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Das Mitgliedermagazin der Akademischen Sektion Wien des Ă–sterreichischen Alpenvereins 02-2017 // 116. Jahrgang


Alex Fuchs Freier Fotograf, liebt die Berge und lebt in Vorarlberg @ fuxogram

FOTOGRAF dieser Ausgabe

Unser Bergmoment

Einer der Gründe, warum man in seinem Leben einmal eine Nacht am Berg verbringen sollte! Danke an Charly Schwarz für die tollen Fotos für diese Ausgabe von oben°! > Cover, Bergmoment & Rücken

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Charly Schwarz Ein junger Fotograf, studiert Architektur in Innsbruck @charlyschwarzphotos

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Foto: Carlo Trolese

Editorial

Inhalt

02-2017 // 116. Jahrgang

06 Fernsicht

Es sind die Menschen. Immer.

Interview mit Sarah und Ben, die mit Kite und Kajak über eine Eiskappe gegangen sind

18 Gipfelbuch

Liebe Bergfreunde!

Abschiedsworte an Gerhard Fechter

Ein Fotorundblick auf die Aktivitäten der Vereinsmitglieder

Viel ist passiert, seit ihr das letzte Mal von uns gehört habt.

09 Dolomiten-Woche 2017

22 Alpenverein Volunteer

10 Jugend- und Familienteam

23 Neues zur Körner-Hütte

Unser Altvorstand Gerhard Fechter ist verstorben – Hannes Offenbacher richtet in diesem Heft noch ein paar letzte Worte an wihn.

08 Lieber Olli!

Ein kurzer Rückblick mit Tourenhighlights

Wir stellen uns vor, neu dabei berg:rausch

11 Miteinander unterwegs

Auf Tour mit jungen, geflüchteten Mitmenschen

12 Skihochtouren im Aostatal Eine Woche im Nationalpark Gran Paradiso

14 Kirgistan 2017

Ein kurzer Blick auf eine aufregende Reise

Einsatz im Biosphärenpark Wienerwald

30 oben°wissen

Nachlese der letzten Veranstaltungsreihe

31 alpenvereinaktiv.com

Die Tourenplanungs-App für jede Gelegenheit

Angela Hirsch, Vereinsmanagement

Nikola Weiser Grafikdesignerin, in Innsbruck und im Allgäu, Artdirektion dieser Ausgabe. www.nikolaweiser.at

Wir berichten über die Dolomiten-Woche, eine Expedition nach Kirgistan und eine Skiwoche im Aostatal. Außerdem haben wir Sarah und Erik getroffen, die mit Kite und Kajak 1000 Kilometer durch Grönland gegangen sind, und haben ihnen ein paar Fragen gestellt. Von der Körner-Hütte gibt es jede Menge Neuigkeiten, und wir dürfen euch unsere neuen Pächter und neue Kletterrouten vorstellen sowie die Ergebnisse der Projektarbeit mit der FH Krems. Was ihr bei den letzten oben°wissen-Veranstaltungen versäumt habt, könnt ihr nachlesen. Und wir freuen uns über zwei neue Initiativen: berg:rausch und „Einfach raus am Donnerstag“ – was sie machen und wer sie sind, lest selbst! Noch ein kleiner Tipp: Die Tourenski gleich herrichten, der Kalender ist gut gefüllt!

32 Highlights und Aktivitäten

„Einfach raus am Donnerstag“ – ab jetzt immer mit dabei!

Herausgeber: Akademische Sektion Wien, Teil des Österreichischen Alpenvereins, Maria-Theresien-Straße 3/2, 1090 Wien Chefredaktion: Angela Hirsch Autoren dieser Ausgabe: Leo Becker, Zdenka Becker, Anja Christanell, Hermann Gruber, Angela Hirsch, Bibiane Kaufmann, Heidi Leonhardt, Hannes Offenbacher, Georg Rothwangl, Gerti Schlicker, Matthias Vigl Grafik & Art-Direktion: Nikola Weiser Lektorat: Franz Neruda, Christoph Baumgartner Druck: Druckerei Janetschek GmbH Erscheinungsweise: zwei Ausgaben im Jahr Auflage: 2500 Stück

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GRAFIKERINNEN dieser Ausgabe

Mit einem Special über die Ergebnisse der Projektarbeit der FH Krems

Impressum

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Ein- und Ausblick

16 Into Twin Galaxies

Barbara Veit Grafikdesignerin in Wien, Entwicklung/Konzeption des neuen Erscheinungsbildes des Heftes. Artdirektion der ersten zwei Ausgaben. www.veitdesign.at

Viel Vergnügen mit der Winterausgabe von oben°! Eure Angela redaktion@akademischesektion.at

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thema

statistik

EINLADUNGEN UND INFORMATIONEN ... KOMMEN NUR ZU DIR, WENN WIR DEINE E-MAIL-ADRESSE HABEN

Fernsicht Es sind die Menschen. Immer. Die persönliche Kolumne von Hannes Offenbacher

Zukünftig werdet ihr bis auf das Clubmagazin oben° KEINE POST mehr von uns bekommen. Damit ihr trotzdem alle Einladungen und Informationen erhaltet, bitten wir euch, uns eure E-Mail-Adresse – sollten wir diese noch nicht haben – zu senden. Einfach ein Mail an office@akademischesektion.at mit dem Betreff „Meine E-Mail-Adresse“ senden.

Text: Hannes Offenbacher Foto: privat

Weiters kannst du deine Daten auch auf www.mein.alpenverein.at ergänzen oder ändern. Wenn du noch studierst, maile uns doch gleich deine gültige Inskriptionsbestätigung zu, damit du dir den Studententarif für 2018 sichern kannst.

Seit der letzten oben°-Ausgabe hat sich vieles in unserem Verein getan, doch das Ableben von Gerhard Fechter überragt alles und ordnet die Relationen für das, was wichtig ist, eindrücklich einfach. Gerhard, mein Vorgänger als Vorsitzender, der mit Leidenschaft, Gelassenheit und unerschütterlicher Freundlichkeit den Verein über 24 Jahre geführt hat, wird mir – und vielen anderen – sehr fehlen (mehr dazu in meinem Brief an ihn auf Seite 8). Und: Der Abschied von ihm und der daraus resultierende Blick zurück auf sein Engagement verdeutlichen, wie entscheidend wertvoll Menschen wie er für unseren Verein sind. Die Ehre ist im Ehrenamt längst verblasst. In einer gewandelten, ruhelosen Gesellschaft ist das Mitarbeiten in einem Verein nicht gerade weit oben auf der Liste jener Dinge, die man gerne tun möchte. Manche – wie Gerhard – sind dazu berufen, andere wachsen langsam hinein, wieder andere brauchen die entgegengestreckte Hand eines Freundes, um es einmal zu versuchen. Allesamt sind sie wichtig für eine Gesellschaft, in der zwar alle konsumieren, aber nur wenige gestalten können und wollen.

So erfüllt es mich mit Freude, dass wir in der letzten Hauptversammlung mit Hermann Gruber wieder neue, tatkräftige Unterstützung gefunden haben. Er hat nach Valentin Heppner (ich danke dir für alles ) das Hüttenreferat übernommen und hat dort mit seinem Fachwissen bereits für großartige Fortschritte gesorgt. Er führt die Körner-Hütte nun auch in eine entscheidende Phase der Veränderungen – sowohl in Sachen neuer Pächter, als auch in Anbetracht notwendiger Investitionen in die Zukunft.

Aktuelle Zahlen

45,3% 40%

17,6%

Ausland

oben°

nach Geschlecht

Wien

22,5%

11%

10%

Bundesländer (vor allem NÖ)

54,7 %

35%

59,9 %

4% 0-17

nach Wohnsitz 6

Anstieg der Mitgliederzahl seit der letzten oben° Ausgabe

Text: Redaktion Infografik: Nikola Weiser

Aber: Wir brauchen weitere Unterstützung! Wir müssen die Last auf mehrere Schultern aufteilen und mit neuer Verstärkung viele wichtige Projekte anpacken. Ob alt oder jung, ob erfahren oder mit jugendlicher Energie, es gibt Raum, Ressourcen und noch viel mehr Ideen. Am Ende zählt jede Stunde, die für den Verein aufgebracht wird. Deshalb: Alle, die nur einen kleinen Impuls verspüren, mir zu schreiben – macht es. Lasst uns reden. Lernt das Team kennen. Nehmt meine Hand. Ich freue mich auf euch!

+12%

Die Entwicklung unserer Sektion (Stand: Oktober 2017)

18-24

25-39

40-69

70+

In Altersgruppen

41 JAHRE

Durchschnittsalter oben°

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abschied

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Danke! Text: Hannes Offenbacher, 1. Vorsitzender

Während ich Dir diesen Brief schreibe, sitze ich in der Almhütte der Plätzwiese und blicke auf die spitzen Schönheiten der Dolomiten. Der Piz Popena und Monte Cristallo stehen königlich in der Herbstsonne und haben ihre Nordflanken weiß angezuckert, als ob sie sich für ihre baldige Verabredung mit dem Winter schick gemacht hätten. Gerade eben habe ich auf das Revier Deiner Dolomiten-Woche geblickt. Es ist eine einzigartige Gegend. Es wäre eine Freude, wenn Du jetzt hier bei mir sitzen könntest und wir ein Glas Wein auf unseren Verein und unsere frühere Hütte am Langkofel heben könnten. Doch im Frühling bist Du von uns gegangen! Ich hab´ Dich gerne Häuptling genannt, ohne zu wissen, ob Du das gemocht hast. Für mich war es aber der richtige Begriff, um Deinem Wesen und Deinen Rollen im Verein Ausdruck zu verleihen. Ich erinnere mich noch genau, als ich 2008 erstmals bei einer Vorstandssitzung dabei war und Du zu Beginn Deinen Aktenkoffer auf dem Tisch platziert hast, um darin gelassen nach Protokollen und Schriftstücken zur Hofmannshütte zu suchen. Gelassenheit war eine Deiner großen Stärken, und ich habe Dich selten erregt erlebt, obgleich die Führung des Vereins genügend Situationen hervorbrachte, in denen jeder einmal seine Ruhe verlieren konnte. Du hast selten über Strategien gesprochen, und doch folgte rückblickend vieles einem erhabenen Plan. Als Du zum 125-Jahre-Jubiläum beschlossen hast, Dein Amt zurückzulegen und mich als Nachfolger vorzuschlagen, war ich vollkommen überrascht. Natürlich hatten wir manchmal verschiedene Ansichten, war ich aufgrund meines Alters oftmals ungeduldig und an anderen Themen interessiert, was immer wieder zu hitzigen Diskussionen führte. Am Ende aber hast Du uns Jungen immer Raum gegeben und uns machen lassen. Ich denke, man kann nicht hoch genug einschätzen, was Du in diesen vielen Jahren geleistet hast. Als leidenschaftlicher Tourenführer warst Du Integrationsfigur und vorbildhafter Gestalter des Vereinslebens. Als Vorsitzender hast Du unendlich viele Stunden dafür aufgewendet,

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Dolomiten-Woche im Juli 2017 in Sexten

Foto: Georg Sedlak

Lieber Olli!

