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03 2015

TOMORROWTODAY Developing the technologies, methods and tools of tomorrow

Editorial

Alpbacher Technologiegespräche 2015 27. bis 29. August Das AIT Austrian Institute of Technology und Ö1/ORF veranstalten auch heuer wieder Österreichs größtes Communitytreffen im Bereich Forschung und Technologieentwicklung. Den mehr als 1.200 erwarteten Gästen wird dabei ein spannendes und vielfältiges Programm geboten.

Wolfgang Knoll Managing Director des AIT Austrian Institute of Technology

Fotos: Peter Rigaud; Philipp Naderer

TEC 15 – Save the date Alpbach versammelt jedes Jahr wieder aufs Neue die Forschungs- und Innovationscommunity und gibt wichtige Anstöße für die Entwicklung forschungsspezifischer Fragen. Neue Trends werden aufgezeigt, debattiert und „in a nutshell“ an ein breites Publikum vermittelt. Auch heuer werden bei den Alpbacher Technologiegesprächen wieder neue Trends gesetzt werden. Unter dem verbindenden Generalthema Alpbachs, der „UnGleichheit“, wird zum Beispiel unser zukünftiges Leben mit der Maschine thematisiert oder – in Kooperation mit der Helmholtz-Gemeinschaft – die facettenreichen Fragen der Bioökonomie angesprochen oder die neuen Fragen, die die „Complexity Science“ beantworten will, aufs Tapet gebracht. Dazu wird es, wie immer, in den „Breakout Sessions“ die Gelegenheit geben, spezifische Fragestellungen im Detail und vertiefend zu behandeln. Wir, das AIT Austrian Institute of Technology und der ORF/Ö1 als Veranstalter der Technologiegespräche, freuen uns, Sie auch heuer wieder in Alpbach begrüßen zu dürfen. Informieren Sie sich über das spannende Programm und zücken Sie den Kalender: Alp­ bacher Technologiegespräche: 27.–29. August 2015. Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Herzlichst Ihr Wolfgang Knoll

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TOMORROWTODAY

TEC15

Technik & UnGleichheit Die Alpbacher Technologiegespräche finden heuer vom 27. bis 29. August statt. Für ein spannendes Programm ist gesorgt.

Programm

Fr., 28. 8. Programm

Do., 27. 8. 10.00–12.30 Uhr Technologiebrunch Hotel Alphof

9.00 –10.30 Uhr Panel: Bioökonomie (in Kooperation mit der Helmholtz Gesellschaft) Teresa Berninger, Gunter Pauli, Ulrich Schurr, Joachim von Braun, Jürgen Mlynek (Chair)

10.50 –12.15 Uhr Complexity Science

Veranstalter: Standortagentur Tirol

Jean-Pierre Bourguignon (Chair)

13.00 Uhr Eröffnung der Alpbacher Technologiegespräche 2015

13.00 –18.00 Uhr Breakout Sessions, Ort: Hauptschule 01 Das Ende der Energiewende

Franz Fischler

FTI-Talk Hannes Androsch, Georg Kapsch, Harald Mahrer, Alois Stöger

14.00 –15.30 Uhr Panel: Zukünftiges Leben mit der Maschine Peter Post, Matthias Scheutz, Murray Shanahan, Roland Yves Siegwart, Rainer Esser (Chair)

16.15 –18.00 Uhr Panel: Cyber Physical Systems Werner Damm, Radu Grosu, Kristina M. Johnson, George J. Pappas, Detlef Zühlke, Robert Clark (Chair)

20.30 –23.30 Uhr Abendempfang, Hotel Böglerhof Veranstalter: Forschung Austria

Chair: Harald Raupenstrauch, Universität Leoben

02 Nationale Bioökonomie: Strategien im Vergleich Chair: Hubert Dürrstein, OeAD

03 Human Enhancement Technologien: Verstärkung oder Reduktion von Ungleichheit Manfred Tscheligi, AIT & Universität Salzburg

