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TOMORROW TODAY AIT CENTER FOR HEALTH & BIORESOURCES

DIE RICHTIGEN ANTWORTEN FINDEN

BRANDBESTÄNDIGE MATERIALIEN // Selbstverlöschende Magnesiumlegierungen ORIENTIEREN AM FLUGHAFEN // „Wayfinding Information“ als integraler Designpart EFFIZIENZOPTIMALER E-ANTRIEB // Antriebsverluste bei E-Bussen reduzieren

Prof. Elke Guenther, Head of Center for Health & Bioresources

02 17


TOMORROWTODAY II

ANTWORTEN AUF DIE GRAND CHALL

Neue Analysemรถglichkeiten zur Ressourcenschnonung: Bikram Pandey, Eva Sehr, Sara Doppler und Viktoria Wetter (v.l.n.r.)


Top-Story

LENGES

Fotos & Coverbild: AIT/Johannes Zinner Fotos & Coverbild:

Das AIT Center for Health & Bioresources entwickelt Nano- und Sensortechnologien, Systemintegration, molekularbiologische Omics-Technologien sowie Modellierungs- und Simulierungsmodelle für Kunden aus dem Gesundheits-, Umwelt- und Agrarbereich.

Demografischer Wandel und wachsende Ressourcenknappheit zählen zu den größten Herausforderungen der Menschheit. „Wir arbeiten sehr eng mit klinischen, akademischen und industriellen Partnern zusammen und verfolgen einen komplementären Ansatz, um etwa interoperable Technologien für zukunftsweisende Anwendungsgebiete zu entwickeln“, beschreibt Prof. Dr. Elke Guenther, Head of Center for Health & Bioresources. Damit stellt das AIT Weichen in den grand challenges, wie z. B. dem Wunsch nach gesundem Altern. „Unsere Erfindungen sollen helfen, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und ein gesundes und aktives Altern unterstützen“, so Guenther. Dazu zählen beispielsweise Active Assisted Living Technologien für selbstbestimmtes Wohnen, Molekulare Diagnostik und Bildgebung, innovative Implantate und Prothesen, kontaktlose Funktechnologie und Herz-Kreislaufforschung. Aber die AIT ExpertInnen arbeiten nicht nur an zukunftsweisenden Gesundheitsthemen: Sie analysieren Möglichkeiten zum nachhaltigen und innovativen Umgang mit biologischen Ressourcen und deren effiziente Nutzung („Biomining“). Dazu zählen die Förderung des Pflanzenwachstums durch Mikroorganismen sowie deren Identifikation, die rasche Erkennung von Schädlingen, Schimmelpilzen und allergenen Pilzen sowie die Bekämpfung von Pathogenen und Unkräutern. Die AIT-Forschungen sind deshalb so wichtig, weil in diesem Segment noch viel unerforschtes Terrain vorhanden ist: Bakterien und Pilze enthalten eine Vielzahl noch unbekannter Gene mit neuartigen Funkti-


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onen. Auch die regulierenden Mechanismen für diese Gene sind wenig bekannt. „Wir screenen diese Mikroorganismen nach neuen industriellen Enzymen und wertvollen Wirkstoffen sowie nach Möglichkeiten für deren optimale Produktion“, erklärt AIT Senior Scientist Dr. Monika Schmoll. Dazu nutzt das AIT Genom- und Metagenombibliotheken, mithilfe derer Aktivitätsmuster der Mikroben erweitert, verändert und verbessert werden können. Schmoll: „Unsere umfangreiche Sammlung bietet zudem die Möglichkeit, physiologische Funktionen dieser Mikroorganismen auf ihre Eignung für den Einsatz in industriellen Prozessen zu testen. Durch unser Know-how und unsere Forschungsaktivität können wir regulatorische Prozesse aufklären und geeignete Mikroorganismen zur Produktion von homologen und heterologen Performanceproteinen und Metaboliten optimieren.“

