Issuu on Google+

sexsymbol dank boSKop?

bachelor Keine Zeit mehr für Kultur?

skandale! Was darf Kultur?

jubiläum

25 Jahre Förderung.

25 Jahre boSKop Das Heft zum Jubiläum.


2

25 jahre boskop - das magazin

gesammelte werke

aus den letzn, als auch ein nge icklu Entw e risch ten Jahren zeigen sowohl gestalte . Eine Gesamtübersicht könnte großes Spektrum Veranstaltungen Bücher füllen, das Archiv bietet inzwischen sicher schon mehrere

viel zum Stöbern und Staunen...

1986

März: Ein Modellversuch wird festgeschrieben. Die Bochumer Studentische Kulturopera-

tive (boSKop) beginnt mit der Arbeit. April-Juni: Herbert Grönemeyers Album „Sprünge“ war 10 Wo-

chen auf Platz 1.

Oktober: Reinhold

Messner hat als erster Mensch alle 14 Achttausender erstiegen

Wintersemester 86/87: Erstes bo-

Skop-Programmheft erscheint.


25 jahre boskop - das magazin

25

14

6

26 22

25 jahre...

2 | Plakatsammlung 9 | Förderung 13 | Kurse 19 | Programm 25 | Spielorte 28 | Veröffentlichungen

Interviews

6 | Sexsymbol dank boSKop Hennes Bender und seine Zeit bei boSKop 16 | Kultur in Bewegung Interview mit Kulturmacher Marcus Gloria

Aktuell

14 | Relaunch der Webseite boSKops neue Internetpräsenz 27 | Impressum

Herzlichen Glückwunsch!

persönliches

4 | Grußworte an boSKop Post Its statt Blumen 20 | Wo arbeiten die eigentlich? Bürogrundriss zeigt wo Kultur entsteht 26 | Was macht eigentlich... Einblicke in den Werdegang ehemaliger MitarbeiterInnen

25 Jahre sorgt nun das Kulturbüro für Kultur auf dem Campus. Das sind 25 Jahre Erfolgsstory - boSKop ist vom

Meinung

Campus nicht mehr weg zu denken. Ich

10 | Der kulturlose Bachelor? Einschätzung über die Auswirkungen gestufter Studiengänge auf kulturelles Engagement 22 | Auf der Weltbühne Wie korrekt kann Kultur sein?

Januar: Die ARD strahlt aus Versehen die Neujahrsansprache des Kanzlers aus dem Vorjahr aus.

3

Februar: Morddro-

hungen gegen Rudi Carrell, weil in „Rudis Tagesshow“ Ajatollah Chomeni mit

freue mich, ein so engagiertes Team zu haben. Jörg Lüken, AKAFÖ-Geschäftsführer

Damenunterwäsche beworfen wird. August: Michael Jackson veröffentlicht das Album „Bad“:

Es wird Nummer 1 in 25 Ländern und verkauft sich über 30 Millionen mal. September: Tho-

mas Gottschalk moderiert in der Hofer Freiheitshalle erstmals die Fernsehsendung „Wetten, dass..?“.

1987


4

25 jahre boskop - das magazin

Statt Blumen: Auszug aus gesammelten Grußworten zum 25-jährigen Jubiläum. Vielen Dank allen Gratulanten vom gesamten boSKop-Team für die Glückwünsche und die jahrelange Unterstützung!

13

12 25

17

31 7

26

28

9

5

30

6

r lange Zeit, 25 Jahre sind eine seh die Kultur bereit. für r doch ihr standet imme d euer Gebiet, Studenten und Uni sin glatt verlief. auch wenn nicht alles n wohl sagen, ma n Aber als Resümee kan geschlagen. fer tap r ihr habt euch imme pft euch voran, Macht weiter so und käm auch bald dran. denn das 30jährige ist und Team Es gratuliert euer BZ-So Michael und Norbert

1988

20

23 8

Mai: Bei einer Testfahrt fährt der neue ICE über 400 km/h. Weltrekord!

Juni: 1. Bochumer CapoeiraSommerschule September: Die Tennisspielerin Steffi

Graf gewinnt mit ihrem Sieg bei den US Open als erste Deutsche und dritte Spielerin überhaupt alle

Grand-Slam-Turniere. Oktober: Mesut Özil wird in Gelsenkirchen geboren.

November: Robert Morris programmiert den ersten Computerwurm und setzt ihn frei.


25 jahre boskop - das magazin

11

27

5

15

18

4

16

29

10

19

22 21

2 24

0

3

quiz: Die Auflösung,

welches Post it von wem ist, steht auf Seite 27.

14

Januar: Salvador Dalí vestirbt im Alter von 84 Jahren. Januar: Der Privatsender Pro7 begin-

nt den Betrieb. April: In Japan erscheint der Game Boy

Juli: In Berlin findet die erste Loveparade statt.

18

November: Die Berliner Mauer ist Geschichte, die DDR bald auch.

Dezember: In den USA wird die erste Folge der Simpsons ausgestrahlt.

1989


6

25 jahre bed & breakfast boskop - das magazin semesterzahlen

Sexsymbol dank boSKop

Der Comedian Hennes Bender hat während seines Studiums schon auf der Bühne gestanden und war für boSKop Kursleiter. Im Interview mit Daniel Chur erzählt er von seinen Anfängen während des Studiums.

1990

Januar: In Moskau wird das erste russische McDonald’s-Restaurant eröffnet.

März: boSKop wird vom Modellversuch zur Einrichtung des AKAFÖ

Juni: Das Schengener Abkommen wird von den Benelux-Staaten, der Bundesrepublik

Deutschland und Frankreich unterzeichnet. August: Das Wacken Open Air, später Eu-

ropas größtes MetalFestival, findet zum ersten Mal statt.


25 jahre boskop - das magazin

Er ist berühmt. Er kommt aus Bochum. Und: Er war mal bei boSKop! Comedian Hennes Bender hat in den Neunzigern bei boSKop erst Kurse belegt und später selbst Seminare gegeben. Außerdem hat er mehrfach die boSKop-Show moderiert. Grund genug für ihn, uns zum 25. Geburtstag zu gratulieren und im Gespräch mit Daniel Chur zurück zu blicken.

x

Lieber Hennes, boboSKop ist ein SKop wird 25 Jahre gutes Sprung– woran denkst Du brett für viele als erstes, wenn Du an boSKop denkst? – und ich bin Bender: An den sehr dankbar, Geruch der Flure aber auch froh, im Sumperkamp und an den Aufdass ich den zug, welcher EWIG „Absprung“ gebraucht hat um geschafft habe! drei Stockwerke > hennes bender bis zum boSKopBüro hochzufahren. Und beim weiteren Nachdenken natürlich an viele schöne Stunden Kultur und viele schöne Feiern. Du warst bei boSKop weniger „Schreibtischtäter“ als vielmehr „Aktivist“... Bender: Man könnte auch sagen: Ich war im Widerstand, das heißt an der „Front“. Ich habe Improkurse belegt, Kabarettseminare als Dozent geleitet und die ein und andere boSKop-Show moderiert! Wenn ich richtig informiert bin, dann

April: Erstes Bochumer Studentisches Videofestival, veranstaltet von boSKop.

kam es durch boSKop auch zu Deinen aller ersten Kabarett- bzw. ComedyAuftritt, richtig? Bender: Quasi. Ich habe an der Uni während meines Theater-, Film- und Fernsehwissenschaftsstudiums HeinzPeter Lengkeit kennen gelernt, mit dem ich zunächst in einer unigebundenen Kabarettgruppe tätig war und mit welchem ich mich dann 1992 als Comedy-Duo selbstständig gemacht habe. Aber den Startschuss hat boSKop gegeben! Also kann man sagen, dass boSKop Schuld daran ist, dass ich heute ein spitzenbezahlter internationaler Comedian und nationales Sexsymbol bin. Da habters! Dafür kann sich boSKop auch nur entschuldigen... Reden wir über „Lengkeit gegen Bender“! Das war wirklich ein „berühmt berüchtigtes“ Comedygespann und – Du hast es gesagt – der Ursprung lag bei boSKop. Für alle, denen „Lengkeit gegen Bender“ heute nichts sagt: Was war das genau für eine Geschichte? Bender: Wie schon gesagt, wir hatten „Böcke“ aufeinander... Allerdings ohne jegliche Homoerotik, möchte ich an dieser Stelle mit aller meiner verfügbaren Vehemenz klarstellen! Darauf folgten dann ein gemeinsames Programm, viel Radio und auch ein paar Fernsehsachen. Groß rausgekommen sind wir mit dem Ding allerdings nie so richtig, was auch zu unserer Trennung 1997 führte. Aber zum Glück sind wir Freunde geblieben und können heute gemeinsam über die alten Zeiten lachen. Wir sind zwei echte Veteranen...“Weisst Du noch damals

Sommer: Som-

merakademie “Malen auf Sardinien”

September: Ötzi wird in den Südtiroler Alpen gefunden.

7

in den Ardennen?“ Wo wir schon bei „Weißt Du noch...“ sind: boSKop bedeutet natürlich auch Ruhr-Universität Bochum. Da hast Du nicht nur gearbeitet und Kabarett gemacht – da hast Du auch studiert. In einem älteren Comedy-Programm hast Du Dich schon mal über die eklige „Feine Pilzcremesuppe“ im Automaten der GB-Cafete aufgeregt. Woran denkst Du noch? Bender: An die orangefarbenen Hartschalenplastiksessel. Die sind nicht mehr da! Auf denen habe ich mir in der GB-Caféte den Rücken kaputt gemacht. Einmal im Jahr treffe ich mich allerdings mit alten Kommilitonen. Wenn ich heute mal zufällig oder aus

Das Haus verliert nichts. Raritäten aus der Bender-Anfangszeit.

November:

Todestag Freddie Mercury, britischer Rocksänger (* 1946).

1991


8

25 jahre boskop - das magazin

Zur Person:

Hennes Bender

Hennes Bender bei der boSKop-Show 2003 als Moderator

Versehen an der Uni zu tun habe, dann kenne ich da keinen mehr. Höchstens noch ein paar wenige Lehrkörper. Die romantischen Uni-Zeiten sind für mich vorbei, das muss selbst ich Nostalgiker akzeptieren.

x Ich war im Widerstand, das heißt an der „Front“.

