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Das Mitgliedermagazin der Akademischen Sektion Wien des Österreichischen Alpenvereins 02¡2018 // 117. Jahrgang


Unser Bergmoment Das Foto entstand im letzten Sommer bei meiner ersten Bergtour in den Dolomiten. Gegen Mitternacht entschloss ich mich, von der Drei-Zinnen-Hütte auf den Sextener Stein aufzusteigen, um dort Nachtaufnahmen zu schießen. Im Zentrum dieses Panoramas stehen der markante Paternkofel, die weltberühmten Drei Zinnen und die danach benannte Hütte.

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Inhalt

02·2018 // 117. Jahrgang

06 Fernsicht

Von Andreas Wiederin

08 Wir stellen vor Neu im Team

09 Vier Fäuste gegen Rio

Ein Erfahrungsbericht als Volunteer bei der Kletter-WM 2018 in Innsbruck

10 Immer unterwegs

Ein Überblick der Aktivitäten der ASW

22 Sommerfrische in Zentralasien

Mit dem Rad durch Tadschikistan, Kirgistan, China und Pakistan

24 Abenteuer Alm

So war die Saison auf der Körner-Hütte mit Silvia, Florian und Jakob

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50 Jahre Österreichisches ­Kuratorium für Alpine Sicherheit

Aufklärungs- und Präventionsarbeit zur ­Verminderung risikobehafteter Einsätze

12 Filmen und Bergsteigen im Iran 30 10 Tipps für deine Wintertour Im Gespräch mit dem Filmemacher Mathias Peschta

18 Gipfelbuch

Sicher am Berg

31 oben°wissen Nachlese

Ein Fotorundblick auf die Aktivitäten unserer Mitglieder

Impressum Herausgeber: Akademische Sektion Wien, Teil des Österreichischen Alpenvereins, Maria-Theresien-Straße 3/2, 1090 Wien Chefredaktion: Angela Hirsch Autoren dieser Ausgabe: Samuel Felder, Richard Franz, Katja Grafl, ­Nikolas Hartmann, Angela Hirsch, Bibiane Kaufmann, Günter Liebmann, Herrmann Pernersdorfer, Ulrike Pistotnik, Uschi Pistulka, Günter S­ chlicker, Regina Steer, Christian Steiner, Andreas Wiederin, Elisabeth Zweig Art-Direktion, Grafik und Illustration: Barbara Veit Lektorat: Franz Neruda, Christoph Baumgartner Druck: Druckerei Janetschek GmbH Erscheinungsweise: zwei Ausgaben im Jahr, Auflage: 2.500 Stück

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editorial

Ein- und Ausblick Angela Hirsch

Grafikerin dieser Ausgabe

Barbara Veit Grafikdesignerin in Wien. Entwicklung/Konzeption der neuen Gestaltungslinie des oben° seit 2015. www.veitdesign.at

Fotograf dieser Ausgabe

Cover, Bergmoment, Editorial, Rücken

Manuel Reisinger, Berg-Aficionado und spezialisiert auf Landschaftsfotografie manuelreisinger@gmx.at Manuel Reisinger Photography

Servus! Wir schauen auf eine aufregende Saison zurück, seitdem das letzte oben°-Heft erschienen ist. Darum gibt es in dieser Ausgabe einen ­kurzen Rückblick über die verschiedensten Unter­nehmungen, mit Highlight-­Berichten über eine dreimonatige Radtour durch Zentralasien, dem Volunteer-Einsatz bei der Kletter-WM in Innsbruck und natürlich dürfen da auch nicht unsere K ­ urzberichte über die Dolomiten-Woche und andere Touren und Abenteuer der ASWler fehlen. Ein besonderes Highlight ist der Blick h ­ inter die Kulissen mit Filmemacher M ­ athias Peschta, der mit Gerlinde Kaltenbrunner und Peter Habeler im Iran bergsteigen war und mit uns ein wenig über seinen Film aus dem Nähkästchen plaudert. Wie die erste Saison unserer neuen P ­ ächter auf der Körner-Hütte gelaufen ist, lassen wir euch natürlich auch wissen. A ­ propos W ­ issen: Das ­Kuratorium für Alpine S ­ icherheit gibt es bereits seit 50 Jahren, dazu haben wir etwas für euch zusammen­gefasst. Für alle, die es verpasst haben, gibt es eine N ­ achlese zu den v­ ergangenen oben°wissen-­Veranstaltungen, die zu den ­verschiedensten Themen stattgefunden haben. Und sonst gibt es noch einige N ­ euig­keiten! Heuer waren wir wieder unter den am ­stärksten wachsenden Sektionen und wir freuen uns darüber sehr! Mit B ­ ergfieber-Bike gibt es eine neue MTB-Gruppe, Andreas übernimmt als Vorstandsvorsitzender die Kolumne Fernsicht, Samuel und Katja sind neu im Team und übernehmen meine ­bisherigen Aufgaben, und ich, ich sage D ­ ANKE für vier erlebnisreiche Jahre in der ASW! Schaut rein ins neue oben°! Alles Liebe! Angela

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fernsicht

Meine erste Fernsicht Text und Foto: Andreas Wiederin

Und schon wieder ist so vieles bei uns neu! Der Autor dieser Kolumne zum Beispiel. In der ASW bin ich schon seit 2011, im Vorstand seit 2013 aktiv. Im April dieses Jahres habe ich den Vorsitz von Hannes Offenbacher ü ­ bernommen. Hannes hatte die schwere Aufgabe, einen ­eingespielten Verein wieder zu öffnen, und hat unserer Sektion damit eine neue Blütezeit ermöglicht. Vielen Dank für deinen engagierten Einsatz!

förderungen für Hütten und Wege werden im Jahr 2019 um rund 3 ­ 0 Prozent sinken, umso ­wichtiger ist p ­ ersönliches E ­ ngagement für den Erhalt der a ­ lpinen Infrastruktur. Das kann auch euer Einsatz werden: Man muss ja nicht gleich eine Funktion übernehmen. Von längerfristiger ­Unterstützung über kurze Projekte bis hin zu einer einfachen Wegbegehung mit Pinsel, Farbe und offenen Augen kann jeder einen Beitrag leisten – helft mit!

Angela Hirsch, die die letzten Jahre das Herz unseres Vereins war, hat eine s­ pannende ­berufliche Herausforderung a ­ ngenommen und wird daher nicht mehr alle eure Anfragen ­beantworten, bleibt uns aber im Vorstand umso motivierter für a ­ ndere Aufgaben e ­ rhalten. Neu im Team sind dafür Samuel Felder im ­Vereinsmanagement und Katja Grafl für unsere mittlerweile recht z­ ahlreichen Kommunikationskanäle.

Neues Leben entsteht in unserem Sektionsheim bald als „Vereinswohnzimmer“. Ein ruhiger ­Lernraum für unsere berg:räusche, ein Ort zum Touren planen oder einfach bei einem Kaffee in unseren Büchern stöbern. Nach einer ­Einschulung wird er sogar per Smartphone ­zugänglich sein.

Neu ist auch die Terrasse der Körner-Hütte. In den kommenden Jahren wollen wir diesen Standort mit einem Zubau fit für viele weitere Jahrzehnte machen. Über die spannende erste Saison von Silvia, Florian und dem kleinen Jakob auf unserer Hütte lest ihr in diesem Heft mehr, aber eigentlich solltet ihr sie spätestens in der nächsten Saison besuchen! Bei der Körner-Hütte und den Wegen in ihrer Umgebung, um die sich seit dieser Saison M ­ anfred Mehl als Wegewart kümmert, gibt es immer etwas zu tun. Das ist unsere Hütte, unser Arbeitsgebiet! Die Bundes-

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Anderes bleibt so wie immer. Auch in d ­ iesem Winter erwartet euch wieder ein viel­seitiges Programm, von der Ganslwanderung bis hin zu Skihochtouren, ein prall gefülltes ­berg:rausch-Programm und Bergfieber-­ Skicamps, die „Einfach-raus-am-­Donnerstag“Touren, oben°wissen-Veranstaltungen für ­nebelige Abende in der Stadt – vor allem aber das eigentliche Herzstück unserer ­Aktivitäten: die unzähligen Touren, die ihr mit ­Gleichgesinnten aus dem Verein unter­-­ nehmen werdet. An einen Platz unter den fünf erfolgreichsten Sektionen des Alpenvereins haben wir uns ja fast schon gewöhnt. Dieses Jahr ist sich sogar der zweite Platz ausgegangen! Ich danke euch allen dafür, dass ihr diesen Verein derart mit Leben erfüllt!


statistik

Schick´ mir Mails! Wenn du von uns über diverse Touren, Veranstaltungen, Aktivitäten etc. informiert werden möchtest, registriere dich doch auf www.akademischesektion.at/schickmirmails. Wir senden dir nur dann E-Mails, wenn du das auch wirklich möchtest! Nicht vergessen: Sichere dir deinen Studententarif und lade deine Inskriptionsbestätigung auf www.mein.alpenverein.at hoch. Dort kannst du auch z. B. deine Adresse ändern!

Unser Ältestes aktives Mitglied

ist weiblich und 105 Jahre alt! Wir danken dir für 68 Jahre lange Treue!

Aktuelle Zahlen

Die Entwicklung unserer Sektion (Stand: November 2018) Text: Redaktion Infografik: Barbara Veit

Geburtstagskinder

11

11

21

Neujahrskinder

Weihnachtskinder

die meisten ­Geburtstagskinder

Mitgliederzahl

3559 64 10

1. Jänner 11 Mitglieder

4 Ehrenmitglieder

Gastmitglieder

221

Bergrettung Treuemitglieder

68

24. Dezember 11 Mitglieder

9 % 8 % 9 % 8 % 8 % 9 % 8 % 8 % 8 % 9 % 7 % 9 %

27. August + 1. Dezember je 21 Mitglieder

Jänner (319) Februar (277) März (303) April (282) Mai (301) Juni (310) Juli (286) August (302) September (299) Oktober (304) November (264) Dezember (312)

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team

Neu im Team Wir sind Sam und Katja und seit Oktober 2018 neu im fixen Team der ASW. Texte und Fotos: Katja Grafl und Samuel Felder

Ich bin Sam, studiere an der Boku und bin seit Kurzem für das Vereinsmanagement der A ­ kademischen Sektion Wien z­ uständig. Als reger Teil des Alpinteams und der ­berg:rausch-Gruppe kenne ich bereits einige Mitglieder und deren Bedürfnisse sehr gut. Mir ist es daher ein besonderes Anliegen, ­aufbauend auf den bisherigen Errungen­ schaften unserer Sektion, mit bestem Wissen und Gewissen die Weiterentwicklung der ASW voranzutreiben. Durch meine bisherigen ­beruflichen Tätigkeiten im kaufmännischen ­Außendienst bringe ich viel Erfahrung im ­Management und im eigenverantwortlichen ­Arbeiten mit und freue mich in diesem Sinne auf eine gute Zusammenarbeit.

