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Das kritische Sch端ler_innenmagazin

Ausgabe 03/2011

I Love Social Equality Interview mit Lida Tinba Internationaler Tag gegen Gewalt an

klipp & klar 03/2011, zul.nr.GZ02Z033576M, verlagspostamt 4020 Linz

Frauen

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huljahres r dieses Sc lipp & Kla K e st ie Redaker d as ch nun d chäftigt si es b al Du hältst M htigs se aler Gerec änden. Die Thema sozi in deinen H em d chuts it m ner Gesam anderem Vorzüge ei tion unter ie cial d so ch ♥ au „I werden Kampagne keit. Dabei en sere neue m n m u o d ek n b u t chte kers Corner ea le durchleu it Sp ke h Im . die Möglic vorgestellt d Schüler n equalitiy“ u u A . n en n te n h Schüleri n zu beric engagierte ren Schule er b ih ü k an s lic u b er srassism kurzen Üb über Alltag t es einen der englißerdem gib ngress und o K su sm si it den as diesmal m den AntiR äftigt sich ch es ische b lit el o ik p sche Art nd. Frauen n in Engla t an ge al n u it ew G re Aussch ge gegen Ta 16 nie d n nd d hinte fi Themen si Pay Day un al u Eq er d d Frauen un l! Gewinnspie h die kom dest du ein ch sicherlic eu d rir w abe tern und ve Diese Ausg eit erleich iige Schulz ss re st al mitschre e m d n men u selbst ei d st ill w d süßen. Un @aks-linz.at ben? office

Marco Pühringer & Viktoria Kraxberger

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MHV: aktion kritischer schüler_innen Kaisergasse 14 a, 4020 Linz

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Chef_innenredaktion: Viktoria Kraxberger, Marco Pühringer Redaktion: Christina Götschhofer, Xenia Ziegler, Masengu Kanyinda, Myriam Wieser, Simon Seher, Patrick Rusam, Marie-Christine Mirli, Sandra Hochmayr, Tarek Elsherif Layout: muis, carlo Druck: Druck 2000 Prokop GmbH

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Soziale Selektion

WE LOVE SOCIAL EQUALITY! Denn freie Bildung steht allen zu!

Verstecktes Schulgeld ist in Österreich ein sehr heftig diskutiertes Thema. Zwar gilt die staatliche Bildung eigentlich als kostenlos und frei zugänglich, dennoch haben sozialschwächere Schüler_innen noch immer mit großem Mehraufwand und Benachteiligung zu kämpfen. Uns ist klar, dass das ein Ende haben muss. Freie Bildung für alle: Es darf nicht an der Finanzierung scheitern! Freie Bildung, nur ein Wunschtraum? Sobald die Kinder die Volksschule beendet haben, besteht für Österreichs Eltern die Qual der Wahl einer weiterführenden Schule. Einerseits bietet sich die Möglichkeit einer Privatschule, welche angeblich bessere Ausbildung, qualifizierteres Lehrpersonal und eine bessere Infrastruktur bietet. Das Schulgeld fällt daher hoch aus,wobei in manchen Fällen die Leistung der Summe nicht einmal gerecht wird. Die Mehrheit der Schüler_innen besuchen jedoch eine öffentliche, staatlich finanzierte Schule, da sich viele den Luxus eines überteuerten Schul-

In der Kampagne wir sichunter anderen vehement für die Gesamtschule eingesetzt

geldes nicht leisten können oder wollen. Hierbei schockiert die Tatsache, dass nicht die Fähigkeiten eines/r Schüler_in sondern der Wohlstand über seinen/ihren Ausbildungsweg entscheiden. Geldfalle: Staatliche Schule Obwohl vom eigentlich vom Staat finanziert ,dürfen die versteckten Schulkosten der öffentlichen Schulen nicht außer Acht gelassen werden. Diese findet man in Form von Einkaufslisten am Schulanfang sowie kostspielige Schulbücher , welche oft nur selten bis gar nicht benützt werden. Auch Klassenfahrten, mit dem Ziel die Gemeinschaft

zu stärken, können Schüler_innen mit bescheidenen, finanziellen Mitteln ins soziale Abseits stellen. Diese können sich nämlich oft die immer teurer werdenden Reisen wie zum Beispiel in die USA, London oder Afrika nicht leisten, wodurch ihnen wichtige Erfahrungen zur persönlichen uns sozialen Entwicklung vorenthalten werden. Hinzu kommen kostspielige Nachhilfestunden von mittlerweile 20-50 €. Alternativen: How to make it better? Es gibt für weniger gut situierte Familien zwar eine Reihe von Beihilfen, doch die Informati-

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Soziale Selektion

Bildung sollte nicht vom Einkommen der Eltern abhängig sein

onen darüber sind unzureichend zugänglich und auch hier entstehen Stigmatisierungen auf Grund von Inanspruchnahme dieser Beihilfen. Des weiteren decken sie nicht alle Aspekte des versteckten Schulgeldes ab, so werden zum Beispiel die Kosten für das Mittagessen der Schüler_innen übergangen. Vor allem in der Oberstufe haben die Schüler_innen oft bis 6 Unterricht und müssen noch dazu teures Geld für Mittagessen ausgegeben, wenn es überhaupt angeboten wird. Wir finden, in staatlich finanzierten Schulen sollte auch Verpflegung mitinbegriffen sein, wie es unter anderem im