> hennes bender

Eine Frage, mit der wir uns jetzt richtig in die Nesseln setzen könnten: Wie wichtig war die Zeit mit boSKop für Dich im Hinblick auf Deinen späteren Werdegang? Bender: Ich denke, ganz Ernst, dass boSKop mir unheimlich viel ermöglicht hat, kreativ als auch durch technische Unterstützung. P.A.-Verleih usw. Doch irgendwo gibt es gerade im studentischen Bereich Kapazitätsgrenzen, gerade was die verschiedenen Ambitionen angeht. Und ich wollte halt irgendwann nicht mehr als „Student“ in Erscheinung treten, sondern als freiberuflicher Profi, welcher von seiner Arbeit auch die Miete bezahlen kann. boSKop ist ein gutes Sprungbrett für viele – und ich bin sehr dankbar, aber auch froh, dass ich den „Absprung“ geschafft habe!

sich da was verändert? Konnte man sich z.B. „damals“ leichter durch ein Umfeld wie die Uni als Künstler etablieren als heute oder würdest Du sagen, das hat damit gar nix zu tun?

Bender: Frag mich nicht. Ich denke, dass viele Studenten mit dem was ich heute mache nichts anfangen können, weil es ihnen zu „kommerziell“ ist. Solch ein Denken gab es zu „meiner“ Zeit (vor 20 Jahren) noch nicht. Interessant für mich als Wortkünstler ist allerdings die Popularität der Poetry-Slams; ein Phänomen welches ich einerseits künstlerisch begrüße. Andererseits sind PoetrySlammer auch nichts anderes als StandUp-Komiker, die nur zu faul sind ihre Texte auswendig zu lernen! Wenn einer Geburtstag hat, dann bekommt er Geschenke bzw. Glückwünsche. Was wünscht Du boSKop für die Zukunft? Bender: Alles Gute, auch beruflich.

1992

SKop-Show, damals noch bAStA Show März: Microsoft bringt Windows 3.1

am 19. Februar 1968 in Bochum geboren. An der Ruhr-Universität Bochum hat er ab 1990 Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften studiert und mit seiner Magisterarbeit über Monty Python 1997 abgeschlossen. In dieser Zeit zog es ihn aber nicht nur in den Hörsaal, sondern auch auf die Bühne: 1990 spielte er im Schauspielhaus den Hamlet, ab 1992 trat er als Comedian im Duo „Lengkeit gegen Bender“ auf. Nach dem Studium kam seine Karriere richtig ins Rollen: Eigene Radiosendung beim Hessischen Rundfunk, viele Auftritte im Fernsehen (u.a. „Zimmer frei“, „Nightwash“ oder Quatsch Comedy Club“) und 2003 sein erfolgreiches Programm „Generation YPS“. Inzwischen tourt er mit seinem fünften Programm „Erregt“ durch die Lande, ist er mehrfach mit Comedy-Preisen ausgezeichnet worden und hat diverse Bücher veröffentlicht.

boSKop steht für studentische Kultur. Soweit Du es verfolgst, wie siehst du die studentische Kultur heute im Vergleich zu „damals“? Hat

Februar: Erste bo-

Hennes Bender, Comedian und Kabarettist, wurde

Trotzdem findet er auch immer wieder Zeit, als Sänger aufzutreten – mit seiner „Queen“-Coverband „Burger Queen“.

auf den Markt.

April: Erster boSKop-

Literaturwettbewerb „Schwarze Zeiten“, Krimiwettbewerb

Mai: Hans-Dietrich Genscher tritt mit 18 Amtsjahren aus Altersgründen zurück

November: Bill Clinton wird zum 42. Präsidenten der USA gewählt


25 jahre boskop - das magazin

9

Jahre Förderung

Bei boSKop steht vor allem eines im Vordergrund: Der Spaß an der Sache, die gute Idee und die Möglichkeit, Kontakte zu anderen Mitstudierenden knüpfen zu können. So möchten wir zwischen all dem Beton der riesigen Pendler-Uni in Bochum Raum und Zeit schaffen für kulturelle Betätigung, für Zwischenmenschliches, Neues und Anderes. Auch für neue Projekte und Anregungen hat das boSKop-Team immer ein offenes Ohr und versucht, kulturelle Initiativen und Gruppen finanziell, organisatorisch, raumtechnisch, durch Werbung, den Technikverleih oder durch unsere Beziehungen zu anderen universitären und kulturellen Einrichtungen zu unterstützen.

Study Buddy

MegaFON !

Das AKAFö-Kulturbüro boSKop freut sich jedes Jahr über eine enge Kooperation mit megaFON, dem Studentischen Theaterfestival, das bereits seit dem Jahr 2000 die Zuschauer begeistert. Bei megaFON begrüßen Bochumer Studierende andere studentische Theatergruppen auf der Studiobühne des Musischen Zentrums. Bundesweite Gäste, Bochumer sowie internationale Gruppen zeigen ihr Repertoire. Im Rahmenprogramm gibt es Workshops, Diskussionsrunden und nicht zu vergessen eine einmalige Party.

Seit 2010 fördert das AKAFÖ-Kulturbüro das internationale Patenprogramm Study Buddy. Das Programm basiert auf der Idee einer studentischen Patenschaft: Wir versuchen für jeden Bochumer Buddy – ausgewählt nach Sprachkenntnissen, Interessen und Hobbys – den „passenden“ internationalen Buddy zu finden, damit einem Austausch nichts im Wege steht. Denn die internationalen Neuankömmlinge freuen sich über jede Orientierungshilfe, die ihnen das Alltagsleben und das Studium vereinfachen kann.

Internationales Videofestival

BigBand U35

Die Big Band U35 ist ein gemeinsames Projekt von boSKop, Musikschule Bochum und VHS Bochum. Die drei Einrichtungen boten im Rahmen des Kursprogramms im Wintersemester 1999/2000 interessierten Musikerinnen und Musikern an, eine neue Big Band zu gründen. Mittlerweile ist die Band längst komplett – in verschiedensten Zusammenstellungen und mit immer neuen Mitgliedern – und spielt und spielt und spielt...

Bei der Aktion „Schachtzeichen“

Frühjahr: wurden Die diedeutalten Zechenschächte Juli: In mit

gelbenDie Ballons - an zwei sche Band Ärztemarkiert DeutschfeiertNächten ihre Wieauch beleuchtet land (hier werein dervereinigung. Bild von der Generalprobe) den fünf-

1991 half boSKop dem „Bochumer Studentischen Video Festival“ das Licht der Welt bzw. des Vorführraums zu entdecken. Anfangs gefördert durch Mittel und Technik steht das Festival seit mehreren Jahren auf eigenen Füßen und unter eigener Regie. Das Videofestival zeigt, wie eine Idee, die boSKop von Beginn an gefördert hat, zu einer eigenständigen und eigenverantwortlichen kulturellen Institution geworden ist – bei Bedarf steht boSKop dem Internationalen Videofestival, wie es heute heißt, natürlich immernoch mit Rat und Tat zur Seite.

Und sonst?!

Unterstützt das AKAFÖKulturbüro boSKop neben speziellen Programmen noch zahlreiche andere studentische Veranstaltungen oder Vereinigungen wie z.B. die Psycho Parties, die Initiative Universitys meets Querenburg (UmQ) und die mediterranen Abende uvm. Mehr Informationen über eine Förderung werden beim Kulturbüro boSKop zur Verfügung gestellt.

stellige Postleitzahlen eingeführt und Rolf solls verkaufen

Friedensnobelpreis: Nelson Mandela und Frederik Willem de Klerk

Tears in Heaven: Der Song von Eric Clapton räumt bei den Grammys ab.

1993


10

25 jahre boskop - das magazin

Der kulturlose Bachelor? Gestufte Studiengänge, Studiengebühren - der Druck auf die Studierenden wächst. Bleibt da noch Zeit um Kultur zu machen oder werden Studierende nur noch zu Konsumenten? Dieser Frage geht Stefan Grob auf den Grund.

1994

Januar: Das Abkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen tritt in Kraft.

April: Kurt Cobain begeht Suizid. Seine Band Nirvana löst sich danach auf.

November: Mit Michael Schuhmacher wird zum ersten Mal ein Deutscher Formel-1-Weltmeister

Dezember: So-

ny bringt in Japan die PlayStation auf den Markt


25 jahre boskop - das magazin

11

Ist das Bachelor-Studium wirklich der Tod der kulturell aktiven und kulturell interessierten Studierenden, wie oft und gerne geklagt wird? Eine Momentaufnahme aus den Studentenwerken lässt eher den gegenteiligen Schluss zu. Zum Standardrepertoire in den politischen und feuilletonistischen Auseinandersetzungen um Bachelor/ Master in Deutschland gehört die Klage, durch die zeitliche Überfrachtung der Bachelor-Studiengänge bliebe den Studierenden keine Zeit mehr, sich zu engagieren, sei es hochschulpolitisch, sozial oder kulturell. Viele ASten oder Studentenparlamente klagen über Nachwuchsprobleme, auch studentische Radiosender oder Fachschaften. Sündenbock Bachelor. „Der Bachelor“ ist da als Sündenbock und Erklärungsfigur gerne zur Hand – wie überhaupt alles, was an Deutschlands Hochschulen schlecht läuft, alle Versäumnisse der letzten Jahrzehnte gerne „dem Bachelor“ zugeschrieben werden. Diese negative Rhetorik gipfelt dann gerne in dem pauschalen Vorwurf, BacheEs ist es in erster lor-Studierende Linie nicht der seien politisch zeitliche Druck, desinteressiert, einzig auf Karder die Bachelorriere bedacht, Studierenden stromlinienauf die Straße förmig , sozial indifferent und trieb, sondern kulturell unterbedie Art und Weilichtet. Das sind se der LeistungsBehauptungen, mehr nicht, und erbringen [...] wer so argumenund eine zu eng tiert, verkennt die Studierenden auf Prüfungen gründlich. ausgelegte Form

x

der Leistungs44-Stunden-Woche. Die Wirklichkontrolle. keit scheint eine andere; sie ist > Tino Bargel, Studierenforscher positiver und difan der Uni Konstanz ferenzierter. Aber der Reihe nach. Zunächst einmal ist die durchschnittliche zeitliche Belastung der Bachelor-Studierenden nicht gravierend anders als in den traditionellen Studiengängen. Das zeigt die jüngste Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zur wirtschaftlichen Juni: In Berlin verhüllen Christo und Jeanne-Claude den Reichstag.