Ich bin Katja und habe den Bereich ­Kommunikation der Akademischen Sektion Wien von Angela übernommen. Ich selbst bringe aus meinen bisherigen Tätigkeiten unter anderem Erfahrung im Texten, im U ­ mgang mit (digitalen) Medien und der B ­ eratung und ­Begleitung von Menschen mit. Daher freue ich mich darauf, euch über das Vereins­geschehen, über Touren und andere i­nteressante ­Informationen am Laufenden zu halten, und ganz besonders auf viele s­ pannende ­Begegnungen und darauf, ein Teil dieser ­Gemeinschaft werden zu dürfen.

Wir freuen uns auch über Verstärkung im Alpinteam!

Samuel Felder Übungsleiter Hochtouren

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Samantha Wehr Übungsleiterin ­Klettersteig

Timon Höbert Übungsleiter ­Sportklettern

Peter Wirthumer Übungsleiter ­Mountainbike


volunteer

Vier Fäuste gegen Rio Ein Erfahrungsbericht als Volunteer bei der Kletter-WM 2018 in Innsbruck Text: Nikolas Hartmann, Christian Steiner Fotos: Christian Steiner, Bernhard Stecher

„Hast schon gehört? Die suchen noch F­ reiwillige bei der Kletter-WM“, sagte ein Freund im ­Frühjahr zu mir. Nach kurzem Überlegen und einigen Telefonaten war ich dabei. Ein paar Monate später war es dann so weit. D ­ onnerstag spätabends ging es westwärts R ­ ichtung ­Innsbruck. Mit der Eröffnungszeremonie ­verpasste ich da schon das erste Highlight. Zu gern hätte ich die Rede unseres Sport­ ministers gehört! Diese wurde angeblich durch ein ­minutenlanges Pfeifkonzert untermalt.

Climb.Come Together.Celebrate

Da man davon ­ausgegangen ist, dass sich jeder Volunteer mit seinem ­„großzügig bezahlten“ ­Nulllohn natürlich selbst um eine Unterkunft kümmert, sah unsere wie folgt aus:

Freitag startete ich zeitig in der Früh v­ oller ­Motivation meine erste große Aufgabe: die A ­ thletenbetreuung. Vor allem bei den ­„spannenden“ Tätigkeiten, die ein Volunteer meistens zugeteilt bekommt – sei es, eine Tür zu bewachen, viele Häkchen auf einer Liste zu machen oder verschiedenste Goodies zu ­verkaufen – ist es dennoch aufregend, diese großartigen Sportler hautnah zu erleben. Den freien Sonntagabend und Montag nutzte ich für eine kurze Bergtour. Als ich am ­Montagabend vom Großglockner z­ urückkehrte, bekam ich endlich Gesellschaft in meiner ­kuschligen Unterkunft – Niko war da! Er nutzte das tolle Wetter für ein ausgedehntes ­Hochtouren- und Kletter-Wochenende in den Zillertaler Alpen mit ein paar Freunden. Die Jungs waren nicht nur von den Tiroler Bergen, sondern auch von der Tochter der Hüttenwirtin hellauf begeistert.

Aufgrund unserer Talente waren wir vielseitig einsetzbar: Vom „Chaperon“ für die NADA A ­ ustria (wobei es mir doch erspart blieb, die Dopingkontrolle selbst durchzuführen), ­Unterstützer beim Routenbau, Einweiser, bis hin zum „Waterboy“ konnten wir dieses G ­ roßevent von vielen verschiedenen Seiten ­hinter den ­Kulissen erleben. Hervorzuheben ist die Kollegialität unter den Athleten und im Betreuerstab. So haben zum Beispiel die Betreuer des deutschen Teams auch Unterstützung für andere Sportler ­angeboten, unter anderem bei der Behandlung von Verletzungen. Die W ­ eltklassesportler scheuen sich auch nicht, sich unter die Menge zu mischen. Es wird als Zuschauer jeder ­angefeuert und als Partygast genauso m ­ itgetanzt. Ein Autogramm wird jederzeit g ­ egeben, und beim Selfie lag immer ein Lächeln auf den Lippen. Der Spirit der Sportler macht keinen Unterschied, sondern nur die gemeinsame Freude und der Spaß am Klettern sind wichtig. Wir haben uns riesig gefreut, ein Teil des Volunteer-Teams gewesen zu sein – mit ­unvergesslichen ­Erinnerungen. Begeistert haben uns jedoch nicht unsere ­Aufgaben, sondern vielmehr die Stimmung und die positiven Vibrations der gesamten Veranstaltung, angefangen von den s­ portlichen ­Bewerben bis hin zur Party am Abend. ­Insgesamt war von der Organisation bis hin zu den TeilnehmerInnen und Fans die gesamte Veranstaltung trotz der Größe sehr familiär.

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draußen

Immer unterwegs Text: Angela Hirsch Fotos: Hermann Gruber

Um Juni war es dann wieder so weit: Der heiß begehrte Hochtourenkurs fand endlich statt. Jürgen, Andreas, Egon, Hermann, David und Gernot hatten 30 Leute am Weg zur Neuen Prager Hütte im Gepäck. Höchst motiviert und „bewaffnet“ mit Pickel, Steigeisen und, wie man hört, so mancher heimlich auch mit Schoko­ bananen ging es in Richtung Gletscher. Auf der Hütte haben sich Bergfieber und berg:rausch nicht nur unbarmherzigen Spieleabenden ­hingegeben, sondern auch dem intensiven Üben diverser wichtiger Handgriffe. Doch wer schon einmal auf einem Hochtourenkurs dabei war, weiß, dass uns kein Schlechtwetter in der Hütte hält. Also haben wir ein solches genutzt, um mit Hilfe von Pickeln aus den Spalten zu klettern, das richtige Rutschen auf Schnee­ feldern zu üben, und natürlich war auch die eine oder andere spektakuläre Tour dabei. Auch der Großvenediger wurde erklommen, bis es dann wieder bei schönstem Sonnenschein ­zurück ins Tal ging.

Fotos zu mehr Bergmomenten findet ihr im Gipfelbuch

Im August ging es mit Thomas und Angela auf die Liezener Hütte. Wer keinen Platz mehr in der Selbstversorgerhütte ergattert hatte, stellte sein Zelt einfach im „Garten“ auf. Nachdem die selbst gekochten Köstlichkeiten nach den ­Touren bis auf den letzten Rest aufgegessen waren, gab es noch Marshmellows am Lagerfeuer und viel Gelächter rund um die Hütte.

Unsere jungen Wilden sind ja ständig im ­berg:rausch. Da ist schnell einmal etwas ­organisiert: Kletterkurse drinnen und draußen, ein Klettersteig- und Wander-Camp im Höllental und auch das Survivalcamp und die Hoch­ tourentage haben alle überlebt. Anschließend zur Abrundung noch ein Erste-Hilfe-Kurs und weiter geht´s. Und wenn nicht, dann gibt es immer noch Heidi – die holt euch raus! Im Spätsommer ging es mit Michi, Bernhard und Sabine auf anspruchsvolle Klettersteige rund ums Guttenberg-Haus in der Dachsteinregion und davor an einem Wochenende auf den Großen Buchstein. Weil man nie genug Berggeschichten hören kann, lauschten alle am Abend noch einem Multimedia-Vortrag über den Nanga Parbat. Ach ja, und dann gibt es auch noch ganz neu Bergfieber Bike. Peter, unser neuer MTB-Übungsleiter, war mit ein paar ­begeisterten MTB-Fans ständig auf Achse. Ob in Petzen im Flow oder im Wienerwald – auch ­einmal bei romantischen Sonnen­untergangsBedingungen, kein Berg zu hoch, kein Weg zu weit und immer auf zwei Rädern statt auf zwei Beinen unterwegs. Und das ist nur ein kurzer Auszug der ­Unternehmungen! Unser Wolfsrudel ist mit den Kindern ja sowieso immer unterwegs! Die Berge gehören entdeckt und alle Klettergriffe in den Hallen inspiziert. Von der Dolomiten-Woche mit mehr als 40 Teilnehmern und den Unternehmungen von Einfach raus am Donnerstag lest ihr auf den nächsten Seiten.

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DolomitenWoche 2018 Text und Fotos: Günther Schlicker

Zur jährlichen Dolomiten-Woche der ASW für Bergwanderer und Klettersteiggeher kamen heuer 39 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom 14. bis 21. Juli nach Cortina d´Ampezzo. In einer wunderschönen Bergwelt, bei ­ausgezeichneten Wetterbedingungen und einer sehr angenehmen Unterkunft sorgten wieder eine Vielfalt von Tourenmöglichkeiten und nette Gemeinschaftserlebnisse in der Gruppe für beste Stimmung.

Aus der Begeisterung für diese Bergwelt sind auch schon Vorschläge für die Veranstaltung im nächsten Jahr entstanden. Somit können sich alle, die mitmachen wollen, bereits auf die ­Dolomiten-Woche 2019 freuen, die voraussichtlich von 13. bis 20. Juli in St. Christina im ­Grödnertal stattfinden wird.

Den Wünschen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsprechend waren zumeist drei Gruppen unterwegs, die ihre Touren j­eweils individuell gestalteten. Dank einer guten ­Vorausplanung durch Gerti Schlicker sowie der erfahrenen Begleitung der Gruppen durch Erich Wetzer und Werner Handschur konnten alle tolle Bergerlebnisse mit unvergesslichen ­Eindrücken genießen. Besondere Höhepunkte waren die Touren zu den Cinque Torre, der Croda da Lago und den Fanes-Wasserfällen. Die Klettersteigler haben die Via Ferrata auf die Punta Fiames und den Col dei Bos bewältigt.

