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THE PROFILE & HIGHLIGHTS 2019 — 2020    


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EMPOWERING INNOVATION. DAS AIT AUSTRIAN INSTITUTE OF TECHNOLOGY IST DER STARKE STRATEGISCHE PARTNER FÜR UNTERNEHMEN, DIE AUF DEN MÄRKTEN DER ZUKUNFT ERFOLGREICH AGIEREN WOLLEN.

PROFILE & HIGHLIGHTS


INTRO

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INHALT

04 Mission Statement

05 Geleitwort Das AIT als unverzichtbarer Faktor für ­Österreichs künftigen Wohlstand Von Hannes Androsch, Vorsitzender des AIT Aufsichtsrates

06 Centers/Forschung/Auf einen Blick Focus of the Centers Schwerpunkte des AIT

08 Geschäftsführung/Themen/Fokus „Es gibt keine Grenzen, die uns schützen“ AIT Managing Directors Anton Plimon und ­Wolfgang Knoll im Interview

12 Forschung/Themen/Fokus Innovating Infrastructure Systems AIT als Entwickler neuer Technologien

14 Diversity/Teams/Menschen We are AIT Ingenious Partners bilden das AIT.

16 Eigentümervertreter*innen/Geleitwort Nur exzellente Forschungsergebnisse führen zu herausragenden Markterfolgen Von Andreas Reichhardt, Sektionsleiter im BMVIT

17 Eigentümervertreter*innen/Geleitwort AIT – Brückenbauer und Schlüsselpartner der ­innovativen Industrie Von Isabella Meran-Waldstein, Industriellenvereinigung

18 Forschung/Infrastruktur/Laboratorien Forschung auf höchstem Niveau Am AIT werden Produkte, Services und Lösungen für morgen geschaffen.

24 Technologie/Forschung/Papers Committed to scientific excellence Aktuelle Top-Papers zeigen die hohe Forschungskompetenz am AIT

30 Forschung/Wettbewerbe/Awards Vor den Vorhang Ein kleiner Auszug der jüngsten Awards für AIT Forscherinnen und Forscher.

32 Mitarbeiter*innen/Human Resources/Karriere Imagine. Engage. Achieve. Am AIT werden Karrieren Wirklichkeit.

34 Agenda Setting/Kongresse/Events Am Puls der nahen Zukunft Das AIT ist ein anerkannter Gastgeber und Mitveranstalter auf internationalen Markt- und Wissensplatt­ formen.

38 Dekarbonisierung/Energie/Industrie Center for Energy Das Center for Energy entwickelt Lösungen für nachhaltige Energieversorgung und unterstützt Industrieunternehmen sowie Infrastrukturbetreiber in ihren Transformationsprozessen.

40 Verkehr/Transport/Mobiität Center for Mobility Systems Die Expertinnen und Experten des Centers for Mobility Systems entwickeln interdisziplinäre, smarte Lösungen für die Mobilität von morgen.

42 Digitalisierung/Security/Safety Center for Digital Safety & Security Hier werden moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Systeme entwickelt, um kritische Infrastrukturen zu schützen.

44 Gesundheit/Bioresources/Medizin Center for Health & Bioresources Das AIT Center for Health & Bioresources forscht an essenziellen Herausforderungen des demo– grafischen Wandels und der Ressourcenknappheit.

46 Materialforschung/Transport/Leichtbau Center for Low-Emission Transport Die Expertinnen und Experten des Centers for Low-Emission Transport erforschen effiziente, intelligente und sichere Fahrzeugkomponenten mit Fokus auf Elektrifizierung und Leichtbau.

48 V isualisierung/Qualitätskontrolle/Produktion Center for Vision, Automation & Control Das Center entwickelt Methoden und Technologien, welche die gesamte Kette von Sensorentwicklung, Datenerfassung und -analyse und intelligenten Algorithmen bis zur Entscheidungsfindung umfassen.

50 User-Akzeptanz/Technologie/Innovationsprozesse Center for Technology Experience Das Center for Technology Experience beschäftigt sich mit fundamentalen Fragen zur Interaktion zwischen Mensch und Technologie. Damit werden Innovationsprozesse messbar.

52 Netzwerke/FTI-Politik/Foresight Center for Innovation Systems & Policy Als zentraler Knoten in FTI-System und Partner für öffentliche Verwaltung, Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen nimmt das Center eine bedeutende Rolle in Foresight-Prozessen ein.

54 Stay in Contact Medien, soziale Kanäle und AIT-Channels. Das AIT ist auf vielen Kanälen ein gefragter Partner der nationalen und internationalen FTI-Community.


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MISSION STATEMENT •

Das AIT Austrian Institute of Technology ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung, nimmt eine führende Position bei Innovationen ein und spielt auf europäischer Ebene eine Schlüsselrolle als jene Forschungs- und Technologieeinrichtung, die sich mit den zentralen Infrastrukturthemen der Zukunft befasst.

Acht spezialisierte Center forschen an den zentralen Infrastrukturthemen der Zukunft in den Bereichen Energy, Mobility Systems, Low-Emission Transport, Health & Bioresources, Digital Safety & Security, Vision, Automation & Control und Technology Experience. Ergänzt werden diese wissenschaftlichen Forschungsgebiete um die Kompetenz im Bereich Innovation Systems & Policy.

Als nationaler und internationaler Knotenpunkt an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie macht das AIT dank seiner wissenschaftlich-technologischen Kompetenz, Erfahrung auf den Märkten, der engen Kundenbindung und einer hervorragenden Forschungsinfrastruktur Innovationen möglich.

Als Ingenious Partner für Industrie und öffentliche Hand nimmt das AIT eine zentrale Rolle in der Beratung künftiger Herausforderungen sowie Entwicklung disruptiver Technologien ein. Dabei verfolgt das AIT einen Forschungsansatz, der auf der umfassenden Kenntnis der Systemebene basiert. Denn es geht darum, Systeme nicht nur zu verstehen, sondern aktiv zu gestalten.

Rund 1.370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter forschen in ganz Österreich an der Entwicklung jener Tools, Technologien und Lösungen für Österreichs Wirtschaft, die sie gemäß unseres Mottos Tomorrow Today zukunftsfit hält.


AUFSICHTSRAT/ZUM GELEIT

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DAS AIT IST EIN UNVERZICHTBARER FAKTOR FÜR ÖSTERREICHS KÜNFTIGEN WOHLSTAND Nach zehn Jahren Aufbau- und Wachstumsarbeit kann das AIT Austrian Institute of Technology für das Jahr 2018 ein hervorragendes Ergebnis vorlegen. Dieses ist zum einen entscheidenden Teil auf die konstant steigende Auftragslage zurückzuführen. Es zeigt sich auch, dass die Etablierung der Center-Struktur sowie die Mehrheitsbeteiligung an der PROFACTOR wichtige und richtige Schritte auf dem weiteren Expansionspfad von Österreichs größter außeruniversitärer Research and Technology Organisation (RTO) waren und sind. Die künftige Entwicklung steht somit auf einem gesunden Fundament. Dies ist unter den Vorzeichen einer sich rasant verändernden, globalisierten Wirtschaft von großer Bedeutung. Österreich hat Aufgaben zu bewältigen, die für die weitere Zukunft unseres Landes von entscheidender Bedeutung sein werden. Die Innovationsdynamik hat, das zeigen unterschiedliche Studien und Rankings sehr deutlich, in den letzten Jahren nachgelassen. Es bedarf zusätzlicher Impulse, um Österreich wieder auf den Wachstumspfad im Innovations-Wettbewerb zu führen, ganz zu schweigen vom hehren und doch umso wichtigeren Ziel, unser Land in die Gruppe der Innovation Leader zu bringen.

FOTO: PHOTO SIMONIS

Es muss uns gelingen, endlich an das Spitzenfeld der innovativen Länder aufzuschließen. Beispiele wie die Schweiz, die Niederlande, Israel oder Singapur zeigen, dass dies nicht zwangsläufig eine Frage der Größe eines Landes ist. Im Gegenteil: Diese vier Länder zeigen, dass es oftmals kleinere Nationen sind, die über die besten Köpfe, die besten Ideen und die besten Technologien verfügen. Sich an den Erfolgreichsten zu orientieren und gleichzeitig eine eigene, spezifische Innovationslandschaft zu ermöglichen, muss das Ziel sein, dem sich eine zukunftsorientierte Innovations- und Forschungspolitik verpflichtet. In diesem Kontext leistet das AIT Austrian Institute of Technology einen wesentlichen Beitrag. In den großen Zukunftsfragen der Menschheit – wie zum Beispiel Digitalisierung, Dekarbonisierung, Robotik, Industry 4.0, Big Data, Security, Smart Cities oder Mobilität von morgen – legen die rund 1.370 Expertinnen und Experten am AIT schon heute die Basis für die Innovationen von morgen. Fragen einer immer komplexer werdenden Welt kann das AIT durch die Mitgründung des Complexity Science Hub Vienna umfassend analysieren und damit auch ganz neue Wege in der Forschung und der Entscheidungsfindung begründen. Die verstärkte Kooperation im Bereich Künstliche Intelligenz ist ein weiterer Baustein für das verstärk-

te wissenschaftliche Fundament des AIT. Die Initiative Silicon Austria Labs, die unter maßgeblicher Beteiligung des AIT auf den Weg gebracht wurde, hat das Potenzial, Österreichs Position in der internationalen Mikroelektronik-Industrie nachhaltig zu stärken. Der stetige Ausbau von internationalen Partnerschaften wird dazu führen, die Sichtbarkeit des AIT nicht nur auf europäischer, sondern auch auf globaler Ebene zu stärken. Aber auch im nationalen Wissenssystem wird sich das AIT hinkünftig nicht nur verstärkt einbringen, sondern dank seiner einzig– artigen Position auch dazu beitragen, das gesamte System zu verbessern. Dies alles ist möglich dank eines hervorragenden Teams, das selbständig agiert, sich der Zukunft verpflichtet sieht und damit im wahrsten Sinne des Wortes als „Ingenious Partners“ für die Industrie und die öffentliche Hand profiliert. Von den richtigen Antworten und Lösungen für die Infrastrukturthemen von Morgen profitieren die Wirtschaftsleistung, die Arbeitsplätze, unsere Wettbewerbsstärke und die Standortqualität in einer intakten Umwelt. Unsere Gesellschaft braucht diese Antworten dringender denn je. Davon profitiert unsere Wirtschaftsleistung, das sichert Arbeitsplätze. Von dieser Expertise profitiert langfristig auch die Gesellschaft. HANNES ANDROSCH, Vorsitzender des Aufsichtsrates des AIT


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FOCUS OF THE CENTERS Energy

Health & Bioresources

• Sustainable Thermal Energy Systems • Electric Energy Systems • Sustainable Buildings and Cities • Photovoltaic Systems

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Bioresources Molecular Diagnostics Biomedical Systems Digital Health Information Systems

Mobility Systems

Low-­Emission Transport

• Transportation Infrastructure Technologies • Dynamic Transportation Systems

• Electric Drive Technologies • Light Metals Technologies Ranshofen

PROFILE & HIGHLIGHTS


CENTERS/FORSCHUNG/AUF EINEN BLICK

Digital Safety & Security

Vision, Automation & Control

• Security & Communication Technologies • Visual Surveillance and Insight • Smart Sensor Solutions • Dependable Systems Engineering • Information Management

• High-Performance Image Processing • Autonomous Systems • Complex Dynamical Systems

Technology Experience

Innovation ­Systems & Policy

• Capturing / Measuring Experience • Future Interface Paradigms • Experience Oriented Thinking

• Digital Innovation • Foresight & Institutional Change • Policies for Change

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„ES GIBT KEINE GRENZEN, DIE UNS SCHÜTZEN“ Die globale Wirtschaft befindet sich einem Transformationsprozess. Digitalisierung, Dekarbonisierung, intelligente Produktions- und Assistenzsysteme – in allen diesen teils disruptiven Themen– feldern agiert das AIT Austrian Institute of Technology als innovativer und strategischer Partner für Unternehmen, die auf den Märkten der Zukunft erfolgreich agieren wollen. Im Gespräch skizzieren die AIT Managing Directors Anton Plimon und Wolfgang Knoll (l.) künftige Szenarien – und zeigen, warum das AIT als Partner für Industrie, Gesellschaft und Politik unverzichtbar ist. Das AIT Austrian Institute of Technology führt in seiner Markenindentität den Claim „Tomorrow Today“. Was steckt dahinter? Wer profitiert von dieser Positionierung? ANTON PLIMON: Wir befinden uns in einem beinharten globalen Wettbewerb. Hier gibt es keine Grenzen, die uns schützen. Neue Eco-Systeme und Wertschöpfungsketten entstehen, die Dynamik ist riesengroß, die Geschwindigkeit rasant. Wir müssen jetzt die richtigen Antworten geben und jene Weichen stellen, die uns in eine sichere Wettbewerbssituation bringen. Und hier sind wir als Österreichs größte Research and Technology Organisation der starke Forschungspartner für die Industrie und die öffentliche Hand. Wer die falschen Antworten hat oder zu spät ist, verliert. Denn wir sehen heute gravierende und vor allem rasche Veränderungen in Industrie, Gesellschaft und Politik. Die

Digitalisierung stellt uns bei allen Chancen, die sie bietet, vor neue Herausforderungen, für die wir noch entsprechende Antworten benötigen. Ebenso das Ziel der Dekarbonisierung – die Abkehr von der Nutzung kohlenstoffhaltiger Energieträger –, die weitreichende Veränderungen in unserem way-of-life mit sich bringen wird. Österreich als verhältnismäßig kleines, aber wohlhabendes Land muss sich in diesem Umfeld mit seinen Stärken positionieren. Und der Erfolg eines Industriestandorts sowie die Lebensqualität seiner Bürgerinnen und Bürger hängen in hohem Maße von einer effizienten und leistungsstarken Infrastruktur ab. Die genannten systemischen Veränderungen erfordern neue Technologielösungen und eröffnen gleichzeitig innovativen Unternehmen in den nächsten Jahrzehnten neue Geschäftschancen. PROFILE & HIGHLIGHTS


GESCHÄFTSFÜHRUNG/THEMEN/FOKUS

Das AIT Austrian Institute of Technology ist ­Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung und unter den europäischen ­Forschungseinrichtungen der Spezialist für die zentralen Infrastrukturthemen der Zukunft.

HIGHTLIGHTS ­INTERNE ENTWICKLUNG 2018 • Neuer AIT Flagship-­ Standort in Wien • Erweiterung Standort TFZ Seibersdorf • Übernahme von 51 % an PROFACTOR/OÖ

WOLFGANG KNOLL: Vor diesem Hintergrund ermöglicht das AIT die Realisierung innovativer Infrastrukturlösungen und bietet schon heute die Technologien, Methoden und Tools für die Infrastruktur von morgen. Viele Technologien für die erfolgreiche Digitalisierung der nächsten Generation der industriellen Produktion sind in unterschiedlichen Bereichen ausgereift bzw. marktfähig. Nun gilt es, die direkten und langfristigen Vorteile, die aus der Digitalisierung für Unternehmen entstehen, zu realisieren. Das heißt auch, neue Werte für Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen. Denken wir an die vernetzte Industrie von morgen: Sie produziert nicht einfach Güter, sie sorgt auch dafür, dass diese Produkte auch nach dem Kauf durch einen Konsumenten weiterhin in Datenkontakt mit dem Produzenten bleiben.

FOTOS: Peter Rigaud/Shotview

Welche Themen bewegen Wirtschaft und Gesellschaft aus Ihrer Sicht derzeit besonders – und wie positioniert sich hier das AIT? AP: Es sind die großen Themen, mit denen die Menschen konfrontiert sind. Am AIT fokussieren wir uns auf die Infrastrukturthemen, die uns vor gewaltige Herausforderungen stellen und disruptive Technologien erfordern. Hier geht es um neue Entwicklungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Big Data, Industrial Data, Cyber Security, Robotics, Mikro/Nano-Elektronik, Industrie 4.0, 5G oder Machine Learning. Es geht um die dringend erforderliche Dekarbonisierung von Verkehr, Logistik oder Energie. Es geht um soziale und gesellschaftspolitische Fragen, die Wohnen, Urbanisierung und die Anforderungen an die entsprechenden Infrastrukturen von morgen betreffen. Antworten auf

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diese Entwicklungen und die damit verbundenen Fragen müssen mit und für die öffentliche Hand und Industrie gegeben werden. Dabei nimmt das AIT eine enorm wichtige Rolle ein. Denken wir an das ständig steigende Datenvolumen: Wer aus Daten nicht nutzbare Informationen macht, wird im Wettbewerb den Anschluss verlieren. Aber wer seine Daten nicht schützen kann, kann auch sein Geschäft nicht schützen. Am AIT entwickeln wir beispielsweise für den Energiesektor Smart Grids, die dazu beitragen, die unterschiedlichen Produktionskapazitäten der Erneuerbaren Energien besser abzufedern und Überschuss-Energien dorthin zu verteilen, wo sie gerade benötigt werden. Das Ziel ist ein integriertes Energiesystem. WK: Wir sehen, dass Branchengrenzen immer mehr verschwinden. Beispiel: Klassischer Maschinenbau trifft auf innovative IT – und erzeugt völlig neue Geschäftsmodelle. Maschinelles Lernen eröffnet neue Perspektiven in Steigerung von Effizienz und Ertrag in der Produktion bis hin zur Entwicklung von ganz neuen Fertigungskonzepten. Software-Entwicklungen treiben diese Fortschritte rasant voran. Wir sehen enorme Fortschritte in der Sensorik. So entstehen neue Anwendungsfälle, beispielsweise die Vermeidung von Ausfällen durch Predictive Maintenance. Hochsensible und intelligente Sensoren wissen, wann Wartungen fällig oder Bauteile am Ende ihres Lebenszyklus sind. Arbeiten können somit zeit- und produktionsoptimiert vorgenommen werden. Solche Themen beschäftigen Industrieunternehmen und damit auch das AIT. Welche Rolle spielt der Mensch in dieser Zukunft? AP: Der Mensch ist und bleibt der zentrale Wertschöpfungsfaktor. Er steht im Mittelpunkt aller Produkte und Services. Der Mensch ist der einzige Konsument auf dieser Welt. Und: Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte wurde nicht vom Menschen produziert! Natürlich wollen und dürfen wir nicht nur technologieverliebt forschen und entwickeln. Innovationen müssen nachhaltig sein und stellen immer den Menschen in den Mittelpunkt. Jede Dienstleistung, jedes Produkt konzentriert sich auf den Menschen. Die Unmengen von Daten erlauben es, Produkte zu individualisieren, Medizin zu personalisieren. Und es entstehen völlig neue Zusammenarbeitsformen von Mensch und Maschine, von Technologie und Kreativität, die auch ganz neue und maßgeschneiderte Qualifizierungsmaßnahmen erfordern. Facharbeiter werden zu Experten für den Umgang mit Virtual oder Augmented Reality – etwa durch die Verwendung von Datenbrillen oder für den intensiven Umgang mit Tablet oder Smartphone als zentrale Steuereinheit in der Produktion. Es wird aber auch unbestritten die Anzahl der Industrieroboter massiv zunehmen – in den nächsten Jahren laut International Federation of Robotics (IFR) um rund 40 Prozent auf weltweit 1,7 Mio. Industrieroboter.