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge ging es dieses Jahr in die Dolomiten-Woche ohne den Gründer Gerhard Fechter.

das Team zu fördern und zu fordern. Vor allem aber hast Du eine einmalige Übergabe an die nächste Generation eingeleitet, wie sie nur selten glückt. Ich bin davon noch heute überrascht und beeindruckt. In meinen Augen war es Deiner Superkraft zuzuschreiben, dass Du trotz starker Emotionen vieler Beteiligter in den entscheidenden Situationen mit sachlicher Klarheit subjektive Perspektiven auflösen und die richtigen Entscheidungen herbeiführen konntest – für die nachhaltige Entwicklung der Organisation. Ich könnte jetzt sagen, dass Du eine große Lücke hinterlässt, doch für mich ist es mehr eine Fülle an schönen Erinnerungen und großer Wertschätzung. Auch wenn ich es bedaure, nie an einer Deiner Dolomiten-Wochen teilgenommen zu haben, so werde ich immer mit einem Lächeln an Dich denken, wenn ich auf einem Gipfel der Dolomiten stehe. Der persönlichen Erinnerung möchte ich aber noch etwas hinzufügen, um Deinen Einsatz für die Gemeinschaft zu ehren und andere zu inspirieren. Wir werden 2018 beginnen, einen jährlichen Preis zu verleihen. Einen Preis, um Menschen zu danken, die sich nach Deinem Vorbild für das verständnisvolle Miteinander der Generationen und das gesunde Vereinsleben einsetzen. Und: Wir werden diesen Preis in Erinnerung an Dein Schaffen „Olli” nennen. Nun verschwindet hier gleich die Herbstsonne hinter den westlichen Gipfeln. Der Schatten kriecht schon über das Hochplateau. Ich trinke den letzten Schluck Wein und höre Dich im Geiste über meine Idee des „Olli” amüsiert lachen. Danke Dir, Gerhard! Für alles! Alles Liebe Deiner Gattin Hanni, Deiner Familie und Deinen engen Bergfreunden! Es war eine Freude, mit Dir gemeinsam unseren Verein gestalten zu dürfen!

Text: Zdenka Becker Foto: Leo Becker

sönlicher sein konnte, funktionierte von Anfang an tadellos. Dazu verhalf nicht nur die perfekte Organisation der Wanderziele, sondern auch das in hohem Maße angenehme Hotel mit freundlichen Angestellten, bequemen Zimmern, vorzüglicher Küche und einer kleinen Wellnessoase. Sogar das Wetter spielte mit. Sonne, Wolken, Regen und Gewitter begleiteten uns auf unseren Wegen, wir wurden aber trotzdem kaum nass.

Touren-Highlights Ein riesengroßer Dank an Gerti und Günther, die mit ihrem Charme und Wissen die neue Ära der Dolomiten-Woche eingeläutet haben und sie für alle, die dabei waren, unvergesslich machten. Und so mancher ist sich sicher, dass Olli uns von einer Wolke aus zusah und freundlich zuwinkte.

Die Dolomiten-Woche, deren Gründer und langjähriger Pate Gerhard (Olli) Fechter war, erfreute sich in den 20 Jahren ihres Bestehens stets großer Beliebtheit. Waren es am Anfang 12 Begeisterte, die von Hütte zu Hütte mit Rucksäcken wanderten, wuchs die Gruppe schnell an, im Vorjahr fanden sich fast 50 Fans, die die Schönheiten des Bergmassivs erkunden und genießen wollten. Und dann kam im Frühjahr die schreckliche Nachricht von Ollis Ableben. Sich vorzustellen, dass er nicht mehr kommt, sich nach dem Abendessen nicht mehr vor uns hinstellt und die Routen erklärt, schien allen unmöglich zu sein. Aber das Leben geht weiter, wie es so schön heißt, und die Organisation unserer beliebten Dolomiten-Woche haben Gerti und Günther Schlicker übernommen. Als sich am 15. Juli 2017 nur 19 Alpinisten bzw. Wanderer im Hotel Waldheim in Sexten begrüßten und freudig in die Arme fielen, hatte man das Gefühl, als ob manche Stammgäste lediglich Zigaretten holen gegangen waren und nicht mehr zurückkehrten. Klar, Olli hinterließ eine große Lücke, die Veränderung war abzusehen. Die kleine Gruppe, die viel flexibler und per-

* Fahrt zu den Drei Zinnen. Eine Gruppe wanderte gegen den Uhrzeigersinn die klassische Drei-Zinnen-Route über die Lavaredohütte zur Drei-Zinnen-Hütte. Die Klettersteiggeher marschierten zunächst im Uhrzeigersinn zur Drei-Zinnen-Hütte und bewältigten anschließend einen 200-Höhenmeter-Klettersteig mit durchgehender C-Anforderung. * Die Wandergruppe ging über das Fischleintal zur Talschlusshütte, danach zur Anderter Alm und querte unter den Rotwandköpfen zur Rudihütte. Das Tagesziel der Klettersteiggeher war der Alpinisteig. Die Tour erfuhr wegen Schlechtwetters eine Routenänderung. Am vorgesehenen Umkehrpunkt ging es bis zur Zsigmondyhütte. Nach 1150 Höhenmetern im Auf- und 1650 Höhenmetern im Abstieg und insgesamt acht Stunden Wanderung war die Gruppe offensichtlich sehr zufrieden, aber müde. Einen ausführlichen Tourenbericht und -beschreibung von Leo Becker findet ihr auf: www.akademischesektion.at/ dolomitenwoche2017

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team

jugend

Auf die Knofeleben im Schneeberggebiet

Jugend- & Familienteam Fotos: privat Foto „berg:rausch“: Fabian Irsara

Andreas Wiederin Alpinreferent, Leitung Jugendteam Übungsleiter Sportklettern, Alpinklettern, Hochtouren, Skitouren, Freeride

Alexandra Mittelberger Übungsleiterin Sportklettern

Anna Heinzle Übungsleiterin Sportklettern

Claus Schmidt Leitung Familiengruppe Wolfsrudel, Instruktor Alpin und Skitouren, Jugendleiter, Erlebnispädagoge

Angela Hirsch Übungsleiterin Bergwandern und Freeride, Miteinander unterwegs

Oliver Wana JugendteamStellvertreter

Zu Ostern MITEINANDER UNTERWEGS mit den Jugendlichen der Wohngemeinschaft Caravan Text: Heidi Leonhardt Fotos: privat

Nach einer Anfrage der Burschen aus der betreuten Wohngemeinschaft Caravan des Integrationshauses wegen eines Ausflugs, war schnell eine Tour organisiert, die ihnen die Osterferien verkürzen sollte. Von Karfreitag bis Ostersamstag ging es gemeinsam auf die Knofeleben im Schneeberggebiet. An dieser Stelle übrigens ein herzliches Dankeschön an das Naturfreundehaus Knofeleben, das sogar einen Tag früher in die Saison startete, um uns zu versorgen, und das uns (und den entsprechenden

Heidi Leonhardt Übungsleiterin Bergwandern, Miteinander unterwegs, AlpenvereinsLandesjugend

berg:rausch – die neue Gruppe für Studierende und Outdoorfans ab 18! Gemeinsame Outdoor-Aktivitäten // Regelmäßige Treffen // Abenteuer erleben // Spaß haben

Alexander Wiesböck Familienteam Wolfsrudel Jugendleiteranwärter

Lärmpegel einer Gruppe Teenager) sehr freundlich, gelassen und hilfsbereit aufgenommen hat!

!!!BRAND NEU!!!

Wir, das heißt acht Jugendliche, zwei Betreuerinnen vom Integrationshaus sowie zwei (zukünftige) Jugendleiter der Sektion trafen einander Freitag früh am Hauptbahnhof, um gemütlich mit dem Zug nach Payerbach-Reichenau zu fahren. Nach kleinen Anfangspannen, wie z. B. sich auflösende Schuhe, starteten wir direkt vom Bahnhof durch die Eng in Richtung Knofeleben zum gleichnamigen Naturfreundehaus. Während die einen das Lager bezogen und sich vom Aufstieg erholten, erkundete einer der Teilnehmer mit einem der Jugendleiter noch schnell den Krummbachstein-Gipfel. Nach dem Abendessen ging es noch einmal hinaus. Mit unseren mitgebrachten Fackeln drehten wir eine kleine Runde unter dem Sternenhimmel und versuchten, die Ruhe der Berge zu erfahren.

Schoko-Ostereier und -Hasen aufzuspüren. Nach der süßen Starthilfe begann der Abstieg über gemütliche Forststraßen mit zahlreichen Restschneefeldern, die, wie sich herausstellen sollte, ein hohes Schneeballschlacht-Potenzial besitzen, zur Bodenwiese. Nach einer Stärkung und Rast beim (leider geschlossenen) Waldburganger-Haus ging es steil hinunter und zurück nach Payerbach und endete auf den letzten Metern mit einem gemeinsamen Sprint zum Bahnhof. Zurück im Zug, wünschten sich manche, der Ausflug hätte länger gedauert, andere freuten sich aber auch schon wieder auf die Stadt und die warme Dusche. Doch spätestens beim gemeinsamen Fotoabend ein paar Tage später war zu spüren: Es hatten alle wirklich viel Spaß, und wir hoffen auf baldige Wiederholung! Übrigens, aufgrund der Erzählung der Burschen folgte bald eine Anfrage der Mädchen und sofort eine Mädels-Tagestour vom Semmering über die Myrtengräben mit einer Rast auf der Pöllershütte, begleitet von einer traumhaften Fernsicht und mit Rückweg über den Dürriegel.