04 Forschungsförderung zwischen Risiko, Kreativität und Mainstream Chair: Klaus Pseiner, FFG & Ingolf Schädler, BMVIT

05 Marktumbrüche: Herausforderung und Chance für Innovation? Chair: Peter Koren, Österreichische Industriellenvereinigung

06 Entrepreneurship: Was kann das Wissenschaftssystem beitragen? Chair: Helga Nowotny, ehem. Präsidentin ERC European Research Council, Chair ERA Council Forum Austria

07 Spiele der UnGleichheit Chair: Brigitte Ratzer, TU Wien

08 Physisches Internet: Überragende Vision für Logistik und Mobilität Chair: Franz Staberhofer, University of Applied Sciences Upper Austria, Steyr

09 Dynamik, geschaffen durch Heterogenität: Wie Wirtschaft und Forschung von Unterschieden profitieren Chair: Ludovit Garzik, Rat für Forschung und Technologieentwicklung

10 Energiewende: Gleiches Ziel – ungleicher Weg Chair: Theresia Vogel, Klima- und Energiefonds

11 Wasserstoff und Brennstoffzelle: Kommt der Marktdurchbruch? Chair: Jürgen Streitner, BMWFW


Alpacher Technologiegespräche

Die Alpbacher Technologiegespräche, organisiert von AIT Austrian Institute of Technology und Ö1/ORF, widmen sich heuer im Rahmen des Alpbacher Generalthemas „UnGleichheit“ einer spannenden Spurensuche nach Ursachen, zukünftigen Entwicklungen und deren Konsequenzen: Wo wirken sich ungleiche Verhältnisse positiv aus, wo negativ? Welche Relevanz hat UnGleichheit? Leisten neue Technologien und Denkweisen einen Beitrag dazu oder dagegen? Liefern neue Entwicklungen wie etwa in der Komplexitätsforschung oder der Bioökonomie die geeigneten Antworten? Welchen Stellenwert wird UnGleichheit in der Zukunft der Industrie und Arbeitswelt einnehmen? Das Generalthema „UnGleichheit“ verknüpft die produktive Begegnung und Vernetzung von Wissenschaft, Forschung, Technologie, Politik und Industrie im Zeichen der Innovation. Zahlreiche Plenarreferate und 14 Arbeitskreise vermitteln Forschung, Innovation und Technologie in einem interdisziplinären Dialog mit internationaler Expertise. Dabei bieten viele aktuelle Themen, von „Cyber Physical Systems“ über „Bioökonomie“ bis hin zur Complexity-Science, die Gelegenheit, über die Auswirkungen von Technik in unterschiedlichsten Zusammenhängen nachzudenken und zu diskutieren. Erwartet werden wieder mehr als 1.200 Gäste, denen neben dem spannenden Programm auch noch vielfältige Social Events angeboten werden. „Junior Alpbach“ und die „Ö1 Kinderuni“ erschließen dabei neue Wege naturwissenschaftlicher Bildung für künftige Generationen. n Nähere Infos und Anmeldung für die Alpbacher Technologiegespräche: alpbach.org

Programm

Sa., 29. 8. 12 Leuchtende Zukunft? Herausforderungen und Chancen der LED-Beleuchtung Chair: Paul Hartmann, Joanneum Research

13 Wahrheit und Wirklichkeit – Zur Bedeutung von Modellen in Ökonomie, Wissenschaft und Philosophie Chair: Gabriele Ambros, Präsidentin Forschung Austria

14 Virtuelles Lernen: Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich?

9.00 –18.00 Uhr Junior Alpbach – Wissenschaft und Technologie für junge Menschen Begrenzte Teilnehmerzahl Anmeldung erforderlich: Karin@highent.org

Ö1 Kinderuni Alpbach – Wissenschaft und Technologie für Kinder Für Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren. Begrenzte Teilnehmerzahl Anmeldung erforderlich: Claudia.klement@ait.ac.at Die Ö1 Kinderuni im Internet: oe1.orf.at