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WK: Daneben wird auch die Bedeutung der Künstlichen Intelligenz zunehmen. KI wird Roboter besser, leistungs– fähiger und flexibler machen. Roboter werden Entscheidungen treffen können und dazu beitragen, dass wir sicherer leben können, etwa im Straßenverkehr. Sie werden im Haushalt zu wertvollen Helfern, die auch Sprachbefehle entgegennehmen. Auch in der medizinischen Diagnostik, in der Früherkennung von Krankheiten, werden Roboter wertvolle Dienste leisten. Die Mobilität verändert sich, selbstfahrende Fahrzeuge bzw. fahrerlose Transportfahrzeuge sind dafür Beispiele, aber auch Roboter, die autonome Aufgaben etwa in der Lagerlogistik oder im Bestellwesen übernehmen. Die Folge wird eine ganz neue, enorme Flexibilität in der Fertigung sein. Und doch steht über allem der Nutzen für den Menschen – das darf man nicht vergessen. Inwieweit trägt das AIT dazu bei, in diesen künftigen Entwicklungen nicht nur smarte, sondern auch nachhaltige Lösungen zu schaffen? AP: Das AIT Austrian Institute of Technology wurde gegründet, um nationalen und internationalen Unternehmen bei ihren Forschungsbemühungen als Ingenious Partner längerfristig zur Verfügung zu stehen. Wobei wir unseren Wirkungskreis in den letzten Jahren zusehends erweitert haben. Wir sind ein immer bedeutenderer Partner auch für KMU oder für Start-ups, die wir teilweise selbst durch Ausgründungen initiieren. Das ist deshalb wichtig, weil wir so Forschung und Entwicklung auch in kleinere Unternehmensgrößen tragen können. Wir haben 2018 in einer Publikation gezeigt, dass es in Österreich nur sehr wenigen kleinen Unternehmen gelingt, in die Gruppe der großen forschungsintensiven Player aufzusteigen. Das wollen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten ändern und suchen aktiv die Partnerschaft zu Klein- und Mittelbetrieben, die an Forschung und Entwicklung interessiert sind. WK: Das AIT ist Österreichs größte angewandte Forschungseinrichtung und spielt bei vielen Infrastruktur-Themen weltweit in der ersten Liga. Das macht das AIT zum leistungsstarken Entwicklungspartner der Industrie und zum Top-Arbeitgeber in der internationalen Wissenschaftsszene. Unsere hochqualifizierten Forscherinnen und Forschern erbringen für die Kunden bestmögliche Leistungen. Das AIT forscht und entwickelt für Innovationen. Damit verbessern wir unmittelbar das Leben der Menschen. Intelligente Energiesysteme, altersgerechtes selbstbestimmtes Leben, Sicherheit in Datennetzen und im öffentlichen Raum, ergonomische Mensch-Maschine-Schnittstellen und Mobilitätskonzepte der Zukunft – das sind nur einige Beispiele für Themen, die wir mit den rund 1.370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entscheidend mitentwickeln. Von diesem Wissen profitert der Standort Österreich.

Das BMVIT ist Mehrheitseigentümer des AIT. Beeinflusst dies die Forschungsaktivitäten des AIT? AP: Zukunftsorientierte Forschungs- und Technologiepolitik ist ein maßgeblicher Faktor für unseren künftigen Wirtschaftsstandort. Das BMVIT schafft den Rahmen für Österreichs Infrastruktur von der Schiene bis zur Straße, im Wasser und in der Luft bis hin zur Telekommunikation und Technologieentwicklung. Das AIT ist auf diesem Weg ein wichtiger und wertvoller Player, der in der Liga der europäischen RTOs ganz vorne mitspielt. Mit unseren Fokusthemen in den Bereichen Digitalisierung, Dekarbonisierung, Sicherheit, E-Health oder Mobilität sind wir ein bedeutender Wegbereiter für die Zukunft und zugleich Partner des BMVIT bei der Entwicklung neuer Lösungen in zentralen Infrastrukturthemen. Dies trägt in weiterer Folge zur internationalen Kommerzialisierung von Innovationen aus Österreich bei. Somit nimmt das AIT in der positiven Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Österreich eine wichtige Rolle ein. WK: Man muss sich bewusst sein, dass die wichtigste Hintergrundbasis für alle neuen Entwicklungen – neben der rein technologischen Seite – die Infrastruktur eines Landes ist. Sie stellt den Lebensnerv einer Gesellschaft dar und ist das Rückgrat für Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und Wohlfahrt. Denn intelligente Lösungen erfordern schnelle und sichere Netzinfrastrukturen, gleich ob in der Telekommunikation oder in der Energiewirtschaft. Daher forschen die Expertinnen und Experten am AIT interdisziplinär und sehr anwendungsorientiert an den Infrastruktur-Themen der Zukunft. Wir sehen unsere Aufgabe darin, nicht nur die industrielle Basis unseres Landes in Zeiten von Indus– trie 4.0 zu stärken, sondern erfüllen auch einen Auftrag als starker Ingenious Partner des BMVIT und der Industrie. Inwieweit profitiert die Industrie, der zweite Eigentümer des AIT, von Ihren Forschungsleistungen? AP: Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, muss Europa auf seine Stärken setzen, Schlüsseltechnologien weiter ausbauen und den Fokus auf große strategische Themenfelder legen. Nur so können wir uns nachhaltig unter den globalen F&E-Vorreitern platzieren. Als AIT kommt uns hierbei eine wesentliche Rolle zu. Wir unterstützen die österreichischen Industriebetriebe in der digitalen Transformation und sind mit unserer Auftragsforschung sehr nahe an den speziellen Unternehmens- und Marktbedürfnissen der Zukunft. Die österreichische Industrie findet im AIT einen Systempartner, der ihre Anliegen und Heraus– forderungen auf Augenhöhe versteht und gemeinsam mit den Betrieben innovative Ansätze, Produkte und Serviceleistungen entwickelt. Damit legen wir auch eine wichtige Basis zur Stärkung unserer Exportbetriebe. Denn als PROFILE & HIGHLIGHTS


FOTOS: Peter Rigaud/Shotview

GESCHÄFTSFÜHRUNG/THEMEN/FOKUS

Wolfgang Knoll: „Wir leisten einen essenziellen Beitrag, um

Anton Plimon: „Wir arbeiten als Ingenious Partners an Tools und

­Österreich und seine Partner im europäischen Innovationssystem

Technologien von morgen, um Lösungen von übermorgen

erfolgreich zu etablieren und zukunftsfit zu positionieren.“

reali­sieren zu können. Davon profitiert Österreichs Industrie.“

exportorientiertes Industrieland muss Österreich auf Innovation setzen. Nur so können die heimischen Unternehmen im ständig intensiver werdenden internationalen Wett– bewerb erfolgreich sein. Wir bieten unseren Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, sich auf das Tagesgeschäft und die kurzfristige Zukunft zu konzentrieren, während die kompetentesten Köpfe Europas an den Tools und Technologien von morgen arbeiten, um die Lösungen von übermorgen realisieren zu können. Das bedingt beste Kenntnisse über den aktuellen Forschungsstand und die Branchenbedürfnisse. Zugute kommt unseren Kunden dabei die tiefe Expertise, über die unsere Teams verfügen.

Welche Rolle spielt das AIT heute im europäischen Forschungs- und Innovationssystem?

WK: An der Schnittstelle zwischen Unternehmen, Markt– zugängen, Wissenschaft und Forschung leistet das AIT einen entscheidenden Beitrag für die Attraktivität und stetige Weiterentwicklung des Wirtschafts- und Indus– triestandortes Österreich. Wir haben in diesem Zusammenhang auch zunehmend versucht, uns internationaler aufzustellen. Das AIT ist heute nicht nur Player im internationalen Forschungssystem, es begründet kraft seiner Expertise auch neue Wege in der Innovationspolitik, was immer wieder Beispiele im Rahmen europäischer Kooperationsprojekte zeigen. Damit leisten unsere Forscherinnen und Forscher einen wesentlichen Beitrag zur Risikobewältigung für die Wirtschaft und den Aufbau neuer Märkte. Im Rahmen unsere Strategie „Empowering Innovation“ wollen wir unsere Kundinnen und Kunden, aber auch die Politik dabei unterstützen, durch Innovationen neue Geschäftsmodelle zu begründen. Das AIT ist somit Bindeglied zwischen angewandter Forschung für die Industrie und erfolgreicher kommerzieller Verwertung zukünftiger Technologien. Damit stärken wir den Wirtschaftsstandort Österreich.

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AP: Seit seinem Start im Jahr 2009 war es Ziel des AIT, sich von einem regionalen Akteur zu einem Spieler von europäischem Format zu entwickeln. Anhand der Kennzahlen für das Jahr 2018 kann die Erreichung dieses Zieles leicht nachvollzogen werden. Die wirtschaftlichen Kennzahlen entwickelten sich 2018, welches man als Ausnahmejahr sehen muss, ausgezeichnet: Alle Ziele wurden erreicht, insbesondere in der Auftragsforschung ist eine Steigerung von 45,43 Millionen Euro auf 52,13 Millionen Euro gelungen – ein Plus von 14,7 Prozent. Auch unsere Position in Europa konnte gestärkt werden: Die Europäische Kommission veröffentlicht für das laufende Forschungsrahmenprogramm die entsprechenden Kennzahlen auf ihrer Website, die Zahlen beziehen sich auf die jeweilige legal Entity. Das AIT ist nun mehr mit 62,8 Millionen Euro per April 2019 eingeworbenen Mitteln mit der TU Wien und der Universität Wien unter den TOP 3 im österreichischen Ranking. Berücksichtigt man auch jene Teile des AIT, welche als Tochtergesellschaften geführt werden, so legt das AIT sogar einen Wert an eingeworbenen Mitteln in Höhe von 66,5 Millionen Euro vor. WK: Persönlich freut mich der ganz besondere wissenschaftliche Erfolg eines jungen Forschers am AIT sehr: Bernhard Schrenk adressiert mit dem Gewinn eines ERC Starting Grant mit seiner Arbeit auf dem Gebiet „coherent homodyne communication“ nicht nur ein strategisch wichtiges und top aktuelles Zukunftsfeld im Bereich der optischen Kommunikation. Er definiert damit zugleich auch die wissenschaftliche Flughöhe, auf der wir uns künftig bewegen wollen.


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INNOVATING INFRASTRUCTURE SYSTEMS Sectoral Global influencing Factors

Sectoral Structure and Stakeholders

Innovation needs of

Public Stakeholders Infrastructure Providers Lead Industry RDI-Policy

Industry, Service Provider, SME & Start-ups

System Scenari

Providing Scenarios an sectoral Knowledge, technologic

Enabling innovative Services & Business

R&D fo Gener Goo

PROFILE & HIGHLIGHTS


FORSCHUNG/THEMEN/FOKUS

Development Technologies KET

Policy targets e.g. Grand Challenges

Infrastructure Systems

ios & Strategies

nd Strategies based on , System Needs and cal Options

or Next ration ods

System Knowledge Scientific Methods Technology Expertise

Advanced Technologies & Processes

Research Infrastructure

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PROFILE & HIGHLIGHTS


DIVERSITY/TEAMS/MENSCHEN

WE ARE AIT Das AIT Austrian Institute of Technology ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung. ­Unsere rund 1.370 Ingenious Partners forschen in ganz Österreich – im Besonderen an den Hauptstandorten Wien Giefinggasse, Seibersdorf, Wr. Neustadt, Tulln, Ranshofen und Graz – an der Entwicklung jener Tools, Technologien und Lösungen für Österreichs Wirtschaft, die sie gemäß unseres Grundsatzes „Tomorrow Today“ zukunftsfit halten. Together we are AIT.

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Wo AIT draufsteht, ist Exzellenzforschung drin. Mit diesem Satz lässt sich das Wirken des AIT Austrian Institute of Technology treffend auf den Punkt bringen. Das AIT ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung und hat sich in den letzten Jahren auch auf europäischer Ebene sehr stark positionieren können. Ob als Partner großer Forschungsvorhaben, als Einreicher zahlreicher Patente, als Ausbildungsstätte für junge Forscherinnen und Forscher, als Karriereperspektive für Menschen mit klaren Zielen oder als führendes Institut unseres Landes im Bereich angewandter industrieller Forschung – das AIT prägt die Forschungs- und Innovationslandschaft wie keine zweite RTO. Dies ist deshalb so wichtig, weil das AIT bekanntlich im mehrheitlichen Eigentum der Republik, vertreten durch das BMVIT, steht. Es ist somit eine essenzielle Größe, wenn es um die Frage der Wirksamkeit öffentlich finanzierter Forschung geht. Diese soll und muss zur Stärkung und zum Ausbau von Innovationssystemen beitragen. Aufgabe von Management und Eigentümern ist es, dazu auch Strukturen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die Exzellenzforschung ermöglichen. Denn nur exzellente Ergebnisse führen in letzter Konsequenz zu herausragenden Markterfolgen. Die starken, globalen und vor allem extrem schnellen Veränderungen und Umbrüche im internationalen Kontext von Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik stellen substanzielle Herausforderungen für die zukünftige Entwicklung des Standortes Österreich dar. Wir haben bei Zukunftstechnologien in großen Bereichen wie Cyber

Das BMVIT hat es sich zum Ziel gesetzt, die Position Österreichs im technologischen Wettbewerb zu stärken. Dazu wird es auch notwendig sein, die Treffsicherheit von öffentlichen F&E-Aufwendungen immer wieder zu hinterfragen sowie das gesamte derzeit vorhandene Portfolio an Förderungen und Programmen in Hinblick auf bevorstehende Herausforderungen und standortpolitische Ziele zu durchleuchten. Unser Ziel ist es, mehr Tempo in das Innovationssystem zu bringen, um nicht den Anschluss an die enormen Entwicklungsgeschwindigkeiten anderer Länder zu verlieren. Dazu müssen wir Maßnahmen in Bildung, in F&E setzen – v. a. in den Aufbau von Forschungsinfrastruktur. Die Silicon-Austria-Initiative unseres Hauses im Bereich der Mikroelektronik ist ein gutes Beispiel für die Zusammenführung, den Ausbau und die Neueinrichtung von Forschungskapazitäten. Essenziell für ein kleines Land wie Österreich ist die Konzentration auf Modelle und Geschäftsprozesse, in denen wir uns eine internationale Sonderstellung und Top-Kompetenzen erarbeiten können. Als verlässlicher Partner und Gestalter wird das BMVIT auch künftig eine starke und selbstbewusste Rolle im österreichischen Innovations- und Technologiesystem übernehmen. Dem AIT Austrian Institute of Technology kommt in diesem Umfeld eine zentrale Bedeutung als „Ingenious Partner“, Wegbereiter, Innovationstreiber und Forschungspartner zu. ANDREAS REICHHARDT, Sektionsleiter im BMVIT

FOTO: BMVIT/Zinner

NUR EXZELLENTE ERGEBNISSE FÜHREN ZU HERAUSRAGENDEN MARKTERFOLGEN

Security, Smart Energy, Smart Living, Industrie 4.0 oder Mobilität von morgen in vielen Themenfeldern globale Spitzenpositionen erreicht. Wir verfügen über Teststrecken für autonomes Fahren. Wir arbeiten in zahlreichen Projekten an der Gestaltung künftiger Lebensräume („Smart City“) mit Fokus auf Ressourcenschonung und Standortentwicklung. Wir verstärken unsere Bemühungen im Bereich Cyber Security und spielen hier in der globalen „Champions League“ mit. Mit unserer Breitbandinitiative ermöglichen wir die Nutzung von Hochgeschwindigkeits-Internet auch in entlegeneren Regionen und unterstützen so nicht nur das Entstehen neuer Geschäftsmodelle, sondern arbeiten gezielt an einer Verringerung der digitalen Kluft zwischen Stadt und Land. Wir begleiten sehr erfolgreich Weltraum-Missionen und zählen zu den führenden Marktteilnehmern in Europa – ja sogar im globalen Kontext. Wir haben vor wenigen Monaten ein klares Statement zur Speicherforschung gesetzt. Das BMVIT ist Wegbereiter der „Silicon Austria Labs“, die uns ganz neue Wege in der interdisziplinären Forschung auf dem Gebiet elektronikbasierter Systeme eröffnen wird. Diese Beispiele für technologische Spitzenleistungen aus Österreich sollen illustrieren, wie vielfältig die Themenfelder sind, die durch das BMVIT maßgeblich unterstützt und vorangetrieben werden.


EIGENTÜMERVERTRETER*INNEN/ZUM GELEIT

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AIT – BRÜCKENBAUER UND SCHLÜSSELPARTNER DER INNOVATIVEN INDUSTRIE Forschung, Technologie und Innovation sind die Basis für unseren Wohlstand. Um diesen zu sichern, muss Österreich mittelfristig unter die Top 3-FTI-Standorte in Europa gelangen. Wie würde unsere Welt ohne die technologischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte aussehen? Wie würden wir uns heute fortbewegen, wie würde es um unsere medizinische Versorgung bestellt sein, wie würden wir wohnen, wie an Informationen gelangen oder über weite Distanzen kommunizieren? Eine solche Welt wäre wohl nicht wiederzuerkennen. Denn vieles, das unser modernes Leben im beruflichen oder privaten Bereich prägt, ist heute von Technik bestimmt. Doch nur selten wird bewusst, welche Forschungs- und Entwicklungsleistung eigentlich hinter diesen Errungenschaften steckt. Egal ob lebensrettende Medikamente, Smartphones, Wolkenkratzer oder Autos – überall dort fließt Know-how aus Österreich ein.