Juli: Der Spani-

er Miguel Induráin gewinnt zum fünften und letzten Mal die Tour de

und sozialen Lage der Studierenden, eine große Studierendenbefragung vom Sommer 2009. Bachelor-Studierende an Fachhochschulen haben, Studium und Nebenjob zusammengenommen, eine 44-Stunden-Woche, Uni-Bachelor kommen auf 43 Stunden. Damit liegen sie im Mittelfeld, hinter den alten Studiengängen, die mit dem Staatsexamen oder dem Diplom abschließen. Immerhin studierten im Sommer 2009, als diese Daten erhoben wurden, schon 42% aller Studierenden auf Bachelor; inzwischen sind auch weit mehr als 80% aller Studiengänge auf die neuen Abschlüsse umgestellt. Ein Teil hat Druck. Allerdings haben 19% der Bachelor-Studierenden angegeben, die zeitliche Belastung während des Semesters sei zu hoch. BachelorStudierende an Fachhochschulen, die aus eher bildungsferneren und einkommensschwächeren Elternhäusern stammen, jobben mit 15 Stunden die Woche etwas mehr als der Durchschnitt aller erwerbstätigen Studierenden; sie arbeiten 13,5 Stunden in der Woche. Für einen Teil der Bachelor-Studierenden entspricht der subjektiv empfundene Zeitdruck, der in den StudierendenProtesten des Jahres 2009 so machtvoll artikuliert wurde, also durchaus einem objektiven Druck – aber eben längst nicht für alle Bachelor-Studierenden. Wie der Studierendenforscher Tino Bargel von der Universität Konstanz nicht müde wird zu betonen, ist es in erster Linie nicht der zeitliche Druck, der die Bachelor-Studierenden auf die Straße

France. Er ist der erste Sportler, welcher dieses Rennen fünfmal in Folge gewonnen hat.

trieb, sondern die Art und Weise der Leistungserbringung im Bachelor-Studium, also Prüfungsdichte und eine zu eng auf Prüfungen ausgelegte Form der Leistungskontrolle.

(1) Zeit für Muße nach dem Studium bei der

[Lit:Lounge] in der

strandbar

(2) boSkop-Kurse fördern studentisches engagement: Hier bei der Probe zur boSKop Show

(3) Blick auf die Studiobühne des Musische Zentrums der RUB

Erwerbstätig und kostenbewusst. Rein statistisch gesehen liegen die BachelorStudierenden mit ihrer durchschnitt-

Herbst: Erster Blue-

ser Stammtisch in der Bochumer Zeche

1995


12

25 jahre boskop - das magazin

lichen zeitlichen Belastung im Studium also im Mittelfeld – und sie jobben auch neben dem Studium, wie dies zwei Drittel aller Studierenden insgesamt tun. Was wissen wir noch? BachelorStudierende sind gezwungenermaßen kostenbewusst. Sie wohnen häufiger noch bei ihren Eltern oder im Wohnheim ihres Studentenwerks, und sie nutzen häufiger die Mensa. Das BAföG spielt bei ihren Einnahmen eine größere Rolle, und ihr Beratungsbedarf ist höher als der ihrer Kommilitonen in den alten Studiengängen, vor allem zum Thema Studienfinanzierung. ...und die Kultur? So weit die Studien und empirischen Daten. Was ist aber mit der Kultur im Bachelor-Studium? Haben die Bachelor-Studierenden wirklich keine Zeit, sich kulturell zu betätigen, oder Kulturveranstaltungen zu besuchen, vor allem an ihrer Hochschule? Zu diesen Fragen gibt es keine Studien oder Untersuchungen, wie überhaupt das gesamte Forschungsfeld der Kulturellen Bildung im Studium brach liegt. Es scheint derzeit, wo Themen wie Exzellenz und Elite, Bologna, Studiengebühren, Hochschulautonomie und Wettbewerb die hochschulpolitische Agenda dominieren, niemanden ernsthaft zu interessieren, welchen Beitrag zu unserem kulturellen Leben Studierende leisten. Schade. Lasst uns spielen! Was tun? Ich habe bei den Kulturbüros einiger Studentenwerke angerufen und sie gefragt, wie es denn um die Bachelor-Studierenden stünde. Das Ergebnis, weit entfernt davon, empirisch oder statistisch belastbar zu sein, lässt dennoch aufhorchen. Das Studentenwerk Niederbayern-Oberpfalz, was in Regensburg ein Studententheater betreibt, meldet Rekordinteresse und Rekordbeteiligung von Studierenden – von Bachelor-Studierenden, wohlgemerkt. Das Studentenwerk Schleswig-Holstein betreut mehr als zehn so genannte Studentische Arbeitsgemeinschaften, in den Studierende zum Beispiel Theater spielen, Videos produzieren oder Poetry Slams veranstalten. Auch Kiel meldet: So viel Andrang war noch nie! Und vom Geburtstagskind „boSKop“, der Bochumer Studentischen Kulturoperative des AKAFÖ Bochum, ist Ähnliches zu hören. Das sind Schlaglichter, das ist eine

1996

April: Auf der westaustralischen Insel Barrow Island wird – abgesehen von Tornados – mit 408

x Bachelor wollen,

brauchen und haben Kultur.

Momentaufnahme, aber ich wage zu behaupten: Hier ist eine Generation von jungen Menschen am Start, die sich auch im Bachelor-Studium für Kultur interessiert, die Kultur machen will, die spielen, tanzen, performen, schaffen will. „Lasst uns spielen!“, rufen sie. Lassen wir sie spielen! Die Studentenwerke jedenfalls sind dabei. Von wegen desinteressiert. In das Bild passt auch ein anderer, nicht unbedingt wissenschaftlicher Befund: Das Deutsche Studentenwerk (DSW) lobt alle zwei Jahre bundesweit an allen

Zur Person:

Stefan Grob Stefan Grob, 44, leitet beim Deutschen Studentenwerk (DSW) seit 2004 das Referat Presse/Kultur. Das DSW ist der Bundesverband aller 58 Studentenwerke in Deutschland; es setzt sich als unabhängige Lobbyorganisation für die sozialen Interessen der 2,2 Millionen Studierenden in Deutschland ein. Das DSW befragt die Studierenden auch regelmäßig zu ihrer sozialen und wirtschaftlichen Lage. Grob ist Kaufmann, hat das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt und danach Geschichte, Germanistik und Philosophie studiert, in Zürich, New York und Berlin. Er ist verheiratet und hat zwei

deutschen Hochschulen einen Wettbewerb aus für Studierende, die sich besonders für andere Studierende engagieren. Zur Erinnerung: Die Studierenden sind überhaupt die gesellschaftlich engagierteste Bevölkerungsgruppe in diesem Land. Für den vierten DSW-Wettbewerb 2009/2010 wurden 155 engagierte Studierende oder studentische Teams nominiert – mehr als die Hälfte davon waren Bachelor-Studierende. Zumindest dieser Wettbewerb zeigt: Bachelor-Studierende engagieren sich sehr wohl, sie finden Zeit für freiwilliges soziales Engagement für ihre Mitstudierenden. Übrigens: Auch in Fächergruppen wie den Ingenieurwissenschaften, der Medizin oder dem Gesundheitswesen, die als zeit- und arbeitsintensiv gelten, ist die Zahl der nominierten Studierenden gegenüber der dritten Auflage des Wettbewerbs gestiegen. Ich sage: • Der Bachelor ist nicht der Tod des studentischen Engagements. • Bachelor-Studierende wollen, brauchen und haben Kultur. • Offenbar stachelt gerade ein Studium, das zeitlich verkürzt und inhaltlich komprimiert ist, die Studierenden an, sich kulturell zu betätigen. Der Bachelor wäre also ein Kulturkatalysator. Wo ist der Student, die Studentin, wo ist der Promovend, die Promovendin, die diese sehr vorläufigen, etwas wackligen Ergebnisse wissenschaftlich überprüft? Wann nimmt die deutsche Hochschulpolitik, wann nehmen die Bologna-Experten auf allen Ebenen zur Kenntnis, dass zu einem Studium weitaus mehr gehört als Credit Points und Module? Und wann sprechen wir endlich ernsthaft über die Kulturelle Bildung im Studium? Zum 50. Geburtstag von „boSKop“ (er möge kommen!) im Jahr 2036?

Söhne. Sein Studium hat er sich vor allem über Nebenjobs finanziert, meist als freier Journalist für Zeitungen und Lokalfernsehen, aber auch als Ordner bei Hertha BSC oder als Weihnachtsmann. Dass die Studentenwerke die Studierenden in Deutschland auch kulturell fördern, findet Grob „konsequent und richtig“. „Außer den Studentenwerken kümmert sich niemand kontinuierlich um Kulturelle Bildung im Studium“, sagt Grob. Er selbst liebt die Romane von Haruki Murakami, Horrorfilme und Eishockey.

km/h die höchste Windgeschwindigkeit gemessen.

Sommersemester:

Spasstage an der RUB

Sommer: Li-

teraturwettbewerb „Ruhrgebiet Science Fiction“

Juni: Deutsch-

land wird im Wembley-Stadion von London durch das

erste Golden Goal in der Geschichte, erzielt von Oliver Bierhoff, zum dritten Mal Europameister.


25 jahre boskop - das magazin

13

Jahre Kurse

Kurse und Workshops sind seit der ersten boSKop-Stunde mit dabei. In 25 Jahren haben einige Studentengenerationen bei boSKop nicht nur Tanzen, Cocktail mixen oder die Kunst ein Schwert korrekt zu ziehen gerlernt, sondern es sind auch eine Menge Freundschaften und neue Projekte entstanden.

Die ersten

31 (!) Kurse, aus dem Wintersemester 1986/87 waren typisch für die 80er. Unter anderem gab es einen Gesprächskreis (Thema: Kunst ), einen Stammtisch (der „Kulturratschlag“) oder für die breite Masse „boSKops Kaltschärrklap“, geplant als Kleinkunstbühne. Auch weit verbreitet: Projekte zu beliebigen bildenden und darstellenden Kunstbereichen. Wie viele Leute sich dann wirklich zum Drachenbasteln angemeldet haben, ist leider nicht überliefert.

Der dubioseste

In 25

Jahren und bisher 49 Semesterprogrammen gab es einige Evergreens. Unschlagbar und schon seit dem Start dabei: Salsa. Und während andere Kurse schon längst vergessen sind, wird im Salsa-Kurs weiter kräftig mit den Hüften gewackelt. Allen Gerüchten zum Trotz: Capoeira ist erst seit dem WiSe 88/89 dabei!

Kurs ist zweifelsohne „Semester-Pflanze“, ein Workshop in dem man das „persönliche Verhältnis zu Pflanzen“ wiederfinden konnte. Oder auch „Happening“, ein Kurs, der „für alles offen“ war. Erstes Treffen: Straßenbahn 305, „mal sehen wo die Fahrt hingeht“.

