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TOMORROW TODAY CENTER FOR MOBILITY SYSTEMS

MOBILITÄTSSYSTEME FÜR MORGEN LETITFLOW // Unterstützung älterer Menschen in Gesundheitsberufen PROJEKT SYRNEMO // Revolutionärer Elektromotor mit mehr Performance ICT DM 2016 // Konferenz für IKT im Krisen- und Katastrophenmanagement

DI Arno Klamminger, Head of Center for Mobility Systems

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TOMORROWTODAY II

WIE WIR UNS KÜNFTIG BEWEGEN

DI (FH) Markus Ray, DI Manfred Haider, Mag. Silvia Bernkopf, DI Arno Klamminger, Dr. Alexandra Millonig (v. l. n. r.)

Mit dem RoadSTAR, einem rollenden Messlabor, lassen sich Parameter des Straßenzustandes und der Straßengeometrie ohne Beeinträchtigung des Virtual Reality: Analyse des Verhaltens von Fußgängern in Infrastrukturen.

Fließverkehrs sammeln.


Top-Story

Das MoProVe (Motorcycle Probe Vehicle) sammelt Fahr­ dynamikdaten als Basis für ein Bewertungssystem der Verkehrssicherheit von Motorradstrecken.

Fotos && Coverbild: Johannes Zinner/AIT Fotos Coverbild:

Im AIT Center for Mobility Systems wird an multimodalen Verkehrs- und Mobilitätssystemen der Zukunft und der zugrundeliegenden Infrastruktur geforscht.

Das AIT Center for Mobility Systems verfügt über einzigartige Spezialfahrzeuge, die mit hochpräzisem Messequipment während einer Messfahrt zahlreiche Eigenschaften der Infrastruktur gleichzeitig erfassen können.

Personen und Güter, Fahrzeuge und Infrastrukturen stellen zentrale Elemente in einem Mobilitätssystem dar. Und sie stehen zueinander in einer dynamischen Beziehung: Veränderungen im Verhalten eines Systembestandteils haben Auswirkungen auf das ganze System. „Deshalb beschäftigen wir uns mit den Entwicklungen in Mobilitäts- und Verkehrssystemen aus ganzheitlicher Sicht“, erklärt DI Arno Klamminger, seit Jänner Head of Center for Mobility Systems. Und, so Klamminger weiter: „Wurden einzelne Elemente im Mobilitätssystem früher getrennt betrachtet, sehen wir heute ein Umfeld, das stark von Synergien und dem Zusammenwachsen von Themen gekennzeichnet ist.“ Auf den Punkt gebracht: Unsere Mobilitätssysteme verändern sich, und das in schneller Geschwindigkeit. Es entstehen neue Modelle und Mobilitätsvarianten, neue Kombinationen in der Wahl von Verkehrsmitteln oder auch Konvergenzen, die bisher kaum denkbar waren. Daher befasst sich das AIT mit der Interaktion von Personen und Gütern, von Fahrzeugen und Infrastrukturen sowie von Personen und Infrastrukturen. Im Hintergrund dieser Interaktionen spielen die „grand challenges“ eine wesentliche Rolle: Der Zwang zur Dekarbonisierung erfordert neue Mobilitätskonzepte, die Urbanisierung stellt öffentliche Verkehrsnetze oder Kommunen vor Herausforderungen, die Globalisierung bewirkt neue Warenströme. Und über allen Themen stehen die schier unendlichen Möglichkeiten der Digitalisierung. „Der Schlüssel zur Erforschung dieser Veränderungen ist das Erfassen und Analysieren von Daten zur Mobilität und zum Zustand der Infrastruktur und der darauf fließenden Verkehrsströme. „Wir entwickeln Lösungen für


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So nimmt das Smartphone eine Busfahrt wahr: Frequenzspektrum der einwirkenden Kräfte (unten) und des zeitlichen Verlaufs der Fahrt (oben).

durch die automatische Verrechnung für das jeweils benutzte Verkehrsmittel“, sagt Arno Klamminger. Darauf aufbauend können auch neue Tarifmodelle entwickelt werden.