FOTO: IV/Karl Michalski

Forschung, Technologie und Innovation prägen nicht nur unser modernes Leben, sie sichern auch unseren Wohlstand. Österreichs Unternehmen sind dabei die tragende Säule des Innovationssystems, sie tragen zwei Drittel der FTI-Aktivitäten des Landes. Vor allem die österreichischen Leitbetriebe sind die „FTI-Lokomotiven“ mit einer Schrittmacherfunktion für ihr Kooperationsumfeld aus Klein- und Mittelbetrieben (KMU), Hochschulen, Start-ups und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Für Österreichs Industrie zeichnet sich ein attraktiver Standort insbesondere durch ambitioniert gestaltete F&E-Finanzierung aus, wofür die Forschungsprämie als USP und die direkte Forschungsförderung erfolgsentscheidend sind. Ebenso braucht es exzellente, international sichtbare Partner in der Wissenschaft, starke Brücken entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie innovative Köpfe. Auch auf europäischer und internationaler Ebene ist für Österreich eine intensive FTI-Vernetzung entscheidend. Die Chancen, die sich durch Digitalisierung und neue Technologien bieten, müssen mutig für neue Lösungen, innovative Produkte bis hin zu disruptiven Geschäftsmodellen genützt werden. Vor allem aber braucht es ein starkes Bekenntnis zum Forschungs- und Technologiestandort von Seiten der Politik, um Österreich im zunehmend herausfordernden internationalen Umfeld entsprechend zu positionieren. Dieses Commitment muss sich in einer ambitionierten FTI-Strategie 2030 niederschlagen, deren Erarbeitung nun offiziell beginnt. Nur wenn sich klare und mutige Zielsetzungen in der Strategie wiederfinden, wenn ein Wachstumspfad im geplanten Forschungsfinanzierungs-

gesetz den Weg in Richtung vier Prozent F&E-Quote vorzeichnet, kann Österreich die erforderliche Dynamik und wachsenden Output entwickeln, die es braucht, um unter die Top 3-FTI-Standorte in Europa aufzusteigen. Das AIT Austrian Institute of Technologie ist für die österreichische Industrie seit vielen Jahren verlässlicher Schlüsselpartner im FTI-Bereich. Das AIT nimmt die wichtige Rolle des Vernetzers von Wissenschaft und Wirtschaft ein. Als Technologie-Radar spiegelt das AIT neue internationale Technologietrends frühzeitig in die österreichische Industrie und wird bei risikoreichen Projekten zum Innovationstreiber, auch auf dem euro– päischen und globalen Spielfeld. Doch auch in der Ausbildung ist das AIT ein wichtiger Akteur und übernimmt die Rolle einer Talenteschmiede im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Durch seine vielfältigen Brückenfunktionen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Forschung und Ausbildung, aber auch zwischen Österreich, Europa und der internationalen Ebene ist das AIT unverzichtbarer Leadpartner der innovativen, österreichischen Industrie. ISABELLA MERAN-WALDSTEIN, Bereichsleiterin Forschung, Technologie & Innovation in der Industriellenvereinigung


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FORSCHUNG AUF HÖCHSTEM NIVEAU Die AIT-Laboratorien sind auf dem neuesten technologischen Stand und stellen eine wesentliche Grundlage für angewandte Forschung und Entwicklung dar. Hier werden Produkte, Services und Lösungen für morgen begründet, getestet und zur Serienreife gebracht.

CIL: PLATTFORM FÜR STADT– ENTWICKLUNG DER ZUKUNFT

Unsere Biomaterial-Laboreinrichtungen sind mit Einrichtungen zur Charakterisierung geeigneter Biomaterialien sowie zur Entwicklung und Anwendung innovativer und validierbarer Prozesstechnologien ausgestattet. Des weiteren sind Korrosionsmessungen an degradierbaren Implantat Materialien und Umformung mittels „equal channel angular pressing“ (ECAP) möglich, durch das die mechanischen Eigenschaften metallischer Biomaterialien und Nicht-Biomaterialien wie Härte, Druck- und Zugfestigkeit sowie Dauerwechselfestigkeit deutlich verbessert werden. Im hochmodernen Laser-Labor werden Synthesen hochreiner kolloidaler Nanopartikel zur Biofunktionalisierung und Beschichtung erforscht und weiterentwickelt, zur Bildung antibakterieller und antithrombotischer Oberflächen sowie zur Beimengung als Nanoadditive bei polymeren Nanokomposites und 3D gedruckten Keramiken mit lokalen ionen- oder wirkstofffreisetzenden Eigenschaften.

AKKREDITIERTE ERSCHÜTTERUNGSMESSUNGEN Erschütterungsintensive Bautätigkeiten (Abbrucharbeiten, Sprengungen, Bodenverdichtung etc.), aber auch Einwirkungen aus dem Straßen- und Schienenverkehr verursachen in Bauwerken oft erhebliche Vibrationen. Das AIT verfügt über das notwendige Know-how zur Erfassung und Bewertung der Erschütterungseinwirkung und ist in diesem ­Bereich nach ISO 9001 zertifiziert.

PROFILE & HIGHLIGHTS

FOTOS: AIT/LKR/Lang, AIT/Mürling, AIT

BIOMATERIALS CHARACTERIZATION LABORATORY

Das City Intelligence Lab (CIL) ist eine interaktive Plattform zur Erforschung neuer Formen und Technologien für die Stadtentwicklung der Zukunft. Dabei kommen Schlüsseltechnologien wie Augmented Reality sowie künstliche Intelligenz zum Einsatz, um komplexe Simulationen und parametrische Designs zu erstellen.


FORSCHUNG/INFRASTRUKTUR/LABORATORIEN

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BATTERIEMATERIALLABOR Mit speziell ausgerüsteten Laboren für Synthese, Analyse und Materialvalidierung in kleinformatigen Zellen kann das AIT als eines der wenigen Institute in Europa die Batteriematerialforschung umfassend abdecken. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Hochvoltkathoden und Hochenergieanodenmaterialien sowie auf der Optimierung bekannter Zellchemien. Thermische bzw. Elementar- oder Kristallstrukturanalysen sind ebenso möglich wie spezifische Oberflächenbestimmungen mittels Gas– adsorption. Die Charakterisierung der Materialien von Industrie- und Projektpartnern rundet das Angebot ab.

PHOTONICS & QUANTUM COMMUNICATION LAB Das Lab befasst sich mit Technologien, die auf der Verwendung von Licht basieren. Die Forschungsleistungen reichen von photonisch integrierten Schaltkreisen auf Chipebene über Systemintegration optischer und elektronischer Komponenten bis hin zur Demonstration neuer Anwendungen in Telekommunikation, Quantenoptik und Sensortechnologie.

RADIO FREQUENCY LAB HORIZONTAL-­STRANGGIESSANLAGE Die semi-industrielle Versuchsanlage für horizontales Stranggießen von Aluminium– legierungen mit Echtzeitsteuerung dient zur kontinuierlichen Herstellung maßgeschneiderter Formate sowie Sonderlegierungen im Bereich der Schweißdrahtherstellung. Das AIT unterstützt in Verfahren zur Prozesstechnik zur Herstellung von qualitativ hochwertigen, endabmessungsnahen Formaten, die für direkte Weiterverarbeitung des hergestellten Halbzeugs ohne Zwischenschritte (z. B. Schälen) geeignet sind und bietet eine Top-Infrastruktur für erweiterte Gießversuche.

Hier werden u. a. neue Methoden analysiert, um die physikalischen Eigenschaften von optischen und drahtlosen Kommunikationsmedien in Sicherheitsthemen zu nutzen. Im drahtlosen Bereich entwickeln wir z. B. neuartige Kommunikationsverfahren für 5G- Systeme für äußerst zuverlässige Kommunikationsverbindungen mit geringer Latenz. Kabel können so in Produktionsumgebungen durch drahtlose Systeme ersetzt oder autonome Fahrzeuge zuverlässig angeschlossen werden.


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MOLECULAR DIAGNOSTICS LABOR Das Labor der Competence Unit Molecular Diagnostics besteht aus zwei spezialisierten Einheiten. So ist das molekularbiologische Labor für Detektion und Validierung von Biomarkern und die Assayentwicklung ausgestattet. In diesem Labor sind alle Schritte von der Zellkultur bis zur Isolierung, Prozessierung, Detektion und Quantifizierung von diversen Biomolekülen (Nukleinsäuren und Proteine) aus unterschiedlichsten biologischen Proben (Gewebe, Blut und Speichel) durchführbar. Wohingegen das Sensoriklabor auf die Etablierung von Biosensoren und deren Integration in hochsensitive Point-of-Care Diagnostiksysteme ausgelegt ist. Dabei liegt der Fokus auf der Entwicklung von elektrochemischen, magnetischen und optischen Detektionsverfahren und der Erstellung von mit „Biotinten“ gedruckten Prototypen.

Beim Druckgießverfahren wird das flüssige Gieß– metall (Aluminium- oder Magnesiumlegierungen) durch einen Kolben mit sehr hoher Geschwindigkeit und unter sehr hohem Druck in eine Stahlform gepresst. In gekühlter Form erstarrt das Metall sehr rasch und das fertige Gussteil kann nach kurzer Kühlzeit entnommen werden. Mit dieser vollautomatisierten Versuchsanlage im Industriemaßstab können hochkomplexe Druckgussbauteilen aus Aluminiumund Magnesiumwerkstoffen hergestellt werden. Das Ziel sind ganzheitliche Lösungsansätze von der Idee bis zum serientauglichen Bauteil.

MACHINE VISION FLEXI-LABOR Für Kundenanfragen steht unser Machine Vision Flexi-Labor mit einer Vielzahl an Komponenten, wie Kameras, Objektive, Beleuchtungssysteme, aber auch automatisierten Transportsystemen zur Verfügung. Aus diesen Komponenten werden hier in kurzer Zeit Testaufbauten entwickelt, um die Eignung unterschiedlicher Lösungs– ideen zu prüfen. Im diesem Labor erfolgt auch die weitergehende Forschung bis hin zur Entwicklung von Prototypen, die dann in der echten Industrieumgebung ihre Tauglichkeit beweisen müssen. PROFILE & HIGHLIGHTS

FOTOS: AIT/LKR/Lang, AIT/Zinner, AIT

KALTKAMMER-DRUCKGIESS­MASCHINE DAK1100-112


FORSCHUNG/INFRASTRUKTUR/LABORATORIEN

LUFTSCHALLDÄMMUNG, SCHALLREFLEXION & SCHALLBEUGUNG Im Rahmen der länderübergreifenden Entwicklung der akustischen in-situ Prüfung von Lärmschutzwänden wurden mit den Normen EN 1793-4, EN 17935 und EN 1793-6 Regelwerke geschaffen, um die relevanten akustischen Eigenschaften vor Ort oder im Labor zu bestimmen. Die drei genannten Normen regeln die Messung der Schallbeugung an der Oberkante, die Messung der Schallreflexion an der Lärmschutzwand und die Luftschalldämmung im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung. Das AIT stellt dabei durch ausgedehnte Prüftätigkeiten und Mitarbeit in nationalen sowie europäischen Normungsgremien regelmäßig seine hohe fachliche Kompetenz unter Beweis.

ROADSTAR Das fahrende Labor „RoadSTAR“ erfasst in einer einzigen Überfahrt alle für den Straßenerhalter oder Sachverständigen wesentlichen Parameter der Straße, ohne den Fließverkehr zu behindern. Die Prüfung aller verkehrssicherheitsrelevanter Zustandsmerkmale erfolgt im Rahmen der Akkreditierung. Dies ermöglicht u. a. die unabhängige Prüfung von bauvertraglichen Bestimmungen beispielsweise zum Zeitpunkt der Abnahme bzw. vor Ablauf des Gewährleistungszeitraumes. Gemessen und analysiert werden können u. a. die Griffigkeit der Fahrbahnoberfläche, die Makrotextur, die Querebenheit sowie die Längsebenheit. Visuell erfasst werden Oberflächenschäden und Risse der Fahrbahn. Das erhöht die Langlebigkeit des Straßenkörpers und erhöht zugleich die Sicherheit im Straßenverkehr.

SCHOCK- UND VIBRATIONSPRÜFUNG VON BAUTEILEN Das AIT Austrian Institute of Technology verfügt über langjähriges Know-how als unabhängige, nach ÖVE/ÖNORM EN ISO/ IEC 17025 akkreditierte Prüfstelle für Schock- und Vibrationsprüfungen und Umweltsimulationen. Mittels zweier elektrodynamischer Shaker werden in Kombination mit oder ohne Klimakammer Tests für elektronische und elektrische Bauteile, Geräte, Maschinen und Anlagen sowie Aufbauten für Fahrzeugteile erfolgreich durchgeführt. Wir beraten unsere Kundinnen und Kunden bei der Auswahl der Prüfverfahren, bieten eine kompetente und kundenorientierte Durchführung der Prüfungen und erstellen akkreditierte Prüfzeugnisse aus. Seit 2018 sind Schockprüfungen bis 100 G mittels Shaker möglich.

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UMGEBUNGSLÄRM, ­ OLLGERÄUSCH UND R ­VORBEIFAHRTS- UND ­IMMISSIONSMESSUNGEN Dies beschreibt die Messung von Schalldruckpegeln, die für die Bewertung des Umgebungslärms maßgeblich sind, und umfasst die Schallemissionen von Straßen- und Schienenverkehr. Unsere Leistungen: - Rollgeräuschmessungen (CPX-Methode) nach ISO 11819-2, - Vorbeifahrtsmessungen (SPB-Methode) nach ISO 11819-1.

TECHNOLOGY EXPERIENCE LAB

SMARTEST-LABOR Mit dem SmartEST-Lab und dem High Power Laboratory des AIT steht eine europaweit einzigartige Laborinfrastruktur für Mittel- und Niederspannung zur Verfügung. Es bietet der Industrie maßgeschneiderte Testmethoden für ihre Entwicklungen. Mit der Erweiterung der Labore wird eine effiziente Validierungsplattform für die Hersteller von DC-Komponenten und DC-Systemen geschaffen. Das AIT unterstützt damit Netzbetreiber und Hersteller von Komponenten mit einer idealen experimentellen Entwicklungsumgebung bei der Transformation der E-Wirtschaft. Damit können auch „Smart Grids“ im Echtbetrieb getestet werden. Das AIT erweitert seine Laborinfrastruktur in Richtung Gleichstromnetze (DC-Netze) für die Mittel- und Niederspannungsebene. Damit lassen sich Komponenten und Systeme für diese Netze testen und validieren.

PROFILE & HIGHLIGHTS

FOTOS: PichturePeopole, AIT/LKR/Lang, AIT/Lang, Matthias Silveri, AIT

Das AIT TX Lab (Technology Experience Laboratory) ist eine flexible Einrichtung für verschiedene Arten von Benutzerforschungs- und Demonstrationstätigkeiten im Laborbereich sowie für Feldversuche. Es bietet einen hochmodernen Rahmen für die Durchführung, Dokumentation und Analyse von Requirements Engineering, Fokusgruppen, Workshops, Usability, User Experience und Quality of Experience Studies sowie für das Prototyping von Advanced Interaction Designs und Zukunftskonzepten. Die AIT Expertinnen und Experten untersuchen spezifische Faktoren wie unterschiedliche Messungen der Erlebnisqualität, die Schaffung von Erfahrungen in Schlüsseltechnologiebereichen und wichtigen Anwendungskontexten, basierend auf verbessertem fundamentalen Interaktionsdenken und dedizierten Methoden und Werkzeugen zur Unterstützung der Entwicklung hochwertiger Technologieerfahrungen. Dazu werden die Endanwenderinnen und Endanwender im AIT TX Lab während des gesamten Entwicklungsprozesses stark miteinbezogen.


FORSCHUNG/INFRASTRUKTUR/LABORATORIEN

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DRAHT-BASIERTE ADDITIVE FERTIGUNG MITTELS LICHTBOGEN (WAAM) Bei WAAM wird herkömmliches Standardschweißequipment so adaptiert, dass damit eine Bauteilherstellung durch direkten Metallauftrag aus Schweißdrähten bei vergleichsweise hohen Aufbauraten und theoretisch unbegrenzter Bauteilgröße möglich wird. Am LKR werden sowohl Standardschweißzusätze auf Aluminium- und Magnesiumbasis als auch hauseigen hergestellte Sonderdrähte verarbeitet. Dabei können alle schmelzmetallurgisch herstellbaren Leichtmetalllegierungen inhouse selbst hergestellt werden.

MOLECULAR BIOLOGICAL LABORATORY & DNA BANK Neben Außenanlagen, modernen Glashäusern und Pflanzenzuchtanlagen steht in Tulln eine umfassende Laborinfrastruktur zur Verfügung. z. B. die Molekularbiologielabore, zur Entwicklung von genetischen Markersystemen unter Verwendung von modernste molekulare Technologien für den Einzelnen Forschungsfragen in den Bereichen Genomik und Transkriptomik bis zu Marker-Anwendungen für verschiedene Genotypisierungszwecke und DNA Fragmentanalyse basierend auf verschiedenen Technologien: // KASP ™// qPCR // Genotypisierung durch Sequenzierung (z.B. RADseq) // Mikrosatelliten (STRs / SSRs). Ein besonderes Highlight ist die DNA Datenbank: Hochdurchsatz-DNA-Extraktion mit Liquid Handling Systeme (ISO 9001: 2008) zur Entwicklung und Anwendung von maßgeschneiderter DNA-Extraktion Protokolle für verschiedene Gewebe und Organismen, eine zentralisierte Einrichtung für Langzeitlagerung und Management von biologischem Material.

ZELLPRODUKTION Das AIT ist eine der wenigen Forschungseinrichtungen weltweit, die die gesamte Wertschöpfungskette von der Batterieforschung bis zur Batterieproduktion unter einem Dach abbilden kann. Durch einen Trockenraum und eine hochmoderne Forschungspilotlinie sind die AIT-Expertinnen und -Experten in der Lage, Lithium-Ionen-Pouchzellen mit Blick auf industrierelevante Prozesse herzustellen. Damit schließt das AIT die Lücke zwischen Wissenschaft und Marktanwendung.