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„Einfach raus am ­Donnerstag“ ist gut ­angekommen! Text und Fotos: Ulrike Pistotnik

„Einfach raus am Donnerstag“-­ Veranstaltungen sind keine geführten Touren, sondern alle, die dabei sind, gehen eigenverantwortlich, wodurch bestmögliche Flexibilität gewährleistet wird – wie wir es an der ASW so schätzen!

Die erste Wanderung mit Uli Pistotnik führte vom Meeresstrand in Rodaun zum ­prähistorischen Hornsteinbergbau auf der ­Antonshöhe, ergänzt mit einem Besuch des Sterngartens Georgenberg mit Günter ­Liebmann. Mit Erik Nussbaum wanderten wir von St. Corona am Wechsel auf den Kampstein. Mehrere Skitouren, organisiert von Norbert Huber, Walter Pistulka und Günter Liebmann und Eislaufen am Neusiedlersee mit Norbert Huber erfüllten den Winter. Im Juni 2018 gab es einen Botanikschwerpunkt mit Expertinnen: Irene Drozdowski führte auf den Parapluiberg und Christine Wolloch durch den Botanischen Garten. Es folgten Radtouren mit Leo Becker durch das Traisental und auf den Hegerberg und eine Wanderung durch die Fischauer Berge mit Besuch der Eisensteinhöhle mit Uli Pistotnik. Norbert Huber lockte Klettersteiggeher über den Hojossteig auf die Rax. Das Programm war abwechslungsreich und wird so bleiben, wenn möglichst viele sich aktiv mit Vorschlägen und Organisation beteiligen! Daher: Bitte um gute Ideen! Im Winter wird es wieder Skitouren geben – bei zu geringer Schneelage werden wir wandern. Gute Unterhaltung bei den folgenden Berichten von Günter Liebmann und Uschi Pistulka!

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Skitour 29. März 2018 Günter Liebmann Ein Skitag mit wenig, dafür aber schwerem Schnee. Wegen des Schneemangels ist der Karlgraben auf der Rax eines der wenigen möglichen Ziele. Allerdings haben einige der Teilnehmer kurz vorher dort bereits eine Skitour gemacht. Schon während der Anfahrt gibt es daher eine lange Diskussion, wohin wir fahren sollten. Schließlich entscheiden wir uns für das Klostertaler Gscheid (764 m), in der Hoffnung, die alte Tränkwiesen-Skitour machen zu können. Dort sehen wir jedoch so weit das Auge reicht nur braune Erde und schneelosen Wald. Also doch zum Preiner Gscheid (1070 m). Man kann noch „gscheider“ werden! Am Preiner Gscheid finden wir gerade noch ausreichend Schnee. Schon beim Aufstieg begrüßen uns die ersten Regentropfen. Wir beschließen, uns im Waxriegelhaus etwas zu trocknen und den Regen abzuwarten. Schließlich beginnen wir den Aufstieg zum Karl-Ludwig-Haus. Im Winterraum findet der nächste Versuch einer Trockenlegung statt. Die Abfahrt war dann für alle sechs Teilnehmer recht fordernd, aber sehr lehrreich . . .


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Nähere Informationen auf der Homepage und bei Uli Pistotnik ulrike.pistotnik@gmail.com

Eisensteinhöhle 16. August 2018 Uschi Pistulka Uli ruft zum Donnerstag, wer immer kann und will und mag, der ziehe feste Schuhe an, besteige froh die Bundesbahn und wandre unter Himmels Blau frisch in das Land um Bad Fischau. Zunächst wird durch die Prossetschlucht der ideale Weg gesucht. Hoch oben winkt, klein wie ein Zwerg, bald die Ruine Emmerberg, dann säumen unseres Weges Enge Brombeeren, reif und jede Menge! Also gestärkt zieht man nun heiter zum Engelsberger Marmor weiter, der sich ganz prächtig präsentiert, in Wien so manch Museum ziert, schön bunt mit Rot und Gelb und Grün, „Wurstmarmor“ deshalb nennt man ihn. Daselbst genießt man ohne Hast noch eine kleine Mittagsrast. Zwar hat man schon gesehen viel, doch fehlt uns noch des Tages Ziel: die Höhle des Herrn Eisenstein – da muss man unbedingt hinein! Mit „Schlaz“ und Stiefeln angetan, samt Helm und einer Lampe dran steigt man durch einen engen Schlund

hinab bis auf der Höhle Grund. Dort trifft man an der tiefsten Stelle auf eine klare warme Quelle, die macht, dass auf den Steingefielden sich ganz bizarre „Blümchen“ bilden. Auch wohnen in dem Felsgehäuse Höhlenspinne und Fledermäuse, die haben mit den großen Ohren die idealen Flugsensoren – denn ohne unser kleines Licht das Dunkel ist beklemmend dicht. Um dieser Enge zu entfliehen, kriecht man auf Händen und auf Knieen, man strebt hinaus – und sei es auch ganz „ladyunlike“ auf dem Bauch (!) – durch Fels und über Leitern hoch bis zu dem kleinen Ausstiegsloch. Da ist es hell, man schließt die Lider und jauchzt: „Die Erde hat uns wieder!“ Nach einem solchen Abenteuer sind Durst und Hunger ungeheuer, und sich an Wein und Futter labend beschließt man fröhlich noch den Abend, dass man der Uli DANKE! sage für diese tollen Donnerstage. Ist man auch müd’, es war doch schön, zufrieden kann man heimwärts geh’n und freut sich schon, dass jemand sag’: „Einfach raus am Donnerstag!“

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spezial

Filmen und Bergsteigen im Iran mit Gerlinde Kaltenbrunner und Peter Habeler Text: Angela Hirsch Fotos: Federico Modica, Alexander Brus

Mathias Peschta ist Filmemacher, ­ egisseur und Landschaftsliebhaber. R Wir sitzen am Naschmarkt bei Hollerund ­Mangosaft und reden übers Filme­ machen. Genauer gesagt, über seinen Film mit G ­ erlinde Kaltenbrunner und Peter Habeler und ihre g ­ emeinsame Reise zum Bergsteigen im Iran. Wir einigen uns schnell, dass es kein k­ lassisches Interview werden soll. Ich will ­zuhören, was Mathias über seinen Film ­erzählt. Wir p ­ laudern, ich frage ab und zu nach, werfe ein paar S ­ tichwörter ein, eine schöne ­Erzählung über den Filmdreh entsteht. Angela: Wie hat dieses Vorhaben begonnen? Mathias: Ich habe einen Anruf bekommen und man hat mich gefragt, was ich vom Iran halte. Ich habe mir gedacht, der Iran ist ja derzeit nicht so positiv in den Schlagzeilen, und mein ­nächster Gedanke war, wie erkläre ich der Mutter meiner Kinder, dass ich dort einen Film drehen will. Inhaltlich war es eine Verquickung von H ­ istorie und Bergsteigen. Die Geschichte, die wir ­drehen sollten, war anfänglich nicht ganz klar. A ­ usgangspunkt war das Österreichische ­Kulturforum in Teheran, das gemeinsam mit den Naturfreunden Niederösterreich und dem Iranischen Bergsteigerverband einen Festakt ­organisierte. Der Hintergrund: Vor 175 Jahren ist der österreichische Botaniker und ­Bergsteiger Theodor Kotschy auf den ­Damavand gestiegen. Bis heute ist es strittig, ob er der erste Europäer auf dem Gipfel war, ganz sicher ist das nicht. Aber zur Erinnerung an diese Besteigung gab es diesen Festakt.

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Rund um den Event haben wir überlegt, was wir erzählen wollen. Peter Habeler und Gerlinde Kaltenbrunner waren von Beginn an dabei, da sie als Stargäste eingeladen waren. Nach einem Treffen mit dem Chefbotaniker des Naturhistorischen Museums und ein paar ­genaueren Informationen über Theodor ­Kotschy (von ihm gesammelte Pflanzenoriginale sind heute noch erhalten), habe ich erfahren, dass es einen jungen iranischen Botaniker in Wien gibt, der auf Hochgebirgspflanzen ­spezialisiert ist. Nach seinem g ­ escheiterten ­Versuch, den Gipfel des Damavand zu ­erreichen, war die Geschichte, die wir e ­ rzählen wollten, klar. Ich habe Peter und Gerlinde ­gefragt, ob sie bereit wären, Jalil Noroozi als Bergführerteam auf den Gipfel des Damavand zu begleiten. Um uns zu akklimatisieren, haben wir vor Ort nachgeforscht, was es an spannenden ­Landschaften und kulturellen Sehenswürdigkeiten zu entdecken gibt. Das Interessante für mich in der Recherche war zu entdecken, dass es dort „echte Berge“ gibt, die höher sind als die unsrigen. Zum Beispiel den Hausberg von Teheran, den Totschal. Der ist mit 3964 Metern höher als der Großglockner. „Land der Berge“ gibt es also nicht nur bei uns, sondern auch im Iran, und das unmittelbar rund um die ­Millionenstadt Teheran. Ein weiteres Motiv für mich war, dass Peter ­Habeler in den 60er-Jahren vor Ort iranische Bergsteiger ausgebildet hat. Wie es dazu ­gekommen ist und was er dabei alles erlebt hat, wäre einen eigenen Film wert. Und das ist auch der Grund, warum Peter prädestiniert war, für


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uns Damals und Heute zu vergleichen. Er hat schon vor Jahrzehnten seine Liebe zu diesem Land entdeckt, und sie beruht auf Gegenseitigkeit. Die Leute dort haben ihn nicht vergessen. Menschenansammlungen haben sich gebildet, sobald er erkannt wurde. Es hat sich zeitweise angefühlt, als ob wir mit Robbie Williams ­unterwegs gewesen wären. Peter findet die momentanen Zustände dort selbstverständlich keineswegs ideal, aber die Menschen haben für ihn seit den 60ern nichts von ihrer Herzlichkeit verloren. Er hat viele Länder bereist und doch sein Herz an den Iran verloren, besonders an seine Menschen. Einmal haben Gerlinde und Peter einen Felsen erklettert, den er schon in den 60er-Jahren ­bezwungen hat. In der Zwischenzeit sind Kriege geführt und Revolutionen angezettelt worden, doch der Stein ist derselbe geblieben. Er ist nach wie vor, unbeeindruckt von den ­Ereignissen dieser Welt, derselbe wie damals, gemacht, um zu klettern. Als wir dort filmten, standen plötzlich mit Seilen bepackte verschleierte Frauen vor uns. Klettern kennt keine Politik, es ist vorurteilsfrei. Dass diese Frauen dort heute einfach klettern gehen, hat Peter sehr getaugt.

