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Human Resources HR-Einstieg 6/6

Lohnadministration und Gehaltsmanagement Nicole Messi, Erna Bivetti, Robert Baumann und Clarisse Pifko

Impressum Human Resources HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Nicole Messi, Erna Bivetti, Robert Baumann und Clarisse Pifko Grafisches Konzept: dezember und juli, Wernetshausen Satz und Layout: Mediengestaltung, Compendio Bildungsmedien AG, Zürich Druck: Edubook AG, Merenschwand Redaktion und didaktische Bearbeitung: Clarisse Pifko Artikelnummer: 10775 ISBN: 978-3-7155-3345-2 Auflage: 4., überarbeitete Auflage 2013 Ausgabe: U1043 Sprache: DE Code: HRM 556

Alle Rechte, insbesondere die Übersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. Der Inhalt des vorliegenden Buchs ist nach dem Urheberrechtsgesetz eine geistige Schöpfung und damit geschützt. Die Nutzung des Inhalts für den Unterricht ist nach Gesetz an strenge Regeln gebunden. Aus veröffentlichten Lehrmitteln dürfen bloss Ausschnitte, nicht aber ganze Kapitel oder gar das ganze Buch fotokopiert, digital gespeichert in internen Netzwerken der Schule für den Unterricht in der Klasse als Information und Dokumentation verwendet werden. Die Weitergabe von Ausschnitten an Dritte ausserhalb dieses Kreises ist untersagt, verletzt Rechte der Urheber und Urheberinnen sowie des Verlags und wird geahndet. Die ganze oder teilweise Weitergabe des Werks ausserhalb des Unterrichts in fotokopierter, digital gespeicherter oder anderer Form ohne schriftliche Einwilligung von Compendio Bildungsmedien AG ist untersagt. Copyright © 2010, Compendio Bildungsmedien AG, Zürich

Dieses Buch ist klimaneutral in der Schweiz gedruckt worden. Die Druckerei Edubook AG hat sich einer Klimaprüfung unterzogen, die primär die Vermeidung und Reduzierung des CO2-Ausstosses verfolgt. Verbleibende Emissionen kompensiert das Unternehmen durch den Erwerb von CO2-Zertifikaten eines Schweizer Klimaschutzprojekts. Mehr zum Umweltbekenntnis von Compendio Bildungsmedien finden Sie unter: www.compendio.ch/Umwelt


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Modulübersicht

Modulübersicht Das Modul «HR-Einstieg» ist wie folgt aufgebaut: Lerneinheit 1/6 Grundlagen des HRM

Lerneinheit 2/6 Personaladministration I

• • • •

Das Unternehmen und seine Umwelt Die Instrumente der Unternehmensführung Die Umweltsphären und Anspruchsgruppen des HRM Ziele und Aufgaben des HRM

• • •

Grundlagen der Personaladministration Personalinformationssystem und Intranet Personaladministration als Unterstützung der Personalplanung Personaladministration als Unterstützung der Personalsuche- und -auswahl: Bedarfsmeldung, Werbung, Grobund Feinanalyse bei der Auswahl, Dossier, Controlling Personaladministration als Unterstützung bei Einsatz und Führung: Mitarbeitergespräche, Mutationen, Beförderungen, Handelsregister, Handbuch, Arbeitszeitregelungen, Arbeitszeitreglemente Auswertungen, Kennzahlen und Statistiken Administrative Aufgaben im Zusammenhang mit der Entlohnung

• •

• •

Lerneinheit 3/6

Personaladministration II

• • • • • • • • • • •

Lerneinheit 4/6

• •

Sozialversicherungen

• • • • • Lerneinheit 5/6

• •

• • • • • • • •

Leistungs- und Anforderungsgerechtigkeit Verfahren der Arbeitsplatzbewertung Rahmenbedingungen der Lohnfindung Lohnsysteme: Lohnklassen und Lohnbänder Komponenten des Lohns und Lohnformen Lohnabrechnung und Sozialversicherungen Verbuchung des Personalaufwands

• • •

Lohnadministration und Gehaltsmanagement

2

Grundlagen und Grundbegriffe Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung sowie Ergänzungsleistungen Kranken-, Unfall- und Militärversicherung Erwerbsersatz und Familienzulagen Berufliche Vorsorge und Arbeitslosenversicherung Individuelle Vorsorge Krankentaggeld und UVG-Zusatzversicherung Definition und Entstehung des Arbeitsvertrags Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers: Überzeit, Überstunden, Sorgfaltspflicht Rechte und Pflichten des Arbeitgebers: Lohnzahlung, Lohnfortzahlung, Persönlichkeitsschutz, Freizeit, Ferien, Mutterschaftsurlaub, Arbeitszeugnis Verletzungen des Arbeitsvertrags Beendigung des Arbeitsverhältnisses: Befristete und unbefristete Arbeitsverhältnisse Kündigungsfristen und Kündigungsformen

Arbeitsrecht

Lerneinheit 6/6

Unterstützung bei der Personalentwicklung: Erstellen eines Weiterbildungskonzepts und Organisation eines Weiterbildungsanlasses Bildungssystem in der Schweiz Bildung im Unternehmen Berufliche Grundbildung Weiterbildung und Umschulung Arten und rechtliche Grundlagen der Freisetzung Zeugnis und Austrittsgespräch Internationale Personalarbeit Diversity-Management Bewilligungsarten und Bewilligungsgesuche Arbeitsmethoden und -instrumente Selbstmanagement: Pareto-Prinzip, ABC-Analyse, Eisenhower-Prinzip, Entscheidungsmatrix


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis Einleitung und Lernziele

5

1

Einflüsse und Erwartungen

6

1.1

Einflüsse

6

1.2

Erwartungen der Arbeitnehmer

6

1.3

Erwartungen der Arbeitgeber

7

2

Lohnpolitik

9

2.1

Leistung – Leistungsgerechtigkeit

10

2.2

Anforderung – Anforderungsgerechtigkeit

13

2.2.1

Summarische Verfahren

13

2.2.2

Analytische Verfahren

15

2.3

Marktkonformität – Konkurrenzfähigkeit

19

2.4

Organisationsabsicht – Erzielen der erwünschten Wirkung

20

2.5

Unternehmensmöglichkeiten – Finanzierbarkeit

20

2.6

Recht und Ethik – Rechtskonformität und soziale Vertretbarkeit

21

3

Lohnsysteme und Lohnerhöhungen

25

3.1

Lohnsysteme

25

3.1.1

Lohnklassen

26

3.1.2

Lohnbänder

26

3.2

Lohnerhöhungen

27

3.2.1

Generelle Lohnerhöhungen

27

3.2.2

Individuelle Lohnerhöhungen

28

3.2.3

Einflüsse auf die Lohnerhöhungen

28

4

Lohn und Lohnformen

30

4.1

Lohnzusammensetzung

30

4.2

Lohnformen

32

5

Lohnabrechnung

36

5.1

Monatslohn

36

5.1.1

Berechnung

36

5.1.2

Pro-rata-Guthaben

36

5.1.3

13. Monatslohn

37

5.1.4

Ferien und Lohn

37

5.1.5

Lohn bei Verhinderung der Arbeitsleistung

38

5.2

Stundenlohn

39

5.2.1

Berechnung

39

5.2.2

13. Monatslohn

39

5.2.3

Ferien und Lohn

40

5.2.4

Feiertage

40

5.3

Zulagen und Zuschläge

41

5.4

Bruttolohn

41

3


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Inhaltsverzeichnis

5.5

Abzüge

41

5.5.1

Sozialversicherungen

42

5.5.2

Quellensteuer

49

5.5.3

Vorschuss

49

5.5.4

Lohnrückbehalt

50

5.5.5

Lohnpfändung, -verrechnung, -abtretung

50

5.5.6

Sonstige Abzüge

50

5.6

Nettolohn

51

5.7

Auszahlung

51

5.8

Muster von Lohnabrechnungen

52

5.9

Lohnausweis

54

6

Verbuchung des Personalaufwands

60

6.1

Übersicht über den Personalaufwand und die Sozialversicherungen

60

6.1.1

Übersicht über den Personalaufwand

60

6.1.2

Übersicht über die Beiträge an Sozialversicherungen

61

6.2

Lohnabrechnung und -verbuchung

62

Gesamtzusammenfassung

67

Lösungen zu den Aufgaben

70

Stichwortverzeichnis

80

4


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Einleitung und Lernziele

Einleitung und Lernziele

Inhalt Die Lerneinheit beschäftigt sich mit der Bedeutung des Lohns für Arbeitnehmer und Arbeitgeber und mit der Lohnadministration. Die Verbuchung des Lohns und die Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern in der Schweiz runden das Thema ab.

Aufbau Kapitel 1 behandelt die Einflüsse auf die Lohngestaltung und die Erwartungen, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit dem Lohn verknüpfen. Kapitel 2 beschäftigt sich mit der Lohnpolitik. Im Kapitel 3 geht es um Lohnsysteme und Lohnerhöhungen und im Kapitel 4 um die Lohnformen. Die Lohnabrechnung ist das Thema des Kapitels 5. Kapitel 6 behandelt die Verbuchung des Personalaufwands.

Lernziele Nach der Bearbeitung dieser Lerneinheit können Sie ... • • • • • • • • • • • • •

5

die Erwartungen der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber an den Lohn unterscheiden. die wesentlichen Faktoren für die Lohnpolitik und -gerechtigkeit beschreiben. die Kriterien aufführen, nach denen die Leistung beurteilt wird. die Verfahren der Arbeitsplatzbewertung unterscheiden. die Anforderungen an die Lohnpolitik darstellen. die verschiedenen Arten von Lohnsystemen unterscheiden. die Unterschiede zwischen generellen und individuellen Lohnerhöhungen erklären. erklären, aus welchen Bestandteilen sich der Lohn zusammensetzt. die einzelnen Lohnformen unterscheiden. die verschiedenen Lohnarten nennen. eine Lohnabrechnung mit den dazugehörigen Sozialleistungsbelangen erstellen. die Informationen in der individuellen Lohnabrechnung korrekt lesen. die Verbuchung des Personalaufwands anhand eines Sammelbelegs korrekt vornehmen.


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

5

Lohnabrechnung

Die Mitarbeitenden haben gemäss OR Anspruch auf eine schriftliche Abrechnung. Art. 323b Abs. 1 …; dem Arbeitnehmer ist eine schriftliche Abrechnung zu übergeben.