TRICHODERMA-ARTEN IM FOKUS Ein Beispiel ist die Genom-Forschung im Bereich der drei Trichoderma-Arten. Diese zählen zu den wichtigsten Pilzen für den Einsatz in Biotechnologie und Landwirtschaft. Sie produzieren Enzyme für unterschiedliche Anwendungen – von Waschmitteln mit verbesserter Wirkung über umweltfreundliche Papierbleiche bis hin zur Produktion von Biotreibstoffen. In der Landwirtschaft werden Trichoderma-Arten eingesetzt, um das Immunsystem von Pflanzen zu stärken und Schadpilze zu bekämpfen. Um die Mechanismen hinter diesen wichtigen Funktionen besser verstehen zu können, ist genaues Wissen über die entsprechenden Pilzgenome erforderlich. Ein internationales Konsortium um Monika Schmoll und Alfredo Herrera-Estrella (LANGEBIO, Mexico) bietet nun einen breiten und umfassenden Überblick über die Genome von Trichoderma reesei, Trichoderma atroviride und Trichoderma virens – zwei wirksame Pilze, die häufig zur biologischen Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft eingesetzt werden

Mit solchen Forschungsaktivitäten baut das AIT seine Kernkompetenz konsquent aus. Dabei geht es nicht immer um komplette Neuentwicklungen, weiß Elke Guenther: „Oft lassen sich bestehende Modelle in neue Märkte integrieren. Ein Beispiel dafür ist unsere molekulare Speicheldiagnostik, die nicht nur zur Erkennung von menschlichen Erkrankungen eingesetzt werden kann, sondern auch für die Diagnose von tierischen Erkrankungen im Nutztiermarkt von großer Bedeutung sein wird.“

Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf der Spur Das AIT Center for Health & Bioresources arbeitet mit internationalen Partnern an der Identifikation und Erforschung neuer Risikoparameter für die Gesundheit – beispielsweise Bluthochdruck. Ein erster Schritt ist die Entwicklung eines erweiterten Blutdruckmessgeräts: Der wichtige Druck am Herzen kann ausschließlich mit Hilfe einer Pulswellenanalyse ermittelt werden – einer sehr aufwändigen, invasiven Methode. AIT-Wissenschaftle­­r­Innen ist es gelungen, eine nicht invasive Pulswellenanalyse zu entwickeln, die sogar mittels einer konventionellen Blutdruckmessmanschette durchführbar ist. Basis dieser Innovation sind die am AIT entwickelten PWA (Pulswellenanalyse)-Algorithmen. Damit kann die gesamte Physiologie und Anatomie eines Patienten abgebildet werden. Die AIT ARCSolver Technologie stößt auf großes internationales Interesse: In den USA und Europa stehen derzeit bereits über 5.000 lizenzierte Geräte in Verwendung, davon über 200 in Österreich.

Foto: AIT/Johannes Zinner

Viktoria Wetter ist u. a. wenig bekannten Gen-Mechanismen auf der Spur.

sowie das „Arbeitspferd“ in der biotechnologischen Produktion von Enzymen. Aktuelle Ansätze wie kohlenhydrataktive Enzyme (CAZymes), Transport, Transkriptionsfaktoren und Entwicklung werden ebenso behandelt wie weniger erforschte Themen wie Signalübertragung, Genomintegrität, Chromatin, Photobiologie oder der Lipid-, Schwefel- und Stickstoffstoffwechsel. Insgesamt umfasst die Studie die Beschreibung von über 2.000 der vorhergesagten 9.000 bis 11.000 Gene der einzelnen Trichoderma-Arten – über 20 % der jeweiligen Genome. Auch die verfügbaren Transkriptomdaten für die annotierten Gene wurden berücksichtigt. Highlights der Ergebnisse sind neue Gene in vielen der behandelten Themen sowie eine Erweiterung bestimmter Signalwege in Trichoderma. Man fand auch Hinweise darauf, dass Trichoderma in der Lage sind, hybride galactosehaltige N-Glykane herzustellen oder die Duplizierung des alternativen Synthesepfads für schwefelhaltige Aminosäuren, um nur einige Beispiele zu nennen.


Performance & Success

FOCUS ON PERFORMANCE & SUCCESS Magnesium ist ein sehr gefragter Leichtbau-Werkstoff im Mobilitätsbereich, wenn es um Gewichts- und Emissionsreduktion geht.

„Wayfinding“-Informationen sollen dazu beitragen, sich auf Flughäfen oder Bahnhöfen besser orientieren zu können.

