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#19#19 – August – Juli 2017

Polittunte Patsy l’Amour laLove …mit einem Plädoyer für das selbstbewusste Anderssein

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CSD (HALLE) 2017: „(H)ALLE IN BEWEGUNG: FÜR SOLIDARITÄT, SELBSTBESTIMMUNG UND VIELFALT“ • POLITISCHE FORDERUNGEN ZUM CSD 2017 • KAMPAGNE „KEIN AIDS FÜR ALLE!“ • TRANS UND SAFER SEX • HIVPOLITIK UND DIE AFD: DIE RÜCKKEHR DER MORALAPOSTEL • WARUM STRAIGHTACTING GEFÄHRLICH IST


BERATUNG

Beratungsstelle Halle (1. Obergeschoss) Information – Beratung – Betreuung Böllberger Weg 189 06110 Halle (Saale) Öffnungszeiten: Mo., Fr.: 10–13 Uhr, 14–16 Uhr Di., Do.: 14–20 Uhr Mi.: Termine nach Vereinbarung

Beratungstelefon Halle: 0345 - 19411

Universitätsklinikum Halle HIV-Sprechstunde Ernst-Grube-Straße 40, HIV-Ambulanz – Innere IV 06120 Halle (Saale) Sprechzeiten: Di.: 14–16 Uhr

(max. 9 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz, max. 42 Cent/ Min. aus den dt. Mobilfunknetzen)

(Ortstarif)

Sprechzeiten: Mo., Fr.: 10–13 Uhr, 14–16 Uhr Di., Do.: 14–20 Uhr Bundesweites Beratungstelefon: 0180 - 3319411

Sprechzeiten: Mo.–Fr.: 9–21 Uhr Sa., So.: 12–14 Uhr Onlineberatung der Aidshilfen: www.aidshilfe-beratung.de

Naumburg Beratungsangebot Am Markt 12, Raum 305 06618 Naumburg (Saale) Sprechzeiten: Jeden 4. Do., 15–18 Uhr BEGEGNUNG

Infothek Halle (Erdgeschoss) Galerie – Café – Bibliothek 0345 - 68165791

Öffnungszeiten: Di., Do.: 14–20 Uhr Jeden 1. Sa.: 11–14:30 Uhr – Brunch im Erdgeschoss

LoveAgents kreatHIV – präventHIV in der Szene Jeden 2. und 4. Mi., 18–20 Uhr Ort: Seminarraum der Aidshilfe (Infothek EG) Email: loveagents@halle.aidshilfe.de

Treffen der Berater_innen Jeden 1. Do., 17–18 Uhr Ort: Beratungsstelle der Aidshilfe (1. OG)

(Ortstarif)

EHRENAMT

YoungStars kreatHIV – präventHIV in der Schule Jeden 1. und 3. Fr., 14–16 Uhr Ort: Seminarraum der Aidshilfe (Infothek EG) SELBSTHILFE

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Positiventreffen Treffen für Menschen mit HIV Geschlossene Veranstaltung Jeden 3. Mittwoch, ab 18 Uhr Ort: Galeriecafé der Aidshilfe (Infothek EG) Email: positivleben@halle.aidshilfe.de

jes-bundesverband.de hetero.aidshilfe.de jungundpositiv.de angehoerige.org positiv-ev.de positHIV.info hiv-migration.de/netzwerke/afrolebenplus

AIDS-Hilfe Halle / Sachsen-Anhalt Süd e.V. Böllberger Weg 189 06110 Halle (Saale) halle.aidshilfe.de

Spendenkonto Bank: Saalesparkasse IBAN: DE14800537620385311531 BIC: NOLADE21HAL


EDITORIAL Liebe Leser_innen des red.-Magazins, liebe Freund_innen der Aidshilfe Halle, inmitten der CSD-Saison 2017 erscheint die brandheiße Sommerausgabe unseres Vereinsmagazins. Passend zum Christopher Street Day Halle (Saale) mit dem Motto „(H)alle in Bewegung: Für Solidarität, Selbstbestimmung und Vielfalt“ am 02. September liegt der Schwerpunkt des Heftes diesmal auf LSBTIQ-L(i)ebensweisen und queerer Politik. Wie das aufsehenerregende Cover unserer „red.“ schon erahnen lässt, werden die Artikel und Themen dabei alles andere als brav und angepasst daherkommen. Den gedanklichen Rahmen hierfür steckt die Berliner Polittunte Patsy l’amour laLove mit ihrem Plädoyer für ein selbstbewusstes Anderssein von homosexuellen, bisexuellen und transgeschlechtlichen Personen ab. Statt den Anschluss an ein nicht erreichbares Ideal der heterosexuellen Normalität zu suchen, gelte es auf den gelebten Differenzen und dem Anderssein zwischen Menschen zu bestehen, diese wertzuschätzen und solidarisch zu verteidigen. Daran anschließend formuliert Björn Beck eine kritische Auseinandersetzung mit dem sogenannten „Straightacting“ und der damit oft einhergehenden Aufforderung zum „Heterolikesein“ unter schwulen Männern. Er macht damit deutlich, dass Diskriminierung ebenfalls ein Problem innerhalb der queeren Community darstellt und sich die Forderung nach Anerkennung verschiedener L(i)ebensweisen daher nicht zuletzt auch an diese selber richten muss. Dass queere Politiken auch nach der kommenden Einführung der Ehe für Alle keineswegs in der Bedeutungslosigkeit versinken werden, sondern vielmehr weiterhin allerhand politisch zu erkämpfen haben, wird im Forderungskatalog an die Bundes- und Landespolitik zum CSD 2017 ersichtlich, den Ihr in diesem Heft nachlesen könnt. Vor allem vor dem Hintergrund des Erstarkens rechtsradikaler Strömungen in der Gesellschaft sowie rechtspopulistischer Parteien

in der Politik, die das kulturelle Klima für LSBTIQ spürbar beeinträchtigen, ist das selbstbewusste Beharren auf queerer Emanzipation und der engagierte Einsatz für eine pluralistische Gesellschaft unverzichtbar. Dirk Ludigs stellt im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl in seinem Artikel über die Wiederkehr rechtskonservativer Moralisten heraus, welche Gefahr gerade die Partei der AfD für die Lebensbedingungen queerer und HIV-positiver Menschen sowie für eine progressive Gesundheits- und HIV-Politik darstellt. Seine Ausführungen zeichnen das Schreckensbild einer repressiven Sexualpolitik, die nach der AIDS-Krise der 1980er Jahre eigentlich schon als überwunden galt. Dass sie nun in Gestalt einer sich bürgerlich gebenden Partei wiederzukehren droht, beobachten wir als Aidshilfe mit großer Sorge. Abseits der CSD-Thematik soll natürlich auch sexuelle Gesundheit nicht zu kurz kommen. Vorstellen möchten wir Euch die neue Kampagne „Kein AIDS für Alle!“ der Deutschen AIDS-Hilfe, die es sich zum Ziel gesetzt hat, zu erreichen, dass ab dem Jahr 2020 kein Mensch hierzulande mehr an AIDS erkranken muss. Wir haben mit dem Kampagnenmodell Regina über ihre eigene Erkrankung sowie Ziele und Vorgehen der bundesweiten Kampagne gesprochen. Ganz praktisch wird es im Beitrag von Martina Riehm, in dem Ihr Hinweise und Tipps zum Thema Transgeschlechtlichkeit und Safer Sex erhaltet. Wie Ihr seht, ist die aktuelle Ausgabe wieder randvoll mit interessanten Themen, spannenden Debatten und provokanten Thesen. Die „red.“ eignet sich daher ganz sicher als lohnenswerte Lektüre auf der Decke im Park, der Hängematte im Garten oder auf Eurem Weg zum nächsten CSD. Martin Thiele, Geschäftsführer

INHALT AIDS-Hilfe Halle / Sachsen-Anhalt Süd..................................... 2

AfD und HIV: Die Rückkehr der Moralapostel............... 14–15

Editorial / Inhalt.................................................................................. 3

Straight Acting, Diskriminierung und Gesundheit......... 16–17

Kampagne „Kein AIDS für alle“................................................4–5

Trans und Safer Sex................................................................ 18–19

CSD (Halle) 2017: (H)alle in Bewegung...................................... 6

Ausstellungseröffnung /

Politische Forderungen zum CSD 2017...............................8–9

“Genderwahn im Bildungsplan?“............................................... 20

Patsy l’Amour laLove:

Rückblick auf das Praktikum in der halleschen Aidshilfe.....21

Plädoyer für selbstbewusstes Anderssein.......................10–12

Veranstaltungen ..................................................................... 22–23 3


„Kein AIDS für alle!“ - so lautet das Motto der neuen Kampagne der Deutschen AIDS-Hilfe. 
Ziel der Kampagne: In Deutschland soll im Jahr 2020 niemand mehr an AIDS erkranken müssen - denn HIV kann man heute gut behandeln und lange damit leben. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Infektion frühzeitig festgestellt wird und die Medikamente regelmäßig genommen werden. Obwohl HIV nicht mehr zu AIDS führen muss und HV-positive Menschen, die regelmäßig ihre Medikamente nehmen, den Virus nicht weitergeben können, erkranken in Deutschland zurzeit dennoch jährlich weit mehr als 1.000 Menschen an AIDS. Das liegt unter anderem daran, dass immer noch eine große Anzahl von HIV-Positiven nichts von ihrer Infektion weiß. Deutschlandweit betrifft dies etwa 13.000 Menschen, schätzt das Robert-Koch-Institut.