Der Ostersamstag begann mit einem Wettrennen, um auf der Knofeleben-Wiese versteckte

Du bist selbst im Studentenalter und suchst Gleichgesinnte für Outdoor-Aktivitäten, wie z. B. Klettern, Mountainbiken, Rafting oder für intensive Hüttentage und -abende u. v. m.? Sei dabei, wenn wir loslegen! Aktivitätenübersicht: 21. 11.: Boulder-Power // 25. 11.: Mödlinger Klettersteig // 9. 12.: Trekking-Day im Wienerwald // 16. 12.: Powder-Search-Skitour // Anfang 2018: „Hit The Hut“-Wochenende u. v. m. Mach´ mit bei berg:rausch und bringe deine Ideen ein! Schreib´ uns an: bergrausch@akademischesektion.at 10 oben°

Mehr Infos auf: www.akademischesektion.at/bergrausch oder like us on Facebook: facebook.com/bergrausch.at

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draußen

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SkihochtourenWoche im Aostatal Eine Gruppe von acht Männern und zwei Frauen folgte dem verlockenden Angebot von Walter Pistulka, mit ihm einige der berühmten Skihochtouren im Valgrisenche und im Val di Rhêmes, beides Seitentäler des Aostatales in Italien, Anfang April zu erkunden. Text: Gerti Schlicker Fotos: Günther Schlicker

Von Walter genauestens geplant und vorbereitet, einschließlich der Hüttenreservierungen, verlangte die Wetter- und vor allem die Schneelage Flexibilität und Improvisation, da ein Neuschneezuwachs von 70 Zentimetern, verbunden mit Lawinenwarnstufe 4, den Aufstieg zur Bezzi-Hütte unmöglich machte. Die erste „Hüttennacht“ verbrachten wir daher in einem Talquartier in der Hoffnung, am nächsten Tag doch zur Bezzi-Hütte aufsteigen zu können. Diesen unvorhergesehenen Ruhetag nutzten wir höchst effizient und auch vergnüglich dank der starken Dachbalken und Treppen des Gastraums zu einer Indoor-Spaltenbergungsübung. Dank Fritz frischten wir unsere Fertigkeiten im Prusiken sowie in der Bergetechnik bei Spaltenstürzen auf komfortable Weise auf, warm und mit Weinbegleitung. Auch das richtige Verhalten im Falle eines Lawinenunglücks und die Suche nach Verschütteten wurden geübt. Am nächsten Tag wurde unsere Hoffnung, aufsteigen zu können, enttäuscht: Wieder Sperre des Hüttenanstiegs wegen extremer Lawinengefahr. Nach intensiver Recherche, konstruktiven Diskussionen in der Gruppe und einigen Telefonaten entschied Walter, das geplante Programm fallen zu lassen und stattdessen zwei Tage früher als geplant zur Benevolo-Hütte im Val di Rhêmes aufzusteigen, da nach Rücksprache mit dem Hüttenwirt der Aufstieg nicht lawinengefährlich und durch das Schlechtwetter auch in der Hütte Platz für uns war. Bei strahlendem Sonnenschein, im Anblick abgehender Schneebretter akustisch begleitet vom Donnern der Lawinen, aber in sicherem Abstand davon, stiegen wir zur Benevolo-Hütte

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(2285 m) auf. Die Hütte verwöhnte mit gutem, reichlichem Abendessen und neuen Sanitäranlagen, Warmwasserduschen. Die Schlafräume, zumindest die 6er-Zimmer im alten Teil, ließen die Vorfreude auf das eigene Heim augenblicklich wach werden. Den Aufstiegstag nutzten wir noch für eine kleine Tour bei tiefem „Betonpulver“, bei dem das Spuren Schwerarbeit bedeutete. Auch der Abfahrtsgenuss hielt sich in Grenzen. Am folgenden Tag machten wir bei besten Bedingungen, allerdings mit Lawinenwarnstufe 3 bis 4, eine Tour auf die Punta Calabre mit 3345 m, eine eher leichte, aber lange Gletschertour im Bereich des italienisch-französischen Grenzkamms. Eine unglaubliche Aussicht auf das Gebirgsmassiv der Westalpen nördlich des Aostatals entschädigt für die Mühen des Aufstiegs, und die Abfahrt im Pulverschnee ließ keine Wünsche offen. Am nächsten Tag war die 3346 m hohe Punta Galisia unser Ziel. Diesmal auf der anderen Seite der Dora-Schlucht aufsteigend, erreichten wir bei aufgelockerter Bewölkung den Gletscher und stiegen bei abnehmender Sicht bis zur 3000-m-Marke auf, wo es komplett zuzog und uns zur Umkehr zwang. Am dritten Tag war die Punta Paletta Sud (3020 m) unser Ziel. Zunächst noch mäßig ansteigend, bald jedoch deutlich steiler werdend, ungespurt, mit Hangneigungen über 35 Grad, stiegen wir über harte Hänge immer höher. Für mich nicht nur eine körperliche Anstrengung, sondern als eher ängstliches Gemüt auch eine psychische Herausforderung, die ich ohne Walters Unter-

stützung wohl nicht bewältigt hätte. Der Blick vom Gipfel ging über eine endlos scheinende, grandiose, einsame Bergwelt bis zum Gran Paradiso, dem südlichsten Viertausender Italiens. Die Abfahrt, zunächst nordseitig im unverspurten Pulverschnee, weiter unten westseitig bereits aufgefirnt, war ein besonderer Genuss. Obwohl von der Benevolo-Hütte insgesamt 14 verschiedene Touren möglich waren, beschlossen wir dennoch, uns von dem voll belegten Haus zu verabschieden, und fuhren nach der Tour bei frühlingshaften Temperaturen ins Tal ab. In Introd machten wir einen kurzen Zwischenstopp in einem blühenden Gastgarten mit dem subjektiv besten Bier des Aostatals, bevor wir zurück ins Valgrisenche fuhren, gefühlt eine Rückkehr vom Frühling in den Winter. Für unsere letzten beiden Tage suchte Walter Touren auf südseitigen Hängen, die von der Talherberge in Valgrisenche zu erreichen waren. Die erste Tour führte uns auf den Col du Mont (2672 m), einen Grenzübergang nach Frankreich. Der Gebirgszug war ein ideales Skigebiet mit angenehm geneigten, weiten Hängen, eher wenig begangen, aber ein beliebtes Ziel für Heliskiing. Wir freuten uns über einen breiten Gipfelaufbau mit Sicht auf den Mont Blanc und die lange Abfahrt in bestem Firn – schöner können Skitouren nicht sein.

tung Col du Mont, jedoch zu einem anderen Nebengipfel. Herrlicher Sonnenschein, Frühlingstemperaturen, Fernsicht und „Raschelfirn“ bei der Abfahrt, Verhältnisse, als ob uns die Berge des Aostatales verlocken wollten, wieder hierher zu kommen. Nach der Tour gönnten wir uns noch ein absolutes landschaftliches Highlight: Wir fuhren nach Courmayeur und weiter ins Val Ferret, wo wir den Mont Blanc mit dem gesamten Gebirgszug bei bester Sicht von einer Terrasse aus bei wohlverdientem Bier bewunderten. Bei einigen unserer Gruppe kamen Erinnerungen an ihre Besteigung dieses mächtigen Berges auf, für sie war der Anblick sicher noch berührender als für den Rest. Schlussbemerkungen: Wir danken Walter für seine professionelle und umsichtige Tourenplanung und Leitung, die uns eine Hochtourenwoche mit unvergesslichen Eindrücken und ohne Verletzungen ermöglichten. Besonderer Dank noch an Rolf, der nicht nur für uns einen VW-Bus für die zirka 3000 Kilometer lange Reise organisierte, sondern auch als Fahrer die engen und verwinkelten Bergstraßen meisterte. Dank auch an Erik, der sich mit Rolf beim Fahren abwechselte. Abschließend Dank auch allen Teilnehmern dieser Tourenwoche, die langen Hüttenabende und die An- und Abreise waren durch sie sehr kurzweilig.

Diese Unternehmung begeisterte alle so sehr, dass die Gruppe beschloss, sie am nächsten Tag in einer Variante zu wiederholen. Unsere letzte Tour machten wir wieder in Rich-

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Kirgistan 2017 Der Versuch, ein aufregendes Abenteuer kurzzufassen Text: Angela Hirsch Zeichnung: Angela Hirsch Fotos: Bibiane Kaufmann, Richard Franz

Kurz gefasst . . . Hat super geklappt . . . Lebensmitteleinkauf und Transporte Luxus pur . . . warm duschen oder kalt waschen – je nach Möglichkeit Froh, dabei gehabt zu haben . . . Campingsessel Überraschend war . . . dass das Satellitentelefon nicht funktioniert hat Gibt es überall . . . Murmeltiere und Berge Für immer in Erinnerung bleibt . . . die landschaftliche Vielfalt Irritiert waren . . . unsere Fahrer, als sie das Gepäck gesehen haben, Stichwort „Gepäckstetris“ Das hat gefehlt . . . eine Leiter für Flussüberquerungen, mehr Gelsenspray Gab es nicht . . . genügend Briefmarken am Postamt Am besten gefallen hat mir . . . das Gehen ohne vorgegebene Wege und das Ausloten der Möglichkeiten rund ums Basislager Übers . . . . . . Verständigen: Kirgisisch oder Russisch, sonst empfehlen wir „Deuten und Pantomime“ . . . Wetter: Min. 6° C (Nacht/Pamir), Max. 40° C (Bishkek) . . . Essen: »» Tourenessen: Haferflocken al Gusto zum Frühstück. Tagsüber Trockenfrüchte, Räucherkäse, Brot. Abends: Hirse, Linsen, Reis oder Buchweizen, gepimpt mit Karotten, Zwiebeln oder Knoblauch. Alternativ: Trek‘n Eat-Outdoornahrung »» Typische Gerichte: Manty (gefüllte Teigtaschen), Langham (Nudelgericht), Okroschka (kalte Suppe) Die besten Tipps »» Lasst die Schaufel für die Latrine zuhause, das ist unnötiges Gewicht. Herbert Brandner, Instruktor Hoch- und Skitouren »» Gemeinschaftszelt braucht ihr unbedingt. Roman Weilguny, Junge Alpinisten Touren-Highlights Tag 2 bis 3: Akklimatisationstour beim Ak-SaiGletscher (3300 m) im Ala-Archa-Nationalpark Tag 6: Ankunft Basislager (3559 m) im Pamir,