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Die aks tritt gegen Einsparungen im Bildungsbereich auf.

finnischen Schulsystem schon seit Jahren erfolgreich durchgeführt wird. Generell können wir uns einiges von den Finn_innen abschauen, was Schule angeht. Nicht umsonst ist Finnland immer eine der Top-Nationen bei der PISA-Studie. Gemeinsam gegen soziale Ausgrenzung! „ I LOVE SOCIAL EQUALITY – soziale Gerechtigkeit geht uns alle an!“ so lautet der Leitspruch der diesjährigen Netzwerkkampagne der aks-Linz, der Sozialistischen Jugend Linz, des Verbandes Sozialistischer Studentinnen und Studenten Österreichs (VSSTÖ-Linz) und der der Initative

Kritischer Studierender mit der sie sich gemeinsam mit engagierten Jugendlichen für eine sozial gerechte Gesellschaft und Schule einsetzen. Uns ist es wichtig, dass jeder und jede die gleichen Chancen bekommt und weder das soziale Umfeld noch der finanzielle Hintergrund eines Menschen über Zukunft und Karriere entscheiden, egal ob Hauptschule, Gymnasium und Universität. Daher fordern wir : Nein zu Studiengebühren & Zugangsbeschränkungen jeglicher Art! Her mit Gesamt- und Ganztagsschulen! Und weg mit den Privatschulen! (xz)(mk)

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Frauenpolitik

„WENN MÄNNER KINDER BEKÄMEN, wäre die Abtreibung längst ein Sakrament“

meint Kay Lorentz. Wie schwer ist es in Österreich einen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen? Wie stehen Politiker_innen zum Thema Abtreibung? Ab wann ist der Mensch ein Mensch? Proteste für das Recht der Frau abzutreiben

Ein Weg ohne Hürden? Will eine Frau in Österreich ihre Schwangerschaft abbrechen, so ist dies nicht immer leicht. Denn es gibt in manchen Bundesländern nur ganzwenige Möglichkeiten abzutreiben. So führt in Vorarlberg nur eine private Klink Schwangerschaftsabbrüche durch, in Tirol sind es schonzwei Kliniken, jedoch sind diese auch Privatklinken. Spitzenreiter ist Wien mit sechs privaten und sieben öffentlichen Klinken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Man möge meinen, dass dies ausreiche um Abbrüche durchzuführen, jedoch stellen sich noch weiter Hürden auf dem Weg zum Abbruch. Denn es ist noch immer der Ärztin oder dem Arzt persönlich überlassen, ob er den Abbruchdurch-

führen möchte oder nicht. Ab wann ist der Mensch ein Mensch? Bei dieser Frage können sich auch die Politikerinnen und Politiker Österreichs nicht einigen. Für manche ist der Embryo ab der Befruchtung ein Mensch, für mache gilt der zum Fötus gewachsene Embryo erst ab dem 5. Schwangerschaftsmonat als Mensch. Auch wenn sie sich nicht einigen können ist eine Frage viel interessanter; wer führt eigentlich die Abtreibungsdebatte? Es ist auffällig, das fast ausschließlich Männer über die Fristenregelung diskutieren. Es melden sich kaum Frauen zu Wort. So meldet sich uA Gesundheitsminister Alois Stöger zu Wort „Es wird ja eine ganze Per-

sonengruppe, nämlich die Frauen, nicht ernst genommen, wenn es in ganz Westösterreich kein Angebot [zum Schwangerschaftsabbruch; Anm.] gibt. Das geht nicht.“ Familienminister Reinhold Mitterlehner will, im Gegensatz zu Stöger, „Mut zum Kind“ machen anstatt den Ausbau eines Infrastrukturnetzwerkes zu unterstützen. Und was bedeutet das für die Frauen? Viele Abtreibungsgegner_innen sind der Meinung, dass frau nach dem Abbruch einen psychischen Schock erleiden würde. Dies ist noch nicht wissenschaftlich bewiesen, jedoch führt die Angst vor einem Schock nicht selten zu ebendiesem. (cg)

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Frauenpolitik

UNSCHLAGBAR

16 Tage gegen Gewalt an Frauen Jede 5. Frau in Österreich ist einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen, die meisten davon in ihrem näheren Lebensumfeld, in Form von häuslicher Gewalt. Auch heute, im 21. Jahrhundert ist dieses Thema noch viel zu oft ein Tabuthema. Dennoch versuchen unzählige Vereine jedes Jahr wieder auf dieses Thema hinzuweisen. Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen Am 25. November findet jedes Jahr der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen statt. Dieser Tag ist gleichzeitig der Startschuss für die 16. Tage gegen Gewalt an Frauen, einer Internationalen Kampagne die jedes Jahr von 25. November bis 10. Dezember stattfindet. Auf der ganzen Welt nützen Fraueninitiativen, Frauenhäuser und andere feministische Organisationen den Zeitraum vom Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte um auf das immer noch tabuisierte Thema der Gewalt hinzuweisen und aufzuklären. Männer gegen Männergewalt

Ab dem 25.11. finden die 16 Tage gegen Gewalt an Frauen statt.

