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Das kritische Schüler_innenmagazin

Ausgabe 01/2011

100 Jahre Weltfrauentag Interview mit Susanne Klinger

klipp & klar 01/2011, zul.nr.GZ02Z033576M, verlagspostamt 4020 Linz

Wehrpflicht in Österreich

RAISE YOUR FIST Klipp&Klar 01-2011.indd 1

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MHV: aktion kritischer schüler_innen Kaisergasse 14 a, 4020 Linz

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8. März 4 Seite 0

& Frauen

Bildung

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Seite 0

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wm Intervie Seite 14

n

e Fraue Richtig Seite 22

Chef_innenredaktion: Carina Strasser Redaktion: Johanna Mayr, Tarek Elsherif, Christina Götschhofer, Sandra Hochmayr, Philipp Stadler, Martin Schobesberger, Jahn Brüggemann Layout: muis, carlo Druck: Druck 2000 Prokop GmbH

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Geschichte

FRAUENKAMPF UND FEMINIST_INNENTAG

100 Jahre Internationaler Frauentag 8. März Am 8. März 1908 fand der erste internationale Frauentag in New York statt, um auf die Diskriminierungen von Frauen aufmerksam zu machen. 100 Jahre kämpfen Frauen nun schon für ihre Rechte am internationalen Frauentag. Manches ist getan, aber vieles ist noch ausständig. Rechtliche Gesetze gibt es, doch in der Realität lässt die Gleichberechtigung zu wünschen übrig. Internationaler Frauentag – der Hintergrund Der Internationale Frauentag hat einen langen Weg hinter sich. Er geht auf die Arbeiter_innenbewegung von Mitte des 19. bis zum 20. Jahrhundert zurück. Erste entscheidende Schritte waren Demonstrationen und Streiks von Textilarbeiterinnen in den USA. 1857 kam es zu einem Streik von New Yorker Textilarbeiterinnen, der auf brutale Weise unterdrückt wurde und den Sozialistinnen in jener Stadt am 8. März 1907 gedachten. 1908 demonstrierten in New York Sozialdemokratinnen erstmals an einem 8. März für mehr Frauenrechte. Konkret ging

es damals um das Frauenwahlrecht, aber auch um einen gleichen Lohn für gleiche Arbeit sowie verbesserte Arbeitsbedingungen. Die Organisation Social Democratic Women´s Society führte die Organisation durch. Sogar der Streik von Textilarbeiterinnen der New Yorker Triangle Shirtwaist Company Ende 1909 und ein Brand in der betroffenen Fabrik 1911, bei dem 146 Arbeiterinnen in den Flammen ums Leben kamen, trugen zum internationalen Frauentag bei. Im 19. Jahrhundert rief die Frauenbewegung erstmals zu einem internationalen Frauentag

Clara Zetkin Denkmal in Dresden

auf. Durchgesetzt wurde die Idee eines gemeinsamen Frauentags aber erst bei der Internationalen Sozialdemokratischen Frauenkonferenz im Herbst 1910 aufgrund der Initiative der Sozialdemokratin Carla Zetkin. 100 Frauen aus 17 Nationen unterstützten diese Initiative. 19. oder doch etwa 8. März?! Verschiedene Daten ebneten den Weg für den heutzutage anerkannten 8. März. Am 19. März 1911 fand der erste internationale Frauentag statt. Mit diesem Datum gedachte man den Märzgefallenen von 1848. Dieser Tag stand ganz unter

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Geschichte

Wir kommen so weit wir wollen - wir können das!

Frauendemonstrationen ebneten den Weg für den Internationalen Frauentag

der Forderung politischer Partizipationsrechte für Frauen. Der Erfolg dieses ersten Frauentages übertraf alle Erwartungen. Millionen Frauen gingen weltweit auf die Straße und machten auf ihre Rechte aufmerksam. Im Jahre 1912 schlossen sich nun auch Frauen in Frankreich, den Niederlanden und Schweden und Russland den Manifestationen an. 5 Jahre später führte das Kriegselend zu Unruhen und Arbeiterinnen forderten „Brot und Frieden“. Besondere Bedeutung sollte der Aufmarsch russischer Frauen in St. Petersburg am 8. März für den Ausbruch der Revolution anlässlich des internationalen Frauentags erhalten. Im Jahre 1921 wurde in Erinnerung an diese Frauende-

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monstration auf der 2. Internationalen Konferenz der Kommunstinnen der 8. März als internationaler Frauentag - wieder auf Initiative Clara Zetkins - beschlossen. In der Nachkriegszeit feierten ihn besonders die kommunistischen Staaten Europas als Tag der Befreiung der Frauen. Doch der Kampf war noch lange nicht zu Ende. Unter Adolf Hitler wurde der Internationale Frauentag verboten und durch den Muttertag ersetzt. Erst in den 1970er Jahren machte die neue Frauenbewegung den internationalen Frauentag zu einem Tag der Internationalen Frauensolidarität unter den Frauen aller Schichten und politischen Ausrichtungen.