Chair: Christian Dorninger, BMBF

21.30 – 23.30 Uhr Karrierelounge Hotel Alpbacherhof Veranstalter: Organisatoren TEC-Gespräche

Lita Nelsen, Michael Schrage, Shuguang Zhang, Kristina M. Johnson (Chair)

10.30 –11.30 Uhr Panel: UnGleichheit: Die neue Seidenstraße Bertil Andersson, Chang-Chieh Hang, Xinsheng Zhang, Sabine Herlitschka (Chair)

11.50 –13.15 Uhr Labor der Digitalen Moderne Josef Perner, Jana Revedin, Christoph Thun-Hohenstein (Chair)

20.00 – 21.30 Uhr Urban Innovators Challenge – Start Up Your Company, Liechtenstein-Hayek-Saal Veranstalter: BMVIT, FFG – Austrian Research Promotion Agency, AplusB Incubator Network Austria

9.00 –10.30 Uhr Das Media Lab des MIT zu Gast bei den Technologiegesprächen

Für Rückfragen: Michael Hlava Head of Corporate and Marketing Communications, AIT Austrian Institute of Technology michael.h.hlava@ait.ac.at

13.15 –13.30 Uhr Abschluss-Statement der Alpbacher Technologiegespräche Franz Fischler

13.30 –14.00 Uhr Imbiss zum Abschluss der Veranstaltung, Otto-Molden-Foyer Veranstalter: Organisatoren TEC-Gespräche

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TOMORROWTODAY

Focus on Performance & Success Ambient Assisted Living (AAL)

Altersfreundliche Arbeitsplätze „Altersfreundlich“: Papierund digitaler Kalender zugleich. Ein vom AIT entwickeltes PEARL-Modul.

In dieser Ausgabe von Tomorrow Today berichten wir über F & E­Output für unsere Kunden aus den AIT­Departments Mobility, Energy, Health & Environment, Innovation Systems und Digital Safety & Security. Leistungsbeweise, die zeigen, wie unsere Kunden davon profitieren.

Automobiler Leichtbau

3D­Fertigungstechnik gewinnt internationalen Innovationspreis Wie kann man Arbeitsplätze altersgerecht gestalten? Diese Frage wird im Projekt PEARL – Platform for Ergonomic and motivating, ICT-based Age-friendly WoRkpLaces – vom AIT Innovation Systems Department beantwortet. Entwickelt wird dafür eine modulare und flexible IT-Plattform: Morgens checkt man mit einer RFID-Karte am Arbeitsplatz ein – und schon wird die Beleuchtung auf optimale Stärke gedimmt, der Computer lädt die richtigen Programme und am Bildschirm erscheinen aktuelle Termine, individualisierte Fitness-Vorschläge oder die „Bitte-nicht-stören“-Info für KollegInnen, um einen Bericht fertig schreiben zu können. Weil viele Ältere auch heute noch lieber den alten Stehkalender aus Papier verwenden, wird auch an einer digital-analogen Schnittstelle gearbeitet, mit der man handschriftliche Notizen auch digital im System abspeichern kann. n Ziel von PEARL ist die Entwicklung einer Plattform, die sich flexibel an die Bedürfnisse älterer ArbeiternehmerInnen anpasst und sie so motiviert, länger beruflich aktiv zu bleiben. Jan Bobeth (Project lead) & Valentin Gattol, AIT Scientists in BU Technology Experience

AIT-Projektmanagerin Marianne Hörlesberger mit dem JEC-Innovation Award für das 3D-LigthTransProjekt.

