwenden, als sie für den Antragsteller Gewalt über ein Grundstück sowie die Gemeinden und eine günstigere Regelung enthalten als die vorherigen die mit öffentlichen Planungen beauftragten Stellen sind Bestimmungen. verpflichtet, konkrete Anhaltspunkte für das Vorliegen (2) Solange § 20 Abs. 1 BauNVO zur Begriffsbestim- einer Altlast oder schädlichen Bodenveränderung unmung des Vollgeschosses auf Landesrecht verweist, verzüglich dem Landkreis oder der kreisfreien Stadt im gelten Geschosse als Vollgeschosse, wenn deren De- übertragenen Wirkungskreis zur Erfüllung der Aufgaben ckenoberkante im Mittel mehr als 1,40 m über die Ge- nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz mitzuteilen. Konländeoberfläche hinausragt und sie über mindestens krete Anhaltspunkte bestehen insbesondere, wenn zwei Drittel ihrer Grundfläche eine lichte Höhe von min- 1. Untersuchungen die Überschreitung von Prüfwerten ergeben, destens 2,30 m haben. In Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 gelten Geschosse, die über mindestens 2. bei Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebs einer Anlage erhebliche Einträge von Schadstoffen, zwei Drittel ihrer Grundfläche eine für die Nutzung als insbesondere wassergefährdenden Stoffen im Sinne Aufenthaltsraum in solchen Gebäuden erforderliche des § 19g Abs. 5 des Wasserhaushaltsgesetzes in lichte Höhe haben, als Vollgeschosse. der Fassung vom 19. August 2002 (BGBl. I S. 3245) (3) Bis zum 31. Dezember 2005 sind § 63 b Abs. 1

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Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

in der jeweils geltenden Fassung, in den Boden er- 2 gelten nicht für die Erhebung von Daten zu Zwecken folgten oder vermutet werden, des Bodeninformationssystems nach § 6. 3. konkrete Hinweise auf den Eintrag von Schadstoffen (2) Soweit es zur Untersuchung nach § 9 Abs. 2 BBodurch Aufbringung erheblicher Frachten an Abfäl- dSchG sowie zur Sanierung einer Altlast oder schädlilen, Abwässern oder wassergefährdenden Stoffen chen Bodenveränderung sowie einer von einer Altlast auf Böden vorliegen oder oder schädlichen Bodenveränderung verursachten 4. konkrete Hinweise auf erhöhte Schadstoffgehalte in Gewässerverunreinigung erforderlich ist, haben die Nahrungs- oder Futterpflanzen am Standort vorlie- Grundstückseigentümer, die Inhaber der tatsächlichen gen. Gewalt über ein Grundstück sowie die Betroffenen Die Informationspflicht besteht nicht, soweit Altlasten nach § 12 BBodSchG auf Anordnung der zuständigen oder altlastenverdächtige Flächen bereits im Altlasten- Bodenschutzbehörde zu dulden, dass der Untersuinformationssystem nach § 7 erfasst sind. chungspflichtige, der Sanierungspflichtige oder ein von (2) Die zuständige Behörde prüft die Mitteilungen nach diesen Beauftragter die in der Anordnung näher zu beAbsatz 1 und führt eine Bewertung der Anhaltspunkte zeichnenden Handlungen vornimmt, insbesondere dass durch. er nach vorheriger Ankündigung das Grundstück betritt, (3) Die nach § 4 Abs. 3 und 6 BBodSchG Verpflichte- befährt, Proben entnimmt oder Bohrungen niederbringt. ten haben der zuständigen Bodenschutzbehörde oder Zum Schadensausgleich sowie für Erstattungs- und Erder von ihr beauftragten Stelle auf Verlangen die zur satzansprüche gelten entsprechend die §§ 68 bis 74 Erfüllung der Aufgaben nach dem Bundes-Bodenschutz- des Polizeiaufgabengesetzes vom 4. Juni 1992 (GVBl. gesetz und diesem Gesetz erforderlichen Auskünfte zu S. 199) in der jeweils geltenden Fassung. erteilen und Unterlagen vorzulegen. Die Verpflichtung nach Satz 1 besteht nicht, soweit sich die verpflichtete § 4 Ergänzende Bestimmungen bei schädlichen Person selbst oder einen der in § 383 Abs. 1 Nr. 1 bis Bodenveränderungen 3 der Zivilprozessordnung bezeichneten Angehörigen Bei schädlichen Bodenveränderungen, von denen aufder Gefahr strafrechtlicher Verfolgung oder eines Ver- grund von Art, Ausbreitung oder Menge der Schadstoffe fahrens nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten in besonderem Maße Gefahren, erhebliche Nachteile aussetzen würde. oder erhebliche Belästigungen für den Einzelnen oder die Allgemeinheit ausgehen, kann die zuständige Boden§ 3 Duldungspflichten, Betretungsrecht, schutzbehörde Sanierungsuntersuchungen, die ErstelSchadensausgleich lung von Sanierungsplänen und die Durchführung von (1) Die Eigentümer und die Inhaber der tatsächlichen Eigenkontrollmaßnahmen verlangen. Die §§ 13, 14, 15 Gewalt über ein Grundstück, Gebäude oder eine An- Abs. 2 und 3 sowie § 24 BBodSchG gelten entsprechend. lage und die Betroffenen nach § 12 BBodSchG haben zur Wahrnehmung der Aufgaben nach dem Bundes- § 5 Sachverständige und Untersuchungsstellen Bodenschutzgesetz oder nach diesem Gesetz oder der (1) Sachverständige und Untersuchungsstellen, die aufgrund dieser Gesetze erlassenen Rechtsverordnun- Aufgaben nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz oder gen das Betreten von Grundstücken, Anlagen sowie Ge- nach diesem Gesetz wahrnehmen sollen, müssen die schäfts- und Betriebsräumen während der Geschäfts- für diese Aufgaben erforderliche Sachkunde und Zuveroder Betriebszeiten, die Erhebung von Bodendaten, lässigkeit besitzen sowie über die erforderliche gerätedie Entnahme von Boden-, Wasser-, Bodenluft-, De- technische Ausstattung verfügen. poniegas- und Pflanzenproben, die Untersuchung von (2) Das für das Bodenschutzrecht zuständige MinisteMaterial und die Entnahme von Materialproben sowie rium kann durch Rechtsverordnung die Einrichtung und den Betrieb von Sicherungs- und 1. die Anforderungen an die Sachkunde, die Zuverlässigkeit und die gerätetechnische Ausstattung, Überwachungseinrichtungen einschließlich Messstellen durch die zuständige Bodenschutzbehörde oder deren 2. das Verfahren zum Nachweis der Anforderungen und über die Anerkennung, Beauftragte zu dulden. Zur Verhütung von dringenden Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung 3. Art und Umfang der wahrzunehmenden Aufgaben, sind auch der Zutritt zu Geschäfts- und Betriebsräumen 4. die Vorlage der Ergebnisse, außerhalb der Geschäfts- und Betriebszeiten sowie der 5. die Geltung von Zulassungen oder Anerkennungen anderer Länder sowie Zutritt zu Wohnräumen und die Vornahme von Ermittlungen in diesen Räumen zu gewähren. Die Sätze 1 und 6. die Bekanntgabe der Sachverständigen und Untersuchungsstellen regeln,


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Bauordnungsrecht

die Aufgaben nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz oder diesem Gesetz wahrnehmen. (3) Sachverständige und Untersuchungsstellen werden auf Antrag anerkannt, wenn sie die in der Rechtsverordnung nach Absatz 2 geregelten Anforderungen erfüllen. Die Anerkennung kann befristet oder auf bestimmte Aufgabenbereiche beschränkt werden. § 6 Bodeninformationssystem (1) Die Landesanstalt für Umwelt und Geologie führt ein Bodeninformationssystem. Das Bodeninformationssystem umfasst die von staatlichen oder sonstigen öffentlichen Stellen erhobenen Daten über die physikalische, chemische und biologische Beschaffenheit von Böden, insbesondere der Bodendauerbeobachtungsflächen, die Ergebnisse der Auswertung dieser Daten sowie sonstige geowissenschaftliche oder bodenkundliche Daten und Erkenntnisse und die Bodenprobenbank. In diesem Zusammenhang können auch Angaben über die Bezeichnung, Größe, Nutzung und Lage von Flächen verarbeitet und genutzt werden. Soweit über das Liegenschaftskataster und das Grundbuch der konkrete Grundstückseigentümer bestimmbar ist, erfolgt die Verarbeitung oder Nutzung der Daten personenbezogen. (2) Die Bodenschutzbehörden, andere Behörden oder die sonstigen öffentlichen Stellen übermitteln der Landesanstalt für Umwelt und Geologie zur Wahrnehmung der in Absatz 1 genannten Aufgaben auf Anforderung die im Rahmen ihrer Tätigkeit gewonnenen Daten und Erkenntnisse, auch soweit sie zu anderen Zwecken als denen der Aufgabenerfüllung nach diesem Gesetz erhoben wurden. (3) Die Daten des Bodeninformationssystems stehen jedermann nach den Bestimmungen des Umweltinformationsgesetzes in der Fassung vom 23. August 2001 (BGBl. I S. 2218) in der jeweils geltenden Fassung zur Verfügung. Sie können an Behörden, die Aufgaben nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz oder diesem Gesetz wahrnehmen, regelmäßig, insbesondere auch durch Einrichtung eines automatisierten Verfahrens, übermittelt werden. Die Träger der Bauleitplanung haben Anspruch auf Übermittlung der im Bodeninformationssystem gespeicherten Daten. Für die Übermittlung der Daten nach den Sätzen 2 und 3 werden keine Verwaltungsgebühren erhoben. § 7 Altlasteninformationssystem (1) Die Landesanstalt für Umwelt und Geologie führt ein Altlasteninformationssystem über Altlasten und altlastenverdächtige Flächen, die dem Anwendungsbereich des Bundes-Bodenschutzgesetzes unterliegen. Es dient der Unterstützung der zuständigen Behörden bei der Er220