Doch nicht nur Frauen setzten ein Zeichen gegen Gewalt. Auch die Männer der White Ribbon Kampange machen sich für eine Gewaltfreie Welt stark. Der White Ribbon ist eine weiße Schleife, die Männer tragen, die sich offen gegen Männergewalt aussprechen wollen. Außerdem fordern die Aktivisten* dieser Bewegung ein neues, gewaltfreies Männlichkeitsbild zu schaffen.

eine Informationsstelle gegen Gewalt an und setzt jedes Jahr Aktionen, u.a. zu den 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen. Der Verein unterstützt betroffene Frauen aber auch Angehörige, mit dem Problem der häuslichen Gewalt fertig zu werden und leistet wichtige Aufklärungsarbeit. (sh)

Verein Autonomer Frauenhäuser Der Verein Autonomer Frauenhäuser betreibt 30 Frauenhäuser in Österreich, um betroffene Frauen vor Gewalt in Familie und Partner_innenschaft zu schützen. Außerdem bietet der Verein

Verein Autonomer Frauenhäuser: www.aoef.at/cms

Factbox: Frauenhelpline: www.frauenhelpline.at White Ribbon Kampagne Österreich: www.whiteribbon.at

Woman Against Violence Europe: www.wave-network.org

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Speaker‘s Corner

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WIE ERLEBST DU RASSISMUS AN DEINER SCHULE?

Rassismus ist am BG/BRG Brucknerstraße kein großes Thema, da in meiner Schule wenig SchülerInnen mit Migrationshintergrund sind. Das liegt auch daran, dass es in unserem Bildungssystem für diese schwieriger ist in ein Gymnasium zu kommen. Mobbing ist trotzdem ein großes Problem. Doch die LehrerInnen haben wenig Interesse an solchen Problemen etwas zu ändern. Soziale Probleme werden weitgehend ignoriert.

der aks Aktivist_innen

Rassismus ist besonders in meiner Schule (HAK 1 Wels) ein großes Problem. Da nämlich ein Großteil der SchülerInnen der Handelsschule Migrationshintergrund hat, kommt es oft zu Streit und Mobbing, nicht nur durch die SchülerInnen der Handelsakademie sondern auch durch LehrerInnen. Dabei sollten gerade diese Vorbilder sein. Diskriminierung und Ausgrenzung dürfen in der Schule keinen Platz haben!

Katharina Gärtner

Christina Götschhofer

besucht die HAK ! Wels

besucht das BRG/BORG Kirchdorf

An meiner Schule empfinde ich Rassismus als kein großes Problem. Ein weit größeres Problem sind die Aussagen mancher Lehrer_innen gegenüber Schülerinnen. Ich bin in einer naturwissenschaftlichen Schule, in meiner Klasse sind wir 10 Mädchen und 2 Burschen. Obwohl wir 10 Mädchen sind, wird auf die Burschen mehr eingegangen. Es ist, als würden alle denken, dass Mädchen zu dumm für Naturwissenschaften sind.

Matthias Svoboad besucht das BRG Brucknerstraße Welsf

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Wissen ist macht

WUSSTEST DU, DASS ... … es in Langley, Virginia ein „George Bush Center for Intelligence“ gibt? … auf der Website des FBI eine Rubrik »Fun & Games« existiert? … Pythagoras eine Religion begründete, deren Mitglieder keine Bohnen anfassen durften? … Napoleon panische Angst vor Katzen hatte? … wenn du 8 Jahre, 7 Monate und 6 Tage schreien würdest, du genug Energie produziert hättest um eine Tasse Kaffee zu erwärmen?

WAS MACHE ICH, WENN ... ... ich ungerecht benotet wurde?? Wenn du dich ungerecht benotet oder behandelt fühlst, kannst du eine Berufung einlegen! In welchem Zusammenhang kann jemand ungerecht beurteilt werden? •

Du wurdest zu lange geprüft (bei mündlichen Prüfungen 15 Minuten, bei

Die Mitarbeit wurde nicht in die Note miteinbezogen

• •

schriftlichen Überprüfungen 30 Minuten)

Ein „Nicht Genügend“ wurde willkürlich vergeben

Die Lehrperson zeigt die offensichtlich, dass sie dich nicht mag und äußert abfällige Bemerkungen

Du kannst eine Sachverhaltensdarstellung benutzen:

Ungerechte Behandlungen, die von Mitschüler_innen beobachtet wurden, kannst du diese von ihnen schriftlich bezeugen lassen. Deine Eltern können berufen:

Dabei schreiben sie einen Brief an den Landesschulrat, in dem erklärt wird inwiefern du

ungerecht behandelt wurdest und legen dann auch die Sachverhaltensdarstellungen deiner Mitschüler_innen bei.

silence. Our reNoone can bomb us to re democrazy. mo action to violence is Even more humanity‘ Jens Stoltenberg

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Bildungspolitik

...

SCHÜLER_INNENFREIFAHRT Ein Auslaufmodell?!

Gratis Bim fahren war gestern- und das, obwohl der Staat jährlich 319,76 Mill. für Schüler_innenfreifahrt ausgibt. Der Schulbetrieb ist noch nicht richtig im Gange, da müssen sich manche Linzer Schüler_innen schon wieder ärgern. Grund dafür sind die Budgetkürzungen des Finanzministeriums im Bereich „Schüler_ innenfreifahrt. Fußmarsch statt Straßenbahn Schüler_innen mehrerer Linzer Schulen wird die kostenfreie Benutzung der „Linz AG Linien“ gestrichen, was die Betroffenen zum Überqueren gefährlicher Straßenkreuzungen zwingt, weil sie einen längeren Weg zu Fuß zurücklegen müssen. Zumeist wohnen die Betroffenen weiter entfernt und haben ohnehin schon einen langen Anfahrtsweg. Konkret betrifft es Schüler_innen des akademischen Gymnasiums, HTL 1, BRG Hamerling und des Georg von Peuerbach Gymnasiums. Die Behörden wollen, dass die Schüler_innen dieser Schulen von der Bushaltestelle keine Weiterfahrt erhalten, sondern zu Fuß gehen.