Durch den Ausspruch „das Private ist politische“ wurden neue Forderungen am 8. März thematisiert, unter anderem das Abtreibungsrecht, Kritik an der geschlechtlichen Arbeitsteilung und die effektive Kriminalisierung von Gewalt gegen Frauen. Viele Forderungsbereiche sind aber weltweit seit den Anfängen im 18. Jahrhundert erhalten geblieben: das Recht auf Arbeit, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Bildungsund Ausbildungschancen, die soziale Sicherung von Frauen und Frieden. Auf weitere 100 kämpferische internationale Frauentage! (cs/jm)

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Bildungspolitik

FRAUEN UND BILDUNG

Nur weil Sie mich Schüler nennen, wächst mir kein Penis. Wusstest du, dass in einem Mathematikbuch zweiter Klasse mehr Kamele als Frauen vorkommen? Dass ein Englischbuch einer vierten Klasse behauptet, Frauen können nicht Autofahren. Da sich solche Rollenbilder unbewusst in unsere Köpfe schleichen, wirft sich die Frage, wie Frauen in unserem Bildungssystem klarkommen, auf.

Bildung spielt in unserer globalisierten Welt eine zentrale Rolle und ist ein wichtiges Instrument, um eine Gleichstellung der Geschlechter, Entwicklung und Frieden zu erreichen. In den letzten Jahren wurden viele Fortschritte gemacht und doch gibt es noch Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Hinblick auf den Zugang zur Bildung. Vor allem in Südasien, Lateinamerika, aber auch in Europa gibt es eine hohe Rate an weiblichen Analphabeten. Diese Rate ist in vielen Regionen deshalb so hoch, da Frauen in ihrer Kindheit keine Bildungseinrichtungen besuchen durften oder nicht konnten.

Der Schein vom gleichberechtigten Bildungssystem trügt

Der lange, harte Weg zur Bildungsmöglichkeit Seit der Reformation des Schul- und Bildungswesen unter Maria Theresia, gibt es ein staatliches Schulwesen in Österreich. Primär wurde eine Grundausbildung für Buben zur Verfügung gestellt, da es im 18. Jahrhundert zu viele Analphabeten im österreichischen Heer gab. Für Mädchen gab es keine Möglichkeit nach der sechsjährigen Volksschulausbildung eine mittlere oder höhere Schule zu besuchen, denn diese waren ausschließlich für Männer zugänglich. Erst im Jahre 1868 wurde die erste Mittelschule für Mädchen eröffnet, maturieren durften sie jedoch erst fünf Jahre

später. Eine weitere Benachteiligung stellte die Aufnahme an Universitäten dar, welche den Frauen erst ab 1901 ermöglicht wurde. Es war Frauen jedoch nur beschränkt möglich ein Studium zu absolvieren, da ihnen nur die Studienrichtungen Medizin und Philosophie gestattet waren. Mit der Schulreform des Wiener Otto Glöckel (1918) wurde eine bis heute gültige Basis für die optimale Bildung jedes Kindes, unabhängig von Geschlecht und sozialer Lage und schließlich wurde 1979 die Koedukation eingeführt.

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Bildungspolitik

Naturwissenschaftliche Fächer und Frauen ein Widerspruch?

Bildung ist weiblich Der FrauenDatenReport des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zeigt, dass Frauen bei der Bildung inzwischen weit aufgeholt haben und in punkto Flexibilität, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen gleich aufliegen – doch die Lebens- und Berufschancen zwischen den Geschlechtern in unserem dualen System sind noch immer sehr ungleich verteilt bzw. nicht gestiegen. In wirtschaftlich-höheren Schulen beträgt der Mädchenanteil 90%, in technisch-gewerblichen höheren Schulen jedoch beträgt der Mädchen-

Der Inselstaat muss einen harten Sparkurs auf sich nehmen

anteil nur 25%. Eben diese Zahlen zeigen, dass sich die Rollenbilder der Gesellschaft auch auf die Bildung der Schüler_innen übertragen. Nur jeder dritte Mann, aber jede 2. Frau schließt die Schulbildung mit der Matura ab. Obwohl quasi die Hälfte der Frauen mit Matura abschließt, entschließt sich wiederum nur die Hälfte dieser Frauen dazu an einer Universität zu studieren. Weiterentwicklung bitte! In der aktuellen bildungspolitischen Debatte wird meist vergessen, dass der Mangel an Ausbildungsplätzen Frauen und Männer unterschiedlich

trifft. Weiters ist die Erstausbildung für Frauen mit Migrationshintergrund seit Jahren besonders schwierig und wird auch kaum gefördert. Weitere Statistiken zeigen, dass der Frauenanteil nur in den Pflichtschulen steigt. Gezielte Mädchen- und Frauenförderung muss also zwischen Volks- und Hauptschule bzw. AHS passieren. Gerade in dieser Zeit werden die Weichen für das kommende Leben gestellt. Geschlechtssensible Pädagogik sollte daher verpflichtend in die Ausbildung der Lehrer_innen einfließen, sowie die oben erwähnten Rollenklischees in Schulbüchern sollten abgebaut werden. (cg)