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Der Übergang zu einem nachhaltigen Energiesystem erfordert eine hohe ­Flexibilität der Versorgungssysteme für Energie-intensive industrielle Prozesse. Daher wurde anhand des Modells eines Papierindustriebetriebs eine Optimierung entwickelt. Sie basiert auf gemischt-ganzzahlig linearer Programmierung (MILP) für den Kosten-optimierten Betrieb von Versorgung, Wandlung und thermischer Speicherung anhand unterschiedlicher Strompreise und Kosten von CO2-Emissionszertifikaten. Es konnten dadurch Einsparungen bei den Betriebskosten erzielt werden und die Interaktion zwischen Strombedarf, thermischer Speicherkapazität und optimalem Betrieb wurde ermöglicht. S. Panuschka, R. Hofmann (rechtes Foto): „Impact of thermal storage capacity, electricity and emission certificate costs on the optimal operation of an industrial energy system“; Energy Conversion and Management, 185 (2019), S. 622 - 635.

COMMITTED TO SCIENTIFIC EXCELLENCE

Die Blut-Hirn Schranke ist eine der dichtesten biologischen Barrieren im menschlichen Körper. Sie verhindert, dass Substanzen aus dem Blut ins Gehirn gelangen, die dem empfindlichen Organ schaden könnten. Allerdings lässt sie auch die meisten Medikamente nicht hindurch, weshalb Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon lange nach Wegen suchen, um die Schranke gezielt zu öffnen und zu schließen. Einen möglichen Schalter hat ein internationales Team um AIT Principal Scientist Winfried Neuhaus entdeckt. Im Fachblatt Biomaterials stellen sie das aus Bakterien gewonnene und gezielt veränderte Protein vor. W. Neuhaus (Foto), A. Piontek, J. Protze, M. Eichner, A. Mahringer, E. Subileau, I. Lee, J. Schulzke, G. Krause, J. Piontek: „Reversible opening of the blood-brain barrier by claudin-5-binding variants of Clostridium perfringens enterotoxin‘s claudin-binding domain“; Biomaterials, 161 (2018), 161; S. 129 - 143.

Aktuelle Top-Papers zeigen die hohe Forschungskompetenz am AIT.

PROFILE & HIGHLIGHTS


TECHNOLOGIE/FORSCHUNG/PAPERS

FOTOS: AIT/Zinner, r. hofmann, AIT, Rita Skof

Die Mobilität von Menschen entsteht aus einer Nachfrage nach Aktivitäten wie Arbeiten, Einkaufen, Bildung, Sport usw. Die aus der Digitalisierung resultierenden riesigen Datenmengen bieten neue Möglichkeiten zur Messung der Verkehrsnachfrage nach Infrastrukturen und Dienstleistungen im Verkehrs- und Wirtschaftsbereich sowie zur Problemdiagnose und Zukunftsplanung. Das AIT entwickelt technisch ausgereifte, effiziente und datenschutzkonforme Verfahren zur Messung der Verkehrsnachfrage aus eine großen Anzahl von Sensordaten. Dass das AIT im Bereich der automatischen Verkehrsmittelerkennung aus Smartphone-Sensoren ganz vorne dabei ist, verdeutlicht ein Beitrag zur Sussex-Huawei Locomotion-Transportation (SHL) Challenge, der unter 21 Einreichungen den 4. Platz erzielen konnte. P. Widhalm (Foto), M. Leodolter, N. Brändle: „Top In The Lab, Flop In The Field? Evaluation Of A Sensor-based Travel Activity Classifier With The SHL Dataset“; in: „Proceedings of the 2018 ACM International Joint Conference and 2018 International Symposium on Pervasive and Ubiquitous Computing and Wearable Computers (UbiComp ‚18)“, ACM, (2018)

In diesem Artikel wird ein numerischer Ansatz vorgestellt zur transienten Simulation der Eisanlagerung und seiner Auswirkungen auf die Leistung von Windkraftanlagen. Dieser Ansatz wird auf die NREL-5-MW-Referenzwindturbine angewendet, um (i) ihre Leistung während und nach einem 8-stündigen Vereisungsereignis vorherzusagen und (ii) die potenzielle Verbesserung der Energiegewinnung aufgrund unterschiedlicher Betriebsstrategien zu untersuchen. Verglichen mit der Basisstrategie lässt sich durch Verringerung der Turbinendrehzahl bei leichter Abnahme der Energieumwandlung während des Vereisungsereignisses die Leistung nach Wiederaufnahme des Vollbetriebs um bis zu 6 % verbessern. Der entwickelte Workflow kann zur Optimierung der Leistung von Windkraftanlagen verwendet werden, indem Umgebungsbedingungen, Dauer des Vereisungsereignisses und Leistung nach dem Vereisungsereignis selbst berücksichtigt werden. A. Zanon (Foto), M. De Gennaro, H. Kühnelt: „Wind energy harnessing of the NREL 5 MW reference wind turbine in icing conditions under different operational strategies“; https://doi.org/10.1016/ j.renene.2017.08.076.

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Kryptographische Protokolle bzw. Zwei-Parteien-Protokolle bieten Schutz vor misstrauischen Spielern. Solche Protokolle können aus einem grundlegenden Primitiv gebildet werden, das als Vergessen bezeichnet wird. Wir präsentieren und demonstrieren experimentell ein Quantenprotokoll für den vergesslichen Transfer von optischen kontinuierlich-variablen Systemen und beweisen seine Sicherheit im Rauschspeichermodell. In einem Proof-of-Principle-Experiment demonstrieren wir das vorgeschlagene unachtsame Übertragungsprotokoll für verschiedene Kanalverluste, indem verschränkte Zwei-Modus-Quetschzustände verwendet werden, die mit ausgewogener Homodynen-Detektion gemessen wurden. Unsere Arbeit ermöglicht die Implementierung beliebiger Zwei-Parteien-Quantenkryptographieprotokolle mit kontinuierlich variablen Kommunikationssystemen. F. Furrer, T. Gehring, C. Schaffner, C. Pacher (Foto), R. Schnabel, S. Wehner: Continuous-variable protocol for oblivious transfer in the noisy-storage model; Nature Communications volume 9, Article number: 1450 (2018); https:// www.nature.com/articles/ s41467-018-03729-4.


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Breitbandkommunikation basierend auf Drahtlos-Technologie stößt rasch an die Grenzen, wenn es um hohe Datenraten geht. Unter Verwendung von handelsüblichen Leuchtdioden lassen sich alternativ und mittels sichtbarem Licht Datenraten im Multi-Gigabit/s Bereich erzielen. AIT Forscher demonstrieren durch den Einsatz hocheffizienter Modulationsschemata eine solche „LiFi“-Übertragung für Indoor-Anwendungen mit einer Kapazität von bis zu 4,3 Gb/s, sowie die Echtzeit-Übertragung von hochauflösendem Video. Selbst Energie lässt sich auf diesem Wege optisch übertragen, um den Datenempfänger ferngespeist im 1-Gb/s Paketbetrieb ohne lokale Energieversorgung zu nutzen. B. Schrenk (Foto), M. Hofer, F. Laudenbach, H. Hübel, and T. Zemen, “Visible Light Multi-Gb/s Transmission Based on Resonant Cavity LED with Optical Energy Feed,” IEEE J. Sel. Areas of Comm., vol. 36, pp. 175-184, Jan. 2018.

Als Siebentausender werden Aluminiumlegierungen bezeichnet, die mit Zink, Magnesium und oft auch Kupfer legiert sind. Im Automobilbau werden die Siebentausender derzeit kaum verwendet: Die Legierungsklasse ist mit den Prozessen der Autoindustrie „inkompatibel“ und die Einführung neuer Produktionsmethoden zu teuer. Am LKR arbeiten wir daran, das zu ändern. Mittels grundlegender und angewandter Forschung werden wirtschaftliche Prozessketten entwickelt, die den Einsatz von Siebentausendern im Autobau ermöglichen. Eine Schlüsselrolle spielen dabei vorgelagerte Wärmebehandlungen, die als Stabilisierung oder Vor-Alterung bezeichnet werden. Ein Beispiel ist eine Wärmebehandlung bei 90 °C für eine Stunde direkt nach dem stets notwendigen Lösungsglühen des Bleches bei etwa 500 °C. Diese Stabilisierung kann in vielen Fällen direkt im Walzwerk durchgeführt werden, welches dafür besser ausgerüstet ist als die Autobauer. Im Vergleich zur Vollaushärtung, die 24 h dauert, spart der Blechhersteller Zeit und Energie. J. Österreicher (Foto), G. Kirov, S. Gerstl, E. Mukeli, F. Grabner, M. Kumar (2018). Stabilization of 7xxx aluminium alloys. Journal of Alloys and Compounds, 740, 167-173

Vernetzte autonome Fahrzeuge und Industrie 4.0-Produktionsszenarien erfordern äußerst verlässliche Kommunikationsverbindungen mit geringer Latenz. Wir stellen eine Hardware-Architektur und Signalverarbeitungsalgorithmen für einen echtzeit-geometriebasierten Kanalemulator vor, der zum Testen von drahtlosen Steuersystemen benötigt wird. Wir implementieren eine Unterraumprojektion der Ausbreitungspfadparameter, um die zeitvariante Kanalimpulsantwort zu komprimieren. Dies ermöglicht eine Verbindung mit niedriger Datenrate von dem Hostcomputer, der die geometriebasierten Ausbreitungspfade berechnet, zu der von der Software definierten Funk– einheit, die die Faltung auf einem FPGA (Field Programmable Gate Array) implementiert. Mit dieser Architektur wird die Komplexität der FPGA-Implementierung unabhängig von der Anzahl der Ausbreitungspfade. Unser Kanalemulator kann nichtstationäre Fading-Kanäle mit ständig wechselnden Pfadverzögerungen und Doppler-Verschiebungen genau emulieren. M. Hofer (Foto), Z. Xu, D. Vlastaras, B. Schrenk, D. Löschenbrand, F. Tufvesson and T. Zemen: Real-time geometry-based wireless channel emulation; IEEE Transactions on Vehicular Technology, vol. 68, no. 2, pp. 1631 - 1645, Feb. 2019.

PROFILE & HIGHLIGHTS


TECHNOLOGIE/FORSCHUNG/PAPERS

FOTOS: AIT/Zinner, AIT/Mürling, Michael Bösendorfer

Wir stellen die Konstruktions-, Prototypen- und Prüfergebnisse einer permanentmagnetgestützten synchronen Reluktanzmaschine vor, die für Elektrofahrzeuge im A/B-Segment geeignet ist. Neben dem Motor präsentieren wir das Design des Vollantriebs mit integrierter Leistungselektronik und luftgekühltem Gehäuse. Simulationsergebnisse zeigen, dass der Antrieb ein max. Drehmoment von 133 Nm bei 3.600 U/min und eine max. Leistung von 52,9 kW bei 4.300 U/min liefert. Der Spitzenwirkungsgrad liegt bei 4.000 ± 500 U/min und 50 ± 20 Nm über 96 % und fällt bei Einbeziehung des Umrichters auf 93-94 %. Der Antrieb wird aufgrund seiner Maschinenkonstante der mechanischen Leistungs- und Drehmomentdichtewerte bewertet. Es zeigt sich eine Verbesserung um 45 % bzw. 25 % gegenüber dem Benchmarkwert von 2016. Damit ist dieser PMaSYRM mit Ferritmagneten der beste in seiner Klasse. M. De Gennaro (Foto), J. Jürgens, A. Zanon, J. Gragger, E. Schlemmer, A. Fricassè, L. Marengo, B. Ponick, E. Trancho Olabarri, J. Kinder, A. Cavallini, P. Mancinelli, M. Hernandez, M. Messagie: „Designing, prototyping and testing of a ferrite permanent magnet assisted synchronous reluctance machine for hybrid and electric vehicles applications“; https://doi.org/10.1016/j.seta.2018.12.002.

Die Entwicklung der IKT erlaubt es der Zivilgesellschaft, sich in einem neuen Ausmaß selbstständig zu organisieren, um auf Extremsituationen zu reagieren. Diese Emergenz ist ein wichtiger Faktor in der unmittelbaren Bewältigung der Situation, jedoch stellen Reichweite und Geschwindigkeit der Selbstorganisation den Krisenund Katastrophenschutz vor Herausforderungen: organisatorische und technologische Unterschiede zwischen Gruppen der Zivilgesellschaft und etablierten Hilfsorganisationen erschweren die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren. Die Arbeit konzeptualisiert nicht nur die sozio-technischen Aspekte dieser Differenzen, sondern zeigt auch neue Ansätze für das Design von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung kollaborativer Arbeit zwischen emergenten und etablierten Organisationen.

In Bezug auf Mensch-Computer-Interaktion (HCI) steigt das Bewusstsein für die Relevanz der Diversität an NutzerInnen. Hier wurde analysiert, ob der artikulierte Bedarf an Diversity-sensitiverer Forschung tatsächlich zu einer höheren Berücksichtigung der Vielfalt in der HCI-Forschung führte. Basierend auf einer umfassenden Sammlung von Diversitätsdimensionen werden die Ergebnisse einer quantitativen Inhaltsanalyse von Artikeln, die in den Proceedings der Conference on Human Factors in Computing Systems 2006, 2011 und 2016 angenommen wurden, präsentiert. Es werden jene Dimensionen hervorgehoben, die bisher weniger Beachtung erhalten haben. Damit soll zu einem umfassenden Verständnis von Vielfalt beigetragen werden, das die diversitätssensible Forschung im Bereich HCI unterstützt.

D. Auferbauer (Foto), H. Tellioglu. 2019. Socio-technical Dynamics: Cooperation of Emergent and Established Organisations in Crises and Disasters. In CHI Conference on Human Factors in Computing Systems Proceedings (CHI 2019), May 4–9, 2019, Glasgow, Scotland UK. ACM, New York, NY, USA, 13 pages. https://doi. org/10.1145/3290605.3300448.

J. Himmelsbach (Foto), S. Schwarz, C. Gerdenitsch, B. Wais-Zechmann, J. Bobeth, M. Tscheligi. CHI 2019, May 4–9, 2019, Glasgow, Scotland UK Do We Care About Diversity in Human Computer Interaction: A Comprehensive Content Analysis on Diversity Dimensions in Research.

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Die Behandlung des Blutdrucks ist essenziell zur Senkung des kardiovaskulären Risikos. Für DialysepatientInnen gibt es keine Empfehlungen für Blutdruckziele oder Behandlungsoptionen, da in diesem Kollektiv die Datenlage bezüglich Risikoprädiktion mittels Blutdruck nicht eindeutig ist. Gemeinsam mit MedizinerInnen des Klinikums rechts der ISAR (München) zeigen wir in dieser Arbeit, dass tatsächlich ein U-förmiger, nicht-linearer Zusammenhang zwischen 24h-Blutdruck und Mortalitätsrisiko bei DialysepatientInnen besteht und dass die zugrunde liegenden Herzerkrankungen, wie Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern, die entgegengesetzten, nicht-linearen Assoziationen erklären können. C.C. Mayer (Foto), J. Matschkal, P. Sarafidis, S. Hagmair, G. Lorenz, S. Angermann, M. Braunisch, M. Baumann, U. Heemann, S. Wassertheurer, C. Schmaderer: „Association of Ambulatory Blood Pressure with All-Cause and Cardiovascular Mortality in Hemodialysis Patients: Effects of Heart Failure and Atrial Fibrillation“; Journal of the American Society of Nephrology, 29 (2018), 9; S. 2409 - 2417.

Geometrische Oberflächeninformationen wie Tiefenkarten und Oberflächennormalen können durch verschiedene Methoden wie Stereolichtfelder, Form aus Schattierung und photometrische Stereotechniken erfasst werden. Wir vergleichen mehrere Algorithmen, die sich mit der Kombination von Tiefe mit Oberflächennormalinformationen befassen, um eine verfeinerte Tiefenkarte zu rekonstruieren. Basierend auf unseren Erkenntnissen stellen wir eine neue generalisierte Fusionsmethode vor, die als Problem der kleinsten Quadrate formuliert ist und die bisherigen Methoden im Tiefenfehlerbereich übertrifft, indem eine neuartige normale Gewichtung eingeführt wird, die dem geodätischen Abstandsmaß näher kommt. Darüber hinaus wird eine neuartige Methode auf Basis der Total Generalized Variation (TGV) vorgestellt, die bisherige Ansätze hinsichtlich des geodätischen Normalabstandsfehlers noch übertrifft und eine vergleichbare Qualität im Tiefenfehlerbereich aufrechterhält.

In industriellen Produktionsabläufen, z. B. für Punkt-zu-Punkt Bewegungen, werden oft pneumatische Antriebe eingesetzt. Jede Änderung in den Abläufen bedarf einer manuellen und damit kostspieligen Anpassung. Eine Möglichkeit, dies zu vermeiden, kann die Verwendung von robusten, aber in der Anschaffung teuren servopneumatischen Antrieben sein. In diesem Paper, das gemeinsam mit dem Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik (ACIN) an der TU Wien verfasst wurde, wird ein alternativer kostengünstiger und flexibler Ansatz vorgestellt. Er basiert auf der Kombination von Druck- und günstigen Wegsensoren, die über kurze Wegmesslängen verfügen und am Ende der geplanten Bewegung positioniert sind. Damit ist es möglich, die Bewegungscharakteristik in Echtzeit an sich ändernde Betriebsbedingungen anzupassen. Wir stellen auch eine Trajektorienplanung vor, die Überschwingen bei einem Aufprall im Endanschlag vermeidet. Das vermindert frühzeitigen Verschleiß.

D. Antensteiner (Foto), S. Stolc, T. Pock: „A Review of Depth and Normal Fusion Algorithms“; Sensors, Vol. 18, (2018), Nr. 2; S. p.431.

A. Pfeffer (Foto), T. Glück, F. Schausberger, A. Kugi: „Control and estimation strategies forpneumatic drives with partial positio information“; Mechatronics, 50 (2018), S. 259 - 270.