WERKSTOFFE VON MORGEN

BRANDBESTÄNDIGE MAGNESIUMLEGIERUNGEN In einem Forschungsprojekt ist es WissenschaftlerInnen am LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen gelungen, schwer entflammbare Magnesiumlegierungen zu entwickeln, die im etwaigen Brandfalle auch wieder von selbst verlöschen. Diese Verbesserung der Brandbeständigkeit konnte durch die gezielte Zugabe von Legierungselementen erreicht werden, die das Oxidationsverhalten des Werkstoffes im Brandfall deutlich stabilisieren: „Wir forschen dabei vor allem in Richtung kalziumhaltige Legierungen, da Kalzium kostengünstig und allgemein gut verfügbar ist. Um weitere Materialeigenschaften positiv zu beeinflussen und die Legierung auf eine bestimmte Anwendung hin zu optimieren, können wir zusätzlich gezielt Elemente aus der Gruppe der Seltenen Erden in die Legierungen einbringen“, erklärt dazu Stefan Gneiger, Scientist am AIT. ENERGIESYSTEME DER ZUKUNFT

Fotos: AIT/Zinner, AIT

NICHT OHNE INTELLIGENTE CONTROLLER Energiesysteme werden durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energiequellen immer komplexer. Fluktuierende Einspeiser wie PV-Anlagen oder Windräder und dezentrale Speicher müssen über intelligente Controller gezielt koordiniert werden, um eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten. Das gilt vor allem für Microgrids, also örtlich begrenzte Stromnetze, die an das Hauptnetz angeschlossen sind, den lokalen Bedarf aber auch selbständig aus erneuerbaren Energiequellen decken können – und im Notfall auch müssen. Bei „Hardware-in-the-Loop (HIL)“-Tests werden die Controller an ein simuliertes Microgrid angeschlossen und im Labor auf Herz und Nieren geprüft. In einem Workshop am Massachusetts Institute of Technology (MIT) wurden neue Trends auf diesem Gebiet vorgestellt. Das AIT demonstrierte einen neuen Controller für erneuerbare Energieanlagen auf einer Typhoon HIL-Plattform, dem Markt- und Technologieführer im Bereich Controller Hardware in the Loop-Simulationen. „Eine zuverlässige Regelung von dezentralen Energieanlagen ist gerade für Microgrids sehr wichtig, wie zum Beispiel für Krankenhäuser oder kritische Industrieprozesse“, weiß Zoran Miletic, Senior Engineer am AIT Center for Energy.

ÖFFENTLICHE RÄUME

WEGE FINDEN AM FLUGHAFEN Der Schlüssel zu einem gut gestalteten Flughafen ist zu verstehen, wie Passagiere mit ihrer Umgebung interagieren und wie visuelle Informationen Orientierung und Navigationsverhalten beeinflussen. Dabei konkurrieren „Wayfinding“-Informationen oft mit anderen visuellen Reizen wie Werbung. Wayfinding als integraler Bestandteil des Designprozesses soll intuitivere architektonische Räume schaffen, in denen Passagiere instinktiv navigieren. Die Auswertung des Entwurfs aus der Perspektive eines Fahrgastes bereits in der Planungsphase kann verhindern, dass falsche Designwahlen zu höheren Kosten in späteren Phasen führen könnten. EXPERIENCE – entwickelt von ExpertInnen des AIT Center for Mobility Systems in enger Zusammenarbeit mit Fraunhofer Austria Research – ist ein auf Virtual Reality-Technologien basierender Service. Diese neue Methode bietet eine interaktive Erkundung und Analyse von architektonischen Modellen und Designs, bevor sie gebaut werden. Testumgebungen ermöglichen es Personen, durch virtuelle 3D-Modelle von Flughäfen zu gehen, während sie ihre Bewegung, visuelle Aufmerksamkeit und relevante Verhaltensmerkmale messen. Das AIT stellt diese Technologie auf dem UITP World Congress (13.-17.5.2017 in Montreal/Kanada) vor.


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KRISEN- UND KATASTROPHENMANAGEMENT

MISSVERSTÄNDNISSE VERMEIDEN Das AIT übernimmt den Vorsitz einer europäischen Initiative, die sich mit der Optimierung des interdisziplinären Informationsaustausches bei Einsatzkräften befasst („Terminologien im Krisen und Katastrophenmanagement“). Ziel ist die Entwicklung einer ersten Version eines neuen Thesaurus, der in Zukunft KrisenmanagerInnen und anderen AkteurInnen helfen soll, beim Informationsaustausch mit Partnern aus anderen Ländern und/oder Einsatzbereichen wie Feuerwehren und Polizei Missverständnissen und möglichen Fehlentscheidungen vorzubeugen.