Sie kann manuell oder von einem System erstellt werden. Die Form spielt grundsätzlich keine Rolle. Hingegen hat sich der in der folgenden Abbildung dargestellte Aufbau eingebürgert. [5 - 1]

Aufbau der Lohnabrechnung Monats-, Stundenlohn

+

Zulagen, Zuschläge (sozialversicherungsrelevant) Bruttolohn

Abzüge (in Abhängigkeit vom Bruttolohn) Nettolohn

+/–

Zuschläge / Abzüge (nicht sozialversicherungsrelevant) Auszahlungsbetrag

Ausgehend von den einzelnen Punkten, befassen wir uns genauer mit den Details zu jeder Position. Die Ausgangslage für die jeweiligen Beispiele ist immer dieselbe: • • •

5 000.– brutto pro Monat 40-Stunden-Woche Restliche Anstellungsbedingungen gemäss OR

5.1

Monatslohn

5.1.1

Berechnung

Der Monatslohn kann für eine Vollzeitbeschäftigung (100%) oder eine Teilzeitbeschäftigung (< 100%) vereinbart werden. Die Berechnung des Teilzeitlohns gestaltet sich sehr einfach, z. B. bei einer Teilzeitbeschäftigung von 80%: 5 000.– · 80% = 4 000.–

5.1.2

Pro-rata-Guthaben

Erfolgt der Eintritt oder der Austritt im Lauf des Monats, besteht ein Anspruch auf einen Teilbetrag des Monatslohns. Es gibt verschiedene Varianten der Berechnung, beschränken wir uns hier auf zwei Möglichkeiten:

36


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

Variante 1 Wir gehen von durchschnittlich 30 Kalendertagen pro Monat aus, der Eintritt erfolgt am 10. des Monats: 5 000.– : 30 Tage · 21 Tage (verbleibende Tage im Eintrittsmonat) = 3 500.– Diese Variante findet in Betrieben mit 7-Tage-Woche (z. B. Gastgewerbe, Spitälern) Anwendung.

Variante 2 Wir berechnen die durchschnittlichen Arbeitstage pro Monat: 365 Tage pro Jahr – 104 (52 Wochenenden) = 261 Arbeitstage : 12 Monate = 21.75 Hier ist jedoch zu beachten, dass bei der Berechnung der zu vergütenden Arbeitstage die Wochenenden nicht eingerechnet werden dürfen, in unserem Beispiel gehen wir davon aus, dass nach dem Eintritt 3 Wochenenden liegen: 5 000.– : 21.75 Tage · 15 Tage (21 Kalendertage – 6 Sa/So) = 3 448.30 Bei regelmässigen Einsätzen, ohne Wochenendarbeit, kann der Tageslohn auf diese Art berechnet werden.

5.1.3

13. Monatslohn

Wenn vertraglich ein zusätzlicher Lohn (z. B. ein 13. ML) vereinbart wurde, kann dieser einmal jährlich oder in beliebigen, z. B. monatlichen Raten ausbezahlt werden. Da gesetzlich kein zusätzlicher Lohn vorgeschrieben ist, besteht ohne vertragliche Vereinbarung kein entsprechender Anspruch. Eine Ausnahme bildet das Gewohnheitsrecht: Erhält ein Mitarbeiter zwei- bis dreimal ohne Unterbruch und Hinweis auf Einmaligkeit z. B. einen zusätzlichen Monatslohn, auch ohne vertragliche Vereinbarung, hat er auch künftig Anspruch auf die Auszahlung. Die Berechnung des monatlichen Anteils eines zusätzlichen Monatslohns kann auf zwei Arten erfolgen: 1. 5 000.– : 12 = 416.65 2. Ein Monatslohn entspricht 8.333% des Jahreslohns: 5 000.– · 8.333% = 416.65

5.1.4

Ferien und Lohn

Zu diesem Thema macht das OR drei Aussagen: Art. 329d Abs. 1 Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer für die Ferien den gesamten darauf anfallenden Lohn und eine angemessene Entschädigung für ausfallenden Naturallohn zu entrichten.

Art. 329d Abs. 2 Die Ferien dürfen während der Dauer des Arbeitsverhältnisses nicht durch Geldleistungen oder andere Vergünstigungen abgegolten werden.

37


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

In Ausnahmefällen, wenn der Mitarbeiter bei seinem Austritt aus wichtigen Gründen seine Ferien nicht beziehen kann, erfolgt mit der Schlussabrechnung eine Auszahlung. Der Ferienanspruch beträgt 4 Wochen respektive 20 Arbeitstage pro Jahr oder 1.667 Tage pro Monat. Bei einem Austritt per Ende März, ohne bisherigen Ferienbezug, beträgt der Anspruch: 3 Monate · 1.667 Ferientage = 5 Ferientage Als Nächstes berechnen wir wie beim Pro-rata-Anspruch den Tageslohn und multiplizieren ihn mit dem Ferienguthaben: 5 000.– : 21.75 Tage · 5 Tage = 1 149.45 Im Beispiel mit einer 7-Tage-Woche sieht die Berechnung wie folgt aus: Der Ferienanspruch beträgt 28 Kalendertage pro Jahr oder 2.333 Tage pro Monat: 3 Monate · 2.333 Ferientage = 7 Ferientage Hier erfolgt die Berechnung des Tageslohns auf der Basis von 30 Tagen: 5 000.– : 30 Tage · 7 Tage = 1 166.65 Art. 329d Abs. 3 Leistet der Arbeitnehmer während der Ferien entgeltliche Arbeit für einen Dritten und werden dadurch die berechtigten Interessen des Arbeitgebers verletzt, so kann dieser den Ferienlohn verweigern und bereits bezahlten Ferienlohn zurückverlangen.

In einem solchen Fall wird der Lohn pro Ferientage um den entsprechenden Teil gekürzt, die Berechnung erfolgt wie bei der Ferienauszahlung.

5.1.5

Lohn bei Verhinderung der Arbeitsleistung

Es gibt Situationen, in denen die Mitarbeitenden Lohn erhalten, auch wenn sie nicht arbeiten. Wir bringen hier stichwortartig die diesbezüglichen Aussagen aus dem OR:

Annahmeverzug des Arbeitgebers Art. 324 Abs. 1 Kann die Arbeit infolge Verschuldens des Arbeitgebers nicht geleistet werden oder kommt er aus anderen Gründen mit der Annahme der Arbeitsleistung in Verzug, so bleibt er zur Entrichtung des Lohnes verpflichtet, ohne dass der Arbeitnehmer zur Nachleistung verpflichtet ist.

Einsparungen sowie Vergütungen aus anderweitiger Arbeit können dem Arbeitnehmer angerechnet werden. Dies führt zu entsprechenden Abzügen in der Lohnabrechnung.

Unverschuldete Verhinderung aus Gründen, die in der Person des Arbeitnehmers liegen (Art. 324a): Dazu zählen: • • • • •

38

Krankheit Unfall Erfüllung gesetzlicher Pflichten (z. B. Militär, Zivilschutz, Zeugenaussage vor Gericht) Ausübung eines öffentlichen Amts (z. B. Richter) Schwangerschaft und Niederkunft


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

Zusätzlich sind folgende Punkte zu berücksichtigen: • •

Das Arbeitsverhältnis hat mehr als 3 Monate gedauert oder wurde für mehr als 3 Monate eingegangen. Die Lohnzahlung ist befristet und richtet sich, sofern vertraglich nichts anderes vereinbart wurde, nach Skalen.

[5 - 2]

Basler, Zürcher und Berner Skala

Berner Skala

Lohnfortzahlung

Basler Skala

Lohnfortzahlung

Zürcher Skala

Lohnfortzahlung

1. Dienstjahr

3 Wochen

1. Dienstjahr

3 Wochen

1. Dienstjahr

3 Wochen

2. Dienstjahr

1 Monat

2. und 3. Dienstjahr

2 Monate

2. Dienstjahr

8 Wochen

3. und 4. Dienstjahr

2 Monate

4. bis 10. Dienstjahr

3 Monate

3. Dienstjahr

9 Wochen

5. bis 9. Dienstjahr

3 Monate

11. bis 15. Dienstjahr

4 Monate

4. Dienstjahr

10 Wochen

10. bis 14. Dienstjahr

4 Monate

16. bis 20. Dienstjahr

5 Monate

15. bis 19. Dienstjahr

5 Monate

Ab 21. Dienstjahr

6 Monate

Mit jedem weiteren Dienstjahr eine zusätzliche Woche

20. bis 24. Dienstjahr

6 Monate

Danach alle 5 Dienstjahre 1 Monat zusätzlich

Im Zusammenhang mit den Dienstjahren ist zu berücksichtigen, dass die Lehrjahre im gleichen Betrieb an die Dienstjahre angerechnet werden müssen. •

Die Lohnhöhe definiert das Gesetz nur bei obligatorischen Versicherungen (Unfall-, Militärversicherung, Erwerbsersatzordnung), und zwar auf 80 Prozent. Ansonsten ist grundsätzlich der ganze Lohn geschuldet.