ON-DEMAND-MOBILITÄT NIMMT ZU Die massiv wachsende Bedeutung von individuellen Mobilitätslösungen erfordert ganz neue Herangehensweisen, weiß Klamminger: „Diese sollen möglichst auf die persönlichen Bedürfnisse optimiert sein und dennoch sinnvoll ins gesamte Verkehrssystem integriert werden.“ Das AIT Center for Mobility Systems berücksichtigt in seinen Modellen den Faktor Mensch. Denn, so Klamminger: „Die Akzeptanz für neue Mobilitätsanwendungen oder die Motivation, sein eigenes Mobilitätsverhalten zu ändern, hängt von vielen individuellen Faktoren ab.“

LEISTUNGSFÄHIGE, SICHERE UND ­UMWELTFREUNDLICHE VERKEHRS­ INFRASTRUKTUR Im Bereich der Transportation Infrastructure Technologies beschäftigen sich AIT-ExpertInnen mit den zentralen Mobilitätsthemen rund um die Verkehrsinfrastruktur: Hochgenaue Erfassung und Prognose der Leistungsfähigkeit der Straßenund Schieneninfrastruktur, Widerstandfähigkeit und funktionelle Lebensdauer von Schlüsselelementen wie Brücken und die Rolle der Infrastruktur bei der Erhöhung der Verkehrssicherheit und der Reduktion von Verkehrslärm und Erschütterungen. Ein wichtiges Messfahrzeug ist dabei der RoadSTAR. Mit diesem einzigartigen rollenden Messlabor lassen sich hochpräzise Parameter des Straßenzustandes und der Straßengeometrie ohne Beeinträchtigung des Fließverkehrs sammeln. Diese Messungen sind ein wesentlicher Input für das Erhaltungsmanagement der Infrastrukturbetreiber, um die Straßen der Zukunft leistungsfähig, sicher und umweltfreundlich zu machen. Die Messfahrzeuge des AIT liefern durch die systematische Erfassung der Straßenbeschaffenheit und des Umfelds sowie von Fahrdynamikparametern (wie Bremskräfte und Beschleunigungen) auch eine wichtige Basis für mehr Verkehrssicherheit: Modelle und Simulationen ermöglichen die Analyse und Entwicklung effizienter infrastrukturbasierter Verkehrssicherheitsmaßnahmen.

On the right track: Analyse und Optimierung von Personenflüssen Beim Thema Personenstromsimulation geht das AIT Center for Mobility Systems der Frage nach, wie sich Fußgänger in verschiedenen Umgebungen verhalten. Hier steht die Analyse bzw. das Vorab-Erkennen von kritischen Situationen durch das Zusammentreffen un­ terschiedlicher Personenströme im Fokus. „Wir unter­ suchen, wie sich Menschen in Umgebungen zurechtfin­ den, wie sie auf Hinweise reagieren und lassen das in die Gestaltung der Infrastruktur oder auch von Leitsystemen einfließen“, erklärt Arno Klamminger. Eine entscheiden­ de Rolle spielt dies in der Planung von öffentlichen Plät­ zen, wie Bahnhöfen oder Flughäfen, sowie in der Ent­ wicklung von Evakuierungsplänen bei Großevents. Bei der Evaluierung von Infrastrukturdesigns bedient sich das AIT einer speziellen Virtual Reality-Brille – ein weiterer Beweis für die enormen Möglichkeiten, die sich aus der Digitalisierung ergeben.

Foto: AIT

die Interpretation von mobilitätsrelevanten Daten und leiten daraus realitätsnahe Modelle ab. Diese bilden wiederum die Grundlage für Simulations-, Vorhersage- und Optimierungsaufgaben im Verkehrsbereich. So erzeugen wir aus Daten Informationen und können mit unseren Softwarelösungen und unserem Know-how strategische Entscheidungsprozesse sowohl in der Planungsphase als auch im Betrieb unterstützen“, meint Klamminger. So bietet das AIT beispielsweise mit „Smart Survey“ eine Smartphone-App für die einfache und zuverlässige Durchführung von Mobilitätsstudien an. Diese Lösung richtet sich vor allem an Verkehrs- und Städteplaner, die diese Mobilitätsdaten bis dato aufwendig mit Papierfragebögen erheben müssen. Vor allem das Smartphone als Informations- und Daten-Schnittstelle gewinnt massiv an Bedeutung. „Unsere neue Technologie ´Travel Mode Identification´ erkennt automatisch am Smartphone, welches Verkehrsmittel Sie gerade verwenden. Diese Technologie wird uns in Zukunft die Nutzung des Verkehrssystems erleichtern – beispielweise


Performance & Success

FOCUS ON PERFORMANCE & SUCCESS Eine neue AIT-Software legt die Basis für automatische Fahrscheinabrechnung.