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Marco P端

SV HAK R

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Speaker‘s Corner

von OÖ Schüler_innenvertreter_innen

Marco Pühringer SV HAK Rohrbach

Ich denke, dass die Schule für viele Jugendliche einen sehr großen Teil ihres Lebens ausmacht. Wir verbringen sehr viel Zeit dort und da dort so viele verschiedene Individuen zusammentreffen, sind Probleme vorprogrammiert. Daher ist es unerlässlich Freiräume und Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. Dabei denke ich zB an Couchecken und Raucher_innenhöfe sowie auch verschiedene Freizeitangebote.

Johanna Haill HBLA Landwied Linz

Für mich ist es wichtig, in der Schule gemütliche Einrichtungsgegenstände wie zum Beispiel Sofas vorzufinden, da diese eine lockerere Atmosphäre schaffen und dafür sorgen, dass wir in den Pausen besser miteinander kommunizieren und uns auch entspannen können. Außerdem bin ich der Meinung, dass der Ideenaustausch zwischen Lehrern und Schülern auf einer Augenhöhe und nicht von oben herab stattfinden sollte.

Schüler_innenvertretung Gymnasium Schlierbach

Bei uns in Schlierbach mangelt es meiner Ansicht nach nicht wirklich an Aufenthaltsräumen oder ähnlichem, da die vorhandenen ohnehin kaum in Anspruch genommen werden. Dennoch ist es für gelegentliche Freistunden ganz angenehm, seinen Kaffee in Ruhe auf einem gemütlichen Sofa genießen zu können. Ich bin also mit der Situation bei uns durchaus zufrieden.

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Wissen ist Macht

WUSSTEST DU, DASS ... ... Frauen erst seit dem Jahr 2000 an den Olympischen Spielen im Stabhochsprung teilnehmen dürfen?

WAS MACHE ICH, WENN ... ...… ich (als Frau) von Gewalt betroffen bin? Wohin kann ich mich wenden?

Gewalt ist, unabhängig davon, ob sie gegen Frauen oder Männer gewendet ist, strafbar. In Linz gibt es vier Einrichtungen, an die sich betroffene Frauen wenden können:

… die beiden jemals höchstgemessen IQs Frauen gehören?

Autonomes Frauenzentrum

Frauenhaus Linz

... alle zwei Minuten in Amerika eine Frau sexuell missbraucht wird?

4020 Linz

lebenden Frauen und Kinder zu

... die größte gemeinnützige,feministische Buchhandlung in Kanada besteht? …die feministische Madeleine Pelletier die erste weibliche Psychiater in Frankreich war und dass sie sich als Mann verkleidet als Protest gegen die Unterdrückung der Frau?

Starhembergstraße 10, 2. Stock

Tel.: 0732/602200

http://www.frauenzentrum.at/ Gewaltschutzzentrum OÖ

Adresse ist geheim um die dort schützen

Tel.; 0732/606700

help@frauenhaus-linz.at

Stockhofstraße 40

maiz – Autonomes Zentrum von & für

4020 Linz

Hofgasse 11

Eingang Wachreinergasse 2 Tel.: 0732/607760

http://www.gewaltschutzzentrum.at

Migrantinnen 4020 Linz

Tel.: 0732/890077

http://www.maiz.at

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Linzer Frauennetzwerk

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SISTERS UNITE!

Feminismus im 21. Jahrhundert Die AKS ist eine feministische Organisation, doch was bedeutet es eigentlich heute feministisch zu sein? Wofür kämpfen feministische Organisationen in einer Gesellschaft, die scheinbar Gleichberechtigung erreicht hat? Zu viel des „Guten“ oder nur reine Vorsichtsmaßnahme?