Andere Umstände haben ihm weniger gefallen. Bei einem Dreh, kurz vor der Ankunft auf einer Hütte, ist Peter einen Kamm von links nach rechts gegangen. Ich wollte die Einstellung noch einmal aus einer anderen Perspektive drehen und habe gefragt, ob wir zurückgehen könnten. Darauf kam von Peter die klare Ansage, dass dies nicht in Frage käme: Er wäre sein ganzes Bergsteigerleben beim Anstieg noch nie einen Meter zurückgegangen und würde damit auch jetzt sicherlich nicht anfangen. Die Aussage war deutlich, aber freundschaftlich im Ton. Ab diesem Zeitpunkt haben wir alle Einstellungen so geplant, dass Peter nie auch nur einen Meter zurückgehen musste. Jedes Mal wenn er stehen geblieben ist, haben wir hinter ihm einen Strich gezogen und diesen fortan die „Habeler-Linie“ genannt. Wir wussten, es gab immer nur einen Versuch. Weißt du, Drehen am Berg ist nicht einfach! Oft filmt man drei Stunden lang und generiert daraus nur zwei Minuten. In der Natur kommt es ja auch darauf an, die augenblicklichen ­Gegebenheiten zu beachten. Man ist dem ­Wetter ausgeliefert und muss bei Sturm oder Hitze zusammenhalten. Und dann sollen alle noch bei guter Laune sein – das ist schon ein bisserl eine Kunst! Die richtige Balance ­zwischen Filmcrew und den Protagonisten zu finden, ist heikel. Die einen wollen möglichst viele schöne Bilder heimbringen, was Zeit ­kostet, die anderen wollen nicht gebremst und gelangweilt werden.

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Und ich muss sagen, das Wunderbare an dem Projekt war, dass die Zusammenarbeit zwischen allen Leuten, die dabei waren und sich am Flughafen Schwechat zum ersten Mal gesehen haben, so super funktioniert hat. Wir konnten schnell vermitteln, dass wir gute Ideen haben, die Sache sehr ernst nehmen und eine schöne Geschichte erzählen wollen. Das hat die Gruppe zusammengeschweißt, und das war wichtig. Wenn du teilweise in Zwölfbettzimmern übernachtest, kann schnell einmal L ­ agerkoller ausbrechen. Zum Glück ist es nie so weit ­gekommen, es gab genau die richtige Mischung aus Konzentration und Spaß. Die v­ erbindenden Elemente waren die Landschaft und das ­Interesse an der Kultur. Angela: Du hast mir vorhin ein Foto gezeigt, auf dem Gerlinde Kaltenbrunner ein Pflaster auf eine Ferse pickt. Warum hast du mich gerade auf dieses Foto aufmerksam gemacht? Mathias: Jeder hatte eine Rolle im Team ­übernommen. Niemand war sich zu schade oder zu gut für etwas. Gerlinde ist ja ­ausgebildete Krankenschwester, sie hat wunde Füße, grausliche Blasen und klaffende Wunden versorgt und war ein Quell der Motivation. Sie ist ein Mensch, der enorme Kraft aus der Natur bezieht und frei von jeglichen Allüren durchs Leben wandert.

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Mit Gerlinde hatte ich vorher noch nie gedreht. Ich kannte natürlich die Leistungen, die sie ­vollbracht hat. Um ohne künstlichen Sauerstoff alle 8000er zu bewältigen, brauchst du natürlich ein hohes Maß an Disziplin, Härte dir selbst gegenüber und einen eisernen Willen. Dass man alle diese Eigenschaften in einer so netten, sanften, sympathischen Person findet, hat mich sehr beeindruckt. Es war wichtig, einen positiven Menschen wie Gerlinde im Team zu haben. Es ist ja nicht immer alles rund gelaufen. Wir als ­Filmteam sind zu fünft in Wien gestartet, und nach drei Tagen ist der erste mit schweren ­Magen-Darm-Problemen ausgefallen. Später beim Anstieg auf den Damavand hat sich ein ­Kameramann schwer an der Hand verletzt, als er eine Kamera vom Rucksack heruntergeschnitten hat. Er ist dann leider für den ­Höhepunkt des Drehs ausgefallen. Das heißt, die Arbeit ist gleich geblieben, musste aber auf weniger Personen aufgeteilt werden. Und da sind auch Gerlinde, Peter und Jalil ­einge­sprungen, als Träger oder wo auch immer jemand gebraucht wurde, damit wir das „Ding“ fertig bekommen.


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Der Damavand ist zwar nicht der Everest, aber ab einer gewissen Höhe wird eben alles ­schwieriger. Außerdem musst du ja nicht nur hinaufgehen, sondern dabei auch noch einen Film drehen. Da hat es wirklich geholfen, dass die Gruppe so zusammengerückt ist.

Ein paar Zahlen: 12 Tage unterwegs, 5 Terabyte Rohmaterial, 3 Protagonisten, 5P ­ ersonen der Filmcrew, 2 Dolmetscher, 12 Kisten Gepäck, darin verstaut:

Angela: Gab es einen besonderen Moment für dich bei diesem Dreh? Mathias: Der Gipfel war es nicht. Da hatten wir so viel zu tun, dass wir diese Augenblicke gar nicht genießen konnten. Abgesehen davon, dass wir schon angeschlagen waren, als wir auf knapp 5700 m ankamen. Da oben gibt es Schwefelquellen, die dich zwingen, im I­dealfall nach 15 Minuten wieder abzusteigen. Der ­Gipfelgenuss war eher eingeschränkt.

2 Kameras, eine Steadycam, eine Drohne, 150 Kraftriegel u. v. m.

Film: Der Damavand – Gerlinde ­K­altenbrunner und Peter Habeler im Iran Sendungs-Link Servus TV Mediathek www.servus.com/at/p/ Der-Damavand---Gerlinde-­ Kaltenbrunner-und-PeterHabeler-im-Iran/AA-1WX-

Für mich waren jene Momente von B ­ edeutung, in denen man für die Strapazen des Projekts belohnt wurde – und davon gab es reichlich. Das waren z. B. philosophische Gespräche mit Gerlinde bei Sonnenuntergang in der Wüste oder auch die Möglichkeit, an dem reichen E ­ rfahrungsschatz des Peter H ­ abeler teilhaben zu können, der manchmal aus dem ­Nähkästchen plauderte. Aber auch die p ­ rächtige Zusammenarbeit mit unserer D ­ olmetscherin, die in Teheran Architektur s­ tudiert und sich für uns aufgeopfert hat, war eine Freude. Durch sie habe ich verstanden, warum sich Peter in die Menschen im Iran verliebt hat. Mit ihr habe ich von Anfang an eine besondere Vertrautheit empfunden, und dadurch hat vieles so einfach und perfekt f­ unktioniert. Ohne sie wäre dieser Film nicht so geworden, wie er jetzt ist.

Fremdsprache, um in einem anderen Land eine Chance auf ein vernünftiges Leben zu haben. Sie wissen, im Iran ist das zurzeit nicht möglich. Dieser intellektuelle Aderlass ist natürlich eine Katastrophe. Er schwächt das Land und spielt den Extremisten aller Lager in die Hände. Allein in den Deutschkursen des Österreichischen ­Kulturforums sitzen jetzt 3500 Menschen. Um den Bogen zum Film zu schließen: Das Bergsteigen ist auf jeden Fall eine Möglichkeit, den Sitten-Sheriffs zu entkommen. Je weiter du von der Stadt weg bist, umso weniger ­hoch­geschlossen musst du sein. Die Menschen holen sich in der Natur s­ icherlich ein Stück Freiheit zurück, die im urbanen ­Lebensraum nicht möglich wäre. Darum werden z. B. Jeeps zu fahrenden Discos umgebaut, um in der Wüste abzufeiern, auch mit „weltlichen“ Getränken. Die Wildnis der Natur ist ein Katalysator der Freiheit. Danke, Mathias, für diese persönlichen und spannenden Einblicke in euren Filmdreh. Es war wunderbar, deinen Erzählungen zu lauschen!

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Mathias denkt nach, und ich frage ihn, ob er noch etwas erzählen will. Etwas ist ihm noch wichtig zu sagen: Mathias: Mo, so hat unsere D ­ olmetscherin ­geheißen, war symptomatisch für die ­Perspektiven der jungen Menschen im Iran. Das hat mich auch traurig gemacht. Junge Menschen wie du und ich sehen ihr Heil im Exil. Es reicht nicht, nur studiert zu haben. Jeder mit Hochschulausbildung lernt parallel eine

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Gipfelbuch Ein Rundblick auf die Aktivitäten der Akademischen Sektion Wien seit Frühling 2018

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Mehr Fotos von unterwegs findest du auf akademischesektion.at/unterwegs-2018

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Schicke uns auch du deinen Bergmoment an kommunikation@akademischesektion.at

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spezial

Sommerfrische in Zentralasien Eine Reise durch Tadschikistan, Kirgistan, China und Pakistan Text und Fotos: Richard Franz, Tourenführer der ASW

Bei Interesse sende ich gerne den Link zum vollen

„Last year, when we had no internet, people were talking to each other. Maybe I should get rid of it again.“ Wir fühlen uns ertappt und legen die Telefone beiseite. Vergangenes Jahr war ich im selben Guesthouse in Sary-Tash mit Andi, Bibi, Gela, Katharina und Jürgen, bevor wir zu unserer Expedition etwas westlich vom Pamir-Highway im Transalai-Gebirge im Süden Kirgistans aufgebrochen waren. Wie es wäre, diesen Highway mit dem Fahrrad zu erfahren, fragte ich mich zu diesem Zeitpunkt.