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Die Früherkennung der HIV-Infektion durch einen HIV-Test ist eines der wichtigsten Instrumente zur Vermeidung von AIDS. Dass sich mehr Menschen auf HIV testen lassen, ob durch Eigeninitiative oder Anraten ihrer Ärzt_innen, ist daher eines der Hauptziele der Kampagne. Auch der Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung HIV-positiver Menschen muss stärker bekämpft werden. Denn diese bilden in der HIV- und AIDS-Prävention noch immer das größte Hindernis. So trägt Ausgrenzung auch dazu bei, dass Menschen aus Angst nicht zum HIV-Test gehen oder eigene HIV-Risiken verdrängen. Eine anonyme medizinische Versorgung für Menschen ohne Papiere und das Sensibilisieren von me-

dizinischen Fachkräften gehören ebenfalls zu den Zielen der Kampgange, welche am 12.05.2017, in Berlin vorgestellt wurde. Unser stellvertretender Geschäftsführer Denis Leutloff war beim Kampagnenstart in der Hauptstadt dabei und war besonders beeindruckt von Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D. und Schirmherrin der Kampagne, und ihren Worten: „Das Ende von Aids ist ein wichtiges historisches Ziel. Ich glaube fest daran, dass es uns gelingen kann. Wir müssen unsere Anstrengungen dafür noch verstärken. Ausgrenzung müssen wir entschieden entgegentreten, Versorgungslücken schließen.“ Aufgelockert wurde die Veranstaltung durch den Auftritt von Wyaala, die ihre Song „Make me dance“ performte und ihr Engagement gegen HIV unter das Motto „Stop stigmatization!“ stellt. Am Schluss stellt Denis aber noch fest, dass die zwei wichtigsten Personen an diesem Tag Regina und Maik waren, die beiden Gesichter der Kampagne. Wir haben persönlich mit Regina gesprochen: Hallo Regina, am Anfang ein paar Fragen zu deiner Person: Wer bist du, woher kommst du, wo wohnst du jetzt und was machst du beruflich? Mein Name ist Regina, ich wohne in Leipzig und bin in Sachsen geboren. Zwischen meinem Umzug nach Leipzig und meiner Geburt hier in der Region bin ich ziemlich gut rumgekommen. Ich habe in Weimar, Cottbus, Nürnberg, Hamburg und im Saarland gelebt. Noch zu DDR-Zeiten habe ich als Sängerin gearbeitet und Tanzmusik gemacht, später waren es dann eher kleinere Auftritte. 1990 habe ich dann angefangen


Wie hast du erfahren, dass du HIV positiv bist? Ich bin nach einer längeren Krankheitszeit zum Blutspenden gegangen, weil ich dachte, dass dort mein Blut mal durchgecheckt wird und zum Beispiel so etwas wie Blutkrebs festgestellt wird, an HIV habe ich da gar nicht gedacht. Nach der Blutspende wurde ich dann von dem Blutspendedienst angerufen und da wusste ich schon, dass irgendwas nicht stimmen kann. Als ich zum persönlichen Gespräch gegangen bin, hatte ich panische Angst, weil ich nicht wusste, was es sein könnte und nach der HIV-Diagnose war ich dann fix und fertig. Ich dachte, dass ich sterben müsse. Damals hatte ich auch noch viele Vorurteile, zum Beispiel, dass man HIV den Leuten ansehen würde. Insgesamt war es so, dass mein Krankheitsverlauf wie aus dem Bilderbuch war, ich hatte eine Gürtelrose, zwei Jahre lang Durchfall und nichts desto trotz haben die Ärzte das alles auf die Wechseljahre geschoben und mich in die Apotheke geschickt. Als ich im Dezember 2011 nach meinem Umzug nach Leipzig die Kisten auspacken wollte, schon nach einem Karton fix und fertig war und ich auch keine Kraft mehr für meine Arbeit hatte, habe ich mich Krankschreiben lassen. Erst ein halbes Jahr später kam dann heraus, um was es sich genau handelte. Inzwischen hatte ich auch starke Konzentrationsschwächen, sowie Sprech- und Sprachprobleme und meine spezialisierten Ärzte hatten mir schon abgesprochen, dass ich diese Fähigkeiten wieder erlangen würde. Ich habe dann mit der Hilfe von Konzentrationsprogrammen einen guten Fortschritt gemacht und mich wieder ins Leben zurückgekämpft. Ich bin ja ein positiver Mensch. Was würdest du gerne im Umgang mit HIV in der Gesellschaft ändern? Die Kampagne setzt da schon in einer sehr positiven Richtung an, ich finde es wichtig sich mit

Ärzten zusammenzusetzten, so dass diese sich trauen nachzufragen. Und die Sensibilität dafür zu schärfen, dass auch Frauen betroffen sein können und mehr HIV-Tests durchgeführt werden. Damit dann mehr Früherkennung ermöglicht wird und weniger Menschen an AIDS erkranken.

halle.aidshilfe.de

als Werbekauffrau zu arbeiten, habe mich selber fortgebildet und zum Beispiel auch die Programmiersprache gelernt. Dann arbeitete ich als Sekretärin und „Mädchen für alles“ im Büro und habe meine damaligen Partner in deren Firma unterstützt. Inzwischen bin ich EU-Rentnerin, arbeite im Nebenjob selbstständig, zum Beispiel in der Buchhaltung und engagiere mich ehrenamtlich.

Durch wen hast du Unterstützung erhalten? Ich mache so etwas mit mir selber aus. Als ich im August 2012 die Diagnose erhalten habe, brauchte ich ein halbes Jahr, um damit klarzukommen. Danach habe ich die Offensive ergriffen und bin offen mit meiner Erkrankung umgegangen. Nur so kann ich gut damit leben und habe damit die Möglichkeit bekommen, Vorurteile auszuräumen. Auch wenn ich zu Ärzten gehe, gehe ich offen damit um und habe auch nur sehr wenige negative Erfahrungen gemacht.

Unsere Zeitschrift liegt in Cafés anderen Orten in ganz Halle aus, was würdest du gerne der_ dem Leser_in mitgeben? Ich aus meiner Erfahrung habe dieses Thema immer von mir weggeschoben. Ich wusste darüber zwar Bescheid, auch durch meine Kinder, hab es aber nie auf mich bezogen. Aber jede_r muss sich schützen und auf sich aufpassen. Und dazu gehört auch einen Test zu machen, auch wenn man in einer Beziehung ist. Dafür würde ich jeden raten, diesen anonym zu machen und nicht wie ich zum Blutspenden, sondern zu einer Aidshilfe oder dem Gesundheitsamt. Außerdem würde ich den Leuten mit auf den Weg geben, dass sie wegrücken von ihren Vorurteilen und Stereotypen. Text: JuBä, RoAb Bilder: AHH

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Christopher Street Day Halle (Saale) 2017: (H)alle in Bewegung – Für Solidarität, Selbstbestimmung und Vielfalt Die Nacht des 27. Juni 1969. Einer Polizeirazzia

lich machen, dass gesellschaftliche Verhältnisse

im Stonewall Inn, einer Bar für schwule, lesbi-

stets in Bewegung sind und wir gedenken, diese

sche, bisexuelle und transgeschlechtliche Men-

aktiv mitzugestalten. Hierbei wollen wir uns ent-

schen in der New Yorker Christopher Street,

schieden gegen rechtsradikale und antidemo-

und den damit einhergehenden Verhaftungen

kratische Entwicklungen stellen, die in den letz-

wird von den anwesenden Gästen mit entschie-

ten Jahren zunehmend beobachtbar sind. Wir

denem Widerstand begegnet. Das Aufbegeh-

treten demgegenüber für ein solidarisches Mit-

ren gegen die zum Alltag gewordene staatliche

einander, ein selbstbestimmtes Leben und eine

Repression und die darauf folgenden tagelang anhaltenden gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen New Yorker LSBTIQ und den Polizeibeamten bilden einen Wendepunkt queerer Politiken. Von nun an nehmen viele homo- und bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen ihre Diskriminierung, Marginalisierung und Stigmatisierung nicht mehr hin, sondern setzen sich gegen diese zur Wehr. Fortan war Gay Pride (der Stolz auf die eigene geschlechtliche und sexuelle Identität) das Mittel, Gay Liberation (die politische Befreiung von Benachteiligung und Unterdrückung) das Ziel der politischen Bewegung. Der Morgen des 30. Juni 2017. Durch freie Abstimmung entscheidet der Deutsche Bundestag die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Damit wird eine zentrale Forderung lesbisch-schwuler Bürgerrechtsverbände erfüllt. Ist folglich der politische Kampf um Gleichheit und Anerkennung queerer L(i)ebensweisen, der Ende der 1960er begann, an seinem glücklichen Ende angekommen? Wir glauben nicht. Denn trotz der Tatsache, dass sich in den letzten Jahren die Lebenssituation für LSBTIQ vielfach verbessert hat, gibt es noch Einiges zu tun auf dem Weg in eine Gesellschaft, in der queeren Menschen ein repressionsfreies und selbstbestimmtes Leben möglich ist. Daher organisiert die hallesche Aidshilfe auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit dem Begegnungs- und Beratungszentrum „lebensart“ e.V. den Christopher Street Day in Halle. Dieser möchte an den Beginn des selbstbewussten Aufbegehrens im Stonewall Inn er-

vielfältige Gesellschaft ein. Es soll uns dabei nicht ausschließlich nur um queere Menschen gehen. Auch anderen Marginalisierten und Benachteiligten wie Geflüchteten oder Sexarbeiter_innen gilt unsere Solidarität und Unterstützung. Am 02. September 2017 findet auf dem halleschen Marktplatz von 14 bis 20 Uhr das CSD-Straßenfest statt. Nach der feierlichen Eröffnung und dem Hissen der Regenbogenfahnen vor dem Ratshof werden auf der Bühne queere Menschen über ihre Lebenssituation befragt und LSBTIQ-Organisationen vorgestellt. Zudem sorgen Auftritte der „Tollkirschen“ aus Leipzig, der Band „A shade higher“ und von „Joe Eimer und die Skrupellosen“ für musikalische Unterhaltung. An den Ständen rund um die Bühne besteht die Möglichkeit, die Arbeit der örtlichen LSBTIQ-Vereine kennenzulernen und an deren Aktionen teilzunehmen. Vom 25. August bis zum 10. September 2017 finden außerdem die CSD-Wochen statt, in deren Rahmen auch die Aidshilfe unterschiedlichste Veranstaltungen anbietet. Gleich im Anschluss an das CSD-Straßenfest findet ab 20 Uhr im Studio Halle unsere CSD-Abschlussparty statt, auf der Ihr feiern, tanzen und flirten könnt, was das Zeug hält. Am Vorabend des CSD-Straßenfestes präsentieren wir in unserer Infothek einen Vortrag von Dr. Klemens Ketelhut, in dem dieser sich kritisch mit der Bewegung rund um die „Besorgten Eltern“ und die „Demo für Alle“ auseinandersetzt. Männer, die Sex mit Männern haben, können am 31. August und am 07. Sep-

innern und zugleich die zahlreichen politischen

tember bei uns in der Beratungsstelle kostenfrei

Forderungen der LSBTIQ-Bewegung vertreten.

einen HIV-Test machen.