Speak clear! Geschlechtergerechte Formulierungen wie das Binnen-I (SchülerInnen) oder der Gender-Gap (Schüler_innen) sorgen immer noch für Diskussionen. Oft kommt als Gegenargument, dass es wichtigere Themen im Punkto Gleichberechtigung gibt, die geändert werden müssen. Dennoch schafft Sprache Bewusstsein und ist ein Spiegel der Gesellschaft. Obwohl Frauen scheinbar mitgemeint werden, ist bewiesen, dass wenn von Ärzten die Rede ist, sich die meisten eine Gruppe von Männern vorstellen. Das macht Frauen unsichtbar, wie auch oft in der Gesellschaft, in der Männer die repräsentativen Arbeiten ma-

chen, während Frauen im Hintergrund arbeiten. Equal Rights- Equal Chances? Wenn es um Gleichberechtigung geht, ist noch vieles zu tun. Denn auch wenn Frauen heute, rein gesetzlich gesehen, die gleichen Rechte haben wie Männer und auch die Bildungsabschlüsse von Frauen meist besser sind als die von Männern, verdienen Frauen noch um 1/3 weniger als Männer. Höhere Posten, wie die von Firmenchef_ innen oder Politiker_innen sind immer noch fest in Männerhänden. Doch woran liegt das? Männer haben meist gut funktionierende Netzwerke, sowohl im Privaten, als auch in Organisationen.

Um dazu einen Gegenpol zu schaffen gibt es in der AKS die Frauenarbeitsgruppe, in der Frauen die Möglichkeit sich zu vernetzen und mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. Come together! Eine weitere Möglichkeit sich mit anderen Frauen auszutauschen bietet das Feministische Seminar der Stahlstadtfrauen. Dort haben 30 junge Frauen die Möglichkeit sich mit den Themen Globalisierung, Queer Theories und den internationalen Frauenbewegungen auseinanderzusetzen. Infos dazu unter www.stahlstadtfrauen.at (sh)

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Gleichberechtigung

GANZE MÄNNER MACHEN FIFTY-FIFTY Was die Frauenquote ist.

Zwölf der 121 demokratisch regierten Länder werden von Frauen angeführt. In Österreich liegt der Männeranteil in Aufsichtsräten bei 90 Prozent. Frauen sind, in Österreich und weltweit, in Führungspositionen stark unterrepräsentiert. Keine Spur von fifty-fifty.

Der Begriff Frauenquote meint, dass Gremien mit einem bestimmen Frauenanteil besetzt werden müssen. Wird einem Aufsichtsrat eines Unternehmens beispielsweise eine Frauenquote von 50 Prozent auferlegt, müssen mindestens 50 Prozent der Personen in diesem Aufsichtsrat weiblich sein. Dabei können zwei Arten der Frauenquote verwendet werden. Die absolute Quotenregelung bevorzugt Frauen so lange, bis der vorgeschriebene Anteil erreicht ist. Kommt die relative Quotenregelung zum Einsatz, werden nur bei

Mehr als zwei drittel der Parlamentsabgeordneten sind männlich

gleicher Qualifikation so lange weibliche Bewerberinnen eingestellt, bis die Quote erfüllt ist. Österreich ist freiwillig Norwegen installierte als erstes europäisches Land eine verpflichtende Frauenquote für Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen. Dadurch stieg der Anteil von Frauen von 2003 bis 2009 auf 40 Prozent. Österreich ist davon weit entfernt. Nur jedes zehnte Aufsichtsratsmitglied ist mit einer Frau besetzt. Im Februar

verabschiedete die Bundesregierung ein Gesetz, demzufolge bis 2013 ein Viertel der Aufsichtsräte mit Frauen belegt sein soll. In acht bis zehn Jahren soll der Frauenanteil 40 Prozent betragen. Allerdings ist diese Regelung freiwillig, Unternehmen haben bei Nichteinhaltung keine Konsequenzen zu befürchten. Aufsichtsräte sind nicht die einzigen Gremien, die von Männern dominiert werden. Frauen sind in allen Führungspositionen stark unterrepräsentiert – obwohl sie 51 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Keine Spur also von fifty-fifty. (ps)

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Interview

credit_Stephanie Füssenich

„FEMINISMUS VERBESSERT AUCH DIE LAGE DER FRAUEN WELTWEIT“ Interview mit Susanne Klingner

Susanne Klingner veröffentlichte gemeinsam mit ihren Kolleginnen Meredith Haaf und Barbara Streidl im Frühjahr 2008 »Wir Alphamädchen. Warum Feminismus das Leben schöner macht« und betreibt seit Herbst 2007 einen webblog maedchenmannschaft.net, in dem sie tagtäglich über feministische Themen schreibt. Klipp & Klar:Von vielen jungen Menschen wird eine Diskriminierung heutzutage nicht mehr gefühlt. Ist Feminismus überhaupt noch notwendig? Susanne Klingner: Ja, davon bin ich überzeugt. Mit jedem Lebensjahr kommen neue Erkenntnisse dazu, dass doch alles nicht so in Butter ist. Eine der ersten Erfahrungen, die junge Frauen machen, ist die Erkenntnis, dass ihre Sexualität anders bewertet wird, als die der Jungen - Stichworte:Schlampe und Hecht. Trotz der Emanzipation ist dieser Doppelstandard noch immer fest in den Köpfen verankert. Jungs und