Der Staat spart beinhart bei der Schüler_innenfreifahrt

Sparen am falschen Ort Seit zwei Jahren versuchen die zuständigen Behörden durch Kürzungen im Freifahrtsbereich zu sparen. Sie werden dabei immer drastischer und nehmen zunehmend mehr Schüler_innen ihre Freifahrt weg. Die zuständigen Politiker_innen sollten sich einmal die Frage stellen, ob es für den Staat nicht besser wäre, den Jugendlichen die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln nahe zu legen, als ihre Mobilität einzuschränken und ihre Gesundheit zu gefährden. Es wäre keine unbezahlbare Maßnahme, Schüler_innen uneingeschränkte Freifahrt zu ermöglichen und würde vieles bewirken. (sts)

Factbox:

Auszug aus dem Familienausgleichsgesetz 1967: Schülerfreifahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Schülerinnen und Schüler, die das 26. Lebensjahr (24. Lebensjahr ab dem 1. September 2011) noch nicht

vollendet haben und für die österreichische Familienbeihilfe bezogen wird, haben bei Erfüllung aller

übrigen Voraussetzungen die Möglichkeit, eine Schü-

lerfreifahrt für die Strecke zwischen der Wohnung im Inland und der Schule zu beantragen. Entsprechend

ausgefüllte und von der Schule bestätigte Formulare

sind beim jeweiligen Verkehrsunternehmen einzurei-

chen. Als Eigenanteil ist ein Pauschalbetrag von 19,6 € pro Schuljahr zu leisten.

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Internationales

BILDUNGSKRIEG IN SÜDAMERIKA Wenn die Wirtschaft Schule macht

Santiago de Chile, Bogota. In den beiden Südamerikanischen Staaten Chile und Kolumbien befinden sich Student_innen momentan in einem hoffnungslos scheinenden Kampf um ihr Bildungssystem. Junge Menschen lassen ihrem Wut freien Lauf

Gleiche Bildungsmöglichkeiten für alle! Dieser Wunsch beschäftigt momentan viele Jugendliche auf der ganzen Welt, speziell in lateinamerikanischen Staaten wurde für diese Forderung bei den gerade stattfindenden Bildungsprotesten erneut heftig demonstriert. Wenn man jedoch die Situation der Student_innen kennt wird klar, um eine Bildungsreform kommen die konservativen Regierungschefs Chiles und Kolumbiens diesmal nicht herum.. Das „verkaufte“ Bildungssystem In Chile und Kolumbien, sowie in praktisch allen südamerikanischen Ländern, hält sich bis heute

im Bildungssektor eine Teilung. Wer es sich leisten kann geht auf eine Privatschule und der Rest eben in staatliche Einrichtungen. Bald ergibt sich jedoch für den ärmeren Teil der Bevölkerung ein unüberwindbares Problem. Den teilweise befinden sich momentan mehr als 70% der höheren Schulen befinden sich nicht mehr in öffentlicher Hand. Umgerechtet fallen bei privaten Universitäten pro Monat mindestens 420 Euro an Studiengebühren an. Als letzter Auswege erscheinen auf den ersten Blick dadurch die noch staatlich geführten Unis. Doch auch hier ergibt sich schnell ein Problem. Nur wenige öffentliche Mittelschulen sind in der Lage ihren Schüler_in-

nen genug Wissen zu vermitteln damit diese die Aufnahmsprüfungen and den höheren Schulen bestehen können. Verhandlungen und Gewalt ohne Ende Eine Lösung in diesem Streit ist im Moment nicht in Sicht. Die Regierung ist weder bereit den Bildungssektor der Privatwirtschaft zu entreißen noch sonstige Reformen vorzunehmen. Stattdessen geht man mit Polizeigewalt auf Demonstranten_innen los. Es bleibt nur zu hoffen, dass dieser Stillstand in Südamerika bald überwunden wird. (pr)

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Interview

PROTESTE IN GRIECHENLAND Die Reichen sollen zahlen!

Die Regierung in Athen hat das Sparpaket beschlossen, die EU atmet auf. Doch unter den Demonstrant_innen in der Hauptstadt schwelt die Wut. Scheiben werden eingeworfen, Gebäude angezündet, Marmortreppen und Fassaden zerschlagen- auf der Straße tobt der Tumult. Reiche sollen zahlen! Nachdem in den letzen Jahren die Banken und Konzerne mit hunderten Milliarden Euro in ganz Europa gerettet wurden, ist jetzt klar, wer die Kosten für die Krise zahlt: Studierende, Arbeiter_innen, Arbeitslose und Pensionist_innen. Sozialabbau und Massensteuererhöhungen wohin man blickt. Und Europa spricht von den so genannten Hilfspaketen für Griechenland. Europas Eliten versuchen uns derzeit gerade einzureden, dass die massiven öffentlichen Budgetdefizite die Folge einer sozialstaatlichen Verschwendungssucht sind, ja dass wir alle sogar über unseren Verhältnissen gelebt hätten. Und nicht, dass die globale Wirtschaftskrise und die Rettung des kollabie-

renden Finanzsektors, die Staaten weltweit ins Defizit gebracht hat und wir nicht über, sondern unter unseren Verhältnissen leben, indem der Einkommensanteil der Lohnabhängigen am gesellschaftlichen Wohlstand ständig zugunsten der Unternehmensgewinne zurückgefahren wird. Interview Das Klipp&Klar hat eine in Griechenland lebende junge Frau selbst gefragt, wie sie zu den Protesten in Griechenland steht. Lida Tinba ist 19 Jahre alt und studiert in einer Universität in Athen Biologie. Klipp & Klar: In Griechenland gibt es nun ein sehr