Aus den obigen Ausführungen lässt sich ableiten, wann keine Lohnzahlungspflicht besteht: • • •

Verschuldete Verhinderung (z. B. absichtlich herbeigeführt) Objektive Gründe, d. h. solche, die nicht «in der Person des Arbeitnehmers liegen» (z. B. wegen ausgefallener Flüge zu späte Rückkehr aus den Ferien) Nach Ablauf der in den Skalen definierten Fristen

5.2

Stundenlohn

5.2.1

Berechnung

Den Stundenlohn kann man auf zwei Arten berechnen: 1. Ausgehend vom Monatslohn und von den durchschnittlichen Monatsstunden: 5 000.– : 174 Stunden (40 h pro Woche = 8 h pro Tag · 21.75 Arbeitstage) = 28.74 2. Hochgerechnet auf das gesamte Jahr mit den Jahresstunden: 5 000.– · 12 : 2080 (40 Wochenstunden · 52 Wochen) = 28.85

5.2.2

13. Monatslohn

Wenn vertraglich ein zusätzlicher Lohn (z. B. ein 13. ML) vereinbart wurde, kann dieser auch bei Mitarbeitenden im Stundenlohn einmal jährlich oder aber zum Stundenlohn hinzuaddiert werden. Die Berechnung ist jeweils dieselbe und analog dem Monatslohn: 28.74 · 8.333% (1/12) = 2.39

39


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

5.2.3

Ferien und Lohn

Auch bei Mitarbeitenden im Stundenlohn ist eine Abgeltung von Ferien mit Geld nicht erlaubt. Bei unregelmässigen oder kurz befristeten Einsätzen, wenn ein Ferienbezug nicht möglich ist, besteht ausnahmsweise (vorbehältlich der Umsetzung eines entsprechenden bundesgerichtlichen Entscheids) die Möglichkeit, den Ferienlohn auf den Stundenlohn aufzurechnen. Dabei muss beachtet werden, dass der Ferienlohn immer separat ausgewiesen wird. 28.74 · 8.333% (1/12 = 4 Wochen Ferien) = 2.39 Viele Unternehmen gewähren ihren Mitarbeitenden jedoch mehr als 4 Wochen Ferien pro Jahr. Dadurch erhöht sich auch der jeweilige Prozentsatz. Mit folgender Formel kann dieser berechnet werden: Ferientage · 100 ------------------------------------------------------restliche Arbeitstage

Basis: 52 Wochen · 5 Arbeitstage = 260 Arbeitstage pro Jahr Daraus ergeben sich folgende Prozentsätze: Ferien

In Tagen

Restl. Arbeitstage

%-Satz für Ferienzuschlag

4 Wochen

20.0

240.0

8.33

5 Wochen

25.0

235.0

10.64

5½ Wochen

27.5

232.5

11.83

6 Wochen

30.0

230.0

13.04

35.0

225.0

15.56

7 Wochen etc.

Anlass zu Diskussionen gibt oft, auf welcher Basis die Ferienentschädigung berechnet wird, wenn vertraglich ein 13. Monatslohn vereinbart wurde. Es gibt zwei Möglichkeiten: 1. Den Anteil des 13. Monatslohns in die Basis für die Ferienberechnung einbeziehen: 28.74 + 8.333 % (Anteil 13. ML) = 31.13 · 8.333 % (1/12 = 4 Wochen Ferien) = 2.59 2. Den 13. Monatslohn für den Ferienanteil nicht mit berücksichtigen: 28.74 · 8.333 % (1/12 = 4 Wochen Ferien) = 2.39

5.2.4

Feiertage

Mitarbeitende im Stundenlohn haben gesetzlich keinen Anspruch auf Feiertagsentschädigung. Viele Arbeitgeber behandeln auch in dieser Beziehung alle Mitarbeitenden gleich und gewähren eine Feiertagsentschädigung. Diese bezahlt man in der Regel der Einfachheit halber ebenfalls prozentual mit dem Stundenlohn. Auch hier wendet man die Formel für die Ferienberechnung an: Feiertage · 100 ------------------------------------------------------restliche Arbeitstage

40


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

[5 - 3]

Prozentsätze für Ferienzuschlag

Feiertage

Restl. Arbeitstage

%-Satz für Ferienzuschlag

8

252

3.17

9

251

3.59

10

250

4.00

249

4.42

11 etc.

5.3

Zulagen und Zuschläge

In vorangehenden Kapiteln wurden bereits zahlreiche Zulagen und Lohnzuschläge behandelt. Unabhängig von ihrer Sozialleistungspflicht (s. auch Kap. 4, S. 30) seien hier einige Beispiele genannt: • • • • • • • • •

Zulagen für Nacht-, Sonntags-, Schicht-, Überstunden-, Überzeit-, Pikettarbeit Orts-, Teuerungszulagen, Schmutz- und Lärmzulagen Heirats-, Haushalts-, Geburten-, Kinder-, Ausbildungs-, Betreuungszulagen Dienstalters-, Geburtstags-, Weihnachts-, Jubiläumszulagen Ausbildungsbeteiligung Wegentschädigung, Verpflegungs-, Wohnungszulagen Trinkgelder Versicherungstaggelder Sämtliche Erfolgsvergütungen (s. Kap. 4, S. 30)

Der Arbeitgeber kann sich zudem an den Arbeitnehmerbeiträgen für verschiedene Versicherungen beteiligen. Dazu können auch sämtliche Spesenvergütungen gezählt werden. Um eine Lohnabrechnung übersichtlich zu gestalten, ist es sinnvoll, die Zulagen und Zuschläge, die sozialleistungspflichtig sind, vor dem Bruttolohn aufzuführen. Nicht sozialleistungspflichtige Bestandteile können nach dem Nettolohn aufgeführt werden.

5.4

Bruttolohn

Der Bruttolohn ist die Summe sämtlicher Lohnformen, die zum massgebenden AHV-Lohn gehören. Er bildet also die Basis für die Berechnung der Sozialleistungs- und weiterer Abzüge.

5.5

Abzüge

Bei den Abzügen handelt es sich primär um Beiträge an Sozialversicherungen. Die Sozialversicherungen umfassend zu behandeln, würde hier zu weit führen. Für Interessierte, die sich tiefer in das Thema einarbeiten möchten, empfehlen sich das Compendio-Lehrmittel «Soziales in der Schweiz» (Compendio Bildungsmedien AG, ISBN 978-3-7155-9369-2) sowie die entsprechenden Gesetzestexte (http://www.admin.ch/ch/d/sr/sr.html). Um eine Lohnabrechnung erstellen zu können, sind jedoch verschiedene Informationen unverzichtbar. Einige der wichtigsten Punkte sollen hier angesprochen werden.

41


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

5.5.1

Sozialversicherungen

Grundsätzlich «gilt das im In- und Ausland erzielte Bar- oder Naturaleinkommen aus einer Tätigkeit einschliesslich der Nebenbezüge» (AHVV, Art. 6) als Erwerbseinkommen, auf dessen Basis die Sozialleistungen berechnet werden.

A AHV / IV / EO Die schweizerische Altersvorsorge ist nach dem 3-Säulen-Prinzip aufgebaut. [5 - 4]

Das 3-Säulen-Prinzip der schweizerischen Altersvorsorge

Altersvorsorge in der Schweiz

1. Säule

2. Säule

3. Säule

Staatlich

Beruflich

Privat

Zweck

Existenzsicherung

Sicherung Lebensstandard

Weiter gehende Bedürfnisse

Träger

Staat

Unternehmen laut gesetzlichen Vorschriften

Individuell z. B. Bank, Versicherung, Wohneigentum, Sparen etc.

Die 2. Säule wird unter Ziffer C behandelt, die private Vorsorge wird in diesem Zusammenhang nicht thematisiert. Für die AHV, die in der Lohnabrechnung jeweils mit der IV (Invalidenversicherung) und der EO (Erwerbsersatzordnung) kombiniert wird, sind die in der Tabelle dargestellten Punkte relevant. [5 - 5]

Sätze und Beiträge bei der AHV

Beitragspflichtige Personen

AN-Satz

AG-Satz

Basis

Beiträge

Ab 1. Januar nach dem 17. Geburtstag bis Ende des Monats des 64. (Frauen) resp. 65. (Männer) Geburtstags (gültig ab 2011 bis 2015)

5.15%

5.15%

Massgebendes Einkommen

AG / AN je AHV:

4.2%

IV:

0.7%

EO:

0.25%

Beitragspflichtige Personen Grundsätzlich sind alle Angestellten und auch nicht erwerbstätige Personen mit Wohnsitz in der Schweiz der AHV-Pflicht unterstellt. Arbeitnehmende, die das Pensionierungsalter erreicht haben und weiterarbeiten, bleiben weiterhin AHV-pflichtig, jedoch mit einer monatlichen Freigrenze von CHF 1 400.–.

42


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

Selbstständigerwerbende rechnen die AHV-Beiträge (mindestens CHF 480.– pro Jahr) selbst ab. Um von der AHV als Selbstständigerwerbender anerkannt zu werden, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Wir bringen hier eine Auswahl möglicher Kriterien: • • • • • • • •

Nachweis von mehr als drei Auftraggebern Trägt das Unternehmensrisiko Wesentliche Investitionen getätigt Beschäftigt Mitarbeitende Ist im Handelsregister eingetragen Verfügt über eine eigene Mehrwertsteuer-Nummer Tritt mit dem eigenen Namen auf Usw.

«Geringfügiges Entgelt» aus einem Nebenerwerb (max. CHF 2 300.– pro Jahr) ist nicht sozialleistungspflichtig, sofern der Arbeitnehmer die Entrichtung des Beitrags nicht verlangt. Das gilt jedoch nicht für Tätigkeiten in einem Privathaushalt.

EO Seit 2005 ist die Mutterschaftsentschädigung ein Teil der Erwerbsersatzordnung, die die Entschädigung für Erwerbsausfall bei Militär-, Schutz- oder Zivildienst regelt. Das EOG (Bundesgesetz über die Erwerbsersatzordnung) regelt seither auch die Voraussetzungen für den Anspruch auf Entschädigung bei Mutterschaft. Vom Tag der Niederkunft während höchstens 98 Tagen beträgt die Entschädigung 80% des durchschnittlichen Erwerbseinkommens (jedoch max. CHF 172.– pro Tag). Seit 1. Januar 2009 beläuft sich der maximal versicherte Lohn auf CHF 88 200.–, d. h., die Entschädigung pro Tag beträgt maximal CHF 196.– (plus Kinderzulage). Welche Entschädigungen zum massgebenden Einkommen gehören, regelt die AHV-Verordnung (AHVV). So gehören gemäss AHVV, Art. 7 zum massgebenden Einkommen: Art. 7 AHVV a)

Zeit-, Stück- (Akkord-) und Prämienlohn, einschliesslich Entschädigungen für Überzeitarbeit, Nachtarbeit und Stellvertreterdienst

b)

Ort- und Teuerungszulagen

c)

Gratifikationen, Treue- und Leistungsprämien sowie der Wert von Arbeitnehmeraktien, soweit dieser den Erwerbspreis übersteigt und der Arbeitnehmer über die Aktie verfügen kann …

d)

…, Gewinnanteile der Arbeitnehmer, soweit sie den Zins einer allfälligen Kapitaleinlage übersteigen

e)

Trinkgelder, soweit sie einen wesentlichen Teil des Lohns darstellen

f)

Regelmässige Naturalbezüge

g)

Provisionen und Kommissionen

h)–l)

m)

Leistungen des Arbeitgebers für den Lohnausfall infolge Unfalls oder Krankheit

n)

Leistungen des Arbeitgebers für den Lohnausfall infolge Militärdiensts

o)

Ferien- und Feiertagsentschädigungen

p)

Leistungen des Arbeitgebers, die in der Übernahme des Arbeitnehmerbeitrags für die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, die Erwerbsersatzordnung und die Arbeitslosenversicherung sowie der Steuern bestehen; ausgenommen ist die Übernahme der Arbeitnehmerbeiträge auf Naturalleistungen und Globallöhne

q)

Leistungen des Arbeitgebers bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, …

43


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

Weitere Leistungen, die ebenfalls sozialleistungspflichtig sind: •

Regelmässige Entschädigungen für die Fahrt des Arbeitnehmers vom Wohnort zum gewöhnlichen Arbeitsort. So auch die übliche Verpflegung an diesen beiden Orten. Darf eine Mitarbeiterin ein Geschäftsauto unentgeltlich privat benutzen, ist dieser Privatanteil sozialabgabepflichtig. Das heisst, pro Monat sind 0.8% des Kaufpreises (ohne Mehrwertsteuer), respektive bei Leasing vom Barkaufpreis, AHV-pflichtig.