Das Motto „(H)alle in Bewegung: Für Solidarität, 6

Selbstbestimmung und Vielfalt“ soll dabei deut-

Text: MaTh


Forderungen des CSD in Halle und CSD in Magdeburg für Sachsen-Anhalt 2017 Beschlossen durch den Lesben- und Schwulenpolitischen Runden Tisches Sachsen-Anhalt (LSpRT)

1. Ergänzung von Grundgesetz und Landesverfassung um

len und zu verstetigen. Wir fordern zudem eine Evaluierung

ein Benachteiligungsverbot wegen sexueller Identität und

und Weiterentwicklung der umzusetzenden Maßnahmen.

Öffnung der Ehe für alle durch Änderung im BGB

Die LSBTI*-Community-Verbände des Landes Sachsen-An-

Wir fordern die Ergänzung der Gleichbehandlungsartikel im

halt müssen hierbei eingebunden werden.

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und in der Landesverfassung von Sachsen-Anhalt um das Verbot der

4. Rehabilitation und Entschädigung homosexueller Straf-

Benachteiligung aufgrund der sexuellen Identität. Wir for-

rechtsopfer nach 1945 in DDR und BRD

dern konsequent die Öffnung der Ehe für alle Menschen. Zur

Die Menschenrechtsverletzungen an Homosexuellen nach

Umsetzung dieser Forderung ist eine Ergänzung im Bürgerli-

1945 in beiden deutschen Staaten sind bis heute nicht auf-

chen Gesetzbuch notwendig. Die Eingetragene Lebenspart-

gearbeitet. Deren Opfer wurden nicht rehabilitiert. Deshalb

nerschaft sehen wir nur als eine Übergangslösung von der

fordern wir eine Aufhebung der nach 1945 aufgrund einver-

Rechtlosigkeit bis zur vollen rechtlichen Gleichstellung an.

nehmlicher homosexueller Handlungen ergangenen Urteile wegen § 175 StGB bzw. § 151 StGB der DDR und eine Ent-

2. Volle Anerkennung und umfassende Gleichstellung aller

schädigung der Opfer durch einen Entschädigungsfond.

Familienformen im Sozial-, Sorge-, Adoptions- und Abstammungsrecht sowie beim Recht auf Familiengründung

5. Modernisierung des Transsexuellenrechts

Wir fordern eine volle Anerkennung von Regenbogen-,

Wir fordern eine Modernisierung des sogenannten Trans-

Eineltern- und Mehrelternfamilien und deren umfassende

sexuellenrechts. Die Hürden auf dem Weg zur Vornamens-

Gleichstellung im Sozialrecht, im Sorge- und Adoptionsrecht,

und Personenstandsänderung sind zu beseitigen und die

im Abstammungsrecht und beim Recht auf Familiengrün-

Würde und das Selbstbestimmungsrecht von Trans*-Men-

dung durch Adoption, reproduktionsmedizinische Maßnah-

schen in den Mittelpunkt zu stellen.

men sowie Pflegschaft für Paare jeglicher Sexualität unabhängig vom Familienstand.

6. Entfaltung und das Selbstbestimmungsrecht für Inter*-Menschen

3. Finanzielle Untersetzung, Umsetzung, Verstetigung und

Auch für Menschen, die mit nicht eindeutigen biologischen

Weiterentwicklung des Gesamtgesellschaftlichen Aktions-

Geschlechtsmerkmalen geboren wurden (Inter*), fordern wir

programms für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bise-

das Recht auf freie Entfaltung und Selbstbestimmung. Chi-

xuellen, Transgendern, Transsexuellen und intergeschlechtli-

rurgische und medikamentöse/hormonelle Eingriffe dürfen

chen Menschen (LSBTTI) Sachsen-Anhalt

nur mit der informierten Einwilligung der Betroffenen erfol-

Wir fordern von der Landesregierung, dass die im Koalitions-

gen.

vertrag vereinbarte Umsetzung der Maßnahmen des Gesamtgesellschaftlichen Aktionsprogramms für die Akzeptanz

7. Akzeptanzförderung von LSBTI* durch Bildung und Auf-

von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, Trans-

klärung in Kindertagesstätten (Kitas), Schulen sowie Kinder-

sexuellen und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTTI) in

und Jugendhilfe als fester Bestandteil von Rahmenvorgaben

Sachsen-Anhalt vollständig verwirklicht wird. Dafür ist eine

und pädagogischer Praxis

bedarfsgerechte, kontinuierliche Finanzierung sicherzustel-

Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Kindertagesstät-


ten (Kitas) und Schulen haben eine besondere Bedeutung in der Aufklärung über LSBTI*. Die altersgemäße Thematisierung muss verschiedene Aspekte geschlechtlich-sexueller Vielfalt berücksichtigen. Rahmenpläne und Materialien (Programm „Bildung: elementar - Bildung von Anfang an“, Fachlehrpläne, Richtlinien, Schulbücher etc.) sind hierfür anzupassen sowie kontinuierlich Angebote in der Aus- und Fortbildung für (sozial-)pädagogisches Personal zu unterbreiten. Die Angebote qualifizierter freier Träger aus Sachsen-Anhalt sind im Bereich Bildung/Aufklärung einzubeziehen und zu stärken. 8. Bedarfsgerechte, institutionalisierte und kontinuierliche Förderung von Vereinen und Verbänden zur Beratung und Unterstützung von LSBTI* und zur Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit und Bildung, sowie relevanter Projekte Wir fordern bedarfsgerechte, institutionalisierte und kontinuierliche öffentliche Mittel zur Förderung von Vereinen und Verbänden zur Beratung und Unterstützung von LSBTI*. Ergänzend fordern wir auch die Förderung von LSBTI*-Projekten, die in den Bereichen Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit und Bildung wirken. Unabhängig bestehender finanzieller Zwänge in den Kommunen, im Land und im Bund dürfen die Vereine, Verbände und Projektträger nicht in ihrer Existenz gefährdet werden. 9. Beendigung der Finanzierung von Diskriminierungen jeglicher Art Eine Finanzierung von Homo- und Transphobie durch öffentliche Gelder darf es nicht geben. Wo Hinweise auf homo- oder transphobe Betätigungen einzelner Träger vorhanden sind, fordern wir alle öffentlichen Zuwendungen auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls unverzüglich zu beenden. 10. Uneingeschränkte Anerkennung der Verfolgung aufgrund der sexuellen Identität und/oder sexuellen Orientierung als Fluchtgrund unabhängig von der Herkunft aus einem der sogenannten „sicheren Herkunftsländer“ Für Menschen, die wegen ihrer sexuellen Identität und/oder sexuellen Orientierung in ihren Herkunftsländern Verfolgungen ausgesetzt sind, fordern wir ein unbürokratisches Aufenthaltsrecht innerhalb Deutschlands. Für diese Menschen bedarf es der uneingeschränkten Anerkennung ihrer Verfolgung als Fluchtgrund. Das gilt unabhängig von der Herkunft aus einem der sogenannten „sicheren Herkunftsländer“. In der internationalen Zusammenarbeit fordern wir auf allen Ebenen einen konsequenten und nachhaltigen Einsatz für die Menschenrechte, unabhängig von der sexuellen Identität und/oder sexuellen Orientierung.