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Erkundungstour in eines der Seitentäler über den Fluss. Es wird klar, dass die Flüsse tagsüber stark anschwellen und Querungen schnell problematisch werden. Tag 8: Mit Bibi Richtung „Hausgipfel“. Ein unvergesslicher Ausblick auf die Täler, Gletscher und Berge der Umgebung zeigt sich. Durch einen Kessel auf den nächsten Rücken (ca. 4285 m). Begegnung mit einer Yak-Mama mit Butzi, 9,8 km, 870 Höhenmeter. Die anderen erkunden ein Tal weiter westlich, Rückkehr über den Fluss nur mit Seil möglich. Tag 9: Mit Richard Richtung Pamir-Highway, auf der Flucht vor Gelsen auf ca. 3700 m schottrige Rinnen entlang. Abstieg in einen Kessel, anschließend kraxeln auf ca. 4094 m auf großen Steinblöcken. Abbruch des Aufstiegs wegen des wackeligen Gesteins. Auf vermeintlich kürzestem Weg unabsichtlich über 4126 m schnell zurück, bevor der Regen kommt. 12,8 km, ca. 939 Höhenmeter. Tag 13: Über den „Hausrücken“ (4008 m) zum „Hausgipfel“ (4367 m), 8 km, ca. 949 Höhenmeter. Tag 14: Abbruch im Pamir wegen eines anhaltenden Wettertiefs. Bei Regen und Graupel warten wir auf unseren Fahrer Sascha für die „Tagada-Fahrt“ zurück in die Zivilisation. Tag 17 bis 19: Der erste Tag einer Dreitagetour im Altyn-Arashan-Nationalpark beginnt bei den heißen Quellen (2511 m) und führt über ein steiles Schotterfeld und 300 Höhenmeter zum Ala-Kol-Pass (3778 m) mit Blick auf den wunderschön türkisfarbenen Ala-Kol-See. 16,8 km, 1481 Höhenmeter hinauf, 1045 Höhenmeter hinunter. Tag 20: Issyk Kol: Baden und ausspannen in Kaji-Say.

Unsere Route

Text: Bibiane Kaufmann

Rauf. Kirgistan Pause auf 4100 m. Angelas GPS sagt 4086 m, Richards 4112 m. Die alte sowjetische Karte, die wir mithaben, hält sich da heraus. Der Blick fällt hinunter in das Flussbett mit den knallbunten Zelten, die für die nächsten acht Tage unsere Suiten sein sollen. Rundherum schlingen sich die zahllosen Flussarme in glamourösem Silber wie liegen gebliebenes Lametta. Baum gibt es auf 3500 m Talhöhe aber keinen mehr. Der Fluss hat süffisant einen Parcours gebaut, um das Eindringen in die hinteren Täler zu erschweren, die Andi in monatelangem Drehen und Zoomen von Satellitenbildern als Expeditionsziele ausgewählt hat. Wer hält länger durch, Katharinas Knie oder das eiskalt herumschießende Gletscherwasser? Die Spielergebnisse fallen für jedes Tal unterschiedlich aus. Der Fluss gewinnt und behält das gesamte linke Tal, wir siegen in den beiden rechten. Die Sonne gart die nasskalten Beine sofort wieder trocken und fordert literweise Schweiß und Lichtschutzfaktor. Wer ahnt, dass es auf 4000 m 25 Grad hat. Wir blenden ein paar Hochlandrinder mit den Eis-

schrauben, die am Gurt baumelnd mit dem Licht der Sonne Pingpong spielen. Angela und Jürgen wandern ein paar Hügel weiter, in Richtung der weit entfernten Jurten und Schafherden im Tal, über die, ich schwöre, größte Blumenwiese der Welt, zumindest meiner Welt, die vorher eindeutig kleiner war. Wir anderen kitzeln unterdessen einen verschneiten Steilhang mit den Spitzen unserer Eisgeräte, bis er uns ganz herauf lässt, auf 4500 m, und den Vorhang aufmacht in eine surreale Szenerie von Wänden und Gipfeln, die immer höher werden, Vier-, Fünf-, Sechstausender, teilweise namenlos, einige wahrscheinlich unbegangen. Wir versichern der Alay-Kette unsere Bewunderung, indem wir alle im Stakkato dieselben Fotos machen, und steigen in ebenso schnellem Stakkato wieder ab. Die Steigeisen klimpern im Takt von Andis Kommando, der hin und wieder einen Refrain über die drohende Wetterverschlechterung zwischenruft. Allein, mit den beiden unzuverlässigen Satellitentelefonen bringt uns hier keiner so schnell einen Regenschirm.

Zwei Tagesetappen entfernt von der Straße, dem Pamir-Highway, wechseln Spannung und Entspannung deutlich öfter als wir unsere Wäsche. Der innere Schweinehund ist auf bis zu minus zehn Grad eingestellt. Vier paar Handschuhe sind im Gepäck, das Badewetter macht sie momentan alle arbeitslos. Aber zurück im Lager, über dem Fluss, sinken die Temperaturen, es schüttet grob, als wollte der Berg testen, ob wir wasserdicht sind. Drinnen, im Zellkern unserer Reise, dem Acht-Personen-Zelt, lässt Jürgen jetzt die Kocher zischen. Packerlsuppe wird mit Buchweizen verbastelt und dabei fanatisch über Kapitalismus, Epigenetik und Käse gestritten. Und wir löffeln in unsere Daunenjacken hinein, bis alle Gliedmaßen wieder davon überzeugt sind, am nächsten Tag vor Sonnenaufgang loszustarten, um die nächsten Zentimeter Zentralasiens zu erkunden. Wer das jetzt lieber übersprungen hat: Es war sehr schön! ;)

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interview

Into Twin Galaxies Zu dritt, zu Fuß, auf Skiern, mit Snowkites und später in Kajaks, rund 1000 Kilometer von der Ostküste Grönlands zur Westküste zu gelangen, das haben sich Sarah McNair-Landry, Erik Boomer und Ben Stookesberry vorgenommen. In 40 Tagen quer durch Grönland. Ein Interview mit Sarah McNair-Landry und Erik Boomer, von Angela Hirsch Fotos: Eric Boomer

Sarah McNair-Landry ist mit 18 am Südpol gewesen und ein Jahr später am Nordpol. Damit ist sie die Jüngste, die auf beiden Polen war. Außerdem ist sie leidenschaftliche Snowkiterin und war im Team die mit der größten Erfahrung im ewigen Eis.

Wer den Film während der European Outdoor Film Tour verpasst hat – einfach googeln – die

Erik Boomer ist ständig auf der Suche nach neuen, spannenden Wasserfällen und Flüssen, die er mit dem Kajak befahren kann. Er ist auch Fotograf für National Geographic und hat ihr Abenteuer dokumentiert.

Tour und die Bilder sind gewaltig!

Ben Stookesberry hatte erst kurz vor der Expedition kiten gelernt. Sarah hatte gleich zu Beginn der Expedition einen Unfall, und Erik hat zum Schluss des Abenteuers erklärt, dass es offiziell zu kalt sein kann, um mit dem Kajak zu fahren. Angela: Wer hatte die Idee, mit der Kombination Kite und Kajak über eine Eiskappe zu gehen? Sarah: Wir haben schon länger darüber nachgedacht, eine Eiskappe zu queren und dort einen Fluss hinunterzufahren. Grönland war Boomers Idee. Danach haben wir Ben eingeladen, und die zwei haben Tage damit verbracht, einen geeigneten Fluss auf Google-Earth zu finden.

War es gruppendynamisch schwierig, in der Konstellation ein Paar und ein Freund für 40 Tage unterwegs und in einem Zelt zu sein? Erik: Für uns nicht, da musst du Ben fragen. Wir haben schon so viel Zeit draußen miteinander verbracht, dass wir sehr gut eingespielt sind. Uns liegt wirklich am Herzen, gut miteinander zu kommunizieren. Mittlerweile kommen wir sogar manchmal ohne zu sprechen aus. Wir achten auch besonders darauf, dass jeder von uns immer am selben Informationsstand ist. Wie so oft ist die Gruppendynamik bei solchen Unternehmungen eines der wichtigsten Themen. Sarah, als du dich bei deinem Sturz aus zehn Meter Höhe verletzt hast, was war eure Exitstrategie und wie hast du die Motivation gefunden weiterzumachen? Sarah: Im äußersten Notfall hätten wir uns vom Heli ausfliegen lassen. Wir waren natürlich auf den Worst Case vorbereitet, und sind darauf eingestellt, uns gegenseitig zu helfen. Doch ohne Röntgenbilder habe ich natürlich nicht gewusst, dass ich mir tatsächlich den Rücken gebrochen habe. Erik: Egal was dir weh tut, du lernst, damit umzugehen. Auch wenn es eine wirklich ernste Verletzung war, hat Sarah gewusst, was es braucht, um das durchzustehen, und sie war sicher, dass sie es schafft. Du musst dir sicher sein, dass du dein Vorhaben durchziehen kannst. Sarah: Statt mich verletzt zu fühlen und Rettung zu holen, habe ich einfach abgewartet, ob es besser wird. Ich hatte die ganze Zeit Schmerzen. Wie habt ihr euch vor den Eisbären geschützt? Erik: Auf der Eiskappe war das kein Thema. Zum Schluss hätten welche auftauchen können, aber jemand, der die Gegend kennt, meinte, er hat dort noch nie welche gesehen. Am ausge-