Proteste auf den Straßen Griechenlands

hartes Sparpaket. Was geht dir nun durch den Kopf? Lida: Es geht mir sehr vieles durch den Kopf. Auf den Straßen sind tausende Menschen und demonstrieren gegen den harten Sparkurs. Vor allem Angst habe ich, wenn ich an die Zukunft denke. Durch das neue Sparpaket werden mir auch für mein Studium viele Steine in den Weg gelegt. Es war bisher schon nicht leicht, mein Studium zu finanzieren und nun ist es für uns fast unmöglich. Noch schlimmer ist es bei Studienrichtungen wie Medizin. Wenn man hier nicht Millionär_in ist hat man im Grunde keine Chance überhaupt das Studium zu beginnen. Auch die Schullaufbahn

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Interview

Gewaltsames Vorgehen der Polizei

ist ohne teure Nachhilfe nicht mehr schaffbar. Klipp & Klar: Die Demonstrationen wurden vor allem von der unteren Schicht ausgelöst. Wie stehst du zu der Sache? Lida: Das stimmt, aber die Demonstrationen wurden auch von den Jugendlichen in die Wege geleitet. Banken und Großkonzerne unterstützen diese Proteste natürlich nicht, die haben ja alles was sie brauchen, aber das Feld an Demonstrant_innen wird immer breit gefächerter. Die Krise hat auch schon längst die Mittelschicht erreicht. Die Regierung hat versprochen, dass die Reichen zahlen sollen, aber stattdessen neh-

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Lida Tinba ist eine 19 jährige Griechin, die bei den Protesten live dabei ist.

men sie es von denen den Armen und der Mittelschicht. Es ist diese Politik, die wir bekämpfen, nicht der Versuch, die Krise zu überwinden. Klipp & Klar: Du bist ja auch oft bei den Protesten auf der Straße dabei. Wie sieht es dort aus? Lida: Es herrscht Chaos. Die Polizei lässt keine friedlichen Demonstrationen zu und die Bevölkerung ist längst nicht mehr so Ruhig um nur die Straßen entlang zu gehen. Die griechische Polizei schleudert Tränengasgranaten in die Menge, von links, von rechts, die Menschen laufen los, drehen um, rennen, stolpern, wissen nicht mehr wohin, reiben sich die Augen. Viele schreien, um Luft ringend,

nach ihren Freund_innen, wollen raus, weg, nur noch in Sicherheit. Und in das Chaos hinein regnen immer weiter Steine, Flaschen und Tränengasgranaten. Es herrschen Bürgerkrieg ähnliche Zustände. Klipp & Klar: Wie denkst du, wird sich Griechenland in Zukunft verändern? BLida: Schwierige Frage. Ich weiß es nicht. Aber ich hoffe, dass sich die Lage wieder ändern wird und endlich die Schuldigen der Krise zur Kasse gebeten werden und nicht die Armen. Ich hoffe das in Zukunft Bildung für alle frei zugänglich ist und nicht das Einkommen der Eltern eine Rolle spielt. (mw)

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Universitätspolitik Sozialpolitik

THE “POLITE” ENGLAND AND ITS REVOLUTION They aren‘t only talkingt about a revolution

First there was the police shooting of Mark Duggan, and then the riot began. Cars got burnt out, people got killed and injured and that all had to happen because of the poverty and inequality in which so many people in London and other big English cities have to live. How it all began… It was nearly impossible to ignore the news of the riots in England, which all started in Tottenham, a district in the north of London. The 29-year-old Mark Duggan was shot by the police when they were trying to arrest him, but until now the cause for this deadly attack has not been published. The official reason for the planned arrest is that Duggan was thought to be part of a gun crime in the black community. Later the police found a bullet in a police radio and they assumed that it was from the victim, but this hypothesis1 was shown to be false when the ballistic laboratory2² found out that the bullet came from the police. Two Days after the shooting, a protest was or-

Beginning in London the conflict spread over the whole country

ganised by the friends and the family of Duggan. In the beginning it was peaceful, but when the crowd was standing outside of the Tottenham police station, waiting for hours just for an officer to speak to the family, some of the people started to act out their frustrations. The bomb went off The following nights were full of rioting³ and looting4. The English youth proclaimed their displeasure5 concerning the political system, the high unemployment6, their poverty7 and the huge gap between poor and rich through violence and fire-setting – the only way to make the world look at them.

But the riots were not only taking place in Tottenham, they occurred in many districts of London and later also in other cities like Birmingham, Bristol and Liverpool. The more time passed, the more people started to forget the first, real reason for the protests. Politicians were focusing on the reputation8 of London considering the Olympic Games the following year and the media showed the rioters as hooligans with no reason for their acts, but really those people are just trying to better their life and to show the world and the politicians that something is not all right.