Das AIT arbeitet an der Verbesserung von E-Antrieben für Autobusse. Bild rechts: In einem Konsortium forscht das AIT an neuen Software-Modellierungsmethoden.

ELEKTROBUSSE

EFFIZIENZOPTIMALER ANTRIEB

EMBEET

VEREINFACHTER EINSTIEG IN DIE MODELLIERUNG Ein Konsortium aus LieberLieber Software, CNS Soft und AIT arbeitet im Rahmen eines EUROSTARS-Projekt an der Entwicklung einer kostensparenden Modellierungs- und Testumgebung für sicherheitskritische Software-Systeme. Innerhalb von zwei Jahren soll so eine Modellierungs-Umgebung entstehen, die die Wartungskosten von kritischen Systemen um bis zu 50 Prozent reduziert. Erklärtes Ziel der Partner ist es, auch Personen für den neuen Ansatz zu gewinnen, die bisher nach den traditionellen Methoden der Softwareentwicklung arbeiten. Das soll durch Übernahme der aktuellsten Möglichkeiten der traditionellen Entwicklungsumgebungen in die neue, integrierte und modellbasierte Entwicklungsumgebung (IMDE) geschehen. GRÜNDUNGEN

AIT UNTERSTÜTZT START-UPS Coworking Spaces, innovative Inkubatorprogramme – Wien will Europas neuer Hotspot für Tech-Start-ups werden. Das AIT, und hier insbesondere das Center for Technology Experience, ist mit an Bord und unterstützt die heißesten neuen Start-ups mit Forschungsdienstleistungen, Studien, Beratung und Designs rund um die Themen User Experience und Technologieakzeptanz.

Fotos: Designed by onlyyouqj/Freepik, LieberLieber Software

Die ganzheitlichen Verluste eines Antriebs für einen E-Bus, bestehend aus Wechselrichter und Asynchronmaschine sind Gegenstand eines Forschungsprojekts am AIT. Ziel des Projekts „Effizienzoptimaler Antrieb für Elektrobusse“ (EFFEL) ist, die Wechselrichtertopologie und die Betriebsparameter zu finden, für die sich bei einem konkreten Fahrzyklus minimale Gesamtverluste ergeben. Für theoretische Untersuchungen werden Maschinenund Umrichter-Simulationsmodelle neu- und weiterentwickelt, verifiziert und mit realen Messdaten an zwei unterschiedlichen Maschinen verglichen. U. a. werden auch Lagerströme für verschiedene Topologien und Betriebsparameter gemessen, um zu gewährleisten, dass die hohe Effizienz des Antriebs nicht auf Kosten der Lebensdauer geht. Das komplette, optimierte Antriebsystem bestehend aus Maschine und Prüfwechselrichter wurde an einem Antriebsprüfstand der TSA vermessen. Die optimale, entwickelte Betriebsstrategie erlaubt die Senkung der Gesamtverluste während eines Testfahrzyklus in der Größenordnung von 20-30 %, verglichen mit Standarddesign und Standardregelung.


F&E-INTERNATIONALISIERUNG

CHANCE ODER AUSVERKAUF FÜR ÖSTERREICH? Unternehmen betreiben F&E nicht nur im Herkunftsland, sondern auch zunehmend an ausländischen Standorten. In einem aktuellen Projekt untersucht das Center for Innovation Systems & Policy gemeinsam mit Partnern die F&E-Investitionen ausländischer Firmen in einer Reihe von Ländern. Die Studie zeigt, dass diese F&E-Aktivitäten ausländischer Firmen seit dem Jahr 2000 in der überwiegenden Mehrheit der untersuchten Länder zugenommen haben. Gleichzeitig sind auch die F&E-Ausgaben inländischer Firmen gewachsen. Europa und die USA sind bei weitem die wichtigsten Gastländer für F&E-Aktivitäten ausländischer Unternehmen, obwohl China und Indien als Standorte zunehmend an Bedeutung gewinnen. Auf Sektorebene ist ein Trend weg von der Industrie hin zu F&E im Dienstleistungsbereich zu beobachten. In Österreich machen die F&E-Ausgaben von Firmen in ausländischem Besitz aktuell mehr als die Hälfte der gesamten F&E-Investitionen des Unternehmenssektors aus, im internationalen Vergleich ein außerordentlich hoher Wert. Damit waren internationale F&E-Aktivitäten ein wesentlicher Motor für die Steigerung der österreichischen F&E-Quote seit 1995.