Thüringer Bodenschutzgesetz (ThürBodSchG)

füllung ihrer Aufgaben nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz sowie der öffentlichen Planungsträger bei der Vorbereitung und Durchführung ihrer Planungen. Soweit es zur Einrichtung des Altlasteninformationssystems erforderlich ist, können auch die notwendigen personenbezogenen Daten verarbeitet und genutzt werden. (2) In dem Altlasteninformationssystem sind die Daten und Erkenntnisse über die Altlast oder die altlastenverdächtige Fläche, insbesondere 1. die örtliche Lage, 2. die Ergebnisse der historischen Erkundung, 3. die gegenwärtige Nutzung, 4. Art, Menge und Beschaffenheit der Abfälle, die abgelagert wurden, 5. Art und Menge der umweltgefährdenden Stoffe, mit denen umgegangen wurde, 6. die Ergebnisse von Untersuchungen, Gutachten sowie 7. die Ergebnisse der Sanierung zu erfassen. Das Altlasteninformationssystem ist laufend fortzuführen. (3) Die aufgrund des § 17 Abs. 1 des Thüringer Abfallwirtschafts- und Altlastengesetzes in der Fassung vom 15. Juni 1999 (GVBl. S. 385) in der bis zum In-KraftTreten dieses Gesetzes geltenden Fassung eingerichtete Verdachtsflächendatei wird mit dem In-Kraft-Treten dieses Gesetzes Bestandteil des Altlasteninformationssystems. (4) Die zuständigen Bodenschutzbehörden erheben und übermitteln der Landesanstalt für Umwelt und Geologie die zur Führung des Altlasteninformationssystems erforderlichen Daten. § 8 Anordnungsbefugnis Die zuständige Bodenschutzbehörde kann Anordnungen treffen, soweit dies zur Erfüllung der sich aus diesem Gesetz oder den aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen ergebenden Pflichten erforderlich ist. § 9 Behörden (1) Oberste Bodenschutzbehörde ist das für das Bodenschutzrecht zuständige Ministerium. (2) Obere Bodenschutzbehörden sind das Landesverwaltungsamt und das Landesbergamt. (3) Untere Bodenschutzbehörden sind die Landkreise und kreisfreien Städte im übertragenen Wirkungskreis. § 10 Technische Fachbehörden (1) Die Landesanstalt für Umwelt und Geologie ist technische Fachbehörde für die Ermittlung von wissenschaftlichen Grundlagen des Bodenschutzes, der


§ 12 Ausgleichsleistungen (1) Die Gewährung und Festsetzung des Ausgleichs nach § 10 Abs. 2 BBodSchG erfolgt auf Antrag durch die zuständige Bodenschutzbehörde. Sie kann die zur § 11 Zuständigkeiten Festsetzung des Ausgleichs erforderlichen Auskünfte (1) Die Wahrnehmung der Aufgaben nach dem Bundes- und Einsicht in die Betriebsunterlagen verlangen. Bodenschutzgesetz und diesem Gesetz sowie der auf- (2) Der Ausgleich ist durch einen für das Kalenderjahr grund des Bundes-Bodenschutzgesetzes und dieses fällig werdenden Betrag in Geld zu leisten. Ein AusGesetzes erlassenen Rechtsverordnungen obliegt den gleichsanspruch besteht nicht, soweit die wirtschaftunteren Bodenschutzbehörden, soweit nichts anderes lichen Nachteile durch andere Leistungen aus öffentlibestimmt ist. Ist ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt chen Haushalten ausgeglichen werden. Der Anspruch selbst oder ein privatrechtliches Unternehmen, an dem verjährt in drei Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt ganz oder teil- jeweils mit dem Ende des Kalenderjahrs, für das der weise oder in Formen der kommunalen Gemeinschafts- Anspruch hätte geltend gemacht werden können. arbeit nach dem Thüringer Gesetz über die kommunale (3) Für Streitigkeiten steht der Rechtsweg vor den orGemeinschaftsarbeit beteiligt ist, von Vollzugsmaßnah- dentlichen Gerichten offen. men nach Satz 1 betroffen, ist zuständige Behörde die § 13 Ordnungswidrigkeiten obere Bodenschutzbehörde. (2) Das Landesbergamt ist zuständig für die Erfüllung (1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrder Aufgaben nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz lässig und diesem Gesetz bei Objekten des untertägigen 1. entgegen § 2 Abs. 3 Satz 1 Auskünfte nicht, nicht richtig, nicht rechtzeitig oder nicht vollständig erteilt Altbergbaus und bei unterirdischen Hohlräumen im oder Unterlagen nicht vorlegt, Sinne des Thüringer Altbergbau- und UnterirdischeHohlräume-Gesetz vom 23. Mai 2001 (GVBl. S. 41) in 2. entgegen § 3 Abs. 1 die dort genannten Handlungen nicht duldet, der jeweils geltenden Fassung. (3) Ist auch eine Behörde eines anderen Landes zu- 3. einer vollziehbaren Anordnung nach § 3 Abs. 2 zuwiderhandelt, ständig, kann das für das Bodenschutzrecht zuständige Ministerium mit der zuständigen Behörde des anderen 4. einer vollziehbaren Anordnung nach § 4 in Verbindung mit § 13 Abs. 1 oder § 15 Abs. 2 Satz 1, 3 oder Landes eine gemeinsame zuständige Behörde verein4 des BBodSchG zuwiderhandelt, baren. (4) Die Landesanstalt für Landwirtschaft nimmt die 5. einer Rechtsverordnung nach § 5 Abs. 2 oder einer vollziehbaren Anordnung aufgrund einer solchen landwirtschaftliche Beratung nach § 17 Abs. 1 Satz 2 Rechtsverordnung z uwiderhandelt, soweit die BBodSchG wahr. Rechtsverordnung für einen bestimmten Tatbestand (5) Kommt eine Bodenschutzbehörde einer schriftlichen auf diese Bußgeldbestimmung verweist. Weisung der Fachaufsichtsbehörde nicht innerhalb einer angemessenen Frist nach, so kann die Fachaufsichts- (2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis behörde anstelle der angewiesenen Behörde handeln. zu zehntausend Euro geahndet werden. (6) Das für das Bodenschutzrecht zuständige Minis- (3) Sachlich zuständige Verwaltungsbehörde im Sinne terium kann durch Rechtsverordnung Zuständigkeiten des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungswidnach den Absätzen 1 und 2 anderen Behörden übertra- rigkeiten in der Fassung vom 19. Februar 1987 (BGBl. gen. Werden durch die Übertragung von Zuständigkei- I S. 602) in der jeweils geltenden Fassung für die Verten Kommunen betroffen, ergeht die Rechtsverordnung folgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten ist die im Einvernehmen mit dem für kommunale Angelegen- nach § 11 jeweils zuständige Behörde. heiten zuständigen Ministerium. (7) Die nach Absatz 1 zuständigen Behörden haben § 14 Einschränkung von Grundrechten dem für das Bodenschutzrecht zuständigen Ministerium Durch § 3 wird das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der die Informationen aus ihrer Vollzugstätigkeit aufzuar- Wohnung ( Artikel 13 des Grundgesetzes, Artikel 8 der beiten und bereitzustellen, die erforderlich sind, damit Verfassung des Freistaats Thüringen) eingeschränkt. Thüringer Bodenschutzgesetz (ThürBodSchG)

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Bauordnungsrecht

Berichts- und Informationspflichten gegenüber den Europäischen Gemeinschaften oder dem Bund erfüllt werden können.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Entwicklung der Böden sowie der fachlichen Grundlagen für die Erforschung und Abwehr von schädlichen Bodenveränderungen oder Altlasten. (2) Das für das Bodenschutzrecht zuständige Ministerium kann durch Verwaltungsvorschrift bestimmen, in welchen Angelegenheiten die technischen Fachbehörden zu beteiligen ist.


Thüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG)

Siebenter Abschnitt – Enteignung, Entschädigung und Ordnungswidrigkeiten

Thüringer Gesetz zur Pflege und zum Schutz der Kultur­denkmale

§ 27 § 28 § 29

Fassung vom 14. April 2004 letzte Änderung vom 16. Dezember 2008 (GVBl. S. 574, 584)

Achter Abschnitt – Verfahrens- und Ausführungsbestimmungen

Inhaltsübersicht Erster Abschnitt – Allgemeine Vorschriften

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Bauordnungsrecht

§ 1 Aufgabe der Denkmalpflege und des Denkmalschutzes § 2 Kulturdenkmale § 3 Denkmalpflegepläne § 4 Denkmalbuch § 5 Eintragungsverfahren

Zweiter Abschnitt– Erhaltung von Kulturdenkmalen § 6 Öffentliche Planungen und Maßnahmen § 7 Erhaltungspflicht § 8 Anzeigepflichten § 9 Auskunfts- und Duldungspflichten § 10 Zugang zu Kulturdenkmalen § 11 Durchsetzung der Erhaltung

Dritter Abschnitt – Schutz von Kulturdenkmalen § 12 § 13 § 14 § 15

Allgemeine Maßnahmen der Denkmalschutzbehörden Erlaubnis Erlaubnisverfahren Beseitigung widerrechtlicher Maßnahmen

Vierter Abschnitt – Zusätzliche Vorschriften für Bodendenkmale § 16 Zufallsfunde § 17 Schatzregal § 18 Nachforschungen § 19 Archäologische Schutzgebiete § 20 Nutzungsbeschränkungen § 21 Ablieferung

Fünfter Abschnitt – Kosten § 21 a

Kosten

Sechster Abschnitt – Denkmalbehörden § 22 § 23 § 24 § 25 § 26

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Denkmalschutzbehörden Zuständigkeiten Denkmalfachbehörden Denkmalrat Ehrenamtliche Mitarbeiter

Thüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG)

§ 30 § 31 § 32 § 33 § 34

Enteignung Sonstige entschädigungspflichtige Maßnahmen Bußgeldbestimmungen

Vorkaufsrecht Steuerbescheinigungen Religionsgemeinschaften (aufgehoben) Ausführungsvorschriften

Neunter Abschnitt – Schlussbestimmungen § 35 § 36

Gleichstellungsbestimmung (In-Kraft-Treten)

Erster Abschnitt – Allgemeine Vorschriften § 1 Aufgabe der Denkmalpflege und des Denkmalschutzes (1) Denkmalpflege und Denkmalschutz haben die Aufgabe, Kulturdenkmale als Quellen und Zeugnisse menschlicher Geschichte und erdgeschichtlicher Entwicklung zu schützen und zu erhalten sowie darauf hinzuwirken, dass sie in die städtebauliche und dörfliche Entwicklung sowie in die Raumordnung und Landschaftspflege einbezogen werden. Dabei obliegt dem Denkmalschutz die hoheitlich-rechtliche Aufgabe und Verantwortung, der Denkmalpflege die fachliche Beratung und Fürsorge für den hoheitlichen Denkmalschutz. (2) Bei der Erfüllung dieser Aufgaben wirken im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit das Land, die Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen zusammen. § 2 Kulturdenkmale (1) Kulturdenkmale im Sinne dieses Gesetzes sind Sachen, Sachgesamtheiten oder Sachteile, an deren Erhaltung aus geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen, technischen, volkskundlichen oder städtebaulichen Gründen sowie aus Gründen der historischen Dorfbildpflege ein öffentliches Interesse besteht. Kulturdenkmale sind auch Denkmalensembles (Absatz 2) und Bodendenkmale (Absatz 7). (2) Denkmalensembles können sein: 1. bauliche Gesamtanlagen (Absatz 3), 2. kennzeichnende Straßen-, Platz- und Ortsbilder (Absatz 4), 3. kennzeichnende Ortsgrundrisse (Absatz 5),