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Universitätspolitik Sozialpolitik

The rumors left a big chaos behind

Unemployment as an important topic to the British The number of jobless people in Great Britain increased by 80 000 between April and June, which means that now there are about 2,510 million people without work. This is a very high amount if you look at the population (61,792,000 Inhabitants). What’s more is that Tottenham has the highest unemployment rate in London, and the eighth highest in the United Kingdom. The people living there don’t have much money and equality is only a dream for them. Violence as a solution? Still, the riots demanded many victims. Five people have been killed as a consequence of

Policemen also got injured or killed in the fights

the uproar and about 200 people have been injured. Among them were over 180 police officers and 10 fire fighters. Even if the insurgents9 have their reasons for the protests and actions, this cannot comfort the friends and relatives of the dead, neither can it excuse the offenders. To avoid more violence and riots in general, politicians called for the introduction of a curfew10. There was also one, who wanted the BlackBerry Messenger to be “temporarily disabled” because this media was used for organizing the protests. The people in London also built groups which chased masked youths and the people were trying to help each other with protecting their shops and property. Over 3000 people had been arrested and

over 1000 of them have come to court. It had been reported, that some tribunals were ordered to judge more harshly and so bail11 was denied to many people. (vk)

Übersetzunghilfe:

1 Annahme; ²2 Labor, in dem ballistische Untersuchungen stattfinden; 4 Plünderung; 5 Missfallen; 6 Arbeitslosigkeit; 7 Armut; 8 Ruf; 9 Täter_in; 10 Ausgangssperre, Sperrstunde; 11 Kaution

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AntiDiskriminierung

KINDER AUF DER FLUCHT

Viele riskieren ihr Leben auf dem Weg nach Europa „Ich kam über Russland und den Iran nach Österreich. Als ich angekommen war wusste ich nicht, dass ich in Österreich bin. Weil ich Österreich nicht kannte, so wie die meisten Menschen in Afghanistan. Ich hatte eine gefährliche Reise hinter mir. Wir mussten über Flüsse schwimmen und uns teilweise mit brüchigen Booten fortbewegen. Erst jetzt beginne ich zu begreifen wie gefährlich das ganze war.“ so erzählt Nadif ihre Geschichte. Auf der suche nach einer „besseren“ Welt Um von Afghanistan weg zu kommen zahlte ihre Familie ca. 15000 $ an Schlepper_innen. Eine Reise bis in die Türkei hätte ihr „nur“ 3000$ gekostet, Griechenland wäre auf 4000–5000 $ gekommen. So wie Nadif geht es vielen Minderjährigen. Alle suchen sie eine bessere Zukunft. Die wenigsten gehen freiwillig und nehmen solche Strapazen auf sich, doch viele müssen. Das Ankunftsland sucht sich so gut wie Keine_r aus. Nach Europa in eine „bessere“ Welt, das ist das Ziel..

Jeder Mensch sollte das Recht haben dort zu leben wo er_sie will!

Kein Mensch ist illegal! Die die es nach Europa schaffen werden aber nicht mit offenen Armen empfangen. Ganz im Gegenteil mit veralteten Methoden wird dort dann versucht ihr Alter festzustellen, die Ergebnisse stimmen in den wenigsten Fällen. Ihnen droht die Abschiebung und sie werden tagtäglich mit Fremdenhass konfrontiert. Viele müssen unter menschenunwürdigen Bedingungen auf der Straße leben, wie viele Asylwerber_innen in Griechenland. Doch Europa macht die Augen zu. Anstatt den Asylwerber_innen bessere Bedingungen zu bieten, werden viele Milliarden Euro von der

EU in „Grenzschutz-Programme“ gesteckt. Mit diesen Geld werden dann elektrisch geladene Zaunreihen auf spanischen Enklaven erbaut, oder in die Grenzschutz-Organisation FRONTEX gebuttert, die vor allem mit Verstössen gegen das Menschenrechts auffallen. Da kann mensch nur sagen: Stoppt diesen Wahnsinn! Kein Mensch ist illegal! (mp)

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AntiDiskriminierung

SAG NEIN ZU RASSISMUS! Von 14. Bis 16. Oktober fand der AntiRassismusKongress in St. Gilgen statt.

„Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil“, sagte bereits ein weiser Mann, besser bekannt als Albert Einstein vor mehr als hundert Jahren. Doch anscheinend befinden wir uns genau in obig genannter Epoche, da wir tagtäglich mit schwerstwiegenden Vorurteilen zu kämpfen haben. Ob in der Straßenbahn, in Schulen, an öffentlichen Plätzen oder am Arbeitsplatz. Fast überall begegnen wir Rassismus. Doch warum ist das so? Warum gibt es so was, wie Ausgrenzungen und Diskriminierungen? Es ist euch sicherlich schon einige Male aufgefallen, dass in der Linzer Altstadt oft Auseinandersetzungen zwischen Migrant_innen und Österreicher_innen gibt. Vorurteile sind der Grundstein für Rassismus. Vorurteile wie „Alle Pol_innen stehlen Autos!“, „Alle Ausländer_innen sind arbeitslos und faul!“ oder „Alle Schwarzen dealen mit Drogen“.

Gemeinsam setzen die aks und ZARA ein Zeichen gegen Rassismus.