Erschwingliche Leichtbauteile für die Automobilbranche zu fertigen ist das Ziel des kooperativen Forschungsprojektes 3DLightTrans*, an dem das AIT mit 18 europäischen Partnern arbeitet. Das innovative Fertigen von „textilverstärkten Thermoplasten“ wird dabei neu definiert: So werden Bauteile, etwa aus Glas-KunststoffHybridgarn, auf einer neuen Webmaschine gleich direkt dreidimensional verwebt. Zwei so produzierte Demonstrationsobjekte – eine Heckklappe für einen Fiat 500L und eine Reservemulde für den Bentley Mulsanne – überzeugten eine internationale Jury bei der JEC – der weltweit größten Messe für Composites – in Paris: Das 3D-LightTrans gewann den Innovationspreis in der Kategorie „Reinforcement“. Nun wird die Trophäe gescannt und im 3D-Druck vervielfacht, damit alle 18 Parnter ein Exemplar davon erhalten. n * Large scale manufacturing technology for high-performance lightweight 3D multifunctional composites

Fotos: AIT

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Perfomance & Success

Resistenzen

Durchbruch bei diagnostischen Tests Die Situation ist bekannt und bedrohlich zugleich: Durch die übermäßige und zum Teil missbräuchliche Gabe von Antibiotika in Me­ dizin und Landwirtschaft haben sich Resistenzen und „Superbakterien“ entwickelt, die mit herkömmlichen Medikamenten nicht mehr bekämpft werden können. Um diese Situation in den Griff zu bekommen, ist es vor allem notwendig, die Entstehung neuer Resistenzen durch ziel­ gerichtete Therapien zu vermeiden. Im Horizon-2020-Projekt FAPIC (Fast Assay for Pathogen Identification and Charaterization) wird das AIT Health Department nun basierend auf einem neuartigen Detekti­ onsprinzip ein kostengünstiges Testsystem entwickeln, mit dem zu­ gleich alle Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Würmer, Parasiten) plus damit assoziierter Resistenzen bestimmt werden können. Zwei hoch­ automatisierte Testsysteme werden in dem fünfjährigen Projekt konzi­ piert und evaluiert, an der unter der Leitung der Universität UCBL Lyon zehn Institutionen aus sieben Ländern teilnehmen. Die diagnostischen Systeme für die exakte Pathogenbestimmung sollen nach 3,5 Jahren Entwicklungszeit im Rahmen des FAPIC-Projektes an Universitätsklini­ ken in Belgien und Kroatien getestet werden. n

Wir haben neuartige DNA-Sonden entwickelt, mit denen es möglich ist, in kürzester Zeit alle relevanten Antibiotikaresistenzen kostengünstig zu detektieren. Aufbauend auf dieser Methode entstehen die diagnostischen Tests für die rasche Erkennung von Pathogenen. Ivan Barisic, Scientist am AIT Health & Environment Department Kostengünstiges Testsystem für Superbakterien

Schloss Dagstuhl Seminar

Fotos: AIT; James PG Sterbenz

Forschungsagenda „Vernetztes Leben“ Schloss Dagstuhl ist für Insider das Mekka der Informatiker in Europa. Wer es schafft, im dort angesiedelten Leibnitz-Zentrum für Informatik in einem hochkompetitiven Auswahlverfahren zu einem Seminar einzuladen, zählt zu den anerkanntesten Experten der Szene. Auf Grund der heute anerkannten Position von AIT und den international akzeptier­ ten AIT-ExpertInnen hat nun das AIT Digital Safety & Security Department ein hochkarätig besetztes Dagstuhl-Seminar zu Thema „vernetztes Leben“* umgesetzt, an dem die Creme de la Creme der internationalen Forscherszene teilgenommen hat. Ziel der Expert­Innen verschiedenster Disziplinen und Unternehmen: die Entwicklung einer Forschungsagenda „mit dem Blick von oben“. Neue Trends, wie „Internet of Things“, „Smart Grids“, „SmartCities“ oder „Industrie 4.0“ wurden dabei mit sicherheitstechnischen, rechtlichen und so­ zialwissenschaftlichen Fragestellungen verknüpft. Die Forschungsagenda wird publiziert und fließen in weiterer Folge auch in die (inter-)nationalen Forschungsförderungsprogram­ me ein. Dadurch hat sich AIT in der Informatik-Forschungsszene international etabliert. n * „Assuring Resilience, Security and Privacy for Flexible Networked Systems and Organisations“; www.dagstuhl.de/15151

(v. l.) Helmut Leopold, Head of AIT Digital Safety & Security Department, war Keynote­ speaker beim Dagstuhl-Seminar. AIT Scientist Markus Tauber koordinierte das hochkarätige ForscherInnentreffen zum Thema „Forschungs­ agenda für das vernetzte Leben“.