Die AHVV regelt auch, welche Entschädigungen nicht zum massgebenden Einkommen gehören und somit nicht sozialleistungspflichtig sind. Aus diesem Grund werden sie sinnvollerweise in der Lohnabrechnung nach dem Nettolohn aufgeführt. Art. 6 AHVV a)

Der Militärsold, die Funktionsvergütung des Zivilschutzes sowie die soldähnlichen Vergütungen in öffentlichen Feuerwehren, Jungschützenleiterkursen und Leiterkursen von «Jugend und Sport»

b)

Versicherungsleistungen bei Unfall, Krankheit oder Invalidität, …

c)

Leistungen von Fürsorgeeinrichtungen

d)–e)

...

f)

Familienzulagen, die als Kinder-, Ausbildungs-, Haushalts-, Heirats- und Geburtszulagen im orts- oder branchenüblichen Rahmen gewährt werden

g)

Zuwendungen für die Aus- und Weiterbildung; werden diese vom Arbeitgeber geleistet, so sind sie nur vom Erwerbseinkommen ausgenommen, falls die Aus- und Weiterbildung in engem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit der begünstigten Person steht.

h)

Reglementarische Leistungen von Einrichtungen der beruflichen Vorsorge, wenn der Begünstige bei Eintritt des Vorsorgefalls oder bei Auflösung der Vorsorgeeinrichtung die Leistungen persönlich beanspruchen kann

Art. 8 AHVV a)

...

b)

...

c)

Zuwendungen des Arbeitgebers beim Tod Angehöriger von Arbeitnehmern, an Hinterlassene von Arbeitnehmern, bei Firmenjubiläen, Verlobung, Hochzeit oder Bestehen von beruflichen Prüfungen

d)

Leistungen des Arbeitgebers an Arzt-, Arznei-, Spital- oder Kurkosten, sofern diese nicht durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung ... gedeckt sind und alle Arbeitnehmer gleich behandelt werden

Die Zuwendung bei Bestehen von beruflichen Prüfungen darf höchstens CHF 500.– betragen. Weitere Leistungen, die ebenfalls nicht sozialleistungspflichtig sind: •

Effektive Spesenvergütungen (Unkosten), die in der Ausübung der beruflichen Tätigkeit entstehen (wenn zum Beispiel im Zusammenhang mit einem Einsatz ausserhalb des gewöhnlichen Arbeitsorts Verpflegungs- oder Übernachtungskosten anfallen und entschädigt werden). Geldgeschenk zum 25-jährigen Bestehen des Betriebs (und in weiteren Abständen von je 25 Jahren), Naturalgeschenke (bis max. CHF 500.– pro Jahr) und so weiter.

Jeder Arbeitgeber liefert der Ausgleichskasse einen Verwaltungskostenbeitrag ab, die Kosten darf er den Mitarbeitenden nicht weiter belasten.

44


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

[5 - 6]

Verwaltungskostenbeitrag

Beitragspflichtige Personen

AN-Satz

AG-Satz

Basis

Beiträge

Wie bei der AHV

---

Individuell

Massgebendes Einkommen

AG finanziert den ganzen Beitrag, max. 0.515% (individueller Betrag pro Ausgleichskasse)

B

ALV (Arbeitslosenversicherung)

Das AVIG (Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung) regelt unter anderem die unterschiedlichen Leistungen. So werden unter anderem Lohnausfälle in folgenden Situationen versichert: Einkommensausfall durch Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Schlechtwetter etc. Entsprechende Leistungen der ALV sind sozialleistungspflichtig. [5 - 7]

Die Sätze und Beiträge bei der ALV I

Beitragspflichtige Personen

AN-Satz

AG-Satz

Basis

Beiträge

Ab 1. Januar nach dem 17. Geburtstag bis Ende des Monats des 64. (F) resp. 65. (M) Geburtstags

1.1%

1.1%

Massgebendes Einkommen bis Grenzlohn

AG / AN je 50.0%

Beitragspflichtige Personen Selbstständigerwerbende und Teilhaber von freien Personengesellschaften sowie Arbeitnehmende, die das Pensionierungsalter erreicht haben und weiterarbeiten, sind nicht versichert und bezahlen deshalb auch keine Beiträge.

Basis Grenzlohn = CHF 126 000.– pro Jahr resp. CHF 10 500.– pro Monat, höhere Einkommen sind nicht versichert. Bei einem Austritt im Lauf des Jahres wird der Grenzlohn pro rata berechnet: Grenzlohn  Kalendertage in Anstellung --------------------------------------------------------------------------------------------------------360 Tage

Mit Volksentscheid wurden per 2011 die Solidaritätsbeiträge, ALV II, wieder eingeführt. [5 - 8]

Sätze und Beiträge der ALV II

Beitragspflichtige Personen

AN-Satz

AG-Satz

Basis

Beiträge

Ab 1. Januar nach dem 17. Geburtstag bis Ende des Monats des 64. (F) resp. 65. (M) Geburtstags (gültig ab 2011)

0.5%

0.5%

Massgebendes Einkommen ab Grenzlohn bis CHF 315 00.–

AG / AN je 50%

45


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

C Pensionskasse [5 - 9]

Sätze und Beiträge beim BVG

Beitragspflichtige Personen

AN-Satz

AG-Satz

Basis

Beiträge

Ab 1. Januar nach dem 17. Geburtstag resp. ab 1. Januar nach dem 24. Geburtstag (gültig ab 2011)

Individuell

Individuell

Versicherter Lohn

AG mind. die Hälfte des Beitrags AN höchstens die Hälfte

Beitragspflichtige Personen Ab dem 1. Januar nach dem 17. Geburtstag bis zum 31. Dezember vor dem 25. Geburtstag ist lediglich eine Risikoprämie (für Invalidität und Tod) geschuldet. Danach erfolgt die gesamte Versicherung auch für die Altersvorsorge. Die Versicherung endet mit dem Anspruch auf Altersleistungen oder dem Ende des Anstellungsverhältnisses, wenn der Mindestlohn unterschritten wird, mit einer vollen Invaliditätsrente oder bei Tod. Basis Der versicherte resp. koordinierte Lohn gemäss BVG (Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge) berechnet sich wie folgt: Jahreslohn –

Koordinationsabzug Koordinierter Lohn

Der Koordinationsabzug beträgt ab 2013 CHF 24 570.–. In unserem Beispiel heisst das: 60 000.– (12 · 5 000.–) – 24 570.– = 35 430.– (versicherter Lohn / koordinierter Lohn) Wie aber sieht es bei tieferen oder höheren Einkommen aus? Hier bestehen Grenzen. Ab 2013 gelten folgende Ansätze: • •

Einkommen unter CHF 21 060.– sind nicht versichert. Beispiel: 18 000.– (12 · 1 500.–) – 24 570. = –.– (nicht versichert, darum 3. Säule!) Bei Jahreseinkommen ab CHF 21 060.– werden mindestens CHF 3 510.– versichert. Beispiel: 24 000.– (12 · 2 000.–) – 24 570.– = (–570.–, wird aufgerundet auf:) CHF 3 510.– Da nur Jahreseinkommen bis maximal CHF 84 240.– versichert werden, beträgt der maximale koordinierte Lohn CHF 59 670.–. Beispiel: 86 400.– (12 · 7 200.–) – 24 570.– = (61 830.–, versichert sind lediglich:) 59 670.–

Möchte eine von dieser Situation betroffene Arbeitnehmerin zum Beispiel ihren Lebensstandard nach der Pensionierung sichern, wählt sie eine Variante der 3. Säule.

46


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

[5 - 10]

Wichtige Grössen beim BVG

Mindestens 3 510.– versichert:

XPW004GUBAde.eps

Max. anrechenbarer Lohn: 84 240.–

Privat abgedeckt Bruttolohn (AHV-massgebender Jahreslohn) Koordinationsbetrag: 24 570.– Eintrittsschwelle: 21 060.–

Versicherter / koordinierter Lohn: max. 59 670.–

Koordinationsbetrag: 24 570.–

Durch AHV abgedeckt

D UVG (Unfallversicherung) Die Entschädigung der Unfallversicherung beläuft sich auf 80 % des versicherten Lohns. Die Leistung erfolgt nach einer 2-tägigen Wartefrist nach dem Unfallereignis (d. h. ab dem 4. Tag). Leistungen der Unfallversicherung sind nicht sozialleistungspflichtig. Bezahlt der Arbeitgeber Leistungen, die über die gesetzliche Pflicht hinausgehen, selbst, sind diese Beträge sozialleistungspflichtig. BU (Berufsunfallversicherung)

[5 - 11]

Sätze und Beiträge der Berufsunfallversicherung

Beitragspflichtige Personen

AN-Satz

AG-Satz

Basis

Beiträge

Alle Arbeitnehmenden

...

Individuell

Massgebendes Einkommen bis Grenzlohn

AG finanziert den ganzen Beitrag

NBU (Nichtberufsunfallversicherung)

[5 - 12]

Sätze und Beiträge bei der Nichtberufsunfallversicherung

Beitragspflichtige Personen

AN-Satz

AG-Satz

Basis

Beiträge

Alle Arbeitnehmenden ab einem wöchentlichen Einsatz von 8 Stunden obligatorisch

Individuell

Freiwillig

Massgebendes Einkommen bis Grenzlohn

Gesamte Prämie kann dem AN belastet werden

Beitragspflichtige Personen Alle Arbeitnehmenden, inklusive Lehrlingen, Praktikantinnen, Volontären, Entsandten, unabhängig von ihrer Anstellungsart (Monatslohn, Stundenlohn), auch in Heimarbeit. Die Versicherung beginnt mit der geplanten oder effektiven Arbeitsaufnahme. Die NBU endet nach dem 30. Tag nach Vertragsende. Für eine Verlängerung kann (vor Ablauf der NBU-Versicherung) eine Abredeversicherung für die Dauer von max. 6 ununterbrochenen Monaten abgeschlossen werden. Die Arbeitgeberin muss den Arbeitnehmenden bei seinem Austritt auf diese Möglichkeit aufmerksam machen. Die Berufsunfallversicherung kommt für Unfälle während der Arbeit sowie auf dem Weg zur Arbeit und auf dem Heimweg zum Tragen. Bei den restlichen Unfällen handelt es sich um Nichtberufsunfälle.