Dr. Christian Chimani, Head of Center for Low-Emission Transport, ruft zur Einreichung von Papers auf.

NEUE AIT-SOFTWARE

WENN DAS SMARTPHONE DAS VERKEHRSMITTEL ERKENNT Das Smartphone haben wir immer und überall mit dabei. Wir verwenden es längst nicht mehr nur zum Telefonieren, Surfen oder Fotografieren – über Hilfsprogramme übernimmt es immer mehr Aufgaben, zum Beispiel als Zahlungsmittel. AIT-Wissenschaftler des Centers for Mobility Systems haben jetzt eine Software entwickelt, die automatisch erkennt, in welchem Verkehrsmittel man unterwegs ist. Außerdem unterscheidet die Software zwischen acht verschiedenen Arten der Fortbewegung: zu Fuß, Fahrrad, Auto, Zug, Straßenbahn, U-Bahn, Bus oder Motorrad. Das ist beispielsweise nützlich für automatische Fahrscheinabrechnung und Verkehrs-Apps, die Echtzeitinformationen über den Weg anbieten, aber auch für zuverlässige Mobilitätserhebungen mit Smartphones. LET IT FLOW

Fotos: Vipress/Peter Strobl, AIT

UNTERSTÜTZUNG ÄLTERER MENSCHEN IN GESUNDHEITSBERUFEN Das AAL-Projekt LetItFlow zielt darauf ab, ein System zu entwickeln, das älteres Krankenhauspersonal sowie LabortechnikerInnen in der täglichen Arbeitsroutine unterstützt und gleichzeitig als intelligentes Health­ care-Monitoring-Tool funktioniert. In einem immer komplexer werdenden Arbeitsalltag, der zunehmend von Technologie geprägt ist, soll mittels Monitoring über Smartphone und Smartwatch eine Optimierung der Workflows erfolgen, die speziell die Bedürfnisse von älteren MitarbeiterInnen berücksichtigt. Das AIT kooperiert in diesem Projekt unter anderem mit den Universitätskliniken in Bukarest und Sevilla, wo das LetItFlow-System getestet wird. Es zeigte sich u. a., dass herkömmliche Smartphones und Smartwatches für die Arbeitsabläufe im Laborkontext nicht geeignet sind. Projektleiter Valentin Gattol: „Die Bedienung über Touchscreen ist dort nur sehr eingeschränkt möglich, da die LabortechnikerInnen meist Gummihandschuhe tragen. Aufbauend auf dieser Beobachtung entwickeln wir am AIT einen Smartwatch-Prototyp, bei dem wir alternative Interaktionsformen wie Gestensteuerung ausprobieren und testen werden.“

TRA 2018 WIEN

NEUE DIGITALE ÄRA IM TRANSPORTWESEN Die Transport Research Arena TRA ist die größte Forschungs- und Technologiekonferenz im Bereich Transport und Mobilität in Europa und findet vom 16. bis 19. April 2018 in Wien statt. Der Call for Abstracts ist eröffnet und läuft bis 21. März 2017. WissenschaftlerInnen, ForscherInnen und Ingenieure/ innen sind aufgerufen, ihre Abstracts online einzureichen. Dr. Christian Chimani, Head of Center for Low-Emission Transport am AIT Austrian Institute of Technology und Chair of Programme Committee der TRA 2018: „Einerseits kann man ein Scientific Paper mit hoher Exzellenz einreichen, das einer wissenschaftlichen Überprüfung unterzogen wird. Andererseits sind Technical Papers willkommen, die von einer Expertenjury nach den Kriterien Qualität der Technologie, Anwendungsnähe und Aussagekraft sowie Transferierbarkeit von Fallstudien begutachtet werden.“ Eine Fachjury entscheidet, welche Beiträge auf der TRA 2018 in Form eines Vortrages oder Posters präsentiert werden. Die besten Scientific Papers erhalten die Möglichkeit der Publikation in einem wissenschaftlich renommierten (SCI) Journal. Mehr auf: http://www.traconference.eu/ call-for-abstracts/


TOMORROWTODAY VI

Der im EU-Projekt SyrNemo entwickelte E-Motor soll künftig dabei helfen, die CO2-Emissionen in Europa deutlich zu reduzieren.

Haben eine Basis für besseren Klimaschutz gelegt: Christian Köfinger (AIT Austrian Institute of Technology), Christoph Winterhalter (Vorsitzender des Vorstandes DIN).