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setztesten bist du, wenn du schläfst, du musst versuchen, dich nicht von ihnen überraschen zu lassen. Aber wir wissen, wie wir mit Bären umgehen müssen. Sie zeigen dir mit ihren Bewegungen, ob sie z. B. neugierig oder hungrig sind. Wir haben ein paar gute Bären-Stories, doch nicht von diesem Trip. Was war die tiefste Temperatur? Sarah: Ungefähr –25 Grad Celsius, es war Sommer, das ist nicht so kalt. Das Kälteste war jedoch der Fluss. Du kannst im Wasser unter deinem Trockenanzug nicht deine Daunensachen anziehen, und deine Hände und dein Gesicht sind ausgesetzt. Wie schwer war eure Ausrüstung, die ihr über die Eiskappe bewegt habt? Erik: Pro Person ungefähr 150 kg – vielleicht sogar mehr. Sobald du ein Kajak dabei hast, bist du schnell bei 40 kg für einen 10-Tages-Trip. Wir hatten ja auch noch die Kites, Skier, Zelte . . . Wir haben es aber nicht abgewogen. Habt ihr euch auf eine spezielle Art und Weise auf den Trip vorbereitet? Erik: Wir hatten noch nie ein Kajak mit dem Kite gezogen, also haben wir ausprobiert, wie das funktioniert, auch mit dem Schlauchboot. Irgendwann hatten wir dann die beste Methode gefunden. Wir bringen alle eine recht gute Basiserfahrung in den verschiedenen Tätigkeiten, wie Kiten am Eis oder

ein Kajak zu ziehen, mit. Das macht es natürlich leichter, und wir haben die Dinge nur noch modifizieren müssen. Was habt ihr am meisten vermisst? Sarah: Wir waren dauernd hungrig. Du versuchst natürlich Gepäck zu sparen, noch dazu, wenn du drei verschiedene Sportarten unter einen Hut bringen willst. Also haben wir z. B. den Klettergurt als Kite-Harness verwendet. Wir hatten auch nur zwei Paar Schuhe dabei: unsere Kiteskiing-Downhillboots und unsere Sneakers, auf die wir die Steigeisen geschnallt haben und die wir auch im Kajak anhatten. Aber wir waren die ganze Zeit hungrig. Und wie viele Unterhosen hattet ihr mit? Erik: Ich hatte zwei lange Unterhosen dabei. Was war das Kostbarste, das ihr mithattet? Erik: Die Kamera wahrscheinlich. Essen! Gummibärli und heiße Schokolade werden wirklich kostbar, du willst immer mehr davon. Was war der beängstigendste Moment? Sarah: Mein Unfall. Und der große Wasserfall am Schluss, das war auch der aufregendste Moment für alle. Erik: Sarah verletzt zu sehen, war sehr beängstigend. Auch die vielen unbekannten Variablen waren Furcht einflößend. Der Wasserfall war aber mit

Sicherheit der aufregendste Moment. Ich konnte kaum glauben, wie oft ich auf den Aufnahmen schreie. Das mache ich normalerweise nicht. Wie lautet euer Rat für jemanden, der eine Expedition zu einem der Pole machen will? Erik: Am besten machst du einen Trainingskurs bei Sarah. Das Wichtigste ist, dich vorzubereiten. Sarah: Du musst klein anfangen, dein Equipment ausprobieren und immer ein Stück weitergehen. Es ist immer gut, seine Grenzen ein wenig zu pushen, aber trotzdem in deiner Komfortzone zu bleiben. Eine befreundete Journalistin hat mir geraten, immer eine Frage zu stellen, die man sich eigentlich nicht zu fragen getraut, also „Wie war es denn, aufs Klo zu gehen bei –25 Grad?“ Sarah: Das Schlimmste ist, wenn es windig ist und es dann auch noch den Schnee in deine Hose weht. Ein guter Trick ist, dir mit deinem Schlitten einen Windbrecher zu bauen. Erik: Es ist manchmal wirklich schwierig. Stell´ dir vor, was der Wind mit dem Klopapier macht. Wenn dir halbwegs warm ist, ist es aber nicht so schlimm, deinen Hintern rauszuhalten. Am einfachsten ist es, wenn die Zelte gerade abgebaut sind, dann gräbst du dir eine Mulde ins „Vestibül“.

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Mehr Fotos von unterwegs findest du auf www.akademischesektion.at/unterwegs-2017 Schicke uns auch du deinen Bergmoment an office@akademischesektion.at

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draußen

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Neues zur Körner-Hütte

AlpenvereinVolunteer-Einsatz für die Artenvielfalt

Mit ein paar Informationen rund um die Körner-Hütte, möchten wir euch auf den neuesten Stand bringen. Text: Hermann Gruber, Hüttenreferent Foto Hütte: Fabian Irsara Foto Pächter: Florian Kerfers

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und . . . 8 Astscheren, 2 Hacken, 2 Sägen, 2 Planen – alles eingepackt. Und los geht’s! Am Samstag, dem 23. September, gibt’s trockenes Wetter am Trockenrasen. Text: Anja Christanell Foto: Philipp Friedrich

Am Samstag, dem 23. September, gibt’s trockenes Wetter am Trockenrasen. Startpunkt ist Pfaffstätten, durch die besonnten Weinberge hin an den Fuß des Heferlberges. Und zwischendurch ein kleiner Stopp, bei dem Philipp Friedrich, Projektmanager des Biosphärenparks Wienerwald und Sektionsmitglied, Karten auspackt und historische Luftaufnahmen des Gebiets zeigt, in dem wir heute kulturlandschaftspflegend aktiv werden. In einer Nussschale: Der Wienerwald, seit 2005 ein UNESCOBiosphärenpark, ist das größte zusammenhängende Buchenwaldgebiet in Mitteleuropa und beherbergt zahlreiche schützenswerte Trockenrasen, die – anders als ihr Name erwarten lassen würde – sehr artenreiche Lebensräume sind. Wurden diese Hotspots der Artenvielfalt jahrhundertelang bewirtschaftet, sind sie für die heutige Landwirtschaft nicht mehr interessant und wachsen daher zu. Um diese Trockenrasen zu erhalten, arbeiten Philipp und seine KollegInnen mit vielen Freiwilligen zusammen – mit Schulen, Unternehmen, Flüchtlingsunterkünften, Pfadfindern u. a. Ebenfalls mit der Kulturlandschaftspflege beschäftigt sind Krainer Steinschafe. Gar nicht wenige. Mehrere Herden im gesamten Biosphärenpark, mit bis zu 90 Schafen pro Herde. Samt Schäfer, der den Bioschafhof Sonnleitner betreibt. Und alles, was seine Schafe nicht wegfressen, vor allem alles Holzige, schneiden wir heute weg. Wir, das sind sieben Sektionsmitglieder aus mehreren Generationen – Philipp, Anja, Eva,

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Im letzten Jahr hat es sich gezeigt, dass wir, um den gesetzlichen Anforderungen weiterhin zu entsprechen, ein paar Änderungen in der Küche durchführen müssen. Und da auch die Terrasse einer Renovierung bedarf, wollen wir die KörnerHütte einem gesamtheitlichen Gutachten unterziehen, damit wir eine fundierte Basis haben, um die nötigen Entscheidungen treffen zu können und um mit der Hütte als Anlaufstation für Entspannung und Erholung in die Zukunft gehen zu können. Apropos Zukunft!

Martin, Lena, Uta und ihr Enkel Florian. Und Attila aus Bad Vöslau, mitten in seinem Freiwilligendienstjahr beim Biosphärenpark. Wir schneiden Gebüsche und Stockaustriebe zurück und bringen das Schnittgut an den Rand des Trockenrasens. Philipp erklärt dabei, dass sich das Schnittgut bestens als Versteck für Smaragdeidechse und Co. eignet und das verrottende Totholz auch für Insekten wertvoll ist. Neben der seltenen Smaragdeidechse beheimaten die Trockenrasen in Pfaffstätten die Äskulapnatter und die Schlingnatter. Und die Wiener Schnirkelschnecke, die Zebraschnecke und die Östliche Heideschnecke, deren kleines Gehäuse wir während unserer Mittagspause samt Wien- und Weitblick und Bioschafsalami vom Sonnleitner bestaunen. Nach der Mittagspause finden wir noch eine kleine Smaragdeidechse unter einem Wurzelstock. Dann Aufbruch, und ein kurzer Blick nach hinten. Den halben Hang haben wir geschafft, jetzt gibt’s dort im kommenden Jahr wieder mehr Platz für die Kuhschellen (Pulsatilla grandis), Zahntrost und die Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca). Und im Frühling gibt’s dann auch wieder eine neue Möglichkeit, mit Philipp im Trockenrasen unterwegs zu sein. Organisiert von Anja Christanell und Philipp Friedrich Frühlingstermin: 3. März 2018 Zum Biosphärenpark Wienerwald: www.bpww.at Zum Trockenrasen: www.trockenrasen.at Zum Bioschafhof Sonnleitner (Lammfleisch bestellbar): www.bioschafhof-sonnleitner.at

Neu auf der Körner-Hütte: Annaberg trifft Bayern! Auf unserer Hütte am Fuße der Bischofsmütze freuen sich ab Sommer 2018 neue Gesichter auf euch: Silvia und Florian kümmern sich dann um euer leibliches Wohl.

Florian und Silvia, die neuen Pächter der Körner-Hütte

Silvia wurde in Annaberg geboren, ist aufgewachsen in St. Martin und kennt daher die Gegend wie ihre Westentasche. Ob lockere Bergtour, anspruchsvoller Klettersteig oder echter Geheimtipp – sie steht Wanderern gerne mit Tipps zur Seite. Die gelernte Hotel- und Gastgewerbe-Assistentin wird mit ihrer herzlichen Art für euer Wohlbefinden sorgen. Apropos Seite: An ihrer Seite und am Herd steht Flo, der aus dem Bayerischen Voralpenland stammt. Der gelernte Gastronomie-Fachmann war zuletzt auf der Balmalp in Lech, wo er mit viel Charme immer den Überblick behielt. Mit dabei ist auch Sohn Jakob, der auf der Hütte wohl das Laufen lernen wird. Im Almsommer 2018 stellen Silvia und Florian auf der Körner-Hütte ihr neues gastronomi-

sches Konzept vor: Sie werden euch mit österreichischen und bayerischen Klassikern der Hüttenkost verwöhnen und haben die eine oder andere Überraschung im Gepäck. Schaut vorbei und probiert es aus! Silvia und Flo freuen sich schon auf euch! Und wir heißen die beiden in der Akademischen Sektion Wien herzlichst willkommen! Dori und Martin wollen wir für ihren Einsatz, für die Pflege und Bewirtschaftung der KörnerHütte in den letzten drei Jahren danken! Dein Kuchen, Martin, ist in einer Kletterroute mit dem Namen „Martins Marmorkuchen“ für immer verewigt. Und da komme ich auch schon zur letzten Neuigkeit: Matthias und Stefan haben nahe der Hütte einige neue Routen eingebohrt. Schaut sie euch an! Wir hoffen, euch in der nächsten Saison auf der Hütte begrüßen zu dürfen, um die neuen Kletterrouten und Schmankerln auszuprobieren und Silvia und Florian kennenzulernen!