11. Besondere Unterstützung von LSBTI*-Geflüchteten LSBTI*-Geflüchtete müssen bei der Aufnahme/Versorgung und Integration besonders unterstützt werden, um ihrer spezifischer Situation Rechnung zu tragen. Dies beinhaltet auch die Gewährleistung der Unterbringung in besonderen Schutzräumen bei der Erstaufnahme und in den Gemeinschaftsunterkünften mit LSBTI*-sensibilisierter Betreuung. 12. Hauptamtliche Ansprechpersonen für LSBTI*-Lebensweisen bei der Polizei und beiden Staatsanwaltschaften Bei der Polizei in Sachsen-Anhalt fordern wir neben den nebenamtlichen auch hauptamtliche Ansprechpersonen für LSBTI*-Lebensweisen zur Sicherstellung der bedarfsgerechten Aufgabenerfüllung bzgl. Bekämpfung vorurteilsmotivierter Kriminalität, Kriminalitätsprävention und Opferschutz. In Anbetracht des bereits festgestellten, erhöhten Personalbedarfs sind gesteigerte Ausbildungskapazitäten erforderlich. Die Gewährleistung einer adäquaten Aus- und Fortbildung ist somit nur über Hauptamtlichkeit und eigener aufgabengerechten Ausstattung realisierbar. Nach dem Vorbild Berlins fordern wir zur Begegnung vorurteilsmotivierte Kriminalität die Schaffung von Ansprechpersonen für LSBTI*-Lebensweisen bei den Staatsanwaltschaften in Sachsen-Anhalt. Bei der Polizei und bei den Staatsanwaltschaften sollen die Ansprechpersonen u.a. Aufgaben der internen Weiterbildung, Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit und als Vertrauenspersonen wahrnehmen. Aus der Erfahrung im Nebenamt der Polizei zeigt sich, dass diese Anforderungen nicht im Nebenamt allein erfüllbar sind. 13. Die sofortige Abschaffung der Kennzeichnung „ANST“ von Menschen mit HIV, HBV und HCV in den sachsen-anhaltischen Polizeidatenbanken und die Löschung aller in diesem Kontext gespeicherten Daten. Die sachsen-anhaltische Polizei hat in ihrem Landessystemteil des bundesländerübergreifenden Informationssystems „INPOL“ die personenbezogenen Daten dutzender Menschen mit HIV, Hepatitis B und C mit dem Warnhinweis „ANST“ für „ansteckend“ gekennzeichnet. Diese sogenannten „personengebundenen Hinweise“ (PHW) werden mit der Eigensicherung von Polizist*innen begründet, stellen sich jedoch bei genauerer Betrachtung als weder fachlich noch ethisch begründbar heraus. Der Aktenvermerk „ANST“ trägt keineswegs zum Schutz von Polizeibeamt*innen bei, verletzt jedoch das Recht auf informationelle Selbstbestimmung von Menschen mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen und bedient Vorurteile gegenüber diesen Personen. Wir verurteilen eine derartige kontraproduktive wie stigmatisierende polizeiliche Sammelwut daher aufs Schärfste. 9


Ein Plädoyer für das selbstbewusste Anderssein

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Patsy l‘Amour laLove ist eine Berliner Polit-Tunte und promoviert derzeit zur Schwulenbewegung der 1970er Jahre an der Humboldt-Universität zu Berlin. Als Aktivistin und Künstlerin organisiert sie wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen wie die „TerrorTuntenNacht Polymorphia“ und engagiert sich im Archiv und Kuratorium des Schwulen Museum* und als Referent des LGBTI-Referats an der HU Berlin. In dem von ihr herausgegebenen Sammelband „Selbsthass & Emanzipation“ geht sie der Abwertung des Anderen der heterosexuellen Normalität nach, die sich auch als Selbsthass queerer Menschen äußern kann, und versucht Potentiale queerer Befreiung in ihrer Bewusstmachung nachzuspüren. Der folgende Beitrag ist ein Auszug aus Patsy l‘Amour laLoves Einleitungstext zum Buch, den sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.


Heute begegnet man Feindseligkeit daher häufig damit, die Vorurteile der Feindseligen abbauen zu wollen. In einigen Schulaufklärungsprojekten treten daher Homosexuelle und Transmenschen vor die Schüler_innen und versuchen ungefähr Folgendes zu vermitteln: „Schaut her, wir sind normal – genauso wie ihr!“ Betont asexuell fällt die Selbstdarstellung aus. Dass es mit ihrer Normalität nicht weit her ist, bezeugt jedoch schon der exhibitionistische Gestus, mit dem sie sich als die Anderen präsentieren. Sie treten ja ausdrücklich als Homosexuelle und Transmenschen vor die Schulklassen. Indem sie trotzdem auf die eigene Normalität pochen, können sie sich im Grunde höchstens als die Normalen unter den Anormalen präsentieren. Solche ganz normalen Homosexuellen und Transmenschen legen ihre Differenz gegenüber den wirklich Normalen nur zum Schein auf dem Schulhof ab. Man kann die normative Bevorzugung der Heterosexuellen in dieser Gesellschaft, die die Normalen erst zu solchen werden lässt, zwar verleugnen. Sie bleibt dennoch bestehen. Eine solche, zwangsweise missglücken-

de Normalisierung der eigenen Person, wie sie in der Behauptung, so normal wie alle anderen zu sein, versucht wird, muss letztlich als Unterwerfungsgeste verstanden werden: Das Gefühl, normal zu sein, ist nur zu dem Preis zu haben, sich den gängigen Vorstellungen von Normalität anzupassen. Die Homosexualität, um deren Akzeptanz doch eigentlich geworben werden soll, soll möglichst weit in Richtung ihrer Unkenntlichkeit verblassen. Was gleichermaßen allen homosexuellen und transsexuellen Schulaufklärungsprojekten gemein ist – egal, ob sie die beschriebene Strategie des Abbaus von Vorurteilen verfolgen oder der Differenz und dem Sexuellen größere Bedeutung beimessen –, lässt sich in genau dem kritisierten Moment der versuchten Herstellung einer nicht herstellbaren Normalität festhalten. Die Sehnsucht, die sich in ihm äußert, sich nicht mehr als Andere schlechter fühlen zu müssen, ist im Angesicht des normativen Drucks, der uns allen widerfährt, nachvollziehbar. Die Differenz zwischen Heterosexuellen und Homosexuellen wird dem subjektiven Empfinden und der gewaltvollen gesellschaftlich vermittelten Erfahrung nach nämlich mit einer Stigmatisierung verbunden. Vor diesem Hintergrund bedeutet „Wir sind so normal wie ihr!“ eigentlich „Wir sind nicht schlechter als ihr!“. Eine sehr wichtige Botschaft, die nicht alle Menschen für selbstverständlich halten. Doch könnte der engagierte Mut, der für die Überwindung, sich als Lesben, Schwule und Transmenschenvor einer Schulklasse zu präsentieren, ohnehin notwendig ist, auch dazu genutzt werden, der Versuchung einer Anpassung nicht nachzugeben. Sinnvoller wäre es stattdessen zu betonen, dass Homosexuelle anders als Heterosexuelle und Transmenschen anders als Cismenschen sind, unter denselben wiederum ebensolche Unterschiede bestehen, ohne mit solch einer Feststellung alle zu etwas Gleichem machen zu wollen, das sie nun mal nicht sind, und dass diese Unterschiede nicht dazu tauglich sind, die einen höher und die anderen niedriger zu bewerten. Bei solch einer Herangehensweise müsste unweigerlich Sexualität eine bedeutsame Rolle spielen. Das wiederum ist mit Si-

halle.aidshilfe.de

Die Toleranz der Gesellschaft, die Lesben, Schwule und Transmenschen sich selbst gegenüber heute empfinden, ist einerseits in der realen Verbesserung gesetzlicher, strafrechtlicher und sozialer Anerkennung begründet. Andererseits übersieht man in der Vorstellung, alles sei gut, allzu gerne, dass diese sich vor dem Hintergrund einer Scheintoleranz abbildet, die nicht nur brüchig ist, sondern den Hass nur zu verdecken vermag. Dass die Stigmatisierung weiterhin besteht, lässt sich wohl am einfachsten an dem Allgemeinplatz ablesen, dass das Coming-out bis heute für die wenigsten Homosexuellen und Transmenschen ohne Konflikte vonstattengeht. Grund dafür sind homosexuellen- und transfeindliche Ressentiments etwa der Eltern. Für die Umsetzung von Emanzipation werden derweil unterschiedliche Strategien vorgeschlagen. Manch einer sieht in einer angeblich zunehmenden Normalisierung im Sinne eines Unsichtbarwerdens die geglückte Selbstbestimmung.

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cherheit ein entscheidender Grund dafür, dass der Schein der Normalität dem Beharren auf Differenz vorgezogen wird. Das Problem beginnt also, wo in dieser Gesellschaft die Differenz nicht ausgehalten wird. Stattdessen äußert sich ein manifester Hass als schlechte Konfliktbewältigung. Dieser Hass ist nicht willkürlich, er richtet sich nicht gegen Heterosexuelle als Heterosexuelle, sondern gegen diejenigen, die dem als Normalität gesetzten Maßstab nicht entsprechen. In unserem Falle also Homosexuelle und Transmenschen. Ich möchte mich vor diesem Hintergrund noch einmal der Strategie, dem Hass dadurch zu begegnen, Vorurteile abzubauen, anhand eines Beispiels widmen: Ist durch eine Aufklärungsstunde das Vorurteil der kurzhaarigen, aggressiven Kampflesbe im Lederlook, die viel Bier trinken und gut pöbeln kann, einmal erfolgreich abgebaut, wäre damit ja ein Ziel dieser Strategie erreicht. Durch ihre Verleugnung kann die besagte Kampflesbe aber nicht aus der sozialen Realität getilgt werden – glücklicherweise. Trifft nun also die frisch aufgeklärte, vorurteilsbefreite Person auf eine Lesbe, die ihres Erachtens dem geschilderten Klischee entspricht, so käme sich die Aufgeklärte von den Aufklärern und deren behaupteten Normalität bestenfalls belogen vor. Viel mehr noch muss ihr die Klischee-Lesbe aber nun als eine erscheinen, die ihr nicht so konfliktfrei als normal gelten kann, wie es die Aufklärer_innen gegenüber den Schüler_innen darstellten. Diese hier, so würde die Schlussfolgerung lauten, muss wohl eine der unnormalen Lesben sein und zu einer schlechten Sorte Lesben gehören. Als „schlechter“ würde das Unnormale ganz von selbst bewertet werden, denn der Hass, der gesellschaftlich gegenüber dem Unnormalen besteht, wurde bei dem Versuch, das Vorurteil abzubauen, leider vergessen.