PROFILE & HIGHLIGHTS


FOTOS: AIT/Zinner, Privat, Kirschnaz Zeiller, Rita Skof, AIT

TECHNOLOGIE/FORSCHUNG/PAPERS

Zukünftige Kommunikationsnetzwerke werden neben klassischer Information auch Quantensignale verbreiten, um Quantencomputer zu vernetzen oder um absolut sichere Kommunikations-Kanäle bereitzustellen. In dieser Arbeit stellen wir eine Quantennetzwerkarchitektur vor, bei der eine einzige verschränkte Photonenquelle Quantenzustände an viele Anwender verteilt und die für jeden einzelnen Nutzer erforderlichen Ressourcen minimiert – ohne Einbußen bei Sicherheit oder Funktionalität. Wir demonstrieren die Realisierbarkeit des Ansatzes unter Verwendung einer verschränkten Quelle, deren Photonen frequenzmäßig aufgeteilt und in den optischen Ausgangsfasern wieder rekombiniert werden. Im Gegensatz zu früheren Versuchen, die auf aktiven optischen Schaltern basieren und auf eine bestimmte Konfiguration beschränkt sind, ist unsere Implementierung vollständig passiv und bietet Potenzial für simultane Quantenkommunikation zwischen allen NutzerInnen. S. Wengerowsky, S. Koduru Joshi, F. Steinlechner, H. Hübel (Foto), R. Ursin: “An entanglement-based wavelength-multiplexed quantum communication network”, Nature vol. 564, pages225–228 (2018)

Zivilsationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes, Krebs, Multiskelett-Erkrankungen, Depressionen, neurologische Erkrankungen und vieles mehr sind die Hauptursache für Gesundheitsprobleme in den OECD-Ländern. Chronisch-degenerative Erkrankungen sind jedoch weitgehend vermeidbar. In dem Foresight-Projekt FRESHER (FORESIGHT AND MODELLING FOR EUROPEAN HEALTH POLICY AND REGULATION) wurde mit Interessengruppen aus den Bereichen Gesundheit, Forschung, Pflege, Patientenorganisationen, Versicherungen und Politikgestaltung über politische Optionen, die über die üblichen Aktivitäten hinausgehen und Alternativen aufzeigen, diskutiert. Aus einer Analyse von Trends, die die NCD-Entwicklung weit über die üblichen Determinanten von Tabak- und Alkoholkonsum, Salz-, Zucker- und Fettaufnahme oder sesshaftem Verhalten hinaus beeinflussen, wurden die relevantesten und wichtigsten Trends zu vier Szenarien kombiniert, die mögliche Zukünfte darstellen. Die vorgestellten Alternativen tragen zur Diskussion über die Politik für die Zukunft in einem umfassenden Ansatz für „Gesundheit in allen Politikbereichen“ in der EU bei. NCDs sind nicht nur eine Frage der Medizin und der Gesundheit. Daher muss der traditionelle Ansatz der Gesundheitspolitik erweitert werden. Ein systematischer und ganzheitlicher Ansatz ist erforderlich, um alle Treiber und Determinanten zu berücksichtigen, die zu einem gesunden Leben und Wohlbefinden führen. S. Giesecke, B. Wepner (rechtes Foto): „Drivers, Trends and Scenarios for the Future of Health in Europe. Impressions from the FRESHER project“; European Journal of Futures Research, 6 (2018), 2; S. 38 - 48.

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VOR DEN VORHANG Die Forscherinnen und Forscher am AIT vollbringen täglich wissenschaftliche Höchstleistungen. Dafür werden sie auch immer wieder ausgezeichnet. Wie vielfältig hierbei das Spektrum ist, zeigt ein kleiner Auszug der jüngsten Awards.

BEST POSTER AWARD Evgeniya Kabliman, Senior Scientist am LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen, wurde auf der 9. Internationalen Konferenz über multiskale Materialmodellierung MMM2018 in Osaka, Japan, mit dem „Best Poster Award“ ausgezeichnet. Das Forschungsthema ihres Posters war „automatische Analyse und numerische Vorhersage von

Fließspannungskurven für Aluminiumlegierungen“. Die MMM-Konferenz ist das weltweit führende Forum in diesem Bereich und genießt daher höchste ­Reputation.

LIVING STANDARDS AWARDS 2018 Mit dem Living Standards Award 2018 wurde das Team der Competence Unit Digital Health Information Systems, vertreten durch Anton Dunzendorfer, Peter Kastner, Kurt Edegger und Christian Gossy von AIT Digital Health Information Systems, ausgezeichnet. Senior Engineer Peter Kastner (Bild links): „Durch Berücksichtigung von Standards ist es mög-

lich, verschiedene Mess-Sensoren von verschiedenen Herstellern in ein Gerätetagebuch-Szenario einzubinden und z. B. den Blutzuckermesswert direkt nach der Erfassung in eine Gesundheitsapp zu übernehmen. Die Daten werden dann mit einem zentralen Server synchronisiert, auf den auch eine Ärztin bzw. ein Arzt Zugriff hat.“

Die Entwicklung neuer Materialien und Prozesstechnologien ermöglicht die Optimierung der Materialeigenschaften sowie die Herstellung innovativer Produkte. Scientist Maciej Krystian wurde mit dem Werner Köster Award ausgezeichnet, der von der German Materials Society (DMG) 2018 vergeben wurde. Prämiert werden damit fundamentale Originalarbeiten im

Bereich Metallurgie. Im „International Journal of Materials Research“ wurde Maciejs Arbeit „Structural anisotropy in equal-channel angular extruded nickel revealed by dilatometric study of excess volume“ veröffentlicht.

PROFILE & HIGHLIGHTS

FOTOS: AIIT/Zinner

WERNER KÖSTER AWARD


FORSCHUNG/WETTBEWERBE/AWARDS

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FUTUREZONE AWARD Wien bekommt eine fahrerlose Autobuslinie: Das Forschungsprojekt „auto.Bus – Seestadt“ wird durch das BMVIT im Rahmen des Programms „Mobilität der Zukunft“ gefördert. Im Rahmen des Projekts soll durch die geplanten Technologieinnovationen einen Qualitätssprung für den Betrieb zukünftiger autonomer Buslinien ermöglichen. Ziel ist die nachhaltige Erhöhung der Effizienz und der Betriebssicherheit autonomer

Fahrzeuge, um letztlich eine Buslinie in der Seestadt unter realen Bedingungen betreiben zu können – mit Haltestellen, Fahrplan und echten Fahrgästen. Das interdisziplinäre AIT-Forschungsteam verfolgt den Anspruch, die optimale Integration von neuen Mobilitätsservices in das Gesamtverkehrssystem sicherzustellen. Dafür wurde das AIT mit dem Green Mobility Award bei den Futurezone Awards 2018 prämiert.

Im Bild das erfolgreiche AIT Forschungsteam: Wolfgang Pointner, Christian Zinner, Manfred Gruber, Peter Saleh, Thomas Zemen, Willibald Krenn, Alexandra Millonig und Peter Fröhlich (v. l. n. r.)

Awards an zehn besonders innovative Produkte und Lösungen. Die Auswahl erfolgte über eine unabhängige Jury. Durch zukunftsweisende Ansätze, die den Bedürfnissen der In-

dustrie entsprechen, verdient sich diese AIT-Technologie die Auszeichnung zur Top Innovation 2019.

nagement-Fußplatte zur Detektion und Übertragung von Echtzeit-Verkehrsdaten bei Verkehrsereignissen, u. a. im Baustellenbereich. Der Constantinus Award wird seit 2003 jährlich vergeben und ist eine Initiative des Fachverbandes Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT) der WKÖ. Mit mehr als 69.000 Mitgliedern gehört der Fachver-

band UBIT zu den größten und dynamischsten Branchenvertretungen in der WKÖ. Die Wirtschaftskammern Österreichs vertreten insgesamt mehr als 517.000 Mitgliedsbetriebe.

TOP-INNOVATION 2019 Das AIT Center for Vision, Automation & Control wurde für seine Technologie „Inline Computational Imaging“ ausgezeichnet. Die Fachzeitschrift InVISION verlieh zum fünften Mal

FOTO: PicturePeople

CONSTANTINUS AWARD 2018 Im Rahmen des Constantinus Award, Österreichs großem Beratungs- und IT- Preis, wurde die IoT Baseplate in der Kategorie Industrie 4.0/Internet of Things mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Diese wurde vom AIT gemeinsam mit österreichischen Klein- und Mittelbetrieben entwickelt und ist eine intelligente Internet of Things (IoT)-Verkehrsma-


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IMAGINE. ENGAGE. ACHIEVE.

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omitted to Excellence. Als Österreichs größte angewandte Forschungseinrichtung spielt das AIT Austrian Institute of Technology bei vielen Infrastruktur-­ Themen weltweit in der ersten Liga. Das macht das AIT zum leistungsstarken Entwicklungspartner der Industrie und zum Top-Arbeitgeber in der internationalen Wissenschaftsszene – mit attraktiven, individuellen Karrierechancen und –wegen für High Potentials in vielen Bereichen.

Wobei über alle Tätigkeitsfeldern eine Klammer steht: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter am AIT ist ein Ingenious Partner. Das bedeutet nicht nur ein klares Bekenntnis zur Exzellenzforschung, sondern auch das Comittment, Verantwortung zu übernehmen. Für sich selbst und seine Karrieremöglichkeiten, aber auch für die Lösungen, die am AIT entwickelt werden. Dafür bietet das AIT angewandte Forschung in Österreichs größter RTO. PROFILE & HIGHLIGHTS

FOTO: AIT

Am AIT werden Karrieren Wirklichkeit.


MITARBEITER*INNEN/HUMAN RESOURCES/KARRIERE

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Die optimale Entwicklung der Talente und Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nimmt am AIT einen besonderen Stellenwert ein. Denn der Erfolg des AIT – und somit der Erfolg für unsere Kunden und Partner – ist untrennbar mit der Expertise unserer Ingenious Partners verbunden. Elvira Welzig, Strategic HR and Science Networks

UNTERSCHIEDLICHE ROLLEN IN BESTIMMTEN STUFEN • Project Management • Business Management • Business Development • Thematic Coordinator

Ein hochinnovatives Umfeld, transparente Karrierewege, klare und vielfältige Berufsbilder sind die Basis für eine selbstbestimmte Karriere, einen laufenden Dialog mit unseren Talenten für eine individuelle Weiterentwicklung auf höchstem Niveau.

FOTO: Krischanz Zeiller

KARRIEREWEGE AM AIT – FÜNF BERUFSBILDER • Science • Research Engineering & Expert Advice • Management • Support • Technical Services

Diese Rollen bieten die Möglichkeit, in neue Aufgabenfelder hineinzuwachsen. Das AIT unterstützt dabei mit gezielter Weiterbildung. Wir fördern aktiv den Wechsel zwischen Karrierewegen und Rollen und bieten so unseren Mitarbeitenden die Möglichkeit. ihre persönliche berufliche Weiterentwicklung bewusst zu gestalten. Die AIT Werte Imagine Engage Achieve sind gelebte Basis für die kontinuierliche Förderung unserer Talente. Denn wir wissen: „Talente ziehen Talente an“.

Mehr zu den AIT Karrierewegen: https://www.ait.ac.at/fileadmin//cmc/downloads/New_ Career/AIT_Career_Paths.pdf


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AM PULS DER NAHEN ZUKUNFT Das AIT ist anerkannter Gastgeber und Mitveranstalter auf vielen internationalen Markt- und Wissensplattformen. Damit werden Trends und Entwicklungen in unterschiedlichen Branchen nicht nur früh erkannt. Das interdisziplinäre Know-how des AIT ermöglicht es darüber hinaus auch, entsprechende Lösungen sehr früh und vor allem rasch für Kunden zu entwickeln. RANSHOFENER LEICHTMETALLTAGE Mitte Juni 2018 fanden bereits zum 10. Mal die Ranshofener Leichtmetalltage in Linz statt. Auf Einladung des LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen trafen sich mehr als 120 Werkstoffwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie Expertinnen und Experten aus der internationalen Leichtmetallbranche zum zweitägigen Branchen– treffen und Fachaustausch. Die Leichtmetalltage bieten einerseits Gelegenheit, die Anwendungsmöglichkeiten und Fortschritte in den LKR-Kompetenzfeldern zu beleuchten. Andererseits zeigen sich klare Trends und auch Erwartungen seitens der Industrie, die es zu berücksichtigen gilt. Die spannende Podiumsdiskussion brachte im Vorjahr manchen neuen Aspekt in die gegenwärtigen Forschungsthemen ein. Das Fachpublikum war von den Referaten und Keynotes sowie vom Tagungskonzept begeistert: So wurde 2018 durch ein digitales Konferenztool mehr Publikumsinteraktion erzielt. BANKNOTE CONFERENCE 2018 Das AIT Center for Vision, Automation & Control positionierte sich bei der führenden Messe für Technologien in der Banknoten-Industrie, die im Mai 2018 in Dallas stattfand. Andreas Vrabl, Head of Center for Vision, Automation & Control, wurde zur Expert Discussion „Sensor Development and How is it Evolving?“ eingeladen. Die Conference bot eine einmalige Gelegenheit, mit führenden Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Industrie über Technologietrends und den aktuellen Stand der Branche zu diskutieren. Die ausgewählten Präsentationen ergaben zahlreiche Möglichkeiten zu wertvollem Informationsaustausch auf internationaler Ebene. Das AIT Center for Vision, Automation & Control gilt in der Banknotenbranche als führend in Fragen der Qualitätssicherung in der Banknotenproduktion und konnte seine Expertise in vielen Diskussionen einbringen.

PROFILE & HIGHLIGHTS


KONGRESSE/EVENTS/AGENDA SETTING

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MICROBIOMESUPPORT PROJECT – COMMON GROUND WORKSHOP Anfang März 2019 trafen sich in Wien über 100 Wissenschafts- und Industrie-Vertreterinnen und -vertreter aus 24 Ländern zum „MicrobiomeSupport Common Ground Workshop“ unter Führung des AIT. Ziel des Projekts ist es, die Produktion von gesunden Futter- und Lebensmitteln langfristig zu sichern und noch nachhaltiger zu gestalten. Mikroorganismen beeinflussen das Wachstum und die Gesundheit von Nutzpflanzen, deren Lagerung und sind ein relevanter Faktor bei der Hygiene. Workshop-Koordinatorin Angela Sessitsch (Bild links): „Wir wollen verschiedene Mikrobiom-Stakeholder und Mikrobiom-Disziplinen miteinander verbinden, um die Weichen für eine strategische F&E-Agenda zu stellen. Wir arbeiten effektiv auf Ernährungssicherheit, nachhaltige Produktion und Bioökonomie sowie eine verbesserte menschliche Gesundheit hin.“

FOTOS: LKR/Wenter, AIT, Studio Horak, Krischanz Zeiller

TRANSPORT RESEARCH ARENA (TRA) Das AIT präsentierte auf der größten Verkehrsforschungskonferenz Europas, die im April 2018 in Wien stattfand, wegweisende innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus dem Bereich Mobilität. Als Mit-Organisator der Konferenz holte das AIT zu den unterschiedlichen Themen die weltweit besten Experten nach Wien. „Als Mitglied des Programme Committee war das AIT zuständig für die Inhalte der TRA 2018, organisiert wurden über 90 Sessions aus den Bereichen Verkehr und Mobilität“, sagt Christian Chimani, Head of Center for Low-Emission Transport des AIT und Chair des Programme Committee der Transport Research Arena 2018. Insgesamt erörterten und diskutierten über 3.000 WissenschafterInnen und Fachleute für vier Tage die Themenschwerpunkte Digitalisierung und Dekarbonisierung des Transportsystems, stand doch die TRA 2018 unter dem Motto: „A digital era for transport – solutions for society, economy and environment“. Das AIT als Österreichs größte Research and Technology Organisation präsentierte seinerseits eine Vielzahl von aktuellen Projekten – von der Batterie der Zukunft, innovativen Schnellladesystemen, neuen Materialien für den Fahrzeugbau, Methoden und Technologien zur Hebung der Verkehrssicherheit bis zu Lösungen, um Mobilitätssysteme und Gütertransport noch effizienter zu gestalten. Das AIT leistet mit seinen Forschungsarbeiten einen wichtigen Beitrag, um den Klimawandel in Zukunft einzudämmen und den Planeten auch für zukünftige Generationen lebenswert zu erhalten. Herausragende Forschungsleistungen beispielsweise in den Bereichen E-Mobilität, Energie, Transport, Standort- und Stadtplanung sowie die Entwicklung neuer Materialien sollen dazu beitragen, das große Ziel der Dekarbonisierung unter verstärktem Einsatz digitaler Methoden zu erreichen.


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MI-4: MISSION INNOVATION MINISTERIAL

SYMPOSIUM ON ARTIFICIAL INTELLIGENCE

Die MI-4 fand Ende Mai 2019 in Vancouver statt. Im Rahmen der globalen Initiative für den Energiewandel trafen Energieminister aus der ganzen Welt zum 4. Mal zusammen, um über die zukünftige Versorgung mit sauberer Energie zu beraten. Das AIT Center for Energy war in seiner Funktion als nationales Mission Innovation Sekretariat im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) vertreten und unterstützte die Organisation des österreichischen Side-Events „Pilot Multilateral Call for Cooperative RDI Projects“.

Im April 2019 fand am AIT Standort Giefinggasse ein wissenschaftliches Symposium statt. Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten zwei Tage über neueste Enwicklungen und Trends im Bereich Artificial Intelligence, Machine Learning und Robotics. Wolfgang Knoll, wissenschaftlicher Geschäftsführer des AIT: „Das Thema Künstliche Intelligenz betrifft jeden Menschen. Das AIT fungiert als nationaler und internationaler Knotenpunkt an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie und ermöglicht und fördert hier den wissenschaftlichen Austausch zwischen internationalen und nationalen Expertinnen und Experten sowie der Industrie und öffentlichen Institutionen.“ Das AIT trägt dazu bei, Strategien zu definieren und damit Kunden – sowohl aus dem öffentlichen wie auch dem wirtschaftlichen Bereich – eine „smart transition“ zu ermöglichen. Entscheidend dazu ist, Märkte und Anforderungen genau zu kennen. So präsentierte Ross King, Senior Scientist am AIT, AIT-Lösungen zur „angewandten AI“. Das Digital Insight Lab (DIL) des AIT bietet Beratung im Bereich Data Science und entwickelt Lösungen, die eine fundierte Entscheidungsfindung auf Basis großer, heterogener Datensätze und Echtzeitdaten ermöglichen. Im deutsch-österreichisch bilateralen Projekt FLORIDA wird etwa ein semi-automatisiertes Video-Forensik-System für die Analyse von Videodaten nach Terroranschlägen entwickelt. Andreas Kugi, Head of Center for Vision, Automation & Control sowie Institutsvorstand für Automatisierungs- und Regelungstechnik an der TU Wien zeigte, ob und wie AI die industrielle Automatisierung verändern wird. Oft fehle es in Betrieben noch an einer konsistenten Daten-Strategie. Zudem müssten unternehmerische Prozesse „neu gedacht werden“, so Kugi.