Ein Kurs Voll, voller,

der Weinkurs. In den letzten Jahren gab es Kurse, die IMMER ausgebucht und das als Erstes. Neuerdings ist das natürlich das Weinseminar. Selbst das zusätzliche Angebot eines zweiten Kurses hat nur zu einer minimalen Entspannung geführt. Ähnlich ist es seit Jahren aber auch bei Salsa und Hip Hop. Beide sind regelmäßig übervoll.

Juni: Mit dem Ab-

lauf der Pachtzeit von 99 Jahren endet die britische Kolonialherrschaft

über Hongkong.

Sommer: Joanne K.

Rowlings „Harry Potter und der Stein der Weisen“ wird veröf-

fentlicht und löst eine Pottermanie aus November: Partnerschaftsvertrag des AKAFÖ mit der Ja-

der schon immer fehlte? Gibt es da überhaupt was? boSKop geht meistens mit der Zeit, zeigt Neues, Überraschendes und manchmal auch Überflüssiges. Im Theaterbereich wie in der Musik. Vom Motorradtreff bis zum Steppen, Malen auf Sardinien oder Fahrradfahren in Bochum. Wenn da mal nicht für jeden was dabei war und ist!

giellonen-Uni und dem Studentenwerk BRATNIAK in Krakau Dezember: Höhepunkt des

„Lucky Streik“: bundesweit gehen Studenten für bessere Studienbedingungen auf die Straße.

1997


14

25 jahre boskop - das magazin

Neues Design

Das AKAFÖ-Kulturbüro erhält eine neue Internetpräsenz! Und auch hier ist sich boSKop treu geblieben: Förderung, Kreativität und Künstlerisches. Der Bochumer Kommunikationsdesigner Sebastian Daniel, der sich zur Zeit in einem Aufbaustudiengang befindet, bekam den Zuschlag für seinen Entwurf einer Flash-Homepage aus Modelliermasse. Wie das genau aussieht ist hier im Heft bereits exemplarisch zu sehen; wie es gemacht wurde ist natürlich auch transparent - im Internet unter http://vimeo.com/20519608. Die Homepage bietet nicht nur einen Einblick in das virtuelle Büro, sondern zeigt auch viel Liebe zum Detail. Thematisch sortiert, leiten die modellierten Gegenstände zu redaktionellem Inhalt und auch die ein oder andere Spielerei hat sich im virtuellen Büro versteckt.

www.akafoe.de/boskop

Kursprogramm. Im Winter erscheint das 50. Kursprogramm! Auch das wird – verlinkt durch kleine selbstgebastelte Modelle – natürlich auch wieder online stehen. Presse. Der Pressebereich ist nicht nur über einen Quicklink zu finden, sondern auch in der Büromontage. Klein, aber fein!

1998

August: Das KulturCafé wird nach fast einjähriger Zwangspause neue Heimat des Bochumer Blue-

ser Stammtisches (später Bochumer Blues Session), die erste Session findet im September statt.

April: Spanien. Der „Torfall von Madrid“ kurz vor Anpfiff des Champions-LeagueSpiels zwischen Real

Madrid und Borussia Dortmund im Santiago-Bernabéu-Stadion verzögert den Spielbeginn um 70 Minu-

ten. Günther Jauch und Marcel Reif erhalten für ihre Berichterstattung den Bayerischen Fernsehpreis.


25 jahre boskop - das magazin

Veranstaltungskalender. Klein und praktisch, direkt neben der Tür ist der Veranstaltungskalender zu finden. Hier stehen die nächsten Veranstaltungen. Vergangene sind natürlich im Archiv. Wo sich das versteckt, muss jeder selbst herausfinden.

15

CampusClub Hier finden sich alle aktuellen Infos zu CampusClub. Andere Reihen verbergen sich natürlich hinter anderen Gegenständen.

Jazzfest. Termine, Material, Künstler, Vergangenes. Hinter dem Piano befindet sich alles Wissenswerte über das JAZZ|FEST|BOCHUM. Wer mehr über die Session erfahren will, sollte sich die anderen Instrumente mal genauer ansehen. Technikverleih. Alles hier bei der Box zu finden! Warum? Weil eine Musikanlage natürlich auch bei der Ausleihe dabei ist! Preise und Ausleihbedingungen, sowie technische Daten im Überblick finden sich auch in dieser Rubrik.

Kontakt. Kontaktaufnahme mal anders: Das modellierte Telefon hat die gesamten Kontaktdaten hinterlegt.

Internationales. Kleine rote Fähnchen zeigen an, wie international boSKop tätig ist. Einige Flecken sind zwar noch grün, aber bis zum 50jährigen Jubiläum wird sich dort sicherlich auch noch Einiges tun.

Wo sind

jetzt bloß Informationen zu Bochum Total? Gibt es noch Servicebereiche wie zum Beispiel den Mensa-Menüplan? Wo sind die [Lit:Lounge] und die ganzen Theatersachen?

keine Panik

- alles da! Wer nicht die Zeit und Muße hat, sich ein wenig auf unserer Seite auszutoben und viele spannenden Sachen zu entdecken, kann einfach auf der Sitemap die Übersicht aller Rubriken zur Navigation benutzen.

Februar: Grün-

dung des Bochumer Newcomer Festivals

Wintersemester 99/00:

Gründung der U35 Big Band aus einem Kurs

im Wintersemester August: Totale Sonnenfinsternis über Europa (u. a. Deutschland), sowie dem

westlichen Asien November: In Berlin errichtet der USAmerikaner Bryan Berg ein 7,71 Meter ho-

hes Kartenhaus aus 91.800 Spielkarten mit 131 Stockwerken.

1999


16

25 jahre boskop - das magazin

„Es ist wichtig, in Bewegung zu bleiben!“

Marcus Gloria ist ein Urgestein der Bochumer Kulturszene. Der Macher des Festivals BochumTotal wird im Interview mit Melanie Goebel Einiges los.

2000

Januar: Die befürchteten Computerpannen wegen des Y2K bleiben aus.

Frühjahr: Erste Big Brother Staffel in Deutschland u.a. mit Zlatko und Jürgen

April: Einstellung der studentischen online Tauschbörse BoVit@ nach einem Jahr

September: bo-

SKop bekommt endlich neue Computer!


25 jahre boskop - das magazin

Er war zwar nie beim AKAFÖ-Kulturbüro boSKop tätig, gehört aber zu einem der längsten Freunde und Kooperationspartner des Kulturbüros: Marcus Gloria. Er kennt wie kein Zweiter in Bochum die Hürden und Tücken der Kulturarbeit, aber natürlich auch die schönen Seiten. Melanie Goebel bat ihn zum Interview und hat interessante Einblicke unter anderem über Kultur in der Ruhrmetropole nach 2010, künstlerischen Nachwuchs und die Liebe zur Kultur mitgebracht. Was fällt Dir zu den Stichworten: Bochum und Kultur ein? Bochum ist für mich der ideale Lebensort, wenn man sich für Kultur interessiert. Denn wir besitzen innerhalb der großen Ruhrgebietsstädte eine der ausgeprägtesten Kulturlandschaften. Wir verfügen hier nicht nur über klassische Kulturbetriebe wie das seit vielen Jahrzehnten berühmte Schauspielhaus oder die Ruhrtriennale, sondern auch zahlreiche Festivals und ein reiches Portefeu von Veranstaltungen aus fast jedem künstlerischen Bereich. Für mich persönlich hat Bochum gerade in meiner Kindheit den Reiz der großen Stadt besessen. Ich bin in Hattingen aufgewachsen und dann sind wir als Jugendliche häufig mit dem Moped nach Bochum gefahren und zum Studium bin ich dann in die Großstadt Bochum gezogen. Ich bin hier sehr gebietsverhaftet. Diese Bindung merkt man auch in Deiner Arbeit: Deine Bochumer Veranstaltungsagentur Cooltour besteht seit über 25 Jahren. Was macht gerade das Ruhrgebiet als Standort reizvoll? Wir sind nicht Köln, München oder Berlin. Auf dem Gebiet der kommunalen Verwaltung mag das Ruhrgebiet noch sehr zergliedert sein, im Bereich des Arbeitens der Agentur gibt es diese Kleinteiligkeit nicht, wir im Kulturbetrieb haben damit nichts zu schaffen, ob einer aus Dortmund, Herne oder Wattenscheid kommt. Wir profitieren davon, dass das Ruhrgebiet eine Metropole ist und wir aus einem reichen Fundus von Kulturschaffenden aber auch Kulturinteressierten schöpfen können. Im vergangenen Jahr durfte sich das Ruhrgebiet international als Metropole