Reisebericht, die Packliste und Fotos zu. Bitte hiefür eine kurze Mail an richard.j.franz@gmail.com

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Es ist Abend und so wie damals regnet es auch heute. Ich genieße die Pause, bin ich doch ­gerade mit dem Fahrrad bei bestem Wetter den Pamir-Highway durch Tadschikistan mit einem mühseligen, aber landschaftlich eindrucksvollen Schlenker über den tadschikischen Teil des Wakhan-Tals geradelt, in unmittelbarer ­Sichtweite Afghanistans entlang des Hindukusch. Begleitet hat mich dabei Iman, ein I­raner, den ich zufällig zu Beginn meiner Reise in ­Duschanbe kennengelernt hatte.

Den Ausflug vom Guesthouse zum Peak-­LeninBasecamp am nächsten, ebenfalls trüben, Tag streiche ich ohne großes Bedauern. Stattdessen erzählt mir René, ein Radler aus Holland, den ich im Guesthouse kennenlerne, wie er einen Adler aus einem Gebüsch gerettet hat, um ihn kurz darauf einem vorbeifahrenden, darüber sichtlich erfreuten Kirgisen zu schenken. Einen Monat später warte ich gerade in ­Hongkong auf den Check-In für den Flug ­zurück nach Kashgar, um mit Ferry entlang des ­Karakorum-Highways nach Islamabad zu radeln. Drei Wochen Radpause mit Gela, Julia und H ­ arald liegen hinter mir, die uns von ­Peking über Shanghai in die ehemalige b ­ ritische ­Kolonie Hongkong geführt hat. Ich schaue noch einmal auf mein Handy, Iman hat mir ­geschrieben, ob ich schon vom Anschlag auf Radtouristen in Tadschikistan gehört habe. Zurück in Kashgar finde ich heraus, dass ich mit drei der Getöteten und einer Verletzten einen Ruhetag in eben jenem Guesthouse in Sary-Tash verbringen durfte. Einer davon ist René, dessen Foto mit dem geretteten Adler nun seine Todesanzeige in einer holländischen


thema

Zeitung prägt. Die sinnlose Rückgewandtheit des IS trifft hier brutal auf Weltoffenheit und Liberalität. Ein Gegensatz von Hell und Dunkel prallt für mich fühlbar aufeinander, wie er mir in dieser Deutlichkeit neu war. Ein Gegensatz, der sich thematisch durch die gesamte Reise ziehen soll: ultrakonservative Religion und Cocktailbars, Orwells gelebtes 1984 in Xinjiang und Freiheitsschreie an der pakistanischen Grenze, wilde ­Naturgestalten von bizarrer Mächtigkeit und deren Auswirkungen von Fels-, Eis- und Schneebewegungen, die das Weiterkommen nicht nur verzögern, sondern gänzlich verhindern können. So verlegen wir den geplanten Trek entlang des mit Séracs übersäten Shispar-Gletschers zum unweit gelegenen Rakaposhi-Basecamp. Der Shispar-Gletscher hat heuer seine Bahn ­geändert und den alten Hirtenpfad an der hunderte Meter steil emporragenden Felswand buchstäblich zermalmt. Die letzten zwei Wochen der dreieinhalb ­Monate dauernden Reise sind für Trekking reserviert. Mit dabei Simon und Gabriel, mit denen ich am Ende meiner letzten großen ­Radreise schon den Mount Kazbek in G ­ eorgien erobert hatte. Wir kommen auch diesmal über 5000 Meter hinaus, allerdings ohne ­Steigeisen und Schneekontakt am Rush-Peak. Das P ­ anorama auf die umliegenden 7000er lässt einen immer wieder innehalten. Für die ­Querung des für diese Breitengrade mit 2300 Meter über Meereshöhe ungewöhnlich tief endenden Bualtar-Gletschers sowie der ­Endmoräne des Parpu-Gletschers ist dann

auch keine Hochtourenausrüstung e ­ rforderlich. ­Allerdings verlangt der lokale Sicherheits­beamte unsere Unterschriften, dass wir uns auf unser alpines Abenteuer, in einem der s­ ichersten ­Gebiete Pakistans, selbstverant­wortlich ­einlassen. Guides und Träger wollen wir uns keine einreden lassen. Wie ein Abschlussgeschenk erstrahlt am ­Rückflug von Gilgit nach Islamabad der sich gern in Wolken einhüllende Nanga Parbat im Licht der Septembersonne Pakistans. Unverhofft darf ich den prominent alles überragenden 8000er nicht nur bei der Wanderung mit Ferry zur ­Rupalwand und Märchenwiese, sondern auch aus der Luft in voller Pracht bewundern. Die bloßen Zahlen und Superlative der v­ ergangenen Monate weichen bei diesem Anblick einem ­ehrfürchtigen Gefühl der Dankbarkeit.

Reiseroute: Mit dem Fahrrad von Duschanbe (Tadschikistan) entlang des Pamir-Highways und Wakhan-Tals über Sary-Tash (Kirgistan) und Kashgar (China). Mit dem Flugzeug nach Peking und über Xi‘an, Luoyang, Shanghai und Guilin, großteils mit dem Schnellzug, danach nach Hongkong und zurück nach Kashgar. Von dort weiter mit dem Fahrrad entlang des ­Karakorum-Highways mit Abstecher zur ­Rupalwand (Nanga Parbat) über das Kaghan-Tal nach Islamabad (Pakistan). Flug nach Gilgit und Trekking rund um Karimabad. Reisezeitraum: 6. Juni bis 14. September 2018 Radtage: 35 Radkilometer: 2600 Radhöhenmeter: 34.000 Höchster beradelter Pass: 4655 Hm

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thema

links: Das Team der Körner-Hütte lud im ­September zum ­Dirndl­gwand-Sonntag

rechts: Zuhause und ­Abenteuerspielplatz in einem: Sohn Jakob war immer mit dabei

Abenteuer Alm Der erste Sommer als Pächter der Körner-Hütte ist für Silvia und Florian Kerfers vorbei. Zeit für einen Blick zurück – und nach vorne. Text: Elisabeth Zweig Fotos: privat

Immer wissen, was auf der Körner-Hütte los ist: auf Facebook und Instagram unter @koerner.huette. Silvia und Florian freuen sich auf eure Likes!

Die Herbstsonne taucht das Tennen­gebirge in weiches Licht, wer den Blick von der ­Terrasse nach links schweifen lässt, erblickt die ­imposante Bischofsmütze. Im Oktober sind die letzten Tage der Hüttensaison angebrochen: Silvia und Florian konnten diesen Blick in den vergangenen Monaten jeden Tag genießen. „Zumindest, wenn alle Gäste versorgt waren“, lacht Silvia. Die Annabergerin und ihr Mann Florian sind seit dem Frühjahr die Pächter der Körner-Hütte. Hinter ihnen liegt ein turbulenter Almsommer. Auch wenn – was selten vorkommt – gerade keine Gäste da sind, währt die Ruhe meist nur kurz. Denn Sohn Jakob hat in den vergangenen Wochen auf der Hütte das Laufen gelernt. „Da müssen wir fix hinterher sein“, sagt Silvia. Außerdem gibt es immer etwas zu tun rund um die Hütte. Denn hinter den Kulissen gibt es reichlich ­Technik, die gepflegt, gewartet und repariert werden möchte, damit die Gäste fl ­ ießendes Wasser, Strom, eine heiße Dusche und ­funktionierende Toiletten vorfinden. Florian hat vor allem zur Kläranlage in den letzten ­Monaten eine innige Beziehung a ­ ufgebaut:

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„Die ­technischen Anlagen haben nach ­Feierabend und bei schlechtem Wetter sehr viel ­Zuneigung gebraucht“, erzählt er. Z ­ uneigung? Ja, Z ­ uneigung! Die Kläranlage, die dafür sorgt, dass die Hinterlassenschaften der Gäste ­entsorgt werden, hat es Florian notgedrungen ­besonders angetan. Er hat sie Klara getauft. Seine Erlebnisse mit ihr hat er sogar in einer Kurzgeschichte für Kinder ab sechs Jahren ­niedergeschrieben mit dem Titel „Klara stinkt!“. Er erzählt schmunzelnd: „Mittlerweile läuft alles wieder wie es soll, Klara stinkt nicht mehr und wir verbringen auch nicht mehr so viel Zeit ­miteinander.“ In die Herzen gekocht Mit ihrem ersten Almsommer sind Silvia und Florian sehr zufrieden. „Der Sommer war für uns ideal: Meistens waren Hütte und Terrasse gut gefüllt. Die Regentage und die Hitze – wenn weniger Gäste da waren – haben wir genutzt, um die Abläufe in Küche und Service zu optimieren und neue Gerichte auszuprobieren.“ Auch Kuchenbacken gehörte fast zur Tagesordnung. Zuständig für die süßen Leckereien ist Silvia. Florians Aufgabe hingegen sind die


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herzhaften Speisen, die es auf der Körner-Hütte gibt. „Am meisten bestellt und gelobt wird der Schweinebraten“, erzählt der gebürtige Bayer, der das Kochen in Österreich gelernt hat. Einige Bergler sind sogar wegen des Couscous-Brokkoli-Auflaufs Stammkunden geworden. Das Gericht zählt zu den privaten Klassikern der jungen Familie Kerfers. Als ­vegetarische Alternative hat es der Auflauf auch auf die Speisekarte geschafft – und in die ­Herzen der Gäste. Silvia erzählt: „Gleich an u ­ nserem ersten Wochenende kam ein ­älteres Ehepaar zur Hütte, das Couscous nicht kannte. Zwei Tage später waren sie wieder da und haben dasselbe bestellt. Es hat wohl gut geschmeckt!“ Auch die Brettljausen mit dem selbstgemachten Speck nach dem Rezept von Silvias Großmutter fanden reißenden Absatz. „Das Konzept, möglichst regionale Produkte zu verwenden, ist aufgegangen – unser Brot wird eigens für uns von einer Bäuerin aus Lungötz gebacken, der Käse stammt aus der Dorf­ käserei Pötzelsberger aus Adnet“, ruft Florian in ­Erinnerung. Einkaufen können die beiden ­übrigens nur einmal pro Woche: „Wir müssen eng kalkulieren und vorausschauend planen, um hohe Qualität zu erschwinglichen Preisen bieten zu können“, sagt er. Familienbande Mit einem Kleinkind den Sommer auf einer Hütte mit 36 Schlafplätzen verbringen? „Das geht nur mit Hilfe!“, sagt Silvia. „Unsere ­Familien und unsere Freunde haben uns kräftig ­unterstützt. Ihnen können wir gar nicht genug danken.“ Holz für den Küchenherd machen, Fensterläden streichen, Abflussrohre ­reparieren, Bänke streichen, im Service ­einspringen, Jakob hüten – dabei hatte das Paar immer helfende Hände zur Seite. Auch an die Akademische Sektion Wien geht ihr Dank. Der Vorstand hat die Hütte und ihr Pächterpaar ein Wochenende lang besucht. „Beste Voraus­ setzungen für eine lange Zusammenarbeit“, findet Silvia.