47


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

Basis Grenzlohn = CHF 126 000.– pro Jahr resp. CHF 10 500.– pro Monat, höhere Einkommen sind gemäss UVG nicht versichert. Zu erwähnen ist, dass Leistungen der Unfallversicherung nicht sozialleistungspflichtig sind.

E

KTG (Krankentaggeldversicherung)

Die Entschädigung der Krankentaggeldversicherung ist abhängig vom Vertrag, den der Arbeitgeber mit der Versicherung abgeschlossen hat. Leistungen der Krankentaggeldversicherung sind nicht sozialleistungspflichtig (die BVG-Pflicht endet nach 3 Monaten). Auch hier sind überobligatorische Leistungen des Arbeitgebers (Krankenlohn) sozialleistungspflichtig. Wie in Kapitel 5.1.5, S. 38 aufgeführt, muss die Arbeitgeberin dem Arbeitnehmer auch bei unverschuldeter Krankheit für eine gewisse Zeit weiterhin den Lohn bezahlen. Diese Entschädigung kann die Arbeitgeberin selbst bezahlen, dann handelt es sich um Krankenlohn. Oder sie kann sich für den gesamten Lohn oder einen Teil davon bei einer Krankenversicherung versichern. Die Zahlung nennt man Krankentaggeld. [5 - 13]

Sätze und Beiträge bei der Krankentaggeldversicherung

Beitragspflichtige Personen

AN-Satz

AG-Satz

Basis

Beiträge

Gemäss Vertrag

Individuell

Individuell

Gemäss Vertrag

Gemäss Vertrag

Auch Leistungen von der Krankentaggeldversicherung sind nicht sozialleistungspflichtig.

F

FAK (Familienausgleichskasse)

Die Familienzulagen werden mit den Beiträgen der Arbeitgeber und allenfalls der Kantone finanziert. Die Art und Höhe der Familienzulagen werden in kantonalen Gesetzen geregelt. [5 - 14]

Sätze und Beiträge bei der Familienausgleichskasse

Beitragspflichtige Personen

AN-Satz

AG-Satz

Basis

Beiträge

Wie bei der AHV

...

Individuell

Massgebendes Einkommen

Je Familienausgleichskasse und Reglement individuelle Beitragssätze

Die unter A–F aufgeführten Grundsätze beziehen sich auf die jeweiligen Gesetze. Selbstverständlich kann jede Arbeitgeberin für ihre Arbeitnehmenden freiwillige Zusatzversicherungen (zum Beispiel eine [Kollektiv-]Krankenkasse) abschliessen oder freiwillige Zusatzleistungen gewähren, zum Beispiel: •

48

Pensionskasse: – überobligatorische Leistungen mit einem tieferen oder ohne Koordinationsabzug, – tiefere Prämien für die Arbeitnehmenden oder – die Übernahme sämtlicher Prämien. Unfallversicherung: – Zusatzversicherungen (z. B. Privat) – Versicherung von Überschusslöhnen (d. h. Versicherung von Löhnen über dem Grenzlohn) – Ausschluss von Sonderrisiken


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

Krankentaggeldversicherung: – Versicherung von mehr als 80% des Lohns – Längere Zahlungsdauer (über die vom OR vorgesehene Zeit)

5.5.2

Quellensteuer

Bei der Quellensteuer handelt es sich um eine Steuer, die nicht vom Steuerpflichtigen selbst entrichtet wird. Der Arbeitgeber zieht den geschuldeten Betrag vor der Lohnauszahlung ab und liefert ihn direkt ab. Dieser Quellensteuer unterliegen vor allem ausländische Arbeitnehmende, die nicht im Besitz einer Niederlassungsbewilligung (C) sind. Um den entsprechenden Abzug berechnen zu können, benötigt der Arbeitgeber grundsätzlich dieselben Informationen wie für die Erstellung eines Lohnausweises (s. auch Kap. 5.9, S. 54 – Lohnausweis):

Angaben zum Arbeitgeber • • •

Firmenanschrift Zuständige Person Usw.

Angaben zu den Mitarbeitenden •

Personalien mit Angabe der anspruchsberechtigten Wohn-/Aufenthaltsgemeinde und des Wohnsitzkantons, AHV-Nummer, Beginn und Ende der Bescheinigungsdauer, allenfalls Angabe über den Zeitpunkt eines Tarifwechsels Bruttolohn Zivilstand (alleinstehend, verheiratet, Doppelverdiener) Anzahl Kinder sowie unterstützte Personen Zugehörigkeit zu einer Kirche (für die Kirchensteuer) Zusätzliche Hinweise, wie z. B. «Nebenerwerb» oder Grenzgänger Tarifeinstufung durch die Wohngemeinde

• • • • • •

Steuerunterlagen • •

Abrechnungsformular Tariftabellen

Diese Unterlagen können bei den kantonalen Steuerämtern bezogen oder auf deren Websites heruntergeladen werden. Ohne anderslautende Vorgabe des kantonalen Steueramts rechnet der Arbeitgeber monatlich die Quellensteuer ab. Es ist zu beachten, dass der Arbeitgeber gegenüber den Steuerämtern als Schuldner für die Leistungen haftet.

5.5.3

Vorschuss

Gemäss OR Art. 323, Abs. 4 kann der Arbeitnehmer unter gewissen Umständen einen Vorschuss verlangen: Art. 323 Abs. 4 Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer nach Massgabe der geleisteten Arbeit den Vorschuss zu gewähren, dessen der Arbeitnehmer infolge einer Notlage bedarf und den der Arbeitgeber billigerweise zu gewähren mag.

Ein gewährter Vorschuss wird vom nächsten Lohn wieder in Abzug gebracht.

49


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

5.5.4

Lohnrückbehalt

Art. 323a Abs. 1 Sofern es verabredet oder üblich oder durch Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag bestimmt ist, darf der Arbeitgeber einen Teil des Lohnes zurückbehalten.

Die Höhe ist limitiert, und zwar vom einzelnen Zahltag max. 10 Prozent und gesamthaft nicht mehr als einen Wochenlohn (ausser im NAV oder GAV ist ein höherer Rückbehalt vorgesehen).

5.5.5

Lohnpfändung, -verrechnung, -abtretung

Das Betreibungsamt lässt dem Arbeitgeber eine Lohnpfändungsanzeige zukommen. Der Abzug (je nach Vorgabe: monatlich ein fixer Betrag, der das Existenzminimum übersteigende Betrag oder andere Regeln) hat bis zum Widerruf zu erfolgen. Art. 323b Abs. 2 Der Arbeitgeber darf Gegenforderungen mit der Lohnforderung nur so weit verrechnen, als diese pfändbar ist, jedoch dürfen Ersatzforderungen für absichtlich zugefügten Schaden unbeschränkt verrechnet werden.

Der Arbeitnehmer kann unter gewissen, familienrechtlichen Umständen (OR 325) künftige Lohnforderungen abtreten, und zwar bis zum Existenzminimum. Aus anderen Gründen darf der Arbeitnehmer seinen Lohn nicht abtreten. Art. 325 Abs. 2 Die Abtretung und die Verpfändung künftiger Lohnforderungen zur Sicherung anderer Verbindlichkeiten sind nichtig.

Wenn dem Arbeitgeber also eine unterzeichnete Abtretungserklärung (z. B. bei Leasingverträgen) übergeben wird, darf er diese nicht beachten.

5.5.6

Sonstige Abzüge

Grundsätzlich kann ein Arbeitgeber in Vereinbarung mit der Mitarbeiterin andere Abzüge vom Lohn tätigen, so zum Beispiel werden nach dem Nettolohn aufgeführt: • • • • • •

Miete oder Mietkaution für eine Betriebswohnung Abzüge für den Berufsverband Darlehensrückzahlung Verrechnung von intern bezogenen Leistungen (Personaleinkauf oder Ähnliches) Parkplatzmiete Und viele mehr

Ebenso werden nach dem Nettolohn zum Beispiel Verrechnungen von Naturallöhnen vorgenommen. Es ist zu beachten, dass Gegenforderungen des Arbeitgebers, selbst wenn sie gerechtfertigt sind, nur beschränkt mit dem Lohn verrechnet werden können (siehe auch Kap. 5.5.5, S. 50 – Lohnpfändung, -verrechnung, -abtretung). Allfällige Verrechnungen sollen im Voraus schriftlich mit dem Mitarbeiter vereinbart werden.

50


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

5.6

Nettolohn

Von der Summe sämtlicher Bar-, Natural- und Nebenbezüge werden die davon abhängigen Sozialleistungen abgezogen. Das ergibt den Nettolohn. Folgen keine weiteren Zulagen oder Abzüge, entspricht der Nettolohn dem Auszahlungsbetrag.

5.7

Auszahlung

Termin Der Lohn wird – andere vertragliche Vereinbarungen ausgenommen – jeweils Ende jeden Monats ausbezahlt (OR 323, Abs. 1). Ausnahmen bilden Provisionen und Anteile am Geschäftsergebnis (OR 323b, Abs. 2 und 3).

Form Der Lohn kann bar, mittels Check oder auf ein von den Mitarbeitenden genanntes Konto ausbezahlt werden.

Währung Art. 323b Abs. 1 Der Geldlohn ist dem Arbeitnehmer in gesetzlicher Währung … auszurichten, sofern nichts anderes verabredet oder üblich ist; …

Das heisst, die Auszahlung erfolgt in Schweizer Franken, unabhängig vom Wohnort des Arbeitnehmers.

51


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

5.8 [5 - 15]

Muster von Lohnabrechnungen Ordentliche Monatslohnabrechnung

Absender Lohnabrechnung

Monat / Jahr

Telefon-Nr.

(freiwillig)

Personal-Nr.