Susanne Klinger - Autorin des Blogs maedchenmannschaft.net

Mädchen sollten die gleichen sexuellen Erfahrungen machen dürfen - genauso sollten sie die Freiheit haben, sie nicht machen zu müssen. Vergewaltigungen und alle sexuellen Übergriffe, die in der schwer definierbaren Grauzone des „Eigentlich wollte ich nicht so richtig“ stattfinden, sind heute genauso ein wichtiges feministisches Thema wie früher. Klipp & Klar: Am 8. März findet der 100. Internationale Frauentag statt. Was bedeutet dieser Tag für Sie persönlich? Susanne Klingner: Für mich persönlich ist er ein wichtiger Link in die Vergangenheit

der Frauenbewegung. Ich finde es spannend zu sehen, was alles in den letzten hundert Jahren passiert ist, wie wahnsinnig weit die Frauen gekommen sind, aber auch, wie viel noch zu tun ist. Die meisten sind überrascht, dass noch bis 1953 Frauen bei einer Heirat ihren Besitz an ihren Mann abgeben mussten, oder dass bis 1997 Vergewaltigung in der Ehe nicht strafbar war. Das alles macht einem klar, dass Frauen immer als Menschen 2. Klasse gesehen wurden. Und durch die heutigen Rollenbilder stellt man fest, dass es Diskriminierung auch heute noch in anderer Form gibt. Und schaut man sich die Situation von Frauen in der ganzen Welt an, dann gibt es dort

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Interview

Nur fünf Prozent der Männer gehen derzeit in Karenz

Feminismus ist überall

immer noch ganz grundlegende Rechte zu erkämpfen: dass weibliche Föten nicht abgetrieben werden, dass Mädchen nicht genitalverstümmelt werden, dass junge Frauen nicht zwangsverheiratet werden, dass Frauen wählen dürfen, dass sie sich scheiden lassen dürfen und und und.. Feminismus hat immer auch den Anspruch, die Lage der Frauen weltweit im Auge zu behalten und für Verbesserungen zu kämpfen. Klipp & Klar:Im deutschsprachigen Raum wurde in letzter Zeit ein heftiger Diskurs über Quotenregelungen geführt. Haben Frauen ohne Quotenregelungen im heutigen Berufsleben überhaupt

eine Chance? Susanne Klingner: Sie haben immer eine Chance. Aber sie müssen dann nicht nur ihren Job super machen, sondern gleichzeitig noch gegen Vorurteile, Männerbünde und gegen Strukturen kämpfen, die es Frauen einfach schwerer machen, ins Topmanagement zu kommen als Männern: In den oberen Etagen sitzen Männer, die gern ihnen ähnliche Menschen um sich scharen, also: Männer; sie müssen gegen das Vorurteil ankämpfen, Frauen seien irrationaler als Männer und emotional gesteuert. Sie müssen sich gegen sexistische Sprüche wehren und dagegen nur nach ih-

rem Aussehen bewertet zu werden. Mit Kindern taucht noch das Problem der Kinderbetreuung auf. Kompetenz und Macht werden noch immer mit „Männlichkeit“ gleichgesetzt, dagegen muss man als Frau erst einmal ankommen (ohne wiederum beschimpft zu werden). Eine Quote in den oberen Etagen könnte diese Strukturen ändern. Wenn vier von zehn Vorstandsmitgliedern Frauen sind und man sieht, dass sie ihren Job genauso gut machen, könnten Vorurteile verschwinden. Auch die familienfeindlichen Arbeitszeiten im Management müssten abgeschafft werden. Das Interview führte Carina Strasser

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Universitätspolitik Innenpolitik

TAUZIEHEN UM DIE ABSCHAFFUNG DER WEHRPFLICHT Österreich und die Wehrpflicht

Österreich ist eines der letzten Länder der Erde, in welchem die Wehrpflicht für junge Bürger immer noch verpflichtend ist. Sechs Monate werden junge Männer verpflichtet und müssen ihren Dienst ableisten. Beim Zivildienst sind es sogar neun. Doch hat das eigentlich einen Sinn oder warum schafft man den Wehrdienst nicht endlich ab und vor allem: Wie lange wird Verteidigungsminister Darabos noch kämpfen müssen? Wozu, weshalb, warum? Wehrpflicht bedeutet, junge Bürger nach dem Schulabschluss für sechs Monate beim Bundesheer zu verpflichten. Hier lernen sie schießen, kämpfen und auf Befehle ihres Kommandanten oder manchmal auch ihrer Kommandantin zu hören. Sollte man das Heer ablehnen, kann man auch den Zivildienst ableisten. Dieser dauert aber länger und stiehlt einem somit noch mehr Zeit. Doch warum brauchen wir eigentlich ein Bundesheer? Aus zwei Gründen: Einerseits um als Katastrophenschutz zu fungieren: Sollte

Wie lang werden wohl junge Menschen noch zum Wehrdienst antreten?