PROFILE & HIGHLIGHTS


KONGRESSE/EVENTS/AGENDA SETTING

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ALPBACHER TECHNOLOGIEGESPRÄCHE 2018 fanden die „Alpbacher Technologiegespräche“ im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach bereits zum 35. Mal statt. Sie werden vom AIT Austrian Institute of Technology und dem ORF (Radio Österreich 1) organisiert. Internationale Expertinnen und Experten sowie Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutieren in Plenarveranstaltungen und Arbeitskreisen über zukunftsweisende Themen – 2018 war dies „Diversität & Resilienz“, 2019 wird es „Freiheit & Sicherheit“ sein – im aktuellen Kontext von Forschung und Innovation. Die „Alpbacher Technologiegespräche“ finden in Kooperation mit den Bundesministerien für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Verkehr, Innovation und Technologie und der Tageszeitung „Die Presse“ statt. Wissenschaftlicher Themenpartner ist die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, Industriepartner die Industriellenvereinigung. Im Bild die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Alpbach Session des Falling Walls Lab Austria mit den Chairs Hermann Hauser, Jürgen Mlynek und Wolfgang Knoll.

FOTOS: AIT/Husar, AIT/Zinner, AIT/Narula, Vancouver Convention Centre

VIENNA CYBER SECURITY WEEK Wien hat sich zur weltweit anerkannten Drehscheibe für den internationalen Cyber Security Dialog entwickelt. Das AIT Center for Digital Safety & Security hat daran entscheidenden Anteil: Rund 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus rund 70 Ländern, 115 Speaker, dazu eine Ausstellung mit innovativen Lösungen rund um das Thema Cyer Security – die Vienna Cyber Security Week, die heuer zum dritten Mal stattfand, setzte Maßstäbe. Der Schwerpunkt der VCSW lag 2019 auf kritischer Infrastruktur, Kampf gegen Cybercrime, Regulierung und Gesetzgebung sowie Standardisierung. Sicherheitsaspekte müssen vor allem bei komplexeren Systemen von Anfang an mitgedacht werden. Dazu sind erste Standards im Werden. Auch Künstliche Intelligenz wird wichtiger – gerade durch die neuen Anwendungen des Internet of Things. Innovative Verschlüsselungstechnologien, wie sie am AIT entwickelt werden, gewinnen massiv an Bedeutung. Organisiert wird das seit 2017 bestehende Erfolgsformat vom AIT Austrian Institute of Technology, der WKO Aussenwirtschaft Austria und der Energypact Foundation in enger Kooperation mit der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) sowie der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSCE). Im Rahmen der Konferenzwoche, die unter dem Motto: „Protecting Critical Infrastructure“ stand, gab es eine Technologieausstellung.


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CENTER FOR ENERGY Das Center for Energy entwickelt Lösungen für die nachhaltige Energieversorgung von morgen und unterstützt damit Industrieunternehmen sowie Infrastrukturbetreiber in ihren Transformationsprozessen.

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m AIT Center for Energy forschen mehr als 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der nachhaltigen Energieerzeugung und -versorgung von morgen. Langjährige Erfahrung, wissenschaftliche Exzellenz sowie hochwertige Laborinfrastruktur und weltweite Vernetzung bieten Unternehmen innovative und angewandte Forschungsservices – und schaffen klare Wettbewerbsvorteile. Das Themenportfolio des Centers for Energy orientiert sich an drei zentralen Zukunftsfeldern: Nachhaltige Energieinfrastruktur, Dekarbonisierung von industriellen Prozessen und Anlagen sowie innovative Technologien und Lösungen für urbane Transformation (Gebäude, Städte).

Die Energiebranche ist einem tiefgreifenden Wandlungsprozess unterworfen. Die Transformation des Energiesystems erzeugt ganz neue Möglichkeiten, wie sich arrivierte Marktteilnehmer positionieren können und schafft zugleich völlig neue Chancen für Produkte und Angebote. Unser hoher Energiekonsum bedingt zunehmend einen Paradigmenwechsel hin zu einem intelligenten Netzbetrieb. Für Wirtschaft und Industrie ist die Versorgungssicherheit ein wesentlicher Faktor, um im globalen Wettbewerb erfolgreich zu agieren. Das AIT Center for Energy arbeitet daran, seine Leistungen für die Kunden weiter zu entwickeln. Die Stärken des Centers beruhen auf hoher Forschungs- und Anwendungskompetenz. Damit trägt das Team dazu bei, die PROFILE & HIGHLIGHTS


DEKARBONISIERUNG/ENERGIE/INDUSTRIE

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Wolfgang Hribernik, Head of Center for Energy

Das AIT SmartEST Labor zählt zu den führenden Labors für die ­Entwicklung und Erprobung elektrischer Energiesysteme.

Forschungsprioritäten auf europäischer Ebene, die effiziente Nutzung und Entwicklung von Forschungsinfrastruktur und auch die Unterstützung der Mobilität von Forscherinnen und Forschern im Smart-Grids-Thema. Von strategischer Bedeutung ist neben der fachlichen Kompetenz der interdisziplinäre Ansatz: Energiesysteme bestehen neben Technologien aus Systemarchitekturen und Regeln. Daher werden nur integrierte Systembetrachtungen, die alle diese Ebenen adressieren können, in der Lage sein, die Transformation des Energiesystems nachhaltig zu unterstützen. PROJEKT DC LAB

Umgestaltung des Energiesystems und die Entwicklung und Integration der dafür notwendigen Technologien gemeinsam mit Forschung und Industrie weiter voranzutreiben.

FOTOS: PicturePeople

SMARTEST LABOR Mit dem SmartEST Labor verfügt das AIT über eine in Europa einzigartige Entwicklungsplattform für Smart GridsTechnologien und Systemarchitekturen. Hier werden Lösungen und Produkte von Industriepartnern getestet, aber auch AIT-Innovationen entwickelt, die später in den Markt übergeleitet werden. Elektrische Energiespeichersysteme und deren aktuelle und zukünftige Aufgaben im Energiesystem zählen gegenwärtig zu den am meisten nachgefragten Technologien. Durch Hardware-in-the-Loop (HIL)-Methoden unterstützt das AIT Center for Energy Systembetreiber und Hersteller in praktisch allen signifikanten Demonstrationsprojekten für Großspeichersysteme. Im Bereich der vom AIT entwickelten Technologien bildet der AIT Smart Grid Converter (ASGC) den Schwerpunkt im Themenfeld leistungselektronische Systeme. Das AIT ist auch seit vielen Jahren ein international aktiver Hub in der Smart-Grids-Forschung. Als Gründungsmitglied von DERLab bringt sich das AIT aktiv in der European Energy Research Alliance (EERA) sowie in Technologieplattformen im Zusammenhang mit der SET Plan-Umsetzung ein. Ziel dieser Aktivitäten ist die gemeinsame Gestaltung von

Im aktuellen Projekt DC Lab arbeiten die AIT-Teams mit dem Nikola Tesla Labor der TU Graz zusammen, um Entwicklungswerkzeuge und Testverfahren für zukünftige DCSysteme und -Technologien zu entwickeln. Auf der Ebene der Verteilsysteme – also z. B. im Anwendungsbereich von gleichstromversorgten Gebäuden – bieten das AIT Smart– EST Labor und die in dem Zusammenhang stehenden Erweiterungen eine ideale Entwicklungsplattform. Auf der Ebene der Übertragungs- und Hochspannungsnetze müssen Technologien für die Anforderungen an die Insolationssysteme im Höchstspannungsbereich getestet werden. Das AIT positioniert sich hier global als bedeutender Kooperationspartner mit interdisziplinärem Know-how. DEKARBONISIERUNG UND DIGITALISIERUNG Im Kontext von Energiewende und Klimazielen nehmen die Reaktion und die Weiterentwicklung der energieintensiven Industrie Schlüsselrollen ein. Das AIT Center for Energy ist hierbei mit einer eigenen Arbeitsgruppe ein Entwicklungspartner der Industrie. Die Expertinnen und Experten helfen, strategische Themen in nationalen und internationalen Forschungsprojekten umzusetzen, neue Technologiestandards zu entwickeln und der Industrie mit Labor-Dienstleistungen und Know-how zur Seite zu stehen. Das AIT fördert zudem den akademischen Austausch durch eine eigene Stiftungsprofessur an der TU Wien (SIC! - Smart Industrial Concept) und koordiniert NEFI – New Energy for Industry, ein Projekt der Vorzeigeregionen des Klima- und Energiefonds zur Dekarbonisierung des indus– triellen Energiesystems.


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Das AIT entwickelt konvergente Mobilitätssysteme für künftige Anforderungen.

CENTER FOR MOBILITY SYSTEMS Ganzheitlich, intelligent und nachhaltig: Die Expertinnen und Experten des Centers for Mobility Systems entwickeln interdisziplinäre, smarte Lösungen für die Mobilität von morgen.

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obilitätssysteme unterliegen grundlegenden Veränderungen. Ausschlaggebend dafür sind neben dem rasanten technologischen Fortschritt vor allem urbanes Wachstum und demographische Entwicklung, klar definierte ökologische Ziele sowie Veränderungen in der Arbeitswelt. Trends wie die Sharing Economy und der Wunsch nach einer sozial gerechten, sicheren und barrierefreien Mobilität für alle werden künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklungen erfordern ganz neue Wege und Denkansätze in der Mobilität. Das Nebeneinander von Personenmobilität, Gütertransport und zugehöriger Verkehrsinfrastruktur wird

immer mehr durch ein Zusammenspiel von bestehenden und zukünftigen Technologien und Stakeholdern abgelöst. Gleichzeitig soll das Mobilitätssystem den Bedürfnissen der Menschen gerecht werden. Am AIT Center for Mobility Systems sind über 100 hochqualifizierte und spezialisierte internationale Expertinnen und Experten tätig. Unser interdisziplinäres Team forscht und entwickelt in den Themenfeldern Mobilitätsdatenerhebung und -analyse, Personenstromanalysen und Impact Assessment, Mobilitätsverhaltensforschung, Verkehrsplanung, Simulation und Vorhersagemodelle, Baudynamik und PROFILE & HIGHLIGHTS


VERKEHR/TRANSPORT/MOBILITÄT

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Arno Klamminger, Head of Center for Mobility Systems

Akustik, Verkehrssicherheit, Verkehrsinfrastruktur sowie Logistik und Transportoptimierung. Entwicklungen wie Mobility as a Service, Synchromodalität, Automated Driving, Physical Internet oder die Intelligente Straße stellen uns vor große Herausforderungen. Dabei ist Konvergenz essenzieller Teil jeder Lösung, und jede Lösung ist Teil des konvergenten Systems. VERKEHRSSICHERHEIT UND UNFALLFORSCHUNG Verkehrssicherheit im gesamten Straßennetz ist ein vorrangiges Ziel der Straßenbetreiber. Diese stehen vor großen Herausforderungen, insbesondere weil bestimmte Verkehrssituationen wegen Verschiebungen im Modal Split immer komplexer werden und es folglich zu größeren Veränderungen in der anteiligen Nutzung des Straßenraums kommt. Vermehrte Interaktionen zwischen ungeschützten VerkehrsteilnehmerInnen und dem motorisierten Verkehr sowie die Anwendung neuer Technologien in allen Verkehrsmodi erfordern neue Sicherheitskonzepte und -strategien. Die AIT-Expertinnen und -Experten entwickeln neue Analyse- und Simulationstools, die in der Lage sind, Straßenzustandsdaten und Trassierungsparameter mit Unfalldaten zu kombinieren und eine zuverlässige Risikobewertung für bestehende und geplante Straßen zu erstellen. Mit diesen Messdaten können Straßen virtuell und realistisch modelliert werden, sodass ganze Straßennetze mit ihren potenziellen Gefahrenstellen mithilfe von Algorithmen modelliert und komplexe Beziehungen zwischen Straße und Fahrzeug simuliert und untersucht werden können.

FOTOS: AIT/Zinner, AIT

AUTO.BUS - SEESTADT Wien bekommt eine fahrerlose Autobuslinie: Im Rahmen des Projekts „auto.Bus – Seestadt“, gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) im Rahmen des Programms „Mobilität der Zukunft“, soll ein Qualitätssprung für den Betrieb zukünftiger autonomer Buslinien ermöglicht werden. Ziel ist die nachhaltige Erhöhung der Effizienz und der Betriebssicherheit autonomer Fahrzeuge, um letztlich eine Buslinie in der Seestadt unter realen Bedingungen betreiben zu können – mit Haltestellen, Fahrplan und echten Fahrgästen. Die Projektpartner Wiener Linien, AIT, KFV, TÜV, Siemens und

Navya decken mit ihren Expertisen wichtige Bereiche wie die Weiterentwicklung der Sensorik, die Akzeptanz durch die Fahrgäste, die Anpassung erforderlicher rechtlicher Rahmenbedingungen sowie die funktionale Sicherheit und IT-Sicherheit der eingesetzten Systeme oder die „Kommunikation“ des Busses mit seiner Umgebung ab. LEVITATE: EUROPAS FAHRERLOSE MOBILITÄTSZUKUNFT PROAKTIV GESTALTEN Automatisierte und vernetzte Fahrzeuge werden die Mobilität der nächsten Jahrzehnte tiefgreifend verändern. Fahrzeuge werden in unterschiedlichem Ausmaß und in unterschiedlichen Kontexten in der Lage sein, selbstständig zu manövrieren, zu beschleunigen und zu bremsen sowie die Umgebung zu überwachen. Im Rahmen des Projekts „LEVITATE: Societal Level Impacts of Connected and Automated Vehicles” wird untersucht, welche Funktion vernetztes und automatisiertes Fahren im Bereich der Personen- und Gütermobilität sowie auf gesellschaftlicher Ebene übernehmen kann, wie die Verkehrsinfrastruktur dafür zu gestalten ist und welche innovativen Mobilitätskonzepte somit zu erarbeiten sind. Das AIT entwickelt in diesem Zusammenhang ein allgemein zugängliches Instrumentarium zur Bewertung von Auswirkungen, Nutzen und Kosten vernetzter und automatisierter Systeme, einschließlich der erforderlichen Infrastrukturen. AUTONOMOUS TICKETING Ticketing der nächsten Generation erfordert keine zusätzliche Infrastruktur oder aktive Benutzerinnen- und Benutzer-Interaktion. Es basiert auf Smartphones und der zuverlässigen Erfassung von Mobilitätsdaten. Mit der Softwarelösung MODE des AIT können Daten wie Transportmittel, Routen und Umsteigepunkte automatisch und präzise im Hintergrund erfasst werden. Die MODE-Softwarekomponenten (Client und Backend) können unter Berücksichtigung der spezifischen Kundenanforderungen und Schnittstellen problemlos in verschiedene bestehende Ticketing-Anwendungen und Plattformen integriert werden. Sie bilden die ideale Basis für autonome Ticketing-Lösungen für öffentliche Verkehrsbetriebe und Mobilitätsanbieter.


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CENTER FOR DIGITAL SAFETY & SECURITY Die Expertinnen und Experten am Center for Digital Safety & Security entwickeln moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Systeme, um kritische Infrastrukturen im Kontext umfassender globaler Vernetzung und Digitalisierung sicher und zuverlässig zu gestalten.

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icherheit und Zuverlässigkeit von komplexen Systemen sind von größter Bedeutung, um Menschen und Gesellschaft vor Schaden zu bewahren. Cyber-Sicherheit für Industrial Control Systems (ICS), Cyber Physical Systems (CPS), und Internet of Things (IoT), hochsichere und hochverfügbare Software und Systeme sowie höchst zuverlässige Wireless-Kommunikation der nächsten Generation (5G) zählen zu den wichtigsten Faktoren in modernen, IT-assoziierten Produktions- und Entwicklungsumgebungen. Weitere Schlüsseltechnologiebereichen sind modernste Verschlüsselungsmethoden (Quantum Safe) für virtuelle IT-Systeme, Data Science für neue Ansätze eines modernen Datenmanagements (Big Data, Blockchain -Technologien)

als auch neueste Sensortechnologien und Systeme zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Ergänzt werden diese Anforderungen durch die Entwicklung von Command- und Control-Systeme für den Einsatz im modernen Krisen- und Katastrophenmanagement sowie Objektschutz kritischer Infrastrukturen und digitales Identity Management durch modernste Biometrie-Sensorik. All diese Themen werden von hochspezialisierten Entwicklungsteams am AIT Center for Digital Safety & Security adressiert. In enger Kooperation mit Wirtschaft und Industrie, Wissenschaft und öffentlicher Hand erfolgt eine strategische Technologieforschung sowie Entwicklung von marktnahen Prototypen bis hin zur Validierung von Anwendungen in disruptiven Öko-Systemen. PROFILE & HIGHLIGHTS


DIGITALISIERUNG/SAFETY/SECURITY

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Helmut Leopold, Head of Center for

Auch im Bereich der Digitalen Identität entwickelt das AIT wegweisende Lösungen.

Digital Safety & Security

den Gefährdungspotenzial für alle Internet-User effektiv entgegentreten zu können, hat das AIT mit „Graphsense“ mittlerweile ein international führendes Forensik-Werkzeug für die Analyse virtueller Währungen entwickelt. Aufbauend auf dessen Kernkompetenzen im Bereich Blockchain-Technologien und Kryptowährungen hat das AIT jene Voraussetzungen geschaffen, um Strafverfolgungsbehörden künftig bei ihrer Ermittlungstätigkeit optimal durch modernste Werkzeuge unterstützen zu können. SECURITY BY DESIGN

Das Center for Digital Safety & Security besitzt in österreichischen sowie internationalen Innovations- und Sicherheitsforschungsprogrammen eine anerkannte Position und baut auf strategischen Partnerschaften mit den wichtigsten österreichischen Sicherheitsakteuren (BMI und BMLV) als auch in internationalen Industrieinitiativen wie ECSO (European Cyber Security Organisation), PSCE (Public Safety Communication Europe), EARTO/EUROTECH Sicherheitsgruppe (Task Force europäischer Forschungsorganisationen im Sicherheitskontext) und ARTEMIS/ECSEL (Europäische Technologie- und Forschungsplattform im Bereich eingebetteter und cyberphysikalischer Systeme) auf.