März: 15 Jahre boSKop April: Die australische Fußballmannschaft gewinnt ein

17

x

präsentieren. Was Ruhrtriennale liegen 350 Euro auf jehat Ruhr 2010 Dieses ‚Ich – dem Sitz. Wenn keiner dort sitzt, sind es aus Deiner Sicht noch viel mehr. Und da muss man doch Ding‘ stand für die Kulturentkritisch fragen: Steht das im Verhältnis. durchaus eiwicklung in den Wenn wir an einem Wochenende BoRuhrgebietsstädchum Total mehr Besucher haben als nige Jahre im ten gebracht? das Bergbaumuseum, das SchauspielVordergrund, Ich bin als Ruhri haus und das Planetarium zusammen heute hat man sehr stolz, dass es in einem ganzen Jahr. Nach Ruhr 2010 Ruhr 2010 gegelässt sich angemessen erörtern: Gibt aber wieder ben hat. Das Ruhres Möglichkeiten dem offensichtlichen viel mehr das gebiet hat ein Wunsch der Bevölkerung nach dieser ‚Wir – Gefühl‘ paar sehr spektaoder jener Art von Kultur möglicherweikuläre Dinge wie se auch in der inhaltlichen Ausprägung im Blick. das Stillleben – Rechnung zu tragen. Ruhrschnellweg Für mich persönlich ist auch die Frahervorgebracht. ge drängend: Was ist übrig geblieben Gerade durch das Kulturhauptstadtfür die Nachwuchsarbeit im Rock- und jahr ist aber auch verstanden worden: Popbereich. Ich glaube das wird erst in Dieses sogenannte Kirchturmdenken ein paar Jahren richtig zu beantworten muss eine Ende habe. Das hat auch sein. Da gibt es wertvolle Initiativen, die Sichtweise geschärft, dass nicht wie der dringende Wunsch zum Eineine Gemeinde dadurch stark wird, richten einer Popakademie, an denen indem sie eine andere behindert. ich auch beteiligt bin. Eine Art Vorgehensweise, die vor gut 20 Jahren aktuell war. Man hat aber Bei Bochum Total sind auch viele noch mittlerweile gelernt, dass beispielsunbekannte Bands auf der Bühne zu weise Bochum nicht davon profitiert, sehen. Warum ist es so wichtig, dass große Agenturen wie Cooltour den wenn es Gelsenkirchen schlecht geht. Niemand hat etwas davon, wenn es in künstlerischen Nachwuchs im Ruhrgeeiner Nachbarstadt nicht funktioniert. biet fördern? Das ganze Ruhrgebiet gehört in seiner Die Zusammenarbeit mit Amateurwirtschaftlichen und kulturellen Entund Nachwuchskünstlern ist einer der wicklung zusammen. Eckpfeiler der kulturellen Darstellung, Über Vieles bei Ruhr 2010 kann man denn wir verstehen uns mit unserer sich natürlich auch streiten: Veranstaltung Bochum Total auch Musste es unbedingt sein, dass wieder als ein Spiegel dessen, was gerade an dieses oder jenes Museum mit giganRock- und Popmusik läuft. Als Veranstaltischen Mitteln ausgestattet wurde. tungsagentur leben Wo ist die Nachhaltigkeit für andere wir unter anderem Kulturzweige! Nach Ruhr 2010 ist es Die Leute davon, dass wir den leichter zu diskutieren, ob man weiFinger am Puls der sollten aber terhin auf dem Kulturverständnis der Zeit haben. Dazu begreifen, 50er Jahre verharren muss, wo wichist die Zusammentige Kultur nur im Theater und in der arbeit für uns mit dass gerade NachwuchskünstPhilharmonie stattfand. Durch das durch spanlern unerlässlich. Kulturhauptstadtjahr wurde deutlich, nende Diskus- Rock- und Popmudass eine Balance zwischen den subventionierten Kulturbetrieben und der sik ist schon immer sionen Kunst sogenannten freien Kultur erforderlich Ausdruck von erst entsteht. ein ist. Letztere muss kommerziellen ChaLebensfreude gewerakter haben, weil sie nicht gefördert sen, aber auch von wird. Wobei es Unsinn ist, dass der BeGefühlswelten und griff der Kommerzialität immer negaWeltanschauungen tiv besetzt ist. Dazu kann ich Bochum zu gegebenen Systemen. Total als Beispiel nennen: Wenn man Du beschreibst Rock- und Popmusik als die Gesamtkosten der Veranstaltung einen Spiegel des aktuellen Zeitgeistes. auf den Einzelnen runterrechnet, dann kommt man auf Produktionskosten Gibt es denn heute noch wirklich krivon 25 – 30 Cent pro Besucher. Bei der tische Nachwuchskünstler?

offizielles FIFA-Fußballspiel gegen Amerikanisch-Samoa mit einem Rekordergebnis von 31:0.

x

Mai: „boSKommödchen“ im KulturCafé an der RUB, eine KultNight mit großen KleinkünstlerInnen,

Musik und Comedy Dezember: Mit „Meine Musik“, rief boSKop dazu auf, den beklopptesten

oder schönsten Song darzubieten.

2001


18

25 jahre boskop - das magazin

Es gibt auf jeden Fall durchaus kritische Künstler. Ähnlich wie zu meiner Unizeit als die ersten Bürgerrechtsbewegungen entstanden, erleben wir aktuell wieder eine Zeit des Umbruchs. Es existiert heute eine starke Politikverdrossenheit. Das schlägt sich auch im Bereich der Rock- und Popmusik nieder. Es gibt viele Nachwuchsbands, bei denen man dieses Klagende hört und es geht nicht nur darum, wie komme ich an neue Diskooutfits oder wie liegen meine Haare. Dieses ‚Ich – Ding‘ stand durchaus einige Jahre im Vordergrund, heute hat man aber wieder viel mehr das ‚Wir – Gefühl‘ im Blick. Nach mehr als 25 Jahren Erfahrungen im Veranstaltungsbereich – Warum ist für Dich die Zusammenarbeit mit Künstlern immer noch reizvoll? Der Job hat viel mit Menschen zu tun. Mit Menschen, die eine Botschaft haben und dieses Mitteilungsbedürfnis an uns als Agentur übermitteln. Manchmal lassen wir uns von diesem Feuer auch einfangen. Da kommt eine junge Band und man merkt, die brennen sprichwörtlich an beiden Enden. Netzwerke sind gerade in dieser Situation sehr wichtig. Mir fällt es leicht zu sagen: Ruf doch mal Den und Den an oder mach doch mal Das und Das. Das sind für uns als Agentur kleine Übungen, für die Künstler aber ein riesiger Schritt. Die Zusammenarbeit mit Künstlern jeder Facon ist spannend. Es gibt auch eine Menge bildender Künstler, die ich kenne. Meine Kinder nehme ich manchmal mit zu Ausstellungen und dann diskutieren wir. Mein kleiner elfjähriger Sohn meinte kürzlich: „Wie was ist das denn? Was soll denn daran Kunst sein? Das könnte ich ja auch.“ Gerade diese Art der Auseinandersetzung macht Kultur erst interessant. Um ein Bochumer Beispiel zu nennen: Die Installation „Terminal“ von Serra, darüber konnte man sich wunderbar streiten. Die Leute haben gefragt, ob dieses „Eisenteil“ denn sein müsse. Andere Leute nannten es umgangssprachlich „Pinkelding“. Die Leute sollten aber begreifen, dass gerade durch spannende Diskussionen Kunst erst entsteht.

2002

Januar: Der Euro wird als neue Währung in Umlauf gebracht.

x Man darf nur nicht

einfach im Rumsitzen verharren, sondern zeigen dass man hier auch viel bewegen kann.

Wie erhält man sich Leidenschaft für die Arbeit im kulturellen und künstlerischen Bereich? Das ist wie in einer guten Beziehung, man muss daran arbeiten. Ich habe vor zwei Jahren eine Reise durch Peru gemacht, es gibt dort eine ganz eigenwillige Kunst, die man auf Trinkgefäßen findet. Die Ausgestaltung von Tagesgegenständen war den Inkas ganz wichtig. Die Trinkgefäße sind immer Unikate, man findet keine zwei die gleichartig wären. Denn die Inkas waren der Meinung, wenn man etwas identisch macht, dann kommt der ewige Gleichmacher und saugt dir das Leben aus. Dieses Bild ist natürlich eine Metapher für den Tod, aber wenn man das auf unsere Zeit überträgt und sieht wie Leute jeden Tag das Gleiche machen, sieht man wie sehr die Menschen dabei abstumpfen. Ich habe mir gedacht, dass diese Lebensweisheit sehr gut zu meiner Arbeit passt. Man muss zwar nicht bei Veranstaltungen das Rad immer neue erfinden, aber man muss bereit sein, Dinge auf den Prüfstand zu stellen. Man sollte immer wieder schauen, was man noch verbessern könnte. Damit nerve ich auch manchmal mein Umfeld, aber sage gerne, dieses Jahr machen wir die Dinge mal ganz anders. Veränderungen müssen nicht immer richtig sein, aber es ist wichtig in Bewegung zu bleiben. Du schreibst auf Deiner Internetseite: „Inszenierungen brauchen Spezialisten!“

April: Der SC Magdeburg gewinnt als erste deutsche Handball-

Bundesliga-Mannschaft die EHF Champions League. August: Die Jahrhundertflut wütet an der

Was bedeutet dieser Anspruch für Dich? Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Es braucht für fast alles, was gut werden soll Spezialisten. Es ist ein Irrglaube, dass jeder alles kann. In Bochum gibt es immer wieder Menschen, die glauben, Veranstaltungen machen könne jeder. Da brauche man nur einen Bierwagen hinstellen, die Musik aufdrehen, dann werde das ganze schon ein Erfolg. So funktioniert es aber überhaupt nicht. Kultur hat entscheidend viel mit Verzahnungen und Vernetzungen zu tun. Gutes Beispiel ist boSKop, mit denen wir schon seit knapp 20 Jahren bei den verschiedensten Veranstaltungen wie dem Unifest, Semestereinstiegspartys oder auch der Wortschatzbühne Berührungen haben. Im Bereich der universitären Kultur sind das absolute Spezialisten. Es gibt auch andere Spezialisten wie die „Zeltfestival – Jungs“, die auf eine ganz spezielle Art und Weise ein neues Format entwickelt und ins Ruhrgebiet geholt haben. Damit haben sie ein weiteres Mal bewiesen, dass eine Menge geht im Ruhrgebiet. Man darf nur nicht einfach im Rumsitzen verharren, sondern zeigen, dass man hier auch viel bewegen kann. Nach knapp zwei Jahrzehnten Zusammenarbeit: Was wünschst Du boSKop zum 25. Geburtstag? Das sich das AKAFÖ seines Schatzes boSKop noch viel lauter und öffentlicher brüstet als es bisher der Fall war. Bochum ist eine Pendleruni. Für viele Studierende, die nicht aus Bochum kommen, ist das AKAFÖ und gerade boSKop die erste Wahrnehmungsstelle, was sich inhaltlich und kulturell auf dem Campus abspielt. boSKop informiert aber zusätzlich darüber, was es für Möglichkeiten jenseits des universitären Betriebs gibt. Das ist ja sonst etwas, was der Uni wirklich abgeht. Gerade boSKop arbeitet daran, dass Bochum auch als Massenuni attraktiv bleibt. Außerdem sollte man boSKop nicht wünschen, dass jemand erfährt, was der Name wirklich bedeutet. Nämlich: „bochumer Studentische Kulturinitiative“ – Der Name ist nicht schmeichelhaft: Eine absolute Reminiszenz an die 80er Jahre. [Eigentlich: Kulturoperative; Anm. der Red.]

Elbe. In Bochum werden Spenden für das Studentenwerk Dresden gesammelt. Oktober: Die Night

in Tunesia wird zur JAZZ|session|BOCHUM

Wintersemester: 1. Deutsch-Tür-

kische Theatertage


25 jahre boskop - das magazin

19

Jahre Programm

Zahllose Veranstaltungen hat boSKop in den letzten 25 Jahren ausgedacht, umgesetzt, gefördert, eingestampft, gefördert, wiederbelebt etc.. Hier ein kleiner Einblick:

boSKop sucht

schon lange den Superstar! Das Bochumer Newcomer Festival bringt seit 1998 talentierte Bands auf die Bühnen der Welt. Naja, zumindest ist Bochum ein fester Spielort. Obwohl tatsächlich einige Bands im Ausland erfolgreich sind oder waren. Einige haben sich allerdings auch aufgelöst. Auf jeden Fall ist das NCF perfekt, um eine Band weiter zu bringen. Bei genug Einsatzfreude, winken dann auch mal Videoproduktionen, auf jeden Fall aber Live-Auftritte!