(freiwillig)

Kostenstelle

(freiwillig)

Betrag

Total

Name, Vorname Adresse Feriensaldo

(freiwillig)

Überstundensaldo

(freiwillig)

Bezeichnung

Ansatz

Monatslohn

Basis 1

Provision

0.10 %

5 000.00 16 500.00

16.50

Bruttolohn

5 016.50

Abzüge AHV

5.15 %

5 016.50

253.35

ALV

1.10 %

5 016.50

55.18

PK

7.00 %

2 952.50

206.68

NBU

0.50 %

5 016.50

25.08

KTG-Versicherung

0.45 %

5 016.50

22.57

Total Abzüge

–567.86

Nettolohn

4 448.64

Zulagen Kinderzulage

2

200.00

400.00

Familienzulage

1

350.00

350.00

Total Zulagen

750.00

Auszahlung auf Konto-Nr.

5 198.64

Die Basis für den Pensionskassenabzug wurde in diesem Beispiel wie folgt berechnet: 12 · 5 000.–

52

=

60 000.–

24 570.– (Koordinationsabzug)

=

35 430.– (koordinierter Lohn) : 12 = 2 952.50


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

[5 - 16]

Monatslohnabrechnung mit Austritt am 18. August, ohne Ferienbezug mit 13. ML

Absender Lohnabrechnung

Feriensaldo Überstundensaldo

Monat / Jahr

0.00 0.00

Bezeichnung

Telefon-Nr.

(freiwillig)

Personal-Nr.

(freiwillig)

Kostenstelle

(freiwillig)

Betrag

Total

Name, Vorname Adresse Ansatz

Basis

Monatslohn

18

166.66

2 999.88

12.5

229.89

2 873.56

8.33 %

37 999.70

3 165.38

Ferienauszahlung Anteil 13. ML Bruttolohn

9 038.82

Abzüge AHV

5.15 %

9 038.82

465.50

ALV

1.10 %

9 038.82

99.43

PK

7.00 %

3 369.17

235.84

NBU

0.50 %

9 038.82

45.19

KTG-Versicherung

0.45 %

9 038.82

40.67

Total Abzüge

–886.63

Nettolohn

8 152.19

Zulagen Kinderzulage

2

200.00

400.00

Familienzulage

1

350.00

350.00

Total Zulagen

750.00

Auszahlung auf Konto-Nr.

8 902.19

Der Tageslohn wurde wie folgt berechnet: 5 000.– : 30 = 166.66 (inkl. Wochenenden) oder 5 000.– : 21.75 = 229.89 (dann aber mit 13 Arbeitstagen multiplizieren!) Das Ferienguthaben für das laufende Jahr: 20 Tage p. a.: 12 Monate = 1.66 pro Monat 11.66 Tage (für Januar bis Juli) + 1 Tag (für August pro rata) = 12.5 Tage 13. Monatslohn pro rata: 7 · 5 000.–

=

35 000.– (für Januar bis Juli) = + 2 999.70 (Augustlohn) = 37 999.70

Basis für den Pensionskassenabzug: 13 · 5 000.–

1]

53

=

65 000.–

24 570.– (Koordinationsabzug)

=

40 430.– (koordinierter Lohn) : 121] = 3 369.17

Gewöhnlich erfolgt der Pensionskassenabzug lediglich 12-mal und nicht mehr vom 13. Monatslohn.


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

[5 - 17]

Stundenlohnabrechnung, befristeter Einsatz für 2 Monate, 50 %-Pensum

Absender Lohnabrechnung

Monat / Jahr

Telefon-Nr.

(freiwillig)

Personal-Nr.

(freiwillig)

Kostenstelle

(freiwillig)

Betrag

Total

Name, Vorname Adresse Bezeichnung Stundenlohn Ferienentschädigung Tram-Abo

Ansatz

Basis 87

28.74

2 500.38

8.33%

2 500.38

208.28

1

95.00

95.00

Bruttolohn

2 803.66

Abzüge AHV

5.15%

2 803.66

144.39

ALV

1.10%

2 803.66

30.84

NBU

0.50%

2 803.66

14.02

KTG-Versicherung

0.45%

2 803.66

12.62

Total Abzüge

–201.87

Auszahlung auf Konto-Nr.

2 601.79

Stundenansatz: 40 Std. : 5 Tage · 50 % à 21.75 Arbeitstage = 87 Stunden Stundenlohn: 5 000.– : 174 Stunden (40 h pro Woche = 8 h pro Tag · 21.75 Arbeitstage) = 28.74 Das Tram-Abonnement ist AHV-pflichtig, da der Arbeitsweg «Sache» des Arbeitnehmers ist. Wenn eine Vergütung erfolgt, gehört sie zum massgeblichen Lohn. Eine PK-Pflicht besteht nicht, da das Anstellungsverhältnis weniger als 3 Monate dauert.

5.9

Lohnausweis

Sämtliche Lohndaten werden einmal jährlich zusammengefasst und zuhanden der Mitarbeitenden in einem Lohnausweis festgehalten. Es ist prinzipiell unzulässig, den Mitarbeitenden mehrere Lohnausweise auszustellen. In einem solchen Fall muss auf allen Lohnausweisen ersichtlich sein, wie viele Lohnausweise ausgestellt wurden («1 von 3»). Verlangt eine Mitarbeiterin im Lauf des Jahres einen ausserordentlichen Lohnausweis (z. B. wegen Kantonswechsel), muss ein solcher individuell erstellt werden. Seit den Siebzigerjahren ist in der Schweiz ein einheitliches Formular gültig. Die Schweizerische Steuerkonferenz plante in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung per 2003 die Einführung eines neuen Formulars, was jedoch aufgrund massiver Widerstände, unter anderem der Wirtschaft, scheiterte. Nach umfassenden Überarbeitungen muss seit 2008/09 der neue Lohnausweis (NLA) verwendet werden.

54


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

[5 - 18]

Der neue Lohnausweis

Im NLA sind grundsätzlich nur Angaben für die Ermittlung des Erwerbseinkommens erforderlich. Die Arbeitnehmerin macht die Angaben für die Ermittlung der Berufskosten direkt in den Steuererklärungsformularen («Berufsauslagen»). Neben den Angaben zum Mitarbeiter (Name und Adresse und die neue, 13-stellige AHV-Nummer) sowie Beginn und Ende der Bescheinigungsdauer muss der Arbeitgeber die Firmenanschrift, den Namen der verantwortlichen Person sowie deren Telefonnummer angeben. Der Lohnausweis muss nur unterschrieben werden, wenn er nicht voll automatisiert erstellt wurde. Zudem müssen folgende Informationen ersichtlich sein: •

55

Ziffer F: Wenn sich die Arbeitgeberin massgeblich an den Arbeitswegkosten beteiligt (Geschäftsauto mit unentgeltlicher oder massgeblich vergünstigter Privatbenutzung, Abonnemente für den öffentlichen Verkehr usw.), muss dieser Punkt angekreuzt werden.


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

Ziffer G: Wird die auswärtige Verpflegung am Arbeitsort vom Arbeitgeber vergünstigt (Kantine, Lunch-Checks, Vergütung usw.), wird diese Ziffer angekreuzt.

Die folgende Übersicht zeigt, welche Bestandteile im Wesentlichen angegeben werden müssen: • •

• • • • • •

Ziffer 1: Lohn mit Zulagen, Provisionen, Vergütungen für den Arbeitsweg … Ziffer 2: Lohnnebenleistungen, wie Verpflegung, Unterkunft sowie Privatanteil für den Geschäftswagen … (die Berechnung erfolgt analog den Sozialversicherungen – s. Kap. 5.5.1, S. 42). Ziffern 3 bis 7: sonstige Leistungen. Ziffer 8: Hier wird der Bruttolohn eingetragen, der sich aus der Summe der Ziffern 1 bis 7 ergibt. Ziffern 9 bis 10: Beiträge für AHV / IV / EO, ALV, NBU sowie BVG. Ziffer 11: Der Nettolohn ergibt sich aus der Ziffer 8 abzüglich Ziffern 9 und 10. Ziffer 12: Ist ein Mitarbeitender quellensteuerpflichtig, wird dieser Abzug hier ausgewiesen. Ziffer 13: Hier werden Vergütungen für effektive Spesen aufgeführt, d. h. Entschädigungen, die der Mitarbeiterin im Rahmen der dienstlichen Tätigkeit entstanden sind. Also zum Beispiel auf Geschäftsreisen und nicht vor oder nach der eigentlichen Arbeit (diese Vergütungen werden in den Ziffern 1 bis 7 ausgewiesen). Vergütet die Arbeitgeberin Aus- und Weiterbildungskosten an den Arbeitnehmer, müssen diese Beträge deklariert werden. Bezahlt die Arbeitgeberin die Beträge direkt an das Institut, erfolgt die Deklaration lediglich, wenn der Betrag CHF 12 000.– p. a. oder mehr beträgt (in diesem Fall muss der gesamte Betrag deklariert werden). Beteiligungen an berufsbegleitende Weiterbildungen («Wie verhalte ich mich am Telefon?» oder Sprachkurse) oder mehrtägige Seminare müssen nicht angegeben werden. Ziffer 14: Lohnnebenleistungen, die nicht unter Ziffer 2 angegeben wurden, werden hier aufgeführt. Dabei kann es sich zum Beispiel um unentgeltliche oder äusserst günstige Dienstleistungen handeln. Unter Ziffer 15 können erklärende Bemerkungen angebracht werden. Wie zum Beispiel: – «Spesenreglement wurde durch das Steueramt des Kantons ZH am xx.xx.20xx genehmigt.» – Lohnausweis 1 von 3 – Beilage XY

Nicht aufgeführt werden müssen unter anderem folgende Leistungen: • • • • • •

SBB-Halbtaxabonnemente (hingegen muss die Gratisabgabe eines Generalabonnements deklariert werden). REKA-Check-Vergünstigungen bis CHF 600.– pro Jahr, bei höheren Vergünstigungen ist nur die Differenz steuerbar (analog Sozialversicherungen). Übliche Naturalgeschenke bis CHF 500.– pro Ereignis, bei teureren Geschenken ist der gesamte Betrag steuerbar (ebenfalls analog Sozialversicherungen). Private Nutzung zum Beispiel eines Geschäftshandys. Gratisparkplatz am Arbeitsort. Gutschriften von Flugmeilen, diese sollen jedoch für geschäftliche Zwecke eingelöst werden.

Diese Auflistungen sind nicht abschliessend. Detaillierte Anleitungen zum Ausfüllen des Lohnausweises können bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung bezogen oder von deren Homepage (www.estv.admin.ch) heruntergeladen werden. Das eidgenössische Lohnausweisformular finden Sie auf unserer Homepage unter: www.compendio.ch/?Titel=1674.