Dirndlgwand-Sonntag Für ihre Gäste lassen sich Silvia und Florian gerne etwas Besonderes einfallen. Am ­landesweiten Dirndlgwand-Sonntag Anfang ­September etwa bekam jede Dame im Dirndl einen Rosé-Sparkling auf Kosten des Hauses. Die Live-Musik unter freiem Himmel sorgte ­zusätzlich für viel Andrang. Gefreut hat die Pächter auch, dass der Familiengottesdienst in diesem Jahr an der Körner-Hütte stattfand. „Für mich ein Highlight“, sagt Silvia. Mit zurück ins Tal nehmen die beiden viele neue Bekannte und die Erinnerung an ein Wieder­sehen mit einigen Freunden, die sie extra im Lammertal besucht haben. Mit den Hütten­wirten von der benachbarten Alm haben sie außerdem Freundschaft g ­ eschlossen – ­gegenseitige Besuche bei Schlechtwetter ­inklusive. Kraft und Speck Und was machen die Pächter im Winter? „Wir müssen wieder Speck für unsere Brettljausen machen. Der kam so gut an, dass wir jetzt 30 Kilo mehr als letztes Jahr selchen werden“, plant Florian. Für das kommende Jahr hat sich Silvia bereits einiges vorgenommen: „Im Winter tanken wir jetzt Kraft und Motivation. Und nächstes Jahr ist die Verschönerung des Almgartens dran“, verrät sie. Ab November herrscht dann Ruhe um die Hütte. Florian wird noch Klara in den Winterschlaf legen und sich verabschieden. Sein Wunsch: „Im nächsten Jahr wieder heraufkommen, sämtliche Anlagen in Betrieb nehmen und alles funktioniert auf Anhieb.“

Live-Musik und ­Kaiser­wetter: der Dirndl­ gwand-Sonntag auf der Körner-Hütte

Früh übt sich: Unter dem prüfenden Blick von Jakob repariert Florian die ­Spülmaschine

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wissen

50 Jahre ­Österreichisches ­Kuratorium für Alpine Sicherheit Stetige Aufklärungs- und Präventionsarbeit leisten einen Beitrag zur ­Verhinderung von unnötig verursachten, kostspieligen und stets auch ­risikobehafteten Einsätzen. Text: Mag. Regina Steer Fotos: Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit, Fabian Isara Zu den Autoren: Mag. Regina STERR, Geographin, ­Alpine ­Unfallstatistik, ­Österreichisches ­Kuratorium für Alpine Sicherheit, begeisterte Bergsteigerin Mag. Dagmar ­WALTER, ­Meteorologin, ­Geschäftsführerin des ­Österreichischen ­Kuratoriums für Alpine Sicherheit, Allround-­ Alpinistin Prof. Dr. Karl GABL, ­Meteorologe, Berg- und Skiführer, Präsident des Österreichischen ­­Kuratoriums für Alpine Sicherheit

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Mit der Tourenplanung und einer realistischen Selbsteinschätzung sowie Respekt gegenüber Natur, Mensch und Technik kann im Vorfeld ein Beitrag zu mehr Sicherheit geleistet w ­ erden. Seit 50 Jahren (1967) sind Prävention und ­Reduzierung der Unfallopfer die primären Ziele des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit. Alpine Unfalldatenbank Die Alpin-Unfalldatenbank ist das Kernstück des Österreichischen Kuratoriums für Alpine ­Sicherheit. Seit der Gründung des K ­ uratoriums im Jahr 1967 werden Daten zu alpinen U ­ nfällen in Österreich erhoben. Insbesondere Daten zu Lawinenunfällen wurden von Beginn an akribisch gesammelt und erforscht. In den 1980er-Jahren begann die Zusammenarbeit ­zwischen Alpenverein und Bundesministerium für Inneres (BM.I). Mittels Weisung aus dem BM.I wurde die Alpinpolizei angehalten, A ­ lpinunfälle anhand eines Erhebungsbogens zu bearbeiten und dem Kuratorium e ­ ntpersonalisiert zur ­Verfügung zu stellen.

Im Jahr 2006 wurde mit der inzwischen ­verstorbenen Innenministerin Liese Prokop die Übermittlung der bis dahin auf Goodwill-Basis erfolgte Datentransfer der alpinen Unfalldaten vertraglich geregelt. Seit 2005/06 existiert beim Kuratorium eine digitale Unfalldatenbank, in der die von der Alpinpolizei erhobenen Unfälle registriert sind. Obwohl es nicht möglich ist, mit Ausnahme der tödlichen Ereignisse, alle Alpinunfälle zu 100 Prozent zu erfassen, so können doch ­aufgrund der exzellenten Datenqualität aussage­kräftige Analysen gemacht werden. ­Jährlich fallen zirka 7.500 Unfälle mit zirka 10.000 B ­ eteiligten an. Mittlerweile verfügt das K ­ uratorium mit 98.000 digital erfassten Alpin­unfällen über die wahrscheinlich weltweit größte Alpin-­ Unfalldatenbank. Daraus werden nicht nur ­alpine ­Unfallforscher aus ganz E ­ uropa mit Daten versorgt, sondern laufend auch M ­ edienbzw. Interessenvertreter informiert.


wissen

Unterzeichnung Vertrag Unfalldatenbank 2006, Karl Gabl und Liese Prokop (ehemalige Innen­ ministerin, verstorben)

Ein wichtiger Bestandteil der Unfallprävention ist die Information über das alpine Unfall­ geschehen durch die vom Kuratorium herausgegebene Publikation „analyse:berg-jahrbuch Sommer und Winter“. Darin werden Unfallstatistiken präsentiert und Alpinunfälle der vergangenen Saison von z. B. Alpinpolizei, ­Sachverständigen und anderen Experten analysiert. Fachbeiträge und neue Erkenntnisse liefern wertvolle Informationen. Präventions- und Aufklärungsarbeit Viele Alpinunfälle wären vermeidbar g ­ ewesen. Das oberste Ziel des Kuratoriums lautet daher, durch aktive Präventions- und Aufklärungsarbeit die Zahl der Alpinunfälle zu senken. ­Aufbauend auf den Unfallanalysen werden vom ­Kuratorium und seinen Partnern Standards und Normen erarbeitet, wie z. B. Rodelem­ pfehlungen, E ­ mpfehlungen zum Bau, zur ­Wartung und S ­ anierung von Klettersteigen sowie ­Empfehlungen für kinder- und schülergerechte Hochseilgärten oder der Entwurf für eine Pistenordnung. Das Kuratorium informiert ­nationale und internationale Medien über Bergsportinhalte und liefert umfangreiche ­seriöse Zahlen und schlüssige Fakten. Um Prävention in der breiteren Öffentlichkeit zu betreiben, veranstaltet das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit unter anderem jedes Jahr die Alpinmesse und das Alpinforum (www.alpinmesse.info). Mit dem Alpinforum

wurde als Nachfolge der Kapruner Gespräche eine Plattform zum intensiven Austausch von bergsportrelevanten Themen etabliert. Zudem werden auf der Alpinmesse über 1000 Workshops, Fachvorträge und vieles mehr rund um das Thema alpine Sicherheit angeboten, und die Hersteller von Bergsportausrüstung können mit dem Endverbraucher direkt kommunizieren. Alpinstatistik – alpines Unfallgeschehen Im vergangenen Jahr sind in Österreich ­zwischen 1. Jänner und 31. Dezember 2017 283 Menschen im Alpinraum tödlich ­verunglückt. Wie aus der Alpinunfallstatistik des Österreichischen Kuratoriums für Alpine ­Sicherheit/BM.I Alpinpolizei hervorgeht, sind es im Jahr 2017 11 Alpintote mehr als im Jahr 2016 (272 Tote). Der Tod am Berg ist männlich. Es v­ erunglückten überdurchschnittlich viele ­Männer in den Bergen (86 Prozent). Im Jahr 2017 starben österreichweit 38 Frauen und 245 Männer am Berg.

Hier geht es zum Abo von „analyse:berg-jahrbuch“ www.alpinesicherheit.at/ de/analyse-berg-abo

Seit Bestehen der Datenbank im Jahr 2006 zeigt die Statistik 2016 die geringste Anzahl von ­Alpintoten in Österreich. Im Jahr 2007 gab es die höchste Zahl an Alpintoten (333). Das zehnjährige Mittel liegt bei 295 Toten. Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig Präventions­ arbeit im Alpinsport ist, und dass vor allem die breite Öffentlichkeit noch mehr über Gefahren­ situationen und richtiges Verhalten am Berg informiert und sensibilisiert werden sollte.

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asw spezial

Mehr Informationen zum ­Österreichischen ­Kuratorium für ­Alpine ­Sicherheit und ­Publikationen findet ihr auf www.alpinesicherheit.at

Handliche Fibeln zu den Themen Wandern, Erste Hilfe, Sportklettern, ­Klettersteig, Skitour, Lawinen sowie Eisklettern

Detaillierte Auswertungen über das alpine ­Unfallgeschehen in Österreich sind in den ­Jahrbüchern und dem Magazin „analyse:berg-jahrbuch Sommer und Winter“ des ­Kuratoriums aufbereitet.

kann man bestellen auf www.alpinesicherheit.at/ de/fibeln

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AUSBLICK Kuratorium Die auf der Grundlage der Erhebungen der Alpinpolizei vom Kuratorium geführte alpine Unfalldatenbank hat das Unfallgeschehen in den Bergen nicht nur objektiviert, sondern auch einen erheblichen Beitrag zur Unfallprävention und zur Aufklärung der Bergsportler geleistet.