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hütte

hütte

Aus dem Dornröschenschlaf erwacht

FELICITAS-DAYANA „FELI“, 4

MARTINS MARMORKUCHEN, 5-

Neue Kletter-Routen rund um die Körner-Hütte! Text: Matthias Vigl Fotos: Stefan Halla

Mit Bohrausrüstung im Schlepptau ging es daran, die Gegend um die Körner-Hütte mit leichten, anfängerfreundlichen, abgesicherten Alpintouren zu bereichern.

Als die Körner-Hütte 1922 in mühevoller Handarbeit von den Mitgliedern der Akademischen Sektion Wien (ASW) des DuOeAV errichtet wurde, war das für viele Aktive höchste Zeit. Traditionell hatte jede Sektion, die etwas auf sich hielt, zu jener Zeit drei Hütten: eine Skihütte, eine Hütte mit Zugang zu hochalpinen Touren und eine Kletterhütte. Die Kletterhütte der ASW, die Langkofelhütte in den Grödner Dolomiten, war kurze Zeit zuvor vom italienischen Staat enteignet worden. Ersatz musste her und zwar schnell. Ein eigener Stützpunkt, um notorisch bankrotten Studenten (und wenigen Studentinnen) entspannte und kostengünstige Kletterurlaube zu ermöglichen, war unerlässlich. Damals wie heute wenig bekannt Das Problem war freilich, dass die österreichischen Gebirge zu dieser Zeit schon vergleichsweise gut erschlossen waren. Die Wahl fiel schließlich auf die Stuhlalm zu Füßen des Gosaukamms in mehr oder weniger gemütlicher Gehentfernung zur Nordwand der Bischofsmütze (ein Schelm, wer Böses dabei denkt oder gar Absicht dahinter vermutet). Jedenfalls war dieses Gebiet damals ähnlich unbekannt wie heute, und die extrem lohnenden Südwände von Angerstein, Glatscherofenkogel, Zahringkogel usw. befanden sich weitgehend in jungfräulichem Zustand. Zur alpinhistorischen Geschichte des Gebiets ein andermal mehr, jetzt ein Sprung vom alpinistischen Helden(a. k. a. Kamikaze-)Zeitalter von damals in die Gegenwart. Von der Halle an den Fels Klettern boomt als Freizeitsport, und darum tauchte die Frage erneut auf, wie man unter

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Ausnutzung der eigenen Ressourcen die vielen KletteranfängerInnen von ambitionierten PlastikakrobatInnen zu ebenso ambitionierten Alpinkletter-AspirantInnen machen kann? Schließlich haben wir ja eine Kletterhütte! Also wurde Bohrausrüstung angekauft und die Gegend um die Körner-Hütte um leichte, anfängerfreundlich abgesicherte Alpintouren bereichert.

„Feli“ und „Martins Marmorkuchen“ sind

Erstbegehung, 19.7.2015: Raffaela Gartner, Matthias Vigl

Erstbegehung, 22.7.2015: Stefan Halla, Matthias Vigl

Zustieg: Von der Stuhlalm dem Wanderweg Richtung Strichkogel bis zu einem von Felswänden umgebenen Kar (“Tiefenkar“) folgen. Einstieg am linken Ende der Wand bei BH. Ca. 1 h.

Zustieg: Von der Stuhlalm dem Weg zum Angerstein für etwa 30 Minuten folgen. Bei Felsband auf Wegspuren weit nach rechts queren. Der Einstieg befindet sich bei einer Sanduhrschlinge. Rechts vom Einstieg befinden sich Platten mit Sportkletter-Routen.

beide leichte Routen mit

Ohne Fleiß kein Preis Und weil Sprichworte ja oft einen wahren Kern haben, bedeutete das erst einmal schleppen. Die erste Herausforderung stellten für unsere dünnen Sportkletter-Haxen die großen Rucksäcke mit Bohrmaschinen, Fixseilen etc. dar, was teilweise eine größere Anstrengung war als das Bohren selbst. Aber der großartige Fels und die vielen Möglichkeiten, vor allem am Vorbau des Angersteins, entschädigten für so manches. Auch der eine oder andere Stärkungsschnaps auf der Körner-Hütte war nicht zu verachten. An dieser Stelle sei Martin und Dori, den ehemaligen Hüttenwirten, herzlich gedankt! Die Schlepperei hat sich gelohnt, und in den letzten zwei Jahren wurde das Felsenparadies rund um die Körner-Hütte um einige Routen bereichert – zwei davon sollen hier erstmals veröffentlicht werden. Eingerichtet und erstbegangen wurden sie von Stefan Halla, Raffaela Gartner und Matthias Vigl. Andreas Wiederin muss für die tatkräftige logistische Unterstützung gedankt werden! Und weil jede Route nur so gut ist, wie sie Wiederholungstäter findet, hoffen wir auf viele. Außerdem, freut euch auf die nächsten Jahre, das Potential ist noch lange nicht ausgeschöpft – the best is yet to come!

gemischter Absicherung (mit gebohrten Ständen und Zwischensicherungen). Sie bieten ideale Möglichkeiten für Alpinkletter-NovizInnen!

Material: Alle Stände sind mit 2 BH abgesichert. Zusätzlich Friends und Keile notwendig. Abstieg: Abseilen über Route. Besonderheiten: »» Der Fels ist fest, an einigen Stellen noch abzuklettern. »» Im Hochsommer befindet sich die Wand ab 13.00 Uhr in der Sonne und trocknet sehr schnell. »» Namenspatin war die Babykatze der Körner-Hütte.

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Material: Alle Stände sind mit 2 BH abgesichert. Zusätzlich Friends und Keile notwendig. Abstieg: Abseilen über Route.

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hütten spezial

Alles neu und nachhaltig? Ja gerne, aber wie? Ideen und Ergebnisse einer Projektarbeit der FH Krems zur Körner-Hütte Text: Anja Christanell Fotos: Fabian Irsara

„Nachhaltigkeit ist jedoch ein langfristiger Prozess, der nicht von einzelnen Aktionen bestimmt wird.“

Wie bei der Hauptversammlung angekündigt, möchte ich euch hier Ideen und Ergebnisse der Projektarbeit von neun Studierenden des Nachhaltigen Tourismusmanagements der FH Krems, betreut von Honorarprofessor (FH) Dr. Christian Baumgartner, vorstellen.

trägt. Allerdings sollte diese Auszeichnung nicht überbewertet werden, es bräuchte laut der Studierendengruppe noch zusätzliche Gütesiegel, um den Bekanntheitsgrad der Hütte zu erhöhen und ihre Einzigartigkeit kommunizieren zu können.

Die Studierenden haben im Frühjahr 2017 die Nachhaltigkeit der Körner-Hütte und Kommunikationsstrategien rund um die Hütte untersucht und auf Basis ihrer Analyse Vorschläge für die Akademische Sektion Wien entwickelt. Zum Einstieg ihrer Gruppenarbeit habe ich an der FH Krems in einem kurzen Vortrag die KörnerHütte vorgestellt und mit der Gruppe der Studierenden besprochen, bei welchen Punkten sie uns mit ihrem Blick von außen unterstützen könnten. In weiterer Folge haben die Studierenden zwei Interviews geführt – eines mit Valentin Heppner, dem früheren Hüttenreferenten, und eines mit den damaligen Pächtern Dori und Martin Herzog. Zusätzlich haben sie Internet-Recherchen durchgeführt.

Als neutral bewertet wurde das bis dahin angebotene Essen. Es wurden zwar einige regionale oder aus biologischer Landwirtschaft stammende Lebensmittel angeboten, bei denen auf Qualität geachtet wurde; insgesamt mangelte es aber an einer klaren Linie und Konsequenz im kulinarischen Angebot. Die Region wird ebenfalls neutral bewertet. Bei Sommeraktivitäten ist sie „halbwegs bekannt“, für Wintertourismus allerdings nicht. Darüber hinaus ist das öffentliche Verkehrsnetz in der Region nicht gut ausgebaut. An diesen Rahmenbedingungen kann jedoch nichts geändert werden.

Die schöne Lage der Hütte unterhalb der Bischofsmütze wurde von den Studierenden als Stärke identifiziert. Zudem schätzen die Gäste sehr, dass es auf der Körner-Hütte ruhig ist und sie nicht überlaufen ist, weil sie nicht direkt am Wanderweg liegt. Auch dass die Hütte noch „traditionell“, „original“, „einfach“ und „authentisch“ wahrgenommen wird sowie einige der bereits umgesetzten Nachhaltigkeitsmaßnahmen, wie der Kräutergarten oder ihr Energieverbrauch (100% Ökostrom, möglichst viel Strom aus Photovoltaikanlagen), wurden positiv bewertet. Als Pluspunkt wahrgenommen wurde auch, dass die Körner-Hütte das Umweltgütesiegel des Österreichischen Alpenvereins

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In folgenden Bereichen wären aus Sicht der Studierenden Verbesserungen möglich: Potenzial zur Verbesserung gibt es bei den Marketing- und Social-Media-Aktivitäten, z. B. durch eine Kommunikationsstrategie mit Fokus auf die Vision und Mission der Hütte. Zudem gibt es Verbesserungspotenzial bezüglich der Freizeitangebote auf der Hütte (derzeit zu wenige) und bei der Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung. Schwierig ist die Situation der Wasserversorgung, da es nur beschränkten Zugang dazu gibt und heißes Wasser derzeit nicht verfügbar ist. Es wird vorgeschlagen, hier an einer Lösung dieses Problems zu arbeiten sowie häufigere Warenanlieferungen zu ermöglichen (ist in Arbeit).