wirklich einmal der Ernstfall eintreten, müssen Feuerwehr und Rettung unterstützt werden. Doch rechtfertigt das, eine Schieß- und Kampfausbildung der Soldaten? Außerdem existiert es, um die Büger_innen zu schützen. Doch wovor müssen wir uns schützen? Diese Frage wird oft thematisiert, aber nie klar beantwortet. Denn: Wer sollte Österreich wirklich angreifen?! Alternativen zum Heer Alternativ zum Heer, würde sich ein Katastrophenschutz anbieten um im oben genannten

Punkt weiterhin Feuerwehr und Rettung zu unterstützen. Dies käme viel Günstiger, als tausende Jugendliche Jahr für Jahr sinnlos auf einen Krieg zu drillen, der nie kommen wird! Durch diese Einsparungen könnte man auch das Schul- und Sozialsystem aufmöbeln. Weiteres könnte man ein kleines Berufsheer gründen, welches für den unwahrscheinlichen Fall eines Krieges eingesetzt werden kann. Hierbei besteht natürlich die Gefahr, viele schiesswütige Menschen anzulocken welche eher eine Gefahr darstellen, als eine Hilfe.(ms)

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Universitätspolitik Internationales

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DIE ENTWICKLUNG DES FRAUENFUSSBALLS

Der harte Kampf um Gleichberechtigung im Sport

Von Anfang an hatte es der Frauenfußball nicht leicht. Die Entwicklung war umstritten und in vielen Ländern ringt er immer noch um gesellschaftliche Anerkennung. Kulturelle Sinn- und Wertzuschreibungen des Fußballs waren für einen reinen Männersport wegweisend.

Geschichte Fußball etablierte sich zu einer maskulinen Domäne, das durch Verbote bis 1970 für Frauen nicht zugänglich gemacht wurde. Doch mehr und mehr Frauen organisierten sich in Mannschaften und frönten dem Mannschaftssport, was für einen erheblichen Diskurs in der Männerwelt sorgte. In der NS-Zeit gehörte der Fußball zu einen der jenen Sportarten, die nicht „frauengemäß“ waren und nur dem männlichen Kampfcharakter galt. 1921 verbot die Football Association den Frauen in England die Benutzung der Stadien. Vor allem im konservativen Deutschland wurde 1956 vom Deutschen Fußball-Bund organisierten Verei-

Der weite Weg des Frauenfußball

nen nicht gestattet, Damenfußball-Abteilungen zu gründen oder bestehende Damenclubs in den Verein aufzunehmen, sowie ihre Plätze für Damenfußballspiele zur Verfügung zu stellen. Ebenso Schiedsrichtern wurde es verboten, Frauenspiele zu leiten. Aber auch dieses Verbot ließ es Frauen nicht nehmen, unverdrossen weiterzukicken. Im Zuge der Frauenbewegung und der Befürchtung, die Frauen könnten einen unabhängigen Fußballverein gründen, ließ 1970 den DFB das Verbot von 1956 aufheben, ebenso wie in England. Die Entwicklung des deutschen Mädchen- und Frauenfußballs geht rasant weiter. Auch der DFB und die FiFA erkennen die Zeichen

der Zeit und entwickeln immer umfangreichere Förderprogramme. Österreich Der Frauenfußball in Österreich nahm eine Pionierrolle ein. Bereits 1923 wurde ein Damenteam gegründet und ein Jahr später der erste Frauenverein. Ein kurzes Ende kam mit dem Anschluss an das Deutsche Reich. Erst in den 1960ern wurde der Frauenfußball wiederbelebt. 1980 wurde in Linz der erste große reine Frauenverein in der 2. Republik gegründet. (cs)

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Gesellschaftspolitik

ASYL IST MENSCHENRECHT! Frauen auf der Flucht

Flucht ist niemals freiwillig und bedeutet für die Flüchtenden eine große psychische und körperliche Belastung. Neben „normalen“ Fluchtgründen, kommen bei Frauen noch geschlechterspezifische Fluchtgründe hinzu, die weiblichen Asylwerberinnen oft nicht bekannt sind, deshalb nicht angegeben werden und das Asylverfahren erschweren.