INNOVATION CALENDAR 24.-28.04.2017 // HANNOVER MESSE Internationale Leitmesse zu den Themen Digitalisierung und Industrie 4.0. Ort: Hannover AIT-Kontakte: Richard Kretz, Andreas Kraly Infos: hannovermesse.de // 26.27.04.2017 // ICON VIENNA Ein zentrales Thema der Veranstaltung: „Future Cities as hubs for growth“. Ort: Wirtschaftskammer Wien AIT-Kontakt: Michaela Jungbauer Infos: icon-vienna.net // 09.05.2017 // IT-KOLLOQIUM 2017 Veranstaltung von OVE, TU Wien und AIT zum Thema: „Digitale Transformation“. Ort: Wien AIT-Kontakt: Thomas Zemen Infos: ove.at/veranstaltungen // 09.-12.05.2017 // CONTROL 2017 Die Weltleitmesse für Qualitätssicherung präsentiert innovative Lösungen. Ort: Stuttgart AIT-Kontakt: Petra Thanner Infos: control-messe.de //

Foto: Krischanz Zeiller

10.-12.05.2017 // OAGM & ARW Dieser Workshop zeigt neue Ansätze zu „Vision, Automation & Robotics“. Ort: Wien AIT-Kontakt: Michael Mürling Infos: ait.ac.at/news-events/ //

Projektleiter Bernhard Dachs: „Österreich hat in den letzten Jahrzehnten von der zunehmenden Internationalisierung bei F&E außerordentlich profitiert.“

14.-18.05.2017 // IAMOT CONFERENCE Die IAMOT (International Association for Management of Technology) behandelt künftige Wege im Forschungs- und Innovationszyklus.

Ort: Tech Gate Vienna AIT-Kontakt: Marianne Hörlesberger Infos: www.iamot2017.org // 14.-18.05.2017 // SMART ENERGY SYSTEMS WEEK Fachtagung zum Themenkreis zukunftsfähige, infrastrukturübergreifenden Energiesysteme. Ort: Messe Congress Graz AIT-Kontakt: Wolfgang Hribernik Infos: seswa.at // 16.-18.05.2017 // PCIM EUROPE International führende Messe für Leistungselektronik, Intelligente Antriebstechnik sowie Energiemanagement. Ort: Nürnberg AIT-Kontakte: Johannes, Stöckl, Johannes Gragger Infos: mesago.de // 30.05.2017 // SEHEN UND VERSTEHEN – CYBER SECURITY Das AIT organisiert die 3. Ausgabe einer Technologie-Leistungsschau im eigenen Format mit einer Ausstellung modernster Sicherheitstechnologien. Ort: Wien AIT-Kontakt: Helmut Leopold Infos: ikt.wien // 07.-09.06.2017 // EU-SPRI 2017 Das AIT organisiert die Eu-SPRI (European Forum for Studies of Policies for Research and Innovation)-Konferenz. Thema: „The Future of STI – The Future of STI Policy”. Ort: Tech Gate Vienna AIT-Kontakt: Florian Hainz Infos: euspri-vienna2017.org //


AIT Top Journal Papers

ENERGIEVERBRAUCH VON GEBÄUDEN

HYBRIDMODELL FÜR FUNKKANÄLE

NEUKONZEPTION VON INNOVATIONSSYSTEMEN

Der Energieverbrauch von Gebäuden ist ein wichtiger Faktor bei der Erreichung der nationalen und globalen CO2-Emissionsziele. Die wirtschaftlichen Einsparungen pro Gebäude sind jedoch begrenzt und nur schwer zu argumentieren. Die Maßnahmen lassen sich aber auf Bezirks- oder Stadtebene aggregieren. Der in diesem Paper vorgestellte Ansatz beschreibt eine großmaßstäbige Ko-Simulationsumgebung zur Effizienzsteigerung. Er liefert quantitative Informationen darüber, wie sich die Maßnahmen auf die Energieeffizienz im großen Maßstab auswirken und minimiert gleichzeitig den Aufwand für die Modellierung einzelner Gebäude. Im Vordergrund steht die Modellierung des thermischen Verhaltens der Gebäude in einem großen Wohnviertel, um den Energiebedarf unter Berücksichtigung der Wetterbedingungen, Verschattung und Raumtemperaturen mit einer zeitlichen Auflösung von unter einer Stunde berechnen zu können. In einer Machbarkeitsstudie wurde die Methode an einem Wohnviertel demonstriert und der Wärmebedarf und CO2-Fußabdruck des Stadtteils ermittelt.