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Indem Homosexuelle und Transmenschen in Schulaufklärungsprojekten als Vorbilder dafür auftreten, wie normal und brav wir doch seien, verleugnen sie nicht bloß einen Teil ihrer selbst, sondern diskreditieren unweigerlich all jene, die aus ihrer besonders faden Fantasie einer Normalität der Anderen herausfallen. Im Grunde spielt man der Stigmatisierung

von Homosexuellen und Transmenschen mit so einem Vorgehen, sei es auch noch so gut gemeint, in die Hände. Gerade vor dem Hintergrund der andauernden, rechten Anfeindungen der letzten Jahre gegenüber Schulaufklärungsprojekten, die sich gegen Homo- und Transfeindlichkeit einsetzen, sollte man sich in einer sinnvollen Aufklärungsarbeit davor hüten, eine Unterwerfungsgeste an die Normalität zu inszenieren, indem alles Sexuelle und Besondere, insbesondere all das, was lustvoll am Anderssein ist, ausgespart und verleugnet wird. Dieser Umgang der Anderen mit ihrem Anderssein aber ist als symptomatisch für diese Gesellschaft zu bezeichnen. Das Symptom, das aufgrund der anhaltenden Feindseligkeit entsteht, ist der kontinuierliche Versuch, die eigene Differenz zu verleugnen. Dabei schaffen die besagten Schulaufklärer_innen bereits durch ihren Auftritt die Grundlage für einen sinnvollen Dialog, indem sie, ohne es zu wollen, als die Anderen auftreten. Die Chance läge darin, das eigene Anderssein als solches innerhalb eines normativen gesellschaftlichen Vakuums zu begreifen, das zu leugnen die Stigmatisierung nicht aufhebt, sondern ganz im Gegenteil einer Kapitulation gleichkommt. Text: Patsy l‘Amour laLove Bilder: Dragan Simicevic Visual Arts


Gartenweg 32 06179 Teutschenthal OT Zscherben Tel.: 0345 - 690 29 56 Fax: 0345 - 977 28 37

Stand September 2015

Ist die Viruslast der einzige Parameter fĂźr den Therapieerfolg?

Keine echten Patientenbilder, keine vollständige Darstellung der gesamten HIV-Patientenpopulation.

www.nochvielvor.de


Rückkehr der Moralapostel

Bild: Minerva Studio

Dirk Ludigs arbeitet als freier Journalist u.a. für verschiedene TV-Formate, die deutsche LGBT-Presse und das Reisemagazin „Merian“. Zuvor war er Nachrichtenleiter des schwulen Senders TIMM und Chefredakteur verschiedener bundesweiter Magazine („Front“, „Du & Ich“). Der Absolvent der Henri-Nannen-Schule arbeitete viele Jahre als Redakteur bei der Fernsehsendung „liebe sünde“ (ProSieben). Er ist darüber hinaus Bestseller-Autor von Sex-Ratgebern, darunter „Ran an den Mann“ (dtv) und pendelt seit einigen Jahren wieder zwischen seinen beiden Wahlheimaten Berlin und Palm Springs. In seinem Artikel befasst er sich mit der Sexualpolitik der AfD und damit, welche reaktionäre und repressive HIV/ AIDS-Politik von einer AfD in Regierungsverantwortung zu erwarten oder besser: zu befürchten wäre. Noch schweigt das Wahlprogramm der AfD zum Thema HIV/Aids. Doch immer mehr Stimmen von rechts zeigen die Richtung an, in die es gehen würde: Instrumentalisierung von HIV gegen Flüchtlinge, Registrierung von Infizierten und die Rückkehr der Moralkeule in der Prävention.

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Der Angriff kam schnell, von höchster Stelle und in aller Schärfe. Für einen Anal-Workshop habe die Thüringer Landesregierung Geld, nicht aber für Klassenfahrten, empörte sich im Oktobervergangenen Jahres der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke via Facebook: Das sei „Bildungspolitik für den Arsch!“ Es ist nicht das erste Mal, dass der Sexualtherapeut Marco Kammholz mit seinem Workshop zur Zielscheibe rechter Demagogen wird. Doch diesmal bleiben die Veranstalter, unter ihnen auch mehrere thüringische Aidshilfen, standhaft.

Der Vorfall aus dem Herbst letzten Jahres wirft ein Schlaglicht auf den Umgang der neuen Rechten im Allgemeinen und der AfD im Besonderen mit HIV und Aids. Noch steht das Thema allerdings nicht im Zentrum des politischen Kampfs: Das Programm der Partei zur Bundestagswahl beschäftigt sich zwar, im Unterschied zum Grundsatzprogramm der AfD aus dem letzten Jahr, erstmals mit Gesundheitsthemen, doch „HIV“ oder „AIDS“ werden kein einziges Mal erwähnt. Wie schnell Menschen mit HIV zur Zielscheibe der rechten Partei werden können, zeigte sich im Schweriner Landtag im März dieses Jahres. Ralph Weber, Abgeordneter der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, forderte im Parlament eine namentliche Meldung von HIV-Infizierten bei den Landesgesundheitsämtern. Grund: In den vergangenen Jahren seien die Zahlen der HIV-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern beständig gestiegen, und zwar nach Angaben der Landesregierung von 24 im Jahr 2010 auf landesweit 41 (!) HIV-Neudiagnosen im Jahr 2015. Weber ist bisher ein Einzelfall. Noch instrumentalisiert die AfD das Thema in den Parlamenten vor allem, um gegen Flüchtlinge zu hetzen: Im Februar 2015 wollte der AfD-Ratsherr Mohr in Aachen wissen, wie viele Flüchtlinge in der Stadt hiv-positiv sind. Doch auch Präventionskampagnen wurden schon zur Zielscheibe der Rechten, vor allem, wenn dabei unterschiedliche Sexualitäten als gleichwertig akzeptiert oder Safer Sex lebensfroh beworben wird. Die AfD-Jugend Niedersachsen stellte im Mai 2016 „wegen der Verbreitung por-


Die Aidshilfen sind von alledem zu Recht alarmiert und beteiligen sich immer häufiger an Bündnissen gegen Rechts. Seit Hessen unter Schwarz-Grün zum neuen Kampffeld der „Demo für alle“ erkoren wurde, ist die Wiesbadener Aidshilfe Teil eines Bündnisses, das sowohl gegen einen Kongress der Truppe Anfang Mai, wie auch im letzten Herbst gegen eine „Demo Für Alle“ mit großem Erfolg unter dem Motto „Wiesbaden bleibt bunt“ demonstrierte. Für viele Beobachter*innen bleibt die Tatsache verstörend, dass schwule Männer und auch Lesben selbst sich zum Kampf gegen eine offene Gesellschaft hinreißen lassen. Die offen lesbische Spitzenkandidatin der AfD zur Bundestagswahl, Alice Weidel, zum Beispiel, hat bei dem Anfang 2015 verstorbenen Gesundheitsökonomen Peter Oberender studiert, der für eine stärkere marktwirtschaftliche Orientierung im Gesundheitswesen eintrat, den Arbeitgeberbeitrag abschaffen wollte und zuletzt gefordert hatte, man solle es Menschen mit Geldsorgen doch nicht verbieten, ihre Organe zu verkaufen. Die rechten Schwulen aus der „Bundesinteressengemeinschaft Homosexuelle in der AfD“ und insbesondere der rechtkatholische Theologe David Berger wurden schon konkreter, sie haben die Aids-Hilfen zum Feindbild erkoren. Der Vorwurf hier: Die Aidshilfen seien Teil einer „linksgrünversifften“ Szene, unterstützten kondomlosen Sex (dabei geht es vor allem ge-

gen neue Safer-Sex-Methoden wie PrEP und Schutz durch Therapie) und schlössen Teile der Community aus – gemeint sind wahrscheinlich sie selbst. Während die „Homosexuellen in der AfD“ den Aidshilfen bis zur Befolgung ihrer Forderungen „nur“ sämtliche staatlichen Zuschüsse streichen wollen, möchte Berger sie gleich am liebsten ganz auflösen.

halle.aidshilfe.de

nographischer Schriften an Kinder und Jugendliche“ Strafanzeige gegen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dem rechten Nachwuchs gingen, man will es nicht glauben, die Comiczeichnungen der Liebesleben-Kampagne zu weit! Der Angriff auf die Präventionskampagne ist vor allem im Zusammenhang mit dem großangelegten Kampf gegen Bildungspläne und den „Sexualkundeunterricht der Vielfalt“ zu verstehen, der von Organisationen wie z.B. der so genannten „Demo Für alle“ mit Schlagworten wie „Früh„ oder „Hypersexualisierung“ geführt wird. Die AfD reiht sich hier ein und ist auch personell verquickt mit christlich-fundamentalistischen Gruppen, deren Einfluss bis weit ins bürgerliche Lager, in CDU/CSU und speziell in Nordrhein-Westfalen bis in die FDP hineinreicht.