Was sind Frauenspezifische Fluchtgründe? Von einem Frauenspezifischen Fluchtgrund spricht man, wenn durch bestimmte Situationen ausschließlich oder zumindest stark überwiegend Frauen zur Flucht gezwungen werden. Oft findet eine Verfolgung von Frauen statt, wenn sie den gesellschaftlichen Normen nicht entsprechen. Frauen werden oft noch zum Heiraten gezwungen und haben keine Möglichkeit sich scheiden zu lassen. Sie werden ins Häusliche zurückgedrängt, wo sie Opfer von sexueller und körperlicher Gewalt werden. Doch nicht nur häusliche Gewalt ist ein Prob-

Die im dunkeln sieht man nicht - Frauenspezifische Fluchtgründe

lem, gerade in Bürger_innenkriegen werden Vergewaltigungen oft als „Mittel zur Kriegsführung“ eingesetzt. Ein weiterer Grund für Flucht kann die grausame Beschneidung von Mädchen, auch FGM (FEMALE GENITAL MUTILATION) genannt, sein. FGM- weibliche Genitalverstümmelung Weltweit sind 155 Mio Frauen von Genitalverstümmelung betroffen, jedes Jahr wird an 2 Mio. weiteren Mädchen diese grausame Prozedur vollzogen. Und das obwohl bereits vor 10 Jahren 174 Staaten dem Kairoer Abkommen zugestimmt

haben, welches Genitalverstümmelung verbietet. Auf den Mädchen liegt ein großer gesellschaftlicher Druck, denn unbeschnitten werden sie als „unrein“ und weniger wert angesehen, es ist schwieriger sie zu verheiraten, außerdem droht bei Verweigerung der Ausschluss aus der Gemeinschaft. Genitalverstümmelung ist nicht nur ein immenser Eindrang in die Privatsphäre einer Frau sondern kann auch zu lebenslangen psychischen und körperlichen Problemen führen. (sh)

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Geschichte

WOMEN AND THE RIGHT TO VOTE The hard way to achieve equality in politics.

Although about half of the population are women, women were not allowed to vote for a long time; even today some countries decline women the right to vote. Frauenwahlrechtsdemonstrationen 1911

Similarities Different countries introduced the women‘s suffrage (Wahlrecht) at different times, but there are a few points which are the same. First, women just started demanding the suffrage when there was a chance to reach it. Second, in the 19th century and the early 20th one, men started to kick women out of politics because of their sex, before they were excluded just out of tradition, but now it became a law. Third, although the women‘s suffrage has to be seen in a national context (for example, Finnish women gained the right to vote because Finland gained the independence from Russia), women started to organise themselves

international and founded international organisations. But also the reasons why men didn‘t want to give them the suffrage were the same: women are different and don‘t want to vote; women are not different and can be represented by a man; etc. Another reason for refusing the women to vote was that also workers were not allowed to vote, but giving both groups the suffrage was seen as a too big leap in the dark, so workers first were allowed to vote. Fight for your right Not all women were satisfied with this situation, so they formed organisations and started cam-

paigning. But not all had the same demands, for example socialist organisations worked rare with other organisations, and also the time to introduce women‘s suffrage was controversial (some saw it as the beginning of change, others as the end of change). The first country which introduced women‘s suffrage was New Zealand in 1893, the first territory was Wyoming in 1869. Many countries introduced women‘s suffrage after the First World War, also Austria (on the 12th November 1918) and Germany, losers of the war. Women in the winning countries had to wait longer. ( jm)

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Apell

MACHT

ein philosophischer Exkurs

Macht wird meistens mit vielen negativen Dingen verbunden, aber ebenso mit sehr vielen guten wie Ehrgeiz und Erfolg, die in unserer leistungsverseuchten Gesellschaft eine zentrale Rolle spielen. A Highschool in London

Hierarchische & Soziale Strukturen Die natürliche Macht findet man in Sozialstrukturen, durch diese sich in Gruppen unterschiedliche Machtpositionen ausdifferenzieren. Bei dieser Form von Macht wird die Person nicht gewählt oder versetzt sich selber in die Machtposition, sondern wird durch verschiedenste Eigenschaften wie Erfolge, Wissen, Information wie von selber zu einer Führungsfigur. Dann gibt es die Macht die in hierarchischen Strukturen vorkommt, wie z.B bei einer Partei die ihre Vorsitzende /Vorsitzenden oder Nachfolger_in wählt. So geht die natürliche Autorität in

der Partei verloren, denn es wird nicht nach der Macht in Sozialstrukturen gehandelt, sondern nach der Hierarchischen. Auswahlverfahren Die Person wird meist nach sehr subjektiven Mustern ausgewählt, daher kann man/frau es schlecht nachvollziehen. Meist wird der oder die gewählt, die die wertvollsten und besten Kontakte hat oder Geld oder einfach auch geselliger ist. Doch dieses Auswahlverfahren darf man nicht mit der Suche nach Kompetenz verwechseln, meistens geht es in diesen Fällen um Machtsicherung und um Beibehaltung der eige-

nen wenn auch fehlerhaften Ideologie. So fallen besonders Frauen, junge Menschen und kritische Köpfe aus dem Beuteschema, was eine der traurigsten Wahrheiten unseres Soziallebens ist. Dies kommt sogar in den besten Organisationen vor. Man stelle sich vor Werner Faymann würde durch eine junge Frau ersetzt werden - nahezu undenkbar. Und am Ende denken alle ,dies hat die Demokratie entschieden doch mittlerweile ist die Demokratie zum Schraubenzieher der Mächtigen geworden. Aber das können nur die Mächtigen ändern , denn sie kontrollieren diese hierarchischen Strukturen. ( jb)