Das sind die Standard Vorurteile, die wir eventuell von irgendwo erzählt bekommen haben und der_die Person sich selbst nicht auskennt. „alltägliche Diskriminierung“ Vor allem im Alltag gibt es Diskriminierung, die von den meisten Leuten gar nicht wahrgenommen wird. Einige Redewendungen, die als „normal“ angesehen werden, haben diskriminierenden Hintergrund. „schwarz fahren“, „Der Neger sein“ oder Bücher wie „10 kleine Negerlein“ oder bei Kinderspiele wie „wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“.

Sprache ist ein wichtiger Teil unseres Lebens und gerade darum ist es notwendig sich der Bedeutung solcher Wörter und Redewendungen im Klaren zu sein und diese bewusst nicht mehr anzuwenden. Weil die aks klar gegen Rassismus aufzeigen will, wurde diesen Oktober zusammen mit ZARA - (Zivilcourage und Antirassismus Arbeit) der AntiRassismus-Kongress veranstaltet. Dort konnte man lernen, wie Vorurteile zu entkräften sind und was du dagegen machen kannst. (mcm)

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Frauenpolitik

EQUAL PAY DAY

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! In Österreich gibt es in allen Branchen noch immer einen „Frauenabschlag“ – also weniger Verdienst nur aufgrund des Geschlechts. Unsere Perspektive für die Zukunft muss eine Gesellschaft sein, in der Frauen und Männer gleiche und fair verteilte Chancen und Rechte vorfinden. Ein existenzsicherndes und gerechtes Einkommen ist die Basis dafür. Frauen verdienen um 27% weniger als Männer!

Fakt ist: Mit einem durchschnittlichen Verdienstabstand Ein Verdienstabstand von 27% liegt zwischen Frauen und Männern. Der Equal Pay Day verfolgt das Ziel, einen Dialog rund um das Thema Lohngleichheit zu fördern. Dazu sind Arbeitnehmer_ innen und Unternehmer_innen gleichermaßen gefordert. Denn Einkommensunterschiede wirken sich auf die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes aus. Weniger Einkommen führt zu weniger Investitionen und Konsum und zu einer verminderten Rücklagenbildung und Vorsorge.

Wie viel länger müssen Frauen arbeiten, damit sie gleich viel verdienen wie Männer? Da Männer um 27% mehr verdienen als Frauen kommt man bei der Rechnungsmethode: 52 x 5 Arbeitstage = 260 Arbeitstage. Das heißt bei 27% weniger Lohn sind das 70 Tage die Frauen mehr arbeiten müssten um gleich viel wie Männer zu verdienen. Einer der vielen Gründe ist etwa eine hohe Teilzeitquote bei Frauen oder die spezifischen Karriereverläufe (Babypause). Aber 12 bis 15 Prozent der Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen ergeben sich rein aus dem Umstand, dass eine Frau eine Frau ist.

Frauen vor uns haben es vorgezeigt - wenn wir diese Perspektive verwirklichen wollen, müssen wir gemeinsam dafür kämpfen. Die Initiative des BPW Frauennetzwerkes leistet hier einen entscheidenden Beitrag, indem Bewusstsein für diese Ungerechtigkeit geschaffen wird - gerade unter Männern! Wichtig wären auch gesetzliche Maßnahmen mit Sanktionen, denn freiwillig hat noch niemand ein Stück seiner Macht, seines Einkommens oder seines Einflusses abgegeben. (te)

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Media

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BUCH: Mein Jahr als Mann Nora Vincent

Die New Yorkerin Norah Vincent verkleidet sich einen Abend als Mann um die Reaktionen ihrer Mitmenschen erleben. Sie ist keine Transgenderperson und fühlt sich eigentlich wohl im Körper einer Frau. Doch als sie merkt, das niemand daran zweifelt, das sie ein Mann ist, und daraufhin ganz anders wahrgenommen wird, beginnt sie mit einem Experiment: Sie lebt ein Jahr als Mann. In ihrem Buch beschreibt sie die Eigendynamik unterschiedlicher Gruppen: Sei es nun der Bowlingklub oder die Männerselbsterfahrungsgruppe, Norah, die sich im Buch selbst und während ihres Experiments Ned nennt, sucht unterschiedlichste Bereiche des Lebens auf und versucht einen Überblick über dieses Leben zu geben. Auch wenn das Buch teilweise Klischeebeladen ist, berichtet die Autorin auf interssante Weise über die erlebten Situationen und beschreibt so die „Männerwelt“ mit den Augen einer Frau. (sh)

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BUCH: Der Drachenläufer – Khaled Hosseini Dieses Buch ist ein berührender und auch beeindruckender Einblick in die Welt eines kleinen afghanischen Jungen zu schwierigen Zeiten. Der Roman beginnt in den 1970er Jahren und erzählt die Lebensgeschichte von Amir, dem Sohn eines reichen Afghanen, und seinem Freund Hassan, deren Diener. Es ist eine Geschichte von Freundschaft, Gewalt und Reue, die sehr zu empfehlen ist. (vk)

FILM: WHORES‘ GLORY – Michael Glawogger

Whores‘ Glory nimmt seine Zuschauer mit auf eine Reise mit vielen Überraschungen, auf der wir Menschen und Gebräuche kennen lernen und dem ältesten Gewerbe der Welt viele neue Facetten abgewinnen können. Ein mutiger, durch und durch faszinierender Film, der verschiedene Geschichten von Prostituierten rund um die Welt erzählt.