FOTOS: PicturePeople, Michael Mürling

GRAPHSENSE Ende Jänner 2019 erfolgte ein Meilenstein beim EU-Projekt „TITANIUM“: die polizeiliche Testphase startete. TITANIUM (Tools for the Investigation of Transactions in Underground Markets) verbindet 15 Forschungseinrichtungen, IT-Unternehmen und Polizeibehörden aus sieben europäischen Ländern in der gemeinsamen Entwicklung neuer forensischer Technologien zur Ermittlung und Erforschung von Cyberkriminalität im Darknet. Mit den „Field Labs“ startete die erste Praxisphase des Projekts. Ansatzpunkt in dieser Initiative sind virtuelle Währungen (Kryptowährungen), die als das gängigste Zahlungsmittel bei anonymisierten illegalen Cyberaktivitäten gelten. Um diesem neuen wachsen-

Zunehmende Komplexität bei Vernetzung und Digitalisierung verlangt neue Ansätze, um Softwaresysteme effizient, sicher und zuverlässig zu bauen. Vor allem die modernen umfassenden Verfügbarkeits- und Sicherheitsanforderungen stellen Hersteller vor neue Herausforderungen in der Systementwicklung. Daher spezialisierte sich der Softwareund Systementwickler LieberLieber (www.lieberlieber.com) auf modellbasierte Systementwicklung und entwickelte im Automotive-Bereich für die weitverbreitete Entwicklungsumgebung „Enterprise Architect“ von Sparx Systems (www.sparxsystems.at) spezielle Lösungsmodule. Um Safety (hohe Betriebssicherheit) als auch Security (Schutz vor Cyber-Attacken) von Anfang an im System-Design harmonisiert zu berücksichtigen, setzt LieberLieber auf Knowhow und Technologien des AIT: Dieses hat mit „MoMuT“ (Model-based Mutation Testing) ein spezielles Werkzeug entwickelt, um aus Systembeschreibungen einfach und automatisch Testverfahren abzuleiten und korrektes Systemverhalten (Safety), bestmögliche Performance und höchste Sicherheit (Security) gegenüber potenzieller externer Manipulation sicherzustellen. Dazu entwickelte das AIT auch eine neuartige Gefahrenmodellierung (Threat Modeling) auf Basis einer laufend aktualisierten und gepflegten Bedrohungsdatenbank zur Absicherung von cyber-physischen Systemen. Diese Gefahrenmodellierung wird von LieberLieber im Rahmen des Cyber Security Modeling für verschiedene Industrien (Automotive, Transportation und Kritische Infrastrukturen) angeboten (https://cybersecurity.sparxservices.eu). Damit werden Entwicklungskosten für komplexe Systeme erheblich reduziert, während sich gleichzeitig die Systemqualität signifikant erhöht.


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CENTER FOR HEALTH & BIORESOURCES Das AIT Center for Health & Bioresources forscht an essenziellen Herausforderungen des demografischen Wandels und der Ressourcen­knappheit. Dabei stehen die großen Themenfelder „Telemedizin“, „Medizintechnik“, „­ Molekulare Diagnostik“ sowie die Nutzung von „Bioressourcen“ im Fokus.

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as Center for Health & Bioresources adressiert mit seinen Kernkompetenzen Kundinnen und Kunden aus dem Gesundheits-, Umwelt- und Agrarbereich. Dabei setzt das Team z. B. auf die Entwicklung von Innovationen und Lösungen, die Erkrankungen frühzeitig erkennen und ein gesundes und aktives Altern unterstützen. Ermöglicht wird dies etwa durch neue Wege in der nicht-invasiven Diagnostik, im Bereich der Telegesundheit, der Entwicklung bioaktiver Werkstoffe für innovative Implantate und Prothesen sowie von patientenunterstützenden Medizinprodukten. Ein weiteres großes Themenfeld ist der nachhaltige und innova-

tive Umgang mit biologischen Ressourcen und deren effiziente Nutzung. Das AIT forscht hier an der Erhöhung der Stresstoleranz von Pflanzen bei veränderten Umweltbedingungen, der Interaktion von Pflanzen und Mikroorganismen, der raschen Erkennung von Schädlingen, Schimmelpilzen und allergenen Pilzen sowie der Bekämpfung von Pathogenen und invasiver Pflanzen. Für diese Forschungen verfügt das AIT über eine Vielzahl bedeutender und teilweise einzigartiger Forschungsinfrastrukturen, wie z. B. einer DNA-Bank, in der bereits über eine halbe Million DNA-Proben pflanzlichen und tierischen Ursprungs unter Hightech-Bedingungen bei -20°C gelaPROFILE & HIGHLIGHTS


GESUNDHEIT/BIORESOURCES/MEDIZIN

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Elke Guenther, Head of Center for Health & Bioresources

In der Biomarker-Forschung zählt das AIT zu den führenden RTO´s in Europa.

SEEDJECTION

gert werden und z. B. für die Genotypisierung in Zucht- und Selektionsprozessen eingesetzt werden können.

FOTOS: PicturePeople, Zinner

HEALTH INFORMATION SYSTEMS Das AIT fokussiert im Research Service Health Information Systems auf integrierte eHealth-Lösungen für die Biomedizinische Forschung und patientenzentrierte Gesundheitsversorgung. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ermöglichen neue Ansätze für ein modernes Gesundheitssystem (dHealth) und für altersgerechte Assistenzsysteme (Active Assisted Living – AAL). Zukünftige Therapieansätze der nächsten Generation bauen auf geschlossenen Regelkreisen auf (Closed Loop Healthcare), in denen der Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten laufend überprüft und gegebenenfalls die Therapie angepasst wird. Modernste Technologien helfen dabei, den kooperativen Behandlungsprozess durch asynchrone, dem jeweiligen Arbeitsrhythmus angepasste Kommunikation zeitlich und räumlich flexibel und effizient zu gestalten. Entwickelt werden etwa neue Ansätze für die intuitive und mobile Datenerfassung durch Patientinnen und Patienten mittels der vom AIT entwickelten KeepInTouch-Technologie. Diese neuen Funktionen und Systeme werden dabei in komplexe, existierende IT-Infrastrukturen eingebettet und im medizinischen Kontext evaluiert und validiert.

Pflanzliche Mikroorganismen haben das Potenzial, die Probleme der modernen Landwirtschaft zu überwinden. Durch die Besiedlung von Pflanzengewebe können sie das Pflanzenwachstum fördern, die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen widrige Klimabedingungen erhöhen oder Krankheitserreger bekämpfen. Im Herbst 2018 stellte das AIT seine patentierte Technologie „SeedJection“ vor, die die Injektion von nützlichen Mikroorganismen in Samen ermöglicht. In der gegenwärtigen landwirtschaftlichen Praxis werden die meisten mikrobiellen Produkte als Samenbeschichtung oder Bodenverbesserungen verwendet. Mit diesen Abgabetechniken ist es jedoch schwierig, das volle Potenzial nützlicher Mikroorganismen auszuschöpfen. SeedJection kann diese Lücke schließen: Es ist eine Methode mit hohem Durchsatz, um nützliche Mikroorganismen mechanisch in Samen einzubauen. Die patentierte und registrierte Technologie basiert auf der gezielten Öffnung von Saatgutoberflächen, der Injektion von mikrobiellen Impfmitteln in den Stärkebehälter und dem anschließenden Verschluss des Saatguts. POINT OF CARE DIAGNOSTICS & BIOSENSORS Die mobile molekulare Diagnostik erfordert miniaturisierte und automatisierte Geräte mit höchster analytischer Leistungsfähigkeit, die mit Hilfe diverser Körperflüssigkeiten Krankheiten schneller und genauer ermitteln. Das AIT verfügt über fundiertes Know-how in der Realisierung derartiger Messsysteme, wobei die AIT Expertinnen und Experten bei der Systemintegration das volle Spektrum – von Biomarkern, Mikrofluidik, molekularen Nachweisreaktionen und Biosensoren bis hin zur Ausleseelektronik und Prozessmanagement – abdecken. Einen besonderen Schwerpunkt nimmt der Speichel ein, der sich dank der nicht-invasiven und jederzeit möglichen Probennahme besonders gut für patientennahe Diagnostik eignet. Im Bereich der Biosensorik hat das AIT langjährige Erfahrung in der Entwicklung von hochsensitiven und hochselektiven Detektionsverfahren zum Nachweis von Biomolekülen in Flüssigkeitsproben mit Hilfe von innovativen elektrochemischen, photonischen, magnetischen und Nanomaterial-basierten Methoden. Der Fokus liegt auf dem Nachweis von Nukleinsäuren und Proteinen für patientennahe Diagnostik.


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CENTER FOR LOW-EMISSION TRANSPORT Das Center for Low-Emission Transport erforscht effiziente, intelligente und sichere Fahrzeugkomponenten. Der Fokus liegt auf zwei Schlüsseltechnologien für nachhaltigen Transport und Mobilität: der Elektrifizierung des Antriebsstrangs und dem materialbasierten Leichtbau.

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n beiden Bereichen bilden die Werkstoffentwicklung, die semi-industrielle Verarbeitungstechnologie und das Komponentendesign die Säulen für den integrierten Einsatz von innovativen Fahrzeugsystemkomponenten. Forschungsschwerpunkte sind die Weiterentwicklung von Batterietechnologien und Managementsystemen, Leistungselektronik und der elektrische Antrieb, Fahrzeugsimulationen, hochwertige Leichtmetalllegierungen und nachhaltige Verarbeitungsprozesse sowie funktional integrierte Leichtbaukomponenten. Federführend in der Entwicklung und Charakterisierung neuer Materialien ist das LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen. Das LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen ist ein Tochterunternehmen des AIT und feiert 2019 sein 25-jähriges Jubiläum. In diesem Vierteljahrhundert hat sich das LKR

umfangreiche Expertise und Know-how in der gesamtheitlichen Betrachtung des Leichtbaus im Fahrzeugbereich aufgebaut – vom Material, der Prozesstechnologie, über das werkstoffbezogene Strukturdesign bis hin zu neuen Technologien wie dem drahtbasierten Additive Manufacturing von Aluminium und Magnesium. Das 50-köpfige LKR-Team erforscht die Leichtmetalle Aluminium und Magnesium, um effiziente, sichere und umweltverträgliche Mobilitätslösungen zu entwickeln. Das erfordert einerseits nachhaltige, effiziente Herstellprozesse für Materialien, um den Energieverbrauch bereits in der Produktion drastisch reduzieren zu können. Andererseits müssen die Materialien den Erfordernissen für den Einsatz in höchst beanspruchten Bauteilen, z. B. in der neuen Elektromobilität, gerecht werden. In den kommenden Jahren wird das LKR die bestePROFILE & HIGHLIGHTS


MATERIALFORSCHUNG/TRANSPORT/LEICHTBAU

Neue Wege im 3D-Druck mit Leicht­ metallen: Im AM-Labor des LKR können die WAAM-tauglichen Sonderdrähte selbst ­hergestellt und direkt verschweißt werden.

henden Technologien in den Gieß- und Umformprozessen weiterentwickeln, aber auch neuen Schlüsseltechnologien wie beispielsweise der drahtbasierten Additiven Fertigung (WAAM) zum Durchbruch verhelfen. Das soll die Digitalisierung und Dekarbonisierung des Transportsektors vorantreiben. COMET-PROJEKT AMALFI

FOTOS: AIT/LKR/Lang

Um Leichtmetalle für zukünftige industrielle Anwendungen fit zu machen, bündelt das LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen sein Know-how mit 12 Projektpartnern aus Industrie und Wissenschaft. Die LKR-Forschungsteams werden neuartige Aluminium- und Magnesiumlegierungen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Herstell- und Verarbeitungsketten erforschen und weiterentwickeln. Außerdem widmet sich das AMALFI-Konsortium der Entwicklung neuartiger Mikrostruktur- und Gefügemodelle für Aluminium- und Magnesiumlegierungen. Diese Modelle haben das Potenzial, die Entwicklung von zukünftigen Al- und Mg-Legierungen, vor allem durch virtuelle, numerischen Simulation, entscheidend voranzutreiben. WIRE-ARC ADDITIVE MANUFACTURING (WAAM) Um der drahtbasierten Additiven Fertigung (wire+arc additive manufacturing: WAAM) als Schlüsseltechnologie in der Industrie zum Durchbruch zu verhelfen, erforschen LKR WissenschaftlerInnen bereits seit mehreren Jahren die-

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Christian Chimani, Head of Center for Low-Emission Transport & Managing Director LKR

se robuste Fertigungstechnologie sowie die notwendigen Sonderdrähte. In der LKR-hauseigenen smarten Drahtfertigungsroute werden neue, WAAM-taugliche Aluminiumund Magnesiummaterialen zu Schweißdrähten gepresst und aufgespult. Im neu errichteten Additive Manufacturing Laboratory können diese Sonderdrähte mittels werkstoffspezifischer Prozessführung, einem mehrachsigen Robotiksystem und modernsten Brennertechnologien zu einem komplexen 3D-Bauteil aufgebaut werden. Zusätzlich zu den experimentellen Schweiß- und WAAM-Entwicklungen werden im LKR die verwandten Themen FEM-basierte Werkstoff- und Prozesssimulation, Online-Monitoring, Data Management, CAD-CAM-Schnittstelle und Inline-Prozessregelung erforscht. BRANDBESTÄNDIGE MAGNESIUM-LEGIERUNGEN Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am LKR haben schwer entflammbare Magnesiumlegierungen entwickelt, die im etwaigen Brandfalle auch wieder von selbst verlöschen. Sie zeichnen sich durch verbesserte Brandbeständigkeit bei gleichzeitig guten mechanischen Eigenschaften aus, wobei auch ein Brandtest nach FAA bestanden wurde. Die LKR-Entwicklung ist deutlich kostengünstiger als Legierungen mit vergleichbarer Brandbeständigkeit. Zudem ist eine prozesssichere Verarbeitung (Druckguss, Thixomolding) möglich. Das LKR-Team forscht nun auch verstärkt in Richtung calciumhaltige Legierungen, da Calcium kostengünstig und allgemein gut verfügbar ist. BATTERIEFORSCHUNG Die Entwicklung von Batterien als Herzstück moderner, elektrischer Antriebskonzepte erfährt derzeit besonders große Aufmerksamkeit. Weltweit werden große Anstrengungen unternommen, um diesen elektrischen Energiespeicher möglichst effizient, leistungsfähig, kostengünstig und sicher zu gestalten. Die Expertinnen und Experten am AIT treiben den Fortschritt dieser Technologien rasant voran und bauen dabei auf einem ganzheitlichen Forschungs- und Entwicklungsansatz auf.


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Die Lösungen des Centers for Vision, Automation & Control arbeiten 24/7, auch in rauen Industrieumgebungen. Sie steuern die Effizienz und sichern die Qualität der Produktion.

CENTER FOR VISION, AUTOMATION & CONTROL „From sensor to decision“: Das Center entwickelt Methoden und Technologien, die die gesamte Kette von der Sensorentwicklung, der Datenerfassung und -analyse, den intelligenten Algorithmen, bis hin zu den daraus resultierenden Entscheidungen umfassen. Dies bildet die Basis für die Digitalisierung und Automatisierung von Produktionsprozessen und für den Entwurf neuer zukunftsweisender Assistenzsysteme und autonomer Systeme.

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aufend steigt auf die Industrie der Druck, vermehrt in Digitalisierung und Automatisierung zu investieren. Stand früher vorwiegend der Aspekt der Effizienzsteigerung im Fokus, sind heute nachhaltiger Umgang mit Rohstoffen und Energie, angestrebte CO2-Reduktion, Diversifikation und Individualisierung des Produktportfolios, gestiegene Qualitätsansprüche und nicht zuletzt auch der Fachkräftemangel Treiber für die nächsten Schritte in der Automatisierung. Am Center forschen 80 Expertinnen und Experten für und mit unseren Kunden auf den Gebieten Bildverarbeitung, Fusion von Sensordaten, maschinelles Lernen, Data Analytics, mathematische Modellierung für

Echtzeitanwendungen, Prozessautomatisierung, System– analyse, Steuerung, Regelung und Optimierung komplexer dynamischer Systeme und Prozesse. Ausgehend von einer gesamtheitlichen Systembetrachtung und dem notwendigen domänenspezifischen Systemverständnis erarbeiten wir Lösungen von der Einzelkomponente – z. B. spezifische Kamerakonfigurationen zur Qualitätsinspektion – bis hin zu komplexen Gesamtsystemen, wie etwa einer autonomen Arbeitsmaschine oder der optimierten Steuerung eines komplexen Produktionsprozesses. Die Industrie profitiert von dieser anwendungsnahen Forschung. Das Portfolio umfasst das ganze Spektrum von Beratung über mittelPROFILE & HIGHLIGHTS


VISUALISIERUNG/QUALITÄTSKONTROLLE/PRODUKTION

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Andreas Kugi,­ Andreas Vrabl (r.) Heads of Center for Vision, ­Automation and Control

und langfristige strategische Forschungszusammenarbeit, Entwicklung von Prototypen bis hin zur Unterstützung bei der industriellen Umsetzung und Anwendung. HIGH-PERFORMANCE VISION – HOCHGESCHWINDIGKEITS-SENSOREN FÜR DIE AUTOMATISIERUNG Zahlreiche Aufgabenstellungen aus der Industrie, oftmals gepaart mit hoher Prozessgeschwindigkeit und der Forderung nach einer durchgängigen Online-Erfassung der Produktion, verlangen nach neuen Ideen und Ansätzen im Bereich der Sensorik. Der Fokus der Forschung liegt auf Einsatz und Weiterentwicklung ultraschneller Kameraund Beleuchtungstechnologien, auf skalierbaren Embedded Vision Systemen sowie auf Computational Imaging und maschinellem Lernen. Die Echtzeitfähigkeit der Systeme, auch bei extremen Datenraten, ist essenziell, um eine effektive Steuerung des Produktionsprozesses auf Basis der Sensordaten sicherzustellen. Dies erfordert den Einsatz schneller Einzelkomponenten sowie eine sorgfältig ausbalancierte Gesamtarchitektur von Hardware, Software und Algorithmen („Hardware-Software-Co-Design“). Typische Industrieanwendungen sind Klassifikations-, Mess- und Inspektionsaufgaben von Produkten mit komplexen Oberflächeneigenschaften. Die im Center hierfür entwickelten intelligenten Prüfsensoren werden in die bestehenden Produktionsanlagen beim Kunden integriert, oft in sehr rauer Industrieumgebung. Der Einsatz der AIT High-Performance-Vision Technologien konnte z. B. im Banknotendruck, der Inspektion von Gussteilen oder anderen metallischen oder glänzenden Oberflächen sowie in der Schienen- und Straßenoberflächeninspektion weltweit neue Maßstäbe setzen.