Das klingt gefährlich und das ist es auch. Vielleicht liegt in solchen Forderungen aber auch eine Chance, gerade denjenigen Schwulen und Lesben die Augen zu öffnen, die aufgrund von Ressentiments gegen Migrant*innen bisher noch geneigt sind, rechte Parteien zu unterstützen – denn gerade die Aidshilfen genießen mit ihrer Verankerung in den Städten und Regionen großes Vertrauen vor Ort. Was Deutschland in Sachen HIV/Aids tatsächlich zu erwarten hätte, wenn die neue Rechte, allen voran die AfD, die Chance bekäme, ihre Vorstellungen zu realisieren, ließ sich an den Antworten der Berliner AfD auf die Wahlprüfsteine der Berliner Aids-Hilfe ablesen: Alleiniger Ausbau von „nachweislich effektiven“ Präventions-Methoden, bevorzugt durch staatliche Stellen; keine neuen Angebote zu sexueller Vielfalt; keine Einwegspritzen in Haftanstalten und hohe Hemmschwellen für die Substituierung von Gefangenen; keine Regelversorgung für Flüchtlinge und Migranten mit HIV/Aids, keine anonyme Chipkarte; Ablehnung LSBTTIQ*-sensibler Pflegeeinrichtungen, dafür aber Befürwortung der Speicherung der Gesundheitsdaten von Bürger*innen in Polizeidatenbanken. Carsten Schatz (MdA, Linke) nennt diese Form der Aids-Politik in Erinnerung an den CSU-Hardliner der Achtziger Jahre „Gauweiler light“. „Wer von „nachweislich effektiven Methoden“ redet, geht in Richtung einer medizinischen Prävention und ignoriert die soziale Dimension von Aids. Faktisch kann man damit auch Isolation rechtfertigen. Da sie nichts machen wollen, was den Dingen auf den Grund geht, also Abbau von Diskriminierung schwuler Männer oder Ausbau von Harm-Reduction, das sind alles keine Themen, läuft das auf eine russische Aids-Politik hinaus.“ Text: Dirk Ludigs

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Warum „straightacting“ gefährlich ist eher abstoßend, wirklich sexy ist hingegen Authentizität. Oft kann ich mich der Vermutung nicht erwehren, dass dieses Herausstellen der Männlichkeit von anderen Defiziten ablenken soll. Schade. Dazu kommt, dass es andere Männer abwertet, die scheinbar weniger männlich sind. Ab- und Aufwertungen von Menschen sind mir grundlegend zuwider. Gerade in der LSBT*IQ-Community sollten wir doch eigentlich wissen, dass Abwertung auch unweigerlich Gewalt bedeutet und letztendlich zu körperlicher Gewalt und Misshandlung führt. Schwule Männer, egal wie männlich sie sind (oder sein wolBjörn Beck, 39 Jahre, lebt mit seinem Mann in

len), bleiben dennoch Arschficker – und wie

Frankfurt am Main und leitet das Präventionspro-

das zwischen zwei Männern „heterolike“ sein

jekt „HESSEN IST GEIL!“ der hessischen AIDS-Hil-

soll, muss mir erstmal einer zeigen. Und auch

fen. Seit letztem Jahr ist er Mitglied des Vorstan-

da wertet es den Partner ab, der dem „Akti-

des der Deutschen AIDS-Hilfe. Er engagiert sich

ven“ gestattet, seinen Schwanz reinzustecken

seit über 20 Jahren für Gleichberechtigung von

und ihm ein schönes Erlebnis bereitet. Irgend-

LSBT*I und gegen Diskriminierung und Stigmati-

wie verschwimmen die die Grenzen zwischen

sierung - besonders auch von Menschen mit HIV.

„aktiv“ und „passiv“ in der Praxis doch sehr.

Außerdem arbeitet er im Netzwerk von Men-

Nicht umsonst sind „aggressive Bottoms“ be-

schen mit HIV „PRO+ Hessen“ mit, ist im Verein

sonders beliebt bei den Tops – und ein „ag-

Positiv e.V. aktiv, der die bundesweiten Positiven-

gressive Bottom“ ist alles andere als passiv.

treffen in der Akademie Waldschlößchen organisiert. In seinem Blog „Björn Posit.HIV“ berichtet er

Die Vermutung liegt nahe, dass in diesem

über sein vielseitiges Engagement. Im Folgenden

Aufplustern, Muskeln zeigen und „hetero spie-

Text zeigt er auf, wie das sogenannte straightac-

len“ eher ein Minderwertigkeitsgefühl schwu-

ting, schwule Selbststigmatisierung und sexuelle

ler Männer begründet ist, weil die heteronor-

Gesundheit miteinander verknüpft sind.

martive Gesellschaft nunmal starke Männer will und keine verweichlichten, arschfickenden

„Straightacting“ oder „heterolike“ sind Begrif-

Schwuchteln.

fe, die ich immer häufiger in Online-Profilen schwuler Männer lese. Sie sollen beschreiben,

Diskriminierung, Abwertung und Ausgrenzung

wie männlich und stark der Inhaber des Pro-

nagen am Selbstwertgefühl. Und ein junger

fils doch ist.

Mann, der feststellt, dass er anders ist als die Eltern von ihm erwarten, macht so schon in

Nun, wir sind schwul und diese männlichen

der Pubertät eine dramatische Erfahrung des

Attribute sollten damit klar Bezugspunkte un-

Scheiterns. Oft tritt ein Teil des Umfelds dann

serer körperlichen Anziehung sein. Ich finde

auch noch nach, oder erschwert das äußere

durchaus eine behaarte Brust und ein mar-

Coming-Out mit homophoben Sprüchen, wie

kantes Kinn attraktiv, Muskeln können sehr

wir sie alle noch vom Schulhof kennen. Das

sexy sein und auch ein Bart. Aber auch ein fi-

verletzt die junge Psyche sehr.

ligraner, schlanker Körper, oder ein „bäriger 16

Waschbärbauch“ haben ihre Reize. Übertrie-

Dass Homophobie schädlich ist, wissen wir,

benes (Macho-) Gehabe finde ich allerdings

aber wieso jetzt auch „straightacting“?! Weil


Deshalb ist eine diskriminierungsfreie Umge-

das Versteck- oder Rollenspiel vor dem Co-

bung für eine erfolgreiche Prävention uner-

ming-Out. Emanzipation geht anders! Es sind

lässlich. „Gesellschaften, die sich erfolgreich

also sozusagen „verinnerlichte Schuldgefühle“

mit Homophobie auseinandersetzen, haben

aufgrund der eigenen Sexualität. Diese „inter-

größere Präventionserfolge“ (Dr. Dirk San-

nalisierte Homonegativität“, die der Psycholo-

der). Das Gegenteil davon erleben wir gerade

ge Prof. Dr. Udo Rauchfleisch den „Feind von

in Russland. Dort infizieren sich jeden Tag 200

innen“ nannte, „entsteht aufgrund negativer

Menschen mit HIV, im Vergleich von 2013 zu

Ansichten über gleichgeschlechtliche Orien-

2014 stiegen die Neuinfektionen um zehn Pro-

tierungen und Lebensweisen, wobei von der

zent an, 40% durch heterosexuelle Kontakte.

„Heteronormativität“ ausgegangen wird: He-

Deshalb ist „straightacting“ nicht nur das Ge-

terosexualität ist die Norm, alles davon Abwei-

genteil einer wertschätzenden Selbstbeschrei-

chende ist „schlecht“, „krank“, „sündig“.“

bung, sondern auch gefährlich aus Sicht der

halle.aidshilfe.de

„straightacting“ letztlich nichts anderes ist, als

Prävention. „Gay pride“ wird zu „gay shame“. Also ist „der innere Feind“ eine Gefahr für die psychische und damit natürlich auch für die

Und auch mit dem Blick auf das Klima inner-

Körperliche Gesundheit. Menschen mit un-

halb der Community werden so Zusammen-

behandelten Depressionen und Minderwer-

hänge deutlich. Wer seine eigene Sexualität

tigkeitsgefühlen sind von autoaggressivem

schuld- oder schamhaft empfindet, wird ande-

Verhalten besonders bedroht. Und auch hier

re eher für ihre freie Sexualität verurteilen und

sind gerade junge Menschen besonders vul-

sich an den heteronormativen Moralvorstel-

nerabel. 80% der Selbstverletzungen finden

lungen orientieren. Diese Binnendiskrimine-

bei Menschen unter 20 Jahren statt und über

rung erleben HIV-positive Schwule nicht sel-

24 Jahren praktisch nicht mehr. Es ist also ein

ten. Häufig wird die Infektion auf eine hohe

Phänomen der jungen Generation.

Anzahl von Sexualpartnern zurückgeführt,

„Studien haben erwiesen, dass sich die internalisierte Homophobie massiv und sehr vielfältig auf unsere Gesundheit beziehungsweise unser Gesundheitsverhalten auswirken kann. Dazu gehört, dass etwa das Informationssuch-

oder Sex ohne Gummi als falsch und moralisch verwerflich gewertet. In meinem Artikel „Schwules Blut – Böses Blut“  bin ich auf die Binnendiskriminerung in der schwulen Community bereits näher eingegangen.

verhalten beeinträchtigt wird, Betroffene sich

Durch Fakten lassen sich die Wenigsten dann

also weniger Hilfe bei Fragen rund um Safer

noch beeinflussen und Argumente wie die

Sex oder andere Themen suchen, die mit ih-

Nichtinfektiosität durch antiretrovirale Thera-

rer als „schlecht“ empfundenen Sexualität zu

pie, oder die Nutzung von PrEP greifen nicht.

tun haben. Auch das Testverhalten ist davon

Von den gesellschaftlichen (patriarchalen)

konkret beeinträchtigt“, sagt Dr. Dirk Sander,

Normen abweichendes Verhalten wird verur-

Fachreferent für Schwule und andere Männer,

teilt. Allerdings ist es viel schwieriger sich den

die Sex mit Männern haben.

inneren Feinden zu stellen als den äußeren.

Damit ist klar, wer sich für seinen Sex schämt,

Fast mantraartig wiederhole ich mich, wir

wird damit nicht offen Umgehen, Probleme ig-

müssen einander wertfreier begegnen, Men-

norieren und mögliche Infektionen totschwei-

schen akzeptieren wie sie sind. Was geht uns

gen. Totschweigen kann man das Problem HIV

das (Sexual-)Verhalten anderer Menschen an,

allerdings nicht, damit macht man es nur noch

solange es mich nicht betrifft, oder verletzt?!

größer. Denn die meisten HIV-Infektionen geschehen in Situationen, wo die Infektion noch

Wer sich selbst akzeptiert hat, dem fällt es

nicht bekannt war, wahrscheinlich sogar in der

auch leichter andere zu akzeptieren.

ersten Zeit der Infektion, die durch eine besonders hohe Viruslast (und damit auch Infektiosität) gekennzeichnet ist.