§ 5 Eintragungsverfahren (1) Das Denkmalbuch wird von der Denkmalfachbehörde von Amts wegen geführt. Der Eigentümer, die untere Denkmalschutzbehörde, die Gemeinde sowie ein der Denkmalpflege verpflichteter Verband oder Verein können die Eintragung anregen. Vor der Eintragung sind die Eigentümer zu hören; über die erfolgte Eintragung erhalten sie eine Benachrichtigung. Bei der Ermittlung der Eigentümer leisten die Gemeinden Amtshilfe. Die Gemeinden sollen vor Eintragungen in das Denkmalbuch gehört werden. Eintragungen sind zu löschen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen nicht mehr § 3 Denkmalpflegepläne vorliegen. (1) Im Einvernehmen mit der Denkmalfachbehörde sol- (2) Die Unterrichtung erfolgt bei Denkmalensemblen die Gemeinden für Denkmalensembles nach § 2 Abs. les (§ 2 Abs. 2) durch Bekanntmachung im Thüringer 3 bis 5 Denkmalpflegepläne aufstellen. Staatsanzeiger sowie durch ortsübliche Bekanntma(2) Der Denkmalpflegeplan gibt die Ziele und Erforder- chung. nisse des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege (3) Die unteren Denkmalschutzbehörden und die Gesowie die Darstellungen und die Festsetzungen für die meinden führen für ihr Gebiet Auszüge aus dem DenkBauleitplanung wieder. Er enthält: malbuch. Die Einsicht in das Denkmalbuch und seine a) die Bestandsaufnahme und Analyse des Plangebie- Auszüge ist hinsichtlich der unbeweglichen Kulturdenktes unter denkmalfachlichen und denkmalschutz- male jedem gestattet. Hinsichtlich der Eintragung von rechtlichen Gesichtspunkten, beweglichen Kulturdenkmalen ist die Einsicht nur dem b) die topographischen Angaben über Lage und Aus- Eigentümer und den sonst dinglich Berechtigten oder dehnung der Denkmalensembles und der Boden- von ihnen besonders Ermächtigten gestattet. Die Vordenkmale in Schrift und Plan, schriften des Datenschutzes bleiben unberührt. c) die denkmalpflegerischen Zielstellungen, unter de- (4) Unbewegliche eingetragene Kulturdenkmale sind ren Beachtung die Pflege und Erhaltung der Denk- im Liegenschaftskataster nachzuweisen. Leistungen malensembles und Bodendenkmale jeweils zu ver- der Kataster- und Landesvermessungsbehörden zum wirklichen ist. Nachweis der unbeweglichen Kulturdenkmale im LieThüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG)

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Bauordnungsrecht

§ 4 Denkmalbuch (1) Unbewegliche Kulturdenkmale werden nachrichtlich in ein öffentliches Verzeichnis (Denkmalbuch) aufgenommen; Bodendenkmale werden im Denkmalbuch registriert, wenn sie oberirdisch sichtbar oder von besonderer Bedeutung sind. Der Schutz unbeweglicher Kulturdenkmale und der Bodendenkmale ist nicht davon abhängig, dass sie in das Denkmalbuch eingetragen sind. (2) Bewegliche Kulturdenkmale sind in das Denkmalbuch einzutragen, wenn es sich bei ihnen 1. um Zubehör eines Baudenkmals handelt, das mit der Hauptsache aus künstlerischen, geschichtlichen und sonstigen Gründen eine Einheit bildet, oder 2. um Gegenstände der bildenden Kunst handelt, deren Zugehörigkeit zu einem bestimmten Ort historisch begründet ist und deren Verbleib an Ort und Stelle im öffentlichen Interesse liegt. (3) Von der Eintragung beweglicher Kulturdenkmale sind Gegenstände ausgenommen, die von einer staatlichen Sammlung verwaltet werden.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

4. historische Park- und Gartenanlagen (Absatz 6), 5. historische Produktionsstätten und -anlagen. Nicht erforderlich ist, dass jeder einzelne Teil des Denkmalensembles ein Kulturdenkmal darstellt. (3) Bauliche Gesamtanlagen sind insbesondere Gebäudegruppen, einheitlich gestaltete Quartiere und Siedlungen und historische Ortskerne einschließlich der mit ihnen verbundenen Pflanzen, Frei- und Wasserflächen. (4) Ein kennzeichnendes Straßen-, Platz- oder Ortsbild ist insbesondere gegeben, wenn das Erscheinungsbild der Anlage für eine bestimmte Epoche oder Entwicklung oder für eine charakteristische Bauweise mit auch unterschiedlichen Stilarten kennzeichnend ist. (5) Ein kennzeichnender Ortsgrundriss ist gegeben, wenn das Erscheinungsbild der Anlage für eine bestimmte Epoche oder Entwicklung charakteristisch ist, insbesondere im Hinblick auf Orts- und Siedlungsformen, Straßenführungen, Parzellenstrukturen und Festungsanlagen. (6) Historische Park- und Gartenanlagen sind Werke der Gartenbaukunst, deren Lage sowie architektonische und pflanzliche Gestaltung von der Funktion der Anlage als Lebensraum und Selbstdarstellung früherer Gesellschaftsformen und der von ihr getragenen Kultur Zeugnis geben. Dazu zählen auch Tierund botanische Gärten, soweit sie eine eigene historische und architektonische Gesamtgestaltung besitzen. (7) Bodendenkmale sind bewegliche oder unbewegliche Sachen, bei denen es sich um Zeugnisse, Überreste oder Spuren menschlicher Kultur (archäologische Denkmale) oder tierischen oder pflanzlichen Lebens (paläontologische Denkmale) handelt, die im Boden verborgen sind oder waren.


genschaftskataster sind frei von Gebühren und Auslagen. Im Übrigen bleiben die §§ 2 und 3 des Thüringer Verwaltungskostengesetzes vom 7. August 1991 (GVBl. S. 285-321-) in der jeweils geltenden Fassung unberührt. Zweiter Abschnitt – Erhaltung von Kulturdenkmalen

§ 9 Auskunfts- und Duldungspflichten (1) Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen sind verpflichtet, die zur Erfüllung der Aufgaben des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege erforderlichen Auskünfte zu erteilen. (2) Denkmalschutzbehörden und Denkmalfachbehörde sind nach vorheriger Benachrichtigung der Eigentümer und Besitzer berechtigt, Grundstücke zu betreten und Kulturdenkmale zu besichtigen, soweit es zur Erfüllung der Aufgaben des Denkmalschutzes erforderlich ist. § 7 Erhaltungspflicht Wohnungen dürfen gegen den Willen des Besitzers nur (1) Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen sind zur Abwendung drohender Gefahr für Kulturdenkmale verpflichtet, diese im Rahmen des Zumutbaren denk- betreten werden. Die Unverletzlichkeit der Wohnung malgerecht zu erhalten und pfleglich zu behandeln. Un- nach Artikel 13 des Grundgesetzes wird insoweit einzumutbar ist eine Belastung insbesondere, soweit die geschränkt. Kosten der Erhaltung und Bewirtschaftung nicht durch Erträge oder den Gebrauchswert des Kulturdenkmals § 10 Zugang zu Kulturdenkmalen aufgewogen werden können. Der Verpflichtete kann Kulturdenkmale oder Teile derselben sollen der Öffentsich nicht auf die Belastung durch erhöhte Erhaltungs- lichkeit soweit wie möglich zugänglich gemacht werden, kosten berufen, die dadurch verursacht wurden, dass wenn der öffentliche Zutritt zugemutet werden kann. Erhaltungsmaßnahmen entgegen den Bestimmungen Die Denkmalfachbehörde soll mit dem Eigentümer soldieses Gesetzes oder sonstiger öffentlich-rechtlicher cher Denkmale Vereinbarungen über den Zutritt treffen; Vorschriften unterblieben sind. dies gilt insbesondere dann, wenn für die Erhaltung des (2) Das Land, die Kreise sowie die Gemeinden und Denkmals öffentliche Mittel aufgewendet werden oder Gemeindeverbände tragen nach Maßgabe der verfüg- aufgewendet worden sind. baren Haushaltsmittel zur Pflege und Erhaltung der Kulturdenkmale durch Zuschüsse in angemessenem § 11 Durchsetzung der Erhaltung Umfang bei. (1) Kommen Eigentümer oder Besitzer ihren Verpflich(3) Werden Kulturdenkmale nicht mehr entsprechend tungen nach § 7 nicht nach und tritt hierdurch eine ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung genutzt, sol- Gefährdung des Kulturdenkmals ein, können sie von len die Eigentümer eine Nutzung anstreben, die eine den Denkmalschutzbehörden verpflichtet werden, ermöglichst weit gehende Erhaltung der Substanz auf die forderliche Erhaltungs- und InstandsetzungsmaßnahDauer gewährleistet. men durchzuführen. (4) Wird in ein Kulturdenkmal eingegriffen, so hat der (2) Erfordert der Zustand eines Kulturdenkmals zu seiner Verursacher des Eingriffes alle Kosten zu tragen, die für Instandhaltung, Instandsetzung oder zu seinem Schutz die Erhaltung und fachgerechte Instandsetzung, Ber- Maßnahmen, ohne deren unverzügliche Durchführung gung und Dokumentation des Kulturdenkmals anfallen. es gefährdet würde, können die Denkmalschutzbehörden diejenigen Maßnahmen selbst durchführen, die zur § 8 Anzeigepflichten Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für den Bestand (1) Eigentümer und Besitzer haben Schäden und Män- des Kulturdenkmals geboten sind. Eigentümer und Begel, die an Kulturdenkmalen auftreten und ihren Denk- sitzer sind verpflichtet, solche Maßnahmen zu dulden. malwert und ihre Substanz beeinträchtigen, unverzüg- Eigentümer, Besitzer und sonstige Unterhaltungspflichlich der Denkmalschutzbehörde anzuzeigen. tige werden im Rahmen des Zumutbaren zur Erstattung (2) Wird ein bewegliches eingetragenes Kulturdenkmal der entstandenen Kosten herangezogen.