Vorhang auf,

Bühne frei und viel Spaß mit den internationalen Theatergruppen, die boSKop auf die Bretter, die die Welt bedeuten schickt. Polnische Pantomime, türkische Comedy, russischen Theatersport oder tunesische Sketche – boSKop hat viel Erfahrung und bereits ca.40 Gruppen aus 13 Ländern der Welt an der RUB präsentiert. Das ist mal wirklich großes Theater!

Hand auf’s

Herz: Wer kennt noch die bAStA-Show? Und wer sie nicht kennt, der sollte dann doch wohl auf alle Fälle die boSKop-Show kennen! Diese Leistungsshow mit dem Besten aus den boSKop-Kursen, sowie mit Freunden und stadtbekannten KünstlerInnen ist jedes Jahr ein Highlight zum Semesterende. Und auch wenn sich Name und Ort geändert haben: Wir sind stolz, dass der Eintritt zu diesem großartigen Spektakel schon immer kostenlos ist und auch bleiben wird.

Es gab

Musik! Jeder

Zeiten, da ging studentische Kultur auch ohne viel Geld. Da konnten sich Interessierte einfach so treffen, da war ein Film Ausgangspunkt einer heftigen Diskussion. Leider sind die Zeiten vorbei und dem Kassierwahn von GEMA & Co. fiel eine großartige Veranstaltungsreihe zum Opfer: Der Osteuropa-Filmabend. Schade, denn nirgends sonst konnte man so schön in Sowjet-Nostalgie, Perestroika-Fieber und polnischen Regiemeisterwerken schwelgen, wie hier. Dank sei der Robert-Bosch-Stiftung für ihre TutorInnen, die den Filmabend organisierten. Dank sei allen Abkassierern, dass diese Zeiten vorbei sind.

Juli: Der letzte VWKäfer rollt im Volkswagenwerk in Mexiko vom Band

Wintersemester 03/04: Das erste Kulturscheckheft für Erstsemester erscheint

Oktober: Nach mehr als 30 Jahren im Dauereinsatz schloss die Mensa auf dem Campus

Stil! Für alle?! Günstig und chillig. Wo? Bei boSKops Reihen im KulturCafé: Bochums älteste Blues-Session, eine junge und aktive Jazz-Session und für Nachwuchstalente der CampusClub mit allem von AlternativeRock bis ZZ Top-Cover – boSKop hat für alle was!

Für Alle?

Ja, auch für die Bibliomanen gibt es mit der [Lit:Lounge] eine regelmäßige Lesereihe.

der RUB ihre Türen. Dezember: Deutschland gewinnt die 3. Weltmeisterschaft im Elefantenpolo

[Lit:Lounge]

Dozenten lesen Liebling stex

te

nach einem 5:3-Sieg gegen Indien.

2003


20

25 jahre boskop - das magazin

Die Schaltzentrale von boSKop. Hier findet man den Chef, wenn er nicht gerade im Außeneinsatz unterwegs ist. Der runde Tisch in der Ecke wird immer wieder gerne genutzt, um kulturelle Veranstaltungen verschiedenster Art bis ins Detail zu planen – und am Ende kommt natürlich doch alles ein wenig anders, als vorher gedacht.

Das „Stille Örtchen“. Hier kamen schon einige der besten boSKopIdeen zustande, außerdem lädt die großzügige Badewanne immer wieder dazu ein, Eimer mit Kleister für Plakat-Aktionen anzurühren. An der Wand: Postkarten aus der Welt erinnern daran, dass es auch neben Kulturarbeit noch ein Leben gibt.

Die Treppe führt in das Obergeschoss. Dort befinden sich noch zwei Besprechungsecken, Layout-Arbeitsplätze und mehrere Haufen Ordner, Videokassetten und Bilder, die von den boSKop-Machern liebevoll als Archiv bezeichnet werden.

Jahre Büro

Wo kommt eigentlich diese Kultur her? Unter dem Dach des Studi-Wohnheims Sumperkamps haben es sich die Kulturmacher gemütlich eingerichtet. Werfen wir ein Blick auf den Ort, wo Kultur gemacht wird!

2004

2004: Dalí-Jahr Mai: Die europä-

ische Union wird um zehn Mitglieder erweitert: Estland, Lett-

land, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Republik Zypern.

Sommersemester:

Die erste WelcomeBroschüre für internationale Studierende wird vom

AKAFÖ herausgegeben.


25 jahre boskop - das magazin

Direkt gegenüber der Eingangstür gelegen ist dieses Büro die erste Anlaufstelle für all die orientierungslosen Seelen, die zum ersten Mal die hier skizzierten Räumlichkeiten besuchen. Hier wird unter anderem das vielfältige Kursprogramm geplant, das boSKop jedes Semester anbietet. In den Regalen lagert eine schwer zu überschauende Zahl von Ordnern mit Protokollen von Team-Besprechungen, Veranstaltungsberichten und Vertragskopien. Kurzum: alles, was irgendwie mit Organisation und Verwaltung zu tun hat, findet sich hier.

21

Hier werden die Finanzen verwaltet. Gleichzeitig ist dies auch der Ort, von dem alle Infos nach draußen gehen, die das kulturelle Programm von boSKop bewerben sollen – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit eben. Mit gleich drei Arbeitsplätzen ist dies der Ort, an dem das Leben am lautesten pulsiert. Hier ist immer was los: eine gesellige Betriebsamkeit, produktiv und dabei (fast) immer lustig.

Kulturarbeit kann ganz schön anstrengend sein. Die kleine Küche mit dem zumindest im Sommer sehr gemütlichen Balkon ist ein Ort der Erholsamkeit und des massiven Kaffeekonsums für gestresste boSKopMitarbeiter. Eingerichtet ist sie im typischen Wohnheimstil inklusive eines antiquierten Boilers, wie es in allen Küchen des Sumperkamps standardmäßig der Fall ist.

2005: „Schillerjahr“ in Deutschland anlässlich seines 200. Todestages

Januar: Die Landeeinheit Huygens der Raumsonde Cassini geht auf dem Saturnmond Titan nieder.

April: „Meine Musik“wird zur festen boSKop Reihe CampusClub.

September: 10

Jahre Bochumer Blues Session

Oktober: Workshop „RusslandbildDeutschlandbild“

2005


22

25 jahre boskop - das magazin

2006

Februar: Die Welt-

bevölkerung erreicht laut der US-ZensusBehörde die Marke von 6,5 Milliar-

den Menschen. März: 20 Jahre boSKop Mai: Die finnische Gruppe Lordi siegt

beim Eurovision Song Contest

Sommer: Literatur-

wettbewerb „Aufbruch-Stellen“ November: Erstes JAZZ|FEST|BOCHUM

Dezember: Nintendo bringt die Wii-Konsole auf den Markt.


25 jahre boskop - das magazin

23

Auf der Weltbühne Wie korrekt Kultur sein kann Christoph Zur Person:

von Christoph Schurian 1987 inszenierte Andrea Breth am Schauspielhaus Bochum Julien Greens „Süden“ als ein Stück der verlorenen Zeit: Die Oberschicht der Südstaaten am Vorabend des amerikanischen Bürgerkriegs. Vor dem Eingang hatten Kommilitoninnen Flugblätter verteilt, Bekannte aus dem AStA-Ausländerreferat. Sie protestierten gegen die Aufführung. Die Rolle der Sklavenhalter als Menschenhändler und Ausbeuter würde von Stück und Regisseurin weitgehend ausgeblendet. Und irgendwie hatten sie Recht. Das Stück ist politisch nicht korrekt, sogar das Wort „Neger“ fiel. In der atemberaubenden Aufführung geriet die Kritik jedoch in den Hintergrund, gefesselt von Abendglut und der Anspannung der Akteure vor dem ganz großen Gewitter. Regie und Darsteller gewannen Theaterpreise, die Argumente der Kunst, der Sog des Schauspiels überzeugten mehr als die Studenten mit dem Flugblatt, die das Publikum höflich zum Nachdenken aufgefordert hatten. Es gab keine ultimativen Forderungen, keine Medienkampagne. Ich glaube nicht, dass die Lokalpresse überhaupt berichtet hat. Der Streit um Korrektheit von Kultur war allenfalls Randnotiz. Ein Vierteljahrhundert später ist das Reiben an der öffentlichen Moral, das Brechen mit politischer Korrektheit, zum Teil des Spiels geworden. Die mediale Empörung wird kalkuliert. Etwa am Theater an der Ruhr in Mülheim. Seit zwei Spielzeiten steht dort die deutsche Erstaufführung von Rainer Werner Fassbinders „Der Müll, die Stadt und der Tod“ auf dem Plan. Das Stück entstand in den Kampftagen um das Frankfurter Westend. Wo jetzt Bankentürme stehen, wurden in den Siebzigern Altbauten platt gemacht. Immobilienhaie bereicherten sich, Joschka Fischer agierte in seiner Putztruppe, Dany Cohn-Bendit gab den Pflasterstrand heraus. Im Mittelpunkt des Stücks steht ein Immobilienkaufmann jüdischen Glaubens und eine Prostituierte, die der „reiche Jude“ bezahlt, damit sie ihm zuhört in schlaflosen Nächten: Dem Vorzeigejuden, umgeben von einstigen Tätern, die über seine Geschäfte einen Mantel des Schweigens breiten, aus Scham, schlechtem Gewissen und Geschäftssinn, weil sie ihn, den Juden, vorschicken, legitimieren sie die eigenen Geschäfte. Eine Aufführung des Stücks wurde damals verhindert. In dem „reichen Juden“ wurde Ignatz Bubis erkannt, Frankfurter Geschäftsmann, später Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland. Fassbinders Drama galt als unspielbar, von antisemitischen Ressentiments und den Strickmustern der Nazis geprägt; etwa der angeblichen Verbindung von Kapitalismus und Judentum. Denn was hat der Glaube mit Westendgeschäften zu tun, was ein Jude mit Reichtum und Kapitalismus?

Januar: die Mehrwertsteuer in Deutschland steigt von 16 auf 19 %.