Diesen Weg will das Kuratorium auch in Zukunft als Partner von alpinen Vereinen, aber auch von Wissenschaft und öffentlichen Institutionen weitergehen. Damit dies auch in Zukunft möglich ist, bedarf es weiterhin einer tatkräftigen finanziellen ­Unterstützung von Bund und Ländern. Aber auch jeder Einzelne kann einen Beitrag zur Erhaltung dieser einzigartigen Arbeit des ­Österreichischen Kuratoriums leisten, indem man als Mitglied oder Experte des Kuratoriums aufgenommen wird.


wissen

Alpintote in Österreich

Tote 500 450 350

Alpintote in Österreich

300

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Gesamt 2007 bis 2017:

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2018

2016

2014

2012

2010

2008

2006

2005

2004

2002

2000

1998

1996

1994

1992

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1988

1986

1984

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Kalenderjahr

Alpin-Unfalldatenbank Statistik und Zeitperioden Die Alpinunfallstatistik beruht auf den ­Erhebungen der Alpinpolizei (Sommer- und Winter-Bergsportdisziplinen). Unfälle mit ­tödlichem Ausgang werden lückenlos e ­ rfasst. Von der Alpinpolizei werden sämtliche ­gemeldeten E ­ reignisse im alpinen Gelände unabhängig vom Verletzungsgrad erhoben. Im organisierten Skiraum, also im Bereich der ­Skipisten und S ­ kirouten sowie Loipen, werden die Ereignisse nur dann erhoben, wenn Verdacht auf Fremdverschulden besteht oder der Unfall für einen der Beteiligten tödlich endet. Anzahl und Verteilung der Opfer v­ ariieren von Jahr zu Jahr. Um diese Unterschiede auszu­gleichen, wird oft das langjährige Mittel ­angegeben. Dabei handelt es sich um das arithmetische Mittel vom 01.01.2007 bis zum 31.12.2017.

­ usführliche Berichte zu den klassischen A Bergsport­disziplinen für den Betrachtungs­ zeitraum 1.11. bis 31.10. werden jeweils im ­Magazin von „­ analyse:berg-jahrbuch Sommer und Winter“ präsentiert.

Als „Beteiligte“ bzw. „Verunfallte“ werden Tote, Verletzte und Unverletzte aus der ­Alpin­unfallstatistik zusammengefasst.

Klassische Nicht-Bergsportdisziplinen: ­Arbeits­unfälle (im alpinen Gelände), Jagd, ­Straßenverkehr, Suizid und Sonstiges

Welche Bergsportdisziplinen werden in der DB erfasst? Klassische Sommerdisziplinen: Wandern/­ Bergsteigen, Klettern/Klettersteig, k­ ombinierte Touren/Hochtouren, Mountainbiken, ­Wild­wassersport, Höhlenunfall, Flugunfall sowie Seilgärten

Datenquelle alpine Unfallzahlen: Österreichisches ­Kuratorium für Alpine ­Sicherheit/ BM.I Alpinpolizei

Klassische Winterdisziplinen: (Ski-)Tour (inkl. Snowboard- und Schneeschuhtouren), ­Variante (ungesicherter Skiraum), Piste/Skiroute (­gesicherter Skiraum), Liftunfall, Langlauf, ­Rodeln sowie Eisklettern

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wissen

10 Tipps für deine Wintertour für Ski-, Schneeschuh- und Snowboardtouren Text und Foto: Österreichischer Alpenverein

Die folgenden Empfehlungen dienen dazu, den alpinen Gefahren im winterlichen Gebirge ­wirkungsvoll zu begegnen. 1. Gesund und fit in die Berge Wintertouren sind starke Belastungsreize und setzen Gesundheit und eine ehrliche ­Selbsteinschätzung voraus. Vermeide Zeitdruck und wähle das Tempo so, dass niemand außer Atem kommt. Achte auf Kraftreserven für die Abfahrt.

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2. Sorgfältige Tourenplanung Informiere dich über den Routenverlauf, Länge, Höhendifferenz und die aktuellen Verhältnisse. Kälte, Wind und schlechte Sicht erhöhen das Unfallrisiko stark. Plane auch Alternativ­routen. Informiere dich über nationale Bergrettungs-­ Notrufnummern (Euro-Notruf 112).

­Grundlagen lernst du in Ausbildungs- und Lawinenkursen, Erfahrung sammelst du Schritt für Schritt. www.alpenverein. at/akademie Cardfolder und Booklet

3. Vollständige Ausrüstung Standardausrüstung für den Notfall sind ­Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Sonde und Schaufel, ebenso Erste-Hilfe-­Paket, ­Biwaksack und Mobiltelefon. Überprüfe deine Ausrüstung vor dem Start und führe ein ­Reparaturset mit.

für unterwegs und mit ausführlicher Information findest du auf: www.alpenverein.at/shop

4. Lawinenlagebericht Informiere dich vor der Tour eingehend über die Lawinengefahr: Wie? Wo? Was? Achte ­besonders auf Informationen zu Gefahrenstufe, den Gefahrenstellen und zu den Gefahren­ mustern. 5. Lawinenrisiko abwägen Stütze deine Entscheidungen auf strategische Methoden der Risikoeinschätzung ­(Reduktionsmethoden) und lerne Gefahren­ zeichen im Gelände zu erkennen. Weiche ­Gefahrenstellen aus und kehre im Zweifelsfall um.

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6. Pausen und Orientierung Flüssigkeit, Energie und Pausen sind notwendig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten. Orientiere dich laufend und beurteile vorhandene Spuren kritisch. 7. Abstände einhalten Abstände dienen der Entlastung der ­Schnee­decke und der Schadensbegrenzung. Plane E ­ ntlastungsabstände bei Aufstieg und Abfahrt ein. 8. Stürze vermeiden Stürze bedeuten für die Schneedecke eine große Zusatzbelastung. Gute Skitechnik und eine dem Können angepasste Geschwindigkeit reduzieren das Risiko. 9. Kleine Gruppen Kleine Gruppen (bis 6 Personen) erhöhen die Sicherheit und Rücksichtnahme verhindert gefährliche Situationen. Bleibt zusammen und informiert vertraute Personen über Ziel, Route und Rückkehr. 10. Respekt für die Natur Nimm Rücksicht auf Wildtiere, respektiere Schutzgebiete und betrete keine Aufforstungsflächen. Zur Anreise Fahrgemeinschaften bilden oder öffentliche Verkehrsmittel verwenden.

Die ausführlichen 10 Empfehlungen findest du auf www.alpenverein.at/portal/bergsport/­ sicheramberg/skitouren


wissen

Hat der Geier Parteistellung beim Kraftwerksprojekt?

Die oben°wissen-Nachlese

Text und Foto: Bibine Kaufmann, Herrmann Pernersdorfer

Na gut, da ist vielleicht ein bisschen etwas durcheinandergeraten! Im Mai berichtete ­Martin Krake zum Thema „Kommen Geier und Wolf zurück?“. Zwischen Ehr´ und Furcht schwankt oft die Diskussion rund um b ­ edrohte Tierarten. G ­ erade der Wolf und seine a ­ ktuelle Vermehrung in europäischen Wäldern ­polarisiert Tierschützer, Bauern und besorgte Ortsansässige. Umso spannender können ­Projekte zur Wiederansiedelung bedrohter Tiere sein: Mit dem Waldrapp etwa fliegt ein Team ­Ehrenamtlicher mit selbst gebautem Fluggerät in Richtung Süden, damit er den Weg nicht immer wieder verliert (unbedingt einmal auf Youtube die Videos dazu suchen!). Im Juni schulte Erich Wetzer – vor nicht allzu l­anger Zeit noch Präsident der Staats­ anwaltschaft Wien – uns in den Grundlagen von ­­­­Straf- und Zivilrecht rund ums Wandern, Klettern und Mountainbiken. Die ü ­ bertriebene Sorge vor Haftungen, wenn bei einer ­organisierten Wanderung etwas passiert oder Touren­führer vor Gefahren nicht gewarnt haben, ist oft u ­ nbegründet. Erich berichtete über richterliche Entscheidungen und zeigte, welche Gesetze einem in Bergfragen überhaupt begegnen k­ önnen (Heureka – Fortsetzung beim O ­ ktober-Termin!). Besonders hitzig wurde es aber bei Peter Wirthumer, der nach der Sommerpause eine Diskussion zum Thema „Naturschutz vs. S ­ aubere Energie“ vorbereitete. ­Besonders b ­ risant war die Frage, wie viel wir selbst b ­ eitragen können, um Ressourcen zu schonen. Hoffnungsvolle neue Technologien bis hin zum Thorium-Reaktor wurden gestreift und wilde Plädoyers für eine nachhaltige Energie­ politik gehalten. Wir sehen einander mit all eurer nachhaltig ­produzierten Neugier beim nächsten oben°wissen! oben°wissen kann man auch auf Facebook ­betreiben, zeigt Hermann, indem er sich die Mühe machte, das lebhafte Durcheinander des

Diskussionsabends zum Thema „Naturschutz vs. Saubere Energie“ im Nachhinein zu ordnen: Es war ein spannendes Thema, bei dem es ­leider offenbar keine so einfachen Antworten gibt, wie man meinen könnte. Die Früchte ­unserer interessanten Diskussion möchte ich hier kurz festhalten, mit ein paar Schlaglichtern, an die ich mich erinnern kann: 1. Keine Form der Stromerzeugung ist ­vollständig umweltfreundlich. Windräder ­erschlagen Vögel und Wasserturbinen ­erschlagen Fische. Stauseen überschwemmen das Land stromaufwärts und senken den Grundwasserspiegel stromabwärts. ­Solarzellen (und große wieder a ­ ufladbare ­Akkus) verbrauchen schon bei der ­Herstellung sehr viel Energie und benötigen Rohstoffe, deren Gewinnung wiederum der Umwelt schadet. 2. Der „sauberste“ Strom ist der, der nicht ­verbraucht wird. Die meisten Diskussions­ teilnehmer konnten sich darauf einigen, aber wie viel Einfluss man über das i­ndividuelle Konsumverhalten nehmen kann, war eine strittigere Frage. Genügt es, wenn eine Minderheit mitmacht, oder müssen alle mitziehen, damit nicht die Trittbrettfahrer den positiven Effekt wieder zunichtemachen? 3. Wer hat es in der Hand? Sind Regierungen von der Energiewirtschaft gekauft? Haben wir als Konsumenten die großen Konzerne in der Hand? Muss Energie teurer werden, damit weniger davon verbraucht wird? Traut sich das überhaupt eine Regierung, die wieder­ gewählt werden will? Ist ein Systemwechsel die einzige Chance? 4. Wohin führt uns der technische Fortschritt? Erhöht jede neue Erfindung den Energie­ bedarf oder sparen effizientere neue ­Technologien sogar Energie? Soll man an Kernfusions- und Thorium-Reaktoren ­forschen, um irgendwann „sauberen“ A ­ tomstrom h ­ erstellen zu können? Sind Energie­sparlampen mit ihrem giftigen Innenleben umweltschädlicher als die alten Glühbirnen?