Bauordnungsrecht

§ 6 Öffentliche Planungen und Maßnahmen Bei öffentlichen Planungen und Maßnahmen sind die Belange des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege angemessen zu berücksichtigen. Die für den Denkmalschutz und die Denkmalpflege zuständigen Behörden sind so frühzeitig zu beteiligen, dass die Erhaltung und Nutzung von Kulturdenkmalen sowie eine angemessene Gestaltung ihrer Umgebung möglich sind.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

veräußert, so haben Veräußerer und Erwerber den Eigentumswechsel innerhalb eines Monats der Denkmalfachbehörde über die Denkmalschutzbehörde anzuzeigen. Die Veräußerungsanzeige für unbewegliche Kulturdenkmale nach § 30 bleibt unberührt. (3) Bauarchäologische Zufallsfunde und Münzfunde sind ebenfalls anzeigepflichtig. § 16 gilt entsprechend.

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Thüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG)


§ 14 Erlaubnisverfahren (1) Der Erlaubnisantrag ist der zuständigen Denkmalschutzbehörde schriftlich mit allen für die Beurteilung des Vorhabens und der Bearbeitung des Antrags erforderlichen Unterlagen einzureichen. Die Denkmalschutzbehörde prüft den Antrag innerhalb von zwei Wochen auf Vollständigkeit und teilt dem Antragsteller den Eingang des Antrags mit. Ist der Antrag unvollständig oder weist er sonstige erhebliche Mängel auf, fordert die Denkmalschutzbehörde den Antragsteller zur Behebung der Mängel innerhalb einer angemessenen Frist auf. Werden die Mängel innerhalb der Frist nicht behoben, gilt der Antrag als zurückgenommen. Die Denkmalschutzbehörde kann verlangen, dass der Antrag durch denkmalpflegerische Zielstellungen oder vorbereitende Untersuchungen am Kulturdenkmal ergänzt wird. Die Kosten dieser vorbereitenden Untersuchungen hat der Antragsteller zu tragen. § 13 Erlaubnis (2) Soweit die besondere Eigenart, die Bedeutung des (1) Einer Erlaubnis der Denkmalschutzbehörde bedarf, Kulturdenkmals oder die Schwierigkeit der Maßnahme 1. wer ein Kulturdenkmal oder Teile davon es erfordert, soll die Leitung oder Ausführung der vor a) zerstören, beseitigen oder an einen anderen Ort bereitenden Untersuchung oder die Durchführung von verbringen, Arbeiten, die besondere Erfahrungen und Kenntnisse b) umgestalten, instand setzen oder im äußeren Er- voraussetzen, durch denkmalfachlich geeignete Persoscheinungsbild verändern oder nen zur Auflage einer Erlaubnis gemacht werden. c) mit Werbe- oder sonstigen Anlagen versehen (3) Die untere Denkmalschutzbehörde entscheidet über will, einen Erlaubnisantrag nach Anhörung der Denkmalfach2. wer in der Umgebung eines unbeweglichen Kultur- behörde innerhalb einer Frist von drei Monaten nach denkmals Anlagen errichten, verändern oder besei- Vorlage der vollständigen Antragsunterlagen; die Denktigen will, wenn sich dies auf den Bestand oder das malschutzbehörde kann diese Frist gegenüber dem AnErscheinungsbild des Kulturdenkmals auswirken tragsteller aus wichtigem Grund um bis zu zwei Monate kann, verlängern. Der Antrag gilt als genehmigt, wenn über 3. wer Erdarbeiten an einer Stelle vornehmen will, von ihn nicht innerhalb der nach Satz 1 maßgeblichen Frist der bekannt ist oder vermutet wird oder den Um- entschieden worden ist. Die fachliche Stellungnahme ständen nach anzunehmen ist, dass sich dort Kul- der Denkmalfachbehörde ist grundsätzlich innerhalb turdenkmale befinden. von sechs Wochen gegenüber der unteren Denkmal(2) Die Erlaubnis kann versagt werden, soweit gewich- schutzbehörde zu erteilen. Diese ist an die fachliche tige Gründe des Denkmalschutzes für die unveränderte Stellungnahme der Denkmalfachbehörde gebunden. Beibehaltung des bisherigen Zustandes sprechen. Im Beabsichtigt die untere Denkmalschutzbehörde von der Falle des Absatzes 1 Nr. 2 kann die Erlaubnis darüber Stellungnahme abzuweichen und kommt eine Einigung hinaus nur versagt werden, soweit das Vorhaben zu nicht zustande, entscheidet die obere Denkmalschutzeiner Beeinträchtigung des Wesens, des überlieferten behörde nach Anhörung der Denkmalfachbehörde. SoThüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG)

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Bauordnungsrecht

§ 12 Allgemeine Maßnahmen der Denkmalschutzbehörden (1) Die Denkmalschutzbehörden haben diejenigen Maßnahmen zu treffen, die nach pflichtgemäßem Ermessen erforderlich sind, um Kulturdenkmale zu erhalten, zu bergen und zu bewahren sowie Gefahren von ihnen abzuwenden. Sie haben bei allen Entscheidungen den berechtigten Interessen der Eigentümer oder Besitzer von Kulturdenkmalen Rechnung zu tragen. Bei den dem Gottesdienst gewidmeten Gegenständen (res sacrae) sind religiöse Belange vorrangig zu berücksichtigen. Sofern staatlicher Denkmalschutz und liturgische Interessen der Religionsgemeinschaften in Konflikt geraten, haben in der Interessensabwägung liturgische Belange Vorrang. (2) Soweit ein Vorhaben nach diesem Gesetz einer Erlaubnis bedarf, kann diese unter Bedingungen, Auflagen, Befristungen und Widerrufsvorbehalt erteilt werden. (3) Durch die Erteilung von Erlaubnissen auf Grund dieses Gesetzes werden Genehmigungen, die auf Grund anderer Rechtsvorschriften erforderlich sind, nicht ersetzt. Baugenehmigungen und bauordnungsrechtliche Zustimmungen schließen die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis ein; sie bedürfen insoweit der Zustimmung der Denkmalschutzbehörde.

Erscheinungsbildes oder der künstlerischen Wirkung eines Kulturdenkmals führen würde und gewichtige Gründe des Denkmalschutzes für die unveränderte Beibehaltung des bisherigen Zustandes sprechen. (3) Der Inhaber einer Erlaubnis nach Absatz 1 Nr. 3 ist im Rahmen des Zumutbaren verpflichtet, die Kosten für die denkmalfachliche Begleitung der Erdarbeiten, für die Sicherung und Behandlung von Funden und für die Dokumentation der Denkmalfachbehörde zu erstatten.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Dritter Abschnitt – Schutz von Kulturdenkmalen


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

fern die Gemeinden einen Denkmalpflegeplan erstellt zu bergen, auszuwerten und zur wissenschaftlichen Behaben (§ 3), entscheidet die untere Denkmalschutzbe- arbeitung vorübergehend in Besitz zu nehmen. hörde über die Erlaubnisanträge allein. Die Denkmalfachbehörde kann wegen der Bedeutung des Objekts § 17 Schatzregal und des Vorhabens im Einzelfall die fachliche Beteili- Bewegliche Kulturdenkmale, die herrenlos oder so gung verlangen. Entsprechendes gilt für die fachliche lange verborgen gewesen sind, dass ihr Eigentümer Beteiligung im Falle des § 12 Abs. 3. nicht mehr zu ermitteln ist, werden mit der Entdeckung (4) Die Erlaubnis erlischt, wenn nicht innerhalb von drei Eigentum des Landes, wenn sie bei staatlichen NachJahren nach ihrer Erteilung mit der Ausführung begon- forschungen, in archäologischen Schutzgebieten oder nen oder die Ausführung ein Jahr unterbrochen worden bei ungenehmigten Nachforschungen entdeckt wurden, ist. Die Fristen nach Satz 1 können auf schriftlichen oder wenn sie einen hervorragenden wissenschaftliAntrag jeweils um bis zu einem Jahr verlängert werden. chen Wert besitzen. (5) Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten übt die Rechte und Pflichten der unteren Denkmalschutzbe- § 18 Nachforschungen hörde für von ihr betreute oder verwaltete Kulturdenk- Nachforschungen, insbesondere Grabungen mit dem male aus. Ziel, Bodendenkmale zu entdecken, bedürfen der Genehmigung der Denkmalfachbehörde. Die Grabungs§ 15 Beseitigung widerrechtlicher Maßnahmen genehmigung kann bestimmen, wer Unternehmer der Wer eine Maßnahme, die nach diesem Gesetz der Er- Grabung sein soll. § 16 Abs. 4 gilt sinngemäß. laubnis oder Genehmigung bedarf, ohne die erforderliche Genehmigung oder im Widerspruch zu den bei § 19 Archäologische Schutzgebiete der Genehmigung erteilten Auflagen durchführt, ist auf (1) Die oberste Denkmalschutzbehörde kann durch Anordnung der Denkmalschutzbehörde verpflichtet, Rechtsverordnung bestimmte abgegrenzte Gebiete den alten Zustand wiederherzustellen oder das Kultur- befristet oder auf unbefristete Zeit zu Archäologischen denkmal auf andere Weise entsprechend den Aufla- Schutzgebieten erklären, wenn dies erforderlich ist, dagen der Denkmalschutzbehörde instandzusetzen. Die mit die in ihnen enthaltenen Bodendenkmale Denkmalschutzbehörden können die Einstellung der 1. dauerhaft vor Zerstörung bewahrt oder 2. bis zu einer wissenschaftlichen Untersuchung Maßnahmen anordnen. vor Eingriffen in den Boden gesichert werden. Die AusVierter Abschnitt – Zusätzliche Vorschriften für weisung eines Archäologischen Schutzgebietes ist nur Bodendenkmale zulässig, wenn eine begründete Vermutung besteht, dass es Bodendenkmale von erheblicher Bedeutung § 16 Zufallsfunde birgt. (1) Wer Bodendenkmale entdeckt oder findet, hat dies (2) In Archäologischen Schutzgebieten bedürfen Arbeiunverzüglich der Denkmalfachbehörde anzuzeigen. Die ten, die Bodendenkmale aus ur- und frühgeschichtlicher Anzeige kann auch gegenüber der Gemeinde oder der Zeit gefährden können, der Erlaubnis der oberen Denkunteren Denkmalschutzbehörde erfolgen; diese leiten malschutzbehörde. die Anzeige unverzüglich der Denkmalfachbehörde zu. (2) Anzeigepflichtig sind der Entdecker, der Eigentümer, § 20 Nutzungsbeschränkungen Besitzer oder sonst Verfügungsberechtigte des Grund- (1) Die obere Denkmalschutzbehörde kann die wirtstücks sowie der Leiter der Arbeiten, bei deren Durch- schaftliche Nutzung eines Grundstücks oder eines führung die Sache entdeckt worden ist. Die Anzeige Grundstückteils beschränken, in dem sich Bodendenkdurch eine dieser Personen befreit die Übrigen. male von wissenschaftlicher oder geschichtlicher Be(3) Der Fund und die Fundstelle sind bis zum Ablauf ei- deutung befinden. Berechtigter ist das Land, vertreten ner Woche nach der Anzeige im unveränderten Zustand durch die Denkmalfachbehörde. zu erhalten und in geeigneter Weise vor Gefahren für (2) Die Beschränkung nach Absatz 1 ist auf Ersuchen die Erhaltung des Fundes zu schützen. Die Denkmal- der oberen Denkmalschutzbehörde im Grundbuch einfachbehörde soll der Fortsetzung der Arbeiten zustim- zutragen. men, wenn ihre Unterbrechung unverhältnismäßig hohe (3) Soll eine Grabung auf einem fremden Grundstück Kosten verursacht und der wissenschaftliche Wert des erfolgen, so kann der Eigentümer verpflichtet werden, Fundes oder der Befunde dies zulässt. die Grabung zuzulassen, wenn die Denkmalfachbehörde (4) Die Denkmalfachbehörde ist berechtigt, den Fund entsprechend der Angemessenheit der Aufwendungen 226

Thüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG)


Thüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG)

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Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

festgestellt hat, dass ein besonderes öffentliches In- wertvollem Denkmalbestand kann die oberste Denkteresse an der Grabung besteht. Der Inhaber der Gra- malschutzbehörde die Zuständigkeit als untere Denkbungsgenehmigung oder der Unternehmer der Grabung malschutzbehörde verleihen, wenn eine qualifizierte nach § 18 Satz 2 hat dem Eigentümer den durch die personelle Ausstattung langfristig gewährleistet ist. Die Grabung entstehenden Schaden zu ersetzen. Aufgaben des Denkmalschutzes obliegen den Landkreisen und Gemeinden als Aufgabe des übertragenen Wir§ 21 Ablieferung kungskreises. (1) Das Land, die untere Denkmalschutzbehörde und (4) Bei der unteren Denkmalschutzbehörde soll nach die Gemeinde, in deren Gebiet Funde (bewegliche Bo- Anhörung der Denkmalfachbehörden vom Landkreis dendenkmale) gemacht worden sind, haben in dieser oder der kreisfreien Stadt ein sachverständiger, weiReihenfolge das Recht, die Ablieferung gegen eine an- sungsunabhängiger Beirat berufen werden, der die Denkmalschutzbehörde bei der Durchführung ihrer gemessene Entschädigung zu verlangen. (2) Die Ablieferung kann verlangt werden, wenn Tat- Aufgaben unterstützt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sachen vorliegen, nach denen zu befürchten ist, dass (§ 26) sind von Amts wegen Mitglieder des Beirats. der Erhaltungszustand des Fundes verschlechtert wird oder dieser der Öffentlichkeit oder wissenschaftlichen § 23 Zuständigkeiten Forschungen verloren geht. (1) Für Maßnahmen auf Grund dieses Gesetzes sind (3) Die Ablieferung kann nicht mehr verlangt werden, die unteren Denkmalschutzbehörden zuständig, soweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt. wenn 1. seit der Anzeige nach § 16 Abs. 1 drei Monate ver- (2) Bei Maßnahmen an Kulturdenkmalen, die im Eistrichen sind; dies gilt nicht, wenn der Erwerbsbe- gentum des Bundes oder des Landes stehen sowie in rechtigte (Absatz 1) innerhalb dieser Frist sich ge- den in diesem Gesetz bestimmten Fällen, entscheidet genüber dem Eigentümer das Recht, die Ablieferung die obere Denkmalschutzbehörde nach Anhörung der zu verlangen, vorbehalten hat; Denkmalfachbehörde. § 7 Abs. 2 sowie die §§ 11, 27 2. der Eigentümer dem Erwerbsberechtigten die Ab- und 28 finden auf Kulturdenkmale des Landes keine lieferung des Fundes, bevor über die Ablieferungs- Anwendung. Beabsichtigt die obere Denkmalschutzbepflicht entschieden ist, angeboten und der Erwerbs- hörde von der Stellungnahme der Denkmalfachbehörde berechtigte das Angebot nicht binnen drei Monaten abzuweichen und kommt eine Einigung nicht zustande, angenommen hat. entscheidet die obere Denkmalschutzbehörde nach (4) Die untere Denkmalschutzbehörde entscheidet auf Vorlage bei der obersten Denkmalschutzbehörde. Antrag eines Beteiligten, ob die Voraussetzungen der § 24 Denkmalfachbehörde Ablieferung vorliegen. (1) Denkmalfachbehörde ist das Landesamt für DenkFünfter Abschnitt – Kosten malpflege und Archäologie. Es ist Träger des Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens. § 21 a Kosten (2) Die Denkmalfachbehörde ist der obersten DenkmalFür Erlaubnisse nach diesem Gesetz werden keine Ge- schutzbehörde unmittelbar nachgeordnet. Sie hat zur bühren und Auslagen erhoben. Die Bestimmungen über Erfüllung der in § 1 Abs. 1 genannten Ziele insbesondie Kosten der Baugenehmigung bleiben unberührt. dere folgende Aufgaben: 1. Mitwirkung bei denkmalschutzrechtlichen ErlaubSechster Abschnitt – Denkmalbehörden nis- und sonstigen Verfahren, an denen die Beteiligung der Denkmalfachbehörde vorgesehen ist, § 22 Denkmalschutzbehörden 2. Beratung und Unterstützung der Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen bei Pflege, Unterhal(1) Oberste Denkmalschutzbehörde ist das für Denktung und Wiederherstellung (Denkmalpflege), malschutz, Denkmalpflege und Archäologie zuständige 3. systematische Aufnahme der Kulturdenkmale (InMinisterium. ventarisation), (2) Obere Denkmalschutzbehörde ist das Landesver4. Führung des Denkmalbuchs, waltungsamt. (3) Untere Denkmalschutzbehörden sind die kreis- 5. wissenschaftliche Untersuchung der Kulturdenkmale als Beitrag zur Erforschung der Landesgefreien Städte und Landkreise jeweils im übertragenen schichte, Wirkungskreis. Kreisangehörigen Gemeinden mit mehr als 30.000 Einwohnern und mit besonders hohem und


Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Bauordnungsrecht

6. Erarbeitung methodischer Grundlagen auf dem Gebiet der Restaurierung und Konservierung, 7. Stellungnahme als Träger öffentlicher Belange in förmlichen Verfahren nach Bundes- und Landesrecht, 8. Öffentlichkeitsarbeit, um das Verständnis für Denkmalschutz und Denkmalpflege zu wecken und zu fördern, 9. Ausstellen von denkmalschutzrechtlichen Steuerbescheinigungen, 10. Bewilligung der Zuwendungen des Landes nach § 7 Abs. 2 und 11. Bodendenkmalpflege einschließlich Paläontologie.

(3) Das Land ersetzt den ehrenamtlichen Mitarbeitern die Kosten, die ihnen durch ihre Tätigkeit entstehen. Siebenter Abschnitt – Enteignung, Entschädigung und Ordnungswidrigkeiten

§ 27 Enteignung (1) Die Enteignung ist zugunsten des Landes, eines Landkreises, einer Gemeinde oder einer rechtsfähigen Stiftung zulässig, soweit sie erforderlich ist, damit: 1. ein Kulturdenkmal in seinem Bestand oder Erscheinungsbild erhalten bleibt, 2. ein Bodendenkmal (§ 2 Abs. 7) wissenschaftlich ausgewertet oder der Allgemeinheit zugänglich ge§ 25 Denkmalrat macht werden kann, (1) Die oberste Denkmalschutzbehörde beruft zu ihrer 3. in einem archäologischen Schutzgebiet (§ 19) planBeratung einen Denkmalrat. mäßige Nachforschungen betrieben werden können. (2) Dem Denkmalrat sollen insbesondere Vertreter der mit Denkmalpflege und Denkmalschutz befassten (2) Für die Enteignung und Entschädigung gelten die Fachgebiete wie Kunstgeschichte, Vorgeschichte, Ar- Bestimmungen des Thüringer Enteignungsgesetzes vom chitektur, Städtebau, Restaurierung, Geschichte, Volks- 23. März 1994 (GVBl. S. 329) in der jeweils geltenden kunde und bildende Künste, des Museumsverbandes, Fassung. der staatlichen Hochbauverwaltung, der öffentlichrechtlichen Religionsgemeinschaften, der kommunalen § 28 Sonstige entschädigungspflichtige Spitzenverbände, des Haus- und Grundbesitzervereins Maßnahmen und weiterer Verbände auf Landesebene angehören, (1) Stellt eine Maßnahme auf Grund dieses Gesetzes die qualifizierte Kenntnisse der Denkmalpflege und des eine wirtschaftliche Belastung für den PrivateigentüDenkmalschutzes besitzen. mer oder sonst dinglich Berechtigten dar, die über die (3) Der Landtag entsendet drei Abgeordnete. Sozialbindung des Eigentums ( Artikel 14 Abs. 2 Grund(4) Über Stimmrecht verfügen nur die von der obersten gesetz) hinausgeht und daher unzumutbar ist, ist eine Denkmalschutzbehörde berufenen und die vom Land- angemessene Entschädigung in Geld zu leisten. Führen tag entsandten Mitglieder. Maßnahmen dazu, dass der Privateigentümer das Ei(5) Ein Vertreter der oberen Denkmalschutzbehörde gentum insgesamt nicht mehr wirtschaftlich zumutbar sowie Vertreter der für Umweltschutz, Städtebau, Land- nutzen kann, so kann er stattdessen die Übernahme schaftspflege, Naturschutz und Raumordnung zustän- des Eigentums gegen angemessene Entschädigung digen oberen Landesbehörden sollen zu den Sitzungen verlangen. des Denkmalrates eingeladen werden. (2) Die Grundsätze der Entschädigung bei der förmli(6) Das Nähere bestimmt die Satzung des Denkmalra- chen Enteignung sind entsprechend anzuwenden. Enttes, die die oberste Denkmalschutzbehörde erlässt. eignungsbegünstigt und zur Entschädigung verpflichtet ist das Land. § 26 Ehrenamtliche Mitarbeiter (1) Die Denkmalfachbehörde kann ehrenamtliche Mit- § 29 Bußgeldbestimmungen arbeiter für die Bau- und Kunstdenkmalpflege sowie die (1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrArchäologie bestellen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter lässig sind fachlich und organisatorisch der Denkmalfachbe- 1. erlaubnispflichtige Maßnahmen entgegen § 13, § 18 Satz 1 oder § 19 Abs. 2 Satz 1 ohne Erlaubnis hörde unterstellt. Sie werden im Benehmen mit der unbeginnt oder durchführt oder einer von der zustänteren Denkmalschutzbehörde, in deren Gebiet sie tätig digen Behörde mit der Erlaubnis erteilten Auflage werden sollen, bestellt. zuwiderhandelt; (2) Die ehrenamtlichen Mitarbeiter beraten und unterstützen die Denkmalfachbehörde und die Denkmal- 2. entgegen § 11 Abs. 2 Satz 2 Maßnahmen der Denkmalschutzbehörde zur Abwendung einer unmittelbaschutzbehörden in allen Angelegenheiten des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege. 228

Thüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG)


Thüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG)

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Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

ren Gefahr für den Bestand eines Kulturdenkmals die dauernde Erhaltung eines Kulturdenkmals ermögnicht duldet; licht werden soll. Das Vorkaufsrecht ist ausgeschlos3. der Auskunftspflicht nach § 9 Abs. 1 nicht nach- sen, wenn der Eigentümer das Grundstück an seinen kommt oder entgegen § 9 Abs. 2 Satz 1 den Beauf- Ehegatten oder an eine Person veräußert, die mit ihm tragten der zuständigen Behörde das Betreten von in gerader Linie verwandt oder verschwägert oder in der Grundstücken oder Besichtigen von Kulturdenkma- Seitenlinie bis zum dritten Grad verwandt ist. len nicht gestattet; (2) Das Vorkaufsrecht kann nur binnen zwei Monaten 4. entgegen § 8 Abs. 2 den Eigentumswechsel eines nach der Mitteilung des Kaufvertrages ausgeübt werden. beweglichen eingetragenen Kulturdenkmals nicht Die §§ 463 bis 469 Abs. 1 und § 471 des Bürgerlichen oder nicht rechtzeitig anzeigt; Gesetzbuchs sind anzuwenden. Das Vorkaufsrecht ist 5. einer Einstellungsanordnung nach § 15 Satz 2 zuwi- nicht übertragbar. Nach Mitteilung des Kaufvertrages derhandelt; ist auf Ersuchen der Gemeinde ihr zur Sicherung des 6. entgegen § 16 Abs. 1 Satz 1 einen Fund nicht unver- Anspruchs auf Übereignung des Grundstücks eine Vorzüglich anzeigt; merkung in das Grundbuch einzutragen; die Gemeinde 7. entgegen § 16 Abs. 3 den Fund oder die Fundstelle trägt die Kosten der Eintragung der Vormerkung und nicht bis zum Ablauf einer Woche nach der Anzeige ihrer Löschung. Bei einem Eigentumserwerb auf Grund in unverändertem Zustand lässt; der Ausübung des Vorkaufsrechts erlöschen rechtsge8. den von der Denkmalfachbehörde erlassenen, voll- schäftliche Vorkaufsrechte. Wird die Gemeinde nach ziehbaren Anordnungen zur Bergung, Auswertung Ausübung des Vorkaufsrechts im Grundbuch als Eigenund zur wissenschaftlichen Bearbeitung nach § 16 tümerin eingetragen, so kann sie das Grundbuchamt Abs. 4 zuwiderhandelt; ersuchen, eine zur Sicherung des Übereignungsan9. einer Nutzungsbeschränkung nach § 20 Abs. 1 zuwi- spruchs des Käufers im Grundbuch eingetragene Vorderhandelt. merkung zu löschen; sie darf das Ersuchen nur stellen, (2) Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 Nr. 1, mit wenn die Ausübung des Vorkaufsrechts für den Käufer Ausnahme der Zuwiderhandlungen nach § 13 Abs. 1 unanfechtbar ist. Nr. 1 Buchst. a, sowie Ordnungswidrigkeiten nach Ab- (3) Der durch das Vorkaufsrecht Verpflichtete hat der satz 1 Nr. 2 bis 9 können mit einer Geldbuße bis zu Gemeinde den Inhalt des mit dem Dritten abgeschloseinhundertfünfzigtausend Euro geahndet werden. Ord- senen Vertrags unverzüglich mitzuteilen; die Mitteilung nungswidrigkeiten nach Absatz 1 Nr. 1 können im Falle des Verpflichteten wird durch die des Dritten ersetzt. der Zuwiderhandlung gegen § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. Das Grundbuchamt darf bei Veräußerungen den Era mit einer Geldbuße bis zu fünfhunderttausend Euro werber als Eigentümer in das Grundbuch nur eintragen, geahndet werden. wenn ihm die Nichtausübung oder das Nichtbestehen (3) Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Vorkaufsrechts nachgewiesen ist. Besteht ein Vordes Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten ist die untere kaufsrecht nicht oder wird es nicht ausgeübt, hat die Denkmalschutzbehörde. Abweichend von Satz 1 ist die Gemeinde auf Antrag eines Beteiligten darüber unverobere Denkmalschutzbehörde zuständig, wenn gegen züglich ein Zeugnis auszustellen. Das Zeugnis gilt als eine Maßnahme dieser Behörde verstoßen wird. Verzicht auf die Ausübung des Vorkaufsrechts. (4) Ist eine Ordnungswidrigkeit nach Absatz 1 Nr. 1 be- (4) Die Gemeinde kann das Vorkaufsrecht zugunsten gangen worden, so können die zur Vorbereitung oder einer anderen juristischen Person des öffentlichen Begehung gebrauchten oder bestimmten Gegenstände Rechts ausüben. Absatz 1 Satz 2 und 3 gelten entspreeingezogen werden. § 19 des Gesetzes über Ordnungs- chend. Die Ausübung des der Gemeinde zustehenden widrigkeiten ist anzuwenden. Vorkaufsrechts zugunsten einer juristischen Person des Privatrechts ist zulässig, wenn die dauernde Erhaltung Achter Abschnitt – Verfahrens- und des auf oder in dem Grundstück liegenden KulturdenkAusführungsbestimmungen mals zu den satzungsmäßigen Aufgaben der juristischen Person gehört und bei Berücksichtigung aller Belange § 30 Vorkaufsrecht gesichert erscheint. Die Gemeinde kann das Vorkaufs(1) Der Gemeinde steht beim Kauf von Grundstücken, recht zugunsten eines anderen nur ausüben, wenn ihr auf oder in denen sich Kulturdenkmale befinden, ein die notariell beglaubigte Zustimmung des Begünstigten öffentlich-rechtliches Vorkaufsrecht zu. Das Vorkaufs- vorliegt. recht darf ausgeübt werden, wenn das Wohl der Allgemeinheit dies rechtfertigt, insbesondere, wenn dadurch


Bauordnungsrecht Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

§ 31 Steuerbescheinigungen Bescheinigungen für die Erlangung von Steuervergünstigungen werden nach Maßgabe der einschlägigen Steuergesetze und nur nach vorheriger Abstimmung der Maßnahme von der Denkmalfachbehörde ausgestellt.

Thüringer Nachbarrechtsgesetz (ThürNRG)

§ 32 Religionsgemeinschaften Bei Entscheidungen und Maßnahmen der Denkmalschutzbehörden über Kulturdenkmale im Eigentum oder Besitz der Kirchen oder anderer Religionsgemeinschaften sind die in Artikel 9 des Staatsvertrags des Freistaats Thüringen mit den Evangelischen Kirchen in Thüringen vom 15. März 1994 (GVBl. S. 509) und in Artikel 18 des Staatsvertrags zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Thüringen vom 11. Juni 1997 (GVBl. S. 266) getroffenen Regelungen zu beachten oder entsprechend anzuwenden.

Inhaltsübersicht

§ 33 (aufgehoben) § 34 Ausführungsvorschriften Die oberste Denkmalschutzbehörde wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung Zuständigkeiten auf nachgeordnete Behörden zu übertragen. Sie erlässt ferner die zur Ausführung dieses Gesetzes erforderlichen Verwaltungsvorschriften. Neunter Abschnitt – Übergangs- und Schlussbestimmungen

Fassung vom 22. Dezember 1992 (GVBl. S. 599) letzte Änderung vom 9. März 2006 (GVBl. S. 53)

Erster Abschnitt – Allgemeine Bestimmungen § 1 § 2

Nachbar und Nutzungsberechtigter Anwendungsbereich

Zweiter Abschnitt – Nachbarwand § 3 § 4 § 5 § 6 § 7 § 8 § 9 § 10 § 11 § 12

Grundsatz Beschaffenheit der Nachbarwand Anbau an die Nachbarwand Anzeige des Anbaues Vergütung Unterhaltung der Nachbarwand Nichtbenutzen der Nachbarwand Beseitigen der Nachbarwand vor dem Anbau Erhöhen und Unterfangen der Nachbarwand Gründungstiefe

Dritter Abschnitt – Grenzwand § 13 § 14 § 15 § 16

Errichten der Grenzwand Anbau an eine Grenzwand Anschluß bei zwei Grenzwänden Unterfangen einer Grenzwand

§ 34 a Übergangsbestimmung (1) Die unteren Denkmalschutzbehörden erhalten zum Ausgleich der Mehrbelastungen für die Aufgabenwahrnehmung nach § 21 Abs. 4 in den Jahren 2008 und 2009 einen angemessenen finanziellen Ausgleich. (2) Ab dem Jahr 2010 erfolgt die Kostenerstattung nach Absatz 1 innerhalb der nach dem Thüringer Finanzausgleichsgesetz zu regelnden Auftragskostenpauschale.

Vierter Abschnitt – Hochführen von Schornsteinen, Lüftungsschächten und Antennenanlagen

§ 35 Gleichstellungsbestimmung Status- und Funktionsbezeichnungen in diesem Gesetz gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form.