SYRNEMO

IM KAMPF GEGEN TREIBHAUSGASEMISSIONEN

UMWELTSCHUTZ

WÄRMEPUMPE ALS ENERGIESPARMEISTER Zwischen 500 und 800 kWh Energie verbraucht ein durchschnittlicher Europäer pro Jahr allein für die Warmwasserbereitung. Eine oft unterschätzte Rolle spielt neben dem persönlichen Nutzungsverhalten das Warmwasserbereitungssystem. Um EndverbraucherInnen die Wahl einer energieeffizienten und umweltschonenden Technologie zu erleichtern, wurde vor drei Jahren die EU-Verordnung Nr. 812/2013 zur „Energieeffizienzkennzeichnung von Warmwasserbereitern, Warmwasserspeichern und Verbundanlagen aus Warmwasserbereitern und Solareinrichtungen“ in Kraft gesetzt. Im Bereich der Wärmepumpen wird diese Verordnung mit der neuen Norm DIN EN 16147 umgesetzt. Sie legt die Verfahren zur Prüfung, Leistungsangabe und Kennzeichnung sämtlicher Wärmepumpenarten fest. Dank der in dieser Norm beschriebenen Verfahren können Wärmepumpen mit dem EU-Energy-Label gekennzeichnet werden. KonsumentInnen können wie beim EU-Energy-Label für Elektrogeräte auf einen Blick sehen, wie effizient eine Wärmepumpe ist. „Damit werden die einzelnen Wärmepumpen untereinander vergleichbar, und auch der Vergleich mit anderen Warmwasserbereitungsgeräten ist möglich“, erklärt Christian Köfinger, der als AIT-Experte intensiv an der Entwicklung der neuen Europäischen Norm mitgearbeitet hat und dafür vor kurzem den DIN-Preis „Nutzen der Normung“ erhielt.

Fotos: AIT

Gute Nachrichten für unsere Umwelt: Im Rahmen des vom AIT-Experten Michele De Gennaro koordinierten EU-Projekts SyrNemo haben die Forscherinnen und Forscher einen Elektromotor entwickelt, der dazu beitragen kann, die CO2-Emissionen in Europa deutlich zu verringern. Prototypen des Motors wurden hergestellt, qualifiziert und getestet – jetzt prüfen die Projektpartner die Marktmöglichkeiten dieser Innovation. SyrNemo hat zwei voll funktionsfähige Prototypen eines Antriebs, der frei von Seltenen Erden ist, entwickelt, der zudem nicht auf dem Monopol der bisherigen Magnetlieferanten beruht. Das endgültige Design wurde auf der Grundlage seiner Maschinenkonstanten der mechanischen Leistung und der Drehmomentdichte bewertet. Im Vergleich zu den Benchmarks 2016 zu diesen beiden Kennzahlen ergab sich eine Verbesserung der Performance um + 45% und + 25%. Das SyrNemo-Motor-Design wurde bereits auf der SAE 2016 World Congress and Exhibition in Detroit vorgestellt und auf dem führenden Event für Verkehrsforschung in Europa, der Transport Research Arena in Warschau, erfolgreich präsentiert.


ICT DM 2016

MANAGEMENT IM KATASTROPHENFALL

Foto: AIT/Michael Mürling

Von 13. bis zum 15. Dezember 2016 veranstaltete das AIT Austrian Institute of Technology in Wien die 3. internationale Konferenz für IKT im Krisen- und Katas‑ trophenmanagement. Organisiert von der AIT-Forschungsgruppe Environmental and Crisis & Disaster Management des Centers for Digital Safety & Security, lag der Fokus der Konferenz auf Informations- und Kommunikationstechnologien im Bereich Krisen- und Katastrophenschutzmanagement. Die internationalen TeilnehmerInnen kamen aus dem universitären Bereich, der außeruniversitären Forschung, der Industrie, der Freiwilligenhilfe und von Behörden. Insgesamt waren TeilnehmerInnnen aus 22 verschieden Ländern vertreten. Im Zuge der Konferenz wurden in verschiedenen Plenary Sessions Themen wie der Einsatz von Social Media im Katastrophenfall, neuartige Frühwarnsysteme, Entscheidungsunterstützungssysteme für Krisenmanager sowie Kommunikationsstrategien im Krisen- und Katastrophenmanagement präsentiert. Das AIT war mit Forschungsergebnissen aus den KIRAS-Projekten INKA und PASA vertreten, wobei auf Interoperabilitätsaspekte im Krisen- und Katastrophenmanagement und das zukünftige Alarmierungssystem in Österreich näher eingegangen wurde.