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vorteile

Für 57 Euro kannst du entweder 5 Mal ins Kino gehen oder 1 ganzes Jahr lang . . .

Stets in guter Gesellschaft sein 1

Ruhig schlafen für wenig Geld 2

Von den Profis lernen 3

In einer unserer mehr als 200 Kletter­ hallen ­trainieren

Top ausgerüstet sein 4

Immer auf dem neuesten Stand sein 5

Versichert in den Bergen unterwegs 6

Unterwegs deine Geldbörse schonen 7

. . . und das sind noch lange nicht alle Vorteile

Werde jetzt Mitglied auf www.akademischesektion/mitglied-werden. Wir sehen uns draußen! 1. Exklusiver Zugang zu Touren und Reisen in ganz Österreich und Ermäßigungen für ­Familienangebote und Karten. 2. Mindestens 10 Euro Ermäßigung bei ­Nächtigungen auf allen Hütten des ÖAV, des DAV sowie des AVS und auf weiteren 1300 Hütten, auf denen das „Gegenrecht“ gilt. 3. Ausrüstungsverleih bei unterschiedlichsten Sektionen und exklusiver Zugang zu Touren und Reisen. 4. Ausrüstungsverleih und Vergünstigungen bei Karten, Bekleidung, Ausrüstung im ­Alpenvereins-Shop und vielen anderen ­Unternehmen. 32 oben°

5. 10 Prozent Ermäßigung auf Ausbildungs­ angebote der Alpenvereins-Akademie und 5 Mal im Jahr informiert durch das Magazin Bergauf. 6. Versicherungsschutz für Bergungskosten bei Freizeitunfällen, Rückhol- und Überführungskosten, stationäre Krankenhausaufenthalte im Ausland, sowie eine Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung. 7. Rabatte bei mehr als 100 Betrieben der ­Bergsteigerdörfer und anderen ­Vorteilspartnern.

Mehr Infos dazu findest du auf www.alpenverein.at


Rubrik

Danke! Für vier Jahre, neue Hobbys und viele neue Freunde Text und Foto: Angela Hirsch

Zu eurer Information: Ich gehe nicht weg, ich ziehe mich nur in den Hintergrund zurück, also könnt ihr auch ­weiterhin mit meinem Einsatz für die Sektion rechnen.

Vor ziemlich genau vier Jahren bin ich als erste Angestellte der ASW mit den Aufgaben ­Vereinsmanagement und Kommunikation ­betraut worden. Hier zusammengefasst in einem kurzen Rückblick, was in diesem ­Zeitraum so alles passiert ist:

»» Und ein DANKE an Hannes Offenbacher, Vorstand bis April 2018, der den Verein durch seine Ideen maßgeblich geprägt und den Vorsitz an Andreas Wiederin übergeben hat, der motivierend und verständnisvoll immer eine Säule der ASW ist.

»» Mehr als 2000 Mitglieder haben sich ­angemeldet und einige wieder ab. Heute sind wir mehr als 3500 ASWler. »» Unsere Sulke-Hütte wurde verkauft und ­abgerissen, auch die Hofmanns-Hütte wurde nun endgültig abgetragen. »» Wir haben eine neue Satzung verabschiedet. »» Unser Mitgliedermagazin oben° erscheint nun schon zum fünften Mal. »» Dank Heidi und Oliver gibt es wieder eine Jugendgruppe „berg:rausch“, und „Bergfieber“ zählt bereits fast 700 Mitglieder. »» Dank Jürgen und Andreas, dem Alpinteam und unseren Mitgliedern gibt es viele Touren, zusätzlich eine aktive Hochtourengruppe, seit kurzem auch wieder eine neue MTB-Gruppe und „Fingertrauma“ ist sowieso ständig am Klettern. »» Die Dolomiten-Woche ist dank Gerti und Günther nach wie vor ein Klassiker so wie die Ganslwanderung, die Norbert jedes Jahr vor neue Kapazitäts-Herausforderungen stellt. Und auch die Initiative „Einfach raus am Donnerstag“ von Uli wartet mit immer neuen Aktivitäten auf. »» Dank Bibi gibt es die spannende Vortragsund Diskussionsreihe „oben°wissen“. »» Traurig und dankbar haben wir uns von ­Gerhard Fechter (Olli) verabschiedet, ­unserem Altvorstand, der maßgeblich mitgeholfen hat, dass aus dem anfänglichen Generationenkonflikt ein großartiges und produktives Miteinander entstanden ist.

Ich möchte DANKE sagen all jenen, die den Verein am Laufen, am Leben erhalten und vor allem kreativ und dynamisch gestalten – und das alles im Ehrenamt. Unzählige Stunden an Arbeit steckt das Vorstandsteam in die ASW, ­genauso wie das Alpinteam, das sich Zeit nimmt, um uns schöne Erinnerungen zu ­schenken. Und dann gibt es noch so viele ­andere Mitglieder, die auch unersetzlich für den Verein sind: ob Manfred, unser Wegewart, oder Franz, unser Lektor, Heidi und Helmut in der Rechnungs­prüfung, Steff, unser Archivar, und so viele mehr, die Routen bohren, Webseiten ­gestalten, Texte schreiben, Ideen einbringen u. v. m. und uns auch kritisieren, damit wir uns stets verbessern können. DANKE! DANKE insbesondere an Andreas, der mir nicht nur zu neuen Hobbys und damit zu Unmengen an neuem Equipment und Expertise verholfen hat, sondern auch zu neuen Freundschaften und vielen schönen Erlebnissen. Also DANKE an euch alle für die tolle Zeit, für eure Unterstützung und Erinnerungen – ich freue mich auf weitere!

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programm

Kommende Aktivitäten und Highlights Das vollständige Programm findet ihr laufend a ­ ktualisiert auf akademischesektion.at/termine

4. bis 6. Jänner 2019

Tagesskitour (Ziel je nach Schneelage)

12. Jänner 2019

Lawinenrettungsübung

mit Franz Günter Liebmann

– findet nur bei genügend Schnee rund um Wien statt mit Werner Etzelsdorfer und Angela Hirsch

Skitouren-Wochenende im Nationalpark Gesäuse/Johnsbach

mit Egon Ostermann und Hermann Gruber

11. Februar 2019

Bergfieber-Meet-Up im Podium

22. bis 24. März 2019

Bergfieber-Ski(touren)-Spaß im Berghotel Rudolfshütte

2. April 2019

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mit Angela Hirsch und Margit Piber

9. Jänner 2019

1. bis 3. März 2019

Off-Piste-Skitechnik-Wochenende auf der Tauplitz

Das Treffen für Outdoorfans ab 30 Jahren

Pisten- und Variantenskifahren sowie Tagesskitouren mit Thomas Aichinger & Co.

Hauptversammlung der Akademischen Sektion Wien

Aula am Campus im alten AKH, Einlass 17.30 Uhr


programm

In Planung Februar 2019

berg:rausch-Ski- und Snowboard-Wochenende

auf der Piste mit Techniktraining mit Dorit und Linda Schneider Februar/März 2019

berg:rausch-Skitouren-Wochenende Triebental

mit Johannes Vass, Johannes Sennahoj & Co. Februar/März 2019

Bergfieber-Skitouren- und Schneeschuh-Wochenende

mit Jürgen Minichmayr & Co.

Laufende Aktivitäten Nach Vereinbarung

Klettercoaching mit dem ASW-Kletterteam

Wir haben den richtigen Klettercoach für dich, je nach Zeit und Ziel. Wir organisieren auch individuelle Kletterkurse für dich und deine Freunde – einfach anfragen klettern@akademischesektion.at Dienstag

boulder:rausch

Mittwoch

kletter:rausch

Ganzjährig

UWZ_Vermerk_GmbH_4C_Umweltzeichen_Vermerk.qxd 31.05.13 08:02 Seite 1

berg:rausch – für Outdoorfans zwischen 18 und 30 Jahren

Du willst mehr Infos? Dann registriere dich auf gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“ www.akademischesektion.at/schickmirmails des Österreichischen Umweltzeichens Druckerei Janetschek GmbH · UW-Nr. 637

Informationen zu „Einfach raus am Donnerstag“-Touren findet ihr auf www.akademischesektion.at/termine gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“ des Österreichischen Umweltzeichens Druckerei Janetschek GmbH · UW-Nr. 637

gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“ des Österreichischen Umweltzeichens · Druckerei Janetschek GmbH · UW-Nr. 637

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Akademische Sektion Wien des Österreichischen Alpenvereins Maria-Theresien-Straße 3 / 2, 1090 Wien Öffnungszeiten: Do 17.00 – 19.00 Uhr Telefon: +43 / 1 / 319 78 37 E-Mail: office@akademischesektion.at www.akademischesektion.at www.facebook.com/ akademischesektion

„Immer wieder aufzubrechen, ist für mich sicher keine Flucht. Wenn ich einen Impuls bekomme, zieht es mich da richtig hin. Ich bin immer offen für Neues.“

© Manuel Reisinger

Gerlinde Kaltenbrunner

oben° 02 2018  
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