Juli: Benennung der

Sieben neuen Weltwunder: Chichén Itzá (Mayaruinen in Mexiko), Chinesische Mau-

er, Cristo Redentor (Christus- statue in Rio de Janeiro), Kolos-

Schurian

34 Jahre später wurde das Bühnenstück in Mülheim öffentlich aufgeführt, eingebettet in zwei weitere Dramen des deutschen Regisseurs und Filmemachers. Und gegenüber den beiden anderen Stücken, die sich ebenfalls mit dem Erbe der NS-Zeit befassen, ist „Der Müll“ fast noch ausgewogen und nachvollziehbar. Trotz Vorgeschichte wurden vor dem Mülheimer Theater keine Flugblätter verteilt. Die umstrittene Uraufführung war stattdessen Medienthema. Der Zentralrat der Juden hatte den Intendanten Roberto Ciulli gebeten, das Stück nicht aufzuführen. Theater und Regie seien dabei gescheitert, eine Aufführung zu konzipieren, die Fassbinders Antisemitismus wirklich entlarvt. Das Theater wies das zurück. Eher unabsichtlich hat mir die Inszenierung doch die Augen geöffnet. Ich lernte Fassbinder als einen egozentrischen Dramatiker kennen, der selbst die Shoa noch persönlich nimmt und vor allem als (s)ein künstlerisches Problem betrachtete: Was ist ein KZ gegen die Probleme des Regisseurs, einen Film darüber zu machen? Der seltsame Fassbinder-Abend steht weiterhin im Repertoire der kleinen Mülheimer Bühne, die sich nicht oft solcher Aufmerksamkeit erfreuen kann. Vermutlich hätte es in unseren aufgescheuchten Tagen auch über Andrea Breths „Süden“ und die Sklaverei eine Medien-Debatte gegeben. Vielleicht wäre es sogar zum Thema einer Talkshow geworden, zu Gast Historiker, Nachfahren, Claus Peymann. 60 Minuten Unterhaltung was man darf oder besser lassen sollte. Vielleicht wäre die Sache sogar aus dem Ruder gelaufen, Demonstrationen vor deutschen Botschaften, brennende Fahnen. Vielleicht. Wahrscheinlich ist das nicht, aber denkbar mit Nachaber auch Vorteilen . Denn die KommilitonInnen vom Ausländerreferat hätten sich vor dem Schauspielhaus gewiss mehr Aufmerksamkeit gewünscht, mehr Teilhabe. Sie hatten aber nur ihre Flugblätter aus der AStADruckerei, kein Medienecho, einige Gespräche vorm Foyer. Heute scheitert Aufmerksamkeit nicht mehr an Geld, Technik oder ignoranten Medien. Im Internet kann jeder als Berichterstatter, Kritiker, Kommentator, Livereporter loslegen. Und weil die traditionellen Medien dieser Vergesellschaftung ihrer Produktionsmittel hinterher hinken, werden Themen von Demonstranten und anderen Usern schnell wie nie aufgegriffen auf der Jagd nach Klicks und Quote. Die neue Medienwelt funktioniert deshalb nach der Methode der Boulevardzeitungen – laut statt leise, Skandal statt Problem,

seum in Rom, Machu Picchu (Inkaruine i n Peru), Petra (Felsenstadt in

Jordanien), Taj Mahal Sommer: Mit RUBeach bringt boSKop Sand auf den Campus.

2007


24

25 jahre boskop - das magazin

Prominenz statt Relevanz. Das erste Opfer der vergesellschafteten Medienwelt ist das Niveau. Dabei eignen sich weder die Geschichte und Terminologie der Sklaverei in den Südstaaten noch die unfassbare Monomanie Fassbinders wirklich für große Schlagzeilen, sondern für den Hintergrund, die Analyse. Um aufzufallen, wären auch die Diskussionen um Breths Süden heute wohl auf die Verwendung des Wortes „Neger“ reduziert worden und die fette Schlagzeile: Schauspiel-Skandal: „N...“-Wort empört afrikanische Studenten“. Wer Kultur anbietet, muss sich also fragen, ob sich Konflikte, Mediendebatten lohnen, und ob auch nach der Erregung genug Substanz ist. Bei Breths grandioser Regiearbeit an Julien Greens „Süden“ steht das außer Frage. Von der Erstaufführung des Fassbinder-Stücks wird eher weniger bleiben, vor allem verletzte Gefühle von Mitgliedern der jüdischen Community und das schale Gefühl über ein Theater, das sich unbedingt ins Gespräch bringen will. Im Internetzeitalter der globalen Gleichzeitigkeit ist das Abwägen von Machern und Veranstaltern komplizierter geworden, komplexer. Die Welt heute ist nicht nur ein Dorf, sondern auch eine Bühne. Und auf der können nicht lustige, formal ziemlich langweilige Karikaturen aus Dänemark Terrordrohungen, diplomatische Verwicklungen und Massendemonstrationen auslösen. Beinahe hätte ein Ausläufer des Karikaturenstreit auch Fahrgäste im Ruhrgebiet erwischt. Andererseits: Keine Madonna-Welttournee, die nicht auf (kalkulierte) Proteste christlicher Kreise stieß. Und da wie dort geht es um Blasphemie-Vorwürfe, Gefühle von Gläubigen. Die seit Mitte der 1980er Jahre vor allem in den USA populäre politische Korrektheit ähnelt übrigens auch einer Glaubensgemeinschaft. Im Umfeld der liberalen Universitäten und linken städtischen Szenen ging es um eine Selbstvergewisserung, die weit über die Bekämpfung von Krieg, Ungerechtigkeit und Rassismus hinaus ging.

bildausschnitte aus „Gar-

Korrekt ist eine Lebensweise, die die Um- ten der Lüste“, Hieronymus welt schont, die emanzipiert ist und nicht Bosch, ca. 1500, zu besichsexistisch, die andere Kulturen achtet, tigen im Museo del Prado, Minderheiten nicht nur schützt, sondern Madrid pflegt, die Geschichte aus der Perspektive der Unterdrückten etwa auf der südlichen Erdhalbkugel betrachtet, Tiere nicht tötet, Flugreisen vermeidet, das Rauchen wegen der Nichtraucher aufgibt, Schluss macht mit Barbiepuppen, Spielzeugpistolen und Feuerwerk, und und und. Insgesamt ein Verhaltenskanon, der Sinn macht, aber in puritanischer Strenge ziemlich langweilig, belehrend, sektiererisch daher kommt. Als Leitsystem zur Beurteilung von Literatur, Film und Fernsehen oder Bühnendarbietungen erweist sich die PCDenke als ungeeignet, wenn man nicht ungefähr 95 Prozent des Kulturschaffens boykottieren oder verbieten möchte. Zurück nach Bochum, 1987. Süden, Schauspielhaus, eine Veranda, Schauspieler. Greens Stück wurde zu einem ohnmächtigen Diskurs über alte Werte, die alte Welt, über Europa und Nordamerika, Liberalismus und Glaube, die Angst vor der Zukunft in der industriellen Trostlosigkeit der Städte des Nordens. Ein Lehrstück, tief und breit, nur am Rande wird die Sklaverei behandelt. Das ist zu kritisieren. Das Stück deshalb nicht aufzuführen, es zu zensieren, wäre unverzeihlich gewesen.

Christoph Schurian, Journalist

Seit Juli 2007 freiberufliche Tätigkeit als Journalist

(u.a. WDR.de, brand eins Neuland), Kurator (u.a. Ruhr Museum Essen), Autor (Zeitlupe), Dozent (RUB), Blog-

ger (Ruhrbarone), Medienberater. Veröffentlichungen

(Auswahl): taz, WDR.de, brand eins Neuland, dapd,

Freitag, Welt, ruhrbarone.de; Publikationen (Autor, Redakteur): Echt. Pop-Protokolle aus dem Ruhrgebiet,

Duisburg 2008; Ruhr Museum Essen, Essen 2010; Ruhrbarone. Das Printding, Essen 2010 ff.

2008

2008: War das neuntwärmste Jahr seit Beginn der Wetterstatistik. Damit liegen die zehn heißes-

ten Jahre allesamt zwischen 1997 und 2008. Juli: boSKop ist zum ersten

Mal auf der Wortschatzbühne bei Bochum Total vertreten.

Wintersemester:

Die Broschüre RUB-

kultur erscheint zum ersten Mal. November: Barack Obama wird als erster Afroamerikaner zum

Präsident der Vereinigten Staaten gewählt.


25 jahre boskop - das magazin

25

Jahre Orte

Genauso vielfältig wie das Programm sind auch die Spielstätten und Orte an denen boSKop Kultur präsentiert. Wir sind sowohl Open Air, als auch in geschlossenen Räumen gut untergebracht. Die beliebtesten Spielstätten auf einen Blick:

Die Strandbar

gegenüber von GB ist seit rund zwei Jahren fester Spielort der [Lit:Lounge] im Sommersemester. Bei schönem Wetter können die Besucher den Lieblingstexten ihrer DozentInnen lauschen und dabei auch noch die ein oder andere Spezialität genießen. Eben ein Spielort mit ganz besonderem Flair.

Das KulturCafé

ist fester Spielort für Veranstaltungen von boSKop: Konzertreihen wie CampusClub oder die Blues- und Jazzsessions, das Newcomerfestival, das Kneipenquiz uvm. finden dort ihr zu Hause. Doch auch Veranstaltungen anderer Initiativen der Uni bzw. der Studierendenschaft, die dort stattfinden werden von boSKop unterstützt.

Der Hardenbergsaal

bietet seit vielen Jahren den meisten boSKop (Tanz-)Kursen eine angenehme und großräumige Übungsfläche und das Mitten im Studentenwohnheim Hardenberg. Einmal im Jahr hübscht sich der Saal auf und sieht während der boSKopShow all das, was er während des Semesters von den ersten Schritten bis zur auftrittsreifen Performance beobachten durfte.

Das Euro-Eck

ist ein kleines Tagungshaus inmitten des Studentenwohnheimes Europa-Haus, das nicht nur bereits dem ein oder anderen Kurs Unterschlupf gewährt hat, sondern auch regelmäßig für Filmabende, BoRossia und früher auch für den Kulturbrunch und den osteuropäischen Film genutzt wurde und wird.

Wortschatzbühne/ Riff

Wenn es boSkop denn dann mal in die Stadt verschlägt, dann richtig! Seit mehreren Jahren ist boSKop nun rege an der Programmzusammensetzung der Wortschatzbühne bei BochumTotal beteiligt und während des Festivals vor Ort. Auch das riff ist seit Jahren Gastgeber für das Finale des Bochumer Newcomer Festivals. Zwei Veranstaltungen und Orte, die boSKop ans Herz gewachsen sind.