INNOVATION CALENDAR 06.-09.03.2017 // HRI 2017 Internationale Leitkonferenz zum Thema Human-Robot Interaction unter Vorsitz des AIT. Ort: Wien AIT-Kontakt: Manfred Tscheligi Infos: humanrobotinteraction.org/2017/ //

Effektivität unterschiedlicher spielerischer Ansätze in der Abwehr von Social Engineering Attacken.“ vertreten. Ort: Salzburg AIT-Kontakt: Michaela Reisinger Infos: privacyofficers.at/event/fraud-­ tagung-2017/ //

13.-14.3.2017 // SYMPOSIUM ON INNOVATIVE SMART GRID CYBERSECURITY SOLUTIONS Konferenz anlässlich Projektabschluss, zweitätiges Event mit Abendevent, Vorträge im großen Veranstaltungsraum und im SmartEST Lab. Ort: TechBase Vienna AIT-Kontakt: Michaela Jungbauer, Michael Mürling Infos: smartgrid-cybersecurity.events/ //

27.-28.03.2017 // M2M/IOT FORUM CEE 2017 M2M und IoT bringen Disruption auf einen neuen Level. Intelligente Technologien werden unser Leben verändern. Das AIT ist Veranstaltungspartner und mit Stand und Expertenvorträgen vertreten. Ort: Rathaus, Wien AIT-Kontakt: Michael Mürling Infos: m2m-forum.eu //

14.-15.03.2017 // 10. CIO KONGRESS FRÜHLING „TECHNOLOGIE“ Workshop zum Thema: „Blockchain – ‚das Game Changer System‘ - Techno­ logien & Anwendungen“. Ort: Waidhofen AIT-Kontakt: Ross King Infos: lsz-consulting.at/events/ //

05.-07.04.2017 // 1ST EMMC INTER­ NATIONAL WORKSHOP Fachtagung zum Stand der Entwicklung rund um metallurgische Modellierung bzw. neue Aufwendungen für die Industrie, organisiert vom European Materials Modelling Council (EMMC). Ort: Wien AIT-Kontakt: Amir Horr Infos: emmc.info/ //

14.–16.03.2017 // PASSENGER TERMINAL EXPO 2017 Fachmesse zu den Herausforderungen in der Luftfahrt mit Fokus auf Fluglinien und Flughafenbetreiber. Ort: Amsterdam AIT-Kontakte: Silvia Bernkopf Infos: passengerterminal-expo.com/ // Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes in Österreich, referierte zu humanitären Aspekten in der Krisen undRisikowahrnehmung der Bevölkerung.

16.-17.03.2017 // FRAUD TAGUNG 2017 Schwerpunkte dieser Tagung: IoT-Security und Cybercrime. Das AIT ist mit der Key Note „Gamified Cyber-Security: Die

06.–07.04.2017 // BVL LOGISTIK DIALOG Beim 33. Logistik Dialog der BVL Bundesvereinigung Logistik Österreich stehen das Generalthema „Kunden­fokus – Dynamisierung – Leadership“ im Mittelpunkt. Ort: Pyramide Vösendorf AIT-Kontakt: Jürgen Zajicek, Boschidar Ganev Infos: bvl.at //


AIT Top Journal Papers

STRUCTURE-FROMMOTION-ANSATZ

SOZIALE INNOVATION DURCH CO-KREATION

VERKEHRSMODELLIERUNG AUS GIS-PERSPEKTIVE

Wir präsentieren einen neuartigen „Structure from Motion“-Ansatz, mit dessen Hilfe die Kamerabewegung und ein dreidimensionales Modell einer betrachteten Szene aus Liniensegmenten in Bildfolgen abgeleitet werden kann. Obwohl sich Position und Orientierung für Liniensegmente genauer bestimmen lassen als für Bildpunkte, konzentrierte sich das Interesse der Forschung bislang eher auf punktbasierte Methoden zur Szenenrekonstruktion. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die Instabilität von Linienendpunkten und die Tatsache, dass Linien nicht den Randbedingungen der epipolaren Geometrie unterliegen. In unserem Ansatz behandeln wir das Problem der instabilen Endpunkte, indem wir für ihre Positionen sowohl beim Matching als auch beim darauf folgenden Bündel‑­ ausgleich gelockerte Randbedingungen anwenden. Die Effizienz wird durch die Berechnung trifokaler Bildrelationen durch die Entkopplung von Rotation und Translation erhöht. Zu diesem Zweck kommt ein neuartiger linearer Solver zum Einsatz, der die relative Translation auf Basis von Rotationen aus fünf Linienkorrespondenzen in drei Ansichten ableiten kann. Umfassende Versuche mit langen Bildfolgen haben gezeigt, dass unser linienbasierter „Structure from Motion“-Ansatz eine Ergänzung für punktbasierte Methoden darstellt und eine aussagekräftigere 3D-Darstellung von Innenraumszenarien erlaubt.