Ideen zu nachhaltigen Aktivitäten auf der Körner-Hütte In Bezug auf Nachhaltigkeit wurde von den Studierenden festgestellt, dass die Körner-Hütte derzeit eine gute Gesamtleistung erzielt. Die Akademische Sektion Wien und die Hüttenwirte folgen den Werten und der Tradition der ursprünglichen Idee von Berghütten. Zusätzlich wurden bereits erste Umweltschutzmaßnahmen umgesetzt, wie die Verwendung von Trockentoiletten, Sonnenkollektoren sowie die Unterstützung der lokalen Wirtschaft durch die Aufnahme und Verwendung einiger lokaler Produkte im gastronomischen Angebot. Nachhaltigkeit ist jedoch ein langfristiger Prozess, der nicht von einzelnen Aktionen bestimmt wird. Sie ist das Ergebnis von langfristigem Engagement und gemeinsamen Anstrengungen auf organisatorischer und möglicherweise sogar auf regionaler Ebene. In diesem Sinne wurden von den Studierenden der FH Krems Vorschläge zu drei Themen ausgearbeitet. Etablieren einer nachhaltigen Region Gegenwärtig werden die Waren von einigen wenigen Landwirten, die Lebensmittel und Produkte liefern, bezogen. Anstatt nur Kooperationen mit der Hütte voranzutreiben, könnte die

Akademische Sektion Wien – gemeinsam mit den Pächtern – bei verschiedenen Stakeholdern (Einheimische, andere Hütten, Landwirte) anregen, die Gesamtnachhaltigkeit der Region Annaberg durch gemeinsame Aktivitäten zu steigern. Die Studierenden schlagen vor, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen, nämlich die gesamte Region für ihre nachhaltigen Aktivitäten bekannt zu machen und damit auch mehr BesucherInnen zu gewinnen. Aus Sicht der Studierenden wäre hier eine Kooperation mit Hochschulen bezüglich Master-, Bachelor- oder anderen Arbeiten interessant, mit Fokus auf die Region und ihr physisches und soziales Umfeld (z. B. eine Studie zu Wanderwegen rund um die Hütte, zu regionaler Entwicklung etc.). Die Zusammenarbeit mit der Landesregierung und LandespolitikerInnen ist aus ihrer Sicht ebenfalls wichtig. Organisation von nachhaltigen Aktivitäten Um die Nachhaltigkeit und das Image der Hütte als solche zu fördern, könnten gelegentliche Veranstaltungen mit Schwerpunkt zum Thema Nachhaltigkeit stattfinden (z. B. Workshops oder Themenwanderungen für alle Altersgruppen zum Verarbeiten von Lebensmitteln, zu lokalen Kräutern etc.). Engagierte Gäste und Freiwillige könnten dafür gewonnen werden.

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hütten spezial

hütten spezial

werden, die Beiträge zu „liken“, zu teilen, zu kommentieren oder eigene Bilder hochzuladen. Darüber hinaus könnte mit Bloggern zusammengearbeitet werden, die zu einer kostenlosen Übernachtung oder zu einem Abendessen auf der Hütte eingeladen werden und die im Gegenzug ihre Erfahrungen auf ihren Blogs oder Instagram-Accounts teilen. In Bezug auf Facebook ist es besonders notwendig, Nachrichten, Bilder und Videos häufig zu teilen.

Analyse und Vorschläge für die Webseite: SocialMedia-Icons, WetterVorschau, „Book

Weitere nachhaltige Anlagen Für die Förderung von Nachhaltigkeit und eines gewissen Komforts für die BesucherInnen schlagen die Studierenden mehrere Beispiele vor, etwa die Installation eines Warmwasserbereiters oder eines Holzofens für die Warmwasserversorgung.

Herzlichen Dank an die Studierenden José Arturo Melo Jacobo, Panagiota Stratogianni, Ana Todorova, Julia Wagner,

Ideen zu Marketingaktivitäten für die Körner-Hütte Besonders am Anfang und am Ende der Saison sollte die Bettenauslastung erhöht werden. Dieses Ziel könnte erreicht werden, wenn die Hütte regional, aber auch national besser bekannt wäre und ihr Image gestärkt würde.

Ideen für die Website Die Website könnte mit Social-Media-Icons ergänzt werden, damit die BesucherInnen direkt zu Kanälen wie Facebook und Instagram gelangen können. Und auch mehr Fotos würden genauere Einblicke in die Hütte geben. Gleichzeitig könnte man auch ein klares Bild (inkl. Fakten) zum Nachhaltigkeits-Schwerpunkt kommunizieren. Auch ein kurzer Werbefilm, in dem Gäste einen Eindruck und ein erstes Gefühl für die Hütte bekommen, könnte auf der Website platziert werden. Durch die Aufnahme einer klaren Vision und eines klaren Leitbilds könnte die Hütte vermitteln, wofür sie steht und was sie zu erreichen versucht.

Claudia Barth, Judith Bechtold, Linda Dünser, Nikoleta Krokosova, Justina Machljankin und Prof. Christian Baumgartner für die Projektarbeit!

Folgende Ziele werden von den Studierenden vorgeschlagen: Eines könnte die Erhöhung der Aktivitäten in den sozialen Medien sein. Außerdem könnte mit Zeitungen und Magazinen zusammengearbeitet werden, um für die Hütte zu werben. Ein weiteres Ziel könnte die Zusammenarbeit mit Schulen sein, um Ausflüge und Tage in der Natur anzubieten. Bei der Bewerbung der Hütte könnte auf Nachhaltigkeit, Ursprünglichkeit und Tradition gesetzt werden. Diese Werte können leicht und glaubwürdig kommuniziert werden. Für eine verbesserte Kommunikation mit den Gästen könnten die Pächter ihre BesucherInnen um Feedback und Bewertungen auf Rating-Plattformen wie TripAdvisor und Facebook bitten. Mehr Social-Media-Aktivitäten Die Studierenden empfehlen, für die KörnerHütte mit ihrer malerischen Lage und ländlichen Umgebung einen Instagram-Account einzurichten. Ein eigener Hashtag lenkt die Aufmerksamkeit auf die Hütte und erweckt Interesse. Vor Ort könnten die BesucherInnen ermutigt

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Eine kurze Präsentation der Hüttenwirte sollte ebenfalls auf der Website Platz finden. Dadurch kann Vertrauen und Transparenz geschaffen werden. Der Abschnitt „Aktivitäten“ könnte mit Wanderrouten, mit regionalen Angeboten, auch mit Angeboten bei Schlechtwetter erweitert werden. Sollte eine ausreichend funktionierende Internetverbindung möglich sein, wäre die Etablierung eines Online-Buchungssystems ein einfaches, hilfreiches und unkompliziertes Werkzeug für die Hüttenpächter und ihre BesucherInnen. Die Aufnahme des lokalen Wetterberichts und die Möglichkeit, die Website auch in englischer Sprache abzurufen, sind weitere Vorschläge. Veranstaltungen und Aktivitäten Es sind selbstverständlich nicht nur OnlineMarketing-Aktivitäten erforderlich, um mehr KundInnen zu gewinnen, sondern auch OfflineAktivitäten. Da die Hütte einen Fokus auf Nachhaltigkeit richtet und einen eigenen Kräutergarten hat, könnten Weiterbildungen dazu auf der Hütte angeboten werden (z. B. ein Kurs zu ess-

online“-Button, etc.

baren Pflanzen). Dem Slogan der Körner-Hütte „Ort der Gelassenheit“ entsprechend, könnten z. B. auch Yoga-Retreats, Meditationskurse oder Sternenbeobachtungen angeboten werden. Auch eignet sich die Körner-Hütte hervorragend als Veranstaltungsort für kleine Feste, wie z. B. Geburtstagsfeiern. Mögliche KundInnen Bei der Vermarktung der Hütte kann ein weiterer wichtiger Punkt nicht vernachlässigt werden: die potenziellen KundInnen. Welche neuen Gruppen könnten gewonnen werden? Für Schulen, Unternehmen und Kletterbegeisterte könnten mehr Anreize geschaffen werden, die Hütte zu besuchen. Auch ist die Körner-Hütte ein Ort, an dem sich z. B. junge Berufstätige entspannen und neue Energie tanken können. Entlang folgender Indikatoren könnte der Erfolg durchgesetzter Maßnahmen rund um die KörnerHütte in den zukünftigen Jahren gemessen werden: der Anzahl der BesucherInnen, der wiederkehrenden KundInnen, der Online-Feedbacks (Bewertungen auf Facebook und TripAdvisor), der regionalen PartnerInnen sowie des Monitorings der Öffentlichkeitsarbeit.

Fazit und Ausblick Die Körner-Hütte hat hohes Potenzial, davon sind die Studierenden überzeugt. Die Verbesserung von nachhaltigen Angeboten und Aktivitäten, von Marketingaktivitäten und Kommunikation sind erste Schritte, die Zeit, Vorbereitung und freiwilliges Engagement brauchen. Die Vorschläge der FH Krems, die eigenständig und ohne unser Zutun von den Studierenden entwickelt wurden, möchten wir von der Akademischen Sektion Wien als wichtige Anregungen ernst nehmen und in unsere Planung rund um die Körner-Hütte einbeziehen, sofern wir nicht schon daran arbeiten. Auch wenn in nächster Zeit vor allem bauliche Maßnahmen im Vordergrund stehen, möchten wir einige der Vorschläge dennoch schon im nächsten Jahr verfolgen. Im kommenden Jahr werden die neuen und engagierten Hüttenwirte von uns einerseits den Freiraum bekommen, ihre eigenen, frischen Ideen umzusetzen, andererseits möchten wir sie von Anfang an in nachhaltigen Angeboten, Kommunikation und Marketing unterstützen. Daher suchen wir motivierte freiwillige Mitglieder, die in einem der Bereiche Know-how haben und mitarbeiten möchten.

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wissen

wissen

oben°wissen Wie bewegt man Berge. Oder Schneehühner. Oder ParlamentarierInnen. Die oben°wissen-Nachlese Text: Bibiane Kaufmann Fotos: Max Wagner

„Artenvielfalt im Freeride-Gelände“. Im März stellte unsere Evolutionsbiologin Marylaure de La Harpe vor dem Hintergrund der Kampagne „RespekTiere deine Grenzen“ seltene Tiere unserer Alpen vor. Um zu verstehen, welche Belastung ein paar Skischwünge für Wildtiere bedeuten können, muss man erst einmal wissen, dass darunter gerade möglicherweise ein Schneehuhn sein Versteck gebaut haben kann. Wenn man sich an einfache Regeln hält, wie z. B. den „Trichter“ (man sollte sich trichterförmig den Berg hinunter begeben, oberhalb der Baumgrenze freier, unterhalb nur in einer engen Schneise), oder an die Wildschutzzonen, dann können Schneehase, Fuchs und Reh uns am Berg leichter ertragen. „Rocky Austria – Geologie kurz und bunt“. Mit Dr. Ralf Schuster hatten wir einen der führenden Experten der geologischen Bundesanstalt, Autor und Generalsekretär der Österreichischen Geologischen Gesellschaft, zu Gast. Er führte unterhaltsam durch Irrtümer des Schulunterrichts über die Gesteinszonen Österreichs, er erläuterte, wie Österreichs Berglandschaft ausgesehen hätte, wenn man vor 30 Millionen Jahren darin gewandert wäre, und er gab einen tollen Überblick über die Mechanismen, die Berge entstehen und verschwinden lassen.