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Media

MEDIA

FILM:

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FILM: von Lee Daniels - Precious

von Nigel Cole - We Want Sex Im Jahr 1968 verrichten die 187 Frauen von 55.187 Angestellen im britischen Ford-Werk in Dragenham Frauen schwere Arbeit für einen Hungerlohn. Als die Frauen von der Ford-Führungsebene auch noch als „unqualifiziert eingestuft werden – nur um die Löhne entsprechend tief zu halten – platzt den 187 Näherinnen endgültig der Kragen: Angeführt von Rita treten die Arbeiterinnen geschlossen in den Streik, um gegen die sexuelle Diskriminierung und für den gleichen Lohn wie ihre männlichen Kollegen zu kämpfen. Rita führt ihre Mitstreiterinnen auf die Straße - zum ersten Frauenstreik in der britischen Geschichte. Doch nicht nur von der Konzernleitung schlägt den Frauen heftiger Widerstand entgegen, auch ihre Ehemänner begegnen ihnen bald mit Unverständnis. Da kommt es gelegen, dass Barbara Castle die frisch gewählte Arbeitsministerin ist. Die „feurige Rote“ weiß selbst, wie hart es Frauen in der Arbeitswelt unter Männern haben. ( jh)

Claireece Jones, von ihrer Familie „Precious“ (dt. kostbar) genannt, ist im Jahr 1987 16 Jahre alt und funktionale Analphabetin. Sie ist stark übergewichtig und bereits zum zweiten Mal schwanger. Precious‘ erstes Kind, nur „Mongo“ genannt, hat das Down-Syndrom und lebt bei der Großmutter. Durch Gedanken-Rückblenden der Protagonistin wird klar, dass ihr Vater, der langjährige Freund ihrer Mutter, sie regelmäßig vergewaltigt hat und auch der Vater ihrer beiden Kinder ist. Also ein Mädchen mit einer grauenhaften Kindheit. Als ihre Direktorin mitbekommt, dass Precious schon zwei Kinder hat, wird sie von der Schule geworfen und kommt in ein alternatives Lernprogramm. Augenscheinlich eine aussichtslose Situation und trotzdem die einzige Möglichkeit zurück in ein geregeltes Leben, dass sie nie hatte.(te)

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Satire

WAS IST EINE RICHTIGE FRAU? 10 Punkte zum Frau-sein

Die AKS-Linz gibt die lang gesuchte Antwort auf die alte Frage, was denn nun eine Frau ausmache. 1.) Eine Frau hat Eierstöcke und eine Gebärmutter. Diese senden Hormone aus, von denen sie komplett gesteuert wird, was zur Folge hat, dass die Frau sich im Monatsrhythmus seltsam verhält.

Auch du kannst eine perfekte Frau werden - wie Barbie!

2.) Eine Frau hat zwei Brüste, die sie in Push-UPBHs zu zwängen hat, damit diese größer aussehen (auch wenn sie D-Körbchen braucht). Da Männer gern ihre Brüste sehen, muss sie auch noch möglichst enge und ausgeschnittene Oberteile anziehen.

4.) Eine Frau braucht 100.000 Paar Schuhe, egal ob sie damit gehen kann oder nicht.

tut dies nicht, weil ihr das gefällt, sondern weil das den Männern gefällt.

5.) Eine Frau hat lange Haare; Frauen mit kurzen Haaren sind keine, sondern nur getarnte Männer oder seltsame Zwitterwesen.

9.) Eine Frau mag es, wenn sie als unterlegene betrachtet wird, auch wenn dem nicht so ist, da sie sich in dieser Rolle am wohlsten fühlt.

3.) Eine Frau hat immer perfekt auszusehen, deshalb ist sie andauernd um ihr Aussehen besorgt und muss sich rund um die Uhr nachschminken, auch wenn sie gerade in einem entgleisenden Zug sitzt.

6.) Eine Frau richtet sich immer nach dem nächsten Mann, all ihr Tun ist auf ihn ausgerichtet.

10.) Eine Frau arbeitet nicht gern, da sie nicht dafür gemacht ist, sondern sich lieber zu Hause um ihre Kinder kümmert und kocht. Frauen, die das Gegenteil behaupten, sind entweder Emanzen (also keine Frauen, sondern wieder seltsame Zwitterwesen) oder von diesen verwirrt worden. PS: Befolge diese Anleitung und du wirst zur Frau.( jm)

7.) Eine Frau ist immer bereit zu Sex mit einem oder mehreren Männern und tut bereitwillig alles, was diese von ihr verlangen. 8.) Eine Frau, die Sex mit einer anderen Frau hat,

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Klipp & Klar Ausgabe 02/2011