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TOMORROWTODAY

Focus on Performance & Success

Standardisierung

Europas Straßen im Visier

Deutsch-österreichische Forschungsallianz

AIT und KIT kooperieren in der Energieforschung Wie sollen intelligente Energiesysteme künftig funktionieren? Diese komplexe Fragestellung wird nun das AIT Energy Department gemeinsam mit dem renommierte Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in einer strategischen Forschungsallianz untersuchen. In einem Memorandum of Understanding sind AIT und KIT übereingekommen, bei der Energieforschung zu kooperieren. Geplante Themen: Von Smart Grids und der Integration von Batteriespeichern bis hin zu Smart Homes und der Zusammenarbeit bei der Laborinfrastruktur. Angestrebt werden auch gemeinsame Publikationen und die Betreuung von Dissertationen. n

Risikobewertung

Mit dem AIT-Forschungsfahrzeug RoadSTAR wird die Oberflächenqualität österreichischer Straßen untersucht.

Die Oberflächenstruktur von Fahrbahndecken bestimmt wesent­ liche Gebrauchs­ eigenschaften wie Griffigkeit, Lärm­ entwicklung oder Rollwiderstand. Die Erforschung dieser Zusammenhänge und der dafür verfügbaren Messverfahren bildet die Basis für die gezielte Steuerung und Optimierung dieser Eigenschaften. Manfred Haider, AIT Geschäftsfeld­ leiter Transportation Infrastruktur Technologies

Das AIT Mobility Department untersucht nicht nur die Beschaffenheit von österreichischen Fahrbahnoberflächen nach allen Regeln der Kunst, sondern koordiniert auch eines der in diesem Bereich derzeit wichtigsten europäische Forschungsprojekte „ROSANNE“*. Dabei werden die länderspezifischen Besonderheiten von Straßenbelägen europaweit unter die Lupe genommen, um gemeinsame Verfahren für die Beurteilung der dabei auftretenden Unfalls-, Sicherheits- oder Gesundheitsrisiken aus unterschiedlichen Oberflächeneigenschaften (Griffigkeit, Rollwiderstand, Lärmentwicklung) entwickeln zu können. Eine Information, die sowohl für Straßenbenützer als auch für Infrastrukturbetreiber von großem Nutzen wäre. Vor kurzem präsentierte Manfred Haider, Leiter des AITGeschäftsfeldes Transportation Infrastructure Technologies und Koordinator von ROSANNE, das Zwischenergebnis des seit 2013 laufenden Projektes auf der FIRM15 in Brüssel: Man sei auf einem guten Weg, eine technische Basis für europaweit geltende Beurteilungsstandards zu schaffen.  n * ROlling resistance, Skid resistance, ANd Noise Emission measurement standards for road surfaces

Studie zeigt Gefahren von Ablenkung im Straßenverkehr

Nicht nur Telefonieren mit dem Handy ist während des Fahrens riskant.

Dass Telefonieren und die Bedienung des Navis während des Autofahrens gefährlich sein kann, ist klar. Aber auch vermeintlich leicht bewältigbare Aufgaben wie das Trinken aus einer Wasserflasche stellen ein großes Sicherheitsrisiko dar. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des ÖAMTC in Zusammenarbeit mit dem ADAC und dem AIT Health & Environment Department. 66 Männer und Frauen wurden im ÖAMTC FahrtechnikZentrum Teesdorf auf die Probe gestellt. Die Probanden erhielten über Funk fünf Aufgaben gestellt: Eingabe ins Navi, Telefonieren mit Handy, Brille aus Etui nehmen, Trinken aus einer Wasserflasche und Aufheben eines Kinderspielzeuges vom Fahrzeugboden. Das Ergebnis der Auswertung von Videoanalysen plus Herz- und Gehirnaktivität: Am meisten lenkt Navi-Bedienung und Telefonieren mit Handy ab. Dahinter folgen Trinken aus Wasserflasche, Brillenetui-Öffnen und Spielzeugaufheben. Das AIT-Team (Geschäftsfeld Biomedical Systems) lieferte Equipment zur Biosignalerfassung und war für die Datenauswertung zuständig.  n