Alpenvereins, gab einen kleinen Impuls zur Einbindung von Gruppen wie dem Alpenverein in Gesetzgebungsprozesse. Ob Wegefreiheit, Strafrecht oder spröde Steuerfragen, der Verein ist von vielen gesetzlichen Regelungen betroffen und redet ab und zu gehörig mit. „Materialschlacht damals und heute“. Nach der Sommerpause gaben Fritz Hintermayer und Matthias Vigl Anekdoten aus Technikund Materialdiskussionen der letzten Jahrzehnte zum Besten. Noch vor gar nicht so langer Zeit sicherte man Kletterer einfach mit einem Seil um Schulter und Hüfte und freute sich über Rost am Schlaghaken, denn dann hielt er womöglich besser im Fels. Dass alte Materialien auch gegenüber High-Tech-Bergkleidung standhalten können, hörten wir von Jürgen Schreiber und seiner Geschichte über eine Everest-Expedition im Jahr 2006, in der man die Kleidung der Erstbesteiger nachbaute und verwendete.

Digitaler Helfer alpenvereinaktiv.com – die App für unterwegs Text: Georg Rothwangl

Tourenplanung leicht gemacht mit der Alpenvereins-App. Spezielle Features wie Hangsteilheiten helfen besonders im Winter. Bereits mehr als 600.000 Downloads zeigen die Beliebtheit der Touren-App des Alpenvereins. Mit alpenvereinaktiv.com für iOS und Android können unterwegs der Standort bestimmt werden, Tracks aufgezeichnet, Tourenbeschreibungen und Hütteninformationen abgerufen werden. Dank der Möglichkeit des Offline-Speicherns kann die App auch ohne mobilen Internetempfang verwendet werden. Was sind nun also die Möglichkeiten und Grenzen im Gelände? Ihre ganze Stärke spielt die App in Verbindung mit dem Portal www.alpenvereinaktiv.com aus. Dazu ist es wichtig, sich einmal zu registrieren. Mit den Zugangsdaten können sich User dann sowohl in der App als auch im Portal anmelden, und die Daten werden zwischen den Geräten auto-

matisch synchronisiert. So erfolgt die Tourenplanung bequem zu Hause vor dem Rechner, und ausgewählte Touren bzw. selbst geplante Routen (praktisch mit Mouse, Tastatur und großem Bildschirm) wandern vom Rechner automatisch auf das Smartphone. Dort werden die Kartenausschnitte bzw. Touren noch offline gespeichert, und schon ist alles bereit für die Tour. Im Gelände hilft es, im Flugzeug-Modus unterwegs zu sein. So hält der Akku besonders lang, denn aktive Datenverbindungen sind neben der DisplayBeleuchtung die stärksten Stromfresser. Der GPS-Empfang funktioniert auch im Flugzeug-Modus tadellos und zeigt gleich an, ob ich vom Parkplatz weg der ersten oder zweiten Forststraße nach links folgen soll. Unterwegs kann natürlich der eigene Track aufgezeichnet und dazu Fotos gemacht werden. Beides wird bei meiner Rückkehr mit dem Portal synchronisiert, und so finde ich meine Tourendokumentation ruck, zuck am eigenen Rechner.

Neben Offline-Karten, Tourenbeschreibungen, Track aufzeichnen und Fotos machen kann die App auch aktuelle Bedingungen und den Lawinen-Lagebericht anzeigen. Hütten inkl. Telefonnummern und möglichen Zustiegen sind ebenfalls zu finden. Dahinter steckt ein großer Aufwand, der von den Alpenvereinen in Deutschland, Österreich und Südtirol gemeinsam mit der Firma Outdooractive bewältigt wird. Und es wird noch weitergehen: In den nächsten Monaten werden die AV-Karten ebenfalls in der App als Bezahl-Content verfügbar sein. Übersicht App inkl. Links zu den App-Stores: www.alpenvereinaktiv.com/ de/mobile-app.html Wir zeigen dir, wie du www.alpenvereinaktiv.com nutzen kannst. Mehr Infos auf: www.akademischesektion.at/termine

oben°wissen gräbt weiter nach spannenden Erzählungen in unserer Sektion. Wenn ihr euch etwas wünscht oder beitragen könnt, nur her damit! :) oben.wissen@akademischesektion.at

„NGOs und Gesetze – wir gehen ins Parlament“. Aber nicht nur die Berge bewegen sich. Im Juni fand eine exklusive Exkursion ins Parlament statt, kurz bevor dieses seine Türen wegen Umbaus schloss. Unser Dr. Erich Wetzer, Vizepräsident des Österreichischen

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programm

programm

„EINFACH RAUS AM DONNERSTAG”

Kommende Aktivitäten & Highlights

INITIATIVE VON ULRIKE PISTOTNIK

Dieses abwechslungsreiche Bergsportprogramm richtet sich an alle, die an Donnerstagen Zeit haben! Seniorinnen und Senioren, Studierende, Urlaubende … alle sind herzlich willkommen! Wir bieten Wanderungen, Bergtouren, Langlaufen, Skifahren, Radfahren etc., idealerweise kombiniert mit ein bisschen Kultur und anderen Sehenswürdigkeiten sowie gemütlichen Einkehrmöglichkeiten während oder am Ende der Tour.

Das vollständige Programm findet ihr laufend ­aktualisiert auf akademischesektion.at/termine

23. November 2017

Tourenplanen mit alpenvereinaktiv.com

25. November 2017

berg:rausch Klettersteig

30. November 2017

Die Tagestouren werden in der Regel am 1. und 3. Donnerstag im Monat stattfinden. Alle Termine findet ihr auf www.akademischesektion.at/termine. Möchtest auch du eine Tour gestalten oder in den Verteiler aufgenommen werden, dann schreibe bitte an ulrike.pistotnik@gmail.com

Tour suchen, finden oder selbst planen! Mit Angela Hirsch

mit Bernhard Stecher

6. Dezember 2017

7. Dezember 2017

19. Dezember 2017

Risikominimierung auf Skitouren mit Herbert Brandner

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19.–21. Jänner 2018

Familienaktivität – Rodeln und Spiele im Schnee

30. Jänner 2018

Bergfieber Meet-Up

17.–20. Februar 2018

Freeride Days in Obertauern

Für Familien mit Kindern von 4 bis 11 Jahren, mit Claus Schmidt und Alexander Wiesböck

Für Bergsportfans ab 24 Jahren

Berghütten und Nachhaltigkeit

Eine Abendveranstaltung an der Wirtschaftsuniversität Wien mit mehreren Podiumsgästen, u.a. Liliana Dagostin (Abteilungsleiterin Raumplanung und Naturschutz, Österreichischer Alpenverein). Veranstaltet von Fred Luks (Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit, WU) und Anja Christanell (Naturschutzreferentin, ASW).

Einfach raus am Donnerstag

24.–25. Februar 2018

GetReady for Off-Pist und Freeride only (2 Gruppen), mit Angela Hirsch und Andreas Wiederin, Anmeldung bis 14. Dezember 2017

Langlaufen in Annaberg mit Leo Becker

Wanderung von Rodaun über die Antonshöhe nach Mauer, mit Uli Pistotnik

Weihnachtsparty

19.–21. Jänner 2018

StoporGo – Entscheidungen am Hang, Themenabend

21. Jänner 2018

berg:rausch trifft Bergfieber, Alt und Jung – alle Generationen sind ab 18.30 Uhr im Café Europa willkommen!

Freeride-Tage Level 1 – Von der Piste ins Gelände

6. März 2018

Skitour Wiener Hausberge

15. März 2018

Einfach raus am Donnerstag

3.– 8. April 2018

Zederhaus mit einer Vielzahl von Gipfeln

Planneralm, mit Herbert Brandner und Angela Hirsch, Anmeldung bis 7. Dezember 2017

Ski- und Schneeschuh-Tourenwochenende Eisenerzer Ramsau, mit Jürgen Minichmayr & Co.

Für Konditionsstarke mit guter Skitechnik, mit Günter Liebmann

Wunschtour – Anregungen und Mitarbeit bei Planung und Durchführung herzlich willkommen! Infos an Uli Pistotnik

Abhängig von der Schneelage sind Skitouren geplant, mit Walter Pistulka, Anmeldungen bis 23. Februar 2018

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IN

C I E K C A P K C A S MEINEN RUCK

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UNSERE MITGLIEDER GESTALTEN UNSEREN VEREIN!

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mach mit und bring dich ein!

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DANKE! Unser Verein lebt vom ehrenamtlichen Einsatz unserer Mitglieder, und dafür möchten wir euch danken! Dank geht auch an Markus Probst für deinen Einsatz als Schriftleiter bei der Erstellung der letzten zwei Ausgaben von oben°. Danke an Dori und Martin Herzog, die unsere Körner-Hütte die letzten Jahre mit Leben erfüllt haben und so einen Ort der Entspannung für ihre Besucher geschaffen haben. Wir wünschen euch für die Zukunft alles Liebe!

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Akademische Sektion Wien des Österreichischen Alpenvereins Maria-Theresien-Straße 3/2, 1090 Wien Öffnungszeiten: Do 17.00 - 19.00 Uhr Telefon: +43/1/319 78 37 E-Mail: office@akademischesektion.at www.akademischesektion.at Finde oben° auch auf Facebook: www.facebook.com/oben.magazin

, die ihren e i d r u N . träumen u z m u ichen.” boren e r e r g e d h n c i s u „Wir nen sie a n ö k , n e g fol Träumen eriderin

o - Ski-Fre

s Jackie Paa

Oben 2017 02  

Clubmagazin der Akademischen Sektion Wien, Teil des Österreichischen Alpenvereins

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