Text: Björn Beck Bild: AHH

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Safer Sex mit Transmenschen Martina Riehm ist Informatikerin, eine Unterstützung von Trans-Aktivismus online und arbeitet seit Jahren in verschiedenen regionalen queer-feministischen Projekten (bspw. que(e)r_ einsteigen, kjupoint) mit. Für uns hat sie im Folgenden zusammengetragen, was es beim Thema Safer Sex und Transgeschlechtlichkeit alles zu wissen und zu beachten gibt . Wenn eins wissen will, was zu beachten ist, damit Sex sicherer wird, ist es relativ einfach, Informationen darüber zu bekommen, wenn es um Sex geht, bei dem ein cis-männlicher Penis involviert ist. Für Sex ohne einen solchen wird es schon schwieriger, und bei Sex mit Transpersonen gibt es fast nichts mehr, egal wer sonst bei dem Sex dabei ist und egal ob sie einen Penis haben oder nicht. Deswegen möchte ich dazu ein paar Hinweise geben. Eigentlich ist alles ganz einfach Also eigentlich ist alles ganz einfach und auch nicht so viel anders als bei anderem Sex: • Kommunizieren • Was feucht werden kann abdecken • Gleitmittel verwenden Also eigentlich alles Dinge, die ganz allgemein eine gute Sache sind, wenn Menschen sich intim miteinander beschäftigen wollen. Im Detail wird es dann doch recht spannend (ist ja auch gut so), aber wenn Menschen diese drei Dinge beherzigen, bevor sie mit einer Transperson ins Bett steigen (oder wohin auch immer), ist schon einmal viel geschafft. Aber jetzt zu den Details:

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Kommunikation Wer sich nach dem Zustimmungskonzept richtet, hat auch bei Transpersonen gute Karten. Die gleichen Themen sind hier wichtig, vielleicht sogar noch mehr als sonst: • Frage nach den Bezeichnungen für Körperteile. Viele Transmenschen verwenden spezielle Namen für ihre Genitalien, weil die Begriffe, die sonst dafür verwendet werden, nicht zu ihrem Geschlecht passen und sich deswegen unangenehm anfühlen. • Beachte Nicht-Anfass-Zonen. Alle Men-

schen können Zonen an ihren Körpern haben, wo sie nicht berührt werden wollen, bei Transpersonen ist das nur etwas häufiger, vor allem wenn Menschen Körperteile haben, die sie als nicht passend erleben. • Glaube nicht, Du weißt, was jemandem gefällt, sondern frage nach, und, wenn du unsicher bist, lass es Dir zeigen. • Auch wenn das beachtet wird, können „Dysphorie-Schübe“ möglich sein. Das heißt, dass eine Person auf einmal aus der Stimmung kommt und sich schlecht fühlt, weil sie deutlich gespürt hat, dass etwas an ihrem Körper nicht passt. Dann einfach Pause machen, fragen was die Person braucht, und auch: sich nicht deswegen schuldig fühlen! Und jetzt zu Körpern! Jetzt möchte ich beschreiben, was ganz unabhängig von der jeweiligen Geschlechtsidentität bei bestimmten Körpern, vor allem medizinisch modifizierten Körpern zu beachten ist. Gleich am Anfang: Wenn eine beteiligte Person Hoden hat, und eine Person Eierstöcke, dann ist unabhängig von Geschlechtsidentität und auch Hormoneinnahme usw. eine Schwangerschaft möglich! Es sollten also auf jeden Fall entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, wenn das nicht gewollt ist.


oder den sogenannten „Großen Aufbau“, kann

Einiges verändert sich durch Testosteron nicht.

eigentlich so vorgegangen werden wie bei

Das heißt, es kann genauso noch Sekrete geben

Menschen, deren Penis mit ihnen mitgewach-

und es sollte entsprechend auch abgedeckt wer-

sen ist. Die Penisgröße variiert evtl. stärker.

den. Allerdings passen oft weder Kondome noch

Das heißt, es sollte noch mehr auf eine pas-

Lecktücker gut, deswegen hier eine Anleitung,

sende Kondomgröße geachtet werden, und

wie aus einem Handschuh ein passendes Kon-

in manchen Fällen kann es sein, dass auch au-

dom gebastelt werden kann: Nehme einen üb-

ßerhalb des Harnröhrenausgangs Sekret aus-

lichen Safer-Sex-Handschuh und schneide alle

treten kann. Ansonsten gilt wie in allen Fällen,

Finger bis auf den Daumen ab. Dann auf der Sei-

am Besten nachfragen: Gerade Empfindlich-

te des kleinen Fingers aufschneiden und aufklap-

keit und was Spaß macht, kann stark variieren.

halle.aidshilfe.de

Menschen mit Vulva und Testosteron

pen. Ansonsten ist noch zu beachten, dass durch das Testosteron die Haut etwas empfindlicher

Menschen mit Penis und Östrogen

werden kann und die Sekrete weniger werden

Wenn Menschen mit Penis sich einer Östro-

können. Dadurch kann das Infektionsrisiko etwas

gen-Therapie unterziehen, verändern sich

steigen. Gleitgel ist auf jeden Fall zu empfehlen.

ihre Genitalien auch. Meistens werden sie etwas kleiner und empfindlicher. Erst einmal ist aber alles ähnlich wie bei anderen Menschen mit Penissen. Auch Sekrete sind möglich, auch wenn oft weniger kommt. Wenn es körperlich und psychisch möglich ist, können Kondome verwendet werden. Lecktücher sind oft zu klein, da bietet es sich an, Frischhaltefolie zu verwenden. Handschuhe und Kondome (bei aufnehmender Rolle) können ansonsten wie bei Menschen mit Vulva verwendet werden. Menschen mit konstruierter Vulva und Vagina Bei Menschen, die eine konstruierte Vulva und Vagina („Neovagina“) haben, können die gleichen Safer-Sex-Hilfsmittel angewendet werden wie bei Menschen, deren Vulva mitgewachsen ist. Zusätzlich zu beachten ist, dass sie oft weniger feucht werden, also dass Gleitmittel verwendet werden sollte. Neovaginas sind im Gegensatz zu gewachsenen Vaginas keine Muskeln, sondern Hautschläuche, also nicht so dehnbar. Praktiken wie Fisten sind somit eher nicht möglich. Ansonsten: viel Spaß! Transmenschen haben genauso viel oder wenig Lust auf Sex wie Cismenschen. Wenn die hier beschriebenen Punkte beachtet werden (kurz: Reden! Gleitgel!), dann kann es genauso spannend oder langweilig sein wie sonst auch. Und vielleicht ist es ja auch gut in diesem Fall zum genaueren Absprechen, was wer mag, „gezwungen“ zu sein. Das kann für viele ande-

Menschen mit Penis-Aufbau

re Begegnungen genauso nützlich sein.

Wenn Menschen sich einen Penis haben operieren lassen, entweder ein Klitoris-Penoid

Text: Martina Riehm | Bilder: AHH

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Ausstellung „beziehungsweise“ in unserem Galeriecafé auf spielerisch-abstruse Art. Hierbei werden von ihr aus dem Zusammenhang geschnittene Bildteile bedacht zueinander in Beziehung gesetzt, sodass die entstehenden nichtlinearen Erzählungen stets neu lesbar bleiben. Das Resultat bilden wundersame Werke, in deren bildnerischen Welten Vorstellungen von Pracht anklingen.

Bild: Großes Leuchten, 2016, Juschuäleja

In den nächsten Monaten wird eine neue Ausstellung in den Café- und Seminarräumen unserer Infothek zu bewundern sein. Die in Halle (Saale) lebende Künstlerin Wiebke Juschuäleja Wilms zeigt unter dem Titel „beziehungsweise“ eine Auswahl ihrer aktuellen Papiercollagen. In ihrer künstlerischen Auseinandersetzung begegnet sie Fragen über die Wandlungsfähigkeit von Entscheidungen, Ansichten und Wahrheiten

Eröffnet wird die Ausstellung wie gewohnt mit einer Vernissage in unserem Galeriecafé. Am 24. August um 19 Uhr wird die Künstlerin persönlich ihre Werke vorstellen und einen Einblick in ihre Arbeit geben. Im Anschluss kann bei musikalischer Untermalung sowie dem einen oder anderen leckeren Häppchen mit Wiebke Juschuäleja Wilms oder miteinander über Bildinterpretationen gesprochen werden. Weitere Informationen zur Künstlerin und ihren Werken findet Ihr unter: juschuäleja.de

Vortrag & Diskussion mit Dr. Klemens Ketelhut „Genderwahn im Bildungsplan? Ein historisch angeleiteter zeitdiagnostischer Blick auf die Geschehnisse in Baden-Württemberg (und anderswo).“ Als bekannt wurde, dass die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg im Rahmen einer Neufassung des Bildungsplanes „Sexuelle Vielfalt“ zu einem Querschnittsthema machen wollte, führte dies zu einer inzwischen nachgerade hysterischen Auseinandersetzung zwischen „Befürwortern“ und „Gegnern“. Eine Petition aus dem christlich-konservativen Milieu gegen die Regierungspläne wurde von über 190.000 Menschen befürwortet, zudem entwickelte sich eine kontinuierliche Demonstrationstätigkeit, organisiert von einer Gruppe, die sich „Besorgte Eltern“ nennt und die in rechtskonservativen Kreise bestens vernetzt ist. 20