Januar: Der Burdsch Chalifa in Dubai erreicht seine maximale Höhe von 828 Metern und ist

das höchste Bauwerk sowie der höchste Wolkenkratzer der Welt. Juni: Michael Jack-

son verstirbt im Alter von 50 Jahren

August: boSKop ist zum ersten Mal auf der Piazzabühne des Zeltfestival Ruhr mit dabei.

November: West-Ost Theatertage im MZ mit Teilnehmern aus Polen, Russland Belgien und Bochum.

2009


26

25 jahre boskop - das magazin

Was macht eigentlich... ...Claudia Kaiser

... Klaus Hartung

... Kordula Hawlitzky

war als eine der ersten von 1986 - 89 bei boSKop: Sie absolvierte mehrere Kurse in Jazzimprovisation und orientalischem Tanz und unterrichtete später selbst. Claudia war aktives Mitglied der BigBand und erinnert sich immer noch gerne an Auftritte z.B. anlässlich des Sommerfestes oder des „Carneval im Museum Bochum“. Als „echte“ Bochumerin hat Claudia zunächst an der RUB und der LMU München Geologie studiert und nach dem Diplom 1989 der Bochumer Uni für ein paar Jahre den Rücken gekehrt. Aber getreu dem Motto „alte Liebe rostet nicht“ war es nur eine Frage der Zeit, bis Claudia zurück kam um ihrer Passion als Vulkanologin nachzugehen. Während des Promotionsstudiums an der RUB und der University of California kamen ihre beiden Töchter Vivian und Valerie zur Welt. Seit Mai 2008 lebt und arbeitet Claudia in Christchurch, Neuseeland, und hat ihr eigenes Consulting Unternehmen gegründet. Außerdem betreibt sie eine Friesenpferde Zucht- und Ausbildungsstation. An boSKop denkt sie, gerade zum Jubiläum besonders gern zurück und schickt die allerbesten Kiwi Grüße aus Christchurch an alle boSKöppe und Ehemaligen. Kia Ora.

Einer der Pioniere von boSKop! Im Bereich Video war er einer der ersten Teilnehmer und dokumentierte in diesem Rahmen boSKopProjekte. Eigentlich ETechnik-Student, machte ihm die Sache so viel Spaß, dass er sein Wissen direkt an andere weitergab. Und so quälte er sich (und die TeilnehmerInnen) am Wochenende um 9 Uhr (!) aus dem Bett und an die Uni, wo unter anderem der Wachdienst unfreiwillig zu Statisten wurde. Parallel dazu erforschte er Multimedia, Akustik und Neurowissenschaften. Irgendwann suchte er neue Herausforderungen und ging in die USA, Neuengland, um genau zu sein. Auch dort zeigte er sein umfassendes Interesse und Können. Von medizinischer Forschung über den Bereich Unterhaltungselektronik bei BOSE, ist er jetzt in der professionellen Audiotechnik als Director of Engineering bei einem Jungunternehmen in Boston tätig. Der Kultur blieb er dabei immer treu, gestaltete Foto-Ausstellungen, Werbebilder und dokumentierte beeindruckend ein Entwicklungshilfeprojekt in Sansibar. Mal sehen, was er zu unserem 50. Jubiläum macht ;-)

Zunächst mal: DomkeHawlitzky! Denn geheiratet hat sie auch, seitdem sie boSKop 2000 den Rücken kehrte. Nachdem Kordula ihr Abi und ihre Ausbildung zur Elektrikerin in der DDR abgeschlossen hatte, war das doch nicht ganz ihr Fall. Sie wollte mehr und fing 1991 kurzerhand ein Studium im Bereich E-Technik an der RUB an. Dort kam Sie auch in Kontakt mit boSKop: Ab 1994 nur sporadisch, als freiwillige Helferin vor allem für Technik, ab 1996 „fest“ als studentische Hilfskraft im Büro. Neben der Gestaltung des Kursprogramms konnte sie bei Veranstaltungen wie dem europäischen Tanztheaterfestival Abläufe planen und den Künstlern so den Rücken frei halten. 2000 war Schluss damit. Sie begann eine Ausbildung zur „Fachwirtin für Kongressund Messewesen“. Langweilig? Das dachte sie sich auch und wurde kurzer Hand Maklerin bei Engel und Völkers. Dem Metier blieb Kordula seitdem treu, (machte sich aber lieber als Vermittlerin im Bereich Immobilien und Finanzierung selbständig) wurde aber lieber selbständige Immobilien-und Finanzierungsvermittlerin. Man sieht: Auf boSKop kann man bauen.

2010

März: Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull, dessen Aschewolke Mitte April den Flugverkehr in wei-

ten Teilen Nord- und Mitteleuropas erheblich beeinträchtigte. April: Tunesische Kulturwoche; Unterzei-

chung des Kooperationsvertrages zwischen dem deutschen und tunesischen Studentenwerk.

Mai: Lena MeyerLandrut gewinnt den 55. Eurovision Song Contest.

Oktober: Yuanyuan Liu wird erste chinesische Trainee der Robert-Bochum Stiftung bei boSKop


25 jahre boskop - das magazin

Jahre später…

boSKops Zukunft ist sicherlich weiterhin so vielfältig wie bisher, auch wenn sich sicher bis zum 50. Jubiläum viel ändern wird. Wir werfen einen Blick auf das Jubeljahr 2036.

Kurse 2036: neues Büro

Nach knapp 50 Jahren hat boSKop endlich einen zentralen Platz auf dem Campus gefunden: Während des Umzugs im März bleibt das Kulturbüro deswegen geschlossen und ist ab Sommersemester im neuen Gebäude GH zu finden, auch zu erreichen über das Transportportal Q neben der UB

Kurse gibt es immer noch. Da boSKop mit der Zeit geht, heißen die mittlerweile allerdings „Training für untrainierte Zungen“, „Kontakt aufnehmen – im Real life Menschen treffen“ oder auch „Bewegen statt Beamen“. Kursleiter sind allerdings noch echte Menschen und nicht wie Uni-Dozenten durch Androide ersetzt. Ein großes Plus also, das boSKop auch in 25 Jahren noch haben wird: Hier findet man echte Freunde!

BeamChip 2036:

Beam dich direkt zu deinem Event! Der neue Kultur- Beamchip ist ab sofort erhältlich. Aufladen könnt ihr den Chip wie immer während der Anmeldung.Bei 5 aufgeladenen kostenpflichtigen Veranstaltungen gibt es die sechtse gratis dazu (gilt für alle Veranstaltungen mit Eintritt für 2036).

Moderne Technik

macht es möglich, dass es eine Neuauflage zum Internationalen Tanztheaterfestival gibt. Zwar haben die Sponsoren noch nicht ganz verstanden, wo der Reiz liegen soll, Menschen auf einer Bühne anzusehen, die Neurotransmitter-Übertragung in ihre Filialen europaweit hat sie allerdings überzeugt. Und so kommen auch die Kunden des großen Ms in den Genuß von Kultur.

Live Konzerte

Quiz Lösung m Welche Post it ka

gibt es auch nach 50 Jahren boSKop noch. Und so trifft man sich im Hyperspace, um sich die via Webcam eingespielten Riffs des Tunesischen Bassisten, die sphärigen Klänge der Chinesischen Synthesizer-Künstlerin aus dem Uni-Netz und dem überwältigenden Drumsound des Britischen Trommel-Duos anzuhören. Die Konzerte mit direkter Anwesenheit wurden eingestellt, es kamen nur noch ein paar Oldschool-Zuschauer.

impressum boSKop - Jubiläumsmagazin März 2011 Redaktion: Christiane Heckeler, Heiko Jansen, Katharina Kunst, Cordula Pütz Autoren: Daniel Chur, Melanie Goebel, Stefan Grob, Chirstoph Schurian

Gestaltung: Heiko Jansen, Cordula Pütz Druck: Onlineprinters GmbH Auflage: 4.000 Exemplare Redaktionsanschrift: AKAFÖ – Pressestelle, Universitätsstr. 150, 44801 Bochum, Telefon: (0234) 32-11031, presse@akafoe.de

von wem?

tr – Musisches Zen 17 Karin Freymeye AFÖ ne“ AK – üh g iob bin ud Ab „St rum 1 André p und Gisela Ogasa f der Heide – Gene18 Dr. Erdmute Lap 2 Achim Meyer au liothek utschen Studen– Universitätsbib ralsekretär des De – Kanzler der RUB 19 Gerhard Möller tenwerks – Präsident A der RUB Martin Sternberg f. Pro 20 3 Vertreter des ASt hum – Vorsitzende des der Hochschule Boc 4 Birte Schleiting mert – Bundesgsrats 21 Prof. Norbert Lam AKAFÖ-Verwaltun t io den rad tagspräsi 5 CT das eren – AKAFÖ tend für alle and 6 Doris Czwalina e.V. 22 stellvertre ckwünsche ein Freunde der RUB Glü n der ene aft ang lsch geg sel ein 7 Ge it rbert – BZ Sound namenloses post 8 Michael und No – Oberbürgermeis Geschäftsführer 23 Dr. Ottilie Scholz 9 Huseyin Bali – in Stadt Bochum ter KulturCafé dt – Kulturbüro Sta eger – AKAFÖ 24 Rainer Leiskau 10 Rosemarie He igmann – GeBochum 11 Hans-Helmut We – Varieté et cetera F e.V. 25 Sylvia Cabello schäftsführer Gd h – Musisches Koc ig K rtw Ha FSV – ich 26 Sina 12 Heinr sonalrat AKAFÖ e Künste“ 27 Tanya Wolf – Per Zentrum „Bildend AFÖ Uhlig – Hilfe AK – ian r rist kne Ch f. Bir a Pro 13 Ilon RUB 28 e.V. – Pressesprecher ische Studierende 14 Dr. Josef König AFÖ für ausländ schäftsführer AK Elmar Weiler – f. Pro 29 15 Jörg Lüken – Ge s – Direktor des Rektor der RUB 16 Dr. Jochen Pleine – nstituts (LSI) 30 Ezzedine Zerria Landesspracheni AKAFÖ

V.i.S.d.P.: Jörg Lüken, Anschrift s. oben Bildnachweise: Hennes Bender (Martin Huch), Marcus Gloria/ Stefan Grob/Christoph Schurian/Claudia Kaiser/Klaus Hartung/Kordula Domke-Hawlitzki (selbst), Screenshots der Websei-

te (S. Daniel), upload.wikimedia. org (S. 5,9,10,13,16,18,22,23,25,27), alle anderen Fotos (AKAFÖ-Pressestelle/boSKop Bildarchiv).

27


25 Jahre

Das Heft zum


Jubiläumsmagazin 25 Jahre boSKop