§ 21 § 22 § 23 § 24 § 25

§ 36 (In-Kraft-Treten)

§ 17 § 18 § 19 § 20

Inhalt und Umfang Anzeigepflicht Schadensersatz Entschädigung

Fünfter Abschnitt – Hammerschlags- und Leiterrecht Inhalt und Umfang Anzeigepflicht Schadensersatz Gefahr im Verzug Entschädigung

Sechster Abschnitt – Duldung von Leitungen § 26 § 27 § 28 § 29 § 30 § 31

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Thüringer Nachbarrechtsgesetz (ThürNRG)

Duldungspflicht Unterhaltung der Leitungen Anzeigepflicht und Schadensersatz Anschlußrecht des Duldungspflichtigen Betretungsrecht Nachträgliche erhebliche Beeinträchtigungen


Siebenter Abschnitt – Fenster- und Lichtrecht § 34 § 35 § 36

Inhalt und Umfang Ausnahmen Ausschluß des Beseitigungsanspruchs

Achter Abschnitt – Dachtraufe § 37 § 38

Ableitung des Niederschlagswassers Anbringen von Sammel- und Abflußeinrichtungen

Neunter Abschnitt – Einfriedungen § 39 § 40 § 41 § 42

Einfriedungspflicht Kosten der Unterhaltung der Einfriedung Anzeigepflicht Grenzabstand von Einfriedungen

Zehnter Abschnitt – Bodenerhöhungen § 43

Grundsatz

Elfter Abschnitt – Grenzabstände für Pflanzen § 44 § 45 § 46 § 47 § 48 § 49 § 50 § 51 § 52

Grenzabstände für Bäume, Sträucher und einzelne Rebstöcke Grenzabstände für Hecken Ausnahmen Berechnung des Abstandes Grenzabstände im Weinbau Grenzabstände für Wald Abstände von Spaliervorrichtungen und Pergolen Anspruch auf Beseitigung oder Zurückschneiden Nachträgliche Grenzänderungen

(2) Rechte und Pflichten eines Nutzungsberechtigten nach diesem Gesetz entstehen nur für denjenigen Nutzungsberechtigten, dessen Besitzstand berührt wird. § 2 Anwendungsbereich (1) Die §§ 3 bis 52 dieses Gesetzes gelten nur, soweit die Beteiligten nichts anderes vereinbaren. (2) Rechte und Pflichten nach öffentlichem Recht werden durch dieses Gesetz nicht berührt. Die Ausübung von Rechten nach diesem Gesetz ist nur zulässig, wenn die nach öffentlichem Recht zu erfüllenden Voraussetzungen gegeben sind. Zweiter Abschnitt – Nachbarwand § 3 Grundsatz (1) Nachbarwand ist die auf der Grenze zweier Grundstücke errichtete Wand, die den auf diesen Grundstücken errichteten oder zu errichtenden Gebäuden als Abschlußwand oder zur Unterstützung oder Aussteifung dient oder dienen soll. (2) Eine Nachbarwand darf nur errichtet werden, wenn der Nachbar einwilligt. (3) Für die mit Einwilligung des Nachbarn errichtete Nachbarwand gelten die Bestimmungen der §§ 4 bis 12.

§ 4 Beschaffenheit der Nachbarwand (1) Die Nachbarwand ist in einer solchen Bauart und Bemessung, insbesondere in der Dicke und mit der Gründungstiefe auszuführen, daß sie den Zwecken beider Nachbarn genügt. Der zuerst Bauende braucht die Wand nur für einen Anbau herzurichten, der an die Zwölfter Abschnitt – Verjährung Bauart und Bemessung der Wand keine höheren Anfor§ 53 Verjährung derungen stellt als sein eigenes Gebäude. (2) Erfordert keines der beiden Gebäude eine größere Dreizehnter Abschnitt – Schlußbestimmungen Dicke der Wand als das andere, so darf die Nachbar§ 54 Übergangsbestimmungen wand höchstens mit der Hälfte ihrer notwendigen Dicke § 55 Außerkrafttreten von Bestimmungen auf dem Nachbargrundstück errichtet werden. Erfordert § 56 In-Kraft-Treten, Außer-Kraft-Treten das auf einem der Grundstücke geplante Gebäude eine dickere Wand, so ist die Wand mit einem entsprechend Erster Abschnitt – Allgemeine Bestimmungen größeren Teil ihrer Dicke auf diesem Grundstück zu errichten. § 1 Nachbar und Nutzungsberechtigter (3) Soweit die Nachbarwand den Bestimmungen des (1) Nachbar im Sinne dieses Gesetzes ist der Eigen- Absatzes 2 entspricht, hat der Nachbar keinen Anspruch tümer eines Grundstücks, im Falle der Belastung des auf Zahlung einer Vergütung (§ 912 des Bürgerlichen Grundstücks mit einem Erbbaurecht der Erbbaube- Gesetzbuches) oder auf Abkauf von Boden (§ 915 des rechtigte. Soweit sich nach den Bestimmungen die- Bürgerlichen Gesetzbuches). Wird die Nachbarwand ses Gesetzes für den Eigentümer eines Grundstücks beseitigt, bevor angebaut ist, so kann der Nachbar für Rechte oder Pflichten ergeben, treffen diese bei einer die Zeit ihres Bestehens eine Vergütung nach § 912 des Belastung des Grundstücks mit einem Erbbaurecht den Bürgerlichen Gesetzbuches beanspruchen. Erbbauberechtigten. Thüringer Nachbarrechtsgesetz (ThürNRG)

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Bauordnungsrecht

Entschädigung Anschluß an Fernheizungen

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

§ 32 § 33


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Bauordnungsrecht

§ 5 Anbau an die Nachbarwand Der Nachbar ist berechtigt, an die Nachbarwand anzubauen. Anbau ist die Mitbenutzung der Wand als Abschlußwand oder zur Unterstützung oder Aussteifung der neuen baulichen Anlage.

zu leisten; in einem solchen Falle darf der Anbau erst nach Leistung der Sicherheit begonnen oder fortgesetzt werden. Die Sicherheit kann in einer Bankbürgschaft bestehen.

§ 8 Unterhaltung der Nachbarwand § 6 Anzeige des Anbaues (1) Bis zum Anbau fallen die Unterhaltungskosten der (1) Die Einzelheiten des beabsichtigten Anbaues sind Nachbarwand dem Eigentümer des zuerst bebauten mindestens drei Monate vor Beginn der Bauarbeiten Grundstücks allein zur Last. dem Eigentümer und dem Nutzungsberechtigten des (2) Nach dem Anbau sind die Unterhaltungskosten für zuerst bebauten Grundstücks schriftlich anzuzeigen. den gemeinsam genutzten Teil der Nachbarwand von Mit den Arbeiten darf erst nach Fristablauf begonnen beiden Nachbarn entsprechend dem Verhältnis ihrer werden. Beteiligung gemäß § 7 Abs. 1 und 2 zu tragen. (2) Etwaige Einwendungen gegen den Anbau sind un- (3) Wird eines der beiden Gebäude abgebrochen und verzüglich zu erheben. nicht neu errichtet, so hat der Eigentümer des abge(3) Ist jemand, dem Anzeige nach Absatz 1 zu machen brochenen Gebäudes die Außenfläche des bisher geist, unbekannten Aufenthaltes oder nicht alsbald er- meinsam genutzten Teiles der Wand in einen für eine reichbar und hat er keinen Vertreter bestellt, so genügt Außenwand geeigneten Zustand zu versetzen. Bedarf statt der Anzeige an diesen Betroffenen die Anzeige an die Wand gelegentlich des Gebäudeabbruches noch den unmittelbaren Besitzer. weiterer Instandsetzung, so sind die Kosten dafür gemäß Absatz 2 von beiden Nachbarn gemeinsam zu § 7 Vergütung tragen. (1) Der anbauende Nachbar hat dem Eigentümer des zuerst bebauten Grundstücks den halben Wert der § 9 Nichtbenutzen der Nachbarwand Nachbarwand zu vergüten, soweit ihre Fläche zum An- (1) Wird das später errichtete Gebäude nicht an die bau genutzt wird. Nachbarwand angebaut, so hat der anbauberechtigte (2) Die Vergütung ist angemessen herabzusetzen, wenn Nachbar für die durch Errichtung einer Nachbarwand die besondere Bauart oder Bemessung der Wand nicht entstandenen Mehraufwendungen gegenüber den Koserforderlich oder nur für das zuerst errichtete Gebäude ten einer Grenzwand (§ 13) Ersatz zu leisten. Dabei ist erforderlich ist; sie ist angemessen zu erhöhen, wenn in angemessener Weise zu berücksichtigen, daß das die besondere Bauart oder Bemessung der Wand nur für Nachbargrundstück durch die Nachbarwand teilweise das später errichtete Gebäude erforderlich ist. weiter genutzt wird. Ist der Anbau wegen einer Verän(3) Nimmt die Nachbarwand auf dem Grundstück des derung der Rechtslage unmöglich geworden, so hat der anbauenden Nachbarn eine größere Bodenfläche in anbauberechtigte Nachbar lediglich die Hälfte des nach Anspruch als in § 4 Abs. 2 vorgesehen, so kann dieser Satz 1 zu leistenden Betrages zu zahlen. die Vergütung um den Wert des zusätzlich überbauten (2) Hat die Nachbarwand von dem Grundstück des zuBodens kürzen, wenn er nicht die in § 912 Abs. 2 des erst Bauenden weniger Bodenfläche benötigt als eine Bürgerlichen Gesetzbuches oder in § 915 des Bürgerli- Grenzwand (§ 13), so ermäßigt sich der Ersatz um den chen Gesetzbuches bestimmten Rechte ausübt. Nimmt Wert der eingesparten Bodenfläche. die Nachbarwand auf dem Grundstück des anbauenden (3) Höchstens ist der Betrag zu erstatten, der im Falle Nachbarn eine geringere Bodenfläche in Anspruch als des Anbaues zu zahlen wäre. in § 4 Abs. 2 vorgesehen, so erhöht sich die Vergütung (4) Im übrigen ist § 7 Abs. 4 Satz 1 entsprechend anum den Wert des Bodens, den die Wand andernfalls auf zuwenden. dem Grundstück des anbauenden Nachbarn zusätzlich (5) Der anbauberechtigte Nachbar ist verpflichtet, die benötigen würde. Dachfläche seines Gebäudes auf seine Kosten dicht an (4) Die Vergütung wird mit der Fertigstellung des Roh- die Nachbarwand anzuschließen sowie den zwischen baus fällig; sie steht demjenigen zu, der zu dieser Zeit der Nachbarwand und seinem Gebäude entstandenen Eigentümer ist. Bei der Wertberechnung ist von den Zwischenraum auf seine Kosten in geeigneter Weise so zu diesem Zeitpunkt üblichen Baukosten auszugehen zu schließen, daß Schäden im Bereich des Zwischenund das Alter sowie der bauliche Zustand der Nachbar- raumes an dem zuerst errichteten Gebäude vermieden wand zu berücksichtigen. Auf Verlangen ist Sicherheit werden. in Höhe der voraussichtlich zu gewährenden Vergütung 232

Thüringer Nachbarrechtsgesetz (ThürNRG)


§ 11 Erhöhen und Unterfangen der Nachbarwand (1) Jeder Nachbar ist berechtigt, die Nachbarwand auf seine Kosten zu erhöhen. Für den hinzugefügten oberen Teil der Nachbarwand gelten die §§ 4 bis 10 entsprechend. (2) Der höher Bauende darf auf das Nachbardach einschließlich des Dachtragewerks einwirken, soweit dies erforderlich ist; er hat auf seine Kosten das Nachbardach mit der erhöhten Nachbarwand ordnungsgemäß zu verbinden. (3) Ein Unterfangen der Nachbarwand ist nur unter den Voraussetzungen des § 16 Abs. 1 zulässig. Für die Verpflichtung zur vorherigen Anzeige der Rechtsausübung und zum Schadensersatz gelten die §§ 6 und 19 entsprechend.