Ray-Tracing erlaubt die deterministische Simulation der Kanalimpulsantwort. Studien zeigen, dass dieses Werkzeug sehr gut funktioniert, wenn die Impulsantwort nur aus wenigen klar abgegrenzten Komponenten besteht. Messungen der Kanalimpulsantwort in Innenräumen weisen jedoch am Ende einen diffusen Anteil auf. Dieser kann aufgrund der rechnerischen Komplexität nur schwer im Ray-Tracing berücksichtigt werden. Wir zeigen ein Hybridmodell, das sowohl die deterministischen Komponenten als auch den diffusen Anteil berücksichtigt, indem Ray-Tracing mit einem Aufbereitungsgraphen kombiniert wird. Die rekursive Struktur des Aufbereitungsgraphen erlaubt die effiziente Berechnung der Kanaltransferfunktion mit unendlich vielen Reflektionen. Wir verwenden Ray-Tracing und die Theorie der Raum-Elektromagnetik zur Ableitung der Parametereinstellungen für den Aufbereitungsgraphen. Das vorgestellte Hybridmodell benötigt daher im Vergleich zum Ray-Tracing keine neuen oder zusätzlichen Parameter. Die Simulationsergebnisse zeigen in Bezug auf die Berücksichtigung des diffusen Anteils sowohl im Verzögerungs-Leistungsspektrum als auch im Azimut-Verzögerungs-Leistungsspektrum eine gute Übereinstimmung mit den Messungen.

Das Konzept der Innovationssysteme ist ein zentrales Paradigma der Innovationsforschung und hat die Forschungsund Innovationspolitik seit den frühen 1990er Jahren entscheidend beeinflusst. Trotz dieses Erfolgs wurden in den vergangenen Jahren Zweifel laut, ob das Konzept auch für die Auseinandersetzung mit den innovationsbezogenen Herausforderungen der Zukunft geeignet ist. Im vorliegenden Paper vertreten wir die Meinung, dass systemische Erklärungen von Innovationserfolg noch immer eine wichtige Rolle spielen. Um der steigenden Kritik zu entgegnen, müssen wir jedoch den konzeptuellen Kern der Familie der Innovationssysteme (IS) neu überdenken und einen Pfad zur Erneuerung skizzieren. Das Paper verfolgt die IS-Ansätze zu ihren konzeptuellen Wurzeln zurück, bewertet ihre Aufnahme in verschiedenen politischen Zirkeln weltweit, diskutiert ihren konzeptuellen Kern und Erklärungsansatz und formuliert schließlich eine zukunftsorientierte Forschungsagenda für eine integrativere und umfassendere Rahmendefinition von Innovationssystemen.

G. Zucker, F. Judex, M. Blöchle, M. Köstl, E. Widl, S. Hauer, A. Bres, J. Zeilinger: A new method for optimizing operation of large neighborhoods of buildings using thermal simulation, Energy and Buildings, 125 (2016),

K. M. Weber, P. Schaper-Rinkel: European Sectoral Innovation Foresight: Identifying Cross-Sectoral Patterns and Policy Issues. Technological Forecasting & Social Change, 2017, 115, 240-250

S. 153 - 160. G. Steinböck, M. Gan, P. Meissner, E. Leitinger, K. Witrisal, T. Zemen, T. Pedersen: IEEE Transactions on Antennas and Propagations, vol. 64, no. 9, pp. 4036 - 4048, Sept. 2016, doi.

Impressum: Chefredakteur: Michael H. Hlava, Stv. Chefredakteur: Daniel Pepl, Redaktion: ­Beatrice Fröhlich-Rath, Florian Hainz, Michaela Jungbauer, ­Michael M ­ ürling, Fabian Purtscher, Juliane Thoß. Feedback bitte an: presse@ait.ac.at

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Tomorrow Today 02/2017 (deutsch)  

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