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AHV NRW Magazin 2026

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China setzt damit seine Strategie fort, die mit Initiativen wie „Made in China 2025“ bereits 2015 Form annahm. Gefördert werden Zukunftsbereiche wie Luft- und Raumfahrt, Biotechnologie, Wasserstoff, neue Materialien und Quantenforschung, und auch die Modernisierung traditioneller Industrien wie Bergbau, Chemie und Maschinenbau. Nach Schätzungen Pekings soll die Modernisierung der Kernsektoren der verarbeitenden Industrie – wie Chemie, Maschinenbau und Schiffbau – einen Markt mit einem Volumen von umgerechnet etwa 1,2 Billionen Euro schaffen. Die auch von deutschen Unternehmen erhoffte Ankurbelung des Binnenkonsums oder den Kampf gegen Überkapazitäten und daraus resultierenden, zerstörerischen Wettbewerb will Peking zwar auch angehen, allerdings nicht prioritär.

MERICS Data Insight: Deutschland ist einer der Hauptimporteure von Seltenen Erden und Mineralien aus China.

Die Folgen der chinesischen Industrie- und Innovationspolitik bekommt vor allem auch Deutschland zu spüren, denn China dringt genau in die Sektoren vor, in denen deutsche Hidden Champions erfolgreich sind. Vor allem die Autoindustrie, Rückgrat der deutschen Wirtschaft, ist betroffen: mehr als 50.000 Jobs sind dort einer Studie der Beratung EY binnen eines Jahres verloren gegangen – auch wegen des wegbrechenden Marktes in und der wachsenden Konkurrenz aus China. Wie geht es nun weiter mit den Beziehungen zum zweitgrößten Handelspartner – Volumen: 246,8 Milliarden Euro? In Chinas Innovationsstrategie haben deutsche Partner weiterhin einen Platz als Zulieferer von Hoch- oder Spezialtechnologie, die es selbst noch nicht herstellen kann, zum Beispiel in den Bereichen Optik, Industriechemikalien, Gasturbinen, Hochpräzisionstechnik. Doch die chinesischen Strategiedokumente belegen klar: Peking strebt auch hier danach, solche Produkte eines Tages in Eigenregie herzustellen. Beispiele wie der Solarsektor, in dem europäische Anbieter einst von staatlich subventionierter, chinesischer Billigproduktion vom Markt gefegt wurden, zeigen, dass China der Logik der westlichen Marktwirtschaft Grenzen setzt. Deutsche Unternehmen – auch in Nordrhein-Westfalen – müssen deshalb Chinas Pläne genau ansehen und evaluieren, welche Vorteile sie selbst aus einer Zusammenarbeit noch ziehen können. Doch in Zeiten, in denen auch die Beziehungen zum größten Handelspartner USA durch die (Zoll-)Maßnahmen der Regierung Trump belastet sind, geht es nicht mehr nur darum, Risiken im Umgang mit China zu navigieren. Es geht um eine grundsätzlich neue Strategie für die deutsche Wirtschaft in einem historischen geopolitischen Umbruch. <

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Claudia Wessling Director Communications & Publications MERICS gGmbH Mercator Institute for China Studies Alte Jakobstraße 85-86 10179 Berlin M +49 171 834 77 04 claudia.wessling@merics.de www.merics.org

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