56


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

Alle Mitarbeitenden erhalten eine schriftliche Lohnabrechnung, auf der sämtliche Guthaben und Abzüge aufgeführt sind: XPW004ZABEde.eps

Monats-, Stundenlohn +

Zulagen, Zuschläge (sozialversicherungsrelevant) Bruttolohn

Abzüge (in Abhängigkeit vom Bruttolohn) Nettolohn

+/_

Zuschläge / Abzüge (nicht sozialversicherungsrelevant) Auszahlungsbetrag

Beim Monats- und Stundenlohn sind verschiedene Berechnungen durchzuführen, zum Beispiel bei Ein- oder Austritt im Lauf eines Monats, Berechnung eines Ferienguthabens oder Auszahlung eines 13. Monatslohns, sofern vertraglich vereinbart. Vom Lohn sind für die Sozialversicherungen (AHV / IV / EO, ALV, NBU, KTG usw.) Beiträge zu entrichten. Gewisse Entgelte sind befreit von der Sozialversicherungspflicht (z. B. Versicherungsleistungen bei Krankheit / Unfall, Prämie für eine bestandene Prüfung bis zu einem Maximalbetrag). Die Auszahlung erfolgt monatlich, in gesetzlicher Währung bar oder auf ein Konto des Mitarbeiters.

Aufgabe 21

Nennen Sie drei Themen aus dem OR im Zusammenhang mit dem Lohn.

Aufgabe 26

Sie reduzieren Ihr Arbeitspensum von 100 auf 70 Prozent. Nennen Sie die Konsequenzen, die diese Änderung hat, und zwar für A] die Leistungen, die Sie beziehen, B] Ihre persönliche Situation.

Aufgabe 5

Sind folgende Aussagen richtig oder falsch? Bitte begründen Sie Ihre Antwort. A] Unter Nettolohn versteht man in jedem Fall den Betrag, der ausbezahlt wird. B] Ein Mitarbeiter, der krank ist, erhält keine Spesenentschädigung. C] Das Lohnguthaben bei Austritt am 18. November berechnet man wie folgt: Monatslohn : 21.75 · 18 D] Bei einer monatlichen anteilsmässigen Auszahlung des 13. Monatslohns dividiert man den Monatslohn durch 12. E] 2 Jahre nach erfolgreichem Abschluss der KV-Lehre in derselben Unternehmung erkrankt der Mitarbeiter. Gemäss Zürcher Skala dauert die Lohnfortzahlung 2 Monate. F] Eine Mitarbeiterin erhält zu ihrer Hochzeit den Betrag von CHF 500.–. Von diesem Betrag ziehen Sie die üblichen Sozialleistungen ab. G] In den vertraglichen Bestimmungen ist festgehalten, dass die Auszahlung des Lohns in gesetzlicher Währung erfolgt. Ein Mitarbeiter mit Wohnsitz in Deutschland erhält seinen Lohn somit in Euro.

57


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

Aufgabe 11

A] Berechnen Sie in den folgenden Beispielen die monatliche AHV-Prämie und die ALV-Prämie für den Mitarbeiter. Lohn

AHV-Prämie

ALV-Prämie

Monatslohn: 5 800.– (· 13) Monatslohn: 11 600.– (· 12) EO-Entschädigung 528.– Prämie für bestandene Prüfung 400.– Prämie für bestandene Prüfung 800.–

B] Die Sozialleistungspflicht verschiedener Vergütungen ist unterschiedlich, das heisst, nicht von jeder Vergütung werden automatisch sämtliche Sozialversicherungsbeiträge in Abzug gebracht. Ergänzen Sie die unten stehende Tabelle. Lohnbestandteil

AHV-pflichtig

ALV-pflichtig

UVG-pflichtig

BVG-pflichtig

Grundlohn

13. Monatslohn

Prämie für eine ausserordentliche Leistung Naturallohn Familienzulagen

– (Versichert)

Bruttolohn 1 150.– eines Rentners Krankenlohn Krankentaggeld EO-Entschädigung

Nach 3 Monaten – (Versichert)

C] Berechnen Sie in den folgenden Beispielen den versicherten Lohn gemäss BVG: Lohn

Versicherter Lohn (BVG)

Jahreslohn: 105 000.– Monatslohn: 4 500.– (· 13) Stundenlohn: 30.– (wöchentlich 10 Std.) Stundenlohn: 30.– (wöchentlich 15 Std.)

Aufgabe 17

Berechnen Sie in den folgenden Beispielen den Auszahlungsbetrag. Wo nichts angegeben ist, gelten die gesetzlichen Bestimmungen: A] Frau Amelie Achener, Sachbearbeiterin mit Bewilligung B, reduziert per Anfang dieses Monats (Oktober) ihr Arbeitspensum auf 80 %. Ihre Arbeitszeit verteilt sie auf 4 Arbeitstage. Frau Achener ist im Monatslohn angestellt. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden. Der Ferienanspruch beträgt jährlich 4 Wochen. Jahreslohn: CHF 70 200.– inkl. 13. Monatslohn (Auszahlung 2-mal jährlich, am 25. Juni und am 22. Dezember). NBU: 1.41 %, BVG: 250.–, Quellensteuer: CHF 450.–

58


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement 5 Lohnabrechnung

B] Herr Benno Blümchen arbeitet monatlich 93 Stunden zu einem Stundenlohn von CHF 24.–, 4 Wochen Ferien, Feiertagsentschädigung 3 %, Essensentschädigung CHF 150.–. NBU: 1.493%, Krankentaggeld: 0.72 % C] Frau Claire Charon verdient monatlich CHF 5 200.–, vertraglich ist ein garantierter 13. Monatslohn vereinbart. Sie tritt am 30. April aus dem Unternehmen aus. NBU: 1.493 %, Krankentaggeld: 0.72 %, BVG-Abzug: CHF 273.50 D] Frau Dora Duff verdient monatlich CHF 10 650.–. Zur Ausübung ihrer Tätigkeit benutzt sie ihr eigenes Fahrzeug, wofür sie eine monatliche Autopauschale von CHF 1 000.– erhält. NBU: 1.493 %, Krankentaggeld: 0.72 %, BVG: CHF 867.60 E] Herr Egon Eugster ist Autoverkäufer, verdient monatlich als Fixum CHF 4 200.– und erhält zudem auf seine Autoverkäufe eine Provision von 1.3 %. Im Bemessungsmonat hat er vier gleiche Autos im Gesamtwert von CHF 238 000.– (ohne Mehrwertsteuer) verkauft. Er feiert sein 10-Jahr-Jubiläum, wofür er einen halben Monatslohn (auf der Basis seines Fixums) erhält. Gleichzeitig feiert die Firma das 75-jährige Bestehen, und jeder Mitarbeiter erhält einen einmaligen Jubiläumsbetrag von CHF 350.–. NBU: 0.5 %, BVG: 15 % (der Arbeitgeber übernimmt 2/3 der Prämie, versichert sind das Fixum sowie die monatliche Provision). F] Herr Felix Franzer, seit acht Jahren Aussendienstmitarbeiter, verdient monatlich CHF 6 500.– (der Lohn wird 13-mal ausbezahlt, und zwar im Juni und im Dezember je zur Hälfte). Er verfügt über einen Geschäftswagen. Dabei handelt es sich um das gleiche Modell, das Egon Eugster (Aufgabe 79 E) viermal verkauft hat. Er darf das Fahrzeug uneingeschränkt und ohne finanzielle Beteiligung privat benutzen. Er hat schulpflichtige Zwillinge. Erstellen Sie die Dezemberlohnabrechnung und ergänzen Sie den Lohnausweis des entsprechenden Jahres auf Seite 55. BVG: 8 %, der massgebliche maximale Jahreslohn (13-mal der Monatslohn) beträgt CHF 120 000.–, Kinderzulage CHF 200.– pro Kind. XPW004LEBEde

59


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Gesamtzusammenfassung

Lohnabrechnung Alle Mitarbeitenden erhalten eine schriftliche Lohnabrechnung, auf der sämtliche Guthaben und Abzüge aufgeführt sind: Monats-, Stundenlohn +

Zulagen, Zuschläge (sozialversicherungsrelevant) Bruttolohn

Abzüge (in Abhängigkeit vom Bruttolohn) Nettolohn

+/_

Zuschläge / Abzüge (nicht sozialversicherungsrelevant) Auszahlungsbetrag

Beim Monats- und Stundenlohn sind verschiedene Berechnungen durchzuführen, zum Beispiel bei Ein- oder Austritt im Lauf eines Monats, Berechnung eines Ferienguthabens oder Auszahlung eines 13. Monatslohns, sofern vertraglich vereinbart. Vom Lohn sind für die Sozialversicherungen (AHV / IV / EO, ALV, NBU, KTG usw.) Beiträge zu entrichten. Gewisse Entgelte sind befreit von der Sozialversicherungspflicht (z. B. Versicherungsleistungen bei Krankheit / Unfall, Prämie für eine bestandene Prüfung bis zu einem Maximalbetrag). Die Auszahlung erfolgt monatlich, in gesetzlicher Währung bar oder auf ein Konto des Mitarbeiters.

67

Zusammenfassung

Gesamtzusammenfassung


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Lösungen zu den Aufgaben

Lösungen

Lösungen zu den Aufgaben

5

Seite 57

A] Falsch; zum Beispiel mit der Auszahlung von Spesen erhöht sich der Auszahlungsbetrag, der Nettolohn bleibt unverändert. B] Richtig; die Spesen haben einen direkten Bezug zur Arbeitsleistung, zum Einsatz. C] Falsch; rechnet man bis zum 18. November mit 18 Tagen, handelt es sich hier um Kalendertage. Deshalb wird der Monatslohn durch 30 Kalendertage dividiert. D] Falsch; der 13. Monatslohn entspricht dem durchschnittlichen Monatslohn. E] Falsch; Lehrjahre im gleichen Betrieb werden angerechnet, deshalb dauert die Lohnfortzahlung hier 3 Monate. F] Falsch; gemäss AHVV, Art. 8, gehören «Zuwendungen des Arbeitgebers beim Tod Angehöriger von Arbeitnehmern, an Hinterlassene von Arbeitnehmern, bei Firmenjubiläen, Verlobung, Hochzeit oder Bestehen von beruflichen Prüfungen» nicht zum massgebenden Lohn. G] Falsch; der Wohnort des Arbeitnehmers hat in diesem Fall keinen Einfluss auf die Währung. Die Auszahlung erfolgt in Schweizer Franken.