Fotos: AIT; iStock.com

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Innovations­kalender

Innovations­ kalender

23.– 25. 8.

Alpbacher Gesundheitsgespräche AIT-ExpertInnen präsentieren in einer Ausstellung die neusten Technologien für den Gesundheitsmarkt. Ort: Alpbach, Kongresszentrum Ansprechpartnerin und Infos: zlata.kovacevic@ait.ac.at

31. 8.– 2. 9. 16.– 18. 6.

Automotive Testing Expo 2015 330 Aussteller widmen sich einem Ziel der Automobilindustrie: der Eliminierung von Rückrufen. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen Technologien und Dienstleistungen zur Verbesserung der Qualität, Zuverlässigkeit, Haltbarkeit und Sicherheit. Ort: Stuttgart Infos: testing-expo.com

17. 6.

The Future of Cloud 2015 Bei der Veranstaltung werden die kommenden drei Jahre der Cloud-Entwicklung aus mehreren Blickwinkeln betrachtet und Informationen aus den Research Labs vor­ gelegt. Ort: Tech Gate, Wien Info: thefutureofcloud.org

3. EUROPA-Tag der Jugend 2015 „EUROPA deine Wahl“ – hat zum Ziel, Schülerinnen und Schüler aller Schultypen zusammen mit ihrem Lehrpersonal zu animieren, sich mit Europa und dem Euro­ päischen Parlament in möglichst aktiver Weise auseinanderzusetzen. Ort: Wirtschaftskammer Österreich, Wien Info: europa-deine-wahl.at

Innovating for Patients Eine Diskussionsplattform für EntscheidungsträgerInnen aus dem Gesundheitsbereich zum Thema „Individualisierte Therapien durch molekulare Medizin: Was erwartet uns?“. In Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien und Novartis. Ort: Wien Ansprechpartnerin: Zlata Kovacevic Infos: Innovating.Event@ait.ac.at

18.– 19. 6.

eHealth Summit Austria Österreichs internationale wissenschaftliche eHealth-Konferenz mit dem Motto: Gesundheit neu denken: Personalized Health Ort: Tagungszentrum Schönbrunn, Wien Info: ehealthsummit.at

18.– 20. 6.

Vienna Energy Forum (VEF) Das VEF findet heuer nur ein paar Monate vor dem Sustainable Development Goals Summit in New York und der UNFCCC Conference of the Parties (COP 21) in Paris statt. Am VEF vorgestellte Best-PracticeBeispiele sollen Input für beide Konferenzen liefern.

6th International Conference on Biomarkers & Clinical Research Die internationale Konferenz über Biomarker und klinische Forschung findet jährlich statt. AIT-Experte Dr. Martin Weber wird einen Vortrag zu Biomarker-Anwendungen in der minimal-invasiven Diagnostik halten. Ort: Toronto Infos: biomarkers.conferenceseries.com

11.– 14. 9.

Wiener Forschungsfest Die Wirtschaftsagentur Wien, ein Fonds der Stadt Wien, organisiert das Wiener Forschungsfest 2015. Das AIT stellt aus. Ort: Am Naschmarkt, Wien

16. 9.

Seminar Series Gastvortrag zum Thema Speicheldiagnostik: Chamindie Punyadeera | Queensland University of Technology.