Bauordnungsrecht

§ 12 Gründungstiefe (1) Soll eine Nachbarwand errichtet werden, so kann der Nachbar von ihrem Erbauer bis zum Vorliegen der erforderlichen öffentlich-rechtlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen verlangen, daß dieser die Gründung so tief legt, wie es erforderlich ist, um bei Errichtung eines baurechtlich zulässigen Gebäudes auf dem Nachbargrundstück die Nachbarwand zu benutzen. Er hat ihm in diesem Falle die entstandenen Mehrkosten zu erstatten. Auf Verlangen ist binnen zwei Wochen Vorschuß in Höhe der voraussichtlichen Mehrkosten zu leisten. Der Anspruch auf tiefere Gründung erlischt, wenn der Vorschuß nicht fristgerecht geleistet wird. (2) Der Erbauer der Nachbarwand kann verlangen, daß der Nachbar innerhalb angemessener Frist die tiefere Gründung selbst ausführt. Nach Ablauf dieser Frist gilt das Verlangen auf tiefere Gründung nach Absatz 1 als nicht gestellt. (3) Soweit die tiefere Gründung zum Vorteil des zur Bebauung vorgesehenen Grundstücks ausgenutzt wird, beschränkt sich die Erstattungspflicht des Nachbarn auf die Hälfte der entstandenen Mehrkosten; darüber hinaus erbrachte Leistungen können zurückgefordert werden. Absatz 2 ist nicht anzuwenden. Dritter Abschnitt – Grenzwand § 13 Errichten der Grenzwand (1) Grenzwand ist die unmittelbar an der Grenze zum Nachbargrundstück, jedoch ausschließlich auf dem Grundstück des Erbauers errichtete Wand. (2) Wer eine Grenzwand errichten will, hat dem Nachbarn die Bauart, Bemessung und Gründung der beabsichtigten Wand schriftlich anzuzeigen. § 6 Abs. 3 findet entsprechende Anwendung. (3) Der Nachbar kann innerhalb eines Monats nach Zugang der Anzeige eine solche Gründung der Grenzwand verlangen, daß zusätzliche Baumaßnahmen vermieden werden, wenn er später neben der Grenzwand ein Gebäude errichtet oder erweitert. Mit den Arbeiten zur Errichtung der Grenzwand darf erst nach Ablauf der Frist begonnen werden. (4) Die nach Absatz 3 entstehenden Mehrkosten sind zu erstatten. In Höhe der voraussichtlich erwachsenden Mehrkosten ist auf Verlangen binnen zwei Wochen Vorschuß zu leisten; der Anspruch auf besondere Gründung erlischt, wenn der Vorschuß nicht fristgerecht geleistet wird. (5) Soweit die besondere Gründung auch zum Vorteil des zuerst errichteten Gebäudes ausgenutzt wird, beschränkt sich die Erstattungspflicht des Nachbarn auf den angemessenen Kostenanteil; darüber hinaus Thüringer Nachbarrechtsgesetz (ThürNRG)

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Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

§ 10 Beseitigen der Nachbarwand vor dem Anbau (1) Der Eigentümer des zuerst bebauten Grundstücks darf die Nachbarwand nur mit Einwilligung des Nachbarn beseitigen. Die Absicht, die Nachbarwand zu beseitigen, muß dem Nachbarn schriftlich erklärt werden. Die Einwilligung gilt als erteilt, wenn der Nachbar dieser Erklärung nicht innerhalb von zwei Monaten schriftlich widerspricht. Für die Erklärung gilt § 6 Abs. 3 entsprechend. (2) Die Einwilligung gilt trotz Widerspruchs als erteilt, wenn 1. der Nachbar nicht innerhalb von sechs Monaten nach Empfang der Erklärung einen Bauantrag zur Errichtung des Anbaues bei der Baugenehmigungsbehörde einreicht oder, falls dieses Vorhaben keiner Baugenehmigung bedarf, andere zur Schaffung der öffentlich-rechtlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen erforderliche Maßnahmen einleitet, 2. nicht innerhalb eines Jahres nach Vorliegen der für den Anbau erforderlichen öffentlich-rechtlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen mit dessen Ausführung begonnen wird, 3. bei verfahrensfreien Baumaßnahmen nicht innerhalb eines Jahres ab der Erklärung nach Absatz 1 Satz 2 mit dem Anbau begonnen wird oder 4. die Versagung einer für den Anbau erforderlichen Genehmigung oder sonstigen öffentlich-rechtlichen Entscheidung nicht mehr angefochten werden kann. (3) Beseitigt der Erbauer der Nachbarwand diese ganz oder teilweise, ohne hierzu nach den Absätzen 1 und 2 berechtigt zu sein, so kann der anbauberechtigte Nachbar ohne Rücksicht auf Verschulden Ersatz für den ihm durch die völlige oder teilweise Beseitigung der Anbaumöglichkeit zugefügten Schaden verlangen. Der Anspruch wird mit der Fertigstellung des Rohbau des späteren Gebäudes fällig.


bereits erbrachte Leistungen können zurückgefordert werden. (6) Die Absätze 2 bis 5 gelten nicht, wenn Garagen oder andere eingeschossige Nebengebäude ohne Aufenthaltsräume an der Grenze errichtet werden sollen.

Gesetze/Verordnungen/Richtlinien

Bauordnungsrecht

§ 14 Anbau an eine Grenzwand (1) Der Nachbar darf eine Grenzwand durch Anbau (§ 5 Satz 2) nutzen, wenn der Eigentümer einwilligt. (2) Der anbauende Nachbar hat eine Vergütung zu zahlen, soweit er sich nicht schon nach § 13 Abs. 4 an den Baukosten beteiligt hat. Auf diese Vergütung ist § 7 Abs. 1, 2 und 4 entsprechend anzuwenden. Die Vergütung erhöht sich um den Wert des Bodens, den der Anbauende gemäß § 4 Abs. 2 bei Errichtung einer Nachbarwand hätte zur Verfügung stellen müssen. (3) Für die Unterhaltungskosten der Grenzwand gilt § 8 entsprechend. § 15 Anschluß bei zwei Grenzwänden (1) Wer eine Grenzwand neben einer schon vorhandenen Grenzwand errichtet, hat sie auf seine Kosten an das zuerst errichtete Gebäude dicht anzuschließen. Er hat den Anschluß auf seine Kosten zu unterhalten. (2) Die Einzelheiten des beabsichtigten Anschlusses sind in der nach § 13 Abs. 2 vorgeschriebenen Anzeige dem Nachbarn mitzuteilen. (3) Werden die Grenzwände gleichzeitig errichtet, so tragen die Nachbarn die Kosten des Anschlusses und seiner Unterhaltung zu gleichen Teilen.

1. die Höherführung der Schornsteine und Lüftungsschächte zur Betriebsfähigkeit oder die Erhöhung der Antennenanlage für einen einwandfreien Empfang von Sendungen erforderlich ist, 2. die Befestigung der höher geführten Schornsteine, Lüftungsschächte und Antennenanlagen ohne Inanspruchnahme des Nachbargebäudes nur mit erheblichen technischen Nachteilen oder unverhältnismäßig hohen Kosten möglich wäre und 3. das betroffene Grundstück nicht erheblich beeinträchtigt wird. (2) Der Eigentümer und der Nutzungsberechtigte des betroffenen Grundstücks müssen ferner dulden, 1. daß die höhergeführten Abgasanlagen, Lüftungsschächte und Antennenanlagen von ihrem Grundstück aus unterhalten und gereinigt werden und 2. daß die hierfür erforderlichen Einrichtungen auf ihrem Grundstück angebracht werden, wenn diese Maßnahmen anders nicht zweckmäßig oder nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten getroffen werden können. Sie können die Berechtigten darauf verweisen, an ihrem Gebäude außen eine Steigleiter anzubringen und zu benutzen, wenn dies den notwendigen Zugang für die nach Satz 1 vorzunehmenden Arbeiten ermöglicht. (3) Die Absätze 1 und 2 gelten für Antennenanlagen nicht, wenn dem Eigentümer und dem Nutzungsberechtigten des niedrigeren Gebäudes die Mitbenutzung einer dazu geeigneten Antennenanlage des höheren Gebäudes gestattet wird.

§ 16 Unterfangen einer Grenzwand § 18 Anzeigepflicht (1) Muß der Nachbar zur Errichtung seines Gebäu- Für die Verpflichtung zur vorherigen Anzeige der Rechtsdes seine Grenzwand tiefer als die zuerst errichtete ausübung gilt § 6 entsprechend. Keiner vorherigen AnGrenzwand gründen, so darf er diese unterfangen, zeige bedürfen jedoch die vorgeschriebenen Tätigkeiten wenn keine erhebliche Schädigung des zuerst errich- des Schornsteinfegers, notwendige Besichtigungen der teten Gebäudes zu besorgen ist und das Unterfangen Anlage durch den Berechtigten sowie kleinere Arbeiten, nur mit unzumutbar hohen Kosten vermieden werden die den Verpflichteten nicht belästigen. könnte. (2) Für die Verpflichtung zur vorherigen Anzeige der § 19 Schadensersatz Rechtsausübung und zum Schadensersatz gelten die (1) Schaden, der bei Ausübung der Rechte nach § 17 §§ 6 und 19 entsprechend. dem Eigentümer oder dem Nutzungsberechtigten des Vierter Abschnitt Nachbargrundstücks entsteht, ist ohne Rücksicht auf Hochführen von Abgasanlagen, Lüftungsschächten und Verschulden zu ersetzen. Hat der Geschädigte den Schaden mitverursacht, so richtet sich die ErsatzAntennenanlagen pflicht sowie der Umfang der Ersatzleistung nach den § 17 Inhalt und Umfang Umständen, insbesondere danach, inwieweit der Scha(1) Der Eigentümer und der Nutzungsberechtigte eines den überwiegend von dem einen oder dem anderen Teil Grundstücks müssen duld