FOTOS: Getty Images, AIT/Zinner

INTELLIGENTE KOMPONENTEN UND SYSTEME Die jüngsten Entwicklungen in den Bereichen Elektronik, Sensorik und Algorithmik ermöglichen ganz neue Lösungen im Produktdesign sowie in der Gestaltung von Wertschöpfungsketten. Bei Letzteren spielen intelligente Produktionssysteme eine zentrale Rolle. In enger Zusammenarbeit mit der Industrie entwickeln wir für die jeweilige Aufgabenstellung maßgeschneiderte Lösungen zur Echtzeitoptimierung von Produktionsprozessen basierend auf einer geeigneten Kombination aus physikalisch-basierten und datengetriebenen mathematischen Modellen (digital twin). Ziel ist es, alle vorhandenen Informationen (Prozesswissen, Daten, Modelle, Messungen) systematisch zu nutzen, um den Durchsatz zu optimieren, den Ausschuss zu reduzieren und Ressourcen zu sparen. Weiters können wir mit unseren Modellen und den generierten Daten Fehler frühzeitig erkennen und möglicherweise sogar vermeiden, die Flexibilität erhöhen und die Mensch-Maschine Interaktion verbessern. Neben der Entwicklung von echtzeitfähigen Optimierungs-, Rege-

lungs- und Schätzverfahren, Diagnosesystemen und adaptiven Lernalgorithmen beschäftigen wir uns auch mit der optimalen Auswahl und Integration von Sensoren und Aktoren im Gesamtsystem. Unser Team verfügt über umfassendes Know-how in verschiedenen Bereichen der Antriebstechnik (Hydraulik, Pneumatik, Elektromagnetik, elektrische Maschinen) und in der Fusion unterschiedlicher Sensoren. Die Anwendungen der entwickelten Methoden reichen von pneumatischen Ventilen über Robotersysteme bis hin zu Bandglühöfen bei der Stahlproduktion. AUTONOME SYSTEME – FAHREN, TRANSPORTIEREN, ARBEITEN Getriggert durch die Erfolge mit Assistenzsystemen und ersten Versuchen zum autonomen Fahren im Straßenverkehr wächst das Interesse und der Bedarf an Assistenzfunktionen und Autonomisierung in unterschiedlichsten Anwendungs-bereichen. Der öffentliche Verkehr, Bahn und Bus, die Baubranche und die Landwirtschaft, Sondermaschinen und Robotikanwendungen sowie die Luftfahrt stehen hier bei unseren Kunden im Fokus. Neben dem autonomen Fahren oder Fliegen werden auch Lade- und Transportvorgänge, beispielsweise auf einem Flughafen oder zwischen mehreren Werksstandorten, erforscht und neue Lösungen für den autonomen Betrieb entwickelt. Arbeitsvorgänge durch mobile Arbeitsmaschinen, wie Bagger, Traktoren, Kehr- oder Mähmaschinen bieten ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten zur Automati-sierung und Effizienzsteigerung. Auch wenn aufgrund der Vielfalt an möglichen Szenarien bisher ein vollautonomer Betrieb eines Straßenfahrzeugs unter allen Wetter- und Umgebungsbedingungen noch nicht möglich ist, erlauben die verfügbaren Technologien derzeit schon real einsetzbare autonome Systeme unter bestimmten Randbedingungen, etwa auf einem Werksgelände. Dazu werden Technologiekomponenten zur 3D Umgebungserfassung, Objektklassifizierung, Szenenverständnis und Lokalisierung sowie Pfadplanung entwickelt und in Kooperation mit Industriepartnern in Prototypensystemen integriert, wobei Sicherheits- und Verfügbarkeitsaspekte eine wesentliche Rolle spielen. Insbesondere für die Klassifizierung von Objekten und zum Szenenverständnis werden zunehmend auch Ansätze des maschinellen Lernens eingesetzt und entsprechende Datenkampagnen für das Training durchgeführt.


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CENTER FOR TECHNOLOGY EXPERIENCE Das Center for Technology Experience beschäftigt sich mit fundamentalen Fragen zur Interaktion zwischen Mensch und Technologie. So werden neue Geschäftsmodelle designed und Innovationsprozesse messbar.

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ir verwenden nicht nur Technologie, vielmehr leben wir mit ihr. Mehr als jemals zuvor berührt sie uns auf emotionaler, intellektueller und sinnlicher Ebene. Auf interdisziplinärem Weg untersuchen wir mögliche Qualitäten und Formen der Interaktion sowie neuartige Methoden und Werkzeuge zur Untersuchung dieser. User Experience-Forschung, durch Experience geleitete Innovation sowie neue Wege der Interaktion gelten zunehmend als zentrale Bausteine innovativer und somit auch erfolgreicher Technologien, Anwendungen und Services. Im Center for Technology Experience unterstützen wir Unternehmen und die öffentliche Hand mit neuesten wissenschaftlichen Ansätzen und Methoden bei der Gestaltung dieser.

Experience Oriented Innovation hilft Organisationen dabei, ihre Kundinnen und Kunden durch das Identifizieren von Experience-Gaps auf einem ganz neuen Level zu verstehen. Mit unserem Team von Forscherinnen und Forschern sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren entfesseln wir Innovationspotenziale, setzen Experiences prototypisch um und helfen Organisationen, neue Produkte und Services schneller auf Schiene zu bekommen. Dies bedeutet Business Design durch eine gezielte User Experience-Strategie sowie einen messbaren Innovationsprozess. Das Center bietet eine Vielzahl von Services entlang der Innovationskette zur Entwicklung neuer Produkte, Systeme und Dienstleistungen an. Beginnend mit zielgruppenspezifischen Bedürfnisanalysen, PROFILE & HIGHLIGHTS


USER-AKZEPTANZ/TECHNOLOGIE/INNOVATIONSPROZESSE

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Manfred Tscheligi, Head of Center for Technology Experience

Künftige Technologien ­können in VR-Umgebungen auf ihre Konsumentenakzeptanz getestet werden. begleiten. Den Entwicklungsprozess unterstützen wir durch konkrete und einfach umsetzbare Handlungsempfehlungen. TECHNOLOGY EXPERIENCE IN DER DIGITALISIERUNG UND INDUSTRIE 4.0

die besonders die Diversität der Stakeholder eines Marktes berücksichtigen, über angepasste Interaktions- und Service-Designs bis hin zu Wirkungsanalysen von Mock-ups im Labor und in Feldexperimenten. Ergänzt werden diese durch innovative Methoden im Bereich der Experience- und Technologie-Akzeptanz-Messung mit besonderem Fokus auf Experience als Erfolgsfaktor. Auch die Entwicklung von Prototypen für neue soziale Interfaces und die Gestaltung der Arbeitsumgebung in Organisationen im Zuge der digitalen Transformation gehören zum Leistungsportfolio.

FOTOS: RIta Skof, AIIT/Zinner

MIT TECHNOLOGY EXPERIENCE KUNDINNENZUFRIEDENHEIT SICHERSTELLEN Die Idee für ein neues Produkt ist vorhanden, die Entwicklung wird gestartet oder ist geplant. Doch welche Faktoren entscheiden darüber, ob ein Produkt oder Service von der Zielgruppe gerne und langfristig genutzt wird? Wie können Designaspekte und User Experience sinnvoll und effizient in den Entwicklungsprozess integriert werden, um trotz kürzerer Implementierungszyklen eine optimierte Kundenzufriedenheit beim Kauf und in der Nutzung zu erreichen? Wir unterstützen Unternehmen bei der Beantwortung dieser Fragen, indem wir individuelle Technologieakzeptanzmodelle entwickeln und empirisch mit der Zielgruppe evaluieren. Durch unsere breite Methodenkompetenz können wir verschieden große Produktentwicklungsprojekte in allen Phasen zwischen Prototypenentwicklung und Markeinführung

Digitalisierung und Automatisierung in der Industrie wirken sich auf den Arbeitsalltag aus und verändern Arbeitsabläufe oft drastisch. In diesem Zusammenhang analysiert das Center for Technology Experience die optimale benutzerzentrierte Gestaltung digitaler Arbeitswelten und damit verbundene Work Experiences. Dazu werden zukünftige Technologien mittels Prototyping-Ansätzen für die Benutzerinnen und Benutzer frühzeitig erfahrbar gemacht, um optimale Designs zu erarbeiten. Ein wesentlicher Teil ist dabei die Inklusion persuasiver Strategien und Designprinzipien, um möglichst hohe Compliance bei der Verwendung digitaler Arbeitsmittel und Prozesse zu erreichen. Gerade im Bereich der IT-Security ist dies vor dem Hintergrund steigender digitaler Sicherheitsrisiken von besonderer Bedeutung. Das Center konnte sich durch die Teilnahme an zahlreichen Forschungsprojekten als führender Player im Themenbereich Digitalisierung und Industrie 4.0 und damit einhergehender Herausforderungen etablieren. VIRTUAL REALITY UND AUGMENTED REALITY ALS NEUES EXPERIENCE PARADIGMA Virtual und Augmented Reality hat nach über 20 Jahren F&E mittlerweile Marktreife. Viele Produkte und Technologien wurden in den letzten Jahren auf den Markt gebracht. Damit AR und VR aber für Nutzerinnen und Nutzer einen tatsächlichen Mehrwert bietet, der über technische Effekte hinausgeht, ist es wichtig, die Bedürfnisse und Anforderungen der AnwenderInnen zu erheben und diese Anforderungen durch ein passendes Interaktions- und Informationsdesign beziehungsweise entsprechende Quality of Experience abzudecken. Die Forschungsgruppe Future Interface Paradigms besitzt jahrelange Erfahrung im Bereich Interaktionsdesign von und für VR- und AR-Anwendungen sowie Einbindung von Nutzerinnen und Nutzern in die Produktentwicklung und kann den Produktentwicklungsprozess von AR- und VR-­ Anwendungen optimal begleiten.


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CENTER FOR INNOVATION SYSTEMS & POLICY Das Center for Innovation Systems & Policy ist ein zentraler Knoten in nationalen und internationalen Forschungs- und Innovationsnetzwerken und Partner für öffentliche Verwaltung, Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen – sowie Think Tank und Ratgeber für die österreichische und europäische Politik.

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orschung, Technologieentwicklung und Innovation sind von zentraler Bedeutung für die Sicherung unseres wirtschaftlichen Wohlergehens und die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund befasst sich das AIT mit aktuellen und zukünftigen Anforderungen an F&I-Systeme sowie mit den Handlungsoptionen, die sich hieraus für die Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik (FTI-Politik) und ihre Akteure ergeben. Wir verwenden neueste Methoden zur Analyse von Forschungs- und Innovationsprozessen und -systemen sowie vorausschauende Ansätze, um öffentliche Verwaltung und Unternehmen bei der Formulierung von FTI-politischen Strategien zu unterstützen. Mit seinen

Arbeiten im Bereich Innovation Systems & Digitalisation trägt das AIT zum Verständnis und zur Entwicklung einer systemischen FTI-Politik bei. Dies erfolgt auf der Basis einer soliden Kenntnis von Forschungs- und Innovationsstrategien von Unternehmen und Forschungsorganisationen. Dem Einsatz quantitativer Methoden kommt für die Analyse von Innovationsystemen eine immer größere Bedeutung zu. Im Themenfeld Innovation Dynamics & Modelling werden entsprechende Methoden entwickelt und eingesetzt sowie die erforderlichen Daten aufbereitet. Mit Hilfe von vorausschauenden Methoden untersuchen wir im Themenfeld Societal Futures neue Signale und Muster in der technologischen und sozio-ökonomischen Entwicklung und ziehen PROFILE & HIGHLIGHTS


NETZWERKE/FTI-POLITIK/FORESIGHT

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Matthias Weber, Head of Center for Innovation Systems and Policy

Die Leistungen des AIT tragen dazu bei, strategische und visionäre Wege in die Zukunft zu verfolgen und damit Zukunft mitzugestalten.

stellen. Das AIT Center for Innovation Systems & Policy ist ein Kernpartner von RISIS. Aufgrund der hohen Akzeptanz in der wissenschaftlichen Community startete RISIS mit Jänner 2019 in die zweite Runde. RISIS II legt insbesondere den Schwerpunkt auf neue Funktionalitäten und Services in den harmonisierten Datenbanken, etwa durch adress-basierte Geokodierung, oder die Möglichkeit, eigene thematische Klassifikationen durch semantische Techniken auf die Datensätze anzuwenden. EVALUIERUNG DER ÖSTERREICHISCHEN UNTERSTÜTZUNGSSTRUKTUREN FÜR EUROPÄISCHE FTI-POLITIK diese für die Entwicklung von Politik- und Unternehmensstrategien heran. Die Entwicklung, Bewertung und Evaluierung FTI-politischer Instrumente steht im Zentrum des Themenfeldes Policy Instruments & Institutional Change. AUSTRIAN STARTUP MONITOR Der „Austrian Startup Monitor“ (ASM) ist die bisher mit Abstand größte und umfassendste Studie zur österreichischen Start-up-Landschaft und schafft erstmals eine wissenschaftlich fundierte Datenbasis zur Entstehung, Dynamik und Entwicklung von Startups in Österreich. Über 500 Start-up-GründerInnen wurden für diese repräsentative Studie intensiv befragt. Die Ergebnisse zeigen u. a., dass für beinahe alle Gründerinnen und Gründer die zentrale Motivation darin besteht, eine eigene Idee verwirklichen bzw. ein Problem lösen zu können. Außerdem haben rund drei Viertel bereits internationale Märkte erschlossen und generieren Exportumsätze.

FOTOS: Krischanz Zeiler, AIT

FORSCHUNGSINFRASTRUKTUREN FÜR FORSCHUNGSUND INNOVATIONSPOLITIK – RISIS RISIS („Research Infrastructure for Research and Innovation Policy Studies“) ist eine umfassende Forschungsin– frastruktur zur Unterstützung von Innovationsstudien. Dies soll der empirischen Innovationsforschung neue Impulse geben und eine verbesserte Informationsbasis für Design und Evaluierung von FTI-Politik in Europa zur Verfügung

Das AIT evaluiert im Rahmen einer systemischen Gesamtbetrachtung die österreichischen Unterstützungsstrukturen für das europäische Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 und den Europäischen Forschungsraum (ERA) in Österreich, ergänzt durch die drei europäischen Initiativen EUREKA, COSME und das Enterprise Europe Network (EEN) zur Unterstützung von Forschungs- und Technologiekooperationen und der Verbesserung von Rahmenbedingungen und der Wettbewerbsfähigkeit für KMU. Die Untersuchung zeigt, dass das Dienstleistungsspektrum insgesamt effektiv ist, zur Steigerung der Antragskompetenz der Forscherinnen und Forscher beiträgt und die Erfolgswahrscheinlichkeit von Anträgen erhöht. MONITORING-BERICHT FÜR DAS PARLAMENT Das AIT und das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erarbeiten für das österreichische Parlament einen halbjährlichen Monitoring-Bericht, um dieses bei einer vorausschauenden FTI-Politik zu unterstützen. Der zweite Bericht befasst sich mit insgesamt 50 sozio-technischen Entwicklungen, wobei acht Themen besonders hohe Relevanz aufweisen und daher genauer betrachtet werden: „Das Ende der öffentlichen Anonymität“, „Zukunft Lieferdrohnen?“, „Biobasierte Zukunftsmaterialien“, „Urban Mining 4.0“, „Künstliches Leben“, „Vertrauenswürdige Blockchains“, „Funktionelle Nahrung aus dem Labor“ und „Virtuelle und augmentierte Realitäten“.


IMPRESSUM Herausgeber, Medieninhaber AIT Austrian Institute of Technology GmbH Giefinggasse 4, 1210 Wien cmc@ait.ac.at, www.ait.ac.at Erscheinungsort Wien, Juni 2019 Redaktionsleitung Michael H. Hlava, Harald Hornacek Produktionsleitung Daniel Pepl Redaktion Florian Hainz Elisabeth Mrakotsky-Kolm Michael Mürling Margit Özelt Fabian Purtscher Vanessa Schuster Pia Stangl Juliane Thoß Gestaltung und Satz Repromedia/Sofia Deak Cover und Umschlag Spirit Design Druck Wograndl, Druckweg 1 7210 Mattersburg Verleger Verlag Holzhausen GmbH, A-1110 Wien, Leberstraße 122

PROFILE & HIGHLIGHTS


STAY IN CONTACT Die Medien des AIT auf einen Blick

TOMORROW TODAY

THE PROFILE & HIGHLIGHTS

#EFATEC

Das KundInnenmagazin des AIT erscheint dreimal jährlich und wendet sich an EntscheidungsträgerInnen aus Forschung, Industrie und Bildung. Es adressiert alle wesentlichen Stakeholder des österreichischen Innovations- und Wissenssystems.

Das Jahrbuch des AIT, in dem Highlights und aktuelle Forschungsfragen dargestellt werden, präsentiert in anschaulicher Weise einen repräsentativen Querschnitt der AIT-Forschungsthemen und Entwicklungsschwerpunkte.

Dieser jährlich publizierte Review fasst die wesentlichen Statements, Vorträge, Breakout Sessions und Themenfelder der Alpbacher Technologiegespräche, die von AIT und ORF Radio Ö1 veranstaltet werden, lesefreundlich und kompakt zusammen.

Auch in den Sozialen Medien zählt das AIT zu einer geschätzten Adresse für alle FTI-Interessierte. In populärwissenschaftlich aufbereiteten Informationen werden aktuelle Themen und die ­ForscherInnen, die am AIT an diesen Fragestellungen arbeiten, präsentiert. https://www.linkedin.com/company/ait_2/ https://de-de.facebook.com/AITtomorrow2day/ https://twitter.com/aittomorrow2day?lang=de https://www.youtube.com/user/AITTomorrowToday

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