70


Lösungen

HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Lösungen zu den Aufgaben

11 Seite 58

A] Lohn

AHV-Prämie

ALV-Prämie

Monatslohn: 5 800.– (· 13)

298.70

63.80

Monatslohn: 11 600.– (· 12)

597.40

121.– (115.50 + 5.50)

27.19

5.81

Prämie für bestandene Prüfung 400.–

Prämie für bestandene Prüfung 800.–

41.20

8.80

EO-Entschädigung 528.–

B] Lohnbestandteil

AHV-pflichtig

ALV-pflichtig

UVG-pflichtig

BVG-pflichtig

Grundlohn

13. Monatslohn

Prämie für eine ausserordentliche Leistung

Naturallohn

Familienzulagen

Bruttolohn 1 150.– eines Rentners

71

– (Versichert) 嘺

– –


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Lösungen zu den Aufgaben

Lohnbestandteil

AHV-pflichtig

ALV-pflichtig

UVG-pflichtig

BVG-pflichtig

Krankenlohn

Krankentaggeld

EO-Entschädigung

Nach 3 Monaten

– (Versichert)

Lösungen

C] Lohn

Versicherter Lohn (BVG)

Jahreslohn: 105 000.–

59 670.– (max. koordinierter Lohn)

Monatslohn: 4 500.– (· 13)

33 930.–

Stundenlohn: 30.– (wöchentlich 10 Std.)

Nicht versichert

Stundenlohn: 30.– (wöchentlich 15 Std.)

3 510.– (min. koordinierter Lohn)

72


Lösungen

HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Lösungen zu den Aufgaben

17 Seite 58

A] 3 289.09 Monatslohn: 70 200.– : 13 · 80% Verschiedene Angaben sind für die Berechnung irrelevant, z. B. die Verteilung auf 4 Arbeitstage, Ferienanspruch. Lohnart

Basis

Faktor

Monatslohn

Betrag

Total

4 320.00

Bruttolohn

4 320.00

AHV-Abzug

4 320.00

5.15%

–222.48

ALV-Abzug

4 320.00

1.10%

– 47.52

NBU-Abzug

4 320.00

1.41%

–60.91

BVG-Abzug

–250.00

Quellensteuer

–450.00

Total Abzüge

–1 030.91

Auszahlung auf Konto-Nr.

3 289.09

B] 2 411.90 Ferienentschädigung: 8.33% (Formel zur Berechnung: Ferientage x 100 : 240 [260 Arbeitstage – 4 · 5 Ferientage]) Essensentschädigung am Arbeitsort = pflichtig (Basis für Abzüge = 2 634.90) Lohnart Stundenlohn

Basis

Faktor

Betrag

93.00

24.00

2 232.00

Ferienentschädigung

2 232.00

8.33%

185.93

Feiertagsentschädigung

2 232.00

3.00%

66.96

Essensentschädigung

150.00

Bruttolohn

2 634.90

AHV-Abzug

2 634.90

5.15%

–135.70

ALV-Abzug

2 634.90

1.10%

–28.98

NBU-Abzug

2 634.90

1.493%

–39.34

73

Total


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Lösungen zu den Aufgaben

Lohnart

Basis

Krankentaggeld

2 634.90

Faktor

Betrag

0.72%

Total

–18.97

Total Abzüge

–222.99

Auszahlung auf Konto-Nr.

2 411.90

C] 6 073.06 13. ML pro rata: 5 200.– : 12 · 4 Monate (fällig spätestens bei Austritt, pro rata) Lohnart

Basis

Faktor

Betrag

Monatslohn

5 200.00

13. Monatslohn p. r.

433.33

4

1 733.35

Bruttolohn Lösungen

Total

6 933.33

AHV-Abzug

6 933.35

5.15%

–357.07

ALV-Abzug

6 933.35

1.10%

–76.27

NBU-Abzug

6 933.35

1.49%

–103.51

Krankentaggeld

6 933.35

0.72%

–49.92 –273.50

PK Total Abzüge

–860.27

Auszahlung auf Konto-Nr.

6 073.06

D] 9 884.54 Entschädigung für geschäftliche Nutzung des Privat-PW = nicht pflichtig (Basis für Abzüge = 10 650.–) Basis für ALV und NBU: 10 500.– Lohnart

Basis

Faktor

Monatslohn

Betrag 10 650.00

Bruttolohn

10 650.00

AHV-Abzug

10 650.00

5.15%

–548.48

ALV I

10 500.00

1.10%

–115.50

ALV II

150.00

0.50%

0.75

NBU-Abzug

10 500.00

1.49%

–156.75

Krankentaggeld

10 650.00

0.72%

–76.68

PK Total Abzüge Autoentschädigung, AHV-frei Auszahlung auf Konto-Nr.

74

Total

–867.60 –1 765.46 1 000.00 9 884.54


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Lösungen zu den Aufgaben

E] 8 847.57 Die Entschädigung für das Firmenjubiläum ist nicht sozialleistungspflichtig. Basis

Ansatz

Monatslohn Provision Jubiläum MA 10 Jahre

Betrag 1

4 200.00

238 000.00

1.30%

3 094.00

4 200.00

0.5

2 100.00

Bruttolohn

Total

9 394.00

AHV-Abzug

9 394.00

5.15%

–483.79

ALV-Abzug

9 394.00

1.10%

–103.33

PK

5 246.50

5.00%

–262.33

NBU-Abzug

9 394.00

0.50%

46.97

Total Abzüge

–896.42

Jubiläum Firma 75, AHV-frei

350.00

1

350.00

Total Zulagen

350.00

Auszahlung auf Konto-Nr.

8 847.57

F] 9 111.34 9 127.60

Bezeichnung

Basis

Monatslohn

Ansatz

Betrag 1

6 500.–

Anteil 13. Monatslohn

6 500.00

0.5

3 250.00

Privatbenützung Auto

59 500.00

0.8%

476.00

Bruttolohn

10 226.00

AHV-Abzug

10 226.00

5.15%

526.64

ALV I

10 226.00

1.10%

112.49

4 994.17

8.00%

399.53

PK

Total

Total Abzüge

–1 038.66

Zulagen etc. Kinderzulagen

200.00

2

400.00

Korrektur Privatben. Auto

476.00

1

–476.00

Total Zulagen Auszahlung auf Konto-Nr.

–76.00 9 111.34

Im Lohnausweis müssen Punkt A und Punkt F (für die private Benutzung des Geschäftsautos) angekreuzt sein. Bei Serienausdrucken ist eine Unterschrift nicht erforderlich, jedoch Name und Telefonnummer der Verantwortlichen.

75

Lösungen

Bezeichnung


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Lรถsungen zu den Aufgaben

Lรถsungen

Lohnausweis

76


Lösungen

HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Lösungen zu den Aufgaben

21 Seite 57

Ferien, Verhinderung der Arbeitsleistung, Vorschuss, Lohnrückbehalt, Lohnpfändung und -abtretung.

77


Lösungen

HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Lösungen zu den Aufgaben

26 Seite 57

A] • • • •

Reduziertes Einkommen Geringere Rentenbildung (AHV / IV / EO, BVG) Geringerer Versicherungsschutz (NBU / BU, BVG) Evtl. geringere Zulagen (sofern sie prozentual auf den Grundlohn berechnet werden)

B] • • • •

78

Kaufkraft sinkt Evtl. finanzielle Schwierigkeiten, Lebensgewohnheiten ändern Identifikation mit der Arbeit und Motivation können sich verändern (erhöhen, wenn die Reduktion auf eigenen Wunsch erfolgte, sinken bei unfreiwilliger Reduktion) Dadurch kann sich in gleichem Masse die Arbeitsleistung verändern


HR-Einstieg 6/6 Lohnadministration und Gehaltsmanagement Stichwortverzeichnis

Stichwortverzeichnis A Abzüge AHV (Alters-, Hinterlassenenversicherung) Akkordlohn ALV (Arbeitslosenversicherung) Analytische Verfahren Anforderungsgerechtigkeit Arbeitsplatzbewertung

41 60 33 60 15 13 13

Stichwortverzeichnis

B Bedürfnisse Beispiele • individuelle Lohnabrechnung • Sammelbeleg für Lohn- und Sozialaufwand Beiträge an Sozialversicherungen • Ausgleichskasse • Personalvorsorgeeinrichtung • Unfallversicherung Berufliche Vorsorge für Alter, Tod, Invalidität (PVE) Bruttolohn BU (Berufsunfall und -krankheit)

6 63 63 61 61 61 61 60 41 60

E EO (Erwerbsersatzordnung) Erfahrungs-/Dienstalteranteil Erfolgsvergütung Erwartungen der Arbeitgeber

60 30 33 7

F FAK (Familienausgleichskasse) Fringe Benefits

60 35

Leistungsbeurteilung Leistungsgerechtigkeit Leistungslohn Lohnabrechnungen Lohnausweis Lohnbänder Lohnbuchhaltung Lohnklassen Lohnrückbehalt Lohnvergleich Lohnzusammensetzung

11 10 33 62 54 26 62 26 50 19 30

M Marktkonformität Motivatoren

19 7

N Naturallohn NBU (Nichtberufsunfall) Nettolohn

34 60 51

P Personalaufwand • Lohnaufwand • Sozialaufwand • übriger Personalaufwand Prämie Provision PVE (Personalvorsorgeeinrichtung)

60 60 60 34 33 60

Q Qualifikationsgespräch

10

R

G Geld-Akkord Generelle Lohnerhöhungen Gesetzliche Zulagen Gewinnbeteiligung Gratifikation Grundlohn

33 27 34 33 34 30

H Hygienefaktoren

7

I Individuelle Lohnerhöhungen Inkonvenienzen IV (Invalidenversicherung)

28 34 60

Rangfolge-Verfahren Rangreihe-Verfahren Rechtskonformität

13 15 21

S Sozialversicherungen Staatliche Vorsorge für Alter, Tod, Invalidität (AHV / IV) Stufen(wert)-Verfahren Summarische Verfahren

42 60 16 13

U Umsatzbeteiligung UV (Unfallversicherung)

33 60

V

K Katalog-Verfahren Konten • Lohnaufwand • Sozialaufwand • übriger Personalaufwand

14 61 61 61

L LAMOUR Leistungsanteil

10 30

80

VKB (Verwaltungskostenbeitrag an Ausgleichskasse) Vorschuss

60 49

Z Zahlungsverkehr Zeit-Akkord Zeitlohn

33 32


Lohnadministration und Gehaltsmanagement