Die Arbeit zeigt Verbindungen zwischen Dienstleistungsinnovationen und sozialen Innovationen auf, indem Forschungsfelder identifiziert werden, die eine gemeinsame heuristische Basis bieten. Durch Betrachtung sozialer Innovationen mit Hilfe eines Multiagentensystems lassen sich forschungsrelevante Verbindungen zwischen sozialen Innovationen und Dienstleistungsinnovationen herstellen. Unsere Fallstudie des österreichweiten Programms für öffentlich zugängliche Defibrillatoren (ANPAD) bietet ein Beispiel für Co-Kreation zur Entwicklung, Umsetzung und Aufrechterhaltung dieser sozialen Innovation. Konkret organisierte das Österreichische Rote Kreuz ein Innovationsnetzwerk, um Nachfrage- und Angebotsseite eines Markts für Produktion und sichere Anwendung automatisierter externer Defibrillatoren (AEDs) in Österreich zu schaffen. Der Prozess umfasste die Steigerung des öffentlichen Bewusstseins für die Notwendigkeit mobiler Defibrillatoren, die Vertretung der NutzerInnen bei Veränderungen im Design mobiler AEDs sowie die Institutionalisierung von AED-Schulungen in sämtlichen österreichischen Erste-Hilfe-Kursen. In Zusammenarbeit mit lokalen Herstellern und großen Nutzerorganisation erfolgte danach die Produktion des Geräts bzw. die Installation von AEDs vor Ort bei Institutionen.

Mobilitätsforschung und Geographie haben in der Vergangenheit weitgehend unabhängige wissenschaftliche Herangehensweisen an Transportsysteme und Verkehrsmodelle entwickelt. Angesichts jüngster konzeptioneller, methodischer und technischer Entwicklungen ist die Notwendigkeit eines integrierten Ansatzes offensichtlich. Dieser Beitrag skizziert das Potenzial von geographischen Informationssystemen (GIS) für die Verkehrsmodellierung. Wir identifizieren drei Bereiche, in denen die räumliche Perspektive wesentlich zu einem effizienteren Modellierungsprozess und zu zuverlässigeren Modellergebnissen beitragen kann, nämlich zu Verarbeitung von Geodaten, Erstellung von disaggregierten Transportmodellen und der Geo-Visualisierung. Für diese drei Felder werden verfügbare Befunde aus verschiedenen Domänen zusammengestellt und zukünftige Forschungsfragen formuliert. Loidl, M., Wallentin, G., Cyganski, R., Graser, A., Scholz, J., & Haslauer, E. (2016) GIS and transport modeling — Strengthening the spatial perspective. ISPRS Int. J. Geo-Inf. 2016, 5, 84. doi:10.3390/ijgi5060084.

Windrum, P., Schartinger, D., Rubalcaba, L., Gallouj, F. and Toivonen, M. (2016) The

Micusik B., Wildenauer H.: Structure from

Co-Creation of Multi-Agent Social Innova-

Motion with Line Segments Under Relaxed

tions: A Bridge Between Service and Social

Endpoint Constraints, International Journal

Innovation Research. European Journal of

of Computer Vision (IJCV), © 2016 Springer

Innovation Management, 2016, 19, 2, 150-166

http://link.springer.com/article/10.1007/ s11263-016-0971-9

Impressum: Redaktionsleitung: Michael H. Hlava, Produktionsleitung: Daniel Pepl, Redaktion: ­Beatrice Fröhlich-Rath, Florian Hainz, Michaela Jungbauer, ­Michael M ­ ürling, Fabian Purtscher, Juliane Thoß. Feedback bitte an: presse@ait.ac.at

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Tomorrow Today 01/2017 (deutsch)  

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