Women Leadership Forum 2015 Das WOMEN LEADERSHIP FORUM, an dem sich auch das AIT beteiligt, ist eine Initiative des European Brand Institutes und wurde ins Leben gerufen mit dem Ziel, Women Leadership in Wirtschaft, Wissenschaft & Forschung, öffentlichen Institutionen und der Gesellschaft zu fördern, sowie erfolgreiche Frauen und einflussreiche Männer zu vernetzen, um die Innovationsund Wirtschaftskraft Österreichs zu stärken.

Ort: 1220 Wien Tech Gate, Donau City Straße 1 Infos: www.ait.ac.at

Ort: Wien, Novomatic Forum Infos: womenleadership.at

27.– 29. 7.

28. 9.

Ort: Südafrika Info: www.lmt2015.co.za

Ort: Wien Infos: austrochip2015.ecs.tuwien.ac.at

Ort: Hofburg, Wien Infos: viennaenergyforum.org

22. 6.

Light Metal Technology Conference 2015 Das Leichtmetall-Kompetenzzentrum Ranshofen ist Mitglied der Light Metals Aliance und Partner dieser alle zwei Jahre stattfindenden Tagung. Der Fokus liegt auf der Präsentation von Entwicklungen und Fortschritten im Bereich der Aluminium-, Magnesium- und Titan-Legierungen.

Austrochip 2015 Die alljährlich stattfindende Tagung Austrochip, in deren Rahmen akademische Institutionen und Industriebetriebe ihre Projekte und Forschungsarbeiten vorstellen, wird in diesem Jahr von der TU Wien veranstaltet. Austrochip ist ein Forum für Diskussionen und Kontakt zwischen Wissenschaft und Industrie im Bereich der Mikroelektronik.

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AIT Top Journal Papers

AIT Top Journal Papers Aktuelle Forschungsergebnisse von AIT-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die kürzlich in Impact-starken, renommierten internationalen Journalen publiziert wurden. Besseres Streamen für den Mobilbereich Unterbrechungsfreie Video-Experience in mobilen Kontexten mit variierenen Netzwerkbedingungen zu garantieren ist das Ziel von HTTP adaptive streaming (HAS). Um dieses Ziel zu erreichen, adaptieren HAS Systeme das Video hinsichtlich der Bildwiederholrate, der Videoauflösung oder stärkerer Kompression. Aus der Endbenutzer-Sicht stellt sich die Frage, welche Kombination dieser Dimensionen die beste Quality-of-Experience (QoE) ergibt. Die vorliegende Studie vergleicht eine umfangreiche Anzahl HAS-bezogener Expe­ rimente hinsichtlich identifzierter QoEEinflussfaktoren und optimaler Adaptionsstrategien. Das Paper gibt einen umfassenden Überblick über aktuelle Ergebnisse und Entwicklungen in diesem aufstrebenden Forschungsfeld. n Seufert M., Egger S., Slanina M., Hossfeld T., Zinner T. and Tran-Gia P. (2015) A Survey on Quality of Experience of HTTP Adaptive Streaming. IEEE Communication Survey and Tutorials, 17, 1, 469-492 doi: 10.1109/COMST.2014.2360940

Was bringt Grundwasser­ sanierung mit Eisenpartikeln? Kontaminierte Grundwässer können mit Hilfe der Injektion von nanoskaligen, nullwertigen Eisenpartikeln (nZVI) saniert werden. Im Grundwasser reagieren die Partikel mit den Zielschadstoffen und wandeln diese in toxikologisch unbedenkliche Produk-