Der Ton auf diesen Versammlungen ist schrill und kennzeichnet sich vor allem dadurch, dass Angst vor einer angeblichen „Sexualisierung“ von Kindern geschürt wird, die mehr oder weniger direkt in der Nähe von sexuellem Missbrauch angesiedelt wird. Es wird zum Kampf gegen „Genderwahn“ und „Verschwulung“ aufgerufen und es werden verschwörungstheoretisch Untergangsszenarien der sozialen Ordnung beschworen. In seinem Vortrag wird Dr. Klemens Ketelhut kurz die Ereignisse seit dem Bekanntwerden der Regierungspläne zusammenfassen und sich kritisch mit dem Phänomen der rechtskonservativen Bildungsplangegner_innen auseinandersetzen. Freitag, 01. September 2017 19 Uhr Seminarraum der AIDS-Hilfe Halle / Sachsen-Anhalt Süd e.V., Böllberger Weg 189


halle.aidshilfe.de

Praktikum in der Aidshilfe Halle Nun schon seit über 3 Monaten verbringe ich meine Zeit in Form eines Praktikums bei der halleschen Aidshilfe. Diese Zeit war für mich unglaublich wertvoll, aufregend, herausfordernd sowie lehr-und erfahrungsreich. Von Beginn an wurde ich als vollwertiges Teammitglied aufgenommen und startete direkt in das Alltagsgeschäft, die Planung von Veranstaltungen und die Teilnahme an Präventionsaktionen. Ich selber bin (übrigens) Annie, 23 Jahre alt, studiere gerade in meinem letzten Semester Soziologie und Ethnologie an der Martin-Luther-Universität und taste mich langsam an meine Bachelorarbeit heran. Geboren bin ich eigentlich in Kasachstan und mit 4 Jahren dann nach Deutschland gezogen. Die meiste Zeit meines Lebens habe ich in Lüneburg gewohnt (wunderschöne Stadt, da muss jede_r einmal gewesen sein!) und habe mich für mein Studium für Halle, wo ich mich sofort wohl fühlte, entschieden. So schnell wie ich diese Stadt kennen und lieben gelernt habe, so schnell fühlte ich mich auch in der Aidshilfe aufgehoben.

Bild: AHH

Die hier arbeitenden Menschen gehen alle miteinander respektvoll und offenherzig sowie aber auch humorvoll um, was das gesamte Arbeitsklima sehr angenehm macht. Jede Idee und jeder Vorschlag wird direkt angenommen, es wird gemeinsam überlegt und dann versucht ein erfolgreiches Ergebnis zu erzielen. So konnte ich mich in meiner Zeit in viele Projekte einbringen. Angefangen mit der Planung des Frühlingsfests mit offiziellem Pressetermin Anfang Mai, die Gestaltungen von Flyern, Fototermine mit Tove – unserem Aidshilfeteddybären – bis hin zum Internationalen Tag gegen Homo-, Inter- und Transphobie (IDAHIT) und zahlreichen Präventionsveranstaltungen in Schulen, im Gesundheitswesen und in Migrationsstellen – überall konnte ich mit planen und gestalten. Ich habe die Zeit in der Aidshilfe, die Menschen, die ich dort kennengelernt habe, und das Team unglaublich genossen und freue mich darauf, mich weiterhin hier engagieren zu können! Großen Dank an das Team und den Vorstand für diese Möglichkeit! Text: AnIg

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Veranstaltungskalender August – November 2017 AUGUST Do., 03. August & 17. August, 18–20 Uhr HIV-SCHNELLTEST UND SYPHILISSCHNELLTEST Ort: Beratungsstelle der Aidshilfe (1.OG)

Termine für den HIV- & Syphilisschnelltest 06. & 20. Juli / 03. & 17. August 07. & 21. September / 05. & 19. Oktober 02. & 16 November / 07. & 21 Dezember

Mi., 16. August, 18 Uhr POSITIVENTREFFEN Positiv, was nun? Gesprächsrunde für neue und gestandene positiv getestete Menschen. Information und Erfahrungsaustausch. Anmeldung: positivleben@halle.aidshilfe.de Ort: Infothek der Aidshilfe (EG) Do., 24. August, ab 19 Uhr AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG Ort: Ort: Galeriecafé der Aidshilfe (EG) Sa., 26. August, ab 11 Uhr AUGUST-BRUNCH Ort: Galeriecafé der Aidshilfe (EG) Do., 31. August, 18–20 Uhr GRATIS HIV-SCHNELLTEST FÜR MÄNNER, DIE SEX MIT MÄNNERN HABEN Ort: Beratungsstelle der Aidshilfe (1.OG) SEPTEMBER Fr., 01. September, 19 Uhr „GENDERWAHN IM BILDUNGSPLAN? EIN HISTORISCH ANGELEITETER ZEITDIAGNOSTISCHER BLICK AUF DIE GESCHEHNISSE IN BADENWÜRTTEMBERG (UND ANDERSWO).“ Vortrag und Diskussion mit Dr. Klemens Ketelhut Ort: Seminarraum der Aidshilfe (EG)

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Sa., 02. September, ab 14 Uhr CSD-STRASSENFEST „(H)alle in Bewegung: Für Solidarität, Selbstbestimmung und Vielfalt“ Ort: Hallescher Marktplatz

Sa., 02. September, ab 20 Uhr CSD ABSCHLUSSPARTY Ort: Studio Halle, Waisenhausring 8, 06108 Halle Do., 07. & 21. September, 18–20 Uhr HIV-SCHNELLTEST UND SYPHILISSCHNELLTEST Ort: Beratungsstelle der Aidshilfe (1.OG) Mi., 20. September, 18 Uhr POSITIVENTREFFEN Positiv, was nun? Gesprächsrunde für neue und gestandene positiv getestete Menschen. Information und Erfahrungsaustausch. Anmeldung: positivleben@halle.aidshilfe.de Ort: Infothek der Aidshilfe (EG) Sa., 23. September, ab 11 Uhr SEPTEMBER-BRUNCH Ort: Galeriecafé der Aidshilfe (EG) Mo., 25. September, 14–18 Uhr ERÖFFNUNGSVERANSTALTUNG DER INTERKULTURELLEN WOCHE „Vielfalt verbindet“ Ort: Hallescher Marktplatz


Do., 19. Oktober, 14–18:30 Uhr FACHTAG ZUM 25-JÄHRIGEN BESTEHEN DES KOORDINIERUNGSKREIS HIV/ STI-PRÄVENTION & SEXUALPÄDAGOGIK DER STADT HALLE & DES SAALE-KREISES „HIV, Sexualpädagogik und Sexualität im Wandel“ Ort: Stadthaus, Marktplatz 2 Mi., 18. Oktober, 18 Uhr POSITIVENTREFFEN Positiv, was nun? Gesprächsrunde für neue und gestandene positiv getestete Menschen. Information und Erfahrungsaustausch. Anmeldung: positivleben@halle.aidshilfe.de Ort: Infothek der Aidshilfe (EG) Sa., 28. Oktober, ab 11 Uhr OKTOBER-BRUNCH Ort: Galeriecafé der Aidshilfe (EG)

NOVEMBER Do., 02. November & 16. November, 18–20 Uhr HIV-SCHNELLTEST UND SYPHILISSCHNELLTEST Ort: Beratungsstelle der Aidshilfe (1.OG)

halle.aidshilfe.de

OKTOBER Do., 05. Oktober & 19. Oktober, 18–20 Uhr HIV-SCHNELLTEST UND SYPHILISSCHNELLTEST Ort: Beratungsstelle der Aidshilfe (1.OG)

Mi., 15. November, 18 Uhr POSITIVENTREFFEN Positiv, was nun? Gesprächsrunde für neue und gestandene positiv getestete Menschen. Information und Erfahrungsaustausch. Anmeldung: positivleben@halle.aidshilfe.de Ort: Infothek der Aidshilfe (EG) Sa., 25. November, ab 11 Uhr NOVEMBER-BRUNCH Ort: Galeriecafé der Aidshilfe (EG) Do., 30. November JUGENDFILMTAGE ANLÄSSLICH DES WELT-AIDS-TAGES Ort: Cinemaxx, Charlottencenter

Impressum AIDS-Hilfe Halle / Sachsen-Anhalt Süd e.V. Böllberger Weg 189, 06110 Halle (Saale) Geschäftsführung: Dipl.-Päd. Martin Thiele Telefon: 0345 – 58 21 271 Fax: 0345 – 58 21 273 Email Redaktion: red.aktion@halle.aidshilfe.de Fotografie: DAH, AHH, Dragan Simicevic Visual Arts, Minerva Studio Titelbild: Dragan Simicevic Visual Arts Autoren: Patsy l’Amour laLove, Dirk Ludigs, Björn Beck, Martin Thiele, Ronja Abhalter, Juliane Bärsch, Anna Igoschin Alle Inhalte dieses Magazins unterliegen dem Urheberrecht. Eine Weiterverwendung, auch auszugsweise, bedarf der schriftlichen Geneh-

migung durch den Verein. Genehmigungen können jederzeit widerrufen werden. Die Nennung und Abbildung von Personen in diesem Magazin lässt nicht zwangsläufig Rückschlüsse auf ihren HIV-Status und/oder deren sexuelle Orientierung zu. Abgebildete Personen können Models und nicht die im Beitrag genannten Personen sein. „Red.“ ist ein ehrenamtliches Projekt der AIDS-Hilfe Halle / Sachsen-Anhalt Süd e.V. und finanziert sich durch Anzeigeschaltungen selbst. Spenden sind möglich und steuerabzugsfähig. Anzeigelayout: Deutsche AIDS-Hilfe/IWWIT, Gilead Sciences GmbH, Mirko Rische, Marcus Hamel Anzeigeleitung: red.anzeigen@halle.aidshilfe.de Magazinlayout: Marcus Hamel – marcushamel.com

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