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Gewinnspiel

FM4 SCIENCE BUSTERS GEWINNSPIEL

Schicke deine Frage an gewinnspiel@sciencebusters.at und Gewinne Karten für einen der Auftritt der FM4 Science Busters, alle Termine auf www.sciencebusters.at Warum sind Hollywoods Laserschwerter nicht unendlich lang? Das Schwert stellt eine sehr untypische Waffe für das Science-Fiction-Genre dar. Phaserpistolen wirken da schon „moderner“. Aber ein Schwert steht eben auch für Ritterlichkeit und den Kampf Mann gegen Mann. Wenn Luke Skywalker gegen den übermächtigen Lord Vader kämpft, braucht er natürlich kein gewöhnliches Schwert, sondern eine Energiewaffe: das Laserschwert. Wie sieht so etwas vom technischen Standpunkt aus? Die Funktion eines Schwertes ist wohl jedem klar – aber beim Laser wird es schon schwieriger. Der Laser ist eine spezielle Lichtquelle. Licht besteht aus Photonen, also Lichtteilchen, die verschiedene Eigenschaften besitzen: Wenn die Energie groß ist, erscheint das Licht blau; bei geringerer Energie ist es rot. Eine normale Glühbirne sendet sehr viele Photonen mit unterschiedlicher Energie in unterschiedliche Richtungen aus – und das zu unterschiedlichen Zeiten. Alle möglichen Energien der Lichtteilchen sind vertreten, daher erscheint das Licht weiß. Der ganze Raum wird gleichförmig ausgeleuchtet. Beim Laser ist das anders – alle Photonen haben die gleiche Energie. Sie entstehen absolut gleichzeitig und werden in die gleiche Richtung ausgesandt. Da er so gebündelt bestimmte Materialien erhitzt, verwendet man den Laser zum Zertrümmern von Nierensteinen oder zum Schneiden von verschiedenen Materialien. Man könnte meinen, dass Laserlicht eine besonders hohe Energie hat. In Wirklichkeit erzielt es seine starke Wirkung jedoch nur dadurch, dass es in eine einzige Richtung ausgesandt wird und

sich nur auf einen kleinen Punkt konzentriert. Kommen wir zum Laserschwert zurück. Wenn kein Rauch oder Staub in der Luft ist, würden wir sein Licht nicht einmal sehen – sehr unpraktisch für einen Kampf. Aber warum ist das Laserschwert im Kino nur 1,5 Meter lang und sichtbar? Vom Standpunkt der Physik aus gesehen, wird sich ein Lichtstrahl so lange ausbreiten, bis er von einem Spiegel umgelenkt oder einem Gegenstand aufgehalten wird – eine unelegante Lösung. Man kann ein Laserschwert aber auch etwas anders bauen. Verwendet man einen Laser mit der richtigen Energie, so kann er Luft erhitzen. Bündelt man das Licht, erhitzt sich die Luft auf bis zu 30.000° C. Dabei kommt es zu einer kleinen „Explosion“, die in der Umgebung des Brennpunktes einigen Schaden anrichten kann. Nun muss man nur mehr das Licht dazu bringen, dass es auf einer Länge von 1,5 Meter mehrere Brennpunkte aufweist – man spricht von einem Brennstrahl. Dann hat man auf eben dieser Länge viele kleine Luftexplosionen, die gefährlich sind und tatsächlich so aussehen wie in Star Wars. Dieses Lichtschwert verhält sich dann genauso wie das „Echte“ aus Hollywood, genauso gefährlich und auch mit diesem speziellen Sound. Tatsächlich ist jedoch alles viel banaler: In Hollywood verwendet man Kunststoffstäbe, die mit einer Dunkellichtfarbe bestrichen wurden. Werden diese Stäbe mit UV-Licht bestrahlt, erscheinen sie in einem gleißenden Licht – was zwar effektvoll aussieht, aber recht harmlos ist. Science Busters im Fernsehen

„Tatort Gehirn“ 29.12. im Rahmen der Donnerstagnacht um 22:50 Uhr auf ORF 1

„Global Warming Party“ im Rahmen der Donnerstagnacht um 22:50 Uhr auf ORF 1

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aks-Schüler_innenkalender 2010/11 I love Social Equality - Plakat/ Pickerl/ Folder Gib Vorurteilen kein Daheim - Plakat/Pickerl/ Folder Nicht genügend Mitbestimmung – Plakat/Pickerl/Folder Erase Discrimination! – Plakat/Pickerl/ Folder Die fetten Jahre sind vorbei – Plakat/Pickerl/Folder Freies Wissen – Plakat/Pickerl/Folder Mein Körper meine Lust – Pickerl/Broschüre Hass macht häßlich – Plakat/Pickerl/Folder Rufseminar- Folder Service- Folder Get-active Broschüre Geschlechter gerechte Sprache Folder Das Toolbook für Schüler_innenvertreter_innen Anti-Homophobie Materialien - Plakat/ Pickerl/Folder Stundenplanpickerl Wandkalender ich will euch beim verteilen vom Klipp und Klar helfen mich interessieren eure Aktionen/ Projekte ja, ich will bei der aks mitmachen ja, ich will beim Klipp und Klar mitschreiben

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Größtes Schüler_innen Magazin Oberösterreichs

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