te um. Die Reaktivität von nZVI ist in den letzten Jahren intensiv untersucht worden. Dabei zeigten bisherige Feldversuche zur Grundwassersanierung sehr unterschiedliche Sanierungserfolge. Die Umweltbedingungen am Standort können den Sanierungserfolg maßgeblich beeinflussen. Im Zuge dieser Studie wurde daher der Einfluss verschiedener Umweltbedingungen auf die Reaktivität von nZVI untersucht. n P. Schöftnera, G. Waldnera, W. Lottermoserb, M. Stöger-Pollachc, P. Freitagd, T. G. Reichenauera Electron efficiency of nZVI does not change with variation of environmental parameters. Science of The Total Environment, Available online 23 May 2015. doi: 10.1016/j.scitotenv.2015.05.033 a  AIT, 3430 Tulln, b Salzburg University, FB Materialforschung und Physik, c Technical University of Vienna, Universitäre Service-Einrichtung für Transmissionselektronenmikroskopie – USTEM, d Keller Grundbau Ges.mbH, Mariahilfer Straße 127a, 1150 Vienna, Austria

Handys zeigen urbane Bewegungsmuster Die heute weitverbreitete Nutzung von Mobiltelefonen erzeugt eine Unmenge an Daten, die Rückschlüsse auf Aufenthaltsorte und Bewegungen großer Teile der Bevölkerung erlauben. Diese Daten stellen daher eine vielversprechende neue Informationsquelle für Modelle der Aktivitäten und der Mobilität in einer Stadt dar. Dieser von ForscherInnen des AIT und des MIT erarbeitete Beitrag beschreibt eine Methode für die Extraktion wiederkehrender Aktivitätsmuster, die sich in den Beziehungen zwischen Zeitpunkt, Dauer, Abfolge und Infrastruktur am Ort der Aktivität offenbaren. Die An-

wendung dieser Methode in Wien und Boston (Massachusetts) zeigt ähnliche Muster in beiden Städten, die sich in einem typischen Wochenrhythmus wiederholen. Die präsentierten Forschungsergebnisse erschließen die Nutzung von Mobilfunkdaten für aktivitätenbasierte Mobilitätsmodelle und Studien des Mobilitätsverhaltens und ermöglichen wesentlich größere Stich­probengrößen als traditio­ nelle Mobilitätserhebungen. n P. Widhalm 1*, Y. Yang 2, M. Ulm 1, S. Athavale 3, and M. C. Gonzalez 2 Discovering urban activity patterns in cell phone data Transportation, March 2015. doi: 10.1007/s11116-015-9598-x 1  AIT, Giefinggasse 2, Vienna 
2 Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, USA 3 Enterprise Technology Research & Innovation, Ford Motor Company, One Ame­ rican Road, Suite 1824 FMCC, Dearborn, MI 48176, USA

Fokus Netzstabilität Dieser Artikel präsentiert eine Stabilitätsuntersuchung von einem elektrischen Niederspannungsverteilnetz mit einer hohen Dichte von verteilten (Photovoltaik-)Erzeugungsanlagen, welche aktiv das Netz durch Netzdienstleistungen stützten. Eine Möglichkeit, die Aufnahmefähigkeit des Netzes zu erhöhen, ist die lokale Blindleistungsregelung (Q(U)-Regelung, das heißt Blindleistung als Funktion der lokalen Spannung). Eine solche Q(U)-Regelung ist mit Anlagen, die mit einem Wechselrichter ans Netz angelschlossen sind, möglich. Obwohl die Vorteile einer solchen Regelung seit ein paar Jahren bekannt sind, fand eine breite Umsetzung bis jetzt nicht statt. Grund dafür war vor allem die potentielle „Schwingungsneigung“ dieser Art von Regelung. In diesem Artikel wurde erstmals ein klares Stabilitätskriterium abgeleitet, welches zeigt, dass die Voraussetzungen, um ein stabiles System zu gewährleisten, (leicht) erfüllbar sind. n Andren F.; Energy Dept., AIT Austrian Inst. of Technol., Vienna, Austria; Bletterie B.; Kadam S.; Kotsampopoulos P.; more authors On the Stability of Local Voltage Control in Distribution Networks With a High Penetration of Inverter-Based Generation Industrial Electronics, IEEE Transactions on, vol. 62, no. 4, pp.2519,2529, April 2015; doi: 10.1109/TIE.2014.2345347

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Tomorrow Today 3/2